Die Kreuzigung.
Vier muskulöse Männer, dem Aussehen nach Juden, und des Kreuzes würdigere Juden als die Verurteilten, gewiß von der gleichen Sorte wie die Geißler, springen von einem Pfad zur Hinrichtungsstätte hinauf. Sie tragen kurze ärmellose Tuniken und haben Nägel, Hämmer und Stricke in den Händen, die sie den drei Verurteilten grinsend zeigen. Durch die Menge geht eine Bewegung grausamer Begeisterung. weiterlesen...
Kirche Weitental

†  Gott ist die Liebe - Er liebt dich  †
 Gott ist der beste und liebste Vater, immer bereit zu verzeihen, Er sehnt sich nach dir, wende dich an Ihn
nähere dich deinem Vater, der nichts als Liebe ist. Bei Ihm findest du wahren und echten Frieden, der alles Irdische überstrahlt

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Maria Valtorta - Der Gottmensch

Band 11

 

Dieses Werk ist eine Gnade unseres lieben Herrn, man lernt hier Jesus und seine Worte in der richtigen Art und Weise kennen, seine Liebe, seinen Gehorsam, seine klaren und wahren Worte, nicht verdrehte, nicht unverständliche oder hoch theologische, nein, einfache Worte. Er erklärt für jeden verständlich die Gleichnisse. Glaube ist kein Studium, es ist Demut, Hingabe, Geduld, Vertrauen, nicht mein Wille muss an erster Stelle stehen, sondern den Willen Gottes gilt es zu suchen, die Gebote gilt es zu halten und hier erlangt man ein Verständnis hierfür. Zudem stimmen die Worte Jesu mit seinem Leben überein, voller Hingabe an den Willen seines und unseren Vaters. Nimm dir Zeit es aufmerksam zu lesen, du wirst es nicht bereuen.

Das Werk kann man hier in Buchform erwerben:

Parvis-Verlag, Route de l'Eglise 71, 1648 Hauteville, Schweiz, Tel. +41 26 915 93 93, buchhandlung@parvis.ch, www.parvis.ch

Aus rechtlichen Gründen dürfen nur Auszüge daraus veröffentlicht werden!
 



Nur zu Testzwecken!

Inhalt
 

Band XI:
Die Passion

642. Verschiedene Einführungen: I. «Der Sohn Gottes und der Frau ohne Makel war wie ein Wurm geworden». S. 9
643. Verschiedene Einführungen: II. «Man braucht nur die Wahrheiten zu sagen, um gehasst zu werden». S. 12
644. Verschiedene Einführungen: III. «Ich habe darunter gelitten, meine Mutterleiden zu sehen». S. 14
645. Verschiedene Einführungen IV. «Ich war und ich bin der Sohn Gottes. Aber ich war auch der Menschensohn». S. 16
646. Verschiedene Einführungen: V:«Ihr denkt nie daran, wieviel ihr mich gekostet habt». S. 21
647. Der Abschied von Lazarus. S. 23
648. Judas geht zu den Vorstehern des Synedriums. S. 33
649. Von Bethanien nach Jerusalem. S. 41
650. Der Einzug Jesu nach Jerusalem. S. 47
651. Der Abend des Palmsonntags. S. 60
652. Der Montag nach dem Einzug in Jerusalem: I. Tag. S. 64
653. Der Montag vor dem Passahfest: II. Die Nacht in Gethsemane. S. 80
654. Der Dienstag vor dem Passahfest. I. Der Tag. S. 85
655. Der Dienstag vor dem Passahfest: II. Die Nacht. S. 90
656. Der Mittwoch vor dem Passahfest: I. Der Tag. S. 94
657. Der Mittwoch vor dem Passahfest: II. Die Nacht. S. 128
658. Der Donnerstag vor dem Passahfest: I. Der Tag. S. 135
659. Beschreibung des Abendmahlsaales; Abschied von der Mutter vor dem letzten Abendmahl. S. 148
660. Das Passahmahl. S. 152
661. Betrachtungen über das letzte Abendmahl. S. 178
662. Die Todesangst und die Gefangennahme in Gethsemane. S. 181
663. Die verschiedenen Prozesse. S. 198
664. Anmerkungen über das Verhalten des Pilatus Jesus gegenüber. S. 224
665. Judas von Kerioth nach seinem Verrat. S. 229
666. «Wenn Judas sich der Mutter zu Füssen geworfen und um Erbarmen gefleht hätte, dann hätte die Barmherzigkeit ihn wie einen Verwundeten aufgehoben». S. 237
667. «Maria muss Eva annullieren. S. 239
668. Johannes holt die Mutter. S. 248
669. Vom Prätorium Kalvarienberg. S. 252
670. Die Kreuzigung. S. 265
671. Das Grab des Josephs von Arimathäa; Die furchtbare Seelenqual Marias und die Einbalsamierung des Erlösers. S. 289
672. Die Rückkehr zum Abendmahlsaal. S. 299
673. Die Nacht des Karfreitags. S. 310
674. Die Klage der Jungfrau. S. 315
675. Der Tag des Karsamstags. S. 330
676. Die Nacht des Karsamstags. S. 340

 

 

642. VERSCHIEDENE EINFÜHRUNGEN: 1. «DER SOHN GOTTES UND DER FRAU OHNE MAKEL WAR WIE EIN WURM GEWORDEN»

Jesus sagt:

«Und nun komm. Auch wenn du heute abend einer Sterbenden gleichst, komm, daß ich dich in meine Leiden einführe. Es wird ein weiter Weg sein, den wir zusammen gehen müssen, denn kein Schmerz ist mir erspart geblieben. Kein Schmerz des Fleisches, des Geistes, des Herzens, der Seele. Alle habe ich sie verkostet, von allen habe ich mich genährt, an allen meinen Durst gestillt, bis ich an ihnen gestorben bin.

Könntest du den Mund an meine Lippen legen, würdest du noch immer die Bitterkeit dieser vielen Schmerzen bemerken. Könntest du meine Menschheit in meinem nun so strahlenden Gewand sehen, würdest du auch sehen, daß diese Strahlen aus den tausend und abertausend Wunden hervorgehen, die meine aus Liebe zu euch zerrissenen, ausgebluteten, zerschlagenen und durchbohrten Glieder mit einem Mantel lebenden Purpurs bedeckten.

Nun erstrahlt meine Menschheit. Aber es gab einen Tag, da glich sie der eines Aussätzigen, so zerschlagen und gedemütigt war sie. Der Gottmensch, der als Sohn Gottes und der Frau ohne Makel alle Schönheit des Leibes in Vollkommenheit besaß, war damals in den Augen jener, die ihn liebevoll, neugierig oder verächtlich betrachteten, abscheulich: ein "Wurm", wie David sagt, der Leute Spott und der Verachtetste des Volkes.

Die Liebe zum Vater und zu den Geschöpfen des Vaters hat mich dazu getrieben, meinen Körper denen zu überlassen, die mich schlugen, mein Antlitz denen darzubieten, die mir Backenstreiche gaben und mich bespien und die glaubten, verdienstvoll zu handeln, als sie mir die Haare ausrissen, mich am Bart zerrten und mein Haupt mit Dornen durchbohrten. Selbst die Erde, und was von ihr kommt, haben sie zum Komplizen der ihrem Retter zugefügten Qualen gemacht, denn sie haben meine Glieder verrenkt, meine Knochen bloßgelegt, mir meine Kleider vom Leib gerissen und so meiner Reinheit die größte Qual zugefügt. Sie haben mich an das Holz geschlagen, mich wie ein am Haken des Schlächters verblutendes Lamm aufgehängt, sie haben meinen Todeskampf mit geiferndem Hohn verfolgt – ein Rudel gieriger Wölfe, das der Blutgeruch noch rasender macht.

Angeklagt, verurteilt, getötet. Verraten, verleugnet, verkauft. Selbst von Gott verlassen, denn auf mir lagen die Verbrechen, die ich auf mich

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genommen hatte. Ich war ärmer als ein unter die Räuber gefallener Bettler, denn man hat mir nicht einmal das Kleid gelassen, um meine gemarterte, zerschlagene Blöße zu bedecken. Es wurde mir nicht einmal die Schmach erspart, noch über den Tod hinaus verletzt und von den Feinden verleumdet zu werden. Vom Schmutz all eurer Sünden bedeckt, in die tiefste Nacht des Schmerzes gestürzt, ohne daß das Licht des Himmels meinem sterbenden Blick begegnet wäre oder eine göttliche Stimme meinem letzten Flehen geantwortet hätte.

Isaias nennt den Grund so vieler Schmerzen: "Wahrlich, er hat all unsere Leiden auf sich genommen, unsere Schmerzen hat er getragen."

Unsere Schmerzen! Ja, für euch habe ich sie getragen! Um eure Schmerzen zu lindern, zu besänftigen, zu beenden, wenn ihr mir nur treu gewesen wäret. Aber ihr wolltet es nicht sein. Und was habe ich dafür bekommen? Ihr habt mich wie einen Aussätzigen, einen von Gott Geschlagenen betrachtet. Ja, der Aussatz eurer unendlich vielen Sünden war auf mir wie ein Bußgewand, wie ein Bußgürtel; aber warum habt ihr nicht durch das Gewand, in das er seine Heiligkeit für euch kleidete, Gott in seiner unendlichen Barmherzigkeit gesehen?

"Durchbohrt um eurer Sünden willen, zerschlagen für eure Missetaten" ' sagt Isaias, der mit seinem prophetischen Blick den Menschensohn als eine einzige Wunde gesehen hat, zur Heilung der Wunden der Menschen. Und wenn nur mein Körper verwundet gewesen wäre!

Aber was ihr mir noch viel mehr verwundet habt, war mein Gefühl und mein Geist. Das eine wie das andere habt ihr zur Zielscheibe eures Spottes gemacht, und ihr habt meine Freundschaft, die ich euch geschenkt hatte, durch Judas mit Füßen getreten. Die Treue, die ich von euch erhofft hatte, habt ihr durch die Verleugnung des Petrus gebrochen. Ihr habt mich getroffen durch die Undankbarkeit jener, die mir zuriefen: "Stirb!", nachdem ich sie von so vielen Übeln befreit hatte. Ihr habt mich in der Liebe verletzt durch das meiner Mutter zugefügte Leid, und in der Religion, als ihr mich Gotteslästerer nanntet; mich, der ich mich aus Eifer für die Sache Gottes den Händen der Menschen überliefert habe, indem ich Mensch geworden bin, ein Leben lang gelitten und mich der menschlichen Grausamkeit überlassen habe, ohne ein Wort zu sagen oder zu klagen.

Ein Blick meiner Augen hätte genügt, um die Kläger, Richter und Henker zu vernichten. Aber ich war freiwillig gekommen, um das Opfer zu vollbringen, und als Lamm; denn ich war das Lamm Gottes, und ich bin es auf ewig. Ich habe mich fortführen lassen, um meiner Kleider beraubt und getötet zu werden, damit aus meinem Fleisch Leben für euch werde.

Als ich erhöht wurde, war ich schon verzehrt von namenlosen Schmerzen, von Schmerzen aller Namen. Schon in Bethlehem habe ich zu Sterben angefangen, als ich das Licht der Welt erblickte, das so erschreckend andersartig für mich war, der ich der Lebende des Himmels war. Ich bin

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auch gestorben in der Armut, in der Verbannung, bei der Flucht, bei der Arbeit, bei all meinen Mühen, dem Unverständnis, dem Verrat, den verletzten Gefühlen, den Qualen, Lügen und Gotteslästerungen. Dies alles hat der Mensch mir zugefügt, mir, der ich gekommen war, um ihn wieder mit Gott zu versöhnen.

Maria, schau deinen Erlöser an. Er trägt kein weißes Gewand und hat kein blondes Haupt. Er hat nicht den saphirfarbenen Blick, den du kennst. Sein Gewand ist rot von Blut. Es ist zerrissen und mit Schmutz und Speichel bedeckt. Sein Gesicht ist geschwollen und entstellt und sein Blick von Blut und Tränen verschleiert, und er blickt dich an durch diese Kruste aus Blut, Tränen und Staub, die seine Lider bedecken. Meine Hände, siehst du, sind schon voller Wunden und warten auf die letzte Wunde.

Schau mich an, kleiner Johannes, so wie mich dein Bruder Johannes angeschaut hat. Meine Schritte hinterlassen blutige Spuren. Der Schweiß wäscht das Blut ab, das aus den Wunden der Geißelhiebe tropft, und das Blut, das mich noch bedeckt von der Todesangst im Ölgarten. Die ausgetrockneten, zerschlagenen Lippen sprechen dieses Wort in der Bedrängnis, im Kummer eines unter namenlosen Qualen schon sterbenden Herzens.

Von nun an wirst du mich oft so sehen. Ich bin der König der Schmerzen und werde in diesem königlichen Gewand kommen, um dir von meinen Schmerzen zu sprechen. Folge mir, trotz deiner Todesangst. Ich werde, da ich der Barmherzige bin, deine von meinem Schmerz bitteren Lippen auch mit dem duftenden Honig der friedvollsten Betrachtungen erquicken. Aber du mußt die blutigen vorziehen, denn durch sie erhältst du das Leben und wirst auch andere zum Leben führen. Küsse meine blutende Hand und wache in der Betrachtung über mich, den Erlöser.»

Ich sehe Jesus so, wie er sich beschreibt. Heute abend, seit 19 Uhr, ringe ich wirklich mit dem Tod.

Jesus sagt heute morgen, den 11. Februar, um 7.30 Uhr, zu mir:

«Gestern abend wollte ich nur von mir als dem Leidenden sprechen, denn die Beschreibung und die Vision meiner Schmerzen haben begonnen. Gestern abend war die Einführung. Und du warst so erschöpft, meine Freundin! Doch bevor die Agonie zurückkehrt, muß ich dir eine sanfte Rüge erteilen.

Gestern früh bist du egoistisch gewesen. Du hast zum Pater gesagt: "Hoffentlich halte ich durch, denn meine Mühen sind die allergrößten." Nein. Seine Mühen sind die größten, denn sie ermüden und werden nicht ausgeglichen durch die Seligkeit, Jesus zu sehen und bei sich zu haben, wie du ihn auch in seiner heiligen Menschheit hast. Man darf niemals egoistisch sein, auch nicht in den kleinsten Dingen. Eine Jüngerin, ein kleiner Johannes, muß über alle Maßen demütig und liebevoll sein, wie ihr Jesus.

Und nun komm zu mir. "Die Blumen sind erschienen... die Zeit des Beschneidens ist gekommen... der Ruf der Turteltaube erschallt auf dem Land..." Und es sind die Blumen, die den Blutlachen deines Christus entsprungen sind. Und jener, der wie der Zweig beschnitten wird, ist der Erlöser. Und die Stimme der Turteltaube, die die Braut zu ihrem schmerzhaften und heiligen Hochzeitsmahl ruft, ist die meine, die dich liebt.

Steh auf und komm, wie in der heiligen Messe heute gesagt wird. Komm, um zu betrachten und zu leiden. Das ist das Geschenk für meine Auserwählten.»

643. VERSCHIEDENE EINFÜHRUNGEN: 11. «MAN BRAUCHT NUR DIE WAHRHEIT ZU SAGEN, UM GEHASST ZU WERDEN»

Jesus sagt:

«Mein Blick hat im Herzen des Judas Iskariot gelesen. Niemand soll glauben, die Weisheit Gottes sei nicht imstande gewesen, dieses Herz zu verstehen. Aber wie ich zu meiner Mutter sagte, ist es notwendig gewesen. Wehe ihm, daß er zum Verräter wurde! Aber es mußte einen Verräter geben. Doppelzüngig, hinterhältig, geizig, lasterhaft, diebisch, intelligent, und zudem gebildeter als der Durchschnitt, hat er es verstanden, auf alle Eindruck zu machen. Mit großer Kühnheit ebnete er mir den Weg, auch wenn es schwierig war. Es gefiel ihm vor allem, als meine Vertrauensperson zu gelten und dies noch hervorzuheben. Er war nicht von Natur aus und aus Liebe hilfsbereit, sondern einzig und allein, weil er einer von denen war, die ihr "Wichtigtuer" nennt. Das machte es ihm auch möglich, das Geld zu verwalten und sich den Frauen zu nähern. Zwei Dinge, die er neben dem dritten, dem Ansehen bei den Menschen, grenzenlos liebte.

Die Reine, die Demütige, die von allen Reichtümern der Welt Losgelöste konnte nicht anders als Abscheu vor dieser Schlange empfinden. Auch ich empfand Abscheu. Und nur ich allein, der Vater und der Geist wissen, welche Überwindung es mich gekostet hat, ihn in meiner Nähe zu ertragen. Doch dies werde ich dir zu gegebener Zeit erklären.

Ebenso war mir die Feindseligkeit der Priester, Pharisäer, Schriftgelehrten und Sadduzäer nicht unbekannt. Sie waren schlaue Füchse, die versuchten, mich in ihre Höhle zu locken, um mich dort zu zerreißen. Sie dürsteten nach meinem Blut. Und sie versuchten, mir überall Fallen zu stellen, um mich gefangennehmen zu können, um eine Waffe der Anklage zu haben und mich aus der Welt zu schaffen. Drei Jahre hat diese Bosheit gedauert, und sie fand erst ein Ende, als sie wußten, daß ich tot war. An jenem Abend erst konnten sie ruhig schlafen. Die Stimme ihres Anklägers war für immer verstummt. So glaubten sie. Aber nein, sie ist nicht verstummt. Sie wird niemals verstummen. Wie Donner ertönt sie und verflucht alle, die heute gleich ihnen sind. Wieviel Leid mußte meine Mutter durch ihre Schuld ertragen! Und ich werde dieses Leid nie vergessen.

Daß die Menge wankelmütig ist, war nichts Neues für mich. Sie ist das wilde Tier, das dem Bändiger die Hand leckt, wenn dieser mit der Peitsche kommt oder ihm ein Stück Fleisch für seinen Hunger reicht. Doch es genügt, daß er fällt und seine Peitsche nicht mehr gebrauchen kann, oder daß er kein Futter mehr hat, und das Tier fällt ihn an und zerreißt ihn. Es genügt, die Wahrheit zu sagen und zu den Guten zu gehören, um von der Masse gehaßt zu werden, wenn die erste Begeisterung verflogen ist. Die

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Wahrheit ist Mahnung und Rüge. Die Güte beraubt der Peitsche und führt dazu, daß die Bösen keine Furcht mehr haben. Daher das "Kreuzige ihn" nach dem "Hosanna". In meinem ganzen Leben als Meister haben mich diese beiden Rufe begleitet. Und der letzte war "Kreuzige ihn"! Das "Hosanna" ist wie das tiefe Atemholen des Sängers, damit er genügend Luft für den hohen Ton hat. Maria hat am Abend des Karfreitag in ihrem Inneren alle diese verlogenen "Hosanna" noch einmal gehört, die für ihren Sohn zu Todesurteilen geworden sind. Und sie haben ihr Herz durchbohrt. Auch das vergesse ich nicht.

Die Menschlichkeit der Apostel! Wieviel Menschlichkeit! Schwere Steine, die sich von der Erde angezogen fühlten, habe ich auf meinen Armen getragen, um sie zum Himmel emporzuheben. Auch jene, die sich nicht wie Judas Iskariot als Diener eines irdischen Königs sahen, die nicht wie er damit rechneten, bei nächster Gelegenheit an meiner Statt den Thron zu besteigen, waren trotzdem alle zu sehr auf Ruhm bedacht. Es kam der Tag, an dem selbst mein Johannes und sein Bruder dieses Verlangen nach Ruhm verspürten, das euch sogar in himmlischen Dingen wie eine Fata Morgana irreführt. Es ist nicht das heilige Verlangen nach dem Paradies, das ihr meinem Willen gemäß haben sollt, es ist vielmehr der menschliche Wunsch, daß eure Heiligkeit bekannt werde. Und nicht nur das; es ist euer Profitdenken in der Art der Wechsler und Wucherer, mit dem ihr für ein wenig Liebe, die ihr dem gebt, dem ihr nach meinen Worten alles, euch selbst, geben müßt, einen Platz zu seiner Rechten im Himmel verlangt.

Nein, Kinder. Nein! Zuerst muß man den ganzen Kelch austrinken, den ich getrunken habe. Den ganzen Kelch, indem man mit Liebe auf Haß antwortet, mit Reinheit auf die Stimmen der Sinne, mit Heldentum auf die Prüfungen, und sich aus Liebe zu Gott und den Brüdern selbst zum Opfer bringt. Dann, wenn ihr alle eure Pflichten erfüllt habt, sollt ihr noch sagen: "Wir sind unnütze Knechte" und warten, bis mein und euer Vater euch in seiner Güte einen Platz in seinem Reich gewährt. Man muß sich allem Menschlichen entäußern, wie du mich im Prätorium entkleidet gesehen hast, und nur das unumgänglich Notwendige behalten aus Achtung vor dem Leben, dem Geschenk Gottes, und vor den Brüdern, denen wir vom Himmel aus mehr nützen können als auf Erden. Überlaßt es Gott allein, euch mit dem im Blut des Lammes gewaschenen Gewand der Unsterblichkeit zu bekleiden.»

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Gepriesen sei Gott unser Vater, unser Schöpfer,
Gepriesen sei Jesus Christus, der sich aus Liebe für uns geopfert hat,

Gepriesen sei der Hl. Geist, der unser Lehrmeister sein möchte.

 

 

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