Kirche Weitental

†  Gott ist die Liebe - Er liebt dich  †
 Gott ist der beste und liebste Vater, immer bereit zu verzeihen, Er sehnt sich nach dir, wende dich an Ihn
nähere dich deinem Vater, der nichts als Liebe ist. Bei Ihm findest du wahren und echten Frieden, der alles Irdische überstrahlt

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Zur Seligsprechung des Papstes

Johannes Paul II am 1. Mai 2011

mehr zu Johannes Paul II hier

Vorweg: Ich bin ein Verehrer Johannes Paul II. Irgendwie komisch, aber in der Auseinandersetzung mit extremen Traditionalisten, die Papst, Konzil usw. ablehnen(!) und genau diesen Papst als Ungläubigen(!) hinstellen, lernte ich diesen großen Papst noch mehr schätzen und lieben. Mir schien, als helfe er mir vom Himmel herab denn ich war manchmal wegen der Bosheit, die ihm entgegenschlägt, traurig und betrübt. So kam ich Mitte Juni (2011) zum Blauen Buch, Offenbarungen der Gottesmutter an Don Gobbi  - wo unter anderem die Offenbarung des Johannes für diese Zeit beschrieben ist, siehe hier in Apokalypse now - und siehe da, da lese ich diese wunderbaren Worte der Gottesmutter genau über diesen gesegneten Papst. Ich gebe sie hier wieder.
Des Weiteren noch zwei passende Berichte ( Balayn), über das
Leben und Leid dieses Papstes und als Prophet des 3. Jahrtausend.

Papst Johannes Paul II Papst Johannes Paul II Papst Johannes Paul II

I N H A L T
 

BLICKT AUF DEN PAPST!

Am 13. Mai 1982, Jahrestag der ersten Erscheinung in Fatima

teilt die Muttergottes folgendes mit (aus dem Blauen Buch von Don Gobbi - das Buch ist an ihre geliebten Priestersöhne gerichtet):

"Mit meinem ersten vielgeliebten Sohn, Papst Johannes Paul II., der heute als Pilger der Liebe und des Gebets zu meiner Gnadenstatue kam, die sich genau an meinem Erscheinungsort befindet, will ich euch alle geistig vereint haben - rund um eure himmlische Heerführerin, die mit der Sonne bekleidete Frau, versammelt.

Blickt auf den Papst: er gibt das Beispiel des Gebets.

Papst Johannes Paul IISein Leben, das ganz mir gehört, ist von mir im Geist unaufhörlichen und vertrauensvollen Gebets herangebildet worden. Seine Stimme durchdringt den Himmel und sie lässt vereint mit meiner mütterlichen Fürsprache - gerade heute einen Gnadenregen auf diese verlorene Menschheit herabfließen.

Bildet auch ihr zusammen mit dem Papst einen starken Schutzwall des Gebets, um die Bekehrung der Sünder und die Rückkehr so vieler ferner Kinder zu Gott, und auch um den Frieden für diese so sehr bedrohte Menschheit und die wahre und innere Erneuerung der ganzen Kirche zu erlangen.

Betet oft den heiligen Rosenkranz; um das von euch zu erbitten, bin ich auch hierher gekommen. Wenn sich die schwerwiegendsten Probleme für die Kirche und die Welt trotz aller menschlichen Mittel, die angewendet wurden, noch nicht lösen lassen, so ist dies für euch ein Zeichen, dass ihr nun das ganze Vertrauen in die Kraft des Gebets setzen müsst.

Er gibt das Beispiel der Treue.

Papst Johannes Paul IIEr steht treu zu dem Auftrag, den er mit seiner Nachfolge auf dem Stuhl Petri erhalten hat; er ist Jesus Christus treu, den er durch sein Wort verkündet und durch sein Leben bezeugt. Somit ist das Licht, das er überall verbreitet, das Licht des Evangeliums selbst.

Seid alle eins mit ihm, indem ihr das Leben meines Sohnes Jesus bezeugt und getreulich die Wahrheit seines Evangeliums verkündet. Oft ist der Papst von einer großen Verlassenheit und Einsamkeit umschlossen. Sein Wort ist das eines Propheten, aber häufig fällt es in eine grenzenlose Leere.

Ihr müsst ein starkes Echo auf sein Wort sein, das immer mehr verbreitet, angehört und befolgt werden soll. Folgt alle dieser sicheren Fährte von so großer Leuchtkraft, so lange dieses Licht noch brennt, denn bald könnte die Finsternis auf der Welt und in der Kirche noch dichter werden.

Er gibt das Beispiel der Kraft.

Papst Johannes Paul II - AttentatEr schreitet mit der Kraft seiner großen Liebe als universaler Hirte und als Stellvertreter meines Sohnes Jesus überall ohne Furcht voran. Er fürchtet weder Kritik noch Hindernisse; er lässt sich durch Bedrohungen und Attentate nicht aufhalten.

Von mir geführt und beschützt durcheilt er wie ein vertrauensvolles Kind, das sich immer in den Armen tragen läßt, den Weg, den ich ihm vorgezeichnet habe. Und so steigt er täglich seinen schmerzvollen Kalvarienberg hinan und trägt sein großes Kreuz zum Wohl und zur Rettung aller.

Was er jetzt durchlebt, ist ihm von mir schon vorausgesagt worden.

Papst Johannes Paul IIHaltet ihm immer die Treue, vielgeliebte Söhne, die ich euch von allen Teilen der Welt in der Zufluchtsstätte meines Unbefleckten Herzens sammle, und tragt heute das große Kreuz der ganzen Kirche mit ihm. Gemeinsam seid ihr nun zur Hinopferung berufen, damit sich der Plan des Vaters erfülle. Habt Vertrauen und Hoffnung. Habt Mut und Geduld. Die Stunde der Gerechtigkeit und der Barmherzigkeit hat begonnen, und bald werdet ihr die Wunder der erbarmenden Liebe des Göttlichen Herzens Jesu und den Triumph meines Unbefleckten Herzens sehen.

So segne ich euch alle zusammen mit meinem Papst, meinem ersten vielgeliebten Sohn, von der Cova da Iria aus - wohin ich am 13. Mai 1917 vom Himmel gekommen bin, um mich euch zu zeigen und mit euch zu gehen,

- im Namen des +Vaters und des +Sohnes und des +Heiligen Geistes."

Soweit die wunderbaren Worte der Gottesmutter vom 13. Mai 1982

 

Das Leid im Leben des Johannes Paul II

Christus hat der Mutter der beiden Zebedäussöhne — die später Bischöfe wurden — gesagt, daß sie erst die Erfahrung des Kreuzes machen müssen, bevor sie in die Herrlichkeit gelangen. Und bevor er in den Himmel auffuhr, kündete er Petrus, seinem ersten Papst, an: «Wenn du aber alt geworden bist, wird ein anderer dich gürten und führen wohin du nicht willst» (Joh 21,18). Mit dem hl. Stephanus begann das christliche Martyrium. Petrus litt aus Liebe zu Christus und seiner Kirche bis hin zum Blutvergießen, «usque ad effusionem sanguinis». Und so ging es fünfhundert Jahre lang, fast ohne Unterbrechung. In Papst Johannes Paul II. vollzieht sich heutzutage das Opfer des Petrus unserer Tage. Sein ganzes Leben ist von einem zunehmenden und intensiven, manchmal erdrückenden, ja sogar unerträglichen Leid geprägt. Seine erhabene Funktion und seine besondere Bestimmung haben ihn in nicht vergleichbare Prüfungen geführt, die an das Martyrium grenzen. Dieses Martyrium hat seine Gründe und seine Modalitäten, um außergewöhnliche Früchte hervorzubringen.

In der Schule des Kreuzes (1920-1978)

Karol Wojtyla hat das Leid schon sehr früh kennengelernt und ist daran gereift: «Mit zwanzig Jahren hatte ich schon alle verloren, die ich liebte…», vertraute er André Frossard1 an: seine Schwester, seine Mutter, seinen Bruder, seinen Vater. Er litt unter der Einsamkeit seines Vaters, der nachts aufstand, um zu beten. Er litt unter der Härte des Krieges, der ihm seine Professoren, seine Freunde, seine Kameraden aus dem Seminar genommen hatte; er litt unter der harten Arbeit im Steinbruch und in der Sodafabrik, unter der Unsicherheit, da er nun ganz allein war und für sein Überleben sorgen mußte. Er litt unter dem Schrecken des Nationalsozialismus: unter den Razzien und dem Übrigen. Man muß nur das nahe bei Krakau liegende Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau erwähnen…
Nachdem er sich für das Seminar entschieden hatte, hatte er unter einem anderen Totalitarismus zu leiden: dem des Marxismus, der in Fatima vorhergesagt worden war — mit Schikanen, Demütigungen und Verfolgungen, die bis zur Verhaftung seines Kardinal-Primas, Stefan Wyszynski, gingen.
Karol Wojtyla war im Licht der heiligen Märtyrer Polens wie dem hl. Bischof Stanislaus oder dem Priester Maximilian Kolbe aufgewachsen; als Nachahmer der Tugenden eines Johannes vom Kreuz oder eines heiligen Pfarrers von Ars bot er in Anlehnung an ein Wort des hl. Paulus seinen freiwilligen Beitrag an: seine Armut grenzt an Askese, seine Entbehrungen und Opfer, seine beispielhafte Selbstbeherrschung, sein ausgefülltes Amt, seine langen Stunden des Gebetes, der Wachen und der Studien2. Häufig betet er den Kreuzweg.
Das Wesentliche ist, daß er seit der Zeit, als die Besatzer die Reihen seiner Umgebung lichteten, in sich einen Anruf zur Hingabe und zur Heiligkeit verspürt — aus Solidarität und aus Berufung. Dieser Ruf führt ihn mit sicherer Hand durch Leiden, ohne daß er bereits den noch in weiter Ferne liegenden Grund kennt, den Gott ihm in seinem geheimnisvollen Plan zugedacht hat. Es läßt sich in einem Satz zusammenfassen, den er über seinen Landsmann, Bruder Albert, ausgesagt hat: «Durch das beeindruckende Vorbild seines Opfers hat er viele zu seinen Schülern gemacht»3.

«Der Heilige Vater wird viel zu leiden haben»

Dieses Leben voller Prüfungen und Kämpfe machte keinen Halt vor dem Bischof, der er 1958, und auch nicht vor dem Kardinal, der er 1967 geworden war. Die Verteidigung seiner Diözese vor den kommunistischen Schikanen anläßlich der Tausendjahrfeier (der Taufe Polens) und des Kirchenbaus von Nowa Huta; sein Beitrag beim Konzil vor der «Aura» der westlichen Prälaten bezeugen es.
All das war nur eine Vorbereitung auf seine Bestimmung zum Papst, der er 1978 wird — so wie sich auch Jesus und dann der hl. Paulus in der Wüste auf die Evangelisierung vorbereiteten.
Diese Bestimmung zum «leidenden Gottesknecht», zum «Diener der Diener Gottes» war sogar angekündigt — schriftlich und eingraviert.
Angekündigt, weil am 13. Juli 1917, drei Jahre vor der Geburt von Karol Wojtyla, die Muttergottes den drei Hirtenkindern von Fatima durch eine berühmte Prophezeiung gesagt hatte: «Die Guten werden zu Märtyrern werden, der Heilige Vater wird viel zu leiden haben…» Im Heideland von Aljustrel hat die kleine Jacinta, die unlängst seliggesprochen wurde, den künftigen Johannes Paul II. «weinend und betend» gesehen. Sie hatte ein besonderes Charisma und machte ihre Gefährten — und auch uns — auf dieses Leid aufmerksam: «Schaut, man muß viel für ihn beten!»
Eine schriftliche Vorherbestimmung: das hat Sr. Lucia später in ihren Memoiren festgehalten und im dritten Teil des nun veröffentlichten Geheimnisses präzisiert.
Eingraviert, weil Karol Wojtyla bei seiner Ernennung zum Bischof den Wahlspruch wählte: «Totus tuus ego sum et omnia mea tua sunt» in Anlehnung an einen Ausspruch des hl. Bonaventura, den Montfort aufgegriffen hat; diesen Wahlspruch ließ er sich als Zeichen seiner Weihe, seiner völligen und unwiderruflichen Hingabe an Christus durch Maria auf sein Wappen eingravieren. Dieses Totus Tuus war auch in den Goldring eingraviert, den Kardinal Wyszynski ihm schenkte und am 13. Mai 1981 wurde es auf dem Petersplatz noch tiefer eingraviert und mit seinem Blut besiegelt. Die Modalität dieser Weihe ist das Kreuz, das sich neben dem M von Maria erhebt; ein Kreuz, das das ganze Wappen ausfüllt.

«Der Jünger steht nicht über seinem Meister»

Die Hauptgründe der Prüfungen von Johannes Paul II. sind also in seiner umfassenden Weihe zu suchen, durch die er dem leidenden Christus gleichgestaltet wird, der gestorben ist, um alle Menschen zu retten. Jenem Christus, dessen Nachfolger er durch sein Fiat und in seinem Petrusamt geworden ist, das ihn seinen Brüdern und Schwestern ausliefert. Jesus hat zu seinen Aposteln gesagt: «Wer mir nachfolgen will, der nehme sein Kreuz auf sich und folge mir… Der Jünger steht nicht über seinem Meister; sie haben mich gehaßt und sie werden euch hassen! Sie haben mich verfolgt und sie werden euch verfolgen! Sie werden euch vor die Gerichte bringen und euch töten…» (aber es folgen die Seligpreisungen).
Wir wollen, ohne bis zur Urkirche zurückzugehen, nur die zeitgenössische Epoche genauer anschauen: das Leid von Pius IX. angesichts der Widerstände in seiner Zeit, vor allem 1870 — und noch mehr den Kalvarienberg von Pius VI., der 1799 im Exil von Valencia starb. Mit einigen Federstrichen hat Kardinal Etchegaray, der Legat von Johannes Paul II. zur Zweihundertjahrfeier, auf meisterhafte Weise die Lektion aufgezeigt, die aus diesem dramatischen Ereignis zu ziehen war. Er sagte: «Je erhabener der Dienst ist, zu dem ein Papst berufen ist, umso mehr ist dieser Dienst durch das Kreuz erleuchtet, wie es der Hirtenstab zeigt, der von Paul VI. an Johannes Paul II. vererbt wurde». Diese Identifizierung mit dem Erlöser ist das Thema der Miterlösung, in Verbindung mit der Enzyklika Redemptor hominis.
Wie der Erlöser muß auch der Papst die Vergebung des Vaters für die Vielzahl an Sünden erflehen und als Stellvertreter seine eigene Wiedergutmachung anbieten. Das ist der Geist von Dives in Misericordia.
1976 hat Karol Wojtyla vor Paul VI. von der Notwendigkeit gesprochen, daß der Pontifex auch die Sünde der Verleugnung durch den hl. Petrus in Gethsemani4 wiedergutzumachen habe; eine Wiedergutmachung, die er derzeit vollzieht, da er sie vorgeschlagen hat. Und je intensiver die Kreuzigung des Papstes ist, desto mehr Seelen «erkauft» er dem Erlöser. Johannes Paul II. hat den tiefen Sinn des priesterlichen Ganzopfers, das der Pfarrer von Ars vollzogen hat, sehr gut verstanden.
Deshalb hat Maria von ihm gesagt: «Johannes Paul II., der Papst meiner Liebe und meines Schmerzes»5.

«Der weißgekleidete Bischof fällt zu Boden»

Wie läßt sich das Leid des Papstes, das zugleich so verschiedenartig, intensiv, beständig, oftmals verborgen und daher teilweise unzugänglich ist, beschreiben? Und das seit fast 22 Jahren, denn seines ist eines der längsten Pontifikate der Geschichte. Nur eine so robuste Konstitution wie die seine — ungeachtet des Schutzes durch Maria — kann seine Widerstandskraft und seine Gewöhnung an die Prüfungen erklären.
Jede Dichotomie ist sicher gewagt. Aber gewiß stimmt man darin überein, daß der Heilige Vater zuerst in seinem Körper getroffen ist, der schneller geschwächt ist als sein Geist. Es ist wie eine diabolische Herausforderung an den «Sportsmann Gottes»6.
Als Papst war er sechsmal im Krankenhaus und wurde fünfmal operiert. Meistens waren es schwere Operationen — ohne von seinen anderen gesundheitlichen Einschränkungen zu sprechen. Er hat zwei Attentate erlitten, von denen das erste Gegenstand der Offenbarung von Fatima7 ist, die unlängst veröffentlicht wurde und aufzeigt, daß sich der Angriff vom 13. Mai 1981 sehr wohl auf Johannes Paul II. bezog, denn «der weißgekleidete Bischof, tief betrübt durch Leiden und Nöte, halb zitternd, mit schwankendem Schritt, ist am Gipfel des Berges angelangt und warf sich zu Füßen des Kreuzes nieder…» — dieser Bischof ist einzig: es kann niemand anderer sein als unser Pontifex8.
Das «Ereignis vom Petersplatz» zeigte und bestätigte die richtige Beobachtung von Kardinal Etchegaray in Valencia: «Im gesamten Leben des Papstes, so ruhmreich seine Herrschaft auch sein mag, wird das Kreuz von Dauer sein».

«Das Evangelium vom Leiden»

Indem Satan den Leib des Heiligen Vaters getroffen hat, wollte er bereits seine Seele angreifen. Auch später tat er es immer wieder, um den Preis außerordentlicher Leiden.
Hier beginnen nun seine großen seelischen und geistlichen Schmerzen. In seinem berühmten Angelus vom 29. Mai 1994, den er bei seiner Entlassung nach dem fünften Krankenhausaufenthalt (im Anschluß an jenen vom November 93) sprach, haben wir ein rührendes Echo davon: «…Um die Kirche in das neue Jahrtausend eintreten zu lassen, genügt nicht mehr nur das Gebet, sondern man muß mit dem Leid eintreten und mit diesem neuen Opfer. Der Papst muß angegriffen werden und leiden, damit jede Familie und die Welt sieht, daß das höhere Evangelium das des Leidens ist, mit dem man die Zukunft vorbereiten soll. Vor den Mächtigen bleibt mir das Argument des Leidens…» Nun, was war das Umfeld, in dem diese packende, vertrauliche Mitteilung, die den Höhepunkt einer Prüfung verriet, gemacht wurde? 1994 war der Libanonkonflikt durch das Gemetzel in Bosnien, besonders in Sarajewo, abgelöst worden — ein Jahr vor dem schrecklichen Genozid in Ruanda; es war mitten in der Auseinandersetzung zum Thema Familie, während sich am Horizont die berüchtigte Pekinger Konferenz über die Frauen vom Herbst 1995 abzeichnete, auf der es zu einer offiziellen und universellen Legitimierung der Abtreibung kommen sollte, als die Enzyklika Evangelium Vitae erschien. Wie sollte der Papst bei einer solchen Konzentration an persönlichem und seelischem Leid nicht aufs Äußerste betroffen gewesen sein? Diese schmerzliche Ereignis hat, so könnte man sagen, als zweiten Pol die Leiden seines Pontifikates herauskristallisiert. Die Fotografien zeigen in der Tat, daß der Papst von jenem Augenblick an gebeugter, gebrechlicher aussieht und auf seinem Gesicht, aber auch an seinem Körper die tiefen Stigmata eines furchtbaren inneren Leidens trägt. Und dennoch: wenn es jemanden gibt, der allergisch gegenüber jeglichem Dolorismus ist, so ist es gerade er!

Das Zentrum der Leiden des Papstes

Was Pius VI. erlitten und ihn schließlich ins Grab gebracht hat, war der Sturm der französischen Revolution9. Johannes Paul II. lebt Ähnliches auf weltweiter Ebene, denn die satanische Subversion ist überall am Werk. Die höllischen Mächte haben sich gegen seine Person und sein lichtvolles Lehramt, das ohnegleichen «glitzernd doktrinär» ist, wie André Frossard zu Recht gesagt hat, verbündet .
Wie viele Angriffe — versteckt oder frontal —, wie viele diffamierende Kampagnen in allen Bereichen der Medien, einschließlich der religiösen — besonders im Fernsehen — haben die Seele und die große Sensibilität des Heiligen Vaters tief verletzt! Marxistische Slogans bei der Messe in Managua 1983, niederländische Punks bei seinem Besuch 1985 («Papst raus! Papst, geh nach Rom zurück!») bis hin zu aktuellen, karnevalsartigen Karikaturen.
Sind das nicht jene heftigen Schmerzen, die Jacinta andeutete, als sie zu Lucia sagte: «Hast du nicht all diese Menschen gesehen, die dem Heiligen Vater böse Worte entgegenschleudern und sogar mit Steinen nach ihm werfen…?»
Die Prüfungen des Papstes sind die Prüfungen der Welt. Wer kennt nicht die Leidenschaft Johannes Pauls II. für den Menschen — und sei es auch nur durch sein philosophisches Werk, seine Artikel, seine Bücher, sein Theaterstück, seine Gedichte? Er hat unablässig gesagt: «Der Weg der Kirche ist der Mensch». Johannes Paul II. ist vor allem ein Mensch, der seinen Nächsten leidenschaftlich liebt, und er leidet mit seinem ganzen Sein unter all den Nöten, die die Menschheit bedrücken. Es ist überflüssig, sie aufzuzählen. Sein Herz fließt über vor beständigem Schmerz. Als er in Israel beim Mahnmal von Yad Vaschem war, konnte er trotz seiner großen Selbstbeherrschung ein Schluchzen nicht unterdrücken, als er an die Schoah dachte…
Seine Prüfungen sind aber auch die Prüfungen der Kirche, die er am 1. November 1946 und in noch tieferer Weise 1978 «geehelicht» hat. Nicht seine Kirche, wie manche anfangs glaubten, sondern die Kirche Christi, deren Dogmen, Ethik und grundlegende Disziplin er nicht ändern darf.
Er leidet unter der Gegnerschaft und der Gleichgültigkeit, die man seiner Lehre entgegenbringt; es schmerzt ihn, den theologischen und sittlichen Streit zu sehen und daß trotz all seiner Schriften, seiner Reisen und seines Vorbildes Christus so wenig bekannt, wenn nicht sogar von vielen abgelehnt wird — wie er eines Tages Kindern anvertraute, die ihn fragten, was sein größter Schmerz sei. Der «Glaubensabfall», von dem Maria in der Marianischen Priesterbewegung10 sprach.
Er leidet sehr unter all den Angriffen auf das Leben, auf die Würde der menschlichen Person, auf die Hoheitsrechte der Familie.
Er leidet unter den Spannungen und der Uneinigkeit, von der die Kirche gebeutelt wird, unter den Verzögerungen im Ökumenismus, wenngleich er sich auch über große Fortschritte freuen kann, die bereits erreicht wurden.
Und dann sind da all seine verborgenen Schmerzen, die man nicht ergründen kann und die nur sein Herz allein verspürt. Schmerzen, die er am 26. März 2000 in Jerusalem am Heiligen Grab niedergelegt hat. Hier muß man von jener Meditation berichten, die aus dem Mund eines italienischen Priesters in der Capelinha von Fatima am 13. August 1999 vernommen wurde: «Auf dem Grabtuch von Turin hat man festgestellt, daß rund um den Kopf des Gekreuzigten 13 Verletzungen von der Dornenkrone verursacht wurden. Wegen der Sünden der Menschen hat sich dieser Dornenkranz im Laufe der Jahrhunderte so ausgedehnt, daß er das Herz seiner Mutter umschnürt hat, wie die Hirtenkinder es am 13. Juni 1917 gesehen haben.
Und jetzt hat das Meer der Schmerzen, das von diesen Sünden herrührt, die Dornen noch weiter ausgedehnt, so daß sie das Herz des Papstes umschließen.»
Wenn die Welt sein Leid nicht verstanden hat, wird sie es nie verstehen.

«Wenn das Weizenkorn stirbt, bringt es reiche Frucht» (vgl. Joh 12, 24)

Glaubt man den Verleumdern des Papstes, so hat er umsonst gelitten. Genauso gut könnte man sagen, Jesus sei umsonst gestorben!
Das Paradox des christlichen Lebens besteht darin, daß man durch den Tod gehen muß, um zum Leben zu gelangen. Der Weggefährte der Emmausjünger sagte: «Mußte der Messias nicht all das erleiden, um so in seine Herrlichkeit einzugehen?» Und bereits Jesaja hat prophezeit: «Durch seine Wunden sind wir geheilt»; durch seinen Tod sind wir gerettet.
Johannes Paul II. setzt in den Fußstapfen Jesu die Linie jener fort, die dem Leiden einen Sinn gegeben haben11.
Die unmittelbarsten Früchte sind seine Gemeinschaft mit den Leiden der anderen. Daher auch sein Apostolischer Brief Salvifici Doloris (über den christlichen Sinn von Leid) und seine unermüdliche, aktive Nächstenliebe für die Kranken, «den bevorzugten Teil des Gottesreiches», wie er sie nennt. Für sie hat er auch den Weltgebetstag für die Kranken12 eingesetzt, der jedes Jahr am 11. Februar begangen wird.
Da er selber nicht mehr als seine Liebe und seine Prüfungen hinschenken kann, hat er die Welt oftmals Maria geweiht. «Trösterin der Betrübten, Hilfe der Christen»… Er hat die Leiden aller Menschen mit dieser Weihe verbunden, wie er es beispielsweise am 13. Mai 1982 an der Cova da Iria und am 25. März 1984 in Rom tat, damit die Leiden aller mit den Leiden des Erlösers verbunden sind und so zum Heil aller wie auch zur Neuevangelisierung beitragen: «Das Leid ist durch seinen erlösenden Wert ein wertvolles Werkzeug der Evangelisierung» (1984).
Auf lange Sicht gesehen ist das außerordentliche Werk von Johannes Paul II. unvergänglich, und zwar nicht nur aufgrund seiner besonderen Begabung und der Gaben des Heiligen Geistes, sondern auch durch die Fruchtbarkeit, die jedem Leid innewohnt, das durch die Weihe weit wird. So hat er das prophetische Wort seines Kardinal-Primas, Stefan Wyszynski, verwirklicht: «Wenn dich der Herr berufen hat, sollst du die Kirche an die Schwelle des dritten Jahrtausends führen».
Man muß jedoch noch weiter gehen. In der Nachfolge Jesu ist der Heilige Vater mehr als nur ein Weg für seine Brüder und Schwestern; er ist wie die Tür, die öffnet und die für das dritte Jahrtausend die Fundamente gelegt hat, wobei erst die zukünftigen Generationen — durch den Abstand der Zeit und die Beruhigung der leidenschaftlichen Debatten — das Erbe seines außergewöhnlichen Lehramtes in ihrem wirklichen Wert ermessen können.
Deshalb hat Maria, der er sich wie Stefan Wyszynski13 als «Diener der Liebe» hingegeben hat, ihrerseits sagen können:
«Betet für den Papst; er durchlebt die Ölbergstunde und den Kalvarienberg, die Kreuzigung und sein Ganzopfer.
Der Herr betrachtet ihn als das kostbarste Opfer…
Geliebte Söhne, bleibt immer bei mir unter dem Kreuz, an dem der von mir erzogene, geleitete und so sehr geliebte Papst sein größtes Opfer der Liebe und des Schmerzes vollzieht.
Gerade durch das Opfer meines besonders geliebten Sohnes, meines ersten Sohnes, vermählt sich die göttliche Gerechtigkeit mit der größtmöglichen Barmherzigkeit14.»
Bernard Balayn
26. Juni 2000, dem Tag, an dem das dritte Geheimnis von Fatima veröffentlicht wurde.

Anmerkungen:
1) Vgl.: «Habt keine Angst»
2) «Mein Freund, Karol Wojtyla», M. Malinski
3) «Meine Berufung», Johannes Paul II.
4) Seine Predigtansprachen im Vatikan: «Zeichen des Widerspruchs»
5) Botschaft an Don Gobbi in Salzburg, 13. Mai 1991.
6) Ein Ausdruck von Kardinal F. Marty im Prinzenpark (2. Juni 1980)
7) Siehe unser früherer Artikel «Fatima — dem Sieg entgegen»
8) «halb zitternd»: er zittert mit einer seiner beiden Hände; «mit schwankendem Schritt»: er muß mühsam an einem Stock gehen; «am Gipfel des Berges angelangt»: der heilige Berg: das ist Jerusalem, der Höhepunkt seiner Reise; «sich zu Füßen des Kreuzes niederwerfend»: er hat sich am Heiligen Grab, am Grab Christi niedergeworfen.
9) Kardinal Etchegaray sagt von diesem Pontifex: «Warum diesen Kranz an Demütigungen, den es in der Geschichte der Päpste des ersten Jahrtausends nicht gegeben hat?»
10) Die Marianische Priesterbewegung wurde von Maria 1972 ins Leben gerufen.
11) Im Gegensatz zum dialektischen Atheismus, der nur das Nichts und Verzweiflung hervorbringt.
12) Er wurde am 13. Mai 1992 ins Leben gerufen und am 11. Februar 1993 zum ersten Mal begangen.
13) Brief des Kardinals an den Autor (Dezember 1980)
14) Botschaft vom 13. Mai 1995 in Perpignan.

 

Prophet des dritten Jahrtausends

16. Oktober 1978 – 16. Oktober 2003: Gewissermaßen eine Ewigkeit im Hinblick auf die komplexen Ereignisse in der Weltkirche, deren Oberhaupt der Papst ist. Zugleich aber sind diese Jahre in einem unglaublichen Tempo vergangen angesichts der zunehmenden Schnelllebigkeit unserer Zeit. Es geht um mehr als um die Rekorde, die Johannes Paul II. aufgestellt hat1 und um die Anekdoten: Es gilt, eine Art provisorische Bilanz zu ziehen, d.h. den unvergänglichen Kern seines prophetischen Wirkens zu ergründen.
 

Denn genau darum geht es. Wie am Anfang unseres Buches «Johannes Paul II. – der Große2» zu lesen ist, haben wir es hier mit einem wirklich prophetischen Pontifikat zu tun, weil Karol Wojtyla eine außergewöhnliche Persönlichkeit in der nicht weniger außergewöhnlichen Zeit des Übergangs ins dritte Jahrtausend ist. Diese Verbindung ist von der Göttlichen Vorsehung gewollt, um der Welt zu geben, was sie am meisten braucht: Ein Leben in Heiligkeit, ein Vorbild der Liebe, einen Horizont der Hoffnung.
«Prophet des dritten Jahrtausends» auch deshalb, weil es bei jeder Gründung und in jeder Epoche einen Vater braucht, den die Söhne nachahmen und an dem die Genereationen Maß nehmen können. Das war von einem prophetischen Mitbrüder seiner Heimat, den Kardinal-Primas Stephan Wyszynski, vorausgesagt worden, der beim Konklave über seinen Weg die Erleuchtung hatte: «Der Herr hat dich berufen, damit du die Kirche ins dritte Jahrtausend führst!»
Ist es Johannes Paul II. gelungen, jene Verkündigung mit ihrem so dringlichen, anspruchsvollen und komplexen Programm zu verwirklichen, das Kardinal Joseph Ratzinger am 18. Mai dieses Jahres so treffend in zwei Worte fasste: glauben und lieben?
Diese kurze Zusammenfassung möchte einige Ansatzpunkte für eine Antwort geben.

Der Gläubige

Gott ins Herz des Menschen bringen

Der grundlegende Auftrag des Papstes ist es, Hüter und Verkünder der Wahrheit zu sein, die das unvergängliche Erbe der Heiligen Schrift und der Kirche ist. Sie bewahren heißt sie auslegen; sie verkünden heißt evangelisieren, um Heilige heranzubilden.
Dieses Erbe hat er in seiner Familie und in der Kirche empfangen und sich zu eigen gemacht. Sie haben ihn im Schoß des polnischen und hauptsächlich des Krakauer Landes in jenem Glauben erzogen, der so tief in der Treue zu Christus und zu Rom verwurzelt ist und durch das jahrhundertealte Leiden dieser Nation schwer geprüft wurde. Eindeutig wurde nachgewiesen, dass die einzelnen Stufen des geistlichen Lebens von Karol Wojtyla – das Priestertum, das Bischofs- und Kardinalsamt, seine universitäre und literarische Ausbildung sowie seine menschlichen Fähigkeiten (z. B. sein Charisma für die Jugendlichen) – Elemente sind, die ihn auf sein Pontifikat vorbereitet haben.
Als er zum Papst gewählt wurde, war er also vorbereitet.
Als Nachfolger von Paul VI. und Johannes XXIII. fiel es ihm leicht, sein Programm festzulegen, das im geistigen Bereich auf zwei Forderungen unserer Zeit beruht, die er vor den Kardinälen dargelegt hat: Auf der Treue zum überlieferten heiligen Glaubensgut, aber auch auf Aufgeschlossenheit. Er wollte das Werk des Konzils weiterführen und den Ökumenismus ausweiten (bis hin zum interreligiösen Dialog).
Was seinen Humanismus anlangt, so erklärt er vor den Diplomaten ohne falsche Scham, dass er «der Zeuge der allumfassenden Liebe» sein werde, ein Mann der Gerechtigkeit, des Friedens und der Brüderlichkeit, vor allem für die ärmsten Gesellschaften der Dritten Welt. Er ist also ein entschiedener Apostel der «Zivilisation der Liebe».
Dafür setzt er alle geistigen, ethischen und verwaltungstechnischen Mittel der Kirche ein, die er ständig anwendet, sowie seine ganze seelsorgerliche und internationale Erfahrung, alle Gaben, die Gott ihm für diese Aufgabe verliehen hat, seine ganze Fähigkeit, ungeheuer viel zu arbeiten und überall vertreten zu sein.

Der Lehrer des Glaubens

Ein Papst sorgt sich in erster Linie darum, dass die Allgemeingültigkeit der Botschaft des Evangeliums auch alle Gläubigen erreicht, anders gesagt, dass sich die «qualitative Katholizität» (Kardinal Scheffczyk) verwirklicht.
Selbst Päpste mit längeren Pontifikaten haben noch nie so viel geschrieben und Reden gehalten wie er. Damit sind seine 14 Enzykliken gemeint sowie das unglaubliche Korpus seiner Konstitutionen, Hirtenbriefe, Apostolischen Schreiben und päpstlichen Erlässe – ohne von den zahlreichen anderen Dokumenten zu sprechen von seinen Predigten bis hin zu seinen Büchern sowie jenen der römischen Kurie. Alles, was er darin zu lehren, zu erklären, zu erläutern, zu entwickeln hatte – oft in Bezug auf das heilige Konzil (wie kann man hier umhin, die zwei bekannten Enzykliken Veritatis Splendor und Fides et Ratio zu erwähnen, die besonders die Lehre der Kirche betreffen) – ist eine Zusammenfassung des kirchlichen Lehramtes in einem Werk, das in seiner Art einmalig ist: dem Katechismus der Katholischen Kirche, dem unvergleichlichen und wichtigsten Werk seines Pontifikates.
Als Theologe und vor allem als Philosoph und Ethiklehrer «zeigt er auf, dass Gott der Herr der Welt ist» (Julius Slowacky). Er will durch das Geheimnis Christi das Geheimnis des Menschen erleuchten. In dieser Hinsicht ist in seiner ersten Enzyklika Redemptor hominis im Keim seine ganze «unvergleichliche Lehrautorität» (G. Galassi) enthalten. Er hat sich das Wort des Pfarrers von Ars zu eigen gemacht, das dieser zu einem kleinen Hirtenjungen sagte: «…Ich werde dir den Weg zum Himmel zeigen.»
Sein Weg entspricht dem, den die Kirche vorgibt und den er voll und ganz mit all seinen Anforderungen annimmt: der Weg der sakramentalen Seelsorge. Er ist der erste Papst, der selbst die sieben Sakramente spendet und voll und ganz in persona Christi handelt. Das hat er im «Parc des Princes» (Paris) wunderbar zum Ausdruck gebracht: «Seit zwei Jahren bin ich Papst, seit 20 Jahren bin ich Bischof, doch das Wichtigste für mich bleibt stets die Tatsache, Priester zu sein!»

Sein Ziel: Die Heiligung seiner Brüder

Seine Berufung besteht darin, das Beispiel Christi zu geben, um die Menschen zu heiligen und immer wieder zu sagen: «Am dringendsten braucht die Welt Heilige!» Er hat sich ihr Zeugnis zu eigen gemacht, wie das des hl. Stanislaus: «Mein Wort hat dich nicht bekehrt, doch mein Blut wird dich bekehren.» Oder das des hl. Pfarrers von Ars: «Wo Heilige vorbeikommen, dort kommt auch Gott vorbei.» Diese Sorge um die Heiligkeit zeigt sich in den Selig- und Heiligsprechungen, die er in noch nie dagewesenem Maß vorgenommen hat: fast 1800! Sie machen deutlich, dass die Heiligkeit das Ziel ist, das für jeden Christen erreichbar ist.
Es liegt auf der Hand, dass der Heilige Vater diese Heiligkeit selbst lebt, da er mit solcher Überzeugunskraft darüber sprechen kann. Er ist ein heiliger Vater: Wer ihm nahesteht und ihn zu beobachten versteht, sieht und begreift das. Sein Landsmann und Prophet Slowacki hat es vorausgesagt: «… Seht, er kommt, dieser Spender neuer Kräfte für die Welt. Bei seinen Worten strömt das göttliche Licht in unser Blut. Dieser slawische Papst, der Bruder aller, wird Balsam in unsere Herzen gießen. Legionen von Engeln werden mit Besen aus Blumen allen Staub von seinem Thron kehren…» Das Zeugnis seiner Heiligkeit ist und bleibt das bezeichnendste Merkmal seines Lebens auf Erden. Er hat verstanden und verwirklicht, was sein Rang verlangt: Diese hohe Erwählung verlangt äußerste Vollkommenheit in der Nachfolge Jesu, des Heiligen. Die Kirche kann sich noch nicht äußern, es liegt jedoch auf der Hand, dass Johannes Paul II. seinem Meister aus größter Nähe nachfolgt. Die riesigen Menschenmengen, die zu ihm strömen, wie es in der Menschheitsgeschichte noch nie dagewesen ist, sowie die vertrautesten Begegnungen beweisen diese außergewöhnliche Ausstrahlung, die von ihm ausgeht und ihm mit Recht den Namen «Seine Heiligkeit» verleihen.

Der Missionar: Ein neuer hl. Paulus

Das Konzil verwirklichen

Als erst 58-jähriger Papst wollte er die Kirche verjüngen und lebendig machen. Und sei es nur, um sie in den Augen der Flut von Jugendlichen glaubwürdiger zu machen. Auf dem Hintergrund der allgemeinen Glaubens- und Sittenkrise ist diese Heiligung der Kirche unverzichtbar, die von ihrem sichtbaren Haupt vorgelebt werden muss. Der Heilige Geist — die Weisheit der Vorsehung — ist in diesem Bereich durch das Konzil am Werk, das Johannes Paul II. wesentlich mitgeprägt hat.
Der Heilige Vater erhöhte zunächst die Zahl der Gemeinschaftsgremien, die von den Konzilsreformen geschaffen worden waren, um die Kirche besser regieren zu können, wie verschiedene Synoden, außerordentliche Konsistorien und Bischofskonferenzen. Er stellte das alte Prinzip der Kollegialität wieder her, das er während seiner Bischofszeit mit Erfolg erprobt hatte. Es erlaubt ihm, die Fähigkeiten der Einzelnen in gegenseitiger Wertschätzung und Achtung aufzuwerten. Die Überarbeitung des Kirchenrechts zeugt von diesem Vormarsch.
Sodann weitete er die Gremien der Teilhabe aus, indem er mehr Laien in die Leitung und vor allem in das Leben der Kirche einbezog. (Z. B. den Päpstlichen Rat für die Laien, die verschiedenen Päpstlichen Akademien.) Ihr «Grundgesetz» ist das Apostolische Mahnschreiben Christifideles Laici.
Und schließlich brachte er die Einheit mit den Schwesterreligionen voran: Die Ökumene liegt ihm sehr am Herzen sowie der Dialog mit den anderen, vor allem monotheistischen Religionen, der sogenannte «interreligiöse Dialog». Einige Höhepunkte haben sich in die Geschichte eingraviert, wie die Öffnung der heiligen Pforte in «Sankt Paul vor den Mauern» anlässlich des Jubiläumsjahres 2000, die der ehemalige Erzbischof Carey von Canterbury so eindrücklich in Erinnerung gerufen hat: «Mir wurde bewusst, dass die große Pforte nur von einem einzigen von uns geöffnet werden kann. Wir sind keine Fremden mehr, sondern Pilger, die gemeinsam unterwegs sind…» In diesem Zusammenhang erinnert man sich auch an das Treffen in Assisi, an den Besuch des Papstes in der Synagoge von Rom und in der Moschee in Damaskus. Noch nie hatte ein Papst in der Kirche so machtvoll Initiativen und Hoffnung geweckt, ohne auf den Irrweg des Synkretismus (Vermischung der Religionen) zu geraten. Denn der Heilige Geist steht ihr immerdar bei.

Die Neuevangelisierung

Das Konzil hat (mit seinem Dekret Ad Gentes) eine neue Dimension und Dynamik für die Evangelisation erschlossen, wie die dritte Synode von Papst Paul VI. mit dem Schreiben Evangelii Nuntiandi deutlich gemacht hat, das von Johannes Paul II. in seiner Enzyklika Redemptoris Missio wiederaufgenommen wurde.
Bemerkenswert ist, dass der Papst im Einklang mit seinem Namen seine Schritte wieder in die Fußstapfen der Apostel Petrus und Paulus gesetzt hat und letzteren mit seinem persönlichem Beispiel bei weitem übertroffen hat.
Mit seinem Pilgerstab und mit der Bibel unter dem Arm ist er als größter Missionar aller Zeiten von Rom aus in die ganze Welt gereist. Es ist unmöglich, seine Messen, Predigten, verschiedenen Audienzen im Vatikan, in den über 300 Gemeinden der Stadt Rom, in seiner Diözese und in Italien aufzuzählen, dessen Patriarch er ist!
Seine internationalen Reisen, die echte Marathonläufe waren, haben ihn zum «Athleten Gottes» auf allen Straßen der Erde gemacht. Er hat die Wahrheit an alle Grenzen und bis an den Enden der Erde getragen. Diesbezüglich müssen doch ein paar Zahlen genannt werden: Über 100 Reisen hat er unternommen, 134 Länder (von 192) besucht, 1.200.000 km zurückgelegt und fast 2 Jahre außerhalb von Rom verbracht… Der tiefe Einfluss dieser Reisen auf die vielen Tausend Gläubigen aller Kontinente ist das Geheimnis ihrer Herzen.
In diesem Zusammenhang hat er es sich zur Aufgabe gemacht, die Kulturen zu evangelisieren und das Evangelium zu inkulturieren. Letzteres bedeutet, den Glauben in die verschiedenen Kulturen einzufügen und Christus in ihnen lebendig zu machen gemäß der Art und Fähigkeit dieser Kulturen, den Glauben anzunehmen. Diese Inkulturierung ist die notwendige Bedingung für die Evangelisierung in unserer Zeit.

Stifter von Liebe

Liebe in die Herzen der Menschen bringen

Das gegenwärtige Pontifikat steht unter dem Zeichen des Glaubens und der Hoffnung. Die größte göttliche Tugend ist nach dem hl. Paulus die Liebe. Deshalb hat er als ersten den Namen des Apostels der Liebe gewählt: «Johannes». Johannes Paul II. erfüllt die Hoffnung mit Glauben und Liebe.
Aber man kann nur das ausströmen, was man selbst empfangen hat. Karol hat viel empfangen, um viel geben zu können.
Wie bei seinem Glauben haben seine Familie, seine Freunde, seine Lehrer, seine Priester bis hin zu Kardinal Sapieha, seine Vorbilder hier auf Erden und im Himmel seine scientia amoris geformt, wie er über die heilige Theresia sagte. Sehr viel verdankt er seinem Vater und den Seelsorgern seiner Jugendzeit, die es verstanden haben, Zeit für ihn zu «verlieren». Später hat er es ihnen in reichem Maß vergolten… Zwei bekannte Beispiele – unbeschadet jener, die verborgen bleiben – bezeugen dies vor allen Menschen: Seine Nachahmung des seligen F. Ozanam und seine Hilfe für seine verfolgten jüdischen Brüder in Krakau während des 2. Weltkrieges.
Diese Liebe konnte er geben, weil er die grundlegende Bedingung dafür besaß: die Selbstvergessenheit. Karol hat in der Schule der Heiligen gelernt, sich für andere aufzuopfern. Daraus ist seine Priesterberufung entstanden, die gleich nach dem Martyrium der höchste Ausdruck der Selbsthingabe ist. So erklärt sich auch sein Wahlspruch als Bischof: «Totus Tuus».
Wenn man bedenkt, zu welcher Liebe Johannes Paul II. fähig war, wird einem klarer, dass jede Heiligkeit auf der Liebe beruht, die sich verschenkt bis zur Hingabe des eigenen Lebens für den Nächsten.

Seine Hingabe für die Kirche

Das vielleicht ausdrucksstärkste Symbol dieses Lebens in Hingabe an die Kirche ist das eindrucksvolle Symbol des Gründonnerstags, wenn Johannes Paul II. vor den Priestern niederkniet, ihnen die Füße wäscht und ihnen dann in seinem Jahresbrief die tiefsten Gedanken seines Herzens anvertraut. Über dieses sichtbare Zeichen hinaus lebt er in seinem Priestertum unablässig das Wort Christi: «Ich bin nicht gekommen, um bedient zu werden, sondern um zu dienen.»
Das hat er bei seinem Priesterjubiläum 1996 deutlich gemacht, als er sein Buch «Meine Berufung: Geschenk und Geheimnis» veröffentlichte. Er versteht sich nicht als Vormund der Priester sondern als ihr Bruder. Das hat er ihnen bereits 1980 in Notre-Dame-de-Paris gesagt. Johannes Paul II. hat sich mit der Kirche «vermählt», in derselben Weise wie Maria voll und ganz ihre Funktion der Redemptoris Mater und der Mater Ecclesiae erfüllt. Pater Malinski, sein erster Biograph, und nach ihm Kardinal Macharski haben immer auf diese bezeichnende Ungeteiltheit hingewiesen, von der die treue Hingabe des Papstes an alles, was er tut, geprägt ist.

Seine leidenschaftliche Liebe zum Menschen

Im Mittelpunkt seines Weges der Liebe in der Nachfolge Christi steht der Mensch, den er gemäß dem Geist des Konzils stets an die erste Stelle setzt. Kardinal Ratzinger stellt fest, dass Johannes Paul II. ihm drei (die sogenannten «anthropologischen») Enzykliken widmete. Sie drehen sich um die Frage nach dem Menschen innerhalb des Geheimnisses Christi, des menschgewordenen Gottes. «Der Mensch ist der erste und grundlegende Weg der Kirche, dieser Weg aber ist von Jesus vorgezeichnet und führt unvermeidlich durch die Geheimnisse der Fleischwerdung und der Erlösung», erläutert der Präfekt der Glaubenslehre. Er fügt hinzu: «Anthropologie und Christologie sind für den Papst untrennbar miteinander verbunden.» Und P. Tadeusz Styczen, ein Schüler von Karol und sein Nachfolger an der Universität von Lublin erklärt: «Wenn mein Lehrer Karol Wojtyla über den Kern seiner Anthropologie sprach, sagte er: &Mac226;Man muss dem Menschen jenen Menschen offenbaren, der im Menschen ist, und ihm helfen, sich für die Wahrheit über seine Größe zu entscheiden. Aber das endgültige Wort der Wahrheit über den Menschen kommt allein vom Gottmenschen Jesus Christus.‘» Das verkündet er am 22. Oktober 1978 bei seiner Inthronisierung: «Allein Christus weiß, was im Menschen ist!»
Diese leidenschaftliche Liebe zum Menschen, der nach dem Bild Gottes und zu Seiner Glückseligkeit und der seinen geschaffen ist, tritt in der tiefen Achtung vor allen seinen Komponenten und Vorrechten zutage. So erklärt sich sein unerbittlicher Kampf für die christlichen und natürlichen Werte, die großen ethischen Prinzipien der Gesellschaft wie Ehe und Familie, die absolute Achtung des Kindes vom Augenblick seiner Empfängnis an (mit der Enzyklika Evangelium vitae) und der Jugendlichen sowie die Achtung vor dem Leben im allgemeinen und vor den Leidenden. Er selbst hat in der Nähe der Hölle von Auschwitz gelebt, war mehrmals in Gefahr, sein Leben zu verlieren, hat so früh seine Familie verloren, hat seinen verwitweten Vater beten sehen – er weiß besser als viele andere, welchen Wert das Leben, die Familie, die ehelichen Zelle haben.
Seine Liebe zu den Jugendlichen ist legendär geworden. Die Weltjugendtage bezeugen den tiefen Einklang, der zwischen ihnen besteht. Wer wird jene Worte der Liebe vergessen: «Ihr seid die Hoffnung der Kirche, meine Hoffnung! Ihr seid die Wächter, die auf den Morgen warten! Ihr seid die Freude und die Krone des Papstes!» Dieser «alte Mann» – wie er sich manchmal humorvoll und demütig nennt – weiß, dass es kein Alter gibt, sondern nur Horizonte, die sich zur Unendlichkeit ausstrecken, wenn das Herz rein ist und leidenschaftlich liebt.

Der Vater der Menschheit

Im Dienst der Kinder Gottes stehen schließt eine allumfassende Fürsorge ein. Das ist der Sinn des Wortes «katholisch». Um mit Terenz zu sprechen: «Nichts, was menschlich ist, ist dem Papst fremd». Vom Menschen sprechen heißt allen Menschen dienen, vor allem jenen, die am meisten darauf angewiesen sind. Das beginnt mit den geistigen Dingen, denn «der Mensch lebt nicht vom Brot allein».

Der Papst der Kultur

Johannes Paul II. ist ein Wissensquelll, und so wird begreiflich, dass er der Kultur jenen Ehrenplatz zuweist, der ihr zusteht in einer Welt, die reich ist an vielfältiger, jahrtausendealter Erfahrung mit Zivilisationen. Dafür schuf er einen eigenen Rat, der von den Kardinälen Garrone und Paul Poupard geleitet wurde. Letzterer war im Juni 1980 an der UNESCO, als der Heilige Vater mit seinem klaren Blick eine beeindruckende Parallele zwischen dem Menschen und der Kultur herstellte. Er sagte insbesondere: «Der Mensch kann nicht auf Kultur verzichten, denn sie ist ein unersetzbares Element für die Entfaltung jeder Zivilisation… Der Mensch steht mit seiner ganzen Unteilbarkeit im Mittelpunkt der Kultur. Er ist stets die erste und grundlegende Erscheinung von Kultur, die die einmalige Synthese des Geistes und des Leibes ist…» In Erinnerung an sein so oft unter Fremdherrschaft gestandenes Heimatland versichert er mit demselben Mut, dass keine Ideologie jemals mehr über die Weisheit gestellt werden darf. Vielleicht war das Attentat vom 13. Mai desselben Jahres eine Folge davon… In vielen Reden beschreibt er die Kultur als ein Element, das der Erhebung des Geistes dient. Ausgehend vom sozialen Zusammenhalt und von der Stabilität der Zivilisation müssen die bestehenden Machtstrukturen die Kultur fördern und ihr dienen durch ein tatsächliches Recht auf Erziehung und Unterricht in den Familien und in entsprechenden Institutionen.
Die öffentliche Meinung ist jedoch vor allem sensibilisiert worden durch seinen Kampf für die Freiheit und die Menschenwürde, der drei wesentlichen Richtlinien folgt.
Johannes Paul II. – Verfechter der Menschenrechte
Gott hat ihn aus der sogenannten «Kirche des Schweigens» geholt, und es ist ihm gelungen, sie vom europäischen Ghetto des Kommunismus zu befreien und zur westlichen «Lunge», die an ihre Grenzen gelangt war, jene zweite, östliche «Lunge» hinzuzufügen. Das war seinen Vorgängern nicht gelungen.
Unermüdlich verteidigt er die Benachteiligten unseres Planeten, die vom Geld, der häßlichen Kehrseite der Macht erdrosselt werden. Rechtlich tritt er für sie ein in internationalen Ansprachen und Texten, wie jener berühmte von Ouagadougou, der eine Art Charta für die Emanzipation der Dritten Welt ist. Und konkret begibt er sich in alle Gebiete, von den brasilianischen Favelas bis zu den afrikanischen Slums, um der hungernden Bevölkerung dort Worte des Trostes und der Hoffnung zu schenken. Er verteilt unter ihnen in dem ihm möglichen Maß die Gaben, die in Rom gespendet werden. (In Verbindung mit dem Rat Cor Unum, der lange von Kardinal Roger Etchegaray geleitet wurde.) Das ist die «Nächstenliebe des Papstes», die Gründungen, einen hingebungsvollen Dienst und Berufungen der Nächstenliebe weckt. Lange fand er in Mutter Teresa – die er am 19. Oktober dieses Jahres seliggesprochen hat – eine mitleidsvolle Frau, die ihm ebenbürtig war.
Bei ihr in Kalkutta war er zutiefst mit der Krankheit und dem menschlichen Elend in Berührung gekommen, als er die Sterbenden in Nirmal Hriday Ashram besuchte, «einem der beeindruckendsten Orte der Erde» (Oss. Romano) Von ihnen sagte er: «Auf dem Gesicht der Armen sehe ich das Angesicht Christi leuchten.» Und über Mutter Teresa: «In ihrem Lächeln, ihren Taten, ihren Worten ist Jesus von neuem über die Straßen dieser Welt gegangen.»
Und schließlich muss man der so schwer verwundeten Menschheit des 20. Jahrhunderts durch den Geist, durch Institutionen und durch den Willen zum Frieden dienen. Bewundernswerte Texte wie Centesimus Annus, Tertio Millennio Adveniente oder Novo Millennio Ineunte behandeln diese Fragen sowie die Zukunft der Erde, die nur auf gegenseitigem Verständnis und auf Ablehnung apokalyptischer Waffen aufgebaut werden kann.
Die päpstliche Diplomatie – die effizienteste der Welt – hat keine Mühe gescheut, um immer neue Konflikte zu lösen oder sie zu verhindern. Johannes Paul II. nahm die berühmten Aufrufe von Johannes XXIII. (Pacem in terris) und von Paul VI. wieder auf und ging zwei Mal zur UNO, um dort selbst auszurufen: «Nie mehr Krieg!» und die Grundlagen für einen wahren Frieden zu legen, der das Vorbedingung zu einer «Zivilisation der Liebe» ist. Um den Dialog mit den Staaten zu pflegen hat er die Zahl der Nuntiaturen von 85 auf 176 erhöht! Insbesondere hat er die Nuntiatur in den USA, in Israel und in Russland geschaffen. Seine Reisen haben nicht nur geistige, sondern auch politische Ziele. (Der Papst ist zugleich auch Staatschef!)
Was Europa anlangt, so hat er ganz undramatisch das Gespenst des Marxismus abwenden können, die Mauer der Schande niedergerissen und die Völlker einander näher gebracht. Er besteht darauf, dass die europäische Union, die sich ständig ausdehnt, sich in ihrer Konstitution klar und deutlich zu ihrem christlichen Erbe bekennt – das ihr Stolz und ihre Größe ist. Denn allein mit diesem Erbe kann sie eine Zukunft tiefen Friedens planen, weil sie auf den erhabensten Werten aufbaut.

Die Wege des Glaubens und der Liebe

Im Vergleich zur außerordentlichen Aktivität des Papstes ist dieser Überblick zwangsläufig sehr knapp. Doch zum Schluss soll noch einmal die Frage gestellt werden, wo die Quelle und das Geheimnis dieses unermüdlichen Schaffens zu suchen ist.
Das Wesentlichste ist sicher sein unaufhörliches, tiefes Gebet, in dessen Mittelpunkt die Eucharistie steht, sowie das Brevier und die Frömmigkeitsübungen, die ihm teuer sind, wie z. B. der Kreuzweg und der Rosenkranz. Viele Zeugen berichten, dass er «ein Denkmal des Gebetes» (A. Frossard) ist, das die ganze Kirche, die Menschheit und jede Person einschließt. Denn von 6 Uhr morgens bis 23 Uhr übt er die «Geographie des Gebetes», die den ganzen Erdball erreicht, insbesondere die Länder des Leidens und jene, deren Türen ihm verschlossen geblieben sind. Wir dürfen nicht vergessen, dass Johannes Paul II. genauso ein meditatives wie ein aktives Naturell besitzt. Dieser bemerkenswerten Ausgeglichenheit verdankt es die Welt, dass sie nicht in noch schlimmeren Übeln untergegangen ist als denen, die er durch sein Gebet und seine Prüfungen zurückhält.
Denn das zweite Wesentliche ist sein unerhörtes Leiden, das er mit höchster Demut und Würde so weit wie möglich verbirgt, das man jedoch durch die Offenbarung des dritten Geheimnisses von Fatima erahnen kann. Er ist der neue Christus, der «gebeugt von Kummer und mit wankendem Schritt» das schwere Kreuz des heutigen Golgotha trägt. In seinem Totus Tuus nimmt er es an, denn Gott kennt seine grenzenlose Großherzigkeit. Das schwerste Kreuz steht in Zusammenhang mit seinem Auftrag: Die Ablehnung Gottes, vor allem in den alten christlichen Ländern, die wie Heiden geworden sind; die allgemeine Missachtung der Zehn Gebote und der Ethik, für die er schon immer gekämpft hat. Im Herzen dieser beiden Anforderungen, die eine einzige sind, leidet er um der absoluten Achtung des Lebens und der menschlichen Person willen – die der Mittelpunkt seiner christozentrischen Philosophie ist.
Der dritte Punkt ist das sogenannte «Geheimnis des Königs» – sein persönlichster, verborgenster Bereich, den man aus Rücksichtnahme und Achtung vor ihm nur von außen betrachten kann. Es geht um seine Liebe, mehr noch vielleicht um seine unbeschreibliche Liebe, die er Jener entgegenbringt, die er seit seiner Kindheit und dem Tod seiner Mutter liebt: die Mutter Gottes, die Mutter der Waisen, aller Menschen, der Kirche, der Priester und der Päpste, wie es alle mittelalterlichen Fresken zeigen, die heilige Jungfrau Maria, zu der er so oft betet, sei es in der Kirche der Darstellung Jesu in Wadowice oder in Santa Maria Maggiore oder in den verehrten Heiligtümern seiner Heimat: Kalwaria – Zebrzydowska, Czestochowa… und in all jenen, die er auf der Erde durch seine Wallfahrten geehrt hat und bei denen Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz in Fatima an erster Stelle steht. Dieses Heiligtum hat er offiziell am meisten besucht, weil er – Johannes Paul II. – der Papst von Fatima» ist, der mitten in seinem Schmerz und in seinem fleischlichen Herzen den programmierten Atheismus tragen sollte, der auf der Welt so viel Übel angerichtet hat. Er sollte an der Spitze der geistigen und körperlichen Märtyrer unserer Zeit der Tränen und des Blutes stehen. Deshalb hat er an jenem 13. Mai 1981 begonnen, das seine auf dem Petersplatz zu vergießen. Er hat seine vollkommene Hingabe an ihr Unbeflecktes Herz zutiefst gelebt. Um diesem wahren Sohn ihre Dankbarkeit und die Macht der allgemeinen Weihe zu zeigen, um die sie die Kirche gebeten hatte und die die Niederlage Satans und ihren Sieg als Mutter aller sichert, hat Maria ihn verschont und ihm ein langes Leben gewährt, das zur Ehre Gottes und zu unserer Freude noch andauert.
Heiliger Vater, vergeben Sie der Welt ihr Murren und ihren Aufruhr! Danke für die vollkommene Hingabe Ihrer Person und Ihres Lebens! Wir versichern Ihnen unseren tiefen Dank und unser treues Gebet für Sie und alle Ihre Anliegen. Möge die Madonna von Jasna Gora – deren beide Narben auf der Wange vielleicht nicht Ihr Monogramm, so doch Ihr Leiden in Erinnerung rufen und damit die unerschöpfliche Fruchtbarkeit Ihres Dienstes als Nachfolger Petri – möge diese Madonna Sie beschützen und Sie in der anderen Welt mit dem Lorbeerkranz der Heiligkeit krönen.
Ad multos annos, Heiliger Vater!
Bernard BALAYN

 

 

 



Gebet:

Danke, lieber Vater, dass du Deine Braut und Mutter zu uns Menschen sendest. Du möchtest jede Deiner Seelen retten, denn alle stammen vor Dir, oh wunderbarer, lieber Vater!
Lerne uns diese Liebe, diese wahre Liebe zu Dir und den Menschen. Lass uns heute wieder anfangen die Botschaften zu leben, die Du uns durch Deine Mutter, die Du uns unter dem Kreuze gegeben hast, zu leben.
Wir bitten Dich um Barmherzigkeit für uns und alle Seelen, besonders für jene, die Deiner Barmherzigkeit am meisten bedürfen.
Maria, nimm uns in deinen Schutz! Gerade in diesen Tagen der großen Bedrängnis und der Gottesferne vertrauen wir uns dir an. Beschütze uns als dein Eigentum. Wir übergeben uns ganz und gar dir, unserer lieben Mutter. Wir empfehlen dir alle Menschen und bitten um dessen Rettung.

Heile uns auch, lieber Vater: Heile unsere Vergangenheit, heile das, was uns belastet und hindert, Dich zu lieben, uns Dir ganz hinzugeben. Heile die Wunden die durch unsere Schuld an uns und anderen entstanden sind.
Heile auch das, was andere uns zugefügt haben
. Hilf uns zu vergeben, wahrhaft vergeben und genau diese Menschen wahrhaft zu lieben und dir zu empfehlen.
Vater, Du bist gut, immer gut, Du liebst mich,
Du willst mich heilen, und heilst mich! Aber auf Deine Weise! Dein Wille geschehe, danke für Deine Liebe zu mir, zu uns Menschen.

Wir bitten auch auf die Fürsprache des Seligen Papstes Johannes Paul II um Schutz und Beistand für die Kirche Christi in diesen so sehr bedrängten Tagen.
Führe sie, leite sie, eine sie.
Wir beten für Papst Benedikt XVI, der hart bedrängt wird und bald fliehen muss.
Herr, stehe uns bei.
Maria, bitte für uns.

 Amen.
 

 

Weiterführende Themen: 

Garabandal  /  Maria  / Medjugorje  /

 

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