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*Anbetung live*

Hubert

30. Mai (3. November)

Machen wir uns dieser Macht der Gemeinschaft der Heiligen wieder bewusst! Leben wir sie! Sie bitten für uns, rufen wir sie an!

 

Apostel, Glaubensbote in Indien (?), Märtyrer (?)

Glaubensbote in den Ardennen, Bischof von Maastricht und Lüttich
* um 655 in Toulouse in Frankreich (?)
† 30. Mai 727 in Tervuren bei Brüssel in Belgien

 

 

Was wissen wir über den historischen Hubertus?

Am 13. Mai 706 taucht ein gewisser Chuchobertus episcopus in der Zeugenliste einer Schenkungsurkunde Pippins d. M. und seiner Frau Plektrud für die Abtei Echternach auf. Dieser Bischof Chuchobertus ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der nachmalige heilige Hubertus.

Aufhorchen lässt die Stellung des Namens in der Zeugenliste, der als vierter nach den Namen des Stifterehepaares und dessen Sohn Drogo rangiert. Daraus wird man schließen dürfen, dass Bischof Hubertus in einem besonderen Verhältnis zu Pippin und Plektrud gestanden haben muss. Plektruds Schwester Bertrada d. Ä. war Mutter des Grafen Charibert von Laon, ihre Enkelin Bertrada d. J. war die Mutter Karls des Großen.

Pippin d.M. konnte durch seine Heirat mit Plektrud eine starke Stellung im Gebiet zwischen Mosel, Rhein und Maas gewinnen. Diese Tatsache trug wesentlich zum Aufstieg der Arnulfinger bei. Pippin selbst war ein Enkel Arnulfs von Metz. Nach dem Tode Pippins d. M. am 16. Dezember 714 übernahm Karl, dem man später den Beinamen "Martell" (Hammer) gab, die Macht und die Führung des arnulfingischen Hauses. Er war Vater Pippins d. J. und Großvater Karls des Großen.

Schon diese wenigen Namen und genealogischen Verbindungen zeigen, dass Bischof Hubertus in enger verwandtschaftlicher Beziehung zur höchsten Reichsaristokratie gestanden haben muss, deren Mitglieder sich bleibende Verdienste um die Christianisierung des Landes und den Landesausbau erworben haben. Wir sehen ihn in enger Verbindung mit den Karolingern.

Das Geburtsjahr des Hubertus, um 655, kann nur erschlossen werden. Er folgt zwischen 703 und 705 seinem Lehrer, dem heiligen Lambertus, nach dessen Ermordung auf den Bischofsstuhl von Tongern und Maastricht. Wahrscheinlich im Jahre 718 übertrug Hubertus die Gebeine seines Vorgängers, die bisher in Maastricht geruht hatten, nach Lüttich, den Ort seines Martyriums. Dort ließ der neue Bischof eine Kirche zu Ehren des hl. Lambertus und eine zu Ehren des hl. Petrus errichten. Um diese Zeit verlegte er seinen eigenen bischöflichen Sitz von Maastricht nach Lüttich.

Seine Sorge galt der Mission und der Festigung der kirchlichen Strukturen in seiner Diözese, vor allem im Raum der Ardennen und in Brabant. Dies konnte gewiss nur im Zusammenwirken mit den politischen Kräften und den großen Familien der Zeit gelingen.

Dem Bericht seines ersten Biographen zufolge starb Hubertus am 30. Mai 727 auf einer Reise in Tervueren und wurde in der Lütticher St. Petrus-Kirche beigesetzt.

Seine kirchenpolitische Bedeutung, in Verbindung mit der verwandtschaftlichen Beziehung zum karolingischen Herrscherhaus, führt zur "Erhebung" seiner Gebeine am 3. November 743 in Gegenwart des Hausmeiers Karlmann, des Sohnes von Karl Martell. Damit war nach damaliger Auffassung die Heiligsprechung vollzogen. Als Festtag des heiligen Hubertus gilt allgemein der 3. November, der Tag seiner Elevation.

Altveus, Abt des Klosters Andage (Andain, Andagium, Andainum) in den Ardennen, erbat 822 vom Bischof Walcaud von Lüttich die Erlaubnis, in seiner Abteikirche die Reliquien des hl. Hubertus unterzubringen, um das geistige Prestige von Andage zu heben und der Abtei Einkünfte aus Wallfahrten und Zuwendungen zu ermöglichen. Gleichzeitig wurde damit der Einfluss des Bischofs in einer Randzone der Diözese vergrößert.

Am 21. September 824 wurden die Gebeine in Lüttich nochmals erhoben und kamen am 30. Mai 825 in der Benediktinerabtei Andage an, der man bald den Namen des Heiligen gab, Saint Hubert.

Abtei St. Hubert
 


Abb.: Gesamtansicht der Abtei St .Hubert nach einer Zeichnung um 1650.
 

Das Rätsel um die Gebeine des Heiligen

Nach der Elevation in Lüttich und der Translation nach Andagium ruhten sie seit dem 13. Jahrhundert in einem silbervergoldeten Reliquienschrein, der, mit kostbaren Edelsteinen besetzt, mitten in der Abteikirche von Saint Hubert auf einem Kreuzaltar stand.

Im Laufe der Jahrhunderte hörten die Mönche nicht auf zu behaupten, dass sie den ganzen Körper des Heiligen in ihrem Schrein bewahrten. Noch 1515 sollen die Gebeine unversehrt gewesen sein, wie aus einem Schreiben der Mönche an Papst Leo X. hervorgeht, obwohl schon im 15. Jahrhundert andere Kirchen behaupteten, ebenfalls Reliquien des Heiligen zu besitzen.Hochaltar der Abteikirche

Nachdem 1525 der kostbare Schrein einen Klosterbrand gut überstanden hatte, soll er 1568 von herumstreifenden Hugenotten versteckt worden sein, wahrscheinlich in den Mauern der Kirche. Die Hugenotten entfachten damals einen Brand in der Abtei, und es ist anzunehmen, dass die Gebeine des hl. Hubertus dabei auch Schaden nahmen; denn zwei Jahre später wurde der wertvolle Schrein des Bischofs vom damaligen Abt verkauft. Vielleicht sah man ihn zur Aufbewahrung der Überreste des Heiligen als zu groß an.

Durch Zufall soll 1618 bei Reparaturen an der Kirchenfassade die damalige Begräbnisstätte des Heiligen wiederentdeckt und eine letzte Veränderung der Lage des Leichnams vorgenommen worden sein. Aber auch jetzt erfolgte keine genaue Prüfung des Zustandes der Reliquien, was möglicherweise darauf hinweist, dass sie, wenn überhaupt zu Hubertus gehörend, nicht mehr unversehrt waren. Auch erging seitdem keine Bestätigung der Ungeteiltheit des Leichnams mehr. Allgemein wird angenommen, dass sie sich noch innerhalb der Mauern der ehemaligen Abteikirche befinden.

Nach anderer Auffassung soll 1796 im Schloss Heltorf, Kreis Düsseldorf, ein Augustiner-Chorherr auf der Durchfahrt einen Sarg abgestellt und diesen am nächsten Tag und auch später nicht abgeholt haben. Zum Inhalt des Sarges soll er keine Aussage gemacht haben. Größe und Ausführung des Sarges ließen die Vermutung aufkommen, dass er aus dem Kloster Saint Hubert in den Ardennen stamme und die Gebeine des heiligen Hubertus beherberge.

Admiral Graf v. Spee, Mitglied der Familie des Schlossbesitzers, veranlasste 1910 eine Untersuchung des Leichnams bei der Universität Köln, ohne dass der sichere Nachweis geführt werden konnte, dass es sich tatsächlich um die Gebeine von St. Hubertus handelt. Der Onkel des jetzigen Schlossherrn, Wilderich Graf v. Spee, der von 1887 bis 1967 lebte, veranlasste, dass der Sarg in einen Nebenraum der Schlosskapelle verbracht wurde. Dort befindet er sich in einer schlichten Ummauerung, die ein schmiedeeisernes Gitter mit der Inschrift "INCOGNITI CORPUS" trägt.

Eine dritte Vermutung über den Verbleib der Gebeine des Heiligen geht dahin, dass in napoleonischer Zeit der letzte Abt von Saint Hubert den Leichnam an einen unbekannten Ort verbringen ließ und darüber verstarb.

Wie konnte das kleine Kloster zum Wallfahrtsort aufsteigen?


Durch die Translation der Gebeine des heiligen Hubertus nach Andagium war der Grundstein gelegt für den Aufstieg des eher unbedeutenden Ardennenklosters. Der wirtschaftlich noch ungesicherten Abtei musste zu Beginn der Hubertusverehrung eine Perspektive geschaffen werden, die ihre Existenz auf lange Zeit garantierte. Hier war mit dem Benediktinerorden ein starker Kultträger vorhanden, der sich die Verehrung von Heiligen besonders angelegen sein ließ.

Die Mönche werden alles getan haben, die Entwicklung des kirchlichen Kultes um ihren Patron zu fördern und zum Wohle ihres Wallfahrtsortes zu nutzen. Schon das Interesse Ludwigs des Frommen (3. Sohn Karls d. Gr., 814-840) an der Abtei war lebhaft. Er machte ihr kostbare Geschenke.Prunkgrab des Hubertus

Später waren es vor allem die französischen Könige, die dem Kloster Saint-Hubert Zuwendungen machten, wobei politische Motive sicherlich keine unwesentliche Rolle spielten. Nach einer Legendenfassung aus der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts (Vita tertia) stammt Hubertus aus aquitanischem Adelsgeschlecht. Das war Anlass für das französische Königshaus, Hubertus in ihre Ahnenreihe aufzunehmen.
 


Abb.: Prunkgrab des hl. Hubertus, 1847-1848 gestiftet von König Leopold I., Abteikirche St. Hubert


Von der Benediktinerabtei aus verbreitet sich der Kult des Heiligen seit dem 9. Jahrhundert in Belgien, Holland, Luxemburg und Westdeutschland. Wesentlichen Anteil an dessen Förderung hat die Ausgestaltung der Lebensgeschichte des großen Kirchenfürsten der Merowingerzeit mit ereignisreichen Zügen.

In der Vita prima mischen sich erstmals Fakten und Legenden.

Um das Jahr 743, wahrscheinlich aus Anlass der Erhebung der Gebeine, schrieb ein anonymer Mönch, der in den letzten 15 Monaten vor dem Tode des Hubertus in dessen Umgebung weilte, die Vita prima sancti Huberti. Er berichtet - in stereotypen Redewendungen zwar, die der ganzen Vita eigen sind - von den Tugenden und Verdiensten des Heiligen.

Die Jugend und die erste Zeit des Episkopats seines Vorbildes übergeht der Schreiber, weil er anscheinend wenig oder nichts darüber zu sagen weiß. Lediglich von der Missionstätigkeit des Bischofs kann er berichten und von der Translation der Gebeine des hl. Lambertus nach Lüttich.

So war schon der Autor dieser frühen Biographie des heiligen Hubertus gezwungen, sich von einem Vorbild inspirieren zu lassen und, kaum 20 Jahre nach dem Tode des Bischofs, dessen Leben legendär zu gestalten. Er gibt im Grunde banale alltägliche Wunderberichte, die jedem anderen Heiligen auch zugeschrieben werden könnten.

Die Textkritik hat gezeigt, dass ein guter Teil dieser Vita Huberti der Vita des hl. Arnulf von Metz entnommen ist, die im 7. Jahrhundert geschrieben wurde. Der Biograph scheint sich auch der frühen Vita des hl. Lambertus und der Vita des hl. Hieronymus bedient zu haben.

Der erste Biograph spricht auch von einem "egregius filius Floribertus" des Heiligen. Es herrscht unter den Forschern Uneinigkeit darüber, ob er ein leiblicher Sohn des Heiligen war oder das Wort "filius" im Sinne von Adoptivsohn oder geistigem Sohn gebraucht ist.

Überarbeitung und Ergänzungen in der Vita secunda.


Mit der Vita prima ist die Vita secunda sancti Huberti im Grunde identisch. Diese zweite Aufzeichnung erfolgte 825 durch Bischof Jonas von Orleans. Anlass dazu war die im gleichen Jahre erfolgte Überführung der Gebeine des Heiligen in das Ardennenkloster. Er überarbeitete die in einem barbarischen Latein geschriebene ursprüngliche Fassung, ebnete ihre stilistischen Rauheiten und fügte einen neuen Abschnitt über die Translation von 825 hinzu.

In den frühen Viten sind also noch keine Spuren der Dinge zu finden, die den Heiligen bis heute charakterisieren. Völlig legendäre Züge nehmen in der Folgezeit das Heiligenleben in Besitz.

Dechant Anselmus verfasst eine Chronik des Domes St. Lambertus.


Um 1052 - 1256, zeitlich zwischen der Aufzeichnung der Vita II und der Vita III, schrieb Anselmus, Domherr und Dechant an St. Lambert in Lüttich, eine Chronik, in der er auch von Hubertus spricht. Er bringt allerdings nichts wesentlich Neues, sondern schöpft aus der Vita II und charakterisiert im Laufe des Abschnitts, den er dem Heiligen widmet, mit eifrigen Worten die große Rolle desselben als Bischof von Lüttich.

Von den Wundern des hl. Hubertus in der 1. Mirakelsammlung

Es existieren zwei alte Berichtsammlungen über Wunder (Mirakel), die dem hl. Hubertus nach seinem Tode zugeschrieben wurden. Diese sind eine wertvolle Quelle für die historische Entwicklung des Hubertuskults und seiner Wallfahrt, geben aber auch interessante Hinweise auf wirtschaftsgeschichtliche Zusammenhänge.

Die erste (Miracolorum sancti Huberti post mortem) ist summarisch und altertümlich verfasst. Sie wurde um 850 von einem Mönch des Klosters geschrieben und enthält in 8 Kapiteln verschiedene Heilungen, die unter Anrufung des hl. Hubertus erfolgten. Es findet sich jedoch keine darunter, die von der Heilung eines Tollwutkranken berichtet oder auf ein Jagd- oder Tollwutpatronat hinweisen könnte.

Erste Tollwutheilungen in der 2. Mirakelsammlung

Die zweite Sammlung der Hubertuswunder entstammt dem Ende des 11. Jahrhunderts und wurde von einem Mönch des Klosters, Lambert dem Jüngeren, verfasst. 29 Wunder wurden dem hl. Hubertus zugeschrieben und ereigneten sich im Kloster oder mit seinen Mönchen. Neben der Heilung von Blinden, Lahmen und anderen Kranken finden sich hierin zum ersten Male Tollwutheilungen. Eine Stola wurde als Mittel zur Heilung verwandt.Mönch stolt einen Pilger

Unter den 29 Wundern der zweiten Mirakelsammlung werden die ersten 19 ins 9. und 10. Jahrhundert datiert, die übrigen 10 ins 11. Jahrhundert. In diesen Wundern zur Tollwutheilung ist von "Einschneidungen" die Rede, die bei vier Personen durchgeführt wurden. Aus diesen Texten kann geschlossen werden, dass die vier Einschneidungen, von denen in der zweiten Mirakelsammlung berichtet wird, nicht die einzigen waren. Vielmehr muss das "Stolen" frühestens nach 850, spätestens Ende des 11. Jahrhunderts schon etwas durchaus Gebräuchliches gewesen sein, denn sonst hätte sich der Verfasser ausführlicher mit ihm befasst.
 

Abb.: Ein Mönch "stolt" einen Pilger, Miniatur aus einem Zyklus von 8 Bildern einer Handschrift der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, Bibliothéque Nationale de France, Paris.

Mit Hilfe eines Messers machte der Priester dem Patienten einen leichten, ungefähr 2 Zentimeter langen waagerechten Schnitt auf der Stirn, der sich blutig abzeichnete. Dann hob der Geistliche mit einer Pinzette die Haut hoch und führte ein winzig kleines Fädchen von der Stola des hl. Hubertus in die Öffnung ein. Sofort danach bedeckte er die Wunde mit einem schwarzen Band, das er dem Behandelten um den Kopf wand und welches dieser dann neun Tage lang tragen musste. In dieser Zeit musste der "Geschnittene" oder "Gestolte" eine neuntägige Andachtsübung genau befolgen.

In der zweiten Sammlung können nicht nur Bezüge auf das Tollwutpatronat, sondern auch auf das Jagdpatronat festgestellt werden. Im 15. Bericht - auch von ihm wird angenommen, dass aus dem 9. oder 10. Jahrhundert stammt - heißt es: "Denn es war von alters her üblich, unter den Vornehmen der ganzen Ardennen, die ganzen Jahreszeiten hindurch, die Erstlinge und den Zehnten jeden Wildes dem heiligen Hubertus abzulosen, weil der Heilige dieser Übung oblegen hatte, bevor er das weltliche Gewand gewechselt hatte". Somit gaben die Jäger wahrscheinlich schon vor dem 11. Jahrhundert dem heiligen Hubertus ihre Gaben.

Vom Jagdpatronat im Cantatorium

Derselbe Mönch, der die zweite Sammlung der Wunder zusammenstellte, schrieb auch eine Chronik der Abtei Saint-Hubert, die "Cantatorium" genannt wird. Dieser Text wurde wahrscheinlich im Laufe des Jahres 1106 abgeschlossen. Er ist demnach vermutlich jünger als die zweite Mirakelsammlung.

Das Cantatorium berichtet lebendig von Ereignissen, die im Kloster vor sich gingen, und erzählt weiterhin von den Sitten und Gebräuchen seiner Mönche, von ihren Beziehungen zur Umwelt und dergleichen mehr. Verschiedene Abschnitte zeigen auch klar, dass die Großen des Landes den heiligen Hubertus besonders verehrten. Auch im Cantatorium wird von der besonderen Macht des hl. Hubertus beim Schutz vor der Tollwut gesprochen und mitgeteilt, welcher Brauch dabei üblich war.

Der Weg der Jäger, die in früher Zeit in der Umgebung von Saint-Hubert jagten, hat sie sicherlich auch in das Kloster geführt. So erwähnt der Schreiber des Cantatoriums, dass Graf Adalbert von Namur sich manchmal mit seiner Gattin Ida zur Verehrung des hl. Hubertus im Kloster einfand, wenn er aus Jagdliebe in den Ardennen weilte. War man erst einmal Gast an einem kirchlich geweihten Ort, so versäumte man es nicht, auch dem Schützer der klösterlichen Gemeinschaft seine Aufwartung zu machen. Bei einer derartigen Haltung lag es nahe, dass die Edlen des Landes, die in jener Zeit die eigentlichen Repräsentanten der Jagd waren, Teile ihrer Jagdbeute der Abtei abließen.

Von der Herkunft des Heiligen in der Vita tertia


Die Vita tertia sancti Huberti entstand in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Sie ist ein Auszug aus der Vita des hl. Lambertus, die um 1143-47 von dem Lütticher Domherrn Nikolaus geschrieben wurde. Die Textkritik hat gezeigt, dass auch die später zu behandelnden Viten IV und V aus der Vita Lamberti abgeleitet wurden. Die Wirkung der Erzählungen verstärkt sich dadurch, dass die Lebensgeschichte von Vita III über Vita IV und Vita V mehr und mehr mit Wunderberichten und heiltätigen Gegenständen angereichert wird.

Nikolaus ist der erste, der den Übergang vollzieht vom Nebeneinander von Lebensbeschreibung und Legende in den ersten beiden Viten, indem er von nun an übernatürliche Geschehnisse mit dem irdischen Leben der heiligen Gestalt verbindet. 400 Jahre nach dem Ableben des hl. Hubertus will er die Lücke um Vaterland und Herkunft des hl. Hubertus schließen. Unter anderem stellt er die Herkunft des Heiligen aus adeliger Familie dar und berichtet von der Reise des Bischofs zum Papst nach Rom.

Nach Kapitel XII der Vita Lamberti war Hubertus in Aquitanien (südlicher Teil des Frankenreiches) geboren und Pfalzgraf des Königs Theodoricus III. von Neustrien (mittlerer Teil des Frankenreiches). Hier knüpft auch das französische Königshaus seine familiäre Beziehung zu Hubertus an.

Da er sich mit dem Hausmeier Ebroin überworfen hatte, ging er in Begleitung von Ode d`Amay, der Witwe des Herzogs Boggis von Aquitanien, von Neustrien nach Austrasien (nördlicher Teil des Frankenreiches). Während Ode ihre Habe verteilte und der Welt entsagte, wurde Hubertus Schüler des Bischofs Lambertus. Er begab sich nach Rom, um am Grab des Märtyrers Paulus zu beten (mit dem Schwert hingerichtet wahrscheinlich bei der großen neronischen Verfolgung 64-67). Es wird berichtet von der Vision des Papstes Sergius, die ihm den Tod des hl. Lambertus anzeigt und von der Begegnung zwischen Papst und dem Pilger Hubertus.

Die Beziehung zwischen Ode und Hubertus ist nicht historisch. Nach den Befunden ist sie zu dieser Zeit bereits tot. Auch die aquitanische Herkunft ist nicht erwiesen.

Mit der Vita III beginnt die Legende des hl. Hubertus ihr Eigenleben. Ihre Gestaltung ist so, dass die einzelnen Züge des Lebensablaufes jetzt kausal voneinander abhängig erscheinen. Wäre Bischof Hubertus nicht mit Ode nach Austrasien gegangen, so wäre er nicht in Berührung mit Lambertus gekommen. Hätte er nicht Lambertus kennen gelernt, so wäre er wohl kaum nach Rom gefahren. Wenn er aber nicht zu dem Zeitpunkt des Martyriums seines Lehrers in der hl. Stadt gewesen wäre, so hätte ihn der Papst nicht zum Nachfolger des Bischof einsetzen können.

Auf diese Weise ist es kaum noch möglich, die einzelnen Bestandteile der Legende voneinander zu trennen. In der weiteren Entfaltung der Hubertuslegende verwachsen nun die einzelnen Motive immer stärker miteinander.

Die Vita quarta erwähnt erstmals Hirsch, Stola und Schlüssel.


Auch die Vita quarta sancti Huberti ging aus der Vita Lamberti hervor. Nachdem schon im 12. Jahrhundert das Leben des Heiligen zu einem kleinen Roman geworden war, erhält die Legende im 15. Jahrhundert ihre stärkste Bereicherung. Zum ersten Male wird die Bekehrung durch den kreuztragenden Hirsch erwähnt:

Hubertus ist Pfalzgraf bei Theodoricus III. in Neustrien. An einem hohen Feiertag geht er, anstatt in die Kirche, - "den Nichtigkeiten der Welt ergeben" - auf die Jagd. Es erscheint ihm ein Hirsch, der zwischen seinem Geweih das Zeichen des heiligen Kreuzes trägt. Er hört eine Stimme, die ihm sagt, "wenn Du Dich nicht zum Herrn bekennst in einem heiligmäßigen Leben, wirst Du schneller in die Hölle hinabsteigen." Er gibt das Jagen auf und verlässt Frau und Kind. Daraufhin begibt sich Hubertus nach Austrasien. Als Schüler des heiligen Lambertus erwirbt er höchste Gottesfurcht. In Rom denkt er seine Tugenden zu vervollkommnen.

Der Bericht in der Vita III von der Vision des Papstes Sergius, die diesem den Tod des hl. Lambert anzeigt und der von der Begegnung zwischen Papst und Pilger ist in der Vita IV durch weitere Ergänzungen vermehrt.Stola des Hubertus

Als Hubertus in die Peterskirche kommt, spricht ihn der Papst mit seinen Namen an. Der Heilige Vater führt ihn vor den Apostelaltar, verkündet ihm den Tod seines Herrn und ernennt ihn zum Nachfolger seines Lehrers als Bischof von Tongern-Maastricht. Hubertus lehnt aus Bescheidenheit und Demut ab. Das Eingreifen Gottes führt jedoch zur Sinnesänderung. Engel bringen die priesterlichen Gewänder des heiligen Lambertus nach Rom. Jedoch fehlte die Stola. Im Auftrag der Gottesmutter überreicht ein Engel die Stola. Während der Bischofsweihe in Sankt Peter erscheint der Apostelfürst selbst und überreicht ihm einen goldenen Schlüssel. Unterdessen wird in Maastricht der tote Bischof zu Grabe getragen. Dabei ertönt eine Stimme, die verkündet, dass die Wahl zum Nachfolger des Verstorbenen auf Hubertus gefallen ist. Dieser verlässt die heilige Stadt mit Stola und Schlüssel und wird mit Glanz in seiner Heimat empfangen.

> zur Stola

Die Stola wurde wahrscheinlich bei der Translation und der dabei erfolgten Öffnung des Schreins im Jahre 825 entnommen. Sie gilt seit Jahrhunderten als die eigentliche Reliquie des Heiligen und nimmt in seiner Verehrung seit je einen größeren Raum ein als die Gebeine des Bischofs. Sie und die aus ihr gezogenen Goldfäden dienen zur Tollwutheilung. Der Gebrauch der Stola war dabei nur auf Menschen beschränkt - hätte man sie auch zum Schutze und zur Heilung von Tieren angewandt, wäre das sicherlich eine Profanierung gewesen.




Abb.: Stola des hl. Hubertus aus Acta Sanctorum Novembris I pag. 868/69.
 

Die frühesten Nachrichten über diesen Gegenstand liegen im 14. Wunder (aus dem 9./10. Jahrhundert) der 2. Mirakelsammlung vor: "... nachdem Gold von der Stola in das Haupt des Gefährdeten nach Brauch eingesetzt und ihm gesagt worden war, wie er sich zu verhalten habe." Hier ist nur vom Brauch des Einschneidens, nicht von den anderen damit verbundenen Übungen die Rede.

Auch der Autor des Cantatoriums, Ende des 11. Jahrhunderts, spricht von dem Brauch des Einschneidens, enthält sich aller Einzelheiten über den Ursprung und die Zeremonien, die ihn begleiteten oder ihm folgen. Er erwähnt nicht die Stola, da er ihren Gebrauch als selbstverständlich voraussetzt. Daraus ist zu folgern, dass dieser Brauch damals dem Kloster Saint-Hubert durchaus geläufig war. Allerdings wird im 12. Jahrhundert dieser Brauch noch nicht weit genug bekannt gewesen sein, um in die Legende des hl. Hubertus einzudringen. Mirakelsammlung II und Cantatorium erwähnen ihn aber bereits. Die "offizielle" Aufnahme geschah erst im 15. Jahrhundert in der Vita IV, und zwar mit dem Hinweis, dass täglich durch ihren Gebrauch Wunder geschehen, und dass sie im Kloster aufbewahrt wird.

Wegen der großen Rolle, die die Stola zunehmend im Rahmen der Hubertusverehrung erlangt hatte, bemächtigt sich die Legende ihrer. Sie formte den Bericht ihrer Herkunft von der Mutter Gottes, um ihre besondere Wirksamkeit zu unterstreichen. Hier schuf ein Attribut, nämlich die Stola, das besondere Patronat des Heiligen, das dann viel später als ätiologische Legende Eingang in die Geschichte des Heiligen fand, nämlich zur Erklärung eines Gegenstandes, dem das gläubige Volk so sehr vertraute.

> zum Schlüssel


Ähnlich wie der Stola erging es einem anderen Attribut des Heiligen, dem Schlüssel. Auch hier ist es die Vita IV, die ihn zum ersten Male erwähnt und gleichzeitig von seiner Funktion und seinem derzeitigen Aufbewahrungsort spricht. In den frühen Lebensgeschichten des hl. Hubertus wird seine Übergabe nicht erwähnt.

Seit Gregor dem Großen (seit 590 Papst) lässt sich die Sitte nachweisen, Schlüssel, in deren zu öffnenden Griffstücken oft Teilchen von den Ketten Petri eingefügt waren, an Fürsten, Bischöfe und Kirchen als Geschenke zu senden.
Hubertusschlüssel
 


Abb.: Der Hubertusschlüssel aus Acta Sanctorum Novembris I pag. 870.
 

Die Archäologen datieren den Hubertusschlüssel ins 8. Jahrhundert. Er ist ein großer Messingschlüssel, dessen unterer Teil aus rotem Kupfer besteht. Er stellt eine kunstvolle romanische Arbeit mit orientalischem Einfluss dar. Der untere Teil jedoch stammt wahrscheinlich aus dem 13. Jahrhundert.

Auf Grund dieser Zeugnisse ist anzunehmen, dass auch Hubertus von dem damaligen Papst einen solchen Schlüssel übersandt bekam. Dieser wurde ihm mit ins Grab gegeben. 743 aus Anlass der Elevation oder 825 bei der Translation in das Ardennenkloster wurde er sicherlich aus dem Schrein herausgeholt und in der Peterskirche zu Lüttich aufbewahrt. Heute befindet er sich in der Heiligkreuzkirche zu Lüttich.

Das Brennen gegen die Tollwut ist aus dem Altertum bekannt. Wahrscheinlich wurde zuerst in der Abtei das Brennen von gebissenen Pilgern oder Vieh der Landleute zur Heilung von Wunden vorgenommen. Dazu wurde allerdings nicht der eigentliche Hubertusschlüssel verwandt, sondern eiserne Brennmarken in Schlüsselform.

Brennmarken gegen Tollwut
 


Abb.: Gestielte Brennmarken für Menschen und Hunde.


Die Schreiber der frühen Viten des Heiligen erwähnen auch den Schlüssel noch nicht, weil er zu ihrer Zeit innerhalb der Hubertusverehrung noch keine Bedeutung hatte. Zu dem Zeitpunkt, als der Schlüssel in der Vita IV zum ersten Mal in der Legende des Bischofs auftaucht, hatte er schon eine bestimmte Brauchtumsfunktion. Damit ist die Schlüsselepisode in dem Leben des hl. Hubertus ebenfalls als eine ätiologische Legende erwiesen, die die Herkunft dieses Schutzmittels gegen die Wut erklären will.

> zum Hirschwunder

Wenn man heute von Hubertus und seiner Legende spricht, denkt man gleichzeitig an den Jäger, dem der kreuztragende Hirsch erschien. Allerdings ist das Hirschmotiv eines der jüngsten in der Hubertuslegende.

In der am Ende des 11. Jahrhunderts entstandenen zweiten Mirakelsammlung ist im 15. Wunder, dessen Ursprung vermutlich im 9. oder 10. Jahrhundert liegt, erstmals die Rede davon, dass Hubertus einstmals Jäger war: "Denn es war von alters her ... üblich, unter den Vornehmen der ganzen Ardennen die ganzen Jahreszeiten hindurch die Erstlinge und den Zehnten jedes Wildes jährlich dem hl. Hubertus abzulassen, weil der Heilige dieser Übung oblegen hatte, bevor er das weltliche Gewand gewechselt hatte." Hier ist noch keine Rede vom Kruzifix tragenden Hirsch.

Schon im 10. Jahrhundert finden sich Spuren einer Hubertusverehrung in einem Kalendar der Diözese Trier und im 14. Jahrhundert gibt es insbesondere in der alten kölnischen Kirchenprovinz Zeichen einer Verehrung des hl. Hubertus. Bereits 1341 besaß der Dom zu Köln einen Hubertusaltar, den der Markgraf Wilhelm von Jülich gestiftet hatte.Miniatur mit dem Hl. Hubertus

Wie es so oft bei Heiligenkulten des frühen Mittelalters geschah, das nur über eine dürftige Informationsstruktur und eine ebenso geringe Mobilität verfügte, blieb der Kult des hl. Hubertus auf die Region beschränkt.

Um das Jahr 1440 versieht Stephan Lochner auf dem rechten Flügel des "Weltgerichtsaltars" den Bischof Hubertus mit dem Hirsch als Attribut, der in Miniaturform auf dem in der linken Hand gehaltenen Buch liegt.

Das Stundenbuch der Katharina von Kleve zeigt um die gleiche Zeit die Begegnung des jagenden Hubertus mit dem kreuztragenden Hirsch.


Abb.: Die Bekehrung des hl. Hubertus, Miniatur aus dem Stundenbuch der Katharina von Kleve, Utrecht um 1440, Pierpont Morgan Library, New York.

Zwei Stundenbücher, die in den Jahren 1444 und 1451 von Kölner Schulen gemalt wurden, zeigen ähnliche Darstellungsformen.

Mit der Übertragung des Kreuzhirschmotivs von Eustachius auf Hubertus um 1400 war ein bedeutender Schritt auf dem Weg zur Akzeptanz des Hubertus als Jagdheiligem getan. Hubertus hatte ein jagdspezifisches Attribut erhalten. Unter diesen Voraussetzungen war eine raschere und überregionale Verbreitung des Hubertus-Kultes und seiner Patronate gegeben.

Unterstützung fand die zunehmende Akzeptanz sicherlich durch das französische Königshaus, das Hubertus, nach Fehlinterpretation seiner Herkunftsgeschichte, in die Reihe der eigenen Vorfahren einbaute. Vermutlich war König Karl VIII. von Frankreich (1483 - 1498) derjenige, der den heiligen Hubertus zum Schutzpatron der Jagd erkor.

Am Ausgang des Mittelalters erlebt die Verehrung des hl. Hubertus und besonders seine Verbindung mit dem Hirschmotiv vor allem am Niederrhein und in der Eifel und später auch in anderen Regionen einen Aufschwung.

Seit Mitte des 15. Jahrhunderts ist der fromme Besuch der Abtei fest eingeführt, und Pilger von Oberdeutschland bis Utrecht, von Burgund bis nach Sachsen, sind nachzuweisen.Wappen mit Kleinod

Weiterhin verstärkenden Einfluss hatte sicherlich die Stiftung eines dem Hubertus geweihten ritterlichen Ordens, den Herzog Gerhard II. von Jülich-Berg am Hubertustag des Jahres 1444 einrichtete. Mit der Stiftung des Ordens und der Darstellung der Bekehrungsvision auf dem Kleinod der Ordenskette überträgt Herzog Gerhard II. erstmals textlich und bildlich nachweisbar die Hirschvision auf den heiligen Hubertus.
 

Abb.: Wappen des Herzogs von Jülich-Berg (Ausschnitt). Um das Wappen rankt sich die Kette mit Kleinod des Hubertusordens, Wappenbuch des Conrad Grünenberg um 1483

Hier sei angemerkt, dass in dem Holzschnittwerk "Die Heiligen aus der Sipp-, Mag- und Schwägerschaft des Kaisers Maximilian I." (1493-1519) auch der heilige Hubertus in die Reihe der Heiligen aufgenommen wurde, die der Kaiser als seine Vorfahren ansah. Wahrscheinlich war die Verehrung, die der Kaiser und das Haus Habsburg dem hl. Hubertus zollte, durch seine freundschaftlichen Beziehungen zu Herzog Wilhelm III. zu Jülich-Berg, auch im Reich verstärkt worden. Aus Literatur und bildender Kunst ist allerdings deutlich zu entnehmen, dass in vielen Teilen Deutschlands noch weit nach 1444 die Darstellung der Bekehrungsszene in Verbindung mit Hubertus nicht üblich war.

In der Vita IV und in der Vita V, die beide im 15. Jahrhundert entstanden, wird der Bericht von der Bekehrung erstmals in die Geschichte des Heiligen eingefügt. Der Autor gibt an, eine mögliche Überlieferung zu berichten ("fertur..."). Das eigentliche Motiv stammt allerdings aus der Legende des hl. Eustachius, einem Heiligen, der seit dem 6. Jahrhundert, spätestens aber seit dem Anfang des 8. Jahrhunderts in der römischen Kirche verehrt wird.

Vorlage für die Übertragung des Motivs auf den hl. Hubertus dürfte die Legendensammlung "Legenda aurea" oder "Legenda sanctorum" des Dominikaners Jacobus de Voragine (ca. 1230-1298, Erzbischof von Genua) sein. Zwischen 1263 und 1273 hatte er alles zusammengetragen, was er an Heiligenlegenden seiner Zeit aufspüren konnte. In der Sammlung des Jacobus de Voragine wird der heilige Hubertus weder mit Namen noch mit einem Wunder erwähnt. Allerdings berichtet eine Legende, hier in gekürzter Form wiedergegeben, von der Bekehrungsvision eines Heiligen mit Namen Eustachius.

Jacobus erzählt: "Eustachius hieß zuvor Placidus und war ein Kriegsoberster des Kaisers Trajan. Doch übte er mit Fleiß die Werke der Barmherzigkeit, ob er gleich dem Glauben der Abgötter war ergeben... Da er aber so fleißig war in den Werken der Barmherzigkeit, so verdiente er, dass er zu dem Weg der Wahrheit würde erleuchtet. Es geschah eines Tages, dass er zur Jagd fuhr; da kam ihm für eine Schar Hirsche. Unter denen war einer sonderlich groß und schön. Der sprang von den anderen und floh in den wildesten Wald... Da er ihn mit aller Macht verfolgte, sprang der Hirsch zujüngst auf einen steilen Felsen; da ging Placidus nahe hinzu und betrachtete begierlich in seinem Geist, wie er den Hirsch fangen möchte. Da er aber den Hirsch also mit Fleiß betrachtete, da ersah er zwischen seinen Hörnern die Gestalt des heiligen Kreuzes, das gab einen Glanz lichter denn die Sonne, daran hing das Bild des Herrn. Der hub durch des Hirsches Mund ... zu ihm zu reden an und sprach: ,0 Placide, warum verfolgst du mich? Ich bin dir zu Lieb in dieses Tieres Gestalt erschienen, denn ich bin Christus, den du unwissend ehrest. Deine Almosen sind zu mir emporgestiegen, darum bin ich zu dir gekommen, dass ich dich durch diesen Hirschen fahe, den du selber zu jagen wähntest.'... Als Placidus das vernahm, fiel er in großem Schrecken von seinem Ross zur Erde. Über eine Stunde kam er wieder zu sich selber und hub sich auf von der Erde und sprach: ,Erkläre mir, was du da sagst, so will ich an dich glauben.' Und Christus sprach: ,Placide, ich bin Christus, der Himmel und Erde geschaffen hat.'... Als Placidus das vernahm, fiel er zum anderen Male zur Erde nieder und sprach: ,Herr, ich glaube, dass du es bist, der alles erschaffen hat und die Irrenden bekehret.` Sprach zu ihm der Herr: ,Glaubest du, so gehe zu dem Bischof der Stadt und lasse dich von ihm taufen ..." So wurde aus dem Heiden Placidius der christliche Bekenner Eustachius.Legende des Hl. Eustachius

 


Abb.: Legenden des hl. Eustachius, Chorbuch der Klosters Zwiefalten aus dem 12. Jahrhundert (um 1162), Landesbibliothek Stuttgart.


Ein ursprünglicher historischer Bezug des Eustachius ist nirgendwo nachzuweisen. Geschichtlich ist nur, dass ein Eustachius in Rom unter Papst Gregor dem Großen (590-606) als Märtyrer und seit dem 12. Jahrhundert in Frankreich und Deutschland als einer der 14 Nothelfer verehrt wurde.

Das Motiv der Legende ist keine Schöpfung aus frühchristlicher Zeit. Es kam als Wandermotiv aus dem indisch-buddhistischen Bereich über Mesopotamien, Griechenland und Italien nach Westeuropa. Aus dem Buddhismus ist eine Erzählung bekannt, derzufolge im 3. Jahrhundert v. Chr. ein indischer König auf der Jagd einen Hirsch angetroffen haben soll. Der Hirsch trug zwischen silbernen Geweihstangen goldene Flämmchen, die wie Edelsteine flimmerten. Der König stellte den Hirsch nach wilder Hatz und wurde so angesprochen: "Lass ab vom Bösen, oh König! Versenke dich und bekenne dich zu Buddha!“

Außer den orientalischen Fassungen existieren zwei griechische aus der Zeit vor dem 10. Jahrhundert n. Chr. und davon abgeleitet je eine größere und eine kleinere lateinische Mischform des 9. und 10. Jahrhundert n. Chr. Sie wurden in zahllosen Texten verbreitet, die wiederum Vorlage für Erzählungen in Volkssprachen geworden sind. Auch das Mittelalter hat sich des Motivs sehr gern bedient und es in Legenden und Sagen verwoben. Zum Beispiel haben Meinulph von Paderborn (gest. 857) seit 1039, Hubert von Lüttich (gest. 727) seit dem 15. Jahrhundert und Felix von Valois (gest. 1212) seit 1659 dieses Motiv des Kreuz tragenden Hirsches mit St. Eustachius gemein.

Die Bejagung des Wildes durch den Jäger, wie auch bei anderen Völkern, wird in der Bibel zum Bild und Gleichnis für die Verfolgung der Gerechten und Armen durch gewalttätige Menschen: "Er lauert darauf, den Armen zu fangen; er fängt den Armen und zieht ihn in sein Netz" (Psalm 10, 9). In der mittelalterlichen Dichtung und bildenden Kunst spielt die Tiersymbolik unter dem Einfluss des Physiologus, das ist eine seit altchristlicher Zeit verbreitete Zusammenstellung christlicher Tiersymbolik, eine ganz bedeutende Rolle. Nicht nur die Symbole für Christus wie Löwe, Adler, Einhorn und Pelikan waren den Bauhüttenmeistern und Malern, dem Klerus, dem Adel und dem Volk in gleicher Weise vertraut. Auch Hirsch, Eber, Widder, Hase und Hermelin stehen als seltener gebrauchte Symbole für Christus und seine Anhänger. In Darstellungen der Jagd auf sie soll der verzweifelte Versuch des Heidentums symbolisiert werden, die neue Lehre doch noch zu vernichten.

In der Eustachius- und der Hubertus-Legende wird nicht der wehrlose Hase als Symbol gewählt, sondern ein edles Tier, das gleichzeitig das begehrteste Wild des Jägers ist. In der Heiligenlegende bedeutet der Hirsch Christus und trägt als Führer zum Heil das Symbol der Erlösung. Nicht der einzelne Gläubige steht hier in der Verfolgung, sondern Christus selber. Die Verfolgung Christi und des Christentums verkehrt sich in ihr Gegenteil, in das alte Motiv der Bekehrung des Verfolgers zum christlichen Leben.

Es ist nicht ausgeschlossen, ja sogar sehr naheliegend, anzunehmen, dass die Legende von den Vertretern des Klosters und ihren Gönnern absichtlich auf Hubertus übertragen wurde. So war eine gute Erklärung für die angebliche Liebe des Heiligen zur Jagd und seine Verehrung durch die Jäger gegeben. Unterstützung fand die zunehmende Akzeptanz durch das französische Königshaus, das Hubertus, nach Fehlinterpretation seiner Herkunftsgeschichte, in die Reihe seiner Vorfahren aufnahm.Zu den abteispezifischen Gründen der Übernahme eines geeigneten Legendenmotivs aus dem Leben des hl. Eustachius in das des hl. Hubertus kamen noch äußere. Missverständnisse und Verlesungen führen oft zu legendarischen Entstellungen und schaffen auf solche Art bestimmte Heiligentypen. Wie die Legende Heiligenattribute schafft, so erzeugen diese ihrerseits selbst wieder Legendenmotive.

Bei der Übernahme des Hirschmotivs in die Legende des Ardennenheiligen mag eine Verwechslung des Datums mitgespielt haben. Die alten Kalendarien von Stavelot und Tournay, die Martyrologien von Usard und Adon und die ältesten französischen Breviere geben den 1., 2., 3. oder 4. November als den Festtag des hl. Eustachius an, obwohl der eigentliche Festtag dieses Heiligen der 20. September ist. Es kann hier eine einfache Verwechslung vorliegen, oder das nahe Beieinanderliegen der Tage bot einem Schreiber Anlass zur Übertragung.

Die Darstellung der Hirschvision wird immer häufiger von Künstlern zum Thema ihrer Arbeiten gemacht. Bedauerlicherweise vermischen sich die für eine zweifelsfreie Zuordnung notwendigen typischen "Attribute" der beiden Heiligen, so dass Verwechslungen möglich werden. So wird zum Beispiel Eustachius in reiner Jagdkleidung oder mit der typischen "Hubertushaube" und Hubertus in ritterlichem Habit dargestellt. Kleidung, Ausrüstung und Bildhintergrund werden dem jeweiligen Zeitgeschmack angepasst oder unkritisch aus anderen Epochen entliehen.

Wie auch bei der Verbindung des heiligen Hubertus mit den Attributen Stola und Schlüssel ist seine Bekehrung durch einen Hirsch, der das Bild des gekreuzigten Heilands zwischen den seinen Geweihstangen trug, im Grunde auch nichts anderes als eine ätiologische Legende, die allerdings in diesem Falle von einem Heiligen auf einen anderen Heiligen übertragen wurde.
 

Die Vita quinta bringt nichts wesentlich Neues.Miniatur mit Hirschvision


Auch die Vita quinta sancti Huberti geht aus der Lambertus-Biographie des Nikolaus hervor. Sie entstand ebenfalls im 15. Jahrhundert und hat nur noch weitläufige Verbindung mit ihrem Vorbild. Das Hirschwunder ist breit ausgemalt. Nach der Bekehrung durch den kreuztragenden Hirsch verteilt Hubertus seine Habe, geht in die Einsamkeit und wird Eremit, um ein ernstes Leben zu führen. Dabei ist er den Anfechtungen des Teufels ausgesetzt.

Die Vita sexta erscheint in französischer Sprache.

Am Ende des 14. Jahrhunderts verfasst Jean d`Outremeuse eine Geschichte des hl. Hubertus in französischer Sprache. Sie wird von Adolphe Happart, einem Mönch des Klosters Saint-Hubert, zu Beginn des 16. Jahrhunderts ins Lateinische übersetzt und ist in dieser Form als Vita sexta sancti Huberti bekannt.

 


Abb.: Vision des hl. Hubertus, 1459, Miniatur aus der Handschrift des Hubert de Prévost


Die Vita septima malt die Familiengeschichte des Hubertus breit aus.

1526 schließlich schuf Adolphe Happart noch eine Umgestaltung des Textes der Vita VI, die als Vita septima bezeichnet wird.

In Vita VI und VII wird die Familiengeschichte des hl. Hubertus breit ausgemalt. Jetzt ist in der Legende nicht mehr von Ode die Rede, sondern von Floribane, seiner Frau, und von Floribert, seinem Sohn. Eine rührende Ehegeschichte wird vorgelegt: Hubertus verlässt seine geliebte Gattin und lässt sich auch durch ihr inständiges Flehen nicht davon abhalten, dem Ruf Gottes zu folgen. Floribane stirbt früh. Vor ihrem Tod schenkt sie noch einem Sohn, Floribert, das Leben. Diesen Knaben erzieht Hubertus zu einem würdigen Nachfolger. Damit ist die Frage berührt, ob Hubertus verheiratet war. Der erste Biograph spricht bereits von einem "egregius filius Floribertus" des Heiligen. Dieser Floribert ist also wohl derselbe, der Nachfolger des hl. Hubertus auf dem Bischofsstuhl wurde. Dechant Anselmus äußert sich so in seiner Chronik um 1052-1056.

Wenn Hubertus allerdings verheiratet war, so wäre das zu seiner Zeit nichts Außergewöhnliches gewesen, wie zum Beispiel die Vita des hl. Arnulf zeigt. Tatsächlich wird Hubertus von den späteren Schreibern immer als verheiratet angesehen. In der Vita VI bei Jean d`Outremeuse taucht diese Ehefrau, 700 Jahre, nachdem sie gelebt haben soll, in der Geschichte des hl. Hubertus zum ersten Male mit dem Namen Floribane auf. Schon dieser Name lässt hier auf eine legendäre Gestalt schließen. Sicherlich wurde der Name analog zu ihrem angeblichen Sohne Floribertus gebildet.

Die Hubertuslegende bildet sich in sieben Strängen.


Wie die Textgeschichte verdeutlicht, bildet sich die Legende im Laufe von Jahrhunderten über sieben Stränge hervor. Inwiefern die Viten mündliche Geschichten verarbeiten, lässt sich nicht ermitteln. Es ist indessen davon auszugehen, dass alle weiteren Erzählungen daran anknüpfen.

Die Legendenfassung des 15. Jahrhunderts fügt alle Bestandteile zusammen, die in Zukunft das Bild des Heiligen bestimmen. Der Lebenslauf wird als Ursache-Wirkung-Folge erzählt und ist im Gang der Handlung in sich schlüssig und gradlinig. Das Motiv ist ausgeprägt, das den Erwartungen der Gläubigen am Ausgang des Mittelalters entspricht. Der Ritter und Jäger kommt der adeligen Welt entgegen. Die Bekehrung, die Aufgabe des hohen weltlichen Standes, der Verzicht auf Ehe und Familie, Bescheidenheit und Demut und der Aufstieg zu höchsten geistlichen Ehren zeigen auch den einfachen Leuten, dass Gottes Vorsehung und Wille jeden treffen kann.

An der dargelegten Biologie der Hubertuslegende zeigt sich, dass die Legende eines Heiligen nicht eine ein für alle Mal abgeschlossene Darstellung ist. Sie geht mit den Menschen durch die Jahrhunderte. Sie spricht das Denken und Fühlen der Zeit aus.

Eine große Persönlichkeit, auch eine Heiligengestalt, gehört der Geschichte hauptsächlich in dem Sinne an, was sie ihr bedeutet. Tausende sonst unbekannter Namen in den christlichen Legenden sind nicht um ihrer selbst Willen festgehalten, sondern als Träger bestimmter Vorstellungen. An den Namen knüpfen sich Erwartungen.

Das Volk sieht in den Trägern dieser Namen sein Ideal verkörpert, die Vereinigung des Menschen mit Gott in der höchsten erreichbaren Form. Es denkt sich den Legendenträger aber auch als Nutznießer der Gottesfreundschaft mit freiem Verfügungsrecht über die göttliche Macht zu Gunsten seiner Freunde. Diesen Helfer will das Volk, den "Heilbringer", wie die moderne vergleichende Religionsgeschichte ihn nennt. Das ist die treibende Kraft der Motivwanderung. Aus diesen Gründen kristallisierte sich die Episode vom kreuztragenden Hirsch um die Gestalt des Ardennenheiligen, und nur so konnten auch die ätiologischen Legenden von Stola und Schlüssel entstehen.

Hubertus wird ein europäischer Heiliger und übernimmt von Diana das Jagdpatronat.


Bis in das 20. Jahrhundert hinein ist der hl. Hubertus im Raume Südwestdeutschlands einer der volkstümlichsten Heiligen. Aus vielen Orten ziehen Wallfahrten zu seinem Grab in den Ardennen. Zahlreiche Kirchen und Kapellen im rheinischen Raum, vor allem in der Eifel, sind ihm geweiht. Die Feier des Hubertustages am 3. November mit einer Hubertusmesse durch die Jäger ist ein Bestandteil der Jägerbräuche, die nach wie vor gepflegt werden.

Die Beschränkung frühmittelalterlicher Kunst und Literatur auf Themen christlich-religiösen Inhalts macht den Nachweis schwierig, inwieweit Diana in Deutschland als antikes Symbol der Jagd gegenwärtig war. Erst in der Renaissance, in Italien um 1420 beginnend, erwacht das Interesse für Sprache, Philosophie und Literatur der Antike; das ebnet einer Wiedergeburt antiker Mythen und ihrer Darstellung den Weg. In Nürnberg erscheint 1502 der Kupferstich "Apollo als Schütze und Diana mit Hirsch" von Jacopo de Barbari.Hubertus in Albrecht Dürers Kupferstich

Seit dem 16. Jahrhundert erscheinen immer häufiger Druckwerke jagdlichen Inhalts. Während sich Bezüge zu Diana immer wieder finden lassen, vermisst man den Namen des Hubertus. Eustachius wurde besonders im romanischen Gebiet und in Süddeutschland als Jagdheiliger verehrt. Die Darstellung des hl. Eustachius durch Albrecht Dürer um 1500 - 1503 macht dies deutlich. In den romanischen Gegenden Galliens teilen sich Eustachius und Martin von Tours das Jagdpatronat.



Abb.: Vision des hl. Eustachius von Albrecht Dürer, Kupferstich um 1500 – 1503, Kupferstichkabinett Berlin.

Erst gegen Ausgang des Mittelalters setzte sich auch für Hubertus eine weiterverbreitete Verehrung als Jagdheiliger durch, aber zunächst noch mit Eustachius zusammen. Noch um die Mitte des 17. Jahrhunderts wurden Hubertus und Eustachius in Frankreich am selben Tage als Jagdpatrone gefeiert, wie aus einer Broschüre, die 1648 in Paris erschien, hervorgeht.

Fürsten Deutschlands führten um die Wende des 16. Jahrhunderts die Jagd hinter der Meute nach französischem Vorbild ein und verpflichteten dazu Jagdbedienstete aus Frankreich. Damit war eine wesentliche Grundlage für die sich immer mehr verstärkende Hubertusverehrung in den Kreisen der deutschen Parforcejäger geschaffen. Die französischen Könige hatten ja Hubertus, aufgrund einer historisch falschen Legendenfassung, in ihre Ahnenreihe aufgenommen.

Nach der Französischen Revolution und den napoleonischen Kriegen (1805-1813) fehlte es an Geld, um den Jagdluxus der vergangenen Jahrhunderte weiterführen zu können. Die Berufsjäger mit all ihren Spezialisierungen verloren immer mehr ihre Existenzgrundlage und wechselten meist in den Forstberuf über.

Damals hatte St. Hubertus kaum eine Bedeutung als Vorbild für die Jägerschaft. Die Jäger feierten noch "Dianenfeste" im Jagdschloss Grunewald des preußischen Königs. "Priester Dianens" oder auch "Nimrodsjünger" nannten sich die Jagdausübenden in der forst- und jagdlichen Fachliteratur jener Zeit.

Wenn man die Jagdzeitschriften des 19. Jahrhunderts durchsieht, ist man überrascht festzustellen, wie lange sich Diana gegenüber Hubertus behaupten konnte. Wenn man die Novemberausgabe „Der Deutsche Jäger“ des Jahrgangs 1884/85 aufschlägt, findet man den heiligen Hubertus noch nicht erwähnt. Erst 1886/87 wird in einer Textzeile "Huberti Gunst und Waidmannsheil" erbeten. Jahrgang 1895 gedachte für jene Zeit ausgesprochen „aufwändig“ des Hubertustages; er brachte ein Hubertusbild, allerdings ohne weiter darauf einzugehen.

Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts verlief ein Prozess gesellschaftlichen Wandels. Die Industrielle Revolution und die Reichsgründung begünstigten einen zunächst rasanten wirtschaftlichen Aufschwung mit der Etablierung besitzenden Bürgertums. Dem Selbstbewusstsein der Aufgestiegenen der ersten Generation fehlte die gewachsene Grundlage. Eine Suche nach Leitbildern und eine Flucht in patriarchalische Ideologien waren die Folge. Der Bürger versuchte, den Reiter-, Jagd- und Herren-Stil des Adels nachzuahmen und ins Städtische zu übertragen.

In einer von Männern beherrschten Gesellschaft wird das weibliche Prinzip der Weichheit unterdrückt zugunsten des männlichen Prinzips der Macht. In dieser Atmosphäre des autoritären Gehabes ist weder Raum für Diana als Frau noch als Patronin des frisch-fröhlichen Waidwerks. Zum Ende der "wilhelminischen Zeit" wird Hubertus allgemein als jagdliche Leitfigur gesehen.

Trotz seiner atheistischen Grundlagen akzeptiert und kultiviert der Nationalsozialismus das bestehende Hubertusbild, lässt es sich doch, mit geringen Abstrichen, übertragen auf das Urbild des jagenden deutschen Mannes. In Hubertusfeiern wird "uraltes ehrwürdiges Brauchtum aus deutscher Vergangenheit" beschworen und der ehemals christliche Heilige auf das Klischee des "waidgerechten Jägers" reduziert.

Nachwort


Noch heute bereitet es Schwierigkeiten, diese einengende Interpretation wieder zurückzuführen auf den ursprünglichen Kern der "Hirschvision" und sie im alten und gleichzeitig neuen Licht christlicher Botschaft zu sehen, der Bekehrung zu Gott und zur Einhaltung seiner Gebote. Im Rahmen der Gefährdung unserer Umwelt stehen insbesondere wir Jäger in der Verantwortung. Uns Jägern ist als Christen und im Rahmen staatlicher Gesetzgebung die freilebende Tier- und Pflanzenwelt anvertraut. Im Hinblick auf die Bedrohung unserer Umwelt sollten gerade wir Jäger das Gewissen der Gesellschaft sein.

Hubertustage und Hubertusfeiern sollten jedem einzelnen von uns Anstoß sein, sich und sein Verhalten auf den Prüfstand zu stellen und zur Erneuerung und Stärkung christlicher und damit naturverantwortlicher Grundhaltung werden.

 

Ihr Heiligen Gottes
Bittet für uns!
 Amen.
 

 

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Gemeinschaft der Heiligen
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