Kirche Weitental

†  Gott ist die Liebe - Er liebt dich  †

 Gott ist der beste und liebste Vater, immer bereit zu verzeihen, Er sehnt sich nach dir, wende dich an Ihn
nähere dich deinem Vater, der nichts als Liebe ist. Bei Ihm findest du wahren und echten Frieden, der alles Irdische überstrahlt

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hat mich gerufen

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"Manches aufzugeben, was mir bis dahin sehr wichtig erschien, war fast wie ein kleiner Todeskampf," erinnert sich Erich heute. Die Eltern verstehen den Entschluß des Sohnes nur schwer, sie hatten gehofft, er möge einen "soliden" Beruf ergreifen, gehen dann aber doch seinen Weg mit. "Ich habe immer gespürt: Ich kann nicht voll ins Berufsleben einsteigen. Da gab es einfach ein Hindernis - auch in Bezug zum Heiraten. Ich habe immer sehr stark gespürt, daß ich das nicht soll.".
...“Ich glaube, daß es eine Verantwortung gibt, für die Menschen, die sich nach ihrer Berufung fragen, zu beten. Die Berufungen kommen nicht aus irgendwelchen pastoralen Plänen, sondern zuerst aus dem Gebet und dem Opfer der Menschen in den Pfarren: damit der Vater Arbeiter in die Ernte schickt....
V2000/5/2005


 
Priester

Erich Neidhart ist einer der zwei Lieblingspriester meines achtjährigen Enkels Paul: groß, blond, gut aussehend, Fröhlichkeit ausstrahlend. Für eine Kindersendung von Radio Maria hat jener ihn über seinen Lebensweg, seinen Glauben, seine derzeitigen Tätigkeiten als Kaplan, seine Wünsche für die Zukunft aber auch seine Vorstellungen von Fegefeuer und Himmel befragt. Tja, da wächst mir offenbar Konkurrenz heran!

Ich war dabei als Pauli seine Fragen stellte und Erich Neidhart auf seine liebevolle, einfühlsame, aber auch humorvolle Art darauf geantwortet hat. Man konnte sehen, daß sich die beiden, so unterschiedlichen Blonden gut verstanden. Und die kleinen Zuhörer von Radio Maria konnten so einiges über den Werdegang eines Priesters erfahren. Warum nicht auch die Leser von V. 2000?, dachte ich mir und so bin ich, zum Zweck eines Interviews, ins schöne Weinviertel in die Pfarre Ernstbrunn, wo Erich Neidhart derzeit als Kaplan wirkt, gefahren. Nach einer kurzen Führung durch die Räumlichkeiten des Pfarrhauses kann ich meine Fragen stellen. Der junge Kaplan antwortet auf unkomplizierte und offene Art.

Geboren wurde er in Wien im 18. Bezirk, seine Kindheit verbringt er mit Eltern und einem älteren Bruder in Gerasdorf, an der nördlichen Stadtgrenze der Hauptstadt. Nach der Volksschule besucht er im 21. Wiener Bez. das Gymnasium und die Handelsakademie.

Er ist nicht unbedingt ein braver Schüler, eher schon “eine Rübe", wie er sich rückblickend bezeichnet. “Ich war frech und immer zu Dummheiten aufgelegt". Dementsprechend die Betragensnoten! Daheim ist er durch seinen Bewegungsdrang extrem unfallgefährdet. Einmal als Kind öffnet er die Senkgrube ,stürzt beinahe hinein und wäre dort versunken, hätte die Mutter nicht zufällig kurz vor dem totalen Absturz aus dem Fenster geschaut und ihn gerettet. Lachend meint Erich, er hätte in seiner Jugend wohl an die 300 Schutzengel beschäftigt.

“Bist du als Kind gerne in die Kirche gegangen?", hat ihn Pauli bei seinem Interview gefragt. Und Erich muß schmunzelnd gestehen: “Bis ich 14 Jahre alt war, bin ich regelmäßig - oder sagen wir öfters - in die Kirche gegangen, weil wir eine sehr gläubige Urgroßmutter hatten, die darauf bestanden hat, daß wir Kinder sonntags in die Heilige Messe gehen. Die Eltern sind seltener in die Kirche gegangen. Aber nach der Firmung haben sich die Meßbesuche aufgehört, denn die Kirche war damals nichts für mich: Die Lieder fand ich fad, die Predigt langweilig, kalt war mir meistens und mit dem Kopf war ich schon längst wieder draußen. Und daß Beten eine Begegnung mit Gott ist, hatte ich auch früher nie erfahren."

Zwischen dem 14. und 18. Lebensjahr sei er nur sehr selten in der Messe gewesen. Und lächelnd ergänzt er: “Jetzt hole ich alles nach und bin jeden Tag in der Kirche." Wie gut, daß man Gewohnheiten, die man ablegen, auch wieder aufnehmen kann!

Berufswünsche in dieser Zeit? Eigentlich keine besonderen. Mit 18 würde er gerne Tierarzt werden. Doch das Studium ist mit zuviel Chemie gespickt und diese Materie liegt ihm nicht. So beginnt er nach dem Bundesheer, wo er zum Sanitäter ausgebildet wird und dann im Offizierskasino arbeitet, eine Optikerlehre und studiert nebenbei an der Wirtschaftsuni. Aber schon drei Jahre vorher, in der vierten Klasse der Handelsakademie ist er zum ersten Mal nach Medjugorje gefahren. Sein Bruder was schon dort gewesen und auch Erich wird neugierig und fährt in das bosnisch-herzegowinische Dorf.

Hat wirklich nur die Neugierde ihn hingeführt? Den Radiokindern erklärt es Erich folgendermaßen: “Der liebe Gott hat sich gesagt: Bei dem Kerl, dem Erich, muß man ein kleines Wunder bewirken. Den schicke ich nach Medjugorje. Und dort habe ich mir gedacht: Ich weiß zwar nicht genau, ob die Muttergottes hier wirklich erscheint, aber wenn es so ist, daß Gott durch Seine Mutter Maria hier den Menschen etwas sagen will, möchte ich es hören und auch tun."

Um auf Gott zu hören, war es notwendig, mit dem Beten neu zu beginnen. Allerdings muß er gestehen: “Ich wußte damals nicht einmal mehr, wie man das “Gegrüßet seist du Maria" betet oder das Glaubensbekennntis. Nur das Vaterunser war mir noch geläufig." Ab jetzt wird also gebetet - erstmals auch gemeinsam mit anderen.

Doch das wichtigste Geschenk in Medjugorje: Er spürt, daß er beichten gehen muß: Bei Radio Maria erzählt er das so: “Ich habe mir gesagt: ,Erich, du bist ein Stritzi, ein Schlingel, du mußt Gott alle deine Sünden geben, damit Gott wieder ganz zu dir kommen kann.' Ich war mir einfach sicher, daß ich zur Beichte gehen muß. Wie man das macht, wußte ich allerdings nicht. Der Priester hat mir aber sehr geholfen."

Daheim in Wien reichen all diese Erfahrungen jedoch nicht, daß Erich die Sonntagsmesse besucht. Aber es war der erste Schritt auf einem langen, kontinuierlichen und konsequenten Weg auf Jesus zu. Zunächst schließt er sich einem Medjugorje-Gebetskreis an. Er findet donnerstags abends in der Dominikanerkirche statt. Eines Tages überlegt er, daß der Sonntag schließlich der Tag des Herrn sei und er da eigentlich die Heilige Messe besuchen sollte. Je öfter er dies nun tut, desto schönere Erfahrungen macht er dabei. Ist ihm noch langweilig? Keine Spur!

Er stellt nämlich fest, daß es nicht darum geht, daß er gnädigerweise ein wenig seiner kostbaren Zeit hergibt, sondern daß Gott ihn in der Messe auf wunderbare Weise beschenkt. Eine unglaublich wertvolle Erkenntnis, ja vielleicht die Wichtigste überhaupt damals.

In dieser Zeit wird ihm Medjugorje langsam zur zweiten Heimat. Da er es mit dem Studieren nicht so eilig, hat fährt er, so oft es seine Zeit erlaubt, an den Ort, wo seine Umkehr begonnen hat. Dort tankt er immer wieder Kraft. Ab 1987 nimmt er an einem Jugendgebetskreis bei den Schotten in Wien teil. Da gibt es zweimal wöchentlich Anbetung und Messe. Sein Glaube vertieft sich stetig.

Zu diesem Wachsen im Glauben dürfte auch eine Begebenheit in Jugoslawien beigetragen haben: Erich und ein Freund hatten P. Slavko Barbaric in einer rasanten Autofahrt - mit dem um eine unfallfreie Reise betenden Pater im Fonds - zu einer Firmung von Wien zurück nach Medjugorje gebracht. Als die beiden jungen Männer wieder auf der Rückfahrt durch Bosnien sind, fängt es zu regnen an. Die Straße wird extrem glatt, das Auto kommt von der Straße ab. Drei Bäume werden gefällt und sechs Meter Zaun plattgedrückt. Der Wagen: Totalschaden - die Burschen wunderbarerweise heil, obwohl nicht angegurtet. Nur leichte Kratzer.

Ein Jahr später liest Erich die Botschaft der Gospa vom selben Tag, vom 25. April 1988. Sie endet mit den Worten: “Ich bin mit euch und freue mich über eure Umkehr und beschütze euch mit meinem mütterlichen Mantel." Da weiß Erich sofort: Die Worte “Umkehr" und “Schutz" hatten ihnen beiden in besonderer Weise gegolten. Ein Wunder der Vorsehung?!

In der Oase des Friedens in Wien lernt Erich eine intensivere Art des christlichen Lebens kennen. In dieser Zeit - mitten im Wirtschaftsstudium - taucht erstmals der Gedanke auf, Priester zu werden. Noch ist es nicht konkret. Jedenfalls fährt er weiterhin oft nach Medjugorje, begleitet Pilgerbusse. Wie oft er in Medjugorje gewesen sei? “Keine Ahnung, bei 100 Reisen habe ich zu zählen aufgehört."

Nach Abschluß der Optikerlehre arbeitet Erich halbtags in einer Bank. 1993 schließt er das Studium ab und will der Frage seiner Berufung mehr auf den Grund gehen. So übersiedelt er nach Würzburg zu einem Dominikanerpater, den er in Wien beim Gebetskreis kennen gelernt hatte und der in einem alten Zisterzienserkloster eine Neugründung anstrebt. Nun beginnt der mittlerweile nicht mehr ganz junge Mann auch mit dem Theologiestudium. Nach 2,5 Jahren in Deutschland und nach Beendigung des ersten Studienabschnitts kehrt Erich wieder nach Wien zurück.

Hier wohnt er nun bei einem Freund, arbeitet wieder halbtags in der Bank und studiert weiter Theologie. Mit dem Studium ist er fast fertig. Es fehlen nur mehr wenige Prüfungen, die Diplomarbeit und die Schlußprüfung. Erich fühlt sich zum Priestertum sehr hingezogen, kann sich aber doch nicht zum Eintritt ins Priesterseminar entschließen. Was war das Schwere an der Entscheidung? “Die grundlegende Frage, die ich mir immer wieder stellte, war, ob Gott wirklich mich meint, mich ruft. Und damit verbunden die Entscheidung zwischen Ehe und Familie oder Priestertum."

Auf der Suche nach einem geistlichen Begleiter, der ihm bei der Entscheidung helfen soll, empfiehlt man ihm den Jesuitenpater Erich Drögsler. Nach dem ersten Treffen erzählt ihm dieser, daß er gefragt worden sei, ob er nicht Spiritual im Priesterseminar werden wolle. Zufall? Jedenfalls wird dem jungen Mann nun - wir schreiben 1999 - klar: “Wenn ich jetzt nicht gehe, schaffe ich es später nicht mehr." Also nimmt er sich ein Herz und tritt ins Wiener Priesterseminar ein.

“Manches aufzugeben, was mir bis dahin sehr wichtig erschien, war fast wie ein kleiner Todeskampf," erinnert sich Erich heute. Die Eltern verstehen den Entschluß des Sohnes nur schwer, sie hatten gehofft, er möge einen “soliden" Beruf ergreifen, gehen dann aber doch seinen Weg mit. “Ich habe immer gespürt: Ich kann nicht voll ins Berufsleben einsteigen. Da gab es einfach ein Hindernis - auch in Bezug zum Heiraten. Ich habe immer sehr stark gespürt, daß ich das nicht soll."

Als dann die Entscheidung gefallen ist, geht es bergauf. Es gibt keine grundlegenden Zweifel mehr. Mit der Diakonenweihe wurde es ganz klar: Er hatte eigentlich keine Wahl, denn Gott hatte ihn erwählt: “Hätte ich mich anders entschieden, hätte ich mir selbst nichts Gutes getan". Zwei Jahre im Priesterseminar vergehen rasch: “Das war eine sehr gute Zeit. Eine Schule des gemeinschaftlichen Lebens und des Gebets."

Es folgt ein zweijähriger Einsatz, zuerst als Pastoralpraktikant, dann als Diakon in einer Wiener Pfarre. Er erzählt, er habe dort in vielen Bereichen dazulernen können: viele Methoden, unter anderem auch für die Arbeit mit Kindern. Er macht schöne Erfahrungen mit Studenten, die für die Ministrantenarbeit verantwortlich sind.

Gemeinsam beten sie und sprechen über den Glauben. Seine klare katholische Linie eckt aber auch bei manchen an. Und so bewährt und festigt sich in diesen Spannungen die Treue zur Lehre der Kirche (sowie die eigene Widerstandsfähigkeit). Zu seiner großen Freude schenkt ihm die Pfarrgemeinde ein wunderschönes Meßgewand zur Priesterweihe am 29. Juni 2002.

Sein erster Einsatzort als Priester ist nun Ernstbrunn im Weinviertel, mitten in einer wunderschönen Landschaft. Paulis Frage in der Kindersendung, ob er je bereut habe, Priester geworden zu sein, verneint er lächelnd: “Je länger man Priester ist, desto schöner wird es. Am Anfang weiß man ja gar nicht wie es wird." Was ist denn das Schönste am Priestersein?", hat mein Enkel dann nachgebohrt, worauf Erich zurückfragte, was denn der junge Interviewpartner dazu meine. Darauf dieser, begeistert und wie aus der Pistole geschossen: “Vor so vielen Leuten zu stehen." Da muß Erich herzlich lachen. Gerade das sei ihm anfangs gar nicht so leicht gefallen, erzählt er.

Paulis nächster Vorschlag, das Schönste sei wohl, daß er alles für Gott machen dürfe, trifft die Sache dann schon besser. “Da hast du recht," meint der junge Priester," das Schönste ist, daß Jesus mich gerufen hat, Priester zu werden. Ich merke, wenn ich tue, was Gott von mir möchte, dann habe ich die größte Freude in mir. Da ist es nicht wichtig, was ich tue: Ob ich mit Kindern über Gott rede oder mit Senioren arbeite, wichtig ist nur, daß ich immer Priester bin."

Was denn nun seine Aufgabenbereiche hier in der Pfarre seien, frage ich ihn nun, als wir uns hier in Ernstbrunn gegenübersitzen. Ich merke dem Kaplan die Freude an, als er erzählt: “Ich bin jetzt das dritte Jahr in Ernstbrunn. Meine Aufgaben hier sind vor allem die Firm- und Erstkommunionvorbereitung, sowie die Ministrantenarbeit.

Sein wichtigstes Anliegen? “Die Menschen zum Gebet zu führen. Bei allen Treffen, ob im Pfarrgemeinderat, bei Elterntreffen oder in der Sakramentenvorbereitung beten wir immer auch gemeinsam, singen einige Lieder. So werden die Gläubigen angeregt, auch persönlich und in der Familie mit dem Gebet zu beginnen."

Freude an einem lebendigen Glauben zu vermitteln, ist ihm vor allem auch bei den Jugendlichen ein großes Anliegen. “Während der Firmvorbereitung waren wir ein Wochenende in Marchegg bei der Johannesgemeinschaft. Dort leben junge Leute ein Jahr lang in einer ,Lebensschule' mit der Gemeinschaft mit. Diese Jugendlichen haben Zeugnis abgelegt. Das und auch die Mönche haben die Firmlinge beeindruckt."

Einige von ihnen hat der Kaplan heuer zur Jugendwoche nach Pöllau - er selbst hat dort heuer zum dritten Mal mitgewirkt - mitgenommen: Mehr als 300 Jugendliche zwischen 13 und über 20 haben diesmal daran teilgenommen. “Ich habe noch nie etwas kennengelernt, das junge Leute in so kurzer Zeit so intensiv an den Glauben heranführt. Alles Wichtige lernen sie hier kennen: andere junge Christen, gemeinsames Gebet, Lobpreis, Eucharistie, Beichte. Die Jugendlichen lernen den Glauben als das kennen, was er ist: etwas Wunderschönes. Geboten wird eine gute Mischung aus allgemeinem Angebot, Sport, Workshops, eine religiöse Hinführung, die zu einer Entscheidung führen soll. An einem Abend können alle vortreten, die sich aus freien Stücken entschlossen haben, ein christliches Leben mit allen Konsequenzen zu führen - auch jene, die eine Priester- oder Ordensberufung in sich spüren. Niemand wird gedrängt, das wäre ganz verkehrt."

Die Jugendlichen seiner Pfarre waren begeistert von den Tagen in Pöllau, so sehr, daß sie von sich aus beschlossen, gleich mit einer Gebetsgruppe zu beginnen. Eine Freude für den jungen Priester. “Die Jugendlichen sind motiviert, gemeinsam weiterzumachen. Das ist eine große Hilfe für den einzelnen, denn so kann das, was Gott geschenkt hat, wachsen."

Mit zwei älteren Jugendlichen war der Kaplan auf dem Weltjugendtreffen in Köln. Worauf ich sofort wissen will, wie er denn Köln persönlich erlebt habe. Und wieder spüre ich seine ansteckende Freude, als er berichtet: “Wunderbar war, die Kirche so international zu erleben. Von Medjugorje her kannte ich das. Aber beim Weltjugendtreffen ist diese Erfahrung schon von der Menge der Teilnehmer her noch einmal eindrucksvoller: die vielen Begegnungen. Man redet die Leute einfach an, plaudert selbstverständlich über den Glauben. Zu sehen, daß die eigene Ortskirche teil einer weltumspannenden Gemeinschaft ist, ist eine besondere Erfahrung. Sehr viel Glaubensleben geschieht schon in der Vorbereitungswoche vor der Ankunft des Papstes: Anbetung, Stille, Lieder, Katechesen."

Nach kurzem Überlegen fährt er fort: “Was für mich noch sehr schön war: Dort kommt all das vor, was in der Pfarre nur sporadisch anzutreffen ist: viele Beichten von jungen Leuten. Ich habe sehr viel Beichte gehört. Diesen grundlegenden Dienst der Versöhnung erlebt man sonst als Priester nicht so."

Zurück zu seiner Arbeit in der Pfarre. Schwerpunkt Kinder und Jugend und die Einladung zum Gebet: “Zum Gebet zu ermutigen halte ich für das Wichtigste, es ist für mich auch ein Schwerpunkt in der Beichte. Wir sollen Gott in der Stille im Gebet begegnen. Jede Pfarre sollte eigentlich eine Gebetsschule sein. Ich glaube davon hängt alles ab, auch ob eine Pfarre erneuert wird. Letztlich ist das eine Frucht des Gebets. Da muß man jene, die dazu bereit sind, stärken."

Und noch ein großes Anliegen: Gebet und Opfer für das Geschenk des Glaubens, aber besonders für Berufungen: “Ich glaube, daß es eine Verantwortung gibt, für die Menschen, die sich nach ihrer Berufung fragen, zu beten. Die Berufungen kommen nicht aus irgendwelchen pastoralen Plänen, sondern zuerst aus dem Gebet und dem Opfer der Menschen in den Pfarren: damit der Vater Arbeiter in die Ernte schickt. Es gibt genug Berufene. Aber sie brauchen das Gebet: das eigene und das der anderen. Ohne das Gebet kann man auch die Berufung dann nicht so leben, wie Gott sie schenkt."

Nach einem Moment des stillen Nachdenkens ergänzt er: “Wir müssen die Verantwortung für die Kirche im eigenen Land sehen, das ist das Um und Auf. Wenn die Berufungen ausbleiben, liegt das am fehlenden Gebet. Mit dem Gebet steht und fällt alles. Als Christen dürfen wir uns nicht mit der Sonntagsmesse zufrieden geben, es braucht auch das persönliche und gemeinsame Gebet zu Hause, um so im Glauben zu wachsen. Und das geht nur, wenn wir uns Zeit für Gott nehmen und auf Ihn im Gebet hören."

Zum Schluß unseres Gesprächs erzählt mir Erich noch eine nette kleine Geschichte: Seit 1999 lerne er kroatisch. Angeregt dazu wurde er, als er noch in der Bank arbeitete, meist nachts. Damals hörte er oft dem Geplauder der kroatischen Bedienerinnen zu. Eine schöne Sprache, dachte er bei sich und nahm sich vor, sie zu erlernen. Keine leichte Sache. Erst im zweiten Jahr des Sprachstudiums gelang es ihm, sich halbwegs zu verständigen. Für seinen Eifer belohnt wurde er heuer im Sommer bei einem Urlaub mit einem Freund auf der Insel Hvar. Die beiden jungen Priester fanden eine Unterkunft in einem kleinen Dorf direkt am Strand. Neben dem Haus, in dem sich ihr Zimmer befand, war eine Kapelle. Dort feierten sie in der Früh Heilige Messe - in einer Mischung aus Deutsch und Kroatisch. Lächelnd erzählt Erich: "Einige ältere Leute sind gekommen und waren so dankbar. Wir haben gleich ihre Intentionen übernommen. Sie haben uns dann zum Essen, in die Lokale ihrer Kinder und Enkeln, eingeladen. Das war sehr gemütlich und wirklich nett. Wir haben uns wie in einer Familie aufgehoben gefühlt."
Alexa Gaspari

 

Weiterführende Themen: 

Das innerliche Leben  Nahtoderfahrungen  / Sterbestunde  /

 

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