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Papst Kirche Liturgie Dok.

*Anbetung live*

Reform durch das II. V. Konzil

Was ist wahr?

 

In der Auseinandersetzung mit sehr traditionalistischen Kreisen wird gerne das Hl. Messopfer nach dem 2. Vatikanischen Konzil für ungültig erklärt. In meinen Augen ein furchtbarer Frevel. Ließe Gott es zu, dass fast eine Milliarde Menschen der Gnaden des Hl. Messopfers, die ja so wichtig für uns und unsere Zeit sind, verlustig würden? NEIN! Das kann nicht sein. Es ist aber schon richtig, dass das Aufweichen der Tradition und die Kürzung bestimmter Texte ev. zu überdenken wäre, dass die Ehrfurcht vor diesem so Heiligen Opfer wie auch der Opfercharakter selber heute stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Papst Benedikt hat diesbezüglich einige Reformen gemacht.
Im Punkt 2 unten wird recht gut erklärt, dass es nicht so sehr auf den Ritus, nicht einmal auf den genauen Wortlaut der Konsekrationsworte ankommt - wesentlich ist nur:
"Das ist mein Leib", "Das ist mein Blut" -, sondern auf den Willen (die Intention) des zelebrierenden Priesters, eine gültige Messe im Sinne der Überlieferung der Kirche zu feiern.
Da ich lange nach einer plausiblen Erklärung suchte, sie aber lange nicht fand, stelle ich diese Seite ein: als Hilfe für jene, die auch nach Antwort auf diese Frage suchten.

 
 
INHALT
 

Messopfer

Klarstellung:
Aufgrund des Hinweises eines Lesers möchte ich darauf hinweisen, dass es hier nicht gegen Papst Paul VI oder das II. Vaticanum geht, dem viele gerne den Verfall des Glaubens in die Schuhe schieben. So ging auch die Handkommunion von Holland aus! Weit verbreitet besteht die Meinung heute leider weiterhin, dass die Modernisierung durch Beschlüsse des 2. Vaticanums erfolgt seien. Vielmehr haben sich Gruppen gebildet (Atheisten...) die sich zum Ziel machten unsere Kirche neu zu gestalten und somit "zu zerstören". Wenn in folgenden Artikeln die Meinung aufkommt, dass Papst Paul VI Schuld daran sei, so ist das falsch! Schuld sind diese freimaurerischen Gruppen und die dämonischen Kräfte, die hier vieles fehlgeleitet haben! Bitte sich vor Augen halten, dass wir in der Zeit des größten Glaubensabfalls leben die bald enden wird!

 

Reform um der Reform willen (1982)

Durch die umfangreichen Reformen auf liturgischem Gebiet der letzten Jahre ist die Tradition der lateinischen Kirche jäh unterbrochen worden, wogegen ein behutsames Vorgehen zweifelsohne zu einer wirklichen Reform des Gottesdienstes hätte führen können. Dies hat schon Th. Klauser in seiner "Abendländischen Liturgiegeschichte" (1949) klar erkannt, wenn er schreibt, "daß die kleinste Änderung oder Neuerung auf liturgischem Gebiet wie eine Lawine ist; sie beginnt ganz unscheinbar und kann doch unendlich weitreichende Wirkungen auslösen".

Grundsätzlich gilt: Man kann einen Ritus, der in einer langen Entwicklung gewachsen ist und der letztlich bis in die Zeit der Frühkirche zurückreicht, bereichern und eventuell beschneiden, man kann ihn jedoch nicht von heute auf morgen aufheben. Doch gerade das hat Paul Vl. mit der ganzen Autorität als Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche sowie in der Vollmacht der dem Papst auf dem Vatikanum I zugeflossenen Machtfülle heraus getan.

Paul Vl. hat damit aber deutlich gegen den Grundsatz eines seiner Vorgänger, nämlich des Papstes Stephan, verstoßen, der i. J. 256 den Satz geprägt hat: "Nihil innovetur nisi quod traditum est" (Es darf nichts Neues eingeführt werden, was gegen die Tradition gerichtet ist); er hat sogar die Bestimmung des Vatikanum II mißachtet, das in der Liturgiekonstitution erklärt hat: "Es sollen keine Neuerungen eingeführt werden, es sei denn, ein wirklicher und sicher zu erhoffender Nutzen der Kirche verlange es" (n. 23).

So ist nun rasch Reform auf Reform gefolgt. Während sich die Kurie einst viel Zeit mit Neuerungen gelassen hat - manchmal vielleicht zu viel Zeit -, ging es in den Jahren nach dem Konzil Schlag auf Schlag. Es war, als wollte man möglichst schnell all das nachholen, was in den vergangenen Jahrhunderten, wie man meinte, versäumt worden war.

Zu einem Teil ging es um Reformen, die heute schon wieder überholt sind, die aber, wenn sie zur rechten Zeit gekommen wären, Segen hätten bringen können. Zu denken ist hier an einen teilweisen Gebrauch der Landessprache in der Liturgie. In China wäre ein solcher bei der Missionsarbeit der Jesuiten zu Beginn der Neuzeit sicher segensreich gewesen, während der ausschließliche Gebrauch der Volkssprache jetzt, im Zeitalter des Massentourismus, der Gastarbeiter und der Düsenflugzeuge, zweifellos einen Anachronismus darstellt.

Die durch die Liturgiereform eingeleitete sogenannte Erneuerung des Gottesdienstes wurde in ihrem Verlauf mehr und mehr zu einer Reform um der Reform willen. Man wird den Eindruck nicht los, daß es in einer ersten Phase der Reformen mehr um die Verwirklichung von Lieblingsideen einiger Liturgiker ging als um wirkliche Bedürfnisse einer zeitnahen Seelsorge. Der seelsorgerische Aspekt wurde vielfach sogar geflissentlich übersehen, indem zu wenig auf die "Basis", d. h. die Wünsche und die Mentalität der Gläubigen, Rücksicht genommen wurde, vor allem auch der älteren Leute, die von Jugend an die bisherigen gottesdienstlichen Formen gewöhnt waren und die außerdem zu den eifrigsten Kirchenbesuchern zählen. (...)

Den Progressisten ging es nach dem Konzil zuerst einmal darum, den alten Ritus möglichst rasch außer Kraft zu setzen und sei es vorläufig lediglich durch Auslassungen, Änderungen und Umstellungen, die an sich gar nicht notwendig waren. War es z. B. wirklich notwendig, ja sinnvoll, das "Ite missa est" erst nach dem priesterlichen Segen zu singen bzw. zu sprechen, statt wie bisher vor diesem? Es ist doch gleichgültig, ob ich sage: Geht nun hin und ich gebe euch meinen Segen, oder: Ich habe euch nun gesegnet, ihr könnt jetzt gehen.

Da diese Reformen zuerst am alten Ritus vorgenommen wurden, läßt es sich heute nur mehr schwer feststellen, was eigentlich als traditioneller bzw. tridentinischer Ritus zu gelten hat: Das Meßbuch des Papstes Pius V. gibt es in der Gestalt von 1570 bekanntlich schon lange nicht mehr, nachdem die späteren Päpste eine Anzahl neuer Feste, neuer Gebete und Rubriken eingeführt haben, wobei jedoch der Ritus der Messe als solcherund das scheint wichtig zu sein - unangetastet blieb.

Das Meßbuch des Papstes Plus XII. kann, streng genommen, ebenfalls nicht als tridentinischer Ritus gelten, da sich auch darin größere rituelle Änderungen wie die neue Karwochenliturgie finden - übrigens der erste geglückte Vorstoß der Progressisten im Hinblick auf eine kommende Liturgieform. Auch nicht das Meßbuch des Papstes Johannes XXIII. mit der neuen Rubrikenordnung, oder der Ordo Missae, der von Papst Paul Vl. i. J. 1965, unmittelbar nach dem Konzil vorgeschrieben wurde und der noch so gut wie keine Änderungen gegenüber dem traditionellen Meßritus aufwies. Wir könnten heute jedoch froh sein, wenn wenigstens noch dieser Ordo Missae Gültigkeit hätte. Vielleicht gewinnt er einmal Bedeutung für die Zukunft.

In einem Schreiben des Kardinal-Staatssekretärs Cicognani an den Erzabt von Beuron vom 28. Mai 1966 hieß es damals, damit sei der "Anschluß an die Liturgie-Konstitution des Konzils vollzogen". Kaum drei Jahre später, am 3. April 1969, hat Paul Vl. die katholische Welt mit seinem neuen Meßritus überrascht. Trotz des Widerstands höchster kirchlicher Kreise, wie der Kardinäle Ottaviani und Bacci, wurde dieser nach einer kurzen Übergangszeit in der ganzen lateinischen Kirche verpflichtend eingeführt.

Die bisherige römische Liturgie hat nach Meinung der Progressisten nicht mehr zum gewandelten Glaubens- und Liturgiebewußtsein der modernen Zeit gepaßt und mußte allein schon aus diesem Grund verschwinden. Dabei war man nicht so tolerant wie seinerzeit Papst Plus V., der bei der Promulgation des im Auftrag des Konzils von Trient überarbeiteten Missale Romanum i. J. 1570 jeden Ritus in der lateinischen Kirche, der älter als 200 Jahre war, toleriert wissen wollte.

Genau 400 Jahre später spricht man wohl ständig von Toleranz und Pluralismus in der Kirche, es wurde jedoch vieles, was bisher als katholischer Glaube, als katholische Frömmigkeit und katholische Liturgie gegolten hat, davon grundsätzlich ausgenommen - wohl wissend, wie sehr das Festhalten an der Überlieferung die allgemeine Durchsetzung des neuen Geistes in der Kirche gefährdet. Man wollte ein neues Gottesdienstverständnis.
Klaus Gamber: Alter und neuer Messritus, S. 20 - 23


 

Ist die neue Messe gültig? (1989)

Nichts hat zahlreiche gläubige Katholiken mehr in Unruhe versetzt und im Glauben unsicher gemacht als die verschiedentlich aufgestellte Behauptung, die "neue Messe" sei in jedem Fall ungültig. Es sei daher auch nicht erlaubt, einem solchen Gottesdienst beizuwohnen und dabei zu kommunizieren.

Man muß sich jedoch ernsthaft fragen, ob der Herr, der seinen Beistand bis zum Ende der Zeiten versprochen hat, es tatsächlich zuläßt, daß ein großer Teil der Gesamtkirche, also mehrere 100 Millionen Gläubige, der Gnaden des heiligen Meßopfers verlustig gehen.

Womit wird die Ungültigkeit des neuen Meßritus begründet?
Als wichtigstes Faktum werden die Änderungen der traditionellen Konsekrationsworte angeführt. Dabei wird vor allem die (sicher falsche) Übersetzung von "pro multis" ("für alle" statt "für viele") in den volkssprachlichen Ausgaben des Missale beanstandet. Durch diese Übersetzung hat bekanntlich die Auffassung moderner Theologen ihren Ausdruck gefunden, daß alle Menschen ohne weiteres das ewige Heil erlangen, weil Christus für das "Leben der (ganzen) Welt" (Joh 6,52) sein Blut am Kreuz vergossen hat.

Ferner wird als Beweis für die Ungültigkeit der neuen Messe die Tatsache angeführt, daß in den geänderten Meßtexten und in den neuen biblischen Lesungen die Glaubenswahrheiten verkürzt, ja, vielfach im protestantischen Sinn dargestellt würden. Protestantischer Einfluß zeige sich besonders in der Zurückdrängung des latreutischen Elements (Liturgie als Dienst vor Gott) und des Sühneopfercharakters der Messe sowie in der starken Betonung des allgemeinen Priestertums der Gläubigen; bei einem gleichzeitigen Abbau des Weihepriestertums, indem fast nur noch vom "Amt" des Vorstehers der versammelten Gemeinde gesprochen werde Außerdem sei, so sagt man, in den Gebeten und Gesängen der neuen Liturgie das trinitarische Element, d. h. das Geheimnis der heiligen Dreifaltigkeit, sowie der Gedanke an den gerechten Gott und das Gericht in den Hintergrund getreten. Es wird dabei verwiesen auf die Streichung des "Gloria Patri ..." (Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste ...) im Introitus und auf die Streichung der bisherigen trinitarischen Schlußformel "Durch unseren Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir lebt und herrscht in der Einheit des Heiligen Geistes Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit" zu Gunsten der auch für einen Arianer passenden Wendung: "Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn".

Eine Messe, die nicht mehr, wie der überlieferte Ritus, den katholischen Glauben unverkürzt wiedergebe, ja der Häresie oft erschreckend nahe sei, und in dem außerdem die von früheren Päpsten verbindlich festgelegten Konsekrationsworte geändert seien, könne, so argumentiert man, nicht mehr die Konsekration der Opfergaben von Brot und Wein in den Leib und das Blut des Herrn bewirken.

Darauf ist zu erwidern: Wahr ist, daß im neuen Missale und im neuen Meßritus im besonderen eine Reihe wichtiger Elemente des überlieferten Glaubensgutes zu kurz kommen. Wahr ist, daß auch der äußere Ritus eine starke Wandlung mitgemacht hat. Diese macht die modernen dogmatischen Anschauungen auch nach außen hin deutlich, so die Zelebration des Priesters zum Volk hin, sowie die verstärkte Einbeziehung der Laien als Kommunionhelfer und Prediger in die Liturgie - und dies gegen eine fast 2000 jährige Tradition der Kirche. Wahr ist auch, daß der Glaube an den eucharistischen Herrn unter den Gestalten von Brot und Wein heute vielfach neuen unklaren Vorstellungen gewichen ist, wobei die Einführung der Handkommunion in mehreren Ländern diese negative Entwicklung gefördert und zum Schwinden der Ehrfurcht vor diesem heiligen Sakrament geführt hat ...

Dies alles beweist jedoch noch lange nicht, daß die von einem gläubigen Priester im Gehorsam gegenüber den kirchlichen Vorschriften nach dem neuen Missale gefeierte Messe ohne weiteres ungültig ist.

Warum nicht? Weil es nicht so sehr auf den Ritus, nicht einmal auf den genauen Wortlaut der Konsekrationsworte ankommt - wesentlich ist nur: "Das ist mein Leib", "Das ist mein Blut" -, sondern auf den Willen (die Intention) des zelebrierenden Priesters, eine gültige Messe im Sinne der Oberlieferung der Kirche zu feiern.

So finden wir in anderen Riten, sowohl bei den mit dem Papst unierten als auch bei den von ihm getrennten Christen im Orient, einen vom römischen Canon verschiedenen Wortlaut des Einsetzungsberichts, ohne daß irgend ein Theologe je auf den Gedanken gekommen wäre, die Verwendung der Konsekrationsworte dieser Riten bewirkten keine gültige Messe.

In den orientalischen Liturgien wird außerdem das eigentlich konsekratorische (die Wandlung bewirkende) Element nicht in den Einsetzungsworten Jesu gesehen - wenn auch diese nie ausgelassen werden -, sondern in der auf den Einsetzungsbericht folgenden Anrufung des Heiligen Geistes (Epiklese), er möge über die Opfergaben herabkommen und sie in den Leib und das Blut Christi verwandeln. Doch war auch dies für die Päpste in den vergangenen Jahrhunderten kein Grund, den Orientalen die Gültigkeit des von ihnen verwendeten Meßritus abzusprechen.

Wir dürfen das eine nicht vergessen: Nicht der Priester ist es letztlich, der die Verwandlung von Brot und Wein bewirkt, es ist vielmehr der Heilige Geist, der dies auf die Bitten des in der Person und Vollmacht Jesu Christi handelnden Priesters tut. Wenn also ein Priester den Willen hat, in der Person und Vollmacht Christi zu handeln, so bewirkt dies ohne Zweifel eine gültige Konsekration, auch wenn er sich dabei der Texte des neuen Meßbuchs bedient.
(Zitiert nach "Zurück zum gemeinsamen Erbe, S. 104 - 107)


 

Georg May:Abgeschwächt und eliminiert (1992)

In der Zeit nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil wurde dem Priester ein neues, verändertes Meßbuch auferlegt, das Missale Romanum Pauls Vl. Darin zeigen sich nun außerordentlich aufschlußreiche Modifikationen gegenüber dem früheren Meßbuch, von denen ich einige nennen willl. Ich beschränke mich dabei auf die Aussagen, die den Priester betreffen. Daß darüber hinaus zahlreiche andere Gegenstände des Glaubens im Meßbuch Pauls Vl. abgeschwächt oder eliminiert sind, bleibt hier unberücksichtigt. In den Texten der Messe Pauls Vl. ist die Rolle des Priesters bei der Darbringung des hl. Meßopfers in entscheidender Weise abgeschwächt. Wer die gleichbleibenden Teile der hl. Messe des hl. Papstes Plus' V. mit jenen der Neumesse vergleicht, der erkennt, daß hier ein konsequenter Wille wirksam war, die Stellung des Priesters als des allein notwendigen und bevollmächtigten Opferdarbringers einzuebnen. Ich gehe hierbei vom deutschen Text aus. Denn dieser ist einmal amtlich gebilligt und mit Gutheißung des Papstes im Gebrauch, und er wird zum anderen, wie bekannt, in den meisten Kirchen fast ausschließlich verwendet. Weiter beziehe ich mich auf den Kanon (das Hochgebet) II, der am häufigsten gebraucht wird. Von anderen Stellen abgesehen, die ich hier übergehe (wie z. B. beim Sündenbekenntnis), eliminiert die neue Meßordnung folgende Texte, die auf die Rolle des Priesters bei der Feier des hl. Meßopfers Bezug haben.

Das Gebet bei der Darbringung des Brotes in der Messe Plus' V. spricht in der ersten Person der Einzahl: "ich, dein unwürdiger Diener" bringe die Opfergabe dar; es stellt damit den Priester als den entscheidenden Opferdarbringer vor. Das entsprechende Gebet in der Messe Pauls Vl. spricht in der ersten Person der Mehrzahl und erwähnt den Priester überhaupt nicht. Hier "opfert" - wenn dieser Begriff noch am Platze ist - ein Kollektiv, nicht eine gegliederte Gemeinschaft.

Das Gebet Orate, frates = Betet, Brüder in der Meßordnung Plus' V., das von "mein und euer Opfer" spricht und so die unterschiedliche Weise, wie Geweihte und Nichtgeweihte an der Darbringung des eucharistischen Opfers beteiligt sind, unübersehbar hervorhebt, ist zwar auch in der Meßordnung Pauls Vl. enthalten, stellt aber in dieser nur eine Möglichkeit dar, die, wie wir wissen, in vielen Kirchen zugunsten einer Formel entfällt, in der nur von den "Gaben der Kirche" die Rede ist. Somit ist auch hier die besondere Stellung des Priesters im Opfer eingeebnet. Das Gebet Hanc igitur = So nimm denn, Herr, wir bitten dich, diese Opfergabe huldvoll an im Meßordo Plus' V., das um Annahme der Opferung bittet, unterscheidet bei den Darbringern des Opfers zwischen dem Priester bzw. Klerus (servitutis nostrae) und dem Volk (cunctae familiae tuae). Der Meßordo Pauls Vl. (Kanon II) weiß nichts von einem solchen Unterschied. Niemand wird behaupten wollen, das sei Zufall; dahinter steht Absicht. Der Hinweis auf die Verschiedenheit des Dienstes von Priester und Gemeinde beim hl. Opfer ist auch in dem Gebet Unde et memores = Daher sind wir denn eingedenk der Meßordnung Plus' V. enthalten: "wir, deine Diener, aber auch dein heiliges Volk". In der Meßordnung Pauls Vl. (Kanon II) ist er verschwunden. Dazu kommen ideologische Abweichungen bei der Wiedergabe des lateinischen Textes. Die deutsche Übersetzung des zweiten und dritten Hochgebetes macht aus den lateinischen Worten "universo clero" "alle, die zum Dienst in der Kirche bestellt sind". Das ist keine Übersetzung, sondern eine Sinnveränderung. Geweihte und Nichtgeweihte werden entgegen dem Wortlaut nicht unterschieden. Offensichtlich soll der unbequeme Unterschied aus der Erinnerung des Gottesvolkes getilgt werden.

Das Gebet Placeat tibi, Dreifaltigkeit in der Messe gestrichen worden. Es enthielt Darbringung und Wert des hl. Meßopfers. An drei Stellen sprach es aus, daß der Priester das hl. Meßopfer dargebracht hat. Das alles ist nun entfallen. Denn es wird nicht nur seiner Funktion bei der Feier des hl. Opfers nicht mehr gedacht, sondern es wird auch die Bedeutung des hl. Meßopfers als eines Sühneopfers nicht mehr ausgesagt. Wie soll der Priester von dem Wert der täglichen Darbringung des eucharistischen Opfers überzeugt sein, wenn er in den Texten eben dieses Opfers nicht mehr authentisch darüber belehrt wird?

Weiter ist darauf aufmerksam zu machen, daß eine beträchtliche Zahl von Gebeten, die der Priester still zu beten hatte, ausgemerzt ist. Abgesehen von dem Verlust, den diese Abschaffung für die persönliche Frömmigkeit des Priesters bedeutet, wird durch die fast durchgängige Gemeinsamkeit der Gebete von Priester und Volk die spezifische Rolle des Priesters bei der Feier der hl. Messe erneut empfindlich verdunkelt.

Angesichts dieser Sachlage hilft es nichts, wenn darauf verwiesen wird, daß der Kanon Plus' V. auch in dem neuen Meßbuch steht. Denn erstens ist er nur einer von vier, zweitens wird er in der Praxis fast überhaupt nicht benutzt, drittens haben sich maßgebende progressistische Theologen gegen ihn ausgesprochen und wird seine Existenz auf dem Papier von ihnen nur geduldet, weil sie ihn bisher nicht gänzlich beseitigen konnten, viertens ist er nicht mehr unverändert und fünftens sind auch die Änderungen außerhalb des Kanons, also in den Gebeten vor und nach dem Kanon, für die Erkenntnis und Bewahrung der Stellung des Priesters im Opfergeschehen der hl. Messe schwerwiegend und bedenklich.

Die Beobachtungen, die an den gleichbleibenden Teilen der Messe gemacht wurden, setzen sich fort bei den veränderlichen Teilen. Ich biete dafür einige wenige Beispiele. Papst Plus XI. schenkte der Kirche 1935 das Meßformular von Jesus Christus, dem ewigen Hohenpriester. In der Oration dieser Messe wurde für die irdischen Priester gebetet, daß sie, die Christus zu seinen Dienern und zu Verwaltern seiner Geheimnisse erwählt hat, in der Erfüllung des übernommenen Dienstamtes treu befunden würden. In dem, was das neue Missale als Votivmesse von Jesus Christus, dem ewigen Hohenpriester, anbietet, tritt in der Oration an die Stelle der Amtspriester, die überhaupt nicht mehr erwähnt werden, das Volk. Man wird zugeben, daß hier eine Verschiebung von erheblicher Tragweite vor sich geht; sie steht im Dienste einer Herabminderung des (amtlichen) Priestertums. Man kann nur staunen, daß es Leute gibt, die sich angesichts dieses Beispiels (und zahlreicher anderer Fälle) immer noch weigern, die Tatsache der Protestantisierung unserer Kirche zuzugeben.

Der Professor für dogmatische Theologie an der Universität Bamberg, Johannes Stöhr, hat die Übersetzung der Orationen von Heiligenfesten im deutschen Meßbuch überprüfte. Dabei stößt er auf erstaunliche Tatsachen. Nach ihm bilden die Texte oft "keine freie Übersetzung und auch keine Paraphrase mehr, sondern eine Neufassung, bei der nur durch einige Seitensprünge noch eine gewisse Beziehung zum authentischen Gedanken gegeben ist"109. Er erhärtet seine Beobachtung durch zahlreiche Beispiele. Viele Begriffe, die im Lateinischen vorkommen, werden im Deutschen ausgelassen. So ist beispielsweise bei acht Heiligen, die Priester waren und als solche im Lateinischen bezeichnet werden, die Kennzeichnung als presbyter oder sacerdos weggefallen. Ich stelle die Frage: Warum verschweigen die Übersetzer des lateinischen Originals ins Deutsche, daß Vinzenz Ferrer und Petrus Canisius Priester waren? Stört es sie?
(Georg May: Das Priestertum in der Nachkonziliaren Kirche, S. 62 - 64)


 

Uwe M. Lang: Das Märchen von der "vorgeschriebenen Wendung zum Volk" (2005)

Eine der augenfälligsten Veränderungen im Zuge der nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil durchgeführten Reform des römischen Meßritus ist die Errichtung eines zum Volk gewandten Altars. Es ist, von wenigen Ausnahmen abgesehen, zur Regel geworden, daß der Liturge bei der Feier der Eucharistie hinter dem Altar steht im Gegenüber zu den Gläubigen. Die Einheitlichkeit, mit der sich in wenigen Jahren die "celebratio versus populum" in der ganzen römisch-katholischen Kirche verbreitete, führte zu dem Mißverständnis, die Abwendung des Priesters vom Volk sei charakteristisch für den Alten Ritus nach dem Missale Papst Plus' V., wohingegen die Zuwendung des Priesters zum Volk zum Novus Ordo Missae Papst Pauls Vl. gehöre." Auch wird in der allgemeinen Öffentlichkeit nicht selten angenommen, die Stellung des Zelebranten versus populum in der Meßfeier sei gefordert, ja sogar vorgeschrieben von der durch das II. Vaticanum inaugurierten Liturgiereform.

Jedoch belehrt das Studium der konziliaren und nachkonziliaren Dokumente eines besseren. In der Liturgiekonstitution Sacrosanctum Consilium ist weder von einer Zelebration versus populum noch von der Errichtung neuer Altäre die Rede. Angesichts dieser Tatsache ist es umso erstaunlicher, wie Josef Andreas Jungmann bereits im Jahre 1967 bemerkte, mit welcher Allgemeinheit landauf landab "Altäre versus populum" aufgestellt wurden." Die Instruktion Inter Oecumenici vom 26. September 1964 enthält in dem Kapitel über die Neuerrichtung von Kirchen und Altären einen Paragraphen zur Position des Altars:

Praestat ut altare maius exstruatur a pariete seiunctum, ut facile circumiri et in eo celebratio versus populum peragi possit ... .'

Es wird als wünschenswert (praestat, wörtlich: "es ist besser") bezeichnet, den Hochaltar von der Rückwand getrennt zu errichten, damit er leicht Umschritten werden könne und eine Zelebration zum Volk hin gewandt möglich sei. Jungmann gibt zu bedenken:

Es wird nur die Möglichkeit betont. Und selbst dafür wird, wenn man den lateinischen Text der Bestimmung nachsieht, nicht einmal eine Vorschrift, sondern nur eine Empfehlung gegeben ... Durch die neue Ordnung wird nur gegenüber etwaigen Hemmungen oder lokalen Einschränkungen die allgemeine Erlaubtheit einer solchen Altaranlage betont.

In einem Brief an die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen vom 25. Januar 1966 erklärt Giacomo Kardinal Lercaro, der Vorsitzende des Consilium zur Ausführung der Liturgiekonstitution, daß bei der Erneuerung der Altäre "Klugheit ... die Führung behalten" müsse:

Erstens ist die Wendung des Altars zum Volk hin für eine lebendige Teilnahme an der Liturgie nicht unentbehrlich: Der gesamte Wortgottesdienst der Messe wird am Priestersitz oder am Ambo, also im Gegenüber zur Gemeinde, gefeiert. Was den eucharistischen Teil betrifft, so ermöglichen nunmehr allgemein gewordene Lautsprecheranlagen die Teilnahme zur Genüge. Zweitens ist auf die Architektur und künstlerische Ausstattung zu achten, die in vielen Ländern auch von strengen bürgerlichen Gesetzen geschützt werden."

Unter Verweis auf Kardinal Lercaros Mahnung zur Klugheit warnte Jungmann davor, aus der von der Instructio gewährten Möglichkeit "eine absolute Forderung und schließlich eine Mode" werden zu lassen, "der man sich gedankenlos unterwirft".

Inter Oecumenici erklärt die Feier der Messe versus populum für erlaubt, jedoch nicht für vorgeschrieben. Wie Louis Bouyer schon im Jahre 1967 unterstrich, wird hier nicht im geringsten angedeutet, diese sei überall und immer die bestmögliche Art der Meßfeier. Die Rubriken des Missale Romanum Pauls VI. scheinen eine Gleichrichtung im Gebet von Priester und Volk bei wesentlichen Teilen der Eucharistiefeier vorauszusetzen. Dies geht daraus hervor, daß bei dem Orate, fratres, dem Pax Domini, dem Ecce, Agnus Dei und dem Ritus conclustonis jeweils angeführt wird, daß der Priester sich hierfür dem Volk zuwendet . Diese Bestimmungen implizieren, daß der Zelebrant vorher dem Altar zugewandt ist. Vor der Priesterkommunion heißt es "ad altare versus", was bei einer "celebratio versus populum" ohnehin der Fall und somit hier unnötig wäre. Auch in der dritten Editio typica des erneuerten Missale Romanum, die von Papst Johannes Paul II. am 10. April 2000 approbiert wurde und im Frühjahr 2002 erschien, sind diese Rubriken beibehalten worden.
(Conversi ad Dominum, S. 19-23, ohne die Anmerkungen)


 

Interview mit Erzbischof Albert Malcolm Ranjith Patabendige:Die Kirchen haben sich geleert (2007)

Frage: Exzellenz, seitdem Sie Sekretär der Kongregation für den Gottesdienst geworden sind, haben Sie der internationalen Presse großzügig mehrere Interviews gegeben. Dabei sind einige Ihrer Aussagen falsch wiedergegeben worden und haben so eher Streit als als die beabsichtigte Klarheit erzeugt. Würden sie gerne das eine oder andere verdeutlichen?

Erzbischof Ranjith: Das, worauf ich in all diesen Interviews bestehen wollte, war, daß die Liturgiereform nach dem Konzil nicht die erhofften Ziele einer geistigen und missionarischen Erneuerung in der Kirche erreichen konnte, so daß wir damit heute wirklich zufrieden sein könnten

Selbstverständlich hat es auch positive Ergebnisse gegeben, aber die negativen Folgen scheinen doch zu überwiegen und haben in unseren Reihen große Orientierungslosigkeit bewirkt. Die Kirchen haben sich geleert, liturgische Willkür ist an der Tagesordnung, und die wahre Bedeutung und der wahre Sinnh dessen, was gefeiert wird, wurde verschleiert.

An erster Stelle muß man sich die Frage stellen, ob der Reformprozess richtig durchgeführt worden ist. Darum müssen wir das, was geschehen ist, genau anschauen, wir müssen beten, über die Ursachen nachdenken und mit der Hilfe des Herrn vorangehen, um die nötigen Korrekturen vorzunehmen.

Frage: Es sieht so aus, als ob der hl. Vater ein Motu-Proprio erlassen wolle, um den Gebrauch der traditionellen tridentinischen Messe zu erleichtern. Einige hoffen, daß das MP des Papstes eine rechtliche Struktur einrichten wird, um es den Priestern zu ermöglichen, die traditionelle Messe ohne unbillige Erschwernis und Verfolgung zu zelebrieren - wobei diese Erschwernisse ironischerweise nicht von anderen Religionsgemeinschaften oder weltlichen Autoritäten ausgehen, sondern von den eigenen Hirten und Bischöfen. Ist diese Hoffnung auf eine neue rechtliche Struktur realistisch? Ist so ein Apparat notwendig?

Erzbischof Ranjith: Nun, der Ruf nach der Wiederzulassung der Tridentinischen Messe wird ständig lauter. Auch einige Vertreter der Eliten haben kürzlich in den Zeitungen öffentlich zugunsten dieser Messe appelliert. Der heilige Vater wird das , da bin ich ganz sicher, zur Kenntnis nehmen und entscheiden, was für die Kirche am besten ist. Sie haben die mögliche Errichtung neuer juristischer Strukturen angesprochen, die solche Entscheidungen absichern könnten. Ich glaube nicht, daß darin das Hauptproblem liegt. Worum es bei alledem viel eher geht, ist doch die pastorale Haltung.

Werden die Bischöfe und Priester die Bitten um die tridentinische Messe zurückweisen und dadurch die Notwendigkeit erzeugen, eine juristische Stuktur zu schaffen, die die Durchsetzung der päpstlichen Entscheidung sicherstellt? Sollte es so laufen? Ich hoffe doch sehr, daß das nicht eintritt.

Die Frage, die sich die Hirten angemessenerweise zu stellen haben, ist doch die: Wie kann ich als Bischof auch nur einen einzelnen Menschen näher an Christus und an seine Kirche heranbringen? Das ist weniger eine Sache der Tridentinischen Messe oder des Novus Ordo - es ist eine Frage der pastoralen Sensibilität und Verantwortung.

Wenn also die Tridentinische Messe geeignet ist, den Gläubigen noch bessere Mittel zum spirituellen Fortschritt bereitzustellen, dann sollten die Hirten das erlauben. (...)

Wir sehen uns dem ernsten Problem gegenüber, daß die Zahl der Gläubigen in einigen Kirchen der westlichen Welt abnimmt. Wir müssen uns fragen, was in diesen Kirchen geschehen ist und dann die erforderlichen Schritte zur Korrektur ergreifen. Ich denke nicht, daß wir die Situation alleine mit der Säkularisierung erklären können. Auch eine tiefe Krise des Glaubens, verbunden mit dem Drang nach sinnlosen liturgischen Experimenten und Neuerungen haben hier ihre Wirkung entfaltet. Da zeigt sich oft ein hohes Maß an Formalismus und Flachheit. Deshalb müssen wir den wahren Sinn des heiligen und des mystischen im Gottesdienst wiederentdecken.

Wenn Gläubige fühlen, daß die tridentinische Messe ihnen diesen Sinn des Heiligen und des Mystischen mehr als alles andere gibt, dann sollten wir den Mut haben, ihren Wunsch zu erfüllen.
(Ausszug aus einem Interview von "Inside The Vatican" vom 23. 2. 2007, eigene Übersetzung)


Gebet:

Hilf mir, lieber Vater, Dein Kind zu sein

Amen.
 

 

Weiterführende Themen: 

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