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Keuschheit

im Pornozeitalter

(Hirtenbrief)


Keusch zu leben, ist keine leichte Sache in der sexgesättigten Welt unserer gegenwärtigen westlichen Kultur. Es ist unmöglich, durch ein Einkaufszentrum zu gehen, sich dem Computer oder dem Fernsehen zuzuwenden, einen Blick auf Annoncen zu werfen oder sich in einer Buchhandlung umzusehen, ohne mit sexuellen Bildern jeder Art bombardiert zu werden.


 


Ein alternativer Lebensstil im Porno-Zeitalter


Pornographie war nie stärker verbreitet, fast bis zu epidemischen Ausmaßen. Sie verdunkelt die authentische sexuelle Ausdrucksweise und fördert Selbstbefriedigung, sexuelle Intimität außerhalb der Ehe und die Trennung der Leben spendenden und Liebe schenkenden Bedeutung sexueller Beziehungen. Die Herausforderung, unter diesen Umständen keusch zu leben, ist schwer für jeden: ob alleinlebend, verheiratet oder gottgeweiht. Die Welt um uns fördert verzerrte Vorstellungen über unseren Leib und über unsere Beziehungen – Vorstellungen, die bewirken können, dass Menschen ihr Gleichgewicht verlieren, und die zulassen, dass schädliche Anschauungen von Sexualität Einfluss gewinnen.
(…)
Die Keuschheit drückt die Achtung für andere Menschen und für ihre Fähigkeit zur Selbsthingabe aus. Sie verbürgt uns, dass wir um unser selbst willen geliebt sind und dass wir andere um ihrer selbst willen lieben, und nicht nur wegen des Vergnügens, das sie bereiten können.
In einer Kultur, die alle Dinge sofort haben will, lehrt uns die Keuschheit zu warten. Wollen wir sexuelle Betätigung jetzt sofort oder wollen wir etwas mehr, auch wenn es mehr Zeit verlangt, dies zu bekommen? Keusch zu leben bedeutet nicht, dem Druck nachzugeben, der von Freunden kommen kann, die meinen, sich in sexuelle Beziehungen einzulassen, drücke Männlichkeit oder Weiblichkeit aus.
Das heutige Vorurteil gegen die Keuschheit ist besonders verwirrend wegen der in ihm liegenden Sicht der Geschlechtlichkeit: dass wir nämlich jeden anderen zum Vergnügen „abschleppen“ können. Das ist nicht nur ein Angriff auf die Würde der benutzten Person, sondern es hält auch den, der einen anderen benutzt, in den Fesseln dieses Verhaltens, und das verursacht körperlichen, emotionalen und psychologischen Schaden.
Ferner darf die versklavende und süchtig machende Wirkung der Pornographie, besonders im Internet, nicht bagatellisiert oder leicht genommen werden, auch wenn sie weit verbreitet ist.
Die Keuschheit verlangt dauernde Disziplin. Sie bedeutet die rechte Ordnung unserer Herzen: Gib Gott den Vorrang, und alles andere wird folgen! Keusch zu leben bedeutet, entsprechend dem Plan zu leben, nach dem Gott uns geschaffen hat. Die Anstrengungen, den Geschlechtstrieb zu beherrschen, führen Männer und Frauen allmählich zu sexueller Reife und bringen inneren Frieden.
Keuschheit ist eine dauernde Herausforderung. Heute keusch zu leben, bedeutet gegen den Strom zu schwimmen! Wir sind berufen, Jesus zu folgen und so der gängigen Kultur zu widerstehen. Wenn wir Gelassenheit und Freude finden wollen, müssen wir in Übereinstimmung mit dem Willen Gottes leben. Er hat uns geschaffen nach Seinem Abbild, und wenn wir in Übereinstimmung mit Seinen Geboten leben, werden wir glücklich sein. Natürlich: Jesus hat nicht gesagt, dass es leicht sein wird. In der Tat sagte er: „Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach“ (Mk 8,34).
Keuschheit ist eine Herausforderung – aber sie ist nicht unmöglich. Wir können uns mit Freunden umgeben, die ebenfalls in keuscher Weise leben wollen, mit Menschen, die uns auf unserem Weg unterstützen wollen. Wir können uns schamhaft kleiden, in der Erkenntnis, dass wir alle nach dem Bild und Gleichnis Gottes geschaffen sind und dass unser Leib heilig ist.
Wir können klug auswählen, womit wir uns vergnügen, indem wir schauen, was den menschlichen Geist aufbaut und Wahrheit, Schönheit und Güte ausdrückt. Insbesondere können wir unsere Einheit mit Christus leben, indem wir regelmäßig die Sakramente empfangen, besonders das Sakrament der Versöhnung.
Die Übung, nicht nur unsere Sünden der Unreinheit zu beichten, sondern auch mit unserem Seelenführer unsere Versuchungen zu besprechen, kann helfen, Geist und Herz zu reinigen. Das kann uns Demut lehren, die wir brauchen, um unsere Schwachheit anzunehmen, während uns zugleich die Kraft des Herrn geschenkt wird, um in der Keuschheit zu wachsen.

Auszug aus „Pastoral Letter to Young People on Chastity“ der Kanadischen Bischofskonferenz in der übersetzten Fassung veröffentlicht in FMG-Information Mai 2011.



»Hirtenbrief an junge Menschen über die

 

Keuschheit

 

von der Glaubenskommission der Kanadischen Bischofskonferenz

 

 

 

Ein Leben der Keuschheit zu führen ist ein fortwährender Weg, der sowohl Anleitung wie auch Ermutigung erfordert. Um jungen Katholiken bei dieser herausfordernden Reise zu helfen, möchte die Bischofskommission für die Glaubenslehre der Kanadischen Konferenz der Katholischen Bischöfe gern ihre Solidarität mit ihnen zeigen. So bietet sie einige Worte der Weisung und Unterstützung an.

 

 

Einführung

 

Die Faszination, die vom Geschlechtlichen ausgeht, ist so alt wie die Menschheit; sie ist von lebenswichtiger Bedeutung für uns alle. Es überrascht nicht, dass wir in einer Welt leben, die der menschlichen Geschlechtlichkeit einen großen Teil an Aufmerksamkeit widmet. Aber bei so vielen Stimmen und Meinungen über das Sexuelle ist es oft verwirrend zu wissen, wie wir diese kostbare Gabe gebrauchen sollen. Glücklicherweise haben Weisheit und Wort GOTTES uns Licht gegeben auf unseren Weg. Durch die Lehre der Heiligen Schrift und die Kirche haben wir sichere Anleitung, die uns sagt, wie wir unsere Geschlechtlichkeit mit Freude und Respekt für den Liebesplan GOTTES leben sollen.

Unser Glaube birgt mit freudiger Ernsthaftigkeit das Geheimnis der Inkarnation in sich: dass der SOHN GOTTES Fleisch annahm zu unserer Rettung. Der Leib JESU, für uns gegeißelt, gekreuzigt und auferstanden, sagt uns, dass GOTT den menschlichen Leib gebraucht, um Seine Liebe in unserer Welt gegenwärtig zu machen. Der Leib ist unser Tor zur Erlösung. Darum kommt es darauf an, wie wir ihn betrachten.

Die Bibel selber legt das Fundament, wenn sie uns sagt, wie wir unsere Geschlechtlichkeit im Licht der menschlichen Würde leben sollen, die in der Erschaffung durch GOTT nach Seinem Bild und Gleichnis (vgl. Gen 1,27) wurzelt. Vom Anbruch der Schöpfung an gab GOTT uns mehr als eine Sprache, um uns auszudrücken. Neben dem Geschenk des Sprechens gab er uns unseren Leib. Dieser Leib drückt sich durch Gesten aus, so dass diese selber eine Sprache sind. Wie unsere Worte enthüllen, wer wir sind, so tut das auch unsere Körpersprache. Der HERR will, dass wir diese „sexuelle Sprache“ wahrheitsgetreu sprechen, weil das der Weg ist, um unsere Geschlechtlichkeit mit Freude zu leben.

Dieser wahrheitsgetreue Gebrauch der geschlechtlichen Sprache unseres Leibes ist das, was die Kirche „Keuschheit“ nennt. Heute wird die Keuschheit oft zu Unrecht gedank­lich verbunden mit altmodisch, mit einer Angst vor Leidenschaft oder mit sexueller Gehemmtheit. Aber in Wirklichkeit ist sie viel mehr als nur das Fehlen von geschlechtlichen Beziehungen. Keuschheit verlangt nach der Reinheit sowohl des Geistes wie des Leibes.

Wenn wir uns nicht bemühen, ein reines Herz oder einen reinen Geist zu entwickeln, dann werden dies unsere körperlichen Handlungen widerspiegeln. Wenn wir keine Kontrolle über unsere Wünsche oder Leidenschaften haben, dann kann man uns weder große noch kleine Dinge anvertrauen. Wir werden Sklaven unserer eigenen Leidenschaften bleiben und charakterschwach sein. Wenn wir nicht „nein“ sagen können, wird unser „Ja“ bedeutungslos sein. Je mehr wir die Keuschheit akzeptieren und zu unserem Lebensweg machen, umso mehr werden die Leute in unserem Umfeld fühlen, dass der HL. GEIST in uns wohnt.

 

 

 

Unser Leib: Tempel des HEILIGEN GEISTES

 

Der Apostel Paulus schrieb den Christen von Korinth: „Wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des HEILIGEN GEISTES ist, der in euch wohnt und den ihr von GOTT habt? Ihr gehört nicht euch selbst; denn um einen teuren Preis seid ihr erkauft worden. Verherrlicht also GOTT in eurem Leib!“ (1 Kor 6,19-20)

Als wir im Augenblick der Taufe Christen wurden, kam der HL. GEIST, um in unserem Leib zu wohnen. Was für eine Ehrfurcht gebietende Wahrheit! Wenn unser Leib Tempel des HL. GEISTES ist, welche Würde haben wir dann! Und die Menschen sollten GOTT durch uns finden können! Haben wir in dieser Hinsicht Achtung vor unserem Leib?

Die Geschlechtlichkeit ist ein Geschenk GOTTES und ein wesentlicher Teil dessen, was uns als Menschen ausmacht. Jeder von uns ist berufen, dieses Geschenk und den Einen, der es uns gegeben hat, anzuerkennen. Wenn dieses Geschenk so gebraucht wird, wie der VATER es will, verherrlichen wir Ihn und richten Seine Herrschaft auf. Wenn wir unsere Geschlechtlichkeit in der richtigen Weise leben, in Über­einstimmung mit unserem Lebensstand, können andere GOTT durch uns finden.

 

 

Heute Keuschheit leben

 

Unsere Geschlechtlichkeit und unser geistliches Leben sind aufs Engste verbunden. Der keusche Mensch integriert die Geschlechtlichkeit in seine Persönlichkeit und drückt so seine innere Einheit als Leib-Geist-Wesen aus. Der keusche Mensch hat die Fähigkeit, zu anderen in einer wirklich menschlichen Weise in Beziehung zu treten, gemäß seinem persönlichen Lebensstand: alleinlebend, verheiratet oder in der GOTTgeweihten Ehelosigkeit.

Die Tugend der Keuschheit zu leben bedeutet, unser Verlangen nach sexuellem Vergnügen unter die Leitung der Vernunft und des Glaubens zu stellen. Das ist einer der Ecksteine des Tempels unseres Leibes, eine Säule des rechten Lebens. Das führt zur Ganzheit und Einheit, für Einzelne, Ehepaare und die Gesellschaft.

Die Tugend der Keuschheit trägt in sich die Integration der Kräfte der Liebe und des Lebens, die in uns hineingelegt sind. Diese Integration sichert die Einheit der Person und steht im Gegensatz zu jeder Art von Verhalten, das sie entstellt. Keusche Menschen dulden weder ein Doppelleben noch die Doppelzüngigkeit der „Sprache“ ihres Leibes. Wenn man es unterlässt, keusch zu leben, führt das zu einer ichbezogenen Existenz, die blind ist für die Nöte, die Freuden und die Schönheit der Welt um uns.

Keusch zu leben ist keine leichte Sache in der Sex-gesättigten Welt unserer gegenwärtigen westlichen Kultur. Es ist unmöglich, durch ein Einkaufszentrum zu gehen, sich dem Computer oder dem Fernsehen zuzuwenden, einen Blick auf Annoncen zu werfen oder sich in einer Buchhandlung um­zusehen, ohne mit sexuellen Bildern jeder Art bombardiert zu werden. Pornografie war nie stärker verbreitet, fast bis zu epidemischen Ausmaßen. Sie verdunkelt die authentische sexuelle Ausdrucksweise und fördert Selbstbefriedigung, sexuelle Intimität außerhalb der Ehe und die Trennung der Leben spendenden und Liebe schenkenden Bedeutung sexueller Beziehungen.

Die Herausforderung, unter diesen Umständen keusch zu leben, ist schwer für jeden: ob alleinlebend, verheiratet oder GOTTgeweiht. Die Welt um uns fördert verzerrte Vorstellungen über unseren Leib und über unsere Beziehungen – Vorstellungen, die bewirken können, dass Menschen ihr Gleichgewicht verlieren, und die zulassen, dass schädliche Anschauungen von Sexualität Einfluss gewinnen. Wenn wir unserem Taufversprechen treu bleiben und Versuchungen widerstehen wollen, müssen wir Strategien entwickeln, die uns helfen, in Heiligkeit und Freiheit zu leben.

 

 

Keuschheit für Einzelpersonen

 

Für Menschen, die nicht verheiratet sind, bedeutet Keusch­heit Enthaltsamkeit, weil es der Entwurf GOTTES ist, dass Sex in die Ehe gehört. Wenn zwei Menschen sich zu einem „Date“ verabreden, dann macht es ihnen das Bemühen um Keuschheit möglich, dass sie sich auf das konzentrieren, was wichtig ist, und dass sie vermeiden, einander zu „benutzen“. Gemeinsam können sie sehen, was authentische Liebe bedeutet, und lernen, ihre Gefühle in einer reifen Form auszudrücken. Die Keuschheit hebt die gegenseitige Liebe eines Paares hervor und drückt aus: „Ich will geduldig und rein sein und ich respektiere dich“. Das bedeutet, den sexuellen Aus­druck der Liebe ausschließlich für seinen Ehegatten aufzusparen.

Wenn ein Paar nicht keusch ist, kann ihr Verständnis von Liebe auf die körperliche Dimension ihrer Beziehung reduziert werden. Das schwächt ihre Fähigkeit, auf die Ehe zuzugehen und gefährdet ihre Beziehung.

Menschen, die sich zum selben Geschlecht hingezogen fühlen, sind ebenso zur Keuschheit gerufen. Auch sie können in christlicher Heiligkeit wachsen durch ein Leben der Selbstbeherrschung, des Gebets und des Sakramentenempfangs.

 

 

Keuschheit für Verheiratete

 

Die Geschlechtlichkeit wird wahrhaft menschlich, wenn sie ganz in die Beziehung von zwei Menschen zueinander inte­griert wird, in der vollständigen und lebenslangen wechselseitigen Hingabe eines Mannes und einer Frau. Papst Johannes Paul II. schrieb: „Nur der keusche Mann und die keusche Frau sind zur treuen Liebe fähig.“ Das heißt, dass Verheiratete ebenso berufen sind, keusch zu sein, wenn sie einander in treuer Liebe zugetan sind.

Verheiratete, die keusch leben, können ein lebendiges Geschlechtsleben haben. In der Beziehung eines Mannes und einer Frau hilft die Keuschheit, sich gegenseitig mehr als Person zu lieben als den anderen zum Gegenstand des Vergnü­gens oder der Befriedigung zu machen. Im Gegensatz zu dem, was die Medien oder Hollywood suggerieren, liegt der Wert des Geschlechtsverkehrs nicht im Entspannen oder körperlichen Genießen. Jedes körperliche Vergnügen sollte zum höchsten Ausdruck der Liebe zwischen Ehemann und Ehefrau führen, der vollkommenen Selbsthingabe einer Person an die andere. Der Geschlechtsverkehr in der Ehe kann so intim sein, dass er eine emotionale, intellektuelle, leibliche und geistige Erfahrung wird. Er verstärkt und vervollständigt den Ehebund. Daher kommt es, dass der Geschlechtsakt einen vereinenden und lebenspendenden Sinngehalt haben muss und dass einige Formen sexueller Aktivitäten nicht keusch sind. Obwohl das Vergnügen vorhanden sein kann, sind einige Verhaltensweisen ein Missbrauch der Geschlechtlichkeit, da sie dem Plan GOTTES nicht entsprechen.

 

 

GOTTgeweihte Keuschheit und Zölibat

 

GOTT beruft manche Frauen und Männer in der Kirche zu einem Leben geweihter Keuschheit um des Himmelreiches willen. Dieses Charisma bringt den Verzicht auf die Ehe mit sich und ist dazu bestimmt, einen Menschen näher mit GOTT zu vereinen. In der Nachahmung CHRISTI und Seiner Mutter ist die GOTTgeweihte Jungfräulichkeit ein GOTTESgeschenk für jene, „denen es gegeben ist“ (Mt 19,11). Entsprechend legen die Priester der lateinischen Kirche vor der Diakonatsweihe ein Zölibatsversprechen ab.

Selbst diejenigen, die zu einem Leben der GOTTgeweihten Jungfräulichkeit oder des Zölibats berufen sind, müssen noch kämpfen, um in Gedanken, Einstellung und Verhalten keusch zu sein. Die Keuschheit ist dazu bestimmt, „Raum“ zu schaffen, der das menschliche Herz frei macht, so dass es in Liebe zu GOTT und zur ganzen Menschheit brennt. Wenn jedoch die Entscheidung für den Zölibat nicht gut in das Ganze des persönlichen Lebens integriert ist, kann dies zur Egozentrik führen. Das GOTTgeweihte und zölibatäre Leben ist ein „Ja“ zur Liebe, das von denen, die dazu berufen sind, mit Leidenschaft und Begeisterung zu leben ist.

 

 

 

Pflege und Wiedergewinnung der Keuschheit im Leben des Einzelnen

 

Katholiken sind berufen, für andere ein Beispiel keuschen Lebens zu sein. Indem wir das Geschenk unseres Leibes in Ehren halten und anderen helfen, sich selber wahrhaft zu respektieren, zeigen wir, wie sehr wir GOTT lieben.

Jeder junge Mensch, der keusch sein oder einen keuschen Lebensstil wiedererlangen möchte, hat die Möglichkeit, das Kreuz auf sich zu nehmen und JESUS nachzufolgen. JESUS hat versprochen, immer da zu sein und uns zu helfen. Der HERR verlässt uns niemals, aber wir müssen offen sein, Seine Hilfe anzunehmen.

JESUS fordert uns auf, beständig zu beten. Das ist notwendig für jeden, der die Tugend der Keuschheit zu leben versucht. Uns mit CHRISTUS in einer fortdauernden Verbindung des Gebets zu vereinen, ist der einzige Weg, zum Ziel zu gelangen. Das schließt alles ein: vom einfachen, aber aus dem Inneren kommenden „Hilf mir, JESUS“ zu mehr geformten Gebeten wie dem Rosenkranz, oder der Anrufung Mariens, unserer Mutter, und der Heiligen und Seligen, dass sie uns durch ihre Fürbitte helfen.

Die Sakramente der Versöhnung und der hl. Eucharistie helfen uns auf unserem Weg, ein keusches Leben zu füh­ren. Wenn wir eine Sünde der Unreinheit allein oder mit einem anderen begehen, vermittelt uns das Sakrament der Versöh­nung die Vergebung und erbarmende Liebe GOTTES. Alles, was wir zu tun haben, ist, uns mit aufrichtiger Reue in der Beichte dem Thron der Gnade zu nähern, und wir können sicher sein, dass alle unsere Sünden vergeben sind. Wir können von neuem mit Hoffnung beginnen. Die hl. Eucharistie ist der Höhepunkt unseres Glaubens, denn durch dieses Sakrament gelangen wir in eine innige Vereinigung mit JESUS CHRISTUS, indem wir Seinen Leib, Sein Blut, Seine Seele und GOTTheit in der hl. Kommunion empfangen. Sein Leib nährt uns und heiligt unseren Leib.

 

 

 

Was die Keuschheit von uns verlangt

 

Die Keuschheit drückt die Achtung für andere Menschen und für ihre Fähigkeit zur Selbsthingabe aus. Sie verbürgt uns, dass wir um unser selbst willen geliebt sind und dass wir andere um ihrer selbst willen lieben, und nicht nur wegen des Vergnügens, das sie bereiten können.

In einer Kultur, die alle Dinge sofort haben will, lehrt uns die Keuschheit zu warten. Wollen wir sexuelle Betätigung jetzt sofort oder wollen wir etwas mehr, auch wenn es mehr Zeit verlangt, dies zu bekommen? Keusch zu leben bedeutet nicht, dem Druck nachzugeben, der von Freunden kommen kann, die meinen, sich in sexuelle Beziehungen einzulassen, drücke Männlichkeit oder Weiblichkeit aus.

Das heutige Vorurteil gegen die Keuschheit ist besonders verwirrend wegen der in ihm liegenden Sicht der Geschlechtlichkeit: dass wir nämlich jeden anderen zum Vergnügen „abschleppen“ können. Das ist nicht nur ein Angriff auf die Würde der benutzten Person, sondern es hält auch den, der einen anderen benutzt, in den Fesseln dieses Verhaltens, und das verursacht körperlichen, emotionalen und psychologischen Schaden. Ferner darf die versklavende und süchtig machende Wirkung der Pornografie, besonders im Internet, nicht bagatellisiert oder leicht genommen werden, auch wenn sie weit verbreitet ist.

Die Keuschheit verlangt dauernde Disziplin. Sie bedeutet die rechte Ordnung unserer Herzen: Gib GOTT den Vorrang, und alles andere wird folgen! Keusch zu leben bedeutet, entsprechend dem Plan zu leben, nach dem GOTT uns geschaffen hat. Die Anstrengungen, den Geschlechtstrieb zu beherr­schen, führen Männer und Frauen allmählich zu sexueller Reife und bringen inneren Frieden.

 

 

 

Keuschheit ist eine dauernde Herausforderung

 

Heute keusch zu leben, bedeutet gegen den Strom zu schwimmen! Wir sind berufen, JESUS zu folgen und so der gängigen Kultur zu widerstehen. Wenn wir Gelassenheit und Freude finden wollen, müssen wir in Übereinstimmung mit dem Willen GOTTES leben. Er hat uns geschaffen nach Seinem Abbild, und wenn wir in Übereinstimmung mit Seinen Geboten leben, werden wir glücklich sein. Natürlich: JESUS hat nicht gesagt, dass es leicht sein wird. In der Tat sagte er: „Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach“ (Mk 8,34).

Keuschheit ist eine Herausforderung – aber sie ist nicht unmöglich. Wir können uns mit Freunden umgeben, die ebenfalls in keuscher Weise leben wollen; mit Menschen, die uns auf unserem Weg unterstützen wollen. Wir können uns schamhaft kleiden, in der Erkenntnis, dass wir alle nach dem Bild und Gleichnis GOTTES geschaffen sind und dass unser Leib heilig ist. Wir können klug auswählen, womit wir uns vergnügen, indem wir schauen, was den menschlichen Geist aufbaut und Wahrheit, Schönheit und Güte ausdrückt. Insbesondere können wir unsere Einheit mit CHRISTUS leben, indem wir regelmäßig die Sakramente empfangen, besonders das Sakrament der Versöhnung.

Die Übung, nicht nur unsere Sünden der Unreinheit zu beichten, sondern auch mit unserem Seelenführer unsere Versuchungen zu besprechen, kann helfen, Geist und Herz zu reinigen. Das kann uns Demut lehren, die wir brauchen, um unsere Schwachheit anzunehmen, während uns zugleich die Kraft des HERRN geschenkt wird, um in der Keuschheit zu wachsen.

 

 

Junge, keusche Liebende und heilige Vorbilder

 

Jeder Christ ist zur Heiligkeit berufen. „Heilige“ und „Selige“ sind Männer und Frauen, deren Leben so offenkundig erfüllt war von der Liebe CHRISTI, dass das Volk GOTTES in ihnen JESUS sah, und die, nachdem ihr Leben sorgfältig von der Kirche geprüft wurde, als unserer Verehrung und Nachahmung würdig befunden wurden.

In seiner Botschaft an die jungen Leute beim Weltjugendtag 2002 in Kanada schrieb Papst Johannes Paul II.: „Wie das Salz die Speise würzt und das Licht die Finsternis erleuchtet, so gibt die Heiligkeit dem Leben dadurch seinen vollen Sinn, dass sie es zum Widerschein der Herrlichkeit GOTTES macht. Wie viele Heilige verzeichnet die Kirchengeschichte auch unter den jungen Menschen!“

Wir wollen uns an ein paar dieser heiligen Frauen und Männer erinnern, die auffallende Beispiele der Reinheit, Keuschheit, Nächstenliebe und Freude waren, wirkliche Tempel, in denen der HL. GEIST wohnte: Der heilige Augustinus, die selige Kateri Tekakwitha, der selige Pier Giorgio Frassati und die heilige Gianna Beretta Molla. Einer kam aus der antiken römischen Welt, eine aus dem Nordamerika des 17. Jahrhunderts, und zwei aus dem Italien des 20. Jahrhunderts. Obgleich sie in verschiedenen Zeiten und Orten gelebt haben, geben sie durch ihr Beispiel und Zeugnis dieselbe Lehre.

 

 

Heiliger Augustinus (354-430)

 

Augustinus war ein Mann von Leidenschaft und Glauben, von hoher Intelligenz und unermüdlicher pastoraler Liebe. Er hat eine tiefe Spur im kulturellen, moralischen theologischen Leben der Kirche hinterlassen. Als Sohn eines heidnischen Vaters, Patricius, und einer frommen christlichen Mutter, Monika, wur­de Augustinus als Katholik erzogen. Wie es in der damaligen Zeit häufig war, wurde er jedoch nicht als Kind getauft. Seine Jugend war turbulent. Augustinus war intellektuell rastlos, ehrgeizig und sexuell aktiv vom 17. Lebensjahr an.

Als junger Mann ging er für mehr als zehn Jahre eine Beziehung mit einer Frau ein, deren Namen wir nicht kennen. Wegen des sozialen Unterschieds heiratete er sie nicht. Zusammen hatten sie einen Sohn namens Adeodatus, der ihm sehr lieb war; er starb ehe er erwachsen wurde.

Augustinus war immer fasziniert und angezogen von der Person JESU CHRISTI, aber er machte viele Umwege, ehe er sich Ihm anvertraute. Wie bei vielen jungen Menschen war der Weg seiner Bekehrung gekennzeichnet durch einen Kampf mit seiner Sexualität. Er wusste, dass das Christsein ein keusches Leben verlangte. Einmal betete Augustinus sogar: „Mach mich keusch und enthaltsam, aber nicht gleich!“ Nach einem langen und quälenden inneren Weg, unterstützt durch das Gebet seiner Mutter, wurde er schließlich vom hl. Ambrosius im Jahr 387 in Mailand getauft. Nach seiner Bekehrung entschied er sich für ein zölibatäres Leben und trennte sich von seiner langjährigen Gefährtin.

Augustinus kehrte dann in seine Heimat in Nordafrika zurück. Nachdem er eine klösterliche Gemeinschaft gegründet hatte, wurde er zum Priester und später zum Bischof von Hippo geweiht. Er war ein fruchtbarer Schriftsteller, ein Mann unübertrefflicher psychologischer und geistlicher Einsichten und ein kraftvoller Verteidiger der Wahrheit und Schönheit des katholischen Glaubens. Vor allem sagt der hl. Augustinus den jungen Menschen, was der hl. Paulus den Philippern schrieb: mit der Gnade GOTTES „vermag ich alles durch Ihn, der mir Kraft gibt“ (Phil 4,13).

 

 

Selige Kateri Tekakwitha (1656-1680)

 

 

Kateri Tekakwitha, die „Lilie der Mohawks“, wurde 1656 geboren. Ihre Mutter war eine christliche Algonquin, die von Irokesen geraubt worden war. Als Kateri ungefähr vier Jahre alt war, starben ihre Eltern und ihr Bruder an Pocken, und sie wurde von ihrer Tante und einem Onkel adoptiert, der Häuptling des Schildkröten-Stammes wurde. Die Pocken entstellten ihr Gesicht und beeinträchtigten ihr Augenlicht stark. Das hatte zur Folge, dass Kateri ein sehr scheues junges Mädchen war.

Im Jahr 1667 hat sie heimlich das Evangelium angenommen, das sie Jesuitenmissionare lehrten, und ist im Alter von 18 Jahren getauft worden. Sie lebte ihren christlichen Glauben und die Keuschheit tapfer angesichts fast unerträglicher Gegnerschaft, da Jungfräulichkeit und ein Leben als Allein­stehende als nicht in Übereinstimmung mit der Kultur betrach­tet wurden, der sie entstammte. Ihre Liebe zur Keuschheit war radikal der gängigen Kultur entgegengesetzt. Schließlich war Kateri gezwungen, nach Kahnawake am St. Lorenz-Strom, südlich von Montreal, zu fliehen.

Ihr ganzes Leben widmete sie nun dem Gebetsunterricht von Kindern und der Hilfe für Kranke und Alte, bis sie selber ernsthaft krank wurde. Sie starb in Kahnawake am 17. April 1680 im Alter von 24 Jahren. Ihre letzten Worte waren „Jesos Konoronkwa“, was heißt: „JESUS, ich liebe Dich“. Fünfzehn Minuten nach ihrem Tod verschwanden – vor den Augen von zwei Jesuiten und allen Eingeborenen um sie herum – Kateris Narben, und ihr Gesicht war wunderschön verwandelt. Am 22. Juni 1980 wurde sie von Johannes Paul II. als erste Eingeborene Nordamerikas seliggesprochen.

 

 

Seliger Pier Giorgio Frassati (1901-1925)

 

Pier Giorgio Frassati wurde in Turin in Italien im Jahr 1901 geboren. Er wurde zuhause und in einer öffentlichen Schule erzogen, ehe er eine von Jesuiten geführte Schule besuchte. Mit 17 Jahren schloss er sich der Vinzenz-von-Paul-Gemeinschaft an und verband in bemerkenswerter Weise politische Aktivität, Einsatz für soziale Gerechtigkeit, Frömmigkeit, Menschlichkeit und Güte, Heiligkeit und alltägliches Leben.

Sportlich, gut aussehend, voller Leben, immer umgeben von Freunden, die er inspirierte, entschied Pier Giorgio sich nicht für das Priestertum oder das Ordensleben, sondern zog es vor, das Evangelium als Laie zu bezeugen. Er verliebte sich in ein lebendiges, geistvolles Mädchen, aber er verfolgte diese Bezie­hung nicht weiter. Er verstand die Bedeutung der Keuschheit und verwirklichte sie in all seinen Beziehungen und Freundschaften. GOTT gab Pier Giorgio alle äußeren Eigenschaften, die ihn hätten verführen können, eine falsche Wahl zu treffen - eine wohlhabende Familie, gutes Aussehen und robuste Ge­sundheit -, aber er hörte auf die Einladung CHRISTI: „Komm und folge mir nach“ (Lk 18,22).

Gerade ehe er sein Universitätsdiplom als Bergbauingenieur erhielt, zog er sich spinale Kinderlähmung zu; die Ärzte vermuteten später, dass er sich bei der Pflege eines Kranken angesteckt habe. Er starb am 4. Juli 1925 und wurde am 20. Mai 1990 seliggesprochen. Papst Johannes Paul II. nannte ihn „den Menschen der acht Seligpreisungen“. Der selige Pier Giorgio ist besonders inspirierend für junge Männer: er lehrt sie, ihre Männlichkeit keusch auszudrücken, indem sie ihre sexuellen Leidenschaften durch mannhafte Anstrengung und Selbstaufopferung beherrschen; nach dem Vorbild CHRISTI, des vollkommenen Menschen [vgl. KKK 520].

 

 

Heilige Gianna Beretta Molla (1922-1962)

 

 

Stell dir die außerordentliche Gelegenheit vor, an der Heiligsprechung deines eigenen Ehegatten teilzunehmen! Am 16. Mai 2004 hatte Pietro Molla, Ehemann von Gianna Beretta Molla, genau diese Gelegenheit. Seine drei lebenden Kinder waren an seiner Seite, darunter das jüngste, Gianna Emanu­ela, für die ihre Mutter das Leben hingegeben hatte. Die heilige Gianna ist die erste Laien-Ärztin, die heiliggesprochen wurde.

Ehe Gianna zu der Überzeugung kam, dass GOTT sie zur Ehe berief, überlegte sie dies sehr sorgfältig und hatte auch das GOTTgeweihte Leben bedacht. Sie meditierte, verbrachte einige Zeit im stillen Gebet und wartete geduldig, dass der HERR ihr Seinen Willen kundtue. Im Jahr 1955, als sie dreiunddreißig Jahre alt war, heiratete sie einen zehn Jahre älteren Ingenieur, Pietro, dessen Schwester früher eine Patientin der jungen Ärztin Dr. Beretta gewesen war.

Briefe, die Gianna während der ein Jahr dauernden Verlobungszeit schrieb, verraten, wie tief sie sich dieser neuen Berufung widmete. Einige Tage vor ihrer Hochzeit schrieb Gianna an Pietro im Hinblick auf ihre Berufung zur Ehe: „Mit GOTTES Hilfe und Segen werden wir alles tun, was wir können, um unsere neue Familie zu einem kleinen Abendmahlsaal zu machen, wo JESUS über all unsere Gefühle, Wünsche und Taten herrschen wird. Wir werden mit GOTT an Seinem Schöpfungswerk mitarbeiten; auf diese Weise geben wir Ihm Kinder, die Ihn lieben und Ihm dienen werden.“

In seiner Predigt bei der Heiligsprechung sagte Papst Johannes Paul II: „Nach dem Beispiel CHRISTI, der ‚die Seinen liebte und ihnen Seine Liebe bis zur Vollendung erwies’ (Joh 13,1), hielt sich diese heilige Familienmutter in heroischer Treue an die am Hochzeitstag übernommene Verpflichtung… Möge unsere Zeit durch das Beispiel von Gianna Beretta Molla die reine, keusche und fruchtbare Schönheit der ehelichen Liebe wiederentdecken, die als Antwort auf den GÖTTlichen Ruf gelebt wird!“

Wir sollten ebenso handeln. Wenn wir zur Ehe berufen sind, sollten wir warten, um unsere geschlechtliche Liebe mit unserem Ehegatten zum Ausdruck zubringen, im Wissen, dass GOTT, wenn wir Seinem Willen folgen, unsere Geduld und Großzügigkeit belohnen wird.

 

 

Heiliger Augustinus, selige Kateri, seliger Pier Giorgio und heilige Gianna, bittet für uns!

Helft uns, die Keuschheit unseres Leibes und Geistes anzunehmen und zu leben
mit der Freude des Evangeliums und tiefem Frieden,
so dass die Menschen um uns herum sehen werden, dass GOTT in uns Wohnung genommen hat!
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Übersetzung des „Pastoral Letter to Young People on Chastity“, Copyright © Concacan Inc., 2011. Alle Rechte vorbehalten. Übersetzt und veröffentlicht mit Erlaubnis der Kanadischen Katholischen Bischofskonferenz. www. cccbpublications.ca/chastity.






 

Weiterführende Themen: 

Sexualität  Gefahr Pornografie  / Fallstricke des Bösen  /

 

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