Kirche Weitental

†  Gott ist die Liebe - Er liebt dich  †
 Gott ist der beste und liebste Vater, immer bereit zu verzeihen, Er sehnt sich nach dir, wende dich an Ihn
nähere dich deinem Vater, der nichts als Liebe ist. Bei Ihm findest du wahren und echten Frieden, der alles Irdische überstrahlt

MOBILE
Version

Fragen, Kritik...
sende EMail

SUCHFENSTER
hier öffnen

NORMAL
Version

Start-Gottes Liebe-Erbsünde

Maria-Werke-Wallfahrten

Jahreskreis Heilige

Apokalypse Warnung NWO

News Gebete

Sünde-Leid-Heilung-Hilfe

Leben mit Gott-Hilfen

Mystik Werke Audio

Papst Kirche Liturgie Dok.

*Anbetung live*

Der Eucharistische Liebesbund

Barbara Weigand

 

Der Gebetsbund ‑ zunächst eine lose, rein geistige Vereinigung ‑ sollte nach den Worten der Stifterin Opfergesinnung und Kreuzesliebe wecken, eine Gebetsarmee werden, das eucharistische Leben fördern und so ein treuer Bundesgenosse der Priester in ihren seelsorglichen Arbeiten werden.

Einführung in den Eucharistischen Liebesbund

Am Fronleichnamsfest des Jahres 1895 regte unsere Gottesfreundin in ihrem apostolischen Eifer die Gründung eines Bundes an, zu dem sich alle Gutgesinnten zusammenschließen sollten, um gegenüber der wachsenden Gottlosigkeit und Entchristlichung  einen festen Damm zu bilden.

Der Gebetsbund ‑ zunächst eine lose, rein geistige Vereinigung ‑ sollte nach den Worten der Stifterin Opfergesinnung und Kreuzesliebe wecken, eine Gebetsarmee werden, das eucharistische Leben fördern und so ein treuer Bundesgenosse der Priester in ihren seelsorglichen Arbeiten werden.

Jahrelang sandte Barbara ihre Weckrufe zu diesem Bund in Worten und Briefen in die Welt. Wie kraftvoll hören sich z. B. ihre Worte vom Herz‑Jesu‑Fest 1896 an: „Der Damm gegen die wachsende Flut der Gottlosigkeit muß aufgerichtet werden von Priestern und Laien, durch Wort und Beispiel, durch Gebet, Opfer, Sühne!“ Oder man höre, wie sie am Johannistag 1897 ruft: „Ihr alle sollt euch vereinigen im Lie­besbund, Priester und Laien, Väter, Mütter, Jungfrauen, Greise, Jünglinge!" „Ein Damm soll errichtet werden, wo die Eheleute sich so gut beteiligen sollen wie die Klosterleute und die jungfräulichen Seelen in der Welt!" Aufrufe dieser Art finden sich unzählige Male in ihren Schriften.

Wir sehen: Verherrlichung Gottes und Mithilfe in der Rettung der Seelen, Vertei­digung der christlichen Grundsätze in der entchristlichten  Welt: das war der Zweck des von Barbara Weigand gegründeten Bundes. Das war Katholische Aktion im wahr­sten Sinne des Wortes schon dreißig Jahre vor der Gründung der Katholischen Aktion durch Papst Pius XI., ganz gleich, ob die Jungfrau Barbara diese Anregung von oben erhielt, wie sie glaubte und behauptete, oder aus ihrem eigenen Innern schöpfte; was sie wollte, war auf jeden Fall gut.

Die von ihr vorgetragenen Mahnungen zu einem echt christlichen Leben, ihre Auf­forderungen zum mutigen Bekenntnis des katholischen Glaubens, zur lebendigen Teil­nahme am Gottesdienst, zu einem Leben der Buße, des Opfers, der Sühne, zum Wi­derstand gegen Gottlosigkeit und Sittenlosigkeit, die nachdrücklichen Mahnungen zum häufigen Empfang der heiligen Kommunion schon lange vor dem Erscheinen des Kommuniondekretes des Papstes Pius X. vom Jahre 1905: alle diese Gedanken er­wiesen sich als so echt christliche und zeitgemäße Aufrufe, daß sie überall zündeten, wo sie auf unbefangene christliche Gemüter stießen.

So machen wir bald die Wahrnehmung, daß sich in den großen rheinischen Städten, in Mainz, Trier, Metz, Koblenz, Köln, Aachen, Straßburg, Freiburg, in Holland zahl­reiche Personen aller Stände mit Ernst und Eifer an die Verwirklichung der von ihr verkündeten Lebensregeln machten ‑ eine schier unglaubliche Erscheinung, da doch die modernen Kommunikationsmittel wie die Presse gar nicht benützt wurden. Da die Bereitschaft zu einem Leben nach diesen Grundsätzen keiner besonderen Förmlichkeit unterworfen war, da bei der rein geistigen Verfassung des Bundes keine äußere Organisation aufgezogen, kein Verzeichnis der Mitglieder geführt und keine Aufnahmeförmlichkeit verlangt wurde, der einzelne vielmehr für sich selbst nach der heiligen Kommunion dem Heiland das Versprechen gab, sein Leben nach diesen Grundsätzen einzurichten, fiel die geistige Teilnahme an diesem Seelenbündnis auch nicht unter die kirchliche Vereinsgesetzgebung.

Erst als sich später die Mitglieder zu gemeinsamen Andachten zusammenfanden und Gelder für die Errichtung einer Pfarrei in der Heimat der Stifterin sammelten, betrie­ben führende Priester die Erwirkung der kirchlichen Approbation. Das taten zuerst der Seelenführer der Barbara Weigand, P. Felix Lieber O.F.M, dann die Salvatorianerpatres Angelicus Bugiel in Temesvar (Ungarn) und P. Josef Bergmiller in Meran, denen es gelang, die kirchliche Approbation des Bundes in Trient zu erlangen, der sofort auf zahlreiche andere Bischöfe und Ordinariate folgten wie Salerno, Mün­chen, Temesvar, Augsburg, Fünfkirchen, s‘Hertogenbosch, Köln, Münster, Aachen, Roermond, Metz. Die Bischöfe Valerio von Salerno, Celestino von Trient, Zichy von Fünfkirchen, Kardinal Bisleti und der Bistumsverwalter Louis von Metz begrüßten in lauten Worten den erhabenen Zweck des Bundes und richteten ausführliche Schreiben um seine Approbation durch den Heiligen Stuhl an die höchsten Stellen in Rom.

zurück

Geschichte und Anfänge

Ringen und Reifen des ersten Liebesbundmitgliedes Barbara Weigand

Solange der Mensch im Fleische lebt, bleibt er dem Fleische und dem Zunder der Sünde tributpflichtig. Niemand auf der Welt ist heilig. Die Fallstricke der Sünde umgarnen auch den vollkommensten Menschen und tausend Gefährlichkeiten bedrängen seine Seele. „Wer steht, der sehe zu, daß er nicht falle“. Auch die besten unter uns sind fortwährend in Gefahr zu sündigen und können sich darum von dem ernsten Kampf um ihre sittliche Vervollkommnung nicht entbinden. Streben nach Vollkommenheit und sittliche Mängel, außergewöhnliche Gnadenerweise Gottes und persönliche Fehler brauchen sich darum gegenseitig nicht auszuschließen. Freilich denkt die Welt gar oft anders. „Sehen die Weltmenschen eine Person den Weg der Vollkommenheit betreten“, schreibt die heilige Theresia, „so wollen sie sofort, daß dieselbe ohne jeden Fehler sei. Auf tausend Meilen Entfernung entdecken sie den kleinsten Fehler, der ihr unterläuft und der in ihr vielleicht noch eine Tugend ist. Da aber ein ähnlicher Fehler bei ihnen einem Laster entspringt, beurteilen sie andere Menschen nach sich selbst. Wahrlich, wenn man auf sie hörte, dürfte derjenige, der nach Vollkommenheit strebt, nicht mehr essen und schlafen und, wie man sagt, nicht mehr atmen“. Selbst Beichtväter, meint dieselbe Heilige, huldigten oft diesem Irrtum, sie meinten, diejenigen, denen Gott außerordentliche Gnaden schenke, müßten Engel sein, und bedächten nicht, daß dies unmöglich sei, so lange wir in einem sterblichen Leibe lebten. „Man vergesse es um Gotteswillen nicht, daß eine Seele fallen kann, welcher Gott im Gebete die größten Gnaden erteilt hat“.

Die Heiligen und andere im Rufe der Heiligkeit gestandenen Menschen waren denn auch durchaus nicht frei von Fehlern. So erzählt beispielsweise von Gemma Galgani ihr Biograph, daß sie sehr aufgeregt und empfindlich war; sie besaß einen „Hang zum Zorn und zur Herrschsucht.“ Die große Mystikerin von Porto, Maria Droste zu Vischering, zeigte sich leicht gereizt, sehr heftig und ungeduldig; das Gehorchen fiel ihr schwer. Die selige Angela von Foligno bekennt von sich selbst, „wie sie ganz Hochmut, Stolz, Trotz, Härte, Bitterkeit geworden.“ Von Maria Martha Chambon urteilen ihre Mitschwestern: „Sie war schon eine Heilige, aber eine, die einem bisweilen zu schaffen machte.“ Ihre Fehler werden vom Heiland entschuldigt: „Deine Fehler und Unvollkommenheiten sind der beste Beweis, daß das, was in dir vorgeht, wirklich von Gott kommt. Ich werde sie dir niemals nehmen; sie sind der Deckmantel, mit dem ich meine Gaben verberge.“ Dazu sprach Kardinal Gasparri den Wunsch aus, „es möchten die Tugenden und das vorbildliche Leben dieser Klosterfrau und treuen Dienerin Gottes die weiteste Verbreitung finden.“

Hohe Begnadigung und menschliche Schwachheit bilden also keinen Widerspruch. Allerdings wird es gar nicht anders sein können, als daß die übernatürlichen Gebetszustände ein regeres Streben nach Vollkommenheit bewirken und fördern, während umgekehrt aufrichtiges Bemühen um die Tugend eine besonders gute Art ist Gott einzuladen. Das meint auch Bischof Laurent, wenn er in einem Brief vom 26. September 1841 an Clara Fey schreibt: „Wundern und erschrecken sie sich gar nicht, wenn sie alle Tage neues Elend und neue Armseligkeit entdecken; das ist kein schlimmes Zeichen, sondern ein gutes und muß in dem Maße zunehmen, als das Licht des Heiligen Geistes stärker in unsere Seele fällt. Darum sollen wir aber den Herrn nicht scheuen und meiden, sondern ihn desto eifriger und öfter besuchen. Dann wird er, uns unvermerkt, sein Gnadenwerk an unserer Seele immer mehr fördern und pflegen, und von uns selber erlösen, uns mit ihm inniger vereinigen.“ Auch Barbara Weigand hat sicherlich in ihrem langen Leben reiche Gnaden von Gott erhalten; aber das konnte sie niemals von der sittlichen Pflicht entbinden, den Kampf mit dem Bösen aufzunehmen und mit den natürlichen Kräften an der Heiligung ihres Lebens zu arbeiten. Erst in unablässigem Ringen mit sich selbst gelangte sie zu jener sittlichen Reife, die der Kenner dieses Lebens aufrichtig an ihr bewundert.

Auch die Schippacher Jungfrau und Seherin Barbara Weigand mußte den Weg der Reinigung gehen; denn auch sie war ein Kind des Fleisches und damit der Sünde unterworfen. Niemand wußte das besser als sie selber. Vom Bewußtsein ihrer eigenen Sündhaftigkeit und Schwachheit durchdrungen, hat sie dieser Erkenntnis ehrlichen, aufrichtigen und oft ergreifenden Ausdruck verliehen. So haben wir schon ihr Eingeständnis vernommen: „Ich war von Jugend auf sehr zornmütig, herrschsüchtig, stolz und habsüchtig.“ An der Vigil des Herz-Jesu-Festes 1895 betet sie mit Inbrunst: „O, wie magst du dich nur so herabwürdigen zu mir armen, elenden Erdenwürmlein! Ach, diese Gnade ist zu groß, ich schäme mich sehr. Ach, mein Jesus, was findest du denn in mir? Alles, was in mir gut ist, ist von dir, und was verkehrt ist und nichtsnutzig und sündhaft, das ist von mir. Ich bin zu arm, zu elend, zu sündhaft. O heilige Jungfrau, bedecke du mich doch, daß ich mich nicht zu sehr schämen muß, bedecke mich mit deiner Liebe, Demut, Sanftmut, Nächstenliebe, ersetze, was mir an Herzensreinheit abgeht.“ Ganz lebenswahr klingt ihr Bekenntnis am 18. März 1898: „Der Mensch ist immer schwach, auch wenn er noch so geheiligt ist; denn dieses ist ja der Prüfstein, woran so viele Menschen scheitern: an ihrem schwachen Willen.“ Wie zu Martha Chambon hört sie den Heiland auch zu ihr sprechen: „Es freut mich, meine Tochter, jedesmal, wenn du dich deiner Fehler anklagst, wenn du Umschau hältst in deinem Leben und in Reue und Zerknirschung zu mir zurückkehrst. Fürwahr ein armseliges Erdenstäubchen, ein Erdenwürmchen bist du und doch laß ich mich zu dir herab!“ Am 14. April 1899, als sie gerade in ihrer Heimat weilt, läßt sie den Herrn mit Bezug auf sich sprechen: „Von Zeit zu Zeit führe ich meine Dienerin wieder hierher nicht um sie euch vorzustellen als ein in der Vollkommenheit bewährtes Geschöpf, um euch zu zeigen, wie wenig ich verlange, um euch die Mutlosigkeit zu benehmen. Jeder Mensch hat Unvollkommenheiten und behält sie bis zum Tode; ganz rein ist nur das Leben der Engel.“

Als sie einmal heftige Versuchungen fühlt und darum nicht zur heiligen Kommunion gehen will, beruhigt sie der göttliche Meister: „Soll ich dir auch noch die Versuchungen wegnehmen? Nein, das tue ich nicht, denn dadurch unterscheiden sich die Menschen von den Engeln.“ Gar innig bittet sie um Milde und Nachsicht ob ihrer Mängel: „Mein Herz hat zu dir gesprochen, mein Angesicht hat dich gesucht; ja, Herr, dein Antlitz will ich suchen, mein Herz ist entbrannt in mir, in meiner Betrachtung ist ein Feuer aufgegangen. O mein süßester, geliebtester, o mein allersüßester Jesus! Du Bräutigam meiner Seele, verzeihe mir, daß ich die letzte Zeit so lau, so nachlässig war in deinem Dienste und mir so wenig Mühe gab im Leben, so kalt und so gleichgültig war gegen dich, o mein Jesus! O meine Mutter, vereinige dich mit mir, ihm Ersatz und Sühne zu leisten für all meine Nachlässigkeiten in seinem Dienst. Und ihr meine lieben Patrone, und du, mein heiliger Schutzengel, von Ehrfurcht, wenn ich an dich denke, zittert meine Seele, weil ich weiß, wie unwürdig ich bin, unter deinem Schutz zu stehen, und wie wenig du von mir vor Gottes Thron hinzutragen hast.“ Voll Rührung betet sie zur Muttergottes. „Erflehe mir Verzeihung aller Sünden meines ganzen Lebens, daß mein Leben so umgestaltet werde, daß ich alles mitfühlen und mitempfinden darf, was du gelitten; denn nur so werde ich Jesus gefallen, wenn ich mich bestrebe, in deine Fußstapfen einzutreten.“ „Ich weiß, daß ich eine arme Sünderin bin“, bekennt sie ein andermal, „aber ich weiß auch, daß du so unendlich gut bist.“ „O Jesus, du kommst zu mir, die doch nichts ist als Staub und Asche, nichts als Sünde und Verderbnis.“ „O Herr, ich war eine große Sünderin und bin es jetzt noch, kannst du denn alle meine Sünden vergessen?“ „O Jesus, ich begreife wohl, daß ich mich betrachten soll, denn ich stecke noch in so vielen Sünden und Fehlern, ich hänge noch so an Fleisch und Blut, o reiß mich los, o Herr! Nimm mich mir und gib mich dir!“ „Wie stecke ich noch so voller Fehler, wie bin ich noch so wenig abgetötet!“ „O mein Jesus, Geliebter meines Herzens, ich armseliges Geschöpf, ich Unwürdige, werfe mich im Geiste vor dir nieder und bete dich an. Sieh nicht auf meine Unwürdigkeit, auf meine vielen Sünden und Armseligkeiten.“ „O mein Jesus, all die Fehler, die in meiner Jugend mit mir aufgewachsen, sie sind noch in mir, nach so vielen Gnaden, die ich tagtäglich empfange.“ Barbara empfiehlt sich treuherzig dem Fürbittgebet ihrer Mitmenschen, wenn sie im Jahre 1896 die Bitte ausspricht: „Wer es liest, den bitte ich um sein Gebet und Kraft für mich Arme.“

Mit der Besserung ihres Lebens nimmt sie es ernst und gewissenhaft. „Als ich mich entschlossen nach Mainz zu gehen, wußte ich nicht, welchen Weg ich zu gehen hätte, ich wußte nur, daß es mir ernst war mit der Besserung meines Lebens.“ Diesen Vorsatz hat sie nie vergessen. „Mein Herr“, betet sie einmal, laß es nicht zu, daß eine Seele getäuscht werden kann, die sich mit aller Entschiedenheit zu bessern sucht und sich Mühe gibt ihre Jugendsünden abzubüßen.“ Selbstheiligung ist ihr Ziel und ihr Verlangen.

Diesem Ziele sollen auch die Gnaden dienen, die sie von Gott empfängt. Zwar weiß sie nur zu gut, daß die außerordentlichen Hulderweise, deren sie sich gewürdigt glaubt, der ganzen Menschheit zugute kommen sollen, aber sie will durch diese Gnaden auch selbst geheiligt werden. „Ich habe dir versprochen“, hört sie den Meister, „mich mehr mit deiner Vervollkommnung zu beschäftigen.“ „Fahre fort“, betet sie am 2. Juli 1898, „o mein Jesus, damit ich von Tag zu Tag mein Herz immer mehr reinige und mich bessere, reiß mein Herz los von aller Anhänglichkeit an die Geschöpfe.“ Die völlige Unterordnung unter den Willen Gottes will sie mit allen Fasern ihres Herzens erreichen: „O Jesus, nimm hin meine Seele mit ihren Kräften, mein Herz mit allen seinen Neigungen, meinen Leib mit seinen fünf Sinnen; ich will nichts mehr als dir gefallen; o mein Jesus, laß mich doch von Tag zu Tag mir mehr immer absterben. In den Versuchungen Zweifeln und Ängsten führe mich immer siegreich zum Ziele, daß ich nicht erliege.“ „Ich gebe mir alle Mühe, nur allein meinem Jesus zu gefallen!“ „Nimm hin, o Herr, meinen schwachen Willen, der mich manches mal recht abwärts zieht, verbessere ihn, indem ich ihn deinem göttlichen Willen unterwerfe.“ Das ist es auch, was der Herr verlangt: „damit dein Herz ganz auf mich gerichtet bleibe.“

Barbara beläßt es in ihrem ehrlichen Streben nicht bei Worten, sie klammert sich vielmehr ängstlich an die Hilfsmittel der Kirche. Daher ihr unablässiges Bemühen, ihr Herz im Sakramente der Buße reinigen zu dürfen. Schon in Schippach treffen wir die Jungfrau oft am Beichtstuhle, öfter als es den Priestern ihrer Heimatgemeinde lieb ist; sie steht schon am frühen Morgen, als die Türe des Gotteshauses kaum geöffnet ist, am Beichtstuhle, sie wandert stundenweit in die Pfarrkirche oder eine Klosterkirche, um ihre Seele im heiligen Bußsakramente reinigen zu können. Beim Eintritt in den neuen Stand der Jungfräulichkeit legt sie eine gründliche Generalbeichte ab; in Mainz erscheint sie alle drei Wochen, dann alle vierzehn Tage, später jede Woche vor ihrem Beichtvater, auch jetzt von Zeit zu Zeit eine Generalbeichte ablegend. Aufrichtig bereut sie ihre Sünden: „O mein Jesus, wir wollen dir Ersatz und Sühne leisten, so viel wir können, aber du weißt selbst, wie armselig wir sind, wie wenig wir zu tun imstande sind!“ Die Tränen der Reue über ihre Sünden sollen zu Edelsteinen werden in der Ewigkeit.

Gott lieben und in dieser Liebe wachsen: darauf richtete sich zeitlebens das Streben der frommen Schippacher Jungfrau. Erinnern wir uns an den inneren Kampf, den sie in den Jahren der Entscheidung von 1869 bis 1871 zwischen übernatürlicher und natürlicher Liebe zu führen hat! Dort „kam kein anderer Gedanke mehr auf als: arbeite dich aus der Welt heraus, mach dein Herz frei, dein Herz ist unruhig, bis es in Gott ruht.“ Vom Bräutigam und den eigenen Verwandten gedrängt, denkt sie nur immer: „Nein, ich kann nicht heiraten, ich will nur Gott dienen.“ „Die Liebe Gottes war so stark in mir, daß ich glaubte, ich könne alle menschlichen Bande zerreißen.“ Ergreifend klingt ihr Ruf zu Gott: „O nimm mich mir und gib mich dir! Nichts mehr für mich, alles für dich, jeder Tropfen Blut, jede Bewegung meiner Glieder, jeder Atemzug: alles für dich zur Genugtuung für meine Sünden und die der ganzen Welt! O, daß doch alle Menschen erkännten, wie gut du bist.“ Sie hört die gebietende Stimme von oben: „Du sollst wachsen im Glauben, in der Hoffnung, in der Liebe, Demut, Selbstverleugnung, Geduld, Herzensreinheit und in allen Tugenden, die dir noch fehlen.“ „Nur um eines bitte ich dich, o Herr, laß mir doch ein Plätzchen, wo ich mich verbergen kann. Ich will nichts als dich und nur dich allein.“ „O Gott, du weißt, wie ungelehrt und wie unvollkommen ich bin. Nimm dafür mein armes Herz und meinen guten Willen hin. O Gott, hätte ich doch das Herz deiner jungfräulichen Mutter! Könnte ich dich doch lieben, wie dein Liebesjünger Johannes und die Büßerin Magdalena! Könnte ich, wie sie, auf einen Berg mich flüchten, um nur dich allein lieben zu können!“ „O mein Jesus, laß mich nicht fallen, wie du den Apostel fallen ließest. O mein Jesus, ich habe ein Beispiel an deinem Apostel; darum fürchte ich mich zu sagen: ja Herr, ich liebe dich. Du siehst ja mein Herz, vielleicht willst du mich warnen vor einem tiefen Fall. Mein Jesus, nein, ich will dich nicht mehr beleidigen, ich will aber auch nicht mehr wanken.“ „Du Bräutigam meiner Seele, nimm hin meine Seele mit all ihren Kräften, meinen Leib mit seinen Sinnen, mein Herz mit all seinen Neigungen. Nichts mehr als dich, o Herr!“ „O reiß mich los! Gib mir doch ein freies Herz, das sich um nichts mehr kümmert, als um deine Interessen. O wenn ich einmal frei sein werde, dann werde ich deine Gnade höher schätzen.“ „Wie unendlich schön! Wie freue ich mich! Ich sage dir Dank im Namen aller Menschen, die dich lieben, die dir dienen, die nach dir verlangen, auch für jene, die dich nicht kennen und nicht lieben, die dich hassen und leugnen. O daß mein Herz sich erweitern könnte, so groß wie die ganze Welt, o daß ich es in so viele Splitter verteilen könnte als es Menschen gibt, die dich nicht lieben!“ ,Hätte ich doch ein Herz so groß und weit wie die ganze Welt, daß ich es in so viele Stücke teilen könnte als es Menschen gibt, die dich nicht lieben!“ „Komme doch in mein Herz, wie ich ruhen durfte, bevor du mir die Leiden gabst, in der heiligen Kommunion, wo du an meinem Herzen ruhtest oder vielmehr ich an deinem!“ „O ewige Liebe, o ewig alte und ewig neue Schönheit! Maria, du Himmelskönigin, du unbefleckt Empfangene, komme, lobe und preise statt meiner den Herrn, komme und stelle dich neben mich her! Zu arm und zu klein ist dieses mein Herz, um die Liebe zu fassen, die es erfüllt. O Cherub, du hoher Himmelsfürst, du Seraph, o kommt ihr alle, meine lieben Patrone, die mir der Herr gegeben, vereinigt euch mit mir; denn zu arm ist die Sprache, die ich rede, ihn zu lieben, ihm zu beweisen, daß ich ihn zu lieben verlange; zu armselig mein Herz, um ihm zu danken!“ Immer wieder begegnet uns im Leben der Jungfrau ihre heiße Liebe zu den Seelen, die durch Christi Blut erlöst, aber in Gefahr geraten sind, trotzdem ihr ewiges Heil zu verlieren. Seelen retten, Gott Seelen zuführen: das ist ihr unablässiges Bemühen. Schon als Mädchen im stillen Dörflein sammelt sie die Altersgenossinnen um sich und wandert an den Sonntagen nach der Vesper mit ihnen auf den Friedhof oder zu den Bildstöcken in der Flur; sie predigt unerschrocken allen Ständen, mit denen sie in Berührung kommt: den Männern und den Jünglingen, den Frauen und den Jungfrauen. Sie hält in Mainz den vergnügungssüchtigen Dienstboten einen Spiegel vor die Seele und weckt in ihnen heiligen Ernst und den Willen zu frommer Lebensführung. „Einige unserer Dienstmädchen“, schreibt Maria Weigand, „kamen als junge, tanzlustige Mädchen in unser Haus und waren nach vier Wochen vollständig überzeugt, daß das einzige Glück die Rettung, der unsterblichen Seele ist.“ Sie warnt die Wirtshausgäste und führt manchen von ihnen zu religiösem Ernste zurück. „In der Fastenzeit“, so berichtet Maria Weigand, „redeten wir dem einen und dem anderen zu, abends in die Fastenpredigt zu gehen. Wir hatten dann manches mal die Freude, daß eine ganze Tischgesellschaft in die Predigt ging. Wir hatten ein tiefes Mitleid mit den armen Menschen, die ihr ewiges Ziel nicht kannten, und haben viel für sie gebetet. Sehr oft beteten wir mit ausgespannten Armen die Fünf Wunden für die Bekehrung der Sünder.“

Barbara fordert auf zu bewußter brüderlicher Zurechtweisung und läßt es selber daran nicht fehlen. „Keines von euch darf dem anderen seine Fehler verschweigen, beschönigen und verhehlen. Ihr müßt einander zurechtweisen in brüderlicher Weise.“ „Wo ihr hingeht, wo ihr euch bewegt, sollen eure Mitmenschen sehen, daß ein anderer Geist in euch lebt; für jeden, der sich euch naht, sollt ihr ein warmes, gefühlvolles Herz haben und soviel in euren Kräften steht, sollt ihr die Menschen erquicken durch eure Güte, damit sie sehen, wie gut derjenige ist, der euch belebt.“ „Meine Kinder, tut leibliche und geistliche Werke der Barmherzigkeit!“ Sie selber gibt darin das beste Beispiel: sie mahnt, sie betet, sie sühnt, sie leidet für andere. Wie rührend mutet ihre Sorge an für die Kranken, die Sterbenden! Unzähligemale betet sie für jene, die sich ihrem Gebete anempfehlen – und das sind viele. Priester und Laien, Kinder und Bischöfe erbitten ihr Gebet. Sie kennt keine Abneigung, keinen Haß, auch nicht gegen jene, die sie um ihren guten Namen in der Öffentlichkeit gebracht haben. Mit Liebe und Rührung spricht sie von ihren Beichtvätern. Keinen hat sie im Beichtstuhle gemieden. „Es gibt in meinem Herzen keinen Haß, keine Feindschaft; auch für jene gerade, die mir Böses getan, bitte ich dich, führe sie alle ein gib sie mir, o Herr.“ Sie erweist ihren Gegnern greifbare Werke der Barmherzigkeit.

Barbaras Gottvertrauen ist einfach grenzenlos. Als die Zeitungen Tonnen des Spottes über sie ausgossen, wurde dieses Gottvertrauen auf die schwerste Probe gestellt. Barbara hat diese Probe glänzend bestanden. Sie schwieg – und betete. Ein Priester, der sie damals aufsuchte und ihre traurige Lage mit ihr besprach, berichtete dem Verfasser also: „Das alles faßte sie von dem erhabenen Standpunkte einer innerlichen Vereinigung mit Gottes Willen auf. Kein Wort des Hasses oder auch nur ein abfälliges Urteil gegen diejenigen, von denen sie so viele ungerechte Verfolgung zu leiden hatte, kam über ihre Lippen.“ Verfasser war selbst unmittelbar nach jenen schweren Zeiten ihr Seelsorger und Beichtvater und sprach viel mit ihr über jene Prüfungen; aber sie betrachtete alles im Lichte des Glaubens und äußerte sich niemals abfällig über ihre Gegner, wenn sie auch nicht unterließ, auf die Verantwortung jener Männer hinzuweisen.

Diese ihre Ergebung in Gottes Willen und die Zuversicht in den endlichen Sieg ihrer Werke blieb bis zu ihrem Tode ungebrochen. Zwar litt sie unter den harten Prüfungen und dem traurigen Schicksal des Kirchenbaues unendlich schwer, aber sie legte alles vertrauensvoll und in Hingabe in Gottes Hand. „Wir wollen auf die Hilfe Gottes rechnen“, schreibt sie am 20. Dezember 1913, „der allein alles zum guten Abschluß führen kann. Gelingt dies schöne Werk (sie meint die Erbauung der Kirche), dann wird Gott verherrlicht und viel Segen ausgehen über die ganze Umgebung“. „Mit Gott habe ich begonnen, mit Gott hoffe ich auch zu vollenden. Das Gelingen meines Werkes ist des Herrn Sache und so bleibe ich zufrieden, wenn scheinbar auch alles mißlingen sollte.“ Als sich dann im Jahre 1914 die ersten Schwierigkeiten seitens der staatlichen Behörden erhoben, als im August die drei bauleitenden Herren in französische Gefangenschaft gerieten, als im Jahre 1916 die Einstellung des Baues verfügt wurde: verlor sie Mut und Hoffnung, keinen Augenblick. Niemals hat sie die Hoffnung daß Gott ihr Werk zum Siege führen werde, aufgegeben. „Wenn ichs nit mehr erlewe, dann schau ich von drowwe zu; denn mei Kerch werd doch noch fertig.“ Das ist dieselbe Zuversicht und Gelassenheit, die sie auch bezüglich ihrer Gesichte auszeichnet: „Sieh, Herr“, so betet sie einmal, „ich bin ganz auf mich angewiesen; ich habe zwar einen guten Beichtvater; in dem Kreise, wo ich mich bewege, kann ich nichts mehr wirken, es wird nicht angenommen; daher lege ich alles in deine Hand; mache du damit, was du willst. Ich übergebe dir meine ganze Person; so will ich alles aushalten, leiden und dulden, wenn ich nur eine einzige Seele mehr rette.“

Dem ganz auf das Innerliche und Göttliche gerichteten Wesen der Jungfrau Barbara entsprach auch die Anspruchslosigkeit und Bescheidenheit, die ihr Leben von der Jugend bis ins höchste Greisenalter auszeichnete. Dies kam schon in ihrer Kleidung zum Ausdruck. Wenn sie auch nach Übersiedlung in die Stadt ihre einfache bäuerliche Gewandung allmählich mit einer besseren vertauschte, so kehrte sie jedoch, sobald sie wieder für längere Zeit ihren Aufenthalt in der Heimat nahm, auch wieder zur ländlichen Kleidung zurück. Lichtbildaufnahmen, in denen sie zuweilen überrascht wurde, zeigen sie in der Arbeitskleidung der Bäuerinnen ihres Dorfes. Ihr Wohnzimmer in Schippach, zuerst im Hause ihres Bruders Heinrich, später im Stegmannschen Anwesen gegenüber der Kirche, war klein und unansehnlich, aber peinlich sauber gehalten. Ein großes Kruzifix, einige Heiligenbilder und ein Regal mit frommen Büchern zierten die Wände der niedrigen Stube, durch deren Fenster der Blick auf das Dorfkirchlein fiel und das Ewige Licht vom Tabernakel her die Nachbarschaft ihres göttlichen Meisters verkündigte.

Barbaras Uneigennützigkeit war vorbildlich. Ihrem Bruder Valentin, der in den ersten Jahren seines Mainzer Aufenthaltes einen harten Existenzkampf zu führen hatte, bot sie bei ihrer Übersiedlung dorthin im Jahre 1885 ihre Dienste unentgeltlich an; als sie aber in der späteren Zeit des Aufblühens des Wirtschaftsbetriebes von ihrer Schwägerin gelegentliche Entlohnung erhielt, schickte sie ihre Ersparnisse nach Schippach zur Erweiterung der dortigen Kapelle und zum Ankauf eines Hauses für den Seelsorger ihrer Heimat. Wie leicht wäre es ihr gewesen sich zu bereichern, wo Hunderttausende von alten deutschen Friedensgoldmark durch ihre Hände gingen! Ihre steinreichen Anhänger in Mainz, Köln, Aachen, Freiburg und sonst wo haben ihr jederzeit unbegrenztes Vertrauen geschenkt, haben ihr Hunderttausende von Mark für Pfarrei und Kirche ausgehändigt: aber keiner wurde von Barbara enttäuscht. Nicht ein Pfennig ist an ihren Fingern hängen geblieben. Da gab es keinen Aufwand, keine üppige Mahlzeit. Arm wie sie in der Jugend war, lebte sie auch als Greisin im ärmlichen Stübchen; sie kaufte sich auch mit den zum persönlichen Gebrauch geschenkten Beträgen kein Weißbrot und keinen Pelz um die alten Schultern, sondern ließ damit den Altar ihres Heimatkirchleins erneuern oder schickte das Geld an ihren Bischof für seine Seminarien und Exerzitienheime. Schon als Mädchen hatte sie sich den Bissen vom Munde abgespart, um andere unterstützen und ihr Kirchlein verschönern zu können.

Schon Benefiziat Alzheimer rühmte an dem Mädchen die Einfachheit, Bescheidenheit, Demut; P. Alphons O. Cap. in Mainz bekundete, das Mädchen sei so einfach und anspruchslos, mache gar nichts aus sich. Bischof Haffner rühmt ihr einfaches, ländlich-frommes Wesen. Ihr Pfarrer Dr. Velte von St. Ignaz bestätigt auf ausdrückliche Anfrage, er könne nur seine volle Zufriedenheit mit ihr aussprechen. Diesen Zug der Biederkeit und Bescheidenheit konnte jeder Besucher auch an ihren Verwandten feststellen, denen es niemals einfiel mit ihrer Tante zu prunken.

Das ist Barbara Weigand nach dem Urteil derer, die sie kannten. Sie, die sich Gott in allem weihte, und sich an Ihn anhing, machte es durch ihre Lebensführung und Ganzhingabe an Gott möglich, daß sich der göttliche Meister ihrer ganz bediente und sie einwies in seine göttlichen Pläne über den Gebetsdamm, den er mit den Menschen schließen und durch die er die abgefallene Menschheit wieder unter seine göttliche Ordnung bringen will.

Der Urgrund des Eucharistischen Liebesbundes: Beten, Sühnen, Leiden; Vergebung, Bitten und Lieben; Kreuztragen.

Über den außerordentlichen Gebetsgeist und Gebetseifer der frommen Jungfrau Barbara herrschte bei allen, die sie kannten, nur eine Stimme. „Die hat beten können, das muß man ihr lassen“, so äußerte sich ein alter Schippacher Mann, der an Alter nur um vier Jahre hinter Barbara stand und seine ganze Lebenszeit in Schippach verbrachte. Er wollte damit den Eindruck wiedergeben, den er von dem Mädchen gewonnen hatte. In Mainz bringt sie ganze Tage im Gebete zu, wenn ihr die Schwägerin in geschäftsruhigen Zeiten freigibt. An solchen Tagen kniet sie stundenlang vor dem Tabernakel oder sie wallt von einer Kreuzwegstation zur anderen. Ihre Beichtväter stimmen in dem Lobe überein: sie ist eine große und fromme Beterin. Als solche war sie in der Stadt bekannt. Bezeichnend hiefür ist eine Bemerkung von Luise Hannappel in ihrem selbstgeschriebenen Lebenslauf an das Ordinariat Würzburg, wo sie von ihrem Bekanntwerden mit Barbara erzählt. Nach dem Tode ihrer Mutter habe sie deren Seele in das Gebet recht vieler frommer Personen empfehlen wollen. Da habe ihr eines Tages ihr Dienstmädchen gesagt: „Ich weiß noch eine gute Beterin, das ist die frömmste in der ganzen Stadt.“ Diese Beterin war Barbara Weigand. Sie blieb es bis zu ihrem Tode. Noch an ihrem Grabe rühmte ihr Pfarrer: „Wieviel hat sie in ihrem langen Leben gebetet und wie innig und andächtig vermochte sie zu beten! Wer Zeuge ihres Betens sein konnte, der war erbaut von ihrer Frömmigkeit. Das war eine urwüchsige, kernige Art zu beten, das war echte kindliche Frömmigkeit!“

Während  Barbara die Kartoffeln schälte, hatte sie den Rosenkranz am Arm hängen und betete so jeden Tag drei Rosenkränze mit Litanei in der Küche vor.

Über Barbaras Tagesordnung während der Fastenzeit findet sich einmal der Eintrag: „Während der heiligen Fastenzeit betet Babett den ganzen Morgen ununterbrochen von einhalb sechs bis zwölf Uhr, von zwölf bis vier Uhr hilft sie in der Hausarbeit und betet dann wieder von vier bis acht Uhr abends.“ Selbst mitten in der größten Arbeit betet sie, wie uns eine Augenzeugin berichtet, „Während Tante Babett die Kartoffeln schälte, hatte sie den Rosenkranz am Arm hängen und betete so jeden Tag drei Rosenkränze mit Litanei in der Küche vor.“ Verfasser dieser Schrift kann als ihr ehemaliger Pfarrer den Gebetsgeist der Greisin aus eigener Wahrnehmung bestätigen. Wenn ich früh das Gotteshaus in Schippach betrat, wanderte Barbara schon von einem Kreuzwegbild zum andern, und wenn ich abends noch einen kurzen Besuch im Schippacher Kirchlein machte, traf ich im Halbdunkel die Greisin vor dem Tabernakel knien und beten. Als sich im Jahre 1887 die Jungfrau, beunruhigt ob der inneren Stimme, um Rat und Auskunft an ihren Beichtvater P. Ambros O. Cap. wandte, schickte sie dieser zu einem Arzt, der jedoch keine Spur einer Krankheit an ihr finden konnte und ihr deshalb nur das Rezept verordnete: nicht soviel in die Kirche laufen und nicht so viel beten. Barbara empfand das Beten allezeit nicht so sehr als die Erfüllung einer Pflicht, als vielmehr als süßes Glück, weil „beten heißt: dem innersten Zug des Herzens folgen und der Quelle aller Güter sich nahen“. Im Beten fand sie Glück und Frieden.

Barbara wird nicht müde, in eifrigem Lobgebet Gott und seine Güte zu preisen.

„Wie gut, wie gut ist Gott!“ Dieser Ausruf entringt sich immer wieder ihrem frommen Herzen. „O, so kommt denn mit mir, ihr meine Freundinnen, ihr alle, die ihr den Herrn Jesus lebt, kommt und seht, wie süß er ist, kommt und seht, wie schön er ist, kommt und lobet und preiset ihn mit mir! O, wie unendlich schön! O Herr, gib mir Worte, um dich zu loben, ein Herz so groß und weit wie die ganze Welt, verteile es sovielmal als es Menschenherzen gibt, damit ich für alle Menschen dich lieben, loben und preisen könne! Ihr Menschen, warum liebt ihr nicht, warum jagt ihr so eitlen, vergänglichen Dingen nach, die euch nichts nützen können! 0, schließt euch an mit mir an dieses heiligste Herz, o wie ruht sich`s  hier so gut!“

Die Geheimnisse des Kirchenjahres lebte sie mit einer Auffassungsgabe und einem Verständnis mit, das selbst ihren größten literarischen Gegner in Erstaunen versetzte und zu dem Eingeständnis zwang: „Man möchte ja Barbara Weigand um die Gabe beneiden, wie sie die Gedanken des Kirchenjahres oft in kühnster und überraschendster Weise in die betrachtende Form von Zwiegesprächen mit Jesus, Maria und den Heiligen zu kleiden und auf alle möglichen Lebensverhältnisse anzuwenden versteht!“ Einem solchen Lobe aus dem Munde ihres Gegners braucht nichts hinzugefügt zu werden.

Betrachtung des Leidens Christi.

Mit Vorliebe verwellte Barbara in der Betrachtung des Leidens Christi. Schon als Mädchen in Schippach drängt sie zur Beschaffung von Kreuzwegbildern in ihrem Heimatkirchlein, wie ihr noch im Jahre 1898 bestätigt wird: „Sieh, wie du einmal den Wunsch äußertest bei deinem Beichtvater, du hättest gern den Kreuzweg eingeführt in deiner Dorfkirche, wie ich so bald deinen Wünschen entgegenkam, weil ich wußte, daß niemand den Kreuzweg eifriger betete als du.“ An ihrer Andacht erbauten sich Priester und Laien. Als P. Alphons O. Cap., damals Provinzial der rheinischen Ordensprovinz, im Jahre 1895 von Luise Hannappel um sein Urteil über Barbara gebeten wurde, antwortete ihr der Pater: „Ich beobachte diese Person schon seit acht Jahren und ich habe noch niemals jemand so andächtig den Kreuzweg beten sehen wie diese da.“ Dasselbe bestätigt sein Nachfolger P. Bonifaz, als ihn P. Felix Lieber am 28. Februar 1910 um Aufschluß bat: „Auf mein Befragen“, so berichtete P. Felix, „über das persönliche Betragen Barbaras bemerkte er, daß er sich stets nur an ihr erbauen konnte, namentlich wenn er vom Beichtstuhl aus sah, wie Barbara in ihrer Klosterkirche zu Mainz so andächtig den Kreuzweg ging, ohne sich durch die vielen Leute, die vor den Beichtstühlen standen, auch nur im geringsten stören zu lassen.“ Pfarrer Weihmann von Schifferstadt rühmt in seiner Eingabe vom 1. Mai 1943 an den Heiligen Stuhl ebenfalls diese Andacht der Jungfrau: „Bei einem Kreuzweg, den sie laut und frei aus dem Herzen vorbetete, war ich von ihrer zarten Christusmystik ganz ergriffen.“ Vor einer Kreuzwegstation versinkt Barbara erstmals in ekstatische Verzückung.

Kreuzweg, Tabernakel und Kommunionbank bilden die Lieblingsgebetsstätten der Jungfrau.

Vor dem Altare bringt sie ganze Tage im Gebete zu, besonders zur Zeit des Ewigen und Vierzigstündigen Gebetes. An Fronleichnam ist sie der Welt entrückt und empfängt hohe Gnaden. Ihre Anmutungen vor und nach der heiligen Kommunion sind lieblich und wonnetrunken; in trauter Zwiesprache schüttet sie vor ihrem Herrn und Meister Herz und Seele aus. Die Sehnsucht nach dem eucharistischen Heiland spornt sie zu größten Opfern und heroischem Mute an, wie ihre nächtlichen Wanderungen von Schippach nach Aschaffenburg und ihre Übersiedlung nach Mainz beweisen.

Dem Heiligsten Herzen Jesu ist sie in inniger Liebe zugetan. In einer Novene zum Heiligsten Herzen im Juni 1871 findet sie Erleuchtung und Klarheit über ihren künftigen Beruf. Schon als Mädchen in Schippach kauft sie ein Bild des Heiligsten Herzens für ihr Kirchlein, muß aber dafür öffentliche Rüge durch ihren Pfarrer hinnehmen. Innig fleht sie zum heiligen Johannes, der als erster am Jesusherzen ruhen durfte: „Lieber heiliger Johannes, ich grüße dich durch das allersüßeste Herz Jesu Christi und bitte dich, da du der erste warst, der an diesem Herzen ruhen durfte, nimm doch alle meine Armseligkeit, mit der ich belastet bin, und opfere sie in Vereinigung mit den Verdiensten, mit deiner Liebe, mit der Reinheit deines Herzens und Leibes, mit dem süßen Gottvertrauen, mit dem du dich deinem Herrn ganz ergeben, und opfere alle meine Armseligkeiten, meine Wenigkeit dem Herrn auf und bitte ihn, er möge mich doch so, wie er dich an diesem Herzen ruhen ließ beim letzten Abendmahl, recht ausruhen lassen, mich diese Pulsschläge fühlen lassen, damit ich ganz und gar mir selbst absterbe und nur ihm allein lebe. Lieber heiliger Johannes, da ich doch mitten in der Welt stehe und manche Zeit so schwere Bürde zu tragen habe, daß es unmöglich ist, nicht befleckt zu werden, so sei doch mein Trost und meine Stütze und führe mich recht oft herbei zu diesem Herzen!“ Schmerzlich empfindet sie das Eifern mancher Priester gegen den „Sendboten des heiligsten Herzens“ und gegen die Einführung der Heiligen Stunde. Dem Heiligsten Herzen weiht sie den Gebetsbund, den sie mit ihren Getreuen schließt, den „Eucharistischen Liebesbund vom Heiligsten Herzen Jesu.“

Maria verehrt sie wie ein Kind seine Mutter.

Sie versäumt keine Marienandacht. Im Stübchen zu Schippach betet sie gemeinsam mit den Geschwistern vor ihrem Maialtärchen. In Mainz versinkt sie vor dem Muttergottesbild in ihrer Kammer in heilige Ekstase – des Sinnes für die Zeit beraubt. Sie pilgert wiederholt zu den Gnadenstätten Mariens: nach Röllbach, auf den Engelsberg, nach Dieburg, nach Marienborn, nach Gonsenheim, nach Altötting, nach Bornhofen, nach Gutenbrunnen, nach Lourdes.

Mit den Heiligen hält sie traute Zwiesprache; in deren Prüfungen findet sie Trost für das eigene Erleben; ihrer Fürbitte vertraut sie Sorge und Leid, dem heiligen Josef hält sie neun Mittwoche. Wie rührend kann sie mit dem Schutzheiligen ihrer Heimatkirche, dem heiligen Antonius von Padua, reden! Er muß ihr helfen, wenn immer es sie niederdrückt. Wir glauben es ihr gerne, wenn sie ob ihrer Bemühungen um den Kirchenbau in Schippach einmal schreibt: „Viel habe ich in dieser Meinung zum lieben heiligen Antonius gebetet.“ Die Unschuld der Jugend empfiehlt sie dem heiligen Aloisius und dem jungfräulichen heiligen Josef.

Ihr Schutzengel ist ihr treuer Freund und Begleiter.

Ganz verwundert hört sie, daß ihr zum Lohn für ihre Treue gegen das heiligste Sakrament ein Schutzengel höherer Ordnung gegeben wurde, Zu ihm betet sie mit Inbrunst und Vertrauen. Am fünften Freitag im März 1900 erfolgt das folgende in ihrem Kreise:

„Jetzt, lieber heiliger Schutzengel, nimmt mein armseliges Gebet und Tagewerk und trage es in die Hände der lieben Muttergottes. Und dich, o liebe Mutter, bitte ich, du wollest alles ersetzen, was mangelt, und es eintauchen in das kostbare Blut Jesu Christi und es reinigen, vervollkommnen und vollwertig machen aus dem Wert der hochheiligen fünf Wunden und deiner Verdienste und Tugenden und es vereinigen mit dem Gebet und den Werken aller Heiligen des Himmels und aller Frommen und Gerechten auf Erden und so dem himmlischen Vater aufopfern für die Anliegen der heiligen Kirche, besonders des Heiligen Vaters, für die Bekehrung der Sünder, besonders derer, die heute sterben, zum Trost der Armen Seelen, für meine Anliegen und das Wohl aller meiner lieben Angehörigen.“

In ähnlicher Fassung erhielt es auch die kirchliche Druckerlaubnis und trat in Hunderttausenden von Exemplaren seinen Siegeszug durch das katholische Europa, ja sogar über den Ozean an, in zahlreiche fremde Sprachen übersetzt und von Bischöfen gebetet, empfohlen und mit Ablässen ausgezeichnet.

Barbaras Herz ist weltenweit.

Es umfasst alle, liebt alle und schließt alle in seine Fürbitte ein. Sie betet im Rosenkranzmonat „für all die großen Anliegen der heiligen katholischen Kirche“, „für diejenigen, die abgefallen sind von ihrem Glauben“; sie betet „für diejenigen, die das Licht des Glaubens noch nicht besitzen, für die Heiden, die Ungläubigen, auch für die Lauen und Kalten“. Bischöfen und Priestern gilt ihr besonderes Gebet. Ihrem frommen Gebete empfehlen sich Ungezählte aus nah und fern in den Bedrängnissen des Lebens und Berufes: Gesunde und Kranke, Geistliche und Laien, Bischöfe und Priester. Alle erwarten sie Hilfe von oben, auf die Fürbitte der großen Beterin. Bischof Ferdinand von Schlör von Würzburg weiß die Macht ihres Fürbittgebetes ebenso zu schätzen wie Bischof Hugo von Mainz, der „seine liebe Tochter Barbara“ mit freundlich gehaltenen Briefen auszeichnet und sie um ihr frommes Gebet in seinen bischöflichen Sorgen anruft. Sie betet für die Männer, die Frauen, die Arbeiter, die Jünglinge, die Jungfrauen. „Mein Jesus, ich empfehle dir die Männer, gehe doch ein und bleibe in ihnen. All ihre Verdienste, ihr Bitten und Beten, all die Arbeiten und Mühen dieser Männer und all die Sorgen dieser Familien in Vereinigung mit all der Sorge, die du hattest um das Heil der unsterblichen Seelen , damit sie würdig zur heiligen Kommunion gehen.“ „Ich empfehle dir alle Frauen der Stadt Mainz, die morgen ihre Osterkommunion halten; o laß nicht zu, daß eine unwürdig hinzutritt!“ Ich empfehle dir all die frommen Seelen, die Jungfrauen auf der ganzen Welt, in denen noch ein reines Herz schlägt; bewahre sie in Deiner Liebe und in der Unschuld, gib dich ihnen zu erkennen; gib mir eine Sprache, die durch die ganze Welt dringen könnte, die man hört von Ost bis West, von Süd bis Nord, daß du von allen geliebt werdest auf Erden. Ihr Jungfrauen, ihr Jünglinge, kommt alle, vereinigt euch mit mir, harret aus!“ „Mein Jesus, ich bitte dich für alle Jungfrauen dieser Stadt, daß sie heute und morgen noch recht gute Beichten ablegen.“ „Mein Jesus, ich empfehle dir auch die Kinder, die dich dieses Jahr zum ersten Mal empfangen.“

Sie betet für alle Bedrängten.

Mein Jesus, sieh, es wenden sich so viele Menschen mit allerlei Bitten an mich, sie sind so bedrängt und haben so viele Anliegen. Ich bitte dich, lindere doch den Armen, den Gläubigen, die großen Leiden, womit ihr Herz bedrängt ist. Erbarme dich, ich bitt Dich, für die Allerbedrängtesten, die so wenig zeitliche Güter besitzen, daß sie ihr Brot mit der Hände Arbeit verdienen müssen.“ „Ich empfehle dir alle christlichen Familien, besonders die arme Frau, die mir heute abend so geklagt hat. Ich empfehle dir meine Schwester in Augsburg und die ganze Genossenschaft.“ „Ich bitte dich für die heilige Kirche. Gib mir eifrige Priester, tausend heilige Priester.“ Ganz innig betet sie für die Kranken. Vom letzten Antonius-Dienstag im Dezember 1907 findet sich der Eintrag: „Von sechs Uhr heute früh bis neun Uhr lag ich auf den Knien und rang mit dem Herrn, er möge doch auf die Fürbitte seines treuen Dieners dem N. die Gesundheit verleihen.“ „Ich empfehle dir auch alle, die in Gefahr sind eine Todsünde zu begehen, daß du sie davor bewahren mögest.“

Ich empfehle dir auch alle, die in Gefahr sind eines schnellen Todes zu sterben.

Mögest du doch dein Herz öffnen und alle darin verbergen! Durch deine Todesangst erbarme die der Sterbenden! Ich empfehle dir auch alle armen Seelen.“ „ich empfehle dir auch die neugeweihten Priester, für die ich dir meine Leiden aufopfere.“ „Liebe Mutter, erflehe uns von deinem lieben Sohn mehr Gnaden für die Sünder. Ich will nicht mehr bitten um Abwendung zeitlicher Übel; wenn es deinem Sohn so gefällt, will ich zufrieden sein, aber erwirke uns mehr Gnaden für die Sünder.

Weil Satan so eifert, so wollen auch wir mehr eifern, unsere Gebete verdoppeln und unsere Leiden inniger vereinigen mit den Leiden Christi, und alles für die Sünder aufopfern. Erflehe uns doch, liebe Mutter, für alle Menschen die Gnade, daß, wer auch nur einmal in diesem Monat dem Rosenkranz beiwohnt, die Gnade der Bekehrung erlange!“ „Barmherzigkeit, mein Jesus, so vielmal als Wassertropfen im Meere, Barmherzigkeit, mein Jesus! So viel Gräslein in den Wiesen, so viel Blätter an den Bäumen, so viel Sandkörner am Meere, so viel Stäubchen in der Luft, so viel Fischlein im Meere, so viel Schritte je ein Mensch getan, so viel Silben je ein Mensch gesprochen, so viel … in Vereinigung mit allen lieben Engeln und Heiligen: Barmherzigkeit für die Sünder!“ „Liebe schmerzhafte Mutter, lege du dein Fürwort ein für all die Sünder, die deinen lieben Sohn nicht mehr empfangen in der heiligen Kommunion.“ In einem Briefe ihrer Nichte wird dieses Gebet für die Sünder ausdrücklich erwähnt: „Sehr oft beteten wir mit ausgespannten Armen die fünf Wunden für die Bekehrung der Sünder. So beteten wir einmal gemeinsam von früh vier Uhr bis sechs Uhr für einen Mörder, der zur selben Zeit hingerichtet wurde.“

Mit Inbrunst kann sie bitten für die Seelen im Fegfeuer.

„O mein Jesus, Barmherzigkeit für die Seelen! O Jesus! Durch deinen Tod und dein Blut erlöse diese armen Seelen aus der heißen Glut! O meine Mutter! Durch den heroischen Liebesakt bringe du deinem liebsten Sohn alles, was ich gelitten, in Vereinigung mit deinem lieben Sohn und bringe ihm alles, was alle Menschen in der ganzen Welt gelitten, alle heiligen Messen, alle Gebete und guten Werke, den ganzen Schatz der heiligen Kirche für diese Seelen.“

Ihr Blick verschließt sich nicht für äußere und weltliche Anliegen. Wie Papst Pius X. als Patriarch von Venedig um guten Ausgang politischer Wahlen hat beten lassen, so fordert Barbara auf zum Gebete anläßlich der Reichstagswahl 1898. Und vom 14. November 1896 lese ich eine Notiz, „Als am Samstag die Stichwahl stattfand, ging Babett von zwei Uhr in die Kirche, um den Rosenkranz für die Wähler zu beten.“ Das bestätigt auch ihre Nichte: „Ich erinnere mich auch an eine Reichstagswahl. Den ganzen Tag war abwechselnd eines von uns in der Kirche; stündlich lösten wir uns ab.“

Über all dem vergisst die Jungfrau keineswegs das Bittgebet für sich selber.

Sie weiß nur zu gut, wie wir früher sahen, wie sehr der Mensch der Hilfe von oben bedarf. Barbara fühlt sehr wohl die Notwendigkeit der helfenden Gnade Gottes und betet darum gar eindringlich um Erleuchtung, Erkenntnis, Wachstum in der Liebe, um Festigkeit und Ausdauer, um Demut und Herzensreinheit.

Mit ihrem frommen Fürbittgebet für die Sünder wußte Barbara in echt apostolischem Seeleneifer auch die Macht ihrer persönlichen Zusprache zu verbinden und hatte nicht selten das Glück, durch augenfällige Bekehrungen für das Werk ihrer geistlichen Barmherzigkeit belohnt zu werden. Auch Andersgläubigen erwirkte Babett durch Gebet, Sühne und gutes Beispiel die Gnade der Bekehrung.

Der alte Julius Bopp von Schippach hatte recht, wenn er emphatisch ausrief: „Die hat beten können!“

Am Herzen Gottes

Hätte uns das Leben der Schippacher Jungfrau sonst nichts zu bieten als das, was wir in den vorausgehenden Abschnitten über ihre Frömmigkeit, ihren Gebetsgeist, ihre Opferliebe, ihre Arbeitsamkeit, ihre Demut und Einfachheit vernommen haben, so würde es doch den Ruf eines heiligmäßigen Lebens mit Recht verdienen. Aber wir gewahren an ihr noch andere Dinge, die der Biograph nicht übergehen darf.

Als ihre Nichte Maria einst einen ausführlichen Bericht über das häusliche Leben ihrer Tante in Mainz niederschrieb, bemerkte sie zum Schlusse: „Dieser wahrheitsgetreuen Schilderung unseres Hauswesens in Mainz fehlt aber noch die Lösung des Rätsels: Wie kam es, daß Tante Babett einen solchen Einfluß ausüben konnte? Diese anziehende, überzeugende und hinreißende Einwirkung kam einzig nur von dem außergewöhnlichen Zustand her, in dem wir Tante so oft sahen und wobei wir sie reden hörten, was nicht ihre Gedanken und Worte sein konnten.“ Damit hat die Schreiberin jenes Gebiet berührt, auf welchem die Schippacher Jungfrau am lautesten in den Wirbel der Tagesmeinungen hineingerissen und ihr Frömmigkeitsideal, ja selbst ihr Charakterbild angegriffen wurde: das Gebiet ihrer mystischen Zustände. Wir wollen deshalb der Jungfrau auch auf diesen verschlungenen Pfaden ihres Lebens noch einiges entlocken und auf Grund der vorhandenen Berichte versuchen, ein möglichst wahrheitsgetreues Bild dieser außergewöhnlichen Zustände zu zeichnen.

Mit Gott vereinigt

Bekanntlich spalten sich in der Bestimmung des Ursprungs der mystischen Gottvereinigung die Gelehrten in zwei Lager; in jene, welche diese Vereinigung als ganz freies Geschenk der erbarmenden Liebe Gottes auffassen, das durch keine sittliche Anstrengung aus eigener Kraft des Menschen erworben werden kann, und in jene, welche meinen, gehäuftes aszetisches Streben führe notwendigerweise auch zur mystischen Begnadigung. Dabei bestreiten aber auch die Anhänger der ersteren Meinung nicht, daß aufrichtiges Tugendstreben doch auch der mystischen Begnadigung die Wege ebne. So beruft sich Poulain einmal auf ein Wort des heiligen Johannes vom Kreuz: „Diejenigen, welche auf dem geistigen Wege sich noch in der Betrachtung üben, gehören erst zur Klasse der Anfänger. Wenn es dem Herrn gefällt, sie herauszuführen, so geschieht es, um sie zum Wege des Fortschrittes zu führen, welcher der der Beschaulichen ist“. Also durch Betrachtung zur Beschauung! Noch deutlicher läßt er sich anderwärts vernehmen: „Kann man auch die mystische Vereinigung nicht herbeiführen, so folgt daraus doch keineswegs, daß man sich dazu nicht disponieren könne. Das geschieht durch ein tugendhaftes Leben sowie durch innere und äußere Sammlung“. Nach dem heiligen Ignatius aber ist es besonders die Liebe zu Leiden und zu Verdemütigungen, welche der mystischen Gnade die Wege ebne. Betrachtungsgeist, Tugendstreben, Kreuzesliebe: das also sind die Wege auf denen die Seele Gott einladet zu ihr zu kommen und Wohnung bei ihr zu nehmen.

Diese Erkenntnis tritt noch viel schärfer dort hervor, wo man die mystische Begnadigung überhaupt nur als eine natürliche Fortentwicklung des sittlichen Strebens bezeichnet. Hören wir Zahn, der dieser Auffassung sehr nahe steht: „Zuerst ist zu sagen, daß es dem göttlichen Gnadenwalten höchst angemessen erscheint, den treueren Jüngern der Innerlichkeit eine reichere Kunde zu geben von dem Zeugnis, welches der Geist unserm Geiste gibt, daß wir Kinder Gottes sind. Je reiner, ungetrübter, ununterbrochener, je inniger und williger das Kindesverhältnis zu Gott bewahrt und gepflegt wird, um so entsprechender ist es, daß Gott seinerseits in freigebiger Huld den Gebetsverkehr zwischen seinen Kindern und ihm erleichtert, erhebt, vertraulicher, gleichsam natürlicher gestaltet.“ „Es ist eine allgemeine Erfahrung“, meint der Karmelit Antonius a Spiritu Sancto, „daß sich Gott gegen die reineren, frömmeren, eifrigeren Seelen zuzeiten vertrauter und huldvoller zeigt als gegen die weniger eifrigen.“

Wo Sammlung, Selbstverleugnung, Demut sich kundgeben, da sind die Hindernisse entfernt, die der Beschauung im Wege stehen.

„Je mehr die Seele von Sünde und Leidenschaft geläutert und je mehr sie durch die innere und äußere Erfahrung im Tugendleben geschult ist, um so leichter wird es ihr werden, ohne mühsame und mannigfache Gedankenwege unter dem wachsenden Zuge der Gnade zu innigen Übungen der Liebe sich anzuregen. Dies aber heißt anfangen, das beschauliche Gebet zu üben.“ Wo Sammlung, Selbstverleugnung, Demut sich kundgeben, da sind die Hindernisse entfernt, die der Beschauung im Wege stehen. „Ein einfacher Wallgang der Seele den Stationen des Kreuzweges entlang oder auch ein einfacher Aufblick zum Gekreuzigten, ein beschauliches Beten des Rosenkranzes oder ein Blick zum Bild der Jungfrau-Mutter sie lassen das „Hier ist gut sein“, das die begnadigten jünger einst auf Tabor gesprochen, allerwärts neu erklingen.“ Jedenfalls hat Zahn von seinem Standpunkte aus völlig recht, wenn er in den sieben „Vorregeln der Tugend“ des Mystikers David von Augsburg die Vorstufen des mystischen Lebens erblickt. Diese Vorstufen aber heißen: freudige Pflichterfüllung, Behütung vor bösen Begierden, Mäßigung im zeitlichen Genuß, Friede nach innen und nach außen, gemessener Ernst in der Lebensstimmung, wahre Demut, Wandel in Gottes Gegenwart.

Wenn also wirklich Frömmigkeit, Tugendstreben, Liebe zu Gott und den Menschen, Aszese und Gebetsgeist als Vorstufen der Mystik gelten, dann müßte es geradezu auffallen, wenn die Schippacher Jungfrau der mystischen Begnadigung nicht teilhaftig geworden wäre. Diese Behauptung darf man schon von ihrer Vormainzer Zeit aufstellen, erst recht von ihrem Aufenthalt in der rheinischen Bischofsstadt.

Als Barbara Weigand im Jahre 1885 kurz vor Vollendung ihres vierzigsten Lebensjahres die Heimat verließ, um endgültig nach Mainz überzusiedeln, hatte ihr ethisch-aszetisches und besonders ihr Gebetsleben bereits jenen hohen Grad erreicht, daß sie als eine sittlich gefestigte Person gelten konnte. Sie hatte den Weg der Reinigung, der allem sittlichen Vorwärtsstreben vorangehen muß, zu einem guten Teil hinter sich, die Erkenntnis von dem Einen Notwendigen hatte sich tief in ihre Seele gegraben, ihre aszetischen Übungen legten deutlich genug Zeugnis ab von der Herrschaft des Geistes über den Leib und seine Sinne, ihr stilles Wirken im Dienste des Nächsten hatte bereits schöne Früchte gezeitigt, ihr Gebetsleben war in die Höhe und in die Tiefe gewachsen und überstieg weit das Durchschnittsmaß des Alltagschristen. Mag sich – wie es nur natürlich ist – ihr Tugendstreben noch mehr geläutert, gereinigt, gefestigt und vertieft haben, eines bleibt bestehen: Barbara hatte um jene Zeit eine hohe Stufe der Vollkommenheit erreicht und damit jene Voraussetzungen erfüllt, die wir oben als Vorstufen der mystischen Begnadigung kennengelernt haben. Es klingt also gewiß nicht als unwahrscheinlich, daß Gott sie auch mit diesem besonderen Erweise seiner Huld auszeichnete.

Wann wurde Barbara Weigand der mystischen Vereinigung mit Gott gewürdigt?

Zu welchem Zeitpunkte die Jungfrau von Schippach erstmals einer mystischen Begnadigung teilhaftig geworden ist, ist schwer zu entscheiden, da weder authentische Selbstzeugnisse noch Äußerungen ihrer Beichtväter hierüber vorliegen. Vielleicht könnte man schon in dem so nachhaltig gewordenen Vorgang in der Röllbacher Maria-Schnee-Kapelle am Maria-Himmelfahrtstage 1869 oder in den Erlebnissen auf der Volksmission in Mömlingen 1873 das mystische Wehen des Geistes Gottes erkennen, wenn ich auch jene Vorkommnisse lieber noch in die Zeit der gewöhnlichen Gebetsgnaden verweisen möchte, ungeachtet, daß dort bereits von übernatürlichen Schauungen die Rede ist; denn solche können sich nach Ausweis der Geschichte auch schon im Stadium des gewöhnlichen Gebetslebens einstellen. Mit größerer Sicherheit läßt sich jedoch das Auftauchen einer neuen Begnadigung vom Jahre 1880 an dartun, als Barbara fünfunddreißig Jahre zählte und sich bereits zehn Jahre völlig ihrem Herrn und Gott geweiht hatte.

Es war am Dreifaltigkeitssonntag jenes Jahres

auf einem ihrer stundenlangen Gänge nach Aschaffenburg, wohin sie, wie wir wissen, seit Jahren mehrmals in der Woche pilgerte, um in der dortigen Kapuzinerkirche die heilige Kommunion empfangen zu können, welche ihr in ihrer Heimatkirche verweigert wurde. „Einmal“, so schreibt sie, „ es war der Dreifaltigkeitssonntag 1880, ging ich von dort heim. Ich war ganz allein und betrachtete auf dem ganzen Weg die unendliche Güte Gottes, der uns mit solcher Gnade gleichsam überschüttet. Ich fand jedoch schon wieder in mir einen Fehler vor, den ich trotz der vielen Gnaden an selbem Tag begangen hatte, und weinte bitterlich vor Reueschmerz. Da war mir`s plötzlich, wie wenn mich jemand erfaßte. Ich fühlte nicht mehr, daß ich gehe, und dazwischen kam ich öfters wieder zum Bewußtsein. So kam ich eine große Strecke weiter, ohne zu wissen, wie und in viel kürzerer Zeit wie gewöhnlich. Dort hatte ich zum erstenmal jenen geheimnisvollen Verkehr. Dabei hörte ich die Worte: „Sieh, all die Fehler, die du begangen und beweinst, will ich dir verzeihen, wenn du oft kommunizierst‘.“ Und weiter:

Wieder einmal ging ich mit dem Ave-Läuten in die Kirche.

„Es war Fastnachtsdienstag, wo ich den lieben Heiland in etwas entschädigen wollte, und bat um die heilige Kommunion, erhielt aber wie immer eine abschlägige Antwort. Als die Leute fort waren, wandte ich mich an den lieben Heiland und sagte: Mein lieber Jesus, du siehst, daß es an mir nicht gelegen ist. So komm, ich bitte dich, geistig zu mir. Dabei weinte ich mein Herz recht aus und ging nach Hause. Nicht oft, aber einige Male hörte ich in mir jene geheimnisvolle Stimme: Du mußt immer wieder deine Vorgesetzten um die öftere Kommunion bitten und du wirst diese Gnade noch erlangen, wenn du einmal deinen Willen dem meinigen ganz unterworfen hast. Du sollst das Werkzeug sein, dessen ich mich bedienen will, um auch anderen dieses Glück zu verschaffen.“ „In demselben Jahre, als Herr Pfarrer gesagt hatte, er ließe die öftere Kommunion nicht einführen, empfing ich einmal in meiner Dorfkirche die heilige Kommunion.

Als der Priester die heilige Hostie in die Hand nahm, um abzuspeisen, ging ein solcher Glanz von derselben aus, daß der ganze Chor erfüllt war, und alle, die kommunizierten, wurden von diesem Glanz erfüllt. Meine Seele fühlte ein solches Entzücken, daß meine Sinne mir schwanden, und in diesem Zustand hörte ich die Worte: Jetzt ist die Zeit bald gekommen, wo dein Verlangen in Erfüllung gehen wird.“

In heiliger Verzückung

Die fromme Schippacher Jungfrau ist nun schon jahrelang in die Schule des Meisters gegangen, hat zu seinen Füßen gesessen und an seinem Herzen geruht. In unablässiger Anstrengung ist sie den eigenen Fehlern, Neigungen und Sünden entgegengetreten, hat sich in heiligem Gebetseifer um die Hilfe von oben bemüht, hat der verderbten Menschennatur harte Bußwerke auferlegt, um so gemäß dem christlichen Vollkommenheitsideal an ihrer Heiligung zu arbeiten. Dabei ist sie die fleißige und treubesorgte Stütze im Hause des Bruders geblieben, dem sie in schwesterlicher Liebe zu einem christlichen, gottergebenden Sterben verhalf. Ihren Gebetseifer und ihre aufrichtige Liebe zu Gott hat, wie wir sahen, der Herr schon in dieser Periode ihres Lebens von 1880 bis 1891 auf außergewöhnliche Weise belohnt: wir konnten vernehmen, daß sie sich des vertrauten Umganges mit dem göttlichen Meister erfreuen durfte, daß ihr aber auch die wahren Kennzeichen einer Braut Christi, die Prüfungen und Leiden von außer her, nicht mangelten. Doch war Barbara zu noch Höherem berufen: zum mystischen Mitleiden mit der Passion unseres göttlichen Heilandes und zur ekstatischen Vereinigung mit Gott in heiliger Entrückung.

In der Ekstase scheint die Seele den Körper zu verlassen, den sie belebt.

Über den Zustand der Ekstase äußert sich die heilige Theresia aus eigener Erfahrung also: „Die Ekstase übertrifft bei weitem die Vereinigung; ihre Wirkungen sind ergreifender, die Entfaltung ist größer. Die Vereinigung ist in ihrem Anfang, in ihrer Mitte und in ihrem Ende ein ganz innerlicher Zustand; die Ekstase ist aber etwas Erhabeneres und hat verschiedene Stufen und offenbart sich innerlich und äußerlich. In der Ekstase scheint die Seele den Körper zu verlassen, den sie belebt. Man fühlt in sehr empfindlicher Weise, aber mit unendlich süßer Wonne, wie die natürliche Wärme mehr und mehr verschwindet und der Körper allmählich kalt wird. Sie kommt meistens allen Gedanken und jeder Vorbereitung mit einem so plötzlichen und stürmischen Anfall zuvor, daß du siehst, daß du fühlst, wie jene himmlische Wolke dich hebt oder wie der Königsadler dich ergreift und auf seinen Schwingen trägt.

In diesem Zustand muß die Seele bereitwillig sein zu gehen, wie er sie führt; denn sie wird entrückt und wenn sie es noch so peinlich findet. Ich wollte widerstehen, ich sträubte mich aus allen Kräften dagegen, aber ich fühlte mich hinterher gebrochen und müde, als hätte ich mit einem Riesen gerungen. Meistenteils aber war es unmöglich. Mir wurde die Seele entrückt und dabei gewöhnlich das Haupt zuerst und dann der ganze Körper gehoben, bis er nicht mehr den Boden berührte. Es ist mir aber doch nur selten geschehen. Ein anderes mal bemerkte ich, daß sich die Ekstase wieder einstellen werde. Sogleich warf ich mich auf den Fußboden; die Nonnen eilten herbei um mir Hilfe zu leisten, aber umsonst. Da flehte ich zum Herrn mir ferner keine Gnaden zu spenden, die mit solchen äußeren Zeichen verbunden wären. Es scheint er hat mich in Gnaden erhört.  Wollte ich widerstehen, so fühlte ich unter meinen Füßen eine ganz gewaltige hebende Kraft. Der Kampf war furchtbar. Der Widerstand war vergeblich. Denn wenn der Herr will, was vermag menschliche Kraft gegen seine Allmacht!“

Man sieht aus dieser Beschreibung, daß sich bei der Ekstase zwei wesentliche Elemente zeigen: ein inneres, die sehr aufmerksame Beschäftigung mit einem religiösen Gegenstand, und ein körperliches, der Verlust des Gebrauches der Sinne und der Herrschaft über den Leib. Doch ist der Verlust des Gebrauches der Sinne nicht immer ein totaler, demgemäß man vollständige und unvollständige Ekstasen unterscheidet. Meistens ist auch die Fähigkeit des Sprechens behindert, doch zeigt die Geschichte der Mystik genügend Fälle, wo Ekstatische auch während der Ekstase laut sprechen, z. B. die heilige Katharina von Siena, die heilige Katharina von Ricci, die heilige Magdalena von Pazzi. Das Atmen hat fast aufgehört, ebenso der Herz- und Pulsschlag; Umstehende können glauben, die Person sei dem Sterben nahe. Die Lebenswärme schwindet, Kälte kommt über die Glieder. Die heilige Theresia ging wie in Tränen gebadet aus der Ekstase hervor. Oft kommt es bei ekstatischen Personen vor, daß ihr Körper wie federleicht in die Luft gehoben wird und schwebt. Der Körper behält während der Ekstase die Haltung bei, in der er von derselben erfaßt, wurde. Bei Beginn der Ekstase stoßen die Begnadigten oft einen Schrei der Freude aus wie der heilige Petrus von Alcantara und der heilige Joseph a Cupertino oder sie singen zur Begrüßung des Seelengastes ein Lied, während sich beim Austritt aus der Ekstase ein Seufzer der Trauer über die Trennung von Gott kundgibt. Die Ekstase überfällt den Menschen, der ihr nicht widerstehen kann, so sehr er es auch versuchte.

In einem Briefe an den Generalvikar von Mainz vom 5. März 1909 kommt Barbara Weigand auch auf die achtziger Jahre zu sprechen und bemerkt dabei, sie sei damals von ihrem Beichtvater P. Ambros O. Cap. zu einem Arzt geschickt worden, der feststellen sollte, „ob nicht körperliche Schwachheit und dergleichen schuld seien, daß ich nach der heiligen Kommunion oft stundenlang nicht Herr meines Willens werden konnte, regungslos wie eine Bildsäule knien blieb und dort schon solche Ansprachen hatte.“ Daraus könnte man entnehmen, daß jener Zustand, den wir oben als volle Vereinigung bezeichnet haben, schon halb ekstatischer Natur war und bereits das Bindeglied zur Ekstase bildete. Hören wir nun, was Barbara über das erstmalige Auftreten der Ekstase selber berichtet!

„Es war nach Neujahr 1892, wo ich einmal in der Kapuzinerkirche den Kreuzweg betete. Bei der fünften Station konnte ich nicht weiter, weil ich kein Gefühl mehr hatte. Mein Geist schien ganz versenkt ins Leiden Christi; denn die Welt war meinen Sinnen wie entschwunden. Ich sah den lieben Heiland auf mich zukommen mit einem schweren Kreuz auf dem Rücken. Neben mir blieb er stehen. So lag ich auf der Erde ohne Gefühl, bis die Kinder meines Bruders mich aufsuchten, von zwei bis vier Uhr nachmittags. Bald darauf wiederholte sich dieselbe Erscheinung und jetzt sagte ich es meinem Beichtvater. Die darauffolgende Woche kam mir es zum dritten mal so vor. So vergingen bereits zwei Monate. Am Fastnachtssonntag nun hatte ich wieder wie gewöhnlich in der Kapuzinerkirche kommuniziert. Der Herr aber hatte meine Seele an diesem Tag so in Besitz genommen, daß ich es gar nicht merkte, wie weit die Zeit schon vorgerückt sei. Plötzlich überfiel mich eine solche Gewalt, daß ich gar nicht mehr Herr war über mich selbst“.

Vernehmen wir sogleich noch die anschauliche Schilderung vom Dienstag in der Karwoche des gleichen Jahres! „Um meinen Geist ganz seiner Leitung zu unterstellen, nahm mein Beichtvater am Dienstag in der Karwoche 1892 mir die Gelübde der Armut, der Keuschheit und des Gehorsams ab. Als ich an jenem Tage heimkam von der Kirche, kniete ich vor einem Muttergottesbild nieder und wollte meine Danksagung verrichten. Meine Seele war dabei in ihren Seelenbräutigam so verzückt, daß meine Verwandten mich erst nach zwölf Uhr mittags fanden. Mein Kopf war auf die Spitze eines Möbels gestützt und in meinem Gesicht waren Spuren zu sehen, daß ich hart mußte gelegen sein.“ Mehr das innere Element dieser Vorgänge wird anderwärts hervorgehoben, so am 21. Januar 1898. „Mein Jesus, wie danke ich dir! Es ist jetzt gerade sechs Jahre her, wo du mir die Kraft meines Willens genommen, daß ich nicht mehr Herr war über meine Willenskraft. Ich konnte nicht mehr, wie ich wollte. Sieh, das ist das große Geheimnis, woran alle die Geister scheitern, wenn sie sehen, daß ich meiner nicht mächtig bin, daß du es bist, der sich des Willens bemächtigt!“ Oder am 11. März 1898: „So wie du dich würdigst in der heiligen Kommunion zu einer jeden Seele zu kommen, wenn sie nur guten Willens ist und gereinigt von jeder schweren Sünde, so und noch viel sicherer und gewisser bis du jetzt bei mir, weil die Gnaden, die sich über meine Seele ausgießen, mir in der heiligen Kommunion nicht eingedrückt werden jetzt, wo du meine fünf Sinne so gefangen hältst.“ Von einer Ekstase am Karsamstag berichtet eine Augenzeugin: „Babett schaut wonnetrunken sich dieses Schauspiel an (Befreiung aus der Vorhölle), mit gefalteten Händen, den Oberkörper vorbeugend, als ob sie mit einziehen wollte“

„Meine Tochter, willst du mir folgen?“

Barbara Weigands Ekstasen wurden gewöhnlich eingeleitet von merkwürdigen Stürmen, die als Passionsleiden in ihrem Leben bekannt wurden. Erinnern wir uns, was ihr der Heiland zeigte und sagte, als sie einmal nach Neujahr 1892 in der Kapuzinerkirche den Kreuzweg betete und bei der fünften Station nicht mehr weiterkam! Sie „lag dort auf der Erde ohne Gefühl“, während ihr Geist den kreuzbeladenen Jesus auf sie zukommen sah und also reden hörte: Meine Tochter, willst du mir folgen? Ich zögerte und dachte nach, was das bedeute. Er aber fuhr fort: Wenn du mir dienst wie seither, so kommst du auch in den Himmel. Willst du mir aber Freude machen, so folge mir auf dem Weg, den ich dich jetzt führen will. Ich verlange aber dazu deine Einwilligung. Ich wußte gar nicht, was ich nur machen sollte. Ich fürchtete, ich könnte getäuscht sein, und doch wußte meine Seele, daß dies ihr Herr und Gott sein müsse, der ihr Leiden anbieten wolle, die ihr seither (noch) nie begegnet waren.  Und nun sagte ich ganz entschieden: Herr, führe mich, wie du willst, und schicke mir, was du willst, ich will dir folgen. Nur gib meinem unbeständigen Willen auch die Kraft alles zu ertragen, was noch Schweres über mich ergehen soll“. Damit hatte ihr der Herr tatsächlich einen Kreuzweg eigener Art angekündigt, den sie von nun an acht Jahre lang gehen mußte, den Kreuzweg des Passionsleidens, das ihren Ekstasen unmittelbar voranging, erstmals am Fastnachtssonntag des Jahres 1892. „An diesem Tage“, so schreibt sie in ihrem „Leben“, „hatte ich wieder wie gewöhnlich in der Kapuzinerkirche kommuniziert. 

Plötzlich überfiel mich eine solche Gewalt, daß ich gar nicht mehr Herr war über mich selbst. Mein ganzer Körper wurde mit solcher Gewalt geschüttelt, daß meine Glieder krachten, und ich war nicht imstande mich auch nur im Geringsten dagegen zu wehren. Dies mußte doch von Leuten gesehen und im Kloster bei den Patres gemeldet worden sein; denn es kamen zwei Patres und wollten mir behilflich sein. Sie ließen mir Kaffee und ein Gläschen Wein in die Kirche bringen, aber ich konnte vor lauter Schütteln nichts abnehmen. Und dabei sprach eine Stimme in mir: So wie in diesen Tagen die Kinder der Welt, die doch Glieder meines Leibes sind, diese Glieder nur gebrauchen um Satan damit zu dienen, so sollen deine Glieder zerrissen werden. Du sollst mich entschädigen, indem du mit mir leidest. Daraus erkannte ich aber, daß dieses nichts Natürliches sein könne.

Als das furchtbare Schütteln immer wiederkehrte, sobald sich diese Stimme hören ließ, wurde mir es unheimlich. Dieses Leiden wiederholte sich alle Freitage der ganzen heiligen Fastenzeit und ebenso im Advent“. „Das erste Mal, wo dieses Leiden mich in der Kapuzinerkirche überfiel, ließ mich eine mir unbekannte mitleidige Dame nach Hause fahren.“ Soweit der Bericht in den Lebenserinnerungen von Barbara.

Zweck dieses Passionsleidens sollte sein Sühne für die Sünden der Welt.

So hatte es ihr der Herr beim ersten Auftreten angekündigt: „So wie in diesen Tagen die Kinder der Welt, die doch Glieder meines Leibes sind, diese Glieder nur gebrauchen um Satan damit zu dienen, so sollen deine Glieder zerrissen werden. Du sollst mich entschädigen, indem du mit mir leidest.“ Im Monat November soll kein Leiden über sie kommen, weil dieses nur der streitenden Kirche gelte. Am 7. Dezember 1896 leidet sie in auffallender Weise für einen Sünder, daß die Umstehenden mit dem Eintritt des Todes rechneten.

Wenn der letzte und heftigste Sturm vorüber war, vollzog sich sehr rasch ein merkwürdiger Umschwung vom Tode zum Leben im Körper der begnadigten Jungfrau. Es dauerte kaum einige Augenblicke und der eben noch so sehr bewegte und gequälte Körper hatte wieder seinen normalen Zustand und vollständige Ruhe. Sie sinkt in Ekstase, kann keine Wimper mehr bewegen, liegt wie eine steinerne Statue, Hände und Füße sind nicht von der Stelle zu bringen, wie angenagelt; Versuche der anwesenden Ärzte,  Haupt und Arme gewaltsam zu bewegen, bleiben erfolglos. Plötzlich fängt sie an, „mit lauter, kräftiger Stimme zur Begrüßung des Herrn ein Loblied zu singen mit vor Freude verklärtem Antlitz“, ähnlich der heiligen Franziska Romana, die auch in ihren Ekstasen sang. In ihrer Verzückung schaut ihre Seele den göttlichen Meister, darf sich seines Besitzes erfreuen und seine Nähe in vollen Zügen genießen. Das fühlbare Innewerden der Gottheit ist lebendig in ihrer Seele.   

Wenn der Höhepunkt der Beschauung überschritten ist, beginnt sie zu reden und bemüht sich ihre innere Empfindung in äußere Worte zu kleiden: „Ich gehöre nicht mehr mir an, ich bin ganz dein, o Jesus! Ich habe nichts mehr zu sagen. Ich habe dir ja geschenkt meinen ganzen Leib zu deinem Dienst, meine Seele mit allen ihren Kräften, mein Herz mit allen seinen Neigungen. Nichts, nichts gehört mehr mir, alles ist dein, du mein. Oh die Wonne ist zu groß, mein armes Herz! Ich kann nicht, ich kann nicht mehr leben, laß mich bei dir bleiben! Oh, warum muß ich auf die Erde zurück! Wann kommst du wieder! Oh bleibe nicht zu lange aus Mein Jesus, wie gut bist du!“

Jesus: „Ich werde dein übergroßer Lohn sein. Dies ist der Anfang jener unendlichen Seligkeit, die deiner wartet. Sieh, so sollst du die ganze Ewigkeit hindurch mich genießen.“

„In der Nacht überfiel mich plötzlich das Leiden. Ich war vor Entzückung außer mir, der himmlische Vater war so zärtlich.“ Am ersten Freitag im März 1897 fühlt sie die innigste Vereinigung mit ihrem Meister: „Ich werde dein übergroßer Lohn sein. Dies ist der Anfang jener unendlichen Seligkeit, die deiner wartet. Sieh, so sollst du die ganze Ewigkeit hindurch mich genießen.“ „Ja, ich sah ihn mitten in meiner Seele, sie ist ganz in ihn umgeschaffen. Eingegossen bist du mir, eingegossen bin ich dir.“ Die inneren Erlebnisse begleitet sie mit edlen Gesten. Einmal bemerkt die Schreiberin: „Barbara umklammert ihren Jesus“, ein andermal: „Sie erhebt sich zu sitzender Stellung und streckt ihm anmutig voll sehnsüchtiger Liebe die gefalteten Hände entgegen und schweigt, aber ihre Mienen reden.“ Mitten in seliger Wonne an Portiunkula 1899 weint sie vor Freude, der Atem stockt vor Wonne, dann fährt sie fort: „Soll ich es sagen, o Herr, o laß mich noch bei dir!“

Wie nimmt Barbara ihren Zustand auf?

Immer mit aufrichtigem Dank gegen Gott, der sie durch so viele Jahre an sich gezogen. Kein Gebet kommt über ihre Lippen ohne Dank für die erhaltenen Gnaden. Aber die hohe Auszeichnung hat ihr keinen Augenblick das Bewußtsein der eigenen Unwürdigkeit nehmen, können. Zeitweise will sie sich dem Anprall der Gnade widersetzen, aber ohne Erfolg. Ihr Wunsch ist, Gott möge sie den gewöhnlichen Weg gehen lassen. Sie wünscht, daß ihr Zustand verborgen bleibe; sie verläßt ihre Kammer nicht, wenn sich die Vorboten des Leidens einstellen, nicht einmal die Hausbewohner in den oberen Stockwerken des Hauses erfahren von den Ereignissen im Erdgeschoß. Freilich konnte ihr Zustand, der sie manchmal auch in der Öffentlichkeit überfiel, auf die Dauer nicht ganz verborgen bleiben, da Barbara ja mitten in der Welt und nicht hinter den schützenden Mauern eines Klosters lebte. Aber daß das Wesentliche ihrer Zustände doch recht lange verborgen blieb, wird durch die einfache Tatsache erwiesen, daß ihre literarischen Gegner von den außerordentlichen Zuständen im Leben der Jungfrau vor dem Jahre 1895 überhaupt nichts wußten. Und doch stand Barbara schon seit dem Jahre 1880, vielleicht schon früher, in der mystischen Gottvereinigung und selbst ihr ekstatisches Leben war bereits im Jahre 1892 auf voller Höhe!

In ihr selbst weckte die ekstatische Begnadigung Friede und Freude. Gelegentliche Zweifel, Gemeingut aller mystischen Seelen, konnten nichts an dem inneren Frieden nehmen, den sie bis an ihr Lebensende genossen hat. Dabei wuchs ihre Liebe in erstaunlicher Weise, nicht weniger ihr Mut, ihre Ausdauer und die Zuversicht in das endliche Gelingen ihrer Pläne. Sie hat sich durch keinen Widerstand entmutigen lassen; in ihrer Überzeugung verharrte sie bis zum Ende. Für diese ihre Überzeugung war sie bereit immer mehr Leiden auf sich zu nehmen und selbst in den Tod zu gehen. „Gottes Gnade wirkte“ auch in Barbara Weigand „den Heroismus“.

Ganz Auge und Ohr

Alle jene, welche Barbara Weigand persönlich kannten, und auch jene, welche die in ihrem Namen umlaufenden Aufzeichnungen ohne Voreingenommenheit lasen, bestätigen ausnahmslos den tiefen Gebetsgeist der Jungfrau Barbara. Beten, mit Gott verkehren, in Gottes Nähe weilen: das war das Element, das sich durch das lange Leben der nahezu Hundertjährigen hindurchzog. Sie lebte und webte in Gott. Ist es da verwunderlich, wenn diese große Beterin auch der mystischen Gottvereinigung und des lebendigen Wechselverkehrs mit Gott und seinen Heiligen gewürdigt wurde? Wenn sie des Glaubens ist, in heiliger Schau deren Antlitz zu sehen und ihre Stimme zu hören?

Vielleicht schon in den siebziger Jahren, sicher aber im Jahre 1880, also zu einer Zeit, wo sie noch nicht zur vollen mystischen Vereinigung mit ihrem himmlischen Bräutigam erhoben war, hörte sie schon geheimnisvolle Worte, die sich in den späteren Jahren zu längeren Ansprachen erweiterten.

Die Wiedergabe der erhaltenen Ansprachen geschah während der Ekstasen in fast ungehindertem Redestrom, dessen Stärke und Wucht die Zuhörer in Erstaunen versetzte. Immer wieder betonen die Aufzeichnet, daß sie trotz großer Gewandtheit im Schreiben und Kurzschreiben nicht in der Lage gewesen seien, dem starken Redefluß zu folgen. Sie sprach ohne zu stocken, mit kräftiger und lauter Stimme, Gesten und Körperstellungen, welche die Worte begleiteten, waren, um ein früher schon erwähntes Urteil noch einmal zu wiederholen, so edel und vornehm, daß man glaubte, einen Himmelsbewohner vor sich zu haben. Der Gesichtsausdruck wechselte je nach den traurigen und freudigen Ereignissen und Bildern, die ihr gezeigt wurden. „Wenn der Herr sie zuließ zur Vereinigung, war ihr Auge überflutet von Wonne und sie fand keine Worte mehr als in Seufzern und Ausrufungen und Tränen. Wenn der Herr sich entfernen wollte, war es, wie wenn ihre Seele sich vom Leibe trennen müsse, und sie machte sich Luft in unaufhörlichen Seufzern“. So im Berichte eines Augenzeugen.

In den Botschaften an Barbara Weigand liegt der Schlüssel des Eucharistischen Liebesbundes.

Inhaltlich betrachtet, finden sich in den Offenbarunzen herrliche Gedanken, weitausschauende, schwer durchführbare Pläne, schöne Betrachtungen über den Wert der Menschenseele, über den Glauben und seine Grundlagen, über die Gottesmutter, das Priestertum und die Kirche, über Gebet, Sühne und Opfer, ein inniges Miterleben des Kirchenjahres. Gedanken, die nicht alltäglich waren, ihrem natürlichen Gesichtskreis ferne lagen, Gedanken, die oft genug im Gegensatz standen zu den Predigten jener Zeit. In vielen Einsprechungen erläutert Jesus Christus der lieben Babett Sinn und Wirken des Liebesbundes, den der große Meister der katholischen Welt verordnet hat, als ein Zeichen seiner Liebe und Sehnsucht mit den Menschen. Alle diese Durchgaben in Form von Botschaften und Visionen sind uns erhalten, in den Schippacher Schriften niedergelegt und Gemeingut katholischer Frömmigkeit und bedürfen nur noch von höchster kirchlicher Stelle approbiert zu werden. Dabei geht es weniger um ihrer Anwendung und Verbreitung innerhalb der Kirche als vielmehr um deren Aufarbeitung und Geschichtsschreibung, letztlich um der Wahrhaftigkeit willen, ohne die alles überliefertes Gut nicht erkannt wird.

Bleibt noch die Frage, wie sich Barbara zu den Offenbarungen verhalten hat.

Nun finden sich in den späteren Aufzeichnungen Bemerkungen, aus denen ihre Gegner glaubten sie des Verlangens nach Offenbarungen anklagen zu müssen. Dem ist aber nicht so. Wer solche Andeutungen, die sich zudem auf das Verlangen nach dem Besitze des Meisters beziehen, im Zusammenhange liest, wer namentlich in die frühere Zeit ihres Lebens hinabsteigt, wo sie dem mystischen Gnadenleben noch recht unwissend gegenüberstand, der wird sich leicht vom Gegenteil überzeugen. Sie erschrickt wie Maria bei der Erscheinung des Engels erschrak. „Ich erschrak, als ich diese Stimme hörte“. Sie wünscht solche innere Stimmen nicht und traut ihnen nicht. „Um jeden Preis“, schreibt sie einmal, „möchte ich wissen, welche Stimme in mir spricht. Aber mir steht das nicht zu, das zu beurteilen; darum, o Gott, gib mir doch einen Priester, dem ich mich offen aussprechen kann“. Sie hört eine innere Stimme; aber „ich traute ihr nicht, ich sagte mir, es ist ja doch nur Täuschung“. Sie weist die Stimme in Gehorsam gegen den Beichtvater ab. Sie betet um Befreiung. Sie sucht Aufschluß beim Beichtvater. Die Reden der Vorgesetzten machen sie ängstlich. Sie wünscht, ihr Zustand und ihre Offenbarungen möchten verborgen bleiben.

Trotz gelegentlicher Bedenken fühlt sie sich überglücklich. „Ich kann das Glück meiner Seele in dieser Stunde gar nicht beschreiben“. „Mein Jesus, es fehlt mir noch viel, ich weiß es, ich will nichts mehr anschauen als dich“. „O nimm mich mit aus dieser armseligen Welt! Du weißt, wie armselig ich bin, wenn ich wieder in der Welt bin! Ich möchte bei dir bleiben, o welch eine Freude!“ „Ich wünsche nicht, o Herr, ich habe alles in dir. Möchtest du doch all denjenigen, die dich aufrichtig suchen und verlangen, den Frieden und die Freude verleihen, die du mir zuteil werden lässest!“ „O Herr, gib mir nur die Gnade, in der ganzen Ewigkeit die Freude zu genießen, die ich eben genieße!“

Was sie in heiliger Ekstase hört, soll ihrer Belehrung dienen, „daß sie nicht mutlos werde“, aber auch andern zum Heile werden; denn „die Zeit, wo ich mit dir rede, ist für andere gegeben, um sie durch dich zu belehren“. Den Segen ihrer Worte verspürten tatsächlich alle, die sie vernahmen; Losschälung von der Welt, Sinn für das Übernatürliche, Liebe zu Gott und zu den unsterblichen Seelen waren die köstlichen Früchte, welche die Zeugen ihrer Worte mit fortnahmen. Ein Nachbar in ihrer Heimatgemeinde gestand mir, von dem Gesehenen und Gehörten ganz ergriffen gewesen zu sein, und die überwältigende Einwirkung der Jungfrau auf ihre Hausgenossen in der Mainzer Wirtschaft „kam einzig nur von dem außergewöhnlichen Zustand her, in dem wir Tante so oft sahen und wobei wir sie reden hörten, was nicht ihre Gedanken und Worte sein konnten. Die Worte, die wir hörten, und die Liebe, die wir fühlten, rissen uns von der Erde los“. Eines der damaligen Dienstmädchen aber bestätigt noch nach vierzig Jahren: „Das Größte, das ich bei Barbara Weigand erleben durfte, waren die Ekstasen. Der erste Eindruck war: ich fühlte mich dem Himmel nahe. Was Barbara Weigand in dieser Ekstase sprach, konnte ich gut glauben, daß es die Worte der Muttergottes waren. Ich wünschte immer: O daß doch alle Menschen das Glück hätten dabei zu sein!“

Alles, was sie gehört, unterstellt Barbara als gehorsame Tochter der Kirche dem Urteile der geistlichen Obrigkeit. „Dies ist mein Leben“, so beschließt sie demütig ihre Erinnerungen, „und einige der Gnaden, die ich glaube, daß der liebe Gott sie in mir gewirkt hat, um mir zu zeigen, wie wenig ich getan, und wie viel Er, wie wenig, Er verlangt und wie viel Er gibt für das Wenige, das wir tun. Ich stelle alle Worte, die ich geschrieben, unter das Urteil derer, die dieses von mir verlangen.“

Gründung des Liebesbundes

Fronleichnamsprozession 1895

„Sooft wie ihr die Anbetung haltet, sollt ihr euch vereinigen mit den anderen beiden und mit der Göttlichen Person.“

Jesus: „Es ist Mein und Meines Vaters Wille, daß ihr drei, Lieschen, Luise und Barbara, euch zu einem Bund vereinigt und jeder derselben einer Person der Allerheiligsten Dreifaltigkeit huldigt im Namen der übrigen Menschen. So will ich euch denn verteilen. Lieschen soll Meinem himmlischen Vater, Luise Gott Sohn, Mir der zweiten Person der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, und du, Barbara, Gott dem Heiligen Geist huldigen. Sooft wie ihr die Anbetung haltet, sollt ihr euch vereinigen mit den anderen beiden und mit der Göttlichen Person. Wie Ich und der Vater Eins sind, so sollt auch ihr eins sein. Danke auch allen Personen, die mitgeholfen haben, den Verein der Ewigen Anbetung zu gründen. Unter tausend Seelen gibt es kaum drei, die etwas von Mir wissen wollen.“

Herz-Jesu-Freitag im Januar 1896

Jesus: „Noch nie war der Glaube so geschwunden seit Erschaffung der Welt, wie jetzt. Deshalb habe Ich sie hingewiesen an Meinen Tabernakel, wo Ich in Wirklichkeit noch unter ihnen weile wie damals, als Ich auf Erden lebte. Glauben, Glauben, Glauben verlange Ich, und diesen Glauben zu bezeugen, auch mit Werken …

Ja, das ist wahr, Meine Tochter! Das Übel ist aber nicht an einem Tag zu beseitigen, und der Strom, der einmal abwärtsfließt, ist nicht aufzuhalten mit einem kleinen Brettchen, mit einem kleinen Damm, da muß ein großer, großer Damm sich entgegenstemmen gegen den Strom der Zeit, da müssen viele Kräfte sich vereinigen, um den Damm zu bilden. So kann doch immer wieder noch etwas herausgesiebt werden, wenn auch nur allmählich, wie auch die Kirche nur allmählich entstanden ist. Siehe, es ist jetzt nicht mehr die Zeit, wo eine Sintflut hereinbrechen soll über die ganze Erde. Durch Mein allmächtiges Opfer, das Ich Tag für Tag und zu jeder Stunde des Tages darbringe durch die Hände Meiner Diener, ist der Zorn Meines Vaters besänftigt, und wird unaufhörlich dem Zorn Einhalt geboten, so daß Er unmöglich die Menschheit mit einem Schlag vertilgen würde.

Nein, Er will die Menschheit retten, und Er will sie retten durch Menschen, durch Mitwirkung der Menschen; denn die Erlösung ist nun vollbracht. Es braucht kein Gott mehr vom Himmel zu steigen, Der Sich unter Menschen aufhält und durch Seine Wunder die Menschen zum Glauben bringen muß. Jetzt wäre der Glaube wieder zu beleben, und dies durch die Mitwirkung der Menschen, um dadurch einerseits mehr Heilige zu gewinnen, um die Verdienste der Guten und Treuen zu vermehren, und andererseits um die Hölle, die so schrecklich triumphiert in solchen Zeiten, die so frech das Haupt erhebt gegen den Schöpfer, recht zu beschämen. Und glaube Mir, Meine Tochter, die Zeiten sind schlimmer, sie sind schlimmer als alle Menschen sich denken können, und wenn du dich umsiehst, meinst du wohl nicht, daß die Gerechtigkeit Gottes sich noch zurückhalten könnte?

O sage es Meinen Dienern, daß sie um ihretwillen und all jener Seelen willen, die zurückgezogen hinter stiller Klostermauer oder in stiller Kammer in der Familie diesen Kampf um Meinetwillen durchkämpfen, jenen Helden gleichstehen, die in der ersten Christenheit der Same geworden sind zu neuen Christen. Wie in der ersten Christenheit aus dem Blut der Märtyrer, wodurch die Erde getränkt, das Evangelium hervorging und der Keim zu neuen Christen, so soll aus ihrer Asche, wenn sie einmal in der Erde verwest sind, ein neues Christentum hervorgehen.

Jesus: „Ja, Ich habe dir gesagt, Meine Tochter, daß es viele Märtyrer gibt in der Welt. Ich habe dir aber auch gezeigt, wie der Strom der Zeit immer abwärtsfließt, dem Verderben zu, und daß ein mächtiger Damm soll aufgerichtet werden, um diesem Geist entgegenzuwirken. Darum verlange Ich, daß Meine Kirche, obwohl sie sich immer auszeichnet in der Einheit und Allgemeinheit, in dieser Zeit sich noch mehr einigt und heilig sein muß. Das heißt, daß die frommen Seelen die Priester unterstützen und das Priestertum sich dieser Seelen annimmt, auch wenn sie noch so verborgen und unscheinbar sind, wenn sie nur ein Quäntchen abgeben können für das große Ziel, das zu erstreben ist.“

Vierter Freitag im Januar 1896

Jesus: „Ja, Ich meine es so: Ihr seid Adamskinder und täglich zum Fall geneigt, und daß ihr infolgedessen auch oft wieder fallen werdet, und diese Fehler müssen gebüßt und gesühnt werden. Darum wird euch auch manches in die Quere kommen, und das nehmet an zur Strafe eurer Sünden. Somit könnt ihr alle Strafen in dieser Welt abbüßen und braucht nicht zu warten bis in die Ewigkeit, und Ich verspreche euch, so ihr fortfahrt im Glauben, im Vertrauen und in der Liebe zu Mir, daß ihr ohne Fegefeuer eingeht in die himmlischen Freuden. Aber du mußt dich noch ganz besonders bessern in den Zweifeln! Siehe, was für Wohltaten Ich dir schon erwiesen, siehe, wie Ich dich auf fette Weiden geführt, wie Ich dich angenommen habe als ein Kind Meines Hauses, das täglich an Meinem Tische sitzt. Ich habe dir alles erfüllt, was Ich dir schon lange, lange her in deiner Jugendzeit versprochen habe.

Sage dieses nur Meinen Dienern, daß sie alle diese Worte, diese Titel, die Ich mir beilege, wohl beherzigen mögen; denn in jedem liegt ein besonderer Zweck, den zu erreichen sie sich bestreben sollen. Sie sollen Mich als ihr Haupt ehren und anbeten, als ihren Meister lieben und Mir dienen, als ihr Zeitgenosse sich umsehen in der Welt, was zu tun ist und wo es fehlt, und wie der Same ausgestreut ist, damit er Früchte bringe auf dem harten, steinigen Felsen der Herzen der Menschen, die zu bebauen Ich ihnen anvertraut habe als ihr Gleichgesinnter, das heißt, daß sie gesinnt sein sollen, wie Ich gesinnt war und wie Ich noch gesinnt bin gegen alle Menschen. Ich möchte alle Menschen retten. Und mit welchem Schmerz muß Ich Tag für Tag zusehen, daß so viele Menschen verloren gehen. Der Strom, der abwärtsfließt und immer schneller fließt, ist nicht mehr aufzuhalten. Darum möchten sie einen Damm errichten, wie Ich dir schon einmal gesagt habe, durch alle die ihnen zu Gebote stehenden Mittel, die Ich ihnen in reicher Fülle niedergelegt habe in ihre priesterliche Gewalt, daß doch alle Meine Diener dieses hörten und wohl beherzigen möchten. O daß doch alle Meine Diener durchdrungen wären von Meinem Geiste!

Jesus: „Jungfrauen in der Welt, sie sollen Meine Apostel sein!“

Herz-Jesu-Freitag im Februar 1896

Jesus: „Darum, Meine Tochter, scheuet euch nicht, offen und frei Mich zu bekennen, verbreitet, wo ihr könnt, gute Schriften und lasst es die Priester wissen, was Ich mit euch rede. O der Glaube ist so schwach unter gar vielen Priestern. Das Herz ist zu voll von allem, was nicht von Meinem Geist beseelt ist, und jetzt, wo der Geist des Antichristen überall eindringt, sollte doch Mein Geist ganz gewiß und in erster Linie unter Meinen Dienern sich befinden. Die sollen sich doch von Meinem Geist beseelen, vom lebendigen Glauben an Mich durchdrungen sein, von Liebe und glühendem Eifer sich durchdringen lassen und hinausgehen unter Meine Völker, um Meine Kinder, die Ich erschaffen habe, und an denen Mein Herzblut klebt, zu retten, um zu retten, was zu retten ist. Der Eifer vermag viel. Schaue in jene Gemeinde, wo ein eifriger Priester steht. Ich sage nicht, daß sie alles tun können, daß sie alle Laster ausrotten können; dies ist nicht möglich. Dies war auch, als Ich unter den Menschen wandelte, nicht der Fall. Deswegen sagte Ich dir in einer Belehrung, daß in dem Damm, den sie dem Strom der Zeit entgegenstellen sollen, sich noch immer Schleusen befinden, wo der Unflat durch kann. Verstehst du Mich, was Ich damit sagen wollte?“

Fastnachtmontag 1896

Jesus: „Ja, das sollt ihr, Meine Kinder, Meine treuen Seelen. Ich habe deswegen auf Fronleichnam den Bund mit euch geschlossen. Merkt euch wohl, daß alles, was Ich mit euch rede, was Ich mit euch tue, eine sehr wichtige Bedeutung hat für Meine Kirche. Auf Fronleichnam war es, wo Ich euch eingliederte, das heißt, ihr sollt eine Gliederschaft bilden in der Verehrung des Allerheiligsten Altarsakramentes. Was Ich mit dir rede, rede Ich auch zu deinen beiden Freundinnen, damit ihr miteinander ausführt, was Ich verlange: Ich will, daß das Allerheiligste Altarsakrament verehrt werde in der ganzen Welt! Ich habe vieles mit dir gesprochen, du hast es Mir gut ausgerichtet! Recht so! Fahre fort, tue was Ich dir sage.

Du wirst sehen, welch herrlichen Lohn du in der Welt bereits erlangst, und was Ich dir sage gilt auch ihnen, weil sie die Werkzeuge sein sollen, durch die es ausgeführt wird. Es soll ein Damm errichtet werden gegen den Sozialismus der Zeit. Es soll der undankbaren Welt gezeigt werden, was die Liebe und der Glaube vermag unter Meinen Kindern; es soll der Zorn Meines Vaters besänftigt werden; denn obwohl Ich Mich alle Tage und Nächte vor Meinem Vater niederwerfe, anbetend, sühnend, opfernd, leidend in den heiligen Messopfern, so genügt Ihm dieses nicht mehr.

Es muß die Menschheit sich verbinden mit Mir und dann ja, und nur dann, wird das Opfer vollbracht sein. Es wird Deutschland gerettet werden. Ich verspreche es dir, daß allen denjenigen, die in den Bund mit eintreten, kein Haar soll gekrümmt werden; mit ihm soll der Glaube einziehen in das Familienleben.“

Herz-Jesu-Freitag im März 1896

Jesus: „Ja siehe, deswegen sprach Ich alles in Gleichnissen zu Meinen Aposteln, weil die Gleichnisse zu allen Zeiten gelten sollen, und weil Ich immer zur rechten Zeit und am passenden Ort sie aufklären und erschließen will, manchmal durch Meine Diener, manchmal durch ein ganz unwürdiges Werkzeug, wie du es bist. Ich werde deine Bitten gewähren, Meine Tochter. Ich werde deine Familie segnen und nicht zulassen, daß eines davon verlorengehe, wie Ich dir längst versprochen, denn alle ihre Kinder und Kindeskinder werden gläubige Christen sein. Siehe, du verstandest es nicht, als Ich sagte, daß Ich Selbst deine Schwester N. in den Ehestand geführt habe. Dieser ihr Gatte ist ein gottesfürchtiger Mann und nicht so, wie du befürchtet hast. Ich ließ diese Furcht zu und verhüllte dies vor deinen Augen, damit du durch deine scharfen Reden (ihr gegenüber) alles, auch den leisesten Gedanken zu einer Sünde verhindern möchtest.

Dadurch gewinnen andere, dadurch werden sie behutsamer. Viele, die lau und kalt geworden, werden dann wachsamer, und so wird alles Mir wieder ersetzt, was durch ausgeartete und abgefallene Priester Mir zugefügt wird und verdorben wird. Ich verspreche dir auch und durch dich allen, die sich an euch anschließen, daß viele, viele Seelen gerettet werden, besonders durch das Priestertum. Ich wiederhole, was Ich schon öfter gesagt: Der Damm muß aufgerichtet werden von Priestern und Laien, vom Volk und Priestern, durch Wort und Beispiel, durch Gebet, Opfer und Sühne. Das Volk soll die Priester unterstützen, die Priester aber das Volk begeistern.

Die Priester sollen die Säulen sein, auf die das Volk sich stützt, und das Volk soll die Schleusen bilden, wodurch das unreine Gewässer und aller Unflat durchgesiebt wird, das heißt, es werden gar viele, viele noch sein unter dem Volk, die nicht hören wollen trotz aller Mühe der Priester, trotz allem Gebet der Gläubigen, die dennoch nicht hören, die auf ihrem schlechten Weg fortgehen, diese sollen durch die Schleusen gehen und in den Abgrund stürzen, da sie es selbst so wollen. Priester und Volk sollen nicht irre werden und sich nicht ärgern, wenn sie sehen, daß so viele durch die Schleusen hindurchgehen; sie sollen nur fortfahren. Und siehe, am Ende ihrer Laufbahn, o wie glücklich, wie glücklich sind sie dann. Du hast gesehen, wie Ich sie aufnehmen will mit offenen Armen.“

Kreuzauffindung 1896

Jesus: „Drum will Ich dir heute zeigen, mit welcher Freude Ich das Kreuz trage. Gold ist das Sinnbild der Liebe, es erfreut aber auch das menschliche Herz, sooft man es ansieht. Gold bringt Freude, wohin es gebracht wird. Darum ist Mein Kreuz heute nicht mehr aus Holz! O wie glücklich! O wie glücklich! Heilige Freude kommt überall hin, wo man deine Worte liest, und man wird jubeln über die Güte Meines Herzens, denn daß Ich mit dir verkehre, ist jedem einleuchtend und unverkennbar und darum sehr tröstend für jedes arme Menschenherz.“

Jesus: „Ich bin der Mittelpunkt, und das Band ist Mein Herz, und die Quelle, die da sprudelt, ist der heilige Tabernakel. Aus ihm sollen sich die Ströme der Gnaden über die ganze Welt ergießen. Sprudeln soll die Quelle, denn sie ist durch eine Meiner unwürdigen Dienerinnen wieder aufgegraben worden, und das bist du! Du hast den Quell wieder aufgegraben, denn du hast Mein Herz verwundet durch dein beständiges Verlangen, durch deine beständigen Seufzer, die du zu Mir abgeschickt hast, und siehe, Ich habe dich gesetzt an die Quelle, daß du daraus schöpfst und trinkst, und nun mögen Meine Diener die Quelle recht sprudeln lassen. Du hast sie wieder neu aufgerissen, du hast die Stäubchen weggetan. Wohlan, Meine Diener! Ihr seid die Diener, welche die Quelle sprudeln lassen sollen. Welche Freude für euch, die Ich euch gestellt habe zu Wächtern dieser Quelle. Ihr seid die Kanäle, durch welche die Quelle fließen soll. O verstopft sie nicht, lasst Meine Kinder erfahren, wie gut Ich bin und leitet Balsam in die gequälten Menschenherzen. Balsam Meines Trostes!“

Zweiter Freitag im Mai 1896

Jesus: „Die Welt mag in Trümmern vergehen und alle Herrlichkeit mit ihr. Es ist wohl das Werk Meiner Hände, aber es ist nur geschaffen für den Menschen, für dieses edle Geschöpf, das Ich zu Meiner Freude erschuf, und das mit Mir ewig leben soll. Sag ihm nur, warum er noch fragen will, was das alles für Zwecke sind, die Meine Ehre fördern sollen, die Mir Seelen gewinnen sollen und Seelen zuführen sollen. Siehe, Meine Tochter! Nicht alle haben den Mut, mit solcher Entschiedenheit wie du zu kämpfen um ein großes Gut, das die heilige Kommunion ist, und das ist der Zweck, warum Ich mit dir rede, um jenen schwachen, armen, hilflosen Geschöpfen, die, mögen sie sich auch aufhalten in den verborgensten Winkeln der Erde, doch Meine Kinder sind, den Weg zu erleichtern. Mir sind alle Menschen gleich. Vor Mir sind arme, unwissende Landmädchen, der arme schwarze Knabe, der auf der Bettelstraße umherläuft, gerade so lieb, wie eine Königstochter oder der Kronprinz oder der Kaiser selbst. Vor Mir gilt das arme, unwissende Landmädchen, wenn es nur Mich sucht mit lebendigem Glauben, mit festem Vertrauen, mit kindlicher Liebe, gerade soviel, und Ich beschäftige Mich mit ihm gerade so gern, wie mit jenem Meiner Diener, der auf dem Stuhle Petri sitzt; denn vor Mir sind alle Menschen gleich! Sie sind alle das Werk Meiner Hände. Ich sehe jeden Seufzer jedes armen Mädchens, in der verborgensten Bauernhütte, das Mich zu lieben sucht, und Ich will ihm den Weg erleichtern.

Wo überall ein Priester steht, soll er die Quelle sprudeln lassen, an die Ich ihn gestellt habe. Er ist der Kanal, durch den Ich die Wasser der Gnade hineinleiten will, in Meine Kinder, und Ich verspreche Meiner Kirche, daß sie zur höchsten Blüte gelangen soll. Tut doch die Augen auf, ihr Priester, und seht, mit welchem Heißhunger Meine Kinder, die euch anvertrauten Seelen alles aufnehmen, was sie Mir näherbringt. Seht, mit welcher Liebe und Begeisterung man jene Schrift aufnimmt, die von Meiner wirklichen Gegenwart im Hochheiligsten Altarsakrament handelt. Stehet Meinem Volk nicht zurück, Meine Diener, denn ihr seid ja die Führer desselben. Wisst ihr denn nicht, daß Ich Meine Mutter längere Zeit in Meiner Kirche noch fortleben ließ, um dieselbe zu unterstützen durch Ihr Gebet, durch Verdienste, durch Ihre Opfer und Ihr Sühneleben, die Sie Tag für Tag der jungen Kirche entgegenbrachte? Ihr müßt aber auch wissen, daß all eure Wirksamkeit nicht viel ausrichten wird, auch wenn ihr selbst Blut und Leben wagt, wenn unter eurer Leitung nicht Seelen stehen, die euer Opferleben begleiten. Seht euch doch um unter euren priesterlichen Laufbahnen, an welchen Orten das Christentum am meisten blühte! Nicht wahr, in jenen Gemeinden, wo fromme Seelen sich befanden.

Darum wundert euch nicht, Meine Diener, daß Ich Mich an diese, Meine Kleine, wende, um durch sie zu euch zu reden. Ihr werdet es nie bereuen, wenn Meine Worte euch zu Herzen gehen, wenn ihr sie befolgt. Sieh dich doch um, du Mainzer Bischof, in der Stadt, in welche Ich dich gestellt habe, ob du nicht bemerkst, daß der Sozialismus immer kleinlauter wird, und Ich sage dir, er wird verschwinden. Befolget nur und tut, wie Ich euch gesagt: Richtet den Damm auf, den Ich euch angezeigt, und laßt durch die Schleusen ruhig alles fließen, was ihr nicht zu hemmen vermöget. Schauet immer auf Mein Leben und seid ruhig, seid zufrieden.“

Vierter Freitag im Mai vor Pfingsten 1896

Jesus: „Ja, ja, Meine Mutter ist die Stütze und der Anhaltspunkt, worauf sich Meine Kinder und alle treuen Seelen stützen und anhalten müssen, um Seelen zu gewinnen, um Seelen zu bekehren und zurückzuführen. Ja, bestürmt nur Meine Mutter, Sie weiß schon die Wege zu ebnen, Sie weiß alles am rechten Fleck anzufangen, Sie hat Gewalt über Mein Herz. Ich habe dir gesagt, daß ein Damm soll errichtet werden. Der Damm sind die Menschen, die Beter, jene Christen, die noch lebendige Glieder Meiner Kirche sind, die, vereinigt mit dem Priestertum, durch Opfern, Sühnen und Bitten, Meine Mutter bestürmen, und mit Meiner Mutter vereinigt, Mein Herz bestürmen, um Seelen zu gewinnen.

Ich habe dir gesagt, daß die öftere Kommunion soll eingeführt werden, denn sie ist es, die die Schwachen stützen und aufrichten soll, die Verlassenen trösten, und an welcher die unterdrückten und von der Welt verachteten und zurückgesetzten Seelen eine Stütze haben sollen, und sie werden sie haben in Meiner Mutter und in Mir … Diejenigen, die fest an Mich glauben, die Meine Gebote halten, sollen doch auch glauben, daß Ich sie liebe, und was heißt denn lieben? Lieben heißt wohlwollen. Also, wen Ich liebe, dem will Ich wohl Gutes erweisen. Somit sind die Leiden, die Ich ihnen zuschicke, Beweise Meiner Liebe.“

Donnerstag vor dem Herz-Jesu-Fest 1896

Jesus: „Ja, du hast recht, Meine Tochter! Dich zu verdemütigen, es ist wirklich am Platz. Du mußt aber wissen, daß Ich dich zum Werkzeug erwählt habe, durch die Ich der Welt zeigen will, wie gut Ich bin, und daß nicht du es bist, die in dir wirkt. Freilich bist du ein armseliges Werkzeug in Meiner Hand, aber gerade daran soll die Welt erkennen, wie unendlich gut Ich bin, wenn Ich, der große Gott Mich würdige, einzugehen in ein so armseliges Geschöpf, wie du es bist, um in dir zu reden. Daran sollen alle erkennen, daß Ich niemand verwerfe, daß Ich niemand verderben will, daß Ich alle zu Mir emporheben will, wer nur nach Mir seufzt und verlangt.

Sieh, wie Satan sein Reich ausbreitet auf der Welt! Sieh, wie nichts gescheut wird von seinen Helfershelfern durch Wort und durch Beispiel und durch Schriften, um die Menschen zu entfernen von Mir, um die Menschen Mir zu entreißen, Mir zu entfremden.

Mein Volk soll in der Religion fortschreiten und nicht in liberalen Wissenschaften, in Dingen, welche die meisten Menschen nicht gebrauchen können, ihr ganzes Leben hindurch. Aber da Mein Volk bestimmt ist, den Kreuzweg zu wandeln und alle den Kreuzweg zu gehen haben, so braucht es viel Kraft und Stärke.

Das Paradies ist verlorengegangen und nie, nie wird es wiederkehren, außer bei jenen, die Meiner Stimme folgen, die Mich suchen. Ich sage dir, das Paradies wird wiederkehren bei jenen Seelen, die glauben, daß Ich es, mit ihnen halte, daß Ich bei ihnen bin, und dies ist es, was den Paradiesweg, obwohl er ein Kreuzweg ist, so versüßt. Denn Ich werde ihnen all die Leiden, die Ich ihnen schicke, die jeder zu ertragen hat wegen der Adamsschuld, so versüßen und so erleichtern, daß sie selbige nicht fühlen sollen. O sage es Meinen Dienern, o sag es allen, die Mich lieben, o sag es Pater Bonifaz, er möge sich doch aufraffen und anschließen an dich und an deine beiden Mitschwestern.

Jesus: „Siehe, was Ich diesen rate und wie Ich ihnen in allen Nöten und Zweifeln helfe, so will Ich dasselbe tun für alle diejenigen, die in diesem Fach sich bewegen, welche die Jugend zu beeinflussen und zu leiten haben. Ach brächten sie Mir doch den Glauben entgegen, den Ich unbedingt verlangen muß. O es ist so nötig, daß die Vorgesetzten wissen, wie es mit der menschlichen Gesellschaft bestellt ist, wie unbedingt ein Damm errichtet werden muß, wie Ich es Meiner Dienerin angegeben habe, der dem Übel geradezu entgegenwirkt und entgegengestellt wird.

Der Zeitgeist soll und muß verändert werden, eine andere Luft muß wieder wehen, eine warme Südluft; die Herzen müssen wieder von neuem Glauben belebt, angefacht und erwärmt werden, und das können nur die Priester der katholischen Kirche zustande bringen und alle, die mit ihnen in Verbindung stehen und treten, das sind die klösterlichen Genossenschaften, die frommen Seelen, die überzeugt sind von Meiner Güte. Gläubige Seelen, freuet euch, ja freuet euch! Kommt und schöpfet mit Freuden aus den Quellen des Erlösers, schöpfet mit Freuden aus Meinem Herzen, ihr Meine treuen Kinder, helfet Mir Seelen gewinnen, mit Meinen Dienern dem großen Ziel entgegengehen, arbeiten im Weinberge Meines Vaters, die Jugend Mir gewinnen!

Jesus: „Ja sieh, dies sind alle jene Seelen, die ihr Herz der Gnadensonne geöffnet halten, deren Herzen Mir entgegenschlagen.“

Freitag nach dem Herz-Jesu-Fest 1896

Jesus: „Ja, man wundert sich über die auffallende Weise, wie Ich mit dir verkehre ... Ich bin gekommen, um der Welt den Frieden zu bringen. Dreiunddreißig Jahre bin Ich unter diesem Geschlecht gewandelt, um sie an Mich zu ziehen, um sie Meinem himmlischen Vater zuzuführen und jetzt, nach neunzehnhundert Jahren, wo Ich alles getan habe, um Mein Volk zu retten, will man Mich hinausschaffen aus den Herzen der Menschen. Man kennt Mich nicht mehr, man will nicht mehr glauben, daß Ich auf Erden gewandelt bin unter den Menschen, daß Ich im Allerheiligsten Sakrament des Altares zugegen bin.

Man hat die Schule Mir entrissen, Ich will aber, daß sie Mir wieder zugefügt werde. Darum verlange Ich eifrige Seelen, darum rede Ich mit dir, darum soll der Damm, von dem Ich dir schon einige Male gesprochen, errichtet werden, das heißt, treue und fromme Seelen sollen Hand in Hand mit den Priestern dem Strom der Zeit entgegenarbeiten, der unaufhaltsam abwärts fließt. Wo soll ich Mich hinwenden, wenn nicht an die Diener Meiner Kirche?“

Erster Freitag im September 1896

Jesus: „Ich sage, die Zweifel solcher sollt ihr nicht nachahmen, die euch jene beibringen; denn wenn sie fest glauben, was die Kirche lehrt, warum wollen sie nicht glauben, daß Mir die Freiheit gestattet ist, zu einer Zeit, wo Mein Volk abgewichen ist vom rechten Weg, daß Ich auffallend mit Seelen verkehren will, die sich Mir ganz geopfert. Jene sind die Lieblinge Meines Herzens, die kein Hinterpförtchen mehr haben in ihrem Glauben, die das Beispiel Meiner Mutter befolgen. Darum sage Ich dir, Meine Tochter, laß es nur jenen Priester wissen, der die guten Schriften verbreitet, der das Volk aufmuntert, sich diesem Feuerherd recht oft zu nahen, den Damm zu bilden, den Ich dir schon so oft gezeigt. Er soll sich nicht einschüchtern lassen von dem Gerede derjenigen, die Ich über ihn gesetzt habe als Vorgesetzte, er soll nur ja bedenken, daß alles, was sich auf Gottes Reich bezieht, alles, was der Menschheit den Weg zum Himmel zeigen soll, bekämpft und bestritten wird, weil alles Gute nun einmal sich so in der Welt durchsetzen muß. Ihr müßt wissen, daß ein großer Teil der Geister, die Ich, nachdem sie sich wider Mich empört hatten, in den Abgrund hinabgestürzt, auf Erden geblieben sind, und Ich diesen gestattete, die Menschheit zu quälen, um so mehr Heilige zu bilden, und um so mehr Verdienste jenen zu sammeln, die Mir trotzdem treu bleiben, und um so entschiedener die Guten von den Bösen auszuscheiden und trennen zu können.“

Dritter Samstag im Oktober 1896

Jesus: „Weil sie eine auserwählte Braut Meines Herzens ist und Mich mehr liebt als andere ihresgleichen, darum leidet sie mehr. Versteht doch einmal, Meine Kinder, welches das wahre Kennzeichen der Auserwählung ist und welches Meine liebsten Kinder sind: Diejenigen, denen Ich die meisten Leiden bereite. Merkt euch das doch einmal! Denn was Ich zu euch rede, soll nicht ihr allein gelten, sondern euch allen, ihr Bräute Meines Herzens. Und nun lebt wohl, Meine Kinder, und je enger das Band geschlossen und je mächtiger der Damm, den Ich dir gezeigt, dem Übel der Zeit entgegengestellt wird, desto herrlicher soll sich der Sieg der Kirche entfalten.“

Dritter Freitag im Dezember 1896

Maria: „Ja, Meine Tochter! Es ist bald Weihnachten! Siehe, Ich freue Mich mit dir; denn du sollst wissen, daß Ich dich und alle diejenigen segne, die mit dir verkehren, daß Ich sie in Mein mütterliches Herz einschließe. Es werden viele Seelen durch euch bekehrt werden … O seht doch, wie notwendig das Gebet der Gläubigen ist. O seht doch, wie notwendig es ist, gläubige Seelen heranzubilden. O seht, wo sollt ihr die Kraft hernehmen zu eurem wichtigen Amt, in das Ich euch gestellt? Seht, dort ist die Quelle im Tabernakel, dort führt Meine Seelen hin.

Seht, Meine Diener, deswegen verlangt Mein Sohn, daß ihr Mich nicht nur als eure Mutter betrachten sollt; nein, ihr sollt Mich betrachten als eure Gemahlin. Hat nicht der Herr gesagt, als Er den Menschen erschuf, es ist nicht gut für den Menschen, daß er allein sei, Ich will ihm eine Gehilfin machen? Versteht es doch endlich! Seid ihr ja doch Menschen von Fleisch und Blut und ihr bedürft einer Gehilfin; denn ihr seid die Diener Meines Sohnes, die Diener Seiner Kirche; so nehmt Mich doch an als eure Gehilfin! Bin Ich ja doch das Herz des Hauses, das Herz der Kirche. Ich will euch in allem beistehen, Ich will euch alles ersetzen, wo eure Armseligkeit als Menschen nicht ausreichen mag.

Darum will Ich, dem Willen Meines Sohnes gemäß, daß Meine Kirche darauf hinarbeiten soll, daß der jungfräuliche Stand zu Ehren gelange; denn es ist nicht möglich, daß die Klöster alle jungfräulichen Seelen aufnehmen können, die sich melden. Jungfrauen sind es, die eure Worte hören und in die Familien hineintragen durch ihre Leiden und Opfer; denn sie haben ihr Martyrium in der Welt nicht nur in der Familie oder alleinstehend für sich, im Dorf oder in der Stadt, nein, im ganzen Land sind sie Verschmähte, sind sie nachgesetzt den anderen Ständen, aber Ich will, daß sie auch geehrt werden sollen wie die anderen Stände. In dieser Zeit, wo der Unglaube alles überschwemmt, ist es unbedingt nötig, dem Übel Einhalt zu gebieten, einen Damm zu bilden; und diesen Damm seid ihr nicht imstande allein zu errichten, ihr müßt viele, viele Mithelfer und Mithelferinnen haben!“

Dreikönigsfest 1897

Jesus: „Ja, Meine Tochter, Ich bin das Licht der Welt. Das verklärte Angesicht, das du siehst in allen, die da die Krippe umstehen, das ist, weil in ihnen das Licht aufgegangen ist. Das Licht, das sie schauen, hat sich ihrem Geist mitgeteilt, und ihr Geist spiegelt sich in dem Körper, und der Körper wird vergeistigt. Siehst du, das ist der reine, kindliche Glaube, der die Gemüter beseelt. Kindlich war der Glaube dieser Männer, kindlich ist der Glaube Meiner heiligen Mutter und Meines heiligen Nährvaters, und alle, die sich Mir nahen wollen und alle, die Mich erkennen wollen, müssen diesen heiligsten Personen gleichen.

So wie Ich gekommen bin, um Licht zu bringen auf die Erde, so will Ich aber auch, daß alle diejenigen, die Ich Mir erwählt habe, Meine Geheimnisse der Menschheit zu erschließen, Licht werden sollen. Licht sollen sie sein, Licht, auf dem Leuchter sollen sie stehen und der Welt voranleuchten, der Welt durch ihr Beispiel und durch ihren Lebenswandel zeigen, daß es ein Licht gibt für alle Menschen, daß alle Menschen berufen sind teilzunehmen an diesem Licht. O wie glücklich sind diejenigen, die es erfassen, zu wandeln im Licht, die noch denken in ihrem Herzen, wozu sie erschaffen sind.

Wie habe Ich allen Menschen ein Beispiel gegeben von der Krippe bis zum Kreuz! Siehe, diese Männer, nachdem sie Mir ihre Gaben dargebracht, nachdem sie ihre Anbetung verrichtet, kehrten sie wieder um in ihre Heimat, aber nicht mehr in die alte Heimat, nein, in eine neue Heimat, ganz von Meinem Geist beseelt, ganz von Meinem Licht durchflossen und durchleuchtet. Sie führten ein Leben zwar nicht anders in ihrer Umgebung, sie bewegten sich noch in demselben Kreis wie früher, aber doch ganz anders der Sitte nach wie früher.

Dies ist die Aufgabe eines jeden von euch, Meine Lieben. Wo ihr hingeht, Meine lieben Kinder, wo ihr euch bewegt, sollen eure Mitmenschen sehen, daß ein anderer Geist in euch lebt. Für jeden, der sich euch naht, sollt ihr ein warmes, gefühlvolles Herz haben, und soviel in euren Kräften steht, sollt ihr die Menschen erquicken durch eure Güte, damit sie sehen, wie gut Derjenige ist, der euch belebt, dessen Geist in euch ist und lebt. Dies soll das äußere Zeichen sein von dem Bunde, den Ich mit euch schließen will. Denn er soll sich nennen: ‚Der Liebesbund des heiligsten Herzens Jesu.‘ Diejenigen, die sich festhalten an diesem Bund, werden niemals Gefahr laufen, auf Abwege zu kommen, denn einer soll den anderen aufrichten, niemals soll der eigene Wille vorherrschend sein, und sobald einer merkt, daß der andere seinen Eigenwillen vorschieben will, ist er verpflichtet, den Fehler zu rügen und den anderen dadurch zurückzuführen.

Meine Diener wollen ein besonderes Zeichen. Ja, das soll das äußere Zeichen sein: Die Bruderliebe, die Gottesliebe und die Nächstenliebe, die Liebe zu Mir im Allerheiligsten Sakrament des Altares. Es wird in seiner Seele ein Licht aufgehen, das Licht wird wachsen bis zum vollen Tag. Versteht ihr Mich, Meine Kinder? In Vereinigung und in Verbindung mit diesem Licht werden alle diejenigen, die sich vereinigen in diesem Bund, eine hohe Stufe der Vollkommenheit erreichen, gleich welchem Stand sie angehören. Den Eheleuten will ich den Frieden geben in ihren Familien, den Jungfrauen will Ich die Gnade geben, alle Leiden, alle Verdemütigungen, die sie zu ertragen haben, mit Liebe und Geduld zu ertragen. Den Priestern will Ich beistehen in ganz besonderer Liebe, weil sie ja doppelt an Mich gekettet sind durch ihre Liebe und das Gebet und durch das Gebet so vieler, vieler Seelen, mit denen sie im Bunde sind. Ja, den Priestern wird es am meisten nützen, wenn sie sich anschließen an den Liebesbund. Wer bedarf mehr der Stütze und des Gebetes als ein Priester, weil auch er ein armer, schwacher Mensch ist und weil er auf dem Leuchter steht und das Licht der Welt sein soll. Wenn nun das Licht verdunkelt ist durch die Sünde und durch die Leidenschaft, deren er sich hingibt, weil er doch auch ein schwacher Mensch ist, wie kann er dann ein Licht für andere sein? Darum ist es für den Priester doppelt wichtig, sich in das Gebet vieler, vieler zu empfehlen, nicht auf seine eigene Kraft allein zu vertrauen und nicht auf seine priesterliche Gewalt, die er übertragen bekommen hat für andere. Ja, diese bleibt ihm, sie ist ihm nur gegeben für andere, damit er andere leite und zum Himmel führe. Wo bleibt aber er? Die priesterliche Gewalt kann ihm für seine Seele wenig nützen, wenn seine Seele nicht in Ordnung ist. Ja schaden kann sie ihm noch, wenn seine Seele in Unordnung ist, umso mehr, als Seelen verloren gehen durch seine Nachlässigkeit.

Darum, o ihr alle Meine Diener, wandelt in der Demut, wandelt in der Liebe, wandelt in einem reinen, kindlichen Glauben und klammert euch an das Band, das Ich um euch schlingen will und um euch geschlungen habe, an das Band der Liebe, das ausgeht aus Meinem Herzen im Allerheiligsten Sakrament des Altares. Dieses Liebesband wird euch alles lehren. Dieses Liebesband wird euch Nachsicht lehren mit allen Menschen, wie mit euren Mitbrüdern, ihr werdet euch angetrieben fühlen, einer den anderen zu unterstützen, dem anderen nachzugehen, wenn er abgewichen sein sollte vom rechten Weg.

Dieses Liebesband wird euch lehren, alle Leiden mit Geduld zu ertragen, die euer Beruf euch auferlegt, besonders ihr, Meine Diener, die ihr euch Mir geweiht durch die Gelübde der heiligen Ordensregel, ihr Lieblinge Meines Herzens, die Ich euch besonders gestellt auf den Leuchter, der Welt voranzuleuchten durch ein gutes Beispiel, durch die Armut, den Gehorsam, die Keuschheit. Engelrein soll euer Leben dahinfließen. Ihr besonders seid berufen, euch selbst zu vergessen und nur daran zu denken, was Mein Wille von euch verlangt, und Meinem Willen alles zu unterwerfen, Meinem Willen all euer Sein, Denken, Tun und Haben. O seid doch zufrieden mit allem, was Ich über euch verfüge. Seid glücklich, wenn Ich glücklich bin, Ich sage, wenn Ich zufrieden bin mit euch! Und wann bin Ich zufrieden mit euch?

Barbara: „O Herr, soll der Gebetsbund schon jetzt ausgebreitet werden?“

Jesus: „Je eher, je besser. Die Zeiten sind schlimm, die Zeiten sind gefährlich und werden von Tag zu Tag gefährlicher für die Menschheit. Und je eher der Gebetsbund sich ausbreitet, denn dies ist der Damm, den Ich ausbreiten will in Meiner Kirche, je schneller wird dem Übel Einhalt geboten werden. Seht nur, Meine Kinder, Ich will euch ein Beispiel geben und sagen, warum Ich gerade zu dieser Meiner Dienerin komme, um durch sie so wichtige Worte zu sprechen, die Ich wirklich rede zu Meiner Dienerin.“

Erster Freitag im März 1897

Jesus: „Dies ist der Damm, den ihr bilden sollt, den Ich euch gezeigt habe durch treue Seelen, durch inniges Zusammenhalten unter euch selbst, und daß ihr alles überseht, taub und blind seid für die Welt und ihr Treiben. Dieses soll der Damm sein, der dem Übel der Zeit Einhalt tun wird.

O es gibt noch gute Seelen. Diese alle zusammen sollen den Damm bilden, den Ich dir gezeigt, und er wird und muß erstehen. Harret nur aus, Meine Kinder, und die Worte, die Ich zu euch rede, wollte Ich, daß alle diejenigen sie lesen, die an dem Ort stehen, wohin Ich sie hingestellt, und die Ich mit nichts als mit Leiden heimgesucht. Aber welch ein Trost liegt darin, wenn sie sich sagen können, mein Gott will es so, mein Gott, dem ich einstehen muß, um durch meinen Frieden, durch meine Zufriedenheit, die ich in all dem Kreuz, in all dem Unglück meinen Mitmenschen gegenüber an den Tag lege, Seelen zu retten.

Auch draußen in der Welt, o seht, diese armen Geschöpfe, ja, arme Geschöpfe sind es, jene armen Jungfrauen, die in den Familien leben, aber nicht mit der Welt, jene Frauen, jener Mann, die Ich dir eben gezeigt, sie alle sind Meine lieben Kinder und sollen den Damm bilden mit euch, mit einem Band umschlungen. Es ist das Band der Liebe, das Ich um euch schlingen will, um Meine liebsten Kinder, durch das hochheiligste Sakrament des Altares.

Dritter Freitag im März 1897

Jesus: „Ja, ihr müßt wissen, daß es eines mächtigen Dammes bedarf, der dem Unglauben soll entgegengestellt werden, und da muß Ich die Familien dabeihaben, nicht die Klosterleute allein, nicht die Priester allein, auch die Jungfrauen in der Welt, die Familienväter und Mütter und alle, die noch an Mich glauben, auf Mich vertrauen, und die Mich noch lieben, sie alle sollen herbeikommen, den Damm zu errichten, der dem Liberalismus der Zeit entgegengestellt werden soll. Meine Kirche soll wieder aufblühen, sie soll verbreitet und verherrlicht werden und zur Blüte gelangen, wo alle sie sehen sollen.

Seht, wie Satan triumphiert! Warum soll Ich nicht alle Macht aufbieten, um Meine Kinder zurückzuführen? Und ihr seid die Bevorzugten, ihr sollt den Damm bilden. Durch das hochheiligste Sakrament will Ich in euch eingehen, will Ich in euch wohnen, und alle eure Bitten erhören. Aber auch die anderen sollen herbeikommen und sollen wissen, wie gut Ich bin, und nur dann, wenn die Menschen sehen, wie gut Ich bin, dann erst werden sie wieder glauben, und es wird eine andere Zeit erstehen.“

Dritter Fastensonntag 1897

Jesus: „Deswegen soll ein Damm errichtet werden. Es sollen sich die Priester mit allen Ständen einigen und darauf hinarbeiten, daß der Liebesbund so schnell wie möglich gegründet werde. O raffe dich auf, du Tochter Sions, und komme Ihm entgegen und schaue Ihn mit der Krone der Vermählung an dem Tag, an dem Er Sich vermählte mit der Dornenkrone.“

Herz-Jesu-Freitag im April 1897

Jesus: „Abgewichen ist Mein Volk vom rechten Weg und hat sich verirrt, es verschmachtet in den Sandwüsten, in den wasserlosen Gegenden. Kein Wunder, wenn Ich eine Seele, die Mir nachgeht, die hört Meine Stimme, die verlangt nach Mir, Ich sage, kein Wunder, wenn Mein Herz, das betrübt und bedrängt ist, auf Mittel sinnt, um die wenigen Guten, die sich noch vorfinden in Meiner Schöpfung, mit Liebkosungen zu überhäufen … Ich sage, was Ich dir schon so oft gesagt, als Ich dir den Damm zeigte, der gebildet werden soll, um die menschliche Gesellschaft zu retten, und wie dieser Damm errichtet werden soll, habe Ich dir auch schon so oft gesagt und muß es immer und immer wieder erklären, daß Ich verlange, einen Liebesbund zu errichten in der ganzen weiten Welt.

Und wo kann Ich ihn denn errichten als unter euch, Meinen liebsten Kindern, den Kindern Meines Herzens, die Mein Herzblut in sich aufnehmen, in denen Ich verkehren will. Es müssen die Priester mit aller Energie und Willenskraft vorangehen; denn Ich muß dir bewußt machen, daß nichts ohne Bedeutung ist, was Ich mit dir und durch dich getan habe … Du aber, o Mensch, den Ich in diese Schöpfung hineingestellt, du bist Mein Ebenbild! Die Majestät eines Gottes ist in dir ausgeprägt und nicht anders kann Ich Freude an dem Menschengeschlecht haben, als wenn es Menschen gibt, die Mein Ebenbild in sich verwirklichen, die sich umgestalten. Darum tretet ein in den Liebesbund, macht es, wie es Meine kleine Dienerin tat, als Ich ihren Willen verlangte, gebt Mir eure Zustimmung, gebt Mir eure Willenskraft und stählt sie täglich im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe, und bildet Mir Seelen, Seelen, in denen Ich Meine Freude habe, in denen Ich gerne wohne, in die Ich hinabsteigen will und kann. Keine Menschenseele soll ausgeschlossen sein von Meiner Liebe.

Darum breite sich aus den Liebesbund Meines heiligsten Herzens. Die Priester sollen sich Mühe geben, die öftere Kommunion überall einzuführen. O seht doch auf eure Schäflein, die Ich euch anvertraut habe, das arme, kleine Volk, wie auch es sich abmüht und abhärmt Tag und Nacht, wie es streiten muß um die Krone, und erleichtert ihm sein Schicksal. Ihr seid die Hirten, von denen Ich einstens die Schäflein zurückverlangen werde! Du aber, du gläubiges Volk, schließe dich an, an den Liebesbund, mache es dir zur Regel, zur ganz besonderen Regel, daß du oft und würdig dich Meinem Tisch nahst. Und nun lebt wohl, Meine Kinder, bis Ich wieder zu euch komme. Seid zufrieden mit dem, was Ich zu euch rede.“

Fest der Sieben Schmerzen Mariä 1897

Jesus: „Siehe, das ist Mein geheimnisvoller Leib der Kirche, den der König der Schöpfung so zerfleischt, nicht mehr will er an Mich glauben dieser König, er ist abgefallen von Mir und hat einen anderen König an Meiner Stelle auf den Thron gesetzt. Ich habe dir voriges Jahr, als Ich dir die Männerwelt zeigte, an eben diesem Sonntag, wo sie ihre Osterkommunion verrichten sollten, überhaupt in der heiligen Fastenzeit, viel darüber gesprochen, wie Ich einen Damm errichtet haben will und warum Ich ihn errichtet wissen will. Ich habe dir dort gezeigt, wie die Kirche verlassen ist von der Männerwelt, und weshalb Ich deshalb will, daß Meine Diener sich bemühen sollen, alles herbeizuführen, wie Ich will, daß sie arbeiten sollen, um den jungfräulichen Stand zu Ehren zu bringen, um die öftere Kommunion einzuführen in Meiner Kirche, um den Damm zu errichten. Gottlos ist die Welt geworden, gottlos über alle Maßen hinaus.“

Palmsonntag 1897

Jesus: „Meine Tochter! Siehe, das ist die Welt, die ruft heute: ‚Hosianna, dem Sohne Davids‘ und morgen: ‚Hinweg mit Ihm, ans Kreuz mit Ihm!‘ Das ist der Wankelmut der Menschen. So ist die Welt: Weltlich gesinnt, durch und durch; irdisch gesinnt, aber eine andere Welt lebt in ihnen. Der armselige Mensch ist zusammengesetzt aus Fleisch und Blut. Diese sinnliche Natur zieht immer abwärts. Aber, ihr Priester des Herrn, wundert euch nicht über das, was ihr da seht in der Welt; so ist der Mensch. Der Mensch lebt beständig in zwei Welten, in der sinnlichen Welt, die ihn umgibt, und in der übernatürlichen Welt, die jeder in sich herumträgt, und weil der Mensch ein Geschöpf ist, genommen aus dieser sinnlichen Natur heraus, so zieht ihn die sinnliche Natur immer wieder dem Sinnlichen zu. Daher die großen Mißstände unter diesem Geschlecht. Das kommt daher, weil viele dieser sinnlichen Natur zuviel nachgeben, da kann der Geist nicht herrschen. Jeder Mensch lebt aber auch in einer übersinnlichen Welt, diese Welt trägt jeder in seinem eigenen Herzen. Darum wundert euch nicht, ihr Priester des Herrn, warum Ich Mich so auffallend zeige. Ich will euch zeigen, daß Ich wirklich und wahrhaft unter euch wohne.

Du aber, Meine Dienerin, bereite dich vor auf den Tag, wo die Kirche Meinen Todestag feiert, um der Welt die Wunder Meiner Liebe zu zeigen. Wunderbar bin Ich in Meiner Liebe. O wie Ich alles erfinde und erdenke, um der Welt Meine Liebe kundzutun. Wunderbar, großmütig, selbstlos und uneigennützig sollt ihr alle sein und werden, die ihr eintretet in den Liebesbund. Euch habe Ich herbeigeführt.

Seht, euch habe Ich mit ihr verbunden, die Wunder, die Ich in ihr wirke, der Welt zu verkünden. Seht, ihr alle, die ihr euch dem Liebesbund anschließt, ihr alle, Meine liebsten Kinder, seht, Ich habe Mich mit euch verbündet. Viele werden staunen über das, was Ich in einer Seele wirke, und den Kopf schütteln, weil Ich so gut bin; denn es wird eine große Vereinigung werden, Priester und Laien, Reiche und Arme, Ordenspersonen und Weltleute, sie alle sollen herbeikommen und sich vereinigen in dem Liebesbund, um einzustehen für jene Seelen, die verirrt, um die verirrten Brüder zurückzuführen, denn die Welt soll gerettet werden. Ihr alle sollt in ihr eines Herzens werden. Kommt und schaut, zu welch Großem Ich euch bestimmt habe. Ihr sollt herrschen mit Mir, von Ewigkeit zu Ewigkeit.“

Gründonnerstag 1897

Jesus: „Seht, Meine Kinder, ihr sollt eine neue Epoche vorbereiten, von der die Kirchen­geschichte, viele heroische und großartige Dinge aufzeichnen wird. Es soll eine Wende geben in Meiner heiligen katholischen Kir­che, in dem Schicksal Meiner Kirche. Ge­knetet und geknechtet wie sie ist von all ihren Feinden, in ihr selbst gibt es gar viele Glieder, die faul sind, die abgestorben sind an Meinem mystisch-geheimnisvollen Kir­chenleib.

Seht nun, Meine Diener, deswe­gen verlangt Mein Herz, daß ein Damm errichtet werde, daß ein Liebesbund ge­gründet werde, in den alle Völker eintreten sollen. Nicht nur spreche Ich allein für die Priester, für die Ordensleute, für die Frauen und eifrigen Seelen, Ich spreche für alle und jeden, der ist und lebt in Meiner Kirche, im Schifflein Petri. Sie alle sollen herbeikom­men, sie alle sollen wissen den Plan, den Ich vorhabe, daß Meine Kirche soll zum Sieg geführt werden, daß sie soll auf den Berg gestellt werden, von dem aus alle Völker der Erde sie sehen sollen; sie soll siegen und herrschen über alle Völker, auch über die, die Mich nicht als ihren Gott an­erkennen. Darum, Meine Diener, fürchtet euch nicht, Ich will mit euch sein!

Und so wird der Liebesbund sich ausbrei­ten. Dies ist der Bund, den Ich geschlossen am hochheiligen Fronleichnamsfest, und heute, wo dieses Fest ist eingesetzt worden, will Ich es erneuern. Ein dreifaches Band habe Ich mit euch geschlossen, das ausgeht aus Meinem Herzen, und alle, die sich an­schließen, sollen die Früchte kosten und die Früchte genießen.

Dazu habe Ich alle berufen, nicht nur die Priester und Klosterleute, nein, sondern alle Menschen, Familienväter und Mütter und alle treuen Seelen, wo sie sich auch befinden. Aber dann gibt es solche, die Ich dir damals gezeigt, als Ich dir die Welt zeigte, daß eine Zeit komme, wo sich die Menschheit teile in zwei Teile, wie die Zeit, die jetzt ist, wo es eine Ausscheidung geben muß, wo die Guten sich ausscheiden und zusammenscharen sollen, und wo Ich in der Mitte bin; das sind die guten, treuen Kin­der, die sich leiten lassen von Meinem Geist, deretwegen Ich die öftere Kommu­nion eingeführt wissen will. Mit diesem Band will Ich all die Christen eng aneinan­der scharen und diejenigen, die sich so um Mich herumdrängten, wo jedes sich vor­schieben wollte, um der Nächste bei Mir zu sein, das sind diejenigen, die eintreten in den Liebesbund, die teilnehmen an Meinem Bund. Diejenigen aber, die du weit von Mir gesehen, die auf dem schmalen Rand gin­gen, wo sie jeden Augenblick hinabzustür­zen drohten, das sind jene Christen, die nur noch das Allernotwendigste mit knapper Not tun. An diese kann ich eine solche Sprache nicht richten.“

Karfreitag 1897

Jesus: „Es ist die Liebe Meines Herzens, um eurer Mühe willen, um eurer Opfer­freudigkeit willen, vereinigt mit den Süh­neleiden, die Tag für Tag, Woche für Wo­che, mit euch vereinigt dem Himmel aufge­opfert wurden. Dies ist der Damm, den Ich errichten will in Meiner Kirche. Fahret fort, Meine Diener! Glaubt doch, daß Ich wirklich und wahrhaft zu euch rede! Ich habe euch vor Jahren durch diese Meine Dienerin gesagt, daß die Kirche leer steht, weil der König der Schöpfung sie verlassen hat, der katholische Mann, daß der Kirche der Einsturz droht; denn der Mann ist der Baustein, der Glied um Glied eingefügt ist in die Mauer, wodurch Meine Kirche aufgebaut ist. Der Mann, vereinigt mit dem Priestertum, soll die Kirche halten. Tritt aber der Mann im Glaubensleben zu­rück, dann zerbröckelt diese Mauer, Stück um Stück löst sich ab und die Kirche droht einzustürzen. Der Zeitpunkt ist gekommen, wo Meine Kirche wieder herrlich und schön erblühen wird, erblühen soll; ausgeschmückt soll sie werden mit vielen Zieraten. Blumen will Ich pflanzen in ihr, die herrlich dastehen, und erfreuen sollen sich die Herzen Meiner Kinder, der Kinder der heiligen Kirche, erfreuen sollen sich alle an den Blumen, die Ich hineinpflanzen will.“

Osternacht 1897

Jesus: „Harret aus, Meine Kinder! Bleibet standhaft in der Liebe, einig in wohlwollen­der Liebe, in wohlwollender Nächstenliebe für eure Brüder, die abgeirrt sind vom rechten Weg, denn Ich Selber habe dir ge­zeigt, daß eine Zeit kommt, wo der Baum geschüttelt wird und die faulen Glieder gereinigt und ausgesiebt werden. Wohl denen, die in der Nähe von Seelen leben, die es verstehen, Meinem Herzen Gewalt anzutun. Es werden wohl viele Seelen ge­rettet um der Sühneleiden treuer Seelen willen und um des Eifers Meiner Diener willen, die Meine Herde leiten, aber doch nicht alle können gerettet werden, weil nicht alle gerettet sein wollen.

Diejenigen, die auch nur noch ein Fünkchen guten Willens sind, die sich nur noch, und wenn es an der äußersten Spitze ist, an Meine Kirche anschließen, sollen gerettet werden, ja selbst diejenigen noch, die im letzten Atemzug in sich gehen und zurück­denken an das Glück, das sie verscherzt, und sich so im Geist noch anschließen an Meine heilige Kirche, sollen alle, alle ge­rettet werden um des Gebetes so vieler frommer Seelen willen.

Viele werden herbeiströmen und sich laben an den Früchten, die Ich reichlich austeilen werde in Meiner heiligen Kirche, in dem Liebesbund, den Ich gründen will; der be­stehen soll unter Reich und Arm, unter Laien und Priestern, unter klösterlichen Genos­senschaften, wie in der Welt, in den Familien, wie in jeder einzelnen Seele, wenn sie sich nur anschließen wollen und teilnehmen wollen an den Gnadenschätzen, die Ich ausgießen und ausbreiten werde durch die leitenden Kanäle, die da reichlicher spru­deln als je seit dem ersten Bestehen Meiner Kirche.

Denn Ich werde dafür sorgen, daß alle Priester, die diese Schriften lesen, die eingetreten sind in den eucharistischen Ver­ein, daß sie Kanäle werden, durch die das Wasser der Gnade in reichlicher Fülle hin­eingeleitet wird     in die Herzen Meiner Kin­der. Und so wird nach einiger Zeit in Mei­ner Kirche ein gar herrlicher Ostermorgen anbrechen, noch viel herrlicher und glorrei­cher als derjenige ist, der diese Nacht an­bricht.“

Fünfter Freitag im April 1897

Maria: „Deshalb verlangt Mein Sohn eine Gebets­armee unter allen Ständen, keiner soll aus­geschlossen sein. Ein Damm soll errichtet werden in der ganzen Welt, in der ganzen katholischen Kirche, denn nur in ihr und durch sie allein kann die Welt gerettet wer­den; alles andere, was getan wird von den verschiedenen Volksstämmen, es hat nur so viel Wert, als es getan wird in Vereinigung mit der katholischen Kirche und mit Rück­sicht auf sie und nur um der katholischen Kirche willen und nur um ihrer Verdienste und der Opfer willen, die da gebracht wer­den in der katholischen Kirche.

Denn das heilige Meßopfer wiegt alle Schätze der Erde auf, die Verdienste der Christen wie­gen alle guten Werke aller Volksstämme auf, die auf der ganzen weiten Welt Gott aufge­opfert und dargebracht werden; aber um der Christen willen und um der katholi­schen Kirche willen und um des Opfers Meines Sohnes willen, um des Priestertums willen, das da fort und fort Meinen Sohn vertritt, wird die Welt verschont.

Ein Damm soll errichtet werden von Männern, Frauen und Jung­frauen, die einstehen für die Rechte Meiner Kirche, die sich auf das innigste vereinigen mit den treuesten Kindern der Kirche, mit den Klosterleuten und Priestern. Unaufhör­lich soll das Gebet emporsteigen, und all die Verdemütigungen, die da kommen, die der Kirche bereitet werden von der ungläu­bigen, gottlosen Welt, soll sie ruhig hin­nehmen, über all die Verachtungen und Verdemütigungen soll sie hinweggehen und tun, als wären sie nicht gewesen. Gerade im Kreuz soll sie siegen.“

Zweiter Freitag im Mai 1897

Jesus: „Dieses ist es, warum Ich den Damm er­richten will, warum Ich das Band schließen will unter den treuesten Kindern durch die oftmalige heilige Kommunion, durch den Liebesbund Meines Herzens, durch die innige Verehrung zum Allerheiligsten Al­tarsakrament.“

Dritter Freitag im Mai 1897

Maria: „Seht ihr, Meine Kinder, glaubt ihr, daß jetzt Mein Sohn mitten unter euch lebt wie da­mals, aber gerade so verborgen und nur denjenigen bekannt, die mit gläubigem Her­zen Ihm entgegenkommen. Dort wandelt Er als Mensch und angetan mit einem Schein der Unmöglichkeit, daß in diesem Derjenige, Der das Judenvolk retten sollte, Der die Menschheit erlösen sollte, verbor­gen sein könne, und doch ist in Ihm der Messias verborgen. Ja, es kommt die Zeit herbei, wo Satan sieben will, Satan will sieben, und viele, viele Kinder der katholischen Kirche wird er zu leicht befinden und wird sie wie die Spreu hinausblasen in die Wogen dieses Lebens, in die Wogen des Unglaubens, und verschlungen werden von dem Abgrund, der sich da auftut. Darum, Meine Kinder, ihr sollt Meine Stellvertreterinnen sein.

Seht, als Mein Sohn hinaufgefahren war zu Seinem himm­lischen Vater, da mußte Ich zurückbleiben, da ließ Er Mich zurück. Noch viele Jahre sollte Ich der Mittelpunkt sein in der neuen Kirche, um die sich die neue Kirche scharen sollte. Ich sage der Mittelpunkt, denn ob­wohl Mein Sohn das Haupt der Kirche ge­wählt hatte in Petrus, Seinem Jünger, sollte Ich doch der Mittelpunkt sein des Bandes, das Er da geschlossen hatte am Kreuz. Am Vorabend vor Seinem bitteren Leiden, als Er das Allerheiligste Sakrament des Altares einsetzte, begründete Er den Liebesbund, schloß das Band, das Er schlingen wollte um alle treuen Kinder, die da eingehen werden in dies Schifflein Petri, und am Kreuz besiegelte Er dies Band mit Seinem kostbaren Blut.

Diesen Liebesbund sollt ihr als die Jung­frauen, die da Meine Stelle vertreten in sichtbarer Gestalt, unterstützen. Ihr sollt dies Band unterstützen, wie es auch Meine Aufgabe war, wie Ich die Kirche, die Mein göttlicher Sohn gestiftet hatte und in der Er Petrus als das Haupt eingesetzt hatte, un­terstützen mußte durch Mein Gebet, durch Meinen guten Rat, den Ich ihm erteilte und allen Aposteln. Und so sollt ihr durch eure Gebete, eure guten Werke, durch euren guten Rat, wenn er auch nicht angenommen wird, die Kirche unterstützen. Und die Gnaden, die da ausgehen, die da sprudeln aus Meinem Herzen und hineingeleitet werden durch die Diener Meiner Kirche, denn diese sind die Kanäle; noch viel verzweigter aber müssen diese werden durch kleine Kanälchen, durch kleine Schleusen, damit die Gnaden hineingeleitet werden können in die einzelnen Teilchen des mysti­schen Leibes Meines Sohnes. Und diese Kanälchen sind alle jene Seelen und Genos­senschaften, welche die Kirche gestiftet hat und durch die Glieder hinausgesandt werden in einzelne Familien, und durch die das Reich Gottes, sei es durch leibliche Werke der Nächstenliebe oder andere, befördert wird.

Das Reich Christi soll erneuert werden, es muß ein Damm errichtet werden, die klö­sterlichen Genossenschaften müssen in Verbindung treten mit den guten, gläubigen Christen der Welt.“

Letzter Freitag im Mai 1897

Jesus: „So verhält es sich aber auch mit dieser Seele und allen treuen Kindern der Kirche, die glauben, daß Ich im Allerheiligsten Sa­krament gegenwärtig bin. Habe Ich nicht das Recht, zu schalten und zu walten in Meiner Kirche, den mystischen Leib Meiner Kirche zu erneuern, die Glieder, die da in ihr sind, zu ermuntern und im Glaubensleben zu erneu­ern? Steht Mir nicht das Recht zu, allen Meine Liebe zu offenbaren , allen zu sagen, wie gut Ich bin, auch jenen mitten in der Welt, wie auch deine Verwandten mitten in der Welt stehen, sie alle mit dem Tau Meiner Gnade zu übergießen, damit sie sehen, wie gut Ich bin und sich aufraffen, sich im Glaubensleben zu erneuern und andere wieder herbeiführen, denn die Familie ist es in der Welt, die Ich heiligen will.

Väter, Kinder, Mütter, Greise und alle sol­len sich anschließen an den Liebesbund, sie alle sollen herbeikommen zu Meinem Tisch und sich laben an den Früchten, die da ein jeder schöpfen und pflücken kann an die­sem Baum, der da verborgen ist im Allerheilig­sten Sakrament.

Die öftere Kommunion will Ich einführen, das Familienleben will Ich erneuert wissen. Darum fordere Ich Meine Diener durch dies Sprachrohr auf, daß sich die klösterlichen Genossenschaften vereinigen sollen mit denen, die in der Welt leben, mit den Fami­lienvätern, Müttern, Jungfrauen in der Welt, durch Gebet, Opfer, Sühne; denn Mein Herz ist betrübt bis in den Tod um der Seelen willen, die verlorengehen. Denn geschüttelt wird der Baum Meiner Kirche, und es fallen viele, viele hinab in den Ab­grund und gehen verloren auf ewig, verlo­ren auf ewig.“

Pfingstfest Nacht 1897

Jesus: „Allen Christen, allen Menschen, mögen sie stehen, wo sie wollen, jedem gebe Ich Meine Gnade, daß sie ausharren können, ein jeder auf seinem Posten, wohin Ich ihn gestellt. Und weil so viele, viele, zum Ab­fallen kommen, weil viele zugrunde gehen werden, und in all der Trübsal und Angst verzweifeln und untergehen in der Trübsal, darum sollt ihr, Meine treuen Kinder, zu­sammenstehen und nichts scheuen, um eure Mitschwestern und Mitbrüder anzueifern, ihnen Trost zuzusprechen, die Gefallenen aufzurichten, über all das wegzugehen, und solange der Atem noch aus- und eingeht, solange sollt ihr die Hoffnung nicht sinken lassen. Deswegen sage Ich, was Ich dir am letzten Freitag gesagt: Priester und Laien, Kloster- und Weltleute, Familienväter und Mütter, Kinder und Greise, sollen sich zusammen­tun zu einem Bund, das ist der Liebesbund Meines göttlichen Herzens. Oft und oft sollt ihr euch vereinigen am heiligen Tisch des Herrn, damit ihr, neu gestärkt, mutig hinaustretet in die gottlose Welt.“

Zweiter Freitag im Juni vor Dreifaltigkeit 1897

Jesus: „Ihr aber, ihr Kinder Meines Herzens, alle die ihr da eintretet in den Liebesbund, freut euch und seid nicht allzu betrübt, so wie der Sturm, den Ich hie und da über eine Familie hinwegbrausen lasse, sich wieder legt, und nachdem er sich ausgetobt, die liebe Sonne wieder scheint und Freude, Friede und Trost allmählich wieder zurück­kehren, sobald der Sturm sich gelegt, so und noch viel tröstender wird, wenn der Sturm in alle vier Himmelsrichtungen da­hinbraust und sich dann wieder legt, die liebe Gnadensonne des Trostes, des Frie­dens hereinleuchten in die Herzen, so daß ihr all die Leiden und Trübsale vergessen werdet. Freuen sollt ihr euch mitten in der Trübsal, wenn auch dieser Leib, dieser schwerfällige, die Freude nicht spürt, wenn er auch gebeugt und gedrückt dahin­schleicht.“

Fest des Heiligen Johannes des Täufers 1897

Jesus: „Diese will Ich auf außergewöhnliche Leiden vorbereiten, weil sie es ja gerade sind, die Ich au­ßergewöhnliche Leiden erdulden lasse. Sieh, dies alles mußte so kommen, damit du für Meine heilige Kirche recht viel verdienen könntest, damit du ein Vorbild werdest für alle Mitglieder des Liebesbun­des, den Ich da einführen werde in Mei­ner Kirche. Kein Mensch, der eintreten wird, mag er stehen in stiller Zurückgezogenheit in einsamer Zelle, oder mag er ein Priester sein und an der Spitze einer Gemeinde ste­hen, die ihm viel Unannehmlichkeiten be­reitet; mag er viel verfolgt werden wegen seines Amtes, selbst von solchen, denen er am meisten nützte, de­nen er am meisten Gutes getan; mag er stehen als Familienva­ter und alles gegen ihn sein und seine Kin­der ihn noch so undankbar behandeln, und die Kin­der, nachdem er alles getan, doch gegen ihn gehen wie gegen ein Untier.

Ihr alle, ihr treuen Seelen, sollt euch verei­nigen in dem Liebesbund: Priester und Laien, Or­dens- und Familienmitglieder, Väter, Mütter, Jungfrauen, Kinder, Greise, Jünglinge, ihr alle vereinigt euch zu einem Bund und gebt Mir das Versprechen ab im Beichtstuhl vor eurem Beichtvater oder an der Kommunionbank, für Meine Rechte einzustehen, euch einschreiben zu lassen als treue Mitglieder dieses heiligen Bundes, den Ich geschlossen habe mit diesen drei Seelen; denen Ich den Auftrag gab, die Heiligste Dreifaltigkeit auf besondere Weise zu ver­eh­ren und anzubeten im Namen aller Men­schen, und durch ihre Persönlichkeit diese drei heilig­sten Perso­nen vorzustellen; denn so wie der Vater und Ich und der Heilige Geist Eins sind, so müssen diese drei eins sein im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe, und was Ich noch als Bei­gabe ihnen zugebe, ist Leiden.

Also, die Welt liegt im argen, der Glaube schwindet von Tag zu Tag mehr und mehr, und auch die guten Katholiken werden vom Strom der Zeit mit fortgerissen. Hinwegge­schwemmt wird alles Heilige und Ehrwür­dige durch die allzu große Vergnügungs­sucht dieser Tage! Denn es reihen sich Fe­ste an Feste, die darauf abzielen, den Glauben und die guten Sit­ten zu un­tergra­ben, alles Religiöse aus den Herzen heraus­zureißen. Wo bleibe Ich nun, euer Herr und Gott? Ich befehle euch im Namen des Va­ters und des Heiligen Geistes, daß die treuen Kinder Meiner Kirche sich anschlie­ßen müssen an den Liebesbund, den Ich befohlen habe zu errichten in Meiner Kir­che.

Und nun hört die Statuten, die Ich euch selbst diktiere in Eigener Person: Jeder Priester hat in seiner Gemeinde dar­auf hinzuwirken, jeder hat die Aufgabe, daß er mit Entschiedenheit vor die Vorstände der Gemeinde hintritt, daß die allzu große Vergnügungs­sucht womöglich aufgeho­ben, und wenn nicht aufgehoben, so doch möglichst gemindert werde. Jeder Priester hat die Gewalt, die Ich ihm übertragen habe durch die Priesterweihe, die Ich ihm gege­ben habe, also eine göttliche Gewalt, die alle Gewalt dieser Erde, die einem Ge­schöpf gegeben, auch wenn er König oder Kaiser wäre, weit, weit überragt. Je­der Prie­ster hat in seiner Gemeinde dafür mit Entschiedenheit zu sorgen, dieser Vergnü­gungs­sucht entgegenzutreten!

Dann soll er die guten und treuen Katholiken anhalten und auffor­dern, trö­sten und warnen, trösten und aufrichten, wo es notwendig ist; die Leidenden, ganz besonders jene Familien, die Ich mit Kreuz heimsuche; denn Ich kann unmöglich den guten und treuen Christen die Leiden ersparen. Denn wißt ihr, ein Kennzeichen eines guten Christen sind die Leiden. Daran müßt ihr erkennen, daß ihr gute Kinder der katholischen Kirche seid, wenn ihr viel mit Leiden heimgesucht seid. Denn ihr alle sollt das Kreuz schleppen und sollt Meine Kir­che unterstützen. Wißt ihr, ihr Priester, ihr habt die Aufgabe, die­ses zu tun, denn nicht ihr allein könnt das Kreuz tragen, Meine treuen Kinder sollen euch dabei hel­fen, sie alle sollen vollzählig werden, sie sollen unter dem Kreuz stehen und Meiner Kirche das Kreuz schleppen helfen. Denn nicht ihr allein könnt es schleppen, auch nicht jene Kinder allein, die sich da zurück­ge­zogen, um sich den Werken der Gottes- und Nächstenliebe zu widmen.

Seht, Ich stehe an der Spitze, seht, Ich gehe euch voraus! Schaut auf Mich, folgt Mir nach, erinnert euch, wie Ich unter euch gewandelt bin, wie Ich nie­mand gescheut. Ahmt Mich nach, studiert Mein Leben, wie Ich die Guten um Mich herum gesammelt und ihnen das Evangelium ver­kün­dete, wie Ich vor die Pharisäer und Stolzen hingetre­ten und sie zurechtwies, obwohl Ich doch wußte, daß Ich dadurch nur Meinen Tod beschleunigte … So sollt ihr es auch tun ihr, Meine treuen Diener!“

Jetzt aber, Meine Kinder, kommt mit Mir! Seht, in mancher Kirche ist doch schon die nächtli­che Anbetung eingeführt und die treuen Seelen Meiner Kirche scharen sich, um Mein Herz zu verehren und anzubeten. Seht, wie diese Männer Mein Herz er­freuen, Mein Herz trösten! Und wißt ihr, daß Ich zufrieden bin, obwohl so mancher da kniet und anstatt zu beten, eingeschla­fen ist. Ach ja, verdenkt es ihnen doch nicht! Wer sind sie denn die Männer, die Jüng­linge, die da knien? Sind es nicht die armen Fabrikarbeiter, die armen Landleute, die da dann frei­lich, wenn sie mit gutem Willen vor Mir erscheinen, vor Mir dann schlafen. Aber seht, sie sind doch da, und Ich bin zu­frieden mit ihrem guten Willen!“

Herz-Jesu-Fest 1897

Jesus: „Seht, es ist das dritte Fest vorüber, wo Ich euch zusam­menführte und den Bund mit euch ge­schlossen, wo Ich euch zu dritt einführte in die Geheimnisse Meines Herzens. Und nun seht schon die erfreuliche Früchte an dem Baum, den Ich euch gezeigt und zwi­schen euch ge­stellt, an dem Baum, den Ich gepflanzt in eure Mitte, der da ist der Lie­besbund Meines heili­gen, göttlichen Her­zens. Viele Blüten siehst du prangen an diesem Baum, und nun liegt es in eurer Hand und in den Händen Meiner Diener, daß diese Früchte auch zur Reife gelangen und nicht etwa durch einen kalten Hagel­schlag oder durch ein Unwetter verdorben und abge­schüt­telt werden an diesem Baum.

Darum arbeite an den Pfarrern, wo sie auch stehen, damit sie sich in Einklang setzen mit den Lehrern und auch mit den Erzieherinnen, und diese durch Frömmigkeit und gute Sitten der Jugend recht zur Seite stehen, überall den Liebesbund empfehlen, die öf­tere, heilige Kommunion empfeh­len, denn nur von die­ser Stätte aus kann die Jugend dazu ge­bracht werden, sich oft an Meinem Tisch einzufinden, am Tisch des Herrn.

Ausgegangen ist das Übel aus Mei­ner Kirche. Weil sie reich gewesen, ist sie üppig geworden, diese jungfräuliche Braut, und der Reichtum, er schadet über­all, am meisten aber an derjenigen, die Meine Braut ist, die Braut des ärmsten Jesus! Aber nur Mut, die Schäden werden besei­tigt und ein anderes Reich wird erstehen; Meine Kirche wird erblühen wie noch nie …

Es ist gut, wenn N. ein Register führt, weil der Mensch gar sinnlich ist und etwas mit den Sinnen Wahrnehmbares in Händen haben möchte. Gut ist es schon, aber es wird noch we­nig nützen, solange es noch so im Verborgenen ist, doch kann es ja niemand schaden, auch wenn noch harte Stürme kommen. Streben ja doch diejeni­gen, die eintreten, nur Gutes an, und das Gute wird gefördert, weil nicht wie bei vielen guten Genossenschaften das Geld mitspielt; denn alles muß, ohne den gering­sten Geldverlust zu erleiden, bewerkstelligt werden. Niemand darf eine Münze verlangen, Ich behalte das Mir vor, damit niemand sagt und der heiligen Kir­che vorwirft, daß es Geldmacherei sei. Uneigennützig müssen alle Mitglieder des Liebesbun­des sein, alle, die teilnehmen an dem Liebesbund, alle, die ihn fördern, alle, die Mitglieder sammeln, alle, die sich bemühen, andere herbeizufüh­ren und den Priestern zuzuschicken. Kein Geld, nichts, nichts darf eine Seele anneh­men.“

Fest Mariä Heimsuchung 1897

Jesus: „Ich will hier Seelen, die Mich in Meinem Beruf unterstützen, und diese sollt ihr sein, ihr Ge­schöpfe, die Ich erschaffen, ihr Kin­der der katholischen Kirche. Euch verlange Ich um Meinen Tabernakel, euch will Ich sehen, um euch will Ich das Band der Liebe schlingen, und da nun so viele Meiner Brü­der und Schwestern fern bleiben von Mir, Meiner spotten und lästern, so sinne Ich auf Mittel, um Meine Barmher­zigkeit ausüben zu können an diesen Geschöpfen. Und wer, meint ihr wohl, wen Ich Mir er­wählt habe, um Brücken zu bauen? Euch habe Ich er­wählt, euch, Meine liebsten Kinder, ihr alle, die ihr teilnehmen wollt an dem Liebes­bund.

Durch euch will Ich Brücken bauen, um Meine Gerechtigkeit zu überbrücken, ihr sollt die Schwestern der Barmherzigkeit sein, und wie anders könnt ihr denn diese Brücken bauen, als wenn Ich euch Spott bereite, das Gelächter eurer Mitmenschen errege, damit ihr jene Geschöpfe, die Meiner spot­ten, die Mich verlachen und bis zum letzten Atemzug Meiner spotten, wieder gewinnen könnt. Also seid zufrieden, wenn hie und da etwas vorkommt, wodurch ihr das Ge­rede eurer Mitmen­schen erregt, und ein wenig bewitzelt und bespöttelt werdet. Seht, den Be­ruf, den ich euch gegeben, sollt ihr so wacker und tapfer ausüben wie Ich.

Den Liebesbund will Ich errichten, und alle, die glauben, daß Ich im Allerheiligsten Sa­kra­ment des Altares zugegen bin, müssen zu einem Bund zusammentreten, denn Ich wieder­hole euch, daß die Zeit gekommen ist, wo Satan mit aller Wucht, mit aller Ent­schiedenheit, mit aller Energie auftritt in Meiner sichtbaren Schöpfung. Ich habe es dir an einer anderen Stelle schon einmal erklärt, daß damals, als Satan noch ein Lichtengel war, er von der Gottheit großen Einfluß auf sich vereinte. Er wohnte in einem unzugänglichen Lichte, und das Licht der Gottheit überschattete, überstrahlte ihn in überreichem Maße. Die Zeit ist nun gekommen, wo Satan schrecklich wütet, wo er alles zu verschlin­gen droht, und wartet nur noch ein paar Jährchen und ihr sollt sehen, wie Satan sein Reich aufschlägt, welche Triumphe die Hölle feiert. Darum heißt es einstehen mit aller Entschiedenheit, einste­hen für Meine Rechte.

Du, Meine jungfräuliche Braut, bist tief betrübt, du dauerst Mich, weil du so traurig einhergehst, Ich habe Mitleid mit dir, Ich möchte dir helfen! Du bist tief be­trübt wegen deiner Kinder, die du so sehr beweinst, und die du wieder gewinnen möchtest. Ich möchte sie dir alle wieder zuführen, aber siehe, Ich brauche Stützen, Ich brauche Helfer und Gehilfinnen, und diese Stützen und Gehilfinnen sind die treuen Kinder der katholischen Kir­che.“

Großes Gebet in der St. - Ignatius-Kirche 1897

Jesus: „Seht, Meine Kinder, Ich habe euch zusam­mengeführt und den Liebesbund ge­grün­det; ihr seid die Fundamente, an euch sollen sich alle anschließen, Priester und Laien, Reiche und Arme. Denn alle Ehre, welche die Men­schen der ganzen Welt Mir darbringen, wenn sie auch alles aufböten, ist nichts im Vergleich zu der Ehre, die Ich Meinem himmlischen Vater erzeige, wenn Ich Mich so tief demütige und zu einem so armseli­gen Geschöpf Mich herablasse wie du es bist, wie ihr es seid, ihr alle! Und ein einzi­ger Akt dieser Ehre, den Ich damit Meinem himmlischen Vater erweise durch die Ver­demütigungen, denen Ich Mich dadurch unterziehe, wiegt die Ehre der ganzen Welt und aller Menschen auf, weil sie eine un­endliche Ehre ist; eine unendliche Ehre, die Ich dadurch Meinem Vater beweise.“

Herz-Jesu-Fest im August 1897

Jesus: „Meine Kinder! Dies ist es, was Ich euch heute lehren will. Die Welt steuert darauf los, alles über Bord zu werfen, den Glauben zu untergraben und aus der Welt hinauszuschaf­fen, weil sie in ihrem Vorha­ben keinen Glauben mehr brauchen kann; denn die Völker sind gottlos geworden, und Meine Hand lastet schwer auf Meinem Volk. Wenn das Volk Gottes abgewi­chen ist vom rechten Weg, dann überlasse Ich es seinem Schicksal und Willen, und wenn es seinem Willen überlassen ist, dann folgt es seinem Willen, und ich habe ihm, dem Men­schen, seinen freien Willen gegeben, damit er wählen kann zwischen Gut und Böse. Dies ist ja seine Prüfung, zu wählen zwi­schen Gut und Böse. Habe Ich ja diesen Menschen Mir ähnlich ge­macht, habe Ich Meinen Geist ihm aufgeprägt, damit er, wenn er die Prüfungszeit vollendet hat, er mit Mir herrsche und nicht mehr unter­worfen sei, nicht mehr unterjocht, nein, nach die­ser Prüfungszeit soll der Mensch mit Mir herrschen von Ewigkeit zu Ewig­keit! Nun ist die Zeit gekommen, und es ist nicht mehr ferne, ja die Morgenröte ist schon da, wo die Völker einer harten Züchtigung übergeben sind und wo die Guten mit den Bösen leiden müs­sen. Deswegen habe Ich schon bei meiner letzten Belehrung gesagt, daß diejenigen, die zu Mir in Treue halten, Meinen Geist in sich auf­nehmen werden und so in sich aufneh­men, daß sie ihren Feinden wie von einem Licht­strahl umgeben vorkommen; denn sie wer­den mit einem Freimut vor sie hintreten und sich nicht fürchten vor den Gottlosen, so daß jene Gottlosen kleinlaut und schüchtern dieser Person gegenüberstehen, weil sie sehen, wie ohn­mächtig sie sind in all ihrer Bosheit. Es wird die Zeit kommen, wo jeder auf eigenen Füßen stehen und feststehen muß, wo der Bruder nicht auf den Bruder schauen kann, die Schwester nicht auf die Schwester, weil die Züchtigung eine gar herbe und bittere sein wird. Und seht, weil der Glaube so erschüttert ist unter den Menschen, auch unter den Besten, und sie alles ins Natürliche hineinziehen, diese Menschen, so fällt es schwer, etwas Gutes anzubringen, wenn diejenigen, die Ich hin­aussende unter das Volk Gottes, nicht selbst tief eingewurzelt sind in der Demut, die das Fun­dament des Glaubens ist, des Glaubenslebens. Ihr müßt also bei all den Erfahrungen und Prüfungen, womit Ich euch hin- und her­schwenke, ruhig weiter­gehen, eingedenk der Worte, die Ich dir vor vielen Jahren aufgetragen: ‚Du mußt über dich weggehen und tun, was Ich dir sage.‘ Dieses muß das Losungswort aller Mitglie­der des Liebes­bundes sein bei allen den Erscheinungen, die da zutage treten, bei all den Bemü­hun­gen und Opfern, die sie ge­bracht und bei denen dennoch das Gegen­teil zum Aus­schlag ge­kommen ist, und ru­hig weiterge­hen und feststehen im Glauben; denn es wird die Zeit kom­men, wo sich einer am anderen anstoßen und ärgern wird, weil die Menschen sich selbst überlas­sen sind.

Und doch soll die Welt gerettet werden, und doch ist dies alles nur ein Be­weis Meiner göttlichen Liebe. Nicht verderben will Ich den Menschen, nur retten mit der Zuchtrute. Fahret so fort wie seither, im Stillen zu arbeiten an den Seelen, die euch zugeführt werden, und ihr werdet noch Wunder der Gnade erleben.

Es wird die Zeit kommen, wo ihr gleichgül­tiger, so gleichgültig allem gegenübersteht, daß ihr euch wähnt, im Paradies zu leben inmitten der größten Trübsal, ja, Ich verspreche euch dieses und all denjenigen, die mit euch gleichen Schrittes gehen, die arbeiten an der Vorbereitung des Liebesbundes, daß sie mitten in der Trübsal in solchem Trost schwimmen werden, als ob alles lauter Liebkosungen und Tröstun­gen für sie sein sollten. Um dies aber in euch und all denje­nigen auch zu bewirken, die Ich be­stimmt habe, Mein Volk zu retten, das sind die Priester, die Ordensleute, die christlichen Fa­milien, die Ich in den Liebesbund einreihen will, und die sich einreihen lassen, sollen sie wie Felsen stehen im Meeresgetöse, im Brausen des Meeres. Wenn das Wasser der Trübsal über ihren Häuptern zusammenschlägt, sollen sie ruhig stehen. Kein Haar von ih­rem Haupt soll fallen, soll ge­krümmt wer­den von denjenigen, die auf Mich ver­trauen.

Die Demut ist die Mutter des Glaubens, und der Glaube erfordert vor allem zum Fundament eine tief gegründete Demut.

Deswegen, um die Demut zu begrün­den in euch und allen Mitgliedern des Liebesbundes, werde Ich manches über euch kommen lassen, was ihr nicht versteht, und dennoch müßt und sollt ihr glauben; denn Meine ganze heilige Re­ligion, denn Meine ganze heilige Kirche ist ein Asyl, worin die Mitglieder glauben müssen, ohne zu verstehen. Ich wohne un­ter euch, und ihr versteht es nicht. Ich wohne in euch, in eu­ren Herzen und rede mit euch eine Sprache, und ihr ver­steht Mich nicht, weil ihr Geschöpfe, arm­selige Wesen seid, und Ich, euer Schöpfer und Herr, diesen Vorrang vor euch haben muß. Von euch kann Ich nur verlangen, daß ihr Meinen Fügungen demütig euch unter­werfet und Meine Worte glaubt. Dann sollt ihr alles in dem Licht schauen, wie Ich es Selbst schaue; dann sollen alle Pläne, die Ich damit gehabt, daß das Licht Ich euch verbarg, daß ihr manches nicht versteht, offen vor euch stehen, und ihr werdet mit Entzücken und aufjubelnd mit allen Engeln und Heiligen ein­stimmen in den Lobgesang: ‚Großer Gott, wir loben Dich, Herr, wir preisen Deine Stärke, vor Dir neigt die Erde sich und bewundert Deine Werke; wie Du warst vor aller Zeit, so bleibst Du in Ewigkeit!‘

Also geht ruhig wei­ter, und solange ihr noch nach rechts und links euch ängstlich umschaut, habt ihr noch nicht das ABC gelernt. Merkt es euch, nicht nur ihr, auch alle die Priester, denen Ich dieses Blatt in die Hand gebe. Merkt es euch nur!

Erstens sollt ihr gebildet werden in der Kreuzesschule, damit ihr tragen lernt das Kreuz, das Ich nun einmal auf jedes Men­schen Schulter gelegt in der weisen Ab­sicht, die Ich nur Mir allein vorbehalte; denn daß Ich den einen reich, den anderen arm erschuf, daß Ich diesen be­stimmt zum Lehren und jenen zum Arbeiten, diesem ein großes Talent und jenem ein schwa­ches Ta­lent gab, ist alles ein Geheimnis, das Ich Mir allein vorbehalte, und du armer, schwa­cher Mensch weißt nicht, warum Ich dies tat und sollst es nicht wissen, weil du Mein Ge­schöpf bist.

Zum zweiten sollen die Mitglieder, denen Ich das Blatt in die Hand spiele, und die es lesen, Mir einen kindlichen Glauben entge­genbringen, glauben, daß Ich die Macht habe, Meine Ge­schöpfe zu warnen, und daß Ich auch die Liebe und die Macht habe, Meine Ge­schöpfe zu überzeugen, daß Ich sie liebe und Mich dazu eines armseligen, unwürdigen Ge­schöpfes be­dienen will, dem nie­mand belegen kann, daß es die Weis­heit, die Ich in ihm wirke und über sie aus­gieße, aus den Büchern oder aus dem Stu­dium hat. Zum dritten sollt ihr Mir entge­genbringen, ihr Mitglieder des Liebesbun­des, eine recht unei­gennützige Nächsten­liebe.

Es soll euch gleich sein, wer es ist, den ihr Mir zuführt, ob fremd oder bekannt, ob in der Familie oder fernstehend. Allen, allen Menschen müßt ihr ein warmes Herz ent­gegenbringen, ein mitleidiges Herz, ein gutmütiges Herz, und wo ihr nicht die leib­li­chen Werke der Barm­herzigkeit ausüben könnt, da um so mehr die geistigen zu Hilfe nehmen. Mit einem Wort, das Schifflein, das steuert im Liebesbund, soll sich von den Wellen, wenn sie auch noch so hoch gehen, nicht umstürzen lassen.

Es soll mit den Wellen gehen, ob berg­auf oder bergab, immer den Blick auf den Mastbaum gerichtet hal­ten. Der Mastbaum ist der Aufblick zu Gott, zu Mir, ist mit einem Wort die Liebe zu Mir! Habt ihr Mich verstanden, Meine Kinder? Die Liebe, die Liebe will Ich vermehren in euch!

Ich habe dir wiederholt gesagt, schon lange, daß, wenn die Schwerter klir­ren, wenn das Wehgeschrei auf der ganzen Welt ertönt, es einen großen Kampf kosten wird, Ich Meine Diener hinaussenden werde als Friedensboten, und daß die Welt durch sie soll ge­rettet wer­den, die Kirche zur Blüte gelangen soll. Seht, da brauche Ich starke Männer, starke Seelen, die Meine Kirche unterstützen durch Gebet und Opfer und Sühne, und da habe Ich sie erwählt, fest zu stehen zu sol­chen Zeiten. Ich er­wähle dazu alle, die Ich in den Liebesbund einführe, und die sich einführen lassen. Sie alle sollen wie Felsen stehen im Sturm der Zeiten, im Glauben nicht wanken!“

Mariä Himmelfahrt 1897

Maria: „Erhebe dich, Meine Tochter, schau und folge mit dem Auge deines Gei­stes, was dir alles gezeigt werden wird. Glückselig seid ihr, ihr Kinder Meines lie­ben Sohnes, ja glück­selig seid ihr, denn Er ist es, Der euch zusammengeführt und den Liebesbund mit euch ge­schlossen hat, glückselig seid ihr, weil ihr geglaubt habt; denn alles, was der Herr euch sagen wird, wird in Erfüllung gehen. Folget nur Seiner Lehre, tut nur Seinen Willen, und glückse­lig werdet ihr eingehen, so wie ihr seht, daß Ich aufgenommen wurde heute in die Ge­meinschaft Meines lieben Sohnes. Densel­ben Weg werdet ihr finden wie Ich, densel­ben überglücklichen Gang werdet auch ihr ma­chen, wenn eure Laufbahn auf Erden zu Ende geht.“

Erster Freitag im September 1897

Jesus: Seht, Meine Kinder, der Sommer neigt sich zum Ende. Vieles habe Ich mit euch ge­sprochen, und nicht umsonst. Wisset, daß das kleine Samenkörnlein, das da ausge­streut wird, überall guten Boden gefunden, und der Liebesbund, wenn er auch be­kämpft wird, macht ruhig die Runde, geht ruhig von Ort zu Ort, von Stadt zu Stadt, von Land zu Land hier im Deutschen Reiche. Einer sagt es dem andern, einer übergibt die Schrift dem anderen, und wer es liest, wenn auch ungläubig, er nimmt sich das Beste heraus. Ihr müßt euch nicht wundern, wenn man die Schrift zurück gibt mit dem Bemerken, sie nicht weiter lesen zu wollen. Dies ge­schieht nur euretwegen, um euch zu demütigen. Der Keim, der aber ins Herz gelegt wurde durch das Le­sen der Schriften, sproßt doch empor … Ich Selbst will ihre Labung sein. All deine Beichtkinder sollst du einreihen in den Lie­besbund, indem du sie lehrest, ihr Kreuz mit jener Geduld zu tragen, wie Ich es ge­tragen wis­sen will, indem du sie lehrest, dort Kraft zu schöpfen, neuen Mut zu neuen Kämpfen … Verloren ist er nicht, aber er streckt die Arme empor, er ist tief, tief im Elend. Sie soll sich dem Liebesbund an­schließen, öfter kommunizieren und nicht dem Kleinmut nachge­ben. Diese Seele ist viel zu kleinlich. Großmütig soll sie sich anschließen an den Liebesbund, unter dem Schatten dieses Baumes wird sie vorwärts schreiten. Alles, alles will Ich ihr erset­zen, was sie gelitten hat in der Jugendzeit; denn Ich habe es nicht vergessen, wenn auch die Welt es ver­gessen hat. Ihr Leiden soll ihr überreichlicher Lohn bringen. Sie soll nur von jetzt an ihren Kleinmut able­gen.“

Vierter Freitag im September 1897

Jesus: „Es sollen noch viele gerettet werden durch ihren Mut, durch ihren Löwenmut und durch das Gebet frommer Seelen, die Ich in großer Zahl erwecken will, die Ich in gro­ßer Zahl her­anbil­den will, weswegen Ich ja nicht genug sie hineindrängen kann zum Liebesbund, zum Hinzu­treten an Meinen heiligen Tisch. Dort sollen sie Kraft schöp­fen und sich laben und so das Priestertum unterstützen mit Mut und Gottvertrauen. Siehe, wie Ich so besorgt bin um jedes ein­zelne Kind der katholischen Kirche, für jeden Menschen, für jedes Geschöpf, das Meine Hand schuf, so aber auch für die gesamte menschliche Gesellschaft.“

Fest des Heiligen Franziskus 1897

Franziskus: „Diese Menschen nun, weil nicht durch eigene Schuld so heruntergekommen und in den Un­glau­ben geraten, sind zu retten, sind noch zu retten, und ihr sollt die Aufgabe haben, viele von ihnen zu retten. Und da kannst du beitragen, du, die du stehst in einem Haus wie diesem hier, in einer Wirtschaft; und auch du, Mutter, wenn du entschieden deine Wege gehst, unbeküm­mert um den Spott und die üblen Nachreden. Du sollst sie mit Geduld ertragen und für jene auf­opfern, die sie dir zuschleudern. Und so auch ihr alle, die ihr eintreten werdet und wollt in den Lie­besbund, ihr alle sollt beitragen, die Kirche zu stützen, wie ich es getan durch mein Beispiel, meine Entschiedenheit, meinen Glauben, meine Hoffnung und meine Liebe.“

Fünfter Freitag im Oktober 1897

Maria: „Meine Kinder! Es ist recht und es freut Mich, daß ihr euch so Mühe gegeben habt, um dabei zu sein, um euch anschlie­ßen zu können an diese Meine Lieblinge, an diese Meine treuen Kinder. Ja, ihr tut recht zusammenzustehen, denn der Wille Meines Sohnes ist, daß ein Bund gegründet werde, wo alle sich beteiligen können, die noch eifrige Christen sein wollen, und alle die treuen Kinder, die sollen sich zusam­menscharen, damit ein Damm errichtet werde dem Unglauben gegenüber. Seelen sollen sich zusammenfinden, die zusam­menstehen in eifri­gem Gebet, damit die Zeit abgekürzt werde, die Zeit der Trübsal.“

Fest der Heiligen Drei Könige 1898

Jesus: „Du stehst in der Familie, da gibt es allerlei Launen und Leiden zu ertragen. Du mußt sie ertragen und ruhig weitergehen. Du mußt wissen, daß du beitragen sollst zu dem Ziel, du mußt dich erinnern, daß du im Gefolge der Heiligen Drei Könige bist, und mit festem Vertrauen, mit großem Glauben, mit inniger Liebe dich anklammern an den Liebesbund.

Je gottloser die Welt ist, desto eifriger und treuer müßt ihr sein, ihr guten, treuen Kinder, wenn es auch scheint, als sei alles verloren, es ist nichts verloren. Ihr sollt sehen, wie viele sich noch anschließen. Wenn auch scheinbar alles verloren ist, dann ist alles gerettet: Ich meine, eure Sache! Seelen, Seelen verlangt Mein Herz. Durch Gebet, durch Sühne und durch Opfer und durch Ertragen aller Leiden sollen Seelen gerettet werden.

Seht, ihr alle, die ihr euch anschließen wollt an den Liebesbund, seid zufrieden mit dem, was Ich euch gegeben; denn um glücklich zu sein, braucht man nicht viel zu besitzen.“

Dritter Freitag im Januar 1898

Jesus: „Denn sie alle sind Sonderlinge, wie sie die Welt nennt, und diesen müßt ihr euch anschließen. Ihr müßt Sonderlinge werden, ihr alle, die ihr euch dem Liebesbund anschließen wollt. Ihr müßt zufrieden sein, euch glücklich fühlen in all dem Elend, das Ich über euch kommen lasse, weil ihr wißt, daß ihr zu den liebsten Kindern Meines Herzens gehört und deswegen Sonderlinge sein müßt. Zufrieden sein müßt ihr in all der Trübsal, die Ich über euch sende. Und das kennt nicht die gottlose Welt, denn wenn Trübsal über sie hereinbricht, dann verschwindet der frohe Mut und Frohsinn.“

Zweiter Freitag im Februar 1898 vor Sexagesima

Jesus: „Das ist es, was Ich von euch wissen will und allen, die sich anschließen an den Liebesbund, das Kreuz, das Ich in ihre Mitte gestellt, sollen sie gerne tragen.“

Freitag vor dem ersten Fastensonntag 1898

Maria: „Dann aber sollen sie zufrieden sein und sich selbst vergessen, weil sie ja die Vertreter der Liebe sind vor Meinem Sohn, die Seraphim der Liebe, die Ihn Tag und Nacht liebend anbeten sollen, und nicht verzagt und kleinmütig wegen ihrer eigenen Schwäche. Liebe soll ihre Schritte beflügeln, wenn sie hintreten vor Meinen Sohn, damit doch das Werk, das bereits angefangen, recht bald vollendet werde, das Liebeswerk, der Liebesbund, den Mein Sohn gründen will unter der armen, verlassenen Menschheit. Sie sollen, mit einem Wort, beten für die Priester, für das heilige Priestertum, denn nur vom Priestertum allein hängt die Rettung der Menschheit ab.

Mein Sohn hat von dem ersten Augenblick an, als Er euch sagte, daß Er den Liebesbund gründen wollte, den Wunsch geäußert, daß in der Welt auf die Gottlosen, die Meine Kirche verfolgen und verschmähen, die nicht beachten ihre Worte, die nur darauf aus sind, das Reich Christi sobald wie möglich zu zerstören, keine Rücksicht zu nehmen sei, daß Meine Diener diese nicht beachten sollen, daß sie sich weder einschüchtern lassen sollen von ihren Drohungen und Gebärden, noch viel weniger aber Menschenfurcht zeigen sollen.

Menschenfurcht, die niedere Menschenfurcht, als wäre es Unsinn zu glauben, daß in der Kirche Gottes Mein lieber Sohn in den Seelen noch wirke, wie Er doch immer und allzeit wirkte, sie dieses geheimnisvolle Wirken Meines Sohnes nicht verschmähen und verachten sollen, sich nicht darüber hinwegsetzen sollen, als brauchten sie es nicht, als bedürften sie nicht des Gebetes frommer Seelen, des Rates und Beistandes Gottes, den Er ihnen geben will durch eben solche Seelen, in denen Er wirkt.“

Herz-Jesu-Freitag im März 1898

Jesus: „Die Ordensleute, die sich anschließen wollen, die diejenigen sein wollen, durch welche die Welt soll gerettet werden, denn Ich will eine Schar bilden, eine Schar heiliger Seelen, die einen mächtigen Damm bilden der gottlosen Welt gegenüber, die müssen ihren anderen Mitbrüdern und Mitschwestern, mit denen sie zusammenwohnen, ein fortwährend anstoßendes Wesen sein.“

Fest des Heiligen Josef 1898

Josef: „Und weil Er dir den Auf­trag gab, durch dich die oftmalige heilige Kommu­nion einzuführen in der Welt, bin ich auch der Beschützer des Liebes­bundes und somit der Beschützer über alles, was in dir gewirkt wird. Ängstige dich nicht mehr, und gehe ruhig weiter, wenn auch dein Beichtvater und niemand sich dieser Sachen annehmen. Was der Herr durchführen will, führt Er doch durch. Ich werde meine schützende Hand darüber ausgebreitet halten.“

Dritter Freitag im Juli 1899

Jesus: „Darum, Meine Kinder, was Ich schon jah­relang mit euch gesprochen habe, als Ich euch zeigte, wie der Unglaube alles wie Wasser mit sich hinwegschwemmt, wie ein reißender Strom dahinbraust, und ein Damm müsse errichtet werden, um diesem Strom der Gottlosigkeit und des Unglau­bens Einhalt zu tun, und Meine Diener hier in Mainz Mir geradezu entgegenarbeiten, an­statt Meine Sprache zu glauben und zu befördern, und Ich euch schon damals sagte, daß Ich sie umgehen werde und an­dere herbeiführe, so ist nun diese Zeit ge­kommen, wo Ich die Sache umgehend durchführen will.

Seht, so füge Ich alles. Jeder Schritt und Tritt, den ihr tut, hat seine wichtige Bedeutung für Meine Kir­che. Ich will Meine Kirche zum Sieg füh­ren, und aus einzelstehenden Personen muß der Damm errichtet werden. Ich will die kostbaren Perlen, die da eine jede Seele ist, die in dem Acker die Perle gefunden, die Perle der Weisheit, die nur strebt, Mir zu dienen und Mir zu gefallen, vereinigen zu einem Bund.

Theresia: „Nein, nein, meine Töchter! Ihr sollt jene Ordensleute nicht nachahmen, die, wenn der Herr ihnen eine Seele zuschickt, sie kalt und schroff behandeln. So frei und offen, wie ihr es tatet, sollen sie sich gegenseitig besprechen über das Heil der unsterblichen Seele, damit diejenigen, die der Herr euch zuführt, sehen, daß man heilig werden kann, daß diejenigen, die der Herr in einen Ordensstand hineinführt, auch dort noch Menschen sind und die Rechte der Natur befördern müssen, daß sie noch Fehler be­gehen, wie die Weltleute auch, weil sie noch in Fleisch und Blut sind. So wird der Mensch, der aus dem Kloster wieder hinaustritt in die Welt, nicht bedrängt, sondern auf­gemuntert und angeeifert, weil er sieht, daß man auch mitten in der Welt, wiewohl er in so viele Fehler fällt, dennoch Gott gefallen kann, wenn er sieht, daß seine Bräute doch auch noch Menschen sind. Seht, diese gegenseitigen Ergüsse sind die wahren Freundschaften, die da aneifern und anlocken das arme Menschenherz, und so wird der Damm errichtet, von dem der Herr schon so oft gesprochen. Ihr habt recht getan, und ich belobe euch, ihr habt recht getan, meine Töchter!“

Jesus: „Darum muß Ich anfangen bei den liebsten Kindern Meines Herzens, weil diese ja die gläubigsten sind. Seht, wie Ich hier, wo Ich euch hingeführt, kein Hindernis gefunden; sie hatten keine Kritik, sie dachten nicht hin und her: ‚Ja, könnte das nicht auch vom bösen Feind oder Schwindel dabei sein?‘, weil ihre Seele geläutert ist. Darum bitte Ich Meine Schwestern, daß sie sich alle Mühe geben, ihre übrigen Genossenschaf­ten, nicht nur die Karmelitinnen, sondern auch die Karmeliterorden männlichen Ge­schlechtes, in Kenntnis zu setzen, daß wo­möglich alle Orden der Beschauung, sowie auch diejenigen, wie die Kapuzinerinnen hier in Mainz, die Dominikanerinnen und Do­minikanerorden, alle die beschaulichen Or­den zusammen, sich verbinden, sich dem Liebesbund einreihen und hören die Stimme ihres Geliebten, der da sie aufsucht in den Felsenritzen, um zu ihrem Herzen zu reden. Meine Kinder! So rufe Ich euch allen zu, allen, die ihr das Glück habt, die Perle der Weisheit gefunden zu haben, die ihr euch in die Felsenhöhle Meiner treuen Dienerin Magdalena vergraben habt, kommt an Mein Herz! Kommt in Meine Arme und höret die Worte eures Geliebten. Nicht will Ich zu euch kommen, um euch zu grollen und zu tadeln über eure Fehler. Nein, nein, Meine Kinder! Was Ich hier zu Meinen Dienerinnen spreche, zu den Eheleuten spreche, zu den Priestern, die sich schon bereits dem Liebesbund angeschlossen, rede Ich auch zu euch und zu euch in erster Linie. Ihr alle quält euch ab, wenn ihr merkt, in einen Fehler gefallen zu sein. Es ist aber Mein Wille, daß diese unnötige Marter aufhöre. Ein freudiges Herz sollt ihr Mir entgegen­bringen, ein freies Herz sollt ihr Mir entgegenbringen, ein Herz, dem Meinen ähnlich, das Sich Selbst vergißt und die Rennbahn lief, Tag für Tag, um Meinem himmlischen Vater alle Seelen vorzustellen. Ich hätte die ganze Welt durchlaufen mö­gen, um die lieben Worte, die der Vater Mir zusprach, Mir eingab, allen Menschen zuzusprechen. Wie liebevoll waren Meine Worte, als Ich auf Erden lebte. Nur diejeni­gen tadelte Ich, die stolz Mir gegenüber­standen und Meine Worte nur spottend und hohnlachend an­hörten, um Mich nur zu verspotten. Zu­sammen will Ich führen die guten Kinder Meiner Kirche, zu einem Bund, zum Lie­besbund.“

Portiuncula-Fest 1899

Jesus: „Fragt Mich nicht so neugierig, genug, wenn Ich euch sage, was Ich will. Viel Freude haben sie Mir gemacht, die Kinder des heiligen Franziskus. Darum bin Ich heute ganz besonders getröstet und machte euch diese ganz besondere Freude, euch dieses wissen zu lassen und allen, die sich Mühe gaben, die Bedingungen zu erfül­len. Seht, Meine Kirche wünscht, Mein Statthalter in Rom, weil Ich es ihm so ein­gegeben habe, weil er Hand in Hand geht mit Meiner Dienerin, denn wie Ich zu dir rede, so rede Ich zu ihm, daß ein Damm er­richtet werden soll von heiligen, frommen See­len, und Meine Kirche darauf hinarbeiten soll, daß dieser Damm von frommen Be­tern doch recht bald und recht zahlreich zusammengestellt und verbunden wird. Ich habe schon häufig mit euch darüber gesprochen, und Mein Diener in Rom ver­steht Meine Sprache. Er weiß, daß, was Ich rede mit einem so armse­ligen Wesen, wie Meine kleine Dienerin hier ist, nicht die Sprache eines arm­seligen Menschenkindes ist, daß es die Sprache jenes Gottes ist, Der Mensch ward, um die Menschheit zu retten. Also, um die Menschheit zu retten, würdige Ich Mich, zu reden durch euch und zu euch. Ich will Mich aber würdigen, zu vielen zu reden, ja Ich wollte, Ich könnte zu allen Menschen reden, und sie alle würden Mich verstehen.“

Erster Freitag im August 1899

Jesus: „Ihr alle aber, ihr Meine treuen Diener, die ihr es aufgefaßt, was der Zeit not tut, fahret fort mit dem tiefgläubigen Volk, Ich sage nicht mit dem Volke, nein, mit dem Völkchen, denn es sind nur gar wenige, und doch habe Ich schon bereits angefan­gen, in vielen das Glaubensflämmchen wieder anzufachen. Das sind diejenigen, die im Liebesbund stehen, jene Ordensgenossenschaften, die davon wissen und sich anschließen, jene Priester, die davon wis­sen und es zu ver­breiten suchen und die Nutzanwendung daraus ziehen.“

Zweiter Freitag im August 1899

Jesus: „Seht, so soll alles Hand in Hand gehen im Liebesbund. Alle können sich heiligen, die es wissen und lesen.“

Noch viele weitere Fundstellen finden sich in den „Offenbarungen an Barbara Weigand“ in sieben Bänden.

zurück

Gebet an Paschalis Baylon

Tägliches Gebet an St. Paschalis Baylon

(Der hl. St. Paschalis Baylon ist der Schutzpatron aller eucharistischen Bruderschaften und Vereinigungen  (Auch als Novene für besondere Anlässe geeignet)

Ich bete Dich an, Herr Jesus Christus, und sage Dir Dank, daß Du in Deiner unendlichen Liebe zu uns armen Menschen das hochheilige Sakrament des Altares eingesetzt hast. Stärke meinen Glauben und entzünde in mir das Feuer der Liebe zu diesem Sakramente, damit ich oft und allzeit würdig hintrete zu Deinem Tische und dadurch mir die Gnade erwirke, vor meinem Tode noch mit dem himmlischen Manna gespeist zu werden.

Und du, glorreicher, heiliger Paschalis, liebreicher Tröster der Geprüften und mein Beschützer, komme mir zur Hilfe mit deiner kräftigen Fürbitte. Bei deiner Liebe zur heiligen Kirche, zum Frieden  und zur Wohlfahrt der christlichen Völker, besonders aber bei deiner großen Andacht und Liebe zur heiligen Eucharistie bitte ich dich flehentlich: erlange mir hienieden ein Herz voll Demut, Sanftmut und Reinheit, eine brennende Liebe zum Allerheiligsten Altarsakrament und ein sehnliches Verlangen nach einer *ehrerbietigen und *ehrfürchtigen täglichen heiligen Kommunion. Dann wird meine Seele dereinst den Frieden finden und der Wonnen des Himmels sich erfreuen, da ich mit dir ewigen Kommuniontag feiern kann im beseligenden Genusse des Dreieinigen Gottes. Amen.

Imprimi permittitur
Temesvarini, 16.
Nov. 1915  + Julius, Episcopus
(mit kleinen *Abänderungen versehen. Der Verf.)

zurück

Weihegebet

Der  Eucharistische Liebesbund   des göttlichen Herzens Jesu

Originaltexte von 1914

Weihe an das göttliche Herz Jesu

Wer in den Liebesbund aufgenommen werden will, der richte die einmalige und innige Bitte nach der hl. Kommunion an Jesus, Er möge Sich würdigen, ihn aufzunehmen in den Bund der Liebe, den er mit der Menschheit geschlossen hat. Man kann dabei folgendes beten:

„Jesus Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch, den ich im Allerheiligsten Sakrament wahrhaft gegenwärtig glaube und bekenne, ich bitte Dich mit der ganzen Inbrunst meines Dich aufrichtig liebenden Herzens, würdige Dich, mich in die Zahl jener bevorzugten Kinder Deiner hl. Kirche aufzunehmen, mit denen Du den Bund der Liebe geschlossen hast. Ich verspreche Dir von ganzem Herzen, mit Deiner allmächtigen Gnade alle Obliegenheiten des Liebesbundes getreu und gewissenhaft zu erfüllen. Heilige Maria, Du meine Mutter und mächtige Fürsprecherin am Throne meines Erlösers, hl. Erzengel Michael, hl. Joseph, hl. Franziskus, alle lieben Engel und Heiligen Gottes, bittet für mich! Amen“

zurück

Aufopferungsgebete

Kirchlich approbiertes Vereinsgebet der Mitglieder des

„Eucharistischen Liebesbundes des göttlichen Herzens Jesus“

(Bitte täglich morgens beten.)

O Jesus, Du Bräutigam meiner Seele, ich opfere Dir beim Beginn dieses Tages alle Leiden und Widerwärtigkeiten auf, die mir bei der Ausübung meiner Standes- und Berufspflichten begegnen werden. In Vereinigung mit Dir will ich heute wieder das Kreuz meines Berufes tragen, gleichwie Du Dein schweres Kreuz den Kalvarienberg hinaufgetragen hast, und ich verspreche Dir, mit Deiner Gnade auszuharren in diesem meinem Berufe bis zum letzten Atemzuge meines  Lebens. Laß nie mehr zu, daß ich etwas anderes begehre, als eine Braut des Gekreuzigten zu sein. Um diese Gnade bitte ich auch für alle bedrängten Priester und Ordensleute, die um ihres Glaubens und Berufes willen so vieles leiden müssen. Indem ich mich mit ihnen verbinde, bitte und beschwöre ich Dich, uns als Schlachtopfer hinzunehmen, daß wir uns selbst ganz vergessen; unsere Fehler abzulegen suchen und uns einsetzen für die sündige Menschheit, auf daß bald werde eine Herde und ein Hirt. Amen.

(„Daß Du die Feinde Deiner heiligen Kirche demütigen wollest, wir bitten Dich, erhöre uns!“ Amen.)

Kirchlich approbiertes Vereinsgebet der Mitglieder des

„Eucharistischen Liebesbundes des göttlichen Herzens Jesus“

(Bitte täglich abends beten.)

Lieber heiliger Schutzengel, nimm mein armseliges Tagewerk und trage es in die Hände der lieben Mutter Gottes. Dich aber, o liebe Mutter, bitte ich: Du wollest alles, was mangelt, ersetzen und es in dem Kostbaren Blute Jesu reinigen und vervollkommnen. Mache es auch vollwertig aus dem unendlichen Wert der heiligen fünf Wunden und Deiner Verdienste und Tugenden. Bereinige es mit dem Gebet und den Werken aller Heiligen des Himmels  und aller Frommen und Gerechten auf Erden und opfere es so dem Himmlischen Vater auf für die Anliegen der heiligen Kirche, besonders des Heiligen Vaters, für die Bekehrung der Sünder, besonders derer, die heute sterben; zum Trost der Armen Seelen, für meine Anliegen und das Wohl aller meiner lieben Angehörigen. Amen.

zurück

Verheißungen

Jesus Christus hat Barbara Weigand mehrfach ausdrücklich versichert, daß alle Verheißungen sich an alle folgenden Liebesbundmitglieder richten, sofern sie die Statuten erfüllen und die Gebote Gottes und der Heiligen römischen Kirche beachten würden.

Großes Gebet 1895

Jesus: „Ich habe an eurem Dreierbund großes Wohlgefallen, denn ihr macht Mir wirklich viel Freude, und Ich gebe dir das Versprechen, daß Ich euch nie mehr verlassen werde.“

Jesus: „Dafür will Ich sorgen, Ich übergebe euch der Obhut Meiner heiligen Mutter, und Ich verspreche euch, daß ihr alle drei zu Meiner vollkommenen Liebe gelangen werdet.“

Zweiter Donnerstag im Oktober 1895

Jesus: „Ich verspreche dir, Meine Tochter, so viele Seelen sollen zur Bekehrung gelangen, wie du und deine beiden Mitschwestern Rosenkränze beten werdet.

Jesus: „Ich verspreche dir, Meine Tochter, so viele Seelen aus den Peinen des Fegefeuers sollen in die Freuden des Himmels eingeführt werden, wie ihr Ave Maria beten werdet in diesem Monat. Seid darum eifrig, fürchtet nicht das Gerede der Menschen und laßt euch nicht abhalten, wenn andere euch zur Rede stellen. Ich verspreche euch, daß es euch nicht schaden soll an eurer Gesundheit und eurem Leben, und ihr werdet euren Grad der Seligkeit um so vieles vermehren, als ihr andächtig den Rosenkranz betet.“

Zweiter Donnerstag im Advent 1895

Jesus: „Und nun, Meine Tochter, sollst du sehen, daß das Gebet nicht umsonst ist. Siehe, Ich verspreche dir, was Ich dir schon an Ostern gesagt habe, daß keines deiner Geschwister, noch Kinder, noch Kindeskinder, verloren gehen; Ich werde sie auf dem rechten Weg erhalten.“

Dritter Freitag im Dezember 1895

Jesus: „Harre aus, Meine Tochter, und Ich verspreche dir, daß dein Verdienst dir ein Überreichliches im Jenseits eintragen wird!“

Jesus: „Wenn der Geist sich zuviel hineingelebt in äußere Dinge, auch wenn die Tätigkeiten innerlich vor sich gehen, wie das Studieren, gehören sie doch zu den äußeren Dingen, bedarf es immer wieder der Mäßigung. Darauf sollen die Oberen achten, dann verspreche Ich ihnen, daß Ich es nicht fehlen lasse an Meinem Segen.“

Jesus: „Mein Vater hat Mich auf die Welt geschickt, um die Hoffnung auf die Erlösung zu erfüllen, und durch die Hoffnung das Vertrauen in der Menschheit zu erwecken. Und siehe, die Kirche lehrt es und Meine Kinder beten alle Tage: ,Unser tägliches Brot gib uns heute.’ Warum vertrauen sie nicht, warum haben sie nicht das Vertrauen, daß Ich es ihnen geben werde, da Ich ihr Vater bin, und Ich unter ihnen wohne, und daß Ich ihr Leiden lindern werde? Warum vertrauen sie nicht, daß Ich sie sicher, ja ganz sicher zum ewigen Heil führen werde? Warum hoffen sie nicht auf Meine Güte? Warum vertrauen sie nicht, daß, wenn sie einstimmig zu Mir rufen in der Not, Ich ihre Bitten gewähren werde?

Ja, rufet Mich an zur Zeit der Not, und Ich werde euch nicht ohne Hilfe lassen, und Ich, euer Gott, verspreche euch, so ihr Mich anruft in allen Bedrängnissen, daß Ich euch zu Hilfe kommen werde. Noch ist es Zeit, noch haben die Gottlosen nicht über euch triumphiert. Mögen Meine Diener fortfahren in diesem Eifer, den Ich an ihnen loben muß, mögen sie fortfahren, Mein Volk zu unterrichten, so will Ich ihnen versprechen, daß der Arm Meiner Gerechtigkeit sich zurückziehen soll, daß Meine Kirche neu aufblühen wird und zu großer Ehre vor den Völkern gelangen soll.“

Vierter Freitag im Januar 1896

Jesus: „Somit könnt ihr alle Strafen in dieser Welt abbüßen und braucht nicht zu warten bis in die Ewigkeit, und Ich verspreche euch, so ihr fortfahrt im Glauben, im Vertrauen und in der Liebe zu Mir, daß ihr ohne Fegefeuer eingehen werdet in die himmlischen Freuden. O ihr glückseligen Menschen!

Fastnachtmontag 1896

Jesus: „Ja, das sollt ihr, Meine Kinder, Meine treuen Seelen. Ich habe deswegen auf Fronleichnam den Bund mit euch geschlossen. Merkt euch wohl, daß alles, was Ich mit euch rede, was Ich mit euch tue, eine sehr wichtige Bedeutung hat für Meine Kirche. Auf Fronleichnam war es, wo Ich euch eingliederte, das heißt, ihr sollt eine Gliederschaft bilden in der Verehrung des Allerheiligsten Altarsakramentes. Was Ich mit dir rede, rede Ich auch zu deinen beiden Freundinnen, damit ihr miteinander ausführt, was Ich verlange: Ich will, daß das Allerheiligste Altarsakrament verehrt werde in der ganzen Welt! Ich habe vieles mit dir gesprochen, du hast es Mir gut ausgerichtet! Recht so! Fahre fort, tue was Ich dir sage. Es muß die Menschheit sich verbinden mit Mir und dann – ja, und nur dann, wird das Opfer vollbracht sein. Es wird Deutschland gerettet werden. Ich verspreche es dir, daß allen denjenigen, die in den Bund mit eintreten, kein Haar soll gekrümmt werden; mit ihm soll der Glaube einziehen in das Familienleben.“

Jesus: „Ja, sag nur der Mutter und der Schwägerin, sie sollten nie vergessen, täglich drei Ave Maria für ihren Sohn und Bruder zu beten, und Ich verspreche dir, daß er zurückkehren wird; er ist abgewichen vom rechten Weg.“

Herz-Jesu-Freitag im März 1896

Jesus: „Ich verspreche dir auch und durch dich allen, die sich an euch anschließen, daß viele, viele Seelen gerettet werden, besonders durch das Priestertum.“

Zweiter Freitag im März 1896

Jesus: „Siehe, Meine Tochter! So wie Ich der heiligen Veronika den kleinen Liebesdienst belohnt habe durch den Abdruck Meines Antlitzes, so werde Ich auch euch belohnen. Die heilige Veronika erneuert sich immer an Meinem Angesicht, um auf dem Tugendweg voranzuschreiten. So will Ich euch auf die höhere Stufe der Vollkommenheit führen.

Maria: „Du wirst dich leichter in dein Herz zurückziehen können; denn dein Herz soll der hohe Berg sein, in das du flüchten mußt, sobald du merkst, daß irgendeine Neigung dich abwärts ziehen will, und wenn du dieses tust, dann verspreche Ich dir, daß du wie Meine Dienerin Maria Magdalena Mir große Liebe erzeigen wirst, daß Ich dich aber auch in Wirklichkeit auf die Stufe, auf den Berg der Vollkommenheit hinaufführen werde ... Damit ist alles gemeint, was dich umgibt, alle deine Verwandten und Bekannten.

Dritter Donnerstag im März 1896

Josef: „Und ich sage dir, alle diejenigen, die sich unter meinen Schutz flüchten, sind gerettet.“

Gründonnerstag 1896

Jesus: „Ja, jene Gemeinden, da ist aber immer eine Abteilung, und es geht ein Priester voraus an der Spitze, und die andern, die folgen, das sind diejenigen, die mit recht lebendigem Glauben ihre Gemeinden hinführen vor Meinen Tabernakel, die in ihrer Gemeinde eifern für den Empfang der hochheiligsten Sakramente, die keine Mühe, kein Opfer scheuen, um ihre Gemeinde zu retten; jene Klöster, wo der Obere mit lebendigem Glauben vorangeht und die Untergebenen anleitet, Mir Freude zu machen, jene sind es, die du an der Spitze siehst.“

Jesus: „Ja, das ist es, was Ich dich heute lehren will. Glücklich sollen sie sein, wie du sie in Mein Herz einziehen siehst, das heißt, Ich werde ihre Familien, ihre Gemeinden, ihre Genossenschaften so segnen, daß sie ohne Anstoß durch das Leben gehen, so daß die Auswüchse der Gottlosen sie nicht berühren. Und indem sie schon in diesem Leben in Meinem Herzen wohnen, so daß die Gottlosen nicht an sie heran können, so werden sie ohne Gefahr eingehen in jenes glückselige Leben, was kein Auge gesehen, kein Ohr gehört und in keines Menschen Herz gedrungen ist, wo sie herrschen werden mit Mir in alle Ewigkeit, in alle Ewigkeit!“

Karfreitag 1896

Jesus: „Komm, Meine Tochter, setze dich hier neben das Kreuz zu Meiner heiligen Mutter und betrachte die Schmerzen, die Sie erduldet hat, indem Sie Mich auf Ihrem jungfräulichen Schoß hält. Siehe, Ihre einzige Sehnsucht war, den Erlöser zu schauen, Denjenigen zu sehen, Der die Menschheit wieder mit Gott vereinigen sollte. Ja, Sie hat Ihn nicht nur gesehen, Sie hat Ihn unter Ihrem jungfräulichen Herzen getragen. Dreiunddreißig Jahre ist Sie mit Ihm gewandelt und jetzt schau in dieses gebrochene Herz, das mit einem siebenfachen Schwert durchbohrt ist. Mit welcher Liebe begleitete Sie Mich auf all Meinen Wanderungen, mit welcher Sehnsucht erwartete Sie Mich, wenn Ich Mich eine Zeitlang von Ihr trennen mußte. Ach, Sie lebte ja nur, um Mich lieben zu können und Mich geliebt zu sehen von allen Menschen. Ich habe dir von Anfang an gesagt, als Ich Mich dir vergegenwärtigte, als Ich dir den Weg zeigte, den du mit Mir wandeln solltest, nämlich den Kreuzweg, du sollst in diesen Tagen dich recht mit Meiner heiligen Mutter vereinigen und Sie in Ihren Schmerzen bemitleiden. Ja, alle die dies tun, werden in diesen Tagen, wo Ich das große Werk der Erlösung vollbracht habe, erfahren, wie gut Ich bin und sollten es auch die verstocktesten und härtesten Sünder gewesen sein. Ich werde sie alle zur Bekehrung führen. Denn nie hat ein Mensch erfasst, was Meine Mutter Mir auf Meinem irdischen Erlöserweg gewesen. Sie war das einzige Wesen, das Mich vollkommen entschädigen konnte für all die Unehre und Beleidigungen, die Meinem Herzen zugefügt worden sind von den undankbaren Menschen und Geschöpfen.“

Erster Freitag im Mai 1896

Jesus: „Ja, siehst du, Meine Tochter, dadurch wollt’ Ich dich lehren, was du aus dir selbst kannst, und was du aus dir bist, du Häuflein Staub und Asche. Dein Herz ist ein Missetäterloch und sonst weiter nichts, und was gut an ihm ist, das ist Mein, das bin Ich. Darum höre Meine Stimme, höre, was Ich dir sage: Ich will Sie dir vorführen, in deren Fußstapfen du eintreten sollst, und das ist Meine heilige Mutter. Ich habe dir heute früh nach der heiligen Kommunion Meine heilige Mutter in gar herrlicher Gestalt gezeigt. Sie gab dir ein Sträußchen Blumen, weil du dich so sehr beklagtest, daß du in dem letzten Monat so nachlässig seiest gewesen und hast dich an Mich gewendet, Ich möchte ersetzen, was du in der ganzen Zeit gefehlt. Deswegen solltest du heute deine heilige Mutter schauen. Weißt du, was Sie dir mit dem Sträußchen Blumen, das Sie dir überreichte, sagen wollte? Blumen sind ein Sinnbild der christlichen Tugenden. Und wer hat diese Tugenden in vollendeter Weise ausgeübt: Meine heilige Mutter! Und Ihre Tugenden sollst du Mir zum Opfer bringen, damit ist alles ersetzt, was du gefehlt hast.

Siehe, das möchte Ich allen Erdenpilgern gesagt haben und durch diese, Meine kleine Dienerin, sagen lassen, daß doch ja niemand verzagen soll auf Erden. Darum habe Ich euch Meine heilige Mutter hinterlassen, die alles tun wird für euch. Und Ich sage dir: Große Verheißungen will Ich denen geben, die Meine Worte hören und sie mit gutwilligem Herzen aufnehmen.

Sieh, der Herr setzte mich zum König über die Menschheit, der Herr setzte mich zum Herrscher über alle Herzen, über die Menschenherzen, also bin ich König der Schöpfung, König der katholischen Kirche, des Reiches Christi auf Erden. So nimm alles hin, was ich bin und habe, es gehört auch Dir. Darum komme und trete in gleiche Herrschaft mit mir, herrsche Du über die Herzen mit mir, über die Herzen meiner Kinder, meiner Pfarrei, dieses Klosters, dieser Stiftung, dieser Diözese, der ich vorstehen muß.

Sie sollen sehen, wie sie die Herzen gewinnen, mit welcher Liebe sie ihre Kinder behandeln, mit welcher Liebe sie ihre ausgearteten Kinder aufsuchen und ihnen nachgehen werden. Ich verspreche ihnen, daß keines ihrer anvertrauten Schäflein zugrunde geht, auch wenn es vorkommen sollte, daß ein Schäflein stirbt ohne die heiligen Sterbesakramente, weil man sie nicht zur rechten Zeit gerufen, mit oder ohne Schuld, oder weil sie selbst nicht kommen konnten.

Wenn diese Seelen nur vorher noch im Schifflein Petri gestanden sind, dann soll all ihre Angst sie nicht beunruhigen, denn sie sollen wissen, daß Eine an ihrer Seite steht, die sie unsichtbar vertritt in ihrem Amte, dem sie sichtbar nicht vorstehen konnten, und daß nur jene verloren gehen, die in den Abgrund des Unglaubens, den Abgrund des verstockten Unglaubens gestürzt sind. Das heißt, daß nur diejenigen, die allen Einsprüchen Meines Geistes hartnäckig widerstehen, verloren gehen werden. O mein Herz ist weit und groß, und was Ich anordne in Meiner Kirche, und was Ich spreche durch Meine Kinder, durch eine Seele, die, vereint mit Meinem Geist, eines Herzens und eines Sinnes mit Mir geworden ist, läßt erkennen, wie gut Ich bin, unendlich gut!

Ich habe es dir nicht umsonst gesagt, daß du nach Würzburg gehen sollst zu deinem Bischof, das heißt, weil Ich von jeher in Gleichnissen zu den Menschen rede, auch, als Ich auf Erden weilte, und Ich werde es so lange tun, solange Ich mit den Menschen             verkehren werde auf dieser Welt. Das Schauen und Genießen setzt erst dann ein, wenn die Zeit der Prüfung vorbei ist. Dann wird das zum Schauen und Genießen sein, was hier (auf der Erde) geglaubt, gehofft und geliebt wurde. Weil Ich dir diese Worte gesagt hatte und Meine Diener es dir nicht glauben wollten, darum muß Ich, wie immer, andere Wege einschlagen. Es gibt in der Welt keinen Zufall und wird keinen geben, solange die Welt steht. Ich habe den Sternen ihre Laufbahn angewiesen und alle Schritte des Menschen gezählt. Ich habe ausgerechnet, wann der Pulsschlag eines Menschen zum letzten Mal schlagen soll.“

Jesus: „Jene Sünder, die ihr Mir empfehlet, dafür müßt ihr euch zum Opfer Mir bringen. Jeder, der etwas Großes von Mir verlangt, muß etwas Großes Mir zum Opfer bringen: Seinen eigenen Willen, sein eigenes Herz, und sich fortwährend anbieten für die ihm angelegene Sache, und Ich werde sie gewähren, aber erst dann, wenn die rechte Zeit gekommen ist, wenn Meine Kinder reif sind einzusehen, daß Ich es getan habe!“

Kreuzauffindung 1896

Jesus: „Drum will Ich dir heute zeigen, mit welcher Freude Ich das Kreuz trage. Gold ist das Sinnbild der Liebe, es erfreut aber auch das menschliche Herz, sooft man es ansieht. Gold bringt Freude, wohin es gebracht wird. Darum ist Mein Kreuz heute nicht mehr aus Holz! O wie glücklich! O wie glücklich! Heilige Freude kommt überall hin, wo man deine Worte liest, und man wird jubeln über die Güte Meines Herzens, denn daß Ich mit dir verkehre, ist jedem einleuchtend und unverkennbar und darum sehr tröstend für jedes arme Menschenherz.“

Jesus: „Ich bin der Mittelpunkt, und das Band ist Mein Herz, und die Quelle, die da sprudelt, ist der heilige Tabernakel. Aus ihm sollen sich die Ströme der Gnaden über die ganze Welt ergießen. Sprudeln soll die Quelle, denn sie ist durch eine Meiner unwürdigen Dienerinnen wieder aufgegraben worden, und das bist du! Du hast den Quell wieder aufgegraben, denn du hast Mein Herz verwundet durch dein beständiges Verlangen, durch deine beständigen Seufzer, die du zu Mir abgeschickt hast, und siehe, Ich habe dich gesetzt an die Quelle, daß du daraus schöpfst und trinkst, und nun mögen Meine Diener die Quelle recht sprudeln lassen. Du hast sie wieder neu aufgerissen, du hast die Stäubchen weggetan. Wohlan, Meine Diener! Ihr seid die Diener, welche die Quelle sprudeln lassen sollen. Welche Freude für euch, die Ich euch gestellt habe zu Wächtern dieser Quelle. Ihr seid die Kanäle, durch welche die Quelle fließen soll. O verstopft sie nicht, laßt Meine Kinder erfahren, wie gut Ich bin und leitet Balsam in die gequälten Menschenherzen. Balsam Meines Trostes!“

Zweiter Freitag im Mai 1896

Jesus: „Wo überall ein Priester steht, soll er die Quelle sprudeln lassen, an die Ich ihn gestellt habe. Er ist der Kanal, durch den Ich die Wasser der Gnade hineinleiten will, in Meine Kinder, und Ich verspreche Meiner Kirche, daß sie zur höchsten Blüte gelangen soll.“

Christi Himmelfahrt 1896

Jesus: „Ja, siehst du, Meine Tochter, ist es nicht der Mühe wert, etwas zu leiden? Nicht wahr, gewiß! Wenn Ich, euer Herr und Gott, imstande bin, eine Seele so zu beglücken, die noch im Fleische weilt, wie muß Ich belohnen können diejenigen, wenn einmal dies Fleisch im Staub zerfallen ist. Ich verlange nicht zuviel, wenn Ich euch sage: vereinigt euch mit Mir, Mich zu lieben. Ich, der Ich vorangehe, der Ich euch das Kreuz vorantrug, Ich will euch nur zurückführen, Ich, der gute Hirte. Ich will dich auf Meinen Schultern zurücktragen und in Meine Herde zurücknehmen, du armes Kind, das du dich verloren hast im Gestrüpp der Welt. Du hast dein Herz dort gesucht, wo du es nicht hättest suchen sollen und hast es Mir entzogen. O gib es Mir zurück! Mein Sohn, o gib es Mir zurück; Meine Tochter, gib Mir dein Herz. Glückselig diejenigen, die es glauben, daß Ich mit dir rede. Sie sollen hienieden schon kosten, wie süß der Herr ist, sie sollen Mich ewig, ewig besitzen in Meinem Reich.“

Vierter Freitag im Mai vor Pfingsten 1896

Jesus: „Darum, harret aus, Meine Kinder, fahret fort, euch anzuschließen an Meine Kirche und mit ihr zu leben, denn Ich verspreche euch, daß der Himmel auf Erden beginnen soll für euch und alle, die Meine Worte hören, die an Mich glauben, auf Mich vertrauen, die Mich lieben von ganzem Herzen, nicht, als ob ihr den Leiden enthoben sein sollt auf Erden, nein, aber gleich wie Meine streitende Kirche vereinigt ist mit der triumphierenden Kirche, so sollt ihr alle Leiden in Vereinigung mit Mir für gering achten, weil die Liebe Meines Herzens es euch auf tausendfältige Weise zu vergüten versteht.“

Fünfter Freitag im Mai 1896

Jesus: „Weißt du, Meine Tochter, sie müssen es verstehen, das tätige mit dem beschaulichen Leben zu verbinden, und Ich verspreche ihnen, sooft sie aus der Schule gehen und sich zusammenfinden, sie sich nicht griesgrämig ihren Gefühlen überlassen sollen, sondern sie sollen in heiliger Liebe, in heiliger Begeisterung ihr Mittagsmahl, ihre Erfrischung, zu sich nehmen, und anstatt der üblen Laune nachzugeben, sich fröhlich aufheitern, ein fröhliches Liedchen zu Meiner Ehre singen und zu Meiner heiligen Mutter, und sich aufzuheitern suchen; sieh, dann wird die heilige Freude einziehen in ihr Herz.“

Fronleichnamsfest 1896

Jesus: „Glaube Mir nur, so wie Ich Mich in der heiligen Hostie vervielfältige, um in allen Tabernakeln der Welt zu wohnen, ebenso vervielfältige Ich Mich heute, um neben jeder Seele einherzuschreiten, die Mich mit Verlangen sucht und mit Liebe und Vertrauen Mich begleitet.“

Donnerstag vor dem Herz-Jesu-Fest 1896

Himmlischer Vater: „Ja, recht so, Meine Tochter! Und weil du so uneigennützig bist und dich für andere opferst und darin Meinem Sohn nachfolgst, so will Ich deine Bitte gewähren. Du sollst fortan die Braut Meines Sohnes bleiben, noch viele, viele Jahre Ihn lieben und liebend eingehen in dieses Reich der Liebe. Du sollst viele, viele nach dir kommen sehen, die mit dir einziehen in dieses Reich der Liebe. Eine Schar von Jungfrauen wird sich anschließen an den Bund, den du mit deinen beiden Mitschwestern geschlossen hast, dabei sind viele klösterliche Genossenschaften und Jungfrauen in der Welt, denn es wird die Stimme Meines Sohnes, Der in dir spricht, hinausdringen in die Welt und viele Herzen von Liebe entzünden. Und Ich sage dir, daß Deutschland gerettet werden wird.“

Himmlischer Vater: „Ja, fordert ihr denn mehr, als daß Ich mit euch verkehre. Wenn Mein Sohn mit euch verkehrt, verkehre auch Ich mit euch, und wo Ich verkehre, da ist auch Mein Geist; denn Wir Drei sind Eins!“

Herz-Jesu-Fest 1896

Jesus: „Sieh, dies ist die Gewalt der Liebe, die Wut des Feuers, das du emporströmen siehst zu Meinem himmlischen Vater. Das haben jene treuen Seelen getan, die Mich suchen, die Mir mit Treue dienen, die nichts lieben auf Erden als Mich, und die niemand zu gefallen suchen als Mir allein. Sieh, da wird die Gewalt der Liebe so mächtig und strebt so gewaltsam aufwärts, um sich Meinem himmlischen Vater darzubringen und anzubieten, daß nichts zu vergleichen ist mit der Gewalt der Liebe, die Mein Herz bedrängt. Die Strahlen, die du emporschießen sahst, sind lauter Liebesflammen, lauter Liebesseufzer, lauter Liebesaufwallungen, Verlangen und Sehnsucht, Mir zu gefallen. Sieh, dies alles vereinigt sich in Meinem Herzen, dem Brennpunkt der Liebe. Von allen Seiten strömt es herein und mit der Liebe Meines Herzens vereinigt, steigt es empor zu dem Herzen des himmlischen Vaters.

Von allen Seiten strömen Meine Kinder herbei, Mein Herz zu entschädigen, Mir zu zeigen, daß sie noch Herzen haben, die Mir warm entgegenschlagen. Darum vergesse Ich den Undank so vieler Menschen, und eine einzige Seele, die Mich wahrhaft liebt, übertönt tausend andere, die Mich nicht lieben, das heißt, Mein Herz fühlt dermaßen eine Freude, daß es die anderen nicht zu achten scheint. Um dieser einzigen Seele willen gibt Er dem ganzen Menschengeschlecht, was es für Leib und Seele notwendig bedarf, denn             die Liebe eines Gottes ist nicht zu ergründen, auch wenn die ganze Welt Bücher darüber schreibt; denn der Abgrund Meiner göttlichen Liebe ist tiefer als der Abgrund des Meeres. Er ist nie zu erschöpfen, und in diesen Abgrund der göttlichen Liebe sollen alle Menschen versetzt werden. Sie sollen in alle Ewigkeit schwimmen in dieser Liebe. Sie sollen genährt werden an diesem Gottesherzen. Ja, da ist es wohl der Mühe wert nachzudenken, zu reden, zu schreiben. Wie vieles wird unnötig nachgedacht, geredet, geschrieben, um ein eitles, vergängliches Vergnügen sich zu verschaffen, um Satan eine Freude zu machen. Ist es da nicht der Mühe wert, um des Reiches Gottes willen zu denken, zu reden, zu schreiben? Ihr habt Recht, Meine Kinder, daß ihr euch sehnt, wieder ein liebendes Wort zu hören von Mir, es aufzuschreiben und es anderen mitzuteilen. Ja, tut es nur! Nie und nimmer werdet ihr dadurch zur Rechenschaft gezogen werden, wohl aber über jene Zeit, die unnütz vergeudet wird.“

Jesus: „Sag ihr nur, daß sie ruhig abwarte, daß sie gar nichts tun soll; Ich verlange es nicht von ihr. Wenn die rechte Zeit gekommen ist, werde Ich Selbst schon Mittel und Wege wissen. Und wenn ihr die heilige Kommunion in ihrer Pfarrei verweigert wird, möge sie hie und da hingehen, wo sie Mich empfangen kann. Ich bedaure all jene Geschöpfe, jene armen Wesen, die mit Hunger und Not zu kämpfen haben; ihr Leben in Armut zubringen und auch noch darben müssen an jener überirdischen Nahrung. Welche Rechenschaft werden diejenigen Meiner Diener abzulegen haben, die das Brot des Hauses Meinen Kindern verweigern! Weh ihnen, den Armen! Denn Ich werde einmal mit ihnen zu Gericht sitzen. Bin Ich ja doch da im Tabernakel eingeschlossen, in diesem Holzwerk, Tag und Nacht, nicht um dieses Holzes willen, sondern um Meiner Kinder willen, weil es Meine Lust ist, bei den Menschenkindern zu sein, Mich mit ihnen zu vereinigen. Warum verweigern sie Mir diese Freude? Warum stören sie diesen stillen Frieden in Meinem Tabernakel?

Wie vieles wäre zu verbessern in so armen Landgemeinden, wie vieles wäre leichter, wenn Meine Diener recht durchdrungen wären von dem Geist, der sich durch Meine Dienerin kund gibt, der ihnen zeigen soll, wie gut Ich bin, wie wenig Ich verlange. Habe Ich nicht schon deutlich genug erklärt, was geschieht, wenn die Schranke aufhört, die Mich mit den Menschen verbindet? Diese Schranke ist erst dann zerstört, wenn sich der Mensch sagt, ja ich weiß, wenn ich dieses tue, vertreibe ich meinen Gott aus meinem Herzen, und trotzdem und boshaft es tut. Dann erst ist die Schranke niedergerissen, die Mich von den Geschöpfen trennt und Mein Feind hat Besitz genommen, und nicht eher!

Macht euch die Mühe! Probiert es einmal, ob es sich nicht lohnt. Probiert es, ob diese armen, getreuen Seelen es euch nicht lohnen werden. Ihr werdet selbst von vielen Ängsten, von vielen Nöten befreit, ein glücklicheres Leben haben, als ihr es so führt durch euren starren Sinn, den ihr Mir entgegenbringt und Mich damit tief betrübt in Meinem Herzen. Ihr aber, ihr treuen Diener, ihr anderen Christusse, die ihr umhergeht in eurer Gemeinde Wohltaten spendend, wie Ich es getan habe, die ihr ein wohlwollend Herz habt für jede Seele, die euch anvertraut ist durch Meine priesterliche Gewalt, o seid Meinem Herzen willkommen. Ihr seid diejenigen, die Meine Dienerin gestern geschaut hat an diesem Feuerherd Meiner Liebe, geschäftig hin- und hereilend, um alle herbeizuführen, um Mir das Volk zuzuführen. O ihr sollt kosten die Liebe eures Herrn, ihr sollt mit Mir auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten.“

Fest St. Peter und Paul 1896

Jesus: „Der Gedanke wird sie dann von selbst antreiben, ihre Herzen zu reinigen von allen unnützen Gedanken und allen Zerstreuungen, und sie werden Meine Nähe fühlen, mit Mir verkehren, Meine Worte verstehen und in sich aufnehmen und in sich verwirklichen. Sie werden es, Mein Wort nämlich, auch auf andere übertragen, und das Erdreich Meiner Kirche wird erneuert werden. Sage Meinen Dienern, ob es nicht der Mühe wert ist zu beachten, daß Ich mit dir rede, ob es nicht der Mühe wert sei, ob nicht ein einziger Akt der Liebe, die sie in einem einzigen Herzen mehr erwecken werden, nicht mehr wert ist als alle Wissenschaft der Welt, die doch nur zu unnützer Prahlerei und Weltweisheit führt. Ewig soll die Seele fortleben, ewig, ewig in Mir, und je mehr sie auf Erden Liebesakte erweckte, desto höher soll ihre Seele aufsteigen zur Vereinigung mit Mir.“

Vierter Donnerstag im Juli 1896

Jesus: „Darum wohne Ich im Allerheiligsten Altarsakrament, denn seht, Ich bin das Bindemittel zwischen Meinem himmlischen Vater und den Menschen. Ich will vom Allerheiligsten Sakrament des Altares aus alle mit einem Band der Liebe umschlingen und alle, welche sich umschlingen lassen, sollen gerettet sein.“

Fest des heiligen Jakobus 1896

Jesus: „Siehe, Meine Tochter! Die Apostel waren in dem nämlichen Fall wie du. Sie verkehrten mit Mir, sie sahen Meine Wunder, wenn aber eine Versuchung an sie herantrat, zweifelten sie wieder. Trotz alledem aber harrten sie aus, sie überwanden die Versuchung. So will Ich auch dir alle deine Zweifel verzeihen. Solange Ich bei dir bin, glaubst du wie sie, wenn aber eine Versuchung über dich kommt, oder wenn deine Vorgesetzten ein Wort dagegen sagen, dann zweifelst du. Aber dies alles will Ich dir verzeihen, wenn du ausharrst wie sie, und ihr sollt denselben Lohn davontragen, wenn ihr ausharrt im Glauben.“

Erster Donnerstag im August 1896

Jesus: „Jetzt brauchst du dich nicht mehr zu schämen! Und fahre nur fort. Ich sage dir, du wirst schon auf dieser Erde den süßesten Lohn dafür erfahren.“

Priesterweihe am 10. August 1896

Jesus: „Fürchte dich nicht, Meine Tochter, glaube nur unzweifelhaft, daß sehr viel Gutes durch diese Hefte (Abschriften Seiner Worte) geschieht. So viele, die es lesen, werden von neuem Eifer erfüllt.“

Vigil von Mariä Himmelfahrt 1896

Jesus: „Sage ihr, sie soll nur all die Versuchungen zum Kleinmut tapfer ausschlagen, sie im ersten Keim ersticken und Mich mit vollkommener Liebe umfassen, Mich über alles lieben und über alles andere hinweggehen. Dann soll sie sich Meinem Willen vollkommen unterwerfen, und so wird sie ohne Fegefeuer in den Himmel eingehen.“

Erster Freitag im September 1896

Jesus: „Ja, Meine Tochter, du siehst den Opferaltar, auf den Ich täglich, ja stündlich herniedersteige, um für Meine Kinder vor Meinem himmlischen Vater Mich Selbst zu verzehren. Heute feiert die Kirche den ersten Freitag im Monat September, der Meinem Herzen geweiht ist. Die Liebe ist es, die Mich verzehrt im Allerheiligsten Altarsakrament, und je weniger die Menschen dieses erkennen und dieses erkannt wird, desto mehr sehnt Sich Mein Herz nach Seelen, die sich mit Mir vereinigen, die sich noch erwärmen lassen an dem Feuerherd der Liebe.

Ihr, Meine Kinder, seid diejenigen, die diesem Feuerherd nahe stehen, in euch soll alles verzehrt werden, was nicht Mein ist, alles Unreine, alles Unheilige, alle Schlacken sollen sich verzehren in dem Feuer Meiner göttlichen Liebe. Darum naht euch nur mit Freuden diesem Feuerherd; denn ihr habt ja kein Hintertürchen mehr, seid rückhaltlos, wie Ich es gegen euch bin, gebt keinem Gedanken Raum, der euch hindern könnte, jeden Augenblick in der Liebe zu Mir zu wachsen; denn erst dann, wenn alles Unheilige in euch verzehrt ist, das heißt alle Zweifel und Ängste, die Satan euch einflüstert oder die auch Ich zulasse zu eurer Verdemütigung, werdet ihr fest glauben. Tretet nur herzu und erwärmt euch an Meinem Feuerherd, und so sollen sich verzehren alle Schlacken, die sich noch in euch vorfinden. Ich verspreche es euch! Ahmt nicht jene nach, die euch bedrücken und euch unterdrücken wollen. Ahmt nicht jene nach, welche die Wahrheit leugnen, daß Ich wirklich existiere, daß Ich im Allerheiligsten Altarsakrament gegenwärtig bin, daß Ich zu ihnen komme in der heiligen Kommunion, daß Ich nicht wie ein stummer Hund in ihnen lebe, nein, daß Ich in ihnen rede, Mich ihnen mitteilen will. Ich sage, die Zweifel solcher sollt ihr nicht nachahmen, die euch jene beibringen; denn wenn sie fest glauben, was die Kirche lehrt, warum wollen sie nicht glauben, daß Mir die Freiheit gestattet ist, zu einer Zeit, wo Mein Volk abgewichen ist vom rechten Weg, daß Ich auffallend mit Seelen verkehren will, die sich Mir ganz geopfert. Jene sind die Lieblinge Meines Herzens, die kein Hinterpförtchen mehr haben in ihrem Glauben, die das Beispiel Meiner Mutter befolgen. Darum sage Ich dir, Meine Tochter, laß es nur jenen Priester wissen, der die guten Schriften verbreitet, der das Volk aufmuntert, sich diesem Feuerherd recht oft zu nahen, den Damm zu bilden, den Ich dir schon so oft gezeigt.“

Vigil Kreuzerhöhung 1896

Jesus: „Der Sturm wird so lange dauern, bis die Welt glaubt, bis Meine Diener glauben, daß Ich Sühneopfer verlange, Seelen, die sich einsetzen, mit Mir dasselbe zu tun, was Ich getan, als Ich auf Erden wandelte, die sich opfern für die Seelen anderer. So lange wird der Sturm währen, bis in der ganzen Welt, in allen Kirchen, wo Mein Herz weilt, wo Ich Tag und Nacht auf der Warte stehe, um zu sehen, ob einer sich fände, der mit Mir trauere, ob nicht einer sich fände, der mit Mir weine, für die Brüder und Schwestern, die draußen stehen und Mich nicht mehr kennen, bis in allen Kirchen, wo Mein Herz zuweilen Sich würdigt, wo Seelen sich vorfinden, die Meinem Herzen Abbitte und Sühne leisten, Meine Diener anerkennen, daß Ich zu Meiner kleinen Dienerin spreche, daß überall auf der ganzen Welt Ich es bin, der eine Seele, die noch jungfräulich leben will, weil in ihrem Herzen die Stimme ertönt, zum jungfräulichen Stande beruft. Der Sturm wird so lange dauern, bis in allen Orten die Priester bereit sind, solchen Seelen aufzuhelfen, ihnen behilflich zu sein, ihrem Beruf nach zu leben, Jungfrauen zu erziehen, an denen Ich noch Mein Wohlgefallen haben kann, haben muß, haben will, weil auch Meine jungfräuliche Mutter Jungfrau war und ist und bleibt und Ich Sie deswegen erwählte und in Ihr, der Jungfrau, geboren sein wollte, um der Welt zu zeigen, wie sehr Ich diesen Stand bevorzuge.“

Zweiter Freitag im Oktober 1896

Jesus: „Du aber, stehe ruhig an deinem Posten, Ich sage es dir noch einmal, und verlange kein weiteres Wunder! Wenn du aber eines sehen willst, dann nehme die Schriften in die Hand und prüfe den Geist, Der aus ihnen spricht, und prüfe dieses arme Landmädchen, das keine weitere Schule genossen, als diese kleine Dorfschule; prüfe die Bücher, die sie gelesen, prüfe ihr Leben, und du wirst dir sagen: Ja, Herr, ich habe Wunder genug.“

Jesus: „Denn Ich bin ein gar guter Vater, ein gar zärtlicher Freund, ein gar liebender Bräutigam! Darum bin Ich dir damals alles geworden. Ich war dein Paradies, in dem du wandeltest, und die Dornen und Disteln, die dir von anderen bereitet wurden, nicht wahr, gerne stießest du auf Disteln und Dornen, weil du wusstest, was dich erwartete von Meiner Seite. Siehe, das soll jetzt umgekehrt sein. Alle diejenigen, welche die Schriften lesen, sollen darin den Paradiesweg finden, nicht aber du. Du sollst mit Mir leiden. Willst du es umgekehrt, so nehme Ich dir das Leiden wieder ab und verkehre mit dir, wie du wünschest.“

Dritter Freitag im Oktober 1896

Jesus: „Das Innere Meiner Kirche ist die heilige Eucharistie. Die Eucharistie ist Mein Herz in Meiner Kirche und alle, die daran arbeiten, daß dies Mein Herz verehrt und anerkannt werde von Meinen Kindern, sind ja Meine Lieblinge.“

Jesus: „Du sollst dich nicht kümmern um deine Zukunft, denn wenn du für Mich sorgst, wie kannst du glauben, daß Ich nicht für dich sorge. Laß doch die Kleinigkeiten. Was machst du dir so viel Kummer um dein späteres Fortkommen.“

Dritter Samstag im Oktober 1896

Jesus: „Ja, Meine Tochter, du mußt wissen, daß Ich unendlich gut bin, daß Ich den leisesten Hauch eines Meiner Kinder höre.“

Jesus: „Weil sie eine auserwählte Braut Meines Herzens ist und Mich mehr liebt als andere ihresgleichen, darum leidet sie mehr. Versteht doch einmal, Meine Kinder, welches das wahre Kennzeichen der Auserwählung ist und welches Meine liebsten Kinder sind: Diejenigen, denen Ich die meisten Leiden bereite. Merkt euch das doch einmal! Denn was Ich zu euch rede, soll nicht ihr allein gelten, sondern euch allen, ihr Bräute Meines Herzens. Und nun lebt wohl, Meine Kinder, und je enger das Band geschlossen und je mächtiger der Damm, den Ich dir gezeigt, dem Übel der Zeit entgegengestellt wird, desto herrlicher soll sich der Sieg der Kirche entfalten.“

 

Fünfter Freitag im Oktober 1896

Maria: „Euch verspreche Ich und allen denjenigen, welche die Worte sich zu Herzen nehmen, die kommen und sich anschließen an euch, an Mich und an Meinen lieben Sohn, sie sollen inmitten der Trübsal überfließen voller Freude und innerer Wonne, sie sollen sehen, wie gut der Herr ist, daß Er die Seinen beschützt, daß Er alle Traurigkeit in Freude zu verwandeln weiß. Und nun lebt wohl, morgen Abend wird Mein Sohn kommen mit Mir und mit einer unabsehbaren Schar, welche sich mit euch verbinden und kämpfen und ringen und streiten wird, bis der große Tage kommt, wo alles Leid übergehen wird in unendliche Herrlichkeit.“

Vigil vor Allerheiligen 1896

Jesus: „Sei zufrieden, Meine Tochter! Du wirst sehen, daß es noch viele Frucht bringt. Harre nur aus, und weiter verlange Ich nichts von dir, alles andere soll dir Nebensache sein. Ob ein Priester zu dir kommt oder nicht, ob man in den Zeitungen schreibt oder nicht, das alles soll dir Nebensache sein. Du bist Mein und Ich bin dein, und Ich will dir sagen, was es mit deinen Schriften ist, was Ich bezwecken will durch die Belehrungen, die Ich dir gebe. Sie sind nicht für dich, sie sind für andere; darum sollen es auch andere erfahren.

Weißt du, wie oft Ich dir schon gesagt habe, daß die öftere heilige Kommunion soll eingeführt werden, nicht nur hier, sondern in allen Teilen der Welt. Meine Kinder sollen wissen, wie gut Ich bin! Niemand soll sich vor Mir fürchten. Zwar soll man mit Zittern vor Meine Majestät kommen, aber doch immer bedenken, daß Ich nicht zuviel verlange von Meinen Geschöpfen, Ich, euer Herr und Gott! Ich, euer Vater! Ich, euer liebenswerter Bräutigam! Wenn der Mensch Mir nur guten Willen entgegenbringt, wenn er nur Meinem Stellvertreter, dem Priester, seine Schuld bekennt, so soll er nur unbekümmert sein um all die Kleinigkeiten, die ihn ängstigen, hinzutreten vor Meinen Altar. Ich will ihm alles ersetzen, alles, was ihn drückt, soll ausgetilgt werden, alles soll bedeckt sein mit Meiner Liebe.

Sie sollen wissen, daß der Mensch, der nur einem einzigen, heiligen Messopfer beiwohnt, wo Ich täglich das Opfer erneuere, das Ich einstens vollbracht auf Golgotha, daß die Verdienste dieses Opfers jeder Seele zugute kommt, die dem heiligen Messopfer beiwohnt, ganz besonders aber jenen, die dem heiligen Tisch sich nahen. Diese will Ich überhäufen mit Meinen Gnadenschätzen. Ich will ihre Seele in einen solchen Zustand versetzen, der Meinen Treuen im Himmel ein Schauspiel sein soll; sie alle sollen sich erfreuen an dieser Seele, nachdem Ich alle ihre Fehler getilgt und abgewaschen habe mit Meinem kostbaren Blut, das in jeder heiligen Messe in geheimnisvoller Weise fließt.“

Jesus: „Keines ihrer Kinder wird verloren gehen. Solange eine Mutter betet, geht keines verloren, und wenn es auf Abwege geraten sollte, kehrt es wieder zurück.“

Zweite Woche im November 1896

Jesus: „Laß sie nur machen, wenn es Zeit ist, werde Ich kommen. Schließt ihr euch nur eng aneinander an, ihr drei. Es soll unter euch nicht das mindeste gegen die Einheit vorkommen. Je fester das Band ist, desto mehr Gnaden kann Ich über euch ausgießen, und Ich gebe euch das feste Versprechen, daß aus eurem Bündnis noch eine ganze Gebetsarmee entstehen wird.“

Vigil  Unbefleckte Empfängnis Mariens 1896

Maria: „Ja, ja, die Zeit ist gekommen. Rufet Mich nur an in der Zeit der Not, Ich werde euch nicht ohne Hilfe lassen. Deswegen habe Ich gesagt zu Meiner Dienerin, daß ihr Mich annehmen mögt zu eurer Braut. Durch Meinen Sohn habe Ich es euch gesagt. Ich will eure Braut sein, denn ihr habt den Haushalt Gottes zu regieren. Und was ist die Frau in der Haushaltung? Die Frau ist das Herz des ganzen Hauses. Seht, darum müßt auch ihr eine Gehilfin haben; Ich will das Herz sein. Ihr sollt Mich tragen in euren Gedanken, in euren Worten, in euren Handlungen, und Ich verspreche euch, wahrhaftig eine treue Gattin zu sein. Ich verspreche demjenigen Priester, der Mich zu seiner Braut annehmen und seine Kinder hinführen wird vor den Tabernakel, wo Mein Sohn wahrhaftig weilt, dessen anvertraute Seelen will Ich betrachten als Meine Kinder, als Meine liebsten Kinder. Denn sie sind ja auch die Kinder Meines Sohnes, des Vaters, Der im Himmel ist, und Ich will sie alle retten, und keines von ihren Schäflein soll verloren gehen, denn dort, wo seine Wirksamkeit aufhört, wo der Arm des Priesters nicht mehr hinreicht, dort will Ich noch hingehen, dort will Ich arbeiten und sie Ihm zuführen.“

Dritter Donnerstag im Advent 1896

Maria: „Sei getröstet und beruhigt und glaube, denn Ich bin die Mutter der schönen Liebe und der heiligen Hoffnung, die allerreinste Braut des Heiligen Geistes. Ich trage Sorge für die Meinigen. Sie werden es fühlen, die an Mich glauben, die auf Mich ihr Vertrauen setzen; denn Ich habe Seine Macht in der Hand, Ich kann Seinen strafenden Arm zurückhalten, Ich kann Seinen Zorn aufhalten, und wenn sich mit Mir die Priester vereinigen, dann ist der Zorn Gottes entwaffnet, denn Ich bin ja ihre reinste Braut, sie sind Meine Bräutigame, sie sind ein anderer Christus. Und wenn sie alle einstimmig sind, um nur das Wohl des Volkes zu fördern und den Glauben zu beleben, den Weg wandeln, den Mein Sohn gewandelt ist und Ich, ihre jungfräuliche Gemahlin, dann wird gewiß eine andere Zeit kommen. Darum harret aus, Meine Söhne, ihr Priester der katholischen Kirche, ermahnt eure Brüder, warnt, straft, wo es nötig ist, damit die Einheit befestigt werde.“

Dritter Sonntag im Advent 1896

Jesus: „Denn sie alle sind bestimmt, im kindlichen Glauben zu wandeln, die Zierde der Menschheit zu werden. Ich verspreche euch, daß keines auf Irrwege gelangen wird, daß alle den Glauben bewahren. Keines von ihnen soll gegen das hässliche Laster sich versündigen, das unter euch Christen nicht einmal genannt werden soll. Und nun geht hin und bringt Mir dar ein herzliches, Te Deum Laudamus’.“

Jesus: „Ja, das wäre Mir recht, das wünsche Ich ja, aus dieser Familie verlange Ich einen Priester. Um euretwillen sollen viele, viele Seelen gerettet werden. Ich werde euch geben, so viele Mein Vaterherz, Mein Gottesherz, Mein Richterherz, euch armseligen Geschöpfen geben kann. Jedes Wort, das Ich sage, hat seine eigene Bedeutung; denn Ich bin der Vater aller Menschen. Damit ist viel gesagt. Ich werde alle so mit Meiner Gnade bestürmen, die ihr Mir im Gebete empfehlt, daß die Gnade siegen wird. Aber Ich bin es, Der allein weiß, was für jedes Kind der richtige Beruf ist.“

Jesus: „Sage ihr doch, sie möge sich recht in das Band einschließen, ja sag es ihr und allen deinen Schwestern im Kloster, daß sie alle in Meinem Herzen wohnen.“

Jesus: „Niemand lege Ich Bürden auf, die er nicht tragen kann, denn Mein Joch ist süß und Meine Bürde ist leicht. Sage ihr, daß in ihrem Beruf alles inbegriffen ist, daß Ich ganz zufrieden bin mit ihr. Möchten doch alle Klosterfrauen so wie sie wirken, dann würde es um vieles besser stehen. Zu ihrem Trost sage Ich dies, nicht aber, daß sie immer wieder zweifelt und meint, es sei eine schmeichelhafte Rede. Denn Mein Wort ist Wahrheit, und was Ich gesagt, das bleibt bestehen, und nicht nur für heute, sondern für ewige Zeiten.“

Dreikönigsfest 1897

Jesus: „Denn er soll sich nennen: ‚Der Liebesbund des heiligsten Herzens Jesu.‘ Diejenigen, die sich festhalten an diesem Bund, werden niemals Gefahr laufen, auf Abwege zu kommen ... Wer sich anschließt an den Liebesbund, den Ich mit euch geschlossen am heiligen Fronleichnamsfest, der ausgeht aus dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, soll das besondere Vorrecht besitzen, daß er mit heiliger Freude alles ertragen wird, was Ich in Meiner weisen Vorsehung ihm zugedacht habe, daß es nützlich und gut für seine Seele sein kann. Er soll eine klare Einsicht erlangen in die allgütige und allweise Vorsehung Gottes, und sobald ein Kreuz über ihn oder seine Familie kommt, sogleich erkennen das Walten Meiner göttlichen Hand, und obwohl die Wunde blutet, wird er doch die Hand küssen, weil er weiß, daß Ich es bin, daß Ich alles weiß, was für ihn am besten ist.

Meine Diener wollen ein besonderes Zeichen. Ja, das soll das äußere Zeichen sein: Die Bruderliebe, die Gottesliebe und die Nächstenliebe, die Liebe zu Mir im Allerheiligsten Sakrament des Altares. Es wird in seiner Seele ein Licht aufgehen, das Licht wird wachsen bis zum vollen Tag. Versteht ihr Mich, Meine Kinder? In Vereinigung und in Verbindung mit diesem Licht werden alle diejenigen, die sich vereinigen in diesem Bund, eine hohe Stufe der Vollkommenheit erreichen, gleich welchem Stand sie angehören. Den Eheleuten will ich den Frieden geben in ihren Familien, den Jungfrauen will Ich die Gnade geben, alle Leiden, alle Verdemütigungen, die sie zu ertragen haben, mit Liebe und Geduld zu ertragen. Den Priestern will Ich beistehen in ganz besonderer Liebe, weil sie ja doppelt an Mich gekettet sind durch ihre Liebe und das Gebet und durch das Gebet so vieler, vieler Seelen, mit denen sie im Bunde sind. Ja, den Priestern wird es am meisten nützen, wenn sie sich anschließen an den Liebesbund.

Wer bedarf mehr der Stütze und des Gebetes als ein Priester, weil auch er ein armer, schwacher Mensch ist und weil er auf dem Leuchter steht und das Licht der Welt sein soll. Wenn nun das Licht verdunkelt ist durch die Sünde und durch die Leidenschaft, deren er sich hingibt, weil er doch auch ein schwacher Mensch ist, wie kann er dann ein Licht für andere sein? Darum ist es für den Priester doppelt wichtig, sich in das Gebet vieler, vieler zu empfehlen, nicht auf seine eigene Kraft allein zu vertrauen und nicht auf seine priesterliche Gewalt, die er übertragen bekommen hat für andere. Ja, diese bleibt ihm, sie ist ihm nur gegeben für andere, damit er andere leite und zum Himmel führe. Wo bleibt aber er? Die priesterliche Gewalt kann ihm für seine Seele wenig nützen, wenn seine Seele nicht in Ordnung ist. Ja schaden kann sie ihm noch, wenn seine Seele in Unordnung ist, umso mehr, als Seelen verlorengehen durch seine Nachlässigkeit.

Darum, o ihr alle Meine Diener, wandelt in der Demut, wandelt in der Liebe, wandelt in einem reinen, kindlichen Glauben und klammert euch an das Band, das Ich um euch schlingen will und um euch geschlungen habe, an das Band der Liebe, das ausgeht aus Meinem Herzen im Allerheiligsten Sakrament des Altares. Dieses Liebesband wird euch alles lehren. Dieses Liebesband wird euch Nachsicht lehren mit allen Menschen, wie mit euren Mitbrüdern, ihr werdet euch angetrieben fühlen, einer den anderen zu unterstützen, dem anderen nachzugehen, wenn er abgewichen sein sollte vom rechten Weg.

Dieses Liebesband wird euch lehren, alle Leiden mit Geduld zu ertragen, die euer Beruf euch auferlegt, besonders ihr, Meine Diener, die ihr euch Mir geweiht durch die Gelübde der heiligen Ordensregel, ihr Lieblinge Meines Herzens, die Ich euch besonders gestellt auf den Leuchter, der Welt voranzuleuchten durch ein gutes Beispiel, durch die Armut, den Gehorsam, die Keuschheit. Engelrein soll euer Leben dahinfließen. Ihr besonders seid berufen, euch selbst zu vergessen und nur daran zu denken, was Mein Wille von euch verlangt, und Meinem Willen alles zu unterwerfen, Meinem Willen all euer Sein, Denken, Tun und Haben. O seid doch zufrieden mit allem, was Ich über euch verfüge. Seid glücklich, wenn Ich glücklich bin, Ich sage, wenn Ich zufrieden bin mit euch! Und wann bin Ich zufrieden mit euch?“

Zweiter Sonntag im Januar 1897

Jesus: „Der Bund, der Liebesbund des heiligsten Herzens Jesu, wovon Ich dir gesagt habe, soll der Mittelpunkt sein zur Besserung der menschlichen Gesellschaft; denn die besten Kinder der Kirche werden daran teilnehmen. Sie werden eingehen in diesen Bund; denn Ich will, daß viele Kräfte zusammenstreben zu einem Ziel, zur Verbesserung des Geistes. Darum sage Ich immer wieder und wieder zu Meinen Dienern und zu euch, die ihr immer so mit eurer Schwachheit zu tun habt, vergesst euch selbst und denkt an Mich. Wenn Ich vergesse, warum nicht auch ihr? Vergesst eure Armseligkeit, und Ich will zufrieden sein. Denkt an das große Ziel, das ihr erstreben sollt, und wie viele, viele Menschen es gibt, die ihr letztes Ziel und Ende vergessen.

Wenn Ich sage, daß Ich all denjenigen, die in den Bund eintreten, ein besonderes Vorrecht geben will, die heilige Freude nämlich; was will Ich damit anderes sagen, als daß sie vergessen sollen ihre eigenen Schwächen und Fehler, nicht um stolz zu sein, nein, um mit um so größerem Verlangen zu Mir zu kommen und Mir die großen Anliegen im Herzen vorzutragen und zu erleichtern, indem sie mit sich selbst zufrieden sind, weil Ich mit ihnen zufrieden bin, weil Ich sie im Herzen trage, weil sie sich selbst vergessen können. Das kommt ihren Mitmenschen zugute.“

Dritter Freitag im Januar 1897

Jesus: „Stimmt ihr nicht zu, dann ist die Welt gerettet! Darum stimmt ein in den Bund, den Ich schließen will und der sich ‚Liebesbund des heiligsten Herzens Jesu‘ nennen soll, dessen Mitglieder sich verpflichten müssen, die oftmalige Kommunion zu fördern, dessen Mitglieder sich verpflichten müssen, oftmalig und höchst würdig sich Meinem Tisch zu nahen, denen Ich aber auch besonderen Segen versprechen will, der soll ihr Herz und ihr Gemüt erfüllen. Den Familienvätern und Müttern will Ich besondere Gnaden geben für die Erziehung ihrer Kinder; sie sollen in ihren Familien Freude an ihren Kindern erleben, und ein besonderer Trost soll sie begleiten, wenn sie eingehen in die ewige Ruhe. Friede und die heilige Freude sollen alle genießen, die sich beteiligen, die dies Band umschlingen wird.“

Vierter Freitag im Februar 1897

Jesus: „Ich sage dir, kein Wort sollst du umsonst aufschreiben, kein Wort, das durch dieses Sprachrohr an dein Ohr dringen wird, welches in der Ewigkeit dir nicht mit goldenen Buchstaben vorgehalten werden wird. Denn, wenn Ich den Trunk kalten Wassers von einem Meiner Brüder gereicht, aus Liebe zu Mir, nicht ohne Lohn lasse, wie viel weniger werde Ich unbelohnt lassen alles, was Mir zuliebe getan wird. So hoch wie die geistigen Werke der Barmherzigkeit über den leiblichen Werken stehen, so hoch steht die geistige Arbeit über der, womit der Mensch nur sein Brot verdient. Aus den Worten, die du niederschreibst, Meine Tochter, sollen viele, viele gute Entschlüsse und Vorsätze gefasst werden, und viele werden auch gefasst werden!“

Dritter Fastensonntag 1897

Jesus: „Es wird der Unglaube schmelzen an all jenen Orten, wo ein Priester steht, der glaubt, daß Ich mit dir verkehre, und der die Worte in seiner Tätigkeit verwirklicht, und der Glaube wird wieder aufblühen. Es wird eine Zeit kommen, wo es alle einsehen, aber es wird für viele zu spät sein. Sie werden keinen Trost finden, wo sie sich auch hinwenden werden.“

Herz-Jesu-Freitag im April 1897

Jesus: „Wenn Ich euch belehre, dann seid zufrieden mit dem, was Ich sage, denn die Worte, die Ich zu euch spreche, sind zu kostbar, daß es viel zu kleinlich ist, auf einzelne einzugehen. Ist es nicht genug, wenn Ich euch sage, daß alle diejenigen, die glauben, was Ich sage, die teilnehmen an dem, was Ich mit euch rede, zu Meinen liebsten Kindern gehören? Dann, sage Ich euch, prüfe sich der Mensch selbst und tue, was sein Geist ihm eingibt; denn der Christ, der sich einreiht in das Band, das Ich dir gezeigt am heiligen Fronleichnamsfest, soll in ganz enge Verbindung zu Mir treten. Ich habe das schon so oft erklärt, und doch versteht ihr es immer noch nicht. Ich spreche deshalb so viel und so oft zu Meiner Dienerin und zu euch, denn euch alle drei habe Ich zusammengeführt als ein Werkzeug, das Ich benützen will, um Meine Pläne durchzuführen.“

Fest der Sieben Schmerzen Mariä 1897

Jesus: „Meine Tochter! Ich verspreche es dir um deines Gebetes willen, denn du sollst wissen, daß Mein Herz so gut ist und so mitleidig zu den Menschen, daß es dem gläubigen und vertrauensvollen Gebet einer Seele, die Schmach und Verachtung auf sich nimmt, um Mir Freude zu machen, nicht widerstehen kann, und wenn sie dann absieht von sich, von ihrer Armseligkeit, und eingeht in Mich, in Meine unendlichen Verdienste und diese Mir darbringt, dann mußt du wissen, daß es Demut ist, nicht nur Vertrauen, sondern auch Demut, wenn eine Seele über sich hinweggeht, sich vergisst und glaubt, daß sie Großes leisten kann, nicht durch sich, sondern durch Meine Verdienste, wenn sie in Meine Verdienste eingeht, ihre Armseligkeit vergessend, dann kann Ich nicht widerstehen. Eine solche Seele besitzt Gewalt über Mein Herz, und Ich muß ihr gewähren, um was sie Mich bittet, wenn es dem Heil der Seele nützlich ist, wenn diejenigen nur einigermaßen guten Willens sind, für welche die Bitten Mir vorgetragen werden, und wenn sie der Kirche wenigstens Gehör geben und dieses schon ein großes Gewicht in die Waagschale, in ihr Sündenregister, hineinlegt, das wiegt alles auf. Mögen die Sünden noch so zahlreich, mag die Reue noch so armselig, der Vorsatz noch so klein, so wenig ergänzt sein, lasse Ich dennoch Mich überbieten durch das Gebet.

Und Ich verspreche dir, daß alle, die der Kirche folgen, daß sie alle gute Beichten verrichten werden und Mich würdig empfangen. Nicht wahr, ein großer Trost für euch! Seht, was ihr durch eure Leiden, eure Opfer erlangt, besonders aber, wenn du über alles hinweggehst, was der Natur zuwider ist. Und ihr alle, auch ihr, Meine Diener, wenn ihr euch vergesst und in Mich eingeht, dann habt ihr Gewalt über Mein Herz. O dann kann Ich euch nicht widerstehen, denn Ich bin ein gar guter Gott!“

Palmsonntag 1897

Jesus: „Du aber, Meine Dienerin, bereite dich vor auf den Tag, wo die Kirche Meinen Todestag feiert, um der Welt die Wunder Meiner Liebe zu zeigen. Wunderbar bin Ich in Meiner Liebe. O wie Ich alles erfinde und erdenke, um der Welt Meine Liebe kundzutun. Wunderbar, großmütig, selbstlos und uneigennützig sollt ihr alle sein und werden, die ihr eintretet in den Liebesbund. Euch habe Ich herbeigeführt. Seht, euch habe Ich mit ihr verbunden, die Wunder, die Ich in ihr wirke, der Welt zu verkünden. Seht, ihr alle, die ihr euch dem Liebesbund anschließt, ihr alle, Meine liebsten Kinder, seht, Ich habe Mich mit euch verbündet. Viele werden staunen über das, was Ich in einer Seele wirke, und den Kopf schütteln, weil Ich so gut bin; denn es wird eine große Vereinigung werden, Priester und Laien, Reiche und Arme, Ordenspersonen und Weltleute, sie alle sollen herbeikommen und sich vereinigen in dem Liebesbund, um einzustehen für jene Seelen, die verirrt, um die verirrten Brüder zurückzuführen, denn die Welt soll gerettet werden. Ihr alle sollt in ihr eines Herzens werden. Kommt und schaut, zu welch Großem Ich euch bestimmt habe. Ihr sollt herrschen mit Mir, von Ewigkeit zu Ewigkeit.“

Jesus: „Alle, die Mein Leiden mit angesehen, die sich nicht daran geärgert, sie haben bei jedem Fest, das von Meinem Leiden gefeiert wird, eine besondere Freude, eine ganz besondere Ehre wird ihnen angetan, am nächsten dürfen sie bei Mir ziehen. Ihnen wird heute die größte Ehre erwiesen, denn alle Feste werden in Meiner triumphierenden Kirche mitgefeiert. So werden auch diejenigen, die sich ausgezeichnet auf der Welt, die Mir treu bleiben, die wegen Meiner Schmach und Verachtung leiden, im Himmel eine um so größere Ehre erlangen. Siehe, das ist die Herrlichkeit in Meinem Reiche.“

Gründonnerstag 1897

Jesus: „Seht, dieselbe Liebe ist es, die Mich im Tabernakel verschlossen hält, dieselbe Liebe, um euren Lebensberuf zu versüßen, um euer Trost zu sein; denn wahrhaftig, Ich habe euch nicht hineinge­stellt in diese Welt, um euch zu martern und zu plagen. Nein, die Liebe eines Gottes ist unbeschränkt, sie ist unermesslich und unbegreiflich! Dreiunddreißig Jahre bin Ich unter euch gewandelt, dreiunddreißig Jahre habe Ich den letzten Platz eingenommen, den noch kein Mensch je einnahm, den kei­ner einnehmen wird von Adam bis zum Weltende, um euch zuzurufen: Seht, wie Ich euch liebe! Seht, Ich habe euch erschaffen aus reiner Liebe; die Liebe trieb Mich an, Mich in euch zu vervielfältigen; so viele Geschöpfe Ich erschuf, sovielmal sah Ich Mein Bild in ihnen; denn du, Mein Geschöpf, besitzest einen unsterblichen Geist, das ist Meine Schöpfung und diese Schöpfung bin Ich, dein Geist bin Ich, du Mein Geschöpf, und diesen sollst du Mir verähnlichen und sollst ihn umgestalten in Meinen Geist, und dies hängt von dir ab, o Mensch.

Deswegen sollst du wissen, Mein Freund, auch im letzten Winkelchen, wo du stehst, sollst du dein Leben deinem Schöpfer ähn­lich machen, du sollst dein Leben als Mein Leben versinnbildlichen. Jedes Leben eines einzelnen Menschen soll Mein Leben sein; eine Prüfungszeit ist jedes Menschen Le­ben, wie auch Mein Leben eine Prüfungs­zeit war vor den Augen Meines himmli­schen Vaters. Als Ich hineintrat in die Welt, rief Ich Ihm zu: ‚Siehe, Vater, Ich komme, um Deinen Willen zu tun!‘ Und so sollst auch du sagen, Mein lieber Christ, wo im­mer Ich dich hinstelle: ‚Siehe, mein Jesus, ich komme, um Deinen Willen zu tun, um Dir ähnlich zu werden, denn dieses Tag­werk soll ich ausführen, weil Du es willst. Meine Prüfungszeit soll dies sein. Siehe, ich komme, um Deinen Willen zu tun!‘

Wenn Ich Mich der Welt offenbaren will, dann bediene Ich Mich   eines Geschöpfes; denn der Mensch besteht aus Leib und Seele, und da Ich eingegangen bin in Meine Herrlichkeit und Ich Mich nicht mehr als Mensch unter den Menschen befinde, muß Ich Mich jetzt eines Mitteldinges bedienen. So wenig Ich die Welt hätte erlösen kön­nen, wenn Ich nicht Selbst wäre Mensch geworden, wenn Ich Mich nicht Selbst den Menschen gleichgestellt, so wenig kann Ich der Welt Meine Geheimnisse erschließen, wenn Ich Mich jetzt nicht eines Geschöpfes bedienen will.

Im Alten Bund tat Ich dies, wie schon mehrmals gesagt; denn der Mensch ist schwach und verliert sich in diesem Materialismus. Darum, um ihn zu­rückzuführen auf den Ursprung, wo er aus­gegangen ist, muß Ich Mich außergewöhn­licher Mittel bedienen, indem Ich Ge­schöpfe erwecke, durch die Ich die anderen Menschen mahnen, warnen, strafen und trösten will. Dies geschah im Alten Bund durch die Propheten, durch die Patriarchen. Jetzt, seitdem Ich Selbst Mensch gewesen, seitdem Meine Kirche in voller Blüte da­steht, jetzt, da man glauben sollte, es sei unmöglich, daß dieses Geschlecht seinen Schöpfer noch vergessen könnte, und da es nun aber doch möglich ist und leider sehr möglich ist, muß Ich Mich der Geschöpfe bedienen, um Meine Pläne durchzuführen, die Ich mit der Menschheit vorhabe.

Ich liebe die Menschen, ob sie an Mich glauben oder nicht an Mich glauben, Ich habe sie erschaffen, Ich habe sie erlöst, Ich habe ihnen Meinen Geist gesandt und alles getan, was nur ein Gott tun kann und tun wird, um den armen, schwachen Menschen an Mich zu ziehen, um ihn zu erhalten im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe, damit er einstens, wenn die Prüfungszeit vorüber ist, auch ewig mit Mir herrschen könne. Da nun dies alles doch vergessen ist und vergessen wird und das Häuflein mehr und mehr schwin­det, muß Ich immer wieder andere Mittel ersinnen. Denn alles, was geschieht, ist eingezeichnet in Meine Pläne von Ewigkeit, nur muß Ich abwarten, bis die Zeit gekommen ist, wo Ich Meine Pläne durch­führen will. Da nun das ganze Menschengeschlecht abgekommen ist vom rechten Weg, und auch die gläubigen Kinder und auch die guten katholischen Christen sich allzu sehr vertiefen in dieses Elend, in dieses Erdenle­ben, in dieses Zeitliche, da ist wieder einmal eine Zeit gekommen, wo es eine Wende gibt. Dieser Zeitpunkt ist jetzt wieder da.

Seht, Meine Kinder, ihr sollt eine neue Epoche vorbereiten, von der die Kirchen­geschichte, viele heroische und großartige Dinge aufzeichnen wird. Es soll eine Wende geben in Meiner heiligen katholischen Kir­che, in dem Schicksal Meiner Kirche. Ge­knetet und geknechtet wie sie ist von all ihren Feinden, in ihr selbst gibt es gar viele Glieder, die faul sind, die abgestorben sind an Meinem mystisch-geheimnisvollen Kir­chenleib.

Jesus: „Seht! Seht, ihr Männer, daß Ich nicht zu viel verlange, seht, wie Ich euch zu den liebsten Kindern Meines Herzens zähle. Man wundert sich, man freut sich, man ist getröstet, ein liebes Wort zu hören von einem recht lieben Freund, den man hoch­schätzt, der einem auch, so wie man sagt, etwas nützen kann, seinen Beruf erleichtern und einen Vorteil verschaffen kann. Man schätzt sich glücklich, mit einem solchen Freund vertraut umgehen zu können. Nun seht, Ich nenne euch Meine Freunde, nicht nur ihr Priester, nicht nur ihr, Meine Die­ner, die ihr Meinen Willen dem Volk ver­kündigen sollt, nicht nur ihr, die ihr euer Leben ganz Mir zum Opfer brachtet, nein, alle, alle will Ich mit Liebe umfangen, mit heiliger Freude will Ich dein Herz erfüllen, magst du auch stehen, wo du willst, wenn du nur ein gläubiges Herz, wenn du nur einen guten Willen Mir entgegenbringst, wenn du nur entschlossen bist, das Kreuz, das dein Beruf, dein Lebensberuf, mit sich bringt, Mir nachzutragen. Sieh, alles andere will Ich dir ersetzen.

Ist es denn nicht tröstlich, mit einem sol­chen Freund umgehen zu können? Nun sieh doch, mit einem solchen Freund kannst du umgehen. Ich bin dir dieser gute Freund. Gehe hin zu Meinem Stellvertreter und bringe Mir nur ein offenes Herz entgegen, und sage ihm deine Schwächen, und sei unbekümmert, ob du auch alles gesagt. Bringe Mir nur deinen guten Willen. Wenn du nur offen und ehrlich dich hast ausge­sprochen vor Meinem Diener, weißt du ja, daß die Worte, die er dir sagt, daß dieses Ich gesprochen, und dann komm und emp­fange Mich in der heiligen Kommunion, und Ich will dich in Meine Arme schließen, und du sollst wissen, daß du an deinem Freundesherz ruhst. Dann empfiehl Mir deine Anliegen, alles, was dich drückt, und sage nur, daß du Mich liebst, und das ge­nügt Mir.

Siehe, Ich verspreche dir, daß Ich dir dein Schicksal erleichtern will, daß Ich das Kreuz, das dich niederdrückt, und dich ganz wunderlich machte, dir schon ver­ziehen habe, denn Ich weiß, daß du ein schwa­cher Mensch bist; aber Ich sage dir, dein Kreuz soll dich nicht mehr so schwer drüc­ken wie bisher, du sollst dein Kreuz mit Freuden tragen, das Ich dir auferlegt habe, damit du siegen wirst in Meiner Herrlich­keit.

O Mein Freund, sieh doch, wie glücklich bist du, und das Glück sollen alle teilen, die eines Herzens und Sinnes sind mit dir. Darum, ihr Meine Freunde, geht hin und bewahret die Worte, die Ich heute zu euch gesprochen, bewahrt sie wie Meine heilige Mutter in Ihrem Herzen, wie die Hirten an Meiner Krippe, wie die drei Weisen an Meiner Krippe. Seht, wenn ihr euch dem Tabernakel nahet, dann tretet an den Tabernakel heran, wenigstens alle Sonntage. Das müßt ihr Mir heute verspre­chen, und erinnert euch, was Ich gespro­chen zu euch in dieser heiligen Stunde; denn ihr sollt ja der Anfang sein, und man wird in späteren Jahrhunderten euch glück­lich preisen, die ihr die Werkzeuge sein sollt zu dieser Wendung, zu dieser Epoche in Meiner Kirche, die vorangehen und ein­führen soll zu einem anderen Leben und Streben unter dem Christentum. Versprecht Mir dieses heute, schämt euch nicht!

Keines Meiner Kinder stelle Ich an die unrechte Stelle, denn wenn es den Platz nicht ausfüllen kann, den Ich ihm angewiesen hatte zu dem Zweck, wo Ich es hingestellt, dann bin Ich ein liebender Gott und stelle es an einen anderen Ort, wo Ich weiß, daß es sein Ziel doch erreicht und Ich zugleich tausendfache Absichten mit einführe und alles lenke zum besten Meiner Kinder.

Du, den Ich gestellt als König in der Schöpfung, diene Mir wie dieser, weil er der Anfang ist zu der Zeit, zu der Epoche, die sich wenden soll zum Besseren, zum Aufblühen Meiner Kirche. Du, König der Schöpfung, wo du stehst, da steht es gut um deine Familie, wenn du ein Mann des Glaubens bist und Sitte hast, und Ich verspreche dir, deine Kinder und Kin­deskinder werden dir nachfolgen, und er wird wachsen, der Baum, und seine Schat­ten weit verbreiten, und so soll das Glau­bensleben erneuert werden. Ihr sollt es, sooft ihr könnt, sooft euer Stand und euer Beruf es erlaubt; und ihr könnt es ja, ihr könnt es, wenn ihr nur guten Willen habt und Energie ... Manneskraft ist Willenskraft.“

Und Ich verspreche dir, daß keines verloren geht um deines Gebetes und das deiner Eltern willen, aber zu der Seligkeit, zu der Ich sie berufen als Christ, werden sie nie und nimmer gelangen; denn sie haben Mich verschmäht, und dein Bruder, er leidet noch und er leidet noch lange, weil er die Ursa­che zu diesem Unglück gewesen. Ich sage dies nicht, daß du dich betrüben sollst, nein, Mein Kind, raffe die ganze Kraft deiner Liebe zusammen und tröste dich und setze dich über alles hinweg und verderbe dir nicht die besondere Osterfreude.

Aber sieh, wenn Ich dir verspreche, daß du der Stammbaum sein sollst, dessen Schat­ten viele, viele erquicken soll, mußt du das Kreuz gerne tragen und nie mutlos werden. Und auch du, Mein Freund, denn du bist berufen zu den liebsten Kindern Meines Herzens, und diese müssen Mir nachfolgen, sie müssen den schmalen Weg gehen. Wenn Ich dir aber entgegenkomme an der Golde­nen Pforte, wenn Ich euch zurufe, tretet ein, kommt her, ihr Gebenedeiten, dann ist es Zeit, um auszuruhen, dann, dann kannst du genießen die ganze Ewigkeit.“

Osternacht 1897

Jesus: „Meine Tochter! Siehe, wie Ich vorausgegangen und wie Ich zu Meinem Vater zurückgekehrt bin, aber nur erst durch Leiden und durch den allerbittersten Tod, so sollt auch ihr nach diesem kurzen Erdenleben ewig dereinst mit Mir herrschen und triumphieren. So wie du gesehen hast, wie der ganze Himmel sich freute bei Mei­nem Einzug, so ist die Freude beim Einzug einer jeden Seele. Sooft eine Seele den Sieg errungen und erkämpft hat, wiederholt sich dieser Einzug, wenn auch nicht in so feierlicher Weise, aber für die Seele auf dieselbe Weise wie für Mich, denn jede Seele trägt Meinen Geist in sich, ist Mir ähnlich; jede Seele hat den Weg durchzu­laufen, den Ich gegangen bin. Darum sollen sie auch denselben Triumphzug feiern. Meine Tochter! Verlange eine Gnade von Mir, Ich will sie dir gewähren.“

Jesus: „Harret aus, Meine geliebten Kinder! Bleibet standhaft in der Liebe, einig in wohlwollen­der Liebe, in wohlwollender Nächstenliebe für eure Brüder, die abgeirrt sind vom rechten Weg, denn Ich Selber habe dir ge­zeigt, daß eine Zeit kommt, wo der Baum geschüttelt wird und die faulen Glieder gereinigt und ausgesiebt werden. Wohl denen, die in der Nähe von Seelen leben, die es verstehen, Meinem Herzen Gewalt anzutun. Es werden wohl viele Seelen ge­rettet um der Sühneleiden treuer Seelen willen und um des Eifers Meiner Diener willen, die Meine Herde leiten, aber doch nicht alle können gerettet werden, weil nicht alle gerettet sein wollen. Diejenigen, die auch nur noch ein Fünkchen guten Willens sind, die sich nur noch,  und wenn es an der äußersten Spitze ist, an Meine Kirche anschließen, sollen gerettet werden, ja selbst diejenigen noch, die im letzten Atemzug in sich gehen und zurück­denken an das Glück, das sie verscherzt, und sich so im Geist noch anschließen an Meine heilige Kirche, sollen alle, alle ge­rettet werden um des Gebetes so vieler frommer Seelen willen.

Viele werden herbeiströmen und sich laben an den Früchten, die Ich reichlich austeilen werde in Meiner heiligen Kirche, in dem Liebesbund, den Ich gründen will; der be­stehen soll unter Reich und Arm, unter Laien und Priestern, unter klösterlichen Genos­senschaften, wie in der Welt, in den Familien, wie in jeder einzelnen Seele, wenn sie sich nur anschließen wollen und teilnehmen wollen an den Gnadenschätzen, die Ich ausgießen und ausbreiten werde durch die leitenden Kanäle, die da reichlicher spru­deln als je seit dem ersten Bestehen Meiner Kirche. Denn Ich werde dafür sorgen, daß alle Priester, die diese Schriften lesen, die eingetreten sind in den eucharistischen Ver­ein, daß sie Kanäle werden, durch die das Wasser der Gnade in reichlicher Fülle hin­eingeleitet wird in die Herzen Meiner Kin­der. Und so wird nach einiger Zeit in Mei­ner Kirche ein gar herrlicher Ostermorgen anbrechen, noch viel herrlicher und glorrei­cher als derjenige ist, der diese Nacht an­bricht. Meine Diener, ihr müßt wissen, daß ihr in die Karwoche eingetreten seid, die Karwoche hat für euch begonnen, und ihr müßt             arbeiten bis zum Karsamstag. Erst kommt ein gar schmerzlicher Karfreitag, dann kommt ein kleiner Ruhetag, darauf folgt ein gar herrlicher Ostermorgen.“

Freitag vor dem Weißen Sonntag 1897

Jesus: „Ich verspreche euch: Viele Seelen werden sich bekehren, wenn ihr ruhig über all den Sturm hinweggeht, der da über euch hinweggehen wird, denn vieles müßt ihr noch erdulden; man wird euch verspotten von allen Seiten, aber Ich habe es euch vor­ausgesagt, so wie Ich es Meinen Aposteln und Jüngern vorausgesagt habe. In jedem Menschenherzen steht es geschrieben, daß es einen Gott gibt, aber das Menschenherz hat es ausgetilgt aus seinem Gedächtnis. Hinein muß es wieder in dieses Gedächtnis, das Andenken Gottes, und dazu brauche Ich großmütige Herzen, großmütige See­len, starkmütige Seelen, die opferfreudig über alles hinweggehen, was über sie kom­men mag.“

Fünfter Freitag im April 1897

Maria: „Wäre es möglich, dort Meine Priester zu suchen? Und doch ist es möglich! Seht, Meine Kinder, und besonders ihr, Meine Diener, wie traurig dies ist, aber setzt euch hinweg, Meine Diener, denn Ich verspreche euch, daß sie noch sollen gerettet werden, die so sehr euren Schmerz hervorrufen.“

Wohl merkt es euer erschlaffter Körper, eure erschöpf­ten Kräfte; wohl fühlt ihr euch ermattet und abgespannt und wie vernichtet ob all der Last, die eure Schultern niederdrückt, weil ihr Tag und Nacht den verirrten Schäflein nacheilt, um sie in die Herde des himmli­schen Schafstalls zurückzuführen, jedoch kein Wort, kein Pulsschlag, kein Schritt und Tritt soll und wird euch unvergolten bleiben.

Dies sage Ich zu eurem Trost, zu eurer Freude, damit ihr euch jetzt, nachdem ihr Wochen und Monate euch abgehärmt, auch erfreuen könnt. An so manchem verstock­ten Sünder seid ihr abgeprallt, all eure Liebe, mit der ihr ihm nachgegangen, all eure Sorgfalt, all eure Belehrungen, alles ist verloren, alles ist umsonst bei ihm, und dies erfüllt euer Herz mit Wehmut und Trau­rigkeit, die euch selbst nicht bewußt ist. Ihr seid müde geworden und deshalb bin Ich gekommen, um euch zu trösten, denn ver­gessen sollt ihr in diesem Monat all den Kum­mer, wie auch Mein lieber Sohn es verges­sen muß.“

O es ist so entzückend schön eingerichtet im Reiche Meines Sohnes, aber nur das Auge schaut diese Schönheit, das abgewandt ist        von den Din­gen dieser Erde. Nicht vergebens will Mein Sohn   die Menschen hinweisen und hinfüh­ren, sie hineinführen in die Schönheit der katholischen Kirche. Wie vergänglich ist dieses armselige Erdenleben, es schwindet dahin. Vierzig, sechzig, höchstens achtzig Jahre ist das längste Leben eines Menschen, aber ewig, ewig dann ist die Freude, der Triumph, in der die Seele dereinst herrschen und triumphieren soll, und dieses Herrschen und dieses Triumphieren, dieses ewige Jubeln, diese ewige Freude will Mein Sohn dadurch zeigen, daß Er dich hinein­führet in die      Feste der heiligen Kirche, von einer Schönheit zur anderen, ewig herrlich, ewig jubilierend, ewig sich erfreuend von einem Fest zum anderen. Kaum ist dieses Fest verrauscht, bereitet man sich schon wieder und freut sich auf das kommende, und so geht es durch die ganze lange, un­endliche Ewigkeit.

Dieses nun will Meine Kirche versinnbildli­chen durch die erhabene Feier ihrer Gottes­dienste an solchen Festen; denn dieses alles ist ja der Anfang zu jener unendlichen Glückseligkeit, die kein Auge geschaut, kein Ohr gehört und in keines Menschen­herz gestiegen, was Gott denen bereitet hat, die Ihn lieben. Und nun lebt wohl, Meine Kinder!“

Maria: „Ein Damm soll errichtet werden in der ganzen Welt, in der ganzen katholischen Kirche, denn nur in ihr und durch sie allein kann die Welt gerettet wer­den; alles andere, was getan wird von den verschiedenen Volksstämmen, es hat nur so viel Wert, als es getan wird in Vereinigung mit der katholischen Kirche und mit Rück­sicht auf sie und nur um der katholischen Kirche willen und nur um ihrer Verdienste und der Opfer willen, die da gebracht wer­den in der katholischen Kirche.“

Erster Freitag im Mai 1897

Jesus: „Ihr aber, Meine Kinder, werdet nicht müde, die Worte aufzuschreiben, die Ich zu euch rede durch Meine Dienerin. Derjenige aber, der zweifeln und sagen will, es sei immer dasselbe, der möge doch die Schrift und die Worte gut studieren, ob er nicht darin recht heilsame Lehren für sein praktisches Leben finden wird. Freilich ist es immer dasselbe, weil es nie anders werden wird, solange die Welt steht und solange man das Evan­gelium verkünden wird. Es ist immer das­selbe Evangelium, aber der Hausvater, der da sucht, findet immer wieder Neues in diesem alten Evangelium. Der Hausvater bist du, du katholischer Priester, suche nur und du wirst zu dem Alten immer wieder Neues finden, und du wirst es hervorbringen und deine Kinder werden sich immer wie­der von neuem erfreuen, sooft du es ihnen vorzeigen und vorhalten wirst. Der guten treuen N.N. sage einen herzlichen Gruß von Mir.“

Erster Freitag im Juni 1897

Jesus: „Werdet nicht müde, Meine Kinder, die Worte, die Ich rede durch Meine kleine Dienerin, zu beherzigen. Alles trägt zur rechten Zeit seine Früchte, wenn ihr es auch nicht ahnt und nicht versteht, die Worte, die Ich zu euch rede, die zwar nicht Menschenworte sind, die Ich aber durch Menschen an die Menschen richte, die von Meinem Herzen ausgegangen sind und wie Liebespfeile eindringen in die Herzen der Menschen, welche die Herzen zu Meiner Liebe hinziehen, sie mit Meinem Geist er­füllen. Die Ungläubigen freilich, an denen alles verloren ist, sie sahen Mich auch nicht, als Ich unter ihnen wandelte.“

Zweiter Freitag im Juni vor Dreifaltigkeit 1897

Jesus: „Sobald der Mensch einsieht und erkennt, daß er gefehlt, bin Ich schon überführt und habe Ich ihm die ganze Güte und Liebe Meines Herzens wieder zugewendet! Versteht ihr Mich, Meine Kinder? Ein ein­ziger Akt vollkommener Liebesreue reicht hin, alle Sünden zu tilgen, Mich mit euch vollkommen zu versöhnen, und wenn ihr euch naht Meinem Tisch, um Mich zu empfangen, wenn ihr hingeht, wo Ich Mich zum Opfer bringe Tag für Tag für die Menschheit, um euch mit Mir zu opfern im Namen eurer Mitmenschen, anstatt derjeni­gen, die nicht hingehen wollen, wenn ihr euch vereinigt mit Mir und Sühne leistet für die Mitmenschen, die draußen stehen, die sich nicht um Meine Liebe und Güte küm­mern, dann wisset, wisset, daß die Verzei­hung Meinerseits eine vollkommene ist. Wenn ihr dann Mich in euch aufgenommen im hochheiligsten Sakrament, ja, dann will Ich mit euch Liebesmahl halten.

O ihr Menschen, ihr wißt nicht, ihr kennt nicht die Sehnsucht eines Gottes, ihr fürchtet den Vater als einen gar so strengen und gerechten Mann. Ja, Er ist es, der Va­ter, aber vergeßt nicht, daß Er die Liebe Selbst ist. Die Liebe hat den Sohn erzeugt von Ewigkeit her. Ihr wisset also, daß die Liebe vom Vater ausgeht, in den Sohn, die durch den Heiligen Geist euch mitgeteilt ist am heiligen Pfingstfest, wo Er mitgeteilt wird jeder Seele, die mit Mir ver­einigt ist, welche die heiligmachende Gnade mit sich trägt. Was fürchtet ihr den Vater? Ist Er doch Mein Vater und bin Ich doch der Bräutigam einer jeden Seele, die Mich liebt und sich mit Mir vereinigt. Ich muß dieses Wort gebrauchen, denn die Menschen ken­nen nichts Lieberes, nichts Süßeres, nichts Zärtlicheres als einen Bräutigam, der es von Herzen gut meint mit seiner Braut. Also merkt es euch, daß Ich der Bräutigam einer jeden Seele bin. Und der Vater ist ja doch der Vater des Bräutigams. Will ja doch der Vater das Beste seines Sohnes, will er also auch das Beste seiner Schwiegertochter.

Die Kirche tritt jetzt ein in den Kreis, der Meinem Herzen ge­weiht ist, Meinem hochheiligen Fronleich­nam, wo sie sich ganz besonders Meines heiligen Lebens erinnert, denn das heilige Fronleichnamsfest soll die Christen erinnern an Meinen Leib, den Ich zur Zeit dahinge­opfert habe für die sündige Menschheit, soll die Christen erinnern an jenes Herz, das dreiunddreißig Jahre für sie schlug, das Tag und Nacht im Tabernakel noch für sie schlägt, und Tag und Nacht an jedes Chri­stenherz denkt.“

Fest des Heiligen Johannes des Täufers 1897

Jesus: „In all den Leiden, in all den Drangsalen, die nun einmal den Kindern Adams beschieden sind, könnt ihr aushalten, könnt             ihr erdulden und ertragen aus Liebe zu Mir und das Schicksal der Kirche so tragen, das Kreuz, das Meine Kirche schleppt, ihr er­leichtern; ihr alle, wie Ich sie eben genannt, niemand ist            ausgeschlossen in der heiligen Kir­che, niemand!

Ihr alle, ihr treuen Seelen, sollt euch verei­nigen in dem Liebesbund: Priester und Laien, Or­dens- und Familienmitglieder, Väter, Mütter, Jungfrauen, Kinder, Greise, Jünglinge, ihr alle vereinigt euch zu einem Bund und gebt Mir das Versprechen ab im Beichtstuhl vor eurem Beichtvater oder an der Kommunionbank, für Meine Rechte einzustehen, euch einschreiben zu lassen als treue Mitglieder dieses heiligen Bundes, den Ich geschlossen habe mit diesen drei Seelen; denen Ich den Auftrag gab, die Heiligste Dreifaltigkeit auf besondere Weise zu ver­eh­ren und anzubeten im Namen aller Men­schen, und durch ihre Persönlichkeit diese drei heilig­sten Perso­nen vorzustellen; denn so wie der Vater und Ich und der Heilige Geist Eins sind, so müssen diese drei eins sein im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe, und was Ich noch als Bei­gabe ihnen zugebe, ist Leiden.

Im Leiden müßt ihr eins sein, ihr drei: Du und Lieschen und Luise, ihr alle drei müßt eins sein im Leiden, euch einander aufrichten, wenn eine von euch nie­dergebeugt ist, wie Meine kleine Diene­rin niedergebeugt war diese Woche, Meine kleine arm­selige Dienerin! Also geschlossen habe Ich den Bund in Eigener Person, merkt es euch, ihr Priester, und nicht durch bloße Erfindung oder Einbildung ist er ent­stan­den. Niemals kann eine Seele so etwas er­dichten, was so lange standhält in allen Kämpfen, wie dieses hier sich gehalten hat. Niemals kann etwas eine Erfindung sein, was nicht um ein Haarbreit von Mir ab­weicht. Also von einem Erdichten müßt ihr absehen. Ihr müßt wissen, daß Ich die Macht habe, mit Meinen Kindern zu ver­kehren, daß Ich in Meiner Kirche schalten und walten kann, daß Ich das Recht habe, euch zu gebieten und durch eines Meiner schwa­chen Geschöpfe zu euch zu reden. Oder kann Ich nicht in Meiner Kirche ma­chen, was Ich will?

Also, die Welt liegt im argen, der Glaube schwindet von Tag zu Tag mehr und mehr, und auch die guten Katholiken werden vom Strom der Zeit mit fortgerissen. Hinwegge­schwemmt wird alles Heilige und Ehrwür­dige durch die allzu große Vergnügungs­sucht dieser Tage! Denn es reihen sich Fe­ste an Feste, die darauf abzielen, den Glauben und die guten Sit­ten zu un­tergra­ben, alles Religiöse aus den Herzen heraus­zureißen. Wo bleibe Ich nun, euer Herr und Gott? Ich befehle euch im Namen des Va­ters und des Heiligen             Geistes, daß die treuen Kinder Meiner Kirche sich anschlie­ßen             müssen an den Liebesbund, den Ich befohlen habe zu errichten in Meiner Kir­che. Und nun hört die Statuten, die Ich euch selbst             diktiere in Eigener Person:

Jeder Priester hat in seiner Gemeinde dar­auf hinzuwirken, jeder   hat die Aufgabe, daß er mit Entschiedenheit vor die Vorstände der Gemeinde hintritt, daß die allzu große Vergnügungs­sucht womöglich aufgeho­ben, und wenn nicht aufgehoben, so doch möglichst gemindert werde. Jeder Priester hat die Gewalt, die Ich ihm übertragen habe durch die Priesterweihe, die Ich ihm gege­ben habe, also eine göttliche Gewalt, die alle Gewalt dieser Erde, die einem Ge­schöpf gegeben, auch wenn er König oder Kaiser wäre, weit, weit überragt. Je­der Prie­ster hat in seiner Gemeinde dafür mit Entschiedenheit zu sorgen, dieser Vergnü­gungs­sucht entgegenzutreten!

Dann soll er die guten und treuen Katholiken anhalten und auffor­dern, trö­sten und warnen, trösten und aufrichten, wo es notwendig ist; die Leidenden, ganz besonders jene Familien, die Ich mit Kreuz heimsuche; denn Ich kann unmöglich den guten und treuen             Christen die Leiden ersparen. Denn wißt ihr, ein Kennzeichen eines guten Christen sind die Leiden. Daran müßt ihr erkennen, daß ihr gute Kinder der katholischen Kirche seid, wenn ihr viel mit Leiden heimgesucht seid. Denn ihr alle sollt das Kreuz schleppen und sollt Meine Kir­che unterstützen. Meine Kirche schleppt das Kreuz, wie Ich dir damals ge­zeigt, als Ich dir das Leiden geben wollte, wo Ich dir sagte und dich fragte, ob du mit Mir das Kreuz tragen wollest. Damals hast du Mich gesehen, wie Ich ein Kreuz schleppte. Siehe, es ist das Kreuz, das Ich trage in Meiner Kirche. Viele, viele ihrer Kinder sind abgewichen vom rechten Wege, laufen den Irrlichtern nach und irren in Sandwüsten einher und gehen elend zu­grunde, ja, elend zu­grunde. Die treuen Kin­der Meiner Kirche, sie sollen zusammenge­schart, zusammengeführt werden zu Mei­nem Herzen, Meine treuen Kinder. Wißt ihr, ihr Priester, ihr habt die Aufgabe, die­ses zu tun, denn nicht ihr allein könnt das Kreuz tragen, Meine treuen Kinder sollen euch dabei hel­fen, sie alle sollen vollzählig werden, sie sollen unter dem Kreuz stehen und Meiner Kirche das Kreuz schleppen helfen. Denn nicht ihr allein könnt es schleppen, auch nicht jene Kinder allein, die sich da zurück­ge­zogen, um sich den Werken der Gottes- und Nächstenliebe zu widmen. Seht, das alles nützt gar zu wenig; denn im Strom dieser Zeit stehe Ich. O seht, wie Mein Herz blutet! Seht, wie ist Mein Herz so zerrissen. Tausend und abertau­send Wunden sind diesem Herzen geschla­gen worden. Nicht mehr ist es wie vor einigen Jahr­hunderten, wie Ich damals klagte Meiner Dienerin, der seligen Margareta Maria Alacoque, daß diejenigen Mir so weh tun, die Ich Mir er­wählt.

Nein, zerrissen ist Mein Herz in tau­send und abermaltausend Stücke. Nicht mehr allein eine Dornenkrone ist um Mein Herz ge­wunden, nein! O höret die klagende Stimme eures Hirten! Seht, wie die Jugend Mir entrissen wird! Die Jugend ist die Zu­kunft und Meine zukünftige Kirche. Was soll aus ihr wer­den? Höret die klagende Stimme eures Oberhauptes ihr, Meine treuen Kin­der!

Seht, Ich stehe an der Spitze, seht, Ich gehe euch voraus! Schaut auf Mich, folgt Mir nach, erinnert euch, wie Ich unter euch gewandelt bin, wie Ich nie­mand gescheut. Ahmt Mich nach, studiert Mein Leben, wie Ich die Guten um Mich herum gesammelt und ihnen das Evangelium ver­kün­dete, wie Ich vor die Pharisäer und Stolzen hingetre­ten und sie zurechtwies, obwohl Ich doch wußte, daß Ich dadurch nur Meinen Tod beschleunigte. Wie Ich vor sie hintrat und fortfuhr, Mei­nen Feinden ihr Unrecht vorzuhalten, so sollt ihr es auch tun ihr, Meine treuen Diener!“

Du mußt aber dich stellen, wie Ich es anordne, zu der Zahl der Liebesbundmitglieder; denn alle sind einge­schlossen, hinzutreten zu Meinem Tisch. Und weil alle Priester darauf hinarbeiten sollen im zweiten Teil, wenn sie ihre Pflicht getan, daß die Jugend soviel wie möglich und so­weit es nur geht, von der allzu großen Ver­gnü­gungssucht abge-halten werde, darum sollen die Priester das gläu­bige Volk recht oft herbeifüh­ren zu Mei­nem heiligen Tisch, anhalten zur Verehrung des Aller­heiligsten Sakramentes, dafür sor­gen, daß die Kirche überall geöffnet bleibe und die Gläubigen manchmal eine stille Stunde bei Mir zubrin­gen, mit Mir verkeh­ren. O wie will Ich es euch lohnen!“

Herz-Jesu-Fest 1897

Jesus: „Seht, es ist das dritte Fest vorüber, wo Ich euch zusam­menführte und den Bund mit euch ge­schlossen, wo Ich euch zu dritt einführte in die Geheimnisse Meines Herzens. Und nun seht schon die erfreuliche Früchte an dem Baum, den Ich euch gezeigt und zwi­schen euch ge­stellt, an dem Baum, den Ich gepflanzt in eure Mitte, der da ist der Lie­besbund Meines heili­gen, göttlichen Her­zens. Viele Blüten siehst du prangen an diesem Baum, und nun liegt es in eurer Hand und in den Händen Meiner Diener, daß diese Früchte auch zur Reife gelangen und nicht etwa durch einen kalten Hagel­schlag oder durch ein Unwetter verdorben und abge­schüt­telt werden an diesem Baum.

Seht, all die Worte, die Ich durch dich rede, die Meine Diene­rin­nen aufschreiben, und die Meine Diener verbreiten überall, wo sie ein gutes Samen­korn finden, ein gutes Erd­reich; seht, die Saat ist in diesem Erdreich bereits aufgegangen und steht in vielen, vielen frommen Herzen. Ja, ja, der Vater hat seine Freude an den Blüten, die da die­sen Baum schmücken, der Heilige Geist hat Seine Freude daran und ist bemüht, Sein Werk zu vollenden in all den Herzen, welche die Schriften lesen, zu fördern den Geist der Liebe, der Sanftmut und Demut, zu fördern das Glaubensleben, die Zuversicht, und überall entfaltet sich die Liebe in aus­giebigem Maße. Nur schade, daß sich die Äste dieses Baumes nicht wei­ter ausdeh­nen, daß sie noch allzu beschränkt sind.

Siehe, Meine Tochter, das Feuer, das du gesehen im vorigen Jahr, das da ist die Lie­besglut Meines Herzens, der Feuerherd ist im             Allerheiligsten Altarsakrament, es schlägt höhere Flam­men, die Flammen schlagen weiter um sich, sie bleiben nicht mehr in dem Kreis, wie du ihn voriges Jahr geschaut, nein, die Flammen wenden sich bald nach rechts, bald nach links, bald nach oben, bald nach unten. Es ist dieses ein Sinnbild, weil viele Meiner Diener hinein­blasen in diesen Feuerherd und das Feuer, das da die Eigenschaft hat, nie zu ruhen, das immer unru­higer hin und her weht, wird um so unruhiger, je mehr Meine Diener hineinbla­sen.

Das Feuer bedeu­tet die Liebe Meines Herzens, und daß du die Flamme bald nach rechts und bald nach links, bald nach oben und bald nach unten sich bewe­gen siehst, zeigt dir, daß es sich nicht mehr beschrän­ken will auf den engen Kreis derer, die Mich da schon lieben und Mich zu ent­schädigen suchen. Nein, es möchte hinausdringen um der Liebe der Liebenden willen, es möchte auch andere mit fortrei­ßen und allmählich zieht es hie und da andere mit hinein, wenn ihr es auch nicht seht, aber es ist so.

Um der Liebe der Liebenden willen schlägt das Feuer umher, greift um sich, verzehrt alles Un­heilige, das da vor sich geht. Die lauen Seelen, die bisher mir fremd gegen­überstanden, aber doch noch ein kleines Fünklein des Glaubenslebens in sich bergen, sie lassen sich, da sie von der Liebes­glut Meines Herzens hören, berühren und hinrei­ßen, und das Feuer Meiner Liebe, das da ausgeht aus Meinem Herzen, verzehrt all­mählich die Schlacken in ihnen und sie sind, ohne es zu wissen, Kinder Meines Her­zens.“

Jesus: „Es ist gut, wenn N. ein Register führt, weil der Mensch gar sinnlich ist und etwas mit den Sinnen Wahrnehmbares in Händen haben möchte. Gut ist es schon, aber es wird noch we­nig nützen, solange es noch so im Verborgenen ist, doch kann es ja niemand schaden, auch wenn noch harte Stürme kommen. Streben ja doch diejeni­gen, die eintreten, nur Gutes an, und das Gute wird gefördert, weil nicht wie bei vielen guten Genossenschaften das Geld mitspielt; denn alles muß, ohne den gering­sten Geldverlust zu erleiden, bewerkstelligt werden. Niemand darf eine Münze verlangen, Ich behalte das Mir vor, damit niemand sagt und der heiligen Kir­che vorwirft, daß es Geldmacherei sei. Uneigennützig müssen alle Mitglieder des Liebesbun­des sein, alle, die teilnehmen an dem Liebesbund, alle, die ihn fördern, alle, die Mitglieder sammeln, alle, die sich bemühen, andere herbeizufüh­ren und den Priestern zuzuschicken. Kein Geld, nichts, nichts darf eine Seele anneh­men.

Man soll das Gute an Armen wirken und an armen Priestern, wo ein Armer stu­dieren möchte, wo ein Jüngling ist, der sich zum             Priester ausbilden will, oder wo sonst die Not groß ist, wie in den Missionen, und überall gibt es ja Zwecke, wo man seine Beiträge anbringen kann, aber für dieses Werk darf nichts genommen             werden, alle die Zettel umsonst, es wird sich schon eine Person finden, die Ich mit zeitlichen Gütern gesegnet, die das Geld dazu hergibt, damit man alles unentgeltlich austeilen kann.“

Jesus: „Ich will hier Seelen, die Mich in Meinem Beruf unterstützen, und diese sollt ihr sein, ihr Ge­schöpfe, die Ich erschaffen, ihr Kin­der der katholischen Kirche. Euch verlange Ich um Meinen Tabernakel, euch will Ich sehen, um euch will Ich das Band der Liebe schlingen, und da nun so viele Meiner Brü­der und Schwestern fern bleiben von Mir, Meiner spotten und lästern, so sinne Ich auf Mittel, um Meine Barmher­zigkeit ausüben zu können an diesen Geschöpfen. Und wer, meint ihr wohl, wen Ich Mir er­wählt habe, um Brücken zu bauen? Euch habe Ich er­wählt, euch, Meine liebsten Kinder, ihr alle, die ihr teilnehmen wollt an dem Liebes­bund.

Durch euch will Ich Brücken bauen, um Meine Gerechtigkeit zu überbrücken, ihr sollt die Schwestern der Barmherzigkeit sein, und wie anders könnt ihr denn diese Brücken bauen, als wenn Ich euch Spott bereite, das Gelächter eurer Mitmenschen errege, damit ihr jene Geschöpfe, die Meiner spot­ten, die Mich verlachen und bis zum letzten Atemzug Meiner spotten, wieder gewinnen könnt. Also seid zufrieden, wenn hie und da etwas vorkommt, wodurch ihr das Ge­rede eurer Mitmen­schen erregt, und ein wenig bewitzelt und bespöttelt werdet. Seht, den Be­ruf, den ich euch gegeben, sollt ihr so wacker und tapfer ausüben wie Ich. Oder ist es euch nicht genug, wenn Ich euch zu Meinen Gehilfinnen Mir erwähle, daß ihr Mich unterstützen sollt? Liebhaber habe Ich viele in der Welt, auch viele, viele eifrige Diener.

Den Liebesbund will Ich errichten, und alle, die glauben, daß Ich im Allerheiligsten Sa­kra­ment des Altares zugegen bin, müssen zu einem Bund zusammentreten, denn Ich wieder­hole euch, daß die Zeit gekommen ist, wo Satan mit aller Wucht, mit aller Ent­schiedenheit, mit aller Energie auftritt in Meiner sichtbaren Schöpfung.“

Jesus: „Ja, ja, sie ist eingereiht und auch deine Schwester, aber diejenige, die auch Spott und Unrecht für Mich leidet, wie deine Schwester in A., ist näher bei Mir. Und grüße sie und grüße Mir alle, die in dem Liebesbund stehen, welche die Worte, die Schriften lesen, alle, die nach Mir ver­langen, alle, die guten Willens sind!“

Großes Gebet in der St.-Ignatius-Kirche 1897

Jesus: „So wird das Senfkörnlein nach und nach wie ein Sauerteig Meine ganze Kirche durchsäu­ern und auf­wachsen zu einem großen Baum. Kein Hinterpförtchen, nichts in eurem Her­zen! Seht zu­rück auf Mein Le­ben. Seht, immer und immer wieder gebe Ich euch das Evangelium in die Hand und sage, ihr seid ja ein anderer Christus! Darum folgt Mir nach und höret die Räte, die Ich euch gebe.“

Großes Gebet am zweiten Freitag im Juli 1897

Jesus: „Siehe, genießen und sich erfreuen, das wollen alle Menschen, und wenn der Liebesbund, den Ich errich­ten will, und dem alle treuen Katholiken beitreten sollen, mit lauter Freude und Genießen ge­grün­det und aufge­richtet werden könnte, so daß diejenigen, die sich anschließen, alles in Er­füllung ge­hen sähen, wenn es auch nur heilige und fromme Wünsche sind, dann würden alle Christen sich beteiligen, dann würden in kurzer Zeit alle kommen, alle glauben, alle sich an­schließen. Das ist es aber, was Ich die Menschen lehren will, daß die wahre Liebe in geduldi­gem Ertragen der Leiden besteht, und das ist es, warum Ich dir man­ches abschlage, manches nicht erfülle, was Ich dir versprochen habe in einer heili­gen Stunde, damit alle Menschen ler­nen sollen, sich Meinem Willen zu fügen, und auch du nichts mehr begehren, nichts mehr suchen sollst, nicht rechts und nicht links, was diese oder jene davon halten, ob dieser oder jener Geist es dir ein­geben könne. Du sollst und mußt von Herzensgrund sa­gen und bekennen: ‚Herr, Dein Wille ge­schehe‘ und nichts weiter, so in deinem zeitlichen wie in deinem ewigen Heil. Wenn der Liebesbund, der sich da in der Welt aus­breiten soll, nur beten wollte und die Mitglieder dieses Bundes nur kommuni­zie­ren und alles andere unterlassen, so wäre das ebenso wenig echt wie das, wie Ich frü­her angegeben. Mit dem Gebet, mit der Arbeit, soll ein gutes Wort, ein gutes Herz und eine starke Schulter verbunden sein. Versteht ihr Mich? Man muß vieles ertragen können, man muß, wie Meine Luise, wo es gilt, mit Energie auftreten und Opfer verbinden mit dem Wort und mit der Tat.

Letzter Tag des Großen Gebetes 1897

Jesus: „Nie­mals wird ei­nem von euch der Gedanke kommen, Mir untreu zu werden, Mich zu verlassen, und dies ist eine der ersten Gna­den, die Ich allen denen zuteil werden lasse, die sich Mühe geben, das Volk um Mich zu versammeln, Mir zuzu­führen. Die zweite Gnade, die Ich jenen zuteil wer­den lasse, die ihre Kinder um Mich sammeln ist, daß Ich sie von Stufe zu             Stufe empor­führe, empor­steigen lasse zur Vollkommenheit. Denn Ich habe dir gesagt am letzten Frei­tag, was denn eigentlich das Wort ‚Skla­vin‘ bedeu­tet, dessen du dich bedienst in deiner Einfalt, um Mir womöglich viele, viele derbe Vorwürfe vor­zubringen. Aber diese Worte legte Ich dir in den Mund; Ich Selbst war es, Der es dir ein­gab, obwohl du den Sinn nicht verstandest, denn Sklave der Liebe sind alle diejenigen, die ihre Freude haben an Mir, dem eucharistischen Gott. Bin Ich ja doch Selbst auch Sklave. Bin Ich nicht gebunden an Händen und Füßen in diesem heiligsten Sakrament? So aber sind alle dieje­nigen, die ganz sich Mir hingeben, die auch Opfer nicht scheuen, um Mich zu gewinnen, wie du tatest.

Ja, Ich sage: eine Seele, die nach Mir ver­langt im Allerheiligsten Sakrament, ist Mein Sklave; denn Ich binde sie mit den Banden der Liebe so fest an Mein Herz, daß alle ihre See­lenkräfte und die Sinne             ihres Leibes sich dieser Liebe unterwerfen müssen; sie müssen die Magd dieser Sklavin sein. Darum merkt es euch, ihr Diener! In erster Linie habt ihr es dahin gebracht, daß ihr, wenn ihr eure sinnlichen             Neigungen einmal überwunden habt, die da immer das Leich­tere, das Bequemere suchen wollen, dann werdet ihr von selbst immer zu Mir euch flüchten; denn eine Seele, die Mich wahr­haft liebt in der heiligen Eucharistie, die hat sich schon über­wunden und verleugnet, bin Ich ja doch ein unbekannter Gott, ein ver­borgener Gott, und darum nicht den Sinnen wahrnehmbarer Gott.

In der ganzen Welt bis zum letzten Winkel der Erde soll die             Anbetung und Sühne er­richtet werden, soll der Liebesbund sich ausbreiten, und so die große Kluft, die große Spaltung, die da             entstanden ist, wie­der überbrückt werden durch den Eifer und durch die Liebe Meiner treuen Kinder. Fragt doch nicht mehr, warum Ich euch Verdemütigungen zuschicke. O sagt doch al­len Meinen Dienern, warum Ich Meiner jungfräulichen Braut, Meiner heiligen Kir­che solche Verdemütigungen schicke. O sagt ihnen, wie Ich dir gesagt am letzten Freitag, wenn Meine Kirche, Meine jung­fräuliche Braut ihre Kinder wieder gewin­nen will, dann muß sie dieselben mit gro­ßen Lei­den gewinnen, mit großen Leiden und Ver­de­mütigungen von ihren eigenen Kin­dern. Und durch die             Herzensangst und durch Hände­ringen und Verzweiflung soll sie ihre Kin­der wieder für sich gewinnen. Versteht ihr Mich?

Und damit ihr nicht vergeßt, Meine Kin­der, nochmals, warum ihr diese Verdemüti­gungen hinnehmen sollt, da es scheint, als habe Ich Meiner Wahrhaftigkeit widerspro­chen, ihr sollt wissen, daß der Liebesbund alle umschlingen soll, reich und arm, groß und klein, Welt­leute und Klosterleute, Prie­ster und Laien, und die bedrängte Mensch­heit möchte überall, wo sie ange­halten wird, Mir zu dienen, sich nicht auf Wunder verlassen und auf Wunder be­schränken. Dies ist nicht Mein Wille, da die Zeit, Wunder zu wirken, nicht mehr am Platze ist. Wunder, Wunder ist es, wie sich Meine heilige Kirche ausbreitet von Jahrhundert zu Jahrhun­dert.

Das ist ein großes Wunder, daß sie sich immer weiter und schöner entfaltet am Himmel, von jedermann zu sehen. Dieses ist das eine große Wunder, das alle Men­schen schauen sol­len, und alle Leiden und Unannehmlichkeiten, womit Ich alle Meine Auserwählten heimsu­chen will, sollt ihr ertra­gen, wie ein jeder sie ertragen muß, wenn er Mein Jünger sein will. Also, die Kleinmut so vieler Menschen soll verhin­dert werden, weil so vielfach überall in der Welt verlau­tet, daß einer nicht am rechten Platze steht. Der Ehemann, der Kinder gewin­nen will, will sie gewinnen nach seiner Laune; die Ehefrau, die die Kinder gewin­nen soll, möchte ih­rem Mann Freude ma­chen. Das alles ist nicht Meine Absicht. Das             Mädchen, das Ich in die Welt gestellt, möchte im Kloster sein; die Frau, die ver­strickt ist im Ehestand und mit ihrem Gat­ten Kreuz hat, möchte wieder frei sein, und darum überall ein Seufzen in der ganzen Welt, weil niemand zufrieden ist mit seinem Stand.

Du armes Mädchen, du Klosterfrau, du Ordensmann, wo du auch stehst, sollst du Hand in Hand arbeiten am Frieden der Menschen. Versteht ihr Mich, Meine Kin­der? Dieses ist es, warum Ich euch Verde­mütigungen schicke: Erstens, wie Meine jungfräuliche Braut nichts als Verdemüti­gungen von ihren eigenen Kindern erleben muß und so ihre Kinder zurückführen muß, so sollt ihr alle arbeiten, daß der Liebes­bund sich ausbreite, aber nur durch Verde­müti­gungen und Leiden wird der Liebes­bund sich ausbreiten, um Sünder Mir      zu­zufüh­ren und Mir Seelen zu gewinnen und Meine heilige Kirche zum Sieg zu führen. Und nun lebt wohl! Noch einmal herzli­chen Dank allen denjenigen, die sich betei­ligten in dieser Woche.“

Dritter Freitag im Juli 1897

Jesus: „Diejenigen aber, die noch eure Worte hö­ren, die noch guten Willens sind, ihre Fehler zu beken­nen, die sollt ihr aufneh­men in den Lie­bes­bund, die sollt ihr binden an Mein Herz.“

Vierter Freitag im Juli 1897

Jesus: „Sieh, was Ich dieser Dienerin getan habe, das habe Ich auch dir getan. Wohl hatte die Liebe auch dein Herz in Besitz genommen, und das sei allen Menschen gesagt, welche die Schriften lesen und die davon hören. So­bald eine Seele Mich wahr­haft liebt, räume Ich ihr die Hindernisse, die sie von der Liebe abhalten könnten, derartig hin­weg, daß, wenn es nötig wäre, Ich eine neue Welt erschaffen würde, wo sie diese Liebe zu Mir befördern könnte. Dies tat Ich Mei­ner Dienerin.

Fünfter Freitag im Juli 1897

Jesus: „Wenn nun eine Seele über all diese Dinge hinweggeht und ihren Willen beugt, ihren Willen ganz Meinem göttlichen Willen un­terwirft und zu unterwerfen sucht, so daß sie auf alles gerne verzichtet, auf Ehre, Reichtum, Ansehen und Vergnügen, dann will Ich es so annehmen wie im Mittelalter, wo Meine Diener durch strenges Fasten und wachen und beten sich ab­härmten. Ich will             zufrieden sein, wenn Meine Kinder in jetzi­ger Zeit auch nur ganz gemäßigt leben, wenn sie, weil ja doch das Menschenge­schlecht schwächer geworden ist, die Kraft also nicht in sich fühlen, Mir Nächte zu opfern im Gebet, Mir Fasten entgegenzu­bringen, wie jene taten bei Was­ser und Brot. Nein, Ich will zufrieden sein, wenn sie Mir nur ihren guten Willen ent­gegenbrin­gen, die armen, armen Menschen, und tun, wie Ich angebe im Liebesbund, wie Ich jedesmal bei jeder Belehrung wiederhole, und sie sollen zur höchsten Stufe der Vollkom­men­heit gelangen wie jene, die zwar bei vieler Mühe und Opfern, die sie brachten, doch auch wie­der gar manches bequemer hatten als die Kinder jetziger Zeit. Sie hatten zum Beispiel die Wider­sprü­che, die jetzt eine Seele zu erdul­den hat, bei weitem nicht. Im Mittelalter war eine Familie glücklich, wenn aus ihrer Familie ein Kind hervorging, das zum frommen Leben hinneigte.

Wenn eine Seele bekannt geworden, die sich hervortat durch Bußübung, Gebet und Fa­sten, so wurde sie fast angebetet von ihren Mitmenschen, so hatte man Achtung und Ehrfurcht vor den             Dienern Got­tes. Denket nur an den heiligen Niko­laus von der Flüe, an den heiligen Goar, an all die heili­gen Jungfrauen, wie sie geehrt waren und geachtet. Die ganze Umgebung und Um­gegend holte sich Rat bei solchen Men­schen. Die Familie, wie die eines heiligen Ni­kolaus, an­statt zu zürnen, sie stimmte noch bei, damit ja die­ser Mann sein Leben recht zufrie­den, ohne Angst und Skrupel um seine Familie, dahinbringen könne. Ja, eine solche Seele mußte             freilich ihren Leib kasteien, um sich vor Stolz zu bewah­ren.

Das alles ist aber jetzt an­ders geworden. Eine Seele, die Mir jetzt dienen will, muß sich für einen Narren verspotten, für eine hysterische Person verschreien, für einen Simpel und Dummkopf und Finsterling, für einen Mann, eine Frau, eine Jungfrau hin­stellen lassen, die nirgends zu gebrauchen ist als nur zur Verachtung und zur Ver­spottung und zur Verdemüti­gung. Sie muß der Fußschemel für alle sein; nur wo sie zur Aushilfe nötig ist, da flüchtet man sich zu ihr. Seht da, wenn nun diese Seele trotz all der Hindernisse, die ihr gelegt werden, ru­hig weiter­geht, ihren Willen beugt unter Meinen göttlichen Willen, den sie in der Tiefe ihres Herzens hört und erfährt, wenn sie all das Schreien und Toben um sich her nicht beachtet, ruhig einen Tag um den anderen Mir dient, als ob das alles so sein müsse und dazugehörte, ja glaubet Mir, Meine Kinder, sie wird, wenn sie ausharrt bis ans Ende, unumstößlich zur Heiligkeit gelan­gen. Deswegen verlange Ich die Ein­führung der öfteren Kommunion, damit es recht viele sol­cher Seelen gibt; denn nur durch Meine Kraft, durch die Kraft Gottes, die da ausgeht aus      Mei­nem Herzen, können solche Seelen gebildet werden, solche Fa­milien.

Und wenn Meine Diener es nicht glauben, daß Ich es bin, daß Mein Geist es ist, Der in dir spricht, gut, so lasset sie! Dann küm­mere dich nicht weiter darum! Es kommt die Zeit, wo sie es glauben werden. Warte nur ruhig ab, sieh nur ruhig zu. Die Zeiten sind jetzt so, und sie werden einmal auch wieder anders. Meine Kirche aber soll be­stehen und wird bestehen, auch wenn die ganze Welt sie zu zertrümmern droht; und noch niemals wird sie so herrlich in Blüte gestanden sein, wie sie stehen wird nach Ablauf dieser Frist. Erst aber muß der Baum ge­schüt­telt werden und die faulen und angesteckten Früchte, die da an diesem Baum gewachsen sind und hängen, abge­schüttelt sein.“

Jesus: „Da ist Menschenfurcht nicht am Platz. Es ist immer ein Opfer, das du brin­gen mußt. Geh du nur, wenn du willst, geh du nur hin, geh auch zu jener Frau. Denn viele, viele sollen durch euch gerettet wer­den; aber durch Kampf zum Sieg!“

Fest Portiuncula 1897

Jesus: „Von all denjeni­gen, die sich heute beteiligten, wird keines verlorengehen!“ Nach jedem Ablaßgebet fügte Barbara jedesmal hinzu: „Lieber, heiliger Schutzengel und heiliger Vater Franziskus, geht hin und überbringt mein arm­seliges Gebet der lieben Mutter Gottes, und Du, o liebe Mutter, tauche es in das kostbare Blut Deines vielgeliebten Sohnes und mache es vollzählig aus dem Wert der heiligen fünf Wunden, und so gereinigt und geheiligt, bringe es in Verei­nigung mit dem Gebet aller from­men See­len und der ganzen heiligen Kirche der Hei­ligsten Dreifaltigkeit dar und verwende es nach Belie­ben. Vor allem bitte ich Dich für die heilige Kirche, für die Bekehrung der Sünder und meine Anliegen und die Seelen aus meiner Verwandtschaft, die es noch bedürfen.“

Jesus: „Meine Tochter! Der Lustgarten, den Ich durchwandelte, ist Meine heilige katholi­sche Kirche, und wenn ein solches Fest wiederkehrt, und Meine Kinder sich zahlreich um Mich ver­sammeln und Mich anflehen und Meinem Herzen Gewalt antun, dann ist Mein Zorn entwaff­net, dann vergesse Ich den Undank der Welt, der Meinen Zorn herausfordert, und die Sün­den, die das Schwert der Gerechtigkeit über die Völker heraufbeschworen haben. Und weil eine Seele, die Mich wahrhaft liebt, eine ganze Legion ersetzen kann, so bin Ich darüber so erfreut, daß Ich alles vergessen möchte, und Ich möchte mit die­ser Seele lustwandeln wie im himmli­schen Paradies. Und Ich sage dir, würden Meine Kinder sich versammeln, würden alle Meine Diener darauf hinarbeiten, daß das gläubige Volk recht oft und recht zahlreich sich einfindet und so Meinem Herzen Gewalt antun, es wäre der Zorn Meines Vaters zu besänfti­gen, so daß die Strafge­richte, die da her­ausgefordert sind durch die sündige Menschheit, abzuhalten wären. Denn sieh doch, so wie an einem Ort, wo Meine Kinder Mir Gewalt antun, wo sie sich um Mich             ver­sam­meln, die Gottlosen schweigen müssen, so müßte überall die Gottlosigkeit verstum­men; denn die Gewalt, die da ausgegossen ist über Meine Kinder, können sich jene nicht erklären, und ob­wohl Satan, der all seine Anhänger treibt und jagt und an­spornt, zürnt vor Wut, kann er Mei­nen treuen Kindern doch nichts anhaben; denn sie alle sind gezeichnet mit dem Zeichen, das diejenigen an sich tragen, die zur Hoch­zeit des Lammes berufen sind.

Denn eine Zeit wie die jetzige, so furchtbar gottlos, wo die Sünde wie Pflastersteine auf der Straße ver­übt werden, in den Häusern, in Gottes freier Natur, wo die Welt über­schwemmt ist mit Gottlosigkeit, wo man nichts mehr sucht, als sich zu erfreuen und genießen und Geld einzuheimsen, um sich erfreuen und genießen zu können, wenn da eine Seele hindurchgeht, und auch wenn sie im jugendlichen Alter steht, da muß sie schon einen felsenfesten Willen und einen tiefen Glauben haben; diesen allen verspre­che Ich, daß keines verlorengehen wird.

Alle ihre Schwachheiten und Armseligkei­ten, alles, was euch abgeht, das soll euch ersetzt werden aus Meinem liebenden Got­tesherzen, durch Meine liebe Mutter und durch das Fürbittgebet Meines treuen Die­ners Franziskus; denn gleich wie damals, wie Ich ihm sagte, er solle eine Gnade er­bitten, Ich wolle sie ihm gewähren, und er die Gnade von Mir erbat, daß alle diejeni­gen, die dieses Kirchlein besuchen, den vollkommenen Ablaß gewinnen, so wieder­holt er dasselbe Ge­bet             jahraus, jahrein an demselben Tag für alle Kinder seines Or­dens, in erster Li­nie aber auch für alle Glie­der des zweiten und dritten Ordens und für alle, die dieses Kirchlein besu­chen, die Kir­che seiner Söhne.

Herz-Jesu-Fest im August 1897

Jesus: „Und seht, weil der Glaube so erschüttert ist unter den Menschen, auch unter den Besten, und sie alles ins Natürliche hineinziehen, diese Menschen, so fällt es schwer, etwas Gutes anzubringen, wenn diejenigen, die Ich hin­aussende unter das Volk Gottes, nicht selbst tief eingewurzelt sind in der Demut, die das Fun­dament des Glaubens ist, des Glaubenslebens. Ihr müßt also bei all den Erfahrungen und Prüfungen, womit Ich euch hin- und her­schwenke, ruhig weiter­gehen, eingedenk der Worte, die Ich dir vor vielen Jahren aufgetragen: ‚Du mußt über dich weggehen und tun, was Ich dir sage.‘ Dieses muß das Losungswort aller Mitglie­der des Liebes­bundes sein bei allen den Erscheinungen, die da zutage treten, bei all den Bemü­hun­gen und Opfern, die sie ge­bracht und bei denen dennoch das Gegen­teil zum Aus­schlag ge­kommen ist, und ru­hig weiterge­hen und feststehen im Glauben; denn es wird die Zeit kom­men, wo sich einer am anderen anstoßen und ärgern wird, weil die Menschen sich selbst überlas­sen sind. Und doch soll die Welt gerettet werden, und doch ist dies alles nur ein Be­weis Meiner göttlichen Liebe. Nicht verderben will Ich den Menschen, nur     retten mit der Zuchtrute. Fahret so fort wie seither, im stillen zu arbeiten an den Seelen, die euch zugeführt werden, und ihr werdet noch Wunder der Gnade erleben.

Es wird die Zeit kommen, wo ihr gleichgül­tiger, so gleichgültig allem gegenübersteht, daß ihr euch wähnt, im Paradies zu leben inmitten der größten Trübsal, ja, Ich verspreche euch dieses und all denjenigen, die mit euch gleichen Schrittes gehen, die arbeiten an der Vorbereitung des Liebesbundes, daß sie mitten in der Trübsal in solchem Trost schwimmen werden, als ob alles lauter Liebkosungen und Tröstun­gen für sie sein sollten. Um dies aber in euch und all denje­nigen zu bewirken, die Ich be­stimmt habe, Mein Volk zu retten, das sind die Priester, die Ordensleute, die christlichen Fa­milien, die Ich in den Liebesbund einreihen will, und die sich einreihen lassen, sollen sie wie Felsen stehen im Meeresgetöse, im Brausen des Meeres. Wenn das Wasser der Trübsal über ihren Häuptern zusammenschlägt, sollen sie ruhig stehen. Kein Haar von ih­rem Haupt soll fallen, soll ge­krümmt wer­den von denjenigen, die auf Mich ver­trauen.

Die Demut ist die Mutter des Glaubens, und der Glaube erfordert vor allem zum Fundament eine tief gegründete Demut. Deswegen, um die Demut zu begrün­den in euch und allen Mitgliedern des Liebesbundes, werde Ich manches über euch kommen lassen, was ihr nicht versteht, und dennoch müßt und sollt ihr glauben; denn Meine ganze heilige Re­ligion, denn Meine ganze heilige Kirche ist ein Asyl, worin die Mitglieder glauben müssen, ohne zu verstehen. Ich wohne un­ter euch, und ihr versteht es nicht. Ich wohne in euch, in eu­ren Herzen und rede mit euch eine Sprache, und ihr ver­steht Mich nicht, weil ihr Geschöpfe arm­selige Wesen seid, und Ich, euer Schöpfer und Herr, diesen Vorrang vor euch haben muß. Von euch kann Ich nur verlangen, daß ihr Meinen Fügungen demütig euch unter­werfet und Meine Worte glaubt. Die­jenigen aber, die ihr Mir anbefehlet, wenn ihr fortgewan­delt in einem tiefen, einfachen kindlichen Glauben, werden gerettet wer­den, auch wenn es am Rande des Grabes ist. Dieses soll der Lohn sein, den Ich euch geben will und gebe für felsen­festen, ent­schiedenen, guten Willen. Ohne zu häkeln, ohne zu zweifeln, sollt ihr nur ruhig weiter­gehen, wenn es auch noch etwas lichter werden wird, aber der volle Tag, das volle Licht, wird erst hereinleuchten, wenn eure Lebensbahn zu Ende ist.

Dann sollt ihr alles in dem Licht schauen, wie Ich es Selbst schaue; dann sollen alle Pläne, die Ich damit gehabt, daß das Licht Ich euch verbarg, daß ihr manches nicht versteht, offen vor euch stehen, und ihr werdet mit Entzücken und aufjubelnd mit allen Engeln und Heiligen ein­stimmen in den Lobgesang: ‚Großer Gott, wir loben Dich, Herr, wir preisen Deine Stärke, vor Dir neigt die Erde sich und bewundert Deine Werke; wie Du warst vor aller Zeit, so bleibst Du in Ewigkeit!‘ Seht, Meine Kinder, dieser Lobgesang, den Ich Selbst einer gottliebenden Seele in den Mund legte, geht dann erst ganz in Erfül­lung, wenn ihr eintreten werdet in jenes Licht, das euch hier in diesem Leben immer noch dunkel vorkommt, wenn ihr einge­gangen seid in die ewige Herr­lichkeit. Auch wenn Ich eine Seele einführe und ihr einen Teil Meiner Allwissenheit zu­gute halte, weil Ich durch diese Seele andere herbeiführen, andere leiten und ihnen zeigen will, wie gut Ich bin, so ist dieses Licht aber doch nur ein Dunkel; denn ihr alle müßt beken­nen, daß ihr schwache, armselige Geschöpfe seid vor Mir, die Meine Hand erschuf und die sich Meinem Willen beugen müssen. Aber sooft dieser Lobgesang             angestimmt wird, dann erinnert euch, was Ich gesagt heute abend. In der Ewigkeit, an der Gol­denen Pforte, werdet ihr erst erfahren, was dieser Lobgesang bedeutet.

Also geht ruhig wei­ter, und solange ihr noch nach rechts und links euch ängstlich umschaut, habt ihr noch nicht das ABC gelernt. Merkt es euch, nicht nur ihr, auch alle die Priester, denen Ich dieses Blatt in die Hand gebe. Merkt es euch nur! Erstens sollt ihr gebildet werden in der Kreuzesschule, damit ihr tragen lernt das Kreuz, das Ich nun einmal auf jedes Men­schen Schulter gelegt in der weisen Ab­sicht, die Ich nur Mir allein vorbehalte; denn daß Ich den einen reich, den anderen arm erschuf, daß Ich diesen be­stimmt zum Lehren und jenen zum Arbeiten, diesem ein großes Talent und jenem ein schwa­ches Ta­lent gab, ist alles ein Geheimnis, das Ich Mir allein vorbehalte, und du armer, schwa­cher Mensch weißt nicht, warum Ich dies tat und sollst es nicht wissen, weil du Mein Ge­schöpf bist. Zum zweiten sollen die Mitglieder, denen Ich das Blatt in die Hand spiele, und die es lesen, Mir einen kindlichen Glauben entge­gen-bringen, glauben, daß Ich die Macht habe, Meine Ge­schöpfe zu warnen, und daß Ich auch die Liebe und die Macht habe, Meine Ge­schöpfe zu überzeugen, daß Ich sie liebe und Mich dazu eines armseligen, unwürdigen Ge­schöpfes be­dienen will, dem nie­mand belegen kann, daß es die Weis­heit, die Ich in ihm wirke und über sie aus­gieße, aus den Büchern oder aus dem Stu­dium hat. Zum dritten sollt ihr Mir entge­genbringen, ihr Mitglieder des Liebes-bun­des, eine recht unei­gennützige Nächsten­liebe. Es soll euch gleich sein, wer es ist, den ihr Mir zuführt, ob fremd oder bekannt, ob in der Familie oder fernstehend. Allen, allen Menschen müßt ihr ein warmes Herz ent­gegenbringen, ein mitleidiges Herz, ein gutmütiges Herz, und wo ihr nicht die leib­li­chen Werke der Barm­herzigkeit ausüben könnt, da um so mehr die geistigen zu Hilfe nehmen. Mit einem Wort, das Schifflein, das steuert im Liebesbund, soll sich von den Wellen, wenn sie auch noch so hoch gehen, nicht umstürzen lassen. Es soll mit den Wellen gehen, ob berg­auf oder bergab, immer den Blick auf den Mastbaum gerichtet hal­ten. Der Mastbaum ist der Aufblick zu Gott, zu Mir, ist mit einem Wort die Liebe zu Mir! Habt ihr Mich verstanden, Meine Kinder? Die Liebe, die Liebe will Ich vermehren in euch!“

Jesus: „Seht, da brauche Ich starke Männer, starke Seelen, die Meine Kirche unterstützen durch Gebet und Opfer und Sühne, und da habe Ich sie erwählt, fest zu stehen zu sol­chen Zeiten. Ich er­wähle dazu alle, die Ich in den Liebesbund einführe, und die sich einführen lassen. Sie alle sollen wie Felsen stehen im Sturm der Zeiten, im Glauben nicht wanken!

Ihr müßt wissen, daß das neun­zehnte Jahr­hun­dert, obwohl gottlos, daß es viele, viele erfreuliche Zeichen an sich trägt, und Ich habe euch wie­derholt gesagt, daß kein Jahrhundert so große Heilige             hervorbringen wird wie dieses; heldenmütige Seelen gibt es; Ich             lobe ihren Eifer; zahlreich sind sie, wenn auch verborgen der             gottlosen Welt. Und merkt es euch, alle, die um Meinet­willen             Ver­folgung leiden, denen man zu­ruft: ‚Seht diese, seht jene,   seht diesen Betbruder, seht jene Bet­schwester, seht den Pfaffen da, den Sim­pel‘, sie alle sind dieje­nigen, die um der Gerechtig­keit     willen Verfolgung leiden, um Meines Namens willen, sie alle             gehören zu den Auserwähl­ten. Darum freut euch und frohlockt, daß ihr unter diese Zahl ge­rechnet seid. Wisset, daß euer Lohn unend­lich groß ist im Him­mel!“

Zweiter Freitag im August 1897

Jesus: „Nein, Meine Tochter! Du siehst hier Meine Mutter als die             königliche Braut der Prie­ster, Meiner Diener! Sie ist jetzt eingegangen in Ihre Herrlichkeit; Sie weilt jetzt nicht mehr un­ter Meinen Aposteln; Sie kann jetzt nicht mehr dem Auge sichtbar, dem Ohr hörbar, den sinnli­chen Gefühlen wahrnehmbar, unter ihnen Sich aufhalten. Und doch will Sie noch unter ihnen weilen, will noch ihre Gefährtin sein wie damals, als Sie noch unter ihnen lebte. Denn Meine Apostel sind noch auf Erden und werden auf Erden weilen, solange die Welt besteht, in Mei­nen Priestern, im katholischen Prie­stertum! Darum wünsche und verlange Ich, daß Meine Die­ner Sie annehmen als ihre königliche Braut, sich mit Ihr geistiger­weise vermählen. Und was ihnen abgeht an natürlichem Gefühl, sollen sie umso inniger in ihrem Herzen, in ihrem Geiste fühlen und umfassen. Sie sollen wissen, daß sie in Ihrer Nähe sich aufhalten, daß sie unsichtba­rer­weise in Ihrer Nähe sind, vielmehr ihre Braut unsichtbarerweise bei ihnen steht bei Tag und bei Nacht. Für diejenigen Priester nun, die diese Ver­lobung eingehen werden, sind diese Ringe bestimmt, und an dem Tage, wo sie sich geistigerweise mit Meiner Mutter ver­mäh­len, werde Ich Selbst diesen Ring bei ihrem heiligen Meßopfer, in dem Augenblick, wo Ich in sie eingehe, an ihren Finger stecken. Ich Selbst werde der Hohe­priester sein, Der sie mit Ihr vermählt. Siehe, Meine Tochter, dies ist es, was Ich dir hier zeige. Das schöne Fest naht heran, wo Meine Kirche feiert: Die Aufnahme Meiner Mutter, den Einzug in den Himmel, wo Sie als Königin aller Engel und Heiligen von der Allerheiligsten Dreifaltigkeit gekrönt worden ist.“

Jesus: „Eine Jungfrau im ganzen Sinn des Wortes, wenn sie lebt als Jung­frau, mag sie stehen, wo sie will, ist sie Mir gleich lieb; von der Keuschheit nicht zu reden. Denn das Wort Jungfrau bringt dies schon mit sich, weil sie in der Welt gerade so keusch leben muß wie im Kloster. Vom Gehorsam siehst du auch keine Aus­nahme; diese sind unterstellt einem Obern oder einer Oberin, und dieser müssen sie ge­hor­chen; jene aber in der Welt müssen sich von allen Seiten so bedrängen und beengen las­sen, daß, was an einem Obern ihnen abgeht, Ich ersetzen muß. Sie müssen sich so unbe­dingt Mei­nem Willen unterwerfen, Mir ge­horsam sein wie der Ordensmann einem Obern; denn sie ste­hen mitten in der Welt, und diese macht nur Ansprüche an eine jungfräuliche Seele, um sie auszunützen für den Ehestand. Die Jungfrau soll nur Tag und Nacht darauf bedacht sein, das Geld und das Vermögen der Familie zu vermeh­ren, diesem ihrem Oberhaupt, dem Ich sie bei­gesellt.

Ich aber habe sie in die Familie gestellt, weil Ich durch sie den Eheleuten ein gutes Beispiel geben und zeigen will, was Ich verlange: Daß eine Jungfrau Mir gehört und Ich ihr Herr bin, daß diese Seele Mir dienen soll, Mir unterworfen ist. Und darum muß Ich so unbedingt auftreten und verlangen, daß diese Seele sich unbedingt Meinem Willen unterwirft, Meinem Willen folgen muß, ob es Verdruß gibt oder nicht. Da braucht es viel Geduld für eine solche Seele; denn von allen Seiten wird sie viel beschimpft, gelästert und verfolgt werden. In der Gemeinde gibt es üble Zungen, die ihr Übles nachreden, in der Familie gibt es manche Zwi­stigkeiten, weil sie geradeaus geht und manchmal nicht paßt in die Fami­lie, weil sie einen an­de­ren Weg geht und auch gehen muß.

Seht, Meine Kinder, darum müßt ihr euch nicht wundern, daß Ich hier keinen Unter­schied ma­che, wenn sie alle Meine Mutter begleiten, wenn all diese jungfräulichen Seelen Hand in Hand             gehen, Mei­ner Mutter folgend. Sie sind die Erstlingsfrüchte Meiner Kirche, sie sind die Blüten, die Blumen im Garten Gottes, die emporspros­sen und herrlich sich entfalten sollen; sie sind die Frühlingsblumen Meiner Kirche.

Nun aber siehst du, wo noch eine große Schar folgt und hart sich anschließt an die Jungfrauen, das sind die Witwen, denen nicht mehr nach einem Mann gelüstet, welche die zweite und dritte Ehe ausgeschlagen haben und aus Liebe zu Mir jetzt jungfräu­lich leben wollen. Diese kommen nach den Jung­frauen und genießen den zweiten Rang nach Meiner Mutter. Jetzt siehst du eine andere Schar aus allen Geschlechtern: Männer, Frauen, ganze Fa­milien, Kinder, wie sie sich anschließen. Das sind jene, in deren Familien der Rosenkranz ge­pflegt wurde. Siehst du!“

Jesus: „Das Familienleben hat gar viele Annehmlichkeiten; denn auch in den ärmsten Fa­milien lebt man oft recht glück­lich und zufrieden, da muß Ich Kreuze schicken, und eines der größ­ten Kreuze ist, wenn ein Familienmitglied hin und her wankt und der Familie Kummer macht, aber Ich muß zuweilen diese Kreuze schicken. Ich verspreche aber allen Familien, daß in denjeni­gen Familien, wo das Rosenkranz­gebet geübt wird, keines verlorengeht. Deswegen auch wollte Ich dir deine Fa­milie zei­gen, wie sie an diesem Tag Meine Mutter begleitet. Ich will dir nur den Tri­umphzug zeigen, der am Fest Mariä Himmelfahrt in der triumphierenden Kirche ge­feiert wird.“

Mariä Himmelfahrt 1897

Maria: „Seht, Meine Kinder, alle, die davon Kunde erhalten, welche die Schriften lesen, die Worte, die ihr niederschreibt, sollen in ein neues Licht erhoben werden, in ein neues Glau­benslicht. Das Licht des Glaubens soll in ihrem Herzen heller auflodern als seither. Die unendliche Barm­herzigkeit Gottes wird ihnen deutlicher als je zuvor vor ihren Geist treten, und viele, viele gute Vorsätze wer­den gefaßt, und weil die Menschen, wenn sie hören und sehen, wie Mein Sohn so zufrieden ist mit dem wenigen Guten, das getan wird, wenn sie guten Willen zeigten, dann macht die Seele Fortschritte, dann legt sie die Ängstlichkeit ab, sie probiert es, sie betet mehr, sie ruft Mich an in der Not, sie nimmt zur Barmherzigkeit Gottes ihre Zu­flucht, und ein einziges Ave Maria erhebt die Seele im Gnadenleben eine Stufe höher.

Und Ich verspreche euch, alle, die ihr Mir empfehlet, alle, die ihr wünscht, gerettet zu sehen, sie sollen gerettet werden! Erweitert euer Herz, verlangt viel! Große, ja groß­mütige Seelen will der Herr! Breitet euer Netz weit aus, um viele Seelen einzufangen. Ferner sollen durch die unei­gennützige Nächstenliebe, die ausgeübt wird von all denjenigen, die Meinem Sohn treu dienen wollen, viele, viele Seelen gerettet werden. Ihr habt gewünscht, Meine Kinder, daß der Himmel geziert werde, daß Ich recht viele mit aufnehme in die ewige Herrlichkeit. Die Bitte soll euch gewährt werden. So viele Augenblicke ihr in dieser Nacht euch ver­sammelt und Meinem Sohn zum Opfer bringt, so viele Seelen sollen eingehen in die ewige Herrlichkeit.“

Erster Freitag im September 1897

Jesus: „Seht, Meine Kinder, der Sommer neigt sich zum Ende. Vieles habe Ich mit euch ge­sprochen, und nicht umsonst. Wisset, daß das kleine Samenkörnlein, das da ausge­streut wird, überall guten             Boden gefunden, und der Liebesbund, wenn er auch be­kämpft wird, macht ruhig die Runde, geht ruhig von Ort zu Ort, von Stadt zu Stadt, von Land zu Land hier im Deutschen Reiche. Einer sagt es dem andern, einer übergibt die Schrift dem anderen, und wer es liest, wenn auch ungläubig, er nimmt sich das Beste heraus. Ihr müßt euch nicht wundern, wenn man die Schrift zurück gibt mit dem Bemerken, sie nicht weiter lesen zu wollen. Dies ge­schieht nur euretwegen, um euch zu demütigen. Der Keim, der aber ins Herz gelegt wurde durch das Le­sen der Schriften, sproßt doch empor. Und so wird überall der Eifer erneuert, die Liebe zu Mir wird von Tag zu Tag mehr entfacht, der Kleinmut schwindet, und das Gottver­trauen tritt an deren Stelle. Man glaubt, daß Ich noch Derjenige bin, Der Sich kümmert um Seine Geschöpfe, Der die Schicksale eines jeden Menschen in Seiner Hand hat, Der die Herzen lenkt und leitet wie die Wasserbä­che. Und dieses Gottvertrauen ist es, was Mich am meisten hinzieht zu Meinen Geschöp­fen. Ja, Ich sage euch, wenn die guten und eifrigen Katholiken sich zusammentun und einmütig ihre Stimme erheben zum Gebet, einmütig mit großem Vertrauen zu Mir rufen werden, der Arm der Gerechtig­keit Meines Vaters, er muß alsdann be­sänftigt werden. Siehe, zur rechten Zeit bin Ich noch gekommen, zur rechten Zeit hast du Mir noch Gehör geschenkt. Und da du Mich immer und immer wieder erinnerst an die Ge­rechten, die in der Welt leben, so verlängert sich die Strafrute, der Arm Mei­ner Gerechtigkeit, es wird ihm immer wie­der Einhalt getan durch die vielen Seelen, die noch in der Welt leben, die noch an Mich glauben, auf Mich hoffen und die Mich lieben.

Seht, diesen Spott müßt ihr hin­nehmen, diese Worte, die euch entgegenge­schleudert werden von allen Seiten, als Ge­nugtuung für eure Sün­den; denn ihr müßt wissen, daß auch ihr armselige Geschöpfe seid wie alle Menschen. Dann aber, wenn ihr die             Verdemütigungen hin­nehmt im Geiste der Buße, dann sind die Sün­den, die ihr tagtäglich begeht, wieder ausgetilgt, weil ihr in Vereinigung mit Mir Tag für Tag euch einfindet bei jenem heili­gen Opfer, das Ich durch Meine Priester Meinem himmlischen Vater darbringe. So­mit wird das Herz von Tag zu Tag immer wieder gereinigt, geheiligt und versöhnt mit Mir, und das Wohlgefallen Meines himmli­schen Vaters ruht wieder auf euch.“

Jesus: „Ich habe nichts dagegen, aber sie müssen sich erst recht üben in der Fröm­migkeit; sie müssen Mir das Versprechen geben, täglich der heiligen Messe beizu­wohnen und öfter Mich zu empfangen in der heiligen Kommunion. Denn nur dann erst können sie Mitglieder vom Liebes­bund werden, die zwei Fräulein nämlich meine Ich, und dann noch sollen sie ihre Zunge mäßigen und bei niemandem etwas davon reden.“

Fest Mariä Geburt 1897

Jesus: „Auch diese nicht; denn Ich sage euch, solange sich Seelen vorfinden, die Meine Ge­rech­tigkeit überbrücken und diese Gerechtigkeit mit Mir ertragen und Meine Barmherzigkeit er­flehen, gehen sie nicht verloren, wird ihr keine Seele verlorengehen, für die sie sich einsetzt. Denn als Abraham mit Mir rang und flehte für Sodom und Gomorrha, habe Ich ihm das Ver­sprechen gegeben, wenn auch nur fünf Gerechte da wären, die Meine Barmherzig­keit anfle­hen wollten, solle die Stadt geret­tet sein. Darum könnt ihr annehmen, wie groß die Barmher­zigkeit Gottes ist, und solange es Seelen gibt, die sich dem Arm Meiner Gerechtigkeit entge­genwer­fen, solange kann Ich die Welt nicht strafen, solange kann die Seele nicht             verlorengehen, für die du bittest. Merk dir es nur, wenn du eine Seele hast in deiner Familie, an der du verzwei­feln willst. Bitte und halte an, zehn, zwanzig Jahre, denn einen Sünder zu ret­ten, der nichts mehr von Mir wissen will, ist eine große Gewalttat.

Eine Gewalt muß Ich Mir antun, welche die Menschen nicht begreifen können, und doch tue Ich sie Mir an. Also habt Ver­trauen; denn viele, viele sollen gerettet werden. Und wenn ihr auch eingeschüchtert seid, der Kanal sprudelt doch. Ein Rohr laß Ich Mir nicht verstopfen, und durch dieses kleine Rohr und durch dieses kleine Werk­zeug wird Meine Liebe und Meine Barm­herzigkeit hinausgetragen werden in die Welt.“

Erster Freitag im Oktober 1897

Maria: „Beteiligt euch recht, wie Ich ge­sagt. Es ist dies die Einleitung zu diesem Monat, und ihr wißt, Meine Kinder, je en­ger ihr euch an die Kirche anschließt, desto reichlicher fließt der Segen, desto reichli­cher kann Ich austeilen, denn seht, wie Ich mit vollen Händen auf der Warte stehe, wie Ich Mich sehne, austeilen zu             können, wie Ich wünsche, daß Meine Kinder dem Ruf der Hirten folgen, der Stimme der Kir­che. Seht, Meine Kinder, alles, was die heilige katholische Kirche tut, tut Gott Selbst. Wenn ihr euch nun anschließt an die Gebete der Kir­che, so verspreche Ich euch für             jeden Rosenkranz einen Sünder und für jedes Ave, das ge­sprochen wird in diesem Monat in Vereinigung mit der heiligen Kirche, eine Seele aus den Peinen des Fe­gefeuers zu erlösen. Das zusammen macht ja Millionen aus! Seid ihr so zufrieden, Meine Kinder?“

Fest Allerheiligen 1897

Jesus: „Aber diese eure Brüder und Schwestern können jenen, den Armen Seelen, nichts mehr helfen. Sie können nur euch helfen, nicht aber euren Brüdern und Schwestern, die euch auch vorangegangen sind, die da noch zurückgehalten werden, weil sie Meiner Anschauung noch nicht würdig sind. Darum all eure Arbeiten, alle eure Mühen und Leiden: o bringt sie Mir zum Opfer, und Ich will es so annehmen, als ob ihr kniet vor Meinem Tabernakel. Seid nachsichtig, seid einträch­tig, und ich will euch versprechen, alle   eure Lieben, von denen ihr so sehr wünscht, daß sie mit euch Mich loben und preisen die ganze Ewigkeit, am Schluß dieses Monats euch zu schenken, sie zu befreien.

Und ihr, Meine Kinder, die Ich euch freigestellt, euch habe Ich kein Hindernis in den Weg gestellt. Vergeßt es nicht, tut leibliche und geistige Werke der Barmherzigkeit, und Ich will euch nicht nur             einhundert, sondern Tausende von Seelen schenken in diesem             Monat. Die Prie­ster, die sich mit euch vereinigen, sie sollen durch ihr heiliges Meßopfer, durch ihre Mühen und Arbeiten Seelen gewinnen und Fürbitter zu Meinem Thron emporschicken, zehnfach,hundertfach, tausendfach; denn ihr müßt wissen, daß Ich freigebig bin in dieser Zeit, freigebi­ger als je.

Je mehr Meine Kirche bedrängt und unterdrückt ist, desto freigebiger werde Ich sein. Meine Rechte wird sich vervielfältigen, Ich werde freigebiger sein, sovielmal es ver­langt wird von einem Meiner treuen Diener. Ja, Ich verspreche euch, wenn ihr recht zusam­mensteht und ein Priester seine Treuen versammelt und er             in ihrer Mitte in dieser Mei­nung beten wird, um den Sieg der Kirche zu beschleunigen, sooft werde Ich die Bitte erfül­len, die Mein             Diener N. an Mich richtet. Ich werde die Gnade ausdehnen auf das ganze Jahr (für jeden Rosenkranz einen Sünder und für jedes Ave eine Arme Seele), aber nur, wenn ein gemeinsames Gebet stattfindet. Wenn einzelne Seelen bitten, kann es nicht so kräftig sein, wenn es auch eine heilige Seele ist, die bittet; denn Ich will, wo alle gesündigt, daß auch alle bereuen, büßen und sühnen.“

Fest der Heiligen Barbara 1897

Heilige Barbara: „Sage deinen beiden Mitschwestern, das sollen sie haben: Ich verspreche ihnen meinen be­sonderen Schutz und meine Begleitung, wohin sie ihre Schritte lenken, besonders wenn sie einen Gang zu dir tun in nächtlicher Stunde. Niemals wird ihnen, auch wenn sie spät in der Nacht über die Straße gehen müssen, eine Unzuträglichkeit zustoßen, was doch in dieser Stadt nicht selten ist, wo bereits kein Mensch sicher ist vor einem Überfall gottloser oder mutwilliger Menschen. Und damit ihr aber glaubt und überzeugt werdet, daß es wahr ist, was ich mit dir rede, sollst du auch ein Namenstagsgeschenk erhalten. Was verlangst du von mir?“

Vigil von Weihnachten 1897

Maria: „Ja, freut euch, Meine Kinder, die ihr das Glück habt, der Geburt Meines Sohnes beizuwohnen. Wurde euch nicht das Versprechen gegeben, daß ihr in dieser Heiligen Nacht eine solche Freude erleben werdet, wie sie kein Haus, keine Familie in der ganzen Stadt, ja kein Haus in der ganzen Diözese haben wird und haben soll?“

Jesus: „Ich bin es, Der Ich dich an der Hand führe, und Ich verspreche dir, daß, wenn du Meinen Geist, den Ich über dich ausgieße durch diese Schriften, auf andere überträgst, auf die Kleinodien, die Ich dir anvertraue, auf die unschuldigen Kinder, du mehr als eine Seele retten, Mir zuführen wirst, und am großen Tage, wenn Ich dich erwarte an der Goldenen Pforte, dir alle diejenigen entgegenkommen werden, die durch deine liebevollen Belehrungen und Zurechtweisungen in den Himmel eingegangen sind. Sie alle werden dich am Eingang begrüßen, und du wirst dich so oft freuen und so oft wieder finden, wie du Seelen Mir zugeführt hast; denn eine Seele, die das Glück hat, unschuldige Kinderherzen zu leiten und zu lenken, steht Mir sehr nahe, denn sie tut ja, was Ich getan auf Erden.“

 

Zweiter Freitag im Januar 1898

Jesus: „Siehe, wenn du die Gewohnheit dir angeeignet, oft dich einzufinden an Meinem Tisch, und deine Kinder und deine Familie anhältst, desgleichen zu tun, dann verspreche Ich dir, daß du mit deiner ganzen Familie, auch wenn sie noch so zahlreich ist, dereinst mit Mir herrschen und regieren sollst, und daß, wenn auch hie und da es vorkommt, daß deine Kinder hinausgehen in die weite Welt und sie abgewichen vom rechten Weg, sie aber wieder zurückkehren werden, ganz gewiß wieder zurückkehren, und keines verlorengeht.“

 

Vorabend Herz-Jesu-Freitag 3. Februar 1898

Maria: „Meine liebe Tochter, fürchte dich nicht! Wir werden bei dir sein, in all den Kämpfen werden Wir dich begleiten, in all den             Stürmen dir helfen; denn Ich verspreche euch Meinen ganz besonderen Schutz. Meine Tochter, du mußt dich doch sehr in acht nehmen. Du fällst noch in viele Fehler, aber fürchte dich nicht wegen deiner Unvollkommenheiten, denn du mußt wissen, das größte Werk ist, wenn man über alle seine Fehler hinweggeht und danach strebt, den Willen Gottes zu erfüllen; denn die Fehler, die du begehst, können ja durch jedes kleine Werk wieder ausgetilgt werden. Darum ermahne Ich dich, nach jedem begangenen Fehler dir Weihwasser zu nehmen, denn darin liegt eine solche Kraft, weil durch das Gebet der Kirche das kostbare Blut mit diesem Wasser verbunden ist, und durch die Kraft desselben sollst du immer wieder gereinigt werden.“

Zweiter Freitag im Februar 1898 vor Sexagesima

Jesus: „Ihr sollt euer Leben nicht abkürzen durch allzu große Strenge. Vereinigt, Hand in Hand, getreu sollt ihr die Gebote Gottes, die da zur Genüge den Menschen gegeben sind, beobachten und die kirchlichen Fasten, wenn sie geboten sind, pünktlich beobachten und einhalten. Kein Wort, das du aufschreibst, wird umsonst sein, am allerwenigsten aber dir! Du wirst sehen, wie dereinst, wenn du durch die Goldene Pforte eingeschritten bist, dieses Buch von dir aufgeschlagen und durch die Worte, die in demselben enthalten, alle deine Fehler und Unvollkommenheiten verstrichen sind und bedeckt durch die Worte, die du hier geschrieben, anstatt der Worte, die Satan im Lebensbuch aufgezeichnet, weil es Meine Worte sind.“

Freitag vor dem ersten Fastensonntag 1898

Maria: „Ich verspreche euch, so ihr Meinem Rat folget, daß in dieser Stadt kein Priester mehr auf Abwege geraten wird und daß, wenn auch noch klein und unscheinbar, die Kirche anfangen wird aufzu-            blühen, weil in ihr immer und allzeit gute Priester regieren werden und regieren sollen.“

Fest der sieben Schmer­zen Mariä 1898

Jesus: „Darum, Meine Diener, steuert nur darauf los, daß ihr recht viele unschuldige Seelen em­porzieht in Meiner Kirche. Unschuldige Seelen, sie sind der Augapfel Meines Va­ters, sie sind Meine             Herzader, durch die Mein Blut hineingeleitet wird in die arme,             zerfallene Menschheit. In jener Familie, wo eine Seele steht, die noch mit gläubi­gem Herzen Mich sucht und Mich liebt, die Mir freiwillig dient, da steht es gut um die Familie, auch wenn eines oder das an­dere Glied abgewichen ist vom rechten Weg.

Aber die eine Seele, die unter dieser Fami­lie sich befindet, auch wenn es bis hinaus ins vierte Glied ist, weil sie aus Meinem Herzen das Blut herausge­leitet, so kann sie es hineinleiten in alle die Glieder dieser Familie. Meine Kinder! Nun habt ihr auch das Ge­heimnis, warum Ich manche Seele, für die ihr schon so viel gebetet, gefleht und ge­weint habt, doch nicht retten konnte.

Es muß also in einer Familie un­be­dingt eine Seele geben und stehen, die Mein kostbares Blut und Meine Verdienste hineinleitet in die einzelnen Glieder. Dann und nur dann kann es wirklich Leben geben wieder in der Familie.

O daß doch Meine Diener fort­führen mit solchem Eifer, damit wenig­stens in denje­nigen Fa­milien, in welchen auch nur noch, auch wenn bis hinaus ins vierte Glied eine Seele sich befindet, die noch betet und Mir dient, wenn auch die ganze Familie abge­wichen ist vom rechten Weg, doch durch diese eine Seele die Fa­milie noch kann gerettet werden, wenn, sage Ich, die Die­ner der Kirche fortführen, die Schönheit der Seele zu schildern, die da lebt unter den Men­schen in der Gnade Gottes, damit auch andere, laue, kalte, auf­gerüttelt und ge­schüt­telt werden und sich mehr anschlie­ßen an die guten, treuen Seelen.

Du aber, erziehe deine Ge­schwister, erleichtere deiner frommen Mutter die Last der Kindererziehung, stehe ihr zur Seite und gehe an Meiner Hand geleitet durch dieses Leben. Bleibe, wie du bist, Mein Kind, Ich werde dich nicht ver­lassen, du wirst noch viele, viele Gnaden erleben und eines glückseligen Todes der­einst sterben, wenn du treu an Meiner Seite ausharrst.

Jener Witwe, die so sehr bekümmert ist, ob sie den rechten Weg angetreten, sage aber, sie möge ausharren unter dem Kreuz, das Ich ihr auferlegt. Ich habe sie in diese Fa­milie geführt, damit sie hier ihr Heil wirke, und weil sie den jungfräulichen Stand ver­schmäht, möge sie jetzt den Witwenstand als Ersatz für den jungfräulichen Stand betrachten und die Kinder gleichmäßig halten, ihre eigenen Kinder ansehen wie die Kinder ihres Mannes, und die ihres Mannes wie die eigenen. Dann verspreche Ich ihr, daß sie glücklich sein wird inmit­ten der Leiden und Trübsale, die der Wit­wenstand ihr auferlegt. Hat sie ja doch Vorbilder, an die sie sich anschließen soll, an deine Schwester N., an ihre Nachbarin, die Frau N., die recht heroi­sche Frauen sind in eurer Heimat. Ich lobe sie, weil sie vielen in der Stadt vorangehen mit gutem Beispiel. O was könnte gerettet werden, wenn alle Meine Diener Meine Worte in sich aufnähmen, die Ich hier an dieser Stätte durch ein so unmündiges Werkzeug an sie richte. Wie viele recht gute Seelen gibt             es auf dem Land, unter dem armen Landvolk, das da noch so gläubig ist, weil es ja sein ganzes Leben wie das der Ein­siedler zubringen muß.

Die Lie­benswürdigkeit Meines Wesens, die Schönheit Meiner Liebe, diese ist es, die Ich den Menschen offenbaren will, die ihr hinaustra­gen sollt, ihr, Meine Diener, Meine Stellvertreter; hinaustragen sollt ihr die Süßigkeit Meiner Liebe, Meiner Glückseligkeit, Meines Dienstes. Denn glücklich ist die Seele, die Mir dient.             Wahrhaftig, Mein Joch ist süß und Meine Bürde ist leicht!“

Palmsonntag 1898 

Jesus: „Darum habe Ich schon öfter gesagt, daß, wenn eine Seele sich Mühe gibt, Mich zu lieben für all den Schmerz und die Ver­achtung, die Ich von den Juden erduldete, Ich dieses so annehmen wollte, als wenn sie zugegen gewesen wäre bei Meinem Leiden und hätte sich vor Mich hin­gestellt und die Streiche für Mich empfangen, weil Ich in der Seele, die treu zu Mir hält, Mein Ebenbild erblicke und Ich durch diese Ebenbildlichkeit sehr getröstet bin.

Satan brüllt in Wort und Schrift auf allen öf­fentlichen Plätzen, in allen Versammlun­gen, die nicht für Gott sind; ja, er brüllt sogar in den ein­zelnen Familien, denn da stehen überall solche, die andere Famili­enmitglieder noch mit hineinziehen in die Netze Satans, und in solcher Zeit sollte Ich Mir keine Mühe geben, Mein Reich wieder herzu­richten?“


Gebet:

 

Hilf mir, lieber Vater, Dein Kind zu sein

Amen.
 

 

Weiterführende Themen: 

Jahr 2011 - quo vadis?  /Nahtoderlebnisse / Garabandal  / Die Sterbestunde  Die Warnung

----
 

Zugriffe      E-Mail: hermann.hitthaler@gmail.com / www.gottliebtuns.com        nach oben

Dies ist eine private Website ohne jegliche kommerzielle Absicht, keine Datenweitergabe, keine EMails, nur auf Anfrage