Kirche Weitental

†  Gott ist die Liebe - Er liebt dich  †
 Gott ist der beste und liebste Vater, immer bereit zu verzeihen, Er sehnt sich nach dir, wende dich an Ihn
nähere dich deinem Vater, der nichts als Liebe ist. Bei Ihm findest du wahren und echten Frieden, der alles Irdische überstrahlt

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Krisenzeiten


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Die Welt von heute befindet sich zweifellos nicht nur in einer wirtschaftlichen, finanziellen Krise, sondern vor allem in einer moralischen. Die schwerwiegenden Argumente dafür sind so zahlreich und bekannt, dass es sich erübrigt, sie aufzuzählen. Es wäre ja auch wirklich zu erstaunlich, wenn eine so korrupte, so allgemein sich gegen Gott und dessen Gesetze auflehnende Menschheit im Wohlstand und in der Freude leben würde. Ein Leben gegen die Natur erzeugt eben Ungeheuer und zerstört letztlich das gesellschaftliche Zusammenleben.
Paulus schreibt im 2. Timotheus-Brief: „Das sollst du wissen: In den letzten Tagen werden schwere Zeiten anbrechen. Die Menschen werden selbstsüchtig sein, habgierig, prahlerisch, überheblich, bösartig, ungehorsam gegen die Eltern, undankbar, ohne Ehrfurcht, lieblos, unversöhnlich, verleumderisch, unbeherrscht, rücksichtslos, roh, heimtückisch, verwegen, hochmütig, mehr dem Vergnügen als Gott zugewandt. Den Schein der Frömmigkeit werden sie wahren, doch die Kraft der Frömmigkeit werden sie verleugnen.“
(V2000/2011)


 
I N H A L T
 

 

Einleitung

Müsste man ein Wort finden, das die Situation im Jahr 2011 kennzeichnet, man würde wohl „Krise“ wählen. Krisen, wohin man schaut: Krisen der Finanzmärkte, der Staatsverschuldung, des Vertrauens in die Politik, Krise der Kirche, wieder einmal Krise im AKW Fukushima, Krise im Nahen Osten, Krise der Familie sowieso…
Im Vordergrund der Aufmerksamkeit steht die Unsicherheit über die wirtschaftliche Zukunft Europas. Gebannt starren die Medien auf Börsenkurse, Wirtschaftsprognosen, Ergebnisse von „Gipfelgesprächen“. Diese Konzentration auf Perspektiven des materiellen Wohlbefindens kennzeichnen das vorherrschende Wertegefüge: Es identifiziert den Konsum von Gütern und Dienstleistungen mit menschlichem Glück. Je reicher, umso glücklicher, könnte man vereinfachend sagen, ist die Devise nach der sich die politischen und gesellschaftlichen Anstrengungen ausrichten. Das jährlich zu beschließende Budgetgesetz wird als das wichtigste Werk jeder Regierung angesehen, soll es doch die Weichen für das Wirtschaftsgeschehen stellen.
Genau diese Orientierung erweist sich heute immer deutlicher als Wegweisung in eine Sackgasse. Jahrzehntelang bewährte Instrumente der Steuerung versagen. Politik und Ökonomie sind ratlos. Diese Systemkrise war absehbar. Sie ist das Ergebnis einer grundlegend falschen Einschätzung der Wahrheit über den Menschen: „Der Mensch lebt nicht nur vom Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt“ (Mt 4,4), stellt Jesus Christus klar. Aber sagen Sie das heute einem Entscheidungsträger. Er wird Sie für überspannt und realitätsfremd halten. Und dabei ist das Verdrängen eben dieser Wahrheit der Kern der rundherum aufbrechenden Krisen. Das zu erkennen, ist wiederum die Chance all dieser Krisen. 

C. Gaspari



Man kann Gott nicht einfach ausblenden

Über die tiefen Wurzeln der Krise

Zuerst die Finanzkrise in den USA, dann die Probleme mit Griechenland, die weit verbreitete Überschuldung der öffentlichen Haushalte, der sich abzeichnende Konjunktureinbruch. Was passiert da eigentlich?

Von einer gewissen Warte aus betrachtet, ist all das nichts Neues unter Sonne: die Probleme der öffentlichen Verschuldung, der Steuern, der Steuerflucht, der Streiks, der Arbeitslosigkeit, der fallenden Börsenkurse. Das ist seit langem bekannt. Mit all dem sind die Menschen immer wieder konfrontiert worden. Man tut gut daran, sich daran zu erinnern, dass das – allzu – menschliche Projekt, in dieser Welt ein perfektes System zu errichten, in dem es allen gut geht und alle mit der Regierung zufrieden sind, wo es Reichtum für alle gibt und alles wie am Schnürchen klappt, dass es so ein Projekt – seien wir ehrlich – nicht geben kann.
(…) Darüberhinaus muss man jedoch zugeben, dass in dem, was jetzt geschieht, etwas ganz Neues in Erscheinung tritt: Wir sind in eine Ära großer kollektiver Unsicherheit eingetreten. Viele Sicherheiten, auf die sich die Menschen des 20. Jahrhunderts verlassen hatten, sind weggeschmolzen wie Schnee an der Sonne. (…) Die Ideologien aus dem 19. Jahrhundert, vor allem der Kommunismus in all seinen Varianten, wurden weggefegt. Auf den Trümmern dieser Greuel dachte man, eine neue Welt errichten zu können, eine, die auf einem einzigen politischen und moralischen Prinzip basieren sollte: der Freiheit. Eine freie Gesellschaft würde auch eine reichere sein und daher auch ein glücklichere – eine suggestive, faszinierende These, weil die Sehnsucht des Menschen nach Freiheit und Glück in seine Natur eingeschrieben ist.
Was jetzt geschieht, macht aber unübersehbar deutlich, dass diese These falsch ist, nicht nur aus wirtschaftlicher, sondern aus anthropolotischer Sicht. Daher kommt es zu einer Reihe von negativen Folgen, deren Rechnung die moderne Welt jetzt präsentiert bekommt.
Viele hatten gedacht, dass die Marktwirtschaft den Gegensatz zum Marxismus darstellt, ohne sich bewusst zu machen, dass beide eine gemeinsame Wurzel haben: Sie reduzieren den Menschen auf seine wirtschaftliche und materielle Dimension. Trotz der unterschiedlichen Vorstellungen, wie das Ziel zu erreichen sei, gingen beide Systeme von der Vorstellung aus, das Heil stelle sich mit wachsendem Bruttonationalprodukt ein. Der kommunistische Zugang erwies sich als Fehlschlag, der liberale als viel funktionaler. Letztlich aber müssen beide Systeme für den prometheischen und antikatholischen Grundirrtum büßen, der ihnen zugrunde liegt: Gott und das ewige Leben aus der Mitte zu entfernen und alle Anstrengungen darauf zu konzentrieren, eine Welt voller Nützlichkeit und Vergnügen zu bauen. (…)
Unsere Gesellschaft ist im Grunde genommen der – teilweise gelungene – Versuch, in einem riesigen Vergnügungspark zu leben, in dem die alten moralischen Regeln der 10 Gebote durch die scheinbar aseptischen Regeln von Angebot und Nachfrage ersetzt wurden. Eine Zeit lang hat dieses Spiel funktioniert. Aber jetzt dürfte es kaputt gehen. Unglücklicherweise scheinen die Ökonomen, die Bankleute, die politischen Führer nicht imstande, den Fehler zu finden, um ihn zu reparieren. So wird auf Sicht navigiert – ohne viel Hoffnung.
(…) Es ist in der Kirche nicht üblich, mit millenaristischen oder apokalyptischen Begriffen zu argumentieren und daher bewahren wir auch im jetzigen Engpass der Geschichte Ruhe und Vorsicht. Dennoch befindet sich die Welt von heute zweifellos nicht nur in einer wirtschaftlichen, finanziellen Krise, sondern vor allem in einer moralischen.
Die schwerwiegenden Argumente dafür sind so zahlreich und bekannt, dass es sich erübrigt, sie aufzuzählen. Es wäre ja auch wirklich zu erstaunlich, wenn eine so korrupte, so allgemein sich gegen Gott und dessen Gesetze auflehnende Menschheit im Wohlstand und in der Freude leben würde. Ein Leben gegen die Natur erzeugt eben Ungeheuer und zerstört letztlich das gesellschaftliche Zusammenleben. Es gibt da die Passage aus dem 2. Timotheus-Brief, in dem der Apostel Paulus mit eindrucksvoller Präzision die Welt, in der wir leben, zu fotografieren scheint:
„Das sollst du wissen: In den letzten Tagen werden schwere Zeiten anbrechen. Die Menschen werden selbstsüchtig sein, habgierig, prahlerisch, überheblich, bösartig, ungehorsam gegen die Eltern, undankbar, ohne Ehrfurcht, lieblos, unversöhnlich, verleumderisch, unbeherrscht, rücksichtslos, roh, heimtückisch, verwegen, hochmütig, mehr dem Vergnügen als Gott zugewandt. Den Schein der Frömmigkeit werden sie wahren, doch die Kraft der Frömmigkeit werden sie verleugnen.“
Wie kommen wir aus dieser Krise heraus? Überlassen wir den Politikern und Ökonomen die schwierige Aufgabe technische Auswege zu finden. Wir aber wissen, dass in einer Welt, wie sie Paulus beschreibt, keine gesunde Wirtschaft möglich ist. Daher ist die einzige wahre Lösung, zu einer wirklich katholischen Sicht des Lebens zurückzukehren.
Fangen wir neu an, die persönlichen Tugenden zu pflegen. Sie können vom Staat nicht ersetzt werden. Vor allem aber wenden wir uns einem intensiven Glaubensleben zu, gestützt auf die sicheren Pfeiler der Eucharistie und der Gottesmutter, von denen Don Bosco in seinem berühmten Traum spricht. Wenden wir uns der Katholischen Kirche zu, ohne theologische Spitzfindgkeiten, ohne hohles Wortgeklingel und der Erwartung, dass das Heil von den anderen oder den demokratischen Einrichtungen kommt.

Mario Palamaro
  

„Man muss Gott nur sehen wollen“

Der Mann am Straßenrand sah sorgenvoll aus. In der einen Hand hielt er eine Reisetasche, der Daumen der anderen reckte sich zum Autostopp. Der Fernfahrer Luis sah ihn schon von Weitem und bremste. Der Mann stieg zu.
„Sind Sie allein?“, fragte er. Luis wollte „ja“ antworten, dann sah er auf das Bild von Pater Pio. „Nun“, meinte er, „eigentlich fahre ich nie allein.“ Der Mann sah nach hinten, aber da war niemand. Fragend schaute er Luis an. Luis fuhr um eine Kurve, hupte kurz und sagte: „Ich bin nie allein. Gott ist immer bei mir. Man muss Ihn nur sehen wollen. Und wenn ich an einer Kirche vorbeifahre, so wie eben, dann hupe ich kurz, um Ihn zu grüßen, damit Er sich im Tabernakel nicht so verlassen vorkommt.“
Der Mann erschrak. Sekundenlang starrte er Luis an. „Halten Sie an“, sagte er mit bebender Stimme. „Halten Sie an! Ich muss zurück. Ich bin der Priester hier im Ort. Ich wollte gerade abhauen.“
Luis, der Fernfahrer, lebt in der Gegenwart Gottes, egal wo er ist und wohin er fährt. Seine einfache Treue in den kleinen Dingen hat die Berufung dieses Priesters gerettet. (…)
Der Priester im Lastwagen von Luis war überfordert mit den fünf Pfarreien, die er zu leiten hatte, mit den engherzigen Streitereien unter Gläubigen, mit der Einsamkeit. Er hatte aufgehört zu beten, seine Kraftquelle war verschüttet.
So wie Luis können wir mit unserer Treue im Gebet, mit unserer Freude als Kinder Gottes helfen, die erste Liebe, das bange und frohe Ja in den Herzen der Priester lebendig zu halten. Wie oft ist auch hier Kirche in Not!

P. Joaquin Alliende 
 

Demut und Religiosität helfen Krisen zu bewältigen

Persönliche Krisen als Chance, das Leben neu zu entdecken

Was geschieht eigentlich, wenn jemand in eine Lebenskrise gerät? Wie kommt es dazu? Wer ist besonders anfällig? Und was hilft, wenn es darum geht, eine Krise zu bewältigen? Fragen, die im Folgenden ein Psychotherapeut beantwortet:

Als Psychotherapeut haben Sie vermutlich viel mit Menschen zu tun, die sich in einer Krise befinden. Was kennzeichnet menschliche Krisensituationen?
Univ. Doz. Raphael Bonelli: Es ist gut, folgendes klarzustellen: Ich sehe die Patienten in drei verschiedenen Situationen: bei endogenen psychischen Störungen, die durch den Gehirnstoffwechsel zustande kommen. Sie werden klassischer Weise nicht als Krisen bezeichnet…

Eine Krankheit also?
Bonelli:
Ja, sie wird meist nicht durch eine Krise ausgelöst, der Patient kann die Krankheit dann jedoch krisenhaft erleben. Als zweite Gruppe von Patienten sehe ich jene, die eine neurotische Störung aufweisen. Das sind Menschen, die um sich selber kreisen, Angst um sich selber haben, bei denen die Welt bedingt durch die Ängste eng wird… Auch das ist nicht unter Krise gemeint. Diese Gruppe erweist sich allerdings als relativ krisenanfällig. Eigentlich geht es um die dritte Gruppe: Menschen, die normal leben und durch einen außergewöhnlichen Umstand, die Krise eben, in eine psychische Notsituation geraten, mit der sie nicht richtig umgehen können. Manchmal sind es Situationen, in denen es jedem schlecht gehen würde: ein tödlicher Unfall des Sohnes, der Verlust der Ehefrau nach langer Ehe, eine unverschuldete Scheidung, der Verlust des Arbeitsplatzes… Da geraten Menschen in die Krise, weil sie Bindungen haben, die zerbrechen – eben weil diese Welt nicht perfekt und der Mensch verletzlich ist.

Was kennzeichnet Situationen, die Krisen auslösen? Sind Menschen da mit Umständen konfrontiert, die sie mit eigenen Möglichkeiten nicht mehr handhaben können?
Bonelli:
Es sind Situationen, in denen man zumindest im ersten Moment überfordert ist. Da steht dann der Alltag still. Man sagt sich: Das, was mich normalerweise bewegt, ist jetzt egal, weil mein Kind bei diesem Unfall ums Leben gekommen ist, weil meine Diagnose Krebs lautet. Man erlebt sich als ohnmächtig, ist ausgeliefert. Man merkt, wie sehr man ein Mensch ist, der nicht alles im Griff hat. Nun gibt es Menschen, die krisenanfälliger, und solche, die stabiler sind.

Unter welchen Voraussetzungen ist jemand anfälliger für Krisen?
Bonelli
: Es gibt in der modernen Psychologie einen Ausdruck für die Stabilität in der Krise: Resilienz. Der Begriff kommt aus der Physik und beschreibt die Fähigkeit eines Systems, bei Störungen wieder zurückzupendeln. In der Psychologie beschreibt man damit jemanden, der eine dickere Haut hat, der mehr aushält. Auf diesem Sektor wurde in den letzten 10 Jahren relativ viel geforscht.

Und was macht einen Menschen stabil?
Bonelli:
Dicke Haut bedeutet, dass man die Dinge nicht so an sich heranlässt. Manche Sachen können einem aber auch deswegen nicht so nahe gehen, weil man die Relativität der Dinge kennt. Millionäre werden wohl im allgemeinen einen Verlust von 20.000 Euro halbwegs locker wegstecken. Allerdings hat sich ein deutscher Milliardär vor ein paar Jahren das Leben genommen, weil er ein paar Millionen verloren hatte. Da merkt man: Es geht auch um die Frage der Wertehierarchie. Was ist wirklich wichtig?

Kann die Resilienz-Forschung dazu etwas sagen?
Bonelli:
Ja, die Ergebnisse zeigen deutlich, dass Religiosität ein Faktor ist, der Stabilität verleiht. Durch den Glauben wird dem Menschen klar, dass nicht alles von ihm selbst abhängt und dass man nicht alles im Griff hat. Letzteres ist aber die Ideologie des Zeitgeistes: Alles sei machbar. Leute, die dieser Sichtweise verhaftet sind, kippen sehr leicht aus dem Gleichgewicht. Wir kennen 19-jährige Burschen, die einen Selbstmordversuch unternehmen, nur weil das Auto einen Totalschaden hat. Das Auto gehört dann zum eigenen Selbstverständnis. Es handelt sich da um Menschen, die alles auf eine Karte – und zwar die falsche – setzen.
Weiters gibt es viel Forschung über Verbitterung. Sie tritt bei Menschen auf, die zu leicht kränkbar sind. Kränkung kann aber auch dort auftreten, wo man vertraut, sich aus Liebe hingegeben hat. Michael Linden, ein Berliner Psychiater, berichtet ein eindrucksvolles Beispiel für missbrauchtes Vertrauen: Eine Frau heiratet einen jungen Mann, arbeitet, damit er studieren kann und verzichtet auf ihre Karriere. Nach einigen Jahren verlässt er seine Frau, um mit einer jüngeren zu leben. Da ist Kränkung ganz verständlich, in keiner Weise narzisstisch. Klar, dass so ein Vertrauensbruch zur Krise führt. Oft jedoch ist die narzisstische Kränkung Ursache einer Verbitterung, das chronische Fremdbeschuldigen.

Was ist darunter zu verstehen?
Bonelli
: Für Narzissten muss alles genauso laufen, wie sie sich das vorstellen. Geschieht das nicht, wird das als persönliche Beleidigung empfunden. Und den anderen die Schuld gegeben. Narzissten bauen ein Bild von sich selbst auf, das nicht der Wirklichkeit entspricht. Sie sind kränkbar, wenn man auf diese Differenz hinweist. Der Narzisst erwartet von der Umwelt, dass sie das Bild akzeptiert, das er sich von sich selbst macht. Obwohl er selbstbewusst auftritt, hat er ein brüchiges Selbstwertgefühl – wenig Resilienz. Stellt man ihn in Frage, wird er aggressiv, weil er im Grunde unsicher ist. Stabil sind Leute, die in sich ruhen, sich selbst richtig einschätzen. Das erfordert Demut. Und es bedeutet, dass man sich als Geschöpf, in der Hand eines Schöpfers weiß. Dann versteht man leichter, dass der Weg auch bei Krisen weiterführt. Psychologisch gesehen, ist das die Botschaft von Religion: Gott weiß schon, was Er tut. Das hilft, Krisen zu bewältigen.

Was hilft noch bei der Krisenbewältigung?
Bonelli:
Die Chance einer Krise besteht darin, dass man die gewohnten Bahnen verlässt. Das kann ja ein enormer Vorteil sein. Ich habe viele Leute erlebt, die sich menschlich „bekehrt“ haben – ich meine das jetzt gar nicht religiös: Sie haben aufgehört, sich selbst zu verwirklichen, Egoisten zu sein, nur an sich zu denken, weil sie lebenswertere Prioritäten entdeckt haben. Ich denke an einen Mann, der jahrelang Pornographie konsumiert und seine Frau schlecht behandelt hat. Er wurde am Arbeitsplatz ertappt. Wahrlich eine Krise – weil „urpeinlich“. Diese Krise hat ihn den Irrweg erkennen lassen und den Weg zu seiner Frau neu eröffnet.

Krise also als Chance?
Bonelli:
Ja. Ich glaube, wir Menschen brauchen Krisen. Sie eröffnen auch die Sicht für mehr Dankbarkeit. In der Krise erkennt man besser, was man alles noch hat. Vieles nimmt man ja als selbstverständlich: zwei Arme und zwei Beine sind solange selbstverständlich, bis man ein Glied verliert. Gleiches gilt für Gesundheit, Eltern, ein gutes Beziehungssystem… Vielfach versteht man erst in der Krise, was man hat. Weiters lehrt die Krise Demut: Man erkennt, dass man nicht alles in der Hand hat, dass man in gewisser Hinsicht ausgeliefert ist – dem Schicksal oder einem höheren Wesen. Man kann sich neu als Geschöpf mit seiner Endlichkeit entdecken. In der Psychotherapie eröffnet die Krise große Möglichkeiten. Viele beginnen neu über wesentliche Fragen nachzudenken. Lernen erst dann, empathisch zu sein. Es ist eigentlich erstaunlich, wie wenig viele Menschen reflektieren, wenn sie nicht in der Krise sind.

Sehen Sie Gründe für diesen Mangel an Nachdenklichkeit?
Bonelli
: Stetiger Erfolg ist einer: Er birgt die Gefahr, den Menschen zu verblöden. Mit der Zeit findet er dann alles an sich toll, super. Den wirklich erfolgreichen Menschen bleibt fast gar nichts anderes übrig, als narzisstisch zu werden. Sie bekommen von überallher positive Rückmeldungen und beginnen, sich zu überschätzen. Eine Krise kann da heilsam sein. Sie bringt den Menschen wieder auf den Boden.
Heute kann man sich gegen alles versichern. Dadurch entsteht ein trügerisches Gefühl der Sicherheit. Spielt dieses in das Thema Krise hinein?
Bonelli: Ich finde es psychologisch interessant, wie viele Menschen einfach übersehen, dass man sich gegen die wirklich wesentlichen Bedrohungen nicht versichern kann. Bei einer Scheidung wird die Versicherung niemals die Ehe retten können. Ein Kind, das ums Leben kommt, eine Freundschaft, die in Brüche geht – das sind Verluste, die man nicht versichern kann. Die Suche nach Scheinsicherheit hat etwas Zwanghaftes an sich. Der Neurotiker ist einer, der immer alles unter Kontrolle haben muss. Deswegen ist der Zwangsneurotiker auch jemand, der durch Krisen stark erschüttert wird. Wer aber weiß, dass alles in Gottes Hand ist und dass er morgen alles verlieren kann – das lesen wir ja in der Heiligen Schrift –, tut sich sicher leichter, wenn er in Krisen gerät.


Ist das verlorene Wissen um die Existenz Gottes nicht der Grundirrtum schlechthin, an dem die Menschen heute leiden – und der sie so krisenanfällig macht?
Bonelli:
Das stimmt. Dazu ein gutes Beispiel aus meiner Praxis: Eine 40-jährige Frau ist massiv in der Krise. Ihr Lebensgefährte hat sie verlassen. 20 Jahre hatten sie in einer offenen, wilden Ehe, in der alles möglich war, gelebt. Im Hintergrund stand die inhumane Ideologie der 68er. Wegen einer Jüngeren hatte sie der Lebensgefährte verlassen. Sie war verzweifelt. Als ich sie darauf hinwies, dass sie sich eigentlich ausgemacht hatten, keine Bindungen einzugehen, wurde ihr schmerzhaft bewusst: „Ja, da bin ich einem großen Irrtum erlegen.“ Sie wurde mit der Realität konfrontiert, dass sich der Mensch seinem Wesen entsprechend lebenslange Treue wünscht – auch wenn er noch so liberal ist. Erschreckt hat sie entdeckt, dass sie tief im Inneren ja „konservative“ Wertvorstellungen hatte. Ihre Lebensideologie hatte sich als Irrtum erwiesen. Dann geschah folgendes: Ohne dass ich sie dazu gedrängt hätte, hat sie durch alle Verzweiflung hindurch ihren Glauben aus der Kindheit wieder gefunden. In der Krise merkt man eben, dass das heutige Ideal von jung, schön und reich nicht tragfähig ist. Wer an diesen Vorstellungen hängt, kommt in echte Krisen.

Ideologien also als Produzenten von Lebenskrisen?
Bonelli:
Man muss zur Kenntnis nehmen: Es gibt anthropologische Wahrheiten über den Menschen. Dazu gehört, dass Mann und Frau darauf ausgerichtet sind, miteinander durch´s Leben zu gehen. Eine weitere Konstante ist das Schamgefühl. Ein Beispiel: Eine junge Frau wird gelähmt, im Rollstuhl in das Krankenhaus eingeliefert, in dem ich gearbeitet habe. Sie ist 17. Es stellt sich heraus, dass ihre Eltern von der 68er-Ideologie geprägt waren. Sie verlangten von der Tochter, dass sie in der Wohnung und im Garten nackt zu sein habe. Die Eltern drängten darauf, dass die Tochter Sex haben sollte, beim Ausgehen wurden ihr Kondome aufgedrängt. Nur wenn sie krank war, durfte sie sich anziehen. Sie wurde also immer öfter krank – und war schließlich gelähmt, eine psychogene Lähmung. Innerhalb von 3 Wochen konnte sie dann bei uns auch wieder gehen. Die Schamgrenze zu überschreiten, ist nämlich ebenfalls so ein Verstoß gegen die Wahrheit des Menschen.

Univ. Doz. Raphael Bonelli ist Leiter der Forschungsgruppe Neuropsychiatrie an der Sigmund Freud Universität Wien.

 

Eine Krise der Wahrheit

Die wahre Kirchenreform: Nicht mehr Vollmacht für Menschen, mehr Raum für Gott (Weihbischof Andreas Laun)

Rufe nach „Reformen“, Papstkritik, Missbrauchskandal, Aufruf zum Ungehorsam – die Kirche scheint in der Krise zu stecken. Was diese kennzeichnet und wo sich Auswege eröffnen, untersucht folgender Beitrag:

Vor vielen Jahren, in der Zeit, in der die innerkirchlichen Kritiken an der Kirche ihren Anfang nahmen, neigten die Verantwortlichen zum „Durchtauchen“ der Krise, zum „Ignorieren“, zum „Hoffen auf die biologische Lösung“ oder gar zum „Ins Boot holen“, wie es ein österreichischer Bischof dem Kirchenvolksbegehren gegenüber einmal formulierte!
Diese Hoffnungen haben sich als illusorisch erwiesen, was jedoch vorhersehbar war, wenn man die prophetischen Worte des katholischen Philosophen Dietrich von Hildebrand bedacht hätte. Vielleicht auf Grund seiner Erfahrungen im Kampf gegen die so viele berauschende Ideologie des Nationalsozialismus hatte er wie einer der alten Propheten das Unheil vorausgesehen, als die Welt noch in Ordnung zu sein schien. Er sprach nämlich von der „kommenden, größten Kirchenkrise, die es bisher gab, weil die neuen Häretiker nicht nur einzelne Wahrheiten ablehnten, sondern den Anspruch der Wahrheit überhaupt entthronten!“
Zu dieser Aussage passt auch der heilige Zorn Robert Spaemanns, der erst kürzlich die unterschiedliche Reaktion von Seiten mancher Vertreter der Kirche auf einerseits die Leugnung der Auferstehung und andererseits die Nicht-Zahlung der Kirchensteuer anklagte: Keine Reaktion, wenn es um Glaubenswahrheiten, aber Exkommunikation, wenn es ums Geld geht!
Es war ebenfalls Spaemann, der eine weitere Bedrohung der Wahrheit benannte: „Die Freiheit, persönliche Überzeugungen zu äußern, wird zunehmend durch einen Zwang zu politischer Korrektheit eingeschränkt.“
Wenn er bei dieser Feststellung wohl mehr an Politik und Gesellschaft dachte, so sind diese politischen Korrektheitsgebote längst auch in kirchliche Einrichtungen eingedrungen. Auch innerhalb der Kirche hat „man“ eine Art „kirchliche Korrektheit“ eingeführt: „Lieber keine als lateinische Messe!“ Oder: „Homosexualität: eine Fehlentwicklung?“.
Wie im öffentlichen Leben wird auch die Verletzung dieser Korrektheit“ geahndet und in diesem Sinn kann man wirklich von einer „innerkirchlichen“, selbstgemachten „Christenverfolgung“ sprechen: Wer sich widersetzt, wird ausgegrenzt, gemobbt, abgesetzt, isoliert! Nicht, dass die solchermaßen Verfolgten nicht auch Fehler hätten und sich dadurch angreifbar machen! Nicht, dass sie nicht manchmal Skrupulanten und ungesund konservativ wären! Der Punkt ist: Bei ihnen siebt man die „Mücken“ und da hilft keine noch so demütige Annahme berechtigter Kritik aus der „Einzelhaft“ ihrer Isolation heraus, die kleinste Schuld gilt als niemals vergebbare Sünde!
Bei den Häretikern und Aufständischen hingegen werden dogmatische und moralische „Kamele“: „Fegefeuer gibt es nicht“, „Fristenlösung soll bleiben“ im Namen von Toleranz und Liebe locker geschluckt, ihre Sünden werden vergeben, bevor sie sie begangen haben! Bei ihnen ist Menschlichkeit angesagt und die schlimmste Sünde wäre es, sie zu „diskriminieren“! Denn auch wenn niemand genau sagen kann, worin Diskriminierung besteht, sie ist die Todsünde aller Todsünden wie früher in manchen Kreisen auch noch die kleinste Sünde gegen das 6. Gebot!
Krise der Kirche heute? Ja, und es ist vor allem eine Krise der Wahrheit, in die die Kirche geraten ist, wie Hildebrand es vorausgesehen hat! Angesichts des Skandals der Missbräuche durch Männer der Kirche erinnerte Kardinal Christoph Schönborn, vor der Setzung einzelner Maßnahmen, an Jesu Wort: „Die Wahrheit wird euch freimachen.“ Das ist sicher nicht nur für den Missbrauch die richtige Wegweisung, sondern auch die nötige Antwort auf die Krise der Wahrheit.
Papst Paul VI. sprach vor Jahren, auch damals schon kirchenpolitisch unkorrekt, vom „Rauch Satans, der durch irgendeinen Riss in den Tempel Gottes eingedrungen sei.“ Als „Rauch Satans“ bezeichnete der Papst gemäß eigener Auslegung „den Zweifel, die Unsicherheit, die Infragestellungen, die Unruhe, die Unzufriedenheit, die Auseinandersetzungen“ in der Kirche.
Diese Situationsanalyse ist, zugegeben, schon rund 40 Jahre alt und lässt sich in einer Debatte leicht als überholt abtun. Aber ist sie es wirklich, muss man nicht eher sagen: Was Papst Paul VI. wahrnahm und beschrieben hat, diesen „Rauch“, er ist nicht weniger geworden, sondern dichter. Es gibt Unbelehrbare, die sich weigern, Erfahrungen an sich heranzulassen, Tatsachen sein zu lassen, was sie sind, die nur gelten lassen, was ihren Wünschen und ideologischen Vorurteilen entspricht!
Die Realisten aber, also diejenigen, die sich der Wirklichkeit unabhängig davon, ob sie angenehm ist oder nicht, zu stellen bereit sind, werden den „Rauch Satans“ sehr wohl riechen und als den Gestank Satans erkennen und wie Papst Paul VI. versuchen, den Riss, durch den er ins Heiligtum eingedrungen ist zu schließen.
Allerdings, man könnte Papst Paul VI. auch ergänzen und sogar ein wenig widersprechen: Eine Kirche ohne kleinere und größere Mengen an „Rauch Satans“ und „Rissen“, durch die dieser eindringen kann, gab es nie und wird es nie geben! Schon die Hl. Schrift sagt uns voraus, dass es Spaltungen (Gal 5,17; 1 Kor 11,18) geben wird, Sünde und Irrlehren aller Art und dass der Glaube noch drastischer „verdunsten“ (Lk 18,8) wird, als er es heute tut. Den Christen wird an keiner Stelle ihr Sieg durch „Weltbekehrung“ vor dem geheimnisvollen „Ende“ und der „Wiederkunft des Herrn“ verheißen!
Ihnen wird immer nur gesagt: Man wird euch verfolgen, haltet durch, bleibt standhaft, lebt als kleine Herde, verliert nicht die Hoffnung, der Herr wird wiederkommen, ganz, ganz sicher! Anders gesagt: In der Kirchengeschichte gab es immer schon Krisen, ganz krisenfrei ist die Kirche überhaupt nie gewesen und kein noch so großer Papst konnte eine Kirche „schaffen“, die ganz und gar dem Evangelium entsprach.
Wenn man es drastisch sagen will: Auf jede Phase der Kirchengeschichte trafen die Prophetenworte zu, mit denen Gott seinem Volk das Register seiner Untreue vorhielt, sodass man die „Versuchung Gottes“ (!!!) versteht, sein Volk, weil hoffnungslos untreu, zu verlassen: „Hätte ich doch eine Herberge in der Wüste! Dann könnte ich mein Volk verlassen und von ihm weggehen.“ (Jer 9,1). In der heutigen Diktion: bereits die Propheten beklagten – meist mit drastischen Bildern –einen „Reformstau“ des Volkes Gottes.
Solche Gedanken sind wichtig, aber eines dürfen sie nicht: Dazu führen, dass die Christen die Not der Zeit relativieren, sie schönreden und ihr schweigendes Nichtstun für gottgewollt erklären. Wahr ist vielmehr: Christen dürfen nicht aufhören, das Licht Christi auf den Leuchter zu stellen, auch wenn andere versuchen, es auszulöschen. Sie müssen Zeugnis ablegen und reden auch dort, wo man versucht, sie zum Schweigen zu bringen. Während ihre Feinde den „Turm von Babel“, eine in jeder Hinsicht „Gott-freie Stadt“ zu errichten suchen, müssen die Christen wissen, dass ihre eigentliche Heimat jenes Jerusalem ist, in dem Gott wohnt!
Ja, die Kirche durchlebte schon viele Krisen, aber immer standen Männer und Frauen, Kleriker, Ordensleute und Laien auf, forderten eine Reform der Kirche und führten sie mit der Hilfe Gottes auch durch. Reform heißt: ein zurück der Kirche zu der Gestalt, die Jesus ihr gegeben hat, nicht ein Papst, keine Bischofskonferenz, kein Gremium aus dem Kirchenvolk, sondern Jesus selbst!
Bestimmte „Bewegungen“ reden heute viel von einem „Reformstau“ in der Kirche und zählen dabei gebetsmühlenartig 5 Punkte auf: Zugang zur Eucharistie für Protestanten sowie für Geschiedene, die wieder geheiratet haben. Priesterweihe der Frau, eine neue, selbstbestimmte Moral, vor allem (wen wundert’s!) bezüglich der Sexualität, Abschaffung des Zölibats und, im Namen der „Gleichheit aller Getauften“ Mitbestimmung in allem und jedem, auch in Fragen der Lehre.
Der von den großen, heiligen Reformern der Geschichte beklagte „Reformstau“ und die ihmentsprechende Forderung war immer ganz anderer Art: Nicht mehr Vollmachten für Menschen, sondern mehr Raum für Gott, mehr Liebe zu Ihm aus allen Kräften, aus ganzem Herzen und mit allen Gedanken! Gehorsam statt Ungehorsam, Treue zur Lehre der Kirche statt eigene „Meinungen“, Anerkennung der Ordnung in der Kirche, sogar, wenn deren Verwalter offensichtlich Sünder waren, was z. B. Katarina von Siena immer wieder forderte!
Die Heiligen sagten: Der erste Reformstau steckt in Dir selbst, also braucht es zuerst deine Bekehrung und deine Veränderung, nicht die der Kirche, des fortlebenden Christus, des Tempels des Hl. Geistes. Keine Veränderung in der Kirche? Doch aber nur als Werk des hl. Geistes, nicht als Abstimmung und durch „Druck von unten“ wie bei Grabenkämpfen politischer Parteien.
Wer informiert ist, was vor allem in der Kirche Mitteleuropas vor sich geht, kann viele traurige Geschichten erzählen. Ordnen könnte man die „Brand-Herde“ der Krise so: Die Krise besteht erstens im Ungehorsam vieler Christen jedes Standes, der aber, im Unterschied zu gewöhnlichen Sündern, mit der Behauptung auftritt, man habe ein Recht oder sogar die Pflicht so zu handeln.
Die Krise besteht zweitens, im Abfall vom Glauben und der Moralehre der Kirche auf der Ebene der Theologieprofessoren und vieler, vieler Priester und Laien. Dabei pocht man auf das Menschenrecht, eine eigene Meinung zu haben, und auf jene irrige „Gewissensfreiheit“, die eigentlich „Freiheit vom Gewissen“ meint. Die Kirche hat dies zu Recht verurteilt und auf dem Konzil die „Freiheit des Gewissens“ gelehrt!
Und zuletzt, und das ist eigentlich der schlimmste „Spalt im Kirchenboden“: Der Rauch Satans ist in die Liturgie eingedrungen. Die Folge ist: Nicht immer und überall, aber doch dann und wann und da und dort feiert man nicht mehr das Geheimnis Jesu Christi, sondern sich selbst, man spricht von „unserer Kirche“ statt von „Deiner Kirche“, vom Menschen Jesu, der „wie Gott“ war und nicht von dem, der „Gott ist“, vom „heiligen Brot“ und nicht vom „Leib Christi“, man ersetzt das Evangelium durch irgendeinen „schönen Text“ oder leitet bereits die Kinder in der Schule an: Schreibe „dein persönliches Glaubensbekenntnis auf“, als ob die Kinder nicht genug zu tun hätten damit, in den einen Glauben der Kirche hineinzuwachsen.
Alles in guter Absicht? Oft ja, aber man bedenke: „Gute Absicht“ ist nicht alles, diese hatten auch die Schriftgelehrten und Pharisäer, sogar als sie die Kreuzigung Jesu betrieben. Man kann die Kirche zerstören, während man sie in guter Absicht „reformieren“ will. Wahre, heilende Reform gibt es nur mit „den alten Methoden“ der Heiligen! Und nur mit Petrus, niemals ohne oder gar gegen ihn.
So wird es kommen wie in früheren Zeiten auch: Gott wird uns Heilige senden und die Frage wird sein, ob wir sie erkennen und annehmen. So und nur so werden wir heutigen Christen neu evangelisieren und die Krise bewältigen können. Und die Christengeneration nach uns wird wieder dasselbe tun müssen: Ihre Krise mit Hilfe ihrer Heiligen lösen. Und so weiter bis zum Ende aller Kirchenkrisen bei der Wiederkunft des Herrn, wo sich jedes Knie vor Ihm beugen wird!


 Wir sind Kirche – ja, aber!

Wenn wir sagen: „Wir sind Kirche“ – ja, es ist wahr: Wir sind es, nicht irgend jemand. Aber das „Wir“ ist weiter als die Gruppe, die das gerade sagt. Das „Wir“ ist die ganze Gemeinschaft der Gläubigen, heute und aller Orten und Zeiten. Und ich sage dann immer: In der Gemeinschaft der Gläubigen, ja, da gibt es sozusagen den Spruch der gültigen Mehrheit, aber es kann nie eine Mehrheit gegen die Apostel und gegen die Heiligen geben, das ist dann eine falsche Mehrheit. Wir sind Kirche: Seien wir es, seien wir es gerade dadurch, daß wir uns öffnen und hinausgehen über uns selber und es mit den anderen sind.

Ansprache des Papstes bei der Begegnung mit den Priesterseminaristen in Freiburg am 24.9.11

*

In Deutschland ist die Kirche bestens organisiert. Aber steht hinter den Strukturen auch die entsprechende geistige Kraft – Kraft des Glaubens an den lebendigen Gott?
Ich denke, ehrlicherweise müssen wir doch sagen, daß es bei uns einen Überhang an Strukturen gegenüber dem Geist gibt. Und ich füge hinzu: Die eigentliche Krise der Kirche in der westlichen Welt ist eine Krise des Glaubens. Wenn wir nicht zu einer wirklichen Erneuerung des Glaubens finden, werden alle strukturellen Reformen wirkungslos bleiben.

Papst Benedikt XVI.
Ansprache bei der Begegnung mit dem Rat des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken, Freiburg am 24.9.11



Eine christliche Kulturrevolution

Jeder Einzelne ist aufgerufen

Besorgniserregend ist die Krise der Familie, Ort der Menschwerdung. Christa Meves zählt Symptome auf: Kinderlosigkeit, zerbrochene Ehen, Zusammenwürfeln von Kindern aus Scheidungsfamilien, abgetriebene und vernachlässigte Kinder, vereinsamte Alte. Welch ein Leiden!


Man meinte, Gott im Wohlstand nicht nötig zu haben, zumal das von den Protagonisten kühn landauf, landab als eine veraltete Masche diffamiert und nach allen Regeln journalistischer Kunst lächerlich gemacht wurde. Aber ohne Glauben sind die Leiden, die Menschen einander zufügen, schwer zu bessern. (…)
Romano Guardini sagte einmal: „Europa wird christlich sein, oder es wird nicht sein.“ Jeder muss sich jetzt zurüsten, um in so später, fast schon zu später Stunde aufzustehen, gemeinsam aufzustehen, um zumindest die Familie zu retten, um das bedrohlich nahe Geschehen durch unsere Abwehr, durch unser Stehen zur Familie, durch unseren Glauben zu verhindern. Aufwachen, um Himmels willen aufwachen!
Von den Politikern ist kaum Hilfe zu erwarten. Wir, die Christen in unserem Land sind gefragt. Was also müssen wir tun?
Vor allem dürfen wir nicht vergessen, was auf dem Spiel steht! Zuerst also die gefalteten Hände. „Das Gebet“, sagt Max Thürkauf, „ist stärker als alle Kräfte der Atome. Im Gebet werden uns Wege gezeigt, von denen wir nie geahnt, die wir nie vermutet hätten. Und hinzunehmen müssen wir die benediktinische Regel, die da sagt: „Ora et labora.“ Zum „labora“ gehört in unserer Situation heute, dass wir die bekanntgewordenen Forschungsergebnisse und damit z.B. die Zahlen der Weltgesundheitsorganisation über die epidemisch gewordenen Depressionen bis zum Geburtenschwund als Mahnung verstehen und verbreiten müssen. Und die weiteren Voraussetzungen zur Abwendung der existenziellen Gefahr bestehen z. B. darin, dass wir uns um Zusammenhalt und um Frieden in den Familien bemühen, um der Kinder und vor allem um Gottes Willen und damit als Hoffnung auf Zukunft; denn wenn die Liebe in der Welt erkaltet, sagt Christus, endet die Geduld Gottes mit seinem Geschöpf Mensch.
Deshalb ist die Familie Seine Vorgabe. Deshalb ist sie der Garant unserer Gedeihlichkeit als Menschheit. Wenn wir zulassen, dass sie zerstört wird, zerstören wir unser aller Chancen.
Der direkte Einsatz für die Familie durch unsere Treue für sie ist dabei von außerordentlich großem Wert; aber unsere neue, die friedliche, die christliche Revolution darf sich nicht allein auf die Personen beschränken, die zur Zeit etwas mit Kindererziehung zu tun haben. Wir alle sind Mitglieder einer Familie. Wir können jetzt nicht schläfrig sitzen bleiben! Jeder muss sich mit vor den Karren spannen lassen. Es geht um uns alle, daher sind wir alle gefragt – als Lehrer, Erzieher, Großeltern, als Ausbilder und Geistliche, als Angehörige eines Clans, als erwachsene Kinder alter Eltern, als Mütter und Väter, als Paten, sogar als Singles und erst recht als Verantwortliche der Kirche, der Politik, der Wirtschaft und der Medien.
Viele der Medienschaffenden haben sich in einer Ideologie der Gleichheit und des Neides festgefahren, sie laufen blind dem Mainstream des Selbermachens ohne Gott hinterher. Trotzdem dürfen wir auch bei ihnen auf ein Aufwachen hoffen. Es gibt bereits einzelne mutige Sender, mit denen wir zusammenarbeiten können und die die seriösen wissenschaftlichen Forschungsarbeiten, unsere Erfahrung und unser Wissen an die Öffentlichkeit weitergeben.
Also aufstehen! Hört diese Internationale von den Christen im christlichen Abendland!
Wir brauchen eine christliche Kulturrevolution!
Aber sie wird nicht zustande kommen, wir verpassen sogar in bedrohlicher Weise unsere letzte Chance, wenn wir uns verängstigt oder noch folgenreicher, wenn wir uns feige vor der Verantwortung drücken. Mit Duckmäusertum hat sich in der Weltgeschichte noch nie eine Wandlung zum Besseren ergeben – so kann uns die Geschichte belehren, so können wir es auch an der persönlichen Lebenserfahrung lernen. Die Geschichte zeigt, dass oft ein einzelner Mensch die Welt verändert hat, im Guten wie im Bösen. Gottes Hoffnungen richten sich auf die Einzelnen, auf die Tapferen, auf die in Liebe zu Gott Brennenden. Von unserer Erkenntnis der Wichtigkeit unseres persönlichen Einsatzes für Gottes Ziele mit seiner Schöpfung hängt viel ab. Sollten wir, die wir uns für Christus entschieden haben, nicht mit seiner Hilfe das Gute wollen und auch vollbringen können?

Christa Meves


Jesus Christus auch für Dich!

Man kann Gott totschweigen, Ihn abschaffen wollen – Er lebt! (Von Urs Keusch)

Neulich, bei einer Wanderung, passierte ich eine Autobahnunterführung. Mir fielen gleich an den Betonwänden, links und rechts, zwei Schriftzüge auf: Zwei Fragen waren es, von jugendlicher Hand in großer Schrift an die Wände gesprayt: „Wer bin ich?“, stand auf der einen Seite. Und auf der andern: „Gibt es einen Gott?“

Als ich mit diesen Fragen nachdenklich meines Weges weiterging, kam mir Friedrich  Nietzsches Schrift Der Antichrist in den Sinn, in der er den Tod Gottes und den Hass aufs Christentum ausruft und am Schluss schreibt, er wolle seine Anklage gegen Gott und das Christentum „an alle Wände schreiben, wo es nur Wände gibt – ich habe Buchstaben, um auch Blinde sehend zu machen“. Und seither wird es getan: In Büchern, Wissenschaftsmagazinen, in den Medien, der Politik, im Lehrerzimmer. Gott ist tot. Es gibt keinen Gott – die Tragödie unserer Zeit!
Man kann diese Botschaft vom Tod Gottes an alle Wände schreiben, in alle Bücher, man kann sie in allen Medien verkünden, ja – und das ist die gängige Methode – man kann Gott  totschweigen, wo man will und solange man will – Er lebt! Er lebt in der Sehnsucht der Menschen. Er lebt in den Herzen der Menschen. Warum will dieser junge Mensch wissen, ob es einen Gott gibt? Und warum fragt er: „Wer bin ich?“
Weil er ohne Gott nicht leben kann. Weil er ohne Gott nicht weiß, wer er ist, woher er kommt, wozu er lebt, wohin sein Weg führt. Weil er ohne Gott keinen Sinn im Leben sieht, nicht weiß, warum er das Leben aushalten soll, wenn es ihn vielleicht hart ankommt. Die Fragen dieses jungen Menschen sind letztlich ein Schrei nach Gott. Und darum müssen wir an alle Wände schreiben, dass Gott lebt.
Der große Pädagoge Heinrich Pestalozzi sagte einmal: „Gott ist die nächste Beziehung der Menschheit.“ Er will damit zum Ausdruck bringen: Es gibt nichts und niemand, kein Mensch, kein Freund, keine Mutter, kein Kind, kein Vater, keine Idee, kein Gedanke, kein Tier, keine Sehnsucht, keine Liebe, kein Kummer..., der uns näher ist als der lebendige Gott. Die Mystiker wiederholen diese Wahrheit in immer neuen Variationen: „Gott ist uns innerlicher als wir es uns selber sind“ (Hl. Augustinus). „Ob du isst, ob du schläfst oder etwas tust, zu jeder Zeit bin ich in dir“ (Mechthild von Hackeborn). „Ob ich sitze oder stehe, du weißt von mir“ (Psalm 139,2).
Der Mensch mag noch so sehr Gott aus seinem Leben verdrängen, Ihn im Alkohol ertränken, in der Droge, im Sinnenrausch und in der Bilderflut ersticken, er mag mit Nietzsche die Wände voll schreiben „Gott ist tot“ – Gott lebt! Er ist da! Das ist ja sein Name: „Ich bin da“ (Ex 3,14).
Und Er ist der erste, der uns anschaut, mitleidsvoll und voll Erbarmen, wenn wir vom Rausch aufwachen und uns umsehen, ob noch jemand da sei. Und Er ist es, der uns die Hand entgegenstreckt, dass wir sie endlich ergreifen und unseren Wahnsinn aufgeben, wir könnten den Schöpfer des Lebens aus unserem Herzen und aus dem Leben verdrängen. Er ist da, im innersten Punkt unseres Herzens. Er bleibt da, in uns, voll Erbarmen und Mitleid, solange wir leben und solange diese Zeit der Gnade hier auf Erden währt. Darum müssen wir die Botschaft, dass Gott lebt, dass Christus lebt, dass Christus nach jedem Menschen voll Sehnsucht sucht, an alle Wände schreiben, „um auch die Blinden sehend zu machen“. 
Hier ein anderes Beispiel, das uns anschaulich vor Augen führt, dass wir Gott an alle Wände schreiben sollen: Eine Frau schrieb mir vor ein paar Tagen, wie sie viele Jahre einer internationalen Sufigemeinschaft angehörte. Sie besuchte Seminare in verschiedenen Ländern Europas, folgte ihrem Meister bis in die USA und Indien. Sie übersetzte Bücher aus dem Englischen ins Deutsche und hatte das Privileg, mit ihrem Meister an der Herausgabe eines Buches mitzuarbeiten.
„Doch mit der Zeit fühlte ich eine bohrende Leere in mir. Die Sufiweisheiten, die ich mir täglich einverleibte, ließen mich zutiefst unbefriedigt.“ Am 18. März 1993 fährt diese Frau dann im Zug von Münster nach Köln und liest in einem Sufi-Buch. Darin ein Sufi-Kommentar zu einer Stelle im Johannesevangelium: „Ich kenne meine Schafe, und meine Schafe kennen mich.“ „Diese Worte trafen mich mitten ins Herz,“ schreibt die Frau. „Versonnen blickte ich vom Buch auf und schaute aus dem Fenster. Der Zug fuhr gerade durch Bochum. Und siehe da! Auf einer Mauer stand in riesigen Buchstaben: JESUS CHRISTUS AUCH FÜR DICH!“
„Jesus Christus auch für Dich!“ In diesen Worten, die der Frau „in riesigen Buchstaben“ von der Mauer ins Auge springen, erkennt sie: Das ist auch zu mir gesagt! Jesus Christus ist auch für mich gekommen! Ich will Ihn kennen lernen. Gott hat diese fünf, an die graue Mauer gesprayten Worte in Bochum mit seiner Gnade belegt – Jesus Christus auch für Dich! Und Er hat sie im Dunkel dieser suchenden Frau hell aufleuchten lassen.
Von da an liest und studiert sie christliche Literatur, trennt sich von der Sufigemeinschaft, der sie Jahre lang angehört und gedient hatte. Ihr Bekenntnis lautet heute: „Christus allein ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Er allein ist es, der gekommen ist, die Menschen aus der Verstrickung von Sünde, Leid und Tod zu befreien, aus der Finsternis ihres unerleuchteten Denkens.“
Liebe Leser! Schreiben wir die Botschaft, dass Gott lebt, dass Christus lebt, dass Christus für mich in diese Welt gekommen ist, an alle Wände! Vertrauen wir auf die Macht der Gnade, die jedes unserer Worte, die wir schreiben oder sprechen, mit göttlicher Gnade segnet und dass Christus jedes noch so kleine Werk, das wir für Gott tun, die kleinste Überwindung der Menschenfurcht mit dem Licht seiner Gnade erfüllt, wenn wir es nur aus inniger Liebe zu Ihm tun.
Die Welt in ihrer bedrohlichen Dunkelheit und Angst wartet auf unser Licht! Nehmen wir jede Gelegenheit wahr, Christus zu verkünden, mutig und besonnen, klar, ohne Abstriche, ohne Zugeständnisse an den Zeitgeist, rein und in glühender Liebe. Erwähnen wir den Namen Gottes in den Gesprächen, in den Briefen, die wir andern schreiben, nehmen Sie jede Gelegenheit wahr, den Namen Gottes in einer verlorenen Welt aufleuchten zu lassen (in Ihrer Wohnung, an der Haustüre, in Schaukästen, auf Plakaten, legen Sie VISION 2000 auf, bringen Sie einen Kleber mit einem christlichen Spruch auf ihrem Kuvert an, das Sie verschicken, sagen Sie „Grüß Gott“, „Adieu“, „Vergelt’s Gott“, „Gott segne Sie“ und so weiter, aber alles in lebendigem Glauben!)
Glauben Sie unbeirrt an die Macht der Gnade! Lassen Sie sich nicht von der Übermacht des Gottlosen, des Antichristlichen, des Spöttischen zu sehr beeindrucken und entmutigen. Überlassen Sie das Gericht dem Herrn, wenn Er kommt. Und ergeben Sie sich nicht dem Fatalismus, indem Sie sagen: „Ach, was können wir schon tun! Die Bosheit ist zu übermächtig. Hier kann nur noch Gott mit einem Strafgericht eingreifen.“ Sagen Sie das nicht. Gott will das nicht.
Auf diese Weise will der Teufel die Kinder Gottes mutlos machen und sie dem sieghaften Glauben entfremden. Solche Mutlosigkeit ist schon ungezählten Christen, ja ganzen Familien, zum Verhängnis geworden. Schon Bischof Augustinus (im 4. Jahrhundert) musste seine Christen vor solcher Versuchung immer wieder warnen, indem er ihnen schrieb: „Wenn ihr wahre Christen seid, dann macht euch auf Drangsale in dieser Welt gefasst. Hofft nicht auf bessere und ruhigere Zeiten. Ihr täuscht euch. Was das Evangelium euch nicht verspricht, das versprecht euch nicht selbst.“




Zu unserem Helfer hinfinden

Gott „funktioniert“ nicht einfach auf Knopfdruck (Von Christa Meves)

Mir hat Gott noch niemals geholfen“, sagt unvermittelt eine mir unbekannte etwa 40-jährige Frau, die mir in der Bahn gegenübersitzt und meine Broschüre Was Gott dir schenkt, erspäht hat. Sie schaut mich dabei geradezu trotzig-anklagend an.

„Das ist ja auch nicht so ohne weiteres möglich“, wage ich zu entgegnen. Mein Gegenüber freut sich über die gelungene Provokation: „Und doch soll er die Gerechtigkeit in Person sein, heißt es doch. Geht das etwa zusammen?“ Ein triumphierender Blick soll mich außer Gefecht setzen.
„Aber vielleicht sperren Sie Gott so aus, wie mich aus dem Abteil, indem Sie es für besetzt erklärten, nur weil Sie allein sein wollten,“ erinnere ich lächelnd an die Szene, die sich zuvor zwischen uns abgespielt hat. Die Frau schweigt verblüfft, fragt aber nach einer Weile, nun in nachdenklichem Ton: „Wie meinen Sie das?“ So gab sie mir Gelegenheit zu einer kleinen Laienmission:
Meine Mitreisende hat ja mit einer Beobachtung recht: Gott ist gewiss nicht unser Wunscherfüllungsgehilfe. Er reagiert selten einmal wie ein Zauberkünstler auf Knopfdruck, wenn wir in die Hände klatschen und Ihn auffordern: „Nun mach mal! Bitteschön, ich gebe Dir Gelegenheit, mir zu präsentieren, dass Du der Allmächtige bist!“ Gegen solche Anmaßung aus Menschenmund pflegt Gott taub zu sein – vermutlich aus Liebe zu Menschen mit unangemessenen Forderungen. Denn gewiss will Er solche verwöhnende Ansprüche, die die innerseelische Entwicklung blockieren, nicht unterstützen.
Gott will vielmehr eingelassen werden, wenn Er anklopft, so hat Er uns in der Offenbarung des Johannes 3,20 vermittelt: „Ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, bei dem werde ich eintreten und wir werden Mahl halten, ich mit ihm und er mit mir.“
Nur also wenn wir Ihm aufmachen, kann Er uns beschenken!
Doch wie lässt sich das in unserem Leben bewerkstelligen?
„Aber wie soll ich das anstellen?“, fragt denn auch meine Mitreisende.
Nun, indem wir in aller Demut versuchen, uns unserem Herrn anzunähern, indem wir versuchen etwas von Ihm zu verstehen. Und das funktioniert nur, wenn wir uns mit den Berichten und Aussagen beschäftigen, in denen Er direkt über sich und Sein Vorhaben mit uns Menschen gesprochen hat. Wir müssen uns also an die Heilige Schrift heranmachen, den Aussprüchen der Propheten nachsinnen, uns mit Davids Befindlichkeit identifizieren, vor allem aber den Aussagen und Ereignissen des Neuen Testaments nachlauschen, oft, täglich, morgens und abends, und uns Zeit nehmen, in die Texte hineinzudenken, sie zu verstehen suchen. Auf diese Weise wird unweigerlich das Interesse daran wach.
Die wachsende Wissbegier beginnt dann, uns anzutreiben. Wir beginnen mit den nun aufkommenden Fragen „Fachleute“ zu konsultieren – Priester und überzeugte Laien. Wir gehen auf die Suche nach Predigten und nach Glaubensformen, die dem Bedürfnis nach Annäherung entsprechen. Wir suchen Heiligtümer auf. Ein solches Bemühen bedeutet, unversehens ein Sensorium für das Walten unseres leisen Gottes zu entwickeln.
Und plötzlich erlebt man bestaunenswerte, beglückende „Zufälle“ als „wunderbar“ im wahrsten Sinne dieses Wortes. Zum Beispiel: Man entgeht mit knapper Not einem lebensgefährlichen Unfall, eine Arbeitsstelle bietet neue Entfaltungsmöglichkeiten, eine Freundschaft tut sich auf. Man stellt fest: Beglückende Umstände mehren sich, manchmal so überraschend, dass man spontan dankbar in die Knie geht und nur noch zu stammeln vermag: „Oh mein Gott!“
Durch eine äußerlich nur unscheinbare, aber letztlich durch eine entscheidende Lebensveränderung haben wir – so nennt das Jesus – ein Stück „Himmelreich“ gewonnen, lediglich dadurch, dass wir uns dem wartenden Gott zugewendet, und dem leise Anklopfenden aus freiem Entschluss die Tür zu unserem Abteil geöffnet haben!
Wir haben unser hochmütiges Alleinseinwollen durch ein sich dem Anklopfenden öffnendes Erleben überwunden!
Wie viel mehr Möglichkeiten haben wir nun dadurch, Gott direkt anzusprechen, wie viel mehr Antworten, wie viel mehr Hoffnung ergibt sich durch seine Nähe – auch dazu, dass wir erhört werden können – jedenfalls wenn wir nichts Unbilliges, nichts Unerfüllbares erbitten.
Erst wenn diese Situation eingetreten ist, schlägt die Stunde zu einem echt angemessenen Gebet. Dann erst kommt alles Bitten aus dem Raum einer erlauschten seelischen Tiefe des Hörens, Verstehens, des Annäherns auf dem Boden eines erhöhten Bezugs zur Heiligen Dreifaltigkeit! Nun kann der Weg zu einem erfüllten Lebensziel in vollem Bewusstsein seines Sinnes beginnen.
„Geöffnete Ohren, klarsichtige Augen – ein von intellektueller Verblendung befreites Herz brauchst Du,“ ruft uns Christus mit seinen Wundern in vielen Gleichnissen zu. „Denn das ist die Voraussetzung dafür, dass sich Meine Rettung für dich in dir verwirklichen kann!“


Die Welt gewinnt scheinbar die Oberhand – aber tatsächlich gewinnt die Kirche

(Kardinal John Henry Newman) Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.“
Einst war es, wie wir in den Psalmen und bei den Propheten lesen, für die Gläubigen eine Quelle der Verunsicherung, wenn sie sahen, dass die Bösen dort erfolgreich waren, wo die Diener Gottes anscheinend versagten. So ist es auch zur Zeit des Evangeliums.
Und trotzdem hat die Kirche ein spezielles Privileg, das keine andere Religion hat, nämlich das Wissen, dass sie schon bei der ersten Ankunft Christi gegründet worden ist und nicht vergehen wird, bevor Er wiederkommt.
Trotzdem hat es in allen Generationen den Anschein, dass sie zu Grunde geht und ihre Feinde triumphieren.
Dem Kampf zwischen Kirche und Welt ist folgendes eigentümlich: die Welt gewinnt scheinbar immer die Oberhand über sie, aber tatsächlich ist es die Kirche, die gewinnt. Ihre Feinde halten sie für überwunden und triumphieren fortwährend; ihre Glieder verlässt oft der Mut. Die Kirche aber bleibt... Reiche werden gegründet und verfallen; Nationen wachsen und schwinden; Dynastien kommen und gehen; Fürsten werden geboren und sterben; Koalitionen, Parteien, Bündnisse, Berufe, Zünfte, Institutionen, Philosophien, Sekten und Häresien entstehen und vergehen.
Sie alle haben ihre Zeit, die Kirche aber ist ewig. Und trotzdem haben sie offensichtlich zu ihrer Zeit eine große Bedeutung...Im Augenblick stellt Vieles unseren Glauben auf die Probe. Wir sehen nicht, wie die Zukunft sein wird. Wir sehen nicht, dass das, was jetzt erfolgreich erscheint und sich aufbläht, nicht lange währt. Heute sehen wir, dass Philosophien, Sekten und Clans aufblühen und sich verbreiten. Die Kirche macht einen armseligen und ohnmächtigen Eindruck...
Bitten wir Gott, dass er uns belehrt. Es tut uns Not, von Ihm belehrt zu werden, denn wir sind gar blind. Als Christi Worte die Apostel einmal auf die Probe stellten, baten sie ihn: „Stärke unseren Glauben“ (Lk 17,5). Kommen wir ehrlichen Sinnes zu Ihm: wir kennen uns nicht; wir bedürfen seiner Gnade. Wie sehr uns die Welt auch verwirrt..., kommen wir zu ihm mit reiner, aufrichtiger Gesinnung! Bitten wir ihn demütig, dass Er uns zeigt, was wir nicht verstehen, dass Er unser Herz demütigt, wenn es sich versteift, dass Er es uns schenkt, Ihn zu lieben und Ihm willig zu gehorchen, wenn wir auf der Suche sind.



Europa muss sich für Gott öffnen

Das Böse durch das Gute besiegen

”Gott allein genügt,“ so die heilige Teresa von Avila – eine Erkenntnis, die Europa weitgehend aus den Augen verloren hat. Papst Benedikt XVI. wird jedoch nicht müde, den Völkern Europas in Erinnerung zu rufen, dass es ohne Wiederentdeckung dieser Wahrheit keinen Ausweg aus den vielen Krisen gibt.

Es ist eine Tragödie, dass sich in Europa, besonders im 19. Jahrhundert, die Überzeugung durchsetzte und verbreitete, dass Gott der Gegenspieler des Menschen und der Feind seiner Freiheit sei. Damit wollte man den wahren biblischen Glauben an Gott verdunkeln, der seinen Sohn Jesus Christus in die Welt gesandt hat, damit keiner zugrunde gehe, sondern alle das ewige Leben haben.
Gegenüber einem Heidentum, dem zufolge Gott den Menschen beneidet und verachtet, bekräftigt der Verfasser des Buches der Weisheit entschieden: Weshalb hätte Gott alles erschaffen, wenn er es nicht geliebt hätte, Er, der in seiner unbegrenzten Fülle keiner Sache bedarf? (vgl. Weish 11,24-26). Weshalb hätte er sich den Menschen offenbart, wenn er sie nicht hätte beschützen wollen?
Gott ist der Ursprung unseres Seins und das Fundament und der Gipfel unserer Freiheit, nicht ihr Gegner. Wie kann der sterbliche Mensch sich auf sich selbst gründen, und wie kann der sündige Mensch sich mit sich selbst versöhnen? Wie ist es möglich, dass über diese erste und wesentliche Wahrheit des menschlichen Lebens in der Öffentlichkeit geschwiegen wird? Wie kann das, was im Leben am meisten maßgebend ist, in die bloße Privatsphäre verwiesen oder in den Halbschatten verbannt werden?
Wir Menschen können nicht im Finstern leben, ohne das Licht der Sonne zu sehen. Und wie ist es nun möglich, dass Gott, der Sonne des Verstandes, der Kraft des Willens und dem Magnet unserer Herzen, das Recht abgesprochen wird, dieses Licht anzubieten, das jede Finsternis vertreibt?
Es ist deshalb notwendig, dass der Name Gottes unter dem Himmel Europas freudig wieder erklingt; dass dieses heilige Wort nie achtlos ausgesprochen wird; dass es nie verdreht wird und für ihm fremde Zwecke verwendet wird. Es muss heilig ausgesprochen werden. Es ist erforderlich, dass wir es so im täglichen Leben, im Schweigen der Arbeit, in der brüderlichen Liebe und in den Schwierigkeiten, die die Jahre mit sich bringen, wahrnehmen.
Europa muss sich Gott öffnen, muss ohne Angst heraustreten hin zur Begegnung mit Ihm, muss mit seiner Gnade für die Würde des Menschen arbeiten, die von den besten Traditionen erschlossen worden ist: Neben der biblischen, die diesbezüglich grundlegend ist, sind dies die Traditionen der Antike, des Mittelalters und der Neuzeit, aus denen die großen philosophischen und literarischen, kulturellen und sozialen Schöpfungen Europas hervorgingen.
Dieser Gott und dieser Mensch sind es, die sich in Christus konkret und historisch kundgetan haben. Diesen Christus können wir auf den Wegen finden, die nach Compostela führen, da auf ihnen stets ein Kreuz ist, das uns an den Kreuzungen empfängt und uns die Richtung weist. Dieses Kreuz, Zeichen der höchsten Liebe, die bis zum Äußersten ging, und deshalb Gabe und Vergebung zugleich, muss unser Leitstern sein in der Nacht der Zeit. Kreuz und Liebe, Kreuz und Licht sind Synonyme unserer Geschichte, weil sich Christus in dieser Geschichte annageln ließ, um uns das höchste Zeugnis seiner Liebe zu geben, um uns zu Vergebung und Versöhnung einzuladen, um uns zu lehren, das Böse durch das Gute zu besiegen.

Papst Benedikt XVI.
Auszug aus der Predigt während der Hl. Messe in Santiago de Compostela am 6.11.2010




Habt keine Angst! Reißt die Tore für Christus weit auf!


Habt keine Angst! Öffnet, ja reißt die Tore weit auf für Christus! Öffnet die Grenzen der Staaten, die wirtschaftlichen und politischen Systeme, die weiten Bereiche der Kultur, der Zivilisation und des Fortschritts seiner rettenden Macht! Habt keine Angst! Christus weiß, „was im Innern des Menschen ist“. Er allein weiß es! Heute weiß der Mensch oft nicht, was er in seinem Innern, in der Tiefe seiner Seele, seines Herzens trägt. Er ist deshalb oft im Ungewissen über den Sinn seines Lebens auf dieser Erde. Er ist vom Zweifel befallen, der dann in Verzweiflung umschlägt. Erlaubt also — ich bitte euch und flehe euch in Demut und Vertrauen an —, erlaubt Christus, zum Menschen zu sprechen! Nur Er hat Worte des Lebens! In der Tat, Worte ewigen Lebens!

Papst Johannes Paul II
Aus der Ansprache zu Beginn seines Pontifikats am 22.10.1978



Krise der Kirche – wirklich?

Gedanken über den „Aufruf zum Ungehorsam“

Freunde aus Frankreich haben vor Kurzem angefragt, was denn in der österreichischen Kirche los sei. Priester hätten zum Ungehorsam aufgerufen. Stimmt das? Meine Antwort: Ja, es stimmt – leider…


Die Mehrzahl der österreichischen Medien hat die Nachricht im Juni mit Freuden aufgenommen: Eine größere Zahl österreichischer Priester und Diakone hatten einen „Aufruf zum Ungehorsam“ verfasst. Den ganzen Sommer über wurden der Appell und dessen Folgewirkungen wohlwollend medial begleitet. Jede Äußerung, jeder Auftritt Pfarrer Helmut Schüllers, des Initiators des Appells, gab Anlass zu Berichterstattung und Kommentaren. Langsam, aber sicher entstand der Eindruck, die Katholische Kirche sei in eine tiefe Krise geraten. Verunsicherung griff bei vielen Gläubigen um sich.
Obwohl wir das Thema ursprünglich nicht behandeln wollten, sei diesmal doch kurz darauf eingegangen.
Da ist zunächst der Aufruf selbst. Sieben Punkte werden angeführt. Wer sie liest, erkennt: Alles alte Hüte. Unlängst las ich in Artikeln, die ich vor Jahrzehnten gesammelt hatte: Genau dasselbe Lied: Frauen als Priester, wiederverheiratete Geschiedene zur Kommunion zulassen, Laienpredigt in der Heiligen Messe, ein neues Priesterbild, Laien als Leiter von Pfarren… Kirchenvolksbegehren, Dialog für Österreich, „Wir sind Kirche“ haben dafür gesorgt, dass die Anliegen auf der Tagesordnung blieben. Obwohl die Forderungen sich stets größter medialer Beliebtheit erfreuten, wurde ihre Artikulation jedes Mal als Heldentat von Christen, die die Zeichen der Zeit zu deuten wüssten, gefeiert.
Halten wir fest: Die einschlägigen Themen sind längst von allen Seiten beleuchtet, ausführlich diskutiert – und entschieden worden. Bischofssynoden, päpstliche Erklärungen, der Weltkatechismus, ja Konzilsdokumente machten klar, was die Katholische Kirche zu sagen hat. Nach Jahrzehnten des Diskutierens ist es an der Zeit, das Ergebnis der Debatten zur Kenntnis zu nehmen. Dazu hat die Kirche ja ein Lehramt.
Beginnen wir damit klarzustellen, was die Kirche zum Begriff „Gehorsam“ gegenüber dem Lehramt sagt. Am besten sei das II. Vaticanum zitiert, auf das sich Kirchenreformer ja gerne berufen. Da heißt es in „Lumen Gentium“:„Die Gläubigen aber müssen mit einem im Namen Christi vorgetragenen Spruch ihres Bischofs in Glaubens- und Sittensachen übereinkommen und ihm mit religiös gegründetem Gehorsam anhangen. Dieser religiöse Gehorsam des Willens und Verstandes ist in besonderer Weise dem authentischen Lehramt des Bischofs von Rom, auch wenn er nicht kraft höchster Lehrautorität spricht, zu leisten; nämlich so, daß sein oberstes Lehramt ehrfürchtig anerkannt und den von ihm vorgetragenen Urteilen aufrichtige Anhänglichkeit gezollt wird, entsprechend der von ihm kundgetanen Auffassung und Absicht.“ (LG 25)
Man darf schon die Frage stellen, wie Priester sich rechtfertigen wollen, die dieser klare Forderung des Konzils öffentlich missachten. Die Antwort geben sie selbst in der Einleitung zum Aufruf: Sie seien gezwungen, ihrem „Gewissen zu folgen und tätig zu werden.“
Gut, also lesen wir nach, was die Kirche zum Thema Gewissen sagt. Der Weltkatechismus gibt Auskunft: „Die Erziehung des Gewissens ist eine lebenslange Aufgabe. (…) Bei der Gewissensbildung ist das Wort Gottes Licht auf unserem Weg. Wir müssen es uns im Glauben und Gebet zu eigen machen und in die Tat umsetzen. Auch sollen wir unser Gewissen im Blick auf das Kreuz des Herrn prüfen. Wir werden dabei durch die Gaben des Heiligen Geistes und das Zeugnis und die Ratschläge anderer unterstützt und durch die Lehre der kirchlichen Autorität geleitet.“ (KKK 1784f). Im Klartext: Sein Gewissen am Lehramt vorbei oder sogar im Widerspruch zu diesem zu bilden, ist jedenfalls sicher nicht katholisch.
Und damit sind wir bei einem weiteren Punkt: Der Aufruf zum Ungehorsam ist eindeutig ein schismatischer Akt. Man lese in den kirchenrechtlichen Bestimmungen nach. Im Kodex des kanonischen Rechts heißt es: „Schisma nennt man die Verweigerung der Unterordnung unter den Papst oder der Gemeinschaft mit den diesem untergebenen Gliedern der Kirche.“ (Can 751) Und: „Der Apostat, der Häretiker oder der Schismatiker ziehen sich die Exkommunikation als Tatstrafe zu.“ (Can 1364 §1)
Genaugenommen haben sich die betroffenen Priester durch ihre Handlung selbst aus der Gemeinschaft der Kirche gestellt. Vielen mag das gar nicht be?wusst sein. Daher wäre es gut, es ihnen klarzumachen. Viele würden dann vielleicht ihre Entscheidung revidieren.
Offenkundig haben die Autoren des Aufrufs auch keine wirklich klare Vorstellung von dem, was in der Heiligen Eucharistie geschieht. Das Konzil bezeichnet das eucharistische Opfer nämlich als „Quelle und Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens“. Was soll man da denken, wenn im Aufruf Sätze stehen wie: „Wir werden möglichst vermeiden, an Sonn- und Feiertagen mehrfach zu zelebrieren, oder durchreisende und ortsfremde Priester einzusetzen. Besser ein selbst gestalteter Wortgottesdienst als liturgische Gastspielreisen.“ Darf man fragen: Hat jemand der von „liturgischen Gastspielreisen“ spricht, verstanden, was die Eucharistiefeier ihrem Wesen nach ist?
Der Verdacht, dass hier eine fundamentale Unkenntnis vorliegt, verdichtet sich, wenn man im nächsten Punkt liest: „Wir werden künftig einen Wortgottesdienst mit Kommunionspendung als ,priesterlose Eucharistiefeier’ ansehen.“ Priesterlose Eucharistiefeiern gibt es nicht. Haben die „Ungehorsamen“ seit ihrer Weihe vergessen, zu welch großem Dienst sie berufen sind?
Ich überlasse Ihnen, liebe Leser, zu beurteilen, wie solid der Boden unter den Füßen der „Ungehorsamen“ ist. Folgendes aber möchte ich noch anmerken: Wer jemals lebendige Kirche erlebt hat – bei Weltjugendtagen, in Fatima, Lourdes oder Medjugorje, bei Treffen der kirchlichen Erneuerungsbewegungen –, wer mit Menschen gesprochen hat, die sich aus der Ferne kommend zum Glauben bekehrt haben, die erleben, was wirklich betende Menschen bewegt, weiß, dass sich die Zukunft der Kirche nicht an diesen Dauerbrennern entscheidet, sondern am Erfasstwerden von der Schönheit und Wahrheit der Botschaft Jesu Christi.
Und genau das spüren auch die vielen suchenden und vor allem die jungen Leute. Gerade die Jugend ist nicht im Kreis der „Kirchenreformer“ anzutreffen, sondern sie schart sich zu Millionen um den Petrus, den Felsenmann. Sie pilgert zu Tausenden nach Medjugorje, feiert zu Tausenden zu Pfingsten mit den Lorettos in Salzburg. Man trifft sie in Wochentagsmessen in unseren Kirchen und bei der Anbetung…
Sie sind der Humus der Kirche von morgen. Wir Christen in den deutschsprachigen Ländern tun uns noch schwer, das zu erkennen. Aber reden Sie mit Christen aus Afrika, aus dem Libanon, aus Polen oder Korea – und sie werden merken, wie viel Dankbarkeit da über die Kirche und den Papst zum Ausdruck kommt. Daher brauchen wir uns auch nicht um die Zukunft der Kirche sorgen. Sie wird weiter angeleitet von Petrus und an der Hand der Gottesmutter voranschreiten.

C. G.





 


Weiterführende Themen: 

Familie unter Beschuss  Fürchtet euch nicht  / Kinder sind ein Segen

 

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