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Die Hl. Walburga

25. Februar

 

Machen wir uns dieser Macht der Gemeinschaft der Heiligen wieder bewusst! Leben wir sie! Sie bitten für uns, rufen wir sie an!

 

Äbtissin in Heidenheim/Franken
* um 710 in Devonshire/England,
+ am 25. Februar 779 in Heidenheim/Franken

 

 

Walburga wurde um das Jahr 710 als Tochter von König Richard, dem Angelsachsen, und seiner Frau Wunna in Devonshire/England geboren. Früh verwaist, soll sie bereits im Alter von 10 oder 11 Jahren in das Kloster von Wimborne in Dorset aufgenommen worden sein. Zu dieser Zeit war dieser Konvent für die Gelehrsamkeit und gute Ausbildung junger Frauen aus der westsächsischen Oberschicht bekannt, für die eine Heirat nicht vorgesehen war. Dort verbrachte sie rund 26 Jahre ihres Lebens und wurde von Äbtissin Tetta sorgfältig auf eine Aufgabe als Missionsleiterin in den zu dieser Zeit weitgehend noch nicht christlich geprägten deutschen Landen vorbereitet.

Davon beeindruckt, dass ihre Brüder Wunibald und Willibald dem Ruf ihres Onkels Bonifatius gefolgt waren, das Festland zu missionieren, wollte sie es diesen gleichtun. Beide - Wunibald und Willibald - pilgerten zunächst nach Rom - Willibald kam sogar bis nach Jerusalem - und an die bis heute bedeutendsten Wallfahrtsstätten des Christentums. Anschließend ließen sich Wunibald und Willibald im päpstlichen Auftrag im heutigen süddeutschen Raum nieder, um ihrer Missionsarbeit nachzugehen: Wunibald in Heidenheim (Mittelfranken) und Willibald in Eichstätt als Gründer des dortigen Bistums, dem dieser mehr als 45 Jahre lang bis zu seinem Tod im Jahre 781 als Bischof vorstand.

Nachdem nun Wunibald seine Schwester Walburga während eines Besuches in der Heimat für die Mission gewinnen konnte, überquerte somit auch Walburga den Ärmelkanal und ging vermutlich bei Antwerpen an Land. Bei dieser Überfahrt waren wohl auch die junge Nonne Hugeburc, welche später eine Vita von Walburgas Brüdern Willibald und Wunibald verfasste, Walburgas Verwandte Lioba und andere Nonnen zugegen. Die Fahrt verlief leider sehr stürmisch, und so geriet das Schiff in Seenot. Der Legende nach soll Walburga die ganze Zeit über im Gebet kniend an Deck verbracht haben, bis das Schiff heil in den Hafen von Antwerpen einlief. Daher gilt sie bis heute als Schutzpatronin der Seeleute und zugleich als Schutzheilige gegen jedweglichen Sturm.

Die neue Heimat Walburgas befand sich nun zunächst in Tauberbischofsheim, wo sie in dem von Lioba geleiteten Kloster als Nonne wirkte.

Im Jahre 761, nach dem Tod ihres Bruders Wunibald von Heidenheim, übernahm Walburga das von ihm etwa zehn Jahre zuvor gegründete Männerkloster Heidenheim, einen wichtigen Missionsstützpunkt, zu dem wenig später ein Frauenkloster hinzukam. Durch die Leitung dieses mächtigen Doppelklosters wurde Walburga zu einer der bedeutendsten Frauen des christlichen Europas und gilt bis heute als prominentes Beispiel für die Entfaltungsmöglichkeiten begabter und engagierter Frauen aus der Oberschicht während dieser Epoche und darüber hinaus, wobei der im Jahre 754 im friesischen Dokkum erschlagene Bonifatius einer der ersten gewesen sein soll, der gezielt Frauen für seine Missionsarbeit heranzog.

Der Walpurgisbiograf Wolfhard von Herrieden berichtete rund 200 Jahre später übrigens von zwei Wundern, die Walburga in dieser Zeit gewirkt haben soll. Demnach soll sie einmal ein Kind mit Hilfe dreier Ähren vor dem Verhungern gerettet und ein anderes Mal einen tollwütigen Hund erfolgreich beruhigt haben. Auch von Krankenheilungen und der Rettung einer im Kindbettfieber danieder liegenden Wöchnerin wird berichtet. Daher gilt sie bis heute neben vielerlei anderen Zuständigkeiten auch als Schutzheilige gegen Krankheiten und Seuchen, Tollwut, Hungersnot und Missernte sowie als Patronin der Kranken und Wöchnerinnen, aber auch der Bauern.

Das von den Heidenheimer Klosterannalen auf den 25. Februar 779 festgelegte Sterbedatum Walburgas ist leider nicht eindeutig belegbar, da auch ein Datum im Jahre 780 infrage käme. Belegt ist aber, dass Walburga deren Bruder Willibald, welcher Bischof von Eichstätt war, dieser in der letzten Stunde beistand, wobei die beiden Klöster in Heidenheim nach dem Tod Walburgas an ihn zurückfielen und später geschlossen wurden.

Heiligsprechung und Geschichte ihrer Verehrung:

Die Heiligsprechung Walburgas durch Papst Hadrian II. erfolgte am 1. Mai (vermutlich im Jahre 870) anlässlich der Umbettung ihrer Gebeine, veranlasst durch Bischof Otgar von Eichstätt. Ihr Grab befand sich zunächst in der Heilig-Kreuz-Kirche, heute ist es im Benediktinerinnen-Kloster St. Walburg in Eichstätt beheimatet.

In der Folgezeit wurde der aufblühende Reliquien-Kult um Walburga vor allem durch den elitär geprägten Benediktinerorden, durch die Bischöfe und den Adel forciert und gefördert, um ein Gegengewicht gegen die äußert populären Volksheiligen zu setzen und den Führungsanspruch des Adels innerhalb der christlichen Welt dauerhaft zu festigen. Einen Höhepunkt erreichte der Walburga-Kult im 11. Jahrhundert unter dem Kölner Erzbischof Anno II., der Walburgas Hirnschale und Reisestab um 1069 nach Berg, später Walberberg (Stadtteil von Bornheim bei Bonn), verbrachte, wobei diese noch heute in der Pfarrkirche des Ortes verwahrt werden.

Im Jahre 893 hatte die Nonne Liubila zusammen mit ihrer Schwester Gerlind ein Kloster in Monheim gegründet und stellte es unter den Schutz der hl. Walburga. Zudem erbat sie sich hierfür Reliquien.

Vor allem im ausgehenden Mittelalter, welches geprägt war durch schwere Seuchen und Hungerepidemien, erreichte die Walburga-Verehrung als Nothelferin und Schutzpatronin in Deutschland sowie im nördlichen Frankreich große Bedeutung. Bis heute finden sich Reliquien, Wallfahrts- und Erinnerungsstätten der Heiligen nicht nur in Eichstätt, Monheim und Walberberg, sondern u. a. auch in Köln, in Overath, im Eifelort Usch, an Orten in Österreich und der Schweiz, in den Niederlanden sowie besonders häufig in der Normandie und in belgischen Städten wie Antwerpen, Oudenaarde und Veurne.

Walburga wurde insbesondere von weiblichen Klostergemeinschaften verehrt, so auch im Stift Essen. Auch im Damenstift Meschede wurden bereits seit dem 10. Jahrhundert Reliquien der Heiligen verehrt. Selbst in kleinen Dörfern und auf Bergen finden sich vor allem sogenannte Walpurgiskapellen als bis heute beliebte Wallfahrtsziele. An den Küsten Flanderns und der Normandie erbat sich die bedrängte Bevölkerung von Walburga vor allem Beistand gegen marodierende Piraten. Einige Walburga-Orte, wie St. Walburga im westfälischen Werl, liegen an der Pilgerstrecke des Jakobsweges.

Seit 1042 soll unter Walburgas Reliquienschrein alljährlich von Oktober bis Ende Februar eine Flüssigkeit, das sogenannte Walburgisöl, austreten. Pilger können es bis heute in Fläschchen abgefüllt im Kloster bekommen.
Vor allem am 25. Februar, Walburgas katholischem Gedenktag, strömen zahlreiche Pilger zu dem wundertätigen Schrein in Eichstätt. Seit dem 15. Jahrhundert wurde Walburga auch auf Gemälden stets mit einem derartigen Ölfläschchen abgebildet.

Im Jahr 2000 schuf der mittelfränkische Bildhauer Ernst Steinacker vor der Walpurgiskapelle auf dem nach Walburga benannten Berg Walberla oder Ehrenbürg in Kirchehrenbach bei Forchheim eine moderne Bronzestatue der Schutzheiligen mit Reisestab und umgehängtem Ölfläschchen.

Eines war Walburga in der Tat: eine gemäß ihrem Namen wahre Trutzburg des Christentums und eine echte Europäerin.

Gebet zur hl. Walburga:

Oh Jungfrau voll Güte, wert aller Liebe, reich an Erbarmen, würdig des Lobes, reinen Herzens und lauteren Sinnes, von Gott geliebt und verherrlicht: Oh hl. Walburga, du Helferin der Menschen, nimm dich unser aller an, die wir in Not sind, und erwirke uns von Gott Heilung, Trost und Frieden. Amen.
 

Ihr Heiligen Gottes
Bittet für uns!
 Amen.
 

 

Weiterführende Themen: 

Gemeinschaft der Heiligen
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