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Barbara Weigand

 

 
Offenbarungen an Barbara Weigand.
Das Leben und Wirken der Barbara Weigand von Schippach, das von tiefen mystischen Erfahrungen erfüllt war, gibt Zeugnis von einer schlichten Gottsucherin. Ihr schriftlicher Nachlaß, der in interessierten Kreisen unter dem Titel „Schippacher Schriften“ schon früher einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangte, ist eine Fundgrube für jeden, der nach spirituellen Werten tief christlicher Prägung sucht.
 
 
 

Offenbarungen an Barbara Weigand Band 4

Juli 1899 – Juni 1900

Nr. 303-361

 

Inhaltsverzeichnis

Begleitwort des Weihbischofs. 4

Einführung. 5

Entstehungsgeschichte der Aufzeichnungen. 9

303 Dritter Freitag im Juli 1899. 16

„Gehet hinweg über all eure Fehler und höret Meine Stimme. Tag und Nacht soll Mein Lob erklingen in eurem Herzen, in euren Handlungen, in all euren Worten und Werken.“ 16

304 Vierter Freitag im Juli 1899. 24

„Ich habe dem Menschen als Vorrecht seinen freien Willen gegeben, als Vorrecht unter allen Meinen Geschöpfen. Mit diesem freien Willen soll er wählen zwischen Gut und Bös.“ 24

305 Portiuncula-Fest 1899. 30

„Seht, Meine Kinder, so großmütig, wie Ich war bei Franziskus, so großmütig war Ich in allen Jahrhunderten, zu allen Zeiten, an allen Orten, wo eine treue Seele sich findet, die Mir dient, ja, die Mir großmütig dient.“ 30

306 Erster Freitag im August 1899. 37

„Daß man noch nie, seitdem die Welt besteht, so viele Atheisten aufzuzeichnen hat wie in diesem Jahrhundert.“ 37

307 Am 12. August 1899. 41

308 Zweiter Freitag im August 1899. 42

„Wenn ihr Mir dient, wie Ich will, dann lohne Ich es, wie ihr wollt. Dient ihr Mir aber, wie ihr wollt, dann lohne Ich es euch, wie Ich will.“ 42

309 Vigil von Mariä Himmelfahrt 1899. 49

„Ja, Meine Kinder, es ist die Zeit gekommen, wo sich die Guten und Treuen zusammenscharen, wie noch nie seit aller Zeit.“ 49

310 Dritter Freitag im August 1899. 57

„Denn dort wohne Ich mit Gottheit und Menschheit, mit Fleisch und Blut, wie Ich dereinstens unter euch wandelte.“ 57

311 Vierter Freitag im August 1899. 62

„Ihr selbst sollt der andere Christus sein, der hinaufsteigen muß an das Kreuz, und der angenagelt alles an sich ziehen muß.“ 62

312 Herz-Jesu-Freitag am 1. September 1899. 70

„Niemand wird gerettet werden, der sich nicht entschließen kann, dieser sinnlichen Welt zu entsagen.“ 70

313 Samstag am 2. September 1899. 75

„Narren – Um Meines Namens willen.“ 75

314 Montag am 4. September 1899. 76

315 Vigil von Mariä Geburt 1899. 76

„Steht fest im Kampfe, denn der Baum wird geschüttelt und alles faule Obst fällt ab, die gelben Blätter fallen weg, und was festsitzt, was den Sturm aushält, das allein ist echt und gut.“ 76

316 Fest Kreuzerhöhung am 14. September 1899. 85

„Nun aber, Meine Kinder, da Ich am Kreuze sterben wollte, wollte Ich euch allen den Weg zeigen, den einzigen Weg zur ewigen Glückseligkeit.“ 85

317 Vierter Freitag im September 1899. 91

„Als Ich den Himmel erschuf mit den Engeln zu Meiner Ehre und Verherrlichung, als Ich den Engeln befohlen hatte, die Schutzgeister, die Führer des Menschengeschlechtes zu sein und zu werden, da erhob sich dieser Engel gegen Meine Majestät.“ 91

318 Fest hl. Erzengel Michael am 27. Sept. 1899. 99

„Die heilige katholische Kirche ist die Mutter der Wahrheit und alles, was in ihr niedergelegt ist, ist Gottes Wort.“ 99

319 Fest des hl. Franziskus am 4. Oktober 1899. 104

„Und als ich betete, hörte ich die Stimme in mir reden. Es war der gute Geist, mein Engel, durch den Gott zu mir sprach.“ 104

320 Erster Freitag im Oktober 1899. 111

„Denn das eucharistische Kreuz, das Ich trage, ist, daß die ganze Menschheit von Mir abgefallen ist, daß Ich unter Meinen Kindern stehe, die Mich nicht mehr kennen.“ 111

321 Zweiter Freitag im Oktober 1899. 116

„Ebenso wie Satan auf sie einstürmt, so stehen Wir daneben, um an das Menschenherz zu gelangen, um, weil Wir Geister sind, mit dem Geiste zu verkehren, weil Wir nur mit dem Geiste des Menschen verkehren können.“ 116

322 Samstag am 14. Oktober 1899. 120

„Wenn Ich einmal den Menschen in Besitz genommen habe, unterwirft sich der Leib instinktmäßig wie die anderen geschaffenen Geschöpfe, wie die Tiere und die Pflanzen.“ 120

323 Dritter Freitag im Oktober 1899. 121

„Der alte Glaube, der da so viele Heilige gebildet hat im Mittelalter, der da so viele Märtyrer befördert hat in der ersten Zeit des Christentums, der muß erneuert werden.“ 121

324 Donnerstag am 26. Oktober 1899. 126

325 Sonntag am 29. Oktober 1899. 127

326 Vigil von Allerheiligen 1899. 127

„Dieser Thron Satans wird mit jedem Tag herrlicher geschmückt. Der Thron Meines Sohnes aber, dort wo Er wohnt im stillen Tabernakel, wird mit jedem Tag armseliger.“ 127

327 Montag am 6. November 1899. 133

328 Dienstag am 14. November 1899. 134

„Niemals aber habe Ich zugelassen und werde es zulassen in Meinem eucharistischen Leben, daß Satan sich in seiner Frechheit an Meinen heiligsten Leib wagt, denn dann stürzt das ganze christliche Leben in Trümmer.“ 134

329 Donnerstag am 23. November 1899. 135

„Meine heilige Mutter war gewiß das reinste und erlauchteste Geschöpf, und doch habe Ich Sie so geprüft wie auch euch.“ 135

330 Zweite Erscheinung am 23. November 1899. 136

331 Vigil von St. Katharinenfest 1899. 137

„Jetzt aber ist die Menschheit so verblendet, daß man anfängt, den Kreuzweg zu verderben und zu vernichten.“ 137

332 Erster Freitag im Dezember 1899. 143

„Wißt, was Ich hier wirke, ist nicht so sehr für die Ordensleute und für Meine Kirche, als für das allgemeine Wohl der gesamten Menschheit, für das Familienleben, bestimmt.“ 143

333 Fest der heiligen Barbara 1899. 148

„Nebst dem heiligen Schutzengel habe Ich jedem getauften Christen einen Schutzpatron gegeben, dessen Fußstapfen jeder nachgehen soll, und der beständig an der Seite des Schützlings geht.“ 148

334 Vigil des heiligen Evangelisten Johannes 1899. 157

„Siehe, wer ein armseliges, irdisches Vergnügen ausschlägt, dem wird hundert- und tausendfach vergolten durch andere Vergnügen, Vergnügen die ewig dauern.“ 157

335 Vigil vor Neujahr 1900. 163

„O diese Toren wissen nicht, daß sie in Meiner Hand sind wie der Topf in des Töpfers Hand.“ 163

336 Donnerstag am 4. Januar 1900. 165

„Gestraft ist sie, nachdem sie im Glanz und in Üppigkeit und Reichtum gelebt, diese Meine jungfräuliche Braut, und stolz geworden ist.“ 165

337 Fest der Heiligen Drei Könige 1900. 169

„Sein Blick war ein so durchbohrender, durchdringender, ein so leuchtender, daß er mir durch die Seele ging und ich wie ohnmächtig zu Boden fiel.“ 169

338 Vigil vom Fest des heiligen Namens Jesu 1900. 175

„Einmal war Ich auf Erden und hatte einen Leib angenommen, aber in aller Ewigkeit werde Ich nicht mehr euer Bruder in leiblicher und sichtbarer Gestalt sein.“ 175

339 Dritter Freitag im Januar 1900. 179

„Alle Menschen will Ich retten, für alle Menschen spanne Ich Meine Kreuzesarme aus, sie alle will Ich umfangen und an Mein Herz drücken.“ 179

340 Fest Bekehrung des heiligen Paulus 1900. 183

„Seht zu, ob ihr noch einen tiefgläubigen Menschen findet, wo ihr noch das Evangelium findet, so wie es Mein Diener Paulus hinausgetragen, so, wie Ich es vom Himmel gebracht und die ersten Christen es auch übten.“ 183

341 Vigil vom Herz-Jesu-Freitag im Februar 1900. 189

„Du begreifst nicht, wie gut Ich bin, weil Ich dich mit Leiden heimsuche. Gehe hin und klage nicht, sei still und trage dein Kreuz.“ 189

342 Donnerstag am 15. Februar 1900. 195

343 Dritter Freitag im Februar 1900. 195

„Dieses ist das Leben aller Diener Gottes, das Leben aller Heiligen, und es war auch Mein Leben, die kindliche, heilige Einfalt.“ 195

344 Freitag vor Aschermittwoch im Februar 1900. 200

„Ihr könnt euch erfreuen und ergötzen draußen in Gottes Natur; ihr könnt und dürft euch ein Vergnügen verschaffen, aber dorthin sollt ihr nicht gehen, wo der Teufel tanzt mit den Seinigen, die ihm angehören.“ 200

345 Vigil von Herz-Jesu-Freitag im März 1900. 206

„Sie haben sich einen anderen Gott gewählt und diesen beten sie an; ein goldenes Kalb haben sie sich gemacht und hüpfen und tanzen darum Tag und Nacht.“ 206

346 Zweiter Freitag im März 1900. 212

„Wenn das Volk Gottes, das abgewichen ist vom rechten Weg, soll zurückgeführt, in die rechte Bahn eingelenkt werden, dann müßt ihr auf die Stimme der Propheten hören, die Ich zu euch sende.“ 212

347 Dritter Freitag im März 1900. 219

„Er hat sie, weil sie es so wollten, mit Blindheit geschlagen, und dies ist die größte Strafe, die Mein himmlischer Vater dem Menschengeschlecht zufügen kann.“ 219

348 Vierter Freitag im März 1900. 226

„So oft nun eine Seele verlorengeht, geht das Bild der Heiligsten Dreifaltigkeit verloren durch die ganze Ewigkeit. Kein Mensch begreift den Schmerz, den Ich habe um eine einzige Seele, die verlorengeht.“ 226

349 Fünfter Freitag im März 1900. 230

„Wo sind die Männer, deren ihr euch rühmen wollt? Ja, ja, abgefallen sind sie; Freimaurer sind sie geworden, Liberalisten; Sozialisten sind sie geworden.“ 230

350 Fest der Sieben Schmerzen Mariens 1900. 237

„Sie soll dem Geiste folgen, der sie zieht, mag er sie zu Bußübungen treiben oder zu Werken der Nächstenliebe oder zu Beschauungen.“ 237

351 Gründonnerstag 1900. 243

„Das größte Werk, was Ich errichten, das größte Wunder, das Ich wirken wollte auf Erden, ist, daß Ich Mich Selbst euch zurückließ.“ 243

352 Vigil von Ostern 1900. 251

„Wer den Berg der Vollkommenheit besteigen will, der muß in erster Linie Meiner heiligen Mutter nachfolgen.“ 251

353 Freitag vor dem Weißen Sonntag im April 1900. 257

„Ihr seid die unglücklichen Kinder Meiner Kirche, die stehen an dieser Pforte, denn die Pforten der Hölle sind jene Helfershelfer Satans, die sich zur Aufgabe gesetzt haben, Mein Reich zu vernichten.“ 257

354 Vigil von Herz-Jesu-Freitag Mai 1900. 263

„Der Weg zum Himmel ist schmal, und der Christ, der ihn wandelt, darf nicht allzu viel Gepäck haben, nicht allzu üppig leben.“ 263

355 Zweiter Freitag im Mai 1900. 268

„Daß sie zwar Mein Wort verkünden, aber nichts weniger als dieses Wort an sich selbst in Erfüllung bringen.“ 268

356 Dritter Freitag im Mai 1900. 278

„Auch du Priester, stehst in derselben Gefahr, denn viele, viele deinesgleichen gehen nicht die Wege, die sie gehen sollen.“ 278

357 Fest Christi Himmelfahrt 1900. 283

Die Demut muß die Wurzel treiben, der Glaube treibt den Stamm empor, der Stamm treibt Äste, Blüten und Blätter bis hinein in die himmlischen Gefilde. 283

358 Vigil von Herz-Jesu-Freitag am 31. Mai 1900. 291

„Wo Glaube, da Liebe, wo Liebe, da Friede, wo Friede, da Gott, und wo Gott, da keine Not.“ 291

359 Vigil vor Pfingsten 1900. 297

„Beter brauche Ich, Streiter brauche Ich, Kämpfer, Sühnopfer verlange Ich unter Meinen Kindern, unter den Christen, unter den gläubigen Christen!“ 297

360 Vigil vom Fronleichnamsfest 1900. 305

„Denn solange ein Mensch sich erbaut an den Schriften und solange ein Tugendakt mehr erweckt wird von irgendeiner Seele in der Welt, und wenn es auch nach hundert Jahren noch ist, so soll euch jedesmal eine neue Freude zukommen in der Ewigkeit.“ 305

361 Fronleichnamsprozession 1900. 311

Nachwort 311

Einige Bemerkungen zur Frage nach den Privatoffenbarungen. 311

Der Eucharistische Liebesbund des göttlichen Herzens Jesu. 314

Statuten des Liebesbundes. 314

Weihe an das göttliche Herz Jesu. 314

Aufopferungsgebet am Morgen. 315

Aufopferungsgebet am Abend. 315

 

Begleitwort des Weihbischofs

Einen bemerkenswerten großen Umfang hat die Ausgabe der „Schippacher Schriften“ angenommen. Was die einfache Frau Barbara Weigand in ihren Privatoffenbarungen erfahren und niedergeschrieben hat, ist erstaunlich. Ihre Niederschriften zeigen, wie hörbereit sie war und wie wach sie die Vorgänge in Kirche und Gesellschaft verfolgt hat. Ihre Aussagen haben zuweilen eine ungemein prophetische Kraft und zeugen davon, daß sie mit den Augen des Glaubens die geistigen Verwerfungen ihrer Zeit erkannte. Sie beließ es aber nicht bloß bei den scharfsichtigen Beobachtungen des Zeitgeschehens und des Zeitgeistes. Sie eröffnete durch ihre Liebe zum lebendigen Christus in der Eucharistie auch den Zugang zu den heilenden und rettenden Kräften ihrer und unserer Zeit. Ihre liebende Verehrung des Herrn im Altarsakrament kann auch uns zeigen, wo wir mit unseren Sorgen um den Glauben und um die Neuevangelisierung Europas uns hinwenden müssen: „Herr, du hast Worte ewigen Lebens!“

Manches in den Schriften wie auch im Leben von Barbara Weigand ist nur aus dem Kontext der Zeit zu verstehen. Daran sollen wir nicht Anstoß nehmen. Man muß dieser Frau bestätigen, daß sie leidenschaftlich für die Sache Gottes eintrat und in Christus ihren Orientierungspunkt hatte.

Solchen Menschen im Gedächtnis der Kirche einen würdigen Platz zu geben, ist Auftrag auch für unser Bistum. Daher danken wir den Herausgebern für die große Mühe, mit der sie die „Schippacher Schriften“ herausgegeben haben. Mögen viele mit dieser Veröffentlichung Zugang zu dieser außergewöhnlichen Frau bekommen! Mögen viele durch ihre Liebe zum heiligen Meßopfer auch selber zu dieser einzigartigen Quelle des christlichen Lebens geführt werden.

Im September 2001

Helmut Bauer

Weihbischof

Einführung

In seinem Abschlußdokument zum Heiligen Jahr 2000 „Novo Millennio ineunte“ in Nr. 32 ff. hat der Heilige Vater Papst Johannes Paul II. dem Bedürfnis nach Gebet und Spiritualität sein besonderes Augenmerk gewidmet. „Ist es nicht vielleicht ein ‚Zeichen der Zeit’, daß man heute in der Welt trotz der weitreichenden Säkularisierungsprozesse ein verbreitetes Bedürfnis nach Spiritualität verzeichnet, das größtenteils eben in einem erneuten Gebetsbedürfnis zum Ausdruck kommt? Da uns die Gnade gegeben ist, an Christus zu glauben, den Offenbarer des Vaters und Retter der Welt, haben wir die Pflicht zu zeigen, in welche Tiefe die Beziehung zu ihm zu führen vermag, zu unsagbarer Freude, die von Mystikern als ‚bräutliche Vereinigung’ erlebt wurde und als Leidenschaft der Gefühle, bis hin zu einer richtigen ‚Liebschaft des Herzens’.“

Das Leben und Wirken der Barbara Weigand von Schippach, das von tiefen mystischen Erfahrungen erfüllt war, gibt Zeugnis von einer schlichten Gottsucherin. Ihr schriftlicher Nachlaß, der in interessierten Kreisen unter dem Titel „Schippacher Schriften“ schon früher einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangte, ist eine Fundgrube für jeden, der nach spirituellen Werten tief christlicher Prägung sucht. Das hohe geistliche Niveau dieser Schriften läßt sich nicht auf eine „rein natürliche Begabung“ der „Seherin von Schippach“, wie sie einmal in einem Buchtitel bezeichnet wurde, zurückführen. Schließlich war sie nur ein einfaches Landmädchen aus dem armen Spessartdorf Schippach.

Das Geheimnis ihres Lebens ist in ihrem brennenden Verlangen nach dem häufigeren Empfang des Leibes Christi in der heiligen Messe begründet. Ihr halbes Leben lang rang sie um dieses Gnadenprivileg, bis es endlich im Jahr 1905 durch die Kommuniondekrete vom heiligen Papst Pius X. allen Gläubigen gewährt wurde. Geheimnisvoll zog Jesus Barbara Weigand in seine vertrauensvolle und zugleich unbegreifliche Nähe, als Er beim Beten des Kreuzweges in der Mainzer Kapuzinerkirche, wie sie selbst berichtet, plötzlich vor sie hintrat und sie nach ihrer Leidensbereitschaft fragte: „Meine Tochter, bist du bereit, mit mir zu leiden?“ Erst nach einem dreitägigen Ringen mit sich selbst, gab sie, nicht leichten Herzens, ihr Jawort zu einem Leben, das von vielen meist leidgeprägten, mystischen Erlebnissen bestimmt war.

Ihre vielen visionären Begegnungen mit ihrem Herrn und Heiland Jesus Christus, ihrem „Seelenbräutigam“, seiner Mutter Maria und vielen Heiligen, vollzogen sich meist in Form von sogenannten „Laut-Ekstasen“, die für die Umstehenden hörbar wurden und mitgeschrieben werden konnten. In Mainz, wo sie in den Jahren von 1885–1915 lebte und in der Gastwirtschaft ihres Bruders als Küchengehilfin diente, ereigneten sich die meisten ihrer mystischen Eingebungen, die heute auf Grund ihrer besonderen Aktualität mehr und mehr den Stempel des Übernatürlichen und Glaubwürdigen erkennen lassen. Hier wird man an das augustinische Wort „Ereignis und Prophetie zugleich“ erinnert. Da ihre mystischen Erlebnisse meist mit inneren und äußerlich sichtbaren „Leidensstürmen“ verbunden waren, kann die Weigandsche Mystik sicherlich als „Leidensmystik“ bezeichnet werden.

Die Mystik, die „Krone aller theologischen Disziplinen“, erfordert Einfühlungsvermögen. Dies gilt auch für die hier vorliegenden Aussagen, zumal sich manche Textpassagen der Weigandschen Mystik nicht leicht und gänzlich erschließen lassen. Das Entstehen und Niederschreiben der „Schippacher Schriften“ zog sich über mehrere Jahrzehnte hin und war manchen Eingriffen und Einschränkungen durch die Mainzer Bischöfe Haffner (†1899), Brück (†1903) und Kirstein (†1921) unterworfen. Eine gewisse Erschwernis beim Lesen dieser Schriften ergibt sich aus einem Verbot durch Bischof Haffner, der das Mitschreiben von Namen solcher Personen untersagte, die sich rat- und hilfesuchend an Barbara Weigand wandten, eine Schutzmaßnahme, die mittlerweile gegenstandslos geworden ist. Anstelle der einzelnen Namen, die heute nur noch teilweise zu identifizieren sind, wurde jeweils ein „N.“ gesetzt. Personen, die im ständigen Kontakt mit Barbara Weigand standen, werden meist unter ihrem eigenen Namen aufgeführt. Einen breiten Raum in ihren Aufzeichnungen nehmen ihre zahlreichen Begegnungen mit Verstorbenen ein, die teils der triumphierenden Kirche des Himmels, teils der leidenden Kirche, dem „Fegefeuer“, angehörten.

Die beiden Jungfrauen Lieschen Feile und Luise Hannappel waren mit Barbara Weigand eng befreundet. Sie wurden mit ihrem Vornamen genannt. Luise Hannappel hat den Großteil der sog. „Laut-Ekstasen“ mitstenografiert. Die Beichtväter Pater Alfons OFM Cap. und Pater Bonifaz OFMCap. sowie die Seelenführer Pater Ludwig Hannappel OFMCap. und Pater Felix Lieber OFM., denen sich Barbara Weigand während ihres Mainzer Aufenthaltes anvertraute, wurden hingegen überwiegend – wie alle andere Personen – mit N. aufgeführt, manchmal aber auch namentlich genannt. Auch andere Beteiligte wurden gelegentlich mit ihrem vollen Namen angegeben. Orte wurden mit ihrem Anfangsbuchstaben abgekürzt.

Von 1894 bis 1903 geschahen 297 Visionen, die sich in „Laut- Ekstasen“ vollzogen. In der späteren Zeit (bis weit in die zwanziger Jahre) waren ihre Eingebungen oft ohne innere Schauungen. Die Mystikerin selbst sagt von ihrem Zustand, daß „alles jetzt wie geistig ist und das Gefühl ganz zurücktritt“; sie kann es aber nicht näher beschreiben. Diese späteren Eingebungen, die am ehesten als „Auditionen“ zu bezeichnen sind, wurden ebenfalls, oft aus ihrem Gedächtnis heraus, mit einer eigenen Numerierung (Audition 1–346) niedergeschrieben. Es ist auffällig, daß nicht wenig unvollendete Sätze (sog. Anakoluthe) vorkommen, wie sie auch für die biblischen „Gelegenheitsschriften“ charakteristisch sind. Da innerhalb der beiden Zählreihen Mehrfachzählungen unter einer Hauptnummer vorkommen, wurden die Offenbarungen in der vorliegenden Gesamtausgabe vom ersten bis zum siebten Band aufsteigend neu durchnumeriert. Wer zu kirchlichen oder wissenschaftlichen Zwecken auf die Urschriften zurückgreifen möchte, findet durch die Tagesangabe der Vision oder Audition eine stets eindeutige Identifizierung der einzelnen Offenbarung.

Einmal hörte die schon hochbetagte Barbara Weigand den Herrn sagen: „Die Schriften sind nicht für deine Zeit bestimmt, sondern für eine spätere.“ Diese Aussage macht manches heute verständlicher, was damals noch rätselhaft und dunkel erscheinen mußte. Sollten die „Schippacher Schriften“, die nun erstmals komplett und unverändert im Druck in sieben Bänden vorgelegt werden, tatsächlich für unsere Zeit bestimmt sein, worauf manches hinweist, verdienen sie große Beachtung. Dann wird sich auch ein Wort des Herrn aus dem Munde Barbaras, die er öfter als „Mein Sprachrohr“ bezeichnete, bewahrheiten: „Die Anziehungskraft meiner Worte und die darin liegende göttliche Kraft erweicht die Herzen“, und zu den Schriften selbst sagt er: „Der Geist ist von Mir, die Form von dir!“

Nachdem ihre Sendung als Mahnerin und Wegbereiterin für die Rückkehr zur urchristlichen Praxis des regelmäßigen, öfteren Kommunionempfangs erfüllt war, wurde sie vom Herrn mit dem Bau einer Sakramentskirche in ihrer Heimatgemeinde Schippach als Denkmal des Dankes für die Gewährung der sogenannten „Oftkommuniondekrete“ vom heiligen Papst Pius X. und mit der Gründung des „Eucharistischen Liebesbundes des göttlichen Herzens Jesu“ beauftragt. Dieser verbreitete sich rasch und erhielt in acht Diözesen das kirchliche Imprimatur.

Die „Barbara-Weigand-Gesellschaft e.V.“ hat in ihrem Archiv eine Fülle von Briefen, Zeitungsartikeln und andere schriftliche Unterlagen aus dem langen Leben der „Seherin von Schippach“ zusammengetragen und nach zeitgeschichtlichen wie auch besonderen Dokumentationskriterien archiviert. Das Hauptverdienst für die Aufbewahrung und den Erhalt der „Schippacher Schriften“ gebührt dem ehemaligen Heimatseelsorger von Barbara Weigand, DDr. Wilhelm Büttner, der das Leben und Wirken seines Pfarrkindes Barbara Weigand in Büchern und Broschüren gewürdigt und verteidigt hat. Er selbst hat seine ganze priesterliche Autorität in den Dienst der im Ruf großer Frömmigkeit stehenden Barbara Weigand gestellt und dafür viele persönliche Opfer gebracht und die „Schippacher Sache“ ganz zu seiner eigenen gemacht. Von ihm stammt auch ihre von der Barbara-Weigand-Gesellschaft e.V. veröffentlichte Lebensbeschreibung „Im Dienste des Eucharistischen Königs“.

Papst Johannes Paul II. schreibt in seinem Grußwort zur ‚Salzburger Hochschulwoche’ 1993: „...es ist notwendig, im kirchlichen und religiösen Leben ein neues Verständnis im Sinne der klassischen Mystik zu entdecken.“ Später beklagte er einmal, daß es „heute einen echten Mangel an Mystik in der Kirche gibt“. Im eingangs erwähnten päpstlichen Lehrschreiben „Novo Millennio ineunte“ (Nr. 33) spricht er voll Hochachtung vom gnadenhaften Weg der Mystiker, die in unsagbarer Freude zur „bräutlichen Vereinigung“ zugelassen wurden.

Von daher bieten sich uns die „Schippacher Schriften“ als ein echtes Geschenk an für die Erneuerung der eucharistischen Frömmigkeit in der Kirche. Lesen wir darin nach der Weisung des heiligen Apostels Paulus: „Prüfet alles, was gut ist behaltet!“ (1 Thess 5, 21). Eine letzte Beurteilung über die Echtheit der mystischen Aussagen ist freilich dem kirchlichen Lehramt vorbehalten.

Nicht zu übersehen ist auch der prophetische Charakter dieser Aussagen, welche die Übel und Mißstände, auch in der Kirche, anprangern und beim Namen nennen. Daß Gott durch Visionen und Privatoffenbarungen so vertraut zu seinen treuesten Freunden spricht und ihnen seine Geheimnisse offenbart, ist weder neu noch ungewöhnlich. Ja, beinahe alle Heiligen, insbesondere die Ordensgründer, sind mit göttlichen Visionen und Offenbarungen ausgezeichnet gewesen, wie wir z. B. in den Lebensbeschreibungen eines heiligen Benedikt, eines heiligen Bernhard, eines heiligen Dominikus, eines heiligen Franziskus und anderer lesen; in diversen Büchern werden unzählige Visionen, Offenbarungen und andere göttliche Gunstbezeigungen berichtet, welche der Herr entweder den Stiftern selbst oder einigen ihrer Schüler erwiesen hat. Es ist darum nicht zu bezweifeln, daß Gott vertraulich mit seinen Freunden spricht und besonders jene mit Gnaden beschenkt, die Er zu großen Werken auserwählt hat. Ja, wunderbar ist Gott in seinen Heiligen.

Barbara hört den Heiland am Vigiltag von Christi Himmelfahrt 1898 sagen:

„Siehe, alles, was Ich in dir wirke, hat nur einen Zweck, und der ist, daß Ich das Leben Meiner Kirche wieder erneuern will. Da so viele abgewichen sind und Mich hinausgeworfen haben aus ihrem Herzen, tut es sehr not, einen lebendigen Glauben zu haben, und diesen Glauben durch gute Werke zu betätigen. Wie geht dies aber anders als nur dann, wenn der Christ sich wieder eng anschließt an das Leben Meiner Kirche, d. h. an Mich selbst, der Ich unter euch wohne im Allerheiligsten Sakrament.“

Ebenso am Feste Pauli Bekehrung 1900: „Es gibt doch noch viele gute Christen, die sich zur Aufgabe gesetzt haben, das Reich Jesu Christi wieder herzustellen, all ihr Sein und Leben einzusetzen, um die Christen wieder zurückzuführen zum guten alten Glauben, indem sie überall das eucharistische Leben anfachen. Durch den öfteren Empfang der heiligen Kommunion wird neues Leben in die Christenheit eingegossen werden. Ein neues Leben wird wieder beginnen. Die ganze Welt muß erneuert werden dadurch, daß zuerst die Kirche erneuert wird, aber das kann nur geschehen auf dem Wege, den Ich, Jesus, selbst gegangen bin.“

Am Gründonnerstag 1898 mahnt der Heiland: „Schließt euch an die Kirche an, und nicht um ein Haarbreit weichet von ihr ab.“ Ebenso am Fronleichnamsfeste 1897: „Niemals kann eine Seele, die sich lostrennt von der Kirche, die nicht unter der Leitung des Priesters wandelt, den rechten Weg wandeln. Sie wandelt den Weg der Eigenliebe und des Hochmutes.“

Oder die Mutter Gottes am 2. Freitag im Oktober 1897: „Der Gehorsam geht über alles bei einer Seele, die mit meinem Sohn verbunden ist. Diese ist dem Gehorsam unterworfen und soll nur gehorsam sein ihren sichtbaren Vorgesetzten. Dies ist das sicherste Zeichen, daß sie nicht irregeht.“

Das ganze Schrifttum der Barbara Weigand hat zum Ziel: Die Verehrung und Verherrlichung des Herrn in der heiligen Eucharistie und die Annahme seines Kreuzes, wozu er uns immer wieder einlädt. Gewiß hat das Gebet und das Leiden der Barbara Weigand viel dazu beigetragen, daß Papst Pius X. das berühmte Kommuniondekret erließ, das die Frühkommunion empfiehlt und den häufigen Kommunionempfang, zum größten Erstaunen vieler damaliger kirchlicher Behörden. Als Zeichen der Dankbarkeit für dieses große kirchengeschichtliche Ereignis soll nach dem Willen Gottes eine vom Herrn selbst gewünschte Eucharistische Kirche in Schippach gebaut werden: Es zeichnet sich ab, daß das kommende Zeitalter ein eucharistisches sein wird, das mit dem Triumph des Unbefleckten Herzens Mariens beginnen wird. Der Eucharistische Liebesbund soll einen Damm bilden gegen die anschwellende Verunehrung des Allerheiligsten Altarsakramentes.

So sagte der Herr zu Barbara Weigand: „Einen Damm will ich bilden. Dieser Damm soll entstehen aus allen Klassen von Menschen, vom Papst angefangen bis herunter zum Hausknecht, bis zur letzten Dienstmagd, von der Ordensfrau bis zur armen Ehefrau im ärmsten Dachstübchen. Diese sollen vereint beten, den Himmel bestürmen um das Wohl der Völker, damit meine Kirche wieder aufblühe, wieder auf den Leuchter gestellt werde, von wo aus alle Völker der Erde sie sehen können.“

Um diesen Liebesbund ins Leben zu rufen, wurden Statuten erstellt, die im Jahr 1914 die kirchliche Anerkennung erhielten. Es sollen daraufhin bis zu 60.000 Mitglieder beigetreten sein.

Die Aufnahme geschieht durch die einmalige und innige Bitte nach der heiligen Kommunion an Jesus, er möge sich würdigen, daß man in diesen Liebesbund aufgenommen werde. Dabei kann man sich eines in den Statuten aufgezeichneten Weihegebetes bedienen. Das Aufopferungsgebet am Morgen richtet sich an Jesus, als den Bräutigam der Seele, mit der Bereitschaft, alle Leiden und Widerwärtigkeiten anzunehmen, auf daß bald eine Herde und ein Hirte werde. Das Aufopferungsgebet am Abend richtet sich zunächst an den heiligen Schutzengel und dann an die Mutter Gottes, daß sie alles, was mangelt, ersetzen und es in dem Kostbaren Blut Jesu reinigen und vervollkommnen möge, mit einem besonderen Gedenken an den Heiligen Vater, und um die Bekehrung der Sünder zu erlangen.

Die „Barbara-Weigand-Gesellschaft e.V.“, Elsenfeld-Schippach, hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Andenken an diese Frau zu bewahren und die „Schippacher Schriften“ der Barbara Weigand zu erhalten und bekannt zu machen. Ermutigt durch die Weisung von Papst Paul VI., der während des II. Vatikanischen Konzils das Recht der Gläubigen, ihre geistlichen Erfahrungen und Erkenntnisse zu veröffentlichen, bestätigt hat, soll nun allen Interessierten dieser „geistliche Schatz“, der lange unbeachtet blieb, geringgeschätzt wurde und fast vergessen war, zugänglich gemacht werden.

In seinem Vortrag anläßlich der Feierstunde des Theresienwerkes in Luzern am 24. September 1983 kommt der Bamberger Erzbischof Dr. Karl Braun zu einer für die Wege der Mystik keineswegs überraschenden Schlußfolgerung, nämlich, – daß „der Weg der Liebe, den uns Christus zutraut, kein bequemer Spaziergang ist. Nicht immer gelingt uns auf Erden dieses Lieben, da die Schwierigkeiten uns oft den Mut nehmen. Im Himmel jedoch, wo wir das ganze Leben überschauen, werden wir entdecken, daß wir manchem schwierigen Menschen dafür zu danken haben, daß er uns ,Schleifstein zur Vollendung’ war“ (aus „Ich habe meinen Platz in der Kirche gefunden“ – Begegnung mit Therese von Lisieux – Johannes-Verlag, Leutesdorf 2. Auflage 1987). Für die Schippacher Mystikerin Barbara Weigand war ihr Lebensweg keineswegs ein leichter Weg, aber erfüllt von der Liebe zu ihrem Herrn und Meister.

Beten wir nun voller Hoffnung, daß die Schriften der Barbara Weigand zur Vertiefung und weiteren Verbreitung des göttlichen Willens beitragen und die Verehrung der heiligen Eucharistie und eucharistischen Anbetung in allen katholischen Kirchen, insbesondere in der Friedens- und Wallfahrtskirche in ihrem Heimatort Schippach, gepflegt werde.

Barbara-Weigand-Gesellschaft e.V. Elsenfeld-Schippach

Der Vorstand

Entstehungsgeschichte der Aufzeichnungen

Von Msgr. DDr. Wilhelm Büttner wissen wir erfreulicherweise recht genau, welchen Schicksalsweg die „Schippacher Schriften“ genommen haben. Zum besseren Verständnis derselben soll er hier nachgezeichnet werden.

Mit den folgenden Worten beginnt Barbara Weigand im Jahre 1894 ihre inneren Erlebnisse aufzuzeichnen: „Nachdem ich arme und unwürdige Magd des Herrn vom Jahre 1886 bis 1894 in der Stadt Mainz unaussprechlich viele Gnaden vom Herrn empfangen habe, will ich aus Dankbarkeit gegen Ihn wenigstens dieses Jahr 1894 anfangen, einiges aufzuschreiben, daß ich die Danksagung nicht vergesse“. Von da an schrieb sie bis herauf in ihr Greisenalter Notizen über ihr Leben und ihre seelischen Zustände. Im Jahre 1895 hatte sich der Schippacher Jungfrau eine sehr gebildete Mainzer Dame angeschlossen, Fräulein Luise Hannappel, welche nun ihrerseits den Hauptteil der Aufzeichnungen machte, die unter dem Namen „Schippacher Schriften“ bekannt geworden sind.

Urschriften und Abschriften

Leider stehen die meisten ihrer handgeschriebenen Zettel nur in Abschriften zur Verfügung, da die Urschriften anläßlich der behördlichen Untersuchungen an die kirchlichen Vorgesetzten eingeschickt oder von diesen eingefordert wurden und sich daher unter den Ordinariatsakten von Mainz und Köln und beim Heiligen Offizium in Rom befinden. Die Akten des Ordinariats Würzburg wurden am 16. März 1945 ein Raub der Flammen.

Die Abschriften fertigten zumeist Luise Hannappel, also eine Augen- und Ohrenzeugin, Frau Zulauf, Frl. Stahl und ein Herr Schweratt an; sie tragen die eigenhändige Unterschrift von Barbara Weigand und sind damit den Urschriften gleichzustellen.

Einen guten Überblick über ihre Erlebnisse bis zum Jahr 1896 gibt das Heftchen „Leben“ (84 Seiten), das sie im Jahre 1896 auf Veranlassung ihres damaligen Seelenführers Pater Ludwig O.Cap. anfertigte. Diese in Band 1 S. 38-76 übernommenen Aufzeichnungen sind in schlichter Form verfaßt, ohne streng eingehaltene zeitliche Aufeinanderfolge. Inhaltlich bringen sie offen und aufrichtig Gutes und weniger Gutes über die Schreiberin zum Ausdruck und sind damit ein ehrliches Selbstzeugnis. Die Schreiberin schließt mit dem Bekenntnis: „Dieses ist mein Leben und einige der Gnaden, die ich glaube, daß der liebe Gott sie in mir gewirkt hat.“

Die Gnadenerweise seit dem Jahre 1887 schrieb sie auf Befehl ihres Beichtvaters Pater Alphons O.Cap. nieder, dem sie diese Aufzeichnungen regelmäßig zu überbringen hatte. Darin erwähnt sie: „Als ich diesem von meinen übernatürlichen Dingen gesagt hatte, wies er mich anfangs barsch ab. Später aber befahl er mir, alles aufzuschreiben, und ihm zu bringen. Dies tat ich auch mehrere Jahre hindurch, bis kurz vor dem Tode meines Bruders“ († 5. April 1892). An anderer Stelle bemerkt sie, daß sie drei Jahre lang dem Pater ihre Aufzeichnungen gebracht habe.

Wiederum schreibt sie im Jahr 1893: „Sechs Jahre vorher hatte mir derselbe Beichtvater befohlen unter Gehorsam, nichts zu verschweigen von meinen übernatürlichen Gnaden, ihm stets alles aufrichtig zu sagen, und weil ich im Beichtstuhle nicht alles sagen konnte, befahl er mir, es aufzuschreiben und ihm zu bringen, und wenn es noch so schlecht geschrieben war, weil ich meistens bei der Nacht und im kalten Zimmer schreiben mußte und mich deswegen entschuldigte, sagte er jedesmal beruhigend: ,Kümmere dich nicht, ich kann es lesen.’“ Diese Aufzeichnungen sind im Kapuzinerkloster zu Mainz nicht mehr vorhanden.

Auch später, als die Aufzeichnungen während der Ekstasen bereits von anderen Personen vorgenommen wurden, kam es öfters vor, daß Barbara Weigand nach Rückkehr in den natürlichen Zustand noch eigenhändig ihre Erinnerungen niederschrieb. Ferner stammen von Barbara Weigand die meisten Aufzeichnungen nach 1900 und aus jenen Zeiten, in denen der Freundin das Aufschreiben von der geistlichen Behörde untersagt worden war. Nach 1910 finden sich nur noch gelegentlich Einträge von ihr, ebenfalls aus dem Gedächtnis wiedergegeben. Über die Zeit von 1907 bis 1909 gibt es eine aufschlußreiche Bemerkung in einem Brief Barbara Weigands an den Generalvikar von Mainz vom 5. März 1909, worin sie schreibt:

„Nach dem Tode des P. Ludwig († 12. Juni 1907) richtete ich mich nach dem Willen meines Beichtvaters, den ich aus wichtigen Gründen nicht angebe, so daß ich lange Zeit nicht einmal Briefe beantwortete, bis er mir sagte: ,Ich erlaube Ihnen, nun einen anderen Seelenführer zu wählen; denn die Freiheit des Geistes ist jedem Christen gestattet.’ Darauf sah ich mich um nach jemand und erhielt die Erlaubnis, die Gnaden aufzuschreiben; aber nur einmal dürften sie aufgeschrieben und ihm zugeschickt werden. So wird es auch gehalten in letzter Zeit.“

Noch in ihrem höchsten Greisenalter schrieb sie innere Erleuchtungen auf und brachte sie ihrem Beichtvater. Dazu glaubte sie sich durch die innere Stimme gedrängt, wie sie z. B. im Jahr 1904 ihrem Beichtvater berichtet: „Am Anfang der Woche sagte der Herr: ,Diese Woche schreibe auf, was Ich dir sage, und richte dich, es bis Samstag deinem Beichtvater einzuhändigen.’“

Begonnen hatte alles am Dreifaltigkeitssonntag 1880. Da hörte sie die Worte: „Siehe, alle Fehler, die du begangen und beweinst, will Ich dir verzeihen, wenn du oft kommunizierst!“

1901 versichert sie in einem Brief an das Ordinariat Mainz: „Alles, was ich schreibe, tue ich, weil ich innerlich dazu aufgefordert werde.“

Aufzeichnungen der Luise Hannappel

Der weitaus größte Teil der Aufzeichnungen stammt jedoch von Luise Hannappel, die bis zu ihrem Tode am 15. Dezember 1923 in unverbrüchlicher Freundschaft zu Barbara Weigand stand und Freud und Leid mit ihr teilte. Wie sie mit ihr bekannt wurde, mag uns Luise Hannappel mit ihren eigenen Worten erzählen, wie sie in ihrem Bericht an den Bischof von Würzburg niedergelegt sind:

„Da noch nicht lange meine Mutter gestorben war, ließ ich nicht nur viele heilige Messen lesen, sondern bat auch meine Haushälterin, die mit vielen frommen Personen bekannt war, mir einige ihrer Bekannten zuzuführen, um ihnen ein Melcherskreuz zu geben mit der Bitte, für meine liebe Verstorbene einmal den Kreuzweg zu beten. Auf diese Weise lernte ich Barbara Weigand kennen. Denn eines Tages kam meine Haushälterin und sagte: ,Ich weiß aber noch eine gute Beterin, die ist die frömmste in der ganzen Stadt!’ Sie führte mir dann gleich darauf, meinem Wunsche entsprechend, Barbara zu. Doch blieb das bei einer kurzen Gebetsempfehlung, die aber dann so oft wiederholt wurde, als ich Barbara bei einem Kirchgang traf.

Da es nun vorkam, daß ich sie lange nicht mehr sah und ich, nach dem Grunde fragend, hörte, daß sie krank sei, erkundigte ich mich nach ihrer Adresse, ging hin und fand sie an einem Freitagmorgen acht Uhr zwischen vier Wänden in Ekstase mit himmlischen Wesen laut redend. Meine Seele war davon derart erschüttert, daß ich, noch ehe die Ekstatische zu sich kam, zu meinem und zugleich zu ihrem Beichtvater (P. Alphons O.Cap.) lief, ihm davon Kenntnis zu geben.

,Wenn so etwas sein kann’, sagte er, ,so kann das hier echt sein; denn ich beobachte die Person schon seit acht Jahren und ich habe noch niemals jemand so andächtig den Kreuzweg beten sehen wie diese.’“

Nachdem sie dann auf den Rat des Paters hin noch die Meinung ihres Bruders, Pater Ludwig O. Cap., eingeholt und über Barbara Weigand sorgfältige Erkundigungen eingezogen hatte, worüber abermals „einige Monate“ vergingen, nahm sie zu Barbara fortan eine positive Haltung ein. Auch glaubte sie sich schon damals von Jesus zum Aufschreiben seiner Offenbarungen ermuntert, als Er durch Barbara Weigand zu ihr sprach: „Meine Tochter! Willst du bei Tag und Nacht bereit sein, wann immer Ich dich rufen werde, Meine Stimme zu hören und sie der Menschheit zu übermitteln? Die Kraft dazu werde Ich dir geben.“ Das war im Frühjahr 1895, wie wir von Pater Alphons wissen, dessen Beichtkind Barbara Weigand seit 1887 war. Auch andere Zeugnisse bestätigen dieses Datum. So gibt es ein von Luise Hannappel im Jahr 1907 geschriebenes Blatt, in dem sie den Vorwurf abwehrt, sie „mache“ die Sache. Darin redet sie von einem „Bekanntwerden Barbaras mit mir 1895“, und wiederum: „Als Lieschen (gemeint ist die andere Freundin) 1894 vom Herrn herbeigeführt wurde, um Babett (Barbara Weigand) im Leiden beizustehen, da blieb sie von da an Zeuge, also ein Jahr vor mir.“

Luise Hannappel besaß nach ihrer eigenen Aussage eine besondere Gewandtheit im Schnellschreiben und versuchte, mit dem Redestrom der Ekstatischen gleichen Schritt zu halten, was ihr aber, wie sie später selbst gesteht, nicht immer gelang. So bemerkt sie im Anhang zum „Leben“, sie habe anfangs nicht alles zu Papier bringen können, sondern „fast die Hälfte ausgelassen“, bis sie sich nach und nach hineingeschult habe. Am Schluß der kleinen Selbstbiographie nennt sie „Ende 1895“ als Beginn des regelmäßigen Mitschreibens. Somit sind alle Aufzeichnungen der Jahre 1895–1897 (Band 1 und der überwiegende Teil von Band 2) auf diese noch unvollkommene Weise entstanden. Anfang 1897 erlernte sie die Stenographie, wozu ihr Bischof Haffner selbst ein Lehrbuch zur Verfügung stellte, so daß sie seit „Ende 1897 Wort für Wort, wie es aus dem Munde von Barbara fließt, aufzeichnen kann, ohne etwas zu verändern oder auszulassen, indem sie mit dem Diktat gleichen Schritt hält.“

Einige Einträge in den Schriften stammen von der Schwägerin Barbaras und ihren Dienstmädchen, wie eine Bemerkung vom 31. März 1897 besagt: „Das Leiden begann in der Nacht auf den Sonntag, Schlag Mitternacht. Es war niemand dabei wie ihre Schwägerin, die nur wenig aufschreiben konnte, weil sie dem schnellen Redefluß nicht folgen konnte, darum nur Bruchstücke“; ebenso vom 11. April 1897: „Diesmal machten sich Frau Weigand und die beiden Dienstmädchen daran und schrieben um die Wette auf, und dieses stellte dann die Schreiberin zusammen und Babett fügte dann noch, soviel sie behalten hatte, aus ihrem Gedächtnis dazu, doch ist es bei weitem nicht vollständig.“

Auch ist vermerkt, daß „die Schwägerin dem schnellen Redefluß nicht folgen und deshalb nur weniges aufschreiben kann.“ Von einem authentischen Text kann man deshalb hier nur sehr bedingt sprechen.

Kirchliche Hindernisse

Im Jahr 1896, „gleich nachdem einige Bücher der Mitteilungen voll waren“, brachte Luise Hannappel diese Schriften ihrem Beichtvater Pater Bonifaz O. Cap. mit der Bitte, sie dem Bischof vorzulegen, was der Pater jedoch ablehnte. Infolgedessen glaubte Hannappel, „wegen der freundschaftlichen Beziehungen“, diesen Schritt selber tun zu dürfen. Aber der Bischof untersagte ihr das weitere Aufschreiben. Als Luise Hannappel später den Bischof um Aufhebung des Verbots bat, sagte er nach ihrem Bericht: „Tun Sie von jetzt an, was Ihr Beichtvater sagt“, und sie fügt hinzu: „Dieser erlaubte mir, wieder aufzuschreiben.“

„Unterdessen teilte ich immer dem Bischof das Neueste mit und er empfing mich stets mit Wohlwollen. Wir hielten dann eine Novene zur Unbefleckten Empfängnis, damit die liebe Muttergottes bewirke, daß der Bischof sich klar ausspreche. Und siehe da, als ich in dieser Novene wieder zu ihm kam, sagte der Bischof in ganz feierlichem Ton: ,Von heute an erlaube ich Ihnen aufzuschreiben, und Frau Zulauf darf Ihnen helfen abzuschreiben. An P. Ludwig können Sie es senden, nur hier in der Stadt lassen Sie mir alles ruhig’.“

Das scheint Ende August gewesen zu sein, denn es heißt in einem Eintrag vom 3. September 1896: „Von hier an wurde wieder aufgeschrieben.“ Luise Hannappel ergänzt diese Bemerkung durch eine Notiz in ihrem Lebenslauf: „Seit der Zeit brachte ich dem Bischof bis zu seinem Tod alle acht bis vierzehn Tage das Neueste und nahm das Alte mit zurück, um es ihm dann später gebunden von neuem zu überreichen.“

Als Luise Hannappel am 27. Oktober 1899 wegen der Bußwallfahrten nach Gonsenheim (bei Mainz) vor eine bischöfliche Kommission gerufen wurde und sich auf die obige mündliche Erlaubnis des Bischofs berief, konnte sich der Bischof daran nicht mehr erinnern. Schon fünf Tage später starb er.

An der tatsächlich erteilten Genehmigung zweifelte aber auch der Kommissionsvorsitzende Domkapitular Dr. Brück nicht, wie seine Äußerung ersehen läßt: „Der Bischof will nichts mehr von der Erlaubnis wissen; es muß aber wohl so sein, sonst hätte er Ihnen die Bücher nicht abnehmen dürfen, die er mir zur Prüfung übergab.“ Dagegen wurde 1898 ein abermaliges Verbot von dem neuen Beichtvater ausgesprochen, das jedoch schon bald mit der Versetzung des Paters erlosch.

Das Schicksal der Hefte war ein sehr bewegtes. Im Jahr 1900 mußten alle erreichbaren Exemplare an Bischof Brück (Mainz) ausgeliefert werden. 1909 ging eine Ausgabe an das Ordinariat in Köln, im Dezember 1915 wurden die Heften vom Ordinariat Würzburg zur Berichterstattung an die Päpstliche Nuntiatur eingefordert und am 5. Januar 1916 dem Ordinariat übergeben.

Schon damals scheinen so gut wie keine Hefte mehr im Umlauf gewesen zu sein; denn als der dem Kirchenbau sehr abgeneigte Vorstand des Bezirksamtes Obernburg durch die Polizei nach den Schriften fahnden ließ, konnte diese trotz eifriger Nachforschungen kein Exemplar mehr auftreiben. Nur Barbara blieb im Besitz einer Ausgabe. Die Schriften enthalten zugleich ihren Lebenslauf und den ihrer weitverzweigten Verwandtschaft. Sie haben damit auch familiengeschichtlichen Wert.

Authentizität der Schriften

Bilden die Schriften die zuverlässige Wiedergabe dessen, was Barbara Weigand in ihren Ekstasen tatsächlich gesprochen und in ihren Visionen geschaut hat? Oder haben sie daran Änderungen vorgenommen, vielleicht Teile des Gesprochenen unterschlagen oder Eigenes hinzugefügt?

Soweit die Aufzeichnungen von Barbara Weigand selbst stammen, wissen wir, daß sie erst nach den Ekstasen entstanden sind. Trotz ihres sehr guten Gedächtnisses kann man nicht davon ausgehen, daß sie alles wortwörtlich wiedergeben konnte, was sie vorher gesehen, gesprochen oder gehört hatte. Sicher aber wird die göttliche Gnade sie bei den Aufzeichnungen unterstützt haben.

Auch wenn während der Visionen noch regelmäßig andere Personen anwesend waren (Lieschen Feile, Maria Weigand, Dienstmädchen und andere), stammen doch die weitaus meisten Aufzeichnungen von Luise Hannappel. Sie war eine äußerst gewissenhafte und auch gebildete Frau, der diese Aufgabe von der göttlichen Vorsehung zugeteilt war. Wir können schwerlich unterstellen, daß sie das Gehörte absichtlich anders aufgeschrieben hat, als es an ihre Ohren drang, oder daß sie das ursprünglich Aufgeschriebene bei der Reinschrift entsprechend „zurechtfrisiert“ hätte.

Gegenüber der geistlichen Behörde in Mainz wie auch 1921 gegenüber dem Ordinariat Würzburg erklärte sich Luise Hannappel bereit, einen Eid abzulegen: „1. daß sie die schöne Form nicht hinzugetan, 2. überhaupt keine Form und nichts Wesentliches, sondern daß die formvollendeten Vorträge ganz das Werk der Barbara Weigand sind, 3. daß sie nichts nach eigenem Ermessen abgeändert, erweitert, verschärft habe, 4. daß sie mit größter Gewissenhaftigkeit alles so aufgeschrieben habe, wie das Diktat an ihr Ohr gedrungen sei.“

Wohl sei es möglich, daß bei dem schnellen Diktat und wegen oftmaligen Straßenlärms hie und da ein Wort, ja halbe und ganze Sätze ausblieben, was sonst jede Zweideutigkeit ausgeschaltet hätte. „Durch einen Tadel des Herrn veranlaßt, habe ich hie und da ein einziges Wort, das einen offenkundigen Fehler enthielt, oder ein Bindewort wie ,und’, wo es fehlte, beigefügt oder ein unrichtig placiertes Zeitwort an seine Stelle gesetzt.“ Wenn die Ekstase vorbei war, habe sie mit den Hausgenossen, mit Frau Weigand und den drei Mädchen, mit größter Ehrfurcht die Sache noch einmal durchgegangen, um zu prüfen, ob alles genau mit dem Gesprochenen übereinstimme und ein oder das andere Wort, das sie zusammen noch wußten, beigefügt. Seitdem sie geläufig habe stenographieren können (Ende 1897), habe sie ohnehin alles wörtlich aufnehmen können.

Die Gewissenhaftigkeit der Luise Hannappel beim Aufzeichnen des Gehörten wird „an Eidesstatt“ in einer feierlichen Erklärung auch von Maria Weigand bezeugt, die den Ekstasen ihrer Tante regelmäßig beiwohnte, und auch von Pater Felix Lieber O.F.M. bestätigt, der seit 1909 die Seelenleitung Barbara Weigands innehatte. Pater Felix schrieb wörtlich:

„Gleich zu Anfang, als meine Wenigkeit 1909 die Seelenleitung der Barbara Weigand übernahm, forderte ich von der Schreiberin, Fräulein Hannappel, Rechenschaft über die Art und Weise, wie sie niederschrieb. Ich muß hiermit offiziell bezeugen, daß sie das mit der größten Gewissenhaftigkeit und Genauigkeit tat, ohne von dem ihrigen ein Wort beizufügen oder etwas eigenmächtig auszulegen oder zu erklären. In zweifelhaften Fällen fragte sie (selbst in meiner Gegenwart) die Barbara Weigand, wie sich der Herr oder die Mutter Gottes ausgedrückt hatte; und was nicht mehr zu ermitteln war bei späteren Mitteilungen, ließ sie es eben dabei, so daß ich sagen muß: Sie war beim Niederschreiben der Mitteilungen durchaus gewissenhaft, ich möchte fast sagen skrupulös, wie ich das bei verschiedenen Gelegenheiten in der Zeit meiner Seelenleitung feststellen konnte.“

Es liegt also kein Grund vor, die Ehrlichkeit der Schreiberin in Zweifel zu ziehen. Daß Luise Hannappel gewissenhaft handelte, mag man auch daraus ersehen, daß sie Aussprüche, die offenbar nicht übernatürlichen Ursprungs waren, nicht unterschlagen hat, was ihr doch ein Leichtes gewesen wäre. Wo Luise Hannappel stenographisch mitschrieb, dürfte somit der Text den Anspruch auf größtmögliche Authentizität besitzen.

Man darf allerdings nicht übersehen, daß sie bis Ende 1897 nicht stenographierte, sondern die Aufzeichnungen handschriftlich, teilweise auch nur bruchstückhaft vornahm, oder gar nicht schreiben konnte oder daß an ihrer Stelle nur die Schwägerin und die Dienstmädchen in ihrer unbeholfenen Art schrieben. In all diesen Fällen kann man nicht von einer wortgetreuen Wiedergabe ausgehen. Selbst Luise Hannappel gibt wiederholt ausdrücklich zu, wegen des starken Redestroms Barbara Weigands nicht mitgekommen zu sein: „Am Feste Christi Himmelfahrt war der Redefluß so gewaltig, daß nicht mitzukommen war und vieles verlorenging“ oder „Der Redefluß war heute so stark, daß die Schreiberin mehrmals einen Satz fahren lassen mußte, um gleichen Schritt halten zu können.“ Auch von Auslassungen redet sie ausdrücklich, daß sie „oft nicht zu schreiben imstande war“ ob der großen Zärtlichkeit des höchsten Herrn oder „heute hat Schreiberin sehr vieles ausgelassen, so daß sogar der Zusammenhang fehlt.“

Dennoch muß man das allermeiste in den Schippacher Schriften als getreue Wiedergabe des während der Ekstase Gesprochenen anerkennen. Entsprechend hat sich Barbara Weigand auch zeitlebens zu ihren Schriften bekannt.

Betrachten wir andere Offenbarungen, so können wir denen an Barbara Weigand sogar eine besondere Verläßlichkeit zubilligen, weil die göttliche Vorsehung bei ihr den Weg der Laut-Ekstase wählte und damit anderen Anwesenden das Mithören und Mitschreiben ermöglichte, während bei anderen Offenbarungen das innerlich Geschaute und Vernommene erst nach dem Geschehen aus der Erinnerung aufgeschrieben werden konnte.

Von den Offenbarungen der heiligen Gertrud wissen wir z.B., daß das erste Buch und der Schlußteil des fünften Buches nicht von ihr selbst, sondern von einer ihrer Mitschwestern verfaßt wurde; und dem Schreiber der heiligen Brigitta wird vom Heiland ausdrücklich gestattet, „um der Schwachen willen beizufügen, was notwendig und nützlich sei.“ Der heiligen Hildegard wurde in einem Gesichte aufgetragen, ihre Offenbarungen aufzuschreiben, aber die Form von einem anderen feilen zu lassen.

Drucklegung

1990 holten die damaligen Vorstandsmitglieder der Barbara- Weigand-Gesellschaft e.V. die „verstaubten“ Oktavhefte der „Schippacher Schriften“ aus dem gerade entstehenden Archiv, und Frau Rita Seithel aus Aschaffenburg begann, die in alter deutscher Sütterlin-Schrift verfaßten Handschriften auf einer elektrischen Schreibmaschine abzuschreiben. Sie schrieb in knapp fünf Jahren 4.062 Seiten und einige Anlagen. Bei den letzten Seiten angelangt verstarb sie.

1996 haben die von der Barbara Weigand Gesellschaft e.V. mit der Schriftleitung verantwortlich betrauten Personen damit begonnen, diese Schreibmaschinenseiten einzuscannen, um daraus Textdokumente für den Buchdruck zu erzeugen. Die Schrifterkennung wies jedoch zu viele Fehler auf, so daß der größte Teil der Texte ein weiteres Mal abgeschrieben und Wort für Wort verglichen wurde, was nochmals fünf Jahre in Anspruch nahm. Aus diesen Textdokumenten entstand die vorliegende Gesamtausgabe der „Schippacher Schriften“.

Zunächst erschien jedoch Band 1 der „Schippacher Schriften“ und eine separate „Lebensbeschreibung der Barbara Weigand“, letztere verfaßt vom Msgr. DDr. Wilhelm Büttner, dem großem Kenner und Förderer der Barbara Weigand. Diese Schriften sind in kürzester Zeit verteilt worden, so daß ein Nachdruck notwendig geworden wäre.

In dieser Situation wurde dank der göttlichen Vorsehung die Schriftleitung auf Wohltäter aufmerksam gemacht, die Druck und unentgeltliche Verbreitung einer Gesamtausgabe der „Offenbarungen an Barbara Weigand“ ermöglichen.

Zur Druckvorbereitung wurden die Texte von einem Korrektor einer weiteren Kontrolle nach alter deutscher Rechtschreibung unterzogen. Da die Aufzeichnungen zum Teil aus langen, vielfach verschachtelten Sätzen bestehen, sind manche Abschnitte nicht ganz leicht zu lesen. In Einzelfällen ist deshalb der innere Zusammenhang des Satzes durch vorsichtige Änderung von Satzstruktur und Zeichensetzung, auch durch Einfügung oder Verschieben von einzelnen Hilfswörtern, sichtbarer gemacht worden. Inhalt und Sprachstil wurden dabei nicht berührt. Am Fronleichnamsfest 1897 (Bd. 2 Nr. 175) sagte der Heiland dazu:

„Es soll alles, wie es ist, wie Ich Mich offenbare, abgeschrieben werden, und wo ein Fehler vorkommt, woran die ungeschickte Sprache Meiner Dienerin schuld ist, oder großen Anstoß erregen könnte, soll er verbessert werden. Aber alles, was die Belehrungen anbelangt, soll geschrieben werden, denn es ist nicht für ein Jahr und nicht für diese Zeit allein, es ist für die Zukunft geschrieben.“

Jede Offenbarung wird mit einer laufenden Nummer und dem Tag gekennzeichnet, an dem sie stattgefunden hat. Daran schließt sich bei längeren Offenbarungstexten eine Kernaussage an, die wörtlich aus dem nachfolgenden Text entnommen wurde und eines der angesprochenen Themen einprägsam zusammenfaßt. Diese Kernaussagen wurden auch in das Inhaltsverzeichnis übernommen, das seine Funktion dadurch noch besser erfüllen kann. Auf ein Sachwortregister wurde verzichtet.

Allen Freunden, die an der Erstellung und Herausgabe dieses Gesamtwerkes der „Schippacher Schriften“ mitgewirkt oder dazu beigetragen haben, danken wir sehr herzlich. Besonders gilt unser Dank der Stiftung „Fond der Barmherzigen Liebe“ in Weihungszell und dem „KSA Kath. Schriften-Apostolat“ in Ochsenhausen.

Friedrichsdorf, im April 2002

Die Schriftleitung

Zur größeren Ehre Gottes und zur Verherrlichung der unbefleckten Jungfrau und Gottesmutter Maria

303 Dritter Freitag im Juli 1899

„Gehet hinweg über all eure Fehler und höret Meine Stimme. Tag und Nacht soll Mein Lob erklingen in eurem Herzen, in euren Handlungen, in all euren Worten und Werken.“

Lied: Selig sind, die arm im Geiste ...

Barbara: „Ich bete Dich an, o mein Jesus, aus dem Abgrund meines Nichts. Ich vereinige mich mit allen heiligen Seelen, besonders Deinen Kindern in den beschaulichen Klöstern der heiligen Theresia und den Anbeterinnen hier und in der ganzen Welt, besonders meiner Schwester in A., und all den frommen Ordensleuten und Priestern, die heute leben, sowie mit allen frommen Christen auf Erden, wenn sie ihre Arbeit heiligen und Dir zuliebe verrichten, so vereinigt will ich diese Stunde zubringen zu Deiner Ehre und Verherrlichung, weil Du willst, daß ich mich losreiße. Du entreißest mir die Kräfte, daß ich an Arbeit nicht mehr denken kann. So nimm hin meine Seele mit all ihren Kräften, meinen Leib mit seinen fünf Sinnen, mein Herz mit all seinen Neigungen, und in Deine Hände, o Herr, empfehle ich meinen Geist.

O welch schöne Schattierung! Ich sehe den Herrn schwebend in der Luft. Unter Ihm ist ein Teppich ausgebreitet von Palmen, von einer Farbenpracht, wie ich sie noch nicht geschaut. Es ist dieses die Höhle der lieben, heiligen Maria Magdalena. Der Teppich sind die verschiedenen Tugenden, womit sie den Herrn zu sich herabzog. Mitten in dem Teppich sitzt die arme Büßerin, die arme Magdalena, und durch ihre innige Gottesliebe, ihre tiefe Demut, ihre Geduld, ihre herzinnige Reue, mit der sie die Sünden abbüßte, beweinte sie die Sünden des Lebens, hat sie diesen Teppich gewoben, der den Herrn zu ihr herabzieht, weil Er, die schönen Farben bewundernd, immer und immer wieder kommen muß, um Sich mit ihr zu unterhalten.“

Jesus: „Was diese Felsenhöhle ist, wohin die Engel sie getragen, diese liebe, heilige Magdalena, Meine Kinder, das sind die verschiedenen beschaulichen Orden der unbeschuhten Karmelitinnen. Ich habe euch hingeführt, Meine Kinder, um euch zu zeigen, wo Meine heilige Maria Magdalena jetzt noch wohnt, Meine geliebte Braut, die liebste zu damaliger Zeit; denn unter all den Aposteln in ihrer großen Wirksamkeit, all den lieben Jüngern und Jüngerinnen, die mit Mir zur selben Zeit gelebt, und die nachher, als Ich eingegangen war zu Meinem himmlischen Vater, das Werk der Erlösung fortsetzen mußten, die Kirche ausbreiteten in der ganzen Welt, die Seelen Mir zuführten, war Meine liebe Maria Magdalena Mir doch die liebste. Zu keinem Meiner Apostel und Jünger und Jüngerinnen fühlte Ich Mich so hingezogen, wie zu dieser einen Jüngerin, obwohl sie vorher eine große Sünderin gewesen. Warum, werdet ihr Mich fragen, Meine Kinder?“

Barbara: „O Herr, fühlst Du Dich so hingezogen zu einer einstigen Sünderin, wo doch Deine Apostel, ein Petrus darunter, dem Du die Schlüssel des Himmelreiches gabst, die Du hinausgesandt in die ganze Welt mit dem Auftrag: ,Gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und alles, was ihr lösen werdet auf Erden, soll gelöst sein, und was ihr binden werdet auf Erden, soll gebunden sein’.“

Jesus: „Also mit dem höchsten Auftrag, mit der höchsten Autorität ausgestattet, habe Ich Meine Apostel gesandt. Sie waren diejenigen, die Mir die unsterblichen Seelen zuführten, und doch fragt ihr Mich: ‚Warum sagst Du, Du habest eine Maria Magdalena mehr geliebt als sie alle?’“

Barbara: „Ja, ja, mein Jesus! Es ist wahr, Du Selbst hast es ja dadurch angedeutet der Menschheit, weil Du sie so oft persönlich besucht, in ihren Beschauungen mit ihr gesprochen, und in der Entzückung Dich mit ihr unterhieltest. Man liest von keinem Apostel, daß Du ihm so oft erschienen seiest. Warum hast Du dies getan?“

Jesus: „Damit wollte Ich der Welt zeigen, Meine Kinder, daß, obwohl Ich das Menschengeschlecht erschaffen habe, um durch sie den Himmel zu bevölkern, das gefallene Engelreich wieder herzustellen, die Lücken wieder auszufüllen durch das Menschengeschlecht und Ich deswegen will, daß das Menschengeschlecht sich vermehren muß und vermehren soll, solange die Welt besteht, auf daß dieses Reich der Engel immer mehr erweitert werden kann, Ich aber doch wollte, daß dieses Reich der Engel auch schon hier auf Erden vertreten sei, und solche engelreine Seelen machen Mir mehr Freude, als alle Menschen auf der ganzen Welt zusammen. Sie ziehen Mich herab, mit ihnen muß Ich verkehren, ihnen muß Ich Meine Gnadenschätze eröffnen; durch sie will Ich zu anderen reden. Sie sind diejenigen, die Mir Abbitte und Sühne leisten, die den Arm Meiner göttlichen Gerechtigkeit aufhalten und besänftigen und der gesamten Menschheit mehr nützen dadurch, durch ihre Gebete, durch ihre Beschauungen und innige Vereinigung mit Mir, als alle Menschen auf der ganzen Welt zusammen; denn sie sind die Werkzeuge, in denen das Opferleben fortgesetzt und erneuert wird, das Opferleben Meiner Selbst auf den Altären.

Denn gleichwie Ich Meinen Leib Meinem himmlischen Vater in jeder heiligen Messe darbringe und dahinschlachte, indem Ich Mich demütig dem Wort des Priesters unterwerfe, so schlachten diese Opfer, diese lebenden Wesen sich Tag für Tag hin, indem sie sich lebendig begraben. Also Ich habe euch hingeführt in die Felsenhöhle Meiner lieben, heiligen Maria Magdalena, und nun wollt ihr den Zweck dieser Führung wissen.

Seht, wenn ein Kaufmann in seinem Geschäft rückgängig ist, wenn er arm geworden ist, dann wendet er sich nicht mehr an diejenigen, die ihn in diesen Bankrott hineingeführt, die die Ursache seines rückgängigen Geschäftes bewirkt haben, die ihn dann, als sie ihm den Bankrott auf die Schultern geladen, verlassen haben; er wendet sich vielmehr an diejenigen Kunden, die ihm alles bar bezahlt haben, um so das kleine Geschäft durch diese gute Kundschaft wieder emporzubringen, zur Blüte zu bringen. Staunt, Meine Kinder, wenn ihr seht, wie ein großer Gott Sich einem Kaufmann vergleichen muß. Wißt aber, daß dieses Meine Sprache war, um Mich den Menschen verständlich zu machen, als Ich auf Erden lebte, und daß Ich diese Sprache benützen muß, solange die Welt steht, um Mich dem Menschengeschlecht anzupassen.

Dieser Kaufmann bin Ich Selbst. Mein Geschäft, das Ich betreibe hier auf Erden, ist ins Stocken geraten, sehr, sehr ins Stocken geraten. Ich habe nur noch wenige, die treu bei Mir ausharren, die Mir treue Kunden sind. Ich habe einen Acker, und in diesem Acker, das ist Meine heilige, katholische Kirche, in diesem ist eine Perle verborgen, und wenige sind es in jetziger Zeit, die nach dieser kostbaren Perle forschen und suchen. Darum ist Meine heilige Kirche so herabgekommen, weil so wenige da sind, die die kostbare Perle finden möchten. Niemand ist mehr da, der nachdenkt in seinem Herzen, und Mein Acker wird verwüstet und verwüstet.

Disteln und Dornen haben all den guten Samen überwuchert, so daß er ganz vereinsamt dasteht; hie und da noch eine Ähre, die mitten unter dem Unkraut emporschießt und hundert-, ja, tausendfältige Früchte hervorbringt. Diese eine Ähre, die so vereinzelt da steht, sind jene kostbaren Seelen, die das Geschäft ihrer unsterblichen Seele allem anderen vorziehen. Es sind aber auch hie und da solche Ähren, die einen ganzen Stock emporgebracht haben, und so viele Stöcke da sind, die sich nicht überwuchert haben lassen von den Disteln und Dornen der übrigen Gesellschaft. Dieser eine Stock, der die anderen emporgebracht hat, ist das katholische Ordensleben, jene kostbaren Seelen, die sich zurückgezogen von der Welt, vereinigt und zusammenstehend nur das eine Geschäft betreiben, nicht nur, um ihre unsterbliche Seele zu retten, sondern sich auch einsetzen für die übrige Gesellschaft der Menschen, Sühne und Abbitte Mir zu leisten, damit andere Menschen noch gerettet werden können.

Darum, Meine Kinder, was Ich schon jahrelang mit euch gesprochen habe, als Ich euch zeigte, wie der Unglaube alles wie Wasser mit sich hinwegschwemmt, wie ein reißender Strom dahinbraust, und ein Damm müsse errichtet werden, um diesem Strom der Gottlosigkeit und des Unglaubens Einhalt zu tun, und Meine Diener hier in Mainz Mir geradezu entgegenarbeiten, anstatt Meine Sprache zu glauben und zu befördern, und Ich euch schon damals sagte, daß Ich sie umgehen werde und andere herbeiführe, so ist nun diese Zeit gekommen, wo Ich die Sache umgehend durchführen will. Seht, so füge Ich alles. Jeder Schritt und Tritt, den ihr tut, hat seine wichtige Bedeutung für Meine Kirche. Ich will Meine Kirche zum Sieg führen, und aus einzelstehenden Personen muß der Damm errichtet werden. Ich will die kostbaren Perlen, die da eine jede Seele ist, die in dem Acker die Perle gefunden, die Perle der Weisheit, die nur strebt, Mir zu dienen und Mir zu gefallen, vereinigen zu einem Bund.

Darum muß Ich anfangen bei den liebsten Kindern Meines Herzens, weil diese ja die gläubigsten sind. Seht, wie Ich hier, wo Ich euch hingeführt, kein Hindernis gefunden; sie hatten keine Kritik, sie dachten nicht hin und her: ‚Ja, könnte das nicht auch vom bösen Feind oder Schwindel dabei sein?‘, weil ihre Seele geläutert ist. Darum bitte Ich Meine Schwestern, daß sie sich alle Mühe geben, ihre übrigen Genossenschaften, nicht nur die Karmelitinnen, sondern auch die Karmeliterorden männlichen Geschlechtes, in Kenntnis zu setzen, daß womöglich alle Orden der Beschauung, sowie auch diejenigen, wie die Kapuzinerinnen hier in Mainz, die Dominikanerinnen und Dominikanerorden, alle die beschaulichen Orden zusammen, sich verbinden, sich dem Liebesbund einreihen und hören die Stimme ihres Geliebten, der da sie aufsucht in den Felsenritzen, um zu ihrem Herzen zu reden.

Meine Kinder! So rufe Ich euch allen zu, allen, die ihr das Glück habt, die Perle der Weisheit gefunden zu haben, die ihr euch in die Felsenhöhle Meiner treuen Dienerin Magdalena vergraben habt, kommt an Mein Herz! Kommt in Meine Arme und höret die Worte eures Geliebten. Nicht will Ich zu euch kommen, um euch zu grollen und zu tadeln über eure Fehler. Nein, nein, Meine Kinder! Was Ich hier zu Meinen Dienerinnen spreche, zu den Eheleuten spreche, zu den Priestern, die sich schon bereits dem Liebesbund angeschlossen, rede Ich auch zu euch und zu euch in erster Linie. Ihr alle quält euch ab, wenn ihr merkt, in einen Fehler gefallen zu sein. Es ist aber Mein Wille, daß diese unnötige Marter aufhöre.

Ein freudiges Herz sollt ihr Mir entgegenbringen, ein freies Herz sollt ihr Mir entgegenbringen, ein Herz, dem Meinen ähnlich, das Sich Selbst vergißt und die Rennbahn lief, Tag für Tag, um Meinem himmlischen Vater alle Seelen vorzustellen. Ich hätte die ganze Welt durchlaufen mögen, um die lieben Worte, die der Vater Mir zusprach, Mir eingab, allen Menschen zuzusprechen. Wie liebevoll waren Meine Worte, als Ich auf Erden lebte. Nur diejenigen tadelte Ich, die stolz Mir gegenüberstanden und Meine Worte nur spottend und hohnlachend anhörten, um Mich nur zu verspotten. Zusammen will Ich führen die guten Kinder Meiner Kirche, zu einem Bund, zum Liebesbund.

Darum haltet es nicht unter eurer Würde, mit dem armen Dienstmädchen euch zu verbinden, das noch treu Mir dient, das die Pflichten seines Standes gewissenhaft erfüllt; zu verbinden mit der armen Ehefrau, mit dem Ehemann im Gebet, zu einem Gebetsverein. So wie Ich dem Ehestand zurufe, das Kreuz zu umfassen, das Ich in jede Familie hineinstelle, so rufe Ich euch allen zu, in den beschaulichen Orden wie in den anderen Orden, euch allen, Meine liebsten Kinder, denn heute rede Ich ganz besonders zu den Ordensleuten und Priestern, die Mir ganz besonders geweiht sind, daß ihr über die Kleinigkeiten hinweggeht, und wie Meine Dienerin Maria Magdalena, Mir eine Huldigung entgegenbringt.

Nur die Liebe, nur das freie Herz, zog Mich herab zu ihr. Sie beweinte zwar ihre Sünden, aber sie gab Satan kein Gehör, mochte er auch, in welcher Gestalt er wollte, zu ihr kommen, sie quälen mit Beängstigungen, mit Versuchungen. Sie hatte nur einen Zug und nur eine Aufgabe, Mich zu lieben, Mir Freude zu machen. Und so ging sie über die Fehler hinweg, die die Versuchungen ihr bereiteten. Saget Meinen Schwestern, Meinen Bräuten, daß Ich ihnen ja ihre Seelen vorgeführt durch dich, Meine kleine Dienerin, und daß sie dieses als eine große Gunstbezeugung ansehen müssen, weil sie wissen, daß Ich mit ihnen allen zufrieden bin, daß sie im Stande der heiligmachenden Gnade sind, und also Mein Wohlgefallen auf ihnen ruht.

Jede einzelne Seele aber soll durch die Beschauung und die Beschreibung der dunklen Schatten, die Ich ihnen durch dich zeigte an ihrer Seele, erkennen, wie mißfällig es Mir ist, wenn sie freiwillig so tagelang an ihren Fehlern hängen, sich abgrämen, fortwährend von ihrem Seelenführer wissen wollen, ob sie denn ruhig sein können, und dadurch das Amt dieses wahrhaften Gottesmannes sehr erschweren.

Ich will, daß ihr nach jedem begangenen Fehler euch ein wenig fasset und Mir diesen Fehler vorbringt in aller Demut und Gewissenhaftigkeit und Mich demütig um Verzeihung bittet; dann sollt ihr das Herz nicht weiter beschweren mit Nachgrübeln; denn dieses ist immer Stolz. Wisset, Meine Töchter, nur der Stolz ist es, der tagelang die Fehler euch vergrößert, und ihr wollt euch nicht verdemütigen, als seiet ihr andere Wesen, himmlische Wesen, die gar nicht mehr sündigen könnten. Wißt, daß ihr noch immer Adamskinder seid, daß ihr aber auch nebenbei Evas Gefährtinnen seid, die immer noch ein wenig Stolz von Eva geerbt und Gott gleich sein möchten. Wenn ihr einmal keine Fehler mehr begeht, dann seid ihr eingegangen in Meine Herrlichkeit.

Also, Meine Töchter, summa summarum sage Ich euch, daß Ich mit euch zufrieden bin, daß ihr von jetzt an nur mehr euch hören lasset in Lob- und Preisgesang, daß die Armseligkeiten eures Körpers, die Trockenheit des Geistes, die Leiden zu einigem Ersatz sind für die vielen und großen Leiden, die die Weltkinder sich selbst zuziehen, die doch auch gerettet werden wollen und gerettet werden müssen, daß ihr diese Leiden tragen müßt, um möglichst viele Weltkinder zu retten und euch eine recht große Glorie damit zu verdienen. Ihr alle sollt sein wie eine Theresia. Dieses sollen aber nicht nur die Glieder der beschaulichen Orden, sondern auch die, die das tätige Leben damit verbinden, mögen sie nun stehen in den Krankensälen, in den Spitälern, oder die Jugend belehren, wie alle die verschiedensten Orden in der ganzen Welt, sie alle möchte Ich verbinden zu einer Genossenschaft.

Sie alle hängen zuviel an der Selbstsucht, sie suchen nur sich, darum hängen sie auch zuviel an ihren Fehlern und wollen nicht aus sich herausgehen. Sie alle sollen wissen, was Ich vor einigen Wochen gesagt, daß das ‚Will‘ vor das ‚Ich‘ treten muß, auch alle in der Welt lebenden Christen, die schon davon gehört haben, mögen sie sein im Ehestand oder im jungfräulichen Stand. Zusammen will Ich sie alle schließen, die die kostbare Perle suchen, die im Acker Meiner Kirche verborgen ist, zusammen zu einem Bund, zusammen zu einem großen Bund, damit Mein Geschäft wieder emporgebracht werde zur Blüte. Mein Geschäft ist, Meinem himmlischen Vater Kapital auf Kapital zu häufen; die Kapitalien Meines Vaters sind die unsterblichen Seelen.

Ihr alle müßt dazu helfen, daß dieses Kapital vermehrt werde, die unsterblichen Seelen gerettet werden. Durch die ungerechten Kunden, die Ich hineingestellt in Mein Geschäft, ist es so heruntergekommen. Das sind jene Priester, die von Mir abgefallen und durch diesen Abfall viele mit sich herabgezogen, durch ihr böses Beispiel Mir Seele um Seele entrissen haben. Es sind aber auch jene Monarchen, die an der Spitze eines Reiches stehen und durch ihre ungerechte Verwaltung und Regierung das Volk so bedrücken, daß es Mir entrissen wird.

Da ist es nun anders nicht möglich, wenn Meine Kirche wieder zur Blüte gelangen soll, als daß Ich anfange bei Meinen treuen Kindern, bei Meinen treuen Kunden. Die treuen und liebsten Kinder sind Meine Ordensleute, und darunter in erster Linie die beschaulichen Orden, Meine Ordenspriester und die Priester in der Welt, und dann die Mir treu gebliebenen Seelen in der Welt, die nichts fragen, deren einzige Aufgabe ist, unsterbliche Seelen zu retten. An diese wende Ich Mich, ihnen rufe Ich zu: ‚Gehet hinweg über all eure Fehler und höret Meine Stimme. Tag und Nacht soll Mein Lob erklingen in eurem Herzen, in euren Handlungen, in all euren Worten und Werken.‘

Laßt dies, so bald wie möglich, Meine Bräute wissen, aber auch N., und dann all den Orden, wo Oberinnen stehen, die bereitwillig und ohne Kritik die Worte lesen und in sich aufnehmen. Denjenigen aber, die spötteln und lachen und sagen: ‚Wer wird uns denn belehren wollen, wir sollen uns belehren lassen von einer Frauensperson?‘, denen gegenüber müßt ihr stehen, wie Ich gegenüber den Pharisäern stand. Ich redete Meine Worte weiter an Mein gläubiges Volk und ließ die spotten, die spotten wollten. Ich sagte ihnen die Wahrheit ins Herz hinein und überließ sie ihrem Untergang. O wie vieles wäre zu retten, wenn das Priestertum zu einem Paulus würde. Gebt Mir feurige Priester, gebt Mir feurige Priester!

Ihr müßt nicht kleinmütig werden, Meine Kinder, weil Ich eure Seelen nicht so lieblich anzuschauen zeigte wie die Meiner Bräute. Es ist dieses das Zeichen, daß ihr in dieser verrohten Welt steht, jene aber in die Lieblichkeit Meines Geistes sich zurückgezogen, und Ich Tag für Tag mit Wohlgefallen auf diesen Lustgarten herabschaue; er ist Meinen Augen ein gar lieblicher Anblick. Ihr aber steht mitten in der Welt, und dieser Anblick reizt Meine Blicke zum Zorn. Feurig blicken muß Ich, wenn Ich anblicken will, weil Ich ja in diese gottlose Welt hineinblicken muß.

Siehe, du hast nun mit deinem Blick geschaut. Es soll euch aber so viel bedeuten, daß ihr Feuereifer in euch aufgenommen habt. Mit Feuereifer will Ich euch hinaussenden in die Welt. So wie ihr hineingeblasen habt ohne Rückhalt dort bei Meinen Bräuten, so sollt ihr, wo Ich euch hinsende, hineinblasen in die glimmende Kohle und das Feuer der Gottesliebe anfachen; deswegen sahen eure Seelen rötlichgelb wie Feuer aus, und müßt ihr euch nicht so sehr grämen. Ihr seid ja auch Meine Bräute, obwohl mitten in der Welt.

Ich will nicht, daß ihr euch betrübt. Warum solltet ihr Mir nicht gefallen, da ihr ja alles aufbietet, um schnurstracks der Welt entgegenzutreten? Ich bin mit euch allen zufrieden, auch mit euch, die ihr in der Familie steht, auch mit den Deinigen, obwohl so manche Zwistigkeiten vorkommen, aber sobald sie sich wieder abgewaschen im Bußsakrament, bin Ich zufrieden.

Es ist dieses das Kreuz, das du mitschleppen mußt mit ihnen und sie mit dir, um deine Glorie zu mehren und um sie von der Welt loszureißen; sie liebäugeln noch sehr mit der Welt. Pfui! Wenn Meine Kinder, die Mich doch kennen, es gar nicht fassen wollen. Sie gleichen jenen Israeliten und jenen Heiden, die, solange es ihnen bequem war, Meine Worte in sich aufnahmen, begeistert in sich aufnahmen, sobald aber die Nacht anbrach und der Hunger sie quälte, auf und davon eilten und den Häusern zu eilten. So sind diejenigen, die Meine Worte mit Begeisterung erfassen, sobald aber ein Opfer an sie herantritt, wenn sie aber müde sind und hungrig, dann eilen sie der Welt zu, auf und davon und möchten wieder ihren Hunger stillen an den Fleischtöpfen Ägyptens.

Und jetzt singt Meiner treuen Dienerin Maria Magdalena ein Liedchen und macht die Wallfahrt recht fromm. Auch du möchtest dich anschließen, dein Mann ist ja zufrieden; aber deine Kinder nehme nicht mit. Auch Meiner Dienerin, Frau N., sagt, daß Ich mit ihr zufrieden bin, sie möge sich erfreuen und die Mutlosigkeit alsogleich niederkämpfen, die sich einschleicht. Saget auch Frau N., sie möge sich beeilen, den Stein aus dem Herzen hinauszuschaffen und sich recht anschließen an Meine treuen und liebsten Kinder und für jetzt noch nicht reden bei anderen in der Stadt; denn die Damen dieser Stadt, mit denen Ich noch Vieles und Großes vorhabe, müssen langsam bearbeitet werden.

Deswegen verlange Ich von euch diese heroischen Akte der Selbstverleugnung. Ihr müßt sie erst hineinführen; ihr müßt ihnen erst zeigen, wie man die Gottesliebe lernt, wie man über sich hinweggeht, wie man es fertigbringt, wie man etwas von seinem Vermögen abbringt, um Gutes damit tun zu können. Seht, mit den Damen der Stadt Mainz möchte Ich das Kloster der Kapuziner erbauen; dieses Kloster, das Mir in späteren Zeiten noch Vieles erobern soll; denn Ich möchte in späteren Zeiten ein Asyl errichten in diesem Haus für junge Ordenspriester-Kandidaten für das Rheinhessenland. In Rheinhessen ist kein Kloster für Ordenskandidaten, und wäre es ein großer Segen für das ganze Land Rheinhessen, für das Badenländchen und das angrenzende Bayernländchen. Manches junge Kind aus Familien frommer Eltern, angezogen durch das Beispiel der frommen Mönche, würde sich diesem Haus anvertrauen, und ein großer Segen sich ausbreiten über diese Stadt; denn der erste Segen ist ja dieser Stadt, und dann über die ganze, umliegende Gegend; denn Meine Kirche muß zum Sieg gelangen, und Ich muß alles aufbieten, um diesen Sieg herbeizuführen.

Sagt aber Meinem Diener, solange er sich der Sache fernhält und tut, als glaubte er nicht, so lange kann keine Rede sein vom Bearbeiten der Damen dieser Stadt; denn nur durch das Frauengeschlecht muß Ich Klöster bauen oder stiften. Nennt Mir doch einen Mann, der sein Vermögen hergibt, im höchsten Fall ein Priestergreis, der Stiftungen macht für gute Zwecke. Sucht Mir aber, durch die Weltgeschichte hindurch, einen frommen Mann, der eine fromme Stiftung macht. Unter Tausenden kaum einer; aber viele Frauen habe Ich gefunden, die noch großherzig genug sind, fromme Stiftungen zu machen.

Solange du es nicht verstehst, das Frauengeschlecht zu gewinnen, wirst du wenig ausrichten und auch dein Nachfolger, wenn du fortgehst von hier, wenn du nun einmal fort willst, wird er nichts ausrichten, wenn er es nicht versteht, das Frauenherz zu gewinnen für Gottes Sache, für Gottes Ehre. Ihr aber, Meine Dienerinnen, ihr müßt durch euer gutes, heroisches Beispiel den Damen zeigen, wie man Geld erspart, erübrigt für gute Zwecke. Geht hin und singet und betet aus Herzensgrund. Scheuet nicht die Sonnenhitze, scheuet nicht die Beschwerden der Reise, scheuet auch nicht den Spott und Hohn eurer Zeitgenossen. Geht, wo Ich euch hinsende. Meine gute Freundin aber, deine Schwägerin und die Mädchen und deine Nichte, Ich bitte sie, verderbt euch nicht die Verdienste; denn ihr habt ja in erster Linie das Verdienst der Geduld. Durch die Geduld sollt ihr erlangen, was diese durch viele Strapazen sich gewinnen muß, und wenn ihr nicht geduldig sein wollt, dann seht zu, Ich zwinge niemanden. Ein kleineres Opfer, als Ich von euch verlange, ist nicht zu verlangen.

Darum, wenn ihr es nicht tun werdet, werde Ich Meine Dienerin von euch hinwegnehmen; laßt es euch gesagt sein!“

Barbara: „O Herr, soll die Schwester dieser Klosterfrau noch in einen Orden treten?“

Jesus: „Die hat nicht den Mut der Ausdauer. Sie hat zu viel das ‚Ich‘ vor dem ‚Will‘. Darum ist es besser, wenn sie bleibt, wo sie ist, und wenn sie ihr Herz im Geist recht mit ihren Schwestern vereinigt, ein inniges Band mit ihnen schließt und sich über alles hinwegsetzt, wie Meine kleine Dienerin hier, die ja auch in einer Wirtschaft steht.

Wenn der Herr es verlangt, dann soll sie sich losreißen; freilich wird sie dann bei ihrer Schwägerin auch nicht mehr so beliebt sein; denn die Verwandten wollen nur eine Seele haben, die ihnen auch recht behilflich ist, ihre zeitlichen Güter zu vermehren, was aber die geistigen Güter anbelangt, weil sie dieselben nicht sehen, beachten sie diese nicht. Und doch, wenn diese wüßten, welcher Segen ihnen zuströmt gerade durch die Entziehung, womit diese Seelen sich manchmal der Arbeit und dem Geschäft entziehen, würde keine Familienmutter eine Jungfrau hinaustreiben; denn der Segen, der von dieser ausgeht über die Kinder der Familie, ist nicht zu ergründen in diesem Leben; aber die Ewigkeit wird erst darüber Aufschluß geben.“

Maria: „Meine Kinder! Ich führe euch jetzt noch eure Freundinnen vor.“

Barbara: „Ich danke Dir, o meine Mutter!“

Nun waren auch die heilige Magdalena und Theresia hinzugekommen.

Theresia: „Sag nur meiner Tochter, der Oberin, sie möge doch meinen Eifer einigermaßen in sich aufnehmen und nicht so zurückhaltend sein, nicht so ängstlich in all ihren Unternehmungen.“

Barbara: „O liebe, heilige Theresia! Sie möchten so gerne wissen, deine Töchter, ob sie eine neue Stiftung machen sollen?“

Theresia: „Ei freilich! Das ist es ja, was ich meine. Sie sollen meinen Geist in sich aufnehmen, die Hindernisse auf sich nehmen, darüber hinweggehen, einen Feuereifer entfalten. Welche Hindernisse traten mir entgegen, wenn ich eine Stiftung machen wollte, und in jetziger Zeit, wo der Herr hungert nach solchen Seelen der Beschauung, ist es von großer Wichtigkeit, ein Asyl zu stiften, wo junge Seelen sich einfinden könnten. Wie hat es mich gefreut, daß sie euch so gastfreundlich aufnahmen und euren Worten lauschten. Sagt ihnen allen, besonders aber meiner Schwester Maria, einen herzlichen Gruß von mir, ihrer geistigen Mutter, der dieser Tag ein wahrer Hochgenuß für meine Seele war, daß ich mich mit ihnen gefreut, daß ich unsichtbar in ihrer Mitte weilte, wenn sie so feurig die Liedchen sangen mit euch.

Aber wie freute sich der Herr, wie war Er beglückt, weil sie es nicht unter ihrer Würde hielten, mit Weltleuten, mit feurigen Seelen, sich zu verbinden, ohne jede Kritik; und ich tadle sehr die Ordensleute, die so stolz herabschauen auf fromme Seelen in der Welt, als wären sie die alleinigen, an denen der Herr Freude habe. Nein, nein, meine Töchter! Ihr sollt jene Ordensleute nicht nachahmen, die, wenn der Herr ihnen eine Seele zuschickt, sie kalt und schroff behandeln. So frei und offen, wie ihr es tatet, sollen sie sich gegenseitig besprechen über das Heil der unsterblichen Seele, damit diejenigen, die der Herr euch zuführt, sehen, daß man heilig werden kann, daß diejenigen, die der Herr in einen Ordensstand hineinführt, auch dort noch Menschen sind und die Rechte der Natur befördern müssen, daß sie noch Fehler begehen, wie die Weltleute auch, weil sie noch in Fleisch und Blut sind. So wird der Mensch, der aus dem Kloster wieder hinaustritt in die Welt, nicht bedrängt, sondern aufgemuntert und angeeifert, weil er sieht, daß man auch mitten in der Welt, wiewohl er in so viele Fehler fällt, dennoch Gott gefallen kann, wenn er sieht, daß seine Bräute doch auch noch Menschen sind. Seht, diese gegenseitigen Ergüsse sind die wahren Freundschaften, die da aneifern und anlocken das arme Menschenherz, und so wird der Damm errichtet, von dem der Herr schon so oft gesprochen. Ihr habt recht getan, und ich belobe euch, ihr habt recht getan, meine Töchter!

Alle die beschaulichen Orden sollen so tun wie ihr, die da von den Weltleuten oder von den frommen Seelen, die hineilen, um Trost und Hilfe zu suchen, angestaunt werden, als sei dieses eine Sache der Unmöglichkeit. Sie sollen hinaustreten aus dem Kloster und mit sich fortnehmen einen Eifer, indem sie das Gute, das fromme Seelen wirken, auch mitten in der Welt befördern und nicht kritisieren, damit die Weltleute solche Seelen nachahmen; denn die Welt sorgt genug dafür, daß treue Seelen zu leiden haben, da brauchen die Priester und Ordensleute nicht dazu beitragen. Und wenn sie mein Fest wieder feiern, dann sagt ihnen, daß sie fortwährend abwechselnd beten und singen sollen, in heiliger Freude den Tag verbringen sollen; denn mein Orden wird fortbestehen, solange die Kirche besteht, wie er ja auch der älteste ist in der Kirche, obwohl die ganze Welt am allerersten diese beschaulichen Orden verderben möchte. Aber sie sind auch bestimmt, durch ihr Gebet und durch ihren innigen Verkehr mit dem Herrn den Zorn Gottes zu entwaffnen.

Und nun lebt wohl, liebe Schwestern. Ich danke euch herzlich, daß ihr der Stimme gefolgt seid, meine Töchter aufzusuchen. Ich danke aber auch meinen Töchtern, daß sie euch so wohlwollend und liebevoll in gleicher Gesinnung aufgenommen.“

Barbara: „Gelobt sei Jesus Christus!“

Lied: Hochpreiset meine Seele den Herrn...

Als wir von hier abgefahren waren, erschien der Herr Barbara im Coupé und sagte:

Jesus: „Ich rate euch, gehet nicht zuerst auf den Marienberg, sondern geht zuerst in das Kloster.“ Dann segnete Er jede einzeln. Am folgenden Morgen nach der heiligen Kommunion sagte Er:

Jesus: „Sage Meiner Tochter, daß sie sich nicht so sehr sehne, von dieser Last befreit zu werden.“ Bei der Feier der Einkleidung sah Barbara den Herrn überaus liebenswürdig und freudig auf einem goldenen Thron sitzen, wie wenn Er Sich recht behaglich fühle. Zwei Schutzengel kamen und nahmen die Braut, die vor dem Hochaltar kniete, und trugen sie dem Herrn entgegen, und die liebe Mutter Gottes und die heilige Theresia stellten sie Ihm vor.

Die heilige Theresia schien glücklich zu sein, Ihm eine neue Braut vorzuführen. Sämtliche Schwestern umstanden den Herrn, und der Schutzengel jeder Schwester hielt, wie auf einer silbernen Servierplatte, die Seele, welche ungemein hell leuchtend und lieblich anzuschauen war. Bei einzelnen schwebten richtige dunkle Schatten auf der Seele, sie waren nicht eingeprägt, sondern lose schwebten sie auf der Seele; das bedeutet, daß es unfreiwillige Fehler sind. Auch die drei Schutzengel der Drei standen etwas entfernter und hielten deren Seelen, die mehr rötlichgelb anzuschauen waren.

Am ersten Tag der Reise machten sie abends um vier Uhr die vom Herrn gewünschte Wallfahrt. Auf dem Rückweg am Mainufer vorbei, wo viele müßige Leute saßen und umhergingen, kam ihnen reichlicher Gewinn zu, indem sechzehn- bis siebzehnjährige Straßenmädchen auf sie aufmerksam wurden, und jüngere und ältere Knaben, welche ihnen während einer ganzen viertel Stunde das Geleite gaben, um sie herumhüpfend, höhnend und spottend: „Gelt, ihr seid närrisch geworden, man muß die Polizei holen, daß sie euch einsteckt. Da wollen wir eine Weile mitziehen, das wird schön.“ und dergleichen, bis sie es endlich müde wurden, weil die Drei immerfort weiter beteten ohne aufzuschauen. Um so liebevoller und zuvorkommender wurden sie von den Klosterfrauen aufgenommen und verbrachten dort zwei Tage in gegenseitigen, herzlichen Ergüssen, in der Liebe Gottes. Und zum Abschied sangen alle aus Herzensgrund miteinander, die Klosterfrauen hinter dem Gitter und die drei vor demselben, das Te Deum.

304 Vierter Freitag im Juli 1899

„Ich habe dem Menschen als Vorrecht seinen freien Willen gegeben, als Vorrecht unter allen Meinen Geschöpfen. Mit diesem freien Willen soll er wählen zwischen Gut und Bös.“

Lied: Selig sind ... Schon den ganzen Morgen verkehrte der Herr liebevoll mit Barbara. Deshalb sagte sie zu Ihm:

Barbara: „Du wirst wohl heute gar nicht kommen, weil Du mich schon den ganzen Morgen getröstet.“

Jesus: „Wenn deine zwei Freundinnen kommen und nach Mir verlangen, dann komme Ich trotzdem!“

Weil Lieschen und Luise sehr nach Ihm verlangten, so kam der gute Heiland, ohne die drei vorausgehenden Stürme, ganz unerwartet schnell.

Jesus: „Über alle Maßen hoch erfreut komme Ich, Meine Kinder! Denn die Großmut Meiner Kinder freut Mich manchmal mehr als ihre Treue und Liebe in glücklichen Tagen. Großmütig muß eine Seele sein, wenn sie über alles hinweggeht, über all die Hindernisse, die ihr in den Weg gestellt und gelegt werden, von seiten Satans und der verführerischen Welt. Du stehst in einer Familie, Meine Tochter, Meine Geliebte, weil du das Familienleben erneuern sollst. Ich habe dich aber auch hingeführt und mit Ordensleuten in Verbindung gesetzt, weil Ich will, daß das Ordensleben erneuert werden soll. Hand in Hand müßt ihr also gehen mit den Weltleuten und mit dem Priester- und Ordensstand, weil Ich alle zugleich belehren will durch dich, Meine arme Kleine.

Immer mehr schreit die Welt, um Meine Kirche zu vernichten, denn von allen Seiten hat Satan dies eingeleitet, alle Hebel in Bewegung gesetzt, um alle Bande zu sprengen, die Ich um die Menschheit geschlungen habe durch Meine heilige, katholische Kirche; denn die ganze heutige Ordnung, die besteht, daß das Familienleben in die rechten Schranken eingetreten ist, ist die Frucht der heiligen katholischen Kirche. Nun aber hat es Satan dahin gebracht, diese Bande zu zerreißen, und so kehrt allmählich das Heidentum wieder zurück; die heidnischen Ehen werden geschlossen, und seht nur die Früchte, die diese Ehen zeitigen.

Darum muß in die Familie wieder der Glaube hinein, wieder der gute, alte Glaube; hinein in die Klöster der gute, alte Glaube, der Glaube an eine Gemeinschaft der Heiligen, der Glaube, daß Ich Mir Seelen erwähle und mit ihnen verkehre wie mit Meinen Aposteln, als Ich auf Erden lebte. Nur verlange Ich von diesen Ordensleuten, daß sie es nicht machen wie die Weltkinder, als sei dies nicht mehr Mode, als müsse man es mit der Welt halten, die da an Wunder nicht mehr glaubt und von einer inneren Heiligung nichts mehr wissen will: Nur arbeiten, das Haus scheuern, die Kinder belehren, wie sie glänzen können in der Welt, denn die meiste Schulweisheit zielt nur darauf hinaus, um als ehrenvolle Menschen dazustehen in der Welt, um gescheit und gelehrt zu sein, um Fachmänner und tüchtige Frauen heranzubilden, die dann prunken und glänzen, und der Mann sich mit seiner Frau sehen lassen kann. Das ist die ganze Schulweisheit der jetzigen Zeit.

Daß aber die Frau das Herz des Hauses ist, daß ein stilles, zurückgezogenes Leben in verborgener Klostermauer Mir mehr Freude macht, als alle Frauen in der ganzen Schöpfung, die nur glänzen und sich herausputzen wollen, davon spricht niemand mehr ein Wort. Deswegen will Ich in Verbindung mit Ordensleuten, daß dieser religiöse Geist der Beschauung in den Orden wieder gepflegt und gehoben wird, daß man jedem einzelnen Mitglied eine Stunde gönne, wo es sich in stiller Abgeschiedenheit mit Mir unterrede.

Glaubt ihr denn, Meine Kinder, der allzu große Putz in den verschiedenen Ordensgenossenschaften wäre Mir von Nutzen? Denn es gehört auch zu eitlem Tand, das allzu viele Scheuern und Putzen in den Häusern, die allzu große Hausordnung, wie man es fein nennt, sage Ich, weil man damit vorschützt, Reinlichkeit und Ordnung müsse in den Klöstern gepflegt werden, damit die Leute, die hineinkommen, einen guten Eindruck haben. Jawohl, Meine Kinder, Ordnung ist recht, aber vor lauter Ordnungsliebe den Gebetsgeist vernachlässigen, das beschauliche Leben vernachlässigen, ist für Mich von gar keinem großen Nutzen.

Euch, Meine Kinder, die Ich zurückgeführt aus dem verderbten Weltleben in die stille Klostermauer, sage Ich, daß Ich dieses nur getan, um Ersatz und Sühne zu haben, was die Welt Mir verweigert. Genug, daß man in der Welt nichts mehr weiß von einem Engels-Gottesdienst. Darum habe Ich euch hingeführt, wo Mir noch so gedient wird, wie Ich es wünsche. Wohl sind nicht alle imstande, Mir so zu dienen wie jene Klosterfrauen, weil in vielen Orden eine große Armut herrscht, und deswegen die armen Schwesterorden, die armen Männerorden ihr Brot mit der Hand verdienen müssen, oder durch Belehrung, durch Predigten und Missionen abhalten und dergleichen. Aber etwas könnte jeder von all den verschiedenen Orden lernen an jenen Klosterfrauen in W. Wie einfach, wie schlicht ist das alte Gebäude noch. Wie es erstand, so ist es noch. In vielen Orden wäre manches zu ersparen, wenn nicht auch der Luxus mit hineingedrungen wäre in die stillen Klostermauern.

Hat nicht Mein Diener Franziskus Abscheu gehabt gegen solche Religiosen, die nur in Palästen wohnen wollten? Ja, weil Mein Geist ihn leitete, wollte er nicht einmal das schöne Gebäude annehmen, das ihm dienen sollte zu seinem Aufenthalt. Er wollte immer in einem alten, halb zerfallenen Hüttchen lieber wohnen als in einem üppigen, prangenden Palast, weil schon das Haus der Welt sagen soll, daß hier die Armut wohnt, wohnen soll.

Wenn Ich nun aber erst anfangen will, Mich auszusprechen, wie auch in den verschiedenen Orden die Nonnen und Mönche, weil sie zu viel in Anspruch genommen sind von den Dingen dieser Welt, die ja noch wirklich haarklein zu den Dingen dieser Welt gehören, und deswegen Mir gar zu wenig ihr Herz schenken können, weil es abgemartert und abgespannt ist vor lauter Arbeit, wo kann Ich da noch ein Stündlein finden, wo Ich mit diesem Herzen reden kann?

Seht, dieses alles möchte Ich ändern. O wären doch Meine liebsten Kinder überzeugt von der Wirklichkeit, daß Ich Mich sehne, zu den Menschen zu kommen und mit ihnen zu reden. Es wäre bald anders in der Welt; denn die geraubte Ehre Meines himmlischen Vaters muß und soll ersetzt werden durch die liebsten Kinder Meines Herzens, und diese, die sich von der Welt zurückziehen, sind die liebsten Kinder Meines Herzens. Nun höret Mich aber auch, ihr Meine Kinder! Höret Meine Stimme! Macht euch nicht zu viel zu schaffen. Wollt ihr nicht lieber die Maria sein als die Martha? Und ihr, Meine Kinder, die ihr mitten in der Welt steht, müßt feststehen, die ihr bestimmt seid, das Familienleben zu erneuern.

Seht, wo man noch glaubt, daß es einen Gott und eine Ewigkeit gibt, da ist noch das Flämmchen der Gottesliebe, wenn es auch noch so klein ist. In dieses Flämmchen sollt ihr hineinblasen durch euer gutes Beispiel. Und Ich bitte deine Angehörigen nochmals darum, alles zu tun, was Ich dir sage und wozu Ich dich antreibe, mag es passend oder unpassend sein in der Familie. Ich habe dich für Mich erwählt und deine Angehörigen gesegnet mit zeitlichen Gütern, daß sie dich Mir schenken können, wenn Ich dich verlange, und du mußt alles dazutun, wenn Meine Stimme dich verlangt. Und du sollst mit deinen beiden Freundinnen der Welt zum Vorbild gesetzt werden. Ihr steht nicht umsonst in der Welt, weil ihr in dieser Welt euer Licht leuchten lassen sollt. In dieser Welt will Ich euch auf den Leuchter stellen und nicht in der stillen Klostermauer.

Ihr, Meine Kinder, hinter den Klostermauern, sollt auf den Leuchter gestellt werden, in stiller Zurückgezogenheit, und beten und sühnen, und den Zorn Gottes besänftigen dadurch, daß ihr die geraubte Ehre Meines Vaters Ihm zurückerstattet. Und ihr, die ihr in der Welt steht, Meine Kinder, sollt mitten in der Welt euer Licht leuchten lassen, auf den Scheffel gestellt; denn Ich Selbst will euch darauf stellen. Ihr müßt Mir nur ein williges Ohr leihen und einen guten Willen entgegenbringen. Darum verlange Ich von euch, offen und frei euren Glauben zu bekennen, der Welt zu zeigen, daß ihr Meine Jüngerinnen seid, daß ihr es nicht mit dem großen Haufen halten wollt, daß ihr die Verachtung, die Verspottung, die Schmach des Kreuzes allen Ehren dieser Welt vorzieht. Verachtet und verspottet sollt ihr hinausziehen unter die Weltkinder, euch um nichts kümmern, was man rechts oder links von euch spricht, ob man lacht oder weint; jede Woche, solange die liebe Sonne die Erde erwärmt, sollt ihr Mein Verlangen befriedigen. Gerade der Spott und Hohn ist eure Ernte.

Werdet nicht mutlos und grüßt Mir alle Meine liebsten Kinder. Grüßet Mir ganz besonders Meine treuen Dienerinnen und auch N. Meine treuen Dienerinnen sind alle die Klosterfrauen, die Ich mit euch in Verbindung gesetzt habe, deine Geschwister, eure Geschwister und die Ordensfrauen von N. in W. und alle diejenigen Priester, die mit N. die Schriften lesen. Meiner Freundin, der Lehrerin von N., sagt, sie möge bedenken, welch kostbare Perlen sie unter ihrer Verwahrung hat und welchen Segen sie ausstreut unter den lieben Kindern, die doch noch die einzigen sind in der ganzen weiten Weltgeschichte; denn die ganze Masse ist verdorben in der Welt, nur das Kinderherz ist noch unverdorben, es glaubt noch ohne Hinterhäkelchen, ohne Kritik. O die armen Menschen, die so viel kritisieren!

O daß man dieses Wörtchen nie kennengelernt hätte! Im Mittelalter und in den alten Zeiten kannte man dieses Wörtchen nicht. Dieses ist nur eine neue Erfindung, die von dem Heidentum in das Christentum wieder hineingeschleppt wird. Dieses ist das neue Heidentum, und Meine Kinder gebrauchen diese Waffe, um den guten, alten Glauben zu vernichten. Man hat nichts, als zu kritisieren. Seht, davon ist das Kindesherz befreit. Und wenn du werden willst wie ein Kind, habe Ich schon so oft gesagt, dann kritisiere nicht.

Und du, Meine Freundin N., du hast das Glück, Seelen zu leiten, die noch nicht kritisieren. Darum sprich ihnen von der Liebe Jesu, wie Ich die Kinder geliebt, als Ich auf Erden wandelte, um ja recht gute Keimchen in das Kindesherz hineinzulegen. Bleibe du nur Lehrerin, wenn auch deine Kräfte schwinden, und bringe Mir noch mehrere Jahre das Opfer der Selbstverleugnung entgegen. Ich weiß, du möchtest gern im stillen mit Mir verkehren; aber siehe, Ich werde dir noch längere Zeit schenken. Du hast noch längere Zeit zu leben und kannst Mir noch die letzten Jahre deines Lebens in stiller Zurückgezogenheit dienen.

Deinem Verwandten, dem Pfarrer in N., der sich gar zu sehr kränkt über den Priester, der da aus schnöder Sinneslust Mich verließ, sage einen recht herzlichen Gruß von Mir. Er möge sich aufraffen von seinem Kummer und darüber hinweggehen und bedenken, daß Ich ja neben Mir einen Judas duldete und ihn auch ertrug. Ich wußte, daß er freiwillig sich in die Hölle stürzte, und Ich ging darüber hinweg. Ich konnte ihn nicht halten, obwohl Ich Gott war und Gott bin. Mein Freund, warum willst du mehr sein als Ich? Willst du dir einbilden, du hättest seinen Willen beeinflussen können? Mein Freund, siehe, dann wärest du mehr als Ich; denn Ich bin Gott und habe die Geschöpfe erschaffen. Ich habe aber auch dem Menschen als Vorrecht seinen freien Willen gegeben, als Vorrecht unter allen Meinen Geschöpfen. Mit diesem freien Willen soll er wählen zwischen Gut und Böse. Also, Mein Freund, bist du auch nicht schuld an seinem Schicksal. Du kannst für ihn beten, daß er zur Einsicht kommt, aber dich nicht grämen und so deine Pflicht vernachlässigen. Raffe dich auf und komme, Mein Freund, komme in Meine Arme. Ich will dein Trost sein. Dir, N., muß auch hie und da ein Tröpfchen Wermut in dein Glück hineingegossen werden, damit deine Krone sich verschönere. Ja, du solltest eigentlich verlangen nach Wermut. Deine einzige Freude sollte sein, daß du recht viel für Mich leidest. Aber nicht wahr, du bist halt doch noch ein armer Mensch, wie alle Menschen sind, wie auch diese, Meine Freundin hier, Meine Tochter.

Wie viele der Süßigkeiten genießt sie, und doch ist sie so armselig, so schwach, wenn Ich ihr ein Tröpfchen Wermut in die Schale gieße zu dem Honig, den sie Woche für Woche einschlürft. Aber seht, dies ist es ja, warum Ich die Menschen belehren will. Alle, alle sind ja Adamskinder, alle Menschen, und Ich liebe sie mit einer göttlichen Liebe. Alle Menschen möchte Ich beglücken und glückselig machen an Meinem Herzen. Und darum, weil so viel Verkehrtes geschieht in der Welt, weil die Menschen so sehr verführt sind und auf Abwege gehen, und Ich sie mit Leiden heimsuchen muß, dieses aber die Menschen nicht begreifen wollen, weil so viele, die Mir doch treu dienen, auch noch heimgesucht werden, darum denken dann die übrigen, die Mir nicht dienen: ‚Ha, da will ich mir des Guten tun auf Erden. Diese Toren, die da einhergehen und des Guten nicht genießen, und die dazu noch nichts als Leiden, nichts als Kränkungen zu erdulden haben, da müßte ich ein Tor sein, wenn ich sie nachahmen wollte.‘

Seht, für diese alle sollt ihr verdienen. Darum, Meine Kinder, werdet nicht irre, wenn Ich ein Tröpfchen Wermut in eure Schale gieße, wenn Ich euch hie und da euren Lebensweg verbittere. Meine Kinder! Alle, alle, will Ich umfassen mit Meiner göttlichen Liebe und in Meine Arme schließen. Seht, sie alle sind Meine Kinder, und Ich möchte sie retten. Wollt ihr nicht teilnehmen an Meinem Schmerz? Wißt ihr nicht, daß ihr den eucharistischen Kreuzweg zu gehen habt, das heißt, einen geheimnisvollen Weg, den niemand begreifen will, selbst nicht diejenigen, die Ich euch gestellt habe zu Leitern eurer Seele; ja selbst diejenigen nicht, die Ich in eure nächste Nähe gestellt habe, das sind eure Verwandten und Bekannten, sie alle begreifen nicht den geheimnisvollen Weg, den Ich mit euch vorhabe. Ihr müßt ihn aber gehen, ja ihr müßt ihn gehen, Meine Kinder, weil ihr Seelen retten sollt.

Darum, Meine Freundin, Meine Schwester, wenn Ich von dir verlange, daß deine Schwester, die Ich dir zugestellt, die Ich deiner Obhut anvertraut, wenn Ich einen recht verdemütigenden Weg von ihr verlange, wenn Ich sie herausreiße aus deiner Mitte, dann zürne Mir nicht. Wenn du ihr zürnest, dann zürnst du Mir.

Ich, dein Gott, Der Ich dich aus großer Begünstigung dazugestellt, die du so viele Gnaden verdienen kannst, hier an dieser Stätte, wo Ich Meinen Geist ausgieße, weißt du nicht, daß Ich alles ersetzen kann, wenn sie sich auch hie und da losreißt und scheinbar sich der Arbeit entzieht? Siehe, Meine Freundin, das Familienleben soll erneuert werden, und im Familienleben ist der Dienstbote, die Kinder, die Frau, der Mann und alle, die damit verschwägert sind, eingeschlossen, und diese alle zusammenwirkend sollen das große Ziel anstreben, das zu erstreben ist, daß Meine Kirche zum Sieg gelangen soll. Die Familie ist das Vorbild, und solange das Familienleben nicht erneuert ist in Meiner Kirche, ist nicht daran zu denken, daß sie siegen wird auf der ganzen Welt.

Und wenn Ich nun hier anfange und zeige den übrigen Familien, daß, wo Mir treu gedient wird, wo eine Seele ist, und wenn sie Tag und Nacht auf den Knien liegt und betet, dennoch der Familie kein Nachteil erwächst, wenn Ich dieses den übrigen zeigen will, und sogar manche Familie dann in Eintracht und Liebe lebt mit ihren Angehörigen, ist dies dann nicht genug gewonnen für dich, Meine Freundin, die du das große Glück hast, dieses zuerst zu zeigen? Darum zeige es der Welt! Wenn dir jemand sagt: ‚Wie magst du diese Person dulden, die dir nichts beibringt‘, so sage: ‚Die ist mir der größte Schatz im Haus, und niemals werde ich ihr entgegen sein.‘ Dann steht die Familie verblüfft da und weiß nicht, was sie sagen will, und in mancher Familie wird Friede, wo ein Glied steht, das Ich an Mich ziehen und für Mich in eine stille Klostermauer zurückziehen möchte. Oder ist es eine Verschwägerte, weil Ich der Welt zeigen möchte, wie auch Schwäger und Schwägerinnen in Eintracht und Liebe zusammenleben können, wenn man Mir dient. Siehe, es gab eine Zeit, wo man Mir in der Einöde diente. Da war ein Einsiedler, der diente Mir vierzig Jahre bei Wasser und Brot. Er betete Tag und Nacht auf den Knien. Die wenigen Stunden, die er schlief, waren Mir geweiht, und er entzog sich nur, weil die Kräfte seines Körpers es verlangten. Und doch, am Ende seines Lebens, erfaßte ihn der Gedanke, ob er doch wohl nicht der einzige sei auf Erden, der Mir so treu diene. Da konnte Ich ihm sagen: ‚Komme, Mein Freund! Ich will dir zeigen, wo Mir noch treuer gedient wird.‘ Und Ich führte ihn in eine Familie, wo zwei Schwägerinnen zusammenwohnten, die sich gegenseitig heiligten, die ihre Fehler ertrugen, und durch dieses gegenseitige Ertragen der Fehler sich heiligten, weil ja Schwägerinnen selten, ja selten, ich betone dieses, zusammen leben können, denn die verschiedenen Ansichten und Charaktere tun selten gut.

Und wenn Schwägerinnen zusammenleben wollen, dann muß eine große Gottesliebe damit verbunden sein. Siehe, Meine Freundin, dieser Einsiedler ging beschämt zurück und dachte bei sich selbst: Niemals werde ich mir einbilden, ich sei der Beste auf Erden, ich diente Dir am treuesten; mein Gott, verzeihe mir! Siehe, nicht der Weg ist der sicherste, der mit wenig Hindernissen bepflastert ist; nicht der Charakter ist der beste, der die schönsten Anlagen hat. Wenn der Charakter so gut angelegt ist, daß alle Menschen ihn lieben müssen, dann hat jeder Mensch ihn gern, dann ist er überall beliebt. Wenn aber der Mensch einen Charakter besitzt, der manchmal etwas derb und hart und ist, dann ist er schwer zu ertragen, und dann ist der Mensch, der diesen zu beherrschen sucht, Mir lieber als derjenige, den Ich ausgerüstet habe mit Tugenden und mit guten Eigenschaften von Jugend auf. Merkt es euch alle, Meine lieben Kinder, die ihr solche Charaktere habt. Merkt es euch alle, die ihr mit solchen zu verkehren habt. Tugend auf Tugend könnt ihr häufen von Tag zu Tag.

Und nun geht hin, Meine Kinder, und fahret fort, und morgen, wenn ihr den heiligen Tag Mir wieder entgegenbringt, wenn Ich euch hinausführe über Feld und Flur zum Spott und Hohn eurer Mitmenschen, aber auch zur Belehrung jener, die Mir noch lau dienen, die aber auch doch noch guten Willen haben und ehrfurchtsvoll an euch hinaufschauen, dann bringt Mir diese Opfer mit Freuden. Singet und betet auf dem ganzen Weg, wie ihr es jedesmal ungeniert tut, ob die Leute lachen oder weinen, und fahret so fort.“

Barbara: „O Herr, wenn N. wüßte, daß sie durch eine Erholungsreise für ihre Gesundheit nichts profitiert, dann würde sie lieber zu Hause bleiben.“

Jesus: „Sage ihr nur, daß die Gottesliebe und das Hinwegschreiten über sich selbst, die Selbstverleugnung also, das einzige Mittel sei, um ihre Gesundheit wieder zu erlangen, um sich zu kräftigen. Je mehr der Mensch über sich selbst hinweggeht, desto mehr stehe Ich ihm bei mit Meiner Gnade, desto freier wird aber auch das Herz, und die Seele gewinnt Freude, Freude an Mir, und diese innere Freude kräftigt den armen Körper mehr als alle Gesundheitsmaßregeln, die die Welt vorgibt. Sage ihr, sie möge recht hübsch zu Hause bleiben, dieses Geld den armen K. schenken zum Neubau des Klosters, und Ich verspreche ihr, wenn sie Mir ihren guten Willen ganz zum Opfer bringt, daß Ich es ihr gerade so tun werde wie dir, Luise.

Wie warst du, Meine Freundin, so schwach, so elend, solange du dich fürchtetest. Jetzt aber, da du beherzt fortschreitest und mit Meinen Dienerinnen Hand in Hand gehst, fühlst du dich noch schwach und krank? Gewiß nicht mehr. Sie soll nur bedenken, daß die Sündenstrafen nach und nach müssen abgebüßt werden, daß sie dereinst frei dastehen soll, ohne alles Hindernis Mir dienen soll, wie ihr. Dazu gehört aber noch ein herzlicher Schritt, ein großmütiger Schritt. Hinweg über all die Hindernisse, hebe deinen Fuß auf und trete hinweg über Steine und Felsblöcke und gehe durch das Tal der Demut. Werde klein wie ein Kind, wie Meine Dienerinnen hier, dann wirst du groß werden vor Meinen Augen.

Ihr aber alle, Meine lieben Kinder, die ihr darum wißt, freuet euch, freuet euch an der Schmach des Kreuzes, und solange ihr euch nicht freuen könnt an der Schmach des Kreuzes, seid ihr noch nicht genug geläutert. Versteht Meine Sprache doch: Geht hinweg über all den Kummer und Seelenschmerz. Diesen müßt ihr ertragen, um Seelen zu gewinnen. Jenen Kindern aber in deiner Heimat N., die sich an dich wenden, schreibe ein kleines Briefchen; denn Ich will nicht, daß man jemand abstoße, voraus so arme, kleine Leute, die Ich ohnedies mit Kreuz und Leiden genug bedacht. Denn das arme Landvolk gehört noch zu den liebsten Kindern Meines Herzens, wenn es auch vielmals große Sünder sind, vielmals Neidische, Stolze, Habsüchtige sind, ach ja, arme Menschen, wie alle Menschen. Aber seht, davon sind auch die übrigen nicht ausgeschlossen. Haben sie aber auch doch einen gar harten Bußweg, und wenn sie es verstehen zu glauben, wenn sie durch ein liebes Wörtchen gehalten werden, o wie bin Ich so glücklich, wenn Ich ein armes Bäuerlein in den Himmel aufnehmen kann, weil es so manches Schweißtröpfchen geschwitzt, und für die Reichen, die so stolz einherschreiten, sein ganzes Leben geopfert in reichem Schweiß, in blutigem Schweiß, und der reiche Städter sieht mit Verachtung auf dieses Bäuerlein hin. Deswegen will Ich ihm ersetzen, was die Welt ihm versagt.

Sage ihnen, daß sie all die Leiden, all die Kümmernisse, die sie haben mit ihren Kindern, Mir entgegenbringen sollen, die Schweißtröpfchen, die sie schwitzten, zur Hilfe und zum Trost für ihre lieben Verstorbenen, wenn sie und ihre Kinder die heilige Messe nicht versäumen und die heilige Kommunion recht oft Mir opfern, wenn sie ihre Kinder anhalten zum Gebet, Ich ihre lieben Verstorbenen bis über das Portiunculafest hinaus zu Mir nehmen will. Ich verlange aber, daß sie Mir Dank sagen ihr ganzes Leben lang.“

Barbara: „O Herr! Ich bitte Dich für die Irrsinnige um Gnade und Barmherzigkeit.“

Jesus: „Deine N. muß dieses als Schuld und Strafe hinnehmen; sie hat es wohl verdient. Darum darfst du zwar für sie bitten, aber belästige Mich nicht allzuviel. Sie soll es in der Ewigkeit zwar nicht fühlen, aber hier in der Zeit schon. Sie hat das Licht geflohen und gehaßt, so habe Ich ihr das Licht des Verstandes genommen. Hätte sie dieses Licht gebraucht und ihren Verstand benutzt, so wäre ihr Verstand nicht verdunkelt worden. Darum muß sie jetzt büßen. Und nun lebt wohl, Meine Kinder!“

Barbara: „O Herr! Noch ein liebes Wörtchen für die Klosterkandidatin.“

Jesus: „Ja, ja, Meine Tochter! Harre nur aus in den Zuckerbrötchen. Die Leiden kommen, aber dann, Meine Tochter, sei großmütig, wenn sie kommen, habe guten Mut. Gebe ein gutes Beispiel für jetzt deiner Umgebung, und wenn Ich dich hinweggeführt, wenn du einmal versichert bist, dann, Meine Tochter, dann wird das Kreuz kommen. Die Rosen werden abfallen und die Dornen werden sich am nackten Kreuzholz hinaufwinden Tag für Tag. Dann wirst du eine Braut des gekreuzigten Jesus!“

305 Portiuncula-Fest 1899

„Seht, Meine Kinder, so großmütig, wie Ich war bei Franziskus, so großmütig war Ich in allen Jahrhunderten, zu allen Zeiten, an allen Orten, wo eine treue Seele sich findet, die Mir dient, ja, die Mir großmütig dient.“

Lied: St. Franziskus ...

Barbara: „Mein süßer Jesus! O Du Bräutigam meiner Seele! Ich danke Dir im Namen aller Menschen, die Dir nicht danken, im Namen der gottlosen Welt, die freilich Dich vergessen und nichts für Dich übrig haben als Spott und Hohn. O mein Jesus! So nimm für all den Spott!

Siehe, Geliebter meines Herzens, ich strecke meine Arme aus, alle zu umfassen, zu umschließen, alle die Söhne und Töchter Deines seraphischen Dieners Franziskus in der ganzen, weiten Welt, und führe sie Dir vor. Siehe, mein Geliebter, wie sie alle streben, Dir recht viele Freude zu machen. O könnte ich doch die ganze Welt zu Franziskuskindern machen. In ihnen ist doch noch ein Funke Glaube und Gottesliebe, und wenn sie auch zuweilen kalt sind, sind sie doch noch die besten unter Deinen Kindern, die, wenn ein Fest kommt, sich aufraffen und Dich besuchen und sich erinnern, daß sie sterben müssen und ihr Gewissen wieder in Ordnung bringen wollen. Ich danke Dir im Namen aller treuen Seelen für die ganz große Gnade, die Du heute der Welt zugewendet hast durch Franziskus. Wie wahr sind alle die Worte, die Du zu Deinem Diener gesprochen hast. Also, mein Jesus, ich halte Dich beim Wort, daß auch wahr wird, was Du zu uns sprichst. Zwar sind wir armselige Sünder, das hast Du uns doch schon so schön aufgezeigt. (Der Herr hatte Barbara die Seelen von ihr, Lieschen und Luise gezeigt.)

O Geliebter meines Herzens! Meine Glückseligkeit ist zu groß, ich kann nichts sagen. (Barbara weint vor Freude, der Atem stockt ihr vor Wonne.) Soll ich es denn sagen, o Herr? O laß mich noch bei Dir! O himmlische, kostbaren Tränen, die Du meinem Herzen erpressest, o teurer, vielgeliebter Jesus!

O Du Bräutigam der reinen Seelen. Geh hinweg, o Herr! O ich bin ein sündiger Mensch. Ich fürchte, zu vertraut mit Dir zu sein. O mein Jesus! Ich habe diese süße Angst, ich wäre Deiner nicht würdig. O hilf mir doch! O meine beiden Schwestern, o helft mir doch! Süß ist die Angst, die ich habe, nicht würdig zu sein, mit meinem Geliebten zu reden. (Barbara wird zur innigsten Vereinigung mit Jesus zugelassen; sie streckt die Arme Ihm entgegen.) O holdseliger Bräutigam der Bräute! Ist es möglich, daß Du Dich so vervielfältigst und überall der gleiche bist? O wie holdselig bist Du heute! Ein Sträußlein auf der Brust, gar so lieblich auf meiner Seele, bist Du anzuschauen. Ich werde nicht müde, Dich zu betrachten.“

Jesus: „Meine Kinder! Nicht wahr, ihr versteht nicht die Torheit der Liebe. Ja, ja, die Liebe ist töricht, bisweilen. Auch Ich bin töricht, Mich so zu gebärden, nicht wahr, Meine Kinder! Ein so armseliges Geschöpf so zu beglücken, daß es nicht weiß, soll es weinen oder lachen. Seht, dieses ist aber das himmlische Glück, das Ich ihr mitteile, und woran ihr euch alle laben sollt. Ihr sollt wissen, daß dieser Tag, der da Meinem Diener Franziskus begegnete, allen Franziskuskindern jährlich so begegnen soll, wenn sie es nur verstehen, Mich so wie Mein Diener Franziskus zu bewirten. Mein Diener Franziskus brachte Mir drei kostbare Gaben dar, die Mich zu ihm hinzogen, und die Mich nötigten, seine Gastfreundschaft in Anspruch zu nehmen. Nun hatte Ich aber gespeist bei Meinem Diener, da war es nun schicklich, Ich als der Höhere, der Stärkere, dem Schwächeren, den es so viel Mühe und Anstrengung gekostet hatte, auch mit etwas zu vergüten, mit anderen Worten, ihm ein Geschenk zu überreichen. Franziskus brachte Mir entgegen drei kostbare Gaben, einen lebendigen Glauben, ein felsenfestes Gottvertrauen, eine starkmütige Liebe, eine Liebe, die stärker war als der Tod.

Er glaubte nicht nur, was die heilige katholische Kirche lehrt, er glaubte alles, was in seinem Innern vorging. Er glaubte sogar die Traumgesichte, die er hatte, die ihn erinnerten an seine höhere Bestimmung, und die er sich auslegte, wie er Mir am nächsten nachfolgen könne. Er hatte ein solch staunenswertes Gottvertrauen, daß er glaubte, wider alle Hoffnung noch hoffen zu dürfen. Er erhoffte alles von Mir, obwohl er längere Zeit die Welt genossen, ein lustiger Geselle gewesen, in seinen Jugendjahren Mir nicht gedient, hoffte er doch wider alle Hoffnung, daß Ich ihm alles großmütig verzeihe und er noch ein großer Heiliger werden könne. Seine Liebe, die schon verbunden war mit seinem großen Gottvertrauen, die Schritt für Schritt mit seinem Vertrauen ging, war stärker als der Tod.

Deswegen, wenn die innere Stimme ihn rief, verließ er seine Umgebung und zog hinauf auf den Berg in die Einöde, um dort ganz und ungestört, fern vom Geräusch der Welt, sich Mir hinzugeben, um deutlicher Meine Stimme zu hören. Glaubt Mir, Meine Kinder, daß Ich in jenen Tagen, wo er auf den Bergeshöhen verweilte, Ich Tag und Nacht mit ihm verkehrte, so wie Ich in dieser Stunde mit euch verkehre. So war es nun auch in jener Nacht, wo er sich wieder zurückgezogen und in stillen Seufzern und Gebeten Mir eine gute Weile geopfert hatte, wie ihr es ja auch hie und da tut, wenn ihr zum Beispiel hierher kommt und Mich erwarten wollt.

Seht, Mein Diener Franziskus tat es gerade so, wie ihr hier tut. Laßt euch deswegen nicht beirren, wenn man euch spottet. Ich will dieses nur einschließen. Nun war es aber auch an der Zeit, Mich ihm großmütig gegenüber zu zeigen, denn Ich lasse Mich wahrhaftig an Großmut von Meinen Kindern nicht übertreffen, wo Ich ihm für seine Gaben, die er Mir entgegenbrachte, ein Geschenk überreichen mußte. Dieses Geschenk kennt wißt ihr. Heute ist wieder der Festtag, das Jubelfest, gekommen und das Geschenk verteilt worden an alle Kinder Meiner drei Orden, ja, an alle Kinder Meiner heiligen Kirche, wenn sie auch keine Mitglieder Meiner drei Orden sind, an alle, die nur kommen wollten, um von dem Geschenk in Empfang zu nehmen.

Seht, Meine Kinder, so großmütig, wie Ich war bei Franziskus, so großmütig war Ich in allen Jahrhunderten, zu allen Zeiten, an allen Orten, wo eine treue Seele sich findet, die Mir dient, ja, die Mir großmütig dient. Die nicht achtet auf das Gerede der Menschen, auf sich selbst, ihre eigene Bequemlichkeit, noch auf die Regungen der Natur, die aus sich herausgeht, Meiner Stimme Gehör gibt und das Kreuz, das Ich ihr auferlegte, Tag für Tag Mir nachträgt. Glaubt ihr denn wohl, Ich sei minder großmütig im neunzehnten Jahrhundert als Ich im zwölften Jahrhundert es gewesen bin? Täuscht euch nicht, Meine Kinder, und sagt es allen treuen Seelen, die teilnehmen an den Gnadenschätzen, die Ich ausgießen will durch eine treue Seele, daß Ich großmütig bin, zum Erstaunen großmütig, freigebig gegen alle, die es verstehen, Meine Freigebigkeit zu gebrauchen.

Darum erzähle nur deinen zwei Freundinnen, was Ich dir gezeigt vorhin während des Rosenkranzgebetes, damit auch sie sich freuen, und damit alle Franziskuskinder in der ganzen Welt, wohin die Kunde dringt, sich freuen können.“

Barbara: „Höret nun, meine zwei Schwestern. Im dritten Gesetz vom Rosenkranz in der einen Kirche sah ich auf einmal meinen Herrn vom Tabernakel herabsteigen und in meine Nähe kommen wie eben hier. Er war so freudig, so liebenswürdig, so unendlich liebenswürdig, daß ich es mit meinen schwachen Worten nicht auszusprechen wage und nicht aussprechen kann. Ich traute mir nicht und wollte weiter beten. Er stand vor mir an meiner linken Seite, wie immer, und wollte mit mir reden. Ich hätte gern den Rosenkranz erst zu Ende gebetet, weil ich den Ablaß für die Armen Seelen noch gewinnen wollte. Er aber sprach zu mir:

,Meine Tochter! Sei doch nicht so töricht, wenn Ich bei dir bin und mit dir reden will. Ist es nicht das höchste Gebet, daß du mit Mir redest und Ich mit dir? Glaubst du denn, den Ablaß nicht zu gewinnen? Bin Ich doch Derjenige, Der sie verschenkt und verteilt!’

Ich überließ mich Seiner Liebe, und auf einmal verwandelte sich die Kirche in einen himmlischen Palast. Der Herr stand neben einem Schatz. Ich weiß nicht, wie ich mich ausdrücken soll, neben einem Behälter, in den ich nicht hineinzuschauen wagte vor lauter Glanz, vor lauter Strahlen, die aus diesem Behälter heraus sich ergossen. Und als ich immer noch zögerte und meinem Geistesauge nicht traute, daß der Herr so freigebig sein sollte gegen mich, weil mein Beichtvater immer sagt, ich soll mich nicht so viel an solche Dinge hängen, wollte ich immer wieder zweifeln und zweifeln. Da rief der Herr mir zu:

,Du Tor! Greife doch zu, wenn du dich gar zu armselig fühlst und immer noch glaubst, nicht würdig zu sein, greife zu, Meine Tochter!’

Ich aber sah mich um und fürchtete immer noch Täuschung. Da trat eine große Schar heran, o mein Gott, an der Spitze die Himmelskönigin und trat an den kostbaren Behälter, an dem der Herr stand und mit dem Er gleichsam wie verwachsen war. Der Herr und dieser Schatz waren wie zusammengewachsen, anders kann ich mich nicht ausdrücken. Hinter der lieben Mutter Gottes war eine unzählige Schar Heiliger, der heilige Franziskus hinter Ihr, und es müssen lauter Heilige aus den drei Orden gewesen sein. Sie alle drängten sich herbei, um den Schatz herum, und weil ich mich so fürchtete, ich könnte getäuscht sein, wandte ich mich an die liebe Mutter Gottes und sagte zu Ihr:

,Hilf mir doch, ich bin zu unwürdig solcher Gnaden. Mein Beichtvater sagt es ja, ich bin betrogen, helft mir doch, was soll ich tun, ich will zurück, zurück! Mein Jesus, Barmherzigkeit! O ihr Heiligen Gottes, bittet für mich!’

Da reichte die liebe Mutter Gottes hinein in den Schatzkasten und übergoß mich mit dem Strahlenglanz, und mein Auge wurde wie verklärt, ich war beruhigt, alle meine Sinne schwanden. Ich sah niemand mehr als meinen Jesus und mit Ihm sollte ich Unaussprechliches schauen. Er sagte mir:

,Meine Tochter! Siehe, welche Freude Meine Kirche Mir bereitet jedesmal beim Wiederkehren solcher Feste, wenn sie so ihre Kinder herbeiführt und aneifert, doch recht die Gnadenschätze sich zunutze zu machen. Weil von allen Kanzeln der Stadt Mainz herab die Gläubigen aufgemuntert wurden, doch recht den Portiuncula-Ablaß zu gewinnen, beteiligten sich viele, und alle, die sich beteiligten, siehst du, wie sie gewaschen sind?’

Und ich, und meine beiden Freundinnen, waren ganz verzückt.

O Herr! Soll ich es sagen? Ich will es nicht sagen. Erlaube mir, o Herr; es ist nicht gut, die Leute nehmen Anstoß; denn sie kennen uns ja, welch armselige Sünder wir sind. O Herr, erbarme Dich doch unserer Schwäche. Ich will es nicht sagen.“

Jesus: „Du sollst es aber sagen, Meine Tochter! Vielen zur Belehrung, vielen aber auch zum Trost!“

Barbara: „Also höret, meine Schwestern! Wir haben den Portiuncula- Ablaß gewonnen, der Herr hat es mir gezeigt, und wir nicht allein, viele, viele in der Welt; viele, die am Abend in der K.-Kirche waren, sah ich alle in weißen Gewändern, ganz schneeweiß. Auch solche sah ich, die schon zu Hause waren in ihren Wohnungen, die der Beruf heimtrieb. Ich sah auch meine Schwägerin und die Mädchen, aber M. nicht, weil sie sich nicht beteiligte.

Viele von denen, die hier in dieser Kirche waren, waren ebenso weiß, viele aber auch nicht; doch sah ich noch mehrere andere, die minder weiß waren, minder hell. Da war das Kleid gewaschen und die Flecken wie Tintenflecken, die sich nicht auswaschen lassen. So sah ich viele dabei. Sie haben den Ablaß nicht vollkommen gewonnen, weil sie sich nicht beflissen haben, die Bedingungen zu erfüllen, die heilige Beichte nicht verrichtet, oder die heilige Kommunion nicht empfangen, die nur ein und aus gingen, aber nicht alle Bedingnisse erfüllten. Also haben diese doch, o Herr, von ihren Sündenstrafen abgebüßt?“

Jesus: „Ja freilich, freilich, aber nur zeitliche Sündenstrafen. Sie haben nicht vollkommen ihre Sünden abgebüßt, sondern bei jedem Gang nur einen Teil ihrer Sündenstrafen und auch nur einen Teil der Strafen einer Seele, der sie den Ablaß besonders zuwenden wollten, aber eben nicht vollkommen. Ganz und vollkommen hat ihn nur ein kleiner Teil gewonnen, die meisten aber nur zum Teil, und sobald sie wieder heraustreten und wieder anfangen zu sündigen, ist alles wieder dahin, weil sie sich nicht gründlich gereinigt haben. Diese aber, die du siehst, die vollkommen gereinigt sind, deren Gewänder sind weiß wie der Schnee – auch ihr seid dabei.“

Barbara: „O Herr, hat ihn N. auch gewonnen?“

Jesus: „Fragt Mich nicht so neugierig, genug, wenn Ich euch sage, was Ich will. Viel Freude haben sie Mir gemacht, die Kinder des heiligen Franziskus. Darum bin Ich heute ganz besonders getröstet und machte euch diese ganz besondere Freude, euch dieses wissen zu lassen und allen, die sich Mühe gaben, die Bedingungen zu erfüllen. Seht, Meine Kirche wünscht, Mein Statthalter in Rom, weil Ich es ihm so eingegeben habe, weil er Hand in Hand geht mit Meiner Dienerin – denn wie Ich zu dir rede, so rede Ich zu ihm –, daß ein Damm errichtet werden soll von heiligen, frommen Seelen, und Meine Kirche darauf hinarbeiten soll, daß dieser Damm von frommen Betern doch recht bald und recht zahlreich zusammengestellt und verbunden wird. Ich habe schon häufig mit euch darüber gesprochen, und Mein Diener in Rom versteht Meine Sprache. Er weiß, daß, was Ich rede mit einem so armseligen Wesen, wie Meine kleine Dienerin hier ist, nicht die Sprache eines armseligen Menschenkindes ist, daß es die Sprache jenes Gottes ist, Der Mensch ward, um die Menschheit zu retten. Also, um die Menschheit zu retten, würdige Ich Mich, zu reden durch euch und zu euch. Ich will Mich aber würdigen, zu vielen zu reden, ja Ich wollte, Ich könnte zu allen Menschen reden, und sie alle würden Mich verstehen.

Darum, Meine Kinder, freuet euch, wenn ihr Spott und Hohn erntet von Meinen Dienern. Wißt, daß sie nur die Werkzeuge sind, um aus euch Heilige zu bilden. Freilich ist es nicht immer gut, so zu tun, wie man hier in dieser Stadt tut. Dafür habe Ich aber gesorgt, daß ein Kanal Mir nicht verstopft wird, und keiner Meiner Diener wird es wagen und möchte es wagen, ihn zu verstopfen. Wißt ihr, daß Ich Meine Hand halte über ihn, deinen Beichtvater, daß er nicht weiter gehen darf, als Ich ihm die Erlaubnis gebe? Zurück zum einfältigen, kindlichen Glauben, nicht zu dem nackten Glauben, wie man sagt, das Volk auf dem einfachen nackten Glaubensweg halten. Wer läßt sich das gefallen in der heutigen, verwöhnten Welt, wo man nur liebkost, gegenseitig sich verzärtelt und nur besitzen und genießen will. Ei, ei, Meine Diener, Meine Kinder wollen auch besitzen und genießen. Warum vergällt ihr ihnen die Freude, die Ich ihnen machen will; denn ihr Besitztum bin Ich Selbst, und ihr Genuß ist Meine Tröstung, die Ich ihnen zukommen lasse. Warum wollt ihr es ihnen nicht vergönnen und sagen: ‚Man soll den gewöhnlichen Christenweg gehen, den alle Leute gehen.‘

Ja, freilich, damit alle vom Getöse der Welt übertönt und keiner Meiner Diener und Dienerinnen Meine Stimme mehr verstehen soll. Nicht wahr, wo bleibt denn der Genuß und die Tröstung Meiner Kinder, die Ich ihnen schuldig bin? Habe Ich euch nicht gesagt, daß Mein Diener Franziskus Mir kostbare Gaben entgegenbrachte: Einen lebendigen Glauben, ein felsenfestes Gottvertrauen und eine innige Liebe. Solche Seelen gibt es auch heute noch, die diese Gaben Mir entgegenbringen. Warum sollte Ich Mich einschränken lassen von Meinen Dienern, denen Ich die Würde und Meine Gewalt gegeben? Haben sie Mir vielleicht zu gebieten, haben sie vielleicht Mir Rechte zu machen, daß Ich jetzt zu keinem Meiner Kinder mehr reden darf? Aber nein, ihr müßt nicht irre werden, Meine Kinder, wenn Ich so rede.

Seht, diese Meine Diener in jetziger Zeit, stehen an dem Wendepunkt. Durch sie, durch ihren Eifer, ihren Feuereifer soll eine andere Einleitung zustande kommen, eine Umwandlung. Sie sollen den Weltgeist verdrängen, und dieser Weltgeist ist breit und dick geworden. Er ist hineingedrungen bis ins innerste Mark Meiner Kirche. Da muß erst langsam, langsam gearbeitet werden, um diesen Weltgeist zu verdrängen, und da müssen Meine Diener hart prüfen, ob nicht etwa statt Meinem Geist, der Geist der Welt vielleicht eine Seele antreibe oder gar der Geist der Finsternis. Und weil sie es selbst gar gerne mit der Welt nicht verderben möchten, um ja nicht töricht dazustehen, treiben sie es manchmal etwas bunt, aber nur zum Besten Meiner Kinder.

Seht, es ist doch noch lange kein Martyrium; ihr braucht euch nicht von wilden Tieren zerfleischen zu lassen, wenn auch hie und da durch die Zähne der Menschen ein spitzes Wort fällt über euch. Aber was Ich von euch verlange, müßt ihr tun, auch wenn ihr öffentlich von der Kanzel herab beschimpft werden solltet. Dieses sind eure Edelsteine; dieses sind die Mittel, wodurch Ich euch wasche in Meinem kostbaren Blut, womit ihr eure Sünden austilgen könnt. Wenn Ich euch sage, daß Ich über alle eure Fehler hinweggehen will, wenn ihr darüber hinweggeht, wenn ihr reumütig Mir entgegenkommt, und den geraden Weg fortgeht, als ob nichts vorgefallen sei, dann will Ich Tag für Tag eure Fehler verzeihen, und der Schritt zur Vollkommenheit soll immer weitergehen.“

Barbara: „O Herr! Ich will nicht wissen, ob recht viele Arme Seelen in den Himmel eingegangen sind; nur opfere ich noch einmal den ganzen Gnadenschatz Deiner heiligen Kirche in Vereinigung mit all den frommen Seelen, die sich Mühe gegeben haben, die Ablässe zu gewinnen, durch die reinsten Hände der allerseligsten Jungfrau, des heiligen Franziskus und aller lieben Heiligen zur Genugtuung auf, für unsere Sünden und zum Trost der Armen Seelen. O Herr, gib allen Armen Seelen die ewige Ruhe! O, daß doch keine Seele mehr im Fegefeuer zurückgehalten werde!“

Gestern abend hat sich mir eine Arme Seele gezeigt, die so schrecklich und furchtbar gebrannt hat. Aus deren Zunge ging ein Feuer aus wie eine Sonne, und sie sagte zu Barbara:

Arme Seele: „Ich gehöre zu den Seelen des Fegefeuers und kann noch lange nicht zu Gnade kommen; erflehe Mir doch nur Linderung für meine Zunge, die wegen Gotteslästerungen so vieles leiden muß.“

Barbara: „Mein Jesus, Barmherzigkeit! Du hast mir gezeigt, was eine Seele leidet, die bis zum letzten Atemzug Dich gelästert. Du hättest sie nicht verdammen können, weil unter ihrer Freundschaft eine Seele sei, die Dich liebt. Ist es vielleicht Frau F.? Mein Jesus, ich bitte Dich ganz besonders für den Bruder von Frau Z. Du hast die arme Frau doch schon hart heimgesucht. O führe doch die Tochter und Schwester zur rechten Erkenntnis, daß sie sich recht anschließen an die heilige Kirche und ihre Gebräuche und Zeremonien. Noch einmal opfere ich Dir all die Gnadenschätze für den Bruder auf. Erbarme Dich seiner, o Herr, um Deines kostbaren Blutes willen, o Herr! Ich opfere Dir den bitteren Todesschmerz, den Du für uns ausgestanden hast, den blutigen Angstschweiß, den Backenstreich und all das Weh, das Du für uns ertragen hast, die Schmerzen und Tränen Deiner Mutter und der heiligen Maria Magdalena und aller frommen Seelen auf, die dabei gewesen sind. O mein Jesus, Barmherzigkeit!“

Jesus: „O es gibt noch so viele andere Seelen, die Ich lieber erlösen würde als solche, die Mich nicht kannten oder Mich nur rücklings behandelten. O diese Toren! O ihr Kinder der Welt, wie töricht seid ihr! Glaubt ihr, Mir einen Schabernack zu spielen, oder Ich müßte noch vor euch ein Kompliment machen, wenn ihr einmal im Jahre die Sakramente empfanget, alle Vierteljahr einmal die Kirche besucht, und die Gebote mit Füßen tretet? Und dann, wenn ihr eingeht in Meine Gerechtigkeit, soll Ich euch doch behandeln wie die, die ihr ganzes Leben Mir gedient? Nein, nein, Meine Kinder! Ihr, die ihr Mich nicht gekannt im Leben, wartet jetzt, bis Meine Gerechtigkeit überbrückt ist. Aber diejenigen Meiner Kinder, die Mir im Leben treu gedient, die aber aus menschlicher Schwachheit doch manche Fehler begangen und nicht gebüßt haben, die empfehlet Mir, diese möchte Ich befreien.“

Barbara: „O so schenke uns die armen Bauern von S. und mir den Priester N.“

Jesus: „Ja, um all der Mühe willen, die ihr euch angetan.“

Barbara: „Schenke uns noch diese!“

Jesus: „Ja, Meine Kinder, die Zeit ist vorüber, Ich kann nicht mehr hingreifen. Jetzt ist die Zeit vorüber. Seid zufrieden mit diesen. Im allgemeinen sind ja über drei Millionen aus dem Fegefeuer befreit worden.“

Als Barbara eines Tages sich wegen Bemerkungen ihres Beichtvaters sehr ängstigte, nahte Sich ihr der Herr. Er kam vom Tabernakel her und sagte mit einer ungemein lieblichen Stimme:

Jesus: „Willst du dich nicht Mir hingeben, Meine Tochter?“

Barbara verhielt sich ablehnend und sagte:

Barbara: „Ich kann ja nichts mehr glauben, ich bin es ja selbst, die ich frage und mir die Fragen auch beantworte, ich bin ja betrogen.“

Jesus: „So, du bist es? Bist du es denn auch, der dir die Lieblichkeit in deinen Geist hineinsenkt, den Frieden, die Salbung? Was warst du denn noch vor einem Augenblick?“

Barbara sah sich überführt und gab sich Jesus hin. Er sagte:

Jesus: „Wen suchest du?“

Barbara: „Ich suche Jesum.“

Jesus: „Nun, Ich bin es, Ich bin es wahrhaftig, glaube Mir doch!“

Barbara: „Wenn ich betrogen bin, dann sind auch meine zwei Freundinnen betrogen. Ich habe sie doch nicht gesucht, Du hast sie doch mir zugeführt und bist schuld, wenn sie auch betrogen sind.“

Jesus: „Ich habe dir eben deshalb, weil du es nicht allein fertiggebracht hättest, in den Ängsten und Zweifeln standzuhalten, deine beiden Freundinnen zur Seite gestellt, damit sie dich halten. Die Priester sind heutzutage zu sehr von der Menschenfurcht geplagt. Aber aller Spott und Hohn, der euch zugefügt wird, trifft Mich zuerst, und zwar viel mehr als euch. Und wenn ihr hinauszieht auf euren Wallfahrten, bin Ich in jeder von euch, um den Spott in Empfang zu nehmen.“

Auch erschien die heilige Theresia, und sie flocht eine Dornenkrone. Barbara fragte, für wen sie gelte.

Heilige Theresia: „Für euch alle drei. Das ist die Krone des Spottes, die ihr eurem Herrn zuliebe tragen sollt auf euren Wallfahrten.“

306 Erster Freitag im August 1899

„Daß man noch nie, seitdem die Welt besteht, so viele Atheisten aufzuzeichnen hat wie in diesem Jahrhundert.“

Lied: Aus Lieb verwundter Jesu mein ...

Barbara: „Ich danke Dir, mein Jesus, für das unaussprechliche Glück. Ich kann nicht anders, Herr, Du zwingst mich, wenn ich auch, wie mein Beichtvater meint, über alles weggehen sollte. Du zwingst mich dazu, daß ich die Ängste ablege, und daß ich ruhig weitergehe; denn jeder Mensch wäre doch gern gesund und täte lieber die Berufspflichten erfüllen, als so herumzulaufen, krank, matt und schwach, als wäre man seines Lebens beraubt.

Wie bin ich froh, wenn Du kommst; denn mit Dir kommt die ganze Lebenskraft. Ich danke Dir, daß Du mir einen Tropfen Wermut in mein armes Sünderherz hineingießest, obwohl ich es nicht wert bin. Ist es nichts anderes als ein Tropfen Ölbergangst, die Du mir alle Donnerstage ins Herz gießest, daß ich nicht so kann, wie ich will? So komme denn, rede, Deine Dienerin hört. Was verlangst Du von mir heute, Mein Jesus? Wie war ich so glücklich, die zwei Tage in Portiuncula. Wie bist Du so unendlich gut. Vorher konnte ich nicht recht beten, weil ich mich so schwach fühlte, so krank, so zerstreut und verstimmt; und dann war ich während der zwei Tage so erlöst. Wenn es im Himmel so ist, dann bin ich schon glücklich und zufrieden. Ich hatte keine anderen Gedanken, als Deine Nähe zu fühlen, und ich war so glücklich in Dir.

O, daß doch alle Menschen Dich erkennten, liebten und aus allen Kräften Dir dienen möchten. Wie wahr ist es, daß Du es bist, daß Du uns zeigst, wie glücklich diejenigen sind, die im Himmel sind, wenn schon Deine treuen Kinder auf Erden diese Festtage so mitfühlen, daß Du sie von allen Leiden befreist und ein Hereinleuchten von der ewigen Glückseligkeit sie fühlen läßt. Du allein bist mir genug. Ich brauche keine weitere Beglaubigung. Denn siehe, mein Bischof und mein Beichtvater, sobald ich etwas verlangte, was sie nicht wollten, war es aus mit der Güte, solang ich etwas von Übernatürlichem spreche, was doch wohl bei allen Deinen treuen Kindern der Fall ist. Es ist nicht wahr, daß ich mir die Krankheiten einbilde. Ich beschwöre, daß es auch nicht wahr ist, daß es von meinen beiden Freundinnen herkommt. Du allein bist es, Der mir die Gesundheit nimmt, mich schwach und hinfällig macht, so daß ich genötigt bin, mich ins Bett zu begeben. Du bist es, Der mit mir reden will, und deswegen ziehst Du mich von allem ab.

Deshalb sei gepriesen für all diejenigen, die es nicht glauben. Ich grüße Dich im Namen aller treuen Kinder Deines Herzens. Komme Geliebter, ich will Dir Ersatz und Sühne leisten mit meinen zwei Freundinnen, mit N., Deiner treuen Dienerin, mit Frl. St. und Frau Z. und N.; hier in Mainz sind ja gar wenige. Das werden sie alle sein, meine Geschwister und Schwägerin und die wenigen, die es glauben. Ich vereinige mich mit allen, die in weiter Ferne stehen, die glauben, daß Du gut bist, besonders N.

Ich bitte Dich im voraus, mache N. die Freude und mache einen Abstecher, wenn N. kommt. Ich weiß es, daß ich es nicht kann, wie ich will und meine zwei Freundinnen auch, und diejenigen, die es nicht glauben und nicht wissen wollen, sollen fortfahren, wie sie wollen. Ich will tun, was ich tun muß, sie ehren als meine Vorgesetzten. Ich will aber auch tun, was Gott mir gebietet und will annehmen, daß dieses kein Menschenwerk ist, obwohl ich glaube, daß die Kirche nicht fehlen kann, daß der Heilige Geist sie leitet. Aber siehe, mein Herr, wer war es denn, Der durch meinen Beichtvater sprach, daß ich den Einsprechungen des Heiligen Geistes recht pünktlich folgen solle. Du sprichst durch ihn, und er widerspricht sich selbst, indem er sagt, ich soll den gewöhnlichen Weg gehen und die Sache meiden; ich täte nichts als unnütz arbeiten in dem Kram, mich hineinvergraben. Mein Jesus, Barmherzigkeit!“

Jesus: „Meine Kinder! Längst müßt ihr da mit euch einig geworden sein, was ihr zu tun habt. Seht, als Ich auf Erden wandelte und das Volk Mir nachströmte, die letzten drei Jahre Meines öffentlichen Auftretens und Lehramtes, da waren nicht alle gleich gesinnt. Nur das arme, kleine, ungelehrte Volk war einig mit sich. Es fühlte sich hingezogen; es konnte der Gewalt Meiner Rede nicht widerstehen, der Liebe Meines Herzens sich nicht widersetzen. Es fühlte so recht die Liebe heraus, die da in die Worte hineingelegt war.

Und doch verlangte Ich da gar nicht mehr, als Ich jetzt verlange von euch, Meinen Kindern. Ich kam, um sie zu belehren, um das Reich Gottes hineinzupflanzen in die Herzen der Menschen. Ich kam nicht, um ihnen Ehre und Ansehen zu verschaffen, ihnen Reichtümer zu geben, was alles in Meiner Hand gelegen wäre, bin Ich ja doch der Schöpfer des Weltalls. Ich kam nur, um die gebrochenen Herzen zu trösten, die gebrochenen Herzen aufzurichten, die Kranken zu heilen, die Toten zu erwecken, die Stummen reden zu machen. Und doch, wie viele, ja alle die Gelehrten, die Mich anhörten, einige, im höchsten Fall zwei oder drei ausgenommen, waren gegen Mich. Sie fanden in der Liebenswürdigkeit der Rede nur Stolz und Hochmut und ein aufgeblähtes Wesen. Und da sie Meine Abstammung für eine menschliche hielten und Mich als des Zimmermanns Sohn betrachteten, da war es mit ihrem Glauben ganz aus. Sie waren sich auch einig darin, daß von Nazareth nichts Gutes kommen könne, und diesen ihren Unglauben brachten sie überall an, wo sie nur Einfluß finden konnten, das waren die Reichen, besonders die Reichen, da fanden sie Einfluß.

Doch gab es auch Reiche, die der Gewalt Meiner Worte und der Lieblichkeit, die aus Mir sprach, nicht widerstehen konnten. Sie schlossen sich Meiner heiligen Mutter an; meistens waren es die Frauen, das Frauengeschlecht, die reichen Frauen. Diese mußte Ich denn auch haben, weil Ich ja doch ganz arm war und mit Meinen armen Jüngern ein ganz armes Leben führen wollte, und Ich doch Bedürfnisse hatte wie jeder andere Mensch. Darum machten diese Reichen Mir große Freude, die sich anschlossen an Meine heilige Mutter, und Ich liebte sie, und Ich verzieh ihnen ihre Fehler, und sie gehörten zu den liebsten Kindern Meines Herzens wie die Armen, die ganz entblößt waren, denn um dieser Armen willen bin Ich gekommen, die Welt zu erlösen, und die Reichen, die da der Erlösungsgnade teilhaftig werden wollen, müssen arm werden im Geist. Sie müssen ihren Reichtum, den Überfluß, gebrauchen zu dem Zweck, zu dem Ich ihn ihnen gab. Im übrigen müssen sie mit Meinen armen Brüdern Hand in Hand gehen, so wie es damals der Fall war.

Aber seht die übrigen, die stolzen Gelehrten, wie sie überall an Mir nur ein aufgeblähtes Wesen zu finden glaubten, Mich haßten und verabscheuten und durchbohrten mit ihren Blicken. Da Ich nun, der Ich hier rede, kein anderer bin als damals, als Ich die Welt erlösen wollte, erlösen wollte von der Sünde und dem Verderben, in das sie hineingerannt waren, so müßt ihr euch nicht wundern, wenn es euch ebenso ergeht.

Ich will Meine Diener nicht neben die stolzen Pharisäer stellen, denn sie sind ja diejenigen, die Mein Reich ausbreiten auf Erden, und die Ich hinausgesendet habe mit dem Auftrag: ,Gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie.’ Meine Kirche aber will es nicht einsehen und hebt immer und immer wieder hervor, daß die Zeiten eines heiligen Franziskus eines heiligen Dominikus, einer heiligen Hildegard, Brigitta, Katharina von Siena und aller der Diener und Dienerinnen, die Ich mir erweckte, noch viel schlimmere gewesen seien als die jetzige Zeit, die sie immer hinstellen, als sei sie wunder was für eine gute Zeit, und als sei es nur damals notwendig gewesen, die Welt wieder zurückzuführen, Meine Kirche wieder aufblühen zu lassen, im Glaubensleben zu erneuern.

Nein, nein, Meine Diener, da irrt ihr euch gewaltig, und solange ihr kalt den Worten gegenübersteht, spöttelnd und höhnend, werdet ihr wenig ausrichten in eurer Wirksamkeit. Wißt, daß das neunzehnte Jahrhundert das Jahrhundert der Aufklärung ist, des Atheismus, daß man noch nie, seitdem die Welt besteht, so viele Atheisten aufzuzeichnen hat wie in diesem Jahrhundert. Geht doch an einen Biertisch, setzt euch in ein Eisenbahnabteil, wandert eine Strecke auf der Landstraße, wenn zu euch sich ein armer Handwerksbursche gesellt, und das zehnte Wort, das ihr mit ihm sprecht, ist, daß er seine Gottesleugnung euch vorbringt. Er leugnet Gott und den Himmel und die Hölle. Der Greis, der mit einem Fuß im Grabe steht, er leugnet den Himmel und die Hölle, er glaubt an keinen Gott. Der Jüngling, der noch auf der Schulbank sitzt, kaum der Schule entwachsen, er leugnet Gott und die Hölle und den Himmel, und ihr wollt euch einreden, es sei nicht notwendig, das Glaubensleben zu erneuern, einen tieflebendigen Glauben dem armen Volk, wo noch etwas zu retten ist, einzuprägen und beizubringen, das Flämmchen, das noch nicht ganz erloschen ist, anzublasen und auflodern zu machen.

Ihr wollt das Volk auf den nackten, steifen Glaubensweg hinleiten, ihr wollt diejenigen tadeln, die für ihr Volk sich einsetzen, die Werke verrichten, worüber sie nur verlacht und verspottet werden, nicht nur von der abgefallenen Volksmasse, nein, noch am allermeisten von euch selbst, die ihr nur Spott und Hohn für sie habt und sonst nichts. Wahrlich, wahrlich, sage Ich euch, niemals wird eure Wirksamkeit, auch wenn ihr glaubt, noch so viel getan zu haben, für euer eigenes Seelenheil euch etwas nützen, noch viel weniger aber für das Seelenheil anderer, die Ich euch anvertraut habe.

Ihr alle aber, ihr Meine treuen Diener, die ihr es aufgefaßt, was der Zeit not tut, fahret fort mit dem tiefgläubigen Volk, Ich sage nicht mit dem Volke, nein, mit dem Völkchen, denn es sind nur gar wenige, und doch habe Ich schon bereits angefangen, in vielen das Glaubensflämmchen wieder anzufachen. Das sind diejenigen, die im Liebesbund stehen, jene Ordensgenossenschaften, die davon wissen und sich anschließen, jene Priester, die davon wissen und es zu verbreiten suchen und die Nutzanwendung daraus ziehen.

Seht, alle, die da vorgeben, gläubige Christen zu sein, solange sie aber nicht glauben, daß Ich das Glaubensleben erneuern will in jedem Meiner Kinder, werden sie nur halb und halb zu Mir stehen. Sie werden Mir heute ‚Hosianna‘ rufen und Mir entgegenkommen und morgen wieder ‚Hinweg mit Ihm, ans Kreuz mit Ihm!‘ Ihr habt Zeugnisse genug dafür, was Ich hier sage.

Darum sagt Meiner Dienerin N. einen herzlichen Gruß von Mir; sie sei diejenige, die sich wie eine Magd, eine Martha, wie eine Veronika und all die lieben Frauen, die Meine heilige Mutter begleiteten überall hin, wo Ich Meinen Fuß setzte, das Volk zu belehren, die sich anschließen soll an euch. Sagt ihr, was Ich ihr schon einmal sagen ließ, daß Ich zwar nicht Wunder wirke plötzlich und auffallend, wie dieses früher geschehen mußte, wo Ich Meine Kirche gründen mußte, daß Ich ihr aber verspreche, sobald sie sich allmählich losmachen wird von allzu großer Anhänglichkeit an den Kot und Staub der Welt, mit dieser Losschälung Hand in Hand geht das Aufblühen ihres Geistes und damit das Aufblühen aber auch ihre Gesundheit. Sie wird es noch dahinbringen, daß sie mit euch wandert, wohin Ich euch schicke; aber, Meine liebe Freundin, das kostet noch einen gewaltigen Schritt. Siehe, wen Ich aber erfasse, und wen die Liebe zu Mir erfaßt, dem ist alles eine Kleinigkeit. Ich will vor allem hier in Mainz das Glaubensleben erneuern, und da muß Ich tun, wie Ich getan habe zu der Zeit, als Ich auf Erden wandelte: Ich muß beim armen Volk anfangen und dazu diejenigen stellen, die Ich mit zeitlichen Gütern gesegnet habe, die aber Mir treu dienen wollen.

Siehst du, Meine Freundin, wie viel Gutes du schon gewirkt hier in Mainz. All die Männer, die der Andacht beiwohnen, sind schon gewonnen für Mich und Meine Sache. Sie sind die Sprößlinge, die ersten Keime, wodurch das Familienleben hier in der Stadt erneuert wird; denn die Männer, die dieser Andacht beiwohnen, sind gewonnen für Mich. Sie treten dann hinein in das öffentliche Leben, und wo sie hintreten, da schwindet der Unglaube, da reißen sie, ohne es zu merken, andere mit sich fort. Weil sie feststehen im Glauben, lassen sie sich durch den Unglauben anderer nicht mehr betören, was aber früher der Fall war. Dies alles kommt aber daher, weil man überall hört, wenn auch noch im stillen Flüstern, daß Ich Mich durch eines Meiner Kinder zeige, daß Ich wirklich und persönlich zu einer Meiner Dienerinnen komme, und dieses macht einen gewaltigen Eindruck auf eine Seele, die da noch einen Funken Glauben in sich trägt. Fürchte dich nicht, zu viel zu tun. Siehe, du hast ein gutes Herz. Ich habe es dir gegeben und bereitet, damit du Großes leisten sollst. Die Ängste und Zweifel, die du hast, und die dich gar zu kleinmütig machen, sollst du tragen mit Meiner kleinen Dienerin. Diese hat sie ja noch ebenfalls, doch nicht mehr so stark wie früher. Siehe, an ihr sollst du dich immer wieder halten, fest anklammern, sie wird dich mit hineinziehen. Aber auch du, Meine Dienerin, Frau N. und N., ihr sollt noch andere herbeiführen, denn Großes will Ich durch euch wirken.

Das Priestertum, das Ich nun einmal nicht anders gewinnen kann, als daß sie die Früchte sehen, die wachsen in Meinem lieben Gärtchen. Denn seht, Meine Kinder, ihr seid der Lustgarten, in dem Ich wandeln will, und diejenigen, die Ich da hinein verpflanzt, sind all die lieblichen Blumen und Gewächse, die darin emporsprossen. Es sind jene frommen Priester, die da glauben, daß Ich die Macht besitze wie im zwölften, wie im dreizehnten und vierzehnten Jahrhundert, daß Ich durch einige Seelen das Glaubensleben wieder erneuern will; sie sind die Eichbäume in Meinem Liebesgärtchen, in Meinem Lustgärtchen.

Jene Familienväter und Mütter, die da glauben, daß Ich mit euch verkehre, und die danach das Familienleben ausrichten, sie sind die Blumen, vielmehr die Gewächse, die Sträucher, unter deren Schatten die Kinder ruhen und ihre Kinder für Mich gewinnen. Jene Jungfrauen, die da sich anschließen und da aufsprossen in diesem Meinem Lustgärtchen, sie sind die wunderschönen Blumen, an denen Mein Herz sich erfreut, aber auch das Herz Meines Vaters und des Heiligen Geistes, und von Tag zu Tag sich schöner entfalten diese Blümchen, und die Heilige Dreifaltigkeit sie immer mehr für Sich in Anspruch nimmt. Darum werden auch durch diesen Lustgarten, in dem die Seelen aufwachsen, allerlei heroische Tugenden geübt werden, so daß das Priestertum nicht anders sagen kann als: Ja, das ist Gottes Sache hier, hier wirkt Gottes Finger. Der Umbau des Klosters muß und soll befördert werden.

Seht, Meine Kinder, andere Häuser wurden errichtet, wie das Haus der Göttlichen Vorsehung der Schwestern von der Vorsehung, das Marienstift, und viele schöne Werke sind schon hier in Mainz errichtet worden, wie die Waisenanstalten für arme Kinder. Alles dieses wird aber mehr durch Wohltaten Meiner Diener, Meiner Priester, und anderer großherziger Seelen gewirkt und gestiftet, aber dieses Werk hier, der armen Kapuziner, soll und bleibt nur das Arbeitsfeld frommer, treuer Seelen. Da ist kein Bischof, der sich einmischt, der große Spenden dazu gibt, da ist auch kein reicher Mann, der eine Stiftung macht, weil die Männer am allerwenigsten Hilfe suchen bei den Kapuzinern. Die Frauenwelt, die arme, tiefgedrückte Frauenwelt, die noch an einen Gott glaubt, und fromme Jungfrauen, die ihr Leben Mir geweiht, wenn sie sich auch nur heiligen zwischen den vier Wänden ihres Zimmers, die nicht in einem Kloster stehen, die aber leuchten sollen durch ein stilles Tugendleben in der Welt, diesen habe Ich es vorbehalten, diesen Bau zu befördern. Denn viel Gutes soll in späteren Zeiten, wo Meine Kirche wieder aufblüht hier in Mainz, wieder auf den Leuchter gestellt sein wird, durch dieses Kloster gewirkt werden. Und nun singt Mir zum Lobpreis das Te Deum.“

Barbara: „O Herr! N. würde gern eine Priesterstiftung machen und hängt ihr Herz daran, Dir dadurch alle acht Jahre einen Priester zuführen zu können. Wenn Dir dies aber lieber ist, so würde sie ihren Willen gern dem Deinen unterwerfen.“

Jesus: „Es ist jetzt Mein Wille so. Wirkt einmal recht darauf hin, daß dieses Werk fertig wird, weil es gilt, sein Licht jetzt leuchten zu lassen, damit die Menschen es sehen und den Vater preisen, Der im Himmel ist. Meine lieben Kinder, anders kann Ich Meine Diener nicht gewinnen für Meine Sache. Im stillen wirken, wie das hier der Fall ist, gilt nichts bei ihnen. Sie wollen Früchte sehen.

Darum schart euch zusammen, stellt euch zusammen, Mann an Mann, Kopf an Kopf, ihr, die ihr Meinen Lustgarten ausmacht und freut euch, Meinen Auftrag besorgen zu dürfen. Gewinnt recht viele Seelen, auch unter der besseren Klasse der Reichen, wie deine Verwandten, die Frau J., W.N., S.N., die Ich auch schon einmal genannt habe, damit ihr recht viele Verdemütigungen für Mich erlangen könnt, aber auch recht viele Opfergaben. Wenn ihr eine Verdemütigung habt, dann wendet euch um und sagt: ‚Das war für mich, jetzt gebt mir etwas für den lieben Heiland.‘ Geniert euch nicht und fürchtet euch nicht.“

Bei der letzten Wallfahrt nach Mainz-Gustavsburg, die wir alle Samstage machen, überfiel Barbara plötzlich die himmlische Gewalt, und sie sah mit ihren Geistesaugen unsere himmlischen Freundinnen, wie sie uns begleiteten in einem Strahlenglanz.

307 Am 12. August 1899

Bei der heutigen Wallfahrt sagte die liebe Mutter Gottes, daß unsere heiligen Engel jeden Schritt und Tritt, jedes Schweißtröpfchen, allen Spott und Hohn sammeln, damit es für uns aufbewahrt bleibe. Auch sagte Sie, wir sollten noch in die Andacht zu Ehren der heiligen Klara gehen. Dort würden wir noch etwas erfahren. Dort sagte der liebe Heiland, wir sollten der Oberin von N. zu ihrer am heutigen Tage stattgefundenen Neuwahl zur Priorin gratulieren.

Weil der Beichtvater von Barbara gepredigt, es gebe Personen, die der Teufel noch im Sterben durch falsche Erscheinungen versuche; er erscheine ihnen in Gestalt des Herrn und Seiner heiligen Mutter, nur, um sie hoffärtig zu machen, ängstigte Barbara sich anderen Tages sehr. Die liebe Mutter Gottes aber tröstete sie sehr, und sagte:

Maria: „Geh hin zu deinem Beichtvater und sage ihm, er möge sein Wort zurücknehmen, denn damit hat er Meine Macht geschmälert. Ob er denn glaube, daß bei einer Seele, die ihr ganzes Leben Gott nach Kräften gedient habe, die Macht des Teufels stärker sei als Mein mütterlicher Beistand.“

Bei der folgenden Wallfahrt nach Mainz-Gustavsburg, als wir der lieben Mutter Gottes das Lied sangen „Gegrüßet seist du Königin“, mit dem Refrain „Freut euch ihr Cherubim“, sah Barbara sofort die Scharen der Engel herbeieilen und mit uns einstimmen. Einer von ihnen trat hervor und schlug den Takt dazu und eiferte die anderen an. Als wir später der lieben Mutter Gottes das „Gegrüßet seist Du, Maria“ sangen, da zeigte Sie Sich Barbara, und sie fiel in Ekstase, und die liebe Mutter Gottes sagte:

Maria: „Meine lieben Kinder! Ich segne euch im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Ich bitte euch, kommt doch recht oft hierher an diesen heiligen Gnadenort, Ich will es so annehmen, als ob ihr nach Lourdes wallfahren würdet. Singet Mir jedesmal dieses Lied und leistet Mir Sühne und Abbitte für die viele Schmach und Lästerung, die Mir angetan wird von eurem Geschlecht. Ihr sollt Mich ehren für diejenigen, die Mich verachten. Fürchtet nichts, Ich werde euch unter Meinen mütterlichen Schutzmantel nehmen, und es wird euch nichts zustoßen.

Grüßet Mir herzlich alle Meine Kinder, und trachtet, daß euer Häuflein sich mehre.“

308 Zweiter Freitag im August 1899

„Wenn ihr Mir dient, wie Ich will, dann lohne Ich es, wie ihr wollt. Dient ihr Mir aber, wie ihr wollt, dann lohne Ich es euch, wie Ich will.“

Lied: Aus Lieb verwundter Jesu mein ...

Barbara: „O mein Gott! Alle meine Sünden sind mir leid und reuen mich, weil ich dadurch Dich, das höchste Gut, beleidigt habe. Ich hasse und verabscheue alle meine Sünden und nehme mir ernstlich vor, Dich nicht mehr zu beleidigen, ja, jeden Gedanken und jede Gelegenheit sorgfältig zu meiden, Die Dich beleidigen könnten. Gib mir, o Herr, Deine Gnade dazu. O mein Jesus! Verzeih mir, ich habe Dir nicht gedient diese Woche, ich war so ungeduldig manchmal. Ich habe mich so geärgert über meine Umgebung. O verzeih mir! Gelt, Du magst nichts von mir wissen, weil ich so böse bin? Gelobt sei Jesus Christus!“

Jesus: „Meine Kinder! Zu einer Zeit, wie heute, zu kommen, ist ein Zeichen der großen Güte und Barmherzigkeit eines Gottes. Denn Meine Kleine ist gar nicht gewillt, Mich heute zu empfangen. Sie glaubt, Ich sei auch wie sie, so unbeständig, so veränderlich. Du mußt aber wissen, daß Ich die Eigenschaft der Unveränderlichkeit, nebst vielen anderen Eigenschaften, an Mir habe. Ich bin und bleibe ewig Derselbe, ewig Derselbe gute, wahrhafte und getreue Gott, Der nicht immer gleich zürnt und nicht immer gleich straft, wie es die Menschen tun würden, wenn sie beleidigt worden sind. Allen zum Trost, die mit euch verkehren, und die es lesen: Niemals werde Ich den Baum ausreißen, wo er eingepflanzt ist, sondern Ich werde ihn stehen lassen, düngen und umgraben, damit die Feuchtigkeit eindringen kann. Versteht ihr Mich?

Niemals verlange Ich, daß die Seele, die Ich Mir erwählt habe, da beten soll, wo sie zu arbeiten hat. Jeder Mensch hat seine Berufsund seine Standespflichten; diese muß er erfüllen. Weil Ich aber wünsche, daß das Gebetsleben gehoben und gepflegt wird, und daß es viele treue Kinder gebe in der katholischen Kirche, die Mich mehr als in jedem anderen Jahrhundert anbeten, Mich vor allem erkennen und lieben, darum verlange Ich, daß der jungfräuliche Stand mehr gehoben und gepflegt wird, weil eine Jungfrau mehr sorgen muß und kann und soll für das, was des Herrn ist, während eine Verheiratete sorgen muß, ihrem Mann zu gefallen, damit der Friede in der Familie nicht gestört wird.

Wenn Ich nun das Gebetsleben befördern will, weil so viele Menschen verlorengehen durch Satans List, durch die vielen Helfershelfer Satans, und die Gnade in den Menschenherzen durch die vielen Verführungen immer mehr gehindert und hinausgedrängt wird aus den Herzen der Kinder der Kirche, darum muß es auf der anderen Seite wieder Kinder geben, die das Vaterherz Gottes bestürmen und ihm Gewalt antun, damit Er die Ungerechtigkeit Seiner Kinder vergißt und manchmal etwas übersieht. Seht, Meine Kinder, wie viele Menschen leben in den Tag hinein bis zum Ende ihres Lebens, spotten und verhöhnen die Gerechtigkeit Gottes. Nun kommt dieser arme Mensch auf das Sterbebett, und die ganze Hölle setzt alle Hebel in Bewegung, weil sie glaubt, diese Seele gehöre jetzt ihr.

Da tritt nun eine Seele vor Meinen Vater hin. Mit innigem Gebet bestürmt diese das Vaterherz Gottes, und in dem Moment des Todes, wo die Hölle schon ihren Schlund öffnet und die Seele, weil sie ihr gedient, verschlingen will, vergißt Mein Vater das ganze Unrecht der Seele, vor lauter Eifersucht, möchte Ich sagen, weil die ganze Hölle schon bereit ist, die Seele in Empfang zu nehmen, und um des Gebetes jener Gerechten willen auf Erden, die Ihn gerade in dem Augenblick drängen und Ihm sagen: „Siehe, Vater, für die Sünder setze ich mich ein; für die Sünder will ich diese Wallfahrt machen; für die Sünder will ich mir diese Abtötung auferlegen; für die Sünder will ich mein ganzes Leben mich für einen Narren, für einen Toren, für einen Wahnsinnigen behandeln lassen, vergißt Mein Vater das Unrecht dieser Seele und schenkt Gnade dieser Seele, schenkt Barmherzigkeit dieser Seele, und sie ist gerettet, Meine Kinder, gerettet für die ganze Ewigkeit!

Glaubt ihr nun wohl, daß Ich Mich da zurückdrängen lasse, wenn du mal böse geworden bist? Ich habe es wohl gesehen, und dein heiliger Engel auch. Ich schaue aber auf den Hintergrund, auf das Hinterhäkelchen bei dir. Ich weiß wohl, warum du jagst und treibst, weil du dann wieder andere Tage Mir schenken willst. Ja, Meine Kinder, so ist es; allen, die es lesen zum Vorbild und zum Trost, nicht zur Strafe und zur Warnung. Nein, nein, Ich zürne nicht, Ich vergesse die Fehler, die der Mensch aus Schwachheit begeht, sie sind schon wieder verziehen, wenn er nur im Herzen sich wieder zurechtfindet. Ich habe gesehen, wie du deiner Anna (mit der Barbara unwillig geworden) wieder zureden wolltest, wenn du es auch nicht ausgeführt, und du wolltest sie um Verzeihung bitten, während es hätte umgekehrt sein sollen. O wie wird sie es bereuen, daß sie Meine Gnade mit Füßen tritt. Aber werdet nicht irre, muß Ich ja mit allen Menschen Nachsicht haben. Ich habe dem Menschen den freien Willen gegeben. Wenn er nur noch Meine Gebote hält, dann mag er den anderen Weg gehen, der ihm viel mehr Kreuz eintragen wird, mag er dann jenes Kreuz tragen. Wenn er das Hölzchen verwirft, muß er den Balken auf sich nehmen. (Ist tatsächlich eingetroffen nach ihrem eigenen Eingeständnis.)

Aber Ich fahre fort, Meine Kinder! Da Ich nun wünsche, daß das Gebetsleben gepflegt und gehoben wird, weil auf keinem anderen Weg die Kirche siegen kann und zum Sieg gebracht werden kann, so muß Ich anfangen und viele Jungfrauen erziehen, denn der jungfräuliche Stand hat das Vorrecht, daß niemand über ihn zu gebieten hat. Er hat keinen Ehegatten, und wenn Vater und Mutter ihm weggerissen sind, steht er nicht mehr unter dem Gehorsam, also er steht frei und kann seinen Willen gebrauchen, wie er will, wenn er nicht gerade Dienstbote ist. So habe Ich dich neben die Familie gestellt. Du stehst in der Familie, aber doch neben der Familie, du hast die Verpflichtung nicht wie ein Dienstbote, obwohl du arbeitest und arbeiten mußt, um dein Brot zu verdienen. So will Ich aber, daß es viele Jungfrauen gebe in der Welt.

Ja, Ich wünschte, daß in jede Familie Ich eine Jungfrau hineinstellen könnte, die da das Unrecht der anderen auf sich nehme, die die Fehler und Sünden, die in der Familie begangen werden, wieder büßt; denn dadurch, daß eine solche Seele sich hie und da losreißt und nur Mich allein sucht, obwohl sie auch ihre Fehler hat, betet sie aber doch auch wieder viel, viel für die übrigen Geschwister, auch für die, die verheiratet sind, und die hie und da auf große Abwege und Irrwege geraten in ihrem Ehestand. Wer ist es nun, die noch betet für die Familien, die in der Welt verzweigt sind?

Wenn ein Stamm sieben Äste hat, und diese werden nach allen Gegenden hin zerstreut, und es hat jeder Ast wieder seinen eigenen Stamm gegründet, wo ist da noch eine Verbindung in der Familie? Wenn man sich auch hie und da noch gegenseitig das Leid klagt, das eine Mitglied dem anderen seine Not klagt, so hat jede Familie so viel Kreuz für sich mit den eigenen Angehörigen zu tragen, daß man an ein Beten nicht mehr denkt. Da steht nun aber in dieser verzweigten Familie eine Jungfrau, ein Priester oder Ordensmann. Ja, dieser allein hat noch Herz für die ganze verzweigte Familie, die in der Welt zerstreut ist, und diese Jungfrau setzt sich ein für all die in der Welt zerstreuten Kinder und Kindeskinder, solange sie lebt.

Warum soll ich da die Fehler einer solchen Jungfrau so gar hoch anschlagen, die sich doch nur einsetzt für andere, und wie töricht ist es, zu schimpfen und zu schmähen über solche Seelen. Seht, ihr Weltenkinder, die ihr so schmäht über den jungfräulichen Stand, wenn wirklich eine solche Seele nur schafft für die Welt, so schafft sie nur für euch, wenn sie nur gewinnen will und sich nicht losreißen kann von der Erdscholle, solltet ihr sie nicht schmähen, da sie ja alles, was sie gewinnt, für euch erspart und zurückläßt. Ich will dies nur annehmen, weil man immer schimpft über den jungfräulichen Stand.

Eine andere Seele aber, die versteht, was des Herrn ist, und daß sie Ihn zum Bräutigam hat, diese erkennt auch die ganze Größe ihres Standes, ihres ganzen Berufes. Sie weiß, daß sie dasteht, um die ganze Familie zu retten. Sie setzt sich ein für das ganze Menschengeschlecht, und diese Jungfrauen seid ihr. Diese Jungfrauen sind alle, die Mir dienen in den Klöstern, sie setzen sich nicht nur ein für die Familie, der sie angehören, sondern auch für das ganze Menschengeschlecht, seien es solche, die in den Spitälern ihren Beruf ausfüllen, in den Schulen, oder die ganz und gar sich zurückgezogen in die Höhle Meiner Dienerin Maria Magdalena, wie dieses Meine Kinder von der heiligen Theresia, die Kapuzinerinnen von der Ewigen Anbetung, und all die verschiedenen beschaulichen Orden tun. Diese sind es, die Meinem Vater Gewalt antun, und durch welche so viele Seelen noch gerettet werden am Rand des Grabes.

Ich habe es schon einmal gesagt, daß ihr es zu eurer Lebensaufgabe machen sollt, zu beten für die Sterbenden. O sagt es Meinen Dienerinnen, die mit euch in Verbindung getreten sind, alle Tage zu beten für die Sterbenden. Über all die Kleinigkeiten, die sie so viel und so hart niederdrücken, sollen sie hinweggehen, denn in Meinen Augen ist alles nur eine Kleinigkeit, was das arme Herz bedrückt. Übergebt doch Mir eure Sorgen und tut, was Ich euch sage. Erfüllt Meinen Willen, denn alles ist Mir eine Kleinigkeit, was euch bedrückt. Wenn ihr Mir dient, wie Ich will, dann lohne Ich es, wie ihr wollt. Dient ihr Mir aber wie ihr wollt, dann lohne Ich es euch wie Ich will. Ihr Priester könnt Mir keine größere Freude machen und nichts Herrlicheres, Besseres schaffen in der Christenheit, als wenn ihr es dahinbringt, daß recht viele jungfräuliche Seelen gebildet werden, die sich einsetzen für andere. Habt doch keine Angst, daß dieses nur Streitigkeiten in die Familie bringe. Vieles ist erlogen und ersonnen durch die Bosheit der Menschen. Habt aber auch keine Angst, wenn eine neue Klosterstiftung gemacht werden soll, daß da die Hindernisse nicht zu übersteigen sind. Fangt nur an, alles ist Mir eine Kleinigkeit. Wenn der rechte Zeitpunkt gekommen ist, wenn alle die Fehler abgebüßt sind, dann werdet ihr mit einemmal euren Wunsch erfüllt sehen und alle eure Mühe belohnt sein. Ihr Geschöpfe habt allzuwenig Geduld. Alles soll da, wie es ausgedacht, wie es geplant ist, schon fertig dastehen. Geduld müßt ihr haben, Meine Kinder, große Geduld. Wenn hie und da eine Seele, die Ich Mir erwählt, der Ich alle Anlagen zum jungfräulichen Stand gegeben, Mir doch wieder entspringt, dann müßt ihr nicht irre werden.

Seht, wenn Satan Meine Mutter anfocht, wenn Satan gar Mich anfocht, glaubt ihr wohl, daß er den übrigen Menschen nicht zurede mit der gleichen Sinnlichkeit, voraus, daß er die schwache Seite am Menschen nicht ausnützt? O ja, überall! Er geht sogar hinein in die Klostermauern. Aber dieses ist kein Grund, den jungfräulichen Stand zu tadeln, weil so viele noch heiraten, obwohl sie schon im Alter vorgerückt sind. Der Ehestand ist ein heiliger Stand, und Ich brauche ihn und habe ihn geschaffen zur Fortpflanzung des Menschengeschlechtes, und weil er bestimmt ist, den Himmel zu bevölkern. Es gibt viele und muß viele heilige Eheleute geben, und es gibt auch recht viele heilige Eheleute. Aber, daß der jungfräuliche Stand hoch erhaben über dem Ehestand steht, könnt ihr daran erkennen, daß der Sohn Gottes nicht eher in die Welt eintreten konnte, bis Er eine Jungfrau fand, die durch ein Gelübde Sich schon in Ihrem dritten Jahr den jungfräulichen Stand gelobte, bis Er einen Nährvater fand, der jungfräulich leben wollte.

Darum sagt Meiner Dienerin, Schwester M. v. J., einen herzlichen Gruß; sie soll nicht so ängstlich sein, ob Ich mit ihr zufrieden sei. Sie soll das, was ihr jetzt abgeht an vertrautem Umgang mit Mir durch Großmut ersetzen. Sie soll mit recht gläubigem Herzen annehmen, was Ich jetzt durch dich ihr sage. Ich bin mit ihr deswegen doch nicht unzufrieden, auch wenn sie sich nicht mehr hingeben kann; denn es sind die Sorgen und Lasten, die sie auf den Schultern trägt, und die Schwachheit ihrer Gesundheit, weil Seele und Leib verbunden sind. Ich will deswegen nicht, daß eine Seele, mit der Ich innig verkehre, die Meine Stimme und Meine Sprache verstehen soll, streng faste, Strengheiten übe, wodurch ihre Geisteskräfte sehr geschwächt werden, denn der arme Mensch ist ja aus Fleisch und Blut, aus Leib und Seele zusammengesetzt. Sie soll mit aller Entschiedenheit dazu beitragen, und sie alle, die in diesen Mauern wohnen, um die geistliche Obrigkeit dahin zu bringen, daß sie in Verbindung mit ihnen eine neue Stiftung mache, und zwar dort in dem Ort, wo Schwester Al. es wünscht.

Und du, Meine Tochter, sage deiner Verwandten, die Ich mit zeitlichen Gütern so gesegnet, daß ihre Verwandten in Hülle und Fülle zu leben haben und noch nebenbei viel Gutes stiften könnten, wenn sie nur wollten, daß deswegen aber diese Jungfrau sich nicht soll einnehmen lassen von ihren reichen Geschwistern. Sie soll sich anschließen an dich. Sie wird sehen, welcher Lohn ihrer schon hier auf Erden wartet.

Denn sie gehört ja, wenn sie es tut, wenn sie Meine Worte beachtet, zu den klugen Jungfrauen, die ihre Lampen mit Öl füllen. Sie soll bedenken, daß die zeitlichen Güter, die Ich ihr geschenkt, Rost und Moder sind, der verwest und verwelkt; jetzt aber kann sie diese umsetzen, umtauschen für bares Geld, für bare Münze, für lebendige Münzen. Denn, wenn sie mit ihrem Geld, das einstens doch verstiebt in der Luft, eine Klosterstiftung macht, dann hat sie so viele lebendige Abbilder Jesu Christi, Töchter Meiner treuen Dienerin Theresia, geschaffen, wie in dieses Kloster eintreten werden.

Nicht wahr, man weiß nicht, daß bereits alle die Ordensstifter und Stifterinnen so große Heilige geworden sind. Ja, Meine Kinder, deswegen, weil in den Orden sich dann viele andere heiligten, und die Verdienste all der Kinder, die in späteren Zeiten, ja, in vielen Jahrhunderten nach dem Tode dieser Ordensstifter sich noch heiligen in diesem Orden, all denjenigen zukommen, die den Orden gestiftet haben. All die Verdienste weiß Ich ja schon bis hinaus durch die ganze Ewigkeit hindurch, die ein Mensch sich verdient und erwirbt, der da ein neues Heim wieder gründet, wo wieder Seelen sich heiligen können.

Seht, Meine Kinder, die Bedeutung des jungfräulichen Standes. Durch ihn allein will Ich die Welt retten. Durch den jungfräulichen Stand soll Meine Kirche wieder zur Blüte gebracht werden. Habt keinen Neid, schauet nicht mit neidischem Blick auf Meine Worte hin, ihr Eheleute, wisset, daß ihr alle dazu beitragen sollt, ihr seid ja die Werkzeuge des jungfräulichen Standes.

Ihr, die ihr diese Worte lest, wirkt doch in euren Kindern auf den jungfräulichen Stand hin. Sagt euren Kindern, welch hoher Schatz die Jungfrau ist in den Augen Gottes, welches Kleinod in den Augen der Engel.“

Barbara: „O Herr, ich bitte Dich um ein Geschenk zum Feste von N.“

Jesus: „Mein Geschenk ist, daß sie sich etwas verdienen kann, einen Edelstein schenke Ich ihr. Ihr wißt, Meine Kinder, daß Ich bar auszahle. Ich bin ein guter Zahlmeister. Ich zahle nichts aus mit Gold und Silber, wohl aber mit Edelsteinen, etwas für die Krone. Darum werdet nur nicht irre, wenn ihr alles getan, und es scheint, als sei alles nichts, was ihr getan. Wenn ihr also euch recht abmüht in der Arbeit und werdet manchmal unwillig, dann seid ihr verdrießlich, weil ihr glaubt, als sei alles verloren. Ich schaue aber schon auf den Hintergrund, weil nur allein die Absicht das Werk heiligt, wenn auch da mal ein übereilter Fehler vorkommt.

Ebenso, wenn ihr eure Aufgabe erfüllt, eure Wallfahrten macht, und ihr nichts als Spott und Hohn erntet von denjenigen, die euch 79 sehen, und wenn ihr in die Wohnung zurückkommt, besonders du Barbara, dann ist es, als hättet ihr einen Spaziergang gemacht, euch wohlgetan.

Seht, dies sind die Edelsteine, setzt sie nur sofort um in eure Krone. Tut, was Ich von euch verlange. Ihr seid Jungfrauen. Wenn du in der Familie bist, da heißt es zu arbeiten und fleißig zu sein, und deine Schwägerin soll dir aber auch nicht so böse sein, wenn du hie und da etwas nach deinem Willen tust, weil es auch zum Besten für sie gemeint ist. Sie soll dir aber auch nicht böse sein, wenn du Meinen Willen tust, wenn Ich dich antreibe und dir sage: ‚Tue dieses!’

Denn wißt, hinausziehen in die freie Gottesnatur, unaufhörlich singend und betend durch die Fluren ziehen, da geht das arme Menschenherz wieder auf, es denkt an Seinen Schöpfer, und wird Mir mehr Ehre geleistet, als wenn man zu Hause bleibt und den Andachten beiwohnt, weil die Seele mehr gesammelt ist durch die Abtötungen, die damit verbunden sind. Da ist keine Bequemlichkeit dabei, da ist auch viel Abtötung mit verbunden, und dieses ist alles dazu gerechnet, alle die Schritte, die Schweißtropfen werden von Meinen heiligen Engeln gezählt und aufbewahrt für andere, anderen dadurch Gnaden zugewendet, und dieses ist die Aufgabe einer Jungfrau, daß sie sich einsetzt für andere. Und wer sich beteiligt, kann nicht verlieren, sondern nur gewinnen.

Siehe, wenn deine Schwester mitzieht, oder eine andere Ehefrau, und sich Tags vorher ihre Arbeit schon zurechtmacht, sich eine Stunde länger abmüht, vielleicht einen sonstigen Spaziergang versagt und sich anschließt an euch, dann kann sie nur gewinnen für die Familie und niemals verlieren. Der Segen kommt dem Mann und den Kindern zugute. Man muß nur die rechte Art und Weise wissen. Es gibt Männer, die gar unzufrieden sind, wenn die Frau fromm ist. Dies ist aber nur die Leidenschaft des Mannes, der da das arme Weib quälen will. Für dich aber, du Ehefrau, ist dieses großes Verdienst, und du sollst dadurch die Fehler des Mannes wieder büßen. Auch du hast deine Fehler und Schwachheiten, und der Mann muß mit dir Geduld haben. Darum mußt du schweigen, wenn du Vorwürfe gemacht bekommst von deinem Mann, wegen eines guten Werkes, weil du damit die Fehler abbüßest, die du manchmal deinem Mann gegenüber begangen hast, und die er mit dir ertragen muß.

Seht, so soll alles Hand in Hand gehen im Liebesbund. Alle können sich heiligen, die es wissen und lesen. Die Eheleute, welchen Beitrag können sie tun in ihren Kindern, wenn sie recht darauf hinarbeiten, daß eines ihrer Kinder sich dem jungfräulichen Stand widmet; erstens durch inniges, anhaltendes Gebet, durch ein gutes Beispiel und besonders, daß sie nicht allzusehr der Sinnlichkeit sich hingeben, ein möglichst abgetötetes Leben führen, damit Satan sie nicht allzusehr plagt mit der Sinnlichkeit. Ein abgetötetes Leben führen alle diejenigen, die recht gern und willig die schweren Standespflichten erfüllen, die gern und willig die harten Arbeiten verrichten, die der Ehestand mit sich bringt; denn der Vater hat seinen Beruf in der Werkstätte oder auf dem Felde. Wie viele Schweißtropfen fließen da von seiner Stirn.

Wenn er nun diese Tag für Tag Mir aufopfert als Buße für seine Sünden und für die gute Erziehung seiner Kinder, glaubt ihr wohl, daß Ich seinen Wunsch nicht erfüllen werde? Das sind lauter Abtötungen, die Mir ebenso lieb sind wie jene, die der Einsiedler verrichtet, der Klostermann und die Ordensfrau. Einmütig müßt ihr zusammenwirken, Priester und Laien, Ordensleute und die in der Welt lebenden Christen zu einem Bund, damit das Gebetsleben gehoben und gepflegt wird, und nicht schämen soll sich der Christ seines Glaubens. Deswegen verlange Ich von euch, daß ihr barfuß geht, solange die Witterung es erlaubt, wenn Ich euch zu Wallfahrten schicke, nichts anderes, als ein offenes, freies Bekenntnis eures Glaubens. Und wenn alle Meine Diener euch entgegentreten werden, Ich gebiete es euch, und ihr habt Mir zu folgen, weil Mein Geist weht, wo Er will und wie Er will, und diesem Geist hat niemand zu gebieten, denn Ich bin es, Der die Herzen lenkt und leitet, und Meinen Dienern habe Ich die Bindeund Lösegewalt gegeben. Ja, aber die Herzen der Menschen gehören Mir, die Seele des Menschen ist Mein, und wenn Mein Geist Sich mit der Seele verbindet, dann lasse Ich Mir dieses nicht verbieten, von keinem Meiner Diener.

Und es ist noch nicht gehört worden, seitdem Ich Meine Kirche gestiftet, daß man einer Seele, die mit Mir verbunden ist, durch die Ich rede, der Ich Meinen Geist mitteile, daß man ihr diesen Meinen Geist wieder entreißen möchte. Deswegen führe Ich Meinen Diener wieder hinweg, deswegen hat sein Wirkungskreis keinen Segen hier in der Stadt Mainz. Besser hätte er getan, nicht auf diejenigen gehört zu haben, die ihm zugeflüstert. Da es aber nun geschehen ist, soll er wissen, daß Ich Mir nichts gebieten lasse. Wenn es Zeit ist, nehme Ich entweder den einen ganz von der Erde hinweg, Ich lasse jedem Menschen seinen freien Willen, oder Ich führe ihn an einen anderen Ort.

Es ist wahr, daß es wegen der Schwachheit der Menschen kein Glaubenssatz ist, wenn Ich Mich durch einen Menschen offenbare. Gut ist es aber von jeher gewesen, wenn diejenigen, an die Ich Meine Stimme ergehen ließ, dieser Stimme Folge leisteten; denn nie hat es jemals einem Menschen geschadet, sondern nur genützt. Man muß den Baum an der Frucht erkennen. Wenn Ich verlangen würde, daß alle diejenigen, die Mir treu dienen, und die liebsten Kinder Meines Herzens sein sollen, hinausgehen sollten auf die Tanzböden, in die Theater hinein und sich ein vergnügtes, lustiges Leben machen, alle Tage an guter Tafel speisen, sich viele Reichtümer zusammenscharren, dann könnte man sagen: ‚Ja, dieses ist eine falsche Lehre, hinaus mit diesem.‘ Solange Ich aber das Gegenteil verlange von einer Seele und durch eine Seele, da Ich nur die Mittel zur Heiligung angebe, da Ich nur trösten, heiligen, warnen und belehren will, wer kann Mir da noch gebieten? Ja, ja, fahret fort, Meine Diener, zu tun nach eurem eigenen Gutdünken!

Solange ihr nicht nach Meinem Geiste handelt, wie Ich euch sage, wird die Welt nicht gerettet werden, wird es nicht besser werden in der Welt. Seinen Glauben offen und frei bekennen und nicht die Angst haben, man würde in liberalen Blättern über solche nur spotten, die da offen und frei sich zur katholischen Kirche bekennen. Die Liberalisten und die Sozialisten spotten über euch, ob ihr so sagt oder so, ob ihr Heilige zieht oder lauter Teufel.“

Barbara: „O Herr, die Schwestern möchten so gerne wissen, ob sie eine neue Stiftung machen sollen.“

Jesus: „Ich habe es ja gesagt, sie sollen kein Hindernis scheuen und darauf hinarbeiten bei all den Verwandten, die die Mittel besitzen, daß eine solche Stiftung gemacht werden kann. Dem Mädchen, das so unentschlossen ist, soll sie zureden.“

Dann kam die heilige Theresia und sagte:

Theresia: „Sage nur meinen Töchtern, im Namen meines himmlischen Bräutigams ließ ich ihnen sagen, daß sie recht fleißig die Briefe lesen, die ich geschrieben an all die verschiedenen Personen, an die in der Welt Lebenden. Daran können sie sehen, daß auch ich mich mit der Welt verband, daß ich, obschon ich das beschauliche Leben übte und meinen Orden reformierte zu einem tiefbeschaulichen, daß es keinen zweiten tieferen gibt in der Welt, ich deswegen doch mich mit der Welt beschäftigte, um andere herbeizuführen, andere zu belehren, sie anzuziehen für unseren heiligen Orden. Es ist nicht in der heiligen Regel geboten, daß diejenigen, die im Ordensstand sind, in meinem Ordensstand sind, sich nicht mehr mit der Welt verbinden sollen, nicht mehr arbeiten sollen an ihren Verwandten. Nein, nein, meine Töchter!

Auch ich habe ja gearbeitet, daß unter meinen Verwandten mehrere dem Ordensstand sich widmeten. Glaubt ihr denn, das alles ging so glatt dahin? O wie mußte ich mich manchmal zurückdrängen lassen von manchem geistlichen Vorgesetzten und von den weltlichen Behörden. Wie wurde ich manchmal beschimpft und verspottet. Ja, mit wie vielen Hindernissen hatte ich zu kämpfen. Ja, das alles gehört dazu. Wir sind eben in der Welt, im Reiche der streitenden Kirche, und da gibt es Streit und muß gestritten werden, und alles Gute muß erstritten und erkämpft werden. Jetzt hört bei mir dieser Streit auf. Ich bin eingegangen in die triumphierende Kirche. Ich gehöre jetzt jener an, wo ich nur genieße, wo ich nicht mehr herbeiziehen kann. Ich kann nur die Fürsprachen, die an mich gerichtet werden, befördern helfen, indem ich dieses Gebet meiner Töchter unterstütze und die Gnadenwirkungen meines Gottes in einer Seele befördern helfe. Ja, das kann ich noch, aber kämpfen und streiten müßt ihr, die ihr noch der streitenden Kirche angehört.

Darum, meine Tochter, die du noch Verwandte hast, die mit zeitlichen Gütern gesegnet sind, bearbeite sie nur. Weißt du nicht, wie ich einer Tochter antwortete, die mich fragte, ob sie jene Person soll in ihren Orden aufnehmen, daß ich ihr schrieb, sie möge nur die Fehler übersehen an dieser Person, weil man zur neuen Klosterstiftung Mittel brauche.

Meine Töchter! Werdet nicht mutlos, wenn ihr euch so klein sehet, wenn ihr euch vorkommt, als übt ihr zu wenig Abtötung, als sei euer Gebet so schlecht, so armselig. Vor euch war eine, die das schönste Musterbild für euch ist, denn mehr wie sie hin- und herwankte und wackelte, wankt keine von euch. Darum Mut, meine Töchter! Hinweg mit der Griesgrämigkeit, hinweg mit dem vielen Quälen eines Beichtvaters, wenn ihr einen kleinen Fehler begangen habt. O ja, jeder Fehler ist in den Augen Gottes ein großes Mißfallen, voraus an eurer Seele. Seht, ich habe es erfleht von unserem Herrn, daß Er dieser Kleinen da, dieser Seiner Dienerin die Beschaffenheit eurer Seele zeigte, um euch aufzumuntern, um euch zu trösten. Seht, ich sagte zum Herrn: ‚Zeige meinen Töchtern, daß sie sich alle in der heiligmachenden Gnade befinden, um ihnen mehr Mut zu machen, damit der Kleinmut unter ihnen verschwinde.‘

Auf, meine Töchter, auf, mit freudigem Frohlocken eilt eurem Bräutigam entgegen, Tag für Tag, wenn auch der arme Körper, der schwerfällige Körper, euch abhält, dann müßt ihr nicht denken, es sei dieses schon ein großer Fehler. Der gute Wille und die Absicht heiligt alles; aber kein größeres und kein besseres Werk könnt ihr vollbringen, als wenn ihr die eine oder andere Stiftung noch fertigbringt, damit es Nachwuchs gebe, damit wieder andere angeeifert werden und so großmütig der Welt entsagen. Seht, es gehört dazu wirklich Großmut, und die Seele, die bei euch eintritt, ist ein besonderes Gnadenkind Gottes.

Aber die jetzige Zeit, die wirklich viele Heilige in sich birgt, das neunzehnte Jahrhundert hat viele gute Keime in sich stecken. Sie müssen nur herausgeleitet und herausgearbeitet werden aus dem armen Volk, und diese Keimchen müßt ihr durch euer Gebet befruchten und bewässern, durch inniges, anhaltendes, betrachtendes Gebet, damit die Eheleute in der Welt, die da die Keimchen hervorsprossen durch ihre Kinder, auch bereit sind, ihre Kinder dazu herzugeben zu Gebet, Sühne und Opfer. Am Feste Mariä Himmelfahrt sollt ihr noch mehr durch diese Dienerin Gottes erfahren von euren lieben Verstorbenen.“

Barbara: „Soll N. wegen ihrem Augenleiden Hilfe in W. suchen?“

Jesus: „Ja, man soll immer ärztliche Mittel gebrauchen, nur soll sie nicht allzu ängstlich sein, diese Seele, und sich mehr losmachen, mehr anschließen an Meine treuen Kinder. Ich würde ihr raten, einmal einen Besuch zu machen an einer großen Wallfahrtskirche oder sich einmal hierher zu begeben, um sich zu kräftigen. Sie hängt zu viel am Irdischen. Die Jungfrau soll wissen, was des Herrn ist und nicht allzu ängstlich sein. Ist es nicht genug, daß die Eheleute sorgen für die Welt und für die Kinder?“

309 Vigil von Mariä Himmelfahrt 1899

„Ja, Meine Kinder, es ist die Zeit gekommen, wo sich die Guten und Treuen zusammenscharen, wie noch nie seit aller Zeit.“

Barbara: „Ich danke Dir, o mein Jesus, für das unaussprechliche Glück, teilnehmen zu dürfen an der Freude, die Deine heilige Mutter beseelte, als Sie Dich zum ersten Mal wieder erblickte in der Ewigkeit. Ich danke Dir im Namen aller Menschen auf der Welt, ich danke Dir ganz besonders in Vereinigung mit allen heiligen und frommen Seelen auf Erden, die Dich anbeten und Deine heilige Mutter ehren und lieben, besonders aber in Vereinigung mit jenen, die Deine heilige Mutter nachahmen, die ganz besonders in Ihre Fußstapfen eintreten, besonders die Jungfrauen in der ganzen Welt, besonders auch die Klosterleute.

O daß sie recht in Deine Fußstapfen eintreten und ihren hohen, heiligen Beruf recht erkennen möchten. O ich bitte Dich ganz besonders für die jungfräulichen Seelen. O mache doch, daß es viele gibt, damit es recht viele fromme Beter gebe, damit viele könnten gerettet werden. Besonders grüße ich Dich in Vereinigung mit allen denen, die hier zugegen sind, besonders meinen Geschwistern und denen, die Du uns zugeführt. O gib mir doch die Sprache eines Seraphs, die Liebe Deiner heiligen Mutter, daß ich würdig Dein Lob verkünde.

Öffne, o Herr, meine Lippen, erleuchte meinen Verstand, damit ich meine Sünden erkennen und beweinen kann. Entzünde meinen Willen, damit ich diese heilige Stunde gut benutze, Deine Stimme höre und verstehe. Besonders bitte ich Dich um Verzeihung für alle Fehler, die ich wieder begangen. O wie armselig bin ich, wenn Du wieder fort bist. O verzeihe mir doch! O wie mußt Du doch Nachsicht haben. Wie sind wir doch, solange wir in diesem Körper wohnen, gleich wieder zum Fallen bereit. O verzeihe mir doch. Würde ich doch niemals mehr Dich beleidigen! O verzeihe mir im Hinblick auf Deine heilige Mutter. Es ist ja heute das große Freudenfest, wo Sie eingegangen ist in die Ewigkeit.“

Maria: „Recht so, Meine Kinder! Ich grüße euch im Namen Meines liebsten Sohnes und bin gekommen, euch einen Strahl jener Freude zukommen zu lassen, in euer Herz zu gießen und hinüberzuleiten, die Ich genossen, als Ich, von den neun Chören der heiligen Engel umgeben, zum ersten Mal Meinen Fuß über die Schwelle der himmlischen Stadt setzte. Glückliche Kinder eurer glücklichen Mutter!

Seht, ihr alle seid Meine Kinder, und Ich bin gekommen, euch ganz besonders unter Meinen Schutz zu nehmen, euch anzukünden, daß keines von euch Mir je wird entrissen werden, daß ihr standhaft bleiben werdet in all den Versuchungen, die Satan über euch verhängen wird, besonders du, Meine Kleine (eine Klosterkandidatin, die nach Afrika in die Mission geht), die du Meinen Namen trägst, die du von Meinem liebsten Sohn erwählt und bestimmt bist, Seine Braut zu werden. Du willst hinausziehen in ein fremdes Land.

Mein Kind, fürchte dich nicht, denn deine Mutter wird dich begleiten, unsichtbar, auf Schritt und Tritt. Wo du deinen Fuß hinsetzest, wird Sie mit dir sein. Du wirst Ihr viel Freude bereiten, weil du großmütig bist und dein Vaterland und deine Eltern verlassen willst und deine Geschwister, und willst Vater und Mutter in der Fremde suchen. Siehe, Ich will zukünftig deine Mutter sein; dein Vater ist Mein heiliger Bräutigam, der Nährvater Meines allerliebsten Sohnes.

Ziehe hin, Meine Tochter, und bringe Mir recht viele, viele Seelen vor den Thron Gottes. Fürchte dich nicht, wenn Satan dir zur Rechten und zur Linken nachstellt mit allerlei Versuchungen und Einflüsterungen. Hebe deinen Fuß auf und schreite über Schlangen und Krokodilen hinweg, deinen Blick nach oben gerichtet, und du wirst nicht straucheln, Meine Tochter! Siehe, dein heiliger Engel steht schon in Bereitschaft, die Krone dir entgegenzutragen, die du dereinstens tragen sollst durch die ganze, ganze lange Ewigkeit. Bist du zufrieden, Meine Tochter? Ich will dich unter Meinen Schutzmantel nehmen. Siehe, diesen kostbaren Mantel haben Mir Meine Kinder gewoben.

Mein Sohn hat dir heute abend schon den kostbaren Mantel gezeigt, den Ich trage in diesen Tagen. Siehe, es ist der Mantel, den die Kinder der katholischen Kirche Mir gewoben durch das eifrige Rosenkranzgebet; denn es wird in jetziger Zeit, in den letzten Jahren viel, viel mehr zu Meiner Ehre getan als früher. Und die schönen Blumen, die du hineingestickt gesehen, sind alle die vielen, unzähligen Jungfrauen, sowohl die in den Klöstern als auch die in der Welt, die Mir eine ganz besondere Freude bereiten und zur besonderen Zierde gereichen. Sie sind Mein Schmuck, mit dem Ich an diesem Tag ganz besonders geschmückt bin, weil Ich die Anführerin, der Grundstein bin aller dieser Jungfrauen. Denn von der Zeit an, als Ich unter dem Kreuz diesen Stand geboren, den jungfräulichen Stand, als Ich dem jungfräulichen Johannes zur Mutter übergeben war, ward Ich auch zur Mutter des ganzen Menschengeschlechtes, ganz besonders aber die Mutter der Jungfrauen, also die Mutter und Gebärerin aller jungfräulichen Seelen. Aus Mir ging hervor der jungfräuliche Stand, und alle Jungfrauen, die nach Mir kommen, sind ganz besonders Meine Kinder, und diejenigen, die Mir treu dienen, sind Meine erstgeborenen Kinder, sind die Erstlinge der Kirche, also auch die erstgeborenen Kinder der Kirche. Sie sind Meine Zierde und Meine Freude, und mit ihnen bin Ich geschmückt an dem Tage, wo Ich vermählt wurde mit Meinem himmlischen Bräutigam auf ewig, auf ewig.

Seht, und weil in den letzten Jahren viel getan wird, im Maimonat sowohl als auch im Oktober, das gläubige Volk herbeigeführt wird zu Meiner Verehrung, angetrieben durch das eifrige Gebet und das Zureden der Priester, darum viel mehr gesühnt und gebüßt wird als wie in früheren Jahren, denn Ich bin der Kanal aller Gnaden, durch welchen dem Menschengeschlecht alle Gnaden zugewendet werden, und je mehr Ich angerufen und verehrt werde, desto freigebiger ist Mein Sohn, weil Ich Ihn um so mehr bestürme, je mehr man Mich bestürmt.“

Barbara: „Ich danke Dir, meine liebe Mutter! Ich empfehle Dir nochmals alle Anliegen unserer Herzen. O Mutter, in all den Zweifeln und Ängsten, die mich überfallen, stehe mir bei. O wenn ich so bearbeitet werde, so vernichtet werde von meinen Vorgesetzten, wenn mir mein Beichtvater sagt, ich soll zurücktreten und den gewöhnlichen Weg gehen, also den süßen, vertrauten Umgang meines Jesus meiden, denn ich glaube, daß es mein Jesus ist, mein himmlischer Bräutigam und Du Seine heilige Mutter, Die mich in dieser heiligen Stunde besuchen und mit mir reden, dann bin ich sehr bestürzt, wenn er immer sagt, es sei der Teufel, und ich könne noch verlorengehen. O liebe Mutter, hilf mir, wenn noch eine Faser Stolz in mir ist. Sieh, ich will mich so lange beschimpfen lassen, von der Kanzel herab, und mich so demütig betragen, daß, wenn noch etwas Stolz in mir ist, es gewiß herauskommen muß. O hilf mir doch, daß ich ausharre, daß es meine Beichtväter herausbringen, ob es wahr ist, daß eine Seele stolz ist, die mit Gewalt streben will nach höherer Vollkommenheit. O liebe Mutter! Was soll ich tun? Soll ich sagen, was Du mir heute abend gesagt? O er glaubt mir nicht. Liebe Mutter, verschone mich! Du weißt, was er die letzten Tage zu mir gesagt, daß ich niemand etwas sagen darf. Bewahre meine Zunge, meine geliebte Mutter!“

Maria: „Nein, nein, du sollst es aber sagen, was Ich dir heute abend gesagt habe, denn Mein Sohn will das Volk retten. Es gibt eine Spaltung in der Menschheit. Es gibt jetzt nur noch zwei Klassen von Menschen, von Christen, das sind die Kalten und die Warmen, es gibt keine Mittelklasse mehr. Die Kalten, das sind alle diejenigen, die Gott und Meinen lieben Sohn schon verlassen und Mich ganz und gar vergessen haben, die Mich hinausgeworfen haben aus ihrem Herzen. Nach den Kalten kommen die Lauen, zwischen kalt und warm stehen die Lauen, und weil in jetziger Zeit, im neunzehnten Jahrhundert, die Gottlosigkeit, die Wasser des Unglaubens, die ganze Welt überschwemmen und darum auch alles mit sich fortreißen, und die Lauen, weil sie die großen Ärgernisse sehen und auf der anderen Seite das bequeme, leichte Leben, das man sich macht und die vielen Ansprüche, die da an das Leben herantreten, nehmen sie all dieses leichte Leben in sich auf und schließen sich an die Kalten an. Denn ein üppiges Leben, die Leichtlebigkeit nimmt der Mensch leichter auf als das strenge, aber süße Leben mit Gott, für Gott.

Darum, Meine Kinder, weil es jetzt eine große Spaltung gibt in der Menschheit, daß sich die Guten zusammenscharen müssen, müssen die rechten Mittel erfaßt und gepackt werden und sind schon gepackt. Ja, Meine Kinder, es ist die Zeit gekommen, wo sich die Guten und Treuen zusammenscharen, wie noch nie seit aller Zeit. Es entsteht gleichsam unter den guten, treuen Katholiken das Leben der ersten Christen wieder, und dieses Leben möchte Mein Sohn recht bald, recht bald eingeführt wissen, das Leben der ersten Christen. Ja, darum will Er, daß der jungfräuliche Stand gehoben werde.“

Barbara: „Nicht wahr, weil die jungfräulichen Seelen doch mehr sich anschließen an das Evangelium, weil sie auch mehr sorgen für die Ehre Gottes, wenn sie wahre Jungfrauen sind, nicht wahr, liebe Mutter?“

Maria: „Ja, das ist so, und ihr müßt fortfahren, wie ihr begonnen, und wenn auch viele Anstoß und Ärgernis nehmen, im Innern glaubt man doch; denn ein Märtyrer muß Blut und Leben einsetzen für seinen Glauben. Märtyrer müßt ihr werden, entweder Märtyrer des Blutes oder Märtyrer der Liebe. Märtyrer müßt ihr werden, wenn ihr Meine Nachfolgerinnen sein wollt, wenn ihr eintreten wollt in Meine Fußstapfen, denn Ich bin die Königin der Märtyrer.

Darum freut euch, wenn die ganze Welt euch mit Spott überhäuft, wenn von allen Kanzeln herab ihr öffentlich beschimpft werdet. Solange ihr Buße und Abtötung anstrebt, solange ihr die Verachtung liebt, solange ihr nur sucht, Meinem Sohn zu gefallen, hinausgestoßen zu sein von der Menschheit, so lange seid ihr nicht auf dem Irrweg, sondern auf dem Weg, den Mein lieber Sohn und Ich Selbst gegangen sind.

Und dieses muß eure einzige Überzeugung und Beruhigung sein. Wenn man euch verfolgt, wenn man euch vorwirft, ihr seid Toren, Narren, Sonderlinge, man müsse den Weg gehen, den alle Menschen gehen, dann freuet euch, Märtyrer der Liebe werden zu können. Und du, Meine Kleine (ein eifriges Dienstmädchen), die du dir schon so viele Mühe gegeben hast, eine Märtyrin der Liebe zu werden, siehe, du brauchst nicht in die Einöde zu gehen, auch nicht ins Kloster, du hast Kloster und Einöde in der Welt. Du mußt nur all das, was dir Tag für Tag auf die Schulter gelegt wird, mit Geduld hinnehmen und tragen, und du bist Klosterfrau und du bist Einsiedler mitten in der Welt. Denn du bist ja im Dienstbotenstand und hast keinen Willen, als nur deinen Willen dem göttlichen Willen zu unterwerfen und dem Willen deiner Herrschaft. Freue dich, Mein Kind, zu den auserwählten Seelen zu gehören, die verachtet und zurückgesetzt sind in der Welt, wenig geachtet, auch unter denjenigen, unter denen du lebst. Einmal, wenn der Schleier fällt, wenn die Herzen und die Gedanken aller Menschen offenbar werden, dann erst wird die Welt erkennen, was du geleistet mitten in deinem verachteten, verkannten Stand; denn der Dienstbotenstand ist manchmal noch schwerer als der Ordensstand.“

Barbara: „Liebe Mutter! O so bitte ich Dich, mache doch allen Liebesbundmitgliedern eine Freude. Ich bitte Dich, mache doch einen Besuch bei uns, wenn N. bei uns ist, vielleicht am Schluß der Oktav.“

Maria: „Es ist recht. Die größte Freude und das größte Glück einer Seele besteht darin, wenn sie mit gläubigem Herzen sich hingibt an ihren himmlischen Bräutigam. Seht, Meine Kinder, nichts kann euch die Freude rauben, nichts, kein Mensch, selbst derjenige nicht, der euch an Gottes Statt gegeben ist. Dieses ist eine Gnade, die Gott verleiht, und die weder das Zureden der Menschen noch das Drohen und Abraten der Menschen bewirken, noch entziehen kann.

Also, wenn Mein Sohn dir einst sagte, wenn du einen Glauben hättest wie ein Senfkörnlein, könntest du Berge versetzen, also, wenn du glaubst, daß Mein Sohn es ist, Der mit dir redet, daß du Meinem Sohne dienst, daß du Ihm gefallen willst und nur Ihm allein, daß du Ihm zuliebe die Fehler meiden willst, dein Leben einrichten willst nach Seinem heiligen Willen, glaubst du denn, Mein Sohn ließe Sich an Großmut übertreffen? Glaubst du denn, wenn du ankommst an der Himmelspforte, an der Schwelle der Ewigkeit, und du hast dein ganzes Leben für Ihn geduldet und geschmachtet und gelitten, alle die Schmähungen der Menschen auf dich genommen, aus Liebe zu Ihm, einzig und allein, Ihm zu gefallen, Ihm wohlzugefallen, und Er wende Sich von dir ab und sagte dir: ‚Ja, das habe Ich nicht so gemeint, Ich habe das nicht so verstanden, daß du Mir zu gefallen alles das leiden wolltest; das habe Ich nicht so verstanden‘?

Glaubst du wohl, Mein Kind, Mein Sohn sei vielleicht ein herrschsüchtiger Mensch, ein Tyrann? Er ist der liebenswürdigste Gott, Er ist der zärtlichste Bräutigam, Er ist der beste Vater, den sich nur ein Mensch denken kann. Ja, niemand kann es denken, wie Er ist. Also tut Meinem Sohn die Schmach nicht an, Meine Kinder, zu zweifeln, zu kritisieren. Wenn ihr Ihm zu gefallen lebt, wenn ihr euch alle Mühe gebt, die Fehler zu verbessern, die jeder Mensch an sich hat, die Schwachheiten, dann seid doch großmütig, und freudigen Herzens gebt Ihm euch hin.

Seht, gestern war Mein Sterbetag, und an dem morgigen Tage bin Ich mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen worden. Die Zeit, die dazwischen liegt, von der Trennung Meines Sohnes am Ölberge bis jetzt, wo Ich Ihn zum ersten Mal in Seiner Herrlichkeit wiedersehen sollte, waren für Mich schwere Tage der Verbannung. O wie viele bittere Stunden habe Ich erduldet, wie viele heiße Seufzer und heiße Tränen entquollen Meinem Herzen und Meinem Auge. Und doch blieb Ich zurück, und für wen, meint ihr wohl, für wen weilte Ich noch so lange auf Erden? Einzig und allein für euch, um euch ein Beispiel zu geben; denn die jungfräulichen Seelen sind bestimmt, das Priestertum zu stützen. Ich sollte die Apostel unterstützen durch Gebet, in Rat und Tat. Ich sollte die priesterlichen Gewänder anfertigen, Leinwand spinnen für den Altar. Ich sollte Meine Tränen mit dem Blut vereinigen, das die Apostel vergießen mußten und all die treuen Jünger. Denn als ein heiliger Stephanus starb, war Ich noch am Leben. Ich sollte sein Blut mit Meinen Tränen vereinigen und die junge Kirche befeuchten, Tag für Tag.

Seht euch zum Beispiel die Jungfrauen und die Frauen an, denen der Herr den Mann hinweggenommen, die Wittfrauen, die da noch allein stehen in der Welt, sie sind bestimmt, die Kirche zu unterstützen in Rat und Tat. Darum, Meine Kinder, scheut keine Wege und keine Mittel, dieses zu tun, auch wenn die Kirche, die Priester, euch nichts als Schmachreden zuwerfen. Dieses muß euch sein, wie wenn ihr einen Regen von Edelsteinen zu erdulden hättet. Gewiß, wenn ihr draußen steht, und es regnete Edelsteine und Goldstückchen, nicht wahr, ihr würdet sie gerne auf euch regnen lassen, wenigstens die Weltkinder, sie würden sich dafür erschlagen lassen.

Seht diesen Goldregen, das sind die Schmähreden, die auf euch fallen, für eure ewige Krone. Sie sollen euch alle eingefügt werden in die Krone der ewigen Herrlichkeit. Deswegen freut euch, und ihr könnt nichts Besseres tun, als alle die Schmachreden zu vergelten mit eurer Unterstützung, daß ihr fortfahret, Gutes zu tun. Alle die Pläne, die geschmiedet werden, die die Kirche zur Ausschmückung einer Kirche oder zu einem anderen guten Werk verkündet, wozu sie eure Beiträge verlangt, gebt ein Scherflein dazu, wenn ihr auch nicht viel geben könnt, so gebt doch, was ihr könnt, denn leben muß der Mensch, und auch die Jungfrau muß leben, sie besteht auch aus Fleisch und Blut.“

Barbara: „O liebe Mutter! Ich bitte Dich auch für die Schwestern in F. Ach, mache doch, daß sie bald ihre eigene, heilige Meßfeier bekommen.“

Maria: „Sie sollen nur die sühnende Anbetung an jedem ersten Freitag des Monats wie hier in der N.-Kirche einführen. Ehe ein Jahr vergeht, werden alle Hindernisse beseitigt sein.“

Barbara: „O liebe Mutter! Schwester A. empfiehlt Dir ihren geistlichen Bruder.“

Maria: „Ja, er ist etwas lau geworden, er hat viel von dem Geist seines Bruders angenommen, aber verzage nicht, Meine Tochter, es ist dir zur Prüfung, damit du in der Demut bleibst. Ich verspreche dir, in Verbindung mit deiner heiligen Mutter Theresia, Mich mit dir zu verbinden und recht viel für ihn anzuhalten bei Meinem lieben Sohn. Sie werden beide gerettet werden. Setze deinem Bruder doch zu, er möge über die Kleinigkeiten hinweggehen, nicht allzu ängstlich sein seiner Gesundheit wegen. Er möge doch bedenken die Würde, die er trägt, daß er ein anderer Christus ist, und es wird ihm bald besser gehen. Er will seinen Willen nicht beugen dem göttlichen Willen, und doch bist du Priester, Mein Freund! Grüße mir auch recht herzlich P.F. und die Priorin und alle Schwestern.“

Barbara: „Schwester B. empfiehlt Dir auch ganz besonders ihren Bruder in England, daß er doch als guter Christ sterben möge.“

Maria: „Sie soll die Gnade erlangen. Zum Fest Meiner Himmelfahrt habe Ich ganz besondere Gnaden. Erweitert eure Herzen, empfehlet Mir auch recht viele Seelen.“

Barbara: „O liebe Mutter! So sage mir doch, sind denn die Eltern der Schwester Aet. im Himmel?“

Maria: „Sie sind im Himmel.“

Barbara: „Und sind auch die Eltern der Schwester A. im Himmel?“

Maria: „Die Mutter ist im Himmel, der Vater hat noch zu leiden, der hing etwas zu viel an dem Irdischen.“

Barbara: „O liebe Mutter, ich bitte Dich im Hinblick auf die Verdienste dieser Klosterfrau, befreie den Vater aus dem Fegefeuer. Gegrüßet seist Du, Maria ... O lieber, heiliger Schutzengel dieses Mannes, ich grüße dich durch das allersüßeste Herz Jesu Christi, o bitte mit uns. Gegrüßet seist Du, Maria ...“ Der Verstorbene: „Ich danke euch, ihr guten, treuen Seelen, die ihr es versteht, das Herz Gottes zu besänftigen. Ihr habt recht, euch an Seine heilige Mutter zu wenden. Ich danke euch und werde euch danken durch die ganze Ewigkeit, denn ich gehe jetzt ein in die Freude meines Herrn. Saget aber meiner Tochter in W., sie möge es meine Verwandten wissen lassen, daß, wenn sie den ganz besonderen Schutz Gottes in der Familie erhalten wollen, und wenn sie wünschen, daß keines von ihnen verloren gehe, sie einen Teil ihres Vermögens dazu verwenden möchten, wenigstens die Jungfrau, eine Klosterstiftung zu machen.

Denn im Hinblick auf die Verdienste, die in dem Haus, wo meine Tochter ist, erworben wurden, bin ich befreit aus dem Fegefeuer, und im Hinblick auf die Verdienste von den Mitgliedern, die später in ein solches Ordenshaus eintreten, werden alle Familienmitglieder, mag die Familie noch so weit verzweigt sein, gerettet; denn die Verdienste, die von solchen Klosterfrauen oder Ordensmännern erworben oder verdient werden, sind wie ein schirmendes Dach über die ganze Familie ausgebreitet. Die Verdienste kommen in erster Linie dem Stifter zu. Und weil der Stifter das Geld seiner Eltern und Geschwister, das diese sich sauer erworben und verdient haben, benützt, um Gutes zu stiften, darum gehen – wie das Blut, das das Kind von der Mutter annimmt und sich immer wieder weiter verpflanzt – die zeitlichen Güter in die ewigen Güter über und werden fort und fort als Verdienste den nachkommenden Geschlechter dieser Familie zugerechnet.

Darum, wenn ihr manchmal hört, daß dieser oder jener Ordensstifter oder Stifterin Heilige aufzuweisen hat unter ihrer Familie, gewöhnlich kommt es vor, daß in späteren Geschlechtern es Heilige gibt aus der Familie, ja, seht, Kinder, das ist der Segen, der da ausgegossen ist über die Familie durch diese gute Stiftung. O die Welt ist so groß und so voller Mühen und Sorgen und Leiden, die Welt sucht nur, sich zu vermehren in Geschlechtern und in zeitlichen Gütern. Darum muß aber auch auf der anderen Seite, damit die Welt kann erhalten werden von Gott, Gutes getan werden von anderer Seite her, von den guten, treuen Kindern der katholischen Kirche; denn nur um der heiligen katholischen Kirche willen und um des Guten willen, das von ihr ausgeht, wird die Welt erhalten. Sagt dieses meiner Tochter, sie möge es meiner Familie mitteilen, denn sie hängen, wie ich, allzuviel an irdischen Dingen, und ich ziehe jetzt ein in die Freude meines Herrn. Gelobt sei Jesus Christus, in alle Ewigkeit!“

Barbara: „O liebe Mutter! Sind denn die Eltern von der Priorin auch im Himmel?“

Maria: „Die sind im Himmel und die Geschwister.“

Barbara: „Sind denn die Eltern von der Schwester S. im Himmel?“

Maria: „Der Vater ist im Himmel und die Mutter auch; der Bruder noch nicht.“

Barbara: „Mein Jesus! Um der Fürbitte Deiner heiligen Mutter willen schenke uns doch recht viele Seelen, auch die Person, die ich heute abend gesehen habe, schenke mir die Mutter von N. O mein Jesus, Barmherzigkeit! O ich opfere Dir auf Dein kostbares Blut, die Tränen und Schmerzen der lieben Mutter Gottes und des heiligen Vaters Josef und alles, was Dir heute auf Erden dargebracht wird, die Verdienste aller heiligen Seelen auf Erden, der Missionare und Klosterfrauen. Um der heiligen Messen willen, die gelesen worden sind und gelesen werden, um der heiligen Kommunionen willen, die würdig empfangen worden sind, schenke uns doch die Seelen. Hast Du doch schon so oft gesagt, daß es Seelen geben muß, die es verständen, die Gnaden herauszuleiten. O gib uns doch diese Seelen, sie sind ja Deine Bräute; Dein Herzblut klebt ja an ihnen, vergiß ihre Schwachheiten; sie sind doch im Glauben an Dich gestorben, wenn sie auch gesündigt haben.

Siehe, all die harten Bußwege aus Liebe zu Dir opfern wir Dir auf; einzig und allein, wir wollen gar nichts davon, wir verzichten auf alles; so sei auch Du heroisch und gehe über Deine Gerechtigkeit hinweg. Du hast ja schon gesagt, ich könnte so betteln, ich hätte Dein Herz verwundet. Ich laß Dich nicht. Du mußt es tun! Ich gehe nicht eher fort! O gib sie mir! Was wir Dir opfern, die harten Bußwege, ist freilich nichts, denn befleckt sind sie mit Sünden. Du hast aber gesagt, daß wir immer den Strauß der Tugenden Deiner heiligen Mutter entgegenbringen sollen.

Siehe, Sie hat mir vorhin gesagt: ‚Nimm diesen Strauß und verteile ihn unter deinen zwei Mitschwestern. Und sooft eine Seele Gnaden erlangen will von Meinem lieben Sohn, soll sie ihre Zuflucht nehmen zu dem Strauß, das sind Meine Tugenden, die Ich bei Meiner Auffahrt in den Himmel Meinen Kindern auf Erden zurückließ. Es sind dies die treuen Kinder auf Erden, die Mir nachfolgen wollen. Diesen schenke Ich diesen Strauß! So nimm doch diesen Strauß und gib ihn Meinem Sohn. Sei doch nicht so töricht.‘

Siehe, was wir nicht können, das ersetzt Deine heilige Mutter. Wie Sie Dich geliebt, so hat kein Mensch auf Erden Dich geliebt, nicht alle Heiligen zusammen. Darum nimm die Verdienste Deiner heiligen Mutter, Ihren Glauben, Ihre Demut, Ihr Vertrauen und schenke uns dafür die Armen Seelen. Nimm auch dazu die Verdienste aller Heiligen, die schon gelebt haben und noch leben werden, und schenke uns diese Seelen, und mache das Fegefeuer leer, laß den Himmel recht bevölkert werden. Barmherzigkeit, mein Jesus!“

Jesus: „Du Quälgeist!“

Die liebe Mutter Gottes tritt hin vor Ihren lieben Sohn, geschmückt mit dem kostbaren Mantel.

Maria: „Ihr alle habt dazu beigetragen, ihr alle, die ganze Menschheit, all die frommen, braven Christen, denen es daran gelegen ist, die Seelen zu retten.“

O all die Verdienste bringt Sie jetzt Ihrem Sohn, die in der ganzen Welt verdient worden sind: Jedes kleine Werkchen, jedes gute Wörtchen, das gesprochen wird; jedes noch so kleine Werk, es ist dabei, es hat sein Quentchen abgegeben. O was sind die heiligen Engel so tätig! O welch eine Schar von Engeln!

Maria: „Das sind lauter Schutzengel, die fortgehen und ihre Schützlinge holen.“

Barbara: „Schenke uns N. und N...“

Maria: „Die sind alle dabei, die ihr nennt.“

Schützlinge: „O man kann ja nichts mehr verdienen. O ihr armseligen Menschen, wie seid ihr so leichtsinnig, wieviel könnte man tun, und ihr tut es nicht. O helft uns doch, die wir so hilflos und verlassen sind.“

Barbara: „O schenke uns auch N.“

Maria: „Für heute noch nicht!“

Barbara: „O Jesus! Ich vereinige meine Tränen mit den Tränen Deiner heiligen Mutter, mit allen heiligen Büßern und Kindern auf der ganzen Welt. O laß sie doch alle erquickt werden, die hier sind. O ich bin froh, wenn Du mich hinausführst, o wie schrecklich, wenn man Deiner Gerechtigkeit anheimgefallen ist. Gut wäre es, wenn Du uns alle Tage da hineinführtest. O ihr unsere lieben Schutzengel, ich grüße euch durch das süßeste Herz Jesu und danke dem lieben Gott. Gelt, was seid ihr froh, daß eure Schützlinge befreit sind. O stimmt doch mit uns alle ein. O welch ein Freudenruf! Es ist, als sehe ich ein Tal, so groß wie die Wiesen in meiner Heimat droben, es fällt mir der Name nicht ein, ein großes, weites Tal. Noch ein einziges Ave Maria, damit das Kleid glänzt. Gegrüßet seist Du, Maria ...“ Schützlinge: „Dank euch, ihr lieben Schwestern, ihr lieben Freundinnen, in alle Ewigkeit Dank euch!“

Barbara: „O erbarme Dich auch des Bruders von N., und laß ihn doch eine höhere Stufe im Fegefeuer einnehmen.“

Maria: „Mit ihrem Todestag, den sie als Sühneopfer für ihn einsetzen muß, wird er seinen Einzug feiern in eine höhere Stufe, aber noch nicht ganz in die ewige Seligkeit.“

Barbara: „O schenke mir auch N.“

Maria: „Im Hinblick auf die Verdienste, die du dereinst noch verdienen wirst, soll er dir geschenkt werden.“

Barbara: „Schenke mir auch N.“

Maria: „Deine Verwandten sind ja schon im Himmel.“

Barbara: „Ich zweifle ja auch nicht, daß die Meinigen im Himmel sind, ich habe es ja auch nicht anders erfahren. Also blinder Glaube, blinder Glaube! Ja, wir glauben, daß Du gut bist. O ihr lieben Seelen, erfleht uns doch einen Grad der Liebe.“

Maria: „Wir wollen euch einen Grad des Vertrauens mehr erflehen, ihr sollt hoffen wider alle Hoffnung. Ihr steht jetzt im zweiten Schritt, daß ihr hoffen sollt wider alle Hoffnung. Das müssen alle Liebesbundmitglieder, ihr Kreuz tragen, Ihn lieben wollen, den himmlischen Bräutigam, und das wollt ihr tun.

Grüßet Mir alle, die mit euch verkehren, alle, die von euch wissen, welche die Schriften lesen und verbreiten, von eurer himmlischen Mutter und von all den treuen Seelen, die heute befreit worden sind. O wo soll Ich Mich hinwenden, vielleicht an jene, die sich nur Christen nennen? Wo ist jener tief religiöse Glaube? Wo ist ein tiefer Glaube, wenn man sagt, man soll einen leichteren Weg gehen, den alle Leute gehen? An diese muß Sich Mein Sohn wenden, die glauben, daß man durch ein inniges Gebet, durch innigen Anschluß an Meinen lieben Sohn und an Mich den rechten Weg geht, den Weg zum Himmel geht, und nicht jener Weg ist der rechte, den die Allgemeinheit geht, die das Leichtere sucht. Darum grüßet sie noch einmal alle Meine Kinder. Gelobt sei Jesus Christus!“

Barbara: „O liebe Mutter! Erflehe dem Vater der Klosterkandidatin den rechten Glauben.“

Maria: „Setze dich für ihn ein, daß er sich bekehre zum katholischen Glauben, und sage deiner Mutter, daß sie nicht eher von seinem Sterbebett weichen soll, bis er ein Kind der katholischen Kirche ist. Und wenn du das Opfer bringst, dann bringe es für deinen Vater. Stelle dich vor als Braut Jesu Christi und erbitte von Ihm als solche die Seele deines Vaters, daß er wird ein guter, katholischer Christ.“

Barbara: „O liebe Mutter, bewirke auch, daß der Bruder von dem Dienstmädchen N. nicht verlorengeht.“

Maria: „Auch er wird gerettet werden!“

310 Dritter Freitag im August 1899

„Denn dort wohne Ich mit Gottheit und Menschheit, mit Fleisch und Blut, wie Ich dereinstens unter euch wandelte.“

Ein Fräulein von auswärts war gekommen beizuwohnen.

Jesus: „Meine Kinder! Ich bin gekommen, euch zu ermuntern. Seht, Ich bin es, Der diese, eure Freundin, euch zugeführt, gerade in der Oktav, wo Meine heilige Mutter aufgenommen wurde in den Himmel. Alles hat seine wichtige Bedeutung, alles, bei jedem Schritt, den ihr macht, ist ein heiliger Engel, der euch begleitet, der unsichtbar eure Schritte lenkt.

Du, Meine Freundin, bist gekommen, dich zu erbauen. Du sollst aber auch von hier weggehen und ausbreiten die Wirkungen der göttlichen Liebe. Du sollst andere herbeiführen, andere Mir zuführen. Denn seht, Meine Kinder, Mein Herz ist bedrängt. Auf der Warte stehe Ich, um Seelen zu finden, die teilnehmen an Meinem Schmerz. Die Welt ist erkaltet in der Liebe, Mein eucharistischer Leib ist verschmäht und verachtet. Mein eucharistischer Leib, Er wird zerrissen von Tag zu Tag, immer mehr. Ein Stück um das andere löst sich los von Meinem eucharistischen Leib und vermodert unter der Sinnlichkeit. Seht, Meine Kinder, als Ich auf Erden wandelte, als Ich Meine Jünger um Mich gesammelt hatte, und das Volk Mir nachströmte, um Meine Worte zu hören, den Geist, Der aus Mir strömte, obwohl auch Ich Mensch war, wie hier Meine Dienerin jetzt, ihr seht hier einen bloßen Menschen, aber Mein Geist ist es, Der Sich ihr mitteilt. Wie Mein Geist hineinströmte in jenes jungfräuliche Fleisch, das Ich angenommen hatte aus dem Schoße Meiner Mutter, so senkt Sich Mein Geist, Der von Meinem Vater ausgeht, in dieses armselige Wesen, um zu euch zu reden.

Wundert euch nicht, wenn ihr nichts seht als einen bloßen Menschen mit armseligen Gebrechen, mit denen der arme Mensch behaftet ist. Die Stimme, die euch entgegentönt, ist die Stimme eines Menschen, aber die Sprache, die sie spricht, ist die Sprache eines Gottes, Der aus ihr spricht, oder Meiner heiligen Mutter, Die Sich ihr mitteilt, oder irgend eines anderen Meiner Diener, den Ich abschicke zu ihr. Nun hört aber, Meine Kinder, was Ich euch durch sie lehren will.

Seht, als Ich auf Erden wandelte, und das Volk Mir nachzog, wer war denn das Volk? Es waren die Armen, die Ungebildeten, die mit gläubigem Herzen sich an Mich anschlossen, die nicht schauten auf den Menschen, der da zu ihnen sprach. Diese sagten nicht: ‚Ei seht doch, es ist ja des Zimmermanns Sohn, Josefs Sohn, heißt nicht seine Mutter Maria?‘ Nein, nein, diese Worte sprachen nur die Gelehrten.

Jene sagten es, die beauftragt waren, das Volk Gottes zu leiten, die dem Volke den Messias verkündigen sollten. Sie nahmen den Glauben nicht in sich auf, den Ich vom Himmel brachte, den Ich das Volk lehren wollte; denn dazu bin Ich gekommen, dazu war Ich gesendet von Meinem Vater. Wer waren denn diejenigen, die kopfschüttelnd von Mir weggingen? Es waren die Reichen, die mit zeitlichen Gütern Gesegneten, die Ehre und Ansehen genossen unter den Menschen. Sie konnten nicht begreifen, daß der Messias nicht aus einem königlichen Geschlecht abstammen sollte, daß Er nicht in einem königlichen Palast sollte geboren werden, daß Er nicht unter ihnen erscheinen sollte mit einer königlichen Krone, mit einem Szepter bekleidet. Nein, das wollten die Reichen nicht begreifen. Sie suchten einen anderen Messias, der sollte unter ihnen erscheinen mit Diamanten bekleidet, mit einer Krone auf dem Haupte, mit großem Gefolge und das Reich Israel herrichten.

Und nun, Meine Kinder, komme Ich zu der eigentlichen Belehrung. Seht, diejenigen, die Mich hörten, waren die Armen, die Gläubigen, die Mein Wort in sich aufnahmen, die auch standhielten in all den Prüfungen, die andere ihnen entgegenbrachten, wie die Pharisäer, die Schriftgelehrten, die ja alles aufboten, um das Volk Mir abwendig zu machen. Diese hörten nicht auf sie, diese schauten tiefer. Sie glaubten, daß Derjenige, Der da arm unter ihnen erschienen sei, aber doch göttliche Kraft besitze in Sich, und dies genügte ihnen, um in allen Prüfungen, die ihnen die Gottlosen beibrachten, standzuhalten bis auf Golgotha.

Dort, als sie Mich unter größter Schmach und Verachtung am Kreuze sterben sahen, ja, Meine Kinder, da flohen alle, auch diejenigen, die Ich Mir erwählt. Nur Meine heilige Mutter, eine heilige Maria Magdalena, ein Johannes, blieben bei Mir unter dem Kreuz, sie harrten aus, und als Ich vom Kreuze abgenommen wurde und in dem Schoß Meiner Mutter ruhte, waren sie diejenigen, die Mir ihre Ehre und Liebe entgegenbrachten.

Seht, Meine Kinder, dort unter dem Kreuz gebar Meine Mutter den jungfräulichen Stand; die Kirche wurde geboren am Kreuz. Meine Mutter sollte den jungfräulichen Stand gebären unter dem Kreuz. Sie war bestimmt, diese junge Kirche, die am Kreuz geboren, zu unterstützen, zu befeuchten durch Ihre Tränen, zu bestärken und zu belehren durch Ihre Worte und durch Ihr Gebet, die Gnaden des Heiligen Geistes über alle diejenigen herabzuflehen, die in diese junge Kirche eintraten. Die Kirche blüht empor, sie breitet ihre Äste aus über die ganze, ganze Welt, über die ganze sichtbare Schöpfung. Früchte sind gezeitigt an dem Baum dieser Kirche, die den Himmel zieren und die Menschheit fortwährend erquicken und laben durch die Verdienste dieser Früchte. Denn alle die Gnadenwirkungen, die alle die kostbaren Früchte am Baum dieser Kirche hervorgebracht haben, kommen immer wieder neuen Gliedern zugute, immer wieder neuen Sprößlingen, die da auftauchen und sich flüchten unter den Schatten dieses Baumes. Alle diese laben sich an den Gnadenwirkungen derjenigen, die da eingegangen sind in Meine Herrlichkeit, denn diese sind die Früchte. Ihr seid ja alle katholische Christen und versteht schon die Sprache, denn Ich spreche wie bei Meinen Aposteln meistens nur in Gleichnissen. Merkt nur auf Meine Worte, und erwäget sie in euren Herzen, und ihr werdet Mich wohl verstehen.

Diese junge Kirche ist ausgebreitet, sie ist nicht mehr jung, obwohl sie nie veraltet, denn neunzehnhundert Jahre ist eine lange Zeit. Sie ist aber so veraltet unter dem Menschengeschlecht, daß sie wie verrunzelt dasteht. Man betrachtet sie mit schielenden Augen, wie ein altes Weib, das man am liebsten nicht mehr sehen möchte, das man hinaustragen möchte auf den Gottesacker, weil es der sinnlichen Menschheit doch nichts mehr nützen könne.

Diese veraltete Kirche, wo alles dazu beiträgt, daß sie immer mehr veraltet, alles, alles; denn je mehr die Welt auf Putz und Mode treibt und sinnt, je mehr sie Satans Reich aufpflanzt in der Schöpfung, desto mehr veraltet Meine Kirche; denn alles, was von der Welt stammt, ist Augenlust, Fleischeslust und Hoffart des Lebens, und dieses ist so ausgebreitet in Meiner Schöpfung, diese drei Hauptfeinde Meiner Kinder, Meiner Kirche, sind so großgezogen, so üppig geworden, daß man es nicht mehr merkt, daß die besten Meiner Kinder diesem Weltgeist zuäugeln, daß sie glauben, man sei dann noch ein guter Christ, wenn man halb und halb mit der Welt hält und halb und halb mit Mir, dem Stifter dieser Kirche.

Man dürfe es nicht mit der Welt verderben, um die Welt herbeizuziehen, denn die Welt dürfe durchaus nicht wissen, daß die katholischen Christen viel beten, sich abtöten und einen kindlichen, lebendigen Glauben in sich tragen. Das darf bei weitem die Welt nicht merken, sonst ist man kein guter Christ, denn man muß es mit der Welt halten. So sprechen viele, ja sogar solche, die Ich beauftragt habe, die Völker zu belehren. Geht in die Klöster, geht nach Amerika, dorthin, wo Meine Kirche verfolgt wird, ob es da nicht Klosterfrauen oder Ordensmänner und Priester gibt, die sagen, man müsse zusammenstehen gegen die Regierungen, die noch dem Sozialismus und Liberalismus beipflichten, um ja mit der Welt es halten zu können; weil sie merken, daß es darauf abgesehen ist, die Kirche zu verderben, wollen sie es lieber mit der Welt halten, um ihre Existenz nicht zu verlieren, als mit Christus ihrem Stifter. Ja, ja, Meine Kinder, da ist es an der Zeit, wo Ich euch erinnere an das Leben Meiner ersten Kirche, der jungen Kirche.

Seht, deswegen habe Ich dich herbeigeführt, Meine Freundin, Meine Schwester, damit du Meine Worte ausbreitest und auch dich, Meine Freundin, und ihr alle, die ihr noch nicht hier zugegen waret. Ihr alle sollt teilnehmen an den Gnadenschätzen, die Ich ausgießen will über die Menschheit. Ihr sollt dasselbe sein, was Meine heilige Mutter, Maria Magdalena und Johannes unter dem Kreuze waren; ihr sollt Meine Tröster sein; ihr sollt mit Mitleid hinaufschauen auf euren Erlöser und das eucharistische Kreuz auf euch nehmen; ihr sollt mit anderen Worten eucharistische Kreuzträger werden. Versteht ihr Mich, Meine Kinder?

Die heilige Eucharistie ist in der Menschheit; in allen Tabernakeln wohne Ich; sie ist ein Geheimnis, das die Menschen nicht begreifen wollen. Denn dort wohne Ich mit Gottheit und Menschheit, mit Fleisch und Blut, wie Ich dereinstens unter euch wandelte, aber doch nur jenen sichtbar, die mit lebendigem Glauben sich an Mich anschließen, die zu Mir kommen mit lebendigem, kindlichem Glauben, und Mir ihre Bitten zu Füßen legen. Alle übrigen verstehen Mich nicht. Daß Ich hier wohne, ist ihnen ein Geheimnis, und weil es ein Geheimnis ist, darum glauben sie es nicht. Seht, dieses Geheimnis möchte Ich recht vielen erschließen, und ihr sollt die Werkzeuge sein, durch die Ich es befördern will.

Es sind ja viele in der heutigen Gesellschaft gute, treue Seelen. Ich belobe all die vielen Ordensleute und Priester, die alle Mühe sich geben, um das Leben der ersten Christen wieder zu erneuern in der menschlichen Gesellschaft. Aber, was Ich hier rede, ist ihnen gewiß nicht entgegen; es soll ihnen gewiß kein Schaden sein in ihrem Bestreben; es soll nur ihren Glauben und ihre Mühe belohnen. Darum auf, ihr Priester, auf, ihr Ordensleute in der Welt, wo ihr steht; auf, ihr Jungfrauen in der Welt; auf, ihr Eheleute, in erster Linie ihr Witwen, denen Ich den Mann entzogen, damit ihr euch anschließet an den Liebesbund. Stellt euch zu den Jungfrauen. Ihr aber, ihr Eheleute, die ihr noch beisammen lebt, ihr seid bestimmt, das heilige Leben in Nazareth vorzustellen und zu versinnbilden; auf, zusammen zu einem Bund!

Was Ich euch schon so oft gesagt, das Leben der ersten Christen muß erneuert werden, Meine Kirche muß zum Sieg gelangen, siegen soll sie, siegen über alle ihre Feinde. Darum soll der jungfräuliche Stand gehoben und gepflegt werden mitten in der Welt. Viele Jungfrauen sollen sich bilden, sollen herbeigeführt werden, damit Meine Kirche, die junge Kirche, so muß Ich sie nennen, denn es muß dieses alte Weib, das da von der Welt mit scheelen Augen angesehen wird, verjüngt werden. Es muß ein neues Kleid an bekommen, und dieses neue Kleid müssen die Jungfrauen weben und die Wittfrauen; sie müssen es Meiner Kirche weben, verschönern und verzieren durch Gebet und Opfer und Sühneleiden, durch milde Gaben. Sie sollen Meine Kirche unterstützen, damit recht viele Klöster und Kirchen erbaut werden können, damit das gläubige Volk, wenn es sieht die Einheit der Kirche, die Schönheiten der Kirche, sich angezogen fühlt von dieser Schönheit, und damit dann die anderen dastehen und hinaufschauen und dieses veraltete Weib verjüngt sehen. Ja, dann erfüllt sie Staunen und sie sagen sich: ‚Es muß doch etwas Großes sein um diese katholische Kirche. Seht doch die einzelnen Glieder dieser Kirche, welchen Mut, welchen Großmut, welche Opferwilligkeit, welche Freude sie besitzen in all der Schmach und Verachtung, die man ihnen antut.‘

Seht, Meine Kinder, deswegen verlange Ich in diesem Jahr, wo ihr wieder ein Schrittchen weiter getan, solche außergewöhnlichen Dinge. Ihr müßt hinausziehen in die öffentliche Gesellschaft, während Ich früher nur im inneren Kämmerlein mit euch verkehrte, und niemand etwas wußte, als die Ich mit euch verband. Jetzt sollt ihr hinausziehen und öffentlich euren Glauben bekennen und euch beschimpfen und schmähen lassen. Dieses soll aber für spätere Generationen das Zeichen sein, wie sauer Meine Kinder die Gnadenwirkungen sich verdienen mußten. Später, wenn in Meiner Kirche wieder Einheit ist und Friede und Eintracht, dann wird man sich erzählen, was alles Ich durch euch wirken wollte und gewirkt habe.

Deswegen, jetzt seid ihr im zweiten Schritt: Ein felsenfestes Gottvertrauen. Ja, ja, Meine Kinder, ein felsenfestes Gottvertrauen. Ihr müßt hoffen wider alle Hoffnung. Da, wo alle euch schmähen, da, wo ihr von der Kanzel herab geschmäht, verachtet und verspottet werdet, da müßt ihr euch flüchten zu Meiner heiligen Mutter unter das Kreuz und hinaufschauen zu Demjenigen, Der da hängt. Wißt ihr, wer Der ist?

Es ist der Eingeborene Sohn Gottes, am eucharistischen Kreuze hängt Er. Ihr seid die Mutter, die unter dem Kreuz steht, die Maria Magdalena, der jungfräuliche Johannes, der da Mein Diener ist. Unter dem Kreuz steht ihr und schaut hinauf zu eurem Erlöser. Ja, ihr seid die eucharistischen Kreuzträger. Fürchtet euch nicht, wenn alles euch droht, wenn alle Marter und Peinen euren Seelen drohen; zum Sieg muß Meine Kirche gelangen und nur durch das Kreuz. Und ihr, ihr alle steht unter dem Kreuz, wie Ich Meiner Dienerin schon einige Male gezeigt, und helft es schleppen, das Kreuz, das Meine Kirche schleppt.

Und nun geht hin, Meine Kinder, und grüßt Mir alle, die da glauben und hoffen und Mich lieben wollen. Je mehr sich anschließen, desto mehr wird Mein eucharistischer Leib verfolgt.“

Barbara: „O Herr, der kranke Priester N. hätte gern ein liebes Wörtchen von Dir.“

Jesus: „Hab Vertrauen, Mein Sohn, hab Vertrauen! Wo alle Ärzte nicht helfen können, da kann Ich dir helfen. Wenn du das heilige Meßopfer feierst, dann wisse, wen du in deiner Hand hast. Dann trage Mir alle Anliegen vor. Wisse, daß Ich dir nichts anrechne für die Schmach, die jener Priester (der abgefallen ist) Mir angetan. Du bist frei und hast keine Schuld. Jeder, der da von Mir weicht, der Mein heiliges Blut mit Füßen tritt, hat die Schuld in sich selbst. Glaubt nicht, Meine Kinder, daß er verführt ist. Er ist ein Judas.

Sieh, Mein Freund, es muß dich trösten, daß Ich neben Mir einen Judas duldete. Die Fleischeslust niederkämpfen, ist jedes Menschen Pflicht, aber ganz besonders die Pflicht eines Priesters. Es wird dir jedesmal eine neue Gnade zuströmen, sooft du mit lebendigem Glauben im heiligen Meßopfer Mich anflehst. Merk dir es aber, Mein Freund, du mußt glauben ohne Hinterhäkelchen, ohne Zweifel; denn nur demjenigen, der da glaubt, daß Ich helfen kann einzig und allein, werde Ich helfen; sonst wäre es ja kein Wunder. Und Ich will heute noch Wunder wirken wie vor neunzehnhundert Jahren.“

Barbara: „Soll N. nochmals eine Generalbeichte am Gnadenorte machen?“

Jesus: „Es ist nicht mehr notwendig, Meine Tochter! Halte dich nicht auf über vergangene Fehler, die du längst gebeichtet und längst verziehen sind. Wisse, daß es Mir viel lieber ist, wenn eine Seele, die ihre Pflicht getan hat, über sich weggeht und tut, was Ich ihr sage. Solange du noch an deinen Fehlern hängst, kannst du nicht andere bearbeiten. Ich will aber, daß diejenigen, die Ich herbeiführe, ganz über sich weggehen und beten und bitten für andere. Wenn du dorthin kommst an den Gnadenort, dann empfehle die Menschheit; bitte für diejenigen, die Mich nicht kennen, gehe großmütig aus dir heraus, wirf dich Mir zu Füßen, empfehle Mir deine lieben Angehörigen, deine Kinder, die ganze Gemeinde, der du angehörst, und bitte Mich, daß Ich recht viele, großmütige Seelen erwecke, Jungfrauen, die sich an dich anschließen; denn du wirst es noch erleben, daß die Gemeinde in Blüte kommt, das christliche Leben aufblüht, daß es viele dritte Ordensmitglieder geben wird. Du mußt dich nicht scheuen, den dritten Orden den Leuten anzuempfehlen, die Vorteile des dritten Ordens, ganz besonders und in erster Linie den Vorteil, daß keines der Mitglieder lange im Fegefeuer zu leiden haben wird, weil Ich Franziskus versprochen, daß am Tage nach seinem Tod Ich ihn hinabsteigen ließe in das Fegefeuer und alle seine Kinder mit sich in den Himmel hinaufnehmen ließe. Dieses Versprechen werde Ich halten, solange die Welt steht.

Darum auf, Meine Kinder, gläubige Herzen führt herbei. Was Franziskus konnte, das könnt ihr alle. Aber Franziskus war ein Mann des Glaubens, ihr alle müßt Männer und Frauen des Glaubens werden, einen kindlichen, lebendigen Glauben, ein tiefes, felsenfestes Gottvertrauen müßt ihr haben, und dann wird die Liebe euch schon beigegeben. Schickt Mir nur das Mädchen, das da bereit ist zu kommen, damit sie etwas einfließen lassen kann in die Familie, in jene gräfliche Familie; denn Ich brauche allerlei Seelen, besonders die Reichen, die da allzuviel an zeitlichen Gütern hängen, die aber auch gläubige Christen sind, und die Ich deshalb nicht verlorengehen lasse. Ja, ja, diese sollen ja dort den Armen gleichgezählt werden; denn seht, Meine Kinder, Ich bin ein gerechter Gott.

Diejenigen, die Ich hier mit Armut geschlagen habe, büßen ihre Sünden schon hier auf Erden durch die vielen Abtötungen, die die Armut mit sich bringt. Seht die Armen, wenn sie es auch nicht wissen, daß sie sich abtöten durch die vielen Entbehrungen, die Ich ihnen durch die Armut auferlegt, wenn sie eine gute Todesstunde haben, stehen sie im Himmel neben den Reichen, die ihr ganzes Leben Mir treu gedient, die ihren Reichtum aber doch besitzen und nicht gerne herschenken wollten. Wenn der Reiche Mir noch so treu gedient, muß Ich den armen Ehemann, die arme Ehefrau, die Mir nicht treu dienen konnten, weil sie den täglichen Unterhalt verdienen mußten, neben diesen stellen. Siehe, Mein Freund, wenn du höher hinauf willst, was du kannst, so mußt du deine Krone verzieren, den Mammon des Geldes umwechseln und dir eine Krone auf das Haupt setzen, dann mußt du Meine Worte hören und dich danach richten.“

Barbara: „Frau N. empfiehlt Dir ihren Mann und ihren Sohn.“

Jesus: „Sage deinem Sohn und deinem Mann, sie möchten am ersten Freitag eine Stunde bei Mir zubringen in St. Quintin. Sie möchten doch glauben, daß Ich die Armen retten will, daß sie neben den Königen und Fürsten, ja über den Königen und Fürsten, bestimmt sind zu sitzen und zu regieren, durch die ganze Ewigkeit. Sage es ihnen, daß sie sich dieses verdienen können durch einen kindlichen, demütigen Glauben.

Alle die Leiden, die der Beruf mit sich bringt, alle die Entbehrungen, die sie ertragen müssen durch Hitze und Kälte in ihrem Beruf, wie kostbar sind die Edelsteine; denn all die Leiden sind lauter Edelsteine für die Ewigkeit, womit sie dereinstens im Himmel geschmückt herrschen und triumphieren sollen. Aber wenn sie nachgeben den Einflüsterungen Satans, den Reden ihrer gottlosen Kollegen, die da auf dem breiten Weg des Lasters wandeln, das dürfen sie nicht, Meine Tochter! Augenlust, Fleischeslust und Hoffart des Lebens, diese drei Hauptfeinde müssen bekämpft werden mit aller Macht.“

Barbara: „O Herr, soll N. ihren Beleidiger verklagen?“

Jesus: „Nein, du sollst ihn nicht verklagen. Wenn du dieses Mir zuliebe aufopferst, Meine Tochter, es kostet dich eine große Überwindung, aber du sollst wissen, daß du eingegliedert werden sollst in die Kette, die Ich da schlingen will Glied an Glied um die Menschheit. Weißt du nicht, was Ich getan, als man Mich schimpfte und zum Tode schleppte? Ich ließ es geschehen.“

Barbara: „Auch noch ein Wörtchen, o Herr, für die arme Frau N.“

Jesus: „Ich habe ihr schon einige Male gesagt, daß ich die Familie retten will, und daß Ich da nichts anderes als Leiden schicken muß. Das ist die Aufgabe der Eheleute: Die Leiden mit Geduld zu ertragen, die Ich in die Familie hineinschicke. Ich verlange nicht von dem Ehestand, was Ich von dem jungfräulichen Stand verlange und der Witwe, die sich Mir anschließt. Ich verlange nur, daß sie ihr Kreuz mit Geduld tragen.“

Barbara: „O Herr, ich bitte Dich noch um ein liebes Wörtchen für die Schwester A.v.J.“

Jesus: „Sie ist ja eine Tochter der heiligen Theresia und soll sich freuen als solche. Sie hat ja die Gütergemeinschaft mit ihren geistlichen Töchtern, also auch mit den Tröstungen, die Ich ihren Mitschwestern gebe.“

311 Vierter Freitag im August 1899

„Ihr selbst sollt der andere Christus sein, der hinaufsteigen muß an das Kreuz, und der angenagelt alles an sich ziehen muß.“

Ein Priester wohnte bei.

Barbara: „Ich danke Dir, mein Jesus, o allerliebster Bräutigam meiner Seele, für das unaussprechliche Glück, das Du mir zuteil werden läßt. O nimm hin meine Seele mit all ihren Kräften, mein Herz mit all seinen Neigungen, meinen Leib mit seinen fünf Sinnen. Verzeihe mir, o mein Jesus, alle Nachlässigkeiten, die ich wieder begangen habe, alle Fehler, besonders daß ich manchmal so zweifle und so beängstigt bin. Ist es denn Angst, daß ich gar nicht mehr schlafen kann wegen des Umschwunges, den es wieder gibt, und der Umänderung in meinem Leben, daß ich mich wieder nach einem anderen Beichtvater richten muß? O sage mir, wo ich hingehen soll. Ich habe Deine Mutter angefleht, daß Sie mir einen Beichtvater anweist, der auch paßt für meinen Zustand; wenn nicht, dann wollte ich lieber in die Pfarrkirche gehen. O sage mir heute, was ich tun soll. Wann werde ich aus mir herausgehen und mich ganz Deiner Leitung überlassen? Du mußt mir einen Beichtvater geben, der einverstanden ist, damit ich nicht so beängstigt bin, weil ich tagelang nicht glauben kann und so vieles verlorengeht, da ich alles über Bord werfe und ganz niederträchtig mit Dir umgehe. O verzeihe mir, mein Jesus.“

Jesus: „Ja, Ich verzeihe dir! Vor allem, Mein Freund, danke Ich dir, daß du es nicht unter deiner Würde hieltest, Meine Dienerin zu besuchen. Du sollst nicht tun, wie andere tun, die sich abhalten lassen von jedem Frauengeschwätz, die vor jedem Gassenbuben sich fürchten; denn sehe dich um in Meiner Schöpfung unter deinen Brüdern, unter denen, die Ich auserwählt, die Ich hinausgesendet in die Welt, denen Ich Meine Gewalt übertrug, die Binde- und Lösegewalt übergab, wie viele sich da vorfinden, die sich auf die Seite der Schwachen, der Unmündigen stellen, die Schmach und Verachtung ertragen wollen. Ja, großes wollen sie leisten und Ich lobe Meine Diener. Es gibt viele, die einen Feuereifer entfalten, die feurige Diener sind, aber wo es gilt, Schmach und Verachtung zu ertragen, da stellen sie sich zurück. Sie wollen Mir gefallen, sie wollen Seelen retten, das ist alles recht; aber sie wollen das Kreuz nicht umfangen, und nur am Kreuz wirst du siegen, und nur am Kreuz werdet ihr siegen, ihr Meine Freunde, Meine Diener! Das Erdreich muß erneuert werden. Ich habe dies heute früh Meiner Kleinen gezeigt, als sie sich anschicken wollte, in die Kirche zu eilen, um Mich in der heiligen Kommunion zu empfangen, in der sakramentalen Gestalt, weil sie sich schwach und abgemattet fühlte und sie es sich nicht erklären konnte; denn du mußt wissen, wenn Ich komme, komme Ich im Geiste, und ihre Seele ist Meinem Geist vereinigt, und dieser Geist ist der Herr der Seele, und die Magd muß darunter leiden, da fühlt sich der Körper schwach und matt. Sie meint, es ist Nachgiebigkeit, und eilt aus dem Bette, um in der Kirche Mich zu empfangen. Weil es Mir aber lieber ist, wenn sie Meiner Stimme folgt, ließ Ich sie die Schwäche fühlen. Sie schickte ihren Schutzengel in die Kirche, um der heiligen Messe beizuwohnen. Da zeigte Ich ihr das Erdreich, wie es erneuert werden soll.

Es sind jetzt überall Exerzitien der Priester, Meiner Diener, von wo sie wieder zurückkehren mit neuem Geiste, mit neuem Seeleneifer. (Hier bekam Barbara einen Erstickungsanfall und mitten drein mußte sie rufen: ,Sühne, Sühne, Sühne verlange Ich, Meine Kleine!’) Du weißt nicht, warum du nicht schlafen kannst. Siehe, es gibt viele unter Meinen Dienern, die keinen tieflebendigen Glauben haben, und für diese sollst du sühnen. Nun fahre fort, Meine Tochter!“

Barbara: Ich sah die Welt in einem wundervollen Glanz erstehen, wie an einem schönen Maitage, wo du hinaustrittst in die freie Gottesnatur. Das herrliche Grün der Bäume, die da ausschlagen, die Blumen, die sprossen, und die ganze Landschaft ist bemalt von der Sonne, die heraufsteigt über die Berge. So sah ich die Kirche in einem neuen Glanze hervortreten.

Jesus: „Dieses ist das Bild der Umschaffung, die bewirkt werden soll, die durch Meinen Geist ausströmen soll über die ganze Welt, über die ganze sichtbare Schöpfung; denn Meine Kirche ist verbreitet überall auf der ganzen Erde, auf der ganzen sichtbaren Schöpfung. Aber, Mein Freund, da müssen viele Kräfte zusammenwirken, mithelfen. Der Plan ist gelegt. Der Kanal ist geöffnet. Es ist nur jetzt zu bewerkstelligen, daß er sich weithin ausbreite nach allen Richtungen hin. Ich will ein Kloster errichten, in das die ganze Welt eintreten soll, die ganze katholische Christenheit. Ich will den Plan ausführen, den Mein Diener, Mein Statthalter in Rom durch Meinen Geist sich ausgedacht, indem er die ganze Welt unter die Obhut der Heiligen Familie zu Nazareth gestellt, damit das Familienleben soll und muß erneuert werden.

Denn wenn die Familie entartet ist, dann ist Meine Kirche entartet; wenn die Familie geadelt ist, dann ist Meine Kirche geadelt, und Meine Kirche, diese einzige Anstalt, die Ich gestiftet in Meiner Schöpfung, diese einzige Heilsanstalt, in der das Menschenherz gesunden kann, ist so entartet, daß es keiner Meiner Diener unter seiner Würde halten darf, Meine Worte zu hören von einem armen, unmündigen Werkzeug, das Ich Mir erwählt habe, ihn zu belehren und zu zeigen, wie er es anzustellen habe, wie er dazu beizutragen hat, daß dieses Geschlecht wieder emporgebracht werde.

Seht, je mehr die Sinnlichkeit überhandnimmt, je mehr das Menschengeschlecht dem Babylon zuströmt, je näher die Zeiten kommen wie damals, wo Ich das ganze Menschengeschlecht vertilgte, von der Erde hinwegschwemmte, desto näher rückt die Zeit, wo Ich Meinen Arm erheben muß, um das Menschengeschlecht zu strafen, um es zu vertilgen von der Erde. Aber siehe, Mein Freund, Ich kann es nicht, Ich kann dieses Geschlecht nicht vertilgen, denn Ich Selbst stehe unter ihm. Ich müßte ja Mich Selbst erst vernichten, Ich, Der Ich unter euch wohne im stillen Tabernakel, Tag und Nacht, und zusehe, wie das Menschengeschlecht sich hineinstürzt, wie Satan Ernte hält durch Sinnlichkeit, durch die große Vergnügungssucht und alles mit sich hineinzieht in die allgemeine Verderbnis des Unglaubens. Man gibt vor, man müsse das Volk nicht belehren, an Wunder zu glauben. Es gibt solche, die da sagen, man müsse aus den Schriften alles hinweglassen, was an Wunder grenzt, damit man nicht den Spott errege von Andersgläubigen. Alles verkehrt, alles verkehrt, Meine Freunde! Braucht ihr euch zu schämen eures Glaubens? Braucht ihr zu schauen auf Spötter, auf Andersgläubige, ja, auf hoch und nieder? Man sagt, man müsse sich mit dem Fürsten halten, und unsere Fürsten seien doch Andersgläubige, damit die Kirche nicht gar zu sehr gedrückt und unterdrückt werde, weil das Oberhaupt des Landes andersgläubig ist.

Du hast die Gewalt, die Ich dir übertrug, Mein Freund: Du trägst die Krone, eine andere, als sie der Kaiser und der König trägt, denn du trägst Meine Krone, die Dornenkrone, die Krone der Schmach trägst du. Ehe Ich aber ans Kreuz geschlagen wurde, habe Ich die Dornenkrone getragen, und ehe du siegen sollst, ehe die Kirche siegen wird, ehe das Kreuz vergoldet wird, mußt du die Dornenkrone tragen, die Schmach, die Lästerungen der Menschen auf dich nehmen.

Und ihr alle müßt Hand in Hand gehen, Meine Freunde, Meine Diener, ihr müßt es mit den Kleinen halten, mit jenen, die keine Schmach scheuen, die sich nicht fürchten vor dem Gerede der Menschen; denn wenn ihr es mit ihnen haltet, werden andere herbeikommen, die jetzt noch mit der Welt liebäugeln. Freilich seid ihr zu schwach, diese Welt zu erneuern mit euren Kräften, ihr müßt diese Kraft vervielfältigen. Ihr müßt nicht glauben, daß ihr diejenigen seid, die durch ihr Wort und durch den Beichtstuhl allein alles machen können. Ihr dürft es nicht unter eurer Würde halten, euch mit anderen zu verbinden; denn Ich bin der Weinstock und Ihr seid es mit Mir, die Reben sind alle Meine Glieder, die Reben aber sind mit dem Weinstock verbunden. Wenn der Weinstock Frucht bringt, so bringt er sie an den Reben. Nicht der Weinstock bringt die Frucht hervor, sondern die Reben. Wenn der Stock unter den Reben steht und sich nicht mit den Reben hält, dann steht die Rebe allein und ist abgerissen, und allein bringt sie keine Frucht, wenn du nicht glauben willst, daß Ich durch die Rebe spreche; die Rebe bringt die Frucht hervor, und es muß alles miteinander verbunden sein.

Das ganze Menschengeschlecht, das Christentum muß erneuert werden. Der Priester darf nicht auf der Kanzel stehen und schimpfen und schmähen über Dinge, die Ich da wirke in einer Seele, in einer demütigen Seele; denn erst muß eine Seele demütig sein, ehe Ich in sie herabsteige, erst muß sie über sich hinweggehen, dann erst kann Ich Mich würdigen, durch sie zu reden zu dir, und du darfst nicht auf die Kanzel treten, um Mein Werk zu vernichten.

Deswegen führe Ich ihn hinweg; entweder nehme Ich einen solchen ganz hinweg, oder Ich führe ihn hinweg. Die Zeit ist noch nicht gekommen, wo alles so geht, wie man es wünscht. Es kommt aber die Zeit, wo man froh sein wird, getan zu haben, was Ich gesagt, denn wenig werdet ihr ausrichten in der großen Menschenmasse, wenn ihr nicht herabsteigt, Meine Freunde. Ihr müßt herabsteigen, ihr müßt euch selbst vergessen, ihr müßt über euch hinweggehen, ihr müßt aus euch herausgehen, Meine Diener.

Denn wenn seine Untergebenen sehen, wie tiefgläubig derjenige ist, der da vor ihnen steht, den Ich an die Spitze gestellt habe, dann geht in manchen ein anderes Licht auf von der Religion, von dem Christenglauben. Dann denkt derjenige, den Ich mit zeitlichen Gütern gesegnet habe: Ja, ja, es wird doch so sein, wie man sagt, denn wenn man so werden muß und so tun muß, wie diese da tun, dann muß es doch etwas anderes sein, um in den Himmel zu kommen. Ja, ja, dann muß es etwas anderes sein, um in den Himmel zu kommen. Nicht wahr, wenn Ich Meine Kinder barfuß schicke, um von allen, die sie sehen, von rechts und links verlacht und verspottet zu werden, dann denkt sich mancher, dann ist es nicht so leicht, in den Himmel zu kommen. Wenn Ich sage, du, der du Geld hast, mußt dein Vermögen nehmen und diese guten Werke ausführen, nicht wahr, dann denkt dieser oder jener doch, mit meinen Kenntnissen werde ich nicht ankommen, wenn ich vor den Richter komme.

Viele gehen in sich und so allmählich werden auch Reiche dazu sich stellen und Meine Diener unterstützen. Man wird die Armen mehr unterstützen können. Und wenn du Almosen geben kannst, wenn du zu den Armen gehst, wenn du hie und da zu einer Kirche beisteuern kannst, wenn du einen Priester unterstützen kannst, dann wird das eine weitere Verbreitung finden, das Gebetsleben allmählich sich ausbreiten, und das Kloster in der ganzen Welt wird dastehen, ehe ihr es vermutet. In dieses sollen alle Menschen eintreten, alle Christen, die noch glauben an einen Gott, die noch glauben, daß Ich diese sichtbare Schöpfung dereinst betrat, um die Menschen zu retten.

Denkt doch, was dieses Geschlecht Mich kostete. Bin Ich doch dreiunddreißig Jahre unter ihnen gewandelt. Hätte Ich denn nicht dieses Geschlecht erlösen können mit einem Willensakt? Aber Ich wollte euch zeigen, was Ich euch jetzt lehren will: Nicht durch einen Willensakt wollte Ich die Menschheit erlösen von der Sünde, sondern mit großen Mühen und Opfern und großer Anstrengung wollte Ich dreiunddreißig Jahre unter euch wandeln und Mich gleichsam Selbst hindurcharbeiten, als müßte Ich Selbst die ganze Welt durcharbeiten und zu Meinem Vater führen. Also merkt es euch, Meine Freunde, durch euch selbst müßt ihr die Welt erneuern, durch euch selbst die Kirche zum Sieg führen. Kein Wunder will Ich wirken. Ihr selbst sollt der andere Christus sein, der hinaufsteigen muß an das Kreuz, und der angenagelt alles an sich ziehen muß. Durch euch will Ich die Kirche zum Sieg führen, Meine Freunde, die Ich euch an den Wendepunkt gestellt habe.

Was eure Vorgänger versäumt, vernachlässigt, herniedergezogen in den Staub durch ihre eigene Schuld, das müßt ihr durch eure eigene Macht und Kraft, die Ich in euch niedergelegt habe, wieder gutmachen und emporbringen, damit die ganze Welt an euch hinaufschaut, wie Ich Meiner Dienerin zeigte. Damals, als Papst Leo XIII. noch nicht lange auf dem Throne saß, und sie noch nicht ahnen konnte, was Ich mit ihr vorhabe, da zeigte Ich ihr Leo XIII. auf einem Berg und durch ihn, das heißt, durch den Päpstlichen Stuhl, den Stuhl Petri, das ist Meine heilige katholische Kirche. Dieser Mein Statthalter stand auf dem Berg, und von ihm aus ging ein Glanz über die ganze Welt, ein neuer Strahl, der alles durchdrang. Sie sah eine Sonne, die alles durchdrang, der nichts mehr widerstehen konnte. Das ist die Macht Meiner Kirche; sie soll hinaufgestellt werden auf den Berg, auf den alle Völker hinaufschauen, und von wo aus alle Völker sie sehen sollen.

Ihr seid die Werkzeuge, durch die Ich dieses schaffen will; ihr seid die vollen Ähren, die dastehen, und durch sie sollen viele ernährt werden. Ihr seid der Weizen, der alle ernähren soll und ernähren muß. Versteht ihr Mich? Ihr müßt zermalmt werden, und durch das Brot, das durch euch zurechtgemacht wird, sollen andere sich ernähren. Alle, die dastehen in der ganzen heiligen Kirche, sie sollen genährt werden durch das Brot, das durch euch geschaffen wird. In euch habe Ich niedergelegt Mein Wort, und durch euch will Ich die Völker belehren. Aber, damit auch das Wort nicht ohne Tat sei, damit ihr durch euer Beispiel das Volk heranzieht, muß das Wort verbunden sein mit einem tatkräftigen Lebenswandel, mit einem tiefgläubigen Gemüt müßt ihr dastehen unter dem Volk. Und ihr, die ihr die Nachfolger Meines Dieners Franziskus seid, den Ich wie einen goldenen Faden durch die ganze Geschichte der Kirche hindurchziehen werde, ihr müßt nicht nur das Volk belehren, sondern auch durch Gebet und ein tiefgläubiges Gemüt anderen Priestern vorleuchten, besonders aber durch Demut.

Darum fürchtet euch nicht, Meine Freunde, wenn ihr seht, daß man euer spottet, ja, wenn ihr selbst von denen noch, denen Ich Meine Gewalt übertrug, hie und da spitzfindige Reden hören müßt, dann greift zu der Demut. Wißt, daß ihr wahre Nachfolger Meiner und Meines Dieners Franziskus seid, der die Welt erneuern sollte, und die die Welt erneuern müssen.

Merkt es euch, Meine Freunde. Da muß es Menschen geben, die von Tür zu Tür betteln gehen. Freuet euch, wenn es euch mangelt, und geht hin und schämt euch nicht, Almosen zu nehmen; denn das tut ihr durch eure Brüder. Freuet euch, denn ihr seid das Werkzeug, durch das Ich die Welt Demut lehren will und muß; denn nur durch solche Personen und solche Meiner Kinder, die diesem Orden sich anschließen, will Ich die Welt erneuern. Deswegen merkt es euch, ihr seid Glieder dieses Ordens, und nicht allein ihr müßt barfuß gehen, sondern auch sie müssen barfuß gehen, weil ihr Glieder des Ordens seid, den Ich erwählt habe, die Welt zu erneuern. Geht morgen wieder mit freudigem Herzen, weil ihr wißt, daß ihr Franziskuskinder seid, der da, wenn man ihn ehren wollte, in einen Haufen Kot hineinhüpfte und sich stellte wie ein Narr, damit man ihn verspottete.

Euch, Meinen Kindern, brauche Ich das nicht anzuraten, denn die heutige Welt ist so gottlos, und daran könnt ihr es erkennen, daß selbst Kinder euer spotten. Niemals war die Welt so gesunken, denn als Franziskus erschien mit einem Sack bekleidet und barfuß daherkommend, anfangs waren es ja auch die Reichen, die sich schämen wollten, so ein Mitglied zu haben, da blickte man mit Ehrfurcht zu ihm auf. Jetzt, wo es so weit gekommen ist, daß selbst die Kinder sich erheben, um Meine Diener zu verspotten, so weit war die Welt noch nicht gekommen.

Früher gab es immer Völker, die Furcht hatten vor einem Gott und Ehrfurcht vor seinen Dienern. Jetzt ist es so weit gekommen, daß selbst die Armen, die Allerärmsten, die Kinder, daß sie im Mutterleib anfangen zu spotten und zu höhnen. In das Kind, ehe es geboren, wird der Spott und Hohn hineingelegt von der Mutter und dem Vater, der das Kind gezeugt hat. Da sollte es nicht an der Zeit sein, wo Ich Mich hören lasse, wo Ich rede durch ein Werkzeug, damit niemand sagen kann: Dieser oder jener gibt sich damit ab, Dinge zu träumen und zu erdichten. Es ist die Zeit gekommen, wo Meine Kinder sich zusammenscharen müssen, zu einem Bund zusammen. Dieses ist das große Kloster, das Ich errichten will. Vater und Mutter, Sohn und Tochter, Priester und Ordensmann, Bischof und Papst sollen Hand in Hand mitsammen arbeiten, das Gebetsleben vereinigt erneuern, sie sollen hinausziehen.

Seht, warum habe Ich durch Meinen Statthalter in Rom die Welt aufgefordert, in den letzten Jahren dieses Jahrhunderts Wallfahrten zu machen, vielleicht, um zum Faulenzen aufzufordern? Wohl schreibt einer Meiner Diener: Die viel Wallfahrten machen, werden selten heilig. Aber seht, das galt zu einer Zeit, wo man gläubig war. Jetzt aber, wo das Volk nur Vergnügungsreisen machen will, wo man sich nur spart am Munde ab, um wieder den Sonntag hier und dahin zu fliehen, das Geld zu verprassen, weil man nicht genug in den Schenken und Wirtschaften verprassen kann, hinauszuziehen auf das Land, um damit eine Tour zu verbinden, wie die Welt sich ausdrückt, da sollte Ich Meine Kinder nicht anhalten, um andere Touren zu machen, diese Fluren wieder zu heiligen durch das Gebet frommer Seelen?

Das ist der Grund, warum Ich Meinen Statthalter aufforderte, das gläubige Volk aufzufordern, möglichst viele Wallfahrten zu machen in den letzten Jahren dieses Jahrhunderts. Alles hat seine Bedeutung, alles hat seinen wichtigen Grund, wenn Ich so Meine Dienerinnen hinausschicke. Wohl ist es ja ein kleiner Kreis, den sie umgehen können. Was war denn Palästina, wo Ich wandelte, und doch bin Ich die ganze Welt durchwandert. So wie Ich nur das kleine Palästina mit Meinen Fußtritten heiligte und das Volk lehrte, aber doch dieser kleine Keim, den Ich ausstreute, durch die ganze Welt dahinfloß, so soll und wird die ganze Welt geheiligt werden durch Meinen Statthalter, der da ganz in Verbindung steht mit Meiner Dienerin, denn so wie Ich Ihm schon oft gezeigt, verkehrt er mit Mir wie Ich mit ihr, und er verbindet sich mit ihr, wenn auch unsichtbar und im Geiste, weil er einer jener Diener ist, der da tieflebendig glaubt, durch den Ich gerade so wirke, wie Ich hier wirke.

Darum zieht hin, Meine Kinder, und freuet euch, wenn der Spott und Hohn euch nicht mangelt. Wißt, daß doch unter den Spottenden hie und da noch Seelen sind, die in sich gehen und denken: Es muß doch etwas Großes sein, die müssen etwas anstreben, was wir nicht begreifen, man muß sich tief demütigen und tiefer gläubig werden. Das ist es, was Ich bezwecken will durch Wallfahrten. Und nun, Meine Kinder, damit Ich nicht allzulang euch aufhalte, saget Meinen Dienern, daß nie und nimmer ihr Wort könne Eingang finden in den Herzen der gläubigen Christen, solange sie sich nicht anschließen an ein tiefgläubiges Leben. Durch große Reden wird niemand bekehrt. Das wird angestaunt, da kommen auch die Ungläubigen, aber sie gehen hinaus und sagen sich: Ja, der hat mal gesprochen, das ist ein tüchtiger Redner, also ein tüchtiger Sprecher.

So sprechen alle die Großsprecher, aber ihnen zu zeigen, mit Entschiedenheit und Mut hindurchzugehen durch dieses Volk, das da rechts und links nur Spott hat für sie, für die Priester, und Ihm zu zeigen, daß sie nicht da sind, dem Volke gute Tage zu predigen, sondern das Volk zur Armut anzuleiten, zur Demut, damit die Armen diese Armut nicht so drückend finden, die Reichen anzuleiten, damit sie von ihrem Vermögen gern mitteilen und sich sagen: ‚Ja, das geht nicht so, ich muß meinen Reichtum hergeben, ich darf ihn nicht behalten, sonst kommen diese und jene, und nehmen mir ihn weg.‘ So mußt du vor die Reichen hintreten. Das tust du schon wohl lange. Du mußt aber fortfahren und dich selbst erniedrigen und verdemütigen, du mußt, um Kraft zu besitzen, dich mit frommen Seelen verbinden, und damit du dieses kannst, darauf hinarbeiten, daß es jungfräuliche Seelen gibt in der Welt. Der jungfräuliche Stand soll gehoben werden. Du mußt nicht das Gerede der Menschen scheuen. Das Menschenherz ist schwach. Einige bleiben nur eine Zeitlang standhaft. Auf einmal kommt Satan und gibt ihnen etwas anderes ein, und weg sind die guten Gedanken, die sie sich gefaßt.

Darum darfst du nicht irre werden. Es gibt wieder eine andere Seele, die gute Kerne in sich trägt. O müßte Ich nicht erleben, daß es vielen Seelen so geht, wie Meiner Kleinen hier. Freilich muß der Priester prüfen; freilich bin Ich bereit, jeder Seele in Überfluß so viele Gnaden zu geben, daß sie aushalten kann, aber sieh, nicht alle sind gleich stark. Es gibt Seelen, die schwach sind, die es nicht ertragen können, von Satan und ebenso Hand in Hand von allen Seiten unterdrückt und verfolgt zu werden. Wenn Ich prüfe, mußt du nicht prüfen, und wenn du prüfen willst, und du hast gesehen, daß eine Seele guten Willen hat, mußt du zufrieden sein, und wenn sie auch fällt, mußt du immer wieder anfangen und den Mut nicht verlieren.

Du mußt an dich selber denken, wie arm und schwach du bist, wie schnell du den Mut verlierst, wenn Ich komme mit Trockenheit, und wenn Versuchungen auf dich einstürmen, was Ich tue mit jedem Menschenherzen und besonders mit dem Priester, weil ja der Priester am ersten berufen ist zur Heiligkeit. Deswegen werde nicht mutlos, wenn du solche findest, die nur eine Zeitlang standhalten, Jungfrauen oder Witwen; denn eine Witwe, die ihren Stand hält wie eine Jungfrau, kann in vielem der Jungfrau nachfolgen, wenn sie auch das kostbare Gut, das eine Jungfrau, die ganz jungfräulich lebt für Mich allein, nicht so erreichen kann; denn nur die Jungfrauen folgen dem Lamme nach; aber doch ist die Witwe angeschlossen an die Jungfrau.

Ich habe euch nun erklärt, was Ich vorhabe mit der menschlichen Gesellschaft, der Christenheit. Erstens ist die Kirche die einzige Heilsanstalt, in der Ich lebe und wirke. Also werdet nicht irre, wenn Ich rede, wenn Ich Mir ein Werkzeug erwähle, das ganz unscheinbar dasteht in der menschlichen Gesellschaft. Werdet nicht irre, wenn ihr seht, daß ein Gott so kleinlich tut und kommt zu einem Geschöpf, das ganz unter Seiner Würde steht. Das ist aber nicht der Fall, das steht nicht unter Seiner Würde. Eine jede Seele, die da geschaffen ist, trägt Mein göttliches Ebenbild an sich und damit ist alles gesagt. Nun lebt wohl, Meine Kinder, und freut euch und singt Mir ein schönes Liedchen, Meiner Mutter zu Ehren.“

Barbara: „O lieber Jesus! Was soll Frau N. denn tun angesichts dieser Beleidigung?“

Jesus: „Geduld, Meine Tochter! Du sollst dich anschließen an den Liebesbund. Du mußt bearbeitet werden. Du sollst selbst aus dir herausgehen und dich bearbeiten lassen durch Meinen Geist. Du mußt über dich hinweggehen. Wisse, daß Ich dreiunddreißig Jahre auf der Welt gewandelt bin, und allen Spott und Hohn der Menschen ertrug. Weil du abgeschliffen werden sollst, deswegen lasse Ich zu, daß Großes dir vorkomme. Du mußt geübt werden in Leiden und Verdemütigungen. Du sollst gedemütigt werden, und deshalb ruhig weitergehen.“

Lied: Hochpreiset meine Seele ...

Barbara: „O ich danke dir, lieber, heiliger Erzengel Michael mit all den heiligen Engeln. O stehe uns bei, wenn wir die Wallfahrten machen, daß uns die bösen Menschen nicht schaden können.“

Michael: „Das ist eine der Aufgaben, warum ich komme. Siehe, als die Engel anfingen zu sündigen, als zum ersten Mal der Kampf sich erhob gegen den Schöpfer, da trat ich auf, um meinem Schöpfer Recht zu schaffen. Ich zog durch die Himmel wie ein Blitz und fragte alle Bewohner: ‚Wer ist wie Gott?‘ Mit diesem einen Schlagwort zeigte sich der Kampf, der da wütete unter den Geschöpfen, zum ersten Male unter den Geschöpfen.

Meine Brüder, meine Schwestern! Ist es denkbar, daß es Geschöpfe geben sollte, die sich auflehnen gegen den Schöpfer? Und doch war dieses in der ersten Schöpfung schon der Fall, und ihr, die ihr minder geschaffen seid, denn ihr seid ja aus der Erde genommen, tragt ja einen Teil der Erde mit euch herum zum Zeichen, zur Erinnerung, daß ihr ja nicht vergeßt, woher ihr stammt und wohin ihr geht. Seht, dieser arme Leib, der da aus der Erde genommen, er stammt aus der Erde und geht wieder zur Erde zurück und doch, ist es möglich, muß man fragen, daß dieses Geschlecht sich auflehne gegen seinen Schöpfer? Die Zeit ist gekommen, wo der Kampf wütend und mächtig entbrannt ist. Es muß einen Michael geben, der durch diese Schöpfung zieht und die Geschöpfe fragt: ‚Wer ist wie Gott?‘

Darum fürchtet euch nicht, meine Kinder! Seht diesen Schirm, mit dem ich abgebildet werde, er ist und soll und muß der Schild sein, der euch waffnet. Die Starkmut ist es, einen Löwenmut müßt ihr haben, einen tiefen Glauben müßt ihr haben. Denn weil wir nicht zu glauben brauchten, wir sahen ja unseren Schöpfer von Angesicht zu Angesicht, deswegen wurden diejenigen, die da von Angesicht zu Angesicht diesen Gott schauen, diesen ihren Erschaffer, plötzlich und urplötzlich hinabgestürzt in den Abgrund, gestraft auf ewig und ewig, auf immer und ewig! Deswegen hat der Herr so viel Nachsicht mit euch, daß eure Prüfung eine ganze lange Lebenszeit dauert. Deswegen müßt ihr im Glauben euch bewähren, und am Glauben wollen so viele Geschöpfe Schiffbruch leiden. Diesen einen Prüfungsstein wollen sie hinwegwerfen, der da ist der Glaube. Wir brauchten keine lange Prüfungszeit, wir schauten unseren Schöpfer; ihr aber, die ihr aus der Erde herausgenommen, mit euch hat Er Nachsicht. O danket dafür, daß Er euch eine ganze lange Lebenszeit zur Prüfungszeit gesetzt, damit ihr die Räume einnehmen könnt, die die Engel sich verscherzten durch die Empörung gegen den Schöpfer.

Gehet hin und sagt es euren Brüdern und Schwestern, daß wir jedesmal mit euch ziehen, wenn ihr hinauszieht, wenn ein Lied oder Gespräch angestimmt wird, daß wir sofort uns mit euch in Verbindung setzen. Was die katholische Kirche lehrt, ist so tief wahr, daß kein Tüpfelchen auf dem ‚i‘ fehlt. Wenn eine Seele erleuchtet vom Heiligen Geiste Gottes hindurchschaut durch diesen Schleier, der da den Kindern der Kirche vorgehalten ist – denn jedes katholische Kind schaut wie durch einen Schleier, das ist der Glaube, hie und da erweckt der Herr eine Seele, wo Er den Schleier ein wenig hinwegzieht, und sie schaut mehr als andere, wie dies hier der Fall ist –, dann schaut diese die Verbindung der triumphierenden Kirche mit der streitenden Kirche auf Erden. Überall ist die streitende Kirche vereinigt mit der triumphierenden Kirche, ja selbst hinüber in die leidende Kirche geht die Verbindung der triumphierenden Kirche, obwohl sie nichts mehr wirken kann.

Der höchste Seraph, ja selbst die höchste Majestät, Gottes Sohn Selbst, Der euer Bruder geworden ist, Er kann nicht mehr wirken in die leidende Kirche hinein, weil Seine Gerechtigkeit in Kraft getreten ist, und Er diese ihrem Schicksal überlassen muß. Sie muß erst die Schlacken, die sie an sich hat, hinwegbüßen, dann erst vereinigt Er sie mit der triumphierenden Kirche. Deswegen vereinigen wir uns mit der streitenden Kirche. Hier geht es Hand in Hand. Wir bearbeiten die streitende Kirche, damit diese recht viel verdienen für unsere Brüder und Schwestern, die die leidende Kirche ausmachen, und so findet ein beständiger Austausch statt, so daß ein beständiger Wechsel in Kraft gehen kann, wie bei einer Maschine Rad in Rad greift, damit das ganze Werk ihrem Endziel entgegengeht.

Das ist die große Maschine der streitenden und triumphierenden Kirche, sie erzeugt ein und dasselbe: Die Ehre ihres allmächtigen Gottes. Der Zweck dieser einen Maschine ist die Ehre ihres großen, allmächtigen Gottes, und diese Maschine dreht sich Hand in Hand. Die leidende, streitende und triumphierende Kirche ist die eine Maschine, welche die große Verherrlichung Gottes ausmacht. Darum freuet euch, daß ihr wißt, daß, wenn ein guter Gedanke euch in den Sinn kommt, wir uns jedesmal freuen, wenn wir etwas hinzutragen haben. Wenn ihr euch angetrieben fühlt, Almosen zu geben, zu beten, gute Werke zu gründen, so denkt, ihr wollt es besonders der leidenden Kirche zuwenden, damit dieser Austausch um so mächtiger wird. Je mehr ihr über euch hinweggeht und eure Brüder bedenkt, desto mehr wird Gott verherrlicht. Je mehr ihr an euch denkt und euch in den Vordergrund stellt, sei es auch eure Heiligung, desto weniger wird Gott verherrlicht und desto weniger Verdienst habt ihr.

Wenn ihr aber denkt, ich will mich bestreben, ein Heiliger, eine Heilige zu werden, nicht nur den gewöhnlichen Christenweg zu gehen, sondern mehr zu tun, um näher zu Gott zu kommen, ich will aber alle meine Verdienste den Armen Seelen schenken und auf mich verzichten, und sie jenen zukommen lassen, die der Herr schon zu Sich gerufen, dann habt ihr immer doppeltes Verdienst, es schadet euch nichts, ihr gewinnt doppelt, weil ihr doppelt die Ehre Gottes befördert. Erstens habt ihr Verdienste durch eure Barmherzigkeit und Demut, zweitens Seine Ehre wird um so mehr befördert und gehoben, sooft eine Seele in den Himmel eingeht; denn es wird jedesmal die Ehre Gottes um einen Grad vermehrt, denn dann gibt es ein Geschöpf, das die Stelle eines gefallenen Engels einnimmt.

Darum, meine Kinder, werdet nicht müde, arbeitet an euch, geht hin, wo der Herr euch hinschickt, denn ihr wißt, obwohl anders geschaffen als wir, sollt ihr dereinst dieselbe Stelle einnehmen, mächtige Herrscher, Könige und Kaiser, Prinzessinnen sollt ihr sein. Nicht wahr, der Herr sagte dir am Mittwoch, ihr seid Prinzessinnen des einen, großen Königs, dem ihr hier auf Erden dient und entgegengeht, um dort mit Ihm zu herrschen und ewig mit Ihm zu triumphieren.“

Als Barbara und ihre beiden Freundinnen die Wallfahrt zur Gnadenstätte des heiligen Rochus machten, sagte der Herr:

Jesus: „Ihr seid Prinzessinnen des großen Königs, und deshalb schickt Er Seine Hofdamen, euch zu begleiten. Jetzt vertretet sie aber auch würdig und betragt euch wie Prinzessinnen.“

Im Hochamt bei der heiligen Wandlung erschien der heilige Rochus als Ritter gekleidet in kostbaren Schmuck. Er sagte:

Heiliger Rochus: „Ihr glücklichen Bewohner des Rheingaus! Kämpfet, ringet um das kostbarste Gut, euren heiligen Glauben zu bewahren.“

312 Herz-Jesu-Freitag am 1. September 1899

„Niemand wird gerettet werden, der sich nicht entschließen kann, dieser sinnlichen Welt zu entsagen.“

Lied: Jesu, Jesu, komm zu mir ...

Barbara: „Mein Jesus, o allerliebster Bräutigam meiner Seele, ich sage Dir Dank, daß Du mich heimsuchst in dieser heiligen Stunde. Ich bete Dich an aus dem Abgrund meines Nichts. Ich danke Dir für alle empfangenen Gnaden und Wohltaten. Reinige zuvor meine Lippen, wie Du die Lippen des Propheten gereinigt hast, bevor ich Deine Worte nachspreche. O ich bereue von Herzen alle meine Sünden, die Sünden meines ganzen Lebens, besonders, die ich diese Woche begangen. Verzeihe mir, o mein Jesus, um Deiner unendlichen Verdienste willen, um der Liebe willen, daß Du Dich würdigest herabzusteigen zu einer Sünderin.“

Jesus: „Meine Kinder! Ich komme mit großem Gefolge. Sieh, alle, die du hier siehst, sind Meine Freunde, Meine Freundinnen, die euch vorausgeeilt, die alle mit euch vereinigt, Tag für Tag bitten vor Meinem Thron, vor dem Thron der Majestät des unendlich heiligen Gottes, daß ihr standhaltet in all den Prüfungen, die über euch schon ergangen sind und noch an euch herantreten werden. Seht, Meine Kinder, alle, soweit dein Auge reicht, sind eure Brüder, eure Schwestern. Sie alle lebten in der Welt, mitten in der Welt, waren Menschen wie ihr, aber sie lebten nicht mit der Welt, nicht für die Welt.

Also, Meine Kinder, wer gerettet werden will, muß sich anschließen an den Geist, den Ich ausgießen will über die Menschheit. Seht, wenn ihr die Schriften lest, die Meine Worte enthalten, und es sind wahrlich viele Worte, die Ich bereits in den acht Jahren schon mit dir rede und durch dich rede, dann werdet ihr finden, daß es keine Kleinigkeit ist, um in den Himmel zu kommen; denn viel Spott und Hohn muß derjenige ertragen, der Mir nachfolgen will, der Mein Jünger sein will. Und dieser Spott und Hohn hat wahrlich euch noch nicht gefehlt, seitdem es bekannt geworden ist, daß Ich mit euch rede.

Wenn Ich nun nicht mit jedem so umgehe, wie Ich mit euch umgehe, und deswegen jene auch nicht so öffentlich beschimpft und verspottet und getadelt werden, so ist und bleibt es aber dennoch wahr, daß diejenigen, die gerettet werden wollen in der heutigen Zeit, sich anschließen müssen an den Geist, Den Ich ausgieße durch euch. Die ganze Welt ist überflutet von Leichtlebigkeit, von Genußsucht, von Habsucht, von Hoffart des Lebens. Deswegen schützt kein Stand und kein Beruf mehr vor dem Abfall des Glaubens.

Seht euch um unter dem Priestertum, das Ich in erster Linie berufen habe, Mir nachzufolgen, ja, dem Ich Meine Gewalt übertrug, die Binde- und Lösegewalt, das ein anderer Christus ist und darum Mein Leben vorstellt und vorbilden soll, das vorbildlich ist der neue Christus, Der da fortleben soll, solange es Christen gibt, seht euch um, sage Ich, woher der große Abfall kommt unter dem Priestertum in heutiger Zeit.

(Hier bekam Barbara einen Erstickungsanfall und mußte mittendrin siebenmal rufen: „Sühne, Sühne, für die Priester.“)

Seht, nicht die große Gelehrsamkeit, nicht die beredte Zunge ist es, durch die Ich Meinen Geist ausgieße über die Menschen. Wenig, wenig richtet eine beredte Zunge aus, ein gelehrter Geist auch unter seinen Mitmenschen, wenn er nicht zugleich ein tiefgläubiger, ein demütiger, ein dem Gebetsleben ergebener Priester ist. Tag für Tag soll unter euren Augen die Bestätigung stattfinden, die Bestätigung Meiner Worte.

Seht, alle, die da dem Abfall nahe oder schon abgefallen sind unter dem Priestertum, sind meistens gelehrte Männer, haben meistens beredte Zungen, aber eine Leichtlebigkeit, wie sie die ganze menschliche Gesellschaft in sich birgt in heutiger Zeit, hat sie mit hineingeschwemmt in die Zeitgenossenschaft, und diese hat sie umstrickt, daß sie den Glauben über Bord werfen.

Dann kommt Satan hinzu mit Versuchungen, und es ist geschehen um sie. Wenn nun unter dem Priestertum so vieles vorkommt, was dazu beiträgt, daß das Menschengeschlecht wie Schneeflocken der Hölle zueilt, wo soll Ich Mich dann hinwenden, wo sind dann diejenigen, die auf guten Wegen wandeln? Und doch bin Ich vom Himmel herabgestiegen, um das Menschengeschlecht zu erlösen, und doch blutet Mir das Herz in allen Tabernakeln, wo Ich wohne, wenn Ich hinschaue über dieses Geschlecht.

Seht nun, Meine Kinder, alle die Heiligen Gottes, die hier zugegen sind, die Mich begleiten, sind gekommen, um euch Zeugnis zu geben, welchen Weg ihr zu wandeln habt. Niemand wird gerettet werden, der sich nicht entschließen kann, dieser sinnlichen Welt zu entsagen. Nicht jeder, der zu Mir sagt ‚Herr, Herr‘, wird eingehen in das Himmelreich, sondern derjenige, der da tut den Willen Meines Vaters, Der im Himmel ist. Merkt es euch, Meine Kinder! Es wird viel gepredigt, und doch sieht man wenig Früchte. Darum komme Ich, um den Menschen zu zeigen, um die Worte zu bestätigen, die Meine Diener ausstreuen auf der Kanzel und im Beichtstuhl. Alles, was im Evangelium niedergeschrieben ist und was von der Kanzel herab gepredigt wird, will Ich nur bestätigen durch Meine Diener, in denen Ich rede. Schlagt die Schriften auf von einem Heinrich Suso, von einer Hildegardis, von einer Brigitta, von all den Dienern und Dienerinnen, durch die Ich reden wollte, und ihr alle werdet finden, daß Ich gerade so sprach, wie Ich jetzt rede durch Meine Kleine, nicht für sie, sondern durch sie für andere.

Ich erwähle Mir Werkzeuge, um durch sie zu reden. Und alle, die sich anschließen an den Geist, Der da bestätigt wird in den Schriften, Der da Mein Geist ist, sollen und werden gerettet werden. Immer, wenn Ich so redete durch eine Seele, wurde das Glaubensleben erneuert; denn wenn die Menschen das Wort Gottes auch hören von der Kanzel herab, gehen sie heraus aus der Predigt und fahren fort wie bisher. Wenn Ich aber dieses Wort zu einem lebendigen Worte mache, wie Ich es immer tue, wenn Ich durch eine Seele rede, da wird das Wort lebendig, dann denken viele, die die Schriften lesen, oder die Augenzeugen sind von der Wirklichkeit, daß Ich es bin. Diese denken dann ganz anders als ihre Zeitgenossen, und das Glaubensleben wird erneuert und lebendig in allen, die es lesen und hören.

So will Ich es jetzt wieder tun. O schließt euch dem Geist an, den Ich ausgieße durch Meine Kleine. Seht, Ich verlange nicht zuviel. Niemanden will Ich herausreißen aus dem Stand, in den Ich ihn hineingestellt, aber Ich will ihm zeigen, wie er sein Kreuz tragen soll, wie er leben soll mitten in der Welt, aber doch nicht von der Welt und mit der Welt. Alle, die da gerettet werden wollen, müssen sich zusammenscharen zu einem Bund. Ein Kloster will Ich gründen, einen Orden, in den alle eintreten sollen, die da sollen und wollen gerettet werden. Der Orden, in den alle eintreten können, ist der, den Mein Diener Franziskus gestiftet, und den Ich jetzt nur bestätigt und weit ausgedehnt wissen will. Die Eheleute sollen eintreten, womöglichst schon bei der Trauung, und wenn nicht bei der Trauung, sollen sie darauf hinarbeiten, daß sobald wie möglich die Frau den Mann dafür gewinne oder der Mann die Frau. Die Jungfrauen, die in der Welt leben, sie sollen alle, alle dem dritten Orden angehören und leben, so wie Ich es ausgieße durch Meinen Geist in den Schriften, damit die Kirche recht viele Blüten und Blumen aufzuweisen hat; denn die Jungfrauen sind die Blumen im Garten Gottes, im Garten Meiner Kirche.

An sie anschließen sollen sich in allernächster Nähe die Witwen, denen Ich nun einmal den Ehegatten hinweggerissen, die, wenn es äußerst möglich ist, daß sie sich durchs Leben hindurchschlagen können, sich nicht mehr verheiraten sollen. Sie sollen sich anschließen an die Jungfrauen und dazu beitragen, daß das Erdreich Meiner Kirche erneuert werde.

Die Eheleute sollen ihre Kinder erziehen nach den Vorschriften, die Ich schon oft angegeben habe, ihr Kreuz tragen und das Kreuz, das sie mit den Kindern haben, wenn sie nicht alles an ihnen so anbringen, wie sie es wünschen, denn jeder Mensch hat seine bösen Neigungen und Launen, und diese müssen die Eltern mit ertragen an ihren Kindern. Wenn dann nicht alles so gerät, wie sie es wünschen, sollen sie zur Geduld greifen und durch Geduld retten, was sie nicht durch Gebet und durch Strenge retten können.

Die Ordensleute, o wie viele gibt es in der Welt, ja, ja, Ich muß es klagen, wären alle Orden in der ganzen Welt so geschaffen, wie sie ursprünglich waren, als der Gründer oder die Gründerin sie hervorbrachten, es wäre die menschliche Gesellschaft allein zu retten durch das Gebetsleben dieser Ordensleute. Aber, aber, wie ist der Weltgeist hineingedrungen in diese verschiedenen Orden, wie sucht man ein bequemes Leben, und möglichst viel Gutes sich zu verschaffen. Man gibt vor, es sei nur, damit man auch Arme könne aufnehmen, aber vielfach ist nur der Zweck derjenige, um leicht und bequem dahinleben zu können, ohne Sorgen, sich gut einzurichten, damit die Weltleute, wenn sie hineinkommen, nicht so abgestoßen werden, die Reichen wenigstens, damit sie auch dort sehen, daß der Reichtum gilt vor Gott und den Menschen. Alles verkehrt, Meine Kinder, alles verkehrt!

Geht nach W. in das Kloster H. und lernt, Meine Kinder, lernt an jenen Klosterfrauen, die Armut lieben. Geht in jene beschaulichen Orden, wo man noch lebt nach der Regel der ersten Stifter oder Stifterinnen, und so macht es, möget ihr Krankenpflege zu üben haben oder Kinder zu belehren. Einfach sollt ihr leben, nicht nach der Mode der Weltkinder, damit das Erdreich erneuert werde, damit das Gebetsleben könne eifriger geübt und gepflegt werden. Denn die übertriebene Reinlichkeit, das übertriebene Halten auf Ordnung und gute Sitten in den verschiedenen Orden, so daß die ganzen Tage nur dazu verwendet werden müssen zu Putz und Mode, trägt wenig zu Meiner Ehre bei; denn es gehört auch zu der Mode, daß alles so peinlich aufgeputzt und aufgescheuert sein muß Tag für Tag. Dieses ist nun neueste Mode geworden.

In früherer Zeit, wo Mein Diener Franziskus lebte, wo eine heilige Hildegard lebte, eine heilige Brigitta und alle, die sich heiligten in den Orden, war es noch nicht so Mode, wie es jetzt ist, nur zu putzen und zu scheuern. Da wurde das Gebetsleben geübt und gepflegt, da wurden Heilige gebildet. Und so möchte Ich es wissen, daß man darauf bedacht sei, eine Stunde sich loszuringen, vor dem Tabernakel zu knien und für die armen, verkommenen Menschen zu beten, die da in der Welt leben, die Mich nicht kennen. Ein Gebetsleben will Ich bilden, einen Damm will Ich bilden, und Ich werde nicht eher ruhen und rasten, bis dieser Damm errichtet ist. Wenn man auch sagt, es sei immer das nämliche. Ja, ja, Meine Kinder, es ist immer das nämliche, solange es das nämliche Evangelium ist, das man predigt von der Kanzel herab. Denn sieh, Meine Kleine, solange die Worte, die Ich mit dir rede, mit dem Evangelium gehen, solange kann sie keiner Meiner Diener verwerfen, denn es sind und bleiben Meine Worte.

Darum, Meine Kinder, freuet euch, daß durch eure Mitwirkung das Gebetsleben errichtet worden ist in St. Quintin, in dieser verkommenen Stadt, die da stinkt vor modernden Leichnamen; in dieser Stadt, wo die sittliche Verderbnis so überhand genommen, daß die Familien so zerrissen und zermalmt sind von der modernen Zeit, daß sie wie tote Leichname umherliegen, abgerissen von Meinem heiligen Leibe, von Meinem mystischen Leibe; denn die Ehen dieser Stadt sind so entzweit, daß Ich Mein Auge abgewendet habe und sie ihrem Schicksal überlasse.

Die wenigen, die da noch sind und stehen, und an denen Ich noch Meine Freude habe, sollen und müssen sich anschließen an den Bund, den Ich geschlossen habe in St. Quintin. Die Männer, die da am Abend eine Stunde beiwohnen und sich mit dem Weibe vereinigen, sind gerettet. Diejenigen aber, die sich nicht anschließen, werden von Tag zu Tag abwärtsgehen. Darum arbeitet ihr alle, die ihr Mitglieder dieses Bundes seid, an all euren Mitgliedern, die hineinzweigen in eure Familie, daß sie sich anschließen, damit der Damm möglichst groß werde. Deswegen wünsche Ich, daß viele Priester die Schriften lesen und darauf hinarbeiten, daß der erste Freitag ein geheiligter Tag werde für das christliche Volk, daß viele darauf hinarbeiten, daß der dritte Orden gehoben werde, was ja Mein Statthalter in Rom wünscht, und nur durch den dritten Orden soll die Welt erneuert werden.

Dies ist es, was Ich schon jahrelang mit euch gesprochen, weswegen Ich dir gezeigt, daß die Seelen, die dem dritten Orden angehörten, nicht lange im Fegefeuer zu leiden haben, weil Ich wünsche und durch Meinen Statthalter verkünden ließ, daß der dritte Orden sich ausbreite in der ganzen Welt, weil er alles das angibt, was Ich hier bei Meiner Dienerin auch angebe. Wenig brauchen die Mitglieder zu fasten, aber beten sollen sie, beten, ein Gebetsleben führen, dem Vergnügen entsagen, ihr Kreuz mit Geduld tragen. Geht nur hin, Meine Kinder, und grüßet Mir alle recht herzlich, die sich im Geist an euch anschließen.“

Barbara: „O Herr, was hast Du denn mit diesem Mädchen vor, soll sie denn in ein Kloster gehen?“

Jesus: „Sie soll vorerst in eine Stelle gehen und kämpfen gegen die bösen Lüste. Freilich wünschte Ich, daß sie Jungfrau bliebe. Ich wünschte, daß recht viele Jungfrauen, besonders diejenigen, die Ich gehalten habe von Jugend auf, daß sie ein reines Leben führten, aber Ich zwinge niemand. Zum Ehestand brauche Ich niemand aufzufordern, weil da alle Menschen geneigt sind, die Sinnlichkeit, die bösen Lüste in sich zu befriedigen. Die Sinnlichkeit war die erste Sünde. Diese ist von Adam auf alle Menschen übergegangen. Deswegen sind diejenigen, die diese Lüste niederkämpfen in sich, Meine auserwählten Kinder, diejenigen, in die Ich herabsteige, und in denen Ich wohne bis zum Ende der Tage. Aber weil Ich auch den Ehestand eingesetzt habe zur Fortpflanzung des Menschengeschlechtes, weil er bestimmt ist, die Lücken auszufüllen, die die gefallenen Engel Mir bereitet, habe Ich so eine Heilsanstalt getroffen, um den Ehestand zu heiligen und zu adeln.

Deswegen will Ich auch den Ehestand heiligen, und heilige Eheleute muß Ich haben. Wenn nun eine christliche Jungfrau sich nicht stark genug fühlt, den jungfräulichen Stand zu halten, dann zürne Ich ihr nicht, wenn sie den Ehestand wählt, denn sie soll anderen Eheleuten voranleuchten mit gutem Beispiel, ihr Kreuz auf sich nehmen und Mir nachfolgen, ihre Kinder gut erziehen. Wenn sie aber Jungfrau bleibt, wird eine herrliche Krone ihrer warten. Dasselbe sage Ich auch deiner Tochter N. Sie soll sich prüfen noch eine Zeitlang, noch zwei, drei Jahre. Wenn sie dann stark genug geworden ist, kann sie immer noch in einen Orden eintreten. Lieber ist es Mir, eine wackere, tüchtige Ehefrau sein, als eine schläfrige, laue, nichtsnutzige Ordensfrau, denn eine Jungfrau, die da zu gar nichts steht, ihr Leben dahinschläft in Lauheit, bringt Mir keine Ehre und keinen Ruhm.

Ich verlange von jedem einen starken Widerstand, einen Starkmut; entweder so oder so, dies verlange Ich von jedem Menschen, von jeder Seele: Ein Entweder-Oder. Entweder mußt du zu Mir stehen im Ehestand oder in der Welt, oder du mußt gegen Mich stehen. Einen Mittelweg gibt es nicht, sondern alle, die da den lauen Weg gehen, werde Ich ausspeien aus Meinem Mund.

Kampf und wieder Kampf verlange Ich. Und daß Satan so große Ernte hält in der heutigen Zeit, ist, weil die Christen zu wenig kämpfen, weil sie ein laues, leichtfertiges Leben führen wollen, und Satan, der dieses merkt, hat Helfershelfer genug, um dieses leichtfertige Leben zu befriedigen. Seht, daher kommt diese große Sinnlichkeit, die von Satan nur ersonnen wird, um Leichtfertige in sein Garn zu ziehen. Er läßt Spiele und Tänze aufziehen, um alle die Lauen in sein Netz einzufangen, mögen sie im Ehestand oder im jungfräulichen Stand stehen. Er weiß es anzupacken, um sie hineintanzen zu lassen in den furchtbaren Abgrund der Hölle.

Auf, Meine Kinder, auf, helfet Mir, daß Satans Reich zerstört wird! Ihr müßt büßen und sühnen für eure Mitbrüder, Opfer bringen für eure Mitbrüder; denn so wie Satan treibt und jagt, so muß Ich treiben und jagen, wenn sie es nicht freiwillig tun, indem Ich dem einen ein schweres Kreuz auf die Schultern lege, der noch so halb und halb mit der Welt liebäugeln möchte, Ich lege ihm dann ein schweres Kreuz auf die Schulter, um ihn zur Einsicht zu bringen, um ihn an Mich zu ziehen, dem anderen nehme Ich denjenigen hinweg, der Mir hinderlich ist, der Mir im Weg steht, damit er sich zu Mir geselle, und er sich einzig und allein Mir beigeselle. Dies verlange Ich auch von dir (eine Witwe). Deine einzige Aufgabe soll sein, Mir zu gefallen und Mir zu dienen. Deshalb habe Ich dir deinen Mann von der Seite genommen, damit du kein Hindernis hast. Siehe, so viele Menschen gehen dem Verderben zu, so viele deinesgleichen gibt es, die leben mit der Welt, die liebäugeln mit der Welt. Du sollst ein Apostel werden, du sollst Mir Seelen retten, und ihr alle, ihr sollt Mir Seelen retten. Helft Mir, Meine Kinder, helft Mir!“

Barbara: „O Herr! Frau N. empfiehlt Dir die Angelegenheit ihres Bruders, und Du möchtest ihr doch ihre Gesundheit ein wenig heben. Siehe, sie hat doch auch viele Mühe mit dem Schreiben.“

Jesus: „Alles nach und nach, Meine Kinder! Seht, jeder, der sich anschließt und der gerettet wird und gerettet werden will, wird erst abgeschliffen. Er muß wie ein Edelstein glänzen unter Meinen Heiligen. Das will aber viel, viel heißen, Meine Kinder. Einen Edelstein aus sich bilden lassen, da wird er erst behämmert und beschlagen und dann abgeschliffen, damit auch der Glanz sich ausbreiten kann. Das sind die vielen Unvollkommenheiten, die jeder Mensch an sich hat, die müssen durch Leiden abgebüßt und abgehämmert und abgeschliffen werden. Sie soll aus sich herausgehen und soll glauben, daß Ich Freude an ihr habe, daß Ich sie retten will. Sie soll ganz über sich hinweggehen, dann wird ihre Gesundheit sich bedeutend stärken. Jedes Wort, das sie abschreibt, soll ihr ja belohnt werden.

Und alle, die sich euch anschließen, sollen nicht müde werden, sich zu verdemütigen. Auch Meine Dienerin N., die Mir viel Freude macht, muß abgeschliffen und gehobelt werden. Sie soll den Einflüsterungen Satans kein Gehör mehr schenken. Wenn er ihr zuflüstert: ‚Ich kann das nicht’, soll sie aus sich herausgehen und ihm augenblicklich zuwerfen: ,Weiche von mir, ich kann, wenn ich will und ich will, weil mein Gott es will!‘ So sollen alle es tun, die sich an euch anschließen, da sie zu den liebsten Kindern Meines Herzens gehören. Auch deine Schwester (eine Jungfrau in der Pfalz), ihr sollt Hand in Hand miteinander gehen. Du mußt ihr behilflich sein, denn Ich will für euch alle sorgen; ihr alle sollt Mir Freude machen und in Meine Krone eingefügt werden. Ich lasse sie herzlich grüßen, weil Ich in diesem Dörfchen gute Keime gefunden, und weil Ich viele jungfräuliche Seelen bilden will, die da ihrer Nachbargemeinde vorleuchten sollen; denn so muß sich der Liebesbund ausbreiten. Sie dürfen das Kreuz nicht scheuen. Die Armut ist ein großes Kreuz; sie drückt, aber sie unterdrückt nicht. Der Geist, der sie mit Zufriedenheit trägt, ist ein großer Geist und Meinem Diener Franziskus ähnlich.

Niemals werde Ich einen Armen darben lassen, der auf Mich vertraut. Wenn Ich die Lilien des Feldes bekleide, warum nicht dich, o Mensch! Wenn Ich sorge für den Sperling, daß er seine Nahrung hat, warum nicht für dich, du Armer, der du nur an die Speise denkst und dir sagst: ‚Woher werde ich Speise bekommen?‘ Nein, Meine Kinder, Ich will das Erdreich erneuern. Darum will Ich, daß die Christen einander helfen, wie die ersten Christen taten.“

313 Samstag am 2. September 1899

„Narren – Um Meines Namens willen.“

Jesus: „Du mußt dich durch die Familienverhältnisse nicht abhalten lassen, die Wallfahrt zu machen. Ich habe dreißig Jahre lang gearbeitet und Mein Brot verdient, die drei letzten Jahre aber habe Ich Mich nur auf die Vorsehung verlassen. So sollst auch du es tun. Ich werde schon für dich sorgen.“

An diesem Tage nun regnete es in Strömen. Trotzdem entschlossen wir uns, die Wallfahrt zu machen. Als wir aber das Haus verließen, hörte es auf zu regnen, und so blieb es den ganzen Mittag, aber die Wege waren sehr naß. Vor der Stadt begegneten uns zwei mitleidige Mädchen, die auf uns zukamen und sagten: „Ach, geht doch heute nicht hinaus, es ist ja so kalt.“ Ein neunjähriges Kind aber rief seiner Mutter zu: „Mutter, da kommen die Barfüßer-Narren!“ Desgleichen rief uns auf dem Heimweg ein Soldat zu: „Ihr Narren, bliebet ihr besser zu Haus!“

Am Schutzengelfest opferte Barbara ihre heilige Kommunion zu Ehren ihres heiligen Schutzengels. Dieser war hocherfreut, trat vor den Herrn und bat Ihn, ihm etwas für Barbara zu schenken. Barbara hatte vorher zu ihm gesagt:

Barbara: „Gelt, wenn ich einmal in die Ewigkeit komme, werde ich von allen Gnaden nichts haben und werde dastehen mit meinen Fehlern.“

Schutzengel: „Fehlerhaft sind alle Menschen, nur eine ist ausgenommen: Die liebe Mutter Gottes.“ Deshalb zeigte der Herr Barbara das Buch des Lebens, aufgeschlagen; darin standen alle drei, und das Gute war schwarz notiert. Jedoch in großen, goldenen Buchstaben stand verzeichnet das Wort „Narren“, und darunter stand: „Um Meines Namens willen.“ Und der Engel sagte, daß die heiligen Engel samstags am meisten von uns hinzutragen hätten vor den Thron Gottes; denn der Spott bringe uns viel ein.

314 Montag am 4. September 1899

Nach der heiligen Kommunion sah Barbara die liebe Mutter Gottes, umgeben von einem Kranz von Engeln und es ward Barbara gesagt, das seien die Schutzengel der lieben Mutter Gottes zu ihren Lebzeiten gewesen. Und die liebe Mutter Gottes sagte:

Maria: „Alle diese Meine Schutzengel schicke Ich euch auf euren Wallfahrten mit zur Begleitung. Ich wünsche, daß ihr auf dem ganzen Weg abwechselnd mit dem Gebet das Lied singt: ‚Gegrüßet seist du Königin... freut euch ihr Cherubim, lobsingt ihr Seraphim.‘ Unterlasset nur ja nicht eure Wallfahrt nach Marienthal!“

315 Vigil von Mariä Geburt 1899

„Steht fest im Kampfe, denn der Baum wird geschüttelt und alles faule Obst fällt ab, die gelben Blätter fallen weg, und was festsitzt, was den Sturm aushält, das allein ist echt und gut.“

Maria: „Darum verlangt Mein Sohn, daß es Menschen geben muß, die der Welt zeigen, daß es nicht so schnurstracks in den Himmel hinaufgeht mit Schuh und Strümpfen, daß der Himmel kein Tanzboden ist, wahrhaftig nicht.“

Lied: Gegrüßet seist du Königin ...

Barbara: „Ich danke Dir, mein Jesus, für das unaussprechliche Glück, das Du uns, Deinen armen Kindern, in dieser heiligen Stunde zuteil werden lässest. Ich danke Dir im Namen aller, die sich hier versammelt haben, um teilzunehmen an der Freude, die da ausströmt aus Deinem lieben, süßen Gottesherzen. Ich danke im Namen aller derjenigen, die es nicht glauben, daß Du so unendlich gut bist, daß Du, Der unendlich heilige, große Gott, Dich herabläßt zu uns armseligen Geschöpfen, daß Du mit uns verkehrst wie ein Freund mit seinem Freund, ein Bräutigam mit seiner Braut, ein Vater mit seinen Kindern. Ich danke Dir auch im Namen aller derjenigen, die nicht mehr glauben, die Dich hinausstoßen aus ihrem Herzen. O hätte ich die Sprache eines Seraphs, um Dich würdig zu loben und zu preisen. Ich danke Dir ganz besonders in Vereinigung mit Deiner heiligen Mutter und lobe und preise Dich in Ihr und durch Sie und wünsche Ihr Glück zu der gnadenreichen Stunde Ihrer heiligen Geburt. O ich sehe ein so liebes Kind! O süßes, liebes Kindlein, o heiliges Jungfräulein, Du kleines Mariechen, wie bist Du doch so lieb! O ihr heiligen Engel, o welche Freude! O gebt mir eure Sprache, um dieses Kind zu loben und zu preisen. Kommt und singt mit mir! Kommt, wir wollen Ihm ein Wiegenlied singen! O Du holdes, süßes Jungfräulein, o mein liebes, süßes Kind, o komm an mein Herz, o komm, mein liebes, süßes Kind.“

Barbara breitet die Arme nach Ihm aus. Die liebe kleine Mutter Gottes wird ihr in die Arme gelegt, sie hält Es wonnetrunken und singt: „Gegrüßet seist du Königin.“ Dann reicht sie Es jedem der Umstehenden zum Kusse dar, jedem der Reihe nach mit den Worten: „Da hast du Es!“

Maria: „Meine Kinder! Seht, diese Freude habe Ich euch gemacht, weil ihr so weit hergekommen seid und euch so Mühe gegeben. Ihr alle, die ihr hier versammelt seid, mit lebendigem Glauben seid ihr hierhergekommen, Meine Kleine zu besuchen. Ich danke euch! Seht, Meiner gnadenreichen Geburt habt ihr beiwohnen dürfen; ihr habt Mich geschaut als kleines Kindlein, und jetzt seht ihr Mich als eure Königin. Klein und unscheinbar ist das Senfkörnlein, aber wenn es in die Erde gelegt ist, wenn es gestorben ist, dann sproßt es hervor und wird groß wie ein Baum. So ist es mit dem, was der Herr hier wirken will, Meine Kinder, Meine liebsten Kinder! Ihr gehört zu den liebsten Kindern Meines Herzens, ihr seid Meine Töchter. Ihr seid das Senfkörnlein, das da noch in der Erde ruht, das aber emporsprossen soll und sich ausbreiten soll über die ganze Erde.

Der Glaube muß und soll erneuert werden, Meine Kinder! Vielfach wird gesprochen in der Welt von der Erneuerung, ja von Fortschritten. Alles will Fortschritte machen. Die Wissenschaft, die Kunst; alles wird kultiviert; auch die Menschheit soll kultiviert werden, aber wie, wo und wann? Wie soll die Menschheit kultiviert werden? Sie soll umgeschaffen werden in ein neues Geschöpf. Ein anderer Geist soll das Christentum beleben. Wo soll die Menschheit kultiviert werden? Im Innern, im Geist. Der Geist soll erneuert werden, umgeschaffen werden. Kultivieren heißt: Verbessern. Man will etwas verbessern, schöner machen. Also das Christentum ist das einzige Mittel, wodurch man kultivieren kann, wodurch man die Welt verschönern kann; denn nur durch das Christentum kann die Welt kultiviert werden. Wann soll die Menschheit kultiviert werden? Jetzt im Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts. Ein neuer Geist soll erstehen unter der Christenheit.

Der Stellvertreter Meines Sohnes, der Heilige Vater in Rom, hat alles aufgeboten, um diesen Geist umzuschaffen. Er ist derjenige, der Licht bringen soll in das Menschengeschlecht. Er hat angefangen im Familienleben. Das Familienleben soll erneuert werden; es soll dem Leben der Heiligen Familie verähnlicht werden. Der Ehestand soll wieder umgeschaffen, kultiviert werden. Er hat in letzter Zeit die ganze Christenheit, ja nicht nur die ganze Christenheit, das ganze große Menschengeschlecht auf der weiten, weiten Welt gestellt unter den Schutz des Göttlichen Herzens, Meines allerliebsten Sohnes.

Er fordert die Menschheit auf, Mich zu verehren. Und es ist wahr, Meine Kinder, in keinem Jahrhundert seit den neunzehnhundert Jahren, wo Mein Sohn diese sündige Welt betreten, bin Ich so geehrt worden, so verherrlicht worden als gerade in eurer Zeit, in der Zeit, wo das Menschengeschlecht, das Christentum will Ich sagen, scheint unterzugehen.

Ja, es ist wahr, Meine Kinder, ein neues Leben ist entstanden in der ganzen menschlichen Gesellschaft von Christen. Wo nur noch ein Fünkchen Gottesliebe im Herzen sich befindet, da hat das Menschenherz sich aufgerafft und sich an Mich angeklammert.

Ich bin die Mutter vieler, vieler geworden. Und deswegen hat Mein Sohn bestimmt, Seinem Stellvertreter zu Hilfe zu kommen, viele Seelen zu erwecken. Ja, Ich möchte sagen, alle, die da kommen und schöpfen wollen aus der Quelle, die da sprudelt, diese alle hat Er berufen beizutragen, um Seinem Stellvertreter die Bürde zu erleichtern, umzuschaffen helfen, zu kultivieren helfen in der menschlichen Gesellschaft.

Dazu kommt Er hierher in eure Mitte, dazu hat Er Sich dieses unscheinbare Werkzeug erwählt, dieses arme Bauernmädchen aus der niedersten Schichte der Menschheit, unbekannt, aus einem armen Dörfchen des Spessarts. Sie hat keine Schriften gelesen als ihren Katechismus und ihr Gesangbuch, und spricht sie eine Sprache, welche die Gelehrten sprechen, Meine Kinder? Wie ihr vor einer Stunde hereingetreten, habt ihr sie gefunden im Arbeitskleid, nicht wahr, unwillig und unwirsch, weil sie in der dicksten Arbeit gestört worden ist. Nehmt an: Da braucht man kein Gelehrter zu sein, um herauszufinden, daß diese Dienstmagd, die aus der Arbeit herausgerissen wird, ob sie will oder nicht, und hineingesetzt wird, um eine Sprache zu diktieren, die der Gelehrte spricht, auf der Kanzel, da braucht man nicht erst zu studieren, welcher Geist es ist, Der hier regiert.

Ich will nun weiter fortfahren, um euch nicht allzulang aufzuhalten. Dieses Werkzeug hat Mein Sohn erwählt, um Seinen Stellvertreter zu unterstützen in seinem schweren Kreuz. Das Menschengeschlecht, die Christen, müssen anfangen, eine neues Leben zu führen. Der Glaube ist ganz flach geworden, da überall die Leichtlebigkeit Eingang gefunden hat: man will nur ein recht vergnügtes, bequemes Leben führen, dazu will man noch ein bißchen fromm sein, ja, man will in den Himmel kommen. Ich rede ja zu euch, Meinen Kindern, zu gläubigen Christen, man will in den Himmel kommen, man glaubt noch, daß es einen Himmel, eine Vergeltung gibt, aber den schmalen Weg, den geht man nicht, den malt man sich; den breiten Weg, den geht man.

Den schmalen Weg läßt man nur den Narren, den Dummen, den Piusköpfen, den so und so und den Betschwestern. Denn so werden von der großen Masse von Christen alle diejenigen genannt, die den schmalen Weg gehen wollen. Die anderen wollen aber alle in den Himmel kommen, alle, die noch ein Fünkchen Glauben in sich haben, aber dabei noch das Vergnügen suchen und deshalb die ganze Woche sich abplagen, um noch Geld aufzubringen, um am Sonntag und noch einige Tage in der Woche sich recht vergnügte Tage zu verschaffen. Ist das das Christentum, Meine Kinder? Ja, das Christentum des neunzehnten Jahrhunderts.

Darum verlangt Mein Sohn, daß es Menschen geben muß, die der Welt zeigen, daß es nicht so schnurstracks in den Himmel hinaufgeht mit Schuh und Strümpfen, daß der Himmel kein Tanzboden ist, wahrhaftig nicht. Mein Sohn will zeigen, daß man sich abmühen muß und schon stampfen darf, um hinaufzukommen, dass man sich schon Mühe geben muß. Aber nicht alle Menschen sind berufen, einen sonderlichen Weg zu gehen. Darum verlangt Er, daß ein Stand herausgezogen werde, den Mein Sohn besonders geadelt, den Er vom Himmel herabgebracht, und der nicht eher existieren konnte, bis die sündige Erde gereinigt war vom Fluch, bis Mein Sohn und Ich, Seine heilige Mutter, diese sündige Erde gereinigt, und Ich diesen Stand geboren hatte. Es ist der jungfräuliche Stand.

Ihr werdet Mich schon längst verstanden haben. Durch diesen jungfräulichen Stand, den Ich unter dem Kreuz geboren, den Ich durch den Heiligen Geist diktiert bekam, denn schon als Kind von drei Jahren machte Ich das Gelübde, ewig jungfräulich zu bleiben, eine Jungfrau zu bleiben. Ihr werdet denken, Ich hätte es da noch nicht verstanden. Und doch, Meine Kinder, denn ihr wißt, daß Ich ein Gotteskind bin und war, erleuchtet schon vor Meiner Geburt, schon bei Meiner unbefleckten Empfängnis, weil Ich ja die Mutter eines Gottes sein sollte, aber unter dem Kreuz sollte Ich diesen Stand gebären als Meine Tochter. Versteht ihr Mich? Diese, Meine Tochter, gebiert Kinder, solange die Kirche dasteht in der Schöpfung, und diese Kinder sind alle die jungfräulichen Seelen, sie mögen sein im Kloster oder in der Welt; Ordensmann, Priester oder Jungfrau oder männlichen Geschlechtes.

Dieser Stand soll neben dem Ehestand stehen, damit der Ehestand wieder gehoben und geadelt werde. Wohl gibt es noch gute Eheleute, aber seht euch doch um in der ganzen Schöpfung, seht euch um besonders in den Städten, wo das moderne Heidentum Mode geworden ist, wo die christliche Ehe zu einem Moderhaufen, zu einem stinkenden Grab geworden ist, das in Fäulnis übergegangen ist, wo die Kinder sich in diesem Moder herumwälzen und schon als Kind in diesen Moder übergegangen sind; und so wälzt sich dieses Laster fort und fort. Wo soll die Rettung gefunden werden?

Deswegen, Meine Kinder, hat Mein Sohn schon so viel mit euch gesprochen. Er hat gesagt, daß ein Damm müsse errichtet werden, viele müßten sich vereinigen zu einem Gebetsleben, denn das ist der Damm, Eheleute und Jungfrauen, Priester und Laien bis hinauf zum Papst auf dem Throne, bis hinauf zum Fürsten, der auf dem Throne sitzt und bis herab auf den letzten Knecht im Schloß des Fürsten. Sie alle sollen teilnehmen an dem Band, das Mein Sohn schlingen will um die Menschheit. Und damit dieses geschehen könne, braucht Er viele Seelen, die Ihm helfen. Den Ehestand will Er adeln, emporbringen, daß er wieder ein wahrhaft christlicher Ehestand wird, daß die Eheleute in Liebe und Eintracht zusammen leben, das Kreuz, das der Herr in ihre Mitte gestellt, in jede Familie, mit Geduld tragen.

Den Jungfrauen aber hat Er einen ganz besonderen Auftrag zugedacht, damit das Erdreich erneuert werde, das Erdreich der heiligen katholischen Kirche. Die Jungfrau ist bestimmt, den Priester zu unterstützen, Hand in Hand mit dem Priester zu gehen, sowohl im Opfer- und Sühnungsleben, als auch im Gebet und Bußleben. Der Priester, der sich da alle Mühe gibt, um seine Herde zu leiten, um den Geist zu wecken, den Glauben zu erneuern, wird wenig ausrichten, wenn er nicht darauf bedacht ist, in seiner Gemeinde Seelen zu besitzen, die seine Mühen und Opfer unterstützen.

So wie der Ehestand bestimmt ist, der christliche Ehemann, die Mauer der Kirche wieder aufzubauen dadurch, daß er durch ein offenes Bekenntnis seines Glaubens sich frei und offen hinstellt, um so einen Stein abzugeben an der Mauer der Kirche, die da ganz zerbröckelt ist, so muß die Jungfrau und die Witwe arbeiten, daß die Kirche im Innern ausgeschmückt werde, daß Blumen und kostbarer Schmuck, andere kostbare Juwelen und Goldschmuck herbeigebracht werde, damit diese Kirche, die da veraltet und verrunzelt ist, wie Mein Sohn neulich euch ja doch gesagt hat, und wie ein altes Weib von der Welt mit scheelen Augen angesehen wird, das man am liebsten auf den Gottesacker hinaustragen möchte, so möchte man diese katholische Kirche möglichst bald aus der Welt hinausschaffen, weil sie verrunzelt und veraltet dasteht in der ganzen Bevölkerung, die da außerhalb der Kirche steht.

Nein, nein, Meine Kinder, erneuert soll diese Kirche werden, frisch, blühend, soll sie werden wie ein Baum im Monat Mai. Deswegen ist es ein gutes Zeichen, daß man Mich so hoch auf den Leuchter gestellt. Denn wißt, was Ich unter den Aposteln war, als die junge Kirche gegründet wurde, das bin Ich jetzt in eurer Zeit, wo der Übergang wieder vorwärts geht vom Abgang zum Aufgang; denn so wie die Kirche in den letzten Jahrhunderten abwärts ging in ihrem Glanz, so wird sie aufsteigen und wieder zur Blüte kommen, wie sie noch nie dagestanden in den neunzehnhundert Jahren. So wie aber damals die Apostel und Jünger zu Mir sich flüchteten und sich um Mich versammelten, und Ich nur deswegen so lange noch nach dem Tode Meines Sohnes leben mußte, um die Stütze und Hüterin dieser Kirche zu sein, so bin Ich jetzt, wo Ich so auf den Leuchter gestellt wurde von der Kirche, wieder die einzige Zufluchtsstätte aller, aller Christen, aller guten Kinder der heiligen, katholischen Kirche.

Darum geht hin und verkündet, was ihr gesehen. Steht fest im Kampfe, denn der Baum wird geschüttelt und alles faule Obst fällt ab, die gelben Blätter fallen weg, und was festsitzt, was den Sturm aushält, das allein ist echt und gut. Darum geht hin, Meine Kinder, laßt schütteln den Baum, steht nicht zu den gelben Blättern, auch nicht zu dem faulen Obst, damit ihr nicht abgeschüttelt werdet. Ich habe Meiner Dienerin schon in Mainz zu wissen getan, daß ein Sturm über sie ergeht, und daß diejenigen, die feststehen bleiben, die den Sturm überleben, das heißt, die nicht zurückgehen, einen siegreichen, glorreichen Tod zu erwarten haben; denn niemals wird der Feind alles Guten an ihr Sterbebett sich wagen und sich sehen lassen dürfen. Wißt aber, Meine Kinder, was Ich euch versprochen habe auf der Wallfahrt nach M.? Wie dieses in Erfüllung ging, habt ihr alle gehört und gesehen, die dabei beteiligt waren und sich angeschlossen hatten; denn die Begeisterung, die Glückseligkeit, die jedes von euch empfand, nicht wahr, Meine Kinder, ist nicht Menschenwerk; es war nur die Beihilfe der himmlischen Geister, die da unsichtbar euch begleiteten.

So habt auch ihr, Meine Töchter, unsichtbare Geister in eurer Nähe gehabt, die euch hierher begleiteten, und die euch wieder hinwegführen. Nehmt euch in acht, daß der Sturm euch nicht erfaßt und nicht abschüttelt. Bedenket immer, daß ein Engel in eurer Nähe steht und alle eure Schritte zählt, alle die Worte zählt, die ihr aufschreibt, und die ihr miteinander besprecht. Und wenn ihr euch unterhaltet über die Reden, die Mein Sohn führt mit Meiner Kleinen und durch sie zu euch, dann wißt, daß ihr jedesmal einen Akt der Liebe erweckt, sooft ihr euch daran erinnert; und sooft ihr darüber redet, ist dies gerade so, wie Ich es tat unter den Aposteln und unter den Jüngern Meines Sohnes. So wie wir uns dort befestigten im Glauben, in der Liebe, in der Demut und in all den Tugenden, so müßt ihr euch fortwährend gegenseitig befestigen. Diejenigen, die da noch schwach und klein sind, sie sollen sich anschließen und zu wachsen sich bestreben, sie sollen sich Mühe geben und nicht gar so schlaff dahingehen, als ob der Himmel, wie die heutige Welt sagt, gar so leicht zu finden wäre. Nein, nein, Meine Kinder, steil ist der Weg. Ihr müßt euch schon anklammern und ihr müßt wissen, daß ihr viele nachziehen sollt und nachziehen müßt; deswegen, die du das Glück hast, Kinder erziehen zu helfen, obwohl du keine Ehefrau bist, die du vom Herrn auserwählt wurdest, die Kleinen Ihm zuzuführen, eine herrliche Aufgabe ist dir zugedacht. O sorge dafür, daß das Glaubensleben in den Kindern, die dir anvertraut sind, doch recht entflammt und erneuert werde. Lehre sie Gebetchen, schäme dich nicht, sie um dich zu versammeln und von Meinem lieben Sohn und Mir zu reden, ein liebes Liedchen zu singen, und dann ganz besonders sie anzueifern, den jungfräulichen Stand hochzuhalten.

Auch ihr, ihr Eheleute, die ihr euch anschließt, sorgt dafür, daß eure Kinder den jungfräulichen Stand liebgewinnen, daß sie in Zucht und Ehrbarkeit leben, damit das Glaubensleben, das so abhanden gekommen ist, überall herausleuchtet aus euren Familien. Ihr alle müßt dem Spott und Hohn euch preisgeben wie diese, die der Herr erwählt, und denen Er den Auftrag gibt, auf auffällige Weise der Welt zu zeigen, daß sie Dienerinnen Christi sind. So müßt ihr alle tun, wenn auch nicht in auffälliger Weise, das verlange Ich nur von diesen, jedes soll in seinem Beruf zeigen, daß es ein Jünger Christi, ein Diener Christi ist. Ihr dürft und müßt euch eures Glaubens nicht schämen, sondern offen und frei euren Glauben bekennen, besonders du, der Ich diese Seele anvertraut, offen und frei deinen Glauben bekennen.

Mein Sohn will der Welt zeigen, daß Ihm kein Ort zu gering ist, daß Er überall Seinen Geist ausgießen will. Deswegen hat Er Seine Dienerin in eine Wirtschaft gestellt. Eine Wirtschaft ist bei allen guten Christen in üblem Ruf, weil man sagt, da ging es nicht gut her, da würden die Laster gepflegt. Nein, Meine Kinder, es muß auch Wirtschaften geben, weil einmal die Welt so beschaffen ist. Nicht jeder ist imstande, mit eiserner Hand das Evangelium zu ergreifen. Deswegen soll der Welt gezeigt werden, daß man überall sein Licht leuchten lassen soll. Geht hin in diese Wirtschaft, ob da nicht das Glaubensleben erneuert wird in manchem von denen, die da verkehren, ob man sich da schämt, seinen Glauben zu bekennen?

So sollt ihr alle tun, die ihr euch anschließen wollt, die ihr die Worte Meines Sohnes hört. Und Ich verspreche euch allen, euch unter Meinen Schutzmantel zu nehmen, euch allen mit Meinem mütterlichen Schutz und Rat treu zur Seite zu stehen, und niemals wird eines von euch auf Abwege kommen, noch eines eurer Angehörigen.“

Barbara: „O liebe Mutter! Deine Dienerinnen, denen Du ja bereits gesagt, daß sie im Stande der Gnade sind, bitten Dich, ihnen zu sagen, wodurch sie sich Deinem lieben Sohn wohlgefälliger machen.“

Maria: „Daß ihr euch recht anschließet und den Geist in euch recht aufnehmet und ohne Rückhalt euch ganz Meinem Sohn überlasset. Nicht irre werden, wenn etwas kommt zu eurer Prüfung. Merkt euch alle, die ihr hier zugegen seid: Seht, nur eines hatte Ich euch voraus, Meine Kinder, daß Ich die Mutter des großen Gottes geworden bin. Diesen Vorzug hatte Ich und deswegen hatte Ich das einzige Privilegium der unbefleckten Empfängnis, daß Ich ohne Makel der Erbsünde, noch auch der wirklichen Sünde bin befunden worden. Niemals hat der Herr an Mir die geringsten Makel gefunden, weder vor, noch nach Meiner Geburt, solange Ich lebte, aber sonst hatte Ich nichts voraus von allen Adamskindern. Ich mußte denselben Weg wandeln, den ihr geht, Ich mußte das Kreuz tragen, im Dunkeln dahingehen.

Siehe, als Mein göttliches Kind geboren war, und die Heiligen Drei Könige sich in dem Stall vorfanden und Mir sowie Meinem Bräutigam und dem göttlichen Kind ihre Huldigung dargebracht hatten, zogen sie wieder hinweg. Und als der Engel kam, kam er nicht zu Mir. War es nicht eine Prüfung? Bin Ich doch die Mutter des Allerhöchsten; hatte Ich doch in Meinen Armen dieses liebe Kind, dieses göttliche Kind. Und doch kommt der Engel zu Meinem Bräutigam, und Ich muß ganz dunkel Meinem Bräutigam folgen; Ich muß Mich unterwerfen. Ich weiß nicht, wohin es geht. Wir mußten fliehen, dunkel war der Weg, Ich wußte nur, daß Ich den Schatz, den höchsten Schatz auf Meinen Armen trug, aber damit war alles fertig. Wir mußten mit unserer Hände Arbeit unser Brot verdienen, wir mußten lange in der Verbannung uns aufhalten und den Spott und Hohn der Menschen uns gefallen lassen, hier verfolgt und verachtet, und uns nach dem Leben strebend, dort unter fremden Heidenvölkern, die, wenn es ihnen gefiel, Meinem heiligen Gemahl den schlechten Taglohn bezahlten, den er mit saurem Schweiß verdient, und wenn es ihnen nicht gefiel, schickten sie uns ab als dumme, einfältige Leute, die ja doch so dumm sind, daß sie froh sind, wenn sie arbeiten dürfen.

Das alles war aber schwer zu ertragen. Ich will es euch nur kurz erklären, Mein heiliges, abgetötetes, dunkles Leben, damit ihr nicht irre werdet, wenn dunkle Wege kommen. Als Mein Sohn herangewachsen war und Ich Ihn wieder begleitet hatte zurück in die Heimat, als Er uns dreißig Jahre gedient hatte, wie ein Kind seinen Eltern, da verließ Er uns, Er diente uns nicht mehr, und Ich war genötigt, Ihn zu suchen, wie ihr Ihn jetzt suchen müßt. Jetzt, Meine Kinder, nehmt euch ein Beispiel an Mir. Seht, wenn Er fortging in der Nacht, wenn Er aufstand und hinauszog durch Dörfer und Städte, da begleitete Ich Ihn im Geist.

O wie oft ging Er auf einsamen Wegen dahin, und Mein Geistesauge schaute Ihm nach; wenn ein Gewitter daherrauschte und Ihn überfiel und Seine Kleider durchnäßt wurden und Er die Sandalen in die Hand nahm, um durchwaten zu können. Aber unsichtbar begleitete Ich Ihn im Geist, wohin Er ging, und wenn es sein konnte, eilte Ich Ihm nach mit anderen frommen Frauen, Meinen Freundinnen, die sich an Mich anschlossen. Dieses ist euer Weg, durcheilen müßt ihr ihn, hineilen, wo ihr wieder etwas höret. Wie begierig eilten wir, um wieder Seinen Worten lauschen zu können, ja, wenn wir nur in Seiner Nähe sein konnten. Von jetzt an behandelte Er Mich nicht mehr als Mutter, sondern als ein ganz fremdes Weib. Jetzt waren alle Seine Brüder und Schwestern, und alle waren gekommen, um Seine Worte zu hören, Seinen Geist in sich aufzunehmen, Seine Jünger und Jüngerinnen zu werden. Ich stand in der letzten Ecke und horchte wie alle, die herumstanden, um Seine Jüngerin zu sein, nicht mehr Seine Mutter. So müßt ihr alle tun, ihr alle müßt euch aneifern, das Wort Gottes in euch aufzunehmen, eilen, in die Predigt zu kommen, eilen, ein Wort von Meinem Sohn zu hören. Seht, auch hier ist Mein Sohn. Heute abend aber sandte Er Mich, um euch zu ermutigen.“

Barbara: „Meine liebe Mutter! Diese Deine Töchter möchten wissen, wie es um ihre Verstorbenen steht, besonders ihre Eltern. Mein Seelenführer hat mir aber verboten, von Armen Seelen zu reden. Erst will ich mir die Erlaubnis erbitten. Ihr müßt mir schon verzeihen, nicht wahr, meine Schwestern, heute will ich nicht reden, nein, nein. Meine liebe Mutter, o ich bitte Dich aber für die lieben Armen Seelen. O ich bitte, wenn noch irgend eine Verwandte soll zu leiden haben, ich will es nicht wissen, aber opfere Du das kostbare Blut auf und tue es mir zu wissen, wenn ich die Erlaubnis habe. Aber sage dieser Seele, ob sie noch zu Haus bleiben oder ins Kloster gehen soll.“

Maria: „Es soll gehen, es soll sich aber einen beschaulichen Orden wählen und weit von hier weggehen, damit es nicht belästigt wird von seinen Verwandten. Es soll sich ganz in die Arme Meines Sohnes werfen, wie jenes Mädchen tat, das dir zugeführt wurde, jene Tochter der heiligen Theresia. O wie freut Sich Mein Sohn mit diesen Klosterfrauen. O sagt ihnen einen recht herzlichen Gruß auch von Mir, der Priorin, der Novizenmeisterin, der Schwester M., A. und Barbara, wie sie alle nacheinander heißen, wenn Ich auch nicht alle mit Namen nenne, und auch das liebe, kleine Schwesterchen C.“

Barbara: „Gelt, himmlische Mutter, ich bin stolz darauf, Du darfst mir es nicht übelnehmen, daß ich ein bißchen dazu beigetragen, Deinem lieben Sohn ein liebes Kind zuzuführen.“

Und ich sehe die liebe, heilige Theresia.

Theresia: „Du bist stolz darauf? Ja, ich weiß, du bist stolz darauf, ich darf nicht stolz sein, aber du darfst, es ist deine Tochter. Sage aber meinen Töchtern, sie sollen nicht so verzagt sein, sie sollen mit Entschiedenheit sorgen, daß sie einen ihrer Obern auf die Seite bringen. Ihr müßt klug sein, wie ich es war. Ihr müßt nur mein Leben lesen, wie ich manchmal eine kleine List anwandte. Ei ja, man muß auch manchmal klug sein. Man darf das schon, so ein wenig schlau sein, etwas so einschlüpfen lassen, weil es ja die Ehre Gottes ist. Es ist ja die Ehre Gottes, wenn sie ein neues Kloster gründen, und wenn viele dort eintreten, gibt es immer wieder einen blühenden Garten Gottes, der fortblüht durch die ganze Ewigkeit.

Sage ihnen doch, sie sollen doch klug sein. Was habe ich manchmal für Streiche gemacht, um ein Kloster gründen zu können! Sie haben die Mittel. Es gibt unter ihnen Verwandte, die ein Kloster stiften können. Solche, die Geld haben, das man braucht zur Stiftung eines Klosters, sollen sie nur herbeiziehen. Jene, die da so abwärts steht, sollen sie nur herbeiführen. Komme herbei, komme herbei!

Im Garten der Kirche, da ist gut wohnen; im Paradies des Klosters, da ist gut wohnen; und das Ordensleben, das ist das Paradies auf der Welt. Freilich fühlen es nicht die einzelnen Seelen. Es ist das Paradies der heiligen katholischen Kirche. Sagt es allen Ordensleuten, daß man nicht sparen soll, um neue Klöster zu gründen. Auch ihr in Mainz, ihr Damen, die ihr Geld habt, bauet Klöster, erweitert euer Kloster, das eure Patres bewohnen, denn ihr werdet sehen, welch herrliche Krone es ist für die Stadt Mainz. In diesem Haus sollen viele noch Schutz finden, viele noch heraustreten als Heilige. O meine Kinder! Einen Feuereifer möchte ich euch eingießen. Ich bin die seraphische Mutter Theresia, seraphisch müßt ihr werden, meine Kinder!

Der Seraph steht vor dem Throne Gottes, der brennt vor Liebe. Brennen müßt ihr vor Liebe, daß die Flammen haushoch über eurem Haupte zusammenschlagen. Ja, die Theresia war auch eine wankelmütige Seele; die hat mit der Welt geliebäugelt. Ja, die wollte heilig werden, aber wie ihr alle auf so einem Blumenweg. Ja, ihr seid alle auf dem Weg der Theresia. Folgt mir nur. Flammen müßt ihr, flammen vor Liebe. Theresias müßt ihr werden. Und auch du, kleine N., du sollst eine Theresia werden. Laß dich aufnehmen in einen Theresianerorden, in einen Karmeliterorden.“

Barbara: „O liebe Theresia! Soll denn das fußleidende Mädchen, was jetzt geheilt ist, in Holland eintreten?“

Theresia: „Ja, ja, sie soll es tun, recht weit weggehen aus ihrer Heimat, damit sie diese vergißt, weil sie mit tausend Fäden an ihr hängt. Ihr alle, meine Kinder, los mit der Welt, damit ihr Theresien werden könnt. Seht, auch ich hatte Widerspruch von allen Seiten. Ich wurde von der Kanzel herab beschimpft; ihr seid nicht die einzigen.

Ja, ja, man darf schon ein bißchen ein Narr Gottes sein, das macht nichts; nur nicht im Herzen. Das Herz an Gott anklammern und mit Engelsflügeln emporsteigen bis zum Thron Gottes.“

Barbara: „Was soll ich denn mit der Irrsinnigen machen? Soll ich sie dort lassen oder den Verwandten überlassen?“

Maria: „Tue, was der Arzt dir sagt. Wenn Ich es dir sage, hat es doch keinen Wert; man glaubt es doch nicht. Frage den Arzt und danach handle. Sonst hast du immer dieselbe alte Geschichte wieder. Sei nicht allzu verzagt. Sie können nicht mehr von dir verlangen, als was du ihnen schuldig bist. Das tust du, du hast deine Schuldigkeit getan. Siehe, das ist dein Kreuz, Mein Kind! Frage diese alle, die hier zugegen sind; jedes wird dir ein anderes Kreuz aufzählen. So durchgehe die ganze Welt. Hinweg mit all dem Kot! Mach es wie Mein Diener Franziskus, der die Taler unter seine Füße nahm und sie zertrat. Gehet hinweg über den Staub. Für euer tägliches Brot sorgt Gott. Die Augen nach dem Himmel gerichtet, die Füße auf der Erde, wandelt unter den Menschen, weil ihr Menschen seid, weil ihr nicht könnt herausgerissen werden und sollt herausgerissen werden, solange der Herr euch stehen haben will unter der Gesellschaft, immer das Herz aufwärts zum Himmel gerichtet. Grüßet Mir besonders N. und alle Priester, die die Schriften lesen.“

Barbara: „O liebe Mutter, bitte ein liebes Wörtchen für N.“

Maria: „Ja, ja, Meine Tochter! Freue dich, daß du zu den liebsten Kindern des Herzens Meines Sohnes gehörst. Siehe, du hast ja das Gebetsleben angefacht hier in Mainz, du hast viel dazu geholfen, beigetragen. Du hast den Schritt getan vor deinem Bischof; dafür ist dir Mein Sohn dankbar. Dafür aber, daß du klein gehalten wirst und viel zu leiden hast, mußt du wissen, daß du in der Ewigkeit glänzen wirst. Diejenigen, die hier klein und unscheinbar sind, die werden im Himmel glänzen, alle, die hier darben.“

Barbara: „O liebe Mutter, bitte auch einen Trost für N.“

Maria: „Schließe dich doch an, Meine Tochter. Raffe dich auf, werde doch eifriger, sei nicht so verzagt, gehe öfter zu den heiligen Sakramenten. Hinaus mit allen Kleinigkeiten, und sage doch deiner Schwester: Eintracht und Liebe untereinander; lebt recht einträchtig untereinander!

Seht, nicht umsonst reißt der Herr ein Stück nach dem anderen von euch weg, weil Er diejenigen, die Er herausgefunden hat, welche die anderen retten sollen, freistellen will, damit sie Ihm dienen können, ohne Vorbehalt. Merkt es euch, ein Glied um das andere reißt Er hinweg und auf schmerzliche Weise, weil es schmerzlich sein muß, wenn die Seele emporgebracht werden soll. Es muß erst Opfer und Sühne kosten.

Und auch du, Meine Kleine (eine zum Besuch Anwesende von auswärts), sei nicht so verzagt. Du hast viele Skrupel, du bist eine ängstliche Seele, du kannst dich nicht viel erbauen. Ja, hinweg mit dem Kleinmut! Du mußt denken, daß du aus dir nichts bist, aber groß in Gott. Gott muß tun in dir, was du nicht kannst. Du musst dich deinem Seelenführer überlassen und Gott in dir walten lassen. Ihr alle sollt über euch hinweggehen. Du sollst zwar deine Sünden beichten, aber siehe, wenn du Sünden begangen hättest wie der Sand am Meere und die schwersten Sünden, sobald du aber reumütig und demütig deine Sünden gebeichtet, ist dir alles verziehen. Die Leiden, mögen sie sein innerliche oder äußerliche, Ängste, Skrupel, Beunruhigungen, es sind lauter Strafen für die Sünden. Darum freue dich, wenn du hier auf Erden alles abbüßen kannst und sage dir: ‚Ich will heilig werden, ich weiß, daß ich meinem Erlöser gehöre, ich bin Dein und will auf dem Weg wandeln, den meine heilige Mutter mir vorgewandelt ist‘, und Ich verspreche euch allen den Himmelsfrieden.

Tuet es, wie Ich euch sage. Ich bin gekommen, Ich, eure himmlische Mutter, um euch zu trösten, um euch aufzumuntern, um euch herbeizuführen, um zu schöpfen an der Gnadenquelle. Schöpfet doch, trinket und werdet satt, gehet ein in die Freude des Herrn. Freuet euch! Nicht schleppend und kleinmütig geht dahin!

Seht Meine Kleine, vor einer Stunde war sie noch so beschäftigt, alles war für das Äußere gerichtet. Sobald aber Mein Sohn anpocht an ihrem Leibe, legt sie die äußeren Dinge ab, zieht die Schuhe aus und geht ein in die Freude des Herrn. Seht dieses sündhafte Geschöpf! Fragt ihre Umgebung, seht, ob ihr nicht alle tun könnt wie sie.

Fragt ihre Schwägerin, wie sie manchmal sich beleidigt fühlt durch unbesonnene Reden. Seht, ihr alle, ob ihr unter Menschen wohnt oder nicht, und wo Menschen sind, da sind Fehler, aber erniedrigt euch und glaubt, daß ihr Menschen seid und keine Engel, und laßt euch emportragen zum Herzen Gottes und saget Ihm: ‚Ja sieh, wie armselig bin ich doch, hilf mir doch, ich will Dich ja lieben, ich will Dir dienen!‘

Dann ist Er bereit zu verzeihen und dann freut euch wieder. Seht doch die Freude heute abend an dieser Kleinen. Nehmt diese Freude mit euch in eure Wohnung, in euer Herz. Sobald es wieder ein wenig beruhigt ist und die Arbeit abgelegt ist, erhebt das Herz zu Gott und geht abends in eure Schlafkammer, legt euch zur Ruhe, und fangt wieder von neuem an, und so macht es fort und seid versichert, daß ihr in der Gnade Gottes lebt.“

Barbara: „Die kranke Schwester N. bittet Dich um einen Trost.“

Maria: „Sie ist die Krone des Hauses und muß wie der Sündenbock die Fehler, die kleinen Fehler und Unvollkommenheiten, Tag für Tag auf sich nehmen. Sie soll sich als Sühnopfer einsetzen für viele andere und ihre Schmerzen Tag für Tag aufopfern. Sie ist in den Augen Meines Sohnes ein wohlgefälliges Opfer. Sie soll sich nicht sehnen nach ihrer letzten Stunde, vielmehr beten, daß sie recht lange lebt und viel Sühne und Opfer leisten könne. Grüße Mir auch alle deine Schwestern aus den verschiedenen Orden und auch dein liebes Schwesterchen in A. Schreibe ihr einmal ein recht liebes Briefchen. Sie ist etwas abgekommen; sie hat sich gar zu sehr gesehnt; sie hängt daran. O das arme Kind! Könnte Ich sie doch herbeiführen, könnte Ich sie tragen auf Meinen Armen!

Aber liebes Schwesterchen in A., du trägst ja Meinen Namen, du wirst deine Schwester noch einmal sehen. Schreibt es ihr und grüßt sie recht herzlich in Meinem Namen.“

Barbara: „O liebe Mutter! Ein Wörtchen der Aufmunterung für die Nichte von Barbara.“

Maria: „Du mußt morgen wieder mal zur heiligen Kommunion gehen, Mein Kind! Laß dich nur nicht hinreißen von deinen Freundinnen. Folge du deiner Mutter und deiner Tante und bleibe ein recht braves und unschuldiges Kind, wie du bisher gewesen bist.“

Barbara: „O liebe Mutter! Wenn es auch manchmal halsstarrig ist, gelt, Du verzeihst es ihm, es ist ja die Braut Deines Sohnes. O bewahr sie doch unter Deinem Schutzmantel, sie hat viele Gefahr. O Barmherzigkeit für die Jugend!“

Maria: „Liebes Kind! Folge deiner Mutter, gehe morgen früh beichten; wenn es aber nicht sein kann, weil das Mädchen fort geht, so gehe Sonntag. Schicke deinen Schutzengel voraus mit einem Strauß Blumen mit Meinen Tugenden an die Kommunionbank, und du wirst sehen, welch eine glückliche Kommunion du hast. Ich verspreche es dir.“

Bei einer Wallfahrt zum heiligen Kreuz war Lieschen im Zweifel, ob sie sich daran beteiligen solle. Im letzten Augenblick bestürmte sie den Herrn, ihr doch zu sagen, ob sie es tun solle. Der Herr erwiderte ihr in der heiligen Kommunion: „Ja, so wie die Ordensleute die Säulen und Stützen der Kirche sind, so will Ich Mich auf euch stützen, so sollt ihr Mir Säulen und Stützen sein.“

Darauf sagte der Herr zu Barbara:

Jesus: „Ihr sollt noch den ganzen Oktober wallfahrten gehen, es ist keine Zeit verloren. Ich ersetze euch alles, und damit Meine heilige Mutter geehrt werde, gehet immer samstags.“

316 Fest Kreuzerhöhung am 14. September 1899

„Nun aber, Meine Kinder, da Ich am Kreuze sterben wollte, wollte Ich euch allen den Weg zeigen, den einzigen Weg zur ewigen Glückseligkeit.“

Barbara war zu ihrer schwerkranken Schwester nach R. gerufen worden. Am Fest Kreuzerhöhung beteten wir nachmittags den Rosenkranz und die Andacht zu den heiligen fünf Wunden. Barbara kniete auf dem Boden, und so kniend fiel sie in Ekstase und blieb zwei Stunden in dieser Stellung, während der ganzen Zeit, wo der Herr durch sie redete. Als Er aufhörte zu sprechen, fiel Barbara ohnmächtig um, und man trug sie auf das Bett. Ihr ganzer Körper war aber noch so steif, daß sie glaubte, durch das Tragen würden alle ihre Glieder zerbrochen. Wir anderen wurden durch die Masse der Fliegen sehr belästigt wie auch Barbara vor der Ekstase. Dann aber spürte sie keine mehr.

Barbara: „Mein Jesus! Ich danke Dir für das unaussprechliche Glück, daß Du Dich herablässest zu mir armen Sünderin. Ich danke Dir, daß Du mich hierhergeführt unter meine lieben Verwandten. O was ist der Grund, daß ich hierher mußte? O mein Jesus!“

Jesus: „Meine Kinder! Die Liebe ist es, die Liebe eures Gottes, die Mich bestimmte, diese Kleine, Meine Dienerin, hierher zu führen in eure Mitte. Seht, wie unendlich teuer Mir das Menschenherz ist, das Menschenkind, und wie Satan sich bewirbt, Mir die Seelen zu entreißen, so bemühe Ich Mich, die Seele zu gewinnen, die Seele für Mich zu gewinnen. Heute feiert die Kirche das Fest Kreuzerhöhung. Ja, ja, Meine Kinder, schauet hinauf auf das Zeichen eurer Erlösung, auf das Denkzeichen der Liebe eines Gottes. Die Liebe ist es, die Mich herabgezogen in eure Mitte. Dreiunddreißig Jahre betrat Ich diesen Boden, diese verfluchte Erde, die die Sünde verderbt, die das Menschengeschlecht Mir entrissen, und jetzt am Ende Meines Lebens, wo Ich hinaufgestiegen bin an das Kreuz, an das Holz der Schmach, wollte Ich dieses nur tun, um euch alle an Mich zu ziehen. Die Sünde hat die Erde verflucht, und damit kam alles Verderben in die Welt hinein. Meine Schöpfung ist aus einem Paradies, wie es ursprünglich war, zu einem Ort des Verderbens geworden. Nun aber, Meine Kinder, da Ich am Kreuze sterben wollte, wollte Ich euch allen den Weg zeigen, den einzigen Weg zur ewigen Glückseligkeit. Ihr alle (es waren viele Landleute anwesend, das ganze Zimmer war voll) seid bestimmt, berufen, mit Mir zu herrschen durch die ganze, ganze Ewigkeit, mit Mir die Krone zu tragen, die Mein Vater Mir aufgesetzt, als Ich von dieser fluchwürdigen Erde hinaufstieg zu Meinem himmlischen Vater.

Ihr seid bestimmt, das Zepter zu tragen, das Mein Vater Mir in die Hand gab, als Ich Besitz nahm von Meines Vaters Reich. Dieses Reich, das ihr da die ganze Ewigkeit, die lange Ewigkeit besitzen und genießen sollt, müßt ihr aber erkämpfen. Dies Reich muß mit großem Kraftaufwand erkämpft werden. Ihr alle habt keinen anderen Weg vor euch als den, den euer Herr und Meister gewandelt ist. Wie Er es erworben, so sollt auch ihr es erwerben, nur durch Kreuz und Leiden. Wäre ein anderer Weg gewesen, so wäre Ich ihn euch vorausgegangen. Wahrhaftig, Ich bin kein Gott, der seine Freude hat, wenn das Menschengeschlecht zerrissen ist, wenn es leidet. Ich kann nur das Gute wollen, und weil Ich nur das Gute will, und allein nur das Gute will, kann Ich nichts anderes wollen, als was Ich Selbst gewollt habe: Das Kreuz. Das Kreuz wollte Ich wählen. Hätte Ich doch die Menschheit erlösen können durch einen einzigen Willensakt, aber das Kreuz, das Symbol der Schmach, das den Heiden eine Torheit, den Juden, Meinem auserwählten Volk, ein Ärgernis war, sollte zum Siegeszeichen werden für die ganze Menschheit.

Auf das Kreuz blickt hin, Meine Kinder; in jedes eurer Mitte, in jede eurer Familien habe Ich das Kreuz gestellt, einmal drückend, ein anderes Mal etwas leichter; aber immerhin steht es in eurer Mitte, bald das Kreuz der Entbehrung, daß ihr am Notwendigsten darben müßt; bald ist es eine eurer Angehörigen, das euch Leiden verursacht, weil es abgewichen ist vom rechten Weg; bald komme Ich und reiße eines eurer Lieben aus eurer Mitte, um euch zu zeigen, daß ihr nur Wanderer seid, daß ihr nur auf dem Weg seid zu eurem ewigen Vaterland. Dort ist eure Heimat, nicht hier auf dieser unwirtbaren Erde. Dorthin richtet eure Blicke, wenn Ich eines herausreiße aus eurer Mitte; denn wißt, daß es eingegangen ist in seine Bestimmung, in Meine ewige Herrlichkeit, vorausgesetzt, wenn es den Weg gewandelt ist, den Ich gewandelt bin, den Ich vorgezeigt und den ihr alle wandeln müßt.

Meine Kinder! Werdet nicht müde, das Kreuz zu umfassen, unterstützt euch gegenseitig im Kreuztragen. Ja, Meine Kinder, freuet euch, wenn ihr wieder Gelegenheit habt, euch daran zu erinnern, daß der Herr eingestiegen ist in jene Familie, daß Er Sein Kreuz abgestellt, daß Er Sich ein wenig leicht und Luft gemacht hat. Gehet hin und traget das Kreuz mit eurem Mitbruder, mit eurer Mitschwester, indem ihr euch erinnert, daß dieses Kreuz dereinst auch auf eure Schulter gelegt wird über kurz oder lang, und daß ihr mit dem Maße, womit ihr ausgemessen, wieder eingemessen bekommt.“

Barbara: „Mein Jesus, was soll ich denn tun? Siehe, so gern ich hier bleibe, meiner lieben Schwester zu helfen, so gern will ich Deine Wünsche erfüllen. Es ist mir ganz gleichgültig: Soll ich hier bleiben oder mit meiner Freundin nach Mainz ziehen, damit ich Deine Aufträge besorgen kann? Wie Du willst, so will auch ich.“

Jesus: „Meine Tochter! Siehe, Ich habe dich herausgeführt aus ihrer Mitte, hinweggeführt aus deinem Vaterland, hinein in ein fremdes Land, in eine fremde Familie; wenn es auch deine Verwandten sind, für dich waren sie fremd, weil du noch nicht von deinem Vaterhaus hinwegkamst. Warum glaubst du wohl, daß Ich dich hinweggeführt, etwa, um dich wieder heimzuführen? Nein, Ich habe dich für Mich gewonnen. Du mußt Meinen Willen erfüllen, wie eine Klosterfrau ihn erfüllt. Siehe, wenn Ich dich hierhergeführt, so habe Ich dieses nur getan, um deinen Mitschwestern und Mitbrüdern zu zeigen, wie sie den Weg zu wandeln haben zu Meinem und deinem und aller Vaterhaus. Dort ist euer Vaterhaus, und du bist nicht hierhergeführt worden, um hier zu bleiben, du sollst wieder mit deiner Freundin hingehen, wo Ich dich hingestellt und sollst Meine Aufträge besorgen, beten für die Sünder, für deine Schwestern und Brüder, damit sie das Kreuz mit Mut und Entschlossenheit auf sich nehmen.

Bleibe du nicht hier, gehe hin, wo Ich dich rufe, und Ich verspreche allen, jeden Schritt und Tritt, den sie tun, will Ich ihnen belohnen mit tausendfachem Lohn. Ihre Engel werden hinter ihnen hergehen und die Schritte zählen, die sie tun werden, um der Kranken zu Hilfe zu kommen, und deine Schwester wird wieder gesund werden, wenn auch noch schwach und krank eine Zeitlang; aber die Arbeit, die ihre Schwestern mit ihr besorgen, wird erleichtert durch die Süßigkeit des Kreuzes. Die Süßigkeit des Kreuzes, die will Ich euch lehren. Deswegen habe Ich Meine Dienerin hierhergeführt. O tragt das Kreuz mit Freuden.

Seht, euer Gott hat Sich ein Werkzeug erwählt, durch das Er reden will zu Seinen Geschöpfen. Seht, ihr seid ja mit Meinem Herzblut erkauft. Mein Herzblut hängt ja an eurer Seele, und Ich sollte nicht eifern für eure Seelen? Kostbare Edelsteine seid ihr Mir. Kostbare Edelsteine tragt ihr mit euch herum. Dieser Edelstein ist in Meiner Hand. Ich habe ihn in Meiner Hand, und Ich will ihn bilden und abschleifen, damit er auch glänze in den Augen Meines Vaters, einen Glanz ausstrahle, der alle Meine Engel und Heiligen erfreuen soll. Und wißt ihr, welche Mittel Ich anwende, um ihn zu schleifen, um ihn glänzend zu machen? Es sind die Leiden, die Ich über euch schicke, die Krankheiten, womit Ich eine Seele heimsuche, damit sie abgeschliffen wird, diese Seele, denn dieser Leib ist nur das Werkzeug, das diesen Edelstein tragen soll, dereinst durch die ganze Ewigkeit das Gestell sein soll, das Material, worauf dieser Edelstein ruht und in den Augen aller Engel und Heiligen glänzen soll vor der Heiligsten Dreifaltigkeit.

Heute, Meine Kinder, ist Kreuzerhöhung. Freuet euch, auch bei euch wird dereinst Kreuzerhöhung sein, wenn ihr die Augen schließet für diese Erde, wenn ihr durch eure heiligen Schutzengel und durch Meine liebe Mutter und diejenigen unter den Heiligen Gottes, deren Schutz Ich euch anvertraut habe, abgeholt werdet am Lebensende, die euch hinführen sollen vor den Thron Gottes, dann wird Kreuzerhöhung sein, dann wird nicht mehr Kreuzauffindung sein. Kreuzfindung ist, wenn der Mensch geboren wird. Kreuzerhöhung ist, wenn der Mensch eingeht, wenn er ausscheidet, wenn er Abschied nimmt von diesem Tränental. Darum freuet euch, Meine Kinder, daß Ich euch Meine Kleine wieder zugeführt, daß Ich euch durch sie belehren will. Meine Worte, wenn ihr sie aufnehmt in euer Herz, werden Frucht bringen für das ewige Leben. Es wird das Samenkorn, das hineingelegt wird in euer Herz, aufgehen und hundertfältige Frucht bringen. Ihr müßt nur wissen, sie zu verwerten, zu rechter Zeit sie anzuwenden.

Wenn die Versuchung kommt, wenn Satan euch nachstellt, wenn er euch abbringen will vom rechten Wege, wenn er euch zuflüstert: Sieh, mach es doch wie diese oder jene, lebe doch leichtlebig dahin, siehst du nicht die Leichtlebigkeit in allen Schichten der Menschheit? Wozu denn dich abmühen und abrennen? Sei klug, schlaf noch ein Stündlein länger, geh nicht zu der heiligen Messe, geh nicht zu den Sakramenten; du brauchst dir doch den Schlaf nicht zu brechen, du kannst ausruhen, es ist Sonntag, und du bist müde geworden die ganze Woche. Merk es dir, das ist Satans Stimme, du Jüngling, du Jungfrau; denn es ist Satan, der an dich tritt, Satan, der herankommt mit Versuchungen. Erinnere dich daran, wenn die Zeit kommt; gehe nicht hin, wo Satan dich verführen könnte. Höre Meine Stimme, und du wirst es niemals bereuen.

Und du Familienvater, wenn du dich bemüht hast, deine Kinder gut zu erziehen, wenn du dich Tag und Nacht abgemüht hast, um deine Kinder redlich und rechtschaffen zu ernähren, und du mußt sehen, wie sie hinausziehen und leichtlebig und leichtfertig dahingehen und in deine Fußstapfen nicht eintreten, dann bitte Ich dich, schaue auf zum Kreuz, du christliche Mutter und wisse, solange dein Herz schlägt und du dich neben die Gottesmutter stellst und Mir sagst im Namen Meiner Mutter: ‚Siehe, hier stelle ich mich neben meine und Deine Mutter, Du kannst und darfst mir diesen Sohn, diese Tochter nicht verlorengehen lassen, Du mußt sie mir wieder in meine Arme zurückführen, in den Schoß der heiligen katholischen Kirche, du mußt sie retten.‘

Mein Vater, Meine Mutter, Ich verspreche dir, solange dein Herz schlägt in deinem Busen, kann dein Kind nicht verlorengehen. Und wenn du auf dem Todesbett diesen letzten Seufzer aushauchest für deine Kinder, die auf Irrwege geraten sind, Ich verspreche dir, wenn du Mich bestürmest und am rechten Fleck anzupacken weißt, keines deiner Kinder wird verlorengehen.

Seht, dieses ist ja die große Macht des Gebetes, die Ich erwecken will. Deswegen bin Ich ja gekommen, um allen zu zeigen, wie gut Ich bin. Wahrhaftig Ich will kein Menschenherz verderben, wahrhaftig habe Ich dich nicht in die Welt gesetzt, um dich zugrunde zu richten. Bist du ja doch der König der Schöpfung, und alles, was du siehst, habe Ich dir zu Füßen gelegt, um dir diesen Dornenweg, denn das ist er ja, zu erleichtern. Wolltest du denn glauben, daß Ich dich könnte zugrunde richten? Nein, nein, wahrhaftig nicht, retten will Ich dich. Aber dafür muß Ich eine Prüfung festsetzen für dich, und diese mußt du bewähren durch einen tieflebendigen Glauben. Du mußt glauben, daß Ich dein Gott bin, daß Ich gekommen bin vom Himmel herab, um dich zu erlösen, um dir den Himmel zu erkaufen, daß Ich die Welt erschuf, um den Himmel zu bevölkern; denn den Himmel hatte Ich vor der Welt erschaffen, und weil das erste Geschöpf, das Ich erschuf, um den Himmel zu zieren, die Prüfung nicht bestand, erweckte Ich den Menschen und setzte ihn in diese zweite Schöpfung, damit er herrsche mit Mir in dieser Schöpfung, und damit er durch seinen lebendigen Glauben und seine Verdienste, die er sich erwirbt in dieser Lebenszeit, jene Lücken wieder ausfülle und mit Freuden ergänze, die Mir die gefallenen Engel verursachten.

Daß Ich die Engel so bestrafte, so furchtbar bestrafte, ist eine Mahnung für euch, Meine Kinder! Seht, weil Ich ein gar gerechter Gott bin, bin Ich überall gerecht, im Himmel und auf Erden. Weil der Engel in Meiner allernächsten Nähe sich befindet, weil er durchschaut und teilnimmt an Meinen Geheimnissen, weil er Mich sieht von Angesicht zu Angesicht, so mußte diese Prüfung, die er zu bestehen hatte, eine harte sein, aber doch eine gerechte, eine angepaßte Prüfung.

Du, der du Mein Hausfreund bist, der du alle Meine Guttaten genießest und besitzest, der du an Meinem Tisch sitzest und Tag und Nacht mit Mir köstliche Speisen genießest, du bist mehr verpflichtet, Mich zu lieben und zu achten, als wie der arme Bettler, der draußen vor der Türe steht, und dem Ich einen Brosamen hinausreiche, der Meine Guttaten nicht genießt.

So bist du, armer Mensch, in diesem Tränental dem Engel gegenüber zu vergleichen, dem hohen, majestätischen Geschöpf gegenüber, der vor Meinem Throne steht und deswegen, weil dieser Engel Mich geschaut von Angesicht zu Angesicht, weil er an Meiner Tafel speist und Meine Liebe kennt und genießt, furchtbar gestraft wurde, weil er sich empören wollte gegen Mich, weil er mehr sein wollte als Ich, weil er Mir gleich sein wollte, mehr als seine anderen Tischgenossen. Darum war der Augenblick ein furchtbarer, ein kurzer.

Du armer Mensch, du armes Geschöpf, siehe, welche Geduld Ich mit dir habe. Dich habe Ich in dieses Tränental hineingesetzt. Erst war es das Paradies, aber Ich wußte ja von Ewigkeit her voraus, daß der arme Mensch, weil Ich ihn herausgenommen hatte aus diesem Erdenstaub, hinabsinken werde, weil sein schwerfälliger Leib ihn hinabziehen werde in diese sinnlichen Genüsse, darum mußte Ich, als ein gerechter Gott, obwohl er dasselbe Reich besitzen soll wie Meine Engel, ihn doch diese Prüfung bestehen lassen, die Ich ihm bereitet habe, und die Ich verpflichtet bin, über ihn ergehen zu lassen, und diese Prüfung dauert die ganze Lebenszeit hindurch.

Wenn ihr sie gut besteht, Meine Kinder, wählet: Entweder-Oder, Ich habe euch Verstand gegeben und freien Willen, entweder hier eine Zeitlang euren Willen vollziehen, dann vollziehe Ich den Meinigen in der Ewigkeit, oder hier auf Erden Meinen Willen vollziehen, und dann vollziehe Ich den eurigen durch die ganze, lange Ewigkeit. Und weil nun die Welt hinabgesunken ist in den Kot, weil sie Materie geworden ist, die ganze Schöpfung, alles läßt sich mit hineinziehen in diesen Kot des Unglaubens, der von der Stadt hinaus bis auf das Land geschleppt wird und sich dick und breit macht, der vorgibt, man müsse jetzt noch genießen, es sei aus mit dem Glauben an Gott, weil man keck und frech leugnet das Dasein Gottes; weil man Mich abstreifen will und Meine Existenz verwirft, darum muß Ich Mich zeigen.

Ihr habt die Wahl: Entweder für Christus oder gegen Christus; einen Mittelweg gibt es nicht mehr. Faul und schleichend dahinsiechend wie ein abzehrender Mensch, das gibt es nicht in Meiner Kirche.

Entweder, Mein Christ, mußt du ein ganzer Christ werden, oder Ich streiche dich aus Meinem Gedächtnis; einen Mittelweg gibt es nicht wie früher, als die ganze Welt noch gläubig war, wo es laue und armselige Christen gab, die einmal von Mir abgefallen waren, woran sich aber die meisten Menschen nicht störten, sondern sich mit Abscheu von solchen als Gottesleugnern abwandten. Damals konnte man lau dahingehen, so halbwegs noch Christ sein, dann am Lebensende sich durch eine gute Beichte und eine würdige Kommunion an Mich anschließen; weil halt doch die ganze große Masse Mir zu Füßen lag, da ging es noch, daß Ich ihn hineinschlüpfen ließ.

Jetzt aber, wo die ganze Masse der Menschheit vom Glauben abgekommen ist, gibt es keinen Mittelweg mehr: Entweder für oder gegen Christus. Darum schart euch zusammen, folgt Meinem Statthalter, der nicht umsonst eure Familie Meiner Familie unterstellt hat. Ferner hat er euch nicht umsonst Meinem Herzen aufgebunden. Er hat Mich gleichsam hineingestellt in eure Mitte und euch Mir aufgebunden durch die Weihe an Mein Göttliches Herz. Ihr steht nicht mehr allein; ihr steht für alle eure Brüder. Ihr müsst eifern für eure Brüder, eifern müßt ihr, Apostel müßt ihr werden, ihr müßt so feststehen in eurem heiligen katholischen Glauben, so energisch dahingehen, daß alle sich sagen müssen: ‚Auch ich muß ein anderer werden.‘ Ihr müßt euch nicht stören an dem Gerede der Menschen; denn an Spöttern fehlt es nicht. Die Strafe wird ihnen auf dem Fuß folgen. Ihr aber werdet um so mehr ernten, je mehr Spott und Hohn ihr eingeerntet habt. Apostel sollt ihr werden. Stehen sollt ihr wie ein Eichbaum, den kein Sturm entwurzeln kann. Ihr sollt vorleuchten, ihr Väter und Mütter. Ihr Jungfrauen, ihr sollt feststehen, wenn es gilt, die heilige Reinheit zu bewahren, wenn ein Mensch es wagen wollte, je an euch heranzutreten. Ihr Jünglinge und Jungfrauen hier in eurer Heimat, seid energisch. Wagt es nie, diesen Kranz der Unschuld herabzuziehen und ihn mit Füßen zu treten. Wer bestimmt ist, in den Ehestand einzutreten, der bemühe sich, diesen Brautkranz unbefleckt zu erhalten. Dann werde auch Ich die Ehe segnen im Himmel.

Wer aber diesen Kranz herniedergezogen, muß wissen, daß er büßen muß und es sauer büßen muß im Ehestand. Ich wünschte, daß viele sich dem jungfräulichen Stand anschließen würden, o glückliche Jungfrauen! Wo es in einer Gemeinde viele Jungfrauen gibt, die Jungfrauen sind nach dem ganzen Sinn des Wortes, oder wo es Witwen gibt, die ihren Stand halten, wie Ich es verlange, da steht es gut um die Gemeinde, ihr sollt die Säulen sein, worauf die Kirche steht. Ihr sollt sie stützen durch euer Gebet und gutes Beispiel. Ihr sollt in der Familie, wo ihr steht, das Band sein, das um das Eheband geschlossen ist. So wie das Eheband Mann und Weib und Kinder zusammenhält, so sollst du das ganze Haus zusammenhalten durch dein Beispiel. Sorge, daß Friede bleibt in der Familie. Wenn es gilt, einen Rat zu beschließen, sollst du nicht dazwischentreten und deine Meinung mit einmischen, wenn es ein guter Rat ist. Wenn es aber gilt, wo Vater und Mutter leichtsinnig sind, wo der Vater blind ist und die Mutter taub, dann mußt du eintreten, dann ist es erlaubt, dann mußt du das Band schlingen um die ganze Familie. Und nun lebt wohl, Meine Kinder, und sagt Mir herzlichen Dank, daß Ich Meine Dienerin in eure Mitte zurückgeführt, um den Glauben zu beleben in euren Herzen.“

Barbara: „O Herr, gib, daß N. nicht verlorengeht.“

Jesus: „Habe Mut, Meine Tochter! Verloren geht er nicht. Habe Vertrauen und schreibe ihm vom Herzen hinweg, von der Brust weg, wie es Mein Geist dir eingibt. Rede ihm zu, deinem Verwandten, der da auf Abwege gekommen ist und in einer unglücklichen Ehe lebt, rede ihm zu, spare keine Mühe. Dein Bruder, verspreche Ich dir, bis Weihnachten soll er befreit werden. Erst muß noch im Advent Mir viel geopfert und gesühnt werden; denn die Seele, die Mich im Leben nicht gekannt, die muß dort büßen. Es ist Meine Gerechtigkeit, die dort versöhnt werden muß.“

Barbara: „O Herr! Befreie meine Mutter und Schwester aus dem Fegefeuer.“

Jesus: „Deine Mutter ist eingegangen und deine Schwester längst schon!“

Barbara: „Mein Jesus! Ich bitte Dich, da alle Deine Kinder so gläubig sind, sie alle, die hier versammelt sind, gehen auf dem rechten Weg, o ich bitte Dich, schenke mir doch all die Seelen ihrer Anverwandten. O ich bitte Dich für N. um seiner lieben Gattin willen, um Deiner lieben, schmerzhaften Mutter willen.“

Jesus: „Meine Kinder! Es ist unmöglich, daß Ich den Bitten derjenigen entgegen sein kann, die mit Glauben und Vertrauen sich Mir nahen. Ich will um Meiner lieben Mutter willen, um all der lieben Freundinnen willen, die euch begleiten, um des Gebetes eurer heiligen Schutzengel willen, die eure Gebete unterstützen, die lieben Eurigen euch schenken. Ihr müßt Mir aber versprechen, daß ihr ebenso fortfahret, zu bitten für andere, wie bisher für die Eurigen. Jede Seele, die da eingegangen ist in Meine Gerechtigkeit, ist Mir lieb und teuer, und Ich sehne Mich, Seelen zu finden, die Mich bestürmen und Mir Gewalt antun, um diese befreien zu können. Darum verspreche Ich euch, all die Eurigen euch zu schenken. Und Du, Meine liebe Mutter, nimm die lieben Schutzengel von diesen Seelen und gehe hin, sie zu befreien.“

Barbara: „Und ich sehe eine ganze Schar. N. du brauchst mir nicht zu danken. Mein lieber Freund, ziehe hin in die Freude des Herrn. Zieht hin, ihr Seelen. O welche Freude! O mein Gott, laß mich bei Dir! O ich will nicht mehr zurück. O laß mich bei Dir! Ich kann nicht mehr zurück, mein geliebter Jesus!“

Jesus: „Du mußt zurück, Meine Tochter!“

Die guten Landleute waren so ergriffen, daß alle weinten und alle riefen dem lieben Jesus ihre Bitten entgegen. Schon mehrmals regnete es sehr an den Samstagen, wo wir die Wallfahrten machen; aber das letzte Mal kamen wir in einen fürchterlichen Schuttregen. Wir stellten uns unter einen Baum und sangen das Te Deum mit fröhlichem Herzen. Obwohl wir ganz durchnäßt wurden, tat es uns keinen merklichen Schaden.

317 Vierter Freitag im September 1899

„Als Ich den Himmel erschuf mit den Engeln zu Meiner Ehre und Verherrlichung, als Ich den Engeln befohlen hatte, die Schutzgeister, die Führer des Menschengeschlechtes zu sein und zu werden, da erhob sich dieser Engel gegen Meine Majestät.“

Lied: Reine Engel ungesehen ...

Barbara: „Ich danke Dir, o mein Jesus, für das große Glück, daß Du uns, jedem einzelnen, einen Engel zur Seite gegeben. Siehe, dieser Monat ist von der heiligen Kirche den Engeln geweiht, und ich habe den ganzen Monat Dir noch nicht gedankt, wohl schon am Schutzengelfest. O erinnere mich doch öfter daran ...

Heute will ich Dir besonders danken für das große Glück, einen Engel an der Seite zu haben. Ich danke Dir im Namen aller, die es nicht erkennen. O könnte ich Dich doch lieben und all die heiligen Schutzengel verehren für die, die es nicht tun! O wie sind wir doch so unbeholfen, so elend. Wie war ich doch in dieser Woche so leichtfertig. O verzeihe mir! Wenn Du Dich zurückziehst, ist alles vorbei, meine Frömmigkeit, mein Gebetseifer, meine Liebe zu Dir ist wie ein Strohhalm so leicht, wenn der Wind hin- und herweht. O mein Jesus! Am Dienstag war ich in der Liebe zu Dir wie schwebend, und die ganze Woche, die übrigen Tage, wie Blei an die Erde gebunden. Woher kommt es, daß man gar so schwerfällig ist? Mein Jesus, Barmherzigkeit für mich!

O ich war pure Welt und Weltensinn und die Zeit, wo ich im Gebet zubrachte, ich kann es ein Gebet nicht nennen; o verzeihe mir, o Herr! Mein Jesus, ich danke Dir für das unaussprechliche Glück! Gelt, das ist mein heiliger Schutzengel? O lieber Engel! Ich grüße dich durch das süßeste Herz Jesu Christi. O erfleh mir doch Verzeihung! Nicht wahr, ich bin doch recht leichtsinnig? Ich habe doch große Gnaden; ich bin so bevorzugt von meinem Herrn, und wie viele Tage habe ich zu verzeichnen, wo ich nichts habe als Welt und Weltensinn, wo ich gar nichts fertiggebracht habe.

O erflehe mir Verzeihung! Was soll ich nur machen, daß ich anders werde? Siehe, ich bin mitten in die Welt hineingestellt, wo ich nicht aus mir herauskomme. Wie sehnte ich mich nach einer einsamen Zelle, wo ich mich mit Jesus beschäftigen könnte, wie fromme Seelen tun. Warum muß ich so in der Welt stehen und reiße ich mich nicht los davon? O erflehe mir doch Verzeihung! Und du lächelst! O mein Gott! Es ist mir nicht zum Lachen, mein lieber, heiliger Schutzengel! Du lächelst über meine Armseligkeit, weil ich wie Blei an die Erde gefesselt bin und mich nicht emporschwingen kann, gelt? Und du schaust auf meinen Jesus! O Herr, verzeihe mir um meines heiligen Schutzengels willen. O ich bete Dich an durch ihn und mit ihm und sage Dir Dank für diese unendliche Liebe und Deine Güte.“

Jesus: „Meine Kinder! Ja, ja, es ist recht und billig, sich zu verdemütigen. Ich stelle dir deinen Schutzengel vor, um dich daran zu erinnern, wie viel in den Augen Gottes eine Seele wert ist, und was Ich bezwecken will mit dem Menschengeschlecht. Es ist recht, daß du dich verdemütigst, um vielen zu zeigen, mit welcher Armseligkeit Ich es zu tun habe, welch armselige Person du bist, die Ich Mir ausgewählt unter so vielen Menschen, unter so viel Tausenden von Menschen, um durch sie anderen Meine Güte und Barmherzigkeit zu zeigen.

Es soll aber auch deine Armseligkeit vielen zum Trost gereichen und zur Stärke: Zum Troste, damit sie erkennen, daß nicht sie allein so hingestellt sind in die Welt, daß Ich alles so geordnet habe in Meiner Schöpfung, daß jeder Mensch, wo er auch steht, Meinen Willen erfüllen kann und erfüllen soll; daß jeder Mensch zufrieden sein soll mit seinem Schicksal, wo Ich ihn hingestellt habe. Der Mensch prüfe sich in der Jugendzeit. Habe Ich ihn zum jungfräulichen Stand berufen, dann soll er diesen ergreifen und feststehen, mag da kommen über ihn, was da will. Habe Ich ihn in den Ordensstand berufen, oder berufen, Priester werden zu wollen, dann bist du ja eine aus den Erstlingsfrüchten im Garten Gottes, im Garten Meiner Kirche. Habe Ich ihn aber in den Ehestand berufen, und hat er diesen gewählt, dann soll er zufrieden sein und wissen, daß er am rechten Fleck steht, daß alles, was Ich über ihn kommen lasse, doch zu Meiner Ehre gereichen kann, wenn er es nur in der rechten Weise auszunützen weiß. So habe Ich dich in eine Familie gestellt, wo es oftmals recht bunt durcheinander geht, vielen zum Vorbild, weil doch die große Masse von Menschen in diesem bunten Wirrwarr steht, und doch sollen sie gerettet werden und ihr ewiges Heil nicht vergessen, nicht außer acht gelassen werden. Darum ist es Mir lieber, wenn du hier stehen bleibst, als wenn du an einen einsameren Ort dich begeben wolltest, wo du ruhiger und ungenierter deine Tage Mir weihen und zubringen könntest.

Siehe, Mein Kind! So viel ist der Mensch wert, daß Ich nicht nur Mein kostbares Blut für ihn vergossen habe, nein, Tag und Nacht geht an seiner Seite einer Meiner Fürsten, einer Meiner Untertanen, damit er nicht strauchle; und wenn er gestrauchelt, ihn immer wieder warne und zu Mir zurückführe. Ich habe aber auch noch eine andere Absicht damit verbunden. Als Ich den Himmel erschuf mit den Engeln zu Meiner Ehre und Verherrlichung, als Ich den Engeln befohlen hatte, die Schutzgeister, die Führer des Menschengeschlechtes zu sein und zu werden, da erhob sich dieser Engel gegen Meine Majestät; denn als Ich den Plan vorlegte, den Ich vorhatte, die Welt zu erschaffen, da besprach Ich mit Meiner Umgebung den ganzen Plan Meiner unendlichen Liebe und Weisheit, und der Engel erkannte, daß er, der hohe, mächtige Geist, zum Dienst auserkoren sein solle eines so armseligen Geschöpfes, das doch weit, weit unter ihm stehen soll. Und das empörte diesen stolzen Geist. Nicht war es der Gedanke allein, daß er Mir gleich sein wollte, es war vielmehr die Demütigung, die darin lag und liegt, daß dieser Geist, der doch Mein Angesicht schaut von Ewigkeit zu Ewigkeit, zum Dienste eines so armseligen Erdenwürmleins bestimmt werden soll, und daß ein Gott diesen armseligen Menschen so bevorzugte, daß Er Sich ihm gleichmachen wolle, daß Er seine Gestalt annehmen wolle, und dieser Engel, dieser hohe Himmelsfürst, diesen Menschen, diesen Gottmenschen anbeten solle dereinstens. Das empörte ihn, und es entstand der Streit.

Seht nun, Meine Kinder, zum voraus, weil Ich diesem Meinem Himmelsfürsten Ehre schuldig bin, will Ich zum vorhergehenden Fest und im voraus auf das kommende Fest des heiligen Erzengels Michael diese Belehrung geben über die Größe und Bedeutung der heiligen Engel, damit ihr eure lieben Schutzengel recht ehren und verherrlichen möchtet, ihr alle und alle, die es lesen und hören. So wie nun aber dadurch, daß diese Engel, Michael an der Spitze, und alle, die sich an ihn anschlossen, Mir die geraubte Ehre ersetzten, die Luzifer und sein Anhang Mir hinwegnahmen, und so die Freude um so größer war, als Ich sah, mit welcher Entschiedenheit dieser Engel Meine Ehre, die Ehre des Dreieinigen Gottes verteidigte, so freute Mich dieses mehr, als der Schmerz Mir zufügte und zusetzte, den Luzifer und sein Anhang Mir antat.

Seht, Meine Kinder, damit komme Ich dann zu Meiner Schöpfung, zu Meiner zweiten Schöpfung. Ich habe die Welt erschaffen und den König, den Menschen als König hineingesetzt. Dieser Mensch ist aber stolz geworden, er verweigert Mir seine Anbetung, weswegen Ich ihn doch erschuf. Darum, Meine Kinder, ist oft der Zorn Gottes so entbrannt und herausgefordert, daß er hinabschleudern möchte dieses ganze Menschengeschlecht in den Abgrund, wie einst Luzifer und seinen Anhang. Aber zu allen Zeiten gibt es und gab es Seelen, die sich – gleich einem Erzengel Michael – dann Mühe geben, die geraubte Ehre Mir zu ersetzen, und wenn es einmal keine mehr gäbe, müßte die Welt zugrunde gehen. Darum freut euch, Meine Kinder, freut euch! Auch ihr sollt Michael heißen, auch ihr sollt der Menschheit sagen: ‚Wer ist wie Gott!‘, Ihr sollt dahingehen, nicht nach rechts und nicht nach links euch umsehen, was die Menschen von euch denken und halten. Michaele sollt ihr sein, mit blitzendem Schwert, mit feurigem Schwert, mit dem Schild des Glaubens, mit dem Anker der Hoffnung sollt ihr durch das Leben gehen, mit feurigem Schwert, das heißt mit Feuereifer hinausziehen unter die Menschen, mit dem Schild des Glaubens.

Alles, was Ich von euch verlange, glaubet. Denn solange ihr nicht abweichet von den Geboten Gottes und der Kirche, müßt ihr glauben, gegen alles, was andere euch vorwerfen, den Anker der Hoffnung fest einhängen, daß einmal eine Zeit kommen wird, wo alles euch klar wird; jetzt im Dunkeln wandeln, damit dereinst, wenn der volle Tag anbricht, ihr mit einem Male, mit Blitzesschnelle alles durchschauen werdet, was euch jetzt dunkel und unaufgeklärt vorkommt.

Ihr alle Meine Kinder in den verschiedenen Orden, ja, ja, fahret fort, so eifrig Mir zu dienen, ihr alle sollt Michael sein; ihr sollt sein die Engel auf Erden. So wie Ich um der guten Engel willen den Schmerz vergessen, den die bösen Engel Mir zufügten, so will Ich um der Guten willen, die hier auf Erden leben, all den Schmerz, all die Schmach vergessen, die andere Mir zufügen. Seht, das muß euch genügen.

Ihr alle in den verschiedenen Orden und ihr, die ihr in der Welt lebet, besonders ihr jungfräulichen Seelen, wisset, daß Ich um euretwillen die Welt verschone. Wieviel Unheil ist in der Welt, das die Sünde heraufbeschworen. O Mein Vater, Er ist erzürnt; Sein Zorn ist entbrannt, mit Blitzesschnelle möchte Er die ganze Menschheit von der Erde vertilgen, über den Undank so vieler Seiner Kinder. Aber, wenn Ich vor Ihn hintrete im hochheiligsten Meßopfer und zu Ihm sage: Siehe, Mein Vater, täglich und stündlich erneuere Ich die dreiunddreißig Jahre, wo Ich dieses Geschlecht vertrat; stündlich, ja, in jedem Augenblick schaust Du Deinen Sohn, wie Er Bruder war dieses armseligen Menschengeschlechtes, und siehe, Mein Vater, hier hast du Seelen, die Meine Wege wandeln. O schaue doch hin auf diese Seelen! Siehe, da ist eine Seele, die Mir treu dient, dort ist eine Seele, die mitten in der Welt steht und so viele Leiden Meinetwegen schon erduldet hat. Siehe, dort ist ein Familienvater und eine Mutter, die ihre Kinder gut erziehen, die ihr Kreuz mit Geduld tragen. Siehe diesen Ordensmann, diese Ordensfrau, wie sie alles vergessen, wie sie Tag und Nacht Mich bestürmen. Siehe diese Jungfrau, wie sie sich losreißt von der Welt, alles mit Füßen tretend und hinauszieht, Vater und Mutter vergessend um Meinetwillen. O Mein Vater! Vergiß den Undank Deiner treulosen Kinder!

Seht, dies ist das große Leidens- und Sühnungsleben, das Ich im Heiligsten Sakrament Tag für Tag vollführe im Angesicht Meines Vaters. Und nun wollt ihr euch noch wundern, wenn es euch nicht besser geht? Tag für Tag stehe Ich unter euch, und Tausende von Menschen kennen Mich nicht. Ich bin ihnen ein unbekannter Gott. Viele lästern Mich und zerschneiden Mir das Herz. Viele kennen Mich zwar, aber mit einem so flüchtigen Blick streifen sie an Mir vorüber, als ob ihre einzige Aufgabe wäre, sich Schlösser zu bauen und ewig darin zu wohnen auf dieser Erde. Sie sorgen sich nur für dieses elende Erdenleben. Viele wollen Mir zwar dienen und dienen Mir auch, aber nur so viel, wie es ihnen auch Ehre einträgt. Sie wollen bei ihrer Frömmigkeit doch auch die Achtung der Menschen genießen.

Und nun, Meine Kinder, seht euch um, wie viele es gibt, die Michael sein wollen in dieser Meiner Schöpfung, die auch unter den anderen Menschen verachtet sein wollen, zurückgesetzt. Seht, als der Erzengel Michael dahinflog, unter seinen Brüdern, da schossen die Blicke verächtlich auf ihn. Dieser, sagten sie sich, will ein Sonderling sein, will sich nicht uns anschließen. Dieser will den Plan Gottes bestätigen, damit er eine Prämie erlangt von diesem Gott. Dieser will diesen armseligen Menschen, wie es scheint, dereinstens anbeten. Auf, laßt uns ihn hassen, verachten! Und mit Schmachworten ging es durch den ganzen Himmel auf diesen Michael, und Millionen und Abermillionen schlossen sich zusammen, und sie alle haßten und verachteten diesen Michael und seine Genossen.

Meine Kinder! Wißt ihr, was Ich euch sagen will? Wenige sind es, die es begreifen, wie sehr Mich die Menschheit verachtet und schmäht und verfolgt, auch selbst unter den besten Meiner Kinder; auch unter den Ordensleuten und Priestern gibt es viele, die nur so dahingehen, die nur froh sind und recht zufrieden, wenn sie dereinst gerettet werden, die ihr Amt nur verwalten, weil sie Priester sind, wie jeder andere Mensch. Auch gibt es viele, auch unter den Ordensleuten, die sich Mir ganz geweiht haben, die nicht an ihre Mitmenschen denken, wie schrecklich Ich Tag für Tag von diesen verachtet und beleidigt und verfolgt werde, und deswegen sich einsetzen sollen für ihre Mitmenschen.

Aber, Meine Kinder, Seelen will Ich haben, die sich auch für andere einsetzen, die wie ein anderer Christus durch das Leben gehen, sich selbst vergessend, und das Kreuz hinaufschleppen auf den Berg Kalvaria: Das Kreuz der Verachtung, der Verdemütigung, der Selbsterniedrigung. Darum sagt es allen Meinen Kindern, sage es Meinen Kindern in W., die sich so eng an euch anschließen, daß sie nicht nachlassen sollen, über sich selbst hinwegzugehen. Sie sollen ihren Beichtvater nicht belästigen mit kleinlichen Dingen, als ob Ich ein Gott wäre, Der nur darauf ausginge, Seine Kinder zu verderben. Nein, nein! Ihre Fehler, die sie begehen, weil ihr alle arme Menschen seid, sollen sie kurz und bündig dahinsagen und sich dann weiter bemühen, Mir Ersatz und Sühne zu leisten, nicht ihren Beichtvater zu quälen mit solchen kleinlichen Fehlern, die Ich ja mit jedem Tröpflein Weihwasser schon verzeihe, das eine Seele mit Meinem kostbaren Blut vereinigt Mir darbringt und aufopfert. Sie sollen sich vielmehr beraten, wie sie es anzustellen haben, recht viele Seelen herbeizuführen.

Seht, Meine Kinder, dazu trägt viel bei, wenn ihr neue Orden gründet, daß ihr zu der Zahl der Verachteten gehört. Ihr gehört ja schon ohnehin dazu, weil diejenigen Orden, die sich ganz Mir geweiht durch das beschauliche Leben, gehaßt und verfolgt und von all den Weltmenschen verachtet werden, die gerne Christus und sein Leben aus der Weltgeschichte verwischen möchten. Dadurch aber, daß ihr neue Klosterstiftungen macht und machen wollt, werdet ihr noch mehr Verachtung euch zuziehen von denjenigen, die euch entgegen sind.

Dies alles müßt ihr aber nicht scheuen, und ihr müßt wissen, daß euer Gott es will und verlangt, und daß ihr Ihm keine größere Ehre erweisen könnt, als wenn ihr neue Asyle gründet, wohin sich Menschen, junge Seelen, flüchten können, die der Welt entrinnen; denn eine Seele, die sich Mir weiht in stiller Klosterzelle, ist vielen tausend Gefahren entronnen, und die Verherrlichung, die Mir angetan wird von solchen Personen, die da der Welt Abschied geben, reicht bis hinauf zu dem Zeitpunkt, bis diese Mauern wieder zerstört werden, entweder von der gottlosen Welt, oder dann, wenn einmal dieses ganze Weltall zusammensinkt in ein Nichts. Darum auf, Meine Kinder, auf, es gilt, den Kampf aufzunehmen, es gilt, Michael zu bilden in eurer Schöpfung. Seid Mir Michael! ‚Wer ist wie Gott!‘

Barbara: „O lieber Jesus! Sollen die Schwestern in N. denn das ihnen angebotene Anwesen zu einer neuen Stiftung und das ältere Kloster annehmen?“

Jesus: „Sie sollen erst das eine, das am besten gelegene und passende, nicht das in N., das erstere gründen und dann das zweite, wenn dieses vorüber ist. Sie sollen mit dem Feuereifer und mit dem seraphischen Mut einer Theresia beginnen, den heiligen Josef zur Seite als ihren Schatzmeister und als ihren Schutzherrn nehmen und sich ganz auf ihn stützen, und diese neue Gründung dem Schutz des heiligen Josefs unterstellen. Sie sollen wissen, daß viele Hindernisse kommen, Hindernisse, die manchmal unübersteigbar scheinen werden, aber sie sollen sich nicht fürchten, alles Gute muß erkämpft werden, wenn auch Jahre darüber vergehen. Den Mut nur nicht verlieren!

Grüßet Mir recht herzlich N.N. und sagt ihm, daß Ich mit ihm zufrieden bin, und daß er es für ein Glück ansehen soll, der Beichtvater dieser Klosterfrauen zu sein, denn es werden unter seiner Leitung Seelen sich befinden, die dereinstens glänzen sollen am Sternenhimmel der Kirche. Er soll recht damit einverstanden sein mit der neuen Klosterstiftung und auch eifern für seinen Orden, daß dort, wo ein neues Karmeliterinnenkloster gegründet wird, damit Meine Töchter, die Töchter Meiner lieben, heiligen Theresia, immer solche Beichtväter haben, die mit ihnen Hand in Hand gehen; denn die Welt versteht ja nicht, was Ich durch diesen seraphischen Orden alles bewirken will. Dieser Orden, der abstammt noch vor Meiner Geburt, den Elias auf dem Berge Karmel gründete, und hinausreichen soll bis zum Ende der Tage, wird dereinstens der Welt zeigen, wie viel Gutes er bewirkt. Er war sozusagen Mein Vorläufer. Er begleitete Mich und soll Mich durch die ganze Geschichte der menschlichen Gesellschaft hindurch vertreten, Mein Leben wenigstens.

Darum rafft euch auf, ihr Töchter und Söhne der heiligen Theresia und ihr alle, die ihr anderen Orden angehört, mögen sie der Welt nützen durch Belehrungen der Kinder oder durch Krankendienste, oder wie die verschiedenen Orden, die Missionsorden, wie sie heißen, allen sage Ich desgleichen: Mit der Fußspitze die Erde berühren, der ganze Körper soll im Himmel sein. Mit der Fußspitze die Erde berühren zum Zeichen, daß ihr zwar auf dieser Erde wandelt, aber der ganze Leib soll im Himmel sein. Merkt es euch ihr alle, die ihr mitten in der Welt steht!

Freilich kann euch die Welt nicht begreifen, wenn ihr hinauszieht, Mein Lob singend und betend, wie Ich es von euch verlange bis zum Allerheiligenfeste, keinen Samstag ausgenommen, mag die Witterung noch so schlecht sein, sollt ihr barfuß dahinziehen, ob die Welt euer spottet oder lacht, sollt ihr dahinziehen, mag die Witterung euer trotzen oder nicht, Mein Wort nehme Ich nicht zurück. Michael sollt ihr Mir sein, sowie alle, die Mir treu dienen wollen, ein ganz neues Leben beginnen müssen.

Ihr im Ordensstand: Nur mit der Fußspitze die Erde berühren, und der ganze Leib soll im Himmel sein! So verlange Ich es auch von euch, die ihr mitten in der Welt steht. Keines werde Ich schonen. Aber die Verachtung und die Selbstverleugnung müßt ihr üben, damit die Menschen sehen, was Großes es ist, um in den Himmel zu kommen. Seelen sollt ihr retten, über euch hinweg sollt ihr gehen, den Spott und Hohn der großen Masse, ja selbst der Priester, hinnehmen wie Edelsteine, danach haschen, wie andere Geldgierige nach einem funkelnden Edelstein.“

Barbara: „Soll N. in der Welt bleiben oder ins Kloster gehen?“

Jesus: „Eine Jungfrau in der Welt hat zwar einen harten Kampf, und es ist für solche Seelen, die nicht stark genug sind, in der Welt auszuharren, ratsamer, wenn sie in ein Kloster gehen; aber eine Jungfrau in der Welt, die all den Spott hinnimmt und sich bestrebt, Mir zu dienen, ist Mir ebenso lieb wie eine Ordensfrau. Freilich hat diese aber auch mehr Kampf, wenn sie einer Ordensfrau gleichstehen will, dann muß sie sich selbst ganz und gar vergessen, und was die Jungfrauen, die Ordensfrauen durch den Gehorsam, das muß die Jungfrau in der Welt durch die Geduld ersetzen. Du mußt vieles, vieles erleiden von deinen Mitmenschen.

Der Schwester Alberta sage einen herzlichen Gruß von ihrer heiligen Mutter Theresia, sie möge nur Mut fassen und ihre vier Geschwister auffordern, doch ein so heiliges Werk zu stiften, doch zu bedenken, wie der Stein, den Gott in ihre Hand gelegt, Ich meine damit den Reichtum, sie dereinstens in der Ewigkeit drücken wird auf ihrem Grabeshügel, wenn sie es nicht verstehen, ihn umzusetzen in einen Edelstein. Sie sollen sich nicht besinnen und einen neuen Orden Mir gründen, der dann durch die ganze Ewigkeit der von ihnen gestiftete Orden heißen wird. Sie sollen ihren Namen verewigen hier auf Erden, damit es dereinstens mit goldenen Buchstaben im Buch des Lebens eingeschrieben steht, wenn es vor ihnen aufgeschlagen wird.“

Barbara: „Soll sie sie denn in Kenntnis setzen von deinen Mitteilungen?“

Jesus: „Sie soll sie nur in Kenntnis setzen, daß es der Wille Gottes sei, weil die Welt so abwärts gekommen ist und der Reichtum nur das einzige ist, was die Welt noch schätzt, und wohin der Arme nur mit neidischem Blicke schaut. Wenn sie es nicht tun, wird dieser Reichtum ihnen über kurz oder lang doch aus der Hand gerissen, und sie arm und nackt hinabsteigen in das leere Grab.

Grüßet Mir alle recht herzlich die lieben Karmeliterschwestern, alle, die sich euch anschließen, auch die in A.“

Barbara: „O Herr! Ist es ratsamer für N., zu bauen oder den Platz zu verkaufen?“

Jesus: „Sie soll den Platz verkaufen. Der neue Bau macht viele Sorgen, und sie hat es nicht nötig. Sie soll sich mehr losreißen von dieser armseligen Erde. Obwohl sie Kinder hat, haben alle ihre Kinder doch zu leben. Für was denn dieser Moder und dieser Kot? Sie soll eintreten in den Orden des heiligen Franziskus, Meines Dieners, der wird sie lehren.“

Barbara: „O Herr! Soll N. diesem Studenten weiter helfen, oder zunächst sparen für den Klosterbau?“

Jesus: „Das nächste ist jetzt und das Notwendigste für euch hier, in der nächsten Nähe zu tun, was von euch verlangt wird. Ich habe euch schon gesagt und Meinen Willen kundgetan, es ist unnötig, Mich weiter zu fragen.“

Barbara: „Ist es ratsamer, wenn N. ihr Geschäft weiterführt oder aufgibt?“

Jesus: „Man hat zu viele Ansprüche. Wer guten Willen hat und nicht gar zu viel mit der Welt liebäugelt, braucht nicht viel. Es wäre besser für die Frau, wenn sie ihr Geschäft verkaufen würde, weil die Konkurrenz von allen Seiten zu groß ist und sie doch nicht weiter aufkommen kann. Wenn sie sich zurückzieht, warum, Der Ich ja doch sorge für die Witwen und Waisen, Der Ich ja doch sorge für alle Menschen, warum nicht auch für sie?“

Barbara: „O Herr! Ich bitte Dich auch für die Frau, die mich so sehr bittet, ihr aufzuhelfen.“

Jesus: „Es ist der Stolz in jedem Menschen, der nicht herabsteigen will. Ja, ja, es gibt freilich Seelen, die abhelfen könnten, aber Ich habe jedem Menschen den freien Willen gegeben und will es einmal so, daß Reich und Arm nebeneinander bestehen sollen. Darum muß der Arme zufrieden sein und der Reiche freigebig, wenn er Mir dienen will.“

Barbara: „O Herr! Soll N. die Sache mit ihrem Schwager in die Hand nehmen? Ach steh ihr doch zur Seite, daß sie einen guten Käufer finden.“

Jesus: „Solche Zustände gibt es gar viele in der Welt. Sie soll mit ihrem Schwager das Versprechen machen, daß sie eine schöne Summe abgeben will zum Klosterbau oder zu anderen guten Zwecken, und es dem heiligen Josef übergeben, der wird ihr dann den rechten Käufer schon herbeiführen. Aber mit solchen Menschen, die da so halb und halb wieder mit der Welt liebäugeln, ist nicht gut zu rechnen. Sage Meiner Tochter, sie soll nicht so ängstlich sein, nicht alles zerschneiden wollen, ruhig und geduldig abwarten und Mir mehr Vertrauen schenken.

Du, Meine Kleine, verlaß Vater und Mutter und sieh dich nicht um. Bedenke, wer Vater und Mutter mehr liebt als Mich, ist Meiner nicht wert. Wisse aber, daß Satan dir nachstellt, daß du große innere und äußere Kämpfe haben wirst, daß die Süßigkeit und die Tröstungen eine Zeitlang aufhören werden und du in einen Sturm wirst versetzt sein, wo du nicht mehr weißt, wo du stehst. Dann erinnere dich an die Worte, die Ich dir voraussage. Dann sage dir, dieser Tag geht wieder herum. Ich will Dir dienen; ich habe mein Vaterhaus verlassen, um Dir anzugehören. Hilf mir, o Herr, sonst gehe ich zugrunde, und harre aus in der Prüfung; denn je größer der Sturm, desto herrlicher die Krone, wenn du Meinetwegen tapfer gestritten hast.“

Barbara: „Soll Schw. N. die Schriften ihrem Neffen in B. schicken?“

Jesus: „Sie kann es tun, aber sie soll sich auf viele Kritik gefaßt machen. Dieser Herr gehört zu jenen, die viel kritisieren und alles zerschneiden wollen, die das Evangelium mit eiserner Hand erfassen.“

Barbara: „O Herr, gib, daß der Vetter von Schwester N. zur katholischen Kirche zurückkehrt.“

Jesus: „Meine Tochter! Wenn du es verstehst, dich für ihn einzusetzen, dann verspreche Ich dir, daß er zurückkehren wird. Wenn du eine Seele gewinnen könntest unter seinen Verwandten, dann wäre er gewonnen.“

Luise empfahl dem Herrn noch alle anderen Anliegen der Schwestern in N., worauf der Herr erwiderte:

Jesus: „Seid zufrieden, Meine Kinder! Wißt, daß dies alles zum Besten für diejenigen ist, denen Ich diese Leiden schicke. Es sind dieses ja die Magnete, womit Ich sie zur Liebe Gottes herbeiziehe. Darum freut euch, Meine Kinder, anstatt zu jammern, betet für eure Angehörigen, damit sie in der Tugend vorwärtsschreiten, nicht, damit ihnen die Kreuze und Leiden abgenommen werden, nein, damit sie in der Tugend voranschreiten.“

Schwägerin von Barbara: „O lindere mir die Schmerzen ein wenig.“

Jesus: „Du wirst wieder besser werden, Meine Tochter, Ich verspreche es dir. Es ist dieses wieder ein Wechsel, weil der Mensch aus der Erde genommen ist und wie eine Pflanze in der Erde steht. Wie da eine neue Jahreszeit anbricht, fühlt der Mensch, der diese unreifen Säfte mit sich herumträgt, wieder neue Leiden in sich. Die Natur des Menschen wechselt wie in der Natur die Witterung. Es wird wieder besser, bis du noch einige Wochen herum hast. Sei zufrieden. Dieses Leiden habe Ich dir gegeben, weil du die Krone doch dereinst wieder erlangen sollst, die du verschmäht hast. Meine Tochter, freue dich! Sieh, welch ein guter Gott Ich bin! Ich habe dir diese deine Verwandte beigestellt, damit ihr abwechselnd Mir dienen könnt. Sieh, was sie durch Wallfahrten und den Gottesdienst Mir erwirbt, das sollst du durch Leiden, die Ich dir gegeben, Mir zum Opfer bringen. Hand in Hand sollt ihr gehen, damit Ich euch belohnen kann einstens im Himmel, in gleichem Maße. Darum freuet euch, Meine Kinder! So ist es in all den Familien. Sage es Meinen Kindern in Würzburg.

Alle die Leiden, die sie Mir opfern, werden Ihnen belohnt; so habe Ich in jede Familie, wo eine Dienerin Gottes steht, auch große, schwere Leiden gestellt, damit alles Hand in Hand geht. Niemandem werde Ich die Leiden ersparen. Ja, freilich jammern sie, die Weltkinder wollen verzweifeln, du aber sollst dich an Mich hängen. Die glücklichen Kinder der Kirche, sie sollen andere retten, indem sie diese Leiden ertragen mit Geduld.“

Barbara: „O gib doch, daß meine Schwester ihre Kuh verkaufen kann, weil sie es nötig haben.“

Jesus: „Eine Kleinigkeit! Sie ist Meine treue Dienerin und soll vielen zum Vorbild werden. Auch deinen Bruder in A. mußt du aufmuntern. Er wankt hin und her, was er tun soll mit seinem Söhnchen. Sage ihm, daß dieses Kind dereinstens seine Krone sein wird. Sage ihm, daß er nicht irre werde, wenn seine Gattin ihm zuflüstert, und wenn andere Leute ihm zureden, daß er nicht irre werde an seinem Lebenslauf. Er soll fortfahren, wie er begonnen, und ein heiliger Vater heiliger Kinder werden.

Mein Sohn, du sollst wie ein Eichbaum in deiner Familie stehen. Freue dich, daß du ein Kind erzeugt, das Mir dereinst große Freude machen wird. Aber du mußt nicht nachlassen zu beten. Du mußt, da Ich seine Mutter zu Mir genommen, seine Mutterstelle ersetzen, du mußt Mich beschwören und bestürmen, damit dieses Kind nicht auf Abwege gerät; denn obwohl Ich alles in Meiner Hand habe, will Ich von den Meinigen gebeten sein, wie auch du, wenn deine Kinder gerne etwas von dir hätten, du doch ihre Bitten entgegennimmst.“

Barbara: „O Herr, gib, daß meine Mutter Dich mehr liebt und erleichtere ihr das Kreuz.“

Jesus: „Ja, Mein Kind, sie hat Mich tief gekränkt, daß sie einen Protestanten heiratete und ihre Kinder, ausgenommen du, leichtfertige Wege gehen. Siehe, das ist die Frucht dieser leichtfertigen Ehe. Sie hat noch vieles zu büßen, darum muß Ich ihr Leiden schicken, und darum, Mein Kind, mußt du dich für deine Familie einsetzen. Du mußt großmütiger handeln als sie. Ich sage dir, gehe hin, und wenn Leiden und Trübsale kommen, hänge dich nicht an sie, denke, daß du sie tragen willst, um die Familie zu retten. Solche gemischte Ehen sind sehr nachteilig für die Glieder dieser Familie, und Ich will doch alle retten; damit mußt du zufrieden sein.“

Bei der Wallfahrt am 23. September sah Barbara die liebe Mutter Gottes besonders lieb und huldvoll. Barbara wurde eine lange Prozession von Liebesbundmitgliedern gezeigt. Auch die heilige Theresia zeigte sich und sagte:

Theresia: „Sage meinen Töchtern, sie sollten die erste Stiftung dem heiligen Josef weihen.“

Am Sonntag, den 1. Oktober, war Barbara in der heiligen Kommunion sehr begnadigt. Barbara sagte sodann dem Herrn:

Barbara: „Ich weiß wohl jetzt, daß Du bei mir bist, aber warum spielst Du mir solche Streiche, daß Du nicht das in Erfüllung hast gehen lassen, was Du vom Tod des Heiligen Vaters gesagt?“

Jesus: „Wie war es denn in Meinem Leben? Solange ihr auf Erden seid, muß alles ein Geheimnis bleiben, weil nur der Glaube den Menschen heiligen muß, weil Ich Mensch gewesen, hat alles menschlich vor sich gehen müssen. Mit welcher Mühe habe Ich Meine Jünger gesammelt und habe sie vorbereitet auf den künftigen Beruf, und sie haben geglaubt, bis Ich ans Kreuz genagelt wurde. Da sind nur zwei treu geblieben, und diese habe Ich dir beigegeben, das sind deine zwei Freundinnen, die Johannes und Maria versinnbilden.“

Barbara: „Wie kommt es aber, daß ich gar nicht beten kann?“

Jesus: „Gelt, wenn Ich dir immer dienen sollte, dann bist du zufrieden; dann bin Ich aber dein Knecht, wenn Ich dir diene. Ich will aber auch gedient haben und deshalb überlasse Ich dich dir selbst, und darum mußt du kämpfen und ringen.“

Da der Herr sich Barbara so vertraulich näherte, sagte Barbara:

Barbara: „Ich sehe jetzt, daß Du es bist, aber warum machst Du mir so Streiche, daß Du manches nicht erfüllst? Meine zwei Freundinnen haben sich doch schon so viel Mühe gegeben, was muß ich sie doch bedauern.“

Jesus: „Die brauchst du nicht zu bedauern, denn sie bekommen einen übergroßen Lohn in der Ewigkeit. Jedes Wort, was sie schreiben, wird ihnen belohnt in der Ewigkeit. Es muß gerade so sein, wie es von Mir geschrieben steht: ‚Wenn Ich am Kreuze erhöht sein werde, werde Ich alles an Mich ziehen.‘ So wird es auch mit euch; wenn ihr eingeht in die Herrlichkeit, wird es geglaubt und angenommen. Aber so bleibt es bis an euer Ende, daß manches vorkommt, was euch demütigt. Ihr müßt gerade so vorwärtsgehen, wie wenn alles gelungen wäre, ob ihr das begreift?“

318 Fest hl. Erzengel Michael am 27. Sept. 1899

„Die heilige katholische Kirche ist die Mutter der Wahrheit und alles, was in ihr niedergelegt ist, ist Gottes Wort.“

Lied: Reine Engel ...

Barbara: „Mein Jesus, ich danke Dir im Namen aller meiner Angehörigen und Freundinnen und aller, die sich mit mir vereinigen, um Dich zu lieben und zu ehren, aber auch aller Menschen, die Dich nicht erkennen, ja, Dich leugnen. O könnte ich doch die ganze Welt durcheilen mit dem Feuereifer Deines Dieners, des heiligen Erzengels Michael! O heiliger Erzengel, gib mir deine Kraft, deine Majestät, deinen Feuereifer, wie du den ganzen Himmel zurechtgewiesen, die abtrünnigen Engel hinabgestürzt, die guten Engel alle aufgefordert, dir nachzufolgen, um dem Gott der unendlichen Majestät die geraubte Ehre zurückzugeben. Ich grüße dich durch das allersüßeste Herz Jesu Christi, ja im Namen des Dreieinigen Gottes, und sage dir Dank für den Mut, den du hattest, als der erste Streit war in der unsichtbaren Schöpfung. O komme zu Hilfe der heiligen katholischen Kirche, in welcher der sichtbare Streit ist, wie noch keiner gewesen, seitdem die Welt steht und der Sohn Gottes auf Erden war. O heiliger Erzengel Michael, nicht umsonst hat der Heilige Vater dich uns zum Beschützer und Schutzherr gegeben, denn da die Welt so darniederliegt, ist es notwendig, da unsere Kräfte nicht hinreichen und die aller frommen Seelen nicht, wenn nicht unsichtbare Helfer und Kräfte mitwirken. O heiliger Erzengel Michael, so komme, im Namen meiner Mitschwestern begrüße ich dich!“

Michael: „Gelobt sei Jesus Christus! Teure Schwestern in Jesus unserem Herrn, vor dessen Angesicht ich stehe, den ich anbete Tag und Nacht, gesendet von Ihm, dem Dreieinigen Gott, komme ich, um euch mitzuteilen, daß es ja freilich wahr ist, daß die Welt noch nie so darniederlag wie in jetziger Stunde, aber ich bin gekommen, um euch zu berichten, daß aber auch noch nie so gearbeitet wurde in der heiligen katholischen Kirche, daß noch nie der Glaube sich so entfaltete und entwickelte unter den guten, treuen Seelen wie in jetziger Stunde, daß der Zorn Gottes, der so sehr herausgefordert und beschworen durch die gottlose Welt, immer und immer wieder aufgehalten ist und wird und besänftigt wird durch die Energie, durch die Kraft und den Mut und die Entschlossenheit derjenigen, die sich zum Ziel gesetzt, die Welt zu versöhnen. Ja, ja, meine Schwestern, es ist sehr zu beklagen, daß die Welt gottlos geworden ist, daß das Heidentum zum Sieg gelangt ist wie noch nie, das neue Heidentum. Unter diesem Heidentum aber stehen die Christen, die auserwählten Kinder der katholischen Kirche, der allein wahren, seligmachenden Kirche, und mit einem Feuereifer, mit einem Mut, helfen sie das Steuerruder Petri zu regieren, daß es nie und nimmer wanken wird.

Nein, meine Kinder, es fährt dahin auf den Wellen des Meeres des Lebens; rechts und links schlagen die Wellen hoch empor bis zum Firmament des Himmels, um dieses Schifflein zu zertrümmern, es hinwegzuschwemmen von der Welt, aber um so feuriger fährt es dahin hoch über all diesen Wellen, ob sie rechts und links schäumend hoch ihre Wogen dagegenschleudern, das Schifflein Petri wankt nicht; denn der Steuermann, der am Ruder steht, hat viele Helfershelfer, die ihn unterstützen, und das ist es, warum die Feinde alles aufbieten, warum sie jetzt mit Spott und Hohn dieses Schifflein besudeln wollen, um denjenigen, die mit ihm halten, alles zu verleiden, um denjenigen, die gegen ihn sind, dieses Schifflein zu verdächtigen, damit ja niemand sich dazu verstehen will, einzustehen für die Rechte der heiligen katholischen Kirche.

Alles umsonst, alles umsonst, meine Kinder! Eure Häupter werden zerschellen am Schifflein Petri. Ihr alle, die ihr Böses sinnt, auf euren Trümmern wird die Kirche Jesu Christi erbaut werden, auf den Trümmern derjenigen, die da wähnen, die Kirche zu vernichten. Ich habe den Auftrag von meinem Herrn und Schöpfer, nicht von meinem Erlöser, denn ich habe Ihn nicht beleidigt und brauchte auch keine Erlösung; Erlöser war Er nur für die gefallene Menschheit.

Darum freut euch, meine Kinder, daß ich auch euer Schutzherr geworden bin. Alles, was ihr tut und tun müßt, hat in den Augen Gottes besonderen Wert, weil ihr den Auftrag Gottes habt, die Kirche zu unterstützen und die gefallenen Glieder herbeizuführen, zu leiden und zu sühnen, die Schwachen zu bestärken und zu ermutigen, den Glauben wieder aufzufrischen. Darum, meine Kinder, merkt euch: Alle, die herbeikommen und beitragen zu diesem Werk, sind ganz besonders meinem Schutz unterstellt. Aber ein Bedingnis setze ich euch: Mit lebendigem Glauben müßt ihr eintreten für die Rechte der heiligen, katholischen Kirche.

Auch du, meine Tochter, meine Schwester, du lebst in einer Stadt unter einem Volk, wo alles abgewichen ist vom rechten Weg, wo die Gottlosigkeit überhand genommen und zum Himmel um Rache schreit; denn alle deines Geschlechtes und Standes sind gottlos geworden, nicht, daß das männliche Geschlecht allein den Glauben über Bord geworfen, auch das Frauengeschlecht, das Geschlecht, von dem die Mutter des Erlösers abstammt, ist gottlos geworden. Sie glauben nicht mehr an einen Erlöser und an Seine heilige Mutter! Darum gehe hin, meine Tochter, und verkünde, was du gesehen und was du gehört: Daß die Welt zurückkehren muß zu dem heiligen katholischen Glauben, zu dem römischkatholischen Glauben. Zurück muß die Welt, und sie kommt zurück. Aber die Diener der heiligen katholischen Kirche müssen glauben, daß der Herr die Macht hat, mit Seinen Kindern zu verkehren, sie müssen glauben, daß Er ihnen zu Hilfe kommen will, daß Er bekräftigen will, was Er lehrt und lehren läßt durch Seine Diener in der heiligen, katholischen Kirche.

Die heilige katholische Kirche ist die Mutter der Wahrheit und alles, was in ihr niedergelegt ist, ist Gottes Wort, ist das, was der Sohn Gottes von Seinem Vater übersandt, in diese unwirtbare Erde hereingesendet, um das Volk Gottes zu belehren, das Volk, das abgewichen war vom rechten Weg, zurückzuführen. Und dieses Volk, das jetzt so sehr abgewichen ist vom rechten Weg, ist doch immer noch das einzige Volk Gottes. Allein alle, die da vorgeben, den rechten Glauben zu haben, die da vorgeben, Christus zu lehren, Christus zu predigen, den Glauben an Christus, alle, die nicht in der wahren katholischen Kirche, in der römisch-katholischen Kirche sich befinden, sind Irrlichter, sind lauter Geister der Finsternis.

Zwar sind diejenigen ausgenommen, die nicht wissen, was sie tun, weil sie so belehrt sind und von Kindesbeinen an nichts anderes gehört und gesehen haben, und die deshalb doch nicht verlorengehen. Nein, nein, ihr müßt nicht irre werden, verdammt werden sie nicht werden, aber, meine Kinder: Welch himmelweiter Unterschied zwischen einem katholischen Christen und einem Christen, der da einer anderen Religion angehört! Niemals werden diese jene Plätze einnehmen, die die abgefallenen Engel verloren haben. Dahin sind nur die Kinder der katholischen Kirche berufen. Die da einer anderen Kirche angehören, auch wenn sie noch so gut und brav und noch so rechtschaffen gelebt, können nie und niemals die Plätze einnehmen, die die gefallenen Engel verloren haben.

Dieses Licht besitzt nur die römisch-katholische Kirche, nicht aber die Irrgeister, die da vorgeben, die Kirche zu reformieren wie Luther, Calvin, und wie sie alle heißen, die da etwas herausgenommen von dem Licht, das der Sohn Gottes gebracht vom Himmel, und dieses Dämmerlicht ist längstens erloschen durch die Jahrhunderte, und man will nichts mehr wissen, als nur nach der Vernunft noch leben.

Darum, meine Kinder, o freuet euch, ihr Kinder der katholischen Kirche, die ihr dieses Licht besitzt; aber macht es euch auch zu Nutzen, laßt euch erleuchten von diesem Licht; laßt tief in eure Seele hineinschimmern das Licht des Glaubens, damit eure Umgebung sieht, daß ihr andere Menschen geworden seid, und helft, diesen Glauben verbreiten, diesen Glauben unterstützen durch gute Werke. Du, meine Tochter, du bist von Gott gesegnet. Ich bitte dich, trete ein für die Rechte der Kirche. Du besitzest zeitliche Güter, du besitzest auch ein gutes Herz. Du mußt aber dieses Herz benutzen, ausnützen, die Gaben, die dir Gott geschenkt, verbreiten zu Seiner Ehre und Verherrlichung, damit Er dir einen hohen Platz anweisen kann, und du dir eine hohe Stufe der Seligkeit verdienen kannst. Du mußt dahinwirken, daß dein Ehegatte zu dir hält in dem Stück, wie ich dir sage, daß er seine Religion in Ehren hält, zurückgeht zur heiligen katholischen Kirche, zurückkehrt zu einem tieflebendigen Glauben. Meine Tochter! Gehe hin in deine Heimat, und lasse dein Licht leuchten vor deiner Umgebung. Ja, ja, unterstütze die Rechte und wahre die Rechte der römisch-katholischen Kirche, damit sie recht bald wieder zum Sieg gelange, zum Sieg über all ihre Feinde. Ihr, meine Töchter, an eure Familie hat der Herr besondere Gnaden geknüpft; ihr müßt sie aber auch zu verwerten wissen. Seht, die Welt ist so gottlos geworden, und alle, die nur noch einigermaßen liebäugeln mit der Welt, nehmen ihren Geist in sich auf, und sie werden weltlich gesinnt. Da aber doch in eurer Familie ein guter Keim gesteckt von jeher, und eure Eltern euch Kinder gut erzogen, soll diese Familie gerettet werden. Darum wundert euch nicht, daß euch der Herr große Leiden schickt. Meine Tochter, du kannst vieles, vieles tun für diese Familie. Siehe, werde nicht müde, deinen übrigen Familienmitgliedern, die noch ein Fegefeuer zu erdulden haben, beizuspringen.

Und auch du, meine Tochter, empfiehl deine ganze Sache und übergib sie dem heiligen Josef, dem Schutzherrn über alle diese zeitlichen Verhältnisse, und überlaß es ihm, wie er es macht, sei zufrieden. Gib ein schönes Almosen zum Klosterbau der Kirche hier; denn der Herr hat mit diesem Bau etwas Besonderes vor, und weil die Welt gar so viel braucht für sich, sind diejenigen, die der Herr mit zeitlichen Gütern gesegnet, gar zu karg und knapp geworden. Pfui der Stadt Mainz und der Umgebung, daß sie nicht einmal einen Beitrag dazu tun wollen, wo der Herr so viel vor hat, wo so viele junge Priester eintreten sollen in späterer Zeit, und für die Stadt Mainz eine große Ehre und Verherrlichung erstehen wird für die heilige, katholische Kirche; denn nur einzig und allein kommt das Heil von der katholischen Kirche und strömt der Segen aus von denen, die Gottes Stelle vertreten.

Wer da einen armen Studenten fördern hilft und ein Bausteinchen gibt, womit ein armer Student kann unentgeltlich aufgenommen werden, der hat ein größeres Werk getan, als wenn er Städte und Länder und Reiche erobert hätte. Darum freut euch, daß euch der Herr ein gutes Herz gegeben und verwendet all eure Ersparnisse dazu, daß ihr das Werk fördern helft. Den Damen der Stadt wird es nicht gut bekommen, daß sie nur sorgen für Putz und Tand; all dieser Putz und Tand wird vermodern, und die ganze Ewigkeit werden sie den Geruch dieses Moders riechen müssen.

Du aber, meine Tochter, setze dir einen Grabstein, einen Denkstein, der dir zu einer Krone wird, zu einem Edelstein in deiner Krone. Versetze den Stein deines Grabes zu einem Edelstein; nimm deinen Reichtum, den du überflüssig hast, und setze dir eine Krone. Und du, meine Tochter, arbeite in der Stadt Mainz an den Damen, welche du kennst, und sage ihnen, daß es der Wille Gottes ist; aber still und verborgen, weil hier in dieser Stadt es so ist und sein muß, damit diese Kleine hier verborgen bleibt, geschützt vor dem Spott der Welt, der gottlosen Welt. Denn es ist so, daß der Bischof dieser Stadt alles im geheimen hält durch seine Reden, indem er vorgibt, er gebe nichts darauf, und dies hie und da von der Kanzel herab sagen läßt, damit er den Gottlosen Sand in die Augen streue. Die Priester der Stadt Mainz sind feurig, fromme Priester, und in den Augen Gottes haben sie großen Wert, wenn sie auch tun, als glaubten sie nicht. Es ist dem nicht so, sie glauben. Es ist von jeher so gewesen, daß, was Gottes Sache ist, bekämpft werden muß, damit das Werk Gottes um so herrlicher erstrahle.

Und nun lebt wohl und grüßt mir alle von einem End zum andern, wo eine Seele steht, die glaubt und guten Willen hat. Sie alle will ich unter meinen besonderen Schutz nehmen und führen, aber die Leiden, die der Herr euch zugedacht, wird er euch nicht wegnehmen, weil ihr ja die ganze Ewigkeit hindurch herrschen und genießen sollt.“

Barbara: „O lieber, heiliger Erzengel Michael, o erflehe doch all denjenigen, die sich an uns und an dich wenden, eine ganz besondere Gnade, wenn du ihnen nicht erflehen willst, befreit zu werden von ihren schlimmen Leiden.“

Michael: „Ja, ihr sollt sie haben, ihr seid eben in dem zweiten Schritt. Ein großes Gottvertrauen verlangt der Herr von euch, daß ihr über all die Hindernisse hinweggeht, die euch in den Weg gelegt werden. Und auch ihr, meine Schwestern, den ersten Schritt habt ihr getan, einen tieflebendigen Glauben. Aber, meine Tochter, ein Gottvertrauen habe ich dir erfleht, ein so großes Gottvertrauen, daß du in all den verwirrten Verhältnissen das Vertrauen bewahren wirst, und dieses wird dich zum Sieg führen. Geht hinaus in die Welt, meine Töchter, und wißt, daß ihr Kinder der streitenden Kirche seid, daß aber die triumphierende Kirche mit euch im Bunde steht, und daß es ein Hereinleuchten gibt von der triumphierenden Kirche in diese streitende Kirche. Glaubt nur, daß ihr nicht allein steht, daß ihr im Kampfe sieget, ganz gewiß sieget, ihr alle, die ihr euch in Verbindung setzt mit meiner Kleinen hier. Ganz gewiß werdet ihr den guten Kampf kämpfen und siegen über all eure Feinde. Und macht die Wallfahrten recht innig und fromm: Denn damit will der Herr der Welt zeigen, daß der Glaube offen und frei bekannt sein muß, daß ihr nicht zurückschrecket vor dem Gespötte und Hohngelächter der Welt. Und daß all diejenigen, die sich euch anschließen, ihren Glauben offen und frei bekennen, indem sie sich nicht zurückschrecken lassen von dem Gespötte der Gottlosen. Seht, wie kleinlaut sie werden, wie das Gespötte abnimmt, weil sie sich sagen müssen: ‚Hier muß etwas anderes vorliegen.‘

Seht, das ist es, was der Herr nur bekräftigen will. Deswegen schickt Er euch barfuß trotz der Kälte und des strömenden Regens. Freuet euch, meine Kinder, es wird euch nichts geschehen, kein Leid, wenn du auch ein offenes Bein hast und große Schmerzen leidest. Wenn es andere tun wollten aus Frechheit und Tollkühnheit, ihnen würde es freilich schaden; aber weil es der Herr von euch verlangt, wird es euch nicht schaden, im Gegenteil, ihr werdet gesund und kräftig werden. Geht hin bis Allerheiligen. Ich selbst werde euch mit dem ganzen himmlischen Heere begleiten und in die Lobgesänge mit einstimmen.“

Barbara: „O heiliger Erzengel! Als der letzte verstorbene Bischof im Dom ausgestellt war, bist du während der heiligen Wandlung erschienen und hast ihn abgeholt. Da habe ich gesehen, daß du der Heerführer der Geister bist, daß es wahr ist, daß du der Schutzherr der heiligen Kirche bist und alle die Seelen hinleitest. O du hast große Macht, aber auch große Gerechtigkeit über die Armen Seelen. O mache eine Brücke, o besänftige den Zorn Gottes; trage all den Spott und Hohn hin, den wir Gott zuliebe erleiden. O sieh, wie wir belacht werden überall, wie wir über uns hinweggehen. Dies alles opfere ich dir für die lieben Armen Seelen auf. Ich kenne sie nicht, sie sind nicht meine Brüder und Schwestern; obwohl sie mir fremd sind, schenke ich ihnen meine Verdienste. Weil ich Barmherzigkeit üben will, so gehe über die Gerechtigkeit hinweg, und nimm diese Armen Seelen und führe N.N. vor den Thron Gottes.“

Michael: „Das kann ich nicht!“

Barbara: „Du kannst aber, o lieber, heiliger Erzengel, deine Macht und dein Ansehen beim himmlischen Hof einsetzen, du kannst hintreten vor die liebe Mutter Gottes und Sie mit uns bitten.“

Michael: „Das ist das Richtige, du hast es gesagt. Ich bin nicht derjenige, der an die Pforte dieses Einganges gestellt ist. Da ist eine andere hingestellt, das ist die Königin aller Engel und Heiligen. Ich kann nur die Seelen abholen, wenn ich den Auftrag von meiner Himmelskönigin erhalte.

Seht, die leidende, die streitende und die triumphierende Kirche ist eine Gesellschaft, und über diese einzige Gesellschaft ist eine einzige Königin gesetzt. Dieses ist die Königin aller Engel und Heiligen, Maria; Maria, die Mutter Gottes des Erlösers. An Sie müßt ihr euch wenden im Monat Oktober, im Rosenkranzmonat. Da könnt ihr viel erlangen, weil dann die Königin des Himmels und der Erde so sehr verehrt und verherrlicht wird. Da bittet, meine Kinder!

Und nun lebt wohl und grüßt mir alle recht herzlich, die sich mit euch vereinigen, ganz besonders aber N.“

Ganz eigenartig ist heute der Himmel geschmückt. Ein wunderbar schönes Blau sehe ich, ich kann es nicht beschreiben, ein wunderbar schönes Blau ist der Boden mit silberweißem Schimmer.

Barbara: „Mein Jesus! O wie unbeschreiblich schön ist der Ort, den ich schaue. Mein Jesus! Ich bete Dich an aus dem Abgrund meines Nichts. Ich danke Dir für die unendliche Liebe und Herablassung, daß Du mir einen Deiner Himmelsfürsten geschickt. Ich bete Dich an, o unendliche Liebe und Güte eines Gottes. Ich fürchte mich, die Gnaden zu mißbrauchen! O Barmherzigkeit für mich elende Sünderin! Ich habe Dich ja noch gar nicht um Verzeihung gebeten. Siehe, voll Verwunderung und Freude, als Dein heiliger Erzengel mich begrüßte, habe ich es vergessen.

O verzeihe mir die Armseligkeit dieser Woche. Woher kommt es, daß ich so armselig bin, so schlaff? Verzeihe mir! Wie armselig ist mein Gebet, und wie ungeduldig, wenn mir´s nicht nach dem Kopfe geht. Barmherzigkeit!“

Jesus: „Ja, du mußt nur mehr Geduld mit dir haben, Meine Tochter! Nicht wahr, wenn Ich dir Leiden schicke, dann möchtest du leben wie im Triumph. Im Triumph bist du, wenn du Herr bist über deine Leidenschaften, sobald Ich komme und Ich dich besitze; wenn Ich dich ganz in Besitz nehme, dann bist du Sieger über deine Leidenschaften; wenn Ich aber Leiden schicke, bist du schwach und armselig. Und dieses ist es wieder, was Ich jetzt wieder besorgte. Ich habe das eine Dienstmädchen hinweggeführt, damit du mehr Leiden hast; weil deine Kräfte aufgerieben sind, kommt das Arbeiten dir schwer an. Du bist dann mutlos, aber Ich habe verziehen. Geh, Meine Tochter, du bist eine kleinliche Seele.“

Barbara: „Verzeihe mir um der Fürbitte des heiligen Erzengels Michael willen, um der lieben Mutter Gottes willen. O sprecht ein Wort der Barmherzigkeit für mich! Mein Jesus! Habe doch Nachsicht mit den verführten Menschen, führe sie zurück zu einem tief religiösen Leben!“

Jesus: „Deswegen bin Ich gekommen, um die Menschheit an Mein Leiden zu erinnern. Dreiunddreißig Jahre bin Ich gewandelt unter diesem Geschlecht, und es hat Mich vergessen. Ihr, Meine Kinder, die ihr Meine überströmende Liebe seht, die ihr alle Freitage Meinen Herzschlägen lauscht, denn an jedem Freitag bin Ich hier und ihr lauscht Meinen Herzschlägen, von euch erwarte Ich, daß ihr euch Meines Leidens erinnert.“

319 Fest des hl. Franziskus am 4. Oktober 1899

„Und als ich betete, hörte ich die Stimme in mir reden. Es war der gute Geist, mein Engel, durch den Gott zu mir sprach.“

Lied: St. Franziskus ...

Barbara: „Ich danke Dir, mein lieber Jesus, für das unaussprechliche Glück. Ja, es ist wahrlich ein unaussprechliches Glück, mit Dir zu verkehren. Im Namen aller meiner lieben Mitschwestern und aller Menschen begrüße ich Dich und sage Dir Dank für die große Glorie, die Du dem heiligen Vater Franziskus jetzt zuteil werden läßt. Ich bitte Dich aber auch, da wir Kinder seines heiligen Ordens sind, daß wir ihm nachfolgen. O wie armselig und schwach und verlassen bin ich diese Woche! O heiliger Franziskus, ich habe alles getan, was ich nur konnte, um dir nachzufolgen, und bin doch gar so armselig und schwach. O mein Jesus, Barmherzigkeit, Barmherzigkeit! Gelobt sei Jesus Christus!“

Franziskus: „Meine Kinder! Ihr seid hier zusammengekommen, um mein Fest mitzufeiern. Seht, ehe aber die Welt und der Himmel dieses Fest feiern konnte, mußte auch ich kämpfen, leiden und streiten wie ihr jetzt. Einstens schlägt die Stunde, wo auch euer Fest gefeiert wird, euer Namensfest, ob öffentlich oder im stillen, es wird aber gefeiert. Und daß dieses herrlich und triumphierend gefeiert werden kann, müßt ihr erst den Weg gehen, den ich gewandelt bin. Zwar sind nicht alle berufen, einen Orden zu stiften wie ich, aber berufen seid ihr, wie ich dereinst, durch euren Lebenswandel die Welt zu erneuern. Ihr sollt für die Stadt Mainz sein, was ich war für die Stadt Assisi. Deswegen du, meine Freundin, du meine Tochter N., du bist jetzt bereits ein Jahr Mitglied meines heiligen Ordens. Hast du nicht den Mut, in meine Fußstapfen einzutreten? Ich weiß, du bist noch klein und verzagt, du sollst aber groß werden. Du sollst wachsen und sollst die Stadt Mainz reformieren: Ich meine die fromme Damenwelt, die fromme Frauenwelt, nicht die abgefallene, gottlose Frauenwelt, die nichts mehr von einem Gott wissen will, die nur lebt, um zu genießen. Ich meine nur die fromme Frauenwelt, die da noch halbwegs mit der Welt liebäugelt und doch dabei Gott dienen will.

Als ich auf Erden lebte, als der Ruf an mich erging: ‚Du sollst weder Geld in deiner Börse, noch Schuhe an deinen Füßen, noch zwei Röcke haben‘, da war ich auch noch gar klein, da überlegte ich, ob denn dieses für einen Franz, wie ich damals hieß, möglich sei, für einen so reichen Kaufmannssohn, der nur prunken wollte, nur in den Augen der Welt strunzen und gefallen wollte, der die Augen vieler Menschen auf sich gezogen, stolz einherging, obwohl er in seinem Innern doch noch ein ganz gutes, unverdorbenes Herz besaß.

Aber dieses Herz war so eitel und genußsüchtig, daß es allen gefiel, die mit ihm verkehrten. Ich war mit einem Wort, ein lustiger Geselle; aber ich war reich, ich konnte es durchführen, ich konnte die lustigen Streiche, die ich spielte unter meinen Kameraden, hübsch ausführen, weil ich Geld hatte, andere in meine Spiele hineinziehen und gut unterhalten. Und wer Geld hat, der gilt etwas in der Welt. Höre, meine Tochter, so war ich beschaffen. Aber weil ich doch ein gutes Herz besaß, dachte ich darüber nach, ob dieses so fortgehen könne. Ich wollte doch einmal in den Himmel kommen. Als ich aber dieser Stimme folgte, die in mir sprach: ‚Franz, so geht es nicht, du mußt ein anderer werden, du mußt absterben der Welt, deinen Leidenschaften, du mußt das Kreuz umfassen, demütig werden und aus einem Franz ein Franziskus werden‘, ja, da fing ich an zu beten.

Und als ich betete, hörte ich die Stimme in mir reden. Es war der gute Geist, mein Engel, durch den Gott zu mir sprach. Ich nutzte alles aus, was diese Stimme in mir redete. Selbst die Träume, die ich hatte, überlegte ich und nutzte sie aus, um ja auf gute Wege zu kommen. Und so ging es weiter, bis aus diesem stolzen Franz der arme, demütige Franziskus herausgewachsen ist. Da stand die Stadt Assisi staunend; sie rissen den Mund auf, so weit sie konnten, als wollte man mich verschlingen. Man rief mir zu: ‚Seht diesen Narren, was will der jetzt uns vormachen? Jetzt hat er die Welt in Hülle und Fülle genossen, jetzt ist er satt geworden, und nun will er wohl den Heiligen spielen.‘ So sagten die Frommen, die Bessergesinnten.

Die Weltenkinder, die mit mir praßten und zechten, die lachten mich tüchtig aus und sagten: ‚Er ist närrisch geworden, es brummt ihm im Kopf.‘ Aber alle diese hörte ich nicht mehr, obwohl ich auch dieselben Kämpfe in meinem Innern durchzumachen hatte wie ihr jetzt. Ich will euch genau mein Leben erklären, damit ihr nicht irre werdet. Dieses Leben ging nicht mit einem Mal; mit einem Schlag war ich kein Franziskus; es ging allmählich, und ohne zu bemerken, wie es vor sich ging. Aber wißt ihr, wenn ich durch die Straßen ging, wurden nach und nach doch hie und da Worte laut wie: ‚Es muß doch etwas anderes sein mit diesem Kaufmanns Franz da.‘ Und man dachte nach in sich selbst.

Als ich dann anfing zu bauen, war ich freilich schon weit gekommen, da hatte ich schon meinen Vater und meine Brüder verlassen und war arm hinausgetreten in die Welt. Eines nur hatte ich voraus. Ich hatte mit der Geistlichkeit nicht viel zu kämpfen.

Der Bischof meiner Vaterstadt war ein tiefgläubiger Religioser. Als die Welt lachte und spottete und mein Vater zu ihm kam und mich verklagte, da dachte dieser Mann nicht wie die Weltenkinder. Er dachte: ‚Genug ist es, wenn ein Mensch aus sich herausgeht und die Welt mit Füßen tritt, wenn ein reicher Kaufmannssohn von Tür zu Tür sein Brot bettelt und statt an der Tafel zu sitzen und mit seinem Vater in Überfluß zu schwelgen, in die Kirche geht und Gott anbetet. Da muß ein anderer Geist diesen jungen Mann wohl treiben.‘ Und als der Vater kam und seinen Sohn verklagte, da stand der Bischof dem Sohne bei und nicht dem Vater; und das erste Kleid, das ich trug, als ich meine üppigen Weltkleider ablegte und sie meinem Vater vor die Füße warf, gab mir dieser Kirchenfürst, dieser Prälat. Er sagte: ‚Mein Sohn, gehe hin, und laß dich nicht beirren und beeinflussen, ich will dir nicht hinderlich im Wege sein.‘

Dieses hatte ich voraus vor euch. Ich hatte keine Widersprüche von der damaligen Geistlichkeit. Sie ließ mich meiner Wege gehen. Alles andere mußte ich aber gerade so durchmachen wie ihr jetzt. Im dunklen Glauben mußte ich wandeln wie ihr alle.

Darum komme ich noch einmal auf dich, meine Kleine, meine Tochter, zurück. Du sollst mit Luise für die Stadt Mainz werden, was ich und Bruder Leo, der noch viel reicher war als ich, der sogar aus höherer Abstammung und von adeligem Geschlechte war, für die Stadt Assisi gewesen. Lege ab die bunten Kleider, die bunten farbigen Kleider und trage einfarbig grau oder schwarz. Ich verlange nicht, daß du sie aus grobem Stoff, wie ich sie wählen wollte, wählen sollst. Du darfst sie schon aus feinem Stoffe wählen. Aber anstatt Kleider mit üppigem Putz dir anpassen zu lassen, nimm dieses Geld und verwende es so, wie ich es getan: Baue dem Herrn einen Tempel!

Weißt du, ich hatte auch nicht Geld in Hülle und Fülle. Ich will nicht sagen, daß du so arm leben und dein Brot von Tür zu Tür betteln sollst, und auch du nicht, meine Luise. Ihr sollt euch so viel davon behalten, daß ihr ganz gut damit leben könnt. Aber alles übrige, den übrigen Teil, den ihr sonst für Putz und Tand verwendet, verwendet dafür, um dem Herrn einen Tempel zu bauen, um der Stadt Mainz zu zeigen, daß ihr Franziskuskinder seid. Seht, nur dann erst wird die Welt erneuert, wenn solche sich anschließen, die in den Augen der Welt beneidet werden, von denen die Weltkinder sagen: ‚Ja, diese haben gut fromm sein, so könnte auch ich fromm sein.‘ So sagen die Armen, die ihr Brot so sauer verdienen und ihr Leben so hart fristen müssen, und die aber doch mitunter ein recht gutes, unverdorbenes Herz in sich tragen. Ja, sie schauen an denen hinauf, die Gott dienen, die aber im Überfluß zu leben haben und beneiden sie, weil sie nicht auch so besitzen, wie jene besitzen.

Seht, deswegen verlangt der Herr, daß die frommen, reichen Damen den Anfang machen zur Welterneuerung. Bildet einen Bund, steht zusammen, ihr Damen der Stadt Mainz und schließt mit dem Herrn einen Bund, daß ihr Ihm Seinen Willen nicht abstreiten wollt. Seht allenthalben die Strafgerichte, wie sie ihren Anfang nehmen. Seht hin in jene Länder und Städte, wo alles zugrunde gerichtet ist. Wenn der Herr euer schont, dann dankt Ihm dafür, seid Ihm dankbar, dies tut Er nur, um zu zeigen, daß Er um des Gebetes der Gerechten willen noch schont, Seinen Arm noch zurückhält.

Und du, meine Kleine, warum bist du so kleinmütig, so gar zu verzagt? Wann wird der Herr einmal alles mit dir anfangen können? Wie lange zitterst du noch und fürchtest dich, du seiest auf Irrwegen? Willst du nicht leiden und Seelen gewinnen? Willst du nicht leiden und Sünder bekehren? Aber nur dann wirst du Seelen retten durch deine Leiden, wenn du sie mit Ergebung in Gottes heiligem Willen erduldest.“

Barbara: „Ja, lieber, heiliger Franziskus, ich weiß es wohl, es ist aber gar so hart, weil alles so zusammenkommt. Siehe, der sel. Heinrich Suso hat sich doch auch beklagt, als er so gedrückt war von allen Seiten, und seine Schwester ihm so schlechte Streiche spielte, und er so verlassen war, da hat er dem Herrn getrotzt und gesagt, er werde Ihm nicht „Guten Morgen“ sagen. So geht es mir auch. Ich habe Ihm auch getrotzt und gesagt: „Mein Herr! Es geht mir wie Heinrich Suso, ich kann Dir nicht mehr „Guten Morgen“ sagen: Meine Schwägerin ist so krank und kein Dienstmädchen, und ich bin selbst so leidend und innerlich so verlassen, ich meine nicht, daß ich es durchmachen kann; aber spreche heute für mich, mein lieber, heiliger Vater Franziskus. Ich will es bereuen, es ist mir nicht zu viel. Komm nur, mein Jesus! Ich will dem heiligen Franziskus nachfolgen. O verzeihe mir, daß ich gemeint habe, die Schmerzen kämen von dem Barfußlaufen. Ich will aushalten, es ist Dein Wille so, und ich will es tun.“

Franziskus: „Geht ihr nur bis Allerheiligen, aber auch Schwester N. soll sich anschließen. Meine Tochter, ja, ja, bei mir ist es auch nicht in einem Tag und mit einem Schlag gegangen. Der Herr gab dir ein gutes Herz und einen guten Willen, wenn er auch manchmal sich etwas sträubt, wenn du auch stampfest mit den Füßen wie ein kleines Kind. Stampfe du nur, aber gehe ruhig weiter. Laß dich nur leiten und führen an der Hand deines himmlischen Bräutigams. Er will dich zu einer großen Heiligen machen. Da mußt du noch vieles abschneiden, die Bändchen und Schlüpfchen, du mußt noch ein Franziskuskind werden, nach dem wahren Sinn des Wortes.

Siehe, du machst dem Herrn große Freude. Du hast die Andacht in St. Quintin eingeführt durch deine Mittel. Das ist ein Akt, wie ich ihn gemacht, als ich auf Erden lebte. Ich habe einen Orden gegründet und Klosterfrauen hineingesetzt: Der Orden der heiligen Klara. So ähnlich ist dieser Gebetsverein, und da wird Gott gelobt und gepriesen durch alle, die mit einstimmen. Dieses alles hast du bewirkt, daß du Geld hergabst. Es muß etwas da sein, damit etwas durchgeführt werden kann.

Fahret fort, meine Kinder, es wird noch manches sich ereignen. Du mußt andere herbeiführen, herbeiziehen; denn alle Kinder sind gleich vor Gott, reich wie arm. Darum sollen alle zusammenwirken. Der Herr hat Arm und Reich nebeneinander geschaffen. Es wird so bleiben, solange die Welt steht, damit die Reichen mit dem Reichtum Gutes wirken. Dann ist der Himmel auf Erden, wenn auch Kreuz und Leiden nicht erspart werden. Es war auch mir nicht erspart. Die Leiden mußte ich auch fühlen, solange ich lebte; denn leiden müssen alle, es bleibt keinem Menschen erspart. Die Armen, die auf dem rechten Weg wandeln, haben Leiden an Armut und Krankheit und Elend aller Art. Es ist niemand etwas erspart, aber die Geduld kann nur durch Leiden geübt werden.

Durch diejenigen aber, die der Herr mit zeitlichen Gütern gesegnet hat, kann Gutes geübt werden, und alle die großen Dome, die großen Kathedralen, die da stehen in der heiligen Kirche, alle die herrlichen Bauten, die Klöster, die die Ordensleute bewohnen, sind nur Stiftungen frommer, reicher Leute, die es verstanden, den Himmel sich zu erkaufen und ihre Namen unauslöschlich zu machen in der Weltgeschichte.

Du aber, meine Luise, mußt Fräulein N. herbeiziehen. Du mußt ihr schreiben, was der Herr hier in Mainz vorhat, daß Er ein Kloster erbauen will ganz nach Seinem Sinn, worin viel Gutes soll begründet und gestiftet werden. Viele Heilige sollen herauswachsen aus diesem Haus und viel Segen soll verbreitet werden über die ganze Gegend vom Rheingau durch dieses Haus. Auch sie soll und muß ein Scherflein dazu beitragen. Sage ihr aber, solange sie noch kein Kind meines Ordens sei, sei sie noch nicht vollkommen. Sie muß mit denen sich vereinigen, die Zipfeltücher tragen und kleine Hüllen auf dem Haupte; denn der Reichtum und der Adel mache keinen Unterschied bei Gott. Da müsse der Reiche neben dem Armen knien und neben dem Armen einhergehen, und der Arme mit dem schlichten abgetragenen Kleide sei vor Ihm gerade so viel wert wie der Reiche und noch viel mehr, weil jener im strotzenden, seidenen Gewande vielen Gefahren ausgesetzt ist, denen der Arme durch sein demütiges Kleid schon aus dem Wege gegangen ist. Der Reiche steht immer in Gefahr zu fallen, weil ihm überall geschmeichelt wird. Sage ihr nur einen freundlichen Gruß von mir, ich wünschte, daß sie recht bald ein Mitglied des dritten Ordens werden möchte.“

Barbara: „O lieber, heiliger Franziskus! Siehe, deine Dienerin hat dir dieses Jahr schon das große Opfer gebracht, daß sie keine Erholungsreise machte, dafür mußt du ihr aber auch die Gesundheit erflehen und die Gnade der Weltverachtung.“

Franziskus: „Ich werde es ihr erflehen. Deswegen spreche ich ja mit ihr, weil ich weiß, daß sie gut ist und weil es mir Freude macht. Sie hat dieses Jahr schon ein Schrittchen getan. Ein Schrittchen ist sie schon weitergekommen. Bis übers Jahr wird sie einen weiteren Schritt gemacht haben, und auch Frl. N. wird sich mit euch in Verbindung setzen.“

Barbara: „O lieber, heiliger Franziskus! Laß deine Dienerin doch einmal einen Blick tun in deine große Herrlichkeit, die du für deine Opfer erlangst, damit auch wir Mut fassen.“

Franziskus: „Komme, meine Tochter, überschreite die Schwelle!“

Barbara: „Ja, bist du denn Franziskus? O mein Gott! Kein Auge hat es gesehen, kein Ohr hat es gehört und in keines Menschen Herz ist es gedrungen, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben. Siehe, es ist ja, wie wenn der Himmel für dich allein geschaffen wäre. O heiliger Vater Franziskus!“

Franziskus: „Ja, diese sind alle Kinder meines Ordens, meiner drei Orden. Dieses ist der Ort, wo meine Brüder wohnen, die lehren, der erste Orden.“

Barbara: „Unendlich! Ich finde keine Worte, um es zu beschreiben. Es ist, als wärest du der Herr von all diesen.“

Franziskus: „Ja, weil ich der Anführer bin. Siehe, alle, die mir nachgefolgt, die jetzt in diesem Orden sich heiligten, haben sich mir angeschlossen, und ich bin, weil ich vorausging, weil ich den Orden gründete, Vater geworden, und diese sind meine Söhne. Darum siehst du mich, als wäre ich Herr über sie. Diese alle herrschen und triumphieren desgleichen mit mir; nur habe ich etwas voraus, weil ich die Ursache und der Gründer bin.

Und dieses ist der zweite Orden. Das sind die Frauen, das ist der Orden der heiligen Klara. Diese genießen auch eine ganz eigene Glückseligkeit. Und es ist, als ob eine von ihnen Königin wäre. Es ist dieses aber nicht die Königin Himmels und der Erde. Es ist dieses St. Klara, weil durch sie der Orden entstand, die Genossenschaft entstand.

Und dieses hier ist der dritte Orden, den ich gründete. Über all diese drei Orden bin ich gesetzt und habe an diesem meinem Feste viel Ehre und Verherrlichung zu genießen. Deswegen wird ein eigenes Fest gefeiert von all den Mitgliedern, die in diesem Orden sich befinden am heutigen Tag, am Fest meiner Wundmale und ganz besonders am Fest Portiuncula. Da feiern diese drei Klassen von Seligen im Himmel ein ganz besonderes Freudenfest. Sie vereinigen sich mitsammen und beglückwünschen sich mit ihrem Vater, und es ist, wie wenn ein Urgroßvater seine Goldene Hochzeit feiert. Da versammeln sich die Enkel und Enkelchen und beglückwünschen den alten Vater. Also ist es jedesmal, wenn ein Fest wiederkehrt zu meiner Ehre und Verherrlichung.

Seht, meine Kinder, diese Feste sollt auch ihr einstens feiern; ihr müßt nur ausharren und müßt folgen, in allem folgen, was der Herr von euch verlangt. Viele werden sich euch anschließen, wenn auch jetzt noch klein und unscheinbar, weil so niedergehalten und unterdrückt von der Geistlichkeit. Dies alles wird einmal aufhören, wenn ihr eingegangen seid in die ewige Herrlichkeit; dann wird das Samenkorn, das jetzt in der Erde liegt und sterben muß, aufsprossen und hundert- und tausendfältige Frucht bringen.

Alles, was der Herr euch gesagt, wird dann erst angenommen und geglaubt werden, wenn es einmal in Erfüllung gegangen ist; denn die Kirche muß wieder aufblühen, sie muß emporgebracht werden, und anders kann sie nicht blühen, nicht grünen und blühen. Denn eben erst sprießt das Samenkörnchen aus der Erde; es ist noch im weichen Flaum, wie du es gesehen hast am Fest des Heiligsten Herzens Jesu, wie es dir dort gezeigt wurde.

Dieses ist das junge Grün, das anfängt zu sprossen, es ist noch weich und zart, und jeder frostige Hauch kann es noch verderben. Dieses Grün ist das Bekenntnis des Glaubens, wenn alle heiligen, frommen Seelen anfangen emporzusprossen. Dieses junge Grün ist es, was der Herr von euch verlangt, indem er euch barfuß hinausschickt unter die Weltenkinder. Dieses ist das Bekenntnis eures Glaubens.

Dieses junge Grün ist es, was ich von dir, meine Kleine, verlange, wenn ich sage, daß du ablegen sollst den Putz und Tand und die farbigen Kleider und dich anschließen sollst an meine Dienerinnen. Alle, die sich an euch anschließen, sollen grün aufsprossen, offen und frei bekennen, daß sie meine Kinder sind. Und so wird es allmählich, wenn jetzt auch noch langsam, wenn auch noch gespottet wird, wenn auch noch von der Kanzel herab hie und da ein spitzfindiges Wort fällt, allmählich wird es verschwinden, aber nur dann, wenn diejenigen sich anschließen, die in der Welt glänzen. Ihr aber werdet keinen Schaden leiden. Alles, was der Herr euch befiehlt, sollt und müßt ihr durchführen. Ihr müßt es tun, trotzdem es scheint, als sei alles verloren. Wenn alles verloren scheint, ist alles gewonnen. Und du wirst jetzt aufstehen, deine Krankheit wird verschwinden, wie es gar oft schon geschehen ist bei denen, wo der Herr etwas Besonderes vorhat. Und wenn du dich so abgemattet und schwach und krank fühlst, daß du meinst, nicht mehr leben zu können, so sollst du wissen, daß es Gottes Wille ist, daß du nur leiden sollst, um Seelen zu retten. Und jetzt wird dein Leiden verschwinden, und du wirst nichts mehr fühlen, aber nur einige Tage; dann wirst du wieder krank sein, matt und schwach. Das darf dich nicht hindern.“

Barbara: „O gib doch, heiliger Vater, daß N. nicht so viel Hindernisse hat von N.“

Franziskus: „Du wirst doch deinem Dienstmädchen nicht nachstehen; du wirst doch so viel Entschiedenheit haben, daß du dich nicht fürchtest, für Gott etwas zu tun. Sie ist dir gegeben zum Marterstäbchen. Du mußt doch eine Seele haben, die dich geißelt. Nimm es nur an, wenn sie dich manchmal ärgert. Siehe, alle deine Leiden, innere und äußere, müssen und bringen dich vorwärts auf dem Weg zum Himmel. Den Mut hast du noch nicht, von Tür zu Tür betteln zu gehen, nicht wahr, meine Tochter? Aber etwas mußt du doch tun, in etwas aus dir herausgehen, und da hat der Herr schon dafür gesorgt.

Auch du, meine Tochter, und ihr alle, die ihr in dem Ehestand euch befindet und Mitglied des dritten Ordens seid, ihr müßt teilnehmen an der Schmach und vorausgehen, mit Mut und Entschiedenheit euren Glauben bekennen und euer Licht leuchten lassen vor den Menschen. Denn so nur wird das weiche Grün, das da eben aus der Erde sproßt, nach und nach seine Härte bekommen, es wird fester werden, und die Kirche wird grünen und blühen; es werden dann die Blumen emporsprossen, und ein herrliches Tal wird erstehen, ein herrlicher Garten wird erblühen.

Bis ich wieder komme, müßt ihr einen schönen Schritt weitergekommen sein in der Selbstverachtung.“

Barbara: „O lieber, heiliger Franziskus! Grüße uns inniglich das süßeste Herz Jesu und die liebe Mutter Gottes, aber auch N.“

Franziskus: „Ja, N., das ist eine schöne, herrliche Ehrenkrone in meinem Garten. Sie ist zwar ein Mitglied des dritten Ordens, befindet sich aber unter dem Chor der Seraphim. Wißt, meine Kinder, daß jeder Chor der Engel Heilige erzeugt. Alle neun Chöre der Engel haben großen Schaden gelitten; als Luzifer sich lostrennte von Gott, da schieden aus allen neun Chören der Engel solche aus, die sich an Luzifer anschlossen, und diese neun Chöre der Engel, diese entleerten Plätze müssen und werden ersetzt durch neun Klassen von Menschen, durch neun Abstufungen von Heiligen.

Es gibt Menschen, die ganz gewöhnlich leben, die aber ihre Pflicht treu erfüllen und deswegen gerettet werden. Diese kommen in den niederen Grad der Engel. Es gibt wieder andere, die zwar auch ein ganz gewöhnliches Christenleben führen, die aber aus Liebe zu Gott sich Opfer auferlegen, alles Gott zuliebe tun, ihre Leiden mit Geduld tragen. Diese kommen in den zweiten Chor der Engel. Dann gibt es Seelen, die mehr tun wollen, als Gott dienen, ihre Pflicht erfüllen und Gutes tun, die auch noch in die Fußstapfen ihres Herrn eintreten wollen und darum sich an solche anschließen, die ihm schon vorausgeeilt sind, die in Seine Fußstapfen eingetreten waren. Diese sind jene, die in einen Orden eintreten, sei es in den dritten Orden der in der Welt lebenden Christen oder in einen Ordensstand von der Welt abgeschiedener Christen. Diese haben noch den Begriff, nach Vollkommenheit zu streben und wollen Gott ähnlicher werden, den Heiligen ähnlich werden. Wenn diese ihren Beruf genau erfüllen, kommen sie wiederum einen Grad höher, in den vierten Chor der Engel. In jenen neunten Grad der Engel, wo N. sich befindet, kommen solche, welchen Standes sie auch sein mögen, die Gott über alles geliebt, die nach nichts gefragt auf Erden, als nur, wie sie Gott lieben und Ihm dienen könnten.

Es kommt nicht darauf an, im Ordensstand oder Priesterstand zu leben oder in der Welt. Darauf kommt es an, wie eine Seele Gott liebt, wie eine Seele seraphisch Gott liebt. Die Seraphim und Cherubim sind diejenigen Engel, die das Angesicht Gottes schauen in allernächster Nähe. Sie sind auch diejenigen, die den Altar umgeben, die ihren Gott Tag und Nacht an eurer Statt anbeten; sie sind auch diejenigen, die mit mir in dem Portiuncula-Kirchlein den Herrn angebetet haben, als der Herr mir sagte, ob ich nicht eine Gnade von Ihm verlangen wollte. Es waren die Seraphim, die dort mich begleiteten, die mein Gebet unterstützten.

Obwohl N. ein Mitglied des dritten Ordens ist, und obwohl ich dir eben gezeigt, daß es drei Abstufungen gibt im Himmel in meinem Orden, so gibt es doch wieder Unterschiede in diesen Abstufungen; neun verschiedene Stufen gibt es wieder in jedem dieser Grade. Es ist eine so herrliche Stadt, die Stadt Gottes, wo wir wohnen, so herrlich, reizend und schön! O meine Kinder, harret aus! An diesen Flüssen spazieren zu gehen, auf diese Berge zu steigen und die Welt zu übersehen, auf diesen Straßen zu spazieren, die mit Gold gepflastert und mit Edelsteinen belegt sind, und mit herrlichen Gewächsen beschattet sind. O meine Kinder! Groß und herrlich ist die Stadt, die wir bewohnen. Kein Auge hat es je gesehen, kein Ohr hat es gehört, und in keines Menschenherzen ist es gedrungen, was Gott denen bereitet hat, die Ihn lieben. Neun verschiedene Abstufungen gibt es wieder in jedem dieser Orden. Und so ist es in allen Orden, die je ein Ordensstifter oder eine fromme Frauensperson gegründet hat, es gibt in jedem dieser Orden immer wieder neun verschiedene Abstufungen, weil alle neun Chöre der Engel ersetzt werden müssen und ersetzt werden.

Und jede hat ihre eigene Seligkeit wieder nach dem Grade, wie sie Gott geliebt. O ich könnte euch erklären, Geheimnisse über Geheimnisse in dieser Ordensstadt, wie herrlich, wie schön es ist in jeder Abteilung derselben. Johannes auf der Insel Patmos hat die verschiedenen Himmel geschaut. Deswegen glauben, und nur im Glauben könnt ihr erfassen die Schönheit eines Gottes, die Schönheit, zu der ihr dereinst bestimmt seid, die ihr aber erst nur durch den Glauben euch verdienen müßt. Darum, meine Kinder, geht hin und grüßet meinen Freund N., alle meine Freunde, die Brüder in den verschiedenen Orden, wenn sie auch jetzt noch nicht glauben. Einmal kommt die Zeit, wo sie es glauben. Und ihr alle, seid mir herzlich gegrüßt.“

Barbara: „Ich bitte dich auch für N.“

Franziskus: „Der Herr wird für sie sorgen, wie er ja sorgt für die Sperlinge; nur eines verlangt der Herr von ihr, daß sie zufrieden mit ihrem Schicksal ist.“

Barbara: „Gib auch, daß diese sich gut vertragen.“

Franziskus: „Das bringst du alles fertig, du, meine Tochter! Habe nur Geduld! So ein weltliches Herz muß nach und nach bearbeitet werden. Es steckt doch noch tief, aber mit Geduld bringt N. viel fertig. Du mußt ihr immer zureden, daß sie Geduld hat.“

320 Erster Freitag im Oktober 1899

„Denn das eucharistische Kreuz, das Ich trage, ist, daß die ganze Menschheit von Mir abgefallen ist, daß Ich unter Meinen Kindern stehe, die Mich nicht mehr kennen.“

Barbara: „Mein Jesus! Ich danke Dir im Namen aller meiner Mitschwestern, die sich an uns angeschlossen haben, mögen sie außerhalb wohnen oder hier in der Stadt, im Namen aller, die nicht an Dich glauben, die Dich von sich gestoßen. Ich grüße Dich durch das allersüßeste Herz Deiner Mutter, und in Vereinigung mit allen Engeln und Heiligen und allen Menschen auf Erden bitte ich Dich um Barmherzigkeit für mich und für alle armen Sünder. Ich danke Dir für Deine unaussprechliche Liebe und Herablassung. Wie bist Du doch so gut, wie hast Du Wort gehalten und mir gegeben, was Du mir am Fest des heiligen Franziskus versprochen hast. O wie soll ich es Dir vergelten? O daß doch alle Menschen Dich erkennten, aus ganzem Herzen liebten, aus allen Kräften Dich ehren und loben möchten. Gib, daß alle, die Du mir zugeführt, neu begründet im Glauben, gestärkt in der Hoffnung und feurig in der Liebe fortgehen. Barmherzigkeit für alle, die Du mir zugeführt. O, daß sie Dich doch erkennen; denn sie sind ja gute, gläubige Seelen. Ich hoffe doch, nicht wahr?“

Jesus: „Meine Tochter! Habe keine Angst! Bei allen denjenigen, die Ich dir zuführe, habe Ich dir ja schon längst gesagt, hat alles seinen besonderen Grund. Ich werde dir keine Seele zuführen, die Mich nicht schon geliebt oder doch zu lieben Mich verlangt, und weil Ich alle Menschen retten möchte und jedem Meine Gnade anbiete, mußt du nicht irre werden, wenn manchmal eine Seele wieder abfällt, wieder rückwärtsgeht.

Weißt du, als Ich Meine Apostel auswählte, hatte Ich einen Judas aufgenommen in die Gesellschaft, nicht, daß Ich ihn verderben wollte, obwohl Ich voraus wußte, daß er abfallen werde, obwohl er all die Wunder der Liebe und Güte seines Gottes sah, dieses alles wußte Ich voraus, und doch nahm Ich ihn in Meine Gesellschaft auf, weil Ich ihn retten wollte. Ich wollte ihn zu Meinem Apostel machen und einweihen in Meine Geheimnisse. Ich wußte aber auch den Plan der ewigen Weisheit, daß der Menschensohn leiden und sterben müsse, auch daß der Weg, den Ich jetzt wandle, vielen zum Vorbild werden sollte, daß alle, die sich vorgenommen haben, den guten Weg zu wandeln, die Meine Wege gehen werden, dereinst dasselbe durchmachen müssen wie Ich, daß vieles ihnen begegnen wird, woran sie irre werden könnten. Dies alles wußte Ich voraus, und weil Ich von Anfang an, als Ich hinaufgestiegen ans Kreuz, bis zum letzten der Tage immer wieder Seelen haben muß, die an sich ersetzen, was Meinem Leiden noch fehlt, da wußte Ich, daß es ihnen ergehen wird und muß, wie es Mir erging in Meinem sterblichen Leben, daß vieles vorkommen wird, woran sie irre werden könnten.

Seht, darum die Belehrung über die Dinge, die sich da ereignen und über die Menschen, die Ich euch zuführe. So war es, als Ich auf Erden unter euch wandelte. Als Ich hinaufstieg ans Kreuz, da hatte Ich viele Jünger um Mich gesammelt, zwölf Apostel auserwählt, und einer war schon gefallen, ehe Ich hinaufstieg ans Kreuz, der andere war tief gefallen und sogar derjenige, den Ich zum Oberhaupt gesetzt hatte, und alle Meine Apostel waren geflohen.

Unter dem Kreuze stand nur noch einer, und dieser eine soll mit Meiner Mutter und Maria Magdalena allen Menschen zum Vorbild sein, die Ich Mir auserwählte von Anfang bis zum Ende der Tage, die Mein Leiden versinnbilden sollen; denn immer wieder werde Ich Mir Seelen erwählen, in denen Ich Mein Leiden den übrigen Menschen vorstellen will, die besondere Leiden auf sich nehmen, um den Menschen zu zeigen, was der Sohn Gottes erduldete, als Er auf Erden lebte und Sich ans Kreuz schlagen ließ. Und dieses alles nur, um die armen Seelen zu retten, die das Ebenbild Meines Vaters an sich tragen.

Seht, Meine Kinder, dieses ist die Mission, die Ich hier ausüben will, und zu dieser seid ihr berufen, ihr alle, die Ich euch herbeiführe, dieses in euch nachzubilden, ihr seid berufen, Mein Leben zu versinnbilden, in euch auszuprägen, nicht, daß ihr das gleiche wirken sollt, nein, nein, aber berufen, Missionare zu werden, das Kreuz, das Ich euch auferlegt habe, mutig und freudig zu tragen. Mutig, sage Ich; einen Löwenmut sollt ihr bekunden in all den Schicksalen. Du, Meine Kleine, dich habe Ich hingestellt, du sollst Vater- und Mutterstelle vertreten an der kleinen Waisenschar. Du mußt nicht irre werden, wenn es dir am Nötigsten mangelt, wenn du nicht weißt, wo aus und ein, wo du dein Brot verdienen sollst.

Wisse, als Meine heiligen Eltern nach Ägypten flüchteten, wußten Sie auch nicht, woher das Brot nehmen für Mich und Sich Selbst, als nur durch Vertrauen auf die Vorsehung Gottes. Wie hart hat Mein Vater Sie geprüft, wenn Sie oftmals die harten Brotkrusten in das Wasser eintauchen mußten. Wie bittere Tränen vergossen Sie, als Meine Mutter Mir die nötige Milch nicht geben konnte, weil durch die beständige Abtötung die Milch ausging, und Sie Mich nicht säugen konnte.

Siehe, Meine Kleine, Ich werde dir, wenn die Not am größten ist, mit Meiner Hilfe am nächsten sein. Ich werde dir ganz unverhofft Nahrung zuschicken von irgendwelcher Seite her, aber merke dir, daß du mit deiner Handarbeit dein Brot verdienen sollst. Du sollst dereinst eine Krone tragen, um welche dich Könige und Kaiser beneiden, und diese sollst du dir verdienen durch die bittere Armut, die beständige Abtötung und das Ertragen aller Widerwärtigkeiten. Dieses sollen die Abtötungen sein, daß du still und ergeben all die Leiden trägst und durch Keuschheit und Nächstenliebe Mir gefällst. Und wenn du gerufen bist an ein Krankenbett, dann wisse, daß es Mein Wille ist, daß du hingehst; denn du kannst barmherzige Schwester werden mitten in der Welt.

Du aber, Meine Tochter N., Ich habe dich herzugeführt, daß du sollst Missionarin werden. Wisse, daß Gott lieben und Ihm dienen das Höchste ist, was der Mensch anstreben soll. Du sollst über dich hinweggehen und dein Leben Mir zum Opfer bringen. Wisse, daß Ich starke Seelen brauche, die die Welt verachten, ein demütiges, verachtetes Leben führen, gern sich mit Mir unterhalten im heiligen Gebet und sich mit Mir vereinigen in der heiligen Kommunion; denn dort will Ich mit dir reden. Darum gehe hin und übe aus, was Ich dir gesagt; was dir hinderlich ist, lege ab, damit du eine Tochter des heiligen Franziskus, eine wahre Tochter des heiligen Vaters werdest.

Du aber, Meine Kleine, es freut Mich, dich hier zu sehen. Schließe dich Meinen Dienerinnen an, schäme dich nicht, mit ihnen verachtet zu werden und gedemütigt zu werden. Ja, ja, laß dich nur demütigen. Wisse, daß die Demut das erste ist, woran Ich Meine Diener erkenne; denn die Demut ist die Wurzel des Glaubens. Der Glaube muß wurzeln aus der Demut heraus, und die Demut ist dann schon tief eingepflanzt, wenn man glaubt. Sie steht so tief, daß man sie nicht bemerkt, sie ist das Fundament des Glaubens; aber der Glaube, der auf der Demut beruht, wächst heraus und wird zu einem Eichbaum.

Darum mache die Wallfahrten, die Meine Dienerinnen machen, mit Freuden mit, solange sie noch gehen und wisse, daß du einen großen, langen Schritt damit tust zu Verdemütigungen und zur Demut. Wisse, daß alles, was hier gewirkt wird, einmal bestaunt werden wird von vielen, die da jetzt spotten und höhnen. Aber diejenigen, die Ich dazu berufen habe, müssen vieles, vieles erleiden und erdulden. Sie müssen die Kreuzträger Meines eucharistischen Kreuzweges sein; sie müssen einen geheimnisvollen Weg gehen; denn das eucharistische Kreuz, das Ich trage, ist, daß die ganze Menschheit von Mir abgefallen ist, daß Ich unter Meinen Kindern stehe, die Mich nicht mehr kennen.

Ist es denn möglich, daß Ich Tag für Tag auf der Warte stehe und Mich umsehe, ob Meine Kinder kommen und Mich anbeten, daß Ich die Hände voll Gnaden habe und bereit bin, sie Meinen Kindern zu schenken, und sie gehen ganz kalt und herzlos vorüber, sie kennen Mich nicht mehr? Und dieser geheimnisvolle Weg, den Ich im Tabernakel gehen muß, denn Tag für Tag lasse Ich Mich in geheimnisvoller Weise durch die Hände des Priesters dahinschlachten im heiligen Meßopfer; und selbst der Priester kennt Mich nicht. Er schlachtet Mich und geht hinaus aus der Kirche und schaut sich nicht mehr um nach seinem Gott, den er hineingeschlossen hat in die hölzerne Tür, als ob Ich nur für das Holzwerk da wäre, und dann den ganzen Tag Mich nicht mehr besucht.

Kommt herbei, Meine Kinder, und tragt dieses eucharistische Kreuz mit Mir, stellt euch Kopf an Kopf, Glied an Glied neben Meine Kleine, ja, ja, neben Meine Kleine, und erleichtert Mir dieses eucharistische Kreuz. Seht, als Ich sie ansprach, als Ich bei ihr anfragte, ob sie mit Mir dieses Kreuz tragen wolle, und sie sich lang weigerte, denn dreimal mußte Ich bei ihr anfragen, bis sie Mir die Einwilligung gab, da zeigte Ich Mich ihr mit dicken Schweißtropfen auf der Stirne.

Wenn sie geahnt hätte, was da folgen würde, so hätte sie nochmals gesagt ‚nein‘, und abermals ‚nein!‘ Jetzt aber, da sie Mir ihre Einwilligung gegeben und dieses Kreuz mit Mir trägt, habe Ich Seelen herbeigeführt, die es ihr erleichtern müssen. Ich habe ihr zwei Schwestern gegeben, die sie Tag und Nacht begleiten müssen durch all die Städte, wo Ich sie hinführe. Ich habe aber auch euch herbeigeführt, ihr sollt eucharistische Kreuzträger sein und mit ihr euch verdemütigen lassen, und alle Verachtungen und Verspottungen, die ihr mit ihr tragt, sie sollen im Buch des Lebens eingeschrieben sein, und darunter steht mit goldenen Buchstaben: ‚Um Meines Namens willen hat sie dies geduldet.‘ Geht hinaus und merkt euch, was ein Gott von euch verlangt, denn Ich will, daß das eucharistische Leben, das Ich hier führe im Tabernakel, wieder aufgefrischt werden soll. Viele sollen herbeikommen, alle Kinder der heiligen katholischen Kirche möchte Ich herbeiziehen, ein Band möchte Ich schlingen um die Menschheit, um die Christenheit, damit Ich Selbst sie ziehe, sie leite und führe. Dieses Band ist die heilige Kommunion.

Durch dieses will Ich sie Selbst leiten und führen. Alle, die herbeikommen und Mich empfangen in der heiligen Kommunion, sie werden Mein Leben in sich aufnehmen, Kraft und Stärke erhalten, nicht, daß Ich ihnen die Verhältnisse abändere, das Kreuz, in das Ich sie gestellt, umändern will, es ist, wie es war vom Anfang bis zum Ende der Welt, wo sie wieder verschwinden wird: Es soll Arm und Reich nebeneinanderstehen, der Reiche, damit er den Armen unterstütze, der Arme, damit er Geduld übe und den Reichen nicht beneide und so die Krone verdiene, mit der er über demjenigen glänzen soll, den Ich mit Ehren und Ansehen und zeitlichen Gütern beschenkt habe.

Aber zu diesen verschiedenen Verhältnissen werde Ich jedem so viele Leiden schicken und dazugeben, daß ein jeder viel, viel Trost braucht. Und diesen Trost kann nur Ich ihm geben und will Ich ihm spenden durch Mich Selbst. Dort im stillen Tabernakel, wo Ich weile, dort sollst du Mich empfangen, und Ich will dein Trost sein und dir dein Leben versüßen inmitten der Trübsale, deiner Armut, oder deiner sonstigen schwierigen Verhältnisse, in die Ich dich hineingestellt, daß du das Paradies auf Erden hast, daß du das Paradies auf Erden wähnst zu haben.

Und wenn du es nicht glaubst, dann mache es wie Meine Kleine, Meine drei Kinder hier, wie Meine Töchter. Frage sie, ob sie unglücklich sind in all dem Spott und Hohn, womit man sie überhäuft, und sie werden euch sagen: ‚Wir sind die glücklichsten Menschen auf Erden.‘ Sie gehen dahin, von den Kindern lassen sie sich für Narren verspotten, und in ihrem Herzen lodert eine Flamme, die sie all dies nicht beachten läßt.

Meine Kinder, probiert es. In Meiner heiligen, katholischen Kirche und nur in Meiner heiligen katholischen Kirche wird das Paradies sein. Es muß und wird wieder anders werden. Meine Kirche wird zum Sieg gelangen, aber schwere und harte Kämpfe sind ihr noch bereitet; denn vor allem muß das Priestertum sich erneuern im Glaubensleben.

Es ist wahr, es sind viele eifrige, fromme Priester; im allgemeinen ist aber ins Priestertum ein Schimmer von der Welt hineingedrungen, das sie gar nicht einmal ahnen und wissen, weil der soziale Geist, der liberale Geist in allen Familien durchweg steht, auch in denjenigen, die Mir noch treu dienen, wenn nicht der soziale Geist, so der liberale Geist, der nur glänzen will, der nur groß tun will in der Weltgeschichte, und aus diesem wächst heraus das Priestertum. Es ist nicht anders möglich, Meine Kirche muß in allen Verhältnissen bestehen; denn der Fels Petri steht, solange die Welt steht, und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen. Aber bei diesen Zeitverhältnissen ist es nicht anders möglich als: Das Priestertum muß da herausgenommen werden; denn es sind ja Menschen, Geschöpfe, die Ich geschaffen habe, und diese Zeitverhältnisse sind schuld. Darum habe Ich Nachsicht mit ihnen, und Ich möchte sie alle retten. Ich möchte, daß sie, die Ich an den Wendepunkt gestellt, die die Ehre haben sollen, daß durch sie die Kirche auf den höchsten Gipfel der Vollkommenheit getragen, den Anfang machen, daß das Glaubensleben erneuert wird.

Solange sie diejenigen niederschmettern wollen, die ein tiefgläubiges Gemüt zur Schau tragen, solange sie sich fürchten vor dem Gerede der Gottlosen, die ja doch über sie spotten, ob sie es mit tiefgläubigen Seelen halten oder nicht, sie werden doch verspottet, man redet ihnen doch Dinge nach, die ihnen Schmach bereiten. Warum fürchtest du dich, mit frommen Personen zu verkehren, die Gott dienen? Solange du das Gerede fürchtest, bist du auf dem Irrweg, und dein Glaubensleben beruht auf einem schwachen Flämmchen, und dieses kann mit einem Mal bei einem starken Windstoß erlöschen. Daher dieser Abfall, daher hört man immer wieder, da und dort ist einer abgefallen.

Und wenn dann noch ein anderer Feind dazukommt, die Fleischeslust, dann ist es geschehen. Niemals wagt es, gegen eure Seelsorger zu reden, auf die Fehler zu schauen, ihr dürft es nicht, durchaus nicht. Ihr seid nicht berechtigt, über die Diener Gottes zu sprechen. Er ist Mein Diener und Freund und der Allerliebste Meines Herzens, denn ihm habe Ich Meine Gewalt übertragen; aber beten sollst du, beten mit Geduld; beharrlich beten und ausharren und nicht irre werden, wenn du Fehler an ihm bemerkst. Du hast nicht das Recht, ihn zu kritisieren. Ich will, daß durch sie die Welt erneuert werden soll. Du sollst nur durch Geduld ihn auf den rechten Weg führen, und in dir zu verbessern suchen, was du an jenem bemerkst, dann wird er gebessert werden. Und wäre mehr Geduld bei denen, die Ich gesetzt, über andere zu wachen, würden sie ihrem Mitbruder mit Nachsicht und Geduld begegnen, es käme nicht so viel Abfall vor. Es ist aber einmal so, und Ich muß Geduld haben, aber anfangen will Ich zu arbeiten und Mein Volk zu unterrichten durch unscheinbare Werkzeuge.

Als das Volk Israel abgewichen war und Ich sie strafen mußte, die Strafe mußten sie ertragen, aber nicht, daß Ich sie vertilgte, aber wenn sie die Strafe ausgehalten und Mich als Gott erkannt, führte Ich sie herbei, und sie waren wieder Mein treues Volk.

So ihr, Meine Kinder! Meine Kirche ist abgewichen, sie ist gottlos geworden, nicht Meine Kirche, aber die Kinder Meiner Kirche. Sie haben Mich verlassen, sie müssen zu Meinem Herzen zurückkehren. Darum verlange Ich die öftere Kommunion überall, wo die Kirche steht, durch alle Gauen der Kirche.“

Barbara: „O Herr, sollen wir auch die Männer zulassen, die sich an der Wallfahrt beteiligen wollen?“

Jesus: „Ihr habt nicht das Recht, jemand auszustoßen. Laßt kommen, wer will. Mehr als reden können sie nicht.“

Barbara: „O Herr, soll N. so bleiben oder sich an ein Kloster anschließen?“

Jesus: „Ich brauche Jungfrauen in der Welt und Jungfrauen im Kloster. Das kannst du dir noch überlegen und tun, wie du willst. Eine Jungfrau, die eine Jungfrau im wahren Sinn des Wortes ist, ist Mir ebenso lieb wie eine Klosterfrau. Was diese durch den Gehorsam Mir opfert, das gibt Mir jene durch die Geduld. In der Welt hier seid ihr mehr verachtet und habt mehr Geduld zu üben. Aber freuet euch, diese Verachtung soll euch hoch angerechnet werden. Freut euch, Meine Kinder!“

Maria: „Ich komme noch, Meine Kinder, um euch ein liebes Wörtchen zu sagen. Seht, es ist der liebe Monat Oktober Mir geweiht, und der Himmel freut sich über den Eifer der Kinder der katholischen Kirche. Hier in der Stadt Mainz hat es wieder um einen Grad zugenommen. Die Christen hier in der Stadt sind sehr eifrig, und dieses erfreut das Herz Meines Sohnes so sehr, daß Er Mir große Gewalt überträgt.

Alle, die da den Rosenkranz mitbeten, verspüren in ihrem Herzen eine ganz besondere Veränderung, eine ganz besondere Andacht. Dieses ist die Gnade, die Mein Sohn Mir geschenkt, daß Ich jedes der Kinder und ihren Eltern, alle, die sich da anschließen in den verschiedenen Kirchen, ganz besonders bearbeiten darf, auch wenn sie jetzt noch von Meinem Sohn getrennt sind, wenn sie Ihn noch beleidigen. Ich werde ihnen die Gnade der Bekehrung erlangen.“

Barbara: „Was soll N. mit diesem Sünder tun?“

Maria: „Sie soll ihn einmal mitnehmen in die Kirche und soll nicht müde werden. Deswegen sage Ich zu dir, ‚wenn sie auch jetzt noch Sünder sind‘. Ihr zum Troste sage Ich es. Er soll die Gnade der Bekehrung erlangen. Sie aber muß beharrlich sein, und auch du, Meine Kleine, beharrlich sein und wieder hingehen. Ermanne dich! Grüße mir recht herzlich N.“

Barbara: „Ist diese Seele gerettet? Ich erfahre nichts. Mein Jesus, Barmherzigkeit, Barmherzigkeit für sie!“

321 Zweiter Freitag im Oktober 1899

„Ebenso wie Satan auf sie einstürmt, so stehen Wir daneben, um an das Menschenherz zu gelangen, um, weil Wir Geister sind, mit dem Geiste zu verkehren, weil Wir nur mit dem Geiste des Menschen verkehren können.“

Lied: Gegrüßet seist du Königin ...

Maria: „Rufet, Meine Kinder, Meine Tochter Anna (Nichte von Barbara) hierher!“

Barbara: „O liebe Mutter, ich danke Dir für das unaussprechliche Glück, daß Du Dich würdigst, herabzusteigen zu uns armen Sündern, da wir Deiner Gnaden so ganz unwürdig sind. O liebe Mutter! Wie armselig ist mein Gebet. Ich weiß, daß ich schuld bin, daß Dein Sohn zögerte, mich heimzusuchen. Ich war zu viel in das Irdische vertieft, zu sehr gab ich meinen Neigungen nach, meinen Armseligkeiten und Schwächen. O erflehe mir Verzeihung! Gegrüßet seist Du, Maria. Gelobt sei Jesus Christus.“

Maria: „Meine Kinder! Ihr müßt nicht irre werden, wenn Mein Sohn euch allerlei Dinge in die Quere schickt, wodurch euer Geist zerstreut, das Herz abgezogen wird von dem Plan, den Mein Sohn mit euch vorhat. Dieser Plan, der da verwirklicht werden soll und dargelegt ist im Ratschluß Gottes, muß freilich angetastet, bekämpft und bekrittelt werden von der Armseligkeit Seiner Geschöpfe, wie alles, was der Herr im Heilsplan der Menschheit beschlossen, von eben Seinen armseligen Geschöpfen, und gerade von Seinen Geschöpfen bekrittelt und bestritten wird. Alles, was Er anordnet, will Er nur zum Besten Seiner Kinder anordnen, weil Er sie glücklich machen will, und dieses versteht dieses armselige Geschöpf nicht, die Besten Seiner Geschöpfe, sie verstehen es nicht. Darum müßt ihr nicht irre werden, wenn da auch Dinge dazwischen vorkommen, die euer Herz abziehen, euren Geist beschweren.

Du, Meine Tochter, gehe hin, wohin dich der Herr beruft und fürchte dich nicht vor jener Person; diese eifert sehr für Seine Ehre, hat schon Vieles und Großes gewirkt und geleistet, um der Menschheit zu zeigen, ihrer Umgebung, daß sie noch glaubt an einen Gott, und daß sie diesem Gott die Ehre geben will. Die Fehler, die noch an ihr haften, müssen aber ertragen werden von ihren Mitmenschen, wie auch Ich sie ertragen muß. Deswegen will Ich sie herbeiführen, und ihr dürft nicht müde werden, ihre Schwächen ruhig hinzunehmen, besonders du, Meine Kleine Luise, die du mit ihr in Verbindung stehst. Du mußt ihre Schroffheit, ihren Charakter ertragen und ihn benützen, um deine Glorie damit zu erhöhen; denn sooft sie dir hart und grob begegnet ist, und du ihr liebevoll und freundlich entgegenkommst, fügst du eine Perle in deine Krone durch die Verdemütigung, die du auf dich nimmst.

Und auch du, Mein Kind, gehe hin und sage ihr, daß du bereit bist, ihren Dienst anzutreten, dich in ihre Dienste zu stellen, daß du dir Mühe geben willst, das, was sie von dir verlangt, mit gutem Willen hinzunehmen, und daß du ihr versprechen willst, in kurzer Zeit alles in Genüge zu tun. Fürchte dich nicht, Meine Tochter, denn du sollst gehören zu den klugen Jungfrauen; du sollst deine Lampe mit Öl füllen und nicht, einer törichten Jungfrau gleich, in die Welt hineinleben, in den Tag hinein, als ob das Himmelreich ohne Mühe und ohne Sorge erkauft werden könnte; ja als ob der Gott des Himmels und der Erde dem armseligen Menschen gegenüber noch froh sein müßte, das Himmelstor recht weit zu öffnen, und diesen Menschen, dieses sündhafte Geschöpf, gleichsam hineinzuwerfen.

So machen es gar zu viele Weltmenschen heutzutage, ja, was sage Ich: Auch die Christenkinder machen es so. Die meisten Christen leben in den Tag hinein, als müßte der Herr froh sein, wenn Er nur nach diesem Erdenleben sie aufnehmen dürfe in Sein Reich. Nein, Mein Kind! Du mußt dieses Leben ernst auffassen. Weißt du, bei deiner ersten heiligen Kommunion zeigte Sich der Herr gar sehr zufrieden mit dir. Du hast Ihm die Treue bewahrt bis jetzt. Nun will Er aber auch dafür sorgen, daß du unbeschädigt und unbeirrt durch dieses Leben hindurchwaten kannst.

Deswegen mußt du Opfer bringen, und ein Opfer ist es für dich, daß du das Vaterhaus verlässest, die Eltern und Geschwister, und dich in die Dienste fremder Menschen stellest, daß du deine Heimat verlässest und in ein fremdes Land gehest. Siehe, dieses begreifst du jetzt noch nicht. Es kommt aber die Zeit, wo allerlei Gedanken dir durch den Kopf fahren werden. Aber dann erinnere dich daran, daß es so Gottes Wille ist, daß Er dich bewahren möchte vor allen schädlichen Einflüssen der Welt. Siehe, wenn Er dich hierher geführt hätte in dieses Haus, hättest du vielmehr Gefahr, wärest du mehr Gefahr ausgesetzt. Darum fürchte dich nicht. Ich werde Meinen schützenden Mantel über dich ausbreiten und alles recht machen. Ihr aber, Meine Kinder, seht, wie es sich gestaltet in der Welt. Von allen Seiten merkt man wohl, daß es so nicht mehr gehen wird. Die Fürsten zittern um ihre Throne vor den mächtigen Sklaven- Untertanen, den mächtigen Untertanen, sage Ich, denn mächtig ist das Heer geworden, herangewachsen zu einem gewaltigen Heer. Diejenigen, die früher nur die Sklaven der Herren waren, sie sind jetzt die Herren geworden. Sie rechnen jetzt ab mit den Königen und Kaisern der Welt; herausfordern tun sie ihre Macht und ihre Größe, weil sie wissen, wie ohnmächtig sie sind vor ihnen, dieses Volk, das da herangewachsen ist und nur noch auf einen günstigen Augenblick lauert, um die ganze Welt in einen Schutthaufen zurückzuwerfen. Diese sind nur noch niederzuhalten durch jene Armee, die zwar klein und unscheinbar, ja so klein, daß sie unter jenem mächtigen Kriegsheer verschwindet, so daß jene sich gar nicht fürchten vor dieser Armee. Dieses sind die kleinen Seelen, die da unter der gottlosen Welt stehen, die Tag und Nacht das Herz Gottes bestürmen, um Frieden für ihr Volk bittend.

Diese zwei Heere stehen sich gegenüber, und merkwürdig – sie haben es erfaßt, die Mächtigen der Erde, jene, die auf den Thronen sitzen, wenn auch nicht aus tiefer Religiosität, so doch aus Angst. Ein Angstgeschrei entwindet sich ihrer Brust, sie suchen Hilfe und nur noch Hilfe dort, wo sie zu finden ist. Sie fordern die Priester auf, die Priester der heiligen katholischen Kirche und ihre Prediger, dem Volk den Glauben zurückzugeben. Da nun aber diese Armee klein und unscheinbar ist, weil der Stolz überall eingedrungen ist in der Welt, auch unter den frommen und gläubigen Christen, so muß es unter diesen wieder Seelen geben, die andere noch gläubige Christen herbeiziehen, die durch ihr Beispiel zeigen, was der Welt not tut, die den Neu-Katholizismus bekämpfen durch ihr Beispiel. Neu-Katholiken gibt es sowohl unter den Laien als auch unter dem Priestertum. Geht nach Würzburg und geht nach Amerika, ja, weiter ist das Gift gedrungen, als sich‘s nur die übrigen frommen Christen vorstellen können.

Darum, Meine Kinder, fahret fort, dem Herrn zu folgen auf alle Winke; fahret fort, auch wenn euch alles in die Quere kommt, wenn auch alles anders wird, als es den Anschein hat, das ihr erstrebt haben könntet. Wenn einmal alles in Erfüllung gegangen sein wird, dann erst werdet ihr begreifen, was Großes der Herr wirken wollte. Ihr müßt gegenseitig euch ertragen; alles, was euch der Herr zuschickt und womit Er euch in Verbindung setzt, mit Geduld hinnehmen, all die Widerwärtigkeiten von all den verschiedenen Arbeiten, woher sie kommen mögen. Wenn der Herr euch mit Leiden heimsucht und allerlei Dinge kommen, die dich, Meine Kleine, abhalten, und du deinem Beruf nicht mehr so nachkommen kannst, dann mußt du aus der Not eine Tugend machen. Eines will der Herr, und das müßt ihr tun, daran dürft ihr nicht das Tüpfelchen vom ‚i‘ fehlen lassen: Im Vertrauen auf Gott nicht wanken, ein felsenfestes Gottvertrauen auch in der schwersten Not, in Prüfungen und den schwierigsten Verhältnissen; ein felsenfestes Gottvertrauen, daß der Herr Großes wirken will durch euch. Dieses muß das einzige Ziel sein, worauf ihr loszielen müßt, alles, was der Herr innerlich durch dich euch zu wissen tut, bis ins Kleinste erfüllen. Und wenn einmal der große Tag kommt, wo der Schleier gelüftet wird, dann erst sollt ihr begreifen. Für jetzt soll euch dieser Gott und alles, was Er mit euch vorhat, unbegreiflich sein.

Du, Mein Kind, mußt feststehen und nicht wanken. Später, wenn du einmal ernst geworden bist, dann wirst du auch begreifen und deinen Beruf schätzen und lieben lernen. Für jetzt gehe hin und bemühe dich, die Arbeiten zu verrichten, und vergesse aber nicht, Mein Kind, täglich Mich, deine heilige Mutter, deinen heiligen Schutzengel und deine lieben Patrone zur Seite zu nehmen, die dir deine Tante anriet. Freue dich, daß du gewürdigt wirst, Anteil zu nehmen an den Gnadenschätzen, die der Herr ausgießen will über eure Familie. Siehe, ein leuchtendes Vorbild sollen eure Familien werden. Der Herr will der Welt zeigen, daß, wenn Ihm gedient wird, da keine Not eintreten wird, wenn auch die Kinder zahlreich sind, daß Er für sie alle sorgen wird, und daß Er alles ersetzen will, was in anderen Familien, wenn sie noch so glücklich sind, abgeht. Du sollst deinen jüngeren Geschwistern vorangehen und sie anleiten, vor allem das Reich Gottes und Seine Gerechtigkeit zu suchen, und dann legt alles übrige von selbst der Herr mit in die Waagschale hinein und gibt dieses alles dazu.

Schreibe dieses nur deinen Eltern, und ermahne deine jüngeren Geschwister, daß sie Gott fleißig dienen, wie auch du es versprechen willst.

Seht, so und nicht anders muß das christliche Familienleben erneuert werden. Deswegen will der Herr allerlei Familien herführen und hinstellen; denn was der Heilige Vater angeordnet hat mit dem Verein der Heiligen Familie zu Nazareth, das soll und muß bekräftigt werden durch leuchtende Beispiele, durch religiöse Familien, und dazu verlangt der Herr in erster Linie die eurige. Ich aber, eure liebe Mutter, werde in allen Dingen euch zur Seite stehen, durch Meinen mütterlichen Rat. Ihr müßt nur aus euch herausgehen, Meine Kinder, blindlings der Vorsehung euch in die Arme werfen. Nicht wahr, das tust du ja auch – und ihr alle?“

Barbara: „Ja, o liebe Mutter! Blindlings wollen wir uns in die Arme der göttlichen Vorsehung werfen. O liebe Mutter! N. fürchtet sich gar zu sehr, Du möchtest auch von ihr verlangen, mit einer Zipfelhaube durch die Stadt zu gehen. Alles andere wolle sie gern tun, aber das bringe sie nicht fertig.“

Maria: „Lauter Kleinigkeiten, Meine Kinder, lauter Kleinigkeiten. Etwas muß der Mensch haben, und der Mensch, der zu höherer Vollkommenheit aufsteigen will, muß geprüft und gerüttelt und geschüttelt werden. Dieses weiß Satan, daß sie bestimmt ist zu höherer Vollkommenheit, weil er sieht, wie sie durchgeht. Dieses ärgert Satan, und er möchte alles aufbieten, um sie abzubringen von dem rechten Weg. Aber der Herr läßt es zu, hat Er doch Satan gesagt, daß er mit Seinem Diener Job anfangen möge, was er wolle. Er hat ihn also Satan übergeben. Seht, alle die Beängstigungen, Zweifel und Ängste, die das Menschenherz bedrängen, sind nicht von Gott. Wir, die Wir eingegangen sind in die ewige Herrlichkeit und da zuschauen, wie das Reich Satans den Menschen umhüllt, wie gleichsam das Menschenherz Tag und Nacht eingeschlossen ist von diesem fürchterlichen Geist, wie er auf ihn einstürmt, stehen zitternd da, und durch unsere Fürsprache unterstützen wir dieses Geschlecht. Ebenso wie Satan auf sie einstürmt, so stehen Wir daneben, um an das Menschenherz zu gelangen, um, weil Wir Geister sind, mit dem Geiste zu verkehren, weil Wir nur mit dem Geiste des Menschen verkehren können. Wir reden ihm zu und flüstern ihm zu: ‚Tu doch das, tue doch jenes, und du sollst sehen, wie du dereinst belohnt wirst.‘

Seht, dieses ist der mächtige Streit, den jede Seele führen muß, die zu höherer Vollkommenheit berufen, und die dieser Bestimmung nachkommen will. Darum fürchtet euch nicht, ihr treuen Seelen! Wer diesen Kampf durchkämpft, wer den Unterschied merkt zwischen Satan und Gott, hat alles gewonnen; denn er wird den guten Kampf kämpfen, er wird seiner Leidenschaft nicht unterliegen. Niemals läßt der Herr zu, daß eine Seele über ihre Kräfte versucht wird. Die Seele muß nur mit Entschiedenheit sich dem Willen Gottes unterwerfen. Entweder führt Er sie frei hindurch, oder Er benützt ein Mittelding, einen anderen Menschen und führt ihn hindurch, mittelbar. Dieser andere Mensch seid wieder ihr, Meine Kinder! Durch euch will Er viele hindurchführen durch diesen Kampf. Deswegen müßt ihr nicht irre werden, wenn alles verkehrt geht; denn so geht es allen Menschen. Alle haben diese zwei Geister in sich, den guten und den bösen, und sie sollen sehen an euch, wie der gute Kampf zu führen ist. Darum habt ein Gottvertrauen, auch du, Meine Tochter N., habe Gottvertrauen. Schließe dich an und schaue nicht auf Satan, der dir allerlei in das Ohr flüstern wird. Es wird die Zeit kommen, wo du nicht darauf achten wirst, weil du stark geworden bist. Jetzt bist du noch klein, du wankst noch hin und her wie ein Kind. Du mußt ein Mann werden.

Und auch du sollst noch groß werden, Meine Tochter! Wie ein Mann, wie einen Eichbaum will Ich dich hineinpflanzen in deine Familie, und bis ins vierte Glied wird man noch deinen Starkmut rühmen. Harre aus! Du sollst die Zierde und Ehre deiner Familie werden, der heiligen katholischen Kirche, und Meine Tochter: Am Schluß dieses Monats wird der Herr euch eine große Gnade verleihen. Rechnet nicht mit einem Tag und nicht mit einem Jahr. Rechnet mit dem Himmel! Wenn ihr einmal an der Pforte steht, da, wo der entscheidende Punkt gekommen ist, dann erst wird euch alles klar werden. Solange ihr mit diesem Fleisch umgeben seid, wird ein dunkler Schleier über alles verhängt sein, was der Herr mit euch tun will und vorhat. Darum muß alles Gerede der Menschen euch wie das Gerede eines Kindes sein, das da lallt und anfängt zu sprechen. Es wirft alles durcheinander. Es ist froh, wenn es ein Wort herausbringt. So müssen euch die Menschen sein, ob sie euch tadeln oder loben, wie ein stammelndes Kind, das die ersten Laute anfängt zu stammeln.

Geht nach N. und geht morgen vormittag, damit Meine Tochter euch begleiten kann. Und morgen nachmittag, wenn ihr heimkommt, packe dein Bündelchen und gehe, und wisse, daß Ich dich begleite, daß Ich Meinen schützenden Mantel über dich hänge und ausbreiten werde, und die erste Szene, die da auftritt, nehme ruhig hin und fürchte dich nicht. Du wirst sehen, daß du noch denjenigen dankest, die die Werkzeuge waren, durch die der Herr dich hingeführt.“

Barbara: „Wird es etwas nützen, wenn ich diese Seele bearbeite?“

Maria: „Das ist vergebens.“

322 Samstag am 14. Oktober 1899

„Wenn Ich einmal den Menschen in Besitz genommen habe, unterwirft sich der Leib instinktmäßig wie die anderen geschaffenen Geschöpfe, wie die Tiere und die Pflanzen.“

Maria: „Meine Kinder, wenn die Tage rauher werden, geht bei günstiger Witterung, anstatt hierher, in einer eurer Wohnungen zusammen, um zu beten für die Anliegen der Kirche, weil es Meinem lieben Sohn so große Freude macht. Ich habe euch Meinem Sohne vorgestellt und ein liebes Wörtchen von euch zu Ihm geredet. Ihr alle, die ihr euch anschließt, Ich will euch unter Meinen mütterlichen Schutzmantel nehmen. Fürchtet nichts! Niemals werde Ich erlauben, daß eine von euch, die hier zugegen ist, rückwärtsgehe. Ich werde euch so kräftige Gnaden erlangen, daß ihr über alles siegen werdet.

Seht, als Mein lieber Sohn vom Himmel herabgestiegen war und am Schluß Seines Lebens drei Jahre durch Städte und Dörfer eilte, da machte Er auch Wallfahrten, und Ich, Seine heiligste Mutter, und Meine heiligen Freundinnen, Wir begleiteten Ihn auf Schritt und Tritt, wenn möglich persönlich, sonst aber geistig. Das sollt ihr versinnbilden durch die Wallfahrten, die der Herr euch dieses und die kommenden Jahre auftragen wird, und der Welt zeigen durch euer offenes und freies Bekenntnis, daß ihr Gott suchet, wie Wir Ihn gesucht haben.

Die Reichen, die sich anschließen, sollen alle gerettet sein. Sie versinnbilden Josef von Arimathäa, den Nikodemus und die Veronika. Aber wie zu Meiner Zeit sind es meistens die Armen, die sich anschließen. Um der Armen willen ist Mein Sohn vom Himmel herabgestiegen, um der Armen willen will Mein Sohn auch jetzt die Menschheit erneuern. Das Volk, das arme Volk ist sehr gerührt durch diese Wallfahrten. Niemals wird es eine von euch gereuen, sich beteiligt zu haben.“

Barbara: „Und ich sehe einen Engel mit gezücktem Schwert über der Menschheit, und die liebe Mutter Gottes steht neben ihm und hält ihm den Arm.“

Bei der heiligen Kommunion morgens sagte der Herr:

Jesus: „Heroisch sind die Liebesakte, die ihr auf den Wallfahrten erweckt, heroisch soll aber auch der Lohn sein, den ihr empfangt.“

Einige Tage nachher, als Barbara sich sehr bei dem Herrn beklagte, daß ihr Gebet so zerstreut sei, daß, während sie sich sehr anstrenge, sich zu sammeln, der Verstand so umherschweife, sagte der Herr:

Jesus: „Das will Ich dir erklären, woher dies kommt. Wenn Ich einmal den Menschen in Besitz genommen habe, unterwirft sich der Leib instinktmäßig wie die anderen geschaffenen Geschöpfe, wie die Tiere und die Pflanzen.

Der Leib muß, weil er instinktmäßig das tut, Mir folgen; er beugt sich eher, er ist so gefangen, daß er nicht widerstehen kann. Die Seele aber ist frecher, kecker; sie unterwirft sich nicht wie der Leib; weil sie stärker ist, übt sie ihre Herrschaft noch aus. Während der Wille ganz gut ist, ist der Verstand und das Gedächtnis selbstsüchtig, und daher kommen die Zerstreuungen im Gebet. Wenn du es merkst, raffe dich auf, und eile zu Mir. Ich bin dann doch zufrieden mit dem Gebet.“

Ein Mann, der gerade aus dem Zuchthaus entlassen war, kam zu Luise und bat sie um eine Unterstützung. Weil er so offen und ehrlich war und alles gestand, so redete ihm Luise sehr zu, er möge jetzt ein anderes Leben beginnen. Der Mann war sehr zerknirscht, und es rollten ihm die Tränen über die Wangen und er sagte: ‚Ich sehe, daß die Sünde einen unglücklich macht. Ich will mich aber ernstlich bessern, und wenn ich mich ganz gebessert habe, dann darf ich wohl noch einmal zu ihnen kommen.‘

Nachher ängstigte sich Luise, er könne am Ende doch etwas anderes im Sinne haben. Der Herr aber sagte zu Barbara:

Jesus: „Ich habe ihn zu euch geschickt, damit ihr seht, daß sich auch Sünder bekehren im Monat Oktober. Dieser ist einer von jenen, die ihr erlangt habt. Er wird sich vollständig bekehren.“

323 Dritter Freitag im Oktober 1899

„Der alte Glaube, der da so viele Heilige gebildet hat im Mittelalter, der da so viele Märtyrer befördert hat in der ersten Zeit des Christentums, der muß erneuert werden.“

Lied: Wann wird doch mein Jesus bald kommen ...

Barbara: „Ich danke Dir für das unaussprechliche Glück, daß Du mich heimsuchst. O verzeihe mir, daß ich so nachlässig, so trostlos und unbeholfen war in dieser Woche! Wann wird es doch einmal wieder anders werden, wo ich wieder einmal klar Deine Liebe sehe, Deine Güte und Deine unendliche Barmherzigkeit? O mein Jesus! Wie lange noch bleibt alles, was Du hier wirkest, in den dunklen Schleier gehüllt, in den es eingehüllt ist, so daß meine ganze Familie darunter leiden muß? O wie bedaure ich meine Angehörigen, daß nicht nur ich, sondern alle darunter leiden müssen! Ich weiß ja nicht, was Du mit mir vorhast. Habe ich mich nicht Deinem Willen ergeben, als Du Dich mir anbotest dort in der Kirche? Habe ich nicht jetzt schon acht Jahre diese Kette getragen, die mich an ein beständiges Leiden schmiedet, an ein beständiges, inneres Martyrium, weil ich nicht weiß, woher und wozu dieses Leiden, weil niemand erkennen will, daß es von Dir stammt, daß Du es mir auferlegt hast zu einem besonderen Zweck, und auch noch meine Angehörigen darunter leiden, das arme, unschuldige Kind, das ich dahin gesteckt zu einer solchen Person, die es jetzt martert meinetwegen. Das kann ich nicht ertragen, daß auch noch andere leiden müssen um meinetwillen. Gelobt sei Jesus Christus!“

Jesus: „Meine Tochter! Wie lange noch willst du Meine Pläne durchschauen, wie lange zögerst du noch, Meinen Willen auszuführen, und wenn du ihn ausführest, alsbald wieder deinen Willen unterschieben und einen Riegel davorschieben, so daß Mein Wille gehemmt ist und Ich nicht durchführen kann, was Ich durchführen will durch dich, durch alle, die Ich dir zuführe, und besonders durch alle deine Angehörigen? Wisset, daß die Welt so gottlos geworden ist, daß die Menschen wie Heuschrecken – wenn Ich eine Plage sende von Heuschrecken und die Luft verpestet ist, so daß sie dahinschwirren und ganze Länder verderben –, so die Menschen in jetziger Zeit ganze Länder verderben, ganze Völker abfallen von Mir, und so die Menschen Tag für Tag wie Schneeflocken in die Hölle fahren.

So gottlos ist dieses Geschlecht geworden, daß man anfängt, auch unter den besten Meiner Kinder zu zweifeln, zu häkeln an den Geboten, die Ich dem Christenvolk gab durch Meine heilige Kirche, durch die heilige römisch-katholische Kirche. Geht hin in die Familien hier in der Stadt, die sich noch christlich nennen. Geht von Haus zu Haus, von Familie zu Familie, wo man noch vorgibt, man sei ein guter Christ, wie viele Familien ihr noch herausfindet, die das Fastengebot halten, die es noch über sich bringen können, auch nur einmal in der Woche das Fleisch sich zu versagen, um nur ja die Sinnlichkeit nähren zu können, das sinnliche Fleisch, ihm zollen.

Und siehe, wie viele sind es, die den Posten verlassen, die dem Feinde das Tor übergeben in der Stadt, damit er ungeniert eindringen könne. Ich meine damit die vielen treulosen Diener der Kirche, die da schon abgefallen sind, oder im Begriff stehen abzufallen, weil sie gar zu sehr mit der Welt liebäugeln und es mit der Welt halten und halten wollen. Diese sind es, diese gottlosen Wächter, die Ich aufgestellt habe an den Toren Meiner Städte, um sie zu bewachen, die dem Feind Einlaß verschaffen, wodurch so viele Meiner Kinder zugrunde gehen. Werdet nicht irre, Meine Kinder! Es gibt viele eifrige Wächter, aber wenn der Feind einmal eingedrungen ist in einer Stadt, richtet er mehr Unheil an, als viele, viele verhüten können durch ihren Eifer, durch ihre Bemühungen. Deswegen, Meine Kinder, verlange Ich von euch ein außergewöhnliches Leben, worüber viele, selbst unter Meinen Dienern, murren, weil der Arm Meiner göttlichen Gerechtigkeit erhoben ist, weil Ich im Begriff stehe, Mein Volk zu strafen. Und seht die Finsternis in allen Herzen, die Bangigkeit des Gemütes, die in jedem Meiner Kinder sich einnistet, so daß niemand mehr klar sieht, und jedes auch bei noch so gutem Willen wähnt, es sei auf einem Irrweg, obwohl es sich alle Mühe gibt, den Weg zu wandeln, den Ich gewandelt bin, Mir nachzufolgen auf dem steilen Weg, der zum Himmel führt.

Seht, Meine Kinder, dieses ist die Mischung zwischen Gut und Böse, zwischen dem Weg, den die Gerechten wandeln, und dem Weg, den die Gottlosen wandeln, weil ihr inmitten der gottlosen Welt steht. Alle die guten, treuen Seelen, auf die Ich Meine Hoffnung setze, daß sie das Reich wieder aufbauen werden, Mein zerstörtes Reich, sie alle müssen die Strafe mitfühlen, die Ich über dieses gottlose Geschlecht verhängte. Mein Vater hatte beschlossen, ein furchtbares Blutgericht über die Welt dahingehen zu lassen, die Gottlosen zu strafen und mit den Gottlosen die Gerechten, damit durch dieses unschuldige Blut, das da vergossen wird, die Schuldigen wieder versöhnt und doch manche Seele gerettet würde, weil Satan gar zu sehr jubelt und Meiner spottet.

Nun aber beten so viele fromme Seelen, die sich überall in der ganzen Welt unter den Gottlosen befinden, sie beschwören und bitten Mich beständig und strecken die Hände Tag und Nacht empor – wenn auch unbewußt, daß sie es tun für die gottlose Welt, denn es gibt viele fromme Seelen, die Mir nachfolgen, aber doch immer noch sehr eigennützig sind, nur immer an sich denken und sich eine hohe Stufe der Seligkeit verschaffen wollen. Viel großherziger sind jene Seelen, und viel mehr fördern sie Mein Wohlgefallen auf sich herab als jene, die Ich eben genannt, die ganz aus sich herausgehen und über sich hinweggehen und sich einsetzen für ihre Brüder, für ihre Schwestern, und den Arm der göttlichen Gerechtigkeit aufzuhalten suchen durch beständiges Hinschlachten ihrer selbst, indem sie sich von ihren Mitmenschen verachten und verspotten lassen aus Liebe zu Mir, indem sie sich mit Füßen treten lassen von gottlosen Menschen, denen sie nur Gutes erweisen wollen, während jene ihnen nur das Gute mit Bösem vergelten.

Meine Kinder! Unter diese Klasse gehört ihr und sollen alle diejenigen gehören, die sich an euch anschließen. Nur um dieser willen halte Ich den Arm der göttlichen Strafgerichte auf und besänftige den Zorn Meines Vaters Tag für Tag, indem Ich Mein Opfer, das Ich bringe Stunde um Stunde in der heiligen Messe, im eucharistischen Leben aufopfere. Vereinigt mit diesen Seelen und durch diese Seelen, die sich mit Mir vereinigen, wird dieses Blutgericht aufgehalten und abgehalten von der sündigen Menschheit.

Ich strafe deshalb die Menschen nur hie und da in manchen Orten, wo es am wenigsten solche Seelen gibt, wo man es noch nicht versteht, sich Mir zu weihen im jungfräulichen Stand, oder wo man im Ehestand nicht so lebt, wie es der Heilige Vater der Christenheit verlangt in der Nachfolge der Heiligen Familie zu Nazareth, wo es noch keine Orden gibt, religiöse Orden, klösterliche Genossenschaften, die wie der Orden der heiligen Theresia, des heiligen Franziskus, in strenger Observanz leben nach dem Geist ihrer Stifter, um die gottlose Welt zu versöhnen mit Gott, dort wird die Menschheit gestraft und furchtbar gestraft. Aber noch einmal erwähne Ich, ein allgemeines Blutgericht, wie es beschlossen war im Ratschluß Gottes, denn der Vater, der Heilige Geist und Ich sind Eins, und ewig wahr ist es, was im Ratschluß Gottes beschlossen ist, findet nicht statt.

Aber merkt es euch: Der Vater ist so gut, daß Er gewiß doch keinem menschlichen Vater nachstehen will. Ein Mensch, der als Familienvater mit der Mutter und der ganzen Familie beschlossen hat, ein ungeratenes, ausgeartetes Kind seinen väterlichen Zorn fühlen zu lassen, es zu enterben, es hinauszustoßen ins Elend, ins bitterste Elend, läßt sich erweichen, auch wenn das Kind jahrelang und jahrzehntelang seinen Zorn herausgefordert hat, und alles so testamentarisch gemacht ist, daß dieses Kind sollte enterbt werden, und so kehrt er doch wieder um, sobald das Kind umkehrt zum Vater, und wäre es noch auf dem Totenbett, und sein Unrecht einsieht. Dieses Kind aber, weil es erfleht ist durch die Bitten der Mutter und durch die Bitten der übrigen Geschwister, die es doch nicht verderben wollen und zugrundegehen sehen können, tritt wieder ein in die Rechte des Vaters und teilt das Erbe mit den übrigen Geschwistern. Sollte Ich nun einen geringeren Vater haben im Himmel, Der euer aller Vater auch ist? All die Ratschlüsse, die Wir gefaßt, die zwar ewig sind und unveränderlich, sind aber immer mit Bedingnissen gefaßt. Diese Bedingnisse habt ihr schon oft gehört und wißt sie.

Ich will nun weiterfahren in dem, was Ich euch lehren will. Seht, da man nun anfängt, einerseits Mitleid mit euch zu haben, wenn ihr so dahingeht unter dem Volk: Die Armen, die da abgewichen sind vom rechten Weg, und doch noch nicht ganz erloschen sind im Christentum, sind verblüfft; keiner wagt es mehr zu spotten. Die anderen, und zwar die, die sich zu den Besseren zählen wollen, zu besseren Christen, sind aufgeregt, sind zornig. O diese Toren! Die Priester sind ganz verblüfft. Diese wollen sich schämen, daß die Religion Jesu Christi solche Dinge erzeugen soll. O sie alle verstehen es nicht, verstehen nicht die Wege der göttlichen Weisheit und der göttlichen Liebe. Sie verstanden auch nicht die Wege, die Meine Diener machen mußten in früheren Zeiten. Nur war damals im allgemeinen das Volk noch gläubiger. Jetzt aber, wo ein Geist durch die Welt weht, der ganz aus der Hölle stammt, der ganz der Geist der Finsternis ist und alle Herzen verdunkelt hat, jetzt schaut man nicht mehr, daß eine Seele, die aus sich herausgeht, von Gott geleitet sein muß. Jetzt sind diejenigen, die die Demütigen sind, die Hoffärtigsten, und die am hoffärtigsten sind, sind die Demütigsten. Alles ist verkehrt.

Darum, Meine Kinder, müßt ihr diesen schrecklichen Weg, diesen dunklen Weg, wandeln, weil ihr viel, viel verdienen sollt, weil ihr den Weg der treuen Christen, der frommen und eifrigen Christen wieder erhellen sollt, wieder aufgraben sollt; denn er ist verschüttet mit Staub und Schutt. Der Weg, den Meine guten, treuen Kinder wandeln, obwohl es scheint, als sei er gar nicht zu gehen wegen seiner Härte, ist doch ein lichter und klarer Weg, daß keines von ihnen wanken wird. Sie werden dahinschreiten über Schlangen und Basilisken, über Krokodile und Skorpione und nichts fürchten. Schlangen sind alle diejenigen, die vorgeben, Mir eifrig zu dienen, die den Schein des Guten zur Schau tragen, in ihrem Herzen aber nichts weniger als fromm sind, und deswegen mit ihrem Geifer alles besudeln, was da nach wahrer Frömmigkeit strebt, und was da ganz aus sich herausgeht und sich nicht fürchtet vor dem Gerede der Gottlosen. Merkt es euch, Meine Kinder! Alle, die da fromm sein wollen und so über andere losziehen, sind Schlangen vor Meinen Augen. Sie sind mehr zu fürchten als jene, die offen und frei dahingehen und ganz und gar einen Gott leugnen.

Darum, Meine Kinder, sagt es Meinen Dienern und Meinen Dienerinnen, die euch noch treu sind, die sich euch anschließen, welch großes Werk Ich vorhabe mit der Menschheit: Erstens soll durch ein offenes und freies Bekenntnis des Glaubens die ganze Welt erneuert werden; zweitens soll das Christentum wieder zurückgeführt werden, es soll eine ganz neue Reform vorgenommen werden.

Wie eine heilige Theresia einen Karmeliterorden reformierte, zurückführte zur alten, strengen Observanz, so soll und muß das Christenleben zurückgeführt werden zu einer strengen Observanz, zu jener Observanz, wie man sie im Mittelalter übte und glaubte. Überall in der Welt wirkt der Geist, der da gepredigt wird, sogar von der Kanzel herab, den da einige gottlose Priester ausgestreut haben in Schriften und Lehren, wie dies in Amerika der Fall ist und in eurer nächsten Nähe vorgekommen ist unter euren Augen.

Seht, Meine Kinder, und Ich sollte noch zögern, offen und frei zu sagen, daß viele Meiner Diener falsche Wächter geworden sind, gottlose Diener, die Ich an die Tore gestellt, damit sie bewachen die Stadt, damit der Feind nicht eindringen könne. Und anstatt dessen haben sie dem Feind Tür und Tor geöffnet, den Posten verlassen und weit aufgemacht das Tor, damit der Feind ungeniert eindringen kann. Sie wollen lehren, daß die Hölle aufhört mit diesem Leben und die Hölle auf der Welt sei. Ja, freilich ist die Hölle auf der Welt in jetziger Zeit, wo man solche Lehren dem Volke vorbringt.

Da will ein jeder sich vergnügen und Ehren verschaffen, hier auf der ganzen Erde, weil es ja drüben eins ist, was man hier auf Erden war; ob man Kaiser oder König oder Bettler war; ob man gelebt hat bei Wasser und Brot und barfuß gelaufen ist, sein ganzes Leben lang, und gedarbt hat mit dem armen Familienvater, der seine Kinder betteln schicken mußte, oder gelebt hat wie der Reiche, der da in Gold und Silber strotzte und in Samt und Seide einhergeht und mit scheelen Augen seine armen Brüder behandelt, und nur, weil er stolzieren will in Ehren, aus lauter Stolz und Ehrsucht sich einen Namen verschafft, als sei er fromm und heilig auf Erden, um nur einen Deckmantel um sich zu hängen, der in seinem Innern aber Mir verhaßt ist, und diese alle sollten eins sein in der Ewigkeit? Dieser fromme Stolze, der da einen armen, demütigen Mitbruder mit Verachtung einen Fußtritt versetzt, der sollte stehen in der Ewigkeit neben ihm? Diese Lehre, verhaßt ist sie Mir!

Zurück muß Mein Volk, zurück, und alle, die da schmähen über diejenigen, die Ich ausgesendet habe, um diesen Glauben zu bewahren, den man im Mittelalter geglaubt, den Ich vom Himmel herabgebracht, den Ich Selbst gelehrt, den Ich durch Mein Beispiel der Welt gezeigt habe. Warum bin Ich denn ans Kreuz hinaufgestiegen, du gottloser Mensch, du gottloser Wächter? Glaubst du, Mein Freund, Ich bin damit zufrieden, wenn du Mein Diener bist, wenn Ich dir Meine Gewalt übertragen habe und du stirbst in dieser Gewalt? Hüte dich, daß du nicht in Ewigkeit diese Gewalt fühlen mußt, daß sie dich nicht zerschmettert.

Wenn nicht in Bayern droben, wo dieser gottlose Diener gestanden ist, von wo aus ganz Deutschland überflutet ist mit seinen Schriften, von wo aus er auf der Hochschule so viele seiner Schüler vergiftete, nicht gut gemacht wird von anderer Seite, von anderen, die da stehen auf dem Posten, wehe euch! Wehe euch! Das Volk, das zugrunde geht durch solche gottlose Lehren, wird von euch zurückverlangt, und nie ist es zu beschreiben, wie Ich mit denjenigen verfahre, die ein Volk verführten wie ein Luther, wie Calvin.

Neben solche stelle Ich solche Lehrer, und euch alle, die ihr es mit ihnen haltet, die ihr halb und halb liebäugeln wollt mit der Welt, die ihr diejenigen schmähen wollt, die Ich aussende unter euch, daß sie euch stützen sollen, und die ihr statt dessen mit Hohn und Spott bewerfet.

Darum, Meine Kinder, verlange Ich von euch diese außergewöhnlichen Dinge. Ihr dürft nicht müde werden, Meine Worte zu beachten, Meine Stimme zu hören und Meine Wege zu wandeln. Hat man Meiner geschont? Hat man Mir nicht das Kreuz auf die Schulter geladen, und Mich allein hinaufgeschickt auf den Kalvarienberg? Und erst dann, als Ich anfing zu erliegen, Mein armer, schwacher Körper war doch auch ein Mensch wie ihr, gab man Mir einen bei, der Mich unterstützen sollte. Aber merkt es euch: Mit der Dornenkrone der Schmach mußte Ich dieses schwere Kreuz tragen, mußte Ich hinaufsteigen auf diesen Berg der Schmach und Verachtung; wo nur die Bösewichter hingerichtet wurden, mußte Ich am harten, harten Kreuzesholz Mein Leben enden. Versteht ihr Mich?

Den Weg müßt ihr wandeln, und wenn ihr anfangen wollt zu straucheln, wenn eure Füße schwach werden, wenn ihr am Erliegen seid, dann schicke Ich euch einen Simon von Cyrene. Alle diejenigen, die sich euch anschließen, die Ich euch zuführe, sind Simon von Cyrene, die euch unterstützen müssen. Aber merkt es euch, wie Ich das Kreuz mit der Dornenkrone der Schmach tragen mußte, so müßt ihr dieses eucharistische Kreuz tragen mit der Dornenkrone der Schmach bis an euer Ende. Am Kreuz müßt ihr sterben, wie euer Herr und Meister gestorben ist. Aber unter eurem Kreuz werden viele stehen, Meine heilige Mutter, eine Maria Magdalena, ein Liebesjünger Johannes, sie werden unter dem Kreuze stehen, wenn ihr dereinst euer Leben aushaucht. Sie werden die Vertreter vieler sein, und viele werden sich an euch anschließen, wenn auch jetzt noch verborgen. Zurück muß das Christentum, zurück müßt ihr. Der alte Glaube, der da so viele Heilige gebildet hat im Mittelalter, der da so viele Märtyrer befördert hat in der ersten Zeit des Christentums, der muß erneuert werden. Und weil es keinen Nikolaus von der Flüe mehr gibt, der da sein Vaterhaus, sein Weib und seine Kinder verlassen, und in seiner eigenen Gemarkung, auf seinem Eigentum sich als ein Einsiedler niederließ, und von dem Volk fast verehrt und angebetet wurde aus lauter Ehrfurcht vor ihm, weil, sage Ich, es keinen Nikolaus von der Flüe mehr gibt und geben kann, weil das Volk zu gottlos ist in jetziger Zeit, darum ist der Weg so hart, so furchtbar hart.

Ihr müßt nicht irre werden, wenn alle euer spotten, wenn ihr sollt gesteinigt werden, wenn man sich zusammentun will, um euch die Narrheit zu vertreiben. Ihr müßt nicht irre werden.

Einer ist, Der wacht über euch, euer Herr und Meister, euer einziger Bräutigam, Dem ihr dienen sollt. Sobald der Winter vorüber ist, und die ersten Blumen sprossen wieder, sollt auch ihr euch wieder vereinigen und in heiliger Liebe und Gemeinschaft die Wege weiter wandeln: Alles, alles für die heilige katholische Kirche, damit die Gottlosen, die da euer spotten, sehen, daß nichts imstande ist, diejenigen, die Mich lieben, aufzuhalten, und damit diejenigen, die noch halb und halb Mich lieben, im Eifer zunehmen, und ein anderer Geist erstehe in der Menschheit. Grüßet Mir recht herzlich alle, die sich euch anschließen, besonders N.“

Barbara: „O Herr, was soll dies Mädchen anfangen, das es in diesem Kloster nicht hat aushalten können?“

Jesus: „Ich habe es ihr gesagt, und alle Meine Worte sind nicht umsonst gesprochen. Aber alles, was Ich sage und was Ich dem Menschen anrate, tritt nur dann in Kraft, wenn der Mensch seinen guten Willen betätigt. Wenn Ich dem Menschen noch so viele Gnaden anbiete und ihm noch so schöne Verheißungen gebe, wie Ich dieses dem Volk Israel tat, merkt es euch nur: Alle die Versprechungen, die Ich machte, und worüber man spottet, habe Ich vor euch schon gar oft gemacht. Welche Verheißungen gab Ich dem Volke Israel, aber mit dem Bedingnis, daß es Mir treu bleiben soll.

Und so geht es, solange das Weltall besteht. Wenn Ich jemand große Verheißungen mache, muß dieser Mensch nicht so feige sein und vor jeder Kleinigkeit zurückschrecken. Ich habe dieses Kind hierhergeschickt in dieses Haus, um nur einige Zeit zu helfen. Und sie wollte und konnte dieses nicht ertragen, weil sie ein Feigling ist, weil sie nicht will. Ich habe ihren Willen erfüllt und führte sie hin, wohin sie verlangte, und was Ich ihr eingab, weil sie ein gutes Herz besaß.

Aber – sie will nicht; sie will ihren Willen nicht brechen, sie will nichts ertragen und erleiden. Diese Menschen, die nur leiden in Worten, aber nicht im Willen und in der Tat, diese sind zu nichts fähig. Ich rate diesem Mädchen nicht mehr, daß sie fortgehen soll. Sie soll sich vorerst bemühen anzufangen und in allem ihren Willen zu brechen.

Sie ist ja in der Lage, nicht wie jene, die niemand brauchen; sie ist in der Lage, ihr Brot zu verdienen, von anderen abzuhängen. Sie soll anfangen, untertänig zu sein und ihr Fleisch abzutöten, nicht so sehr durch Speise und Trank, als vielmehr auch durch Arbeit. Sie soll arbeiten und ihr Brot verdienen und sich nichts vormachen, als sei sie etwas, was sie nicht ist. Sie soll erst werden, was sie sein will; dann werde Ich ihr sagen, was sie tun soll.“

324 Donnerstag am 26. Oktober 1899

Barbara und ihre beiden Freundinnen erhielten eine schriftliche Einladung, am Freitag, den 27. Oktober, vor dem Bischöflichen Offizialat zu erscheinen. Sie begaben sich zur festgesetzten Stunde um zwei Uhr dorthin. Barbara wurde zuerst gerufen, um verschiedene Fragen zu beantworten, was zwei Stunden in Anspruch nahm. Um vier Uhr löste Luise sie ab, um dieselben Fragen zu beantworten. Um fünf Uhr endlich wurde Lieschen gerufen.

Die Hauptfragen, nachdem die Personalien festgestellt waren, ob wir zur Errichtung der Herz-Jesu-Andacht in St. Quintin Veranlassung gegeben oder ein Amt dabei bekleiden, was wir verneinten, ob wir barfuß gingen und in welcher Kleidung. Denn es war hinterbracht worden, wir gingen in Klostertracht, was nicht der Fall war, sondern nur in gewöhnlicher Tracht wie arme Leute; wann wir uns kennengelernt, ob wir den Befehlen des Hochw. Herrn Bischofs nachgekommen seien, was wir bejahten, ob Luise irgendwie Änderungen an dem, was der Geist diktiert, vornehme, was Luise verneinte.

Bereits sechs Tage danach wurde der Hochw. Herr Bischof plötzlich in die Ewigkeit abgerufen; denn er starb am 2. November, nachdem eine Stunde vorher zwei Ärzte erklärt hatten, es sei keine Gefahr für ihn. Dadurch kam die ganze Sache wieder ins Stocken.

Hier sei noch bemerkt, was es für eine Bewandtnis mit der Kleidung hat, die alle drei auf den Wallfahrten tragen. Im Herbst 1898 sagte eine auswärtige Freundin von Luise, daß, wenn sie nach Mainz komme, sie nie in die eine Kirche gehe, weil dort meist Leute knieten, die wie echte Quiseln gekleidet seien, nämlich mit einem schwarzen, dreieckigen Schal und einem dreieckigen Zipfelhäubchen auf dem Kopf. Sie könne sich gar nicht ausdrücken, wie sehr solche Personen ihr ein Greuel seien, sie habe eine wahre Verachtung dafür. In diesem Augenblick kam Luise der Gedanke: Halt, fasten kannst du nicht wie Lieschen, aber das schadete der Gesundheit nicht, damit könntest du dem Herrn mal ein Opfer bringen, wenn du diese verächtliche Kleidung wählen würdest.

Als nun der Herr zu Lieschen und Barbara sagte, sie sollten barfuß gehen, wollte Luise nicht zurückbleiben, und sie bot sich dem Herrn an, zum Ersatz für das Barfußgehen, was Er ihr nicht erlaubte, weil sie nicht stark genug sei, in dieser verachteten Kleidung zu gehen, falls es Ihm Freude machte, was Er bejahte und bekräftigte, indem Er es mit Nachdruck verlangte. Seit der Zeit tragen alle drei diese Kleidung auf den Wallfahrten, die ihnen der Herr aufträgt.

325 Sonntag am 29. Oktober 1899

Die liebe, heilige Barbara überraschte Babette im Gebet, wie wenn eine Freundin die andere überraschen will. Sie kam von hinten her und sagte so liebevoll:

 

Heilige Barbara: „Ihr könnt euch jetzt dieselben Verdienste erwerben wie wir durch unser Martyrium, als wir den Richtern gegenüberstanden. Was wir am Leibe litten, das sollt ihr an der Seele leiden, eure Seele soll gegeißelt werden durch die Worte, die ihr hören müßt. Wir wußten sicher, daß wir für Jesus litten, ihr müßt aber noch Beängstigungen leiden. Aber fürchtet euch nicht, wir alle, eure himmlischen Freundinnen, die heilige Theresia, Hildegardis, Ursula, Margareta, Agnes, Katharina, begleiten euch jedesmal, wenn ihr gerufen werdet.“

326 Vigil von Allerheiligen 1899

„Dieser Thron Satans wird mit jedem Tag herrlicher geschmückt. Der Thron Meines Sohnes aber, dort wo Er wohnt im stillen Tabernakel, wird mit jedem Tag armseliger.“

Barbara: „Mein Jesus, ich danke Dir für das unaussprechliche Glück, daß Du mich heimsuchst in meinem Elend. O ihr lieben Heiligen, o helft mir doch um Verzeihung bitten. Mein Jesus, ist es möglich, daß Du, Der große Gott, ein so armseliges Geschöpf Dir erwählst? O vergiß meine Missetaten, meine Fehler. Mein Jesus! Wie armselig, wie schwach bin ich doch! O verzeihe mir, daß ich manchmal lieblose Gedanken bekomme, nicht, als ob ich einmal mich versündigt hätte gegen die Würde des Priestertums, nein, Du weißt es, Du verstehst mich. Aber siehe, wenn man von allen Seiten, selbst von denen, die Du uns an Gottes Statt gegeben, so wirken hört gegen das Gebet und das Gebetsleben, da kommen mir manchmal Gedanken, als wäre das ein Unrecht. O verzeihe mir! O mein Gott! Alle meine Sünden sind mir von Herzen leid, weil ich Dich, das höchste Gut, beleidigt habe. Ich hasse und verabscheue alle meine Sünden und nehme mir ernstlich vor, nie mehr zu sündigen, ja, jeden Gedanken und jede Gelegenheit sorgfältig zu meiden.“

Maria: „Meine Kinder! Ich grüße euch im Auftrag und im Namen Meines allerliebsten Sohnes. Ich grüße euch aber auch im Auftrag und im Namen aller lieben Heiligen Gottes, deren Fest beginnt, gefeiert zu werden von der heiligen römisch-katholischen Kirche. Es freut uns, Seelen zu finden, die sich mit uns vereinigen in dieser Schöpfung, die Gott der Herr erschuf zu Seiner Ehre und Verherrlichung, die aber in jetziger Zeit umgewandelt ist zu Seiner Schmach und Lästerung. Denn seht, Meine Kinder, die ganze sichtbare Schöpfung hat sich gleichsam verschworen gegen ihren Schöpfer; denn Derjenige, um dessentwillen die Schöpfung erschaffen wurde, gemacht wurde, ist böse geworden. Ihr wißt, wen Ich meine: Das Menschengeschlecht, das arme Menschengeschlecht, das erschaffen ist, seinen Schöpfer zu preisen und zu loben, Ihn zu verherrlichen, wie es die Engel und jetzt auch Wir, Die Wir eingegangen sind in die ewige Herrlichkeit, tun, die ganze Schöpfung hat, sage Ich, hat sich verschworen gleichsam und ihr Haupt erhoben gegen ihren Schöpfer, ihren Gott und Herrn; denn auf der ganzen Welt ist nur eine einzige Gesellschaft, ein einziges Volk, das der Herr Sich auserwählte, in welchem Er den wahren Gottesdienst gefeiert wissen will bis zum Ende der Zeiten. Dieses eine Volk seid ihr, ihr Kinder der heiligen, katholischen Kirche.

Und nun, da dieses Volk, wie Mein Sohn schon so oft euch erklärte und sagte, gar zu sehr auf Abwege gekommen ist, daß Er Seine Verherrlichung und Seine Ehre gar zu armselig gezollt bekommt, denn mit Gebet, mit einem ordentlichen Christenleben ist es noch nicht ganz abgemacht. So in den Tag hineinleben, wie jetzt die Christen tun, nur noch mit knapper Not einen flüchtigen Blick ihrem Schöpfer zuwerfen und dann dahinstreichen, als sei damit alles abgemacht, und nur auf die Erde schauen, damit ist dem Herrn nicht genug gedient. Er will das ganze Herz besitzen, das ganze Herz des Menschen.

Nun ist aber dieses Christenleben so eingewurzelt in den Materialismus, daß der Christ sich nicht mehr losbringen kann, kaum eine Stunde, ja bei den meisten Menschen noch keine halbe Stunde für seinen Gott zu erübrigen, um Ihm den schuldigen Tribut darzubringen. Wo soll Er nun Seine Verherrlichung suchen, dieser große Gott? Soll Er Sich freuen, wenn Er sieht, wie Satan täglich sein Reich und seinen Thron schöner ausschmückt und ziert? Satans Reich und Thron sind alle diejenigen, die ihm Handlanger sind, um alles Böse, alles Gift in die Welt hineinzustreuen, alle diejenigen, die in der Hochschule sitzen und den Unglauben das arme Volk lehren, die die Jugend vergiften. Handlanger, um den Thron Satans aufzurichten auf der Welt, sind aber auch alle jene, die es nur darauf abgesehen haben, dem Volk Vergnügen zu verschaffen und so den Glauben aus dem Herzen zu reißen, indem sie ihm jeden Tag neue Spiele auftischen, um sein Herz zu versinnlichen, um es ganz zu umstricken mit lauter Vergnügen, Putz und Tanz.

Dieser Thron Satans wird mit jedem Tag herrlicher geschmückt. Der Thron Meines Sohnes aber, dort wo Er wohnt im stillen Tabernakel, wird mit jedem Tag armseliger; denn Sein Schmuck sind die unsterblichen Seelen, nicht die schönen Kirchen, die Ihm erbaut sind, nicht die herrlichen Dome. Diese sind nur erbaut, um eine leere Halle zu sein. Die Zierde aber und der Schmuck des Thrones Meines Sohnes sind die gläubigen Christenherzen. Diese sollen herbeikommen und Ihn zieren und schmücken.

Und nun, Meine Kinder, an all den Dingen, die sich ereignen in letzter Zeit, könnt ihr sehen, wie wenig die Welt begriffen hat von der Ausschmückung des Thrones Meines Sohnes. Nur dann wird die Verherrlichung und die Ehre Gottes vollständig, wenn in der Welt viele heilige und gerechte Seelen wohnen. Und jetzt, in jetziger Zeit versteht man es sehr geschickt, ja nichts aufkommen zu lassen, was nach höherer Vollkommenheit streben will und zu streben verlangt. Es wird geschrieben in Zeitungen und in Schriften, es werden Reden gehalten auf der Bühne, um ja alle diejenigen, die noch glauben, und die noch sich vorgenommen haben, nach höherer Vollkommenheit zu streben, recht zu verspotten und zu begeifern.

Darum finden sich gar wenige vor, die standhalten; denn die meisten Christen, wenn sie auch sonst ein frommes Leben führen, haben doch so viel Menschenfurcht in sich, daß sie es nicht über sich bringen, auch nur ein einziges, spitzfindiges Wort zu verschmerzen und es in sich auszumerzen. Lieber wollen sie mit dem großen Haufen gehen. Und so kommt es, daß viele, sonst auch recht gute Seelen, weil sie aber den Spott vermeiden wollen, der über sie verhängt wird, nicht nur von den Weltkindern, sondern auch von denjenigen, die der Herr auserwählt hat, Sein Volk zu leiten, um diesem Witzeln und Spötteln und Kritisieren auszuweichen, manche, manche Seelen wieder abfallen.

Anfangs geben sie sich alle Mühe, doch noch diesen frommen Sinn beizubehalten. Sie gehen zu den heiligen Sakramenten, sie machen fromme Übungen, sie üben Nächstenliebe, aber weil man doch diejenigen hochpreist, die ja kein tiefsinniges Leben führen, die sich recht in acht nehmen, nicht verspottet zu werden, kommen sie dann dazu, daß sie jene nachmachen wollen, gehen in Gesellschaften, wo jene sind.

Und da nun gar zu sehr über die Frommen hergefallen wird, über solche, die es genau nehmen, die über Spott und Hohn hinweggehen wollen und auch hinweggehen, so kommt es, daß sie liebäugeln mit der Welt und nach und nach ganz und gar von ihrem wahren, frommen Sinn wieder abkommen. Nun seht, Meine Kinder, warum Mein Sohn schon solange mit euch verkehrt, warum Er schon so viel mit euch gesprochen. Nun seht aber auch, warum ihr so vieles leiden müßt. Werdet nicht müde, Meine Kinder, zu leiden, werdet nicht müde! Mag über euch kommen, was da will, mag man euch vor die höchste Behörde rufen, vor das höchste Gericht, seid fest und entschieden, aber kurz und bündig in euren Antworten; denn nur daraus müssen jene erkennen, denen Mein Sohn die Gewalt gegeben, zu binden und zu lösen, daß ein anderer Geist es ist, der eure Worte leitet, daß aber auch ein anderer Geist es sein müsse, Der euch diesen Starkmut gibt.

Fragt sie nur, jene Herren, für was anderes ihr da vor ihnen steht, als nur zu leiden für euren Herrn und Gott, Der ja auch für uns, für sie und für euch alle gelitten habe, daß für nichts anderes ihr dasteht, um ihnen zu antworten, wie vor euch ein anderer vor einem ebensolchen Gericht gestanden ist. Vor euch stand Einer, Meine Kinder, vor Gericht, mit der Dornenkrone der Schmach bedeckt. Ihr müßt diese Dornenkrone ebenfalls tragen, wenn auch der Welt unsichtbar. Aber geht nur über die Straße und schaut euch die Gesichter von den frommen Personen an, die euch begegnen, und leset aus den verächtlichen Blicken, welches die Dornen sind, die eure Stirne schmücken.

Aber wißt, Meine Kinder, ihr alle, ihr alle, die ihr es halten wollt mit Meinem Sohn, die ihr dereinstens beitreten wollt der Gesellschaft, die Ich euch heute vorführe, ihr müßt eure Stirn schmücken lassen mit der Dornenkrone der Schmach, die vor euch euer Herr getragen. Und je mehr sich anschließen an das kleine Häuflein, desto mehr wird Mein Sohn wieder geehrt werden auf Erden, desto herrlicher entfaltet sich der Triumph, der dem Vater, dem Sohne und dem Heiligen Geist dargebracht wird in Seiner Schöpfung, und desto siegreicher und herrlicher und triumphierender wird der Thron, der errichtet ist in eurer Mitte. Seht, Meine Kinder, ihr seid die Zierden, die den Thron Meines Sohnes schmücken müssen und sollen.

Dort im stillen Tabernakel hat Mein Sohn Seinen Thron aufgeschlagen, und geht hin und seht euch an, wie da alles still und unbemerkt vor sich geht, wie Er die Dornenkrone der Schmach tragen muß, Tag und Nacht. Wie viele erscheinen denn vor Ihm, die Ihn anerkennen als ihren Gott und Herrn? Wie viele kommen vor Ihn hin mit kaltem, liebeleerem Herzen, stehen vor Ihm wie vor einem Bildstock, den sie anstieren, kalt und leblos wie einen Holzblock.

Aber auf, Meine Kinder, auf! Jetzt ist die Zeit gekommen, die Zeit der Gnade. Mein Sohn hat aufgegraben den Born, der da sprudeln soll über die ganze Erde dahin; überall hin, wo es gläubige Christen gibt, soll dieser Born dahinsprudeln, und niemand wird es wagen, ihm Einhalt zu tun. Der Born, der da sprudelt, quillt aus Seinem göttlichen Herzen. Seine Worte sind es, die da hinübertönen über Welt und Meer. Es sind die Worte: ‚Leiden, meiden und schweigen!‘ Diese drei Worte sollen die Christenherzen erwägen.

Viele sollen sich anschließen, sie sollen leiden mit ihrem dornengekrönten, verachteten König, Der dort wohnt mitten unter ihnen im stillen Tabernakel. Sie sollen freiwillige Leiden auf sich nehmen und Leiden, die Er Selbst ihnen auferlegt, die da über jeden Menschen kommen, die täglichen Leiden, die Er ihnen zuschickt, mit Geduld aus Seiner Hand annehmen und so Sein Kreuz erleichtern, das Er im stillen Tabernakel tragen muß; denn Er trägt das eucharistische Kreuz Tag und Nacht wie einstens, als Er es hinaufschleppte auf den Berg Kalvaria.

Meiden sollen sie alles, was diesem ihrem dornengekrönten König zuwider ist, nicht nur die Sünde, sondern auch den Schatten der Sünde, welches da ist eine allzu große Menschenfurcht. Seht, Meine Kinder, es macht eurem König keine Ehre, wenn ihr euch eures Glaubens schämt, wenn ihr hört und seht, wie da gewitzelt wird über so manche brave, gute Christen, die da kein Hehl daraus machen, daß sie Christen sind, und ihr wolltet euch zurückstellen, halb und halb euch stellen, als ob ihr es mit diesen nicht halten wollt, und im Herzen doch gute, fromme Christen sein! Nein, nein, Meine Kinder!

Auch den Schatten der Sünde müßt ihr fliehen. Die Dornenkrone der Schmach müßt ihr tragen mit Meinem gekreuzigten Sohn. Schweigen sollt ihr, wenn man euer spottet, wenn man lästert über euch, aber nicht schweigen sollt ihr, wo es gilt, die Ehre Meines Sohnes zu verteidigen und die Aufgabe, die Er euch gestellt, zu rechtfertigen. Mag man über euch verhängen ein Edikt; mag es sein, wie es will: Ihr habt der geistlichen Obrigkeit zu folgen; ihr habt aber auch zu folgen Meinem Sohn! Dort, wo es gilt, nicht schweigen und zurückverlangen die Ehre Meines Sohnes.

Wer die Verantwortung auf sich nehmen will, da, wo Meinem Sohn die Ehre gegeben wird, sie abzuschwächen, der soll die Verantwortung auf sich nehmen, und die ganze Ewigkeit die Ehre abgeben, die Meinem Sohn geraubt wird dadurch, daß er (der Priester) seine Gewalt mißbraucht an irgendeiner Seele, an einer Seele, die treu ihrem Gott dient, die die Lasten und Mühen des Tages mit Geduld erträgt, die die geistigen und leiblichen Werke der Barmherzigkeit zu üben sucht, und ihren abgewichenen Mitbruder, ihren abgefallenen Mitbruder wieder herbeizuziehen sucht und für ihn leidet, betet, ja, für ihn gar stirbt.

Jetzt aber, Meine Kinder, will Ich euch nicht länger aufhalten. Ich wollte euch nur ermuntern, nicht zu straucheln auf dem Weg, den vor euch alle diejenigen gewandelt sind, deren Fest ihr jetzt zu feiern begonnen habt. Seht, unter allen Geschlechtern, unter allen Nationen sind solche, die euch vorausgeeilt sind auf demselben Weg, den ihr jetzt wandelt. Siehe hier, Meine Tochter, die heiligen Märtyrer!“

Barbara: Und ich sehe eine unabsehbare Schar mit roten Gewändern, blutroten Gewändern, Palmzweige in der Hand und eine Krone auf dem Haupte, mit herrlichen Edelsteinen verziert. Es sind darunter Kinder von elf, zwölf und dreizehn Jahren. Es sind Jungfräulein, so junge, so schöne, so herrliche Mädchen. O mein Gott, mein Gott! Es sind Frauen, Männer im kräftigsten Alter, Greise, alle in blutrotem Gewand, aber doch verschieden. Die einen sind hellrot, die anderen sind blässer. Die Kronen sind auch sehr verschieden. Ich sehe solche, die mit kostbaren Edelsteinen besetzt sind, wieder andere, die ganz glatt sind, nur wie ausgezackt, wieder andere mit anderen Verzierungen.

Maria: „Dies sind die Tugendakte, die sie geübt im Leben. Die einen haben mehr, die anderen weniger. Diejenigen, die so glatte Kronen tragen, haben wenig Tugendakte geübt. Und doch ist ein einziger Edelstein, der mehr in einer Krone eingesetzt ist, durch die ganze Ewigkeit so herrlich anzuschauen, daß, sooft die Seele diesen Edelstein anschaut, jedesmal eine neue Freude in ihren Geist überströmt, denn jedesmal, sooft sie den Edelstein betrachtet, kommt die Freude der Tugend, die sie geübt – denn die Edelsteine sind die Tugenden – eine neue Freude für ihn durch die ganze lange Ewigkeit. Meine Kinder! Ist es da nicht der Mühe wert auszuhalten, recht viele Edelsteine in seine Krone einzufügen? Darum auf, Meine Kinder auf! Nachfolgen dieser Schar: Eintreten in die Fußstapfen derer, die euch vorausgegangen sind. Und nun, Meine Tochter, siehe hier diese Schar!“

Barbara: Ein buntes Durcheinander und doch alles geregelt, so einfach und so schön, und welch majestätische Gestalten!

Maria: „Du mußt wissen, daß, so wie es dir gezeigt wird, es nicht ist an jenem Ort; denn du bist ein Mensch im Fleisch, du bist mit deinem Körper verbunden, und kannst nicht schauen; denn kein Auge hat es gesehen, kein Ohr hat es gehört, und in keines Menschen Herz ist es gestiegen, was Gott denen bereitet hat, die Ihn lieben. Dort in des Vaters Haus sind viele Wohnungen. Diese herrliche Gestalt hier, die du siehst, kann nicht dort bei jenem armen, einfachen Mann wohnen. Dieser ist ein einfacher, gewöhnlicher Mann, der nur als katholischer Christ gelebt und als katholischer Christ gestorben ist in der Gnade Gottes. Jener aber ist ein hoher Kirchenfürst, der viele, viele Seelen auf gute Weide geführt, und alle die Seelen, die unter seiner Leitung gestanden, loben ihn jetzt im Himmel durch die ganze Ewigkeit, loben und verherrlichen ihn, denn sie haben ja ihre Seligkeit ihm zu verdanken, weil er sie gut geführt und gut geleitet!“

Barbara: „O mein Gott, mein Gott! Alles zittert an ihrem Gewand, wie mit lauter Perlen durchwirkt. Du bist die Königin der Jungfrauen.“

Maria: „Dieser sollt ihr folgen, dieser eurer Königin. Nicht müde werden, Verachtung und Verspottung auf euch zu nehmen; denn seht die herrliche Krone, die euer wartet. Diese zu verdienen, muß eure ganze Lebensaufgabe sein. Seht den Unterschied der Herrlichkeit der Seelen. Bestrebt euch, Meine Kinder, nicht wie jener einfache Christ, der nichts anderes konnte, als sein Leben dahinzubringen in Staub und Moder, aber doch, weil er ein Christ war und seine religiösen Christenpflichten mit knapper Not besorgte, konnte er nicht verlorengehen. Aber sieh, wie einfach! O bestrebt euch, das Gewand zu zieren, ihr werdet es nie bereuen. Allen aber, die sich euch anschließen, einen herzlichen Gruß von Mir; sie mögen es sich zur Lebensaufgabe machen, treu euch nachzufolgen, damit das Häuflein größer werde.

O die guten Priester, die Ordensleute, die sich so viel Mühe geben, Meinem Sohn zu gefallen, sie mögen doch beherzigen, welches ihre größte Zierde ist hier auf Erden: Ihre größte Zierde ist, die Dornenkrone ihres himmlischen Königs zu tragen, die Dornenkrone ihres Bräutigams zu tragen. Und was ist die Dornenkrone ihres Bräutigams? Es ist die Schmach und Verachtung, die die Welt ihnen entgegenbringt. Darum, Meine Diener, wenn ihr Mich ehren wollt, dann haltet es mit den Kleinen, mit den Demütigen, mit den Verachteten, mit den von der Welt Zertretenen. Wißt, dass ihr nichts wirken, nichts ausrichten werdet, wenn ihr da, wo ihr geschmäht werdet, wieder schmähen wollt, wenn ihr verachtet werdet, wieder verachten wollt. Wißt, daß das Reich Jesu Christi nicht mehr emporgebracht werden wird, solange man schmäht gegen jene, die da schmähen gegen euer Oberhaupt und gegen euch selbst. Ihr müßt wie euer göttlicher Meister und Herr eintreten in Seine Fußstapfen, ihr müßt ein demütiges, ein stilles, ein verborgenes Leben führen, ein Leben der Leiden, ein Leben der Schmach. Ihr müßt euren Feinden gegenübertreten wie feuersprühende Löwen, nicht aber mit dem Schwert des Wortes, der Schmähungen, nein, mit den entgegengesetzten Wirkungen.

Die entgegengesetzten Wirkungen der Schmähungen in Stille ertragen und beten für Seine Feinde. Sühne leisten Demjenigen, Der davor auch diese Schmach tragen mußte und sie mit euch trägt. Ihr werdet um kein Quentchen weniger, und von denjenigen, die ihr zu leiten habt, wird kein einziges auch nur um einen Schritt zurückgehen, wenn jene noch so viel schreien und spotten über euch. Aber sehr angespornt werden sie sich fühlen, die unter eurer Leitung stehen, wenn sie sehen, daß ihr selbst ein demütiges, gläubiges Leben führt, ein Gebetsleben, daß ihr es ebenso halten wollt wie diejenigen, die der Herr unter eure Mitte stellt, mit denen der Herr verkehrt und durch die Er euch Seine Worte zuspricht. Gelobt sei Jesus Christus!“

Barbara: „O schenke uns doch eine Freude. Du hast es uns versprochen. Aber wir wollen auch den lieben Armen Seelen beispringen, so viele Ave wir gebetet haben, so viele Schritte wir getan haben, so viele Arme Seelen mußt Du uns schenken; Du bist ja ein allmächtiger Gott, und Du bist ja doch so gut. O ewiger Vater! Durch die reinsten Hände der allerseligsten Jungfrau opfere ich Dir das kostbare Blut Jesu Christi auf, die unendlichen Verdienste Jesu Christi, die Tränen und Schmerzen der lieben Mutter Gottes und des heiligen Josef und alles, was Dir heute dargebracht worden ist, und alle Ehre und Verherrlichung, die Dir dargebracht wird, zur Hilfe und zum Trost der Armen Seelen im Fegefeuer. O Herr, all unsere Verdienste, wenn wir je etwas verdient haben sollten, es ist gar zu armselig, aber sieh, wir geben uns doch alle Mühe, alle meine Leute.

Sieh, wie wäre manchmal ich so notwendig gewesen, und ich bin doch fortgegangen. O Herr, all die Schritte und Tritte, die ich in Vereinigung mit Deinen Schritten getan, und alle meine Gebete, wenn sie auch noch so armselig sind, in Vereinigung mit Deinen Gebeten, ebenso die meiner Freundinnen, bringe ich Dir dar in Vereinigung mit den Gebeten Deiner heiligen Mutter und all den Heiligen, die den ganzen Himmel zieren, sowie mit allen frommen Seelen auf Erden. Sieh, auf alles will ich verzichten, wir wollen alle Verdienste den Armen Seelen schenken. O schenke uns doch recht viele Seelen. O Herr, gib ihnen die ewige Ruhe! Liebe Mutter! O trete Du hin vor Deinen Sohn und bringe alle die Gebete hin, geschmückt mit Deinen Gebeten und Werken. O schenke uns Deine Verdienste. Du hast uns ja gesagt, wir sollten immer kommen und Deine Verdienste bringen; dann wäre all unsere Armseligkeit ersetzt.“

Maria: „Mein lieber Sohn! Ich opfere Dir im Namen aller, die hier gegenwärtig sind, all die Verdienste auf, die sie sich in diesem Monat erworben haben, so als wären sie Meine Eigenen Verdienste. Sieh, Mein lieber Sohn, weil sie sich doch so treu an Mich anschließen und Dir zu gefallen suchen, so schenke ihnen jetzt so viele Arme Seelen, als sie Ave gebetet haben in diesem Monat und so viele, als alle diejenigen, die dazu beigetragen haben, daß andere beten konnten, denn in einer Familie, wo eine Seele steht, die betet, hat die Familie ihren Anteil, auch wenn andere arbeiten müssen, weil ja das arme Menschengeschlecht doch auch leben muß, der Vater sorgen muß für seine Familie, die Mutter für die Kinder und die Haushaltung.

Siehe, Mein lieber Sohn, darum will Ich jetzt alles ersetzen, Ich will ihnen alle die Gebete, die sie lau und kalt verrichtet, weil die menschliche Schwäche sie abwärts gezogen, alle, die arbeiten mußten und nicht so dem Gebet obliegen konnten, alles dieses will Ich durch Meine Arbeiten, wo Ich Meinen Blick immer auf Dich gerichtet und so gearbeitet habe, wie Du es willst, ersetzen. Also, Mein lieber Sohn, schenke Mir jetzt durch Meine Verdienste, die Ich jetzt von Rechts wegen ihnen zueigne, aber weil sie davon abstehen, will Ich es den Armen Seelen zubringen, und Du mußt Mir so viele schenken, als sie ‚Ave Maria‘ gebetet haben!“

Eben steigt Sie heraus und mit Ihr eine jubelnde Schar heiliger Seelen, die jetzt alle eingehen in die ewige Herrlichkeit.

Barbara: „O mein Gott! O mein Gott! O welche Freude! O schenke uns auch noch N.N.N. Ich darf heute keine Namen nennen. O welche Freude! O welche Freude! O welch himmlische Freude! O welch eine Glückseligkeit, dies zu kosten! O mein Gott! Mein Herz zerspringt mir ja. O mein Jesus, Barmherzigkeit! O warum seid ihr gar so lustig und froh? O ich muß so weinen, weil ihr so glücklich seid. O könnt ich doch das ganze Fegefeuer ausleeren! O gib mir Freiheit des Geistes; ich will ihnen allen helfen. O mein Jesus! O gib mir Deine Verdienste!

O ihr Menschen, o ihr frommen Seelen, o glaubt doch, daß es wirklich wahr ist, daß der Herr Sich würdigt, Seine Kinder aufzurichten, der Herr wohnt unter uns im Tabernakel, Er will euch anlocken und aufrichten. Schließt euch an, an ein demütiges, verachtetes Leben. O seht die Glückseligkeit, die euch bevorsteht. O seht, wie sie jetzt dahinziehen, eingehen in die ewige Herrlichkeit. O dieser glückliche Monat Oktober!“

Dann sang Barbara feierlich: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden ein Wohlgefallen...“

Barbara: „So singen sie. Friede, da sind wir gemeint. Sie ehren und preisen ihren Schöpfer, schauen Ihn von Angesicht zu Angesicht, und uns wünschen sie den Frieden. O wie danke ich für dieses Glück. O vergeßt aber auch uns arme Sünder nicht, die wir hier auf Erden zittern und fortwährend in Gefahr sind, ewig zugrunde zu gehen. Ich aber verspreche Dir, mein Jesus, Dir treu zu bleiben, und sollte ich in den untersten Kerker geworfen werden. Mein Jesus! Barmherzigkeit für alle Menschen, für alle Priester. O gib uns feurige Priester, Priester nach Deinem Herzen.“

Jetzt wird ein Freudenfest gehalten, jetzt fangen sie an. Jetzt ist die Begrüßung der Neuangekommenen, so ähnlich wie es draußen war bei der lieben Mutter Gottes in H., wie wir alle so glücklich und so freudig waren und uns gegenseitig begrüßten, so ähnlich, aber freilich viel herrlicher ist es dort. O fürchten wir uns nicht zu sterben, o mit jedem Tag sterben wir ja. Und wenn einmal jener entscheidende Augenblick gekommen ist, je mehr Arme Seelen wir befördern, desto schneller werden wir befördert. O wie sehne ich mich nach dem Tode! O zermalme dieses Herz! O ihr Menschen, tretet auf mein Herz! O wie herrlich werde ich wieder auferstehen und wandeln mit meinem Geliebten dort in der Ewigkeit.

Barbara: „O mein Jesus! Ich verlange, aufgelöst zu werden und bei Dir zu sein durch die ganze, ganze Ewigkeit.“

Jesus: „Zurück, Meine Tochter! Du mußt zurück, du mußt noch leiden, du mußt noch leiden, Meine Tochter!“

Barbara: „Und Du stößest mich zurück! Nein, ich gehe nicht zurück, ich will mit Dir sein!“

Lied: Großer Gott...

327 Montag am 6. November 1899

Der Herr hielt sehr an für viele verlassene Seelen im Fegefeuer, bei denen Er auf Seine Barmherzigkeit gar keine Rücksicht nehmen könne, welche gelebt haben wie viele Arme, die, wenn sie viel haben, alles an einem Tag verprassen und leben wie die Reichen, anstatt sich für den Tag der Not zurückzulegen, und so oft ins bitterste Elend geraten. So geht es den meisten, die nur an die Erde denken und sich für die Ewigkeit nicht vorsehen. Deren Leben ist zu vergleichen mit einem einzigen Tag. Barbara möge doch fleißig für diese beten. Barbara beklagte sich beim Herrn, daß Er Lieschen und Luise so frei, und sie in den Trubel hineingestellt. Da sagte der Herr:

Jesus: „Gerade deswegen kannst du dir aber auch so viel verdienen.“

Bei der heiligen Kommunion am 8. November klammerte sich Barbara sehr an den Himmlischen Vater mit inständigen Bitten und sagte:

Barbara: „Es wird wohl doch alles verworfen werden.“

Da antwortete der Herr:

Jesus: „Wartet es nur ruhig ab. Ich werde durch Meine Kirche zu euch sprechen. Haltet euch diesen Winter ganz still. Nicht umsonst habe Ich euch zum dritten zusammengefügt. Im Frühjahr, wenn die ersten Blumen sprossen, gehet und holt euch Erlaubnis, die Wallfahrten zu machen zur Sühne für den Unglauben der Zeit, und solltet ihr auch vor die höchste Obrigkeit gehen. Alles, was ihr zu leiden habt von den Priestern, das opfert Mir auf für die lauen Priester, und was ihr von den übrigen Gläubigen zu leiden habt, das opfert Mir zur Sühne für die lauen Christen.“

328 Dienstag am 14. November 1899

„Niemals aber habe Ich zugelassen und werde es zulassen in Meinem eucharistischen Leben, daß Satan sich in seiner Frechheit an Meinen heiligsten Leib wagt, denn dann stürzt das ganze christliche Leben in Trümmer.“

Jesus: „Die heiligen Märtyrer mußten ihre äußeren Güter, ihr Gut und Blut hergeben; ihr müßt eure inneren Güter hergeben und dafür sollt ihr denselben Lohn haben.“

Weil der ‚EMMANUEL‘ einen Artikel herausbrachte, worin er sehr zur Vorsicht gegen begnadigte Personen mahnt und darin erzählte, daß einer getäuschten Person durch den Teufel die konsekrierte Hostie zugetragen wurde aus den Händen des zelebrierenden Priesters, so sagte der Herr nach der heiligen Kommunion zu Barbara:

Jesus: „Lasse dem Redakteur mitteilen, er möge diesen Artikel ‚Vorsicht‘ neben seine Schrift ‚Geheimnisse der Hölle‘ stellen. Denn, so wie er damals nur Verwirrung ausgerichtet habe, so bringe er jetzt durch diesen Artikel das gute, das gläubige Volk durcheinander. So, wie er den ersten Artikel zurücknehmen mußte, so müsse er auch diesen Artikel zurücknehmen; denn solche Dinge dem armen, gläubigen Volke in die Hände spielen, ist geradezu dem Volk den Glauben aus dem Herzen herausreißen. Diese Priester, die da so viel kritisieren und alles mit einer Stecknadel herausbringen wollen an jenen begnadigten Personen, sollen ihre Sache für sich behalten, nicht aber dem armen, gläubigen Volk mitteilen, das solche Dinge nicht verstehen und nicht begreifen kann. Daß Ich zuließ, daß Satan Mich durch die Lüfte trug in Meinem sterblichen Leben, ließ Ich nur geschehen, um die Menschheit aufmerksam zu machen, wie frech Satan sei, um sie zu warnen, und um fromme Personen, die von ihm angefochten werden, zu trösten.

Niemals aber habe Ich zugelassen und werde es zulassen in Meinem eucharistischen Leben, daß Satan sich in seiner Frechheit an Meinen heiligsten Leib wagt, denn dann stürzt das ganze christliche Leben in Trümmer. Dann wären nicht nur die Personen getäuscht, mit denen Ich verkehre, sondern auch die Priester. Dann könnte ja auch jeder Priester glauben, daß er den Teufel in den Händen hielte. Es ist auch sehr zu tadeln, daß er vorausschickt, die Begnadigte sei äußerst brav, rein und fromm gewesen. Glauben denn die Kritiker, daß Ich hinter Satan stehe und Mich zurückstelle und Satan arbeiten lasse in einer Seele, die Mir wahrhaft treu dient, und ihr Leben in Abtötung und Selbstverleugnung zubringt? Unerhört ist es, daß man solche Sachen schreibt, unter das kleine Volk.

Es gab eine Zeit, wo, wenn eine Seele mit den Zeichen Meiner Wundmale begnadigt war, es niemand wagte, solche Kritik an sie zu stellen. Dieses alles wächst aus dem Neukatholizismus heraus. Alle Menschen sind nicht gleich stark, und wenn eine schwere Prüfung an sie herankommt, gehen manche rückwärts, glauben dann nicht mehr und beginnen ein leichtfertiges Leben, weil man ihnen sagte, das wäre nichts.

Dazu sind alle schwachen Menschen fähig, wie auch unter den Aposteln ein Judas gewesen ist, und daß man auch von der höchsten Stufe der Vollkommenheit wieder in die niederste Stufe der Leidenschaft fallen kann. Denjenigen, die sich so durch das Gerede derer, unter deren Leitung sie standen, haben abwendig machen lassen, bin Ich gnädiger als mit jenen, die schuld sind an solchem Fall. Darum rate Ich, auch hierin sehr vorsichtig zu sein, und solche Dinge nicht unter das kleine Volk hinauszuschleudern, welche nur von großen Geistern zu bestreiten sind. Die Kirche ist freilich gestellt, die Sache zu untersuchen, aber sie sollen das nicht unter das gläubige Volk bringen.

Das gehört zu dem Neukatholizismus, daß man anfangen will, alles so zu bestreiten, was Ich in einer Seele wirke, und in jetziger Zeit muß Ich das vielfach tun und tue es auch, um das Volk aufzurütteln, weil der Glaube immer mehr abnimmt. Man soll nur das Leben der Heiligen nehmen, ob da nicht zu kritisieren ist, und warum fallen denn so viele vom Evangelium ab? Doch nur deshalb, weil sie vieles darin zu kritisieren haben. Der Redakteur aber muß unbedingt den Artikel zurücknehmen.“

329 Donnerstag am 23. November 1899

„Meine heilige Mutter war gewiß das reinste und erlauchteste Geschöpf, und doch habe Ich Sie so geprüft wie auch euch.“

Barbara beklagte sich, daß sie im Innern so finster sei, Er möge sie doch nicht verlorengehen lassen.

Jesus: „Ihr sollt später mit Mir herrschen. Darum müßt ihr auch jetzt den königlichen Weg gehen, den alle Meine Auserwählten gehen mußten. Die einen litten den Martertod, die anderen kasteiten ihren Leib; dafür sind sie jetzt Könige. König sein heißt soviel wie herrschen über viele Geschöpfe. Der König hat das Bewußtsein in sich, daß er Macht und Gewalt hat über andere Geschöpfe. Das ist das eigentliche Königtum, daß er die Macht und Gewalt hat über andere. Dies Bewußtsein haben alle Meine Auserwählten, daß sie mit Mir herrschen die ganze Ewigkeit hindurch. Darum müssen sie sich hier in der Prüfungszeit als Könige bewähren und den Weg gehen, den Meine heilige Mutter und alle Heiligen gingen. Es gibt keinen anderen Weg als den königlichen Weg des Kreuzes.

Ein König ist ferner geehrt, und um die wahre Ehre zu erlangen von Mir und den Heiligen im Himmel, muß man hier auf Erden die Ehre mit Füßen treten und von allen Menschen nur Haß und Verachtung ernten wollen. Wenn ihr aber dennoch weitergeht und alles rechts und links über euch ergehen laßt, und auch, wenn Ich Prüfungen schicke, wenn ihr oft dasteht und wißt nicht, wie es ist, daß manches anders ausfällt, das ist euch oft ein Anstoß, aber kein Mensch lebte auf Erden, der nicht dieselben Prüfungen zu ertragen gehabt hätte – und wenn ihr dennoch ruhig weitergeht, dann herrscht ihr schon hier auf Erden als Könige über die Ehre und über eure Neigungen und Leidenschaften.

Meine heilige Mutter war gewiß das reinste und erlauchteste Geschöpf, und doch habe Ich Sie so geprüft wie auch euch. Ich trieb Sie an durch Meinen Geist, als Kind das Gelübde der Jungfräulichkeit abzulegen, und es steigerte sich mit jedem Jahr die Sehnsucht darnach in Ihr, weil Sie dachte, eine Jungfrau könne ungeteilt Mich lieben, und mit jedem Jahr ist der Entschluß, niemals einen Mann zu nehmen, in Ihr stärker geworden, und Ich hatte Ihr dieses doch eingegeben. Und doch kam Ich dann durch Ihre Vorgesetzten und sagte Ihr, es sei jetzt Zeit, daß Sie Sich jetzt verehelichen solle.

Da ist es Ihr gerade gewesen wie euch. Da hätte Sie auch denken können, Sie habe Sich getäuscht. Sie ist aber darüber weggegangen und hat aufwärts geschaut. Wie die Zeit kam, Mich zu gebären, da bereitete Sie Sich vor, Mich mit Glanz und Ehren zu empfangen; aber statt dessen mußte Sie fort nach Bethlehem. Also war auch Ihr Weg ein dunkler; denn Ihr Plan war ganz durchkreuzt.

So kommt euch auch manches vor, daß ihr meint, ihr wolltet Gott ehren, und Er schickt euch etwas in die Quere, um euch zu läutern, damit ihr über das hinweggeht und einen ganz anderen Weg einschlaget. Das tue Ich Meinen Auserwählten, um sie in der Ewigkeit herrschen zu lassen. Ihr werdet Mir alle treu bleiben und den Weg weiter verfolgen, und rechts und links alles über euch ergehen lassen. Schauet nicht rechts und links und nicht zurück, sondern immer aufwärts dem Ziele zu, das euch gesteckt ist. Dort in der Ewigkeit, wenn ihr den königlichen Weg durchgemacht, dann fängt das Herrschen an. Meine Auserwählten müssen die Schmach und Verachtung gerade so lieben, wie andere Menschen nach Ehre haschen.“

330 Zweite Erscheinung am 23. November 1899

Der Herr würdigte Sich, Barbara durch eine liebliche Erscheinung zu trösten; denn seit November ist Barbara krank und leidet dazu an innerer Finsternis. Es erschien ihr ein kleines Kind, das wunderlieblich anzuschauen war. Sein Angesicht glänzte so sehr, daß sie es kaum anschauen konnte, seine Augen warfen Strahlen wie die Sonne.

Barbara: „Wer bist du denn?“

Kind: „Ich bin das kleine Söhnlein deines Bruders in S., das neulich starb.“

Das Kind war einige Wochen alt, es trug einen Schlüssel, dessen Bart Strahlen auswarf wie sein Antlitz.

Barbara: „Weshalb trägst du den Schlüssel?“

Kind: „Den soll ich dir bringen, denn er ist in die Seitenwunde Jesu Christi getaucht.“

Barbara: „Was willst du damit machen?“

Kind: „Damit soll ich dir die Geheimnisse deines eigenen Herzens erschließen.“

Barbara: „Wie meinst du das? Ich verstehe dich nicht?“

Kind: „Leiden, leiden!“ sprach das Kind und verschwand.

Da verschwand die Finsternis aus dem Herzen Barbara, und sie sah wieder klar, daß sie für Jesus leiden solle, und sie litt deshalb wieder gerne.

331 Vigil von St. Katharinenfest 1899

„Jetzt aber ist die Menschheit so verblendet, daß man anfängt, den Kreuzweg zu verderben und zu vernichten.“

Lied: Selig sind, die arm im Geiste ...

Katharina: „Ich grüße euch herzlich, meine lieben Schwestern, im Namen eures himmlischen Bräutigams Jesus. Er schickt mich, um euch einige Worte des Trostes zu sagen und auch der Ermunterung. Du, meine Schwester, bist immer so kurzsichtig, weil du nicht begreifen kannst die Wege Gottes. Weißt du denn nicht, daß Seine Wege so verschieden sind von den Wegen der Menschen, und Seine Gedanken so verschieden sind von den Gedanken der Menschen, wie der Himmel verschieden ist von der Erde? O liebe Schwester, freue dich! Dein himmlischer Bräutigam war es, Der dir gestern zur Vorbereitung auf meinen Festtag einen Engel schickte, dich zu trösten. Was du geschaut im Kinde, das einstens deinem Bruder angehörte, das dort steht am Throne Gottes, unaufhörlich mit uns und allen Engeln und Heiligen das dreimal ‚heilig‘ dem dreimal Heiligen Gott singend, siehe, was du geschaut in diesem unmündigen Kind – es war ein armes Menschenkind wie ihr alle, eine kurze Zeit war seine Prüfung, die es durchmachen mußte durch dieses traurige Tal der Tränen, um eingehen zu können in die ewige Herrlichkeit. Dieses Kind, das du geschaut in solcher Glorie und Herrlichkeit, ist der Abglanz jener Herrlichkeit, die ihr dereinst alle, alle genießen sollt.

Seht, was der Herr uns bereitet hat, uns allen, die Ihn lieben. Ich war einstens, was ihr seid, eine arme Erdenpilgerin, ein armes Geschöpf, voll von Sünden und bösen Neigungen wie ihr alle. Aber, als ich einmal die unendliche Liebe Gottes erfaßt hatte, als mir der Herr im Traume Seine unendliche Schönheit gezeigt hat, und wie Er warb um Meine Hand aus Liebe, da hatte ich kein anderes Sinnen und Trachten mehr, als Ihn zu lieben, Ihm zu dienen und Ihm zu gefallen. Ich war voll von den Gedanken, Ihn kennenzulernen, Der mir im Traum Sich zeigte, denn wißt, meine Schwestern, wir sind Glieder eines Leibes, wir alle: Wir Seligen im Himmel, die wir euch nur vorausgeeilt sind, unseren Brüdern und Schwestern; wir sind Glieder eines und desselben Leibes, dem auch ihr angehört. Wir sind Glieder einer und derselben großen Gottesfamilie, die der Herr zu Seiner Freude und Verherrlichung erschuf. Wir alle müssen darum einen und denselben Weg wandeln; wir sind vorausgeeilt, ihr seid der Nachtrupp, der noch auf dem Weg begriffen ist. Ihr habt aber einen und denselben Weg wie wir, und darum wundert euch nicht, wenn Dinge euch begegnen, die ihr nicht begreifen könnt.

Wollt ihr uns nacheilen, wollt ihr einstens in unsere Gesellschaft eingegliedert sein, dann müßt ihr, was ihr nicht erdulden könnt an leiblicher Marter wie wir, erdulden an geistiger Marter. Ihr müßt Märtyrer der Liebe werden. Seht, wenn der Herr dir darum die Herrlichkeit eines Kindes zeigt, das zwar die Sünde noch nicht gekannt, das aber auch noch nicht viel gelitten und gestritten wie ihr, die ihr zwar viel zu leiden habt und noch viel streiten müßt um diese Krone, die dereinst euer wartet, deswegen aber auch verdienen könnt und sollt, dereinst unsere Genossinnen sein könnt. Darum freut euch: Groß ist der Lohn, der euer wartet!

Du, mein Schwester, du verstehst es nicht, wenn der Herr dir Trübsal schickt. Siehe, du sollst so viel verdienen, vielen helfen zu dieser Seligkeit, die euch und uns allen bereitet ist. Darum schickt der Herr so große Leiden über dich und über alle, die mit dir in Verbindung stehen. Werdet darum nicht irre. Geht hinweg über all die Hindernisse, die euch in den Weg gelegt werden. Hoch traget das Haupt wie ein König.

Wie vor einigen Tagen dein himmlischer Bräutigam dir zu wissen tat, Könige sind alle Seine Auserwählten, nicht nur dort in der Ewigkeit, sondern schon hier in der Zeit. Könige müßt ihr werden, wenn ihr dereinst die Königskrone und das Szepter erringen sollt und erringen wollt; denn wißt, wie der König weiß, daß er das Regiment in seiner Hand hat, daß er herrscht über viele, viele seiner Untertanen, daß er deswegen durch dieses Szepter, das er führt, die Gewalt und die Macht hat über alle seine Untertanen, so weiß es aber auch der Auserwählte, derjenige, der von Gott bestimmt ist, durch die ganze Ewigkeit mit Ihm das Szepter zu führen.

Er geht hinweg über alles, nicht nur über seine Leidenschaften und Fehler, die ihm viel zu schaffen machen, der Gerechte sage ich; denn diejenigen alle, die sich Mühe geben, auch wenn sie noch so fehlerhafte Menschen sind, ihre Fehler zu verbessern, die nur ein Ziel im Auge haben, dennoch in den Himmel zu kommen, nicht nur nichts von dieser Erde und in diese Erde sich zu vergraben, sondern ihren Blick höher hinauf richten über diese Erde, die sich sehnen, dereinst mit Gott zu sein, die ihre Fehler, die sie aus menschlicher Schwachheit begangen haben, zu verbessern suchen, durch eine reumütige Beichte ihre Sünden bekannt haben und dann auf dem Weg der Buße all die Fehler gutzumachen suchen, dies sind die Auserwählten, diese gehören zu den Auserwählten und sind bestimmt, dennoch mit uns zu herrschen die ganze Ewigkeit. Sie sollen einnehmen die Plätze der gefallenen Engel, die es verschmäht haben, ihrem Gott die Ehre zu geben. Sie sollen Gott die Ehre geben von Ewigkeit zu Ewigkeit mit uns. Darum wundert euch nicht, wenn die Welt euch verschmäht, verachtet und verfolgt. Seht, welche himmlischen Begleiter und Begleiterinnen ihr habt, wie ihr nicht allein geht auf dem schmalen Weg. Jeder Schritt und Tritt, den ihr wandelt aufwärts zur ewigen Heimat, ist gehalten und geschützt durch eure himmlischen Begleiterinnen, so daß ihr nicht wanket und nicht abweicht vom rechten Weg. Ihr müßt nur, merkt es euch, das eine Ziel im Auge behalten, immer aufwärts, immer aufwärts, nicht nach rechts und links schauen, was diese und jene von euch denken und nicht darüber nachdenken, wenn man euch schmäht und verfolgt und verachtet von jener Stätte aus, wo man euch schützen und halten sollte.

Seht, diejenigen, die euch verschmähen, die alles Böse euch nachsagen, verhelfen euch nur zu der Krone, die ihr dereinst tragen werdet durch die ganze lange Ewigkeit, die eure heiligen Schutzengel beständig in der Hand tragen, welche unsichtbar euch begleiten. Meine Schwestern, wenn es euch bange wird ums Herz, wenn der Mut euch sinken will, dann bedenkt, was ich euch sagte am heutigen Abend, daß beständig der Schutzengel an eurer Seite geht und eine Krone trägt, so daß, wenn ihr sie sehen könntet, ihr euch unter die Füße aller Menschen legen würdet und alle über euch hinweggehen ließet, so herrlich ist die Krone. Darum freuet euch, meine Schwestern, freuet euch! Was ich an Marter erduldete, an leiblicher Marter, die nur eine ganz kurze Zeit dauerte, nur einige Tage, das sollt ihr durch beständige Marter erdulden während eurer Lebenszeit. Dafür aber sollt ihr beigezählt werden unserer Gesellschaft.

Und auch du, meine Schwester, das Versäumte hole nach. Siehe, wenn der Unwille sich regt, wenn der Zorn dir ins Gehirn steigt, und du toben willst über eine Kleinigkeit, wenn es dir nicht nach Wunsch und Willen geht, dann bedenke, daß der Herr dich auserwählt hat, viele dir nachzuziehen, daß du dennoch eine Krone tragen sollst, die dein Schutzengel beständig an deiner Seite trägt, und die du in der Ewigkeit tragen wirst, und die dir die ganze Ewigkeit Freude bereiten soll. Beherzige dies wohl, wenn der Zorn dir ins Gehirn steigt, bedenke, was dein Schutzengel weinen wird, wenn du nachgibst. Tue es nicht, meine Tochter, tue es nicht. Beherrsche so gut du kannst deine bösen Neigungen. Du gibst dir große Mühe, du bist ja in einigen Jahren um vieles besser geworden. Danke darum denjenigen, in deren Gesellschaft du gekommen bist und wisse, daß ihr Kinder der Heiligen seid, daß ihr alle unsere Freunde, Schwestern und Brüder seid, daß ihr darum aber auch der Heiligen würdig wandeln müßt.

Und du, meine Schwester, die du noch im Ehestand lebst, du hast das große Glück, einen guten, treuen Gatten an deiner Seite zu haben. Gib dir darum alle Mühe, deine Fehler zu verbessern, deine Kinder für Gott zu erziehen.

O ihr alle, die ihr die Worte höret, die der Herr so vielfältig in dieser Seiner Kleinen niederlegt und durch sie spricht, zwar wird sie viel verfolgt deswegen, aber wißt, die Zeit ist so schlecht geworden, die Menschen sind so abgekommen vom rechten Weg, daß der Herr erzürnt ist, erzürnt über alle Maßen. Noch niemals war die Welt so weit gekommen, daß es so viele Gottesleugner gab wie in jetziger Zeit.

In der Zeit, als ich lebte und man die Christen verfolgte, da waren die Menschen verblendet, weil der Herr Sein Angesicht von ihnen weggewendet, weil sie durch die Sünde verderbt waren. Durch Evas böse Tat hatte der Herr Seinen Zorn ausgegossen über das ganze Menschengeschlecht und überließ sie dem Feind. Darum waren diese Menschen, dieses Heidentum noch ganz von dem Feind besessen, vom Feind, vom Geist der Finsternis beherrscht, und sie sahen nicht ein, daß diejenigen, die der Sohn Gottes erkauft durch Sein Blut, und die Ihm folgten auf dem schmalen Weg des Kreuzes, daß deren Same dennoch die ganze Welt befruchten und besäen sollte, sie sahen es nicht ein, und darum verfolgten sie uns.

Wir mußten sterben, damit aus unserem Blut neue Sprößlinge hervorgehen sollten. Jetzt aber, wo das Christentum verbreitet und das Menschengeschlecht wissen sollte, daß es nur einen Weg gibt zum Himmel, und dieser Weg der Kreuzweg ist, jetzt aber ist die Menschheit so verblendet, daß man anfängt, den Kreuzweg zu verderben und zu vernichten. Man will diejenigen, die auf demselben wandeln, so mit Spott und Schmach überhäufen, daß sie sich abwendig machen lassen. Darum wundert euch nicht, daß ihr so verschmäht und verfolgt werdet. Harret aus, harret aus, liebe Schwestern. Nur noch eine kurze Zeit und alles ist vorüber. O die guten, treuen Seelen in jetziger Zeit, sie haben viel zu leiden und zu erdulden. Geschmäht von der gottlosen Welt, geschmäht sogar von den treuen Kindern der Kirche, denn eines bereitet dem anderen Leiden. Wenn das eine etwas tiefer gehen will, etwas tiefgläubiger sich an seinen Gott anklammert, dann sind die anderen mit neidischen Blicken gefüllt, anstatt ihnen zu folgen, nachzuwandeln und sich aufzuraffen und zu denken, was diese und jene können, warum ich nicht, und so geben sie sich alle Mühe, um diese wieder abzubringen.

Darum, meine Kinder, ist der Weg, den ihr zu wandeln habt, ein harter Weg, und mit Bedauern stehen wir auf der Warte und schauen, ob ihr die Prüfungszeit gut bestehen werdet. Wanket nicht, meine Töchter, meine Schwestern! Laßt euch nicht irremachen. Wißt, daß von Zeit zu Zeit, wenn der Herr nicht Selbst euch belehren will, Er immer wieder eine eurer Schwestern, eurer Brüder schicken wird, durch die ihr immer wieder neue Tröstungen empfangen sollt. In allernächster Nähe komme ich mit meiner Zwillingsschwester, der heiligen Barbara. Freuet euch, daß wir unterdessen am Throne Gottes für euch bitten, damit der Herr euch gnädig sei.“

Barbara: „O liebe, heilige Katharina, o erflehe doch diesem kranken Priester einen Trost.“

Katharina: „Wisse, mein Sohn, mein teurer Bruder, daß du mit jedem Tag und jeder Stunde deine Krone verschönern kannst, einen Edelstein einfügen kannst in deine Krone; denn du bist Priester, du hast das Opferlamm gar oft geschlachtet auf dem Kreuzaltar, und jetzt sollst du das Opferlamm sein. Dein eigener Leib ist der Altar, auf dem du Tag für Tag dem Herrn dieses Opfer darbringen sollst. Verstehst du mich, mein Bruder? Du sollst deinen Willen zum Opfer bringen, deinen Willen vereinigt mit dem göttlichen Willen, Tag für Tag deinen Leib zum Opfer bringen, dich so betragen und vorstellen, als ob du der Altar seiest, auf dem der Herr Tag für Tag herniedersteigt für das sündige Volk. Und so kannst du, was du jetzt nicht mehr in Wirklichkeit vollbringen kannst, weil du dir das Opfer der heiligen Messe versagen mußt wegen deiner Krankheit und deinen Leiden, kannst du dem Herrn und den Gläubigen alles ersetzen durch dieses Opfer und Sühnungsleiden, das du Tag für Tag dem Herrn darbringst.

Wisse, du bist ein Glied der Heiligen und wirst bald eingehen in die ewige Herrlichkeit; du sollst glänzen wie ein Stern am Himmel der Kirche. Durch deine Geduld und durch deine Demut sollst du all die übrigen Tugenden, die dir noch mangeln, ersetzen durch ein demütiges, gläubiges Gemüt, das du bekundest, indem du die Worte in dich aufnimmst, die ich, die ich doch nicht würdig bin, einen Priester zu belehren, am Vorabend meines Festes dir sagen lasse. Diese sollst du in dir aufnehmen, und darum ist es eine große Demut von dir, wenn du es tust.

Durch die Geduld, mit der du dein Leiden erträgst, sollst du beweisen, daß du dir wirklich die Worte zu Gemüte geführt und du harrst auf den glücklichen Tag, der dich befreien wird vom Joch dieses Leibes. Freue dich, mein Bruder, freue dich! Ich und meine Schwester Barbara, die du jeden Tag verehren sollst, und die du erwarten kannst, werden dir entgegenkommen, in Vereinigung mit deinem heiligen Schutzengel und der lieben Mutter Gottes, deiner allerliebsten Braut; denn wenn du ein Mitglied des Liebesbundes bist, du bist es schon, indem du dich eingegliedert in die Kette, indem du glaubst, daß der Herr in einer Seele wirken kann, freue dich, wenn deine Seele vom Leibe scheidet.

Wie wirst du aufjauchzen und aufjubeln, wenn du zum ersten Male in das glorreiche Angesicht deiner allerreinsten Braut schauen wirst, Die dich bei der Hand nimmt und Ihrem göttlichen Sohne vorführt, Die dir dann beisteht im Gericht und wir alle mit dir ziehen und deine Verteidiger sein werden dort vor Gericht. Darum zittere nicht, mein Bruder, mein teurer Bruder! Ich, deine unwürdige Schwester, lasse dir dieses am heutigen Abend sagen und grüße dich von ganzem Herzen durch das allersüßeste Herz Jesu Christi, meines himmlischen Bräutigams. Grüße auch recht freundlich von mir deine liebe Schwester.“

Barbara: „O liebe, heilige Katharina! Erflehe doch dieser Familie einen sicheren Erwerbszweig.“

Katharina: „Dies ist aber der Weg, den der Herr Seine Auserwählten führt. Aber Mut, liebe Schwester, habe Mut! Bitte du vielmehr für das ewige Heil deiner Angehörigen, und sie alle sollen dir gewährt sein; keines von ihnen soll verlorengehen.

Darum freue dich, wenn du hörst, daß es ihnen am Notwendigen gebricht, daß sie nicht im Überfluß schwelgen, und dann bedenke, daß sie dennoch, was sie jetzt darben müssen, was ihnen abgeht an zeitlichen Gütern, in der Ewigkeit doppelt und dreifach ersetzt bekommen. Es ist nicht immer gut, wenn der Mensch in zeitlichen Gütern schwelgt. Das Allernotwendigste ist das Allerbeste für die Menschen, denn die Menschen vergessen gar leicht, ohne es zu merken, auf ihr ewiges Heil.“

Am Fest der heiligen Elisabeth ging Barbara in Abwesenheit ihres Beichtvaters zu einem anderen, um der Heiligen zu Ehren zu beichten. Als die Beichte beendet war, sagte der Priester:

Priester: „Sind Sie die Person, die vor dem Bischöflichen Offizialat erscheinen mußte? Ja, Ich kenne Sie schon lange, ich habe schon lange Ihre Glossen und Possen durchschaut, was machen Sie für ein Wesen aus sich? Nichts sind Sie, gar nichts als eine scheinheilige Person. Braucht Ihretwegen ein Offizialat zusammenzukommen? Und mit Ihrem Barfußgehen, Sie Barfüßler! Sie wollen auch nur die Augen anderer auf sich ziehen.“

Barbara: „Ja, was haben denn die Heiligen getan?“

Priester: „Was, Sie sind eine Heilige? Sie wären mir ja eine schöne Heilige!“

Barbara: „Ich bin keine, ich will aber eine werden.“

Priester: „Ich sollte Ihr Beichtvater sein, ich würde Ihnen schon die Possen austreiben!“

Bei derlei Reden schrie er so laut, daß alle sich in der Kirche umsahen, wer denn da herauskomme. Derlei Spottreden fallen gar viele in der Stadt. Ein Dienstmädchen kam nach Hause und fragte die Herrschaft:

Ein Dienstmädchen: „Wer ist denn die, die Barfüßlerin? Denn ein Mann in einem Butterladen hat gesagt, was er sich geärgert habe über diese Quiseln, diese Barfüßler, die den H.H. Bischof so geärgert hätten, daß er sie ins Bischöfliche Palais habe kommen lassen, um ihnen den Kopf zurechtzusetzen.“

Eine Dame: „Nein, dieser Firlefanz, das Barfußgehen, das sollte abgeschafft werden. Die sagen damit: Nur ich allein bin heilig.“

Dererlei Edelsteine sammeln die drei gar viele ein und freuen sich königlich, wenn es viele solcher absetzt, doch wenigstens tagtäglich einige kostbare Perlchen zu finden in den höhnischen Gesichtern vieler Damen, die im Vorübergehen auch zuweilen einige Worte fallen lassen, wie:

Eine andere Dame: „Das würde uns gar noch fehlen! Da seht die Närrin, die heilige Babett!“

Ein Mann schlug groß das Kreuz, als er an Lieschen vorüberging. Eines Tages sagte der Herr:

Jesus: „Sage Luise, daß, wenn sie um Aufschluß über die „N“ in den Schriften gefragt wird, sie sagen möge: ,Es gehört zur Gewissensfreiheit, daß man die anvertrauten Geheimnisse bewahre. Es sind meist noch lebende Personen, und jeder Mensch hat seine Empfindlichkeit, seinen Stolz. Das kann man an sich selbst abnehmen. Wenn man sich aus Menschenfurcht schon oftmals scheut, das Gute anzuerkennen, um wieviel weniger will man in seinen Fehlern und Familienverhältnissen bloßgestellt sein. Das gehört auch nicht zur Sache. Die Kirche hat ja bloß zu prüfen, welcher Geist es ist, woran andere ja nichts ändern.’“

Beim Requiem einer verstorbenen Klosterfrau der Ewigen Anbetung betete Barbara eine halbe Stunde vor Beginn der heiligen Messe den Rosenkranz für die Verstorbene. Während desselben wurde ihr gezeigt, daß an diesem Tag eine ganz besondere Freude im Himmel herrschte. Es wurde eine Anordnung getroffen, ähnlich wie bei einer Primizfeier, wenn sie sich versammeln, um dem Primizianten entgegenzuziehen. So sah Barbara viele Klosterleute und Jungfrauen vereinigt, und sie standen in Achtung bis zur Wandlung wie ein Hochzeitszug, wenn die Braut kommt. Die Verstorbene sah Barbara jedoch nicht bis zur Wandlung.

Als der Priester die heilige Hostie erhob, wurde Barbara in ein Licht versetzt, und sie konnte schauen. Sie durfte den Ort schauen, worin die Verstorbene seit ihrem Tode war. Sie war nicht im Fegefeuer, schien aber auch nicht im Himmel zu sein.

Der Ort war hell und schön. Barbara sah bei der Wandlung, wie sie mit Frohlocken aufschwebte und dem lieben Heiland entgegeneilen wollte. Sie litt nicht bisher, sondern ihre einzige Strafe war, daß sie zwar den Ort der Seligen sah, aber Gott nicht. Bei der Wandlung aber fing sie an, Gott zu schauen. Bei der Kommunion des Priesters aber verschmolz sie mit der heiligen Hostie und war eins, ungefähr so, wie wenn ein Regenbogen verschmilzt. In diesem Augenblick ging Jesus auf sie zu und hing ihr einen kostbaren Mantel um, der flimmerte wie leuchtendes Gold. Doch war dies Gold ein anderes wie das, womit das einige Wochen alte Kind ihres Bruders geschmückt war. Das Gold des Kindes war feurig strahlend, das Gold der Schwester war viel milder. Barbara sagte zum Herrn:

Barbara: „Woher kommt doch dieser große Unterschied? Es scheint ja, als ob das Kind mehr Glorie hätte?“

Jesus: „Nein, die Schwester hat mehr Glorie, das ist Meine kirchliche Braut und mit der Kirche vermählt und Mir angetraut. Sie hat die Glorie und kommt in den Grad wie die Kirchenfürsten und die Priester; denn sie alle sind Meine Bräute und haben denselben Raum zu beanspruchen. Die höchste Zierde und Freude der Kirche ist, wenn ein hoher Festtag ist; alsdann schimmert sie in blendend weißem Schmuck; das stellt die Reinheit der Braut Jesu Christi vor. Das Kind war weit verschieden von dieser Glorie.“

Der Grund des Mantels der Schwester war wie Silber, aber geschimmert hat es wie Blitze, wenn sie aufschwebte, wie wenn die Sonne auf ihr Gewand gefallen wäre, wie Goldfäden durchgezogen, wie ein Blitz.

Barbara sah dann die Schwester nicht mehr, bis zu den letzten Gebeten während der heiligen Messe. Als der Priester ihren Namen nannte, sah Barbara wie ein freudiger Schauder sie durchrieselte wegen ihres schönen Namens, den sie jetzt schätzte, weil sie unter den Seraphim ist. Als der Name Jesu Christi ausgesprochen wurde, verbeugte sie sich tief zur Erde. Dann sprach sie zu Barbara:

Verstorbene Klosterfrau: „Teure Schwester! Gehe hin und sage meinen Vorgesetzten, daß sie nicht zu beten brauchten für mich, daß ich in meine Herrlichkeit eingegangen bin, aber es sind noch einige unserer Schwestern zurück, die haben noch zu leiden.“

Sie wußte nicht, wie sie nur danken und preisen und Gott loben könne. Sie sang: „Kein Auge hat es gesehen, kein Ohr hat es gehört, und in keines Menschen Herz ist es gestiegen, was Gott denen bereitet hat, die Ihn lieben.“ Dann sagte sie:

„Harret nur aus, es ist der Mühe wert. Es ist zwar hart, wenn man so in der Welt ist; denn ich hatte diesen Kampf nicht, ich tat nur, was die Regel vorschrieb. Ihr habt das voraus, daß ihr so verfolgt seid; deshalb könnt ihr dieselbe Herrlichkeit erlangen.“

Barbara fragte den Herrn, ob, da der Heilige Vater so sehr zur Wallfahrt nach Rom auffordere, wir am Ende auch diese Wallfahrt machen sollten.

Jesus: „Ihr könnt Mir mehr nützen, wenn ihr die Wege macht, die euch Verachtung eintragen. Diejenigen, die die Wallfahrten nach Rom machen, werden von allen Seiten sehr geehrt und sie rühmen sich dessen. Das ist nicht Mein Wille, daß ihr solche Wege macht.“

332 Erster Freitag im Dezember 1899

„Wißt, was Ich hier wirke, ist nicht so sehr für die Ordensleute und für Meine Kirche, als für das allgemeine Wohl der gesamten Menschheit, für das Familienleben, bestimmt.“

Lied: Sei im Jubelschall ...

Barbara: „Ich danke Dir, mein Jesus, für das unaussprechliche Glück, daß Du Dich würdigest, mich heimzusuchen. O mein Gott! Alle meine Sünden sind mir leid, weil ich dadurch Dich, das höchste Gut, beleidigt habe. Ich hasse und verabscheue alle meine Sünden und nehme mir ernstlich vor, Dich nicht mehr zu beleidigen, und jeden Gedanken, jede Gelegenheit sorgfältig zu meiden, der Dir mißfällig sein könnte. Gib mir, o Herr, Deine Gnade dazu. Gelobt sei Jesus Christus!“

Jesus: „Meine Kinder! Es ist recht so, euch einzufinden an der Mir geliebten Stätte. Wißt, daß Ich, obwohl im stillen Tabernakel wohnend, die Herzen der Menschen erwartend, spähend Tag und Nacht, ob jemand komme, Mich zu besuchen, und Ich bereit bin, jeden aufzunehmen und in Meine Arme zu schließen, jedes Herz zu erleichtern, das zu Mir kommt, so wißt aber auch, daß Mir ebenso zumute ist wie euch; denn obwohl Ich als Gott im Allerheiligsten Altarsakrament wohne, bin Ich aber auch Mensch wie ihr; zwar nicht wie ihr mit Fleisch und Blut euch gegenwärtig und sichtbar, sichtbar euren Augen, aber den Engeln und Heiligen bin Ich sichtbar, geradeso wie ihr Mir. Weil Ich Mich in diesem Sakrament, im Tabernakel, euretwegen aufhalte, und nur die Liebe Mich zu einem Gefangenen macht, darum kommt die Zeit, wo Ich Mich doch auch sehne, ein wenig auszuruhen, und menschlich gesprochen, Mein Herz auszuschütten einem Meinesgleichen; denn Ich bin euer Bruder, Ich bin euer geliebter Bruder, Ich bin der Bruder, Der die wahre Bruderliebe in Sich trägt und deswegen auch manchmal Stunden hat, wo Er Sich zu Seinem Bruder begeben möchte und ihm Sein Herz eröffnen möchte.

Seht, darum freut euch, daß Ich hier eine Stätte gefunden habe, wo Ich Meine Bruderliebe ausgießen kann, wo Ich euch Mein Bruderherz eröffnen kann. Ihr seid diejenigen, denen Ich Mich ausgießen will.“

Barbara: „Mein Jesus! Ist es wahr, daß Du eine so unwürdige Schwester Dir erwähltest? O wärest Du besser hingegangen in die stillen Klostermauern, wo die Anbeterinnen weilen, oder zu den Karmeliterinnen oder zu den Eucharistinern, wo Du angebetet wirst im stillen Tabernakel, anstatt in eine armselige Hütte zu gehen und noch dazu in eine Wirtschaft, wo Du so viel verachtet und geschmäht wirst, wenn auch nicht in der unsrigen, denn da hältst Du Deinen allmächtigen Arm darüber, daß keiner es wagt, sich zu äußern, aber es verkehren doch Menschen, die durchwegs keine Religion haben, und Du willst dennoch in eine Wirtschaft gehen und Dir dort ein unwürdiges Werkzeug suchen, in dem Du Dich der Menschheit erschließen kannst. O mein Jesus! Ist es möglich, Du willst mich Deine Schwester nennen?

O reinige zuvor meine Lippen, reinige mein Herz, damit ich ein würdiges Werkzeug werde, um die Worte, die Du Deiner armseligen Schwester sagen willst, auch meinen übrigen Angehörigen mitteilen zu können.“

Jesus: „Sei zufrieden, Meine Kleine. Die Tränen, die du weinst, nehme Ich hin als Tränen der Buße für deine Sünden und für die Sünden aller, die sich mit dir verbinden und der Sünden aller Menschen. Wisse aber, daß dieses alles so sein soll und so im Ratschluß Meiner göttlichen Liebe beschlossen wurde, weil Ich nun einmal die Menschheit retten möchte, die arme verkommene Menschheit und unter diesen Menschen in erster Linie Meine Kinder, Mein auserwähltes Volk unter der Schöpfung.

Unter all den Geschöpfen, die Ich erschuf, habe Ich Mir ein Volk auserwählt von Anbeginn der Zeiten; denn schon in der ersten Zeit, als Ich die Welt erschuf und das Volk Gottes abgewichen war vom rechten Weg, als es sich zerstreute in alle Welt, als es sich einen Turm bauen wollte, der mit der Spitze bis an den Himmel reichte, weil es sich aufschwingen wollte zu der Gottheit, da verwirrte Ich seine Sprache, und das Volk irrte umher und wußte nicht mehr, daß es das Volk Gottes sei, daß es erschaffen sei zu Meiner Ehre und Verherrlichung.

Darum erschuf Ich unter diesen Völkern ein Volk, das Ich ganz besonders an Mich zog und das Mein auserwähltes Volk sein sollte, und unter diesem Volk wollte Ich herabsteigen auf diese unwirtbare Erde, auf diese Erde, die vom Fluch beladen war. Als Ich aber wieder hinaufgestiegen war zu Meinem Vater, war es noch nicht gesagt, daß die ganze Welt Mein werde, daß alle Menschen Mich kennen werden, daß alle Menschen an Mich glauben würden. Nein, nein, dieses Volk, dieses Geschlecht ist und bleibt gottlos, es will Mich nicht erkennen. Es gibt unter diesen Menschen immer und immer wieder solche, die, selbst wenn der Vater, der Sohn und der Heilige Geist zusammen dieses Geschlecht besuchen, zusammen unter ihnen wohnen werden, es doch nicht erkennen; sie sind und bleiben ein halsstörrisches Geschlecht.

Weil Ich ihm in dieser Zeit, wo es die Erde bewohnt, seine Prüfung zugemessen habe, weil das Geschöpf ewig, ewig mit Mir herrschen und triumphieren soll, also Mir ähnlich sein soll, also Götter sollt ihr sein, ihr Menschen, darum müßt ihr eine Prüfung durch machen, und die wenigsten von diesen bestehen diese Prüfung. Und damit Ich sie beständig erinnere, darum müssen beständig andere Christusse sein, und diese Christusse sind in Meiner heiligen römisch-katholischen Kirche, in Meiner katholischen, apostolischen Kirche. Unter diesem Geschlecht wohne Ich, dieses Geschlecht ist Mein auserwähltes Volk.

Weil aber dieses abgewichen ist, muß Ich anfangen, erst Mein Volk zu läutern, an Mich zu ziehen, ihm den Weg zum Himmel wieder zu zeigen und zu lehren, und darum muß Ich zuerst anfangen, dieses Volk wieder herauszuarbeiten aus all den Verwirrnissen, in die es hineingezogen ist. Als die Juden unter dem Heidentum wohnten, ihr wißt, was die Geschichte sagt, daß sie allmählich vom rechten Weg abkamen und das Heidentum zum Judentum übergegangen war und das Judentum wiederum zum Heidentum. Sie nahmen sich heidnische Weiber und heidnische Religionen an.

Seht, so ist es heute in der liberalen Zeit, in der sozialistischen Zeit, wo alle keinen Gott mehr haben möchten, wo die Gottheit Jesu Christi in den tiefen Schichten der Menschheit geleugnet wird, ja in Meinem auserwählten Volk, in Meiner heiligen, katholischen Kirche. Es kommt dies daher, weil die Christen mit dem Heidentum vermischt sind, mit dem irreligiösen Menschengeschlecht verwickelt sind, und darum ist überall der Geist des Antichristen eingekehrt, auch in den besten Familien.

Seht, darum, Meine Kinder, dieses ist die Ursache, warum Ich in eine Wirtschaft gehe und in derselben Mir eine Schwester suche, anstatt drinnen in den Klostermauern. Damit ist nicht gesagt, daß Ich dort keine solche finden möchte. Irre sind all diejenigen, die glauben wollten, Ich verschmähe die Ordensleute, die Priester. Dieses ist die Ursache, warum Ich in eine Wirtschaft komme, warum Ich Mir das allergeringste Geschöpf gewählt habe, um durch sie zu reden, weil Ich das arme, arme Volk retten möchte, das nicht hineinschaut in die klösterlichen Genossenschaften, hinter die Klostermauern, das sich vielmehr zur Aufgabe gesetzt hat, womöglich diese aus der Welt zu schaffen, ihr Gedächtnis zu verwischen, da es so weit gekommen ist, daß man sagt: ‚In den Klöstern wird nur die Unsittlichkeit gefördert.‘

Ich will nicht das andere Wort sagen, denn es geziemt sich nicht, das andere Wort auszusprechen, weil es unter Christen nicht einmal soll genannt werden, die Stätte sei nur die Stätte der Unsittlichkeit und der Unzucht und Vergnügungssucht. Man gehe nur ins Kloster, um recht zu genießen und in stiller Verborgenheit alles mögliche treiben zu können. Seht, Meine Kinder, in diese Gesinnungen kann Ich nichts hineinbringen, in dieses arme, verkommene Geschlecht. Wenn Ich noch so viele Ordensleute und Priester erwecken und durch sie reden würde, dieses glaubte ja dieses Geschlecht nicht. Aber kommt herbei, ihr Menschenkinder, seht, wie Ich euch liebe. Auch euch möchte Ich retten, die ihr nichts wißt als nur verdienen, und nur verdienen wollt, um genießen zu können. Mitten in eure Gesellschaft hinein habe Ich diejenige gestellt, die euch sagen soll, daß Ich euch retten will.

Und nun, Meine Kinder, wißt ihr die Ursache, warum Ich diese Meine Schwester erwählt habe, dieses unwürdige Werkzeug, um durch sie zu euch zu reden. Nun wißt ihr aber auch, heute ist Freitag, der Tag, wo Ich Mich für die Menschheit geopfert habe, der Tag, der von mir bestimmt ist, weil Ich Mich schon einmal vor einigen hundert Jahren in einer stillen Klostermauer offenbarte, durch eine Schwester von der Heimsuchung. Schon dort wollte Ich der Menschheit, besonders Meiner Kirche, zeigen, daß Ich wünsche, daß die Menschen Mein Herz verehren sollen, Mein menschliches Herz, dieses Herz, das dreiunddreißig Jahre für dieses Geschlecht geschlagen hat, das Liebe und Leid mit ihnen ertrug.

Nun sind mehrere hundert Jahre verflossen, wo Ich Mich offenbarte. Nun will Ich aber auch der Menschheit zeigen, denn jenes gilt mehr für die Priester und für die Ordensleute, um diese zu ermuntern, das Volk herbeizuführen, das Volk Meinem Herzen zuzuführen. Nun aber will Ich mehr für das allgemeine Wohl der gesamten Christenheit reden, für die Familien, für die christlichen Familien, die gar zu sehr entartet sind.

Wißt, was Ich hier wirke, ist nicht so sehr für die Ordensleute und für Meine Kirche, als für das allgemeine Wohl der gesamten Menschheit, für das Familienleben, bestimmt.

Und wenn Ich die Priester auffordere, und wenn Ich sie tadle oder lobe, geschieht es nur, damit Ich ihnen zeige und die Mittel angebe, wie Ich das gesamte Geschlecht wieder zurückführen möchte. Wenn Ich sage, daß der Priester herbeikommen und die Worte hören soll, so will Ich dies nur sagen, um ihn anzueifern und aufzurütteln, um ihm zu sagen, daß er den Glauben, wie er im Mittelalter war, in sich aufnehmen soll, was im Mittelalter geglaubt wurde, und sich verbinden soll mit gläubigen Seelen, um das Volk wieder zurückzuführen zum alten, alten Glauben, zum guten, alten Glauben. Weiter aber will Ich nur mehr für Familien, und wie es in der Familie gehalten werden soll, reden. Darum sagte Ich vom allerersten Anfang: Einen Damm will Ich bilden.

Dieser Damm soll entstehen aus allen Klassen von Menschen, vom Papst angefangen bis herunter zum letzten Hausknecht, bis zur letzten Dienstmagd, von der Ordensfrau bis zur armen Ehefrau im ärmsten Dachstübchen. Diese sollen vereinigt beten, in vereinigtem Gebet sich zusammentun, den Himmel bestürmen um das Wohl der Völker, damit Meine Kirche wieder aufblühe, wieder auf den Leuchter gestellt werde, von wo aus alle Völker der Erde sie sehen können. Damit aber dies nicht ermatte, will Ich ein Band um sie schlingen; sie sollen sich öfter einfinden an dem Tisch, den Ich ihnen gezeigt. Ferner will Ich, daß der jungfräuliche Stand gehoben und gepflegt wird, weil das Menschengeschlecht gar zu sehr überhandgenommen und die Welt sehr bevölkert ist, ja so, wie es noch nie war, von Anbeginn aller Zeiten.

Darum diese allgemeine Überschwemmung von Unglauben, von Sittenlosigkeit, weil eines das andere ansteckt, und wenn einmal ein Glied der Familie angesteckt ist, es gewöhnlich dann noch viele andere ansteckt, und so schließlich bis ins dritte, gar vierte Glied hinein die ganze Familie verdorben wird. Wenn aber in diesen Familien, die da abgekommen sind vom rechten Wege, nur noch ein Glied sich befindet, das ausharrt in all den Leiden und Prüfungen, die über sie hereinkommen, wenn es trotzdem, wenn alle übrigen Mitglieder der Familie, die abgewichen sind vom rechten Weg, das Haupt erhebt und Mir treu bleibt und alles über sich ergehen läßt, so sollen durch diese eine Seele alle übrigen Glieder gerettet werden. Darum will Ich, daß in jeder Familie wenigstens eine Seele stehe, durch welche die übrigen gerettet werden.

Darum, Meine Tochter, verzage nicht, setze dich ein für deine Familie, und du wirst sehen, wie alles wieder gut wird. Siehe, du sollst heilig werden, du sollst eine Witwe sein nach Meinem Herzen. Darum muß Ich alles abschneiden an dir, was dich an die Erde fesselt. Du sollst dein Kind gewinnen und so gewinnen, daß du staunen wirst. Aber du hast noch vieles zu erleiden und zu erdulden, doch trage hoch das Haupt und gehe vor Meinen Tabernakel. Dort wirst du Ruhe finden und Trost, und du wirst sehen, wie am Schluß deines Lebens du dastehst und über alles hinwegschaust und Mir auf den Knien danken wirst, daß Ich alles über dich habe ergehen lassen; dann erst wirst du sehen, wie gut Ich es mit dir gemeint.

Deine Tochter wird nach vielen Kämpfen und Leiden, die sie ihres halsstörrischen Sinnes wegen zu erdulden haben wird, aber dann zur Einsicht kommen und eine gute, treue Katholikin werden, eine gute, fromme Seele.

Und du, Meine Tochter, die du von weither gekommen bist, Meine Worte zu hören, stehe fest in deinem Kreis, den Ich dir angewiesen. Harre aus noch einige Jährchen, bis die Kinder sich mehr vorstehen können. Wenn du dich jetzt entfernen würdest, würdest du den Kindern großen Schaden antun; denn die Kinder sind noch zu unmündig, und ihre Mutter, wenn es ihr schlecht geht, wird sie wieder in das alte Leben zurückfallen. Du mußt in Ruhe und Frieden arbeiten und wisse, daß du vieles tragen sollst, um vieles gut zu machen, du sollst die unsterblichen Seelen auf gute Weide führen, und wenn du diese Schäflein Mir zugeführt, dann tue, was du willst. Für jetzt aber ist es nicht ratsam, die Stätte zu verlassen, die Ich dir angewiesen. Sage allen denen, die sich mit dir vereinigen, einen herzlichen Gruß von Mir, daß Ich dich herzugeführt, um das Keimchen, das an dieser Stätte wohnt, emporzubringen.

Denn es blüht dort noch wahres Christentum, wahre Religiosität, weil es eine arme Gegend ist und gewöhnlich in diesen Gegenden noch nicht der Weltgeist so viel eingedrungen ist. Sage aber auch Meiner Dienerin N.N. einen herzlichen Gruß von Mir. Sie möge die Tage, die sie noch zu leben hat, in stiller Abgeschiedenheit ganz Mir weihen und opfern und sühnen für das verkommene Menschengeschlecht, sich mit dieser Meiner kleinen Dienerin verbinden, damit das Werk, das Ich hier wirke, das anfängt zu keimen, ausgeführt und zur Blüte gebracht werde; denn Ich will dadurch viele, viele Menschen retten.

Alle, die es lesen und hören, sollen, weil sie die Güte eines Gottes sehen, staunen und sich anschließen. Denn seht, wie in dieser Stadt so viele sich aufraffen und du nicht wenig dazu beiträgst, daß die Damen dieser Stadt in sich gehen und nachdenken. Denn es war auch in den besseren Familien, auch in denen, die die frömmsten sein wollen, gar zu sehr der Weltgeist eingedrungen und die Bequemlichkeit. Aus lauter Bequemlichkeit wollte man keine Messe mehr hören und am Nachmittag die Kirche besuchen. Das ist nicht der rechte Gottesdienst.

Nein, nein, Meine Damen hier in der Stadt, und auch ihr, ihr Frauen und Wittfrauen, wenn ihr euch nicht bemühen könnt, eine heilige Messe zu hören, denn hier ist überall genug Gelegenheit geboten, dann denkt nur nicht, daß Ich zufrieden bin mit euch. Seht, allmählich fängt es an zu wurmen in vielen Herzen. So soll es in der ganzen Welt werden, überall im Deutschen Reich, wo man hören und lesen wird, was Ich verlange, daß Ich das Menschengeschlecht hinaufbringen will, auf den Leuchter stellen will, Meine Kirche nämlich, das Christenvolk. Es soll wieder das erste Christentum in Meiner Kirche entstehen. Die übrigen müssen sich sagen: ‚Seht, wie einig und gut sie sind, wie sie sich lieben untereinander.‘ Dann, ja dann werden die Andersgläubigen, die Irrgläubigen sich aufraffen und sich anschließen an die Christen. Sie werden einsehen, daß sie auf dem Irrweg sind, und es wird ein Schafstall und eine Herde werden.“

(Lange, lange Fürbitte für den verstorbenen Hochwürdigen Herrn Bischof von Mainz.)

Barbara: „O liebe Mutter, und was noch fehlt, lege Du auf die Waagschale. Ich opfere Dir den ganzen Schatz der heiligen Kirche, Mein Jesus, und die Schmerzen und Leiden Deiner heiligen Mutter, die Tränen, die Sie unter dem Kreuz geweint; die Schmerzen des heiligen Josefs, wenn er daran dachte, was Du leiden werdest, die Tränen und Bußübungen der Heiligen, besonders der ersten Christen, wenn sie Deines Leidens gedachten, alle Bußübungen und Gebete, die je eine Seele geübt und was in den Schatz der heiligen Kirche geflossen ist, dazu legen wir alles, was fromme Seelen heute noch üben. Du sagtest ja, daß fromme Seelen ersetzen müssen, was an Deinem Leiden noch fehlt.

Darum muß es schwer wiegen, weil diese noch leben und die streitende Kirche allein noch verdienen kann. Wir opfern dir alle inneren und äußeren Leiden und Kämpfe, die fromme Seelen übernehmen und tragen müssen in ihrem Herzen, weil es ihnen so schwer gemacht wird vorwärts zu gehen, durch das böse Beispiel anderer. Alles dieses lege ich auf die Waagschale zu der Gerechtigkeit, womit Du unseren Bischof gerichtet hast, und Deine unendliche Barmherzigkeit. O laß wiegen die Barmherzigkeit und befreie ihn aus den Schmerzen und Peinen des Fegefeuers! Mein Jesus! Wir opfern Dir auch all die Spottreden, die er bei vielen Personen über uns geschleudert, laß es ihm nicht entgelten, sondern belohne ihn für die Wohltaten, die er uns erwiesen, indem er uns das Glück verschafft, für Dich verspottet zu werden. Durch Deinen Tod und Blut, erlöse die Arme Seele aus der heißen Glut.“

Jesus: „Ihr dürft ihm nichts nachtragen. Er war als Oberhirte verpflichtet, die Sache zu prüfen. Weil er aber sich fürchtete vor dem Gerede der Menschen, so redete er eine ganz andere Sprache, als er in seinem Herzen dachte. Er war doch ein demütiger Bischof, ein demütiger Diener Meines Herzens, wenn er auch manche Unvollkommenheiten noch abzubüßen hat. Aber wegen seiner Menschenfurcht, der kleinlichen Menschenfurcht, muß Ich ihn doch noch zurückbehalten.“

Barbara: „O schenke uns den H.H. Bischof von Mainz! (Lange Aufopferungen). O lieber, heiliger Erzengel Michael, du, der du bestellt bist, die Kirchenfürsten hinüber zu geleiten, o hole ihn, o liebe Mutter! Bitte doch den heiligen Erzengel Michael, daß er hinabsteige und den Kirchenfürsten hole. O verteidige ihn und befreie ihn aus den Peinen des Fegefeuers. O Jesus! Durch Deinen Tod und Blut, erlöse die Armen Seelen aus der heißen Glut! O Jesus, der Du schon so oft gesagt, Du könnest den Bitten Deiner Kinder nicht widerstehen, wenn sie es verständen, Dich am rechten Fleck zu packen, siehe, eine Seele mußt Du uns schenken, es ist heute Herz-Jesu-Freitag, wo die Mitglieder der Ehrenwache Dich umringen, und weil wir wegen dieser Andacht schon so viel zu leiden hatten und immer so beschimpft wurden, weil der H.H. Bischof immer glaubte, wir hätten sie eingeführt, so mußt du uns entschädigen.

Jetzt wird sie wohl genehmigt werden, und weil ich im voraus auf die Verdienste hoffe, und weil Du der Kirche schon Deine Verdienste zugewendet und die Altväter befreit hast um Deiner Verdienste willen, und gesagt hast, daß Seelen im voraus verdienen könnten, was sie nachher erst verdienen für ihre Verstorbenen, siehe, was heute in Quintin gebetet wird, all die Herzen, die sich Dir schenken, dafür schenke uns den Bischof N., wenn Du unseren H.H. Bischof noch nicht geben kannst.“

Und ich sehe den heiligen Erzengel Michael mit einer ganzen Schar heiliger Engel, und die liebe Mutter Gottes steigt hinab ins Fegefeuer.

Maria: „Hier stelle ich dir Meinen Freund vor, geleite du ihn hin zu dem Thron, der ihm bereitet ist.“

Barbara: „Gegrüßet seist Du, Maria ...“

O mein Gott! Viele Priester sind mit ihm eingezogen. (Es wurde Barbara gezeigt, wie gar nicht viel Unterschied war zwischen der Glorie des Kirchenfürsten und der Priester.)

„O glücklicher Bischof, bitte auch für uns um einen Grad mehr in allen Tugenden, ja um tausend Grade.“

Er verneigt sich und wirft uns einen überaus freundlichen, liebevollen, dankbaren Blick zu.

333 Fest der heiligen Barbara 1899

„Nebst dem heiligen Schutzengel habe Ich jedem getauften Christen einen Schutzpatron gegeben, dessen Fußstapfen jeder nachgehen soll, und der beständig an der Seite des Schützlings geht.“

Lied: St. Barbara, du edle Braut ...

Barbara: „Mein Jesus! Ich danke Dir für das unaussprechliche Glück. O wie soll ich Dir danken? O wie glücklich bin ich heute am Fest meiner heiligen Patronin. O ich grüße euch, die ihr euch würdigtet, mich zur Kommunionbank zu begleiten, durch das Herz Jesu Christi, meines himmlischen Bräutigams. O ich danke dir! O danket ihr statt meiner, ihr, meine heiligen Patrone. Ich grüße euch im Namen aller, die hier sind, und aller meiner Angehörigen, wo sie nur sind und aller, die sich im Geist mit uns vereinigen, und aller Freundinnen in Christo, im Namen aller Menschen.

O mein Jesus! Ich grüße Dich in Vereinigung mit Deiner lieben Mutter, dem heiligen Erzengel Michael, dem heiligen Josef und all den lieben Heiligen, besonders im Namen all meiner lieben Freundinnen. O wie hast Du mich heute schon beglückt. Wie warst Du so lieb mit mir! Wie waren meine himmlischen Freundinnen so lieb! Wie begleiteten sie mich zur Kommunionbank. O welches Glück! O ihr Menschen, kommt herbei und seht, wie gut Er ist! Schließt euch dem Liebesbund an, er will euch umschlingen. O kommt, vereinigt euch mit mir, der ärmsten Sünderin! Mich hast Du erwählt, um durch mich der Menschheit großen Segen zu bringen. Nicht wahr, was ich versäume, das ersetzen sie. O wie gut ist es, Schutzpatrone zu haben. Wie gleichgültig sagt man zu sich ‚heiliger Namenspatron‘. O ich muß weinen über meinen Undank, daß ich es nicht eher begriffen und wußte, wie gut es ist, einen heiligen Schutzpatron zu haben. Wir verstehen es erst, wenn Du es uns erschließest.“

In dem Augenblick, wo ich hintreten sollte zur Kommunionbank, sah ich eine Schar himmlischer, glückseliger Geister in Menschengestalt erscheinen: Meine heiligen Freundinnen Katharina und Barbara und die heilige Elisabeth, sie ist zwar eine heilige Ehefrau, aber den Jungfrauen beigezählt, weil sie von dem Tag an, wo die beiden sich angeschlossen an den jungfräulichen Stand, jungfräulich geblieben ist und den Ehestand ausgeschlagen hat; weil sie Jesus als ihren Bräutigam erwählte, ist sie den Jungfrauen beigezählt; die liebe heilige Agnes, die heilige Ursula, die heilige Hildegard und so viele, daß ich sie nicht zählen konnte. Sie umringten mich und gaben mir einen solchen Trost, sie waren so lieb mit mir. Meine heiligen Patroninnen Barbara und Katharina, waren neben mir und begleiteten mich und alles, was an mir fehlte, ersetzten sie. Alle meine Fehler bedeckten sie mit ihren Tugenden, und weil ich so armselig bin, sagten sie zu Ihm: „O lieber Jesus! Was ihr fehlt, mußt Du ersetzen um unserer Verdienste willen!“ Es waren von der Kommunionbank bis hinten an meine Bank lauter heilige Jungfrauen zu sehen.

Barbara: „O ich danke Dir für dieses Glück, das ich heute den ganzen Morgen schon genossen habe. Ich danke Dir, mein Jesus! Gelobt sei Jesus Christus!“

Jesus: „Ja, Meine Kinder, so ist es! In eurem ganzen Leben habt ihr es noch nicht geschätzt und überlegt und erwogen, wie gut Ich bin, was Ich vom Himmel herab euch gebracht, was Ich dadurch euch gebracht, daß ihr Christen seid, getauft in Meinem Namen und auf Meinen Namen. Was Ich mit dieser Gnade euch gab, euch allen, ihr Kinder der katholischen Kirche, hat noch keines von euch erwogen in seinem Herzen. Deswegen will Ich euch heute eine ganz besondere Belehrung geben über den Wert und über das Glück aller Christen, nicht nur der getauften Christen oder der christkatholischen Christen, sondern sogar der Christen, die nicht katholisch sind, der Andersgläubigen, wie Luther und alle, die noch getauft sind auf Meinen Namen, obwohl sie nicht Meiner Kirche angehören, sie haben Namenspatrone, weil sie den Namen eines Heiligen tragen, aber sie schätzen es nicht. Darum haben sie keinen Nutzen davon, denn sie glauben nicht und verehren nicht ihren Patron, sonst würden sie nicht ihren Geburtstag feiern, der doch für die meisten Menschen ein Unglückstag ist, wenn sie nämlich sich die Hölle zuziehen, sondern ihren Namenstag sollen sie feiern; deswegen haben die Andersgläubigen keinen Nutzen von ihren Patronen.

Ihr aber, ihr Kinder der katholischen Kirche, seht, was Ich euch angedeihen ließ und noch tue. Ich habe euch unter den Schutz nicht nur einem Meiner heiligen Engel gestellt, damit er euch behüte und bewahre und Tag und Nacht eure Schritte und Tränen zähle und eintrage in das Buch des Lebens; denn der Schutzengel ist jedem Menschen gegeben, um alles, was er wirkt, gut oder bös, einzutragen in das Buch des Lebens. Das Böse freilich tut der Schutzengel sehr ungern eintragen, und er schreibt es so klein wie möglich hinten dran, damit es so bald wie möglich wieder ausgetilgt werden könne; aber das Gute, das der Mensch tut, all die Schritte und Tritte, getan um Meinetwillen, all die Leiden, ertragen um Meinetwillen, alle guten Werke, die Gebete, all die heiligen Kommunionen, schreibt er mit goldenen Buchstaben vornan im Lebensbuch, besonders aber schreibt er vornan all die Verdemütigungen, all die Verachtungen, die eine Seele aus Liebe zu Mir erduldet, weil dieses der königliche Weg ist, den Ich gewandelt bin, und darum dieses auch die königlichen Großtaten sind, die nur eine Seele verrichtet, die mit Mir in enger Verbindung ist und in allernächster Nähe Mir folgt.

Nebst dem heiligen Schutzengel habe Ich jedem getauften Christen einen Schutzpatron gegeben, dessen Fußstapfen jeder nachgehen soll, und der beständig an der Seite des Schützlings geht, neben dem Schutzengel, und ihm zuspricht, ihm zuredet: ‚Siehe, so habe ich es gemacht!‘ Aber die meisten übertönen dieses und hören es nicht. Sie erinnern sich nur an ihren Namenstag, wenn man ihnen gratuliert, und das nur aus weltlichen Rücksichten. Tiefgläubige Christen gehen tiefer und erinnern sich an ihren Namenspatron und denken daran, in welcher Beziehung sie ihm nachfolgen können.

Siehe, du hast nun eine Patronin, die freilich dir weit voraus geeilt, die einem heidnischen Vater angehörte und deswegen ganz einzig und allein angewiesen war auf sich. Sie hatte kein Vorbild und keine christliche Erziehung wie ihr alle. Sie mußte einzig und allein folgen ihrem Schutzengel. Und das tat sie, und dies brachte sie zum Christentum. Sie folgte der inneren Stimme, die in ihr sprach, und als sie einmal getauft war auf einen katholischen Namen, da war sie bestrebt, einzig und allein ihrem himmlischen Bräutigam zu folgen und diesem Freude zu machen.

Sie war reich und angesehen, deswegen ist sie ein Vorbild für alle diejenigen, die das Glück haben, mit zeitlichen Gütern gesegnet zu sein. Sie verschmähte diesen Reichtum und achtete ihn für Gossenkot. Sie ließ sich einsperren in einen Turm von ihrem Vater, bei den Haaren schleppen nackt und bloß durch die Stadt. Seht, Meine Kinder, und ihr wollt euch schämen und irre werden, wenn man euer spottet. Nicht umsonst sage Ich euch, was Ich euch heute lehren will, nicht umsonst, Meine Kinder! Ich habe euch im Frühjahr gesagt, daß Ich von euch große Verdemütigungen verlange, und damit ihr verdemütigt werden könnt, sollt ihr barfuß gehen über Länder und fremde Ortschaften hinaus, damit ihr recht viel Spott und Hohn ernten könnt um Meinetwillen, nicht, als ob man nicht selig werden könnte, ohne solche auffallende Dinge zu tun. Es ist Mir auch nicht darum, euch etwas zu lehren, damit ihr die Augen anderer auf euch zieht, um den Stolz in euch zu nähren, wie die Priester und andere Fromme sagen, die auch glauben, fromm zu sein, aber noch gar zu sehr mit der Welt liebäugeln.

Nein, nein, Meine Kinder! Es gibt nur einen Weg, und das ist der Weg der Schmach und des Kreuzes. Wollt ihr Mir in nächster Nähe folgen, dann müßt ihr die Verachtung lieben und die Schmach und das Kreuz, dann müßt ihr Mir Sühne leisten. (Hier bekam Barbara Erstickungsanfälle und mittendrein mußte sie rufen: ,Sühne, Sühne, Sühne, Sühne und Buße verlangt Mein Herz!’) Ja, Sühne, Sühne verlangt Mein Herz, für so viele Beleidigungen, die Mir angetan werden auch von denjenigen, die glauben, Mir einen Dienst zu erweisen, wenn sie diejenigen schmähen und verachten und verfolgen, die es begreifen, Mir in allernächster Nähe zu folgen.

Seht, Meine Kinder, dies war die Ursache und ist die Ursache, warum Ich wünsche und verlange und euch sagte, daß ihr Mir nachfolgen müßt auf dem Weg der Verachtung und Verdemütigung, nicht um die Augen anderer auf euch zu ziehen, sondern weil alle Meine Lieben, alle Meine Treuen denselben Weg gehen mußten.

Jetzt kommt mit Mir in die heidnische Stadt, wo Meine Dienerin hinausgeschleppt wird auf den Richtplatz von ihrem eigenen Vater. Nackt und bloß bei den Haaren schleppt er sie durch die Stadt. Tausende von Menschen strömen zusammen, um die Blutzeugin anzusehen, nicht, um sich ihrer zu erbarmen, sie zu bemitleiden; nein, nein, um sie zu verspotten, um sich lustig zu machen über sie, um sie zu verachten und zu hassen. O Meine Kinder! Wäre ein anderer Weg möglich gewesen, zu Mir zu gelangen, Ich hätte wahrhaftig nicht zugegeben, daß dieses reine Opfer auf so schmachvolle Weise den Martertod hätte erdulden dürfen.

Darum, Meine Kinder, auf! Geschart unter das Kreuz, Kopf an Kopf, Mann an Mann, Glied an Glied! Ihr seid Glieder Meines mystischen Leibes. Ich habe euch gezeigt, welches Kreuz Meine Kirche schleppt. Ihr alle seid berufen und bestimmt, dieses Kreuz ihr zu erleichtern, dieses Kreuz ihr schleppen zu helfen. Deswegen Mut gefaßt, Meine Kinder! Wenn Ich euch sage, daß ihr nicht nach rechts und nicht nach links schauen sollt, die Verachtung und die Verdemütigungen anderer nicht scheuen sollt, wenn ihr euch zusammentut und einander erbaut und ermuntert, könnt ihr alles ertragen. Was kann Ich dann weniger von euch verlangen, als wenn Ich sage, seht, in diese Gesellschaft, die Ich euch vorführe, sollt auch ihr kommen, ihr alle!“

Barbara: „Ich danke Dir, mein Herr, für das unaussprechliche Glück. Wie ist meine Seele so glücklich! O mein Jesus! O mein Jesus! In diese Gesellschaft sollen wir alle dereinst gelangen, mit Dir zu herrschen durch die ganze Ewigkeit. Ja, ja, da ist es wohl der Mühe wert, ein wenig verachtet und geschmäht zu werden. O ich will nichts mehr, ich habe genug, o Herr! Ich will nichts mehr, als leiden und geschmäht und verachtet zu werden. O mein Jesus! Ich bin gesättigt, ich bin übersatt. (Der Herr zeigte Barbara einen Pfad aus reinstem Gold, sehr schmal.) O die goldene Straße!“

Jesus: „Dies ist der Weg, auf dem alle diejenigen wandeln, die hier auf Erden alles verschmähen, die mit einem Wort den Weg der Buße wandeln. Diese wandeln auf goldener Straße schnurstracks zum Himmel.“

Barbara: „O mein Jesus! Ja, siehe, es wird so viel gestritten und geschrieben und alle diejenigen, die im letzten Jahrhundert auf diesem Wege gewandelt sind, werden zu lauter hysterischen Personen gemacht; man sagt, auch ich wäre hysterisch, es wäre eine hysterische Krankheit. Wie ist es möglich, daß sich da viele anschließen können? Du sagst doch, daß ein Damm errichtet werden soll, damit der gerechte Zorn Deines Vaters besänftigt werden kann. Ich kann mir das noch nicht zusammenreimen. Der Pelikanschreiber schreibt für die Frommen, andere wieder dagegen; da wird ja das ganze Volk verwirrt.“

Jesus: „Nein, Meine Kinder! Eine wahre Christin und ein wahrer Christ wird nicht verwirrt. Wirst du verwirrt?“

Barbara: „Nein, Herr! Ich bin wirklich noch nicht verwirrt geworden. In meinem Innern sagt immer eine Stimme, daß Du es bist. Und wenn ich jemals verwirrt bin, wenn es in mir so dunkel ist, dann erinnere ich mich daran, wie Du so angefangen hast in mir zu wirken, wie ich es noch nicht ganz verstehe.“

Jesus: „Also, nicht wahr, da bekommst du wieder Licht, du Tor! Warum solltest du auch kein Licht haben? Weißt du nicht, daß Ich der Anfang bin und das Ende von allem, und daß Ich das Wollen und das Vollbringen gebe in allem, und weißt du nicht, daß, wer bittet, empfängt, und wer sucht, der findet, und wer anklopft, dem wird aufgetan? Ich sollte diejenigen, die anklopfen an Meinem Herzen, wo Ich doch deswegen gekommen bin, die Seelen zu retten, hinausstoßen, von Mir stoßen? Welche Schande!“

Hier bekam Barbara wieder einen Erstickungsanfall und mußte mittendrein rufen: Buße, Buße.

Barbara: „Der heilige Advent! O mein Jesus! O mein Jesus! Ja, ich verstehe Dich. Der heilige Advent, er wird nicht benutzt. O die armen Christen, die armen Kinder der katholischen Kirche! O mein Jesus! Nimm hin all die Leiden zur Sühne!“

Jesus: „Ja, ja, Meine Tochter! Ich fahre fort. Wenn Ich nun sage, wenn Ich dir sage, daß dieses allein die goldene Straße ist, auf der die Seele sicher wandelt, und wenn Ich auf diese Straße noch viele, viele Seelen führen will, und wenn alle, die auf ihr wandeln, gerettet werden, warum soll es Mir nicht leid tun, wenn solche Seelen, durch die Ich rede, niedergekämpft und beherrscht werden von Meinen Dienern, ja, wenn man es wagt, hinauszuschreiben in die ganze Welt und solche hinzustellen als Satans Gefährtinnen, als Satans Werkzeuge, durch die nur Satan seine List ausüben könne, weil man mit vier Augen und mit einer Stecknadel sucht in den Krümeln ihrer Worte, ihrer Schriften, um etwas herauszufinden, was gegen die Lehre der Kirche verstößt?

Wenn so ein armes Opfer, weil ihr Geist mit Meinem Geist vereinigt und Ich Mich ihm immer anpassen muß und Nachsicht mit ihm haben muß wie mit einem jeden von ihnen, ja, welche Geduld muß Ich haben mit all Meinen Dienern; sie sollen alle ein anderer Christus sein, und wie vieles hätte Ich da zu beschneiden, abzuschneiden und zu kritisieren, weil aber Mein Geist mit ihrem Geist vereinigt ist und ihr Geist seine bösen Neigungen manchmal vorherrschen läßt, muß Ich Nachsicht haben mit ihnen und alles an ihnen erdulden. Diese wollen sich aber dann erkühnen und ein Opfer verschmähen, das Ich Mir erwählt, und dem Volk sagen: ‚Es ist vom Teufel‘, was Ich in ihr wirke. Ja, ja, dieses schmerzt Mein Herz, und es ist sehr betrübt, und du mußt Mir Sühne leisten, und ihr alle müßt Mir Sühne leisten für solche Verachtung, für solche Empfindlichkeiten. Der Geist des Menschen ist doch auch verbunden mit Meinem Geist, wenn Ich in ihm wirke, und er faßt es nach seiner Auffassungskraft auf, alles, was Ich in ihm wirke, und so kommt es manchmal vor, daß ein kleiner Irrtum sich einschleicht, ein anderes Mal aber auch lasse Ich es zu, um diese Seele zu üben in der Demut, um sie zu bewahren vor Selbstgefälligkeit. Ihr aber, Meine Kinder, habt es gehört, viele sollen gerettet werden, und ein Damm soll und muß gebildet werden, und es wird die Zeit noch kommen, wo man glauben wird, daß Ich es bin, Der dieses alles, was Ich in dir rede, bewirkt habe und gesprochen habe; denn ihr müßt in dem Bußgeist beharren bis an euer Lebensende.“

Barbara: „O mein Jesus! Ich verstehe es; ja, sooft Du mir das Wort Buße sagst, bleibt der Atem stecken. O nimm hin alle Leiden. Ich verstehe Dich wohl. Gelt, ich fürchte mich gar zu sehr vor dem Leiden. O ich bin manchmal so feige zu denken: O soll ich denn dieses so forttragen? O ich bin ja manchmal so feige, daß ich lieber die Gnaden verscherze, als die Leiden zu ertragen. O verzeihe mir, denn jeder Mensch will das Leiden abschütteln. Warum nicht auch meine Natur? O verzeihe mir, daß ich manchmal so kleinmütig bin.“

Jesus: „Ja, ja, Ich verzeihe dir, komm nur an Mein Herz, komm Meine Tochter.“ (Barbara wurde zur innigsten Vereinigung mit dem Herrn zugelassen.)

Barbara: „Gib doch all denjenigen einen Trost, die sich mit mir vereinigen. Siehe, Du willst ja, daß wir den Weg der Buße und der Verachtung gehen sollen; so gib ihnen auch die Kraft. Sieh, wir alle sind ja fest entschlossen, Dir in nächster Nähe zu folgen; aber Du mußt uns Kraft und Stärke geben.“

Jesus: „Ihr alle, jedes in seinem Stand und Beruf, müßt fest und entschlossen weitergehen auf dem nun einmal angefangenen und begonnenen Weg. Glücklich müßt ihr euch preisen und Tag für Tag Dank sagen für das große Glück, daß Ich Selbst Mich würdige, euch zu belehren und euch den königlichen Weg gleichsam vor die Augen zu stellen. Ich habe euch darauf geführt und führe euch an der Hand, indem Ich alle acht Tage, alle vierzehn Tage oder höchstens einen Monat wegbleibe, aber dann immer wieder Mich würdige, euch aufzumuntern.

Ich kenne das arme Menschenherz. Freilich, wenn Ich alle Menschen so ermuntern würde und könnte wie euch, würden alle Menschen gerettet werden, aber weil sie Mir nicht das Ohr des Glaubens leihen, denn der Glaube ist das Ohr, womit der Mensch auffaßt die Geheimnisse Meines Herzens; er glaubt, daß Ich es bin, Der in ihm spricht, Der ihn berufen hat, und mit diesem Glauben, mit diesem Ohr, führe Ich ihn auf den Weg, auf den Ich euch geführt habe.

Die meisten Menschen haben kein Gehör, weil sie keinen Glauben haben, wie Ich gesagt habe in Meinem sterblichen Leben: ‚Wenn du Glauben hättest wie ein Senfkörnlein, so könntest du Berge versetzen.‘ Siehe, solchen Glauben müssen diejenigen haben, mit denen Ich verkehren will und diejenigen, die um sie herumgestellt sind, die Ich ihnen beigegeben zum Geleite.

Diese sind es, wodurch Ich andere belehren will, und so muß nach und nach der Damm gebildet werden, nicht, als ob sie alle ein und denselben Weg gehen müßten, wie Ich von diesen verlange, mit denen Ich verkehre. Diese müssen auf besondere Weise und auffallend tun, was Ich verlange, mag es in die Augen springen oder nicht, mag es im stillen und verborgenen Kämmerlein verrichtet werden oder draußen in der großen Welt. Aber das verlange Ich von allen und von einem jeden von euch, daß ihr nicht darauf schaut, was andere denken und sagen. Besonders du, Meine Tochter, du sollst ein gutes Beispiel geben, denn auch die Reichen will Ich retten, diejenigen, die Ich mit zeitlichen Gütern gesegnet habe. Bedenke wohl, Meine Tochter, es ist schwer, durch ein Nadelöhr zu kommen, und doch habe Ich gesagt in Meinem sterblichen Leben: ‚Eher wird ein Kamel durch ein Nadelöhr gehen, als daß ein Reicher in den Himmel eingeht.’

Dies sagte Ich, als jener Jüngling sich von Mir entfernte, der gern Mir nachgefolgt wäre, und den die Pharisäer Mir zugeschickt hatten, um Mich zu fangen. Dieser Mensch war guten Willens, er hatte auch die Gebote Gottes gehalten, er wollte sich hervortun, er hatte wirklich Ernst, er wollte wirklich in den Himmel kommen, er wollte sich ein wenig hervortun und auch fromm sein. Diesem sagte Ich dieses scharfe und strenge Wort. Ich sage es dir nicht, Ich will dir keine Angst machen; denn Ich bin zufrieden mit dir, fahre fort. Ich sage es dir nur zum ferneren Leitstern; es soll der Leitstern deines Lebens sein, daß du in Zeiten, wo du von Satan angefochten wirst und er dir zuflüstert: ‚Das kannst du nicht weiter tun‘, dich daran erinnerst. Du gehörst zu den liebsten Kindern Meines Herzens. Laß dich nicht mehr beeinflussen von anderen, du mußt andere beeinflussen. Fahre fort auf dem Weg, den du angefangen, und schließe dich immer enger an Meine Kleine an, damit auch du den Spott und Hohn und Verachtung mittragen wirst. Du sollst eucharistische Kreuzträgerin werden, damit auch Reiche sich anschließen.

Besonders merke dir nur, wie hart es hält und wie tief der Stolz steckt in einer Seele, die Ich mit zeitlichen Gütern gesegnet habe. Seht hin auf die Arme, die schon so viel für Mich getan hat. Ich will sie nicht persönlich nennen. Sie hat Mir alles geopfert bis auf das, was sie zum Leben braucht, und hat doch noch etwas in sich, was Ich sehr tadeln muß, und wenn sie es nicht ablegt, in sich nicht den Stolz ablegt, daß sie glaubt, sie dürfte mit Armen nicht verkehren und nicht annehmen, was Ich in einer armen Seele wirke, ist alles null und nichtig, kann Ich es ihr nicht belohnen.

Und wenn sie gerettet wird, wird sie dereinst in der Ewigkeit nach jenen Armen stehen, die sie mit Verachtung angeschaut hat. Deswegen, Meine Tochter, eine demütige Gesinnung! Tue, was du kannst, gebe ein Beispiel deinen Freundinnen, deinesgleichen, damit der Damm errichtet werden kann und andere tun wie du, allen Überfluß verwenden, daß Klöster gebaut werden können. Ich will, daß hier in Mainz ein neues Kloster erstehe, denn viel Segen soll über Stadt und Land ausgebreitet werden, gerade von diesem verachteten, demütigen Orden, und wie nun kann die Welt gerettet werden als durch Verachtungen und Verdemütigungen? Alles andere ist nichts. Ich achte es für null und nichtig!

Man darf predigen auf der Kanzel, so viel man will, man mag dabei glauben, man übe noch seine Religion; ja, man gehe noch ins Kloster, man gehe noch zur heiligen Kommunion; man gehe noch an einem Sonntag in eine heilige Messe, man sei ein guter, frommer Katholik, weil man niemanden bestiehlt oder beraubt. Aber: Nützen kann dieses der Welt nichts, gar nichts! Die Welt ist so tief gesunken, und das Christentum so erloschen bis hinein in die tiefsten Schichten der Menschheit, daß ein anderer Weg eingeschlagen werden muß. Man muß zurückgehen auf den Weg der Buße, auf die goldene Straße gehen, die Ich dir heute gezeigt habe: Sühne und Buße für andere!

Und je mehr sich anschließen an dieses Häuflein, das sich vorgenommen hat, Meine Wege zu wandeln, desto stärker wird der Damm, und diejenigen, die sich nicht persönlich anschließen, müssen sich anschließen wie N. der Gesinnung nach. Geht nach Rom; ja, es ist recht, ihr Großen und Reichen der Erde, um zu zeigen, daß ihr noch katholische Christen seid, daß ihr euch anschließt an das Band, das um die Christenheit geschlungen ist durch Einheit im Glauben, aber bedenket wohl, daß auf dieser Reise nach Rom und mit dieser Reise noch eine ganz stolze Gesinnung kann verbunden sein, und daß der Christ sich dort in Rom zwar viel Gnaden holt und mit nach Hause bringt, daß sie aber am anderen Tag schon wieder verloschen sind, weil er es nur aus Ruhmsucht, aus Gefallsucht, aus eitler Frömmigkeit getan hat.

Diejenigen aber, die auf dem demütigen Weg des Kreuzes wandeln, die arme Ehefrau, die hinausgeht, die im Geist sich anschließt an die Pilger nach Rom, und statt nach Rom zu gehen, einen Wallfahrtsgang aufopfert in ihre einfache Dorfkirche oder in eine einsame Waldkapelle, weil sie nicht die Mittel hat, und weil Mir solche einfache Wallfahrten, die mit großen Abtötungen und großen Opfern verbunden sind, wie die eurigen, viel lieber sind, sie können diese sogar ersetzen.

Seht, dadurch soll die Menschheit sehen, daß man Buße üben soll, daß es einem Ernst ist. Und sie werden in sich gehen, wie ihr gesehen in letzter Zeit, und nachdenken, und allmählich wird das Volk begreifen, daß es ein anderes ist, dem Vergnügen nachzulaufen, als auf solchen Wegen zu wandeln. Die Vergnügungssucht ist es, was den Unglauben hereingebracht hat, und Vergnügen suchen nicht bloß die Weltenkinder, sondern auch die Gotteskinder. Sie suchen sich Vergnügen, indem sie alles vermeiden wollen, was ihnen Schmach und Verachtung einträgt, Vergnügen in der Frömmigkeit, indem sie für fromm gelten wollen, die Werke der Frömmigkeit üben, aber bei Leibe sich hüten, daß ihnen jemand sage: ‚Das sind Simpel und verrückte Personen.‘

Die wollen sich schön hüten, die wollen eine gesunde Frömmigkeit zur Schau tragen, und diese gesunde Frömmigkeit kommt so weit, daß sie nur mit knapper Not gerettet werden können, weil sie nur die gesunde Frömmigkeit üben wollen, die nur das tut, was man absolut tun muß. Ach, Meine Kinder, übt ihr nur die ungesunde Frömmigkeit. Schließt euch an die Barfüßler an, an die Armen und Verachteten, wo ihr keine große Ehre und Verherrlichung einernten könnt, und diesen nach sollen sich bilden alle Stände der Religion, Priester und Laien, Ordensleute und Weltleute, sie alle müssen zurück, zurück auf den Weg der Buße, nicht, als ob sie einen anderen Weg einschlagen müßten, aber nicht mehr witzeln und spötteln über diejenigen sollen sie, die Ich Mir erwählt und durch die Ich der Welt Buße predigen will.

Die Ordensleute sollen einfach, ernst und nachdenkend ihre Regel halten nach den Vorschriften, wie ihre heiligen Stifter sie gegeben, nicht nach der Neuzeit. In der neuen Zeit ist alles modern geworden. O Meine Kinder! Fahret fort, Ich werde euch nicht verlassen. Ich werde mit euch sein bis zum Ende der Tage, wo Ich euch dann einführen werde in Meine Herrlichkeit.“

Barbara: „O ihr lieben Heiligen Gottes! Verlasset uns nicht, ehe ihr noch ein Geschenk uns überlasset. Ich verlange für mich nichts, als daß ihr mich nicht verlasset, daß ihr mir zur Seite steht, wenn ich so finster bin. Wenn ich verfolgt und verachtet werde von der Welt, das tut mir nichts, Gott sei Dank! Aber wenn der Herr Sich in mir zurückzieht, o meine Freundinnen, dann kommt mir zu Hilfe, erflehet mir Starkmut. O mein Gott, wie glücklich, euch zu Freundinnen zu haben. Es ist wirklich sehr schön, zu wissen, wo die Welt jemand zurückstößt, solche himmlischen Freundinnen haben zu können.“

Heilige Barbara: „Ja, ja, meine Kinder, meine Schwestern. Das will ich euch noch sagen. Wenn der Herr spricht, da müssen wir zurücktreten, denn Seine Worte sind Weisheit und Kraft, aber das will ich euch noch sagen: Seht, wo die Welt euch zurückstößt, da müßt ihr wissen, daß wir da sind. Glaubt ihr denn, das Wort Freundschaft gilt nur für die Menschen? Es gilt nur für die lebenden Wesen? Nein, nein, die Freundschaft ist und bleibt Freundschaft, auch wenn sie übernatürlich ist, und die Kirche lehrt, daß es eine Gemeinschaft der Heiligen gebe. Wir haben es geglaubt, und ihr glaubt es auch. Ei, das wäre eine schöne Gemeinschaft, wenn das nur für die Gemeinschaft auf Erden gilt?

Eine Gemeinschaft heißt soviel wie Freundschaft, und eine Freundschaft kann nur da bestehen, wenn sich die gegenseitigen Freunde auch sehen, aussprechen und miteinander erfreuen. Das wäre mir ein schöner Freund, der sagt: ‚Wir wollen uns Freunde heißen‘, und ginge in die Welt hinaus und ließe sich nicht mehr sehen. Da wäre die Freundschaft erloschen und erstorben. Das ist nicht bei uns der Fall. Wir haben die innigste Freundschaft mit euch geschlossen, und denkt darum, daß wir Freunde sind, und daß wir euch immer zur Seite stehen und froh sind, wenn die Tage wiederkehren, wo wir uns austauschen können. Also freut euch mit uns und wir mit euch. O seht den Himmel!“

Barbara: „O laß doch deine Schwester einmal hineinsehen in deine Wohnung, liebe, heilige Barbara, und in euren lieblichen Verkehr.“ (Barbara durfte lange Zeit schauen.)

Es ist wie ein Palast aus Kristall! O welche Freundschaft, welche Freude, o Süßigkeit der heiligen Tröstungen!

Heilige Barbara: „Ja, das wollte euch der Herr heute lehren, daß ihr alles mit Mut tun sollt. Glaubt ihr denn, es war ein Pläsier, sich durch die Stadt bei den Haaren schleppen zu lassen? Das war eine große Schande, eine größere, als wenn ihr barfuß geht. Das geht nicht ab ohne Spott und Hohn. Der Weg ist der goldene Weg; kein anderer Weg ist dazu geeignet als der Weg der Verachtung und der Verdemütigung.“

Barbara: „O liebe, heilige Barbara! Schenke uns allen etwas, gib uns allen die heilige Freude, also erstens, daß wir in all den Prüfungen, die noch über uns kommen, den Mut nicht verlieren, standhaft über alles hinweggehen; zweitens eine große Weisheit, daß wir in allen schwierigen Fällen immer in die rechte Bahn einlenken, daß das, was wir tun, immer zur Ehre Gottes gereicht, auch wenn es in den Augen der Welt und den unsrigen scheint, es sei zu unserem Verderben, wenn es uns anfangs dunkel ist, es doch immer das Richtige war. Diese Weisheit erflehe uns.“

Heilige Barbara: „Ich will sie euch erflehen. Ihr müßt aber in allem nicht ängstlich sein, wo etwas kommt, immer auf das Ende warten; nicht auf den Anfang und nicht auf die Mitte, und dann sehen, wie wahr es ist, was ich am heutigen Tage euch erbeten habe.“

Barbara: „O liebe, heilige Barbara! Ich empfehle dir besonders diese Seele, die am Rand der Ewigkeit steht.“

Heilige Barbara: „Verlaß sie nur nicht, wenn du merkst, daß sie auf das Sterbebett kommen könnte, gehe ihr an die Seite und rede ihr zu, was dir der Herr eingibt. Verlaß dich auf Katharina und Barbara, wir werden dir zur Seite stehen und ihr die Gnade einer glückseligen Sterbestunde erflehen. Du mußt aber deine Schuldigkeit tun und dich einsetzen und einstellen; denn bedenkt, welch großer Kampf es für den Herrn ist, eine Seele zu retten, die Ihm ihr ganzes Leben nicht gedient. Da muß es eine Seele geben, die sich einsetzt. Und an dem Sterbebett, wo eine gläubige Seele steht, die mit tieflebendigem Glauben dem Kranken zuspricht, die sich so anklammert und einsetzt, kann die göttliche Gerechtigkeit versöhnt werden.

Seine Barmherzigkeit kann nicht widerstehen um der Person willen, die sich einsetzt. Wäre dort bei N., wo versprochen war, daß er gerettet werde, der arme Krankenbruder, der ihn bewirtete und bediente, mit Glaubenskraft vor ihn hingetreten, hätte er den Geist in sich aufgenommen, seine ganze Willenskraft eingesetzt für ihn (der Sterbende wäre trotz seines Reichtums gerettet worden und trotz des Unglaubens, womit er alles von sich stieß, und hätten seine zwei Schwestern sich Gott gegenübergestellt), er wäre gerettet worden, weil ich ihn drängte. Ich stand ihm zur Seite unsichtbar, aber der arme Bruder, er redete ihm zwar zu, aber nicht energisch, nur so, wie er es tun mußte.“

Jesus: „Darum, Meine Tochter, lebendigen Glauben! Du kannst Vieles und Großes bewirken in deinem Kreis und bei deinen Angehörigen. Du mußt deinen Bruder retten und alle deine Angehörigen, aber nur durch einen tiefen, lebendigen Glauben. Und ihr alle, geht hin und bedenkt, wenn ihr die Gänge aufnehmt, und du, wenn du heimkommst im Sommer in deine Heimat, nimm deine Angehörigen, die Kinder und alle, die sich an dich anschließen, und mache Wallfahrten und in derselben Gesinnung wie die Meinigen. Geht, wenn es nur geht, in einen Wald hin oder sonst. Nehmt ein Muttergottesbild mit und schließt euch den Wallfahrern an, die nach Rom gehen; denn wißt, es ist ein Buß- und ein Sühnejahr wie kein anderes. Es ist die Wende eines Jahrhunderts.

Die Kirche soll erstehen und erblühen in neuem Glanz, sie soll emporgebracht werden. Aber wer soll sie emporbringen? Die Priester mit dem Worte Gottes und dem Beichtstuhl – sie alleine bringen es nicht fertig. Die Priester sollen eifriger sein, das lehrt die Pflicht und der Heilige Vater in Rom, aber ihr, ihr müßt sie unterstützen.

Die Jungfrauen müssen das Priestertum unterstützen, und die Jungfrauen und die frommen, braven Ehefrauen und Ehegatten, sie sollen ihre Kinder anhalten und beten und beten lassen und Bußwerke üben, und andere Bußwerke können sie nicht üben, weil das Menschengeschlecht zu schwach ist, aber solche, daß sie in der Tageshitze hinausgehen, und durch Gebet und Gesang sich abhärmen und sich vereinigen mit den Heiligen Gottes.“

Am 5. Dezember 1899 gab der Herr Barbara den Auftrag, wir sollten den ganzen Advent fleißig beten und alles aufopfern für die glückliche Wahl des Bischofs. Barbara fragte Ihn, was wir denn tun sollten. Der Herr gab keine Antwort bis nach der heiligen Kommunion. Da sagte Er, Barbara solle morgens und mittags eine Stunde beten, und abends so lange sie könne. Am 6. Dezember hielten zwei Damen Barbara beim Heimgang von der Kirche auf. Das Gespräch zog sich in die Länge, und Barbara hatte nicht die Entschiedenheit abzubrechen.

Bei der heiligen Kommunion am anderen Morgen begleiteten die heilige Barbara und Katharina sie zur Kommunionbank. Deren Kleider waren aber wie in Trauerflor gehüllt. Barbara fragte, was der Grund davon sei. Sie erwiderten, Barbara müsse sich besser im Reden in acht nehmen und sich mehr zurückziehen.

334 Vigil des heiligen Evangelisten Johannes 1899

„Siehe, wer ein armseliges, irdisches Vergnügen ausschlägt, dem wird hundert- und tausendfach vergolten durch andere Vergnügen, Vergnügen die ewig dauern.“

Die Familie von Barbara hatte unerwarteten Besuch bekommen, und Barbara ging deshalb mit ihrer Nichte zu Luise. Um halbzwölf Uhr wurde Barbara durch Schmerzen geweckt und wir glaubten, es melde sich eine Krankheit, da der heilige Johannes noch nie um Mitternacht gekommen war, bis endlich das Leiden begann.

Barbara: „O mein lieber, heiliger Führer! Ich grüße dich durch das allersüßeste Herz Jesu Christi. O lieber, heiliger Johannes! Ich denke so wenig daran, etwas zu deiner Ehre zu tun. O verzeih mir, daß ich so selten, nur hie und da mal bei der heiligen Kommunion dich herbeirufe, und du vergissest es nicht, daß du mir zum Führer gegeben bist. Alljährlich an deinem Festtage willst du mich heimsuchen, mich elende Sünderin. O wie seid ihr dankbare Freunde, ihr Heiligen Gottes. O ich grüße euch im Namen aller meiner Mitschwestern, aller, die sich im Geist mit mir vereinigen, besonders im Namen der Priester, die glauben, daß der Herr es ist, der mit mir verkehrt. O ich grüße dich viel tausendmal im Namen aller Menschen. Warum sehe ich dich aber auf einer Einöde als alter Greis? Lieber heiliger Johannes, mein lieber, guter, treuer Führer, sonst kamst du immer als schöner Jüngling im jugendlichen Alter als Freund meines Bräutigams, wie Er dich zum Hochzeitsmahl berief, und heute als alter Greis in dieser wüsten, abgelegenen Gegend. O sage mir, was du mich heute lehren willst. O ich verstehe dich nicht.“

Johannes: „Ja freilich, verstehst du mich nicht, auch ich verstand nichts, wenn es mir nicht erschlossen wurde durch das Licht, das ich schaute und in dem ich schaute, das ausging vom Heiligen Geist, vom Geist meines Freundes. Siehe, das war mein Aufenthaltsort, als ich der himmlischen Gesichte zuteil geworden bin. Hierher berief mich der Herr, um der ganzen Welt zu leuchten, um die Evangelien niederzuschreiben und nebst den Evangelien die Geheimen Offenbarungen, die mir zuteil wurden hier auf der Insel Patmos. Hier siehst du mich in dieser wilden, einsamen Gegend, verbannt von allen Menschenherzen, hinausgestoßen von allen Geschöpfen, aber innig, innig vertraut mit meinem himmlischen Bräutigam. Zwar war es die Bosheit der Menschen, die mich hierher verbannte, aber doch war es mein himmlischer Bräutigam, der Blutbräutigam aller heiligen und gerechten Seelen, der mich hierher berief. Nicht im Geräusch der Welt teilte Er Sich mir mit. Obwohl ich so vieles geleistet, so viel für Ihn getan, so viele Seelen Ihm gewonnen und immer in stiller Zurückgezogenheit fern von der Welt lebte, wenigstens im Herzen fern von der Welt, war es aber doch notwendig, mich in die Einsamkeit zu führen, von wo aus Er ungehindert bei Tag und Nacht mit mir verkehren konnte. Hier teilte Er mir Seine Geheimnisse mit und erschloß mir die Geschichte und Geschicke Seiner heiligen Kirche, Seiner jungfräulichen Braut von Anfang bis zum Ende der Welt. Seht, meine Kinder, eine ähnliche Aufgabe ließ der Herr an euch ergehen. Er wählt Sich immer das schwächste, unwürdigste Seiner Geschöpfe, nicht einen feurigen Petrus, nicht einen weltberühmten Paulus, einen gelehrten Römer.

Nein, ein armes, schwaches Werkzeug wählte Er Sich aus in mir, um in Ihm Seine Geheimnisse niederzulegen und durch mich zu allen Menschen in der ganzen Welt, die da lebten und noch leben und bis zum Ende der Welt leben werden, zu reden. Jetzt, da es gegen das Ende der Zeiten geht, wo die Welt in ein dunkles, geheimnisvolles Unwesen gehüllt ist, wo Satan einhergeht, jubelnd und triumphierend, weil er Tag für Tag so große Ernte hält, weil es ihm endlich gelungen ist, die Herzen zu bezaubern und ihnen einzuflüstern, als sei dieses das Reich Gottes, das Reich, das er in seinen Anhängern niedergelegt. Die Anhänger Satans predigen auf offener Straße, in den Palästen, an den Hochschulen, in jeder Wirtschaftsschenke, daß da das Reich Satans ausgebreitet werde; sie predigen den Unglauben, und die ganze Welt hört auf ihre Stimme, die Reichen und die Armen. Die Reichen wollen von keinem Christus, von keinem Erlöser mehr wissen, weil sie ja den Himmel auf Erden haben und diesen Himmel voll und ganz genießen wollen, das heißt der Himmel der Reichen und Gottlosen ist, daß sie ungezügelt ihren Leidenschaften frönen, ungezügelt ihre bösen Lüste befriedigen können. Darum leugnen sie den Glauben an einen Gott, und weil sie dann alle Menschen auf gleiche Weise sehen möchten, wie sie sind, verführen sie die Armen, schleudern das Gift in ihren Herzen und begeifern sie mit ihrem Unflat. Die Armen, die nur die Verführten sind durch die gottlosen Reichen, wollen auch sich den Himmel auf Erden verschaffen. Sie wollen, weil es doch keine Ewigkeit gibt und geben soll, wie jene vorgeben, um so leichter alle Menschenherzen zu bestricken, auch besitzen und genießen wie ihre gleichgesinnten Brüder. Und so ist die ganze Welt in einen dunklen Schatten von Unglauben gehüllt.

An den Flüssen Babylons sitzen sie, und an den Trögen der Schweine genießen sie Tag für Tag. (Hier bekam Barbara Erstickungsanfälle und mußte mittendrein rufen: Sühne, Sühne, Sühne!) In dieser gottlosen Welt nun steht die jungfräuliche Braut, die heilige Kirche. Sie schleppt ein Kreuz, wie sie noch keines schleppte, seitdem ihr Bräutigam hinaufgestiegen ist an das Kreuz. Sie will ihre Kinder retten, sie will sie halten an ihrer Brust, sie will sie nähren mit ihrer jungfräulichen Milch, das heißt mit ihrer Lehre, die sie von ihrem himmlischen Bräutigam überkommen.

Und dieses entwöhnte Geschlecht ihrer Kinder will diese jungfräuliche Milch nicht mehr annehmen; sie ist ihnen zu fade, sie ist ihnen zu schal, wie sie sich ausdrücken, diese jungfräuliche Milch, die nur noch für Kinder paßt, für unmündige Kinder und für alte verkrüppelte Leute, die eine andere Kost nicht mehr vertragen und verdauen können. Aber für solche Menschen, wie sie sind, da braucht es eine stärkere Kost, eine stärkere Nahrung, und diese bietet ihnen das Reich Satans in Hülle und Fülle. Jene Nahrung, die ihnen da zugeführt wird, ist: „Geht hinaus, macht euch Vergnügen, genießt die Zeit, denn es gibt keine Ewigkeit; macht euch Vergnügen bei Tanz und Spiel, und hüpft und springt, denn bald ist alles vorüber, und wir vergehen wie eine Blume, die verwelkt, und nie und nie mehr wird ihrer gedacht. Es gibt keine Ewigkeit.“

Ja, diese Kost, die wollen auch die Kinder der katholischen Kirche verdauen, diese wollen sie in sich aufnehmen, und jene Kost, die reine Milch des Evangeliums, diese süße Milch, diese himmlische Milch, womit sich die Kinder nähren und die Greise und die Jünglinge, diese paßt nicht mehr für sie. Die Kirche, die da ihre Kinder alle beisammenhalten will, und auch jene wieder herbeiführen will, gibt nach und immer wieder nach.

Sie möchte um jeden Preis ihre Kinder retten, und so geht es allmählich, so gibt es unter den Dienern der Kirche solche, die, weil sie auch schwach geworden sind, weil sie auch vergessen haben ihr Brot zu essen, sich verleiten lassen; und ein Neu-Katholizismus fängt an zu leben. Man will allmählich witzeln und spötteln und das Leben der Heiligen, wie es im Mittelalter und in der ersten Christenheit geübt wurde, hinstellen als Bilder, die nur da vorgeführt werden, die aber niemals geübt worden sind. Diese passen nicht mehr hinein in dieses Zeitalter.

Seht, meine Kinder, da ist es an der Zeit, daß der Herr, der Bräutigam Seiner Kirche und der Bräutigam aller jungfräulichen Seelen kundtut durch ein Werkzeug, daß Er noch lebt, daß Er noch das Haupt Seiner Kirche ist, und daß die Kinder dieser Kirche Seine Glieder sind. Er will sie lehren, daß Seine Kinder den Weg wandeln müssen, den Er gewandelt ist, und daß dieses der einzige Weg ist, der zum Himmel führt, der Kreuzweg. Darum laßt euch nicht irre machen. Als der Herr mich rief, daß ich dein Führer werden soll, da saßest du noch einsam, und niemand hätte geahnt, daß dieses einsame Pflänzchen, das der Herr gesetzt hat in das Erdreich Seiner Kirche, aufwachsen werde zu einem herrlichen Baum, der da Blätter und Blüten treiben werde, und viele sich an ihm laben. Seht, jetzt nach einigen Jahren steht dieser Baum da, und viele laben sich an seinen Früchten. Es wird aber die Zeit kommen, wo Tausende und Abertausende sich laben werden an ihm, an den Früchten dieses Baumes.“

Barbara: „O heiliger Johannes! Mein lieber Freund und Führer, verlaß mich nicht. Wir sind so arm, so hilflos. O es ist manchmal hart, den Weg weiterzugehen, wenn innere und äußere Kämpfe zusammenwirken. Ein jedes Menschenherz ist angelegt zur Mutlosigkeit. Jeder Mensch möchte den Weg zum Himmel gehen, aber, wenn er nicht gar zu beschwerlich wäre. Die Tugend zu üben, wie du sie geübt, ist hart und bitter. O komm uns zu Hilfe! O kommt uns zu Hilfe, ihr Heiligen Gottes!“

Johannes: „Nicht wahr, meine Kinder, ihr betet alle Tage: ‚Ich glaube an die Gemeinschaft der Heiligen.‘ Wenn ihr dieses betet, wenn euer Mund diese Worte ausspricht, dann wißt, daß es jedesmal eine freudige Bewegung gibt in der ganzen triumphierenden Kirche; denn wir Heiligen Gottes, die wir euch vorausgeeilt sind, die wir eure Brüder und Schwestern sind, wir verstehen, was dieses Wort bedeutet. Es ist jedesmal ein Aufschrei, ein ängstlicher Aufruf eurer Herzen. Mit diesem Wort: ‚Ich glaube an eine Gemeinschaft der Heiligen‘, ist nicht nur ein Glaubensbekenntnis ausgesprochen, sondern es liegt darin jedesmal ein ängstlicher Hilferuf, als ob wir Heiligen euch zu Hilfe kommen sollten in dieser eurer bedrängten Lage. Und so ist es jedesmal, wenn wir diese Worte von einem Menschenkind vernehmen, werden wir freudig bewegt, aber auch zugleich zum Mitleid angeregt und sind bereit, euch zu Hilfe zu kommen. Deswegen fürchtet euch nicht, meine Lieben. Fürchtet nichts! Um diese Gesellschaft der Heiligen recht vollzählig zu machen, damit es auch recht viele hier auf Erden schon gibt, die sich daran beteiligen an dieser Gemeinschaft, will ja der Herr unter euch und in eurer Mitte den Liebesbund gründen. Heilige will Er bilden. Heilig sollen alle diejenigen sein und werden, die dem Liebesbund beitreten, weil die Gesellschaft der Heiligen gar zu not tut in der heutigen Welt. Der Bußgeist ist abhanden gekommen, und unter den Mitgliedern des Liebesbundes soll vor allem der Bußgeist gepredigt werden. Die Mitglieder dürfen nicht der Bequemlichkeit nachgehen und anhängen den Freuden und Genüssen der Welt.

Nein, nein, meine Kinder! Deswegen steht der Herr unter euch in eurer Mitte. Im Heiligsten Sakrament steht Er und erwählt Er Sich Werkzeuge, durch die Er euch Seine Liebe kund tut, um euch zu Heiligen zu bilden. Um euch zu sagen, wie ihr es anzustellen habt, um möglichst alle Menschen herbeizuführen und einzugliedern, erleichtert Er wie noch nie Seine Gebote. Nur will und verlangt Er einfach, daß sie alle sich einfinden an Seinem Tisch, sich reinigen von schwerer Sünde und Ihn oft und würdig empfangen in der heiligen Kommunion. Das ist der Weg der Buße, ihr Kreuztragen, die Kreuze, die der Herr einem jeden von euch auferlegt.

Darum gehe hin, meine Tochter, auch du bist eingegliedert in den Liebesbund. Sei nicht ängstlich, ob der Tage, die du noch zu leben hast. Siehe, dein himmlischer Bräutigam, den du dir einzig erwählt, und dem du einzig angehörst, führt dich bei der Hand. Fürchte nicht, wenn du Ihn suchest, wird alles übrige dir beigegeben werden. Und du, meine Tochter (die Nichte von Barbara, die darauf verzichtet hatte, am gestrigen Abend dem Theater im Gesellenhaus beizuwohnen), siehe, wie sehr der Herr verlangt, daß Seine Kinder nicht allzusehr hängen an den Vergnügen dieser Zeit, kannst du daraus erkennen, daß Er dir dieses Glück heute abend zuteil werden läßt. Siehe, wer ein armseliges, irdisches Vergnügen ausschlägt, dem wird hundert- und tausendfach vergolten durch andere Vergnügen, Vergnügen die ewig dauern.“ (Hier bekam Barbara wieder einen Erstickungsanfall und mußte mittendrein rufen: ,Buße, Sühne.’)

Barbara: „O lieber, heiliger Johannes! Zur Zeit der heiligen Franziska von Chantal und Theresia hat der Herr viele Seelen mitten aus dem Weltleben heraus zur höchsten Stufe der Vollkommenheit berufen. Bitte du den Herrn, daß er dies mit N.N. gerade so mache, und diese noch viele, viele nach sich zieht.“

Johannes: „Darum Mut, meine Kinder! Eines soll dem anderen helfen, eines das andere unterrichten; herbeiführen soll sie meine Freundin N. Seht, als ich mit meinem Herrn auf Erden noch wandelte in den Fluren Palästinas, wie oft begleitete ich Ihn auf Seinen Bußgängen, wenn Er durch die Straßen zog, durch die Städte und Dörfer und Seine lieben Worte dem armen Volk predigte. Wenn sich dann das Frauengeschlecht anschloß, hatte der Herr immer eine große Freude, weil diese Frauen, diese frommen Frauen, die Ihn begleiteten, es waren, die durch ihr gutes, freigebiges Herz bekräftigten und unterstützten, was Seine Jünger, die Apostel, durch Wort und Beispiel dem Volk verkündeten.

Seht, so und nur so ist die Kirche wieder zu Ehren und in Glanz zu bringen, auf den Glanzpunkt zu bringen, von dem sie gewichen ist. Ist sie doch die jungfräuliche Braut, wie sie war, die einzig dastehende in der ganzen Welt. Aber sie ist verrückt, hinweggerückt von ihrem Leuchter, von dem Glanzpunkt, auf dem sie der Herr haben möchte und auf dem sie stehen soll. Zwar ist es nur eine Strafe, eine Buße für sie; denn es gab eine Zeit, wo sie ihrem himmlischen Bräutigam ein wenig untreu wurde, indem sie nicht wie Er in Armut und Buße lebte. Weil sie reich war, lebte sie üppig, üppiger als ihr himmlischer Bräutigam es von ihr verlangte und es wünschte. Darum mußte sie diese Buße durchmachen, diese Bußzeit, die aber jetzt zu Ende geht, und sie soll wieder hinaufgerückt werden auf den Glanzpunkt, von dem sie hinweggerückt worden. Da ist es an der Zeit, wo das Leben der ersten Christen wieder erneuert werden muß und soll. Die ersten Christen lebten wie wir. Wenn wir auszogen mit unserem Meister, dann zogen wir wie die armen Fischer dahin ohne Nahrung und Kleidung. Alles mußten wir der Vorsehung überlassen, und doch waren wir Menschen wie alle Menschen. Auch unser Herr und Meister war ein Mensch. Er mußte essen und trinken und schlafen wie alle Menschen. Da nun ersetzten diese Frauen alles Fehlende.

Seht nun, warum Er sie so sehr liebte, warum Er dieses Frauengeschlecht so sehr erhob, daß Er zum allerersten ihnen erschien. Als Er nach Seiner Auferstehung sich wieder Seinen Aposteln zeigte, war Er längst schon den heiligen Frauen erschienen. Damit will Er Seiner Kirche durch alle Jahrhunderte sagen, daß, obwohl dieses Geschlecht nicht zu reden hat und nicht auf der Kanzel und nirgends ein Wort zu sagen hat in die Rechte der Kirche, aber deswegen es doch nicht zurückgestoßen, hinausgestoßen werden soll aus diesem Lehramt der Kirche, weil es unbedingt notwendig ist, daß da, wo der Herr Sein Lehramt aufschlägt, auch Seelen sein müssen, die dieses Lehramt unterstützen.

Soll nun die Kirche wieder zu Ehren gebracht werden, so braucht sie große Stützen, braucht sie Kinder, Glieder, die das ersetzen, was uns abging auf Seinen Reisen. Dort zogen die heiligen Frauen mit und besorgten alles übrige, was wir für unser Leben notwendig bedurften. Sie bauten Kirchen, sie gaben ihre Mittel her, um uns zu ernähren. Sie stickten die ersten Gewänder, um die heiligen Geheimnisse zu feiern. Und jetzt, da die Not der Zeit so gar zu groß ist, daß der Mittelstand, die meisten Menschen nur zu tun haben mit ihrem Lebensunterhalt, muß es Seelen geben, die ihren Überfluß verwenden, um Kirchen und Klöster zu bauen, damit die Kirche wieder auf ihren Glanzpunkt könne gerückt werden; denn nur in den Klöstern wird Gott verherrlicht, und je mehr Klöster gebaut werden, desto herrlicher wird die Kirche erblühen, das Tugendleben erbauen.

Darum, meine Kinder, auf, Mut gefaßt! Ihr, die ihr in den Ehestand geführt worden seid, wißt, daß ihr Glieder des Liebesbundes seid, daß ihr niemals klagen sollt über das Geschick, das der Herr auf eure Schultern legte, daß ihr fern von dem Getöse der Welt lebt, nicht nachjagt den Vergnügen der Zeit. Ihr aber, die der Herr dem jungfräulichen Stand eingefügt hat, kettet euch zusammen. O diese gute Seele, sie hat schon Fortschritte gemacht, und es geht allmählich; aber sie muß noch mehr herbeiführen, sie muß es noch dahin bringen, daß die Kirche in Mainz erblüht und wird zu einem goldenen Mainz. Das Goldene Mainz hat seinen Namen nur von der Blüte, in welchem es stand im Mittelalter zu der Zeit, wo es so viele Klöster gab, und diese gute Seele hat der Herr euch zugeführt, daß sie ihre anderen Freundinnen herbeiziehe.

O es gibt noch gute Seelen, sie sind nur verschüttet und verstaubt. Der Staub und Schmutz muß weggerafft werden. Da geht noch eine Zeitlang darauf. Harrt aus, meine Kinder, euer Führer steht euch zur Seite. Ruft ihn an zur Zeit der Not, und er wird immer rettend und helfend euch zur Seite stehen.“

Barbara: „O Herr! Was soll meine Schwester machen mit ihrem Sohn? Sie ist alt und schwach und hat niemand mehr. Du selbst hast ihre Tochter in den Ehestand geführt, weil Du willst, daß es fromme Eheleute gebe. O tue mir zu wissen, ob Du meinen Neffen für den jungfräulichen Stand bestimmt, oder soll er das Mädchen zur Ehe nehmen? O verzeihe mir, daß ich mich um solche Dinge kümmere, aber sieh, ich muß mich ja auch so oft für andere verwenden. Die Schwäche Deiner Kinder verlangt, daß man ihnen allen zum Trost werden muß.“

Jesus: „Er würde Mir eine große Freude machen, weil er ein so unverdorbenes Gemüt hat, wenn er sich entschließen könnte, mit seiner Mutter zu leben, solange Ich ihr noch das Leben lasse, nicht, als ob Ich es ihm nicht gönnte, seinen eigenen Haushalt zu gründen und seinen eigenen Herd, nein, nur um der Welt zu zeigen, daß, wenn eine Seele großmütig sich Mir hingibt, wessen Geschlechtes sie sein mag, Ich für sie sorgen werde. Sage ihm einen freundlichen Gruß von Mir, wenn er Mir diese Freude machen will und will als Jungfrau in der Welt leben, denn so will Ich beiderlei Geschlechtes jungfräuliche Seelen, dann wollte Ich ihm eine so herrliche Krone aufbewahren bis zu dem Tag, wo er eingeht in die ewige Herrlichkeit, daß er vor Entzücken aufjubeln und aufjauchzen wird, so daß seine ganze Verwandtschaft sich an ihm erbaut, ihm entgegeneilt und ihn umarmen wird an der Schwelle der Ewigkeit.

Was aber noch das Allerliebste für ihn ist, Ich selbst werde sein übergroßer Lohn sein und werde ihm an der Goldenen Pforte begegnen und Meinem Vater vorführen und Ihm sagen: ‚Dieser ist eine Jungfrau, gib ihm den Platz, der ihm gebührt.‘ Den jungfräulichen Stand möchte Ich erhöhen. Wenn darum von der Männerwelt einer zur Jungfräulichkeit sich entschließt, ist es eine doppelte Krone für die Kirche, eine doppelte Zierde, weil unter der Männerwelt nur noch Priester und Ordensleute jungfräulich leben, alle übrigen Männer nur ganz selten; unter Tausend kaum drei, die ein jungfräuliches Leben führen können. Darum diese Verheißungen. Sage es ihm.“

Barbara: „O Herr, rette doch diese Seele!“

Jesus: „Um der Opfer willen, die ihre Nichte bringt, diesem Opfergeist kann der Herr nicht widerstehen.“

Die letzten drei Tage vor der Wende des neuen Jahrhunderts mußte Barbara in Sühnungsleiden im Bett zubringen. Sie litt an einer furchtbaren Fieberhitze, und es war ihr doppelt schmerzlich, daß sie die schönen Predigten versäumen mußte. Der Herr aber würdigte sich, Barbara zu trösten. Als Samstag nachmittags um vier Uhr die erste Sühneandacht begann, zeigte ihr der Herr, wie das Allerheiligste Sakrament in Rom angebetet wird. Von da an sah sie fortwährend in diesen drei Tagen eine unaussprechlich große Monstranz und den lieben Heiland darin, und es erfüllte Barbara ein so großer Gebetsgeist, daß sie beständig laut betete, und wer kam, mußte mitbeten.

Die liebe Mutter Gottes erschien ihr und betete mit ihr das Ordensgebet mit Einschaltung der Glaubensgeheimnisse. Als es hieß: ‚Der in deinen Schoß, o Mutter, ist gelegt worden‘, da verhüllte Sie Sich und entfernte Sich. Auch die Schutzengel der Liebesbundmitglieder beteten abwechselnd mit Barbara laut; die Engel der Frauen hörte Barbara mit Frauenstimmen beten, die der Männer mit Herrenstimmen. Auch bemerkte sie, wie die Schutzengel nach Bayern hin sehr vereinzelt standen, die nach Preußen hin waren zahlreich, so daß ihre Stimmen rauschten wie ein Fluß. Sie sah auch den Heiligen Vater, wie er am Nachmittag eine Stunde Anbetung hielt, und sie vereinigte sich mit ihm. Später rief Barbara alle Schutzengel der ganzen Welt herbei, daß sie sich mit ihr vereinigten. Sie taten es, aber die meisten waren sehr betrübt und weinten, weil sie ihre Schützlinge nicht herbeibringen konnten. Am Samstag nachmittag, den 30. Dezember, als wir mit Barbara beteten, fiel sie in Ekstase. Es erschien ihr der heilige Johannes.

Barbara: „Ich danke dir, o heiliger Johannes. Ich darf an der Brust meines geliebten himmlischen Bräutigams ruhen. (Barbara wurde zur Vereinigung mit Jesus zugelassen.) O auch eine Gnade für diese meine Freundin. O heiliger Johannes! Erflehe ihr die Gnade, das Gelübde der Jungfräulichkeit ablegen zu dürfen.“

Johannes: „Ich habe es ihr erfleht! Er streckt dir die Hand entgegen zum Zeichen deiner Vermählung, du sollst dich mit Ihm vermählen als Seine Braut.“

Ich danke Dir, wieder eine Braut mehr. O sobald es ihr Beichtvater erlaubt, wollen wir mit vereinten Kräften aus ganzem Herzen Dir dienen, Dich lieben. O daß doch beim Scheiden des alten Jahrhunderts die Herzen umkehren und zu Dir sich wenden möchten. Sie ist jetzt eingegliedert in den Liebesbund. Wir alle versprechen Dir Treue. O verzeihe mir, daß ich manchmal so unwillig bin. O mein Jesus, bitte verzeihe mir!“

Jesus: „Nicht gar lange mehr dauert deine Pilgerschaft. In dem neuen Jahrhundert gehst du mit jedem Tag einen Schritt näher deiner ewigen Heimat zu. Freue dich, Meine Tochter!“

Barbara: „O lieber, guter Jesus! O laß Dich doch noch einmal umfangen von uns als kleines Kind. O unsere Seele sehnt sich so sehr nach Dir.“

Jesus: „Wende dich an Meine heilige Mutter, Sie kann dir diese Gnade gewähren.“

Barbara: „O liebe, süße Mutter! Reiche uns noch einmal das liebe Jesulein!“

Maria: „Ja, Meine Kinder! Sühne sollt ihr leisten und Ich selbst verbinde Mich Tag und Nacht mit Meinen treuen Kindern zur Bitte und Abbitte. Frage Meine Dienerin, wie sie Mich sieht, beständig im Bußgewand. Am Feste der Heiligen drei Könige, dort könnt ihr diese Gnade erlangen, aber jetzt nicht. In diesen Tagen ist das Herz Meines Sohnes sehr bedrängt, und Ich habe Tag und Nacht die Aufgabe, mit Meinen treuen Kindern zu knien vor dem Tabernakel; denn Meine treuen Kinder bestürmen Mich; Ich will ihnen beistehen, Ich will sie unterstützen mit allen lieben, heiligen Schutzengeln. Ich grüße euch alle, Meine Kinder, im Namen Meines Sohnes.“

335 Vigil vor Neujahr 1900

„O diese Toren wissen nicht, daß sie in Meiner Hand sind wie der Topf in des Töpfers Hand.“

Barbara: „Mein Jesus! Ich danke Dir! O Du unendliche Güte Gottes! Du lässest Dich herab zu uns armen Geschöpfen. Ist es möglich, o Herr, wir arme, sündhafte Geschöpfe dürfen uns rühmen, in Deine Nähe zu kommen? Nein, Du kommst zu uns, o Herr! Ich danke Dir im Namen aller, die hier versammelt sind, aller meiner lieben Angehörigen, aller Menschen in der ganzen Welt. Ich grüße Dich, o mein Jesus, durch das allersüßeste Herz Deiner jungfräulichen Mutter; denn Sie allein ist würdig, Dich zu loben und zu preisen, und mit vereinter Stimme wollen wir Dir unser Lob entgegenbringen.

O siehe, wie meine Freundinnen so innig sich abmühen, um Dir Abbitte und Sühne zu leisten. Warum hast Du mich nicht mit ihnen gehen lassen, warum muß ich so armselig im Bett bleiben, kaum, daß ich heute den Mund aufbringe zum Vaterunser. Ist es möglich, daß Du mich heimsuchst an einem solchen Tag? O könnte ich doch um Mitternacht mit meinen Freundinnen in die Anbetung gehen, um Dir einige Sühne zu leisten dort, wo das heilige Meßopfer dargebracht wird. O wie groß ist dieses Jahr! O daß sie es doch erkennten, welche Gnaden ihnen angeboten, und die meisten erkennen es leider nicht. Gelobt sei Jesus Christus!“

Jesus: „Ja, ja, Meine Kinder, so ist es, wie du eben gesagt. Deswegen bin Ich gekommen, dich heimzusuchen in deinem Elend. Ich weiß wohl, Meine Tochter, wie hart es dir ist, daß du im Krankenbett verbleiben sollst an solchen Tagen, wo du gern mit den übrigen dich vereinigen willst, von einer Kirche zur anderen, um Mich anzubeten, Mir eure Huldigung darzubringen. Und es ist recht so, Meine Kinder!

Aber die meisten erkennen Mich nicht. Dieses ist es, weswegen Ich heute abend am Schluß, an der Wende des alten Jahres, und zum Beginn des neuen Jahrhunderts, zu euch komme, um euch einige Worte des tiefen Schmerzes auszudrücken, den Mein Herz bestürmt. O daß sie es doch erkennten, was ihnen zum Heile ist, aber es ist ihnen verborgen, und darum, weil sie die angebotenen Gnaden nicht annehmen und alles Heil von sich stoßen, werden Tage über sie hereinbrechen, wo sie bis ins Mark der Knochen erschüttert werden, wo sie glauben werden, vor Leid vergehen zu müssen. O die törichten Menschen, die glauben, den Himmel auf Erden zu bauen, die suchen, sich herrlich einzurichten; eine Zeitlang ihren Willen zu tun und dann zu sterben und zu vergehen, auf ewig! Aber ach, wie werden sie sich täuschen.

O diese Toren wissen nicht, daß sie in Meiner Hand sind wie der Topf in des Töpfers Hand. Nur einen Schlag, und Ich habe sie vernichtet, und Ich werde ihrer nie mehr gedenken, als nur, um Meinen Zorn über sie auszugießen, um Mich an ihnen zu rächen. Dieses ist es nicht allein, was Mich zu euch herabsteigen läßt, nicht allein, um euch drohende Worte zu sagen, die euch erschüttern. Nein, Ich will Mich in euch trösten, und darum auch euch trösten. Seht, was diese Mir versagen, sollt ihr Mir ersetzen, ihr, die liebsten Kinder Meines Herzens. Geht hin von einer Kirche zur anderen, solange Ich euch die Kraft dazu gebe, wo Ich aufbewahrt werde, wo Ich im stillen Tabernakel wohne und das eucharistische Kreuz aufgerichtet ist, und helft Mir dieses Kreuz tragen, betet Mich an für eure Brüder und Schwestern, die es nicht mehr tun, und in alle Ewigkeit will Ich euch dafür belohnen.

Viele, viele werden sich wieder aufraffen nach den Tagen der Trübsale und werden sich wieder anschließen an euch. Darum wird es euch doch nicht gereuen trotz der vielen Trübsale, die ihr durchmachen müßt mit all den gottlosen Kindern der Kirche, weil ihr seht, daß eure Mühe und Arbeit, euer anhaltendes Gebet belohnt wird durch diejenigen, die noch gerettet werden, die sich noch retten lassen.“

Barbara: „Warum, o Herr, zeigst Du Dich mir in einem so kostbaren Mantel, mit einer herrlichen Krone, die funkelt von Edelsteinen, wie ich sie noch nie geschaut? Die Krone ist geformt wie eine Mitra, oder wie man das heißt, was die Päpste tragen. Der Mantel ist ebenso ähnlich und hängt um Deine hochgebenedeiten Schultern. Mein Jesus, sage mir, was dieses bedeutet?“

Jesus: „Meine Tochter! Du schaust Mich im kommenden Jahrhundert in der heiligen, katholischen Kirche. Dieser Papst, der da kommen wird, die Kirche zu leiten und zu regieren, wird ein glorreiches Regiment führen. Mutig und entschlossen geht er ans Werk. Die Leiden sind vorüber, und er freut sich ob der Früchte, die ihm die vielen Leiden eingetragen, und Ich freue Mich mit ihm; denn Meine Kinder werden Mich anbeten von Ost bis West, von Süd bis Nord. An allen Enden der Welt wird glorreich und herrlich Mein Name angebetet, das Heiligste Sakrament wird verehrt werden wie noch nie seit den ersten Zeiten, ja, wie noch nie, seit die Welt steht. Denn in den ersten Zeiten der Christen war die Christenheit noch klein und unscheinbar, denn die blutigen Verfolgungen hatten alles mit sich fortgerissen, und bis sie wieder in Blüte kam, waren die Christen wieder lau und kalt geworden. Aber dieses Jahrhundert, das da Mir geweiht wird, dem Allerheiligsten Sakrament des Altares geweiht ist durch Leo XIII., diesen Meinen treuen, siegreichen Helden, wird Blüte treiben und Früchte hervorbringen, wie sie die Welt noch nie geschaut. Und nochmals sage Ich euch, was Ich schon so oft wiederholte, daß kein Jahrhundert so viele Heilige geboren und erzeugte, als das neunzehnte Jahrhundert; noch viel mehr aber wird das zwanzigste Jahrhundert gebären, und ihr alle sollt noch einen Teil dieses Jahrhunderts miterleben.

Darum erinnert euch daran, wenn harte Zeiten über euch kommen. Wißt, daß erst der Kalvarienberg kommt, ehe die Himmelfahrt anbricht. Erst müßt ihr mit Mir auf den Kalvarienberg gehen und mit Mir am Kreuz sterben, und dann werde Ich kommen und euch mit Meinen Jüngern auf den Ölberg hinausführen, von wo aus ihr die glorreiche Bahn antreten werdet, die euch zum ewigen Triumphe führt. O die törichten Menschen, die ihre Augen verschließen. Habet acht, Meine Kinder, und werdet nicht irre an der gottlosen Welt. Seht, deswegen habe Ich so großes Mitleid mit Meinen Kindern, weil sie umringt von Schlangen und Skorpionen, umheult von brüllenden Löwen und von gierigen Wölfen, einhergehen müssen.

In jetziger Zeit ist der Pfad so schmal geworden, so eng die Pforte, daß der Fuß nicht rechts und links gesetzt werden darf, um nicht zu straucheln. Schritt für Schritt muß die Seele machen, einzig und allein die Augen auf Mich gerichtet, um nicht zu schwanken, um nicht zu fallen. Darum, Meine Kinder, habe Ich Mir diesen Plan ausgesonnen. Merkt es euch nur, daß Ich immer und überall in eurer Nähe bin, daß Ich euch nie verlassen werde, bis es Mir gefällt, euch zu Mir zu nehmen. Darum tretet ein mit Freuden in das neue Jahrhundert; denn ihr seid gewürdigt worden, teilzunehmen an der Schmach, aber auch teilzunehmen an dem Triumph Meiner Kirche.“

Jesus: (leise zu Barbara) „Jetzt stehe auf und gehe mit deinen zwei Freundinnen in die Anbetung.“

Weil wir nichts davon wußten, und Barbara sich ankleiden wollte, hielten wir sie sehr davon ab, denn wir wußten doch, wie krank sie noch bis jetzt war. Da geriet Barbara in Kampf mit sich und fiel zurück. Der Herr aber kam abermals und winkte ihr mit dem Finger. „Komme, komme!“ Da erhob sie sich entschlossen und ging mit. Da wir im Hochamt um Mitternacht die heilige Kommunion empfingen, ließ der Herr Barbara an Seinem Herzen ruhen, auch war alle Schwäche verschwunden, sie fühlte sich federleicht.

Barbara: „Jetzt sehe ich, daß Du es bist mit Gottheit und Menschheit, mit Fleisch und Blut“.

Jesus: „So bin Ich immer bei dir auf geheimnisvolle Weise wie jetzt. Wenn Ich dich heimsuche, komme Ich wie im Heiligsten Sakrament mit Gottheit und Menschheit, mit Fleisch und Blut.“

Barbara: „Wie können wir Dir danken, o Herr, für so viel Liebe und Güte?“

Jesus: „Haltet fest zusammen und laßt nichts aufkommen. Sucht herbeizuziehen, was sich ziehen lassen will. Denn es ist ein großer Unterschied zwischen den Frommen, die sich euch anschließen, und den anderen. Die ersten fallen nicht mehr in die Todsünde zurück, während ein Windstoß genügt, jene anderen von Mir wegzublasen. Sie haben keinen festen Halt.“

336 Donnerstag am 4. Januar 1900

„Gestraft ist sie, nachdem sie im Glanz und in Üppigkeit und Reichtum gelebt, diese Meine jungfräuliche Braut, und stolz geworden ist.“

Lied: Meinen Jesus laß ich nicht ...

Barbara: „O mein Jesus! Ich bete Dich an aus dem Abgrunde meines Nichts. Ich danke Dir für alle empfangenen Gnaden und Wohltaten. Von Herzen bereue ich all die Nachlässigkeiten und Sünden, die ich wider Dich begangen, verzeihe mir, o Herr, trotz der vielen Gnaden und Liebeserweisungen, denn auch die Leiden sind Zeichen Deiner Liebe, und doch bin ich manchmal so undankbar. O gib mir wieder den Eifer, den ich ganz verloren. Siehe, wenn ich früher so eine Zeitlang den Eifer verloren hatte, so hatte ich dann jedesmal nach vergangener Krankheit wieder einen ganz neuen Eifer. Ich weiß nicht, was ist. Ich kann nicht mehr so beten und mich mit Dir erfreuen. Bin ich denn schuld? Wie warst Du oft so liebenswürdig mit mir; ich habe mich immer gefreut, wenn ich in die Kirche kommen konnte. Ich kann nicht mehr, o Herr! Ich weiß nicht, was anfangen. Gelobt sei Jesus Christus!“

Jesus: „Meine Kinder! Gern und mit Freuden bin Ich in eure Mitte gekommen, um euch Aufschluß zu geben über derartige Dinge, wie du Mir eben vorlamentierst. Du weißt nicht, was das ist, daß du keine Liebe mehr fühlst, und deine Freundin, die in demselben Grad wie du eben lamentiert, ist befangen von einer Unwissenheit und möchte Aufschluß haben. Ja, Meine Kinder, Ich will euch Aufschluß geben. Seht, ein Jahrhundert ist wieder verflossen. Meine Kirche, statt daß sie in höchster Blüte stehen sollte, nachdem neunzehnhundert Jahre vorübergegangen, da vor neunzehnhundert Jahren Ich sie gestiftet habe und in eurer Mitte wohne, sollte es möglich sein, daß man nicht mit Dankbarkeit sich erinnere an die großen Wohltaten eines Gottes? Und doch bringt man Mir statt dessen nur Undank, Gleichgültigkeit und Kälte, von Jahrhundert zu Jahrhundert mehr, entgegen. Und doch ist es wahr, daß Ich Meine Geschöpfe liebe, daß Ich Meine Kinder an Mein Herz drücken möchte, daß Ich sie Meinem Vater zuführen und Ihm sagen möchte: ‚Siehe, Vater, dieses ist das Geschlecht, das Du erschaffen, das Ich erlöst, das Dein und Mein Geist geheiligt hat. Siehe, dreiunddreißig Jahre bin Ich mit ihm gewandelt, und es liebt Mich nicht.‘

Seht, Meine Kinder, dieses ist die Ursache, warum so große Finsternis euer Herz beschränkt, weil ihr Sühne und Buße leisten sollt für die abgefallene Menschheit, für die gottlosen Kinder Meines Herzens. Ein neues Jahrhundert ist angebrochen. Ich habe dieses Geschlecht gezüchtigt. Ich will seiner Sünden wieder vergessen; aber es müssen Werkzeuge da sein, um derentwillen Ich vergessen kann. Deswegen, Meine Kinder, werdet nicht irre. Ich habe euch an Mich gezogen, Meine Liebe euch kundgetan. Nun müßt ihr mit Mir den Kalvarienberg hinauf, das Kreuz müßt ihr mit Mir schleppen, um so die undankbaren Kinder Meiner Kirche wieder auszusöhnen mit Mir.

Geht in die ganze Welt, ja geht dorthin, wo man noch wähnt, Mir zu dienen und treu zu dienen, und seht euch um unter den einzelnen Mitgliedern, die sich Mir geweiht haben, die Ich Mir erwählte, einzig und allein für Mich zu leben. Was findet ihr? Anstatt Liebe nur Unfrieden. Jeder ist unzufrieden mit seinem Stand, auch wenn Ich ihm alles getan habe, ist er doch nicht zufrieden. Dank sollte Ich ernten, und Undank ist Mein Lohn, der schwarze Undank derjenigen, die in der Welt leben und vorgeben, Mir zu dienen.

Auch wenn Ich sie noch so mit zeitlichen Gütern gesegnet habe, wenn Ich ihnen alles getan habe, was nur zu einem soliden Leben gehört, was ernte Ich dafür? Undank und nichts als Undank! Seht, Meine Kinder, dafür muß es Werkzeuge geben, die diesen Undank Mir zu belohnen wissen durch ihre Dankbarkeit und Gegenliebe. Diese müssen ersetzen, was andere Mir versagen, und weil der Mensch nur dann erst recht verdienen kann, nur dann Mich trösten kann, wenn er nicht getröstet ist, wenn er auf alles verzichtet und nur einzig und allein Mein Wohlgefallen im Auge hat, nur dann erst kann der Mensch verdienen und Mir Ersatz und Sühne leisten. Darum, Meine Kinder, werdet nicht irre! Wenn Ich mit Trockenheit und Trostlosigkeit dich heimsuche, gehe hin, sei nicht trostlos. Gehe nicht von dieser Stätte, ohne Meinem göttlichen Herzen erst innigen Dank zu sagen. Seht, euretwegen bin Ich gekommen, damit ihr an dem morgigen Tag, wo Mir ganz besonders in dieser Stadt Abbitte und Sühne geleistet wird, auch eure Liebe Mir erwidern, euren Dank Mir darbringen könnt.“

Barbara: „Mein Jesus! Du bist bereit, den Deinigen die Gnaden tausendfältig zufließen zu lassen an diesem Tag. O ich danke Dir! Tausendfacher Segen strömt aus Deinem Herzen über diese Stadt. Dank Deinem süßen, lieben Herzen! Dank aber auch denjenigen, die diese Andacht eingeführt, der guten, edlen Dienerin Deines Herzens, die so opferwillig ist, die gewürdigt ist, daß diese Andacht nunmehr gehalten werden kann. O mein Jesus! Ich bitte Dich aber auch, Du hast schon vieles gewirkt; es ist manches besser geworden. O man hat in der Neujahrsnacht den Segen gespürt, daß die Sühnungsmesse gehalten wurde; denn es war kein Trubel wie in den früheren Jahren. Man sagt, es wäre so ruhig gewesen, und man hat nicht gehört, daß jemand ein Leid zugefügt worden ist, während es in einer Nachbarstadt anders war. Nicht wahr, das hast Du getan, Dein schützender Arm lag über der Stadt. O daß doch alle Menschen Dich erkennten, aus ganzem Herzen liebten, aus allen Kräften Dich lobten und ehren möchten! Ich bitte Dich in den großen Anliegen von N. O erleichtere ihnen die Last.“

Jesus: „Arm, klein und verachtet müssen alle diejenigen werden, die Anteil nehmen wollen an der großen Aufgabe, die Ich euch zugedacht. Alles, was Ich dir versprochen habe seit langen Jahren, habe Ich jetzt in Erfüllung gehen lassen, und du siehst es vor Augen. Erinnerst du dich noch, als Ich dir die Weltlage zeigte? Es ist schon länger als ein Jahrzehnt her, als Ich damals zu dir sagte: ‚Siehe, zu dir will Ich Mich flüchten, an deinem Herzen will Ich ausruhen, o teile du doch wenigstens den Schmerz mit Mir, den Mir die undankbaren Kinder Meiner Kirche zufügen.‘ Nicht wahr, da hättest du nicht geahnt, daß du alles dies in Erfüllung gehen sähest, wie du es seither gesehen hast.

Als Ich dir den Vater der Christenheit, das Oberhaupt der Kirche, zeigte als ein Licht, das die ganze Welt erleuchte, da verstandest du es nicht. Jetzt aber verstehst du es. Und als Ich dir zeigte, daß du ihm behilflich sein müssest in seinem Amt, siehe, alles dieses ist jetzt in Erfüllung gegangen, und du siehst es vor Augen. Dieser war bestimmt, das Hochheiligste Sakrament, die hochheilige Eucharistie, in der Ich als Gott und Mensch unter euch wohne, die Quelle, die da sprudelt unter euch, die da ganz verstaubt und verschüttet gewesen, wieder aufzudecken, Mein Volk herbeizuführen. Dir habe Ich die Aufgabe gesetzt, zu dir habe Ich gesagt, daß Ich ein Band schlingen will, und daß, wer von diesem Band sich umschlingen läßt, gerettet ist, daß ein Damm soll errichtet werden.

Siehe, wie dieser, Mein Stellvertreter, alle deine Worte bestätigte, an dieser Jahrhundertwende. Darum fahre fort, Meine Tochter, werde nicht müde, habe Geduld und harre aus, und du wirst noch herrliche Früchte sehen von deinem Leiden, aber auch ihr, ihr alle, die ihr die Worte höret, die Ich in Meiner Dienerin spreche. Freuet euch! Denn alle, die Ich herbeiführe, gehen nicht ohne Trost und ohne neue Kraft und neues Licht hinweg, ausgenommen diejenigen, die mit Schattenseiten kommen, die halb und halb nur tun wollen, was ihnen gerade beliebt, und was ihnen nicht gefällt, verwerfen. Freilich, so kamen gar viele auch zu Mir. Jener reiche Jüngling, der Mir nachfolgen wollte, hatte dunkle Schattenseiten, obwohl er auch rechte Lichtseiten hatte. Er war ein sittenreiner Jüngling und wirklich guten Willens. Seine Schattenseite aber war, daß er zu fest an Reichtümern hing und an Ehren und Freuden dieser Welt.

Andere, die da kamen, freilich mit ungläubigem Herzen, die da nur an solche Dinge glauben als Hysterie, weibisches Gedusel, freilich, ein solcher Mensch hat keinen Sinn, so wenig wie der Pharisäer, der zu Mir kam und Mich nur belauern wollte, um etwas herauszufinden und anderen sagen zu können: Ja, der ist der Zimmermanns Sohn; was will der uns vormachen, der Teufel ist in ihm, glaubt ihm nicht. Wundert euch nicht, wenn es Menschen gibt, die nicht glauben, auch wenn sie offen und frei Meine Hand sehen. Sie leugnen es rund hinweg, weil das Herz, das in ihnen schlägt, vom rechten Weg abgewichen ist.

Es wird noch lange und noch viele Mühe kosten, bis Meine Kirche wieder auf den Standpunkt gestellt ist, von dem sie weggerückt war durch die Gottlosigkeit Meiner Kinder. Meine eigenen Kinder sind schuld, Meine Kinder sind die Ursache, daß Meine Kirche, die zwar niemals untergeht, deren Glanz aber verblichen ist und verbleichen wird, sooft Meine Kinder vom rechten Weg abweichen.

Denn sobald im Alten Bund die Bundeslade in die Hand der Feinde gefallen war und Ich dieses zuließ zur Strafe für Meine treuen Söhne, Mein auserwähltes Volk, mit dem Ich doch gerade so war, wie Ich jetzt bin mit Meiner Kirche, und nur dann erst dieses heilige Gezelt wieder in die Hände Meiner Kinder zurückkam, nachdem sie Buße getan hatten und gesühnt hatten ihr Unrecht, ebenso, wenn es auch immer wahr ist, daß Ich alle Tage bei Meiner Kirche bin bis zum Ende der Welt, und daß niemals die Pforten der Hölle sie überwältigen werden, ist und bleibt es ebenso wahr, daß, wenn Meine Kinder abgewichen sind vom rechten Weg, der Glanz verbleicht und sie in Hintergrund tritt, zur Strafe für Meine eigenen Kinder. Gestraft ist sie, nachdem sie im Glanz und in Üppigkeit und Reichtum gelebt, diese Meine jungfräuliche Braut, und stolz geworden ist. Stolz war sie geworden, Meine jungfräuliche Braut. Sie wollte Mich als ihren Bräutigam nicht mehr hochhalten; sie wollte nebenbei mit der Welt liebäugeln, und das verdroß Mich gar sehr, und sie mußte gestraft werden, sie mußte dieses fühlen.

Deswegen nahm Ich alle ihre Rechte hinweg, was mit der Welt sie in Verbindung setzen konnte. Sie mußte arm werden, so arm, daß sie mit Mir an das Kreuz steigen mußte und von fremder Hand mußte ernährt werden. Die Zeit ist vorüber, und es wird nicht mehr lange dauern, bis sie wieder auf den Glanzpunkt gerückt sein wird. Aber dazu brauche Ich noch Werkzeuge, die das Fundament bilden, worauf der Bau, der da zerbröckelt ist von außen her, die Mauer, das Gebäude Meiner Kirche ist Stein um Stein abgebrochen, dieses Fundament muß aufgebaut werden auf heiligen Gliedern. Heilige müssen sich bilden, und Gott sei Dank, es gibt wieder solche.

Das neunzehnte Jahrhundert hat viele Heilige gezeugt und das zwanzigste Jahrhundert wird noch viel mehr erzeugen. Darauf, auf diesen Gliedern, die das Fundament Meiner Kirche sind, wird sie wieder emporsteigen, Meine jungfräuliche Braut, auf jene Höhe, von der die ganze Welt sie sehen wird, und jedermann wird ihre Schönheit und Größe anerkennen und bewundern. Darum, Meine Kinder, fürchtet nichts, alles, was Ich euch auftrage, bis ins Kleinste zu erfüllen. Alle, die Ich herbeiführe, glaubt nicht, daß ihr je Anerkennung finden werdet. Alle eure Mühen und Opfer, sie werden, nachdem ihr sie gebracht, verschmäht werden. Doch werde Ich euch immer so viel Licht und Trost zukommen lassen, daß ihr nicht erliegt in all eurem Kummer und Sorgen. Dieses ist das geheimnisvolle Kreuz, das jedes Mitglied des Liebesbundes tragen muß. Wer einen anderen Weg sucht, ist kein Mitglied des Liebesbundes. Verachtung, Verspottung, Verdemütigung ist der Weg, auf dem ihr wandeln müßt. Darum wundert euch nicht, wenn Dinge vorkommen, die euch fremd sind, die ihr nicht versteht. Offen und frei den Glauben bekennen überall, wo ihr euren Fuß hinsetzt.“

Barbara: „Mein Jesus! Nicht wahr, Du lässest doch N. noch am Leben? Sie will doch auch noch recht viel verdienen, die Kirche noch stützen helfen. Ich bitte Dich auch für den Priester, der so gern noch leben möchte. O laß doch solche, die guten Willens sind, die sich anschließen wollen an das Geheimnis Deiner Liebe, noch am Leben. Denn ein Geheimnis ist es, das viele nicht begreifen; diejenigen aber begreifen es, die danach leben und tun wie alle meine Geschwister.

Sieh, wenn es alle Menschen so machten, wäre es anders in der Welt. Sieh, wie sie alle einsehen, daß der Kreuzweg der königliche Weg ist, wie sie alle so zufrieden sind, auch wenn sie noch so arm und elend sind; die meisten Menschen, die sich anschließen, wollen von ihrem Kreuz befreit sein. O führe alle, die kommen, zufrieden mit ihrem Kreuz hinweg, nicht mehr, daß sie ihr Kreuz abschütteln wollen, und die Reichen recht opferfreudig, wie die paar Seelen, die Du Mir zugeführt. Siehe, wie sie eine heilige Freude in sich haben. So laß alle anderen dasselbe erkennen, daß der Liebesbund sich recht ausbreite.“

Jesus: „Deswegen müßt ihr Geduld haben, Meine Kinder! Wenn ein Kind anfängt zu laufen, muß es die Mutter noch an der Hand führen, und wenn eine Seele anfängt, etwas Großes zu tun, wie das ist, den Weg der Vollkommenheit zu betreten, das ist wirklich etwas Großes, dann ist sie wie ein Kind an der Hand der Mutter, sie muß geführt werden, die Seele. Darum Geduld haben mit allen, die Ich euch zuführe; alle die Fehler müßt ihr ertragen und mutig und wacker vorwärts schreiten bei allem, was vorkommt. Seht, wäret ihr in all den Verachtungen und Verdemütigungen, die euch von allen Seiten zukamen, mutlos geworden und hättet den Leuten ausweichen wollen, wäre all das nicht gewonnen worden, was jetzt schon gewonnen ist. Warum meint ihr wohl, daß die Leute hier in dieser Stadt so freigebig geworden sind im Geben?

Wenn auch viele sagen, sie glauben nicht, im Herzen glauben sie doch, und jeder, der noch einigermaßen ein guter Christ ist, strebt danach, sich sicherzustellen. So soll es allmählich in der ganzen Welt werden, in der ganzen heiligen Kirche, soweit Meine Kirche geht. Im Kreuztragen, in der Verachtung, soll Meine Kirche emporsteigen, so wie Ich es schon einige Male gesagt habe, am Fest Kreuzerhöhung, daß Meine Diener anfangen müssen, das Kreuz zu vergolden mit ihrer Liebe. Ich habe dir einmal gezeigt an einem solchen Fest, ein Kreuz von der Erde bis zum Himmel ganz in reinstem Gold. Erst aber habe Ich dir dieses gezeigt als rauhes Holz, und dann erst vergoldet. Wißt ihr, Meine Diener, dieses Holz ist der Kreuzweg, den ihr zu gehen habt. Weil die Welt so gottlos geworden ist, ist der Weg eines Priesters ein gar harter und rauher Weg. Viel hat er zu kämpfen und vielen Undank dafür zu ernten. Aber indem er tut, wie Ich euch sage, all den Undank übersieht, den sein Amt ihm einträgt, und all den Undank mit Liebe erwidert, dadurch vergoldet er das Kreuz, er umfaßt es und trägt es mit Freuden. Und so soll Meine Kirche wieder zur Blüte gelangen, und nur so, wenn die Priester und das Volk das Kreuz umklammern und Mir nachtragen, das nackte Kreuzholz.“

Barbara: „Was soll die Klosterkandidatin machen?“

Jesus: „Sie soll erst anfangen, Mich wahrhaft lieben zu lernen. Lieben lernt man nur im Entsagen, im Entsagen seines eigenen Willens. Meine Seele! Du mußt ganz von deinem eigenen Willen abstehen, du mußt alles über dich ergehen lassen, du mußt feststehen und auch zeigen, daß du männliche Kraft besitzest, um etwas zu leiden und zu dulden für deinen Herrn, Willenskraft will Ich sagen. Der Mensch muß seine Kraft einsetzen, nicht Wunder verlangen, wo er sich selbst durcharbeiten kann; dann bin Ich bereit, ihm zu helfen. Ja, ja, Mein Kind, du mußt entsagen lernen.“

Dann kam die liebe Mutter Gottes.

Barbara: „O liebe Mutter! Nur ein einziges, kleines Wörtchen für Deine treuen Kinder.“

Maria: „Stehe fest, Mein Kind, und wanke nicht, Wenn das Licht zurückkehrt, wirst du nicht lange mehr leben, dann sollst du dich vorbereiten, daß Mein Sohn kommt und dich in die ewige Heimat, in die ewigen Gefilde abholt. Dort an der Goldenen Pforte wirst du Mich erkennen.“

Barbara: (Lange Fürbitte für die ganze Welt.) „O Du hast ja mein Herz mitgenommen. O mein Jesus, Barmherzigkeit!“

Lieschen fürchtete sich, ihr Logie verlassen zu müssen, falls ihre Bekannten, von denen sie einigen Schutz hat, wie sie es vorhatten, fortzögen. Der Herr aber sagte:

Jesus: „Was geht das sie an, was andere machen, sie soll bleiben und sich keine unnützen Sorgen machen. Ich werde sorgen, daß ihr nichts vorkommt.“

337 Fest der Heiligen Drei Könige 1900

„Sein Blick war ein so durchbohrender, durchdringender, ein so leuchtender, daß er mir durch die Seele ging und ich wie ohnmächtig zu Boden fiel.“

Lied: Drei Könige ...

Barbara: „O mein allerliebster, süßer Jesus! Du Bräutigam meiner Seele! Mit welchen Gefühlen des Dankes möchte ich Dir heute entgegengehen! O mein Jesus! Mein herzallerliebstes Brüderchen! O komm, liebe Mutter, reich Es mir dar, wie Du Es heute den Hirten und den Heiligen Drei Königen dargereicht hast.“

Und ich sehe in weiter Ferne Staubwolken aufwirbeln. Es ist der Zug der Heiligen Drei Könige. O mein Jesus! O mein allerliebstes Brüderchen! Sieh, welchen Zug Du doch hast in Deiner Schöpfung! Du armes Kind! Du liegst so verborgen hier im Stalle in einer Krippe. Kein Mensch läßt sich blicken als die armen Hirten, Deine heilige Mutter und Dein heiliger Nährvater. Und doch kommen auch aus den besseren Ständen, wie man sich auszudrücken pflegt, weise Männer Dich besuchen. O ich will mich ihnen anschließen. Gelt, mein liebes Brüderchen, sie kommen eben von Jerusalem, vom gottlosen König Herodes und beraten sich unterwegs und bereden sich, wie es möglich sei, daß man im eigenen Land, wo dieses liebevolle, göttliche Kind, der Erlöser der ganzen Welt, geboren ist, sich so gar nicht darum kümmert, um diese hohe, majestätische Geburt.

Und sie gehen kopfschüttelnd dahin, der eine mit den Eindrücken noch beschäftigt, die dieser Königspalast und diese Umgebung auf ihn gemacht; der andere, und zwar der liebe, gute Balthasar ist aber mit viel höheren Dingen beschäftigt. Sein Geist durchforscht all die prophetischen Stellen und von Zeit zu Zeit wirft er eine dieser Prophetenstellen ins Gespräch mit ein, um seine Mitgefährten aufmerksam zu machen und sie vorzubereiten auf das, was sie bald finden werden. Wie verschieden sind doch auch unter den Heiligen wieder die Gesinnungen! Sie alle drei streben ein und dasselbe Ziel an. Sie wollen Jesus Christus suchen, und doch ist der eine wieder viel vollkommener als der andere. Dieser Melchior ist noch beschäftigt mit den Gedanken, wie man hier in diesem Palast lebt und wirkt, wie weltlich die Gesinnungen der ganzen Umgebung dieses Herodes sind, und wie fleischlich, wie irdisch dieser König gesinnt ist. Der andere hat schon höhere Gesinnungen. Er denkt über den wunderbaren Gang der Dinge nach, wie er von Gott, dem unsichtbaren, dem unbekannten Wesen, das er schon so lange Zeit studierte, aufgefordert wird, dieses göttliche Kind aufzusuchen, dieses Königskind. Der dritte aber, und zwar Balthasar, ist einzig und allein mit dem Gegenstand seiner Liebe beschäftigt. Er hat keine anderen Gedanken mehr, als dieses göttliche Kind zu sehen, an sein Herz zu drücken, in seine Arme zu nehmen, sein holdseliges Angesicht zu schauen.

Nun sind sie angekommen an der Hütte, an dem Palast, den sie sich nicht erträumt; denn sie wußten ja nicht, daß ein Königskind geboren werden soll in einem zerfallenen Stall, in einer Felsenhöhle, ein Fremdling, ein Findlingskind, das so auf der Reise von der armen Mutter geboren wird, und weil sie keine andere Herberge findet, in diesen Stall sich flüchtet. Aber, gelobt sei Jesus Christus, welch himmlische Klarheit, welcher Widerschein dieses ewigen Lichtes. Ja, ja, ihr verdient es. O ich bete Dich an, o göttliches Kind, mit Deinen Dienern, die Du hierher geführt und der ganzen Welt, der Du Dich verkündigen willst durch sie; denn heute erscheinst Du nicht nur den Juden, sondern auch den Heiden und somit der ganzen Welt, der ganzen damals lebenden Welt. O mein Jesus! Du göttliches Kind! Ich grüße Dich mit diesen drei heiligen Männern, mit ihrem ganzen Gefolge. O liebe Mutter! Ich grüße Dich durch das allersüßeste Herz Jesu Christi, Deines vielgeliebten Sohnes. O wie freue ich mich, Dich so schauen zu dürfen. Ihr Gewand ist wie das blaue Firmament. Ihr Mantel, Ihr Kleid, Ihr Unterkleid frisch wie rote Rosen, purpurn wie das Blut, das einstens fließen soll vom Kreuzesstamm herab auf die sündige Welt. Ihren weißen Schleier umleuchtet ein Lichtglanz. O du selige, o du fröhliche Weihnachtzeit!“

Lied: O du heilige ...

Währenddessen legte ihr die liebe Mutter Gottes das Jesuskind auf die Arme, das sie mit Wonne betrachtete und lange wiegen durfte. Sie sang unterdessen das Lied: „Stille Nacht ...“

Barbara: „O Du holdseliges, süßes Jesulein! Liebes Brüderlein! O herzallerliebstes Kind! O sei mir viel tausendmal gegrüßt im Namen Deiner heiligen Mutter, der lieben Heiligen Drei Könige und allen ihren lieben Dienern und Dienerinnen, die sie begleiteten. O ich grüße Dich, o allersüßestes, holdes Jesulein mit meinen Mitschwestern und Angehörigen im Namen der ganzen Welt. Mein liebes Kind! O laß Dich wiegen von Deiner armen Dienerin! O mein süßes Kindlein, ich grüße Dein Herzlein, im Namen meiner lieben Mitschwestern grüße ich Dich. O mein süßes Kindlein! Wir versprechen Dir heute, daß wir Dir Freude machen wollen. Wir wollen glauben. O gib uns nur Kraft und Stärke, all die Leiden und Widerwärtigkeiten zu ertragen. Siehe, schon vierundfünfzig Jahre kämpfe ich jetzt um die Krone, die Du mir vorgehalten. Nur noch wenige Jahre, dann nimmst Du mich zu Dir. O wie freue ich mich auf den Tag, wo ich nie mehr von Dir getrennt werde.“

Jesuskind: „Einen herzlichen Gruß von Meiner lieben Mutter, Meinem heiligen Nährvater und auch den lieben Engelein, die Mich begleiten.“

Barbara: „Ich danke euch im Namen meiner lieben Mitschwestern! O liebe Mutter! Wie bist Du so schön, wie bist Du so liebreizend. O ich habe heute das große Glück, noch viel mehr Freude wie an der heiligen Weihnacht. Wie danke ich Dir!

Luise: „O komme, lieb Jesulein, auch zu mir, Luise. Mein Herz verlangt gar sehr nach Dir.“

Barbara: Wie ein Pfeil, so geschwind, eilt Es zu dir hin. „O komme auch zu Lieschen. Eben eilt Es zu dir hin.“

Sie hielt es einige Minuten. O komm auch zu N.

Barbara: „Eben kommt es zu dir. O wie lieb und freundlich schaut es dich an. Geh auch noch einmal zu meiner Schwester und nach N. und N. O liebes Jesulein! Mach doch meine Schwägerin so weit gesund, daß sie aufstehen kann, daß ich Dir noch nachlaufen kann. (Lange Bitten).“

Jesus: „Amen! Amen, das heißt soviel wie: Es geschehe! Aber befreien kann Ich sie nicht ganz von ihren Leiden; aber doch so weit wieder herstellen, daß du Mir nachlaufen kannst.“

Barbara: „O lieb Jesulein! Bessere auch die Gesundheit von N. ein wenig, daß sie Mut bekommt, Dir zu dienen. O wie lächelt das liebe Kind, was ist es eine Freude in einer Seele, die bereit ist zum Opferleben.“

Jesus: „Du machst noch kleine Schrittchen, aber freue dich, es kommt die Zeit, wo du mit Riesenschritten auf Mich loseilst. Du bist ja Meine Braut geworden.“

Barbara: „O liebes Jesulein! Gelt, Du nimmst N. auch dieses Jahr noch nicht hinweg?“

Jesus: „Kein Gedanke, noch dieses Jahr zu sterben. Am Beginn eines neuen Jahrhunderts, an der Wende eines alten und zum Beginn eines neuen Jahrhunderts, ist es Meine Sitte, daß Ich die Meinigen erinnere an die Hinfälligkeit des Lebens und daß Ich sie vorbereite auf ihre eigentliche Heimat. Dort ist euer aller Heimat, und jetzt an der Wende dieses Jahrhunderts, ist es billig und recht, daß ihr mit jedem Tag an eure Heimat euch erinnert, an eure eigentliche Heimat. Meine Kinder! Seht, was Ich euch eigentlich lehren will. Ich habe dir die Gesinnung dieser Männer gezeigt, als sie von Herodes weggingen und auf Mich zueilten, und wie ihre Gesinnungen verschieden waren. Damit wollte Ich euch zeigen, was das Vollkommenste ist.

Diese drei habe Ich berufen, an Meiner Krippe Mich anzubeten. Sie strebten aus verschiedenen Himmelsgegenden ein und dasselbe Ziel an, Jesum, ihren Herrn, zu suchen, ihren Erlöser aufzusuchen. Und doch war ein großer Unterschied in der Vollkommenheit dieser Sucher. Der eine reißt sich ganz unaufhaltsam los. Er hatte Weib und Kind, und diese ließ er alle zurück. Doch eilte er wieder in seine Heimat, nachdem er Mich aufgefunden hatte, kehrte aber alsbald wieder zurück mit seiner Tochter, um sich in der Nähe niederzulassen, wo Ich Meinen Aufenthaltsort hatte. Obwohl er nicht genau wußte, wo Ich Mich aufhielt, wollte er doch sicher sein, und damit es ihm nicht entgehe, wo Ich Mich aufhalten werde, wählte er dieses Land und blieb da, bis die Zeit der Prophetien erfüllt war. Dieser Mann war der Vollkommenste. Es ist Balthasar.

Und seht, zu eurem Troste will Ich es sagen, euch dieses erklären. Er hatte eine einzige Tochter. Sein Weib war unterdessen gestorben, und diese Tochter hatte er mit aller Sorgfalt erzogen, ihr seine Gesinnung beizubringen gesucht. Aber sie hatte nichts weniger als seinen frommen Geist in sich aufgenommen. Sie war, als sie zu einer blühenden Jungfrau herangewachsen war, eine Welttochter geworden. Sie suchte nur ihr Vergnügen in der Welt, und ihr Vater hatte alle Mühe, sie mit knapper Not im Glauben an den Messias zu erhalten. Dieser Balthasar war in der Nähe. Er durchlebte die ganze Zeit, wo Ich auf Erden war, als Ich in den drei letzten Jahren lehrte und heilte, zog er mit, war Zeuge der Wunder und war ganz und gar in Meinem Geist aufgegangen. Und weil er ein so treuer Jünger geblieben, hatte er das große Glück, in seinem hohen Alter Mich zu begleiten auf den Berg Kalvaria. Er stand unter den heiligen Frauen, unter den wenigen Gutgesinnten, und das kostbare Blut, das aus Meiner Seite geflossen, träufelte auf ihn, und er wurde noch mit der Bluttaufe getauft durch das kostbare Blut, das vom Kreuze herab auf ihn träufelte. Seine Tochter war schon vor ihm hinweggegangen, als dieses geschah. Sie hatte durch einen Verführer ein unglückliches Ende genommen. Sie hatte der Welt gedient, und von der Welt betrogen und getäuscht, ist sie auch gestorben wie ein Weltkind stirbt.

Die übrigen zwei hatten Meinen Kreuzestod nicht erlebt, weil sie auch nicht so vollkommen waren wie dieser Balthasar. Er hatte sich ganz Mir geschenkt, sein ganzes Sein und Streben war in Mir aufgegangen. Er wollte nur noch den Tag der Erlösung des Menschengeschlechtes erleben, und er hatte ihn erlebt. Und als Ich Meinen Geist in einem lauten Schrei aufgegeben hatte am Kreuzesholz, da durchbebte seine Seele, seinen Körper eine heilige Freude, und seine heilige Seele löste sich los und entfloh mit der meinigen. Sie fuhr zwar mit Mir durch die Vorhölle, begleitete Mich durch sie hindurch und eilte mit Mir hinüber in die himmlischen Gefilde. Seine zwei Gefährten hingegen, weil sie nicht so vollkommen waren, durften den ersehnten Tag der Erlösung nicht schauen. Sie starben lange Zeit vorher und mußten die ganze Zeit, wo Balthasar noch lebte und das Glück hatte, Mir nachzufolgen, in der Vorhölle fern von Mir zubringen. Sie schauten nicht das holdselige Angesicht, das alle Menschen entzückte, die mit gutem Willen Mich sahen und an Mich glauben wollten.

Seht, dieses ist es, was Ich euch lehren will. Du, Meine Tochter, Mein Kind, du bist jetzt Meine jungfräuliche Braut geworden. Dir zuliebe gab Ich diese Belehrung. Siehe, du hast Mir schon viel Freude gemacht, und Ich weiß, daß du dereinst glänzen sollst durch deine Verdienste, die du dir in dieser Stadt erwerben sollst deinen Mitmenschen gegenüber. Darum, Meine Tochter, raffe dich auf, schließe dich an Meine drei geliebten Töchter an; ein vierblättriges Kleeblatt sollt ihr bilden. Du sollst diesem Balthasar folgen, nicht halb und halb noch mit der Welt halten, nicht ein bequemes Leben suchen, noch so halb und halb wie seine zwei Genossen. Sie gingen wieder zurück in ihre Heimat und glaubten an den Erlöser. Sie suchten, Ihn zu lieben und Ihm zu dienen; aber nebenbei doch wollten sie nicht aus ihrer Bequemlichkeit herausgehen. Sie wollten mit Frau und Kinder fortleben und ihre Familie in Ehren und Segen halten, in zeitlichem Segen, die Güter ihrer Familie noch mit vermehren helfen.

Sie wurden auch Heilige, aber doch nicht wie Mein Diener Balthasar. Er verließ seine Heimat und ließ sich in der nächsten Nähe, wo er gewiß wußte und denken konnte, daß der Erlöser einstens auftreten werde und allem Volk das Heil verkünden werde, nieder. Er wollte die Stimme des Erlösers hören, seine Ohren wollten Seine Worte, Seine Stimme vernehmen, sein Mund wollte von Ihm und mit Ihm reden, sein Verstand wollte sich beschäftigen Tag und Nacht mit dem, was er von Ihm sieht und hört. Deswegen verdiente er das große Glück, ohne Fegefeuer, welches doch die Vorhölle ist und war, in den Himmel einzugehen. Er durcheilte nur diesen Ort zum Trost seiner Brüder, zur Freude Meiner Mutter und zur Freude aller frommen und gerechten Seelen, die in späteren Jahren sich an ihm erbauen.“

Barbara: „Glücklicher Balthasar! Wie bist du so glücklich! Ich grüße dich im Namen meiner Mitschwestern. O sage uns doch, wie du es gemacht, daß du dir so große Gnade verdient?“ Balthasar: „Ja, meine Freundinnen! Ich ließ mich in der Nähe vom Jordan nieder mit meiner einzigen Tochter und einigen meiner Diener. Ich machte mich los von allem, was mir hätte hinderlich sein können, dem Erlöser zu folgen, dem lang ersehnten Erlöser nachzufolgen. Einmal hörte ich, wie ein großer Mann, es war Johannes der Täufer, lehrte und sprach, daß nach ihm ein anderer kommen werde, der viel größer sei als er, und daß dieser Derjenige sei, Der die ganze Welt erlösen werde.

Da sah ich einmal einen Jüngling auf der Reise. Tag und Nacht war ja mein einziges Sinnen und Trachten, im Traum sogar war ich beschäftigt mit diesem Kind, das ich einstens geschaut und dessen Antlitz ich mir so tief eingeprägt, daß ich mir immer dachte, wenn ich Es als Jüngling sähe und als erwachsenen Mann, müßte ich die Züge dieses holdseligen Kindleins noch kennen. Nachdem ich nun die Worte dieses Propheten gehört hatte, war ich auf der Reise, und es begegnete mir dieser eben genannte Jüngling. Ich betrachtete seinen Blick, ohne zu wissen, wer er sei. Mein Inneres sagte mir: Dieser ist es, dieser ist es. Und ich betrachtete diesen Jüngling; er war 20 bis 30 Jahre alt, und sein Blick war ein so durchbohrender, durchdringender, ein so leuchtender, daß er mir durch die Seele ging und ich wie ohnmächtig zu Boden fiel.

Meine Tochter und die Diener, die mich begleiteten, hoben mich auf und wußten nicht, was mir begegnet sei. Ich aber war entzückt in dem, was ich geschaut. Ich hatte meinen Erlöser gesehen. Ich blieb still und verschlossen, aber ich wußte, daß dies Derjenige ist, der kommen wird, die Menschen zu erlösen. Es vergingen noch einige Jahre, und es hieß in ganz Palästina: ‚Ein Mann ist aufgestanden, ein Prophet. Dieser muß der Erlöser sein.‘ Von da an war ich Tag und Nacht bemüht, diesen Mann zu finden. Und ich habe Ihn gefunden und begleitete ihn Tag und Nacht auf all Seinen Wanderungen, wenn auch von fern.

Seht, meine Töchter, meine Freundinnen, ihr habt das große Glück, diesen Erlöser in eurer Mitte zu haben. Folget mir nach! Kein anderes Sinnen und Trachten als Jesum suchen, Jesum lieben, Jesum dienen! Dieses soll eure Aufgabe sein. Wer sich euch anschließen will, muß wie ihr alle Hindernisse ablegen, frei und offen seinen Glauben bekennen. Nichts, nichts darf euch groß sein, was sich nicht auf Jesum bezieht, rechts und links alles abschneiden, meine Freundinnen!

Wie tust du recht, daß du allen Besuch abschneidest, allen Verkehr mit jenen, die dich abziehen könnten. Siehe, gerade durch dieses Beispiel sollst und wirst du sie anziehen. Du wirst aber durch Kampf, den du innerlich noch mit dir zu kämpfen hast, so große Gnaden erlangen, daß dieser Kampf dir später so erleichtert sein wird, daß du nicht mehr merkst, daß du kämpfest. Du wirst mit Riesenschritten dem Ziel entgegenlaufen; denn du bist ja die Braut des Bräutigams geworden, im Jahre 1900. Mit dem Tag, wo das Jahr abgelaufen ist, erneuerst du dein Gelübde und auf ewig. Und wenn dein Beichtvater dir es nicht erlauben will, dann machst du es wie deine Mitschwester. Sie war zurückgehalten von ihrem Beichtvater. Erzähle du es, meine Tochter!“ Tochter: „Ja, auch ich wollte ein Gelübde machen, und ich war viel tiefer gesteckt als du. Weißt du, ich war ein üppiges Weltkind, obwohl ich nicht reich war, sondern ganz arm. Frage meine Geschwister, wie ich war. Ich war so stolz. Ich hatte ein schönes Kleid bekommen, das hatte viel Geld gekostet. Aus lauter Hochmut setzte ich mich an einem Sonntag hin und trennte den ganzen Aufschlag ab, um nur ein Plissee aufsetzen zu können. Aber als ich einmal erfaßt hatte, wie gut der Herr sei, dem ich treu dienen wollte, da war ich so entschlossen, daß ich alles abschnitt mit der Welt und nicht eher ruhte, bis ich mich losgewunden hatte. Da wußte ich, daß ich Holz und Prügel zusammenlegen mußte, um diese böse Natur zu bezähmen. Ich habe es getan. Ich wollte ein Gelübde ablegen bei meinem Beichtvater. Aber dieser, der mich als ein üppiges Weltkind kannte, das in den Ehestand eintreten wollte, erlaubte es mir nicht. Er sagte, es müsse auch brave Eheleute geben, ich hätte noch Zeit.

Da war es an einem Herz-Jesu-Freitag, wo ich mir sagte: Wart nur, ich mach das Gelübde allein. Und als ich in den Beichtstuhl kam, sagte ich, ich sei fest entschlossen, das Gelübde zu machen, und wenn er es mir nicht erlaube, so nehme ich mir das Recht heraus, es abzulegen: ,Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, fange ich an, im Beisein meines heiligen Schutzengels. Und die heilige Katharina und Barbara, die müssen mir Zeuge sein, daß ich heute das Gelübde ablege für ewige Zeiten und nie mehr freiwillig eine Sünde gegen die heilige Reinheit begehen will, und ich bitte, daß Sie mir den priesterlichen Segen geben, damit dieses mein Gelübde vollkräftig und rechtskräftig ist vor Gott.’

Da sagte mein Beichtvater: ,Ja, ja, du hast recht. Ich bekräftige dieses dein Versprechen; aber du hast vergessen, die liebe Mutter Gottes herbeizurufen, und gerade Dieser mußt du dein Gelübde übergeben, weil ich dich gern unter Ihrem Schutz sehen möchte, und im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes gebe ich dir den priesterlichen Segen dazu und sage dir, daß dein Gelübde so kräftig ist, als wenn du als Klosterfrau am Altare gestanden und es feierlich vor einem Bischof gemacht hättest. Und wenn du je versucht sein solltest, dieses Gelübde zu brechen, dann wisse, daß es nach Rom berichtet werden muß.’

So habe ich es gemacht. Mache es auch so, wenn das Jahr abgelaufen und dir Hindernisse vom Beichtvater gelegt werden. Und so macht es alle; eine große Schar wollen wir bilden. Kommt herbei, ihr Jungfrauen, wir wollen unserem himmlischen Bräutigam Ehre machen. Stellt euch unter die Fahne des Kreuzes. Ja, ja, Balthasar! Ich preise mich glücklich, deine Schwester zu sein. O es ist heute ein so liebes Fest, meine Seele ist so glücklich.“

Jesus: „Wißt ihr auch, warum ihr alle heute abend so glücklich seid? Ich warne euch! Laßt Unberufene nicht mehr dazu; denn der düstere Schatten liegt auf euren Gemütern. Die Gnade kann nicht so wirken!“

Barbara: „Ja, ja, ich verstehe Dich, ich bin auch heute viel glücklicher. O mein Jesus! Gläubige Herzen verlangst Du, nicht wahr?“

Jesus: „Ja, ja, Meine Kinder! Der Erlöser war nur einmal auf Erden in sichtbarer Gestalt, und als Er auftrat und das Volk belehren wollte, die Worte, die Offenbarungen Seines Vaters der Welt vermitteln wollte, da hatten diese dunklen Schatten des Unglaubens die Wirkungen auf Ihn, wie auf euch. Auch Er mußte die Wirkungen fühlen, und Er fühlte sie zu eurem Trost.

Seht, der Schmerz, den Mir die Pharisäer machten und jene hochgebildeten, jene ungläubigen Menschen, die sich da viel weiser dünkten als Derjenige war, Der unter ihnen stand, dafür wollte Ich büßen und allen frommen und gerechten Seelen zeigen, wie sie mitten in der gottlosen Welt, mitten unter Ungläubigen mit jenen leiden und büßen müssen, ertragen müssen die dunklen Schatten jener. Dafür sollt ihr nur büßen und sühnen. Aber die Rückwirkung, die es auf eure Seele macht, kann nicht ausbleiben. Darum tröstet euch in all den Zerwürfnissen, die es noch geben wird. Fahret fort, Mich zu suchen, zu lieben und Mir zu dienen.

Das arme Kind, das Ich euch gestern zuführte, das so ungeschickt war, muß euch nicht beirren. Es ist ein ganz unschuldiges, unverdorbenes Wesen, hat aber einen ganz anderen Weg. Sie fühlt nicht die Kraft in sich, sich allem so gegenüberzustellen. Sie hat etwas Eigenartiges, was man ein wenig Stolz nennen könnte, aber es ist ihm ja zu verzeihen. Sie hat nicht die Kraft in sich und ist deswegen doch ein recht liebes Kind Meines Herzens, hat aber einen anderen Weg als du. Du hast den Beruf, viele herbeizuführen, vielen den Weg zu zeigen, wie Ich geliebt und wie Mir gedient werden soll, um die Kirche zu stützen und zu halten; denn durch treue Seelen wird Meine Kirche aufrechterhalten und gestützt. Jene aber hat die Aufgabe, verborgen zu leiden und zu sühnen, und weil sie dieses kann, weil Ich ihr alles so gelegt, daß sie dieses kann, darum habe Ich ihr die Gnade entzogen, so daß sie keinen Stolz in sich aufkommen lassen kann. Sie sieht und hört nichts von ihrem Zustand als Elend um Elend. Damit soll sie büßen und sühnen.“

Bei der Vesper am Nachmittag betete Barbara den freudenreichen Rosenkranz. Als sie betete: „Den du, o Jungfrau, geboren hast“, bat sie die liebe Mutter Gottes, ihr nochmals das Jesuskind zu überreichen. Sie kam und legte Es ihr in die Arme und sagte:

Maria: „Du hast heute so viel Freude, weil Weihnachten vorüber ist. An den Festtagen müßt ihr oft leiden für die lauen Katholiken.“ Beim Gesetz: „Den du, o Jungfrau, in die Arme der Heiligen Drei Könige zur Anbetung gelegt“, kam der liebe Heiland und winkte ihr, sie solle Ihm folgen. Er führte sie an einen wunderschönen blauen See, worauf sie ihr Herz schwimmen sah. Barbara fragte, was das bedeute. Der Herr sprach:

Jesus: „Siehe, so schwimmt dein Herz in den Wonnen der göttlichen Liebe.“

Der Herr würdigte Sich auch, der Schwägerin von Barbara einige Tage nach Dreikönig einen großen Trost zu verleihen. Zuerst erschien ihr im Traum ihr Töchterchen Anna als wunderliebliches Kind und sprach: „Er ist unendlich gerecht. Ahme Ihn nach.“ Dann erschien ihr verstorbener Mann und sagte: „Laß diesen Menschen nicht ins Haus herein.“ (Sie verstand gleich, was dies bedeute.) Dann kam ihre verstorbene Schwester und sagte: „Du stirbst noch nicht, aber trage dein Kreuz mit Geduld; denn du weißt nicht, wie groß die Herrlichkeit ist, die ihr zu erwarten habt, aber ein Kreuz muß dir bleiben.“ Die Schwägerin fühlte sich merklich getröstet und trägt ihr Kreuz gern.

338 Vigil vom Fest des heiligen Namens Jesu 1900

„Einmal war Ich auf Erden und hatte einen Leib angenommen, aber in aller Ewigkeit werde Ich nicht mehr euer Bruder in leiblicher und sichtbarer Gestalt sein.“

Lied: Jesus, meine Lust und Freud ...

Barbara: „O mein Jesus! O mein allerliebster Jesus! Wie bist Du doch so gut! Tag und Nacht möchte ich Deinen süßen Namen aussprechen, Tag und Nacht Dir auf den Knien liegen zur Danksagung für eine einzige all solcher Gnaden! Und doch wäre es nichts gegen die Dankbarkeit, die ich Dir schuldig bin. O helft mir doch danken, ihr Menschenkinder, o kommt doch herbei. Seht doch, wie gut Er ist, wie liebenswürdig Er ist. Er läßt Sich herab zu uns. Ja, ja, Er läßt sich herab zu uns, um uns an Sich zu ziehen.

O Du guter Jesus! O Du süßer Jesus! O allerliebster Jesus! Ich danke Dir im Namen aller Menschen. O mein Jesus! O mein Jesus! Wie ist es mir doch so bang, daß ich so nachlässig und lau Dir diene. Siehe, wenn Du nicht auf so auffallende Weise mich heimsuchtest, wenn Du noch zu mir kämest wie früher, nur in der heiligen Kommunion, ich könnte es nicht mehr glauben, daß Du es bist, weil ich so armselig bin, weil ich an mir nichts finde als Undank und Beleidigung gegen Dich. Aber wie Du Dich mir wieder zeigst, o Herr, o wie muß ich Dir dankbar sein. O so nimm hin diesen Leib, den Du Dir erwähltest als ein Opfer der Sühne.

O mein Jesus! Von einem so armseligen Menschen verlangst Du Sühne? Ja, ja, hier hast Du meinen Leib; nicht nur meine Seele mit ihren Kräften, mein Herz mit seinen Neigungen, hier hast Du auch meinen Leib mit seinen fünf Sinnen. Es geschehe, werde erkannt, über alles geliebt und über alles erhöht der gerechte, heiligste, liebenswürdigste Wille Gottes. Gelobt sei Jesus Christus!“

Jesus: „Meine Kinder! Ja, ja, freilich bist du unverständig und gar so kurzsichtig. Und wenn Ich dich Tag für Tag mit Gnaden überhäufe, von einem Tag zum anderen hast du es wieder vergessen. Aber so ist der Mensch, und Ich muß mit ihm Nachsicht haben.

Seht, Meine Kinder, einmal war Ich auf Erden und hatte einen Leib angenommen, aber in aller Ewigkeit werde Ich nicht mehr euer Bruder in leiblicher und sichtbarer Gestalt sein; obwohl Ich zwar noch im Allerheiligsten Sakrament des Altares bin, doch wandle Ich nicht mehr unter euch. Wenn Ich noch einmal Mensch werden und verdienen könnte, Ich wollte es noch einmal tun, für dieses arme Menschengeschlecht. So süß, so angenehm ist es, verdienen zu können, Verdienste sammeln zu können. Aber da es im Ratschluß Gottes beschlossen ist und für alle Ewigkeit beschlossen ist, daß Ich nur einmal Mensch werden durfte und nur einmal verdienen durfte für dieses arme Menschengeschlecht, so ist und bleibt es wahr, daß Ich Mich an euch wenden muß, an eben dieses Geschlecht, das Ich erschaffen habe zu Meiner Ehre und Verherrlichung, die aber die meisten, weitaus die meisten Menschen Mir versagen.

Ehre und Verherrlichung – ja, wo bleiben sie? Statt dessen nur Lästerung, Spott und Hohn von Meinen Kindern. Darum werde nicht irre, Meine Kleine! Und ihr alle, die ihr ähnliches erfahret, werdet nicht irre. Es ist die unendliche Liebe Gottes, die Sich herabläßt zu Ihren Geschöpfen, um durch sie und in ihnen Seine Verherrlichung hinzunehmen. Als Ich geboren ward und von Meiner heiligen Mutter in die Krippe gelegt wurde und die Weisen kamen, Mich anzubeten, und Meine heilige Mutter, Mein Nährvater, die armen Hirten kamen und Mir den ersten Tribut ihrer Liebe zu Füßen legten, da war der Anfang Meiner Verherrlichung und in Mir die Verherrlichung Meines Vaters. Als Ich aber ans Kreuz hinaufgestiegen war, um am Kreuz zu sterben, da hatte die Verherrlichung Gottes ihren Triumph gefeiert in dem Menschen.

Seht, wenn es keine Werkzeuge mehr gibt in der Schöpfung, in denen der Herr Seine Triumphe feiern kann, dann kann das Menschengeschlecht nicht länger mehr existieren, dann muß Er die Welt zugrunde richten, weil Er nur die Schöpfung so lange bestehen läßt, als es Geschöpfe gibt, die Ihn verherrlichen. Und das kann der Mensch in vollkommenster Weise nur, wenn er alles, was er besitzt, seinem Herrn und Gott zur Verfügung stellt. Was hat der Mensch, das er Ihm schenken könnte, zur Verfügung stellen könnte? Vielleicht sein Geld und Gut und alles, was er besitzt? Ja, damit kann er Ihm eine kleine, eine ganz kleine Ehre und Verherrlichung erzeigen, weil alle diese Dinge in Seinem Auge so wenig Wert haben wie der Tropfen Wasser dem am Meere stehenden Menschen. Er sieht ja das große Weltmeer, und da ist ihm der kleine Wassertropfen viel zu gering, um sich bei ihm aufzuhalten. So sind alle die nichtigen Dinge wie Staub dem Herrn gegenüber, in den Augen des Herrn, die der Mensch Ihm zum Opfer bringt, obwohl Er auch dieses annimmt. Aber seinen Leib ihm ganz zur Verfügung zu stellen, so daß er bereit ist, sein Leben in die Schanze zu schlagen und es seinem Herrn und Gott ganz und gar zur Verfügung zu stellen, dieses Leben nämlich, dieses Leben ist doch in dem Leib.

Darum, Meine Kinder, merkt es euch, wenn die Menschen es verständen, eine Krankheit, mit der Ich sie heimsuche, in rechter Gesinnung aufzufassen, weil ja der Leib geopfert werden muß, sie würden Mir Tag und Nacht Dank sagen, anstatt zu bitten, daß Ich ihnen die Krankheit und die Schmerzen wieder hinwegnehme. Weil nun dieses Opfer des Leibes, des eigenen Willens und aller Fähigkeiten der Seele, wenn sie Mir zum Opfer gebracht sind, große Ehre und Verherrlichung Mir erzeigen können, darum erwähle Ich Mir Werkzeuge, in denen Ich Meine Ehre verlange, die Ehre, die andere Mir versagen.

Nun seht, die vielen Gotteslästerungen, Flüche und Verwünschungen Meines heiligen Namens werden das ganze Jahr über ausgestoßen von den vielen, vielen Menschen auf Erden. Welche Schmach ist dieses für Meinen heiligen Namen, vor dem sich beugen sollen die Knie derer, die auf Erden, im Himmel und unter der Erde sind. Und von diesen armseligen Würmchen, die Ich mit einem Schlag, mit einem Wink vernichten könnte, muß Ich Mir jahraus, jahrein dies gefallen lassen.“

„Sühne, Sühne!“ mußte Barbara mitten unter Erstickungsanfällen rufen.

Barbara: „O Herr! Hier hast Du meinen Leib. Nimm ihn hin als Sühne für so viele Menschen, die unnütz Deinen heiligen Namen aussprechen. O Name Jesu! O süßer Name! O hochgebenedeiter Name Jesus! O ihr neun Chöre der Engel, alle Heiligen im ganzen himmlischen Hof, kommt herab, kommt, vereinigt euch mit uns armen Sündern, um den Namen Jesu zu ehren, ihn mit Andacht auszusprechen. O Name Jesu! Du süßer Name! Nimm hin meinen Leib und meine Seele als Opfer und als Sühne für die vielen Beleidigungen, die Deinem süßen Namen zugefügt werden. O Name Jesu! Du hochgebenedeiter Name! Wer gibt mir, Dich würdig auszusprechen? O Name Jesu! Du süßer Name! O liebe, heilige Mutter Gottes, komm herab, gib mir die Innigkeit, mit welcher Du Ihn hast ausgesprochen. Jesus, Jesus, mein lieber Jesus!

O heilige Gertrud, du hast ein so schönes Gebet verfaßt, um den Namen Jesus zu preisen, um Ihm Ersatz und Sühne zu leisten für so viele Menschen, die Ihn lästern. Jesus, Jesus, Jesus! Mit der Süßigkeit aller derjenigen, die jemals diesen Namen ausgesprochen, und mit der Innigkeit, mit welcher sie Ihn ausgesprochen, begehre auch ich mit meinen zwei Freundinnen und allen Liebesbundmitgliedern Ihn auszusprechen, Dich zu ehren und zu verherrlichen für all die Beleidigungen, die Dir zugefügt werden.“

Seraphim und Cherubim halten eine Schrift: ‚Jesus, Jesus, Jesus!‘ Den heiligen Namen sollen wir auf die Türe schreiben.

Seraphim und Cherubim: „Jedesmal, wenn du einen Brief anfängst, oder eine Arbeit beginnst, wenn du hinaustrittst aus dem Haus und wenn du eingehst ins Haus: Jesus, Jesus, Jesus. In diesem heiligen Namen sollst du, wie dir heute früh der Herr schon gesagt, alles beginnen und vollenden, und du wirst sehen, welche Früchte du erntest. Ihr alle, ihr Liebesbundmitglieder, schreibet in euer Herz, an die Türe, und in all die Schriften, die ihr beginnt, diesen süßen Namen ein, damit Er euch nie mehr aus dem Gedächtnis komme, damit ihr wisset, daß ihr seid Gesalbte des Herrn.“

Auf eine an Jesus gerichtete Bitte gab Er folgende Belehrung:

Jesus: „Eine einzige Seele mehr gerettet, ist mehr wert als die ganze Welt. Die ganze Stadt Mainz wird in Asche verwandelt werden und ist nichts daran gelegen in den Augen Gottes; denn alles wird ja dereinst in Staub und Asche aufgehen. Aber eine einzige Sünderseele mehr zu retten, ist mehr wert als die ganze Welt. Darum soll man nichts scheuen, um solche Stätten zu gründen, wo es Seelen gibt, die sich einsetzen für die Sünder. Jeder, der da sein Leben in stiller Zurückgezogenheit Gott weiht, ist ein Opfer für seine Mitmenschen. Er hat sich eingesetzt als Opfer für seine Mitbrüder und Mitschwestern und Tag und Nacht steigt der Wohlgeruch seines Gebetes und seines Lebens zu Mir empor, wenn er es nur erfaßt, was er eigentlich ist. Es gibt ja gar viele Mönche und Nonnen in jetziger Zeit, aber viele erfassen es nicht; sie tragen nur das Kleid, und in ihrem Herzen sind sie nichts weniger als Mir geweiht, weil ihre Begierden und ihr Sinnen und Trachten viel zu verweltlicht ist, den Weltmenschen ähnlich.

Darum auf, Meine Kinder! Wißt, daß ihr Mir euch geweiht, und daß Tag und Nacht Mein Auge weilt auf einer Mir geweihten Stätte, und daß es viel mehr sieht auf die Fehler, die von solchen begangen werden, weil Mein Auge viel klarer schaut an solchen Stätten, wo Mir gedient wird, die Mir geweiht sind, als in der ganzen übrigen Schöpfung. Dort muß Ich vieles übersehen, weil Satan gar vieles verdunkelt. Hier aber, wo alles Licht und Gnade ist und sein soll, ist Mein Herz gar sehr betrübt, wenn man Mir nicht recht dient, nicht wahrhaft dient. Darum auf, Meine Kinder, auf!

Das Goldene Mainz soll wieder zur Blüte gelangen. Das Goldene Mainz hat seinen Namen nur von den vielen Mir geweihten Stätten. Je mehr der Liebesbund sich ausbreitet, worüber Ich schon so viel mit euch gesprochen habe, wie Ich es wünsche, wie die einzelnen Glieder sich heiligen sollen, desto mehr werden fromme Stiftungen entstehen. Ja, ja, eine Ehre wird man sich daraus machen, heilige Stätten zu bauen und zu gründen, und je mehr Mitglieder zu den Stätten zählen, desto mehr Segen wird über die Stadt ergehen, Sünderseelen zu retten, ja, ja, Sünderseelen zu retten.

Siehe, du mußt leiden, um viel zu verdienen. Gräme dich nicht, wenn du siehst, wie deine Kräfte abnehmen, wie du fast keinen Tag ohne Schmerzen zubringen mußt, und doch erhalte Ich deinen Leib und erhalte dich. Du sollst noch recht viel wirken, daß der Liebesbund sich bald ausbreite, und weithin über Mainz, über das kleine Hessenland, in der ganzen Welt soll sich der Liebesbund ausbreiten, damit recht viele eucharistische Kreuzträger sich finden. Je mehr sich unter das Kreuz stellen, unter dieses geheimnisvolle Kreuz, desto bälder wird die Kirche siegen.

Meine Diener sollen wissen, daß die Kirche den Orden des heiligen Franziskus befördern will in ihrem Oberhaupt; denn noch zu keiner Zeit, seitdem Mein Diener lebte, Mein Diener Franziskus, ist so geeifert worden, daß dieser Orden sich ausbreite in der Welt, als in jetziger Zeit. Darum ergreifet die angebotenen Gnaden, damit recht viele junge Leute, es gibt deren noch solche, eintreten können und die Welt durch ihr Beispiel erbauen. Wie ist es zu bedauern, daß es so gekommen ist, daß die Schwestern in N. nichts mehr erfahren von euch, von Meinen Wünschen. Dort könnte vieles getan werden, wenn man nur Mut und Energie hätte; denn nicht nur dieser Orden, alle Orden sollen ausgebreitet werden und zur Blüte gelangen, auch die beschaulichen Orden. O diese Welt versteht es nicht, warum Ich sie verschone.

Was den Betrieb einer Maschine leitet, einer Fabrik, und was das Mühlrad leitet, damit es alles in Bewegung setzen kann, das ist in der ganzen, großen Schöpfung, in der ganzen menschlichen Gesellschaft, das geistige Leben. So wie das Mühlrad nicht gehen kann und stille steht, wenn es nicht von Wasser oder Dampf getrieben wird, so wie die Fabrik stille stehen würde, wenn der Dampf ausbliebe, ebensowenig könnte das ganze Menschengeschlecht noch bestehen, die ganze geistige Entwicklung des Menschengeschlechtes, wenn es nicht getrieben wäre durch das Leben, durch diesen Hauch des Lebens. Denn einzig und allein dieses, dieser Hauch treibt das ganze Menschengeschlecht, dieser Hauch des religiösen Lebens, welches da ist in allem Ordensleben.“

Barbara: „Mein Jesus! Sei gepriesen für all die lieben, süßen Worte, die Du uns wieder gegeben. Du willst also, daß wir Deinen süßen Namen recht oft mit Andacht aussprechen. Ja, den ganzen Tag soll Er unsere Arbeiten und unsere Mühen heiligen, und Du willst, daß das Ordensleben recht soll gepflegt werden, der erste, zweite und dritte Orden. Sollen wir also recht eifern, daß recht viele sich in den Dritten Orden aufnehmen lassen, nicht wahr, und daß die Leute auch Opfer bringen, damit gebaut werden kann, neue Klöster erstehen. Da mußt du aber solche bearbeiten, die auch Geld haben, o Herr! Dafür kann ich nichts machen und will auch nicht, ich will nichts als Deine Ehre befördern. Geh Du hin, o Herr, und arbeite an all denjenigen, gib Du es ihnen in den Sinn. Siehe, die guten, braven Leute tun ja wirklich viel. Du mußt aber noch andere herbeiführen, die noch so verweltlicht sind. O wieviel könnte getan werden, wenn die Leute nicht so viel am Luxus hängen würden.“

Jesus: „Darum müßt ihr fortfahren, Meine Kinder, Meine Wege zu wandeln. Nichts darf euch einschüchtern, weder das Gerede der Menschen, noch das Urteil der Leute. Ruhig das große Ziel verfolgen, das Ich euch gesteckt habe. Nun lebt wohl, Meine Kinder, und leistet Mir Sühne und Abbitte für so viele Menschen, die Meinen Namen lästern und ihn unehrerbietig aussprechen.“

339 Dritter Freitag im Januar 1900

„Alle Menschen will Ich retten, für alle Menschen spanne Ich Meine Kreuzesarme aus, sie alle will Ich umfangen und an Mein Herz drücken.“

Lied: Jesus, Jesus, komm zu mir ...

Barbara: „Gelobt sei Jesus Christus, in Ewigkeit, Amen. O mein allerliebster, allersüßester Jesus! O Du Bräutigam meiner Seele. O wie unaussprechlich ist das Glück, mit Dir vereinigt zu sein.“

Jesus: „Meine Kinder! Nur eine kurze Zeit bin Ich in eure Mitte gekommen, um euch zu sagen und zu wissen zu tun, wie ihr dieses Heilige Jahr zubringen sollt, da dieses Jahr von Meinem Statthalter angeordnet ist als besondere Buß- und Gnadenzeit für die ganze Menschheit, nicht nur für die gläubigen katholischen Christen, sondern auch für die ungläubige Welt, für diejenigen, die noch in der Finsternis des Heidentums sitzen, für diejenigen, die abgewichen sind vom rechten Weg, die den Weg der Sünde wandeln, die Mich nicht mehr kennen, selbst für jene, die sich in Satans Dienste gestellt und die Aufgabe von Satan haben, daß sie sein Reich auf Erden errichten sollen.

Für die gläubigen, guten Christen soll es eine Zeit der Freude sein, der besonderen Freude. Besonders für Meine Kinder soll dieses Heilige Jahr ein einziges, großes Freudenfest sein, inmitten der Trübsal. Es soll aber auch sein ein Jahr der Trauer und der Betrübnis für alle guten, gläubigen Christen, besonders aber für euch, die Mitglieder des Liebesbundes. Ein Jahr der Freude, sage Ich, für euch und alle Mitglieder der katholischen Kirche, der guten, gläubigen Christen, weil der Himmel geöffnet ist und die Gnaden wie Regen vom Himmel strömen, Tag und Nacht. Mein Statthalter hat den Gnadenschatz geöffnet, damit alle guten, treuen Christen hineingreifen, die sich nur diesen Schatz aneignen wollen.

Bei euch aber, die ihr nicht berufen seid, weil es sowohl die Kräfte eurer Gesundheit als eure Mittel übersteigt, ist es Mir lieber, wenn ihr das Geld, das andere auf der Romreise gebrauchen, für die Missionen oder hier für den Bau des Klosters verwendet, weil dadurch mehr Seelen gerettet werden, als wenn ihr die Reise nach Rom machen würdet. Jenes ist nur ein persönliches Verdienst, das dem Christen, der diese Reise macht, persönlich zukommt. Also ist es mehr geeignet für solche Christen, die in Sünden und Laster verstrickt sind und sonst verlorengehen könnten, wenn sie nicht durch Buße und Reue ihr Leben ändern und umgestalten.

Dafür sind diese Gnadenjahre eingesetzt von Meinem Statthalter, um diejenigen, die sonst verloren gehen würden, durch Buße und Reue wieder rein zu waschen und ein anderes Leben in ihnen anzufachen und zu befördern. Es ist auch für laue Christen, für jene, die so dahinleben, den Weg der Lauheit gehen und glauben, weil sie doch nicht ganz abgefallen sind und Meine Gebote noch so halb und halb halten, sie seien gute Christen, weil der größte Haufen der Christen denselben Weg geht wie sie; denn die meisten Christen jetziger Zeit sind lau und gar so lau geworden. Deswegen soll nur ja ein großer Pilgerzug veranstaltet werden und viele Christen sich anschließen, damit sie durch Buße und Reue, durch die Strapazen der Reise nach Rom für ihr Leben Buße tun für ihre Sünden, und wenn sie in Rom sehen, wie viele eifrige Christen die Kirchen besuchen, auch sie sich wieder aufraffen und ein neues Leben beginnen.

Ja, ja, Ich lobe den Eifer Meiner Diener, wenn sie recht eifern für die Pilgerreise nach Rom. Ihr aber, Meine Kinder, ihr Mitglieder des Liebesbundes, es steht euch in freier Wahl. Männer, die dem Liebesbund angehören, und welche die Mittel dazu haben, können diese Reise unternehmen. Ihr aber, Meine Kinder, euch rate Ich es nicht. Es ist Mir lieber und macht Mir mehr Freude, wenn ihr Woche um Woche eine recht demütige Wallfahrt macht wie im vorigen Jahr und euch anschließet an die Pilger nach Rom, wenn ihr Mir guten Willen entgegenbringt und andere Bußübungen verrichtet, und das Geld, das ihr verbrauchen würdet nach Rom, sonst anleget, wie Ich euch eben gesagt habe.

Du aber, Meine Kleine, weil Ich dich mit zeitlichen Gütern nicht so gesegnet habe und Ich darum auch von dir keine großen Opfer verlangen kann und verlange, du sollst Mir andere Bußwerke verrichten und diese aufopfern für die Bekehrung der Sünder. Wisset, wenn Ich von euch von jeher verlangte, seitdem Ich mit euch verkehre, daß ihr euch selbst ganz vergessen sollt, daß ihr euch nicht hängen sollt an eure Fehler, so verlange Ich dieses ganz besonders aber in diesem Heiligen Jahr. Alles was euch vorkommt, alles, freudige wie traurige Ereignisse, ob ihr guten Fortschritt am anderen sehet oder Rückschritt, alles das muß euch nicht entmutigen. Vorwärts und nur immer vorwärts, wie Ich euch angebe, aber alles nicht um euren Fortschritt zu befördern.

Das alles ist Meine Sache. Aber für andere beten, für die Sünder, für die großen Anliegen Meiner Kirche, für alle, die noch außerhalb der Kirche stehen, sowie für die in der Kirche sich befindenden Glieder, für die toten Leichname wie für die Lebendigen, für die Sünder wie für die Gerechten. Für die Gerechten, damit sie noch gerechter werden und damit sie ausharren auf dem betretenen Weg, für die Ordensleute, damit sie alle zurückkehren zur strengen Observanz ihrer Stifter, für die in der Welt lebenden Christen, damit recht viele sich anschließen an euch. Ja, ja, Meine Kinder, freilich solche, die da noch etwas Eigenliebe in sich tragen, die da noch selbstsüchtig sind, auch wenn sie in klösterlichen Genossenschaften leben, auch wenn sie solche Glieder sind, die Ich berufen habe, Tag und Nacht vor Meinem Tabernakel auf den Knien zu liegen und Mir ihre Huldigung darzubringen, selbst jene, sage Ich, wenn sie noch Selbstsucht in sich haben, wollen es nicht leiden und können es nicht begreifen, daß Ich mit Seelen in der Welt mehr verkehren sollte als mit ihnen. Und doch ist es wahr, auch wenn man noch so viel kritisiert und zu tadeln weiß, daß Ich Mir eine Seele erwählen kann, wo und wie Ich will.

Alle Menschen will Ich retten, für alle Menschen spanne Ich Meine Kreuzesarme aus, sie alle will Ich umfangen und an Mein Herz drücken. Wenn Ich sagte, daß dieses Heilige Jahr für die ganze Welt von großem Nutzen sei, daß es nicht nur nützen solle für die gläubigen Christen, sondern auch den Ungläubigen, so meinte Ich deswegen, weil durch das Gebet der frommen, gläubigen Christen viele Seelen gerettet werden sollen. Das Gebet soll überströmen über die ganze Schöpfung, über die ganze Welt. Der Tau der Gnade, der vom Himmel strömt, soll nicht nur die Herzen der Guten befruchten, sondern auch herabfallen auf die dürren Herzen, auf das dürre Erdreich der gottlosen Welt, der gottlosen Menschen.

Daß Mein Statthalter die ganze Menschheit Meinem Herzen weihte, hat alles seinen besonderen Grund. Das tat er auf Mein Geheiß, unmittelbar vor dem Jubeljahr. So wie er die ganze Menschheit Meinem Herzen unterstellte, so soll dieses Jubeljahr sowie das kommende der ganzen Menschheit von großem Nutzen sein; nicht wie in früheren Zeiten soll dieses Jubeljahr nur für die katholische Christenheit gelten, sondern für die ganze Welt. Darum freuet euch, Meine Kinder, auch wenn Ich schwere Opfer von euch verlange. Ihr sollt nicht müde werden, alle Verdemütigungen hinzunehmen zur Abbitte und zur Sühne für die Mir zugefügte Schmach und Lästerung. Alles, was euch zugefügt wird, wird Mir in erster Linie zugefügt. Ebenso alle Schmach und Verachtung, die Mir von all den Menschen zugefügt wird, soll euch zugefügt werden, soll euch gerade so nahe gehen, als wenn es euch selbst angetan würde. Seht nun all die vielen Menschen, die in der Welt wandeln, Tag und Nacht an Meinem eucharistischen Leib vorübergehen, ohne Mich zu beachten, ja, die Mir Tag für Tag einen Dolchstich ins Herz versetzen. Dafür sollt ihr sühnen und büßen. Ihr sollt ja, wie Ich euch schon oft gesagt, den eucharistischen, geheimnisvollen Weg wandeln, den Ich gehe im stillen Tabernakel. Dort wohne Ich Tag und Nacht, mitten unter Meinen Geschöpfen, aber sie kennen Mich nicht, ja, sie verachten und hassen Mich.

Ebenso müßt ihr, Meine Kinder, wandeln unter der gottlosen Welt, für sie leidend und sühnend und bittend und betend, und von ihnen Tag und Nacht nichts als Hohn und Spott ernten. Seht, Meine Kinder, selbstlos wie Ich es bin im stillen Tabernakel, müßt und sollt ihr sein. Dies ist der geheimnisvolle Weg, den Ich euch zugedacht habe. Darum geht hin und bittet euren Bischof um die Gnade, daß er euch nicht entgegenstehe. Ihr seid ja bestimmt, Spott und Hohn zu tragen und einzuernten und seid bestimmt, das Ziel, das Ich ihm gesetzt, zur Vollendung zu bringen. Denn durch ihn soll großes Licht werden in der ganzen Diözese Mainz und weit darüber hinaus in ganz Deutschland. Die Christen sollen durch ihn sehen und wieder erkennen, welches der einzige Weg ist, durch den die Welt kann gerettet werden, jener geheimnisvolle Weg, den Ich euch gezeigt habe.

Unter Abtötung und Buße soll das Reich Christi wieder aufgerichtet werden und die Kirche wieder zur Blüte gelangen. Abtötung und Buße will Ich durch euch predigen, und darum soll Licht werden, wenn er euch nicht entgegensteht, sondern, wenn er das Ziel, das Ich euch gesteckt habe, befördert und gutheißt und damit dann andere sich anschließen und andere sich mit euch verbinden. Auf den Leuchter will Ich ihn stellen, ein Licht soll er werden, dieser Bischof, seinen Untergebenen, seinen Priestern, und so wie man seither all das tiefgläubige Christenleben geschmäht und verachtet und verfolgt, so soll es von den Priestern gehoben und gepflegt werden unter seiner Leitung. Er soll sich wohl hüten, so zu tun wie sein Vorfahre.

Ihr aber, Meine Kinder, sollt eure Freude darin finden, wenn viele Seelen gerettet werden, alles andere kümmere euch nicht, ob ihr Nutzen sehet oder nicht, ob ihr in eurer Natur getröstet seid oder nicht. Besonders du, Meine Kleine, du bist mutlos, wenn dein Körper außergewöhnliche Leiden tragen muß. Wisse, daß dieses deiner inneren Freude keinen Abtrag tut, wenn auch die Deinigen ungehalten sind, es tut nichts zur Sache. Dies alles gehört dazu, damit du recht viel verdienen kannst. Ich habe euch aber auch gesagt, daß dieses Jahr ein Jahr der Trauer sei für euch. Ja, ja, Meine Kinder, weil ihr viel verdienen sollt, müßt ihr viel trauern. Traurigkeit muß euer Herz erfassen. Viel werdet ihr trauern und weinen in diesem Jahr durch Buße und Sühneleiden. Ja, ja, dieses sind unblutige Tränen, die da geweint werden. Buße und Sühnungsleiden sind Tränen, die das Herz auspreßt, und die das Herz weint. Diese sollen euch nicht erspart werden. Aber freuet euch, Meine Kinder, denn über die ganze Welt soll der Segen dahinströmen, der vom Liebesbund ausgeht. Alle guten, treuen Christen sollen sich aufraffen und anschließen, sie sollen die Bedingnisse erfüllen, die Ich euch schon oft gesagt. Aber hinweg mit jenen Feiglingen, die da nur glauben, in süßlichen Worten einhergehen zu können, in süßlichen Gefühlen zu wandeln. Nein, Opfer und Sühne verlangt mein Herz. Darum hinweg mit all den Mitgliedern, die sich anschließen wollen, die aber jedes Opfer scheuen, die nur da sagen: ‚Herr, Herr!‘ Nein, Meine Kinder, diese sind keine Mitglieder!“

Barbara: „Hochpreiset meine Seele den Herrn! O Herr, ich bitte Dich für Schwester N., die vor einigen Tagen gestorben ist. Sie war eine so eifrige Leserin der Schriften.“

Jesus: „Sie ist ohne Fegefeuer in den Himmel eingegangen.“

Barbara: In einer Glorie sehe ich sie geschmückt mit einer herrlichen Krone von roten und weißen Rosen, das Sinnbild ihrer Jungfräulichkeit und ihrer Liebe zu Jesus, ihrem himmlischen Bräutigam. In einem Lichtglanz sehe ich sie und wie freundlich, wie liebreizend ist die Schwester!

„O mein Jesus! Ich danke Dir für diesen Anblick. O liebes Schwesterchen, jetzt bitte du für die Deinigen. O freuet euch, meine Schwestern, freuet euch!“

Dann sang sie: Hochpreiset meine Seele ...

„Saget nur meinen Schwestern, sobald sie diese Zeilen erhalten, das Te Deum anzustimmen und mit mir das ‚Großer Gott‘ zu singen. O wie glücklich, o wie glücklich ist ein Kind der katholischen Kirche, das sich von allem lossagt, das sich Jesus zu seinem Bräutigam erwählt hat. Freut euch, meine lieben Schwestern, schließt euch dem Liebesbund an, und er lehrt uns, wie wir ohne Fegefeuer eingehen können in den Himmel. Fragt Schwester N. (Schwester der Schwägerin von N.), wie viel es ihr genützt, daß sie sich anschloß. O wie glücklich, o wie glücklich, im letzten Augenblick nach überstandenem Leiden sich seinem Bräutigam in die Arme werfen zu können! Und das tut ihr alle, wenn ihr euch anschließt an den Liebesbund und mit voller Ergebung und gestützt auf euren himmlischen Bräutigam, auf Sein Wort, euren Geist in Seine Hände übergebt. O glückselige Armut! O glückselige Keuschheit! O dreimal glückseliger Gehorsam!

Ich möchte eine Stimme haben, die von Süd nach Nord, von West bis Ost hin erschalle, allen Ordensleuten. O daß sie es doch erfassen möchten, wie glücklich eine Ordensperson ist, wenn sie lebt nach dem Geist ihres Stifters. Glücklich aber auch alle, die in der Welt leben wie eine Ordensperson. Glücklich die Jungfrauen, die es erkennen, ihre Aufgabe ganz und voll zu lösen. Gelobt sei Jesus Christus! Großer Gott, wir loben dich!“

340 Fest Bekehrung des heiligen Paulus 1900

„Seht zu, ob ihr noch einen tiefgläubigen Menschen findet, wo ihr noch das Evangelium findet, so wie es Mein Diener Paulus hinausgetragen, so, wie Ich es vom Himmel gebracht und die ersten Christen es auch übten.“

Lied: Selig sind, die arm im Geiste ...

Barbara: „O allersüßester Bräutigam meiner Seele, ich danke Dir für das unaussprechliche Glück, daß Du mich heimsuchst an dem Tage eines Deiner heiligen Apostel! O heiliger Paulus, gib mir deine Beredsamkeit, deinen feurigen Geist. Wie hast du es denn gemacht, daß du zu so hoher Stufe der Vollkommenheit gelangen konntest, da du ein solcher Verfolger des Herrn warst und all seiner Glieder? Ich danke Dir, mein Jesus, im Namen aller meiner Geschwister, Verwandten, Freunde, besonders meiner geistigen Schwestern, aller, die an Dich glauben, die Dich lieben, die treu zu uns halten. O wie unaussprechlich gut bist Du. Freilich, wenn ich mir nachgebe, meine Natur will nicht leiden, ich möchte mich manchmal abschieben, weil der Mensch gar zu schwach ist. O verzeih mir doch, daß ich immer so zaghaft bin. Deine Liebe, Gnade und Güte gefällt mir freilich, aber die damit verbundenen Leiden fallen mir so schwer, daß ich mich oft davon abschieben möchte. Wann werde ich anfangen, Dich zu lieben, wie Du es verdienst und ich es wünsche?“

Jesus: „Freilich ist es so! Deine Natur, wenn Ich danach fragen wollte, wäre Ich längst von dir zurückgeblieben, wäre Ich längst abgekommen von dir und hätte Mir ein Werkzeug gesucht, das Meiner würdiger wäre als du. Aber der unendliche Gott, der unendlich gütige, barmherzige Gott, ist gar zu großmütig, zu langmütig mit Seinen Geschöpfen. Wenn Er es nicht wäre, hätte Er längst schon diese Welt in ihr Nichts zurückfallen lassen.

Seht, hier bringe Ich euch einen Meiner Diener, mit dem du viel zu tun haben sollst, dein ganzes Leben lang, dein ganzes zukünftiges Leben. Wenn Ich die Tage, die verknüpft sind mit dem, was Ich mit euch vorhabe, ausnutze und aussuche und mit besonderer Liebe euch heimsuche, dann wißt, daß ihr auch diese Heiligen besonders ehren und nachahmen sollt, diese eure Vorbilder. Nicht umsonst tue Ich es. Alles, was Ich hier wirke, jedes Wort, das Ich in den heiligen Stunden zu euch rede, hat seine besondere Bedeutung, und ist für euch und die Menschheit von großer Wichtigkeit. Aber auch die Zeiten und Tage, die Ich Mir dazu erwähle, stehen in besonderer Verbindung zu dem Zweck, den Ich mit der Menschheit vorhabe. Mein Diener Paulus, war ein Sünder, ein grimmiger Feind Meiner Kirche, aber er hörte die Stimme, die ihm zurief, und er folgte dieser Stimme. Er ging hin, wohin Ich ihm befahl zu gehen und ließ sich unterrichten, genau unterrichten und wurde so das Werkzeug in Meiner Hand zu dem Bau Meiner Kirche. Er wurde ein Baumeister, wie es noch keinen zweiten mehr gegeben, seitdem Ich Meine Kirche gründen wollte. Alle Priester sind Bauleute, sie bauen ohne Hammer an dem Bau Meiner Kirche. Sie bauen nicht mit Bausteinen, wohl aber mit Menschenherzen, die sie Glied an Glied aufrichten und auftürmen sollen in Meinem Reich.

Seht, die Zeit, in der ihr lebt, gleicht so ganz der Zeit, in der Mein Diener Paulus lebte. Die junge Kirche, die da gegründet war, bestand noch in einzelnen Gliedern, die noch ganz klein und unscheinbar auf der Erde lebten. Dieser Mein Diener, durch seinen Feuereifer, den er entfaltete, als er einmal vernommen hatte den Auftrag, den Ich ihm gegeben und den er dann nach gründlicher Belehrung in sich aufgenommen hatte und verwirklichen wollte, ging hinaus in die Welt. Mit Feuereifer verkündete er allen Menschen ohne Unterschied, reich und arm, vornehm und gering, Bettler oder König, das Evangelium, die Botschaft, die er von Mir überkommen. Er fragte nicht, ob man ihn verlache oder verspotte, gut aufnehme oder bös. Er ging dahin und ging wieder hinweg, ohne sich umzusehen, ob man ihm folge, oder ob man ihn tadle und verlache. Und doch trugen seine Worte Früchte, wenn auch nicht gleich; aber überall, wo er seinen Fuß hinsetzte, blieben Spuren seines Wirkens zurück.

Seht, Meine Kinder, die Zeit, in der ihr lebt, gleicht der Zeit der Apostel, der ersten Christen. Heidnisch ist die Welt geworden. Geht hinaus in die Schöpfung, wohin ihr euren Fuß setzt, auch mitten in Meiner Kirche, und seht zu, ob ihr noch einen tiefgläubigen Menschen findet, wo ihr noch das Evangelium findet, so wie es Mein Diener Paulus hinausgetragen, so, wie Ich es vom Himmel gebracht und die ersten Christen es auch übten. Darum, Meine Kinder, und ihr alle Meine Diener: Paulus sollt ihr werden, feurige Paulusse! Dahin sollt ihr gehen unter Meine Geschöpfe, wie er dahingegangen, gleich ob ihr Spott und Hohn erntet, verlacht oder verspottet werdet oder nicht. Ihr aber, die Ich euch berufen, dem Liebesbund beizutreten, ihr sollt, was diese Meine Diener lehren und verkünden, dem Volke zeigen durch die Tat: Nicht – wie man glaubt und anfängt zu glauben –, sich dem Volke gleichförmig zu machen, sich anzuschmiegen an das allgemeine Christentum, nicht wie man glaubt, man dürfe nicht mehr annehmen, was in früheren Jahrhunderten geglaubt und geübt worden sei von vielen Meiner Diener und Dienerinnen.

Nein, Meine Kinder, ein anderes Christentum, ein tiefgläubiges Christentum, so wie Ich euch belehrt habe, so soll es fortgepflanzt werden unter allen Mitgliedern des Liebesbundes und hinaus soll es getragen werden unter die große Masse von Christen. Nicht im Theater sollt ihr euer Vergnügen suchen, nicht in Konzerten, nicht auf den Bällen, wo sich die heutigen Christen bewegen, wo sie ihr Vergnügen suchen und dann zurückkehren und noch so halb und halb wieder hineingehen in die Kirche und dabei doch recht fromme, gute, gläubige Christen sein wollen. Nein, nein, Meine Kinder, ein solches Christentum sollt ihr nicht üben in jetziger Zeit, wo die Welt vorwärtsgeht, vorwärts – aber wie vorwärts?

Um Satans Reich aufzurichten! Satans Reich geht vorwärts, Mein Reich geht rückwärts, von Tag zu Tag, und solange noch Meine Diener und die treuen Kinder Meiner Kirche mit dieser Welt liebäugeln wollen, geht Mein Reich rückwärts. Aber da es nun begonnen hat, zu keimen und zu grünen und das Christentum in weichem Flaum dasteht in der ganzen Welt, ein weicher Flaum ist es noch, dieser Flaum soll aber aufwachsen, er soll grünen und blühen und zu herrlichen Eichbäumen sich entfalten, aber da müßt ihr feststehen, ihr treuen Kinder Meiner Kirche. Mutig und entschlossen und feurig wie Mein Diener Paulus sollen sein all die Mitglieder, die sich anschließen an euch und die, wenn auch noch unbewußt stehen in der Welt.

Es gibt noch viele gute Christen. Ja, ja, es gibt viele, die sich die Aufgabe gesetzt haben, das Reich Christi aufzurichten und all ihr Sein und Leben einzusetzen, um die Christen wieder zurückzuführen zu dem guten, alten Glauben, indem sie das eucharistische Leben allüberall anfachen. Und dieses ist es, was diesen neuen Flaum, diesen guten Kern wieder hineinlegt in das Christenleben, daß das eucharistische Leben wieder aufgeräumt und der Staub hinweggeschafft wird, womit dieses Leben bedeckt war. Und alle diejenigen, wenn auch noch unbewußt, die sich da vorgenommen haben, sich öfters zu nahen diesem Born, der da sprudelt, und sich festzuhalten an dem Band, das Ich geschlossen habe mit der Menschheit, sind Mitglieder des Liebesbundes.

Darum auf, Meine Kinder, schämt euch nicht, steht fest zusammen, und je mehr man euer spottet, desto mehr sollt ihr euch freuen. Denn ihr sollt wissen, daß man auch einem Paulus spottete, wenn er vor den hohen Rat geführt wurde und man ihn nicht begriff. Ihr müßt wissen, daß die Christen heidnisch geworden sind, daß sie es wohl nicht verstehen, wie man noch so dumm und simpel sein und an solchen Albernheiten festhalten kann, denn sie meinen, sie seien besser als ihr, sie alle, die es verstehen, im Geheimen Mir zu dienen und das Christentum gar wohl zu verbergen, indem sie auch mit der Welt mitmachen und dabei doch recht gute Christen sind. Das alles muß beseitigt werden. Entweder mit oder gegen Christus. Einen anderen Weg gibt es nicht mehr, denn Meine Kirche muß blühen und aufgerichtet werden, und diejenigen, die das Reich Christi wieder aufrichten, die Kirche wieder zur Blüte bringen wollen und sollen, müssen ganz andere Menschen werden, als die Alltagschristen sind. Ich verlange nicht von den Mitgliedern des Liebesbundes, daß sie hinausgehen in die Einöde und ihr Leben vergraben. Nein, nein, mitten in Meiner Schöpfung sollen die Mitglieder des Liebesbundes stehen, mitten unter diesen Alltagschristen, damit diese sehen, wie man leben muß.

Geht hinaus, immer und immer muß Ich wieder zurückkommen auf dieses Haus und diese Familie. Wisset, daß Ich Mir dieses Werkzeug erwählte und sie hineingestellt habe in dieses Haus, dieses belebte Haus, um euch zu zeigen, um allen Menschen zu zeigen, daß Ich den Liebesbund mitten in der Welt errichten will, und daß durch diese einzelnen Mitglieder des Liebesbundes ein gutes Beispiel gegeben werde, denn Ich verlange von ihnen ein strammes Christentum, aber keines, das noch halb und halb mit der Welt liebäugelt, obwohl sie zwar nicht große Werke verrichten, aber doch große Werke tun sollen. Man soll sein Leben nicht verkürzen und doch wieder sein Leben ganz einsetzen für diese Meine Sache.

Geht hinein in diese Wirtschaft, ob ihr nicht seht, wie man ein Beispiel gibt durch sein strenges Christentum. Alle, die da täglich verkehren, die meisten wenigstens, diejenigen ausgenommen, die da kein eigenes Heim haben und ein Essen und Trinken suchen müssen, weil sie doch leben müssen, Ich sage, abgesehen davon, kommen viele in dieses Haus, die keine guten Christen sind. Und doch liegt auf ihnen eine Gewalt, daß sie sich nicht getrauen, Zoten und Possen zu reißen, wie es geschieht unter den gewöhnlichen Menschen, wie das überall zur Schau getragen wird. Seht nur zu, ob ihr so etwas findet. Das ist der Geist, der waltet im Haus. Und so soll es werden in der ganzen Welt, wo Liebesbundmitglieder stehen. Die ganze Welt muß erneuert werden, zuerst aber Meine Kirche. Meine Kirche muß ein strammes Christentum sich aneignen, nicht, daß Ich einem weh tun wolle. Nein, nein, Meine Kinder! Besonders ihr, Meine Diener, seht, wenn Ich euch auf der goldenen Straße zum Himmel führen könnte, wenn Ich Meine Kirche zu einem Paradies hätte errichten können, Ich hätte es getan.

Aber seht, das Paradies ist verschwunden auf Erden und ist nur noch aufzurichten in Meiner Kirche. Dieses Paradies kann Ich aber nicht mit goldenen Straßen pflastern. Der Weg, der da hinführt in das Paradies, ist ein rauher und steiniger; denn Ich bin diesen Weg gewandelt und keinen anderen könnt ihr wandeln als den Weg, den Ich gewandelt bin. Und wenn ihr dieses Paradies aufrichten wollt, müßt ihr diesen Weg gehen und dieser Weg geht durch Verachtung, Hohn und Spott hindurch. Ihr müßt, wie ihr angefangen, fortfahren, den Großen und Reichen und Mächtigen gegenüberstehen wie ein Paulus, immer und immer wieder sagen, daß ein anderer Wind wehen muß in der Schöpfung, wenn ihr Thron nicht zittern soll und daß, wenn sie ihren Thron erhalten wollen, sie mit der katholischen Kirche im Einklang bleiben müssen.

Wollen sie spotten und höhnen über euch, oder tun sie es nicht, wohlan, denn ihr werdet es sehen und erleben, wie ihre Throne in Trümmer gehen. Aber Ich sage euch, wenn ihr tut, wie Meine Apostel getan, wenn ihr diesem Meinem Diener nachfolgt, ihn zum Vorbild nehmt, wird es geschehen, daß es im guten Einklang ganz ruhig durchgeht und es kein großes Blutbad geben wird, daß die Welt, wenn sie auch hie und da gestraft wird, doch nicht im allgemeinen gestraft wird, wie Ich beschlossen hatte, und das durch das viele Gebet und das besondere Eingreifen Meines Statthalters, Meines Dieners, der da Meine Worte beachtet wie diese Meine Kleine, und auch ausübt in der Schöpfung. Alles, was er tut, tut er auf Meinen Befehl, und indem er die ganze Welt Meinem Herzen weihte, band er sie Mir gleichsam auf. Ich muß Mich so ausdrücken, denn dadurch nötigte er Mich, Geduld und Nachsicht zu haben, und ein besonderer Zauber liegt auf Meinem Herzen. Ich kann dieses Geschlecht nicht strafen im allgemeinen, denn Ich muß hinschauen auf die vielen, die sich einsetzen für ihre Mitbrüder und Mitschwestern, die ersetzen an ihrem Leibe, was Meinem Leiden fehlt.

Und darum haben Mein Vater und Ich und der Heilige Geist beschlossen, die Welt zu verschonen, wenigstens hie und da zu verschonen und Frieden zu stiften mit der Schöpfung, Frieden. Durch Meine Kirche soll Frieden werden auf Erden. Aber wißt, wenn Ich vom Frieden rede, dann bedenkt immer das Wort, das Ich gesagt habe: Ich bin nicht gekommen, den Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Wisset, daß jedes von euch immer denken muß und soll, wenn es in sich mit Satan zu kämpfen hat, besonders du, Meine Kleine, wenn Satan dir zuflüstert, dann wisse, daß Ich gekommen bin, nicht den Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Dann hinweg über all diese Kämpfe und hineinschauen in dein Inneres, dort wo Ich wohne. In dem Innersten, im tiefsten Kämmerlein deines Herzens, dort wohnt und thront dein himmlischer Bräutigam. Er gibt dir den Mut, über alles hinwegzugehen.

Und auch ihr, Meine Diener, durch euer freudiges Opferleben sollt ihr allen zeigen, wie man Mir dienen soll, damit von euch aus, die ihr ja die Diener des heiligen Franziskus, Meines Dieners, seid, die ja durch die ganze Geschichte der Menschheit hindurch stehen sollen wie Säulen in Meiner Kirche, indem sie Mir in erster Linie nachfolgen durch Armut, Demut und verachtetes Leben, ein gutes Beispiel ausgehe für die ganze Welt. Wohl sind viele, die arbeiten am Reich Christi, viele, die Seelen retten. Ja, ja, aber ein solches Beispiel zu geben, ist die Hauptsache in jetziger Zeit. Seht, die Welt, die da so versunken ist in den Materialismus, die nur besitzen und genießen will, wenn auch noch so versunken, achtet doch darauf, wenn ihnen ein treuer Christ vorhält: ‚Seht nur hin auf diese Kapuziner‘, wie es schon oft vorgekommen ist, nicht wahr? Wie es gestern wieder vorgekommen ist in deiner eigenen Umgebung. Sage es Meinen Dienern.“

Hier überließ der Herr Barbara ihrem eigenen Geist, und zum großen Abstand zur Rede des Herrn erzählte sie in plattdeutscher Mundart, sich viel wiederholend und korrigierend, was ihr vorgekommen war. Die Mundart hat Luise in die Schriftsprache gesetzt, die Wiederholungen gestrichen, die Ausdrucksweise gelassen.

Barbara: „Ja, da waren zwei so ganz verkommene Menschen draußen, beide Katholiken, der eine war aus W., der andere weiß ich nicht, und haben so geschwätzt. Es waren ganz leichte Christen. Da hat meine Schwägerin ihnen so zugeredet, daß sie doch anders leben sollten, wir müßten den Protestanten gegenüber feststehen. Der eine hat eine protestantische Frau. Meine Schwägerin sagte zu ihm: ,Ei, Sie waren doch früher nicht so leichtsinnig, Sie müßten doch wenigstens jeden Sonntag in die Kirche gehen.’ ,Ei was, nein, das tun wir nicht, ich komme überall herum, und wo ich hinkomme, da schaffen sie, da weiß man nichts mehr vom Sonntag.’ ,Wollen Sie auch Ihre Kinder protestantisch werden lassen? Glauben Sie mir, daß das viel schlimmer ist, wie wenn Sie protestantisch erzogen wären.’

Da haben wir diese zwei Leute so weit gebracht, daß der eine ganz still und nachdenkend geworden ist. Als der andere fort war, hat sie diesen in die Klemme genommen und gesagt: „Nehmen Sie sich wenigstens vor, alle Sonntage in die Kirche zu gehen. Ich kann das nicht so sagen, meine Schwägerin ist viel gescheiter, die kann das viel besser beibringen.“ Meine Schwägerin sagte: „Ich will Ihnen nur eines sagen: Haben Sie schon von den Kapuzinern gehört? Da gehen Leute dazu, die in der Welt eine große Rolle spielen könnten. Die gehen barfuß und führen das strenge Leben und könnten sich doch auch Vergnügen machen, und wo sie hingehen, werden sie verspottet, und ich kenne Leute, die aus guten Verhältnissen waren und dieses Leben führen.“ „Ja“, sagte der junge Mann, „das ist wirklich wahr, es macht mir immer einen großen Eindruck, wenn ich einen sehe.“ Da ist der Mann ruhig und nachdenklich geworden.“

Jesus: „Seht, Meine Kinder, durch euer Beispiel sollt ihr die Welt belehren. Nicht die Predigt allein, nicht der Beichtstuhl allein bessert die Menschen. Was diese Meine Dienerin erzählte, spielt sich alle Tage ab in der Menschheit. Ihr könnt vieles wirken durch euer Beispiel, wenn ihr so dahingeht, wenn auch gespottet und gehöhnt wird. Macht es wie der Kapuziner droben in Augsburg, der einem Haufen junger Burschen vorging, die sich recht lustig über ihn machten. Er blieb stehen und ließ sich recht ausspotten. Er ging eine Zeitlang vor ihnen her, damit sie recht Gelegenheit hätten, ihn auszulachen. Dann, als er sich umwandte, ging er hinzu und sprach: ‚Meine Freunde, wollen wir vielleicht eine Brise nehmen?‘

So müßt ihr es machen. Dieser Mein Orden, den Mein Diener Franziskus gegründet, er soll sich wie ein goldener Faden hindurchziehen durch die ganze Geschichte Meiner Kirche. Großes soll er wirken, wenn auch klein und unscheinbar. So soll Mein Reich sich aufrichten. So wie Ich hier wirke, wirke Ich im Ordensleben, wirke Ich im Priestertum. Und so und nur so wird das Reich Christi wieder aufblühen und wieder ein anderes Geschlecht hervorwachsen.

Dieses Jahrhundert, das geweiht ist Meinem Herzen, es soll und muß zur Blüte gelangen, es soll das eucharistische Jahrhundert werden. Viele, viele, die abgewichen sind vom rechten Weg, sollen wieder zurückgeführt werden. Aber dann müßt ihr fest stehen, da heißt es, nicht links und nicht rechts schauen, aber über Felsen und Berge dahinschreiten, dahinklettern, immer, wenn auch die Wogen hochgehen, wenn es auch manchmal scheint, als müßte euer Glaubensschifflein untergehen. Nein, nein, es geht nicht unter, denn der Herr ist im Schifflein.“

Barbara: „O Herr, N. bittet Dich, Du mögest doch ihre Verwandte während ihrer Reise in Schutz nehmen, daß nichts vorkommt.“

Jesus: „Bleibe da, Mein Kind, bringe dieses Opfer. Solange deine Verwandte jetzt noch lebt, mußt du dich oft bei ihr sehen lassen, ihr oft zureden, sie oft erinnern an die glücklichen Tage. Rede energisch mit ihr, aber doch sei klug. Wenn du merkst, daß sie es nicht hören will, dann warte noch ab, aber immer wieder davon anfangen. Du hast großen Einfluß auf sie, und das Gebet deiner anderen Mitschwestern soll dich stets begleiten. Besonders wende dich an Schwester N., Meine Herzensschwester, sie wird durch ihr Gebet vieles erlangen. Ja, ja, es ist so, Meine Kinder! Ich hätte die Menschen ohne alles Zutun befreien können von all ihren Leiden. Ich rührte einen Speichel an, bestrich die Augen, Ich machte allerlei Zeremonien. Alles hat seine Bedeutung. Ich will erst gebeten sein. Meine Geschöpfe müssen sich durch Gebet und guten Willen erst würdig machen, dann sollen sie alles erlangen.“

Barbara: „O liebe, süße Mutter! Suche doch Deine Kinder einen Augenblick heim und erfreue uns mit einem Wörtlein.“

Lied: Gegrüßet seist du Maria ...

Maria: „Ja, ja, Meine Kinder, ohne ein Wort des Trostes kann Ich es nicht vorübergehen lassen. Ich muß euch besuchen. Heute feiert die Kirche Pauli Bekehrung. Erinnert euch an dieses Fest, was Ich euch zum Schluß noch sagen will. Erinnert euch recht oft an das einfache Leben, das Ich mit Meinem Bräutigam und dem himmlischen, göttlichen Kind geführt habe in dem stillen Häuschen. Mein ganzes Leben war nicht außergewöhnlich. Ich aß und trank und schlief wie andere Menschen, aber einen so felsenfesten Glauben hatte Ich in Mir, daß Ich all die Worte, die Ich einmal gefaßt hatte, im Lichte des Glaubens aufgenommen hatte und so daran hielt, daß nichts mich daran irremachen konnte, denn auch Ich war ein Mensch wie ihr, obwohl begabt mit der Mutterwürde und Ich darum ein außergewöhnlicher Mensch gewesen bin, bereits wie Mein göttliches Kind.

Aber Ich mußte unter Menschen wandeln und ein menschliches Leben führen wie ihr. Erinnert euch daran, was Großes der Herr durch euch vorhat. So wie Ich allen Menschen ein Vorbild sein sollte, so sollt ihr allen Menschen ein Vorbild werden, nicht indem ihr ein außerordentliches Leben führt, sondern durch unerschütterliches Gottvertrauen, durch eine Liebe, die, wie euch gesagt wurde, schon in dem zweiten Schritt des Gottvertrauens mit einbegriffen ist, daß ihr den Schritt, den ihr begonnen, gut vollendet, und indem ihr noch ein felsenfestes Gottvertrauen zeigt in all den Schwierigkeiten, die da noch kommen werden, feststeht, der Welt zeigt, was Großes der Herr wirken will. Alles, was euch gesagt wird vom Herrn, daran müßt ihr halten, wenn auch die ganze Welt dagegen wäre. Dieses noch zum geistigen Blumenstrauß. Den sollt ihr mitnehmen von dieser Ihm geweihten, Meinem Sohn so liebgewordenen Stätte.“

Barbara: Ich sehe den heiligen Paulus, umgürtet mit einem Schwert.

Paulus: „Ja, ja, dieses bedeutet aber nicht so sehr, daß ich mit einem Schwert umgekommen bin, sondern das Schwert des Wortes, das ich führte. Das sollt auch ihr führen, meine Freunde. Seht, mehr Gefahren habt ihr alle nicht zu bestehen, als ich dereinst zu bestehen hatte. Schlagt nach und leset, wie vielmal ich Schiffbruch gelitten und gegeißelt wurde, wie vielmal ich Todesgefahr ausgestanden. Und doch ging ich durch alles mutig hindurch. Ihr alle, meine Brüder, auch wenn ihr noch so sehr das Schwert des Wortes führt, habt diese Gefahren, die ich hatte, nicht zu bestehen. Und solltet ihr diese Gefahren haben, was liegt daran. Arbeitet, geht hinaus in die Welt, das Reich Christi muß aufgerichtet werden. Es steht um vieles schlimmer als in der Zeit, in der ich lebte.“

Lied: Großer Gott, wir loben dich ...

Nach der heiligen Kommunion sagte der Herr zu Barbara:

Jesus: „Ihr könnt am meisten verdienen durch den tiefinnigen Glauben. N. schadet sich sehr an seiner Vollkommenheit. Er würde darin sich sehr steigern, wenn er die Sache nicht von sich schöbe, weil ihr nur durch den lebendigen Glauben die Verdienste erlangt; denn das ist die Hauptprüfung und das Hauptverdienst des Menschen, daß er seinen Glauben bewähren muß. Diejenigen, die abkommen, da ist das Gerede hin und her daran schuld, das sie nicht ertragen können. Ein solcher hört auf zu beten und geht zurück.

Diejenigen, die standhalten, geben denn auch die Heiligen. Verhaltet euch nur ganz ruhig. Wenn es Zeit ist, werde Ich Mittel und Wege wissen, um es auszuführen. Bringt Mir nur ein reines Herz, frei von Sünden, daß Ich immer mit euch verkehren kann, und ein freies Herz, indem ihr alle Sorgen auf Mich werft und Mir sagt: Sorge Du, mein Jesus, für all das wollen wir gar nicht sorgen.“

341 Vigil vom Herz-Jesu-Freitag im Februar 1900

„Du begreifst nicht, wie gut Ich bin, weil Ich dich mit Leiden heimsuche. Gehe hin und klage nicht, sei still und trage dein Kreuz.“

Lied: Ihr Kräfte der Seele ...

Barbara: „O mein Jesus! O allerliebster Bräutigam meiner Seele! Ich danke Dir für das unaussprechliche Glück, daß Du mich heimsuchst in dieser heiligen Stätte. O ihr alle, die ihr euch mit mir vereinigt, o kommt und saget Ihm Dank! O ich habe es wahrhaftig diese Woche nicht verdient. O mein Jesus, von Herzen bereue ich alle meine Sünden. Wann werde ich einmal anfangen, Dich so zu lieben, wie Du es verdienst, wie Du es verlangst und wie ich es wünsche? O verzeihe mir! O liebe Mutter, o meine Herrin, trete Du vor Deinen allerliebsten Sohn, sprich Du gut für mich. Mein Jesus, wie armselig war ich doch diese Woche, wie kleinmütig, wie zerstreut. O mein Gott, verzeih mir doch. Jetzt bin ich so voller Freude. Ist es möglich, daß Du so gut bist, daß Du alles vergessen kannst?“

O eine herrliche Prozession sehe ich, wie sie dahinziehen, von einer ganzen Schar Engel umringt, sie ziehen alle hinauf, um Ihr Kind darzustellen.

„Gelobt sei Jesus Christus! Gelobt sei Jesus Christus!“

Jesus: „Meine Kinder! Recht so, ihr seid zusammengekommen, um Meine Worte zu vernehmen. Schauet nicht auf das unmündige Werkzeug, das Ich Mir auswählte. Schauet vielmehr auf Denjenigen, der das Endziel von allem ist und der Anfang von Allem.

Angefangen habe Ich in ihr zu wirken an jenem Tag, als Ich sie berief, aus der Welt herauszugehen, aus sich viel mehr herauszugehen und Mir zu dienen. Bis auf diese Stunde habe Ich fortgefahren, sie an Meiner Hand zu führen. Als Ich ihr versprach, daß Ich durch sie Großes wirken wolle, da hatte sie keine Ahnung, wohin Ich sie führen werde. Aber seht, Meine Kinder, dieses ist es, was Ich hier lehren will und durch sie alle Menschen. Ich bin der Anfang von allem. Eines jeden Menschen Leben habe Ich geplant und die Wege eines jeden vorgezeichnet. Manchmal kommt etwas vor, was freilich die Menschen nicht begreifen, und es scheint, als ob dieser sein Lebensziel verfehlt habe, dieser Mensch, und doch liegt alles in Meiner Hand und Ich führe ihn, falls er nur sich von Mir führen läßt. Nur dann erst fängt der Mensch an, den richtigen Lebensweg zu verfehlen, wenn er anfängt, schwer zu sündigen.

Da nun alle Menschen schwache, armselige Geschöpfe sind und die meisten Menschen den wahren und rechten Weg, auf den Ich sie gestellt und führen möchte, verfehlen durch die Sünde, abweichen vom rechten Weg, darum habe Ich ein Mittel ausgesonnen, womit er alles wieder gut machen kann. Ich habe ihm den Kreuzweg vorgezeichnet. Vor allem aber wollte Ich selbst diesen Weg gehen und allen Menschen zeigen, daß man wirklich diesen Weg gehen kann, um aber auch allen Menschen ein Vorbild zu sein, damit der arme Mensch nicht entmutigt wird.

Seht, du hast vorhin gesehen, wie Meine heiligen Eltern, Mein heiliger Pflegevater und Meine Mutter hinaufzogen nach Jerusalem, um Mich Meinem himmlischen Vater darzustellen und aufzuopfern. Dieses war das erste Opfer, das Ich bringen wollte. Von da an ging es immer steiler und steiler, bis die letzte Sprosse erreicht war dort auf Golgotha, bis Ich Mein hochheiliges Leben wieder zurückgab in die Hände Desjenigen, Der Es Mir gegeben, Meinem himmlischen Vater. Mein ganzes Leben war nur ein einziger, langer, großer Kreuzweg.

Seht, Meine Kinder, ihr alle, wie ihr hier versammelt seid, seid auf demselben Lebensweg, wie Ich ihn gegangen bin. Ihr alle seid Kreuzträger und müßt Mir nachwandeln und wollt Mir nachwandeln. Ihr alle wollt einstens teilnehmen an Meiner Herrlichkeit. Wundert euch nicht, wenn solche, die da kommen und das Kreuz gern erleichtert haben wollen, die von diesem oder jenem Kreuz gern befreit sein möchten, Mich nicht verstehen. Ja, ja, Meine Kinder, sie alle sind gute Christen und wollen gute Christen sein, aber gar zu wenig Kreuz tragen. Sie wollen nicht verstehen, daß ein Gott, der doch so unendlich gut ist, Seinen Geschöpfen, die Ihn doch lieben möchten und Ihm dienen wollen, mit Leiden, mit Kreuz beladen will. Nein, das wollen sie nicht verstehen.

Aber seht, hier an dieser Stätte, die Ich Mir erwählt habe, um durch sie die treuen Kinder Meiner Kirche zu belehren, will Ich nicht das Kreuz abnehmen, wie Ich es tue an vielen Stätten, wie dort, wo Meine Mutter Sich einem armen Kinde zeigte, wo so viele Kranke geheilt, viele Unglückliche schon getröstet worden sind.

Seht, jenes hat wieder seinen eigenen Zweck. Meine liebe Mutter ist und bleibt die Königin Himmels und der Erde und als solche wünschte Ich, daß die Kirche Sie unter dem Titel als die ,Unbefleckte Empfängnis’ verehre, weil Sie Meine Mutter ist und weil Ich in Ihrem jungfräulichen Schoße neun Monate ruhen wollte, Sie aber ohne jegliche Makel geboren ist und dieser Titel und diese Würde noch nicht genug erhoben und geehrt wurde von Meinen Kindern. Darum wollte Ich, daß die Kirche dieses zu einem besonderen Fest erhebe, diesen Titel als die ‚Unbefleckte Empfängnis.‘

Und zur Danksagung dafür, daß die Kirche dieses wirklich zu einem Fest ersten Ranges erhoben hatte, erschien Meine Mutter und heilt dort die armen Menschen, die mit reuevollem Herzen zu Mir kommen und mit lebendigem Glauben ihre Zuflucht zu Ihr nehmen. Seht, das muß so sein, denn die Allmacht Gottes muß immer wieder von den Menschen, auch von denen, die nicht glauben, anerkannt werden. Deswegen will Ich, daß hie und da in Meiner Schöpfung Orte errichtet werden, wo Ich ganz besonders Meine Hand im Spiele habe und die armen Menschen auf solche Weise an Mich ziehen möchte und ziehen will, indem Ich sie hie und da von einem schweren Kreuz befreie. Bei euch aber, Meine Kinder, will Ich der armen Menschheit zeigen, wie man das Kreuz tragen soll, nicht wie man um seine Abnahme bitten soll. Ja, ja, Meine Kinder, Ich verzeih es euch, denn die Schwachheit des Menschen ist groß. Besser wäre es für sie, wenn sie verständen, wie gut es ist, ein Kreuz zu tragen, wenn sie, statt zu bitten um Abnahme, bitten um recht viele Leiden, damit sie dereinst eine recht herrliche Krone sich verdienen, die sie ja nur durch Leiden verschönern können.

Seht, werdet nicht irre, wenn Ich gerade diejenigen, die am allermeisten und in allernächster Nähe Mir dienen und Mir nachfolgen, am allermeisten mit Leiden heimsuche. Seht, Menschen, wie sie ja alle sind mit so viel Unvollkommenheiten und Fehlern, mit Sünden und Lastern hie und da, mitunter auch mit schweren Verbrechen überhäuft, wenn diese dann ihre Fehler erkennen und sich Mühe geben, sich zu bessern und Mir treu zu dienen, dann muß Ich ihnen aber auch, weil sie treue Kinder Meines Herzens sind, den Lohn dafür geben in der Ewigkeit.

Diese, die Mir dienen mit der ganzen Energie ihres Herzens, ihres Gemütes, die alle ihre Kräfte einsetzen, um ja nicht mehr zu straucheln, zu wanken, um auf dem Weg mit Riesenschritten vorwärts zu schreiten, diese sind bestimmt, dereinst in allernächster Nähe bei Mir zu sein, durch die ganze lange Ewigkeit hindurch bei Mir zu sein.

Nun aber, Meine Kinder, müssen die Fehler, die sie gemacht auf Erden, wieder gutgemacht, abgebüßt werden. Ja, ja, das verstehen sie nicht, die armen Menschen. Darum gerade muß Ich die allerliebsten Kinder Meines Herzens am allermeisten mit Leiden heimsuchen. Nun aber ist die Welt so abgekommen vom rechten Weg, so gottlos geworden, daß sie nur noch genießen und besitzen möchte, und dieser Geist, der da so voll Vergnügungssucht die ganze Welt überschwemmt und mit sich fortreißt und auch in die Guten allmählich dieses Gift hineindringt, und je mehr es hineindringt, desto weniger begreift man das Kreuztragen. Darum habe Ich Mir ein Mittel ausgesucht, um die guten, treuen Kinder Meiner Kirche zusammenzuscharen zu einem Häuflein. Dieses Häuflein habe Ich dir gezeigt vor vierzehn Jahren am Fest des heiligen Antonius von Padua. Dort zeigte Ich dir, wie Meine Kirche bedrängt ist, wie Ich aber inmitten von ihr stehe, wie sich die Kinder, die treuen, guten Christen, immer mehr um Mich herum drängten, weil sie sich fürchteten, angesteckt zu werden von der gottlosen Welt. Ich zeigte dir die gottlose Welt, wie sich eine große Kluft auftat und wie man sich weiter und immer weiter von Mir entfernte, während die Guten sich um Mich scharen.

Seht, Meine Kinder, dieses war das Vorbild, das jetzt in Wirklichkeit vor sich geht. Die guten, treuen Kinder scharen sich zusammen und müssen sich zusammenscharen. Deswegen hat Mein Statthalter in Rom die ganze Menschheit Meinem Herzen aufgebunden und die guten, treuen Kinder aufgefordert, nach Rom zu pilgern und dieses Jubeljahr zu feiern, die Kinder aufgefordert, doch alle sich zu scharen um das Hochheiligste Sakrament. Er hat dieses Jahrhundert geweiht dem sakramentalen Gott.

Und nun, Meine Kinder, geht hinaus in Meine Schöpfung und verkündet den sakramentalen Gott, verkündet, daß ihr diesem Gott dienen wollt, daß ihr euch recht oft einfinden wollt an Seinem heiligen Tisch, damit ihr das Kreuz tragen lernt. Seht, so soll das Menschengeschlecht gerettet werden, daß die guten, treuen Kinder Meiner Kirche nicht den Himmel bestürmen mit Klagen und Jammern, wenn Ich ihnen Kreuz zuschicke. Nein, nein, Meine Kinder, harrt aus im Leiden. Einmal kommt der große Siegestag, wo du alles überschauen wirst, Mein Christ, wo du dann erkennen wirst, wie gut es war und wie gut Ich es mit dir gemeint. Du arme Witwe, dir habe Ich ein schweres Kreuz aufgeladen. Du hast einen Fehltritt getan, Meine Tochter, du hast ihn aber schon schwer bereut und gebüßt. Ich habe dir alles verziehen, weil du deine Kinder auf gutem Weg zu führen suchst. Harre aus, Meine Tochter, harre aus. Du begreifst nicht, wie gut Ich bin, weil Ich dich mit Leiden heimsuche. Gehe hin und klage nicht, sei still und trage dein Kreuz. Wisse, daß du eine Franziska Romana sein und werden sollst und sollst auch vielen anderen Witwen zeigen, wie sie ihre Kinder, wenn auch hie und da eines abgewichen ist, durch Gebet und Sühne und Opfer retten müssen. Durch dein Gebet, Opfer und Sühneleiden, das du Mir Tag für Tag vor Meinem Tabernakel darbringen sollst, wirst du alle deine Kinder retten, auch wenn du jetzt dastehst und es dir dünkt, der Himmel habe sich verschworen gegen dich und deine Familie. Nein, nein, Meine Tochter, der Himmel scheint hell über dir und deiner Familie; er zürnt dir nicht. Meine Tochter, trage dein Kreuz mit Geduld.

Ihr aber, du, Meine Tochter, gehe hin, du hast Mir schon viele Freude gemacht in deinen Kindern. Aber sage deiner Tochter in W., sie soll nur ja nicht Satan nachgeben, der ihr einflüstern will, sie könne diesen Stand nicht halten, ihre Gesundheit sei zu schwächlich. Sie soll an jedem Morgen zu Mir sagen: ‚Du, mein Jesus, hast mich hierher geführt, ich danke Dir dafür. Du gabst mir die Kraft, daß ich alles kann und ich vermag alles in Dem, Der mich stärkt.‘ Es ist nicht wahr, daß ihre Gesundheit zu schwach ist. Es ist nur eine Prüfung, und Satan, der an jeden Menschen heranschleicht, der die Schwächen ausnützen möchte, will ihr beibringen, es sei dieser Stand zu hart. Nein, diese sind es, die Mir Sühne und Abbitte leisten für die sündige Menschheit, sie sind die Engel im Fleische. O saget Meiner Tochter einen herzlichen Gruß von Mir und allen Meinen Töchtern. Es wird die Zeit wieder kommen, wo sie mit euch in Verbindung treten; sie sollen nur ruhig abwarten, bis der rechte Augenblick gekommen ist. Aber ihr alle, die ihr hier zugegen seid, freuet euch. Seht, wie gut der Herr ist. Seht, heute nacht beginnt der Tag, wo die Kirche Meine Opferung feiert, Meine Darstellung im Tempel, Mein erstes Kalvarienfest, denn von hier aus wich das Kreuz nicht mehr von Mir, aber auch nicht mehr von Meiner Mutter, denn von dieser Stunde an wußte sie, welches Schicksal Meiner warte und Tag und Nacht standen die Worte des Greises Simeon vor ihrer Seele.

Es feiert aber auch die Kirche morgen wieder ein anderes Fest, das Fest Meines Herzens, der erste Freitag. Geht recht fleißig diese Andacht besuchen, denn viel Segen strömt durch diese Andacht in die Stadt Mainz. Ihr wißt nicht, wie geheimnisvoll die Gnaden strömen. Ja, ja, geheimnisvoll, wie alles in Meiner Kirche. Wenn es nicht mehr geheimnisvoll ist, dann ist es nicht mehr göttlich. Wißt, man nimmt Anstoß an allem. Meine Geschöpfe, die da gar zu sinnlich sind, auch die guten, treuen Kinder Meiner Kirche, weil sie gar sehr zur Sinnlichkeit hinneigen, wollen mit Händen greifen und zerschneiden mit ihrem Ameisenverstand, was sie nicht begreifen.

Ja, ja, solange Ich aber Gott bin, lasse Ich Mir das Recht nicht aus der Hand nehmen. Alles ist und bleibt geheimnisvoll, wie alles geheimnisvoll ist, was Ich gelehrt und vom Himmel auf die Erde gebracht, und was die Kirche lehrt, wenn auch noch so klar und überzeugend; wenn der gute, gläubige Christ überzeugt ist, Tag für Tag, und in seinem inneren Herzen fühlt, daß es wahr ist, so ist und bleibt es immer noch geheimnisvoll. Er weiß und muß glauben. Er steht vor Mir und begreift nicht, wie es ist, und doch ist es so. So ist es aber auch, was Ich hier wirke und alles, was Ich rede und euch durch Meine Dienerin wissen lasse, ist ein Geheimnis. Und erst dann werdet ihr alles durchschauen, wenn einmal der Schleier fällt und dieses fleischliche Auge übergegangen ist und ihr mit Meinem Auge schauet. Denn wißt, sobald diese sterbliche Hülle abgefallen ist, schaut ihr mit Mir und nehmet ihr teil an Meinen göttlichen Eigenschaften, seht mit Mir, herrscht und regiert mit Mir durch die ganze Ewigkeit. Dafür aber habe Ich Meinen Geschöpfen eine Prüfungszeit gesetzt, und wer sie gut besteht, der soll mit Mir durch die ganze Ewigkeit triumphieren.“

Barbara: „O lieber Jesus! Schenke uns doch heute Arme Seelen. Die letzte Zeit hast Du meine Seele so gelenkt, daß ich gar nicht zu mir kommen konnte. Morgen ist aber ja ein Freudenfest für die Kirche. O liebe Mutter! Ich sehe Dich dahinziehen, von Engeln begleitet. O trete Du hin vor Deinen lieben Sohn und erbitte uns viele Arme Seelen, wie einmal die selige Kreszentia von Kaufbeuren an einem Marientag gewonnen hat. O Ewiger Vater ... (lange Aufopferung), schenke uns Schwester N.“

Jesus: „Ja, ja, ihr müßt aber morgen noch einmal ihrer gedenken und die heilige Kommunion für sie aufopfern.“

Barbara: „O schenke uns alle, die in der Pfarrei Ignatius gestorben sind, alle, die Dir treu gedient haben und Deine heilige Mutter recht eifrig verehrt, die am nächsten der Erlösung, alle die Mitglieder des dritten Ordens, mit denen wir näher verbunden sind, und alle Liebesbundmitglieder. Du sagst ja, daß alle, die oft kommunizieren, Liebesbundmitglieder sind, daß Du um alle guten Christen ein Band schlingen willst durch die öftere, heilige Kommunion. Darum opfere ich Dir alles auf für die Seelen, die Liebesbundmitglieder sind, und in letzter Zeit gestorben sind. Ich sehe eine große Bewegung. Ihr heiligen Schutzengel geht hin und holt eure Schützlinge. Gegrüßet seist du ... Schenke mir N. und N. und N.“

Jesus: „Alles kann Ich dir nicht gewähren, da ist noch ein weiter Schritt dazu.“

Barbara: „So schenke mir den Priester N.“

Jesus: „Für heute noch nicht.“

Barbara: „So schenke mir den Bruder von N.“

Eben tritt er vor seine Schwester.

Barbara: „Siehe, weil du so treu hängst an deinem Gott.“

Bruder von N.: „O ihr meine lieben Geschwister, haltet zusammen, alles ist nichts auf Erden. Traget euer Kreuz, das der Herr euch auferlegt. Könnte ich noch einmal zurück und gutmachen, was ich versäumt, ich würde ein anderes Leben beginnen, aber um eures Gebetes und um der Opfer meiner guten Mutter willen, sie hat mich gerettet, und euer Gebet. Ich bin ein Kind der ewigen Seligkeit. O ihr begreift nicht, es ist so, wie die Kirche lehrt. Dieses, was wir hier glauben und was wir hier im Glauben schauen und erfassen, ist in Wirklichkeit so. Wenn wir hinüberkommen, wenn die Schuppen fallen, o wie unbegreiflich ist die Gottheit, o wie unbegreiflich ist die ewige Glückseligkeit. Nur ein Übergang, nur ein Durchgang ist dieses Leben, und dann und dann, ihr Kinder harret aus! Wie glücklich, wie glücklich der Geringste, der hier in der Welt noch so armselig war, aber Gott gedient und im Glauben gestorben, der Geringste eurer Brüder, der seine Sünden bereut und gebüßt, wie ich es noch tat; denn als ich mein Leben aushauchte, habe ich es aufgeopfert zur Sühne für meine begangenen Sünden. Obwohl ich einer der geringsten Himmelsbürger bin, bin ich aber doch unendlich glücklich. Harret aus, meine Geschwister! Harret aus, ihr Kinder! Unendlich glückselig, unendlich glückselig!“

Barbara: „Großer Gott! Liebe Mutter, noch ein einziges, liebes Wörtchen von Dir. Morgen feiert die Kirche Mariä Lichtmeß. Dein Fest habe ich schon so schön geschaut. O liebe Mutter, erflehe mir doch die Gnade, daß ich in dieser Woche meinem Herrn treu diene und allen, die hier sind, daß sie es im Glauben erfassen. O erflehe ihnen die Standhaftigkeit in allen Leiden und Prüfungen. O erflehe mir die Gnade, daß ich all die Prüfungen, die über mich kommen, mit Geduld ertrage und all die Schmäh-Reden. Ich verzeihe allen, die sagen, was nicht wahr ist. Erflehe ihnen die Gnade, daß sie es einsehen, daß nicht so viele Sünden geschehen. O wenn doch die Leute gescheit wären, die Priester wären nicht so, wenn sie nicht von den Leuten aufgehetzt würden, und mache doch, daß Dein lieber Sohn nicht so geschmäht wird, denn anstatt Gutes, wird Böses angerichtet.“

Maria: „Meine Tochter! Das war schon immer so. Sei zufrieden und harre aus. Durchgehe die Legenden und schlage auf, wo du willst. Es ist allen so gegangen. Auch Mein Lebensweg war so verkannt, verachtet und geschmäht. Dieses ist so der Gang der Welt. Das muß dich nicht kümmern und alle, die Meinem Sohne nachfolgen, müssen sich um das leere Gerede der Welt nicht kümmern. Diese sind Weltkinder und verstehen es nicht besser. Als geistigen Blumenstrauß nehmt hin Meine besondere Huld und Gnade. Auch einen herzlichen Gruß an die kranke Schwester N. von ihrer himmlischen Mutter.“

Barbara: „Was soll sie tun, um den Priester N. aus dem Fegefeuer zu befreien?“

Maria: „Sie soll all ihre Leiden aufopfern für ihn bis Ostern.“

Barbara: „Was soll sie tun für Schwester N.?“

Maria: „Noch fünfzehnmal soll sie den Rosenkranz beten.“

Barbara: „O liebe Mutter, gib doch auch N. einen Trost.“

Maria: „Ja, ja, Mein Sohn! Gräme dich nicht. Du hast dein Lebensziel nicht verfehlt. Harre aus! Bleibe auf dem Weg, den du bisher gewandelt bist und wähle dir keinen anderen Stand. Bleibe Jungfrau, wenn du auch nicht im geistlichen Stand Mir dienen und Priester werden kannst. Siehe, in der Welt braucht man starke Männer, die mit gutem Beispiel vorangehen und besonders Jungfrauen, jungfräuliche Seelen, denn Mein Sohn will, daß zu Ehren gelange der jungfräuliche Stand, weil die Welt gar so gottlos geworden und das Eheband so zerrüttet ist und die Familie so darniederliegt, daß der ganze Ehestand wie ein modernder Leichnam dahinsiecht.

Darum verlangt Mein Sohn, daß der jungfräuliche Stand neben dem Ehestand blühen soll, denn dieses Jahrhundert wird so viele Jungfrauen erzeugen, daß sie die Klöster nicht fassen können, Jungfrauen männlichen und weiblichen Geschlechtes. Durch diese jungfräulichen Seelen soll und muß der Ehestand wieder geadelt und gehoben werden, denn merkt es euch, dort in jener Familie, wo eine jungfräuliche Seele steht, die sich einsetzt für die übrigen Glieder der Familie, steht es nicht so schlimm, auch wenn hie und da ein Mitglied abweicht, es kann wieder zurückkommen, durch das Gebet dieser jungfräulichen Seele. Und du, mach Mir die Freude und bleibe jungfräulich. Du hast Vermögen und kannst leben. Spare, halte dein Geld zusammen, es wird dir nicht mangeln. Wenn dein Vater und deine Mutter gestorben sind, dann gehst du zu einem deiner Brüder, die Priester sind. Dort bringst du dein Leben zu und diene Mir wie ein Benedikt Labre. Schäme dich nicht, recht oft vor dem Tabernakel zu knien und vor Meinem Altar, vor einem Mir geweihten Altar.

Du wirst dereinst, wenn du abgehst, eine herrliche Krone bereitet finden, eine herrliche, dreifache Krone: Eine Krone der Jungfräulichkeit, eine Krone, die du dir durch deinen Gehorsam verdienen sollst, und eine Krone, die du dir durch deine freiwillige Armut erwerben sollst. Obwohl du kein Ordensmann bist, kannst du mitten in der Welt dieses dreifache Gelübde halten.“

Barbara: „Lieber Jesus, auch ein Wörtlein des Trostes für die Eltern dieses Deines Dieners.“

Jesus: „Sie haben Trost in ihren Kindern und auch Leiden. Das kann Ich ihnen nicht ersparen. Ich habe diese Ehe so gesegnet und vielen als Muster vorangestellt. Sie sollen aber auch vielen vorleuchten, wie man sich verhalten soll beim mißlungenen Glück, und sollen im Kreuztragen geübt werden.“

Barbara: „Gib auch diesem armen Mädchen einen Trost.“

Jesus: „Sage ihm nur, daß es sich vorbereiten soll auf seinen Heimgang. Es soll die Leiden, die sie zu erdulden hat in ihrer Familie, aufopfern Tag für Tag, denn dort wird es einen gar so harten Kreuzweg zu gehen haben.“

Luise bat den Herrn noch für eine Seele, die Ihm schon 67 Jahre gedient und noch fürchtet verlorenzugehen. Der Herr antwortete erst anderen Tages nach der heiligen Kommunion:

Jesus: „Diese Seele, obwohl sie von frühester Jugend Mir gedient und nur Mich gesucht und Mir sehr wohlgefällig ist, lasse Ich ihr doch die Ängste, anderen ängstlichen Seelen zum Trost, damit man sehe, wie man immer in Furcht und Zittern sein Heil wirken muß. Ebenso lasse Ich dir die Ängste, damit nichts von den Gnaden, die Ich anderen durch dich gewähre, an dir hängen bleibt, und du dir nichts aneignen kannst, sondern dich nur als das Sprachrohr betrachtest.“

Am Fest des heiligen Ignatius sagte der Schutzengel von Barbara:

Schutzengel: „Gehe heute in die Ignatius-Kirche zum Hochamt, aus Dankbarkeit.“

Bei demselben sah sie den Heiligen, wie er schützend seine Hände über die Gemeinde ausbreitete. Der Herr sagte:

Jesus: „Durch nichts könnt ihr so viel verdienen als durch die Verachtung, die euch von vielen zuteil wird.“

342 Donnerstag am 15. Februar 1900

Lied: Ihr Kräfte ... In der zweiten Woche von Februar wurde Barbara durch mancherlei üble Nachreden sehr beängstigt, in Zweifel und Unruhe versetzt. Sie sagte zum Herrn, sie fühle nicht die Kraft in sich, in so fortgesetztem Widerspruch mit den geistlichen Vorgesetzten zu leben. Er möge sie doch den gewöhnlichen Weg gehen lassen und ihr die Gnaden entziehen. Der Herr erwiderte auf ihre Klagen am Freitag, den 9. Februar 1900, als Barbara das Heiligste Sakrament anbetete und sagte, daß Er heute nicht komme, um ihr zu zeigen, welcher Geist in ihr herrsche, damit sie einsehe, daß sie es so nicht abschütteln könne. In der folgenden Woche hatte sie darauf nochmals große Gnaden. Am das Fest des heiligen Valentin erschien ihr Bruder Valentin und bat Barbara, sie möge doch ausharren, denn er habe seine große Glorie erlangt, weil er sie in sein Haus aufgenommen und teilnehme an all dem Guten, das der Herr durch Barbara wirken wolle. Barbara konnte sich nicht sättigen an seiner Herrlichkeit. Sein Anblick hielt sie gefesselt während einer ganzen Segensmesse. Auch gab ihr Jesus eine Belehrung über die Seelen der Gerechten, die Er mit Rosmaringärten verglich, in denen Er lustwandelt.

Jesus: „Wie der Rosmarin den ganzen Garten ausduftet, so zieht der Wohlgeruch von den Verachtungen, die ihr leidet, Mich zu euch hin, daß Ich täglich mit Wohlgefallen in euch herniedersteige.“ Die Klöster seien Ihm die Städte in der gottlosen Welt. Die Mauern derselben seien die Wälle, die um die Stadt gelegt sind, damit die gottlose Welt nicht eindringen kann. Barbara konnte nicht alles im Gedächtnis behalten.

Jesus: „Morgen komme Ich wieder, aber zur Strafe für deine Zweifel wird eine Verdemütigung damit verbunden sein!“

343 Dritter Freitag im Februar 1900

„Dieses ist das Leben aller Diener Gottes, das Leben aller Heiligen, und es war auch Mein Leben, die kindliche, heilige Einfalt.“

Barbara: „Ich danke Dir, mein Jesus, für das unaussprechliche Glück, daß Du mich heimsuchst in dieser heiligen Stunde. Nicht wahr, Du zwingst mich nicht, das hast Du mir gezeigt die vorige Woche. Mein freier Wille wird nicht beeinträchtigt, obgleich Du so unendlich gut bist und Dich sehnst, mit Menschenkindern zu verkehren, Dich zu ihnen herabzulassen, nicht nur in der Brotsgestalt, sondern auch, was Du hier besonders lehren willst: geistigerweise willst Du zu uns kommen und mit uns reden. Aber hier sprichst Du nicht nur geistigerweise, hier bist Du wirklich und wahrhaft mit Gottheit und Menschheit, mit Fleisch und Blut gegenwärtig wie dort im Tabernakel. Und doch versagst Du Dir diese heilige Stunde, wenn ich nicht gewillt bin dazu.

O mein Jesus, verzeih mir, daß ich so böse war und Satan und seinen Einflüsterungen nachgegeben habe. O Barmherzigkeit für mich und für alle armen Sünder! So geht es allen Menschen, wenn sie nachgeben, wenn sie manchmal noch so guten Willens sind, aber in einer schwachen Stunde geben sie nach und gehen zugrunde, manchmal auf ewig. Barmherzigkeit für uns und alle armen Sünder! Gelobt sei Jesus Christus!“

Jesus: „Ich habe dir gestern gesagt, weil du Mich die ganze Woche so sehr bestürmt hast und Mich gestern eingeladen hast, durch besondere Vorbereitungen, daß Ich am heutigen Tage wieder zu dir kommen werde, aber mit einer Verdemütigung. Siehe, diese Verdemütigung war, daß Ich heute früh zu dir kam und keines deiner Angehörigen, noch deine lieben Mitschwestern nach dir gesehen haben und sie halb und halb sich vorstellten, als sei es nicht notwendig. Dieses mußt du dir als eine Verdemütigung ansehen, die Ich dir deiner Sünden wegen hie und da zukommen lasse, weil du, obwohl du weißt, daß du aus dir nichts hast als Elend und Sünde, doch manchmal so ungehalten bist, wenn Ich dir eine Prüfung zuschicke.

Siehe, diese unaussprechliche Gnade, die Ich dir vorbehalten habe, und die tausend andere besser benützen würden als du, muß manchmal geprüft und geläutert werden von den Schlacken, die du daran heftest durch deine Unvollkommenheiten, denn wisse, wenn Ich Mich zurückziehe in dir, und dich deiner Armseligkeit überlasse, dann wisse, daß Satan schon auf der Lauer steht und den Augenblick abwartet, wo Ich Mich von dir abwende und Mich zurückziehe in das innerste Gemach deines Herzens. Dort bleibe Ich, dort lasse Ich Mich von Satan nicht vertreiben, aber deinen äußeren Seelenkräften nach ziehe Ich Mich zurück, und dieser Augenblick wird von Satan ausgenützt, und du wirst gequält und gefoltert von ihm auf mögliche Weise, weil du dann so ungezogen bist und Mich verabschiedest, wie du es vorige Woche getan, wo du dann bittest und bettelst und dazu noch andere Meiner Diener aufforderst, wie du vorige Woche getan, wo du Meinen Nährvater, den heiligen Josef, aufgefordert hast, mit dir Mich zu bestürmen, daß Ich dir die Gnaden entziehen möchte.

Darum muß Ich dir manchmal zeigen, was du bist, und Ich bleibe dann zurück, aber Ich verzeihe dir diese Unvollkommenheiten und will nur wissen, ob es dich auch schmerzt, Mich betrübt zu haben, Mich von dir gestoßen zu haben. Dann bin Ich wieder der alte, treue Freund, der sich nicht so leicht wegschicken läßt aus dem Haus, wo er sich einmal eingenistet hat mit alter treuer Freundschaft. Wißt, Meine Kinder, daß Ich doch, obwohl ihr alle noch recht viele Unvollkommenheiten mit euch herumtragt, Meine Freude habe an diesen Meinen Kindern, die da mit so kindlicher Einfalt Mir dienen. Wißt, daß Ich gerade hier an dieser Stätte die kindliche Einfalt wieder lehren, wieder aufräumen will, die heilige, kindliche Einfalt des Herzens.

Ja, ja, all die Liebesbundmitglieder sollen in erster Linie, nachdem sie eine gute Beichte abgelegt haben und sich mit Mir ausgesöhnt, seien sie auch noch so böse gewesen, hätten sie Mich auch noch so sehr gekränkt und beleidigt und hinausgestoßen aus ihrem Herzen, sobald sie aber vor einem Priester ihre Sünden bekannt und sich vorgenommen haben, ein anderes Leben zu führen, in erster Linie eine kindliche Einfalt sich aneignen. Dieses ist das Leben aller Diener Gottes, das Leben aller Heiligen, und es war auch Mein Leben, die kindliche, heilige Einfalt. Durchgeht mit Mir Mein ganzes Leben bis hinauf an das Kreuzesholz.

Seht, als Ich hinausgetreten war aus Meinen Kinderschuhen, als Ich das Jünglingsalter angenommen hatte, da begleitete Mich schon die kindliche Einfalt, die Mich fortwährend antrieb bei allen Meinen Verrichtungen. Wenn Ich mit Meinem Nährvater hinauszog ins öffentliche Leben, wo Ich mit ihm arbeitete und zimmerte, und am Abend, wo wir uns wieder zurückziehen wollten in unser stilles, trautes Heim, er Mich hinschickte, um den Lohn in Empfang zu nehmen, da trat Ich vor die Leute hin wie ein einfältiges Kind und hielt die Hand auf, um den Lohn zu empfangen nach Belieben, wie sie ihn Mir geben wollten.

Ich sagte nicht, es ist zu wenig, wie ein erwachsener Jüngling schon tut oder tun kann, wenn man ihn schroff und grob behandelt, und er doch seinen verdienten Lohn in Anspruch nehmen kann, steht es dem Jüngling schon zu, daß er es dem betreffenden Arbeitgeber vorhält, daß er Unrecht hat, wenn er den verdienten Lohn entzieht. Ich aber zog Mich zurück in stiller, heiliger Freude, als ob Ich den gerechten Lohn empfangen hätte, und Ich übergab ihn Meinem Nährvater.

Diese kindliche Einfalt begleitete Mich, als Ich Mein öffentliches Leben ausübte. Wenn Ich unter dem Volke stand und lehrte, schaute Ich doch mit Meinem göttlichen Auge hinein in die verborgensten Winkel der Herzen. Ich durchschaute die Gottlosen mit ihren schwarzen, verschmitzten Plänen. Ich schaute, wie sie in ihrem Herzen dachten: ‚Dieser arme Mensch, dieser Zimmermannssohn, will sich dünken als gelehrt und will uns da Dinge vorpredigen, als ob wir noch der Lehre bedürften. Sind wir doch die Gelehrten, haben wir doch unser Geld ausgegeben, um die Wissenschaft zu lernen, haben wir doch den Auftrag von Gott bekommen, das Volk zu belehren, und dieser will uns jetzt etwas vormachen.‘

Trotzdem lehrte Ich vom Morgen bis zum Abend. Ich ging hinaus und durchwachte die Nächte und betete für diese armen Menschen, für diese scheinheiligen, übertünchten Gräber, denn sie waren es, die Gelehrten, die so gottlos von Mir dachten, und Ich hatte Geduld mit ihnen, Ich übte Nachsicht mit ihnen, obwohl Ich der Herr über Leben und Tod war, der Herr über alle diese gewesen bin, die da Mir schwarze Pläne schmiedeten, wartete Ich doch ab, und ließ alles über Mich ergehen. Ja, als sie Mich hinaufführten auf Golgotha und Mich ans Kreuz schlugen, da noch begleitete Mich die kindliche Einfalt.

Ich ließ alles an Mir geschehen, wie ein unschuldiges Kind es tut. Es läßt sich führen von guten und bösen, von guten und schlimmen Eltern. Wenn es, wie oft vorkommt in der Menschheit, wo die Eltern dahingerafft werden und das Kind hinausgestoßen wird in gottlose Hände, da läßt es sich behandeln von solchen, wie von seinen lieben Eltern, mögen sie gut oder gottlos sein, wie es Rabenmütter gibt, es läßt sich behandeln von der Rabenmutter wie von der guten Mutter. So tat Ich es, bis Ich hinaufgestiegen war und Mein Leben zurückgegeben hatte in die Hände Meines himmlischen Vaters.

Seht, Meine Kinder, dazu bin ich heute gekommen, um euch und allen Mitgliedern des Liebesbundes die kindliche Einfalt zu lehren, wenn Satan kommt. In erster Linie will ich euch befestigen in euch selbst, in eurem eigenen Herzen, denn der schlimmste Feind des Menschen ist das eigene Herz, das fleischlich gesinnte Herz. Dieses möchte wie alle übrigen Menschen leichtfertig dahinleben, es möchte sich keinen Zwang antun. Ja, ja, viele Christen gibt es, die Mir treu dienen, aber bei Leibe sich keinen Zwang antun wollen in Meinem Dienst. Sie wollen ja nur so dahinleben und tun, was die Gemächlichkeit und die Bequemlichkeit gerade eingibt und wie es ihnen paßt.

Diese gewöhnlichen Alltagschristen sollen doch nicht glauben, daß Ich mit ihnen verkehren kann. Nein, nein, Meine Kinder, ihr müßt Eifer zeigen, ihr müßt tiefer gehen, ihr müßt diese Alltagschristen beschämen durch eure Standhaftigkeit, durch euren kindlichen, einfältigen Glauben. Ihr müßt eurer Bequemlichkeit auch Gewalt antun, sie niederkämpfen und auch da Mir dienen, wo es euch nicht bequem ist. Dieses arme Herz nun, das da überall zur Bequemlichkeit hinneigt im Gebet, im Buße tun, im Opferleben, es gibt nach, wenn Satan ihm einflüstert: ‚Siehe, es nützt dir doch alles nichts, sei nicht so einfältig, mach es wie andere Leute, die ja auch in den Gottesdienst gehen, aber nur, wenn es ihnen paßt und ihre Pflicht ist, die die heiligen Sakramente empfangen, aber doch nicht so oft wie du, die beten, aber nicht so viel wie du. Und siehe, es nützt dich doch alles nichts. Gott hört doch dein Gebet nicht, sonst könnte Er solche Trübsale nicht über dich ergehen lassen. Siehe, wie man überall über dich spottet und dich verlacht und überall sich nur lustig macht über solche Kopfhänger.‘

Das sind alles Satansreden, glaube nicht, es sei in Wirklichkeit so, weil du dich so unvollkommen siehst. Nein, nein, Meine Kinder! Das gehört nicht zu dem kindlichen, lebendigen Glauben. Ein Kind glaubt alles, es glaubt, daß es auch alles könnte, es fängt an zu laufen, und wenn es hundertmal fällt, es steht wieder auf und fängt immer wieder von neuem an zu laufen. Wenn du auch hundert- und tausendmal fällst, du mußt dich immer wieder aufrichten und immer wieder von neuem anfangen, mit kindlichem Vertrauen zu laufen, den Weg des Heils und der Buße.

Heilige will Ich bilden, Heilige soll es geben in diesem Jahrhundert in allen Schichten der Menschheit. Und weil es in der Welt so gar zu traurig aussieht und gar zu viele von dem kindlichen Glauben abgekommen sind, auch wenn sie noch gute Christen sind und sein wollen, darum merkt auf Meine Worte.

Ich habe, obschon Ich schon vieles zu euch gesprochen habe in den acht Jahren, in denen Ich mit dir öffentlich verkehre, doch noch so vieles mit euch zu reden, um die Menschen wieder zu rütteln und zu schütteln, um die Menschen zurückzuführen zu dem alten kindlichen Glauben, der da anfangen wollte zu vergehen, zunichte zu werden; denn je mehr man den Kindern der Kirche vormacht, es sei nicht mehr tunlich, zu leben wie im Mittelalter, desto mehr geht der kindliche Glaube zurück in den Herzen der Menschen.

Und was die Religionslehrer und diejenigen, die gute Schriften schreiben, verderben und durch ein einziges solcher Worte bewirken können, das hast du wieder gesehen in der vorigen Woche, wo dein Beichtvater zu dir einige Worte gesprochen, die dich betrübten, die dir so viel andeuteten, als hielte er nichts von deinen Bemühungen, wenigstens hast du es so verstanden. Seht, Meine Kinder, seht, Meine Diener, wie ihr euch in acht nehmen müßt, ihr, die ihr gestellt seid, Mein Volk zu lehren, obwohl es scheint, als wollten die Christen vielfach ihre eigenen Wege gehen, hören sie aber doch gar wohl auf die Worte, die auf der Kanzel oder im Beichtstuhl oder in Schrift und Wort gelehrt und gesprochen werden. Und solche Worte richten großen Schaden in den Seelen an. Darum, Meine Diener, merkt auf, nehmt euch in acht! Das Volk, das gar zu leichtfertig angelegt ist in diesem Jahrhundert, das gar gern das Leben der Heiligen außer acht und geschmäht wissen möchte, um es ja nicht nachtun zu müssen, lauert auf jedes Wort, mag es in der Zeitung stehen oder ihnen zugesprochen werden.

Nein, nein, es soll das Leben Meiner Heiligen recht genau dem Volke vorgestellt werden und aber dazu gesagt werden, daß alle, alle ihnen nachfolgen können und müssen. Darum habe Ich in den Schriften schon so oft erklärt, daß Ich nicht große Werke verlange, daß Ich nicht verlange, die Heiligen, Meine Diener, nachzuahmen in den Werken, die sie getan, in dem sie sich halb zu Tode marterten, indem sie ihr Fleisch zu Tode kreuzigten; weil das Menschengeschlecht in jetziger Zeit so gar zu versinnlicht ist, kann Ich solche Sprache nicht reden, sonst wären sie alle gewillt, Mir aus dem Strang zu springen, auch die besten Meiner Kinder.

Aber das, was Ich hier rede in diesen Schriften, ist allen Menschen möglich, auch wenn sie mitten in der Welt stehen, auch wenn sie große Lasten zu tragen haben, denn ein kindliches, demütiges Herz kann Mir jeder Mensch entgegenbringen, jeder Christ, auch wenn er Familienvater ist und Familienmutter, ein kindliches, demütiges, einfältiges Herz, indem er alles glaubt, was die Heilige Kirche lehrt und durch sie ihm vorgestellt wird, indem er die Wege geht, die ein kindliches ... (einige Worte überhört), ... das Kreuz mit Geduld trägt und nicht schaut auf diese und jene, und die Verachtung und Verdemütigung, die ihm von allen Seiten zukommt, mit Geduld hinnimmt und Mir zuliebe erträgt.

Siehe, Meine Tochter, wenn du all die Verachtungen und Verdemütigungen, die du schon jahrelang auf dich genommen, weil alle Meine Diener so sehr gegen dich sind, alle Tage Mir zum Opfer bringst, so ist dieses Mir ein solcher Wohlgeruch, als wenn Ich einen Lustgarten Tag für Tag zu durchwandern hätte. Seht, Meine Kinder, alle eure Unvollkommenheiten will Ich vergessen, wenn ihr Tag für Tag dahingeht, Mich suchend, mit heiliger Freude Mich suchend, und alle eure Mitmenschen anzieht durch die heilige Freude, die ihr ja zur Schau tragen sollt überall, möget ihr gerufen werden vor die Obrigkeit oder dahingehen auf einem stillen Wallfahrtsgang oder in der Kirche oder in euren Berufspflichten.

Überall sollt ihr ein kindlich-frommes Gemüt, eine heilige Freude zur Schau tragen, damit eure Mitmenschen sehen, daß Gott in euch wohnt, daß die Liebe euch beseelt und durch diese Liebe Mir Tag für Tag ein solches Wohlgefallen entgegenbringt, daß Ich zu euch herabsteige und in euch wohne und mit euch wandle wie in einem Lustgarten und dadurch, daß ihr Mir die Verachtungen und Verdemütigungen täglich zum Opfer bringt, obwohl euch Satan zuflüstert, es sei dies Dummheit, die Menschen achteten doch nicht darauf. Seht, so viel könnt ihr Mir Genugtuung leisten und noch viel mehr, als Sünden und Fehler ihr in eurem ganzen Leben begangen, und ihr könnt Mir so viel Sühne leisten, daß Ich Tausenden eurer Mitmenschen ihre Fehler vergesse, die sie begangen, und viele, viele um euretwillen retten werde.

O ihr Liebesbundmitglieder! Schaut hin auf das große Schauspiel, das sich unter euren Augen jetzt in dieser Faschingszeit vollzieht. Ich habe Mich dir heute früh gezeigt, wie Ich zerrissen und zerfleischt werde. Seht, dieses ist Mein mystischer Leib. Zerrissen und zerfleischt wird Er in der Faschingszeit. O kommt doch, Meine Kinder, kommt doch, ihr Meine geliebten Töchter und Söhne! Ja, ja, Ich muß Meine Töchter zuerst nennen, weil sie in erster Linie Mir folgten unter das Kreuz. Wie damals, als Ich hinaufgestiegen an das Kreuz, alle Meine Jünger flohen bis auf einen einzigen, aber Meine Töchter Mir folgten, so ist es heute noch in der Kirche. Wo es an die Schmach geht, an die Verachtung, da fliehen alle Meine Diener, da ist nur noch das Frauengeschlecht, das noch mit Mir auf Kalvaria hinaufsteigt. Liebe, Lob ernten, dazu sind viele bereit, aber Schmach und Verachtung tragen, ein witziges Wörtchen hören, damit ist niemand mehr einverstanden.

Es muß anders werden, Meine Diener, es muß anders werden, Meine Kinder! Seht, in dieser Faschingszeit, wo Ich wieder von allen guten Christen, die Mir sonst noch anhingen, verachtet und verspottet werde, indem sie vorgeben, ein unschuldiges Vergnügen sei doch erlaubt. Ja, es ist erlaubt, aber damit schleicht Satan mit herein in diese unschuldige Seele, und Satan nimmt Platz in diesem Herzen, und Ich werde hinausgetrieben. Darum siehst du Meinen mystischen Leib ganz zerfetzt und zerrissen. Ihr, Meine Kinder, ihr alle, ihr Liebesbundmitglieder, hütet euch vor Fastnachtsvergnügen, auch wenn sie noch so unschuldig sind. Trauert und weinet mit Mir; denn Ich beweine ja den mystischen Leib Meiner Kirche!“

Barbara: „O Herr, wie soll N. diesen Fehler ihres früheren Lebens gut machen?“

Jesus: „Sie soll, solange diese Person noch lebt, ihr alljährlich etwas zukommen lassen, eine kleine Spende. Dies will Ich ihr so anrechnen, als hätte sie dieselbe behalten. Dafür soll sie jetzt sich offen und frei bekennen vor aller Welt als Liebesbundmitglied. Meine Kinder! Alle die Diener und Dienerinnen, die sich gewendet zum Guten, und Mir nachgefolgt sind, haben Fehler zu bereuen und zu beweinen, haben Ärgernisse gegeben. Seht, wenn Ich so handeln wollte, könnte Ich gar nicht mehr fertig werden, aber wißt doch, daß Ich ein gar guter Gott bin, daß Ich die Fehler verzeihe, wenn nur der Mensch sich vornimmt, dieselben wieder gutzumachen. Und siehe, Meine Tochter, dadurch, daß du ja beiträgst zu all den guten Werken und dir vorgenommen hast, all dein übriges Vermögen den Armen zu schenken, denn Arme sind ja all die Diener Christi, die der Welt entsagt, und das Almosen, das man ihnen spendet, ist ja den Armen gespendet, das Almosen, das eine Seele gibt von ihrem Vermögen zu dem Bau einer Kirche, gehört auch zu den Spenden für die Armen.

Das Almosen, das man gibt zum Bau eines Klosters, zur Abhaltung von Missionen, für solche, die hinausziehen in fremde Länder, oder die hier im eigenen Vaterland Missionen halten, alle die guten Werke, die da gegründet werden, die die Reichen solchen Missionaren spenden oder solchen, wo Klöster oder Kirchen gebaut werden, gehören zu dem Almosen, das für die Armen gegeben wird, von dem Ich dereinst gesagt: Arme habt ihr allzeit bei euch, Mich aber nicht. Damit wollte Ich sagen, all die guten Werke, die da gegründet werden, die von dem Almosen und von dem übrigen Geld der Reichen gespendet werden, zu dem Worte gehören, das Ich hier gesprochen habe, und dadurch werden die Sündenstrafen der einzelnen getilgt.

Es ist aber im eigenen Vaterland, wo ihr wohnt und wo ihr alle, ihr Liebesbundmitglieder, wohnt, so notwendig, daß ein anderes Christentum gegründet werde, wie draußen in dem Heidenland, wo der Gekreuzigte noch nicht viel bekannt ist, wo man den Gekreuzigten noch nicht kennt. Hier im eigenen Vaterland ist der Gekreuzigte hinausgestoßen, verkannt und verschmäht, weil die meisten Menschen ein genußsüchtiges Leben führen und ein genußsüchtiges Leben suchen. Dieses muß anders werden, es muß dieses genußsüchtige Leben umgewandelt werden. Darum ist die Mission im eigenen Vaterland gerade so notwendig wie dort im Heidenland. Merkt wohl auf, wenn ihr lest in den Briefen der Missionare oder in den Zeitschriften, wie gute Eigenschaften hie und da noch die armen Heiden an sich haben; dann vergleicht diese mit eurer Zeitgenossenschaft, in der ihr lebt, und ihr werdet finden, daß eure Zeitgenossen gerade so verstrickt und vergraben sind in der Heidenwelt, in die heidnischen Sitten wie jene.

Darum, Meine Kinder, auf, liebt die Verachtung und Verdemütigung und tragt dazu bei, daß recht viele im eigenen Vaterland sich vornehmen, Abbitte und Sühne zu leisten für die gottlosen Zeitgenossen. Schmach und Verachtung ist das einzige Mittel, womit die sündige Menschheit wieder zurückgeführt werden kann auf den rechten Weg, wenn diejenigen, die Mir treu dienen, sich vornehmen, nichts mehr zu suchen als die Schmach des Kreuzes, nichts danach zu fragen, wenn auch die ganze Welt sich gegen sie verschworen hat. O es ist viel zu verbessern in der heutigen Christenwelt. Darum fangt zuerst an, ihr, Meine Diener, geht zurück zum alten kindlichen Glauben. Predigt ihn dem Volk, und es wird bald wieder anders werden, aber nicht eher, bis ihr alle zurückgekehrt seid zu dem alten, kindlichen Glauben.“

344 Freitag vor Aschermittwoch im Februar 1900

„Ihr könnt euch erfreuen und ergötzen draußen in Gottes Natur; ihr könnt und dürft euch ein Vergnügen verschaffen, aber dorthin sollt ihr nicht gehen, wo der Teufel tanzt mit den Seinigen, die ihm angehören.“

Lied: Wo eilst du, Jesus, hin...

Am fünften Josefs-Mittwoch hatte Barbara große Gnade bei der heiligen Kommunion. Der Herr ließ Barbara an Seiner heiligen Seitenwunde ruhen und sagte:

Jesus: „Hier an Meiner heiligen Seitenwunde sollst du die Pulsschläge Meines heiligsten Herzens schlagen hören. Sauge ein, Meine Tochter, sauge ein!“

Da Barbara große Wonne kostete, sagte sie:

Barbara: „Herr, laß auch meine Mitschwestern daran teilnehmen.“

Jesus: „Sorge nicht, Ich sorge schon für ihr Vergnügen.“

Nach der heiligen Wandlung erschien ihr der heilige Josef: Josef: „Fürchtet euch doch nicht, denn seht auf mein Leben. Als mir der Auftrag gegeben wurde, nach Ägypten zu fliehen, da hätten mir viele abgeraten, wenn ich sie gefragt hätte.“

Er sagte noch vieles. Barbara konnte es nicht behalten. Barbara hatte dem heiligen Josef versprochen, alle neun Mittwoche nach der zu seiner Ehre gehaltenen Messe auf der Erde, vor seinem Altar kniend den Rosenkranz zu beten. An diesem Tage unterließen sie es wegen der Valentinus-Andacht. Bei der Abendandacht verwies sie der heilige Josef mit den Worten: Josef: „Ihr habt mir versprochen, in demütiger Haltung vor meinem Bild den Rosenkranz zu beten. Warum haltet ihr euer Versprechen nicht?“

Barbara: „Mein Jesus! Ich danke Dir für das unaussprechliche Glück, daß Du mich heimsuchst in dieser heiligen Stunde. Ich bitte Dich um Verzeihung für alle Fehler und Nachlässigkeiten, deren ich mich schuldig gemacht. O Herr, ist es möglich, daß Du alles vergissest? O mein Jesus, wie bist Du unendlich gut. O daß doch die Menschen Dich erkennen und lieben möchten. O ihr meine lieben Mitschwestern, durchwandert mit mir die ganze Welt und sucht mit mir die Seelen auf, die noch an Ihn glauben, die Ihn lieben und Ihm dienen wollen, damit wir Ihm Ersatz und Sühne leisten für die vielen Beleidigungen und Kränkungen, die Ihm in diesen Tagen wieder zugefügt werden. O mein Jesus, teile uns mit den Schmerz, den Dir die Zeit verursacht. Gern sind wir bereit, die Leiden mit Dir zu erdulden, all die Schmach und die Lästerungen von allen Menschen wären wir bereit zu ertragen.

O ihr habt recht, ihr Menschen, wenn ihr uns beschimpft und mit Schmach und Spott überhäuft, denn mehr wir sind nicht wert, weil wir armselige Sünder sind. All die Verachtung, die wir um Deinetwillen schon erduldet, opfern wir Dir auf in Vereinigung mit all der Schmach und Lästerung, die Du vor Hannas und Kaiphas, Pilatus und Herodes erduldet hast, bis Du hinaufgeführt wurdest auf Golgotha und den letzten Seufzer ausgehaucht hast, zu einiger Genugtuung für die Schmach und Lästerung, die Dir angetan wird von den undankbaren Kindern der heiligen, katholischen Kirche, indem sie sich so ungebührlichen Vergnügen hingeben. O wer mit Dir geschaut, was Du leidest in diesen Tagen, der sieht die ganze Bosheit der Christen, wie sie da in diesen Tagen ihren Gott kränken, zurückstoßen und hintansetzen. O mein Jesus, Barmherzigkeit für die Jugend, Barmherzigkeit für die Eltern, die so gottlos sind und ihre Kinder hingehen lassen, wo so abscheuliche, ausgelassene Vergnügen stattfinden.“

Und ich sehe meinen Jesus so entsetzlich entstellt und so traurig!

Jesus: „Siehe die Schönheit dieser Seele. Bis hierher war sie Mein!“

Barbara: Und ich sehe ein Ringen und Streiten um diese Seele. Ich sehe eine ganze Schar um sie versammelt, schwarze, unheimliche Gestalten. Mit teuflischem Hohnlachen packen sie von allen Seiten die Seele an.

„O mein Jesus, Barmherzigkeit für die Seele! Mutter, hilf mir doch! O mein lieber, heiliger Schutzengel und ihr Schutzengel der Liebesbundmitglieder, vereinigt euch mit dem Schutzengel dieser Seele; helft ihm kämpfen. Mein Jesus! O laß Dich nicht vertreiben, bisher war sie Dein! O so kommt her zu mir! O komm, mein Geliebter! Komm an mein Herz, ich will Dich entschädigen!“

Jesus: „Du kannst Mich entschädigen. Für die ganze Ewigkeit ist sie Mir verloren; verloren für ewig, verloren für ewig! Meine Kinder! Was Ich Meine Kleine hier schauen ließ, verwirklicht sich in diesen Tagen vielfach. Viele Eltern hüten ihre Kinder, das ganze Jahr über sind sie fromm und wollen ihre Kinder für Mich erziehen und zeitlich und ewig glücklich machen. Aber dann kommt die Zeit heran, wo sie auch an die Versorgung denken, an das zeitliche Glück ihrer Kinder. Und weil sie etwas schwach sind, blödsinnig, weil sie meinen, die Tochter, der Sohn, er muß machen wie andere, damit er doch ja auch eine Versorgung dereinst erlangt, ja, meine Tochter muß sich sehen lassen, sie muß auch tun wie andere, damit sie auch Freier bekommt, und weil die Eltern fromm sind und keine Freude haben an dergleichen Ausgelassenheiten, so lassen sie die Tochter, den Sohn allein hingehen, und Satan, der bis jetzt über dieses unschuldige Herz keine Gewalt hatte, weil es unter dem Schutz der Eltern stand, die die sichtbaren Schutzengel des Kindes waren, fällt mit Rachgier über dieses unschuldige Kind her.

Noch mehrere Helfershelfer spornt er an, die müssen alle um die Seele herumtanzen, bis sie sie in ihre Klauen gebracht, und ein unbesonnener, unbewachter Augenblick, und die Seele ist gefallen. Sie hat Freude an schmutzigen Reden, es gefällt ihr, dergleichen Dinge zu hören, weil das Fleisch des Menschen verdorben ist und hinneigt zu solchen sinnlichen Begierden; denn dieses ist nun einmal mit der ersten Sünde in das Menschengeschlecht hineingekommen.

Das Menschengeschlecht, das Ich dereinst erschuf zu Meiner Ehre und Verherrlichung, sollte freilich zur Fortpflanzung geschaffen sein, schon von dem ersten Menschen an. Aber dieses sollte ganz ohne Sünde vor sich gehen. Die Sinnlichkeit habe Ich nicht in den Menschen hineingeschaffen. Die Sinnlichkeit hat nur die erste Sünde geschaffen durch den Stolz, weil der Mensch Gott gleich sein wollte und der Mensch sündigte. Dann erst gebar die Sünde die Begierlichkeit des Menschen, der Mensch ist zur Sinnlichkeit hingeneigt, zur Begierlichkeit. Und wenn er nicht recht kämpft und mit aller Wucht kämpft, fällt er dieser Sinnlichkeit so anheim, daß er wie ein Tier sich erniedrigt unter den Menschen, unter seine Würde.

Diese Begierlichkeit ist nun seit jener Zeit in jedem Menschen; sie wird aber, wenn der Mensch der Gnade entspricht, die Ich jedem Menschen anbiete, schon von frühester Kindheit an gedämpft, die Eltern und die Erzieher des Kindes können viel dazu beitragen, daß diese Begierlichkeit gedämpft und abgeschwächt wird. Wenn nun aber der Mensch zu solchen Zeiten sich selbst überlassen ist, wo diese Begierlichkeit von allen Seiten angestachelt und aufgeregt ist, dieses sind die Teufel, alles wird da aufgeboten, die Flöten und die Instrumente, die da gespielt werden, die frechen Gebärden, die Zoten und Possen, die unausstehliche Kleidung, alles trägt dazu bei, die Sinnlichkeit in jedem Herzen zu locken und zu wecken, und das arme Kind, das da hinausgeht und solche Abscheulichkeit mit ansieht, wird umringt, verstrickt und betäubt. Es weiß nicht mehr, was es tut, es überläßt sich anderen, den Eingriffen Satans, der diese unbewachten Augenblicke gar wohl ausnützt und von diesem Herzen Besitz nimmt.

Seht, Meine Kinder, deswegen komme Ich zu euch, um die Menschen auf alles aufmerksam zu machen und ihnen immer und immer wieder die Lehre vom Kreuze zu predigen. Im Paradies hat der Kreuzweg begonnen, der Kampf im Menschen, dieser Kampf mit der Begierlichkeit trieb den Menschen aus dem Paradies hinaus. Die sinnliche Begierde und das Paradies können nie beisammen wohnen. Von der ersten Stunde an war die Begierde, die unreine Begierde in den Menschen hineingefahren, und darum schickte Ich Meinen Engel, den heiligen Erzengel Michael, der der Bekämpfer der unreinen Lust ist, und trieb diese Meine Lieblinge, die sie vorher noch waren, zum Paradies hinaus, damit sie auf diesem unreinen Boden, den sie sich geschaffen, kämpfen und kämpfen müssen bis an ihr Lebensende mit dieser Sinnlichkeit zur Strafe für die Sünde, die sie nun einmal begingen.

Die erste Sünde war zwar eine Sünde des Stolzes, weil sie Gott gleich sein wollten; aber diese erste Sünde gebar alle anderen Sünden. Die erste Sünde, die sie gebar, war die Sinnlichkeit, die sinnliche Begierde. Darum, Meine lieben Kinder, alle, die sich euch anschließen und anschließen wollen, müssen in erster Linie die Sinnlichkeit aus ihrem Herzen wegräumen, die sinnliche Begierde.

Der Ehestand, solange er noch allzusehr sinnlich ist und sich nicht beherrschen kann, darf wenigstens nicht die Schranken der Sittsamkeit übertreten, denn auch der Ehestand hat seine Schranken, er darf nicht, wie er will, die sinnliche Lust befriedigen; so lange ist er noch kein Mitglied des Liebesbundes. Die Jungfrau, der Jüngling, sie müssen ihre sinnliche Begierde bekämpfen.

Darum, o ihr alle, ihr Kinder, die ihr euch anschließen wollt dem Liebesbund, ihr müßt diese sinnliche Lust bekämpfen. O schämt euch, dort hinzugehen, wo Satan so um euch herumtanzt. Denn wißt, man sagt in der Welt: ,Es sei noch keine Sünde, auf den Tanzboden zu gehen, dem Vergnügen beizuwohnen, es sei ja nur ein unschuldiges Vergnügen, der Mensch müsse sich einmal ausspannen und müsse, wenn er noch jung ist, seine Jugend austoben, und die sich nicht ausgetobt, blieben Narren ihr Leben lang, sie würden sich später austoben, wenn sie Herren über sich selbst sind.’ Das ist die Sprache der Weltmenschen. Nein, nein, Meine Kinder, alles verkehrt! Es ist eine Lüge, wer dieses sagt!

Alle, die im späteren Alter erst anfangen, ihre Jugend auszutoben, tun dies erst, wenn sie Meinen Geist über Bord geworfen und aus ihrem Herzen hinausgeschafft haben durch die Todsünde. Diejenigen aber, die ihre Jugend gut verlebt und dann in den Ehestand eingetreten sind, werden den ganzen Ernst des Ehestandes verstehen. Sie sind auch diejenigen, auf die der Himmel mit Freuden herabsieht. Die Ehe ist im Himmel geschlossen, die da im guten Einvernehmen mit der Gnade Gottes und durch die Gnade Gottes ihren Bund geschlossen haben. Jungfräuliche Seelen aber, wenn eine Jungfrau sich Mir weihen will, wird sie um so leichter dieses können, wenn sie nie den Tanzboden betreten, wenn sie nie einem solchen Teufelsvergnügen beigewohnt hat.

Eine Seele aber, die das Unglück hatte, solche Belustigungen zu besuchen, hat erst schwere Prüfungen zu überstehen, bis Ich sie ganz in Besitz nehme. Sie hat schwere Bußen sich aufzuerlegen, dann aber, wenn Ich sehe, daß sie wirklich Ernst macht, ihre verkehrten Neigungen zu bekämpfen, dann ziehe Ich ein, nicht nur Ich allein, sondern der Vater und der Heilige Geist ziehen mit Mir ein, und wir nehmen Wohnung in ihr, weil sie durch ihre Buße vielen anderen vorgeht, die zwar ein jungfräuliches Leben geführt haben, aber nicht verstehen, sich so zu bekämpfen, die immer noch so halb und halb mit der Welt liebäugeln wollen, weil sie nicht recht verstehen, den steilen Weg zu gehen, den eine büßende Seele geht.

Also, Meine Kinder, um die Jungfräulichkeit zu bewahren, muß man viel, viel kämpfen. Dieser Kampf begann mit dem Schließen der Pforte des Paradieses und wird dauern, solange eine Seele diese verfluchte Erde bewohnt, denn durch die erste Sünde wurde die ganze Schöpfung verflucht. ‚Im Schweiße deines Angesichtes sollst du dein Brot verdienen, und du‘, sagte Mein Vater zu der Eva, ‚sollst in Schmerzen die Kinder, die Nachkommenschaft gebären.‘ Dieses ist der Fluch der Sünde. Und weil nun in jetziger Zeit dieser allgemeine Fluch wieder so sehr lastet auf dem ganzen Menschengeschlecht, weil die Sintflut der Sinnlichkeit, die sinnliche Begierde, das ganze Menschengeschlecht überflutet und alles hinneigt zur Sinnlichkeit, schon von Kindheit an, das kaum der Schule entwachsen, schon anfängt, sich der Sinnlichkeit hinzugeben. Da heißt es viel kämpfen und streng kämpfen. Und für diejenigen, die sich die Aufgabe gesetzt haben, mit Mir zu herrschen durch die ganze Ewigkeit, deswegen auch hier in diesem zeitlichen Leben viel einzustehen für Meine Sache, Seelen zu gewinnen, diese müssen in diesen Tagen sich einsetzen für ihre Brüder und Schwestern. Darum auf, ihr Liebesbundmitglieder, nur ja kein Vergnügen mitmachen, nur ja euch zurückziehen.

Ihr, die ihr im Ehestand steht, habt auch nicht das Recht, obwohl ihr keine Gefahr mehr zu fürchten habt. Aber seht, ihr habt Kinder, und wenn ihr keine Kinder haben solltet, müßt ihr es anderen gegenüber tun, weil ihr Seelen retten sollt. Aber gebt euren Kindern und anderen das Beispiel einer Zurückgezogenheit, wenigstens in diesen Tagen. Als Buße und Sühne legt euch auf, keinem Vergnügen beizuwohnen. Geht hin vor die Altäre und leistet Mir Abbitte und Sühne. Beweint eure Sünden der Vergangenheit und die Sünden derer, die sich da solchen Vergnügen hingeben.

Ihr aber, ihr Diener der Kirche, bietet alles auf, die allzu große Vergnügungssucht einzudämmen. Tretet in Verbindung mit der weltlichen Obrigkeit. Seht ihr denn nicht, wie der Ruin der menschlichen Gesellschaft vor der Türe steht durch diese allzu große Vergnügungssucht. Sie ist ja die Wurzel des Unglaubens; denn wenn der Mensch jahraus, jahrein nichts kennt, als sich Vergnügen zu verschaffen, dann seht einmal zu, welches diejenigen sind, die die Kirche meiden, die Kanzel fliehen und den Beichtstuhl nicht mehr aufsuchen. Es sind diejenigen, die einem maßlosen Vergnügen sich hingeben. Also ist die Vergnügungssucht die Wurzel des Unglaubens. Und solange diese nicht eingedämmt ist und die Christenkinder nicht überzeugt werden davon, daß das Vergnügen ihr Untergang ist, so lange wird es nicht anders werden mit der menschlichen Gesellschaft. Nun aber habe Ich schon längst gesagt, daß die Kirche wieder zur Blüte gelangen soll, und in der ganzen Welt soll sie bewundert werden von all denen, die außerhalb der Kirche stehen, weil sie so jungfräulich dasteht, so einzig jungfräulich, weil sie so viele Heilige bildet, und ihre Mitglieder so züchtig und einfach leben.

Es ist da aber noch ein weiter Schritt zu tun, bis die Völker hinaufschauen zu Meiner jungfräulichen Braut mit Hochachtung und Ehrfurcht. Aber es muß und muß dieses erkämpft werden. Wo soll Ich nun anfangen, wenn Ich nicht immer und immer strenger bei euch anfange, ihr, Meine Diener, und bei euch, die ihr euch in den Klöstern zurückgezogen, und besonders bei euch, die ihr mitten in der Welt steht, ihr Jungfrauen und Eheleute, ihr Liebesbundmitglieder in der Welt.

Seht, wenn das Evangelium vorgelesen wird, wie die Hausfrau unter einem Maß Mehl oder unter drei Maß Mehl Sauerteig verbirgt und so das ganze mit einer Hand voll durchsäuert, so wollte Ich dadurch schon damals andeuten, wie die wenigen Guten, die da in der großen Gesellschaft von Menschen stehen, das ganze Geschlecht durchsäuern und zu Gott zurückführen sollen. Es ist dies zwar durch dieses Evangelium, wenn es auf der Kanzel vorgelesen wird, oder wenn ihr es in der Heiligen Schrift leset, auch angedeutet, und daß alle diejenigen, die dem Worte Gottes folgen, gute, treue Kinder der katholischen Kirche werden und dereinst bestimmt sind, in den Himmel zu kommen.

Aber man kann dieses Evangelium auch auf alle mögliche Weise hindeuten und auslegen. Jetzt in dieser Zeit, und in allen Zeiten der menschlichen Gesellschaft, muß und kann Mein Wort so gedeutet und ausgelegt werden, wie es die Zeitverhältnisse mit sich bringen. In jetziger Zeit aber kann dieses Evangelium ausgelegt werden für diejenigen, die da mitten in der Welt stehen, in einer Familie stehen, seien sie Vater oder Mutter oder Jungfrauen, welche auch mitwirken können zur Verbesserung der menschlichen Gesellschaft, die da dereinst durch ihr gutes Beispiel, durch energisches Auftreten in Verrichtungen ihres Glaubens andere anlocken und aufschrecken und anziehen sollen. Die Sünder sollen sie aufschrecken, die Guten durch ihr Beispiel anziehen, anlocken, die Lauen ermuntern zu einem eifrigen Christenleben, und die Sünder, die da nur ihrer spotten, aber doch zum Nachdenken bringen.

Denkt nur zurück an den Mann, der euch mehrere Male begegnete, wenn ihr barfuß nach G. ginget, der ein ganz kalter, abgefallener Katholik ist. Er sah dich und betrachtete dich von Fuß bis zum Kopf und dachte nach in seinem Herzen. Er ist zwar bis heute noch nicht besser geworden, hat es aber noch nie gewagt, ein Wort in eurem Haus unter deinen Augen zu reden gegen dieses Barfußgehen oder zu witzeln und zu spötteln. Es ist der Anfang zu seiner Bekehrung, und Ich sage dir, am Ende seines Lebens wird er sich bekehren.

Darum auf, ihr Liebesbundmitglieder, keine Furcht sollt ihr haben! Zurück von all den Vergnügen, zurück sollt ihr euch ziehen, zurück; kein derartiges Vergnügen mitmachen. Ihr könnt euch erfreuen und ergötzen draußen in Gottes Natur; ihr könnt und dürft euch ein Vergnügen verschaffen, aber dorthin sollt ihr nicht gehen, wo der Teufel tanzt mit den Seinigen, die ihm angehören.

Ihr aber, ihr Jungfrauen, die ihr Mir so große Freude macht und machen wollt allüberall, wo ihr steht, schließt euch dem klösterlichen Leben an. Seid Klosterjungfrauen mitten in der Welt, denn alle diejenigen, die ein Leben führen wie ihr, Meine Kinder, sind Klosterjungfrauen, wenn sie auch mitten in der Welt stehen, denn sie üben ja dieselben Tugenden wie die Klosterjungfrauen, und durch dieses gemeinsame Wirken wie in den verschiedenen Orden, so auch ihr Liebesbundmitglieder mitten in der Welt, kann viel bewirkt werden. Durch ernstes Streben nach Buße und Besserung, durch ein ernstes Bußleben muß Meine Kirche wieder zur Blüte gelangen. Als Ich vor mehreren Jahren dir zeigte, wie das Kreuz von der Erde bis zum Himmel mit Gold strahlend dir vorgestellt wurde, damit wollte Ich andeuten, wie man durch freiwillige Armut, durch Zurückgezogenheit, durch ein verachtetes, demütiges Leben das Kreuz in diesem Jahrhundert übergoldet werde. Also die ganze Kirche muß Hand in Hand gehen: Priester wie Laien, Ordensleute und Weltleute, sie müssen das Kreuz lieben und die Verachtung und Verdemütigung nicht scheuen. Darauf wollte Ich schon hinweisen die ganze Zeit, wo Ich mit dir verkehre.

Alles versteht man nicht, was Ich wirke. Ja, man verstand Mich auch nicht, als Ich mit Meinen Jüngern redete. Sie sahen Meine Wunder, sie sahen Mich Tote erwecken, sie sahen, wie Ich hinauszog auf den Berg und die Nächte schlaflos im Gebet zubrachte und am Morgen wieder frisch und munter war, wenn Ich mit Meinem Vater verkehrt hatte die ganze Nacht. Also hätten sie sehen müssen, daß Ich nicht ein bloßer Mensch, sondern ein Gottmensch war und nicht die Bedürfnisse habe wie ein Mensch, wenn Ich nicht will, weil Ich Mich zurückzog, um mit Meinem Vater zu verkehren als Gott, daß Ich dann die menschlichen Bedürfnisse nicht brauche. Und doch sahen sie nicht ein, was Ich mit ihnen redete, sie verstanden Mich nicht. Wundert euch nicht, wenn ihr nicht alles versteht, was Ich hier wirke. Fünfzehn Jahre schon gehe Ich mit dieser Seele um, und schon ebenso lang hat sie nichts als Widerspruch und Verachtung gerade von der Seite, wo sie Anerkennung finden sollte, wo man wissen sollte, daß der Geist der Finsternis oder der menschliche Geist solche Wirkungen oder Strapazen nicht imstande ist auszuhalten.

Denn der Geist der Finsternis ist ein stolzer Geist, und wenn er niedergeworfen wird, setzt er zwar noch einmal an, aber dann ist er matt und schwach geworden und bleibt zurück. Der menschliche Geist wäre längstens erlegen. Und zudem: Was bist du aus dir selbst, o Mensch, du, der du jahrelang dich abgemüht hast im Studium, um die Theologie zu erlernen? Hast du diese Wissenschaft des Heiles aus dir erlernt? Nein, Mein Freund, Ich selbst mußte dir die Kenntnisse ins Herz legen, deinen Willen beugen unter Meinen göttlichen Willen, daß du diese Laufbahn ergreifen könnest. Du hast keine Ursache, zu zweifeln und zu häkeln, daß alles, was Ich hier wirke, diese Person aus sich selber hätte gewirkt und zusammengedacht. Denke nur an dich und du bist überwunden.

Also, Meine Freunde, Verachtung und Verdemütigung hat sie gelitten, die fünfzehn Jahre hindurch. Dieses ist das Zeichen, woran ihr erkennen sollt, was Ich mit der ganzen Menschheit vorhabe und wodurch Meine Kirche wieder zum Siege gelangen soll. Ihr dürft keine Verachtung scheuen! Recht hat Mein Freund gehandelt, der sich nicht gescheut vor den Mächtigen der Erde, die ihm zwar drohen und ihm zähneknirschend gegenüberstehen, daß er offen und frei für die gute Sache eingetreten ist, Mein Diener, der Zentrumsmann, der Parteiführer droben in D.

So sollen alle Meine Diener tun, auch wenn es heißt von anderer Seite, es hat nichts genutzt, sie haben Schaden angerichtet. Das ist nur der Ingrimm und der Zorn, weil sie ihre Pläne aufgedeckt sehen. Sie sehen sich bloßgestellt und zürnen, daß diese Katholiken anfangen, mutig zu kämpfen für die gute Sache. Darum auf, Meine Diener, auf, Meine Kinder, zum Kampf für die gute Sache! Keine Verdemütigung scheuen, keine Verachtung! Seht hier auf Meine Kleine!

Was hat sie nicht schon alles erduldet von der Welt, von den Dienern der Kirche und in ihrer eigenen Familie. Wie ist sie schon bekämpft worden. Ist ihr Geist niedergebeugt worden? Seht ihr nicht, wie frisch und munter sie Tag für Tag weitergeht, euch allen die Worte sagend, die Ich ihr diktiere und eingebe? Und nun, Meine Kinder, lebt wohl und freuet euch, daß ihr an der Spitze steht, Verachtung und Verdemütigung um Meinetwillen zu erdulden. Lehrt alle diejenigen, die sich mit euch vereinigen, daß sie ein demütiges und verachtetes Leben aufsuchen müssen. Und es fällt euch gar nicht schwer, Verachtung aufzusuchen. Schließt euch nur an den Liebesbund an, und ihr habt Gelegenheit genug, Verachtung zu erleiden. Sie kommt ganz von allein!“

Lied: Großer Gott ...

345 Vigil von Herz-Jesu-Freitag im März 1900

„Sie haben sich einen anderen Gott gewählt und diesen beten sie an; ein goldenes Kalb haben sie sich gemacht und hüpfen und tanzen darum Tag und Nacht.“

Lied: Gethsemane ...

Barbara: „Mein Jesus, ich danke Dir für das unaussprechliche Glück, daß Du mich heimsuchst in dieser heiligen Stunde. Ich bereue von Herzen alle Sünden meines ganzen Lebens, besonders alle Nachlässigkeiten und Unvollkommenheiten, alle bösen Gedanken, Worte und Handlungen, die ich in dieser Woche vielleicht wieder begangen habe. O verzeihe mir, o mein Jesus! Wie bin ich so armselig! Ist es möglich, daß Du, der große Gott, nicht müde wirst, Dich herabzulassen zu einer so armseligen Sünderin, die tausendmal die Hölle verdient hat, die Tag für Tag sich so oft versündigt durch Gedanken, Reden und Handlungen? O mein Jesus, kannst Du meine Armseligkeit vergessen?“

Jesus: „Meine Kinder, Ihr seid zusammengekommen, um ein Wörtchen zu hören aus Meinem Mund. Ja, wißt, die Zeit ist wieder vorüber, wo Ich zerfleischt und zermalmt werde von den Sündern. Manches Herz geht in diesen Tagen wieder in sich, wenn auch viele, ja die meisten, die sich einer allzu großen Vergnügungssucht hingaben unter den Christen, in ihrem Alltagsleben fortleben. Es ist ihnen eins, ob Fastnachtsonntag oder Aschermittwoch, ob Karfreitag oder Ostersonntag sei. Sie suchen nur ihr Vergnügen, und darin verzehren sie sich.

Doch sind auch unter denen, die sich an diesen Tagen einer allzu großen Vergnügungssucht hingaben, einer ausgelassenen Freude, doch wieder einige, die nachdenken in ihrem Herzen, wenn sie hingehen und eine Predigt hören, wenn der Prediger es versteht, das Herz zu rühren, indem er seinen Zuhörern vor Augen stellt, was Ich gelitten habe für dieses arme Menschengeschlecht. Diese nun, die da in sich gehen, für diese will Ich reden. Um diesen aufzuhelfen, wende Ich Mich an alle Mitglieder des Liebesbundes. Sie sind die heiligen Frauen und die Apostel und Jünger, die, wenn auch geflohen, als Ich Mein bitteres Leiden begann, Mir doch treu geblieben sind. Sie waren nur erschüttert in ihrem Glauben, weil sie es nicht verstanden, wie der Menschensohn nur so unmenschlich leiden könne, wie Er litt, wie nur ein Mensch so leiden kann, wie Er dahinwankte am Ölberg, wie Er Sich ängstigte und abhärmte, aber untreu wurden sie Mir nicht.

Ihr, Meine Kinder, und ihr alle, ihr Liebesbundmitglieder, vereinigt euch, um in dieser Fastenzeit, wo dazu noch ein ganz besonders heiliges Jahr ist, euch zu vereinigen mit Meiner lieben, schmerzhaften Mutter, um alle die Tage gut auszunutzen mit Gebet und Bußübungen, indem ihr alle die Arbeiten, alle die Schritte und Tritte zu Gebet und Bußübungen macht, alles aufopfert im Geist der Buße, besonders in Vereinigung mit dem größten Büßer, den ihr vor euch seht, mit Mir Selbst, um vielen, die da so halb und halb noch gute Christen sind, aufzuhelfen durch euer Gebet und durch Opfer und Sühnungsleiden, damit dieses Jahr gut angefangen werde und recht viele Früchte bringt in Meiner heiligen Kirche.

Ihr, die Ich euch nicht auffordere, nach Rom zu gehen, der Stimme Meines Statthalters zu folgen, wohl aber, daß ihr euch um so zahlreicher an Wallfahrtsorte begeben sollt, euch recht oft losreißen sollt, weil das Gebet in freier Gottesnatur, fern von der Heimat, viel inniger ist und viel anhaltender, und weil ihr alle diese Schritte und Tritte aufopfern sollt, damit recht viele sich anschließen an die Pilgerfahrt nach Rom. Ihr sollt euch freuen, wenn die Zahl der Pilger recht groß wird, wenn recht viele sich beteiligen, damit so die Zahl der gläubigen Christen, der Liebesbundmitglieder, von Tag zu Tag sich mehre; denn alle, die da in diesem Jahr eine gute Beichte ablegen, sich anschließen an die Pilgerfahrt nach Rom, werden wieder eifrige, gute Christen werden, ein gutes Beispiel geben und andere aneifern zu einem guten, christlichen Leben.

Darum, Meine Kinder, bringet diese Fastenzeit ganz und gar zum Opfer für die Bekehrung der Sünder, alles, was ihr tut und leidet sowohl an körperlichen Gebrechen als auch von außen her durch eure Mitmenschen, durch Krankheit und alle möglichen Arten von Leiden, wie sie dem armen Menschen zugedacht sind. Alles, was dem Menschen zuwider ist, mag es auch von welcher Art Leiden sein, innerlich oder äußerlich, ist, wenn der Mensch es im Geist der Buße trägt, sehr verdienstlich für den Himmel. Ihr nun, Meine Kinder, die ihr euch für andere einsetzen sollt, sollt verzichten auf all eure Verdienste und Mir überlassen, wie Ich eure Krone zurechtrichten will; ihr sollt ganz von euch absehen. Ihr alle, die Ich euch herbeiführe, die ihr Anteil nehmen sollt an den Gnadenschätzen, die Ich ausströmen lasse durch Meine kleine Dienerin über euch, ihr sollt auf all eure Verdienste nicht rechnen.

Ihr sollt bedenken, wie viele gerettet werden sollen durch das fürbittende Gebet derjenigen, die Ich an Mich gezogen, die Ich losgerissen von dem Getöse der Welt, die erkannt haben im Lichte der Gnade, wie schnöde und wie öde und verlassen das Herz ist, das sich diesen schnöden Freuden hingewendet. Ihr, Meine Kinder, gehört darum zu den liebsten Kindern Meines Herzens und seid berufen, euch selbst zu vergessen und euch einzusetzen für die große Zahl der Christen, die abgewichen sind vom rechten Weg. Erst muß Ich das Christentum zurückführen auf die Bahn, von der es abgelenkt ist.

Seht, Ich habe schon mehrere Male gesprochen von dem israelitischen Volk. Wenn Ich Meine Propheten unter sie aussandte, war es immer zu einer Zeit, wo dieses Volk abgewichen war vom rechten Weg. Ich, der gute Gott, der da dieses Geschlecht nur geschaffen zu Meiner Ehre und Verherrlichung, muß diese Meine Ehre und Verherrlichung wahren. Und weil dieses Geschlecht gar so armselig ist und in dem Augenblick, wo es die Wohltaten genossen, sich schon wieder umwendet und sie vergißt und Mir den Rücken kehrt, muß Ich nun einmal – weil Ich ein Herz habe, das nie zu ermessen ist an Lieblichkeit und Gütigkeit, das nie zu begreifen ist von diesem armen, schwachen Menschenherzen –, Nachsicht haben mit diesem Geschlecht, solange es besteht.

Und wenn Ich die Propheten aussandte, um Mein Volk wieder zurückzuführen auf den rechten Weg, so war dieses immer nur Meine Lieblichkeit und Meine Güte, Meine unendliche Güte und Barmherzigkeit zu diesem Geschlecht. Weil Ich es einfügen wollte in Meine Krone, so behielt Ich das israelitische Volk immer auf dem rechten Weg. Wenn Ich es auch manchmal hart züchtigte, es war doch Meine Krone und Meine Freude, obwohl es manchmal so unbarmherzig mit Mir verfuhr, daß es Mir die Worte auspreßte: ‚Söhne habe Ich erzogen und erhöht, sie aber haben Mich verachtet!‘ Seht, Meine Kinder, dieser Gott steht in eurer Mitte. Er kann dasselbe sagen von euch, ihr Kinder der katholischen Kirche: Söhne habe Ich erzogen und erhöht, sie aber haben Mich verachtet und verlassen; sie haben Mich hinausgestoßen aus ihrer Mitte; sie kennen Mich nicht mehr; sie haben sich einen anderen Gott gewählt und diesen beten sie an; ein goldenes Kalb haben sie sich gemacht und hüpfen und tanzen darum Tag und Nacht. Dieses goldene Kalb ist die allzu große Vergnügungssucht. Die ganze Welt hüpft um dieses Kalb, und die Kinder Meiner Kirche, sie beten an dieses goldene Kalb.

Darum auf, Meine Kinder, auf! Wenn Ich die Israeliten erst hart züchtigen mußte, war Ich aber immer und immer wieder der gute, liebe Vater, der sie zurechtwies durch die Propheten. Durch einen aus ihrer Mitte sprach Ich zu diesem Geschlecht. Ich sprach liebliche Worte zu ihnen, um sie wieder zurückzuführen an Mein Vaterherz. Und sie folgten Meiner Stimme, und Ich kehrte ein, Ich Selbst kehrte ein unter dieses Geschlecht. Dieses Geschlecht war es, das israelitische Volk war es, in dem Ich geboren werden wollte. Durch dieses Volk wollte Ich die ganze Welt retten. Die Heiden, die Mich nicht kannten, sollten gerettet werden mitsamt diesem, Meinem Volke.

Meine Kinder! Das israelitische Volk seid ihr. Wie Ich sie geliebt, wie Ich immer und immer wieder mit ihnen verkehrte, von Adam angefangen bis hinauf zum letzten der Propheten, so verkehre Ich mit euch, in eurer Mitte, bis hinauf zum letzten der Christen. Die Welt soll und muß gerettet werden. Wenn sie aber gerettet werden soll, dann muß Ich anfangen bei euch, Meinen Kindern, an Meinem auserwählten Volk. Abgewichen sind sie, die liebsten Kinder Meines Herzens, diejenigen, die Mein Herzblut in sich tragen, die da vereint mit Meinem kostbaren Leib und mit Meinem teuren Blut, das sie in der heiligen Kommunion in sich aufgenommen, dahinsiechen, weil sie es vergessen haben, ihr Brot zu essen. Sie kommen nicht mehr. Ausgetrocknet sind ihre Gebeine, weil sie in der Sandwüste herumirren. Wie soll Ich diese Meine Kinder herbeiführen, da Ich nun einmal nicht mehr sichtbar unter euch wandele, da Ich nun hinaufgestiegen bin zu Meinem Vater, und kein Fleisch und Blut mehr an Mir trage, wie einstens in den dreiunddreißig Jahren, als Ich diesen Boden selbst betrat? Ich muß Mir Werkzeuge aussuchen, die in Fleisch und Blut unter euch stehen, unter euch wandeln, und diese müssen ersetzen, was an Meinem Leibe noch fehlt. Durch diese will Ich reden zu euch, durch diese aber auch sühnen und büßen anstatt Meiner.

Merkt es euch, Meine Kinder, alle die Leiden, die Ich hineinsende in eine christliche Familie, sind darum hineingesendet, damit sie Sühne und Buße leisten für sich selbst, damit sie heilig werden, und für andere, damit sie gerettet werden. Man wird irre, wenn man sieht, wie so viele gute Christen heimgesucht werden mit Krankheit und Elend, mit Armut und bitterer Not, und man sagt sich: ‚Ja, diese Familie ist doch so fromm, sie leben christlich, und doch haben sie jahraus, jahrein nichts wie Elend und Krankheit und Not.‘ Ihr versteht nicht, was ihr sprecht. Ihr seid das auserwählte Volk; die Bundeslade ist in eurer Mitte.

Durch diese Bundeslade soll das ganze israelitische Volk aufrechtgehalten, zusammengehalten werden zu einem Häuflein, damit es sich nicht vermische unter das heidnische Volk. Und wer es wagen möchte und wagen wollte, diese Bundeslade zu berühren, mit dem will Ich strenge Rechenschaft halten, derjenige, sage Ich, der nicht befugt und bevollmächtigt ist dazu. Dies sind jene, die da noch draußen stehen, die nicht das Recht haben, sich zu wagen an diese Bundeslade.

Die Bundeslade im Neuen Testament ist der Tabernakel, ist dort in eurer Kirche, in deren Mitte Ich wohne, und die da draußen stehen, dürfen es nicht wagen, an diese Bundeslade auch nur den Finger zu rühren, das heißt, erst müssen sie eingegliedert werden in die große Familie, die Ich Mir gegründet habe in Meinem Reich. Und diejenigen, die abgewichen sind vom rechten Weg, wenn sie auch mitten in diesem Reich stehen und teilhaben an der Bundeslade, sie haben doch nicht das Recht, weil sie Mich nicht mehr kennen. Für diese alle sollt ihr Sühne und Buße leisten, damit sie wieder herbeikommen und Mein Reich wieder aufgerichtet werde auf der ganzen weiten Welt.

Erst muß Meine Kirche wieder zur Blüte gelangen; erst müssen die Christen, die Mir am nächsten stehen, wieder Glieder Meines Leibes werden, lebendige Glieder Meines Leibes. Dann, wenn die Welt wieder sieht das wahre Christentum, werden viele, viele sich wieder anschließen.“

Barbara: „Mein Jesus, es wird aber doch viel gepredigt und aufgeboten. Sieh, was die Priester alles tun in unseren Tagen, wie sie hintreten vor die Mächtigen und ihnen die Wahrheit sagen. Ich meine doch, so wäre es noch nie gewesen, und doch sagst du immer noch, wir müßten eifriger werden. Es gibt doch viele gute Christen und auch recht viele eifrige Priester.“

Jesus: „Ganz recht so; alles das ist so. Seht euch um hier in der Stadt Mainz. Seht ihr da nicht, wie es allmählich auch besser wird, wie kleinlauter die Sozialdemokraten werden und die Liberalen. Man schreit nicht mehr so wie vor etlichen Jahren. So ist es in der ganzen Welt, wo gute, eifrige Priester stehen, wo viel gebetet wird und wo das Priestertum alles aufbietet, was in seinen Kräften steht. Das geht freilich nicht mit einem Tag, nicht mit einem Jahr; das geht allmählich, wie es auch allmählich gekommen ist.

Meine Kirche stand in Blüte in jener Zeit, wo es noch nicht gegärt in der Mitte Meines Reiches, wo noch ein Schafstall und eine Herde war inmitten Meines Reiches – versteht ihr Mich? Ehe es einer wagte, sich auszuscheiden und eine eigene Kirche zu gründen. Damals fing es an, abwärts zu gehen. Bevor ein Martin Luther auftrat, ein Calvin, und wie sie nacheinander heißen, da stand es gut, da stand Meine Kirche in großem Ansehen, weil sich da Fürsten und Könige eine Ehre daraus machten, ihre Söhne zum Priester geweiht zu sehen. Weil Meine Kirche reich war und auf dem höchsten Glanz stand, wurde sie üppig, und Ich zog Meine Hand zurück. Sie mußte gestraft werden, wie das israelitische Volk gestraft wurde, wenn es allzu üppig war, weil Ich ihm überall Meine Freude kundtat und es überall beförderte, denn Mein Volk Israel, ihm ging es gut.

So stand es mit Meiner Kirche, und Ich mußte sie strafen. Diese Strafe kam aber nur allmählich und ganz langsam; sie hat jetzt ihren Höhepunkt erreicht. In Kerker und Banden wurden die Oberhäupter geführt, und die Herde war zerstreut und vieles Unheil war angerichtet. Aber seht nun, Meine Kinder, so geht es jetzt allmählich aufwärts, wie es abwärts ging, wie in einer Haushaltung, wenn die Kinder einer Familie, die vorerst reich war und dann abwärts gekommen ist, bankrott gemacht. Die Kinder dieses Vaters, der da von einer Familie abstammt von Reichtum und Ehre, müssen jetzt in Armut und Elend erzogen werden. Diese Kinder stehen aber zusammen und bringen die Ehre ihres Vaters wieder herein. Sie bringen sie wieder herein, weil sie fleißig gedarbt und tüchtig geschafft und so durch ihrer Hände Arbeit den Vater wieder zu Ehren gebracht haben.

Seht, Meine Kinder, ihr steht am Wendepunkt, ihr seid diejenigen, die den Vater wieder zu Ehren bringen sollen. Das Vermögen des Vaters war vergeudet, aber es kommt die Zeit, wo die Ähren, die jetzt anfangen, in die Höhe zu schießen, geschnitten und in vollen Garben wieder in Meine Scheune eingeheimst werden. Darum auf, Meine Kinder, ihr seid an den Wendepunkt gestellt, wo Meine Kirche wieder aufblühen soll, aber allmählich, allmählich, nur langsam. Leistet Sühne für die vielen Verunehrungen und Beleidigungen, die Meinem Herzen von den gottlosen Kindern der Kirche angetan und zugefügt werden. Opfert dafür all eure Leiden, eure Entbehrungen auf. Seht, wenn ihr viel gedarbt und gelitten, wenn ihr viel und lange Zeit in euch selbst dem Kleinmut Platz gegeben, am Ende seht ihr doch, wie gut Ich bin, wie Ich alles recht mache, wie Ich kein Gebet, keine Träne unbelohnt lasse.

Und auch du, Meine Tochter, fürchte nicht, habe Geduld; es kommt noch eine Zeit, wo du auch die Früchte sehen sollst, von den vielen Tränen und Gebeten, die du Mir schon geopfert hast. Du wirst noch unter deinen Kindern Freude erleben. Führe aus, was du begonnen, und opfere deine Tränen und dein Gebet Tag und Nacht für deinen Sohn, und du wirst es noch erleben, daß deinen Tränen Früchte reifen in diesem deinem Sohn.

Und ihr alle, Meine Kinder, harret aus, steht fest zusammen. Ihr, Meine Kinder (die zwei Dienstmädchen), euch habe Ich in dieses Haus geführt, weil Ich in euch einen guten Keim gefunden. Du, Meine Tochter, du wirst es nie bereuen, daß du ausgehalten, daß du hierher dich gestellt und mit Mut und Entschlossenheit dich gewehrt gegen den alten Feind, gegen den Teufel. Du wirst es erleben, daß du manche anderen verstehst, die es nicht so getan wie du, die es bitter bereuen werden.

Wohl hat jeder freie Wahl, und wenn auch jeder Weg gut ist, so ist aber doch der jungfräuliche Weg der sicherste, der beste und der leichteste. Wisse, eine Ehefrau ist Mein Liebling und muß es sein, wenn sie Mir ihre Kinder erzieht. Aber seht, Meine Kinder, wie viel tausend Gefahren eine Ehefrau zu bestehen hat in ihrem Ehestand, und keine Ehefrau kann sich zur Heiligkeit, zur vollkommenen Heiligkeit emporschwingen, solange sie noch im Ehestand lebt, mit ihrem Ehemann zusammenlebt. Ihr jungfräulichen Seelen aber habt dieses voraus, daß ihr zur höchsten Stufe der Heiligkeit gelangen könnt, wenn ihr Meine Gebote haltet, die Sünde meidet, und diesen euren jungfräulichen Stand haltet, wie Ich ihn vorgeschrieben habe; denn in einer Jungfrau wollte Ich geboren werden. Eine Jungfrau war Mein Nährvater; Jungfrauen sind es, die Mich begleiten, wohin Ich gehe; Jungfrauen werden mit Mir erscheinen, wenn Ich zum Gerichte komme in die Welt; Jungfrauen sind es, die Mir das Kreuz voraustragen, wenn Ich zum Gerichte erscheine.

Darum freuet euch! Ihr Eheleute freuet euch, wenn ihr unter euren Kindern auch nur eines habt, das sich Mir geweiht, mag es sein im Ordensstand oder Priesterstand, oder als Jungfrau mitten in der Welt stehen neben dem Ehestand. Wenn ihr auch nur eine jungfräuliche Seele emporgebracht unter euren Kindern, unter euren Familienmitgliedern, steht es gut um eure Familie; denn ihr habt eure ganze Familie gerettet durch diese Jungfrau, Priester oder Ordensmann, denn er ist ein Blitzableiter über die ganze Familie, das Gebet und die Tränen dieser Kinder. Denn wißt, eine Jungfrau sorgt für das, was des Herrn ist, sie hat Sorgen um die ganze Familie, solange noch ein Zweiglein davon da ist. Eine verheiratete Frau oder Mann aber hat wieder Sorge um seine Familie, die er sich gegründet hat. Die Jungfrau aber, weil sie allein steht, sorgt für die ganze Familie, und wenn sie noch so weit verzweigt ist, und ihr Gebet und ihre Tränen gelten für das eine wie für das andere. Darum ist diese eine Perle für die Familie.

Du aber, Meine Kleine, fasse dich! Merk es dir! Nicht umsonst habe Ich dich hierhergeführt, denn du hast ein gutes Herz und eine unschuldige reine Seele. Bewahre sie Mir! Wage es nicht, eher aus diesem Haus wegzugehen, bis du Mir gelobt, eine Jungfrau zu bleiben und so der Blitzableiter deiner zahlreichen Familie zu werden für all deine übrigen Geschwister. Du sollst die Mutter werden und Vaterstelle vertreten, wenn die Eltern eingegangen sind in Meine ewige Herrlichkeit. Da sollst du stehen und für das eine wie für das andere Vater- und Mutterstelle vertreten. Du sollst die Kinder dieser anderen Familie retten.

Darum auf, Meine Kinder! Seht, wie ein guter Gott Ich bin, wie Ich es nicht unter Meiner Würde halte, mit euch zu verkehren, mit euch zu reden. Als Ich im Alten Bund Meine Propheten erweckte, da war es nur Meine Liebe zu den Menschen, und wenn Ich im Neuen Bund eine Seele erwecke, die Ich freilich erst lange bearbeiten muß, bis Ich durch sie zu anderen rede, dann ist es nur Meine Liebe und Meine unendliche Liebe zu den Menschen. O könnte Ich euch in Mein Herz schließen, euch alle umarmen, so wie Ich es hier tue. O ihr wißt nicht, wie gut Ich bin, und doch versteht ihr es nicht.

Ja, ja, dreiunddreißig Jahre bin Ich unter euch gewandelt, hinauf bin Ich gestiegen an das Kreuz aus lauter Liebe zu euch, ihr armen Menschen. O höret Meine Stimme, wandelt die Wege, die Ich gewandelt bin. Diese sind freilich rauh und hart, aber der Schluß dieses Weges und die Pforte dieses Weges führt in eine unendlich schöne Aue, wo euer Blick nicht die Schönheit überschauen kann, und ihr seht nichts als Herrlichkeit, ewige Herrlichkeit! Darum auf, Meine Kinder! Dieser kurze Weg, alles, was euch begegnet, Tag für Tag, mag es gut sein oder böse, es ist nur, um euch vorwärts zu bringen auf dem Weg, den Ich gewandelt bin.“

Dann kam die liebe Mutter Gottes und war heute gar so freudig.

Barbara: „O liebe Mutter, soll diese Person die ihr versprochene Ehe mit diesem Protestanten eingehen oder darf sie noch von dieser Verbindung zurücktreten?“

Maria: „Wenn er sich nicht verpflichtet, die Kinder, die sie von ihm hat, katholisch werden zu lassen, soll sie lieber die Ehe nicht eingehen. Dabei werden in Deutschland Meinem Sohn unendlich viele Seelen entrissen. Meiner Dienerin N. aber sagt einen herzlichen Gruß; sie soll nur ganz beherzt und mutig die Andacht mithalten morgen, sie wird gekräftigt durch die Gnade Meines Sohnes. Sie soll wissen, daß sie eine Heilige werden soll, nicht nur eine gewöhnliche Christin. Heilige sollt ihr werden, die ihr hier seid.“

Barbara: „O liebe Mutter! Das erste Mal, als Dein lieber Sohn mit mir verkehrte, sagte Er, ich soll mich mit Dir vereinigen und Dich bemitleidend die heilige Fastenzeit durchleben. O ich kann nicht mehr so weinen aus Mitleid wie früher, o ich bin so kalt und lau; erflehe mir doch mehr Eifer.“

Maria: „Du verstehst es nicht, Meine Tochter! Hat denn eine Mutter ihr Kind weniger lieb, wenn sie nicht mehr so viel liebkost oder weint, wenn es krank ist? Gewiß nicht. Die Mutter hat das Kind immer gleich lieb, ob sie straft oder schmeichelt; sie hat es immer gern, es ist immer die Mutter. So ist es mit einer Seele, wenn sie mit Meinem Sohn verkehrt, und wenn sie sich Mühe gibt, Ihm Freude zu machen. Mit der Zeit wird sie so, daß sie es gar nicht merkt, daß sie Lieb und Leid mit Ihm trägt, und dann meint die arme Seele, weil ihr doch gar zu sinnliche Menschen seid, sie habe ein Herz von Stein. Dem ist nicht so. Tue, was du kannst, bete, wie du kannst, bete, wo du kannst. Ob du weinen kannst oder nicht, darauf kommt es nicht an, nur auf den guten Willen, wenn ihr Tag für Tag euch vornehmt, schon am Morgen beim Erwachen: ‚Dieser Tag, meine liebe Mutter, er soll, mit Dir vereinigt, Deinem lieben Sohn geweiht sein.

Ich will mit all Deinen Schmerzen, die Du um Ihn getragen, mich vereinigen und mit Dir den ganzen Tag, sei es in der Arbeit oder im Gebet, zubringen.‘ Dann mögt ihr ein Gefühl haben oder nicht, Tränen vergießen oder nicht, es mag euch scheinen, es sei das Herz von Stein, es ist gerade so, als wenn ihr in Tränen zerfließet. Nur einen guten Willen und ein bereitwilliges Herz Tag für Tag Meinem Sohn entgegenbringen, mehr wird von euch nicht verlangt. Lebet wohl, Meine Kinder, Ich segne euch, kniet nieder!“

Bei der heiligen Kommunion am Herz-Jesu-Freitag ließ der Herr Barbara an Seiner Seitenwunde ruhen und sagte:

Jesus: „Höre, Meine Tochter, hörst du Meine Pulsschläge?“

Sie hörte selbe wirklich. Die liebe Mutter Gottes stellte sich neben Barbara.

Jesus: „Jetzt vereinige deine Pulsschläge mit denen Meiner lieben Mutter.“

Barbara: „Wo sind denn meine Mitschwestern?“

Jesus: „Jetzt höre nicht nur deren Herzen.“

Da hörte Barbara sämtliche Herzen der Liebesbundmitglieder mit dem Heiligsten Herzen um die Wette schlagen. Und der Herr sagte:

Jesus: „Du sahest gestern Meine Mutter so freudig, weil sie so viele Genossinnen hat, die mit Ihr auf Kalvaria gehen.“

346 Zweiter Freitag im März 1900

„Wenn das Volk Gottes, das abgewichen ist vom rechten Weg, soll zurückgeführt, in die rechte Bahn eingelenkt werden, dann müßt ihr auf die Stimme der Propheten hören, die Ich zu euch sende.“

Lied: Jesus, der am Kreuz ...

Barbara: „Mein Jesus, ich danke Dir für die unendliche Liebe und Güte, mit der Du Dich würdigst, zu uns armen Menschen Dich herabzulassen. Verzeihe mir alle Fehler und Nachlässigkeiten, die ich in dieser Woche wieder begangen habe. Reinige mein Herz von allen verkehrten und unheiligen Gedanken, entzünde meinen Willen, damit ich geneigt bin, Deine Worte, die lieben, süßen Worte hinzunehmen von Deinem honigsüßen Mund. Ich sage Dir Dank, o mein Jesus, im Namen aller Menschen, im Namen aller derjenigen, der vielen Tausenden, die in der Welt leben und Dich nicht kennen und nicht an Dich glauben. O könnte ich mein Herz in so viele Stücke zerteilen, als Menschenherzen schlagen in der Schöpfung. O könnte ich mein Blut vermischen mit Deinem kostbaren Blut und hineinleiten in die Herzen der Menschen, damit sie alle befreit werden von dem Joch der Sünde, die Heiden und die Juden, an denen Dein Herzblut noch nicht klebt, aber auch die Christen, an denen Dein Herzblut klebt, die zwar getauft und mit Deinem Blut besprengt sind, die aber Deine Wege nicht gehen, die Dich verachten und hassen.

O gib mir die Sprache eines Seraphs, gib mir eine Stimme, die von Ost bis West ertönt, damit alle Menschen hören und sehen, wie gut Du bist und wie es Dich schmerzt, daß die Menschen Dich nicht erkennen und Du sie dereinst verurteilen sollst. Barmherzigkeit für die Menschen, Barmherzigkeit für dieses sündige Geschlecht. Ich vereinige mich mit Maria, Deiner liebsten Mutter, mit den Chören der heiligen Engel, mit allen Heiligen im ganzen himmlischen Hof und allen frommen Seelen auf Erden, mit den Priestern und Ordensleuten, mit allen in der Welt wohnenden frommen Christen, besonders mit den Mitgliedern des Liebesbundes, die sich vorgenommen haben, in allernächster Nähe Dir auf dem Kreuzweg nachzufolgen und mit diesen und durch sie sage ich Dank für das unaussprechliche Glück, daß Du mich heimsuchst in dieser heiligen Stunde. Mein Jesus, es ist heute der zweite Fastenfreitag. O könnte ich doch wenigstens in dieser Stadt etwas dazu beitragen, daß die Kinder der katholischen Kirche gläubiger Dich anbeteten, wenigstens die frommen Christen, daß sie es glaubten, daß Du so unendlich gut bist und so sehnlichst verlangst, daß wir alle Dir in allernächster Nähe nachfolgen.“

Jesus: „Sühne, Sühne und Abbitte verlangt Mein Herz, Meine Kinder!“

Barbara: „Ja, mein Jesus, ich verstehe Dich. Nächsten Sonntag ist der zweite Sonntag in der Fastenzeit, wo überall in meiner Heimat, und ich glaube auch hier, die österliche Zeit beginnt. Nicht wahr, da verlangst Du Sühne von den treuen Katholiken. Gelobt sei Jesus Christus!“

Jesus: „Jawohl, Meine Kinder! Abbitte und Sühne ist eure und aller derjenigen Aufgabe, die sich an euch anschließen. Hinweg mit dem Kleinmut, mit der Engherzigkeit, hinweg. Ihr, Meine lieben Kinder, vergeßt euch, hängt nicht an den kleinen Fehlern und Unvollkommenheiten, die jedem armseligen Menschen anhaften, weil er Adams Geschöpf ist, Adams Nachkomme.

Seht ihr nicht, wie alltäglich Tausende und Abertausende dahinsterben, ohne Mich zu kennen, und verlorengehen für die ganze Ewigkeit? Seht ihr nicht, wie von Tag zu Tag die Menschen sich immer weiter von Mir entfernen, auch unter euren Augen? Seht ihr nicht, wie die Jugend immer mehr den breiten Weg des Lasters geht? Schon ehe sie in ihrem Verstande sich entwickelt, ist der Kern, ihr Herz schon verdorben. Seht ihr nicht, wie alle diejenigen, die noch Halbchristen sind, die zwar noch vorgeben, daß sie gute Katholiken seien, da sie ja noch einmal die heiligen Sakramente empfangen an Ostern, von Tag zu Tag abwärts gehen, wie sie die Grundsätze der modernen Welt immer mehr in sich aufnehmen, weil die Zeit gekommen ist, wo der Widerchrist, der Antichrist regiert, wenigstens eine Zeitlang regiert und alles mit sich fortreißt, alles in seine Schlingen lockt.“

Barbara: „Mein Jesus, Du zeigst mir die Welt, wie mit Stricken umspannt.“

Jesus: „Ja, siehst du, Meine Tochter, dieses ist das Reich, das Satan sich aufgerichtet in Meiner Schöpfung, mitten in Meinem Reich. Denn wißt, solange Mein auserwähltes Volk auf dem geraden Weg wandelt, in allen Stücken Mir zu gefallen und Mir zu dienen sich bestrebt und bemüht, hat Satan keine große Gewalt unter Meiner Herde, unter der Herde Jesu Christi, aber durch die vielen Spaltungen, die mitten in Meinem Reich schon entstanden sind durch die Abkömmlinge, die zwar wie ein Judas aus Meinem Herzen herausgewachsen waren, weil Ich sie doch unter die Zahl Meiner liebsten Jünger, Meiner Apostel aufgenommen hatte, aber durch eigene Schuld von diesem Weg abgekommen sind, Meine Wege verlassen haben und somit ein anderes Reich aufrichten, aufrichten wollten, das aber nichts anderes ist als ein Stück vom Reich des Antichrist. Der Antichrist richtet großen Schaden an, mitten in Meiner Kirche.

Abgesehen von all denen, die schon abgestorben sind, die schon die verdorrten Rebzweige sind, die alle schon brennen im Feuerofen, denn alle, die da von Meinem Leib sich abgetrennt hatten und ein anderes Reich gründen wollten, sind schon zum größten Teil eingegangen und brennen durch die ganze Ewigkeit. Wisset, hierunter verstehe Ich die Anführer all jener Sekten, die da entstanden sind inmitten Meiner Kirche. Jetzt aber, wo ihr lebt, ihr Meine Kinder, hat Satan wieder große Ernte. Mitten in Meiner Kirche gibt es viele, die ihm nachlaufen, die unter seiner Fahne gehen, weil in letzter Zeit durch den Altkatholizismus, der wieder herausgewachsen ist aus Meiner Herde, mitten unter Meiner Herde entstanden ist, alle Meine Diener, alle Kinder der katholischen Kirche, erschüttert sind im Glaubensleben, weil man gar zu sehr sich fürchtet, indem man vorgibt, man müsse, um die Kirche zu halten, die Gläubigen zu halten, nachgeben, sich richten nach ihren Gebräuchen und Verhältnissen, und die Christen, die da mit Andersgläubigen zusammenleben, auch deren Gebräuche und Sitten annehmen.

Und man gab nach und gab nach, bis das Übel durchgedrungen war durch alle Kinder der katholischen Kirche. Daher kommt es, daß selbst die frommen und die besten Kinder der Kirche liebäugeln mit der Welt, es nicht verderben wollen mit der Welt, mit den Alltagschristen. Seht, wenn ihr hineinschaut in das christliche Leben, seht ihr, wie man überall bekämpft, was noch zu einem tiefinnigen Glauben führen könnte, wie man da die Seele, die Ich durch Meine Gnade und Erleuchtung an Mich gezogen, bekämpft und behämmert, so daß sie nichts mehr an sich hat als das, was Ich ihr durch Meine Gnade gegeben, einen tieflebendigen Glauben.

Alle Ehre, all ihr Gut, ist ihr geraubt und gemordet, dahingemordet, weil alle auf das schauen, was die Kirche lehrt, und auf ihre Diener der Kirche, und weil man dann, wenn die Diener der Kirche so handeln an einer Seele, die Ich an Mich gezogen durch Meine Gnade und Erleuchtung, sich ganz im Recht glaubt, ebenso zu handeln, wenn man diese mit Füßen tritt, verachtet, verspottet und über sie hinweggeht, gleich wie man hinweggeht über die Pflastersteine und den Staub dieser Erde. Darum ist in dieser Seele nichts mehr, als was Ich an ihr bewirkt durch Meine Gnade, und durch diese Gnade ist sie dahingekommen, daß sie einzig und allein aus dem Glauben heraus lebt.

Seht, Meine Kinder, dies ist es, was Ich heute belehren wollte. Meinem Diener, der sich vorgenommen hatte, die Gnadenquelle aufzuräumen, die da so verstaubt und verschüttet war durch den Jansenismus, wie er selbst bekannt, daß dieses Übel hineingedrungen ist in das innerste Mark Meiner Kirche, daß alle bereits davon abschreckt, die betraut sind mit Meinem Amt, so ist aber auch das ganze Glaubensleben erschüttert. Darum sage Ich Meinem Diener einen herzlichen, freundlichen Gruß und entbiete ihm Meinen herzinnigsten Dank für das Glück, das er Mir dadurch verschafft, daß er diese Quelle aufräumt. Er soll allen Priestern und allen frommen Christen die kleine Broschüre in die Hand verschaffen, damit das Christenleben erneuert werde und damit Meine Kirche wieder in die erste Zeit der Kirche zurückkehre.

Nun will Ich aber heute mit euch besprechen, wie sie es anzustellen haben, daß Meine Kirche zur Blüte zurückgelangen soll. Seht, Meine Kinder, Ich habe euch schon so viel gesagt und schon so oft mit euch gesprochen, daß das Glaubensleben, wenn es anders werden soll, wenn Meine Kirche auf den Glanzpunkt gestellt werden soll, von dem sie abgewichen, weggerückt ist, weil Ich sie hinwegrücken wollte zur Strafe für die Sünden der Glieder dieser Kirche, jetzt wieder hinaufgerückt werden soll, also das Glaubensleben erneuert werden soll. Darüber habe Ich das letzte Mal mit euch gesprochen und will heute wieder über diesen Punkt mit euch reden.

Seht, so wie es bestellt ist mit dem öfteren Empfang der heiligen Kommunion, wie da die Herzen eingeschnürt und eingeengt sind durch die allzu große Ängstlichkeit Meiner Diener, aber auch durch die allzu große Nachlässigkeit Meiner Diener, die auch, wenigstens in vielen Fällen, ihre Bequemlichkeit suchen, so gerade ist es auch mit dem Emporschwingen des inneren Lebens. Wenn es anders werden soll, wenn es in diesem Jahrhundert, was Ich euch das vorige Mal gesagt habe, viele Heilige geben soll, dann muß das innere Leben einen anderen Umschwung erlangen. Wie man bisher alles bekämpft und niederhämmerte, was zum inneren Leben führen könnte, so muß und muß dieses befördert werden, das Entgegengesetzte davon gelehrt und bekannt werden.

Diejenigen, welche die Aufgabe haben, zu lehren, müssen es befördern vom Beichtstuhl aus und von der Kanzel herab, und diejenigen, die bestimmt sind und die sich vorgenommen haben, Mir treu zu dienen, müssen es in Wirklichkeit und in der Tat üben, dieses innere Leben. Gleich wie Ich, als Ich die sieben heiligen Sakramente einsetzte in Meiner Kirche, jedem dieser Sakramente doch ein äußeres Zeichen überall dazugab, obwohl sie eine innere Gnade sind und durch innere Heiligung den Menschen antreiben, Mir zu dienen, und alles eigentlich innen in sich vorgehen soll in der Seele.

Seht, Meine Diener, Ich hätte die Sakramente einsetzen können ohne ein äußeres Zeichen. Weil es ja nur den inneren Menschen erneuern und ihm verhelfen soll zur ewigen Glückseligkeit, wäre es gar nicht notwendig gewesen, ein äußeres Zeichen dazu einzusetzen. Aber es wollte Meine unendliche Weisheit, Meine unendliche Güte und Barmherzigkeit so bewirken, daß zu jedem Sakrament auch ein äußeres Zeichen dazugesetzt werden müsse zur Gültigkeit des Sakramentes.

Nehmt die Taufe, nehmt die Buße, nehmt alle Sakramente zusammen, wie Ich sie euch gelehrt habe und wie Meine Kirche sie lehrt, sie alle haben zu ihrer inneren Heiligung ein äußeres Zeichen. Seht, so kann niemals ein Mensch, so wenig ein Sakrament gespendet werden kann, ohne ein äußeres Zeichen dazu zu nehmen, der Mensch innerlich sich heiligen, die innere Heiligkeit bewirken in sich, ohne äußeres Zeichen, ohne äußere Mitwirkung und ohne daß er es vor der Welt offen und frei zur Schau trägt, daß er ein innerer Mensch ist, ein innerer Glaubensmensch.

Darum verlange Ich, wenn das Glaubensleben soll erneuert werden, daß man nicht mehr dagegen arbeitet, wenn man sieht, daß eine Seele wahrhaft nach Frömmigkeit strebt, die sich alle Mühe gibt, ihre Fehler zu verbessern. Merkt es euch, Meine Kinder, besonders ihr, Meine Diener, wenn jemand sagen wollte, er werde irre an einer Seele, die Ich mit Gnaden überhäufte, weil sie noch ihre Fehler habe, denn wißt, daß Ich niemals Meine Gnade hätte schenken können einer Seele, wenn Ich auf die Fehler hätte schauen wollen, angefangen vom ersten Menschen bis hinauf zum letzten, ausgenommen Meine heilige Mutter und Ich Selbst, als Ich als Gottmensch auf Erden weilte. Als Gottmensch war Ich zwar auch ein Mensch, aber Meine Gottheit gab niemals zu, daß sie ein Adamsmensch geworden wäre. Meine heilige Mutter mußte, ehe Ich Mensch wurde und in Sie herabsteigen wollte, befreit sein von dieser Adamsschuld. Sie durfte niemals unter seiner Schuld stehen, sonst wäre sie auch ein sündiger Mensch gewesen und niemals hätte Ich in Sie herabsteigen können.

Damit wollte Ich allen Menschen zeigen, besonders den Dienern Meiner Kirche, Meiner auserwählten Braut, daß es nie vorkommen wird, daß ein Mensch schon heilig auf die Welt kommt, außer Meiner heiligen Mutter und denjenigen, die Ich durch besondere Bevorzugung schon heiligen wollte vor ihrer Geburt, wie ein Vorläufer Johannes, ein heiliger Josef, weil sie in allernächster Nähe zu Mir stehen sollten, weil Ich Mich gleichsam unter die Herrschaft Meines Nährvaters stellen wollte. Außer diesen müssen alle Menschen erst heilig werden. Und darum soll sich niemand erdreisten, einen Menschen zu tadeln, weil er noch fehlerhaft ist, und deswegen Anstoß nehmen an den Gnadenwirkungen, die Ich an ihm wirke.

Darum, Meine Diener, solange ihr euch vornehmen werdet, alles zu bekämpfen und zu kritisieren, was eine Seele zur Heiligung ihrer Seele tun will, mag es eine Übung der äußeren Frömmigkeit sein oder der inneren, mag es sein, daß sie anhält bei euch, um sich abzutöten durch Fasten – obwohl es euch erlaubt ist und ihr streng darauf sehen sollt, daß eine Seele nicht allzu viele Fasten sich auferlegt, weil die Menschheit gar zu schwach ist und ihr gerade in dieser Beziehung unnachgiebig sein sollt –, mag es sein, daß die Seele ihren Glauben bekennen möchte vor der Welt, wenn sie den guten Willen hat und sich Mühe gibt, nur Gott allein zu dienen und nur Ihm allein zu gefallen, solange sage Ich euch: Niemals dürft ihr dieser Seele entgegenarbeiten, denn niemand hat das Recht, alles zu verwerfen, weil es Anstoß geben könnte unter den Kindern der gottlosen Welt. Solange ihr euch fürchtet vor dem Gerede der gottlosen Welt, seid ihr noch keine tiefgläubigen Christen und liebäugelt ihr noch mit der gottlosen Welt, möget ihr stehen hinter der Klostermauer oder sitzen auf dem Thron eines Kirchenfürsten oder sein ein gewöhnlicher Priester, oder sein, wer ihr wollt.

Ihr, die ihr mit der Leitung der Seele betraut seid, Hand in Hand müßt ihr gehen mit tiefgläubigen Seelen, wenn das Christenleben soll erneuert werden. Es muß anders werden, wenn das Volk Gottes, das abgewichen ist vom rechten Weg, soll zurückgeführt, in die rechte Bahn eingelenkt werden, dann müßt ihr auf die Stimme der Propheten hören, die Ich zu euch sende. So wie Ich tat im Alten Bund, so tue Ich jetzt mit Meinen Kindern im Neuen Bund. Dafür habt ihr das Privilegium, daß ihr alle zur höchsten Stufe der Vollkommenheit, zur höchsten Heiligkeit, gelangen sollt. Ihr, die ihr Meiner Stimme Gehör gebt, fangt an, tiefgläubig zu werden, nicht mehr zu witzeln und zu spötteln. Seht ihr nicht, wie Ich all denjenigen, die da gar zu weit den Mund auftun, mögen sie Priester sein, die gar zu weit gehen und sehr spotten und höhnen über jene Seele, die Ich Mir erwählt, und die Meinen Geist in sich aufgenommen und nicht mehr nach den Kindern der Welt fragt, wie Ich sie alle schon hienieden strafe und ihnen den Mund stopfe? Seht euch nur um, und ihr alle werdet sehen, jeder in sich, daß es ihm gar nicht so wohl zumute ist und sein kann, wenn er speit und lächelt und spöttelt über solche, die Mir treu dienen.

Nein, nein, Meine Kinder, nehmt euch vor, alle ein besonderes Bußleben zu führen, damit das Kreuz recht bald übergoldet werde durch eure Liebe zum Kreuz. Ihr alle müßt Kreuzträger werden. Ihr müßt die Verachtung und die Verdemütigung lieben. Wenn ihr aber Verachtung und Verdemütigung lieben wollt, dann dürft ihr diejenigen nicht mehr verspotten, die diesen Weg schon Jahrzehnte hindurch gegangen sind, und die all die Verdemütigungen von eurer Seite mit Ruhe und Gelassenheit hingenommen und niemals einen anderen Weg sich verschaffen aus Eigenwillen, als bis Ich Selbst ihren Weg erhellen wollte. Ich nahm ihr diese Person, unter deren Leitung Ich sie gestellt, und die sie niemals verlassen hätte, Selbst hinweg, weil Ich Herr bin über Leben und Tod.

Merkt es euch, ihr alle, Meine Diener, und ihr alle, Meine Kinder, wer es wagen will, länger noch zu spotten über Mich, denn alle, die spotten über diejenigen, die Mir treu dienen, spotten über Mich in erster Linie, denn Ich bin es, der gesagt hat: ‚Der Knecht ist nicht höher als der Herr! Wenn sie Mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen!‘ Wehe aber denen, die Mich hassen, wehe denen, die sie hassen! Alle, die die ersten Christen verfolgten, weil sie Meine Kinder waren, alle, die sie haßten und hinausstießen, sie mußten es erdulden, diese Meine Kinder, weil Meine Kirche dadurch sich über den ganzen Erdboden verbreiten sollte, aber diejenigen, die Ich als Werkzeug dazu benutzte, die müssen es und mußten es fühlen, und diejenigen, die sich nicht bekehren, müssen es fühlen durch die ganze Ewigkeit. Wahrhaftig, die Ewigkeit ist lang genug.

Wehe denjenigen, die es jetzt noch wagen, jetzt, wo Meine Kirche so darniederliegt, daß die meisten Christen auf dem breiten Weg des Lasters gehen, obwohl es jetzt angefangen hat zu grünen dadurch, daß man angefangen hat, die Quelle wieder aufzuräumen, die dahinsprudelt über die ganze Welt, und die im Paradies versinnbildet war durch eine vierströmige Quelle, die sprudelt im Paradies, und das Vorbild war von der Quelle, die im Neuen Testament sprudelt, nämlich das Heilige Altarssakrament. Jetzt, da man angefangen hat, diese Quelle aufzuräumen, und es anfängt zu grünen und zu sprossen und allmählich wieder besser zu werden, muß man alles aufbieten, um diejenigen zu ermuntern, die teilnehmen an dieser Quelle, die da begeistert und angeeifert werden durch diesen Geist und sich angetrieben fühlen, offen und frei ihren Glauben zu bekennen, sei es vor den Halbchristen oder vor denjenigen, die da noch vorgeben, sehr fromme Christen zu sein, oder vor der gottlosen Welt, die keine Furcht haben, auch wenn man sie steinigen würde.

Solange man nicht aufhört, diese zu bearbeiten, zu behämmern, zu bespötteln und zu kritisieren, wird es nicht anders werden. Anders muß es werden in Meiner Kirche. Es müssen diejenigen, die beauftragt sind, die Seelen zu leiten, alles befördern, was zum inneren Leben führen könnte. So wie Ich das äußere Zeichen zur Einsetzung eines Sakramentes dazusetzte, so will Ich, daß das innere Leben nach außen hin sich kundgebe auf alle mögliche Weise, sowohl im Reden als in Schriften, als im Tun und Lassen. Und wenn ihr wieder barfuß dahingehen wollt durch die Fluren und die Menschen euch verspotten und verlachen und Meine Diener es euch abwehren, euch einschränken, dann folgt ihnen, tut, was Meine Diener euch sagen; denn Ich habe Meine Gewalt ihnen übertragen, ihnen Meine Gewalt abgetreten. Aber wehe ihnen, wenn sie es tun.

Dadurch wollte Ich ja nur der Welt zeigen, was zum Christenleben gehört. Dadurch wollte Ich nur die guten, treuen Kinder der Kirche wecken, nicht die gottlose Welt. Wißt, daß diese gottlose Welt doch spottet, ob ihr barfuß geht oder nicht, aber die guten, treuen Kinder sehen darauf und Meine Diener, die da stehen auf der Warte und ausschauen sollen, wo der Feind sich befindet, wo der Feind sich einschleicht, und wenn da die Kinder der Kirche noch so sehr spötteln und witzeln wollen, darum will Ich diese auf ihre Fehler aufmerksam machen. Seht, so lange die guten Kinder noch witzeln, sind sie noch eifersüchtig, neidisch, scheelsichtig, und auf diese Fehler will Ich sie aufmerksam machen. Deswegen habe Ich euch hinausgeschickt, ihr müßt barfuß gehen, damit an den Tag komme, woran die guten, treuen Kinder noch halten, an welchen Fehlern sie festhalten. Hinweg mit dieser Scheelsucht, ihr treuen Kinder! Ihr müßt zusammenstehen zu einem Bund. Ihr Priester, haltet es nicht unter eurer Würde, zu den Kleinen zu halten. Welche sind denn die Kleinen? Die Kleinen sind die Demütigen, diese sind Meine Kleinen, weil sie Kindern ähnlich sind. Ihr aber, solange ihr noch zu den Großen der Erde halten wollt und denjenigen, die spotten über die römisch-katholische Kirche und ihre Priester, die keinen anderen Namen euch zu geben wissen als die Pfaffen, solange ihr euch fürchtet vor jenen und nicht zu den Kleinen haltet, seid ihr nicht Meine treuen Diener, und niemals wird es anders werden.

Ihr habt es lange genug probiert, nachgegeben, halb und halb getragen auf zwei Schultern. Nein, Meine Diener, rafft euch auf, stellt euch auf die Seite der Wenigen, fragt nicht darnach, wie man von euch spricht. Seht euch nicht um nach jenen, die eure Worte nicht beachten, haltet fest an denen, die feststehen in Meiner Kirche, die mit dem Schifflein Petri gehen. Vorerst beachtet diese, damit diese feststehen, und durch den Samen der wenigen Guten soll Meine Kirche wieder aufgebaut werden. So wie durch das Blut der Märtyrer sich das Christentum auf der ganzen Welt ausbreitete, so soll durch das kleine Samenkörnlein des Liebesbundes, das die Aufgabe hat, über alles hinwegzugehen, Kreuz und Leiden mit Geduld zu ertragen, das Christentum erneuert werden. Und diejenigen, die Liebesbundmitglieder sind und sein wollen, werde Ich so lange mit Kreuz heimsuchen, bis sie fest und standhaft stehen im Liebesbund, bis sie der Welt das sind, als was Ich sie haben will.

Merkt es euch, kein Leiden werde Ich sparen an den Liebesbundmitgliedern, weil das Kreuz geliebt werden muß und die Liebesbundmitglieder die ersten sein müssen, die das Kreuz übergolden, wie Ich dir gezeigt, als Ich Mich dir mit dem Kreuze zeigte. Dies soll den Liebesbundmitgliedern zum Vorbild sein. Es soll sich jeder das Bild des kreuztragenden Heilandes aufstellen. Dieses Mein Bild mit dem Kreuz soll euch erinnern an euer Kreuz, denn ihr alle sollt schleppen und tragen das eucharistische Kreuz. Ihr sollt Mir Mein Kreuz erleichtern, wißt, Mein Kreuz, das Meine Kirche schleppt. Meine Kirche schleppt dieses Kreuz, und ihr sollt sie unterstützen.

Und nun lebt wohl, Meine Kinder, bis Ich wieder komme und euch eine andere Belehrung gebe. Geht hin und sagt Meinen Dienern einen herzlichen Gruß! Auch N. einen freundlichen Gruß sowie allen deinen Schwestern! Deiner Schwester in A. zum Namenstagsgeschenk einen herzlichen Gruß! Dieses liebe Schwesterlein, dieses Kind nach Meinem Herzen, hat vielen Kummer, weil sie dich so gern noch einmal sehen wollte. Möge sie ihre Oberin noch einmal darum bitten, ihr auf Ostern die Erlaubnis zu geben, daß sie hierher darf nach Mainz. Ich werde es ihr entschädigen.

Seht, wie ein guter Gott Ich bin, wie Ich die Bitten eines jeden gewähren möchte, wenn es nur nicht Meiner Ehre zuwiderläuft. Aber auch ein gerechter Gott bin Ich. Dieser arme Mensch, für den ihr bittet, war ja ein guter Familienvater, aber ein verkehrter. Er hat seine Kinder im Protestantismus aufgezogen, sehr verkehrt. Hätte er sie noch gezogen, so gut er konnte, aber er war allem entgegen, und seine Frau ließ sich beherrschen durch ihn.“

Barbara: „Mein Jesus, so laß ihn nicht verlorengehen. Ich will nicht wissen, wo er ist, weil es mein Beichtvater nicht erlaubt.“

Barbara wurde nun zur Vereinigung mit Jesus zugelassen.

Jesus: „Deine Schwester kannst du auch in diesem Augenblick finden in Mir.“

Barbara: „In Jesus, in Jesus, finden wir uns zusammen! Soll N. in den Karmeliterinnenorden eintreten?“

Jesus: Alle Orden sind gut, wenn sie nach dem Geist des Stifters leben. Sie kann auch in einen tätigen Orden eintreten. Sie kann auch, wenn sie will, als Jungfrau mitten in der Welt leben; aber wer sich zu schwach fühlt für diese verfluchte Welt, denn Ich habe dir heute gezeigt, mit wie vielen Schlingen diese Welt umgeben ist, und daraufhin schreiten auch die Guten. Wie leicht wird es geschehen, daß eine Seele sich da hineinverstrickt und fällt und nicht mehr aufsteht. Ich habe euch nicht umsonst gezeigt, wie die Klöster Meine Städte sind, die Städte sind in Meinem Reich. So wie die Städte die Zierde in einem Reich sind, wie ein Reich, das schöne, wohlangelegte Städte in sich birgt, so rühme Ich Mich Meiner Städte, eines Landes, wo viele Klöster sind. Diese sind die Städte in Meinem Reich, womit Ich Mich rühme.

Ihr aber, die guten Christen in der Welt, die ihr all diese Schlingen beachtet und herausfindet, beständig auf eure Füße schaut, geht darüber hinweg, und ihr könnt deswegen denselben Sieg erringen wie eine Ordensfrau, wenn ihr mit Beharrlichkeit über all die Schlingen hinwegsteigt. Aber wißt, da viele dazu zu schwach sind, deswegen rate Ich denen, die sich nicht stark genug fühlen, mitten in der Welt all die Gefahren zu überschreiten, sich in eine Stadt zu verschließen, in eine Stadt sich einzukaufen. Kaufe dich ein in eine Stadt, du hast zu viel Gefahr. Gehe hin, du hast in deiner Nähe die beiden anderen Kirchen. Du kannst dich hie und da ein Viertelstündchen losreißen. Du hast in deiner Nähe auch eine weitere Kirche und alle, wenn du nur ein wenig flink sein willst.

Sei schlau, mach dir dies zu Nutzen, reiß dich ganz los von allen Geschöpfen, frage nach niemand als nach deinem Jesus, Der dir bei der ersten heiligen Kommunion deinen Lebensplan gelegt, Der Seine schützende Hand über dich gehalten, daß du Ihm nicht entgehen könnest. Ich habe dich Meiner Mutter anvertraut und unter Ihren besonderen Schutz gestellt. Diese war es, Die dich aus jenem Haus hinwegführte, weil dir Schlingen gelegt wurden, wie Ich sie eben angedeutet. Merk dir’s, so ist die ganze Welt mit Schlingen belegt, auch wenn du über die Straße gehst. Gehe nicht zur Nachtzeit aus, denn die Nacht ist keine Gefährtin der Jungfrau, sondern jener, die Gefährtinnen Satans sind.“

347 Dritter Freitag im März 1900

„Er hat sie, weil sie es so wollten, mit Blindheit geschlagen, und dies ist die größte Strafe, die Mein himmlischer Vater dem Menschengeschlecht zufügen kann.“

Lied: Gethsemane ...

Barbara: „Ich danke Dir, o mein Jesus, für das unaussprechliche Glück, daß Du mich heimsuchst in dieser heiligen Stunde. O verzeihe mir alle Nachlässigkeiten und Fehler, die ich in dieser Woche wieder begangen! Wann werde ich aus mir herausgehen und so, wie Du mich wünschest, anfangen zu leben. O habe Nachsicht und Geduld mit Deinen Kindern! Ich gebe mir Mühe, o Herr, Du weißt es, aber wie armselig ist alles. Du hast es mir gezeigt, mein Gott, wie hast Du mich beschämt.“ (In der Josefs-Messe am neunten Mittwoch zeigte der Herr Barbara die ihrer Seele noch anhaftenden Unvollkommenheiten in Gestalt einer sehr plumpen Person, so daß sie ganz entmutigt war.)

Jesus: „So seid ihr alle!“

Barbara: „Ich sehe Dich, o mein Jesus, hinausgehen auf den Ölberg. Ich sehe, wie Du von einem Richterstuhl zum andern geschleppt wirst, wie Du an der Geißelsäule so schmählich zerrissen wirst, wie Dir die Dornenkrone auf das Haupt gedrückt wird, wie Du hinaufziehst auf den Ölberg. Ich verstehe es nicht.“

Jesus: „Komme, Meine Tochter, gehe aus diesem armseligen Gefäß heraus und gehe ein in Meine Stärke. Du wirst freilich aus dir selbst nichts erklären können, nicht eher, bis Ich dir Aufschluß gebe. Du siehst Mich hinaufziehen auf den Ölberg, um anzudeuten, daß Mein Leiden jetzt beginnt. Wißt, Meine Kinder, mit dem Sonntag, in den ihr jetzt eintretet, beginnt Meine Kirche ihren Kreuzweg, ihren Leidensweg. Sie fängt an, ihre Kinder einzuladen zu der köstlichen Tafel, die Ich bereitet habe, als Ich Abschied nehmen wollte von dieser Welt, und an der allein Meine Kinder sich erhalten und stärken sollen, an der allein das Brot der Starken zu finden ist. Und sie ladet ein und sie bittet und jammert und schreit, sie ruft alle ihre Kinder auf, mit ihr zu jammern und zu schreien hinaus in Meine Schöpfung, damit doch die Christen, an die sie ihren Hilferuf ergehen läßt, sich alle mit ihr vereinigen; die Schmerzen mit ihr zu teilen, weil so viele vergessen, ihr Brot zu essen, so viele Kinder der katholischen Kirche.

Ja, Meine Kinder, Ich möchte durch Meine kleine Dienerin, vereinigt mit dem Rufe Meiner Braut, hinausschreien in die ganze Welt, alle die Seelen aufzufordern, die noch an Mich glauben, die noch hineilen zu Meinem Tisch, sich einstimmig zu vereinigen in Gebet und Bußübungen, in Leiden, und alles aufzubieten und aufzuopfern, um den Zorn Meines himmlischen Vaters zu besänftigen, der da seine Zuchtrute schwingt. Alle, die da abgewichen sind vom rechten Weg, sind Seinem Zorn anheimgefallen. Er hat sie, weil sie es so wollten, mit Blindheit geschlagen, und dies ist die größte Strafe, die Mein himmlischer Vater dem Menschengeschlecht zufügen kann. Wenn Er sie strafen will, dann straft Er die Gottlosen mit Blindheit, damit sie ihre Gottlosigkeit nicht mehr sehen und so, weil sie es einmal ja so wollten, blind ihrem Verderben anheimfallen, in den Abgrund sich hineinrennen, in den sie selbst hineinrennen wollen, weil sie anfangs, wo sie noch gut waren, mit der Welt liebäugelten.

Wisset, alle Kinder der heiligen römisch-katholischen Kirche, sind Meinem Herzen teuer. Solange sie noch Kinder sind, solange noch Mein Blut, das durch die Taufe ihnen eingegossen ist und das jede Seele in sich trägt, an den Seelen klebt, sind sie immer noch Meine treuen Kinder, auch wenn sie von gottlosen Eltern geboren wurden, die das Gift hineinträufelten von dem Tag ihrer Geburt an, wo sie Meiner Kirche einverleibt sind. An ihrer Gottlosigkeit sind die Kinder nicht schuld, weil sie es noch nicht verstehen, und sie sind Meine Glieder, Meine lebendigen Glieder, und Ich habe Nachsicht mit diesen Kindern, solange sie den Gebrauch ihrer vollständigen Vernunft noch nicht erreicht haben. Sie gehen zu Meinem Tisch zum ersten Mal, und dann gehen sie hinaus in die gottlose Welt und nehmen den Hauch der Welt in sich auf, und das Gift, das vom Mutterleibe an in sie hineingeträufelt ist, vermischt sich mit diesem gottlosen Hauch, und sie gehen über zu Satans Fahne, sie werden Satans Gehilfen, aber nicht mit einem Mal.

Noch habe Ich Nachsicht mit ihnen. Ich rede ihnen zu durch gute Beispiele; denn unter diesen Kindern sind wieder andere recht gute, fromme Kinder, und sie sehen sie, locken sie an, sie könnten noch übergehen trotz des bösen Willens ihrer Eltern, sie könnten doch noch gut bleiben, aber sie wollen nicht. So geht es fort und fort dem Abgrunde zu. Mit einem Mal kommt Satan und reißt sie ganz mit sich hinein durch die allzu große Vergnügungssucht, und sie sind Opfer ihrer Leidenschaft geworden, modernde Leichname. In lauter Vergnügen und Sinnlichkeit sind sie hineingerannt in ein Laster, das unter Christen nicht einmal genannt werden soll.

Diese nun, die da all auf die Reden ihrer Religionslehrer und der guten, treuen Kinder der katholischen Kirche nicht mehr achten, sind dem Zorn Gottes anheimgefallen. Die Langmut Meines Vaters, der da jahrzehntelang Geduld hat mit solchen Menschen, ist dann endlich erschöpft, und Er überläßt sie ihrer Blindheit. Sie sind so mit Blindheit geschlagen, daß sie nicht mehr sehen, auf welchem Weg sie wandeln.

Und nun seht, Meine Kinder, die Zeit ist gekommen, wo Meine Kirche wieder trauert und weint, wo sie jammert um diese ihre Kinder. Sie fängt an, sie einzuladen zu dem großen Gastmahl, das Ich der Menschheit bereitet habe, als Ich hinaufstieg zu Meinem Vater. Die Jungfrauen, die da noch zu den liebsten Kindern Meines Herzens gehören, weil sie gar ein empfängliches Herz für das Gute haben, sind dereinst bestimmt, die Kinder zu gebären, die Kinder, die Ich so sehr liebe, die Kinder zu erziehen, und spielen deswegen eine große Rolle in Meinem Reich.

Die Jungfrauen sind bestimmt, Meine Altäre zu zieren, nicht nur durch das Opfer ihres Herzens, das sie Mir in ewiger Jungfräulichkeit bringen, Mir zu dienen, sondern auch, weil sie nicht geheimnisvoll gesprochen, sondern direkt, Meine Altäre zieren sollen durch Opfergaben, die sie bringen nebst dem Opfer ihres Leibes; denn zu allem, was Schönes und Gutes geschafft wird in Meiner Kirche, wird von jungfräulichen Seelen der größte Beitrag getan. Klöster und Kirchen werden gebaut, und immer sind es die Witwen und Jungfrauen, die ihren größten Beitrag tun, wenn ein Werk gut gedeihen soll.

Darum, Meine Kinder, wundert euch nicht, wenn Ich sage, daß die Jungfrauen eine große Rolle spielen in Meinem Reich, in Meiner Kirche. Diese Jungfrauen nun, die ihre Kommunion nächsten Sonntag feiern, machen Mir große Schmerzen, Meiner Kirche viele Leiden, denn dieses Geschlecht, das da das zarte Geschlecht ist, das fromme Geschlecht, ist jetzt so gottlos geworden, daß Ich, anstatt Mich zu freuen, als Bräutigam Mich dir zu zeigen, Mich dir zeigen muß als hinaufziehend auf den Ölberg, denn eine wahre Ölbergs-Todesangst pressen sie Mir aus, diese Jungfrauen. Wo sind sie? Wo ist die Jungfrau, die da kommt zu Meinem Tisch? Diese sind es, die noch die Jungfrauen sind, sie sind noch die Jungfrauen nach dem wahren Sinn des Wortes. Aber geht hinein in die Familie und betrachtet euch jene Jungfrauen, die so viel mit der Welt liebäugeln, die sich so viel auf Theater und Tanzboden und Konzerten und wie alle die Vergnügen heißen, sehen lassen, die da nur sehen und gesehen sein wollen, wo diese sind. Wo ist die Jungfrau? Wenn Ich nun trauern und weinen muß über die christlichen Jungfrauen unserer Tage, wie ist es erst, wenn die Jünglinge zu Meinem Tisch berufen sind? Wie trauert Meine jungfräuliche Braut, wenn die Jünglinge kommen sollen.

O ja, die Schweißtropfen, die du auf Meiner Stirn gesehen, mit jedem Sonntag treten sie dicker auf die Stirne Meiner jungfräulichen Braut; denn mit jedem Sonntag wird es ernster, weil mit jedem eine Klasse von Christen kommt, die immer nachlässiger und nachlässiger wird in dieser Beziehung, und je nachlässiger die Christen werden im Empfang der heiligen Eucharistie, desto schlechter ist es bestellt mit dem wahren Christentum.

Darum auf, Meine Kinder, auf zum Kampf! Der Liebesbund muß sich ausbreiten über die ganze sichtbare Schöpfung; überall wo es Christen gibt, müssen Liebesbundmitglieder entstehen, die sich einsetzen für andere. Seht hinein in die Welt! Je mehr man Meine Gottheit angreift, desto mehr suchen diese, die Mich wahrhaft lieben, Mich zu ehren und zu verherrlichen. Je mehr man Mich hinausdrängt aus den Herzen der Menschen, desto mehr muß die Seele, die Mich liebt, Mich in sich aufnehmen, mit Mir vereinigt sein und bleiben. Darum, wenn Meine Diener in den Jahren, wo Ich anfing, mit dir zu reden, es nicht verstehen wollten und noch nicht verstanden, was Ich hier wirken will, dann mögen sie jetzt die Augen auftun und Umschau halten auf ihrer Warte, auf der sie stehen. Denn jeder Priester steht auf der Warte und schaut aus, was die Herde Christi macht, ob sie auf guter Weide sich befindet, und wenn er so Umschau hält unter seiner Herde und sieht, wie nur diejenigen auf guter Weide stehen, die da oft sich einfinden an Meinem Tisch, dann mögen sie hineingehen in jene Familie und sehen, wie es da um die Familie bestellt ist, wo man fern bleibt von Meinem Tisch, und sie werden finden, wie nur diejenigen noch gute Familienväter und Familienmütter sind, die da oft hineilen zu Meinem Tisch.

Dann werden sie wohl begreifen, was Ich gemeint, als Ich anfing, offen und frei vor anderen mit dir zu reden, als Ich anfing, ihnen zu sagen, daß ein Damm müsse gebildet werden gegen die gottlose Zeit, gegen die gottlosen Wasser des Unglaubens, die da alles, was noch gut ist, mit sich fortreißen und hinwegschwemmen, daß ein Damm müsse gebildet werden unter den treuen Kindern der Kirche, der da aufgerichtet werden soll durch das Gebet Meiner Kinder. Und diese Meine Kinder, weil sie schwache Geschöpfe, müssen sich festhalten an dem Band, das Ich um die Menschheit schlingen will. Dieses Band ist die öftere heilige Kommunion. Nun seht, Meine Diener, wenn ihr es damals nicht verstehen wolltet, weil ihr zu viel mit der Welt liebäugeln wolltet, weil ihr nachgeben wolltet und meintet, es könne auf anderem Weg, auf besserem und leichterem Weg, umgeschaffen werden, daß die Christen noch gehalten und abgewendet werden von dieser Gottlosigkeit.

Versteht ihr jetzt, was Ich meinte? Seht euch um, ob noch etwas von Nutzen ist, was da geschaffen wurde? Sie alle kehren euch den Rücken, sie hören nicht auf eure Worte. Was Ich schon oft gesagt, daß diejenigen, die noch auf eure Worte hören, diejenigen sind, die die guten, treuen Kinder der Kirche sind, die stehen noch unter eurer Kanzel, wenn ihr das Wort Gottes vortragt. An diesen sollt ihr retten, was noch zu retten ist. Rettet die guten, treuen Kinder. Sie sind es, die das kleine Häuflein bilden, das da schon Jahrhunderte vorausgesagt ist, daß das Christentum so klein wird, daß es sich unter dem Schatten eines großen, mächtigen Baumes zusammenscharen kann.

Dieser große mächtige Baum ist der Liebesbund. Dieser breitet seine Äste aus von Ost bis West, von Nord bis Süd, allüberall, wo ein Mitglied des Liebesbundes steht, das teilnimmt an Meinem heiligen Tisch. Dieses ist es, was unter den Schatten des Liebesbundes sich flüchtet und gerettet wird. Und alle, die da unter dem Schatten dieses Baumes wohnen, sollen durch die Früchte, die sie zeitigen, wieder andere belehren und retten, und ein anderes Geschlecht muß heranwachsen. Freilich müssen da die einzelnen Glieder geschüttelt und gerüttelt werden, sie müssen vieles leiden und darben und vielen Kummer ertragen von denjenigen, unter denen sie leben müssen.

Aber seht, Meine Diener, anders ist es nicht mehr möglich, die Menschheit umzugestalten, das Menschengeschlecht zurückzuführen zu dem guten, alten Glauben. Ihr selbst müßt einverstanden sein mit der treuen Schar, mit der kleinen Herde, die da noch treu geblieben ist, die das Joch Christi noch süß und angenehm findet. Nicht mehr sollt ihr spötteln und lächeln und witzeln über die kleinen Schar, über die guten, treuen Seelen der Kirche, die Ich Mir erwählt habe, um zu euch zu reden; denn wißt, je mehr ihr zu dieser kleinen Schar haltet, desto stärker wird sie, desto mehr begründet in ihrem Glauben, in dem guten Kern, den Ich in sie hineingelegt. Und wenn dann die anderen, die da Frömmigkeit mit der Welt verbinden wollen, und weil sie in sich noch einen guten Kern tragen, und wenn sie dann sehen, daß die einzelnen Glieder so tapfer darauf losgehen, kein Leiden, keine Opfer scheuen, daß sie sich wie Pflastersteine unter die Füße aller legen, dann schließen sich viele an, und wenn ihr dann untersucht, ob etwas anderes der Trieb ist in diesen Seelen als die Liebe zu ihrem Gott, dann sage Ich, ihr habt keine Entschuldigung, wenn der Strom der Gottlosigkeit alles hinwegfegt, alle, alle.

Und wenn ihr selbst mit hineingefegt werdet, dann seid ihr selbst schuld, weil Ich Jahre und Jahre lang zu euch gesprochen. Haltet zu den Kleinen, denn aus ist es mit den Großen dieser Erde. Haltet es nicht mit jenen, die da an der Spitze stehen und mit der Welt liebäugeln, die sich euch nähern mit ihren süßlichen Worten, mit ihrer Schöntuerei, wenn sie euch sagen, daß sie zu euch stehen und hinterrücks euch die Zunge strecken, weil sie zu einer anderen Armee stehen, weil sie der Satansfahne folgen, weil sie der Freimaurerei zustehen und durch den Liberalismus, der das Volk beherrscht, das kleine Volk angesteckt, obwohl sie jetzt noch halb und halb zu euch stehen wollen, weil sie sehen, daß der Karren zu tief steckt. Sie selbst haben den Karren hineingeschoben in die menschliche Gesellschaft und dieser Karren steckt tief, und alles und alles sitzt darauf, und auch sie selbst sitzen darauf, und dieser Karren führt sie aufs Schafott. Und ihr, wenn ihr ihnen glaubt, ihrer Schmeichelei, werdet von diesem Karren hinausgeschoben, wenn auch nicht in den Abgrund, in den diese sich stürzen, aber hinaus aus eurem Beruf.

Ihr seid bestimmt, die Herde Christi zu weiden, auf gute Weide zu führen. Habet acht, daß der Wolf, der sich eingeschlichen hat, euch nicht erwürge, denn die gottlose Welt steht an der Spitze ihrer Gottlosigkeit. Entweder – Oder: Entweder für Christus und mit Christus, oder gegen Christus. Entweder ewig verloren oder ewig gerettet. Ein Liebäugeln gibt es nicht mehr. Wißt, wenn eure Oberhäupter, ihr Deutschen, Ich rede hier zu den Dienern der Kirche Deutschlands, wenn eure Oberhäupter tun, als glaubten sie, als wollten sie die katholische Kirche hochhalten, als wollten sie auch eure Autorität anerkennen und der Welt zeigen, daß man ihr folgen muß, daß die Kirche Christi, die Römische Kirche, die wahre Kirche sei, dann ist dieses nur ein Schein, ein trügerischer Schein, der eure Augen blenden soll, damit ihr ihnen helfen sollt, ihre Pläne zu vollführen. Im Innern aber beabsichtigen diese nur ihre Autorität an den Mann zu bringen, die abgefallene Kirche, die verirrte Kirche, die sich jetzt so groß und breit macht im ganzen Deutschen Reich. Diese ist es, welche sie vorgeben wollen, die wahre Kirche Christi zu sein, denn man könne sie daran erkennen, daß sie sich so sehr ausbreite. Deutschland ist freilich dieser Sekte so anheimgefallen, daß sie die größere ist und Meine Kirche anfängt, die kleinere zu werden. O Meine Diener, Ich sage euch, schämt euch, schämt euch nicht mehr vor diesen Oberhäuptern, vor diesen, die an der Spitze stehen, die mit euch zu halten vorgeben.

Glaubt nur nicht, wenn man euch sagt, man müßte sich so betragen, daß man nicht ausgelacht werde, um der Kirche nicht zu schaden. Nein, Meine Diener, mehr schadet es Meiner Kirche, wenn ihr jenen Reden Glauben schenkt. Meine Kirche mußte geboren werden am Kreuz, nicht in den königlichen Palästen. Wo hat ein Luther, ein Calvin, ein Nestorius, wo haben alle diejenigen, die da vorgeben, die wahre Kirche zu bilden, ihre Kirche gestiftet und geboren? Vielleicht am Kreuz der Verachtung und Verdemütigung? Nein, nein, in Palästen, in Wirtschaften, in Gasthäusern. Dort hat er sie geboren und verbreitet. Er hat sich an die Großen der Erde gemacht, die da gern schwelgten, eine Ehefrau beiseite schieben wollten, um eine andere, die ihren Augen mehr gefiel, sich heimzutun. Meine Kirche aber, die heilige römisch-katholische Kirche, mußte am Kreuz geboren werden, an das Kreuz mußte der Stifter dieser Kirche steigen, und vom Kreuz herab befahl Er Seiner Mutter: ‚Siehe da, Deinen Sohn‘, und dem Sohne sagte Er: ‚Siehe da, deine Mutter!‘

Meine Diener! Merkt euch diese zwei Worte. Dort zeigte Ich, wo Meine Kirche geboren ward, der Welt zum ewigen Andenken. Bis zum letzten der Tage müssen Meine Kinder an dieses Wort sich erinnern: Mutter, siehe da, Deinen Sohn. Dieses ist Meine jungfräuliche Braut. Braut, siehe da, Deinen Sohn! Sohn, siehe da, deine Mutter! Kind, siehe da deine Mutter! Mein Kind, du, der du an der Spitze stehst, siehe deine Mutter!

Am Kreuze habe Ich dich geboren, am Kreuz bist du geboren, Mein Sohn. Merk es dir in der Verachtung und Verdemütigung des Kreuzes! Mit der Dornenkrone der Schmach, die Ich getragen, mußt du den Weg wandeln, die Herde Christi hüten und verwalten. Und nun stehe auf der Warte und schaue aus, ob deine Herde auf der richtigen Weide geht. Schaue auf die guten, treuen Kinder, die du zu verwalten hast, ob sie sich oft nahen Meinem Tisch, das Kreuz lieben, ihre Kinder für Mich erziehen. Und wenn sie das tun, dann hast du gewonnen, dann stehst du auf dem richtigen Posten.

Und nun, Meine Kinder, lebt wohl. Ihr wißt, was Ich euch sagen wollte. Ich will Meine Diener belehren über den allzu großen Irrtum, der sich verbreitet hat in der ganzen Welt, besonders hier in Deutschland. Man fürchtet sich vor denjenigen, die am Ruder stehen, denen Ich eine Zeitlang Gewalt gegeben habe zu herrschen über die Geschöpfe als Regenten. Aber wißt, euch habe Ich eine Gewalt gegeben, die über die Gewalten aller Könige und Kaiser hinausgeht. Ihr habt die Macht, die Herzen der Menschen zu regieren und zu leiten, eure Gewalt geht vor die der Kaiser und der Könige. Geht hin vor die Mächtigen, fürchtet euch nicht, sagt ihnen die Wahrheit, sagt ihnen, wer den Karren der Gottlosigkeit in die menschliche Gesellschaft hineingeschoben hat, sagt ihnen, daß ihr nicht wieder imstande seid, den Karren herauszuziehen, es sei denn, es werde eine andere Gesellschaft geschaffen.

Sie müssen die Gewalt, die euch Gott gegeben, wieder in die Höhe bringen, wieder freischaffen, freistellen, eine freie Kirche will Ich. Die heilige römisch-katholische Kirche darf nicht mehr geknechtet werden, wenn die Krone der Herrscher soll gewahrt bleiben.

Die Gewalt Meines Statthalters, der Stuhl Petri, muß freigestellt werden, hinaufgestellt werden auf den Berg, von dem er abgesetzt ist. Er ist niedergedrückt in das Tal der Demut. Dort steht er heute. Er steht schon Jahrzehnte dort, der, obwohl er tief gestellt, dennoch nicht verrückt worden ist. Er steht auf seinem Posten, und die ganze Welt muß ihn bewundern und bewundert ihn auch, die gottlosen Oberhäupter, und wenn sie es nicht tun, dann werden sie ihre Häupter an ihm zerschellen.

Aber es ist die Zeit gekommen, wo Meine Kirche siegen soll, lange genug hat sie im Tal der Demut gestanden. Sie muß wieder hinaufgerückt werden, und alle Völker müssen vor ihr das Haupt neigen. Die Zeit ist gekommen, wo der Traum Pharaos wieder soll erfüllt werden, wo sich die vollen Ähren neigten vor Josef. Josef ist die katholische Kirche. Josef war das Sinnbild im Alten Bund und sinnbildete die neue Kirche. Josef war das Vorbild Meiner Selbst, Christi Selbst. Josef sollte die alttestamentliche Kirche erhalten und zur Blüte bringen. Josef ist die neue Kirche, und vor ihr müssen alle Häupter das Haupt beugen und diejenigen, die es nicht tun, werden ihre Häupter zerschellen an diesem Josef.

Ihr, Meine Diener, dürft nicht liebäugeln mit der Welt. Ihr dürft nicht fürchten die Gottlosen der Erde, sondern haltet zu den wenigen treuen Seelen; denn wenn ihr noch nicht glauben wollt, dann wartet noch einige Jahre und ihr werdet noch mehr sehen. Eure Kanzeln umstehen nur die gläubigen Katholiken. Ihnen haltet zu, ihnen sprecht Trost und Ruhe zu in den schwierigen Kämpfen, in denen sie jetzt geübt werden müssen; denn jeder Christ, der feststeht, hat in jetziger Zeit ein wahres Martyrium durchzufechten. Er darf nicht nach rechts und links sich umsehen. Er hat ein Martyrium von innen und von außen, von allen seinen Mitbürgern.

Darum auf, Meine Kinder, auf, Meine Diener! Es ist an der Zeit, wo das erste Christentum wieder erstehen muß, wo das erste Martyrium wieder gelitten wird von den guten, treuen Kindern der Kirche.“ Josef: „Meine Kinder, fürchtet euch nicht. Ein Mann, ein Wort! Ich, der Schutzherr der katholischen Kirche, verspreche euch, daß kein Leiden umsonst gelitten, keine Träne umsonst geweint, keine Bitte umsonst vorgetragen ist. Alle eure Wünsche werden erfüllt bis in das Kleinste hinein; denn eure Wünsche sind die Wünsche meines heiligen Pflegesohnes und meine Wünsche. Die unsterblichen Seelen zu retten, ist euer Verlangen. Die Tränen, die ihr weint, weil so viele Menschen abgewichen sind vom rechten Weg, die Tränen, die da vergossen werden eurer Brüder wegen, wenn ihr die Blindheit der Welt seht, sie sollen dereinst glänzen als köstliche Diamanten in eurer Krone. Merkt es euch, es kommt die Zeit, wo ihr schon hier auf Erden von all denjenigen erkannt, geachtet und geliebt werdet, die jetzt noch euch fernstehen, aber erst in der Ewigkeit, meine Kinder, in der Ewigkeit; denn in Vereinigung mit meiner jungfräulichen Braut werde ich euch Glied an Glied einreihen, ihr alle, ihr Liebesbundmitglieder, weil ich der Schutzherr der heiligen römisch-katholischen Kirche bin und weil jetzt wieder ein neues Geschlecht gegründet und gebildet wird. Erneuert soll die Kirche werden, nicht eine Glaubenserneuerung, aber erneuern sollen sich die Herzen, ein neues Glaubensleben soll entstehen. Alle guten, treuen Kinder der Kirche, die noch festhalten zur heiligen römischkatholischen Kirche, sollen in sich das Glaubensleben erneuern, und es wird Glied an Glied sich anreihen schon hier auf Erden, aber dann in der Ewigkeit eine herrliche Prozession sein.“

Barbara: „Erflehe doch diesen zwei Seelen die Bekehrung!“ Josef: „Halte aus im Glauben und Vertrauen! Alle Bitten werden dir gewährt. Wenn es auch scheint, es sei alles verloren, dann ist doch alles gerettet. In dem Augenblick, wo es scheint, alles verloren zu sein, glaube fest, daß der Herr euren Bitten nicht widerstehen kann.“

Die Schwester von Barbara bat für ihren kranken Mann. Josef: „Er soll nur auf die Arbeit gehen, wie ihm der Arzt sagt, aber nur einige Stunden, und sich dann wieder etwas in die frische Luft begeben, bis er sich erholt hat. Er soll sich nur nicht fürchten vor seinem Brotherrn; ich selbst werde an seiner Seite stehen und ihm helfen. Er soll sich anschließen und nicht mehr so spöttisch tun, wie er bisher getan.“

Barbara: „Gib dieser verzweifelten Seele bitte einen Trost.“ Josef: „Sage ihr einen freundlichen Gruß vom heiligen Josef, sie möge Ostern eine recht gute Generalbeichte ablegen, aber nur nicht ängstlich sein, ihr Gewissen nur so überdecken, was sie noch am meisten beunruhigt, sie weiß es, und diesen Fehler offen und frei vor einem Priester darlegen und dann sich anschließen an den Liebesbund, ohne zu häkeln, ohne zu zweifeln, das heißt, regelmäßig alle acht Tage beichten und kommunizieren und ihre Kinder anhalten zum öfteren Empfang der heiligen Sakramente, die Kinder, die in dem betreffenden Jahr ihre erste heilige Kommunion empfangen. Dann wird sie sehen, welche Fortschritte sie in der Vollkommenheit macht. Sie wird ihre Schwester dazu gewinnen, wenn jene sieht, wie ruhig und zufrieden sie ist. Und wenn sie beide Hand in Hand miteinander gehen, welchen Schatz von Verdiensten können sie sich erwerben in den anvertrauten Kindern. Ich möchte allen katholischen Lehrerinnen zurufen:

Schließt euch dem Liebesbund an, ihr, die ihr die Kleinodien zu verwalten habt. Ihr habt von Gott, dem himmlischen Vater, die Edelsteine anvertraut bekommen, deren unchristliche Eltern sich unwürdig machen. Seht, wie viele Familien sind in dieser Stadt, wo die Eltern die Kinder, die Kleinodien des Himmels, gleichsam den Schweinen vorwerfen. Ihr habt die Gewalt, diese zu retten aus den Klauen der Schweine. Führt sie oft zum Tisch der keuschen und reinen Seelen. Lehrt sie das Brot essen und den Wein trinken, aus dem Jungfrauen sprießen, und in kurzer Zeit verspreche ich euch, werdet ihr mir durch meine kleine Dienerin euren Dank abstatten.

Fürchte nichts, meine Kleine! Tue, was ich dir anrate! Du hast noch einen guten Kern in dir. Aber fern sei von dir aller Zweifel, alle Angst, und wenn deine Schwester dir zureden will, dann halte dich so lange fern, bis du feststehst in dir und sie selbst zur Einsicht kommt.“

Am neunten Josefs-Mittwoch bei der heiligen Wandlung sah Barbara den heiligen Josef in kaiserlicher Majestät und ernsthafter Würde neben dem Altar stehen. Er gab Barbara zu verstehen, daß die Schriften jetzt der Kirche übergeben seien und die Kirche zu urteilen habe und sie das Weitere nichts mehr angehe. Wir sollen nur all unser Augenmerk auf die Vervollkommnung unserer Seele richten und den Schriften dadurch das Siegel aufsetzen. Wir sollten zwar nichts anderes tun als bisher, aber alles mit größerer Vollkommenheit. Am Feste des heiligen Josef fragte Barbara den heiligen Josef, ob er nicht uns belehren werde. Da sagte er: Josef: „Habt ihr nicht schon genug erfahren? Ich komme heute nicht, um euch eine eigene Belehrung zu geben. Leset die früheren nach! Ich habe mich mit dem Wort des Engels sieben Jahre begnügen müssen. Hast du nicht in der heiligen Kommunion den Vorgeschmack des Himmels gehabt? Was willst du noch mehr? Dort ist es gerade so, nur mit dem Unterschied, daß es nicht mehr endet. Und frage deine zwei Freundinnen, ob sie nicht ebenso glücklich gewesen sind wie du.“

Barbara: „Wie hast du es denn gemacht, daß du ein so großer Heiliger geworden?“ Josef: „Durch lebendigen und kindlichen Glauben. Nach dem, was ich einmal vernommen, richtete ich mich mein ganzes Leben, so fest glaubte ich. Es macht mir Freude, wenn ihr die Broschüre über die heilige Kommunion zu meiner Ehre verbreitet, weil so viele, die es lesen, Nutzen daraus ziehen.“

348 Vierter Freitag im März 1900

„So oft nun eine Seele verlorengeht, geht das Bild der Heiligsten Dreifaltigkeit verloren durch die ganze Ewigkeit. Kein Mensch begreift den Schmerz, den Ich habe um eine einzige Seele, die verlorengeht.“

Lied: O Jesu ...

Barbara: „O mein Jesus, ich danke Dir für das unaussprechliche Glück, daß Du mich heimsuchst. O wie armselig, wie schmerzlich war diese Nacht! Ich opfere Dir auf die inneren Leiden, die Seelennöte und die äußeren Schmerzen zur Genugtuung für meine Sünden und in Vereinigung mit allen, die sich im Geist mit mir vereinigen, für alle ihre Fehler und Unvollkommenheiten, in Vereinigung mit Deinem bitteren Leiden und den Todesängsten am Ölberg für die Jünglinge, damit sie ihre Osterbeichte gut verrichten. Barmherzigkeit für die Jünglinge! Gelobt sei Jesus Christus!“

Jesus: „Meine Kinder! Solange ihr hier in diesem Tränental wandelt, ist doch alles nur wie ein Puppenspiel der Kinder, obgleich ihr glaubt und mehr als andere Menschen in Meine Geheimnisse eindringt. Ihr seid gar zu kurzsichtig, gar zu kleinmütig. Jedes Ereignis, jede kleinste Unannehmlichkeit, haut euch gleich um. Und wenn Ich gar mit Leiden des Körpers komme, wenn Ich eine Krankheit dem Körper schicke, dann ist es aus mit aller Liebe und Andacht. O ihr armseligen Menschen! Versteht ihr nicht, was Ich mit euch vorhabe? Wann werdet ihr es verstehen, wann, Meine Kinder? Kommt mit Mir, Ich will euch die richtige Aufklärung geben.

Aber, wenn Ich sie euch gegeben habe, seid ihr wie die Apostel umgewandelt und seid wieder auf der alten Schleife, gerade so wie immer. Wißt aber, nicht umsonst wollte Ich Selbst in diese Natur hineinsteigen, wollte Ich Mensch werden, um Nachsicht zu haben mit diesen Menschen. Ich Selbst wollte Mich mit der Natur des Menschen bekleiden, um recht mitleidig mit ihm umgehen zu können. Dreiunddreißig Jahre habe Ich diese Natur mit Mir herumgeschleppt, um dann bei Meinem Vater für dieses armselige Geschlecht gut sprechen zu können.

Seht, ihr seid eingegangen in Meine Geheimnisse, in Meinen Geist. Mehr als andere, gewöhnliche Christen dürft ihr hineinschauen in dieses liebe Gottesherz. Aber was nützt es Mich, wenn Ich euch nur hineinschauen ließe und euch nichts schickte als Tröstungen über Tröstungen, gleichsam euch über alle Hindernisse hinweghöbe, auf den Händen trüge und dann noch obendrein mit Mir durch die ganze Ewigkeit herrschen und triumphieren ließe.

Nein, Meine Kinder, Ich bin auf die Welt gekommen, um für die Sünden der Menschen zu büßen, zu leiden und zu sühnen. Ich bin eingegangen zu Meinem Vater, um wieder Besitz zu nehmen von Meiner Herrlichkeit, also leidensunfähig, nur noch zu genießen, zu lieben und zu herrschen. Dazu seid auch ihr alle dereinst bestimmt. Für jetzt aber sollt ihr an eurem Leibe ersetzen, was Meinem Leiden noch fehlt, mit anderen Worten: Von euch verlange Ich jetzt, was Ich dereinst ertragen mußte, als Ich hinaufzog auf den Ölberg und die Jünger mit Mir genommen hatte, die mit Mir die Leiden sehen sollten, denen Ich Mich überlassen wollte. Ich nahm sie aber auch mit, weil Ich bloßer Mensch war, als bloßer Mensch leiden wollte, und weil der Mensch dazu angelegt ist, sein Leiden anderen mitzuteilen und es ihm dann leichter wird. Ein geteiltes Leid ist nur ein halbes Leid. Dieses fühlte auch Meine Natur.

Denn als Ich Mein Leiden begann, zog Sich Meine Gottheit gänzlich zurück in den Schoß Meines himmlischen Vaters, und Ich litt, wie alle Menschen leiden. Diese Jünger, an denen Ich nun Trost suchen wollte, waren weit entfernt, Mich trösten zu können. Wußte Ich nicht schon im voraus, wie alles dieses kommen werde? Und doch habe Ich getan, als wüßte Ich es nicht, und doch hat Meine Natur Trost gesucht an ihnen!

Seht, Meine Kinder, ihr seid bestimmt, den eucharistischen Kreuzweg mit Mir zu wandeln, zu leiden, mit Mir in diesen Tagen, wo Meine jungfräuliche Braut ihre Kinder anlockt und herbeiführen will. Ich rede nicht von Meinen liebsten, treuen Kindern. Diese braucht sie nicht anzulocken und nicht zu rufen; sie kommen von selbst. Ich rede von jenen, die da draußen in der Welt verloren, auf Sandwüsten wandeln und vergessen haben, ihr Brot zu essen. Diese wollen aber nicht kommen. Sie hören nicht auf die Stimme ihrer Mutter, Meiner jungfräulichen Braut, und dieser Schmerz preßt Meiner jungfräulichen Braut und Mir Selbst eine wahre Todesangst aus.

Niemand weiß und erkennt den Wert einer Seele, außer der Vater und Ich und der Heilige Geist; denn als Wir dieses Geschöpf erschaffen, hauchte der Vater durch Mich diesem Geschöpf Seinen Geist ein und dieses Geschöpf trägt die Heiligste Dreifaltigkeit in sich. So oft nun eine Seele verlorengeht, geht das Bild der Heiligsten Dreifaltigkeit verloren durch die ganze Ewigkeit. Kein Mensch begreift den Schmerz, den Ich habe um eine einzige Seele, die verlorengeht. Niemand begreift es, weil niemand so klar schaut wie Ich und der Vater und der Heilige Geist. Dem Körper wie dem Geist ist das Geistige immer verdunkelt; er schaut nicht klar, und nur die Seele, die ganz eingegangen ist in Meinen Geist, in der Ich nach Belieben wirken und zu ihr herabsteigen kann, die täglich mit Mir verkehrt in der heiligen Kommunion, sie schaut etwas klarer, aber immer noch sehr dunkel, weil das fleischliche Auge ihr hinderlich ist, daß das geistige nicht so hell schaut.

Nun müßt ihr aber, Meine Kinder, weil Ich euch Meine Geheimnisse erschließe, besonders du, Meine Kleine, die Ölbergs-Todesangst mit Mir teilen. Wundere dich nicht, wenn solche Tage und Nächte über dich kommen, wo du ermattet an Geist und Körper nichts siehst als Leiden, Ängste, Zweifel und Skrupel. Zusammenwirkend ist dies ein Splitterchen Meiner Todesangst am Ölberg. Darum klammere dich an deinen Vielgeliebten, wie Er hinauszieht auf den Ölberg, und trage deine Leiden mit Mir. Morgen sollen die Jünglinge ihre heilige Osterbeichte halten in dieser Stadt. Aber schaut hinein, wo ist der Eifer, wo ist die Vorbereitung?

Wenn Ich Mich beklagte über die Jungfrauen, wie habe Ich erst zu klagen über die Jünglinge, und dann über die Frauen und Männer! ‚O mein Gott, warum hast Du Mich verlassen?‘ So möchte Ich ausrufen. ‚Mein Gott, warum hast Du Mich verlassen?‘ Geht hinein unter die Gesellschaft von Menschen, von was sie reden, an was sie denken, mit was sie sich beschäftigen. Vielleicht mit ihrer Osterkommunion? O nein! Da wird gesonnen und getrachtet, ein Fest, das sie sich vorgenommen haben, reizend zu begehen, weil sie glänzen wollen ihren Nachbarstädten gegenüber, weil es da überall heißen soll: ‚Ja, die Mainzer verstehen es, Feste zu feiern!‘ O diese Toren, o diese armen Menschen! Das Geld, das vergeudet wird zu solchen Lustbarkeiten, die Jugend, die da mit hineingeschwemmt wird in das Laster der Unzucht, die vielen Familienväter und Mütter, die das Wohl ihrer Kinder vernachlässigen und ruinieren durch die allzu große Teilnahme an solchen Festlichkeiten, welche Rechenschaft verlange Ich von ihnen; welche Rechenschaft von denen, die solche Feste herbeigeführt.

Denn seht, Jungfrauen, Jünglinge, die noch zu besseren Christen gehören wollen, wie alles in ihnen sich verbreitet im Weltgeist, wie sie keinen Sinn mehr haben für etwas Höheres, für Mich, ihrem Herrn und Gott!

Ich kann euch den Schmerz nicht schildern, den Mir die Stadt Mainz verursacht dadurch, daß sie mit jedem Jahr ein neues Fest aufdichtet, um so wieder das armselige Menschengeschlecht zu verführen, hineinzureißen in den Strudel der Vergnügen. Alles wird vergessen. Da hat man freilich keinen Sinn für etwas Höheres. Da darf Ich Mich mitteilen den Seelen, ei ja, das sind Simpel, verrückte Personen, Spiritisten! So sagt man sich auch unter denen, die noch gute, fromme, gläubige Christen sein wollen, wenn sie so halb und halb doch auch mit der Welt liebäugeln wollen. Sie wollen so mitmachen, wie man sagt, damit der gute Ton im Klang bleibe.

Aber welche Rechenschaft werde Ich dereinst verlangen! Ihr, Meine Kinder, müßt Mir Ersatz und Sühne leisten für diese gottlose Welt, für diese Menschen, die da Mich nicht mehr kennen, die da Christen sind und sein wollen und schnurstracks auf dem Weg des Lasters, auf dem Weg zur Hölle gehen.

Saget N., er möge doch bedenken, was Ich schon oft und schon vielmals mit euch gesprochen habe, daß Ich zufrieden bin mit diesem Geschlecht, wenn es auch nicht so über Leibeskräfte dem Fasten sich hingibt. Er möge seine Gesundheit besser schonen. Ich verlange dies nicht von ihm, weil sein Körperbau gar zu armselig und schwächlich ist, und weil die inneren Leiden, die er schon jahrelang erduldete, ihm die Kräfte geraubt und ruiniert haben. Er soll zu seiner Verdemütigung und gerade zu seiner Verdemütigung essen und trinken, wie es sich gehört, um seine Kräfte wieder zu erlangen, und diese Verdemütigung will Ich ihm höher veranschlagen, als wenn er strenge Fasten sich auferlegt und tut wie seine anderen Ordensbrüder. Ich will nicht, daß er diese Stelle verlasse. Er soll hier stehen; er soll aber auch einmal fühlen, wie es ist, jahrelang solche Verdemütigung zu ertragen und hinzunehmen von solchen, von denen man das Entgegengesetzte erwarten soll.“

Barbara: „Mein Jesus, darf ich Dich bitten für den Bruder von N.? Mein Beichtvater will nicht haben, daß ich fragen soll und darum will ich es auch nicht. Barmherzigkeit für diese Seele und für N. und N.“

Jesus: „Sie haben alle drei noch lange zu leiden! Um des Gebetes so vieler frommen Seelen willen wird doch manche Seele gerettet, die, wenn auch schnell abgerufen, doch noch einen Akt der Reue erweckt. So ist es mit N. und N., die zwei sind nicht verloren, haben aber viel zu leiden, viele und lange Strafen zu erdulden, ebenso auch der Bruder von N.. Ja, bindet diese zwei Kirchen voneinander los und dann saget: Sie kann und darf dergleichen nichts mehr sehen. Meine Diener! Die streitende, die leidende und die triumphierende Kirche ist nur eine Kirche, eine Gemeinschaft, und an wen soll Ich Mich wenden, wenn nicht an die streitende Kirche auf Erden?

Wenn du, Mein Freund, in großer Not bist, Ich erinnere dich nur an die Not, die du hast mit dem Bau, wenn du die Menschen aufforderst, dir zu helfen, dich nicht stecken zu lassen, wie bist du nicht erleichtert, wenn du hie und da von einer treuen Seele zugeschossen bekommst. Auch Ich, mein Freund, stecke in größter Not, weil Ich die Seelen liebe mit unaussprechlicher Liebe, denn jede Seele ist Mein Ebenbild, und wenn sie eingegangen ist in die andere Welt, in Meine Gerechtigkeit und ihr anheimgefallen ist, dann ist aber Meine Liebe nicht erloschen. Ich liebe sie mit unaussprechlicher Liebe und mit viel reinerer Liebe als zuvor, wo sie sich versündigte und im Fleische wandelte, weil sie ja, solange sie im Fleische wandelt, immer noch verdienen kann. Aber nun, da sie eingegangen ist in Meine Gerechtigkeit, kann sie nicht mehr verdienen, und es tut Mir leid, sie so schrecklich leiden zu sehen. Ich habe nun für sie kein anderes Mittel, weil Meine Gerechtigkeit es so verlangt, als die Bitten Meiner Kinder auf Erden.

Die Bitten Meiner Kinder sind es, die Mir helfen aus der Not. Ich kann die Verdienste, die sie sich verdienen durch das heilige Meßopfer, durch die heilige Kommunion, durch alle guten Werke, die sie verrichten, den armen Seelen zuwenden und so sie befördern zu Meiner Herrlichkeit.

Und nun sollte Ich, wenn Ich eine Seele Mir erwählte und durch sie die Leiden Meiner Kinder offenbare, zurückstehen, weil es einigen nicht gefällig ist? Ich bitte dich, Mein Freund, wenn dir der Gedanke kommt, Gewalt anzutun dieser Seele, dann erinnere dich an die Not, in der du dich befindest und wie du dich umsiehst nach treuen Seelen, die begütert sind, um dir zu helfen. Sage Meinem Freund einen freundlichen Gruß von Mir, er möge Mich begleiten auf den Ölberg, all seine Angst mit Mir vereinigen. Er möge aber die Worte beachten, sich besser nähren, weil es sein Körperbau nicht verträgt. Er möge sich Erlaubnis erteilen lassen von der Kirche, von seinem Vorgesetzten und Mainz nicht verlassen, sondern warten, bis es Mir gefällt, ihn wegzutun. Wenn die rechte Zeit gekommen ist, werde Ich Selbst es tun.“

Barbara: „Warum muß denn N. dieses leiden?“

Jesus: „Es ist dies eine Strafe für die Sünden ihrer Eltern und Großeltern. (Der Großvater war ein apostatischer Mönch.) Habe Ich nicht gesagt im Alten Bund: Eure Eltern haben saure Äpfel gegessen und saure Trauben, und den Kindern sind die Zähne stumpf geworden, das heißt, die Kinder müssen die Schuld der Eltern büßen, das heißt, wisse Meine Tochter, daß es ein großer Schmerz für Mein liebendes Herz ist, einen solchen Judas zu haben unter Meinen lieben Kindern. Andernteils ist es auch etwas Stolz; sie möchte sich gern mit einem Mal vollkommen sehen. Ich ließ ihr ja schon sagen, sie möge eine gute Beichte ablegen und sich demütigen.

Immer, wenn ihr ein so schlechter Gedanke kommt, sich gleich demütigen und zu Mir flüchten; dann kann Satan ihr nichts mehr anhaben. Ich will sie befreien, aber dann muß sie aufhören zu kritisieren und sich gleich als eine Heilige sehen zu wollen. Du mußt ganz aus dir herausgehen, Meine Tochter, und ein ganz anderes Leben beginnen, sobald dir ein Gedanke kommt zum Kleinmut, dich erheben und zu Mir flüchten und du wirst sehen, wie gut Ich bin.“

Barbara: „Kann dieser Knabe Priester werden?“

Jesus: „Ja, sie soll nur Mut haben und Vertrauen. Ihr Sohn ist ein gutes Kind, er wird ein guter Priester werden. Wisset, da es die Reichen verschmähen, sich dem priesterlichen Stand zu weihen, darum erwecke Ich so viele Arme und gebe so vielen Armen ein solches Talent, das andere nicht haben, die sehr begütert sind, und die mit Leichtigkeit sich diesem Stand widmen und dabei ein recht schönes Leben führen könnten; aber sie haben nicht das Talent dazu. Ich teile die Talente aus, wie Ich will, weil die Welt so gottlos geworden. Dem Armen, der darbt und hungert, ihm gebe Ich ein Talent, damit er damit erreichen kann, was andere mit vielem Geld nicht erreichen. Sage es dieser Meiner Dienerin, sie möge dieses Kind aufopfern. Ich werde ihren guten Willen segnen, sie möge sich mehr anschließen an das tiefreligiöse Leben, Mich öfter besuchen untertags und sich nicht so fernhalten vom heiligen Meßopfer.“

Barbara: „Soll N. dort ausharren?“

Jesus: „Eine Kleinigkeit! Seelen, Seelen, Seelen, unsterbliche Seelen und alles, was sich darauf bezieht auf die unsterblichen Seelen, das ist es, was ihr begehren sollt.

Siehe, Meine Kleine, du mußt doch etwas verdienen. Ein Leiden muß Ich dir geben, ein inneres und ein äußeres. Bleibe du nur ruhig! Diese kleine Geißel kannst du schon Mir zuliebe ertragen.“

349 Fünfter Freitag im März 1900

„Wo sind die Männer, deren ihr euch rühmen wollt? Ja, ja, abgefallen sind sie; Freimaurer sind sie geworden, Liberalisten; Sozialisten sind sie geworden.“

Lied: Christi Mutter ...

Barbara: „O liebe Mutter! Du bist so geschäftig heute, so fleißig, obwohl so traurig, so ernst in Dich gekehrt. Wie eine besorgte Hausfrau sehe ich Dich umhergehen. Es scheint, als wärest Du nicht so unzufrieden mit Deinesgleichen, mit den Müttern; denn morgen beichten die Mütter, und da hast Du ein großes Fest, nicht wahr, schmerzhafte Mutter? Es ist morgen nicht das Fest Deiner Sieben Schmerzen, aber es hat doch seine Bedeutung, daß Du heute kommst. Ich danke Dir, liebe Mutter! Ich grüße Dich im Namen aller Menschen, meiner lieben Geschwister, Freundinnen und aller, welche die süßen Worte Deines lieben Sohnes und die süße Ansprache von Dir hören und lesen wollen und sich im Geist mit mir vereinigen.

Jetzt verstehe ich, warum ich mich gestern schon so freute auf den heutigen Tag. Weil Du Dich freutest, darum hast Du mir diese Freude erfleht bei Deinem lieben Sohn.“

Maria: „Meine Kinder! Recht so, daß ihr zusammenkommt, um nicht nur Meinen Schmerz mit Mir zu teilen, sondern auch Meine Freude. Mein lieber Sohn schickt Mich zu euch, weil Er gar so gedrückt und betrübt ist. Es ist ja die Zeit, wo Er wieder hineinsteigen soll in die Herzen so vieler Christen, die gar keine Bedürfnisse mehr für Ihn haben, die zwar noch Christen sind, die aber, gar viele, gar viele, Seinen Weg, den Weg zu Ihm, nicht mehr finden. Viele zwar kommen noch, aber mit solcher Armseligkeit, daß sie es nur tun aus Rücksicht gegen die Familie, gegen ihre Angehörigen, weil diese nicht mehr nachlassen, zu drängen und zu treiben.

Unter diesen gibt es auch, o zu Meinem größten Schmerz muß Ich es sagen, Frauen, ist es möglich dieses auszusprechen, daß es unter der Christenwelt Frauen gibt, die fern bleiben vom Tisch des Herrn, die keinen Hunger und Durst mehr haben, das Brot des Lebens zu empfangen, um die Last und Hitze des Tages tragen zu können. Wißt ihr, daß Ich dennoch Mich rühme, diesem Geschlecht anzugehören. Dieses Geschlecht heißt zwar das schwache, es ist aber das starke Geschlecht geworden. Nein, nein, Meine Diener, sagt nicht mehr das schwache Geschlecht! Wendet dieses Wörtchen um und saget das starke Geschlecht; denn von der Frau hängt es ab, die Kirche wieder zum Sieg zu führen.

Denn, wo sind denn eure Männer? Wo sind die Männer, deren ihr euch rühmen wollt? Ja, ja, abgefallen sind sie; Freimaurer sind sie geworden, Liberalisten; Sozialisten sind sie geworden. Und wenn es Freimaurer sind, ist doch noch hie und da eine Frau, die mit bitteren Tränen den Schritt ihres Mannes beweint, und sie trägt eine Last, unter der der Mann längst zusammengebrochen wäre. Ist er nur liberal und nicht Freimaurer, so hat er gewöhnlich noch ein Weib, das noch etwas tut. Es ist wenigstens noch freigebig; es tut noch viel Gutes im stillen; es verbreitet noch, wo es kann, einen Schatten um sich, der doch manches Gutes noch nach sich zieht. Ist es ein Sozialist, dann o weh! Seht, dieses arme Weib, es muß, statt sich vom Mann ernähren zu lassen, ich rede hier nur von den guten Frauen, den Mann noch ernähren samt den Kindern.

Seht nun, Meine Diener, ob es nicht umgekehrt ist jetzt in dieser Zeitperiode, ob es nicht wahr geworden ist, daß das schwache Geschlecht nunmehr das starke geworden ist? Es trägt eine Last, dieses arme Weib, worunter der Mann längst erlegen wäre. Es harrt aus unter dieser Bürde, wenn auch manchmal sehr unvollkommen, wenn die Frau auch tobt und schreit, aber sie geht immer wieder der Arbeit nach, die Kinder zu ernähren, um dem Mann, der betrunken heimkommt, das tägliche Brot doch noch auf den Tisch zu setzen. Nun seht diese Frauen, die morgen ihre Osterbeichte verrichten. Wenn auch viele ganz und gar verkommen, modernde Leichname geworden sind, so sind auch viele dabei, die Mir noch Ehre und Freude machen.

Und um des Gebetes so vieler Gerechten willen, die die ganze Fastenzeit emporschreien durch ihre fortwährenden Bußübungen, Tränen und Gebete, die überall verrichtet werden, wenn sie auch glauben, es sei ganz unvollkommen, ja, ja, es ist auch wahr, aber in Vereinigung mit dem Gebet Meines lieben Sohnes und mit Meinem Eigenen Gebet, denn durch das kleine Gebetchen, das Mein Sohn Meine Dienerin gelehrt und das doch sehr verbreitet ist unter den Liebesbundmitgliedern und dies, was unter den Weltmenschen geschieht, vereinigt mit so vielen Ordensfrauen, Ordensmännern und Priestern, die da für das Volk stehen und beten, ist es doch wahr, daß im großen ganzen im Einklang mit der Kirche vieles geleistet und gewirkt wird, Seelen sich aufraffen und einen guten Kern in sich aufnehmen, ein kleines Flämmchen der Gottesliebe, das ganz erloschen war, wieder in ihnen anfängt, zu keimen und zu sprossen. Fahret fort, Meine Kinder, fahret fort!

Seht, durch die tägliche Aufopferung dieses kleinen Gebetchens, das Mein Sohn verfaßte, mehr Mir zu Ehren als Ihm zur Verherrlichung, werden alle die Gebrechen und Unvollkommenheiten eurer Gebete getilgt, verschönert und vervollkommnet, und Mein Sohn macht dieses Gebet zu Seinem Eigenen Gebet, weil durch die Aufopferung und die Vereinigung Seines kostbaren Blutes Sein Blut an diesem Gebet klebt und vor Seinen himmlischen Vater hintritt und um Versöhnung schreit für Seine Kinder. Saget es Meinen Dienern, besonders Meinem treuen Diener, dem Bischof von Mainz. Wisset, daß Ich Mich rühme am Tag seiner Vermählung. Denn als er gewählt wurde zum Bischof von Mainz, wurde er geistigerweise mit Mir vermählt, weil er immer ein Verehrer Meines Mutterherzens gewesen ist, ein treuer Verehrer. Er hat Mich geliebt und Mir gedient von frühester Jugend an, und Ich habe ihm die Gnade erwirkt, Bischof von Mainz zu werden. Deswegen hast du gesehen, als Ich ihn der Versammlung vorführte, daß Ich es war, die die Herzen lenkte und leitete, daß die Wahl auf ihn gefallen ist. Ich freue Mich nun ob dieses Meines Dieners; denn unter seiner Regierung, die zwar eine kurze sein wird, wird allenthalben ein neues religiöses Leben erblühen in der Diözese Mainz, in erster Linie unter der Geistlichkeit.

Er wird zwar der Strenge geheißen werden, aber er wird doch auch mit dieser Strenge eine Liebenswürdigkeit zu paaren wissen, die entsteht aus seiner Liebe zu Mir, seiner jungfräulichen Braut. Diese Vereinigung mit Mir wird seine Strenge mildern. Er wird, was er befiehlt und anstrebt, selber zuerst tun. Und durch diese strenge Zucht unter der Geistlichkeit, durch die strenge Ordnung des Aufrechthaltens eines innigen, vertrauten Umgangs mit Gott, das er allenthalben befördern wird, wird ein neues Leben in der Diözese Mainz entstehen. Es werden die Guten eifriger werden, die Lauen werden sich aufraffen und sich den Guten anschließen. Und wenn das Priestertum, das Salz der Erde, ein gutes geworden ist, wird das Ganze durchsäuert werden, und es wird überall ein neues Christentum entstehen. Die Nachbarländer werden sich anschließen. Und wie, seitdem Mein Sohn mit dir verkehrt in den zwanzig Jahren, wo Er zu dir spricht, sich schon gar vieles gebessert hat durch das eucharistische Leben, so wird es besser und besser werden, und es wird zum Erstauen aller, obwohl jetzt noch ganz unscheinbar und klein, doch allmählich vor sich gehen ein neues, neues Glaubensleben. Es werden sich so viele Heilige bilden in diesem Jahrhundert, daß die Kirche, solange sie noch besteht, sich an diesem Jahrhundert rühmen und erbauen kann. Sie wird mit Stolz zurückschauen auf das neunzehnte Jahrhundert. Darum, Meine Kinder, kommt jetzt, teilt mit Mir die Freude. Morgen habe Ich ein besonders freudiges Fest.

Seht, Mein Sohn beklagte Sich im Anfang und sagte euch, es werde mit jeder Woche Sein Herz schwerer, belasteter und die Trauer tiefer und ernster, weil mit jeder Woche eine Klasse von Menschen in Mainz die heiligen Sakramente empfingen, die lauer, nachlässiger und immer tiefer versunken seien im Laster. Das ist einesteils wahr, weil ja nur die Männerwelt großenteils Freimaurer, Liberalisten sind. Sozialisten gibt es auch unter den Jünglingen, aber Liberalisten und Freimaurer gibt es nicht viele unter den Jünglingen. Deswegen schmerzt es Meinen Sohn gar sehr, weil von dieser Klasse Menschen dieses schreckliche Laster ausgeht, diese schreckliche Gottlosigkeit verbreitet ist. Aber durch dieses Geschlecht soll das Christentum doch auch wieder erblühen und durch das Frauengeschlecht ganz besonders.

Die Frau ist das Herz des Hauses, sie muß das Ganze durchsäuern durch ihren Ernst, durch ihre Würde. Sie muß dem Mann vorausgehen, sie muß die Kinder anhalten zu einem tiefreligiösen Leben. Und sie tut es auch, diese Mutter. Seht, wie sie dahinschreitet, gebeugt unter der Sorge und Last, die der Mann und die Kinder ihr bereiten. Deswegen siehst du Mich so tätig. Du siehst, wie Ich von Haus zu Haus gehe und diesen Frauen helfe, wie Ich ihnen die Bürde erleichtere, weil gar manche unter ihnen sind, die nicht einmal zur Kommunion gehen sollen, weil der Mann es nicht erlauben will. Betet, Meine Jungfrauen, betet, helft Mir Meine Last erleichtern! Vereinigt euch mit Mir, damit doch die Frauen, denen die Last viel schwerer ist als euch, ihr glücklichen Jungfrauen, zur Beichte kommen. Ihr habt vieles voraus. Seht, es steht euch niemand im Wege, aber diesen Frauen steht vieles im Wege.“

Barbara: „Warum freust Du Dich so sehr? Es müssen einige dabei sein, denen Du ein liebes Wörtchen sagen willst, nicht wahr, hier in Mainz?“

Maria: „Ja, ja!“

Barbara: „Ich danke Dir!“

Maria: „Sage deiner Schwester einen freundlichen Gruß und Frau N. und N. auch. Obwohl sie noch recht viel leidet und sie auch mit die Schuld trägt an dem Unglück ihres Kindes, sage ihr aber doch einen recht freundlichen Gruß, daß es nicht umsonst ist, daß sie so beharrlich kämpft und mit so großem Gottvertrauen. Die Sünden, die sie begangen in der Erziehung ihres Kindes, müssen freilich erst abgebüßt werden. Sie trägt viele Schuld, weil sie zu nachsichtig war gegen ihre Tochter. Sie hätte vom ersten Keim an strenge sein sollen gegen dieses Kind, den Eigensinn ihm abgewöhnen sollen; denn das Kind wird nicht mit einmal eigensinnig und erst, wenn es groß und stark geworden ist, sondern von Jugend auf. Dafür muß die Mutter sorgen.

Aber sieh, Meine Tochter, weil du so vieles tust, habe Ich ein Auge auf dich geworfen. Ich werde so lange Meinen Sohn bestürmen, bis du einen anderen Lebensweg betreten kannst. Aber wisse, du hast noch einen langen Schritt zu tun. Harre aus unter diesem Kreuz, erschwere es dir nicht durch dein allzu großes Ächzen und Stöhnen. Wisse, wenn der Gedanke dir kommt, daß Gott dich nicht erhören will, dann schaue zurück und in dich hinein und denke, du willst es tragen zur Sühne für deine Nachlässigkeit in der Erziehung deiner Tochter, und beruhige dich. Je ernster du gegen deine Tochter dich benimmst, desto ruhiger wirst du in dir werden. Der liebenswürdige Geist, der ausströmt vom Gottesherzen und von Meinem Mutterherzen, wird in dir wirken können, und es wird allmählich besser werden.

An eine Versorgung deiner Tochter ist nicht eher zu denken, bis sie anfängt, ein anderes Leben zu führen. Wie kann sie eine glückliche Ehe erwarten, wenn sie mit solchen Gesinnungen in den Ehestand tritt? Ich selbst werde es verhüten, daß sie keinen Mann unglücklich macht mit solchen Gesinnungen. Wer mag sich erfrechen und erdreisten zu sagen, er wolle schon von vornherein die Lasten des Ehestandes nicht tragen, der doch nur geschaffen ist, den Himmel zu zieren und die Erde zu bevölkern?

Alle diejenigen, die da in den Ehestand treten wollen mit Gesinnungen, die nicht übereinstimmen mit dem Zweck, wozu Gott den Ehestand geschaffen, sind von vornherein verworfen. Sie fahren von vornherein in den Rachen des bösen Geistes und gehen auf ewig verloren. O diese unglücklichen Frauen! O diese unglücklichen Jungfrauen, die da nur Männer wollen, aber keine Mütter werden wollen. Sage es deiner Tochter, daß, wenn sie ihre Gesinnung nicht ändert, sie ewig, ja ewig zugrunde gehen wird; denn dann gehört sie zu den Gottlosen, zu den Ungläubigen, die ganz im Wasser des Unglaubens schwimmen. Sie soll anfangen, mit dir in die Kirche zu gehen, einen Spaziergang zu machen.

Welche Güte eines Gottes! Wie viele, arme Ehefrauen und Jungfrauen sind verurteilt zu ewiger Arbeit, solange sie leben. Um ihren Lebensunterhalt sich zu suchen, müssen sie strenge arbeiten. Und wenn Ich dir sage, daß du spazierengehen darfst und es dir erlaubt ist, es zu tun, weil Gott dich so gesegnet hat, daß du bei einiger Genügsamkeit und Mäßigung es kannst, wie soll Er noch gnädiger und milder mit dir verfahren, du gottloses Mädchen? Glaubst du, der Himmel ist geschaffen für solche Personen? Raffe dich auf und schließe dich deiner Mutter an. Bete, arbeite und leide mit ihr, lerne, daß du eine tüchtige Hausfrau werden kannst, und laß dich sehen in der Arbeit und in der Erholung. Dann wirst du sehen, daß Ich für dich sorge, und wenn nicht Ich, dann Mein heiliger Bräutigam, der heilige Josef.

Was Ich heute rede ist allen gesagt! Diese Sprache gilt allen jenen Jungfrauen, die den sogenannten besseren Ständen angehören wollen, den reichen Familien, die glauben, weil sie von Gott mit zeitlichen Gütern gesegnet sind, sie könnten nur nach Willkür und Laune dahinfahren und glauben, sie wären nur geschaffen zu Tändeleien. Ihr gehört nicht zu den klugen Jungfrauen, und wenn ihr ein noch so sittenreines Leben führt und nicht gerade abgewichen vom rechten Weg, seid ihr doch bestimmt zu arbeiten, tüchtig zu lernen, euch abzutöten, damit ihr Ehefrauen werden könnt nach dem wahren Sinn des Wortes; denn der Ehestand ist ein Wehestand auch für die Reichen.

Seht, Meine Kinder, deswegen freute Ich Mich gestern schon und teilte Mich dir mit, weil heute Meine Kirche anfängt, die Frauen einzuladen, und morgen die Frauenbeichte ist, und darunter sind doch viele, die Mir treu anhängen, die wirklich Frauen sind im wahren Sinne des Wortes.

Fahre fort, Meine Dienerin, Ich meine Frau N., zu arbeiten, zu leiden und zu sühnen für deine Familie. Du hast zwar noch vieles zu leiden, du wirst aber deine ganze Familie retten, Ich verspreche es dir. Fahre fort zu arbeiten an den Deinigen, nicht nur an deiner Familie, sondern auch an deinen Familiengliedern, die dir noch angehören, an allen deinen Familienmitgliedern, sie mögen verheiratet sein, draußen stehen, an all deinen Geschwistern, die wieder Familien gegründet haben oder ledig sind.

Und so auch ihr alle, ihr Liebesbundmitglieder, ihr Frauen, die ihr steht im Liebesbund. Du, Meine Kleine, du Brigitta, und du, Meine Freundin Karolina, und ihr alle, die ihr gläubig seid, grüßet sie Mir. Und auch du, Meine liebe, kleine N., du sollst dich recht anschließen, du sollst dich als das vierte Kleeblättchen ganz einreihen. Du sollst die Frauen bearbeiten, die Glieder deiner Familie, die verheiratet sind, daß sie alle Liebesbundmitglieder werden und so tun, wie Ich eben eine geschildert, sich nicht merken lassen, daß sie besseren Ständen angehören, als brauchten sie keine Arbeit, als brauchten sie sich nicht zu verdemütigen und sich den Kleinen gleichzustellen.

Merkt es euch, ihr Reichen, ihr, die ihr mit zeitlichen Gütern gesegnet seid. Erzieht eure Kinder wie jene Herzogin, die ihre Kinder unter die Armen setzte, denen sie ein Gastmahl stiftete, und die Armen einlud und ihre Kinder unter die Armen setzte und ihnen sagte: ‚Jetzt esset schön mit den Armen zu Mittag‘, weil sie die Armen selbst bedienen wollte, damit sie Liebe zu den Armen in sich aufnehmen. Es schadet nichts; sie sind doch die Reichen, die Bessergestellten. Sie haben aber dann Liebe zu ihren Untergebenen, und es entsteht ein Gleichgewicht zwischen Reich und Arm.

Der Arme fühlt nicht das Drückende der Verachtung von dem Reichen, und der Reiche hat Mitleid und weiß, daß der Arme sein Bruder ist. So soll es überall werden, so wird es, wenn der Liebesbund sich ausbreitet in der Welt und der Reiche weiß, daß der Arme sein Bruder geworden, und wenn der Arme weiß, daß der Reiche gesetzt ist, ihm sein Brot zu geben, daß er in dem Reichen seinen Brotherrn ehren muß und zufrieden ist mit seinem Stand; dann wird es besser werden.

Seht, Meine Kinder, deswegen freue Ich Mich, weil unter den Liebesbundmitgliedern viele Frauen sind, die dieses befolgen. Deine Schwägerin hier in dieser Familie, sie befolgt, was Ich eben angegeben, sie tut es. Alle ihre Untergebenen und alle, die sie in ihrem Haus besuchen, sie fühlen es nicht, daß der Reiche vorgezogen ist. Geht in andere Schenken und Gasthäuser, wie da Komplimente gemacht werden, wenn einer eintritt, mit Zylinder und Glacéhandschuhen, und wenn der Arme, der da kommt, sich neben ihn setzen will, die Frau vortritt und ihm einen anderen Platz anweist, um ihn ja fühlen zu lassen, daß sie es nur mit den Reichen halten will.

Seht, Meine Kinder, so muß es sein. Kommt hierher und lernt, wie man die menschliche Gesellschaft wieder auf bessere Gesinnung bringen soll. Deswegen will Ich hier an dieser Stätte reden, weil die Welt abgewichen, so gottlos geworden ist, weil der Unterschied zwischen Arm und Reich gar so groß geworden ist, daß es am Ende so ist, daß es anders werden muß. Es ist an der Spitze. Geht hinein in die Familie, wo es nicht so ist, wo dieses Leben nicht geübt wird, wie da allenthalben Zerstörung herrscht, wie da die Dienstboten alle Vierteljahre austreten, weil sie es nicht ausstehen können unter solchen Herrschaften. Geht hinein in die armen Familien, wo die Hausfrau tobt und schreit den ganzen Tag, die Kinder zusammenschlägt und kein liebes Wort hat, weil sie den rechten Geist nicht in sich trägt. Freilich geht dieses langsam, aber es geht. Es wird nach und nach anders werden.

Meine Kinder! Ihr müßt eifrig alles befolgen, was Mein Sohn euch aufträgt, und zufrieden sein mit all den Verachtungen und Verdemütigungen, die ihr noch zu ertragen habt. Fürchtet nichts, Meine Kinder! Wenn euch euer Bischof die Erlaubnis nicht gibt, daß ihr jeden Samstag Mir zu Ehren eine Wallfahrt barfuß machen dürft, dann bittet ihn, sie doch anders machen zu dürfen. Aber bittet und beschwört ihn, weil die gottlose Welt sehen soll, daß man sich vor ihr nicht fürchtet.

Es muß Seelen geben, die öffentlich ihre innere Gesinnung zur Schau tragen, ihren lebendigen Glauben. Bittet ihn aber auch um die Erlaubnis, daß allen, die sich anschließen wollen, doch die Freiheit gestattet wird. Sagt ihm, er möge doch auf die Weltkinder schauen und von ihnen lernen, ob denn etwas unerlaubt sei von den Weltkindern.

Sagt ihm, woher es kommt, daß mit jedem Jahr die Vergnügungssucht stärker wird, daß neue Feste erdichtet werden, um womöglich große Prozessionen zu veranstalten und die Kinder der Kirche sich dabei beteiligen wollen und sie organisieren; ob es eine Schande sei, wenn die guten, treuen Kinder der Kirche wallfahrten gehen, sich zusammenscharen und diesen gottlosen Kindern, dieser gottlosen Welt gegenüber offen und frei ihren Glauben bekennen. Wenn man erlaubt, daß Luzifer zu Ehren Prozessionen geführt und fröhlich begangen werden, daß darauf Tausende und Abertausende losgehen und dem armen Volk herausgeschraubt werden, um Satans Prozession zu verherrlichen, um ja recht viele in die Hölle führen zu können, wird man da noch stumm bleiben und verhindern, daß die guten, treuen Kinder wallfahrten gehen, ihren Glauben offen und frei zeigen der ungläubigen Welt gegenüber?

Geht ein in euer Gemüt und forscht nach, ihr Diener der Kirche, die ihr an der Spitze steht, forscht nach, ob es nicht die Menschenfurcht ist, und wenn es die Menschenfurcht ist, dann nieder mit dieser Menschenfurcht. Es steht an der Spitze: Entweder – oder! Entweder für und alles für Christus oder gegen Christus und alles gegen Christus! Hier gibt es nur eine Entscheidung. Stehen die Guten nicht zusammen, rafft man sich nicht auf, um dieser gottlosen Welt gegenüberzutreten, die es abgesehen hat, die anderen Religionen in die Höhe zu bringen, und dieser Welt zu sagen: ‚Ich stehe zu meiner Schar, ich fürchte nichts als die Sünde‘, so lange wird es nicht besser, und es wird eine Strafe verhängt werden über die Menschheit, die nicht zu ergründen, die nicht zu erahnen ist. Es braucht deshalb kein Blutbad zu geben.

Schauet um euch, schauet in euch, seht, ob die Strafgerichte nicht angefangen haben, ob ihr nicht ein Gefühl in euch habt von Beängstigungen, von Niedergeschlagenheit, die etwas ahnen, etwas Fürchterliches ahnen? Es ist der Vorgeschmack einer fürchterlichen Züchtigung des Herrn.

Deshalb auf, Meine Kinder, schließt euch dem Liebesbund an, betet und lasset beten, ihr Diener der Kirche! Wagt es nicht, den tiefreligiösen Glauben zu vernichten, den innigen, tiefreligiösen Glauben, den Ich nur durch diese lehren will; denn was Ich in Meiner Dienerin niedergelegt, führt nur zu einem tiefreligiösen Glauben und soll euch zeigen, daß man keine Menschenfurcht mehr haben soll, wenn viele sich zusammenscharen und offen und frei, vor aller Welt, ihren Glauben bekennen, wie die Pilger, die nach Rom gehen, ebenso die, welche zu Hause geblieben sind.

Merkt es euch! Doch, noch etwas sagen will Ich euch, erst aber dieses Wort zu Ende führen. Wenn diese, sage Ich, einmütig und einstimmig Tag für Tag und Woche um Woche, ihr Gebet vereinigen mit dem hochheiligen Meßopfer Meines Sohnes, und mit Mir auf Wallfahrten gehen, denn dort werde Ich noch viel verherrlicht, dann wird es hinausgezogen. So wie es gekommen, so wird das Übel wieder entfernt werden, Meine Diener! Wird es aber nicht so getan, wie Mein Sohn es angibt, dann wird es unvermeidlich vor sich gehen. Noch etwas will ich sagen: Alle diejenigen, die die Romreise mitmachen, und die sie nicht nach dem Sinn mitmachen, wie sie der Statthalter Meines Sohnes angegeben hat, die dabei nur ihr Vergnügen berücksichtigen, diese haben nicht das geringste Verdienst davon. Im Gegenteil, sie laden sich noch Verschuldungen auf.

Alle diejenigen, die die großen Städte sehen wollen, das Treiben und die Laster dieser Städte, und anstatt nach Rom zu gehen, um den Geist der Buße in sich aufzunehmen, diesen Geist zerstören, indem das Gesehene ihnen im Hirn herumwirbelt und all die Laster dieser Großstädte und sie Hirngespinste mit nach Haus nehmen anstatt gute Entschlüsse und Gedanken; alle diejenigen, die da vorgeben, mit anderen Prozessionen zu gehen, die von weltlichen Herren geleitet werden, die haben nichts Gutes im Sinn. Die wollen nur gesehen sein und sich sehen lassen. Saget es Meinetwegen allen, die mitgehen.“

Barbara: „O liebe Mutter, die glauben es uns doch nicht.“

Maria: „Es tut nichts, Meine Kinder, wenn es auch nicht geglaubt wird. Daß sie so speien und lächeln und spötteln, ist eben das Zeichen ihres unruhigen Gewissens. Es muß euch trösten, wenn ihr über euch die Achsel zucken seht von solchen Damen oder Herrn. Dies verrät nur ihre innere Unruhe und ist für euch nur ein Trost. Aber die Diener der Kirche können es sagen. Diese können dafür eintreten, arbeiten an jenen, die vorgeben, recht fromme, treue Christen zu sein und dennoch mit der Welt liebäugeln; die halb und halb Christen sind und das Vergnügen mit dem strengen Christentum verbinden wollen, sind keine Christen. Diese stehen nicht auf Meiner Seite. Ich ging zwar hin, wo Mein Sohn war; Ich ging auch einmal auf die Hochzeit einer Meiner Freundinnen. Aber Ich beachtete genau, was Ich dabei tat, ob es nicht die Nächstenliebe war, die Mich hintrieb. Solange diese, die noch gute, treue Christen sein wollen, anstatt in eine Fastenpredigt zu gehen, ins Theater laufen, und anstatt eine Abtötung oder ein Werk der Nächstenliebe zu üben, das Geld sich zu ersparen, ein Vergnügen mitmachen, wo es nicht nur eine Mark, sondern mehrere kostet, sind sie keine guten Christen, sie stehen nicht auf der Seite derer, die Ich liebe, die Mir angehören, die Mir treue Diener sind. Diese sind keine Meiner Kinder; sie wollen noch mit der Welt liebäugeln. Es gibt aber keine zwei Wege. Entweder – oder!

Ihr aber, harret aus auf diesem Weg, den ihr betreten, laßt euch nicht irremachen. Gehe du hin, wohin Ich will, daß du gehen sollst und fürchte dich nicht.“

Das Gebetchen, auf welches Sich die liebe Mutter Gottes bezieht, (siehe auch S. 512) lautet:

Jetzt, lieber heiliger Schutzengel, nimm mein armseliges Gebet und Tagewerk und trage es in die Hände der lieben Mutter Gottes. Und Dich, o liebe Mutter, bitte ich, Du wollest alles ersetzen, was mangelt, und es eintauchen in das kostbare Blut Jesu Christi und es reinigen, vervollkommnen und vollwertig machen aus dem Wert der hochheiligen fünf Wunden und Deiner Verdienste und Tugenden, und es vereinigen mit dem Gebet und den Werken aller Heiligen des Himmels und aller Frommen und Gerechten auf Erden, und so dem himmlischen Vater aufopfern für die Anliegen der heiligen Kirche, besonders des Heiligen Vaters, für die Bekehrung der Sünder, besonders derer, die heute sterben, zum Trost der Armen Seelen, für meine Anliegen und das Wohl aller meiner lieben Angehörigen. Amen.

Barbara hatte die ganze Woche schmerzliche Sühnungsleiden. Am Samstag vor Passionssonntag schlug ihr rechter Arm derartig von morgens sieben bis neun Uhr ununterbrochen auf die Brust, daß jemand an ihrer Seite stehen mußte, die Schläge mit Tüchern aufzufangen. Am folgenden Morgen stand sie auf, sich die heilige Kommunion zu holen. Alsbald sagte der Herr:

Jesus: „Meine Tochter, weißt du nicht, daß du im geistigen Ehestand bist und Mir Kinder gebären mußt? Deshalb mußt du leiden, und das ist Mir lieber als alles andere.“

350 Fest der Sieben Schmerzen Mariens 1900

„Sie soll dem Geiste folgen, der sie zieht, mag er sie zu Bußübungen treiben oder zu Werken der Nächstenliebe oder zu Beschauungen.“

Lied: Christi Mutter ...

Barbara: „Ich danke Dir, o mein Jesus, für das unaussprechliche Glück, daß Du mich heimsuchst. Heute feiert die Kirche ein doppeltes Fest. Ich danke Dir, daß Du kommst in der Gestalt, wie Du der seligen Maria Margareta Alacoque einst erschienen bist, als Du Dein heiligstes Herz der Welt offenbartest. Dies ist ein Zeichen, daß wir dieses Fest noch vor das andere setzen sollen, das Fest des ersten Freitag im Monat. O wie danke ich Dir! Von Herzen freue ich mich mit Dir und Deiner schmerzhaften Mutter, die heute, wie es scheint, zurücksteht und mich lehren will, daß, wer Dich ehrt und liebt, auch ihr Freude macht. O nicht wahr, Du willst, daß die Andacht in St. Quintin recht soll befördert werden? Deswegen kommst Du heute. Ich glaubte doch ganz gewiß, daß Deine schmerzhafte Mutter kommen würde, um mich zu trösten. O Jesus und Maria! Unzertrennlich seid Ihr vereinigt; schmerzhafte Mutter und leidender Heiland. O mein Jesus! Ich danke Dir im Namen aller Menschen, meiner Freundinnen, Geschwister und aller Liebesbundmitglieder. Ich opfere Dir auf all die Schmerzen und Leiden, die ich innerlich und äußerlich in der heiligen Fastenzeit erduldet. Ich verstand nicht, als Du mir sagtest, daß wir Deine heilige Mutter begleiten sollten auf den Kalvarienberg. Jetzt verstehe ich es!“

Jesus: „Meine Kinder! Freuet euch heute, wo die Kirche das Fest Meines Herzens und zugleich das Fest Meiner Schmerzhaften Mutter begeht, welche in Leiden und Freuden nie getrennt sein können. Kein Mensch kann leben, ohne daß in der größten Angst und Betrübnis doch einiger Trost in sein armes, gequältes Herz sich hineinsenkt. Seht, das will die Kirche sinnbilden und Ich füge es und habe es so angeordnet, daß oftmals in diese Feste, die die Kirche mit Betrübnis und Trauer begeht, sich auch mitunter ein gar schönes und freudiges Fest mit einmischt. Das ist es, was Ich euch lehren wollte am heutigen Tag.

Siehe, Ich habe dir am Anfang der Fastenzeit deine Seele gezeigt, in Form einer plumpen Person. Du glaubtest, es seien dies die Unvollkommenheiten und Fehler deiner Seele. Einesteils wollte Ich dich zwar demütigen durch diesen Anblick; Ich wollte dir aber auch zeigen, was du zu leiden hast in dieser heiligen Fastenzeit. Innerlich und äußerlich solltest du stehen wie ein Holzblock, versteinert, ohne innerlichen Aufblick, äußerlich gequält durch Leiden, die Ich deinen Angehörigen zuschicke, und durch deine eigenen körperlichen Leiden, die Ich dir nicht erspart habe. Am heutigen Tage zeigte Ich dir, als du von der Kommunionbank zurückschrittest, wie Meine heilige Mutter deine Seele eintauchte in das grundlose Meer, das du in dir selbst fandest.“

Barbara: „Ja, mein Jesus, ich danke Dir dafür! O wie herrlich und schön war dieser Anblick! Schmerzhafte Mutter, ich danke Dir, Du hast mir diese Gnade erfleht. Wie schaute ich meine Seele, wie eine klare Jungfrau in jugendlicher Blüte. Alles an ihr war geordnet und geglättet. Ich schaute aus wie ein Mädchen um die achtzehn Jahre, jugendfrisch.“

Jesus: „Ja, ja, Ich wollte dir nur zeigen, was die Seele sich alles verdienen kann durch Leiden. Siehe, durch die Leiden der Fastenzeit hast du deine Sünden abgebüßt und alle, die in dieser heiligen Fastenzeit mit der Kirche sich in Trauer und Bußgewänder versenkt, die innerlich und äußerlich nach dem Sinn, wie es die Kirche vorschreibt, die Fastenzeit gehalten, haben ihre Fehler abgebüßt, und sie stehen vor Mir und Meiner Mutter in jugendlicher Schönheit. Sie sind jene Kinder der Kirche, an denen Ich Meine Freude habe. Sie sind eingetaucht und abgewaschen durch Mein kostbares Blut, denn dieses war das unergründliche Meer, das du in dir selbst schautest. Es war Mein eigenes Blut, das da nie zu ergründen und zu erschöpfen ist.

In dieses kostbare Blut sind alle diejenigen eingetaucht, die mit Mir den Weg wandeln, den Ich gewandelt bin. Höret, Meine Kinder, die ernsten Worte, die Ich am heutigen Festtag an euch richte. Laßt euch nicht irre machen von all dem Gerede der Menschen. Und ihr, ihr Diener der Kirche, die ihr gestellt seid, andere zu leiten und zu regieren, werdet nicht irre, täuschet euch nicht mit dem Gedanken, als wäre es genug, die von Mir vorgetragenen Offenbarungen zu beobachten und danach zu handeln. Es ist recht so, Meine Diener, aber wisset, daß es so weit gekommen ist, daß diese geoffenbarten Wahrheiten, die Ich vorgetragen und um derentwillen Ich auf die Welt gekommen bin, um sie Selbst persönlich vorzutragen, nicht mehr geglaubt und vergessen werden, obwohl Ich sie vorher und nachher noch vortragen ließ, durch andere Meiner Geschöpfe.

Deswegen wünsche und verlange Ich aber auch, daß, obwohl Ich vor Mir Vorläufer hatte, die diese Offenbarungen vortrugen, die Ich Selber bekräftigen wollte durch Mein Eigenes Leben, Wirken und Leiden, auch nach Mir andere wieder erstehen und Ich erwecken werde, durch die Ich Meinen Willen der Welt kundtun will, wenn sie abgewichen ist vom rechten Weg. Diese Seelen, die Ich Mir erwähle, müssen in sich das, was Ich durch sie rede, in erster Linie selbst verwirklichen; durch eifriges Streben, Mir zu gefallen und Mir zu dienen, sich vorbereiten auf den hohen Beruf, den Ich an sie ergehen ließ, dann durch Ertragen und Dulden bekräftigen, was Ich in sie niederlege.

Und nun wisset, Meine Diener, dieses Werkzeug habe Ich Mir erwählt, um Meinen Willen durch sie der Welt kundzutun, um die Offenbarungen, die Ich einmal Selbst aussprach und selbst verkündete, durch sie zu bekräftigen. Nichts Neues ist es, was Ich durch sie zu euch rede. Es ist dasselbe, was ihr selbst vortragt von Sonntag zu Sonntag, an allen Festtagen und an allen Zeiten, wie sie die Kirche vorschreibt. Nichts Neues ist es, nein, nur eine Bekräftigung. Wisset aber, daß viele diese Meine Worte und eure Worte, denn eure Worte sind Meine Worte, nicht mehr hören wollen und ein Leben führen, das Mir absolut mißfällt. Die ganze Welt liegt unter einer Eisdecke. Die Wasser des Unglaubens haben die ganze Welt überflutet und alles steht in diesen gottlosen Wassern des Unglaubens. Dieser Unglaube hat bewirkt, daß die Gottesliebe erstorben und ausgelöscht ist in der ganzen sichtbaren Schöpfung.

Und weil die Sonne der göttlichen Liebe in den Herzen der Menschen erstorben ist, hat die Eisdecke des Winters die Wasser des Unglaubens zusammengefroren und diese Eisdecke liegt über der ganzen sichtbaren Schöpfung, nicht nur über den Un- und Irrgläubigen, sondern auch über den gläubigen Christen, auch über Meiner heiligen katholischen Kirche. Viele, viele Christen sind unter dieser Eisdecke erfroren, abgestorben. Sie bewegen sich nicht mehr, weder Hand noch Fuß, um auch nur einen Schritt zu tun, um sich herauszuarbeiten aus dieser Eisdecke und emporzusteigen über diese Decke, um sich wieder erwärmen zu lassen von der Sonne der Gottesliebe. Über diese Eisdecke hinaus haben sich nur jene gearbeitet, die noch feststehen in einem tiefreligiösen Glauben, die guten, gläubigen Christen, die noch festhalten an den Geboten Gottes und der Kirche, die da ihre Leiden mit Geduld tragen und die auch suchen, Mir zu gefallen.

Und nun seht, Meine Diener, welch gefährliches Spiel es ist in jetziger Zeit. Schlagt nach und schauet, ob zu jener Zeit im Mittelalter, wo Mein Diener Heinrich Suso lebte, der die Welt mit vielen Schlingen umgeben sah, dem Ich Meine Liebe offenbarte und bei dem Ich Mich sehr beklagte über die gottlosen Menschen, seht nach, ob die Zeit, in der ihr lebt, nicht jene weit übertrifft, und dann bedenkt, ob es zuviel ist, wenn Ich euch sage, daß ihr zu den Kleinen halten müßt. Auf, Meine Diener! Auf, du Bischof von Mainz! Frage nicht nach rechts und nicht nach links, wie du handeln sollst. Nimm und lies, studiere, was Ich dir Woche um Woche in die Hand gebe und dann frage dich, ist es vielleicht nicht so? Sehe dich um in Meiner Schöpfung, sehe dich um in dieser Diözese, wie es steht mit der Welt, mit den Kindern der katholischen Kirche. Buße, Buße verlange Ich! Buße verlangt Mein Herz!

Wenn Ich eine Theresia erweckte, um den Orden, dem sie angehörte, zu reformieren, wenn Ich dieses arme Weib, diese arme Jungfrau erweckte und ihr den Mut einflößte, daß sie ihren Vorgesetzten sowie ihresgleichen entgegentrat, ihnen Meinen Willen verkündete, warum wollt ihr nicht glauben, daß Ich Mir ein Werkzeug erwählen kann, wenn Ich das arme Volk, das kleine Volk retten will, das da sich abhärmt und abmüht sein ganzes Leben lang, das da schmachtet und darbt und um sein täglich Brot kriecht von morgens bis abends, und weil es aber abgekommen ist vom rechten Weg, alle diese Mühen und Opfer, die es bringt, mit einem Schlag wieder hinauswirft durch die Vergnügungssucht, und den anderen Tag wieder sich abmüht und abhärmt, um sich Vergnügen zu verschaffen, weil es nichts anderes mehr weiß als Vergnügen, das da unter der Eisdecke des Unglaubens liegt, warum sollte Ich nicht eine Seele erwecken, durch die Ich dir sage, Mein Freund, daß Ich dieses Volk retten will? Und wenn Ich dieses Volk retten und wieder auf bessere Wege führen und bringen will, dann muß Ich anfangen bei euch, Meine Freunde, Meine treuen Kinder.

Du, Mein Freund, wenn du nicht einmal glauben willst, daß Ich die Macht habe, durch Seelen zu reden, daß Ich es bin, der einer Seele die Kraft gibt, Jahrzehnte auszuhalten unter solcher Marter, unter Verachtungen und Verdemütigungen, wie kannst du glauben, daß jene Menschen Gottes Wort glauben, die Tag und Nacht stehen unter Geschöpfen, die Satan angehören, die Satan auserwählt hat, um alles für sich zu gewinnen? Der Antichrist ist auf der Welt, merk es dir, Mein Freund! Die Zeit des Antichrist ist gekommen, wo der Bruder gegen den Bruder, der Freund gegen den Freund, die Tochter gegen die Mutter geht, und Ich setze dazu, wo man sagt, wie die Pharisäer Mir vorwarfen in Meinem sterblichen Leben, daß Ich durch Beelzebub Teufel austreibe. Wenn Ich durch Beelzebub Teufel austreibe, durch wen treiben sie eure Kinder aus?

Diese Worte möchte Ich euch zurufen, euch allen Meinen Dienern. Wenn ihr nicht durch Opfer und Leiden euch würdig macht, euch Meine Diener zu heißen, ein anderer Christus zu sein, dann kann Ich euch dieselben Worte zurufen.

Seht hier, Meine Dienerin! Erfüllt sie nicht alles? Die Gebote, die Ich gegeben auf Sinai und die Gebote, die Ich durch Meine Braut, die Kirche, geben ließ? Wenn sie nun die Gebote Gottes und der Kirche erfüllt, und Ich ihr die Kraft gebe, durch sie zu reden, durch sie Meinen Willen der Welt kundzutun, warum wollt ihr nicht glauben? Warum seht ihr nicht hier den Finger Gottes an ihr? Warum wollt ihr noch länger zögern und nicht zu ihr halten? Warum behandelt ihr sie wie eine gottlose Person?

Wohlan, es ist recht, die Demut zu wahren in einer Seele, aber man muß doch nicht immer strafen. Wenn der Vater sein Kind, das gefehlt, gestraft hat, und es hat seinen Fehler eingesehen, dann läßt er das Kind fühlen, daß es doch ein gutes Kind ist, und daß er mit ihm auch zufrieden ist, daß er es liebt, wie der Vater ein gutes Kind lieben soll und wird. Warum fürchtet ihr euch, Meine Diener, als sei es eine Schande zuzuhalten denjenigen, den ihr schon so viel gestraft, so viel gedemütigt. Schlagt nach und seht, ob man je eine Seele so behandelte. Denn Ich will, daß viel Gutes soll gewirkt werden, daß auch andere Seelen sich anschließen und anschließen können. Es ist wahr, daß manche Seelen sich einbilden, als hätten sie Offenbarungen. Manches ist nicht echt und ist sehr fraglich. Darum sprach Mein Diener, der heilige Paulus: ‚Prüfet die Geister, und was gut ist behaltet!‘

Dieses Werkzeug habt ihr lange genug geprüft. Darum rafft euch auf, behaltet, was gut ist, und geht mit ihr Hand in Hand. Seht, einen tieflebendigen Glauben verlange Ich, einen Glauben, wie Meine heilige Mutter ihn geübt, Mein heiliger Nährvater und alle heiligen und gerechten Seelen. Ihr aber, Meine Kinder, werdet nicht irre. Dir, Meine Kleine, sage Ich heute, du hast in dieser heiligen Zeit viele innere und äußere Leiden mitgemacht. Ich habe dich geprüft nach allen Richtungen hin in deinen Angehörigen, in deinen Verwandten, weil Ich dein gutes Herz kenne, weil Ich weiß, daß du ein Herz hast ohne Falsch und dir das Wohl deiner Angehörigen über dein eigenes geht. Darum habe Ich dich geprüft nach allen Richtungen hin.

Siehe, dein Schwager wird wieder gesund und seiner Familie noch lange vorstehen, seine Kinder gut erziehen zu Meiner Ehre und Verherrlichung. Er wird nach Ostern sein Geschäft wieder aufnehmen und ein guter, treuer Familienvater sein. Deiner Schwester wird es wieder wohlergehen, aber sage ihr, daß sie nicht vergessen soll, das Liebäugeln mit der Welt abzuschneiden, sie und ihr Ehegatte. Ich will es nicht, daß die Liebesbundmitglieder sich solchen Vergnügungen hingeben, wo der Teufel tanzt und spielt und geigt. Deine Schwester in R. macht dir viel Kummer, weil auch sie krank war. Deine Nichte macht dir den meisten Kummer, weil du glaubst, du habest nicht recht gehandelt. Meine Tochter, sei zufrieden! Siehe, Ich habe dich dorthin gestellt zu jener Person, die zwar viel tut zu Meiner Ehre und Verherrlichung, die aber, wie ihr gestern abend gehört, noch nicht gerecht ist gegen sich selbst. Sie hat noch ein Gebot zu erfüllen, ein schweres Gebot. Sie ist nicht gerecht gegen sich selbst, weil sie nicht alle Pflichten zu erfüllen sucht, die sie zu erfüllen hat, die ein Christ erfüllen muß. Sie glaubt, sich dadurch zu rechtfertigen, daß sie den Stein, den Ich ihr gegeben in Gold und Silber, in Hab und Gut umsetzt und Mir Tempel und Altäre baut. Recht so! Sie tut auch Gutes an ihren Mitmenschen, sie übt Werke der Barmherzigkeit. Recht so!

Aber, Meine Tochter, wenn du beides tust, dann tue auch das Letzte, dann stelle dich auch gleich dem Geringsten Meiner Brüder. Siehe, Meine Tochter, solange du noch in dir glaubst, viel höher zu stehen als der Geringste der Meinigen, achte Ich alle deine Werke für null und nichtig. Du tust, was du tust, um zu glänzen, um von anderen auch geehrt und gelobt zu werden. Siehe, das taten auch die Pharisäer. Solange du das eine hebst und das andere unterdrückst, solange bist du nicht frei von Ungerechtigkeiten, und du mißfällst Mir. Darum, Meine Tochter, harre aus! Sei demütig und sanftmütig dieser herrschsüchtigen Person gegenüber. Durch deine Liebe und Geduld wirst du dich selbst heiligen. Ohne Mühe und Opfer wirst du die Krone der Jungfräulichkeit davontragen und in allernächster Nähe eines der liebsten Kinder Meines Herzens werden. Du hast zwar auch hier viel Gefahr wie überall in der Welt, doch kannst du auch wieder, wie eine Ordensfrau die drei Gelübde mit einflechten in dein Leben.

Du kannst die Armut üben, indem du nichts als das Allernotwendigste dir aneignest an Kleidung und deinen verdienten Lohn dir für dein späteres Alter zurücklegst, damit Ich für dich sorgen kann, auch im Alter; denn niemals werde Ich einem Müßiggänger ein ruhiges Alter verschaffen. Du kannst die Keuschheit üben wie eine Klosterfrau, indem du ein Gelübde machst, deinem himmlischen Bräutigam in der Keuschheit und Jungfräulichkeit zu dienen. Wisse, daß niemand von Versuchungen frei ist, Ich mag ihn hinführen in den Ordensstand oder mitten in die Welt stellen, in eine Wirtschaft oder in ein solches Haus, wie du stehst.

Und erst den Gehorsam, Mein Kind, wie kannst du Gehorsam üben! Siehe, ein Dienstbote, wenn er so ist nach Meinem Herzen, kann mehr der Pflicht des Gehorsams Rechnung tragen als der Ordensmann und die Ordensfrau, weil jene alle gehalten sind durch die Regel zu einem tiefreligiösen Leben, und sie handeln nicht oder doch selten ungerecht. Ein Dienstbote aber steht manchmal unter ungerechten Menschen, die sehr ungerecht handeln an ihren Untergebenen, die oftmals nur ihre Laune ausüben und nach Willkür und Laune die Ihrigen behandeln. Siehe, welche Krone du dir verdienen kannst!

Wie wird dereinst, wenn der Schleier fällt, die Welt schauen, wie wird so manche Ordensfrau dastehen und mit Schmerz sehen, wie der arme Dienstbote ihr vorgezogen ist, Verachtet, hingeschleudert in eine Ecke des Hauses, hinauf unter das Dachkämmerlein, wo im Winter das gute Tröpflein Blut, das noch in ihren Adern rollt, verfriert, im Sommer aber vor Hitze verbrennt, während du Ordensfrau eine schön eingerichtete Zelle bewohnst, in einem guten Bett schlafen kannst. Du kannst dir Recht verschaffen und stehst in gleichen Rechten mit den anderen deiner Mitschwestern.

Und wenn du nicht einen gar verkehrten Obern, eine gar verkehrte Oberin hast, so hast du es gemächlich und herrlich gegen dieses arme Geschöpf, das Ich dir vorstelle. Darum staunet, ihr Ordensfrauen und ihr Ordensmänner, aber seid nicht eifersüchtig, beneidet nicht jene, die Ich euch vorstelle. Ich sage es nur, um der Welt zu zeigen, wie man über dieses Geschöpf hinweggeht, das Ich hineingestellt habe in die Familie. Und wie manche Familie wird durch dieses Geschöpf, durch einen braven Dienstboten gerettet. Wie mancher Vater dankt das Wohlergehen seiner Kinder einer armen Dienstmagd. Wie mancher Herrscher und Gutsbesitzer verdankt die vermehrten Güter einem gut gearteten Knecht, den er in seinem Hause hat, der da mit Treue und Gewissenhaftigkeit seine Pflichten besorgt und seine religiösen Übungen dabei ausübt. Darum, o Welt, wie wirst du einst staunen, wenn der Schleier fällt, wie diese Geschöpfe, die da so hinausgestoßen sind von der gottlosen Welt, dastehen und glänzen mit einer Krone, die herrlicher sein wird als die der Könige und Fürsten, aber auch herrlicher als viele Kronen der Klosterleute und Priester. Versteht Mich wohl! Ich will niemand zu nahe treten und wehe tun, aber Ich will, daß die ganze Welt sich erneuern soll, daß das Christenleben soll erneuert werden. Darum auf, Meine Diener, auf, jeder muß an sich selbst anfangen!

Ich habe vorhin gesagt, wenn Ich das arme Volk retten will, das vom rechten Weg abgewichen ist, das so ungläubig ist, wie könnt ihr verlangen, ihr, Meine Diener, daß dieses Volk wieder zum Glauben gebracht werden soll, wenn ihr selbst nicht tiefgläubig sein wollt, wenn ihr nicht zurückgehen wollt zu dem Glauben des Mittelalters, wenn ihr nicht mit einstehen wollt zu denjenigen, die Ich euch gestellt, die über sich hinweggegangen sind. Ihr müßt über euch hinweggehen, ihr alle Meine Diener.

Siehe, Mein Freund, wenn Ich dir eine Pfarrei angewiesen, wenn Ich dich in einen Orden hineingestellt, wo du Oberer bist, und deine Pfarrangehörigen oder die Untergebenen, die du zu befehligen hast, betrachten dich wie einen ihresgleichen, gehen achselzuckend hinweg, und anstatt daß die Kirche gefüllt wird von der Herde, die du zu leiten hast, wird sie immer leerer; und die Ordensmänner, denen du zu befehlen hast, sie tun, als wärest du einer ihresgleichen, da heißt es, ob gern oder ungern, gezwungen oder freiwillig, die Worte Meiner Dienerin zu beachten, die Ich an euch richte, zum tiefreligiösen Glauben seine Zuflucht nehmen; anders könnt ihr nichts gewinnen.

Du, Mein Freund, der du stehst auf solchem Posten, harre aus. Und wenn deine Kirche sich leeren sollte bis auf zwei Menschen, fahre fort zu predigen, fahre fort, ihnen ihr Unrecht vorzuhalten, ihre Sünden und Laster, und die Tugend zu preisen. Seht, das ist es, warum die Welt nicht mehr hören will. Die Welt will geschmeichelt haben, sie will den breiten Weg gehen, wie man sagt, den Kuhweg, die goldene Straße, die mit Blumen bekränzt ist, und doch auch noch in den Himmel kommen, weil sie wunders meinen, sie hätten genug getan, wenn sie einmal eine Predigt hören oder eine Sonntagsmesse mitnehmen und dann über andere schimpfen und lachen und spotten, die mehr tun, die sich auch Mühe geben, Mir zu gefallen. Solange es nicht anders wird, werde auch Ich nicht anders werden. Die Strafgerichte haben angefangen, und ihr werdet sehen, was noch kommt.

Darum glückselig diejenigen, die den schmalen Weg gewandelt sind bisher, die sich vorgenommen haben, alles aus Liebe zu Mir zu tun und zu leiden, ihr ‚Ich‘ unter die Füße zu nehmen und über sich hinwegzugehen. Glückselig ihr treuen Kinder der Kirche! Steht zusammen zu einem Bund, harret aus unter dem Kreuz, weinet und betet und seufzt für die gottlose Welt. Werdet nicht mutlos! Einmal kommt der Tag, wo alles licht und klar wird. Und nun grüßt Mir recht herzlich Meinen Diener und alle Meine Diener, die es glauben, daß Ich die Macht habe, mit dir zu verkehren, und die sich Mühe geben, diesen Glauben überall zu verbreiten. Grüßt Mir auch recht herzlich alle, die in dieser heiligen Fastenzeit mit Mir gelitten und Meine liebe Mutter begleitet auf den Kalvarienberg, denn wisset, auf einen schmerzlichen Karfreitag folgt ein herrlicher Ostermorgen. Auch ihr werdet ein fröhliches Alleluja mit Mir singen.“

Dann kam die liebe Mutter Gottes und sagte:

Maria: „Freuet euch, Meine Kinder, freuet euch! Geht hin nach St. Quintin und verehrt Meinen lieben Sohn; denn ihr habt tapfer ausgehalten und mit Mir den Kalvarienberg bestiegen, Mich begleitet auf dem Kreuzweg, Meinen lieben Sohn beweint und gelitten für die Sünder. Darum soll das Fest Meiner Schmerzen für euch ein Freudenfest werden. Geht hin nach St. Quintin und verehrt dort das Herz Meines lieben Sohnes, dieses unergründliche Meer der Liebe, daß die Liebe wächst und zunehme in den Herzen der Menschen.

Betet für die Diözese Mainz, damit ihr Bischof sich alle Mühe gebe, dieses sein Licht leuchten zu lassen, das Licht eines tiefreligiösen Glaubens, das er einsaugen kann aus den Schriften, die Mein Sohn ihm jede Woche in die Hand spielen will und wird. Sag er noch Meinem Diener, Meinem Freund, dem Bischof von Mainz, einen herzlichen Gruß, er möge die Flamme der Gottesliebe befördern.

Siehe, Meine Dienerin Theresia mußte zwar auch längere Zeit harte Prüfungen von seiten der Geistlichkeit überstehen, aber in ihren letzten Lebensjahren konnte sie in Ruhe und Frieden Mir dienen, weil man sie nicht mehr drängte und verfolgte. Dieses war notwendig, weil die Reformation des Ordens mit vielen Bußen und Abtötungen errungen werden mußte. Ebenso ist es, wenn das Glaubensleben in der ganzen Christenheit wieder soll erneuert werden, da muß gebüßt, gelitten und gesühnt werden. Aber dazu reicht eine einzige Person nicht aus; Ich kann durch sie nur die Anleitung geben. Und Ich habe, damit sie all die Verfolgungen und alle die Bedrückungen, die man ihr bereitet, übersteht, sie zu dritt zusammengeführt, damit der Stab nicht allsogleich gebrochen sei.

Was Ich wünsche und verlange, habt ihr nun längst gehört. Aber um diese Erneuerung zustande zu bringen, reichen die Bußwerke dieser drei Personen nicht hin, da müssen viele Kräfte zusammenwirken, da muß ein Damm gebildet werden aus vielen Kräften. Und wenn Ich einen Damm bilden will von frommen, eifrigen Christen, da muß der Christ sich Mühe geben, auch Bußwerke zu üben, ein Büßerleben zu führen. Darum höret auf zu zweifeln. Als Meine Dienerin Theresia gestorben war, gab es noch viele in diesem Orden, die ihr auf diesem Weg nachfolgten, aber keine von ihnen hatte zu leiden, was diese Meine Dienerin zu leiden hatte, und diese auch nur wenige Jahre, weil dann die Diener der Kirche, ihre Vorgesetzten einsahen, daß es Mein Wille so sei, daß es der Wille Gottes so sei, wollte Ich sagen, und sie dazuhalfen, das Werk, das Gott angefangen, zu vollführen.

Ich sagte, es kamen nachher noch viele, die sich heiligten, und die Meiner Dienerin Theresia an Heiligkeit gleichstanden, die aber gar nichts mehr zu leiden hatten von ihren Vorgesetzten. Und warum denn? Waren diese vielleicht weniger dem Stolze ausgesetzt wie jene? Nein, Meine Diener, nein, Meine Kinder!

Um der Kirche zu sagen und sie zu belehren zu allen Zeiten, daß es nicht gut ist, immer zu strafen. Die Seele, die auf dem rechten Wege wandelt, soll ruhig ihre Wege wandeln können und dürfen. Sie soll dem Geiste folgen, der sie zieht, mag er sie zu Bußübungen treiben oder zu Werken der Nächstenliebe oder zu Beschauungen. Niemand hat das Recht, solche Seelen zu drängen und zu verdammen, kein einziger Vorgesetzter, auch nicht der Beichtvater, auch nicht ihr Bischof. Denn als eine Dienerin Gottes, die heilige M. von Pazzi, einmal mit Mir verkehrte, und Ich verkehrte auch nicht anders mit ihr wie mit dieser Kleinen hier, und sie erkannte, daß es der Wille Gottes sei, daß sie Bußübungen übe, da war niemand mehr dagegen.

Sie hatte die Freiheit von ihren Vorgesetzten und sie hatte nachher eine solche Glückseligkeit, ein solches Schwimmen in Gottes Güte und Liebe, daß sie mehr einem Seraph glich als einem Menschen. Ihr aber, Meine Diener, bewirkt durch das fortwährende Niederhalten und Zuhalten mit den Weltmenschen solchen Personen gegenüber, daß solche Seelen vor Furcht und Angst zurückstehen, und die Liebe und der Glaube leidet viel darunter. Hinweg mit solcher Leitung! Wenn es anders werden soll, sage Ich noch einmal, so müßt ihr den Kleinen zuhalten, den Gedrückten und Betrübten, die trauern um die Sünden anderer, die weinen wegen der Sünden der Menschen. Und nun lebt wohl und grüßt Mir alle recht herzlich, auch deine lieben Geschwister.

Du, Meine kleine Dienerin Luise, und du, meine kleine Dienerin Lieschen, ihr alle seid Mir recht herzlich gegrüßt und all eure Freunde und Bekannte seien Mir herzlich gegrüßt, all eure Geschwister, mögen sie stehen im Kloster oder außerhalb, auch deinen Bruder in A. und seine Familie. O er macht Mir Freude, dieser Familienvater, dein Bruder in S., deine Schwester in R., dein Schwesterlein in A. Alle lasse Ich herzlich grüßen von der schmerzhaften Mutter. Wisset, ein Gruß von der schmerzhaften Mutter ist immer ein doppelter Gruß. Er soll euch hinüberleuchten durch die Leiden dieses Lebens, aber auch, wenn ihr freudig gestimmt seid, trösten und euch erinnern an die Liebe eurer himmlischen Mutter. Einst sollt ihr alle unter Meinem Schutzmantel geborgen mit Mir das göttliche Wort anbeten durch die ganze, lange Ewigkeit.“

351 Gründonnerstag 1900

„Das größte Werk, was Ich errichten, das größte Wunder, das Ich wirken wollte auf Erden, ist, daß Ich Mich Selbst euch zurückließ.“

Lied: Düster sank der Abend nieder ...

Barbara: „Ich sehe den Speisesaal, wie sie beisammensitzen. O mein Jesus, wie bist Du so traurig und doch so liebend unter den Deinigen. Wie hängen aller Augen an Deinen Lippen. O liebe Mutter, o heilige Magdalena, ich danke Euch für den gestrigen Abschied. O ich war so ergriffen, ich mußte deswegen gestern den ganzen Tag weinen. Ja, wie mag das ein Abschied gewesen sein. Du weißt, was Ihm bevorsteht, was Ihn erwartet und mußt Ihn hergeben. Ich durfte Ihn mit Euch begleiten bis hinauf auf die Anhöhe, wo Er Eure letzten Umarmungen empfing. O das Gras, an dem Ihr Euch angehalten, ist Zeugnis von dem Schmerz, der Euch niedergeschmettert. Ich habe das innigste Mitleid und vereinige mich mit Euch. Wie bist Du heute so verlassen dort in dem Zimmerchen und die liebe Magdalena bei Dir.“

Jesus: „Meine Kinder! Es freut Mich, euch zusammen zu finden, denn ihr alle gehört zu den liebsten Kindern Meines Herzens. Ihr seid Meine Lieblinge geworden. Seht, so wie Ich hier rede und wie ihr gekommen seid, Meine Worte zu hören, so versinnbildet dies, wie Ich zum ersten Mal mit Meinen Aposteln versammelt war und wollte, daß für alle Zeiten dieses immer und immer wiederholt werde, was Ich an dem heiligen Abend vor Meinem Leiden verwirklichte. Ich habe hier das größte Wunder gewirkt, das Meine Liebe erdichten und erdenken konnte; denn wißt, als Ich Abschied nehmen sollte von dieser Welt, von all Meinen Lieben, da drängte es Mein Herz. Es konnte nicht scheiden von diesem Geschlecht, das Ich so sehr liebte, ohne Mich ganz ihnen zu schenken. Ich wollte wieder, weil es der Wille Meines Vaters so war und ist, hinaufgehen zu Meinem Vater.

Ich konnte aber dieses Geschlecht nicht verlassen, Meine heilige Mutter, Meine Freunde, Ich sollte sie verlassen. Ja, ja, Ich sollte sie verlassen, aber Mein Herz konnte dies nicht über Sich bringen. Seht, darum freut es Mich, wenn sich Menschen zusammenfinden, die sich an das Gedächtnis des heutigen Abends erinnern, wo Ich das größte Wunder wirkte, das Meine Gottheit wirken konnte in der ganzen Zeit, wo Ich lebte auf Erden. Ich habe Tote erweckt, Blinde sehend gemacht, Lahme gehend, viele Kranke gesund gemacht, so viel es in Meiner Kraft stand. Es wäre Mir möglich gewesen, alles mit einem Schlag zu heben, aber wenn Ich sage in Meiner Kraft stand, dann will Ich euch sagen, so viel es Mir möglich war, Beispiel zu geben den Menschen, denn Ich war ja den Menschen nur zum Vorbild und Beispiel auf Erden. Hätte Ich all die Leiden, die die Menschen quälen und belästigen, gehoben, dann wäre das Paradies auf Erden. Das war aber nicht der Wille Meines himmlischen Vaters.

Aber wo Ich konnte, da griff Ich ein. Ich hielt den Gottlosen ihre Gottlosigkeit vor, den Pharisäern ihr Unrecht; den Reichen befahl Ich, ihren armen Mitbrüdern beizustehen, und durch Mein Eigenes Beispiel belehrte Ich das Volk, als Ich umherwandelte in der Gegend von Palästina. Alle diejenigen, die sich anschlossen und sich mit Mir beschäftigten, halfen Mir, das Volk zu belehren, denn es war so der Wille Meines Vaters, daß sich Mir Menschen anschlossen, die Mich unterhielten, weil Ich ein armer Mensch war, durch die Ich aber auch das Gute wirkte, das Ich wirken wollte. Wo Ich hinging, mußten deswegen solche mit Mir sein, durch die Ich das Gute beförderte. Seht, Meine Kinder, Ich hätte alle Menschen auf einmal glücklich machen können, aber so ist es nicht der Wille Meines Vaters. Das Paradies ist nicht mehr auf Erden, durch die Sünde ist es verschwunden, das Paradies ist weg aus der Welt und muß wieder hergestellt werden und kann nur erneuert werden durch die Liebe zum Kreuz. Darum wollte Ich erst Selbst an das Kreuz hinaufsteigen, um die Menschen zu lehren, daß sie die Sünden abbüßen müssen.

Die Strafen, die Mein Vater durch die erste Sünde über das Menschengeschlecht verfügte, sollten in erster Linie die Menschheit belehren, welch schreckliche Strafen die Sünde nach sich zieht, in zweiter Linie ihnen zeigen, welche Nachsicht Gott mit den Menschen hat, und wie sie die Sünde allmählich abbüßen müssen, und daß die Sünde hinausgeschafft werden muß durch die Menschen selbst, durch Mitwirkung eines jeden Menschen, denn nur die Sünde hat das Kreuz in die Welt gebracht. Durch die Sünde kam der Tod, und dieser bringt alle Übel mit sich, die mit der Sünde verbunden sind. Erst kommen Leiden aller Art und am Schluß der Tod, um das Leiden voll und ganz zu machen. Dadurch wollte Ich die Menschen belehren, welch schreckliches Übel es ist um die Sünde, und daß sie nur von seiten der Menschen abgebüßt und abgelitten werden kann.

Der Mensch selbst muß dieses Sündenelend abstreifen. Ich wollte es nicht heben mit einem Schlag, sonst hätte Ich mit einem Schlag den Menschen ins Paradies versetzen können, aber der Mensch ist Ursache der Sünde und muß deswegen auch die Sünde selbst beseitigen und mit ihr alle die Leiden, die die Sünde im Gefolge hat, denn die Leiden sind die Werkzeuge, wodurch die Sünde abgebüßt wird.

Darum, Meine Kinder, ihr alle, die ihr hier zusammenkommt und Meine Sprache hören und verstehen wollt, merkt es euch, wenn Ich Leiden schicke, in erster Linie Meiner Dienerin. Sie versteht es nicht wie alle Menschen. Ihr alle seid Adamskinder, aber sie soll stehen wie Ich dereinst. Freilich war Ich kein Mensch wie ihr; ihr müßt nicht irre werden. Sie ist ein armes, sündhaftes Geschöpf. In diesem wollte Ich ihr nicht gleich sein, aber da Ich einmal angefangen habe, wie Ich euch schon oft gesagt, so will Ich durch sie das Glaubensleben wecken. Und alle, die Ich mit ihr verbinde, müssen daran arbeiten, das Glaubensleben zu wecken, denn so wenig ein Mensch für sich allein verdammt wird, so wenig kann ein Mensch allein für sich in den Himmel kommen. Ihr alle seid Glieder eines Leibes, Kinder eines Vaters im Himmel. Ihr alle seid berufen, mit euch viele, viele zu retten für den Himmel.

Deswegen kommt hier zusammen und lernt. Wenn Ich euch sage, daß Ich durch diese Meine Dienerin das Glaubensleben wecken will, dann merkt euch, daß Ich ihr kein Leiden erspare, und deswegen sage Ich, sie soll ein Vorbild für euch und alle Menschen sein. Die Finsternisse, die sie in sich hat, machen ihr viel zu schaffen, denn wenn Ich Mich zurückziehe, ist sie wie alle Menschen mutlos. Sie glaubt, die Hölle sei geöffnet unter ihren Füßen, der Himmel sei für sie verloren. So geht es allen Menschen, besonders den guten, treuen Kindern Meiner Kirche, denjenigen, die nachdenken in ihrem Herzen, die auch zu den Demütigen gehören, die erkennen ihr Elend, und weil sie es erkennen, darum fühlen sie sich schwach und armselig, sie werden mutlos und fallen zurück, was Ich verhüten will. Deswegen komme Ich jede Woche, um euch zu sagen: Rafft euch auf, es ist noch nicht die Zeit, wo ihr genießen sollt, aber einst sollt ihr ewig, ewig besitzen und genießen. Darum auf zum Kreuz und zur Liebe zum Kreuz, Meine Kinder!

Seht, Ich habe vorhin gesagt, das größte Werk, was Ich errichten, das größte Wunder, das Ich wirken wollte auf Erden, ist, daß Ich Mich Selbst euch zurückließ. Ich habe Mich gleichsam geteilt. Ich habe Mich, um den Willen Meines Vaters zu erfüllen, zurückgezogen von euch. Ja, ja, Ich habe für euch ja auch überfließend genug getan. Fürchtet euch nicht. Wenn es euch angst werden will, so nehmet Zuflucht zu Meinen Verdiensten, denn Ich habe überfließend genug getan. Ich wollte Besitz nehmen von Meiner Herrlichkeit. Ich wollte aber auch zurückbleiben, um euch zu trösten, in eurer Mitte zu weilen.

Darum helfet alle zusammen, daß der Liebesbund errichtet werde in Meiner Schöpfung, daß die Menschen, die Christen anfangen, Mich aufzusuchen, daß das erste Christentum erneuert wird, eher wird es nicht anders werden, die Leiden dieser Zeit, die vielen Krankheiten, das große Elend, das in der Schöpfung ist, sind lauter Strafen, die Mein Vater verhängt über die Menschen zur Strafe für die Sünden, für den Unglauben, die Gottlosigkeit, die Sittenlosigkeit. Denn seht hinaus in die Schöpfung, wo ist der gute, alte Glaube, wo die reine Unschuld der Kinder, wo sind eure Kinder, ihr Eltern? Wo ist die Treue der Ehegatten? Dieses alles ist dazu angelegt, die Heiligen des Himmels aufzufordern, wie es Meine Apostel taten, als Ich auf Erden wandelte, Feuerregen herab zu beschwören über diese gottlose Welt.

Und nun, Meine Kinder, die ihr zu den treuen Katholiken gehört, zu den guten Christen, wenn Ich euch sage, daß es anders werden muß, dann erschreckt nicht, wenn Ich sage, ihr müßt leiden, ihr müßt euch für andere einsetzen. Keines von euch darf sich schämen seines heiligen Glaubens, des Bekenntnisses seines Glaubens. Wenn es anders werden muß, muß Ich bei den liebsten Kindern Meines Herzens anfangen, muß Ich dem Priester sagen, wo es anzufangen ist und wie es anders werden soll und werden kann, wenn es so geübt wird, wie Ich sage. Seht, als Ich das Letzte Abendmahl mit Meinen Jüngern hielt, da war Ich nur mit Meinen liebsten, treuesten Kindern allein, Meinen Aposteln und Meiner lieben, heiligen Mutter und Meiner treuen, lieben Dienerin Magdalena.

Die anderen Jünger kümmerten sich nicht um das, was Ich wirken wollte; sie wußten nichts davon. Erst als Ich hinausging auf den Ölberg und Mein Leiden begann, da flohen Meine Jünger, selbst die wenigen, die Mir noch treu geblieben sind, die Ich mit Mir zu Tisch gesetzt hatte, welche die drei Jahre, wo Ich sie um Mich gesammelt hatte, wo sie Tag für Tag die großen Wunder wirken sahen, sie alle haben Mich erkannt als den wahren Sohn Gottes, und wo sind sie? Wo sind die treuen Diener, auf die Ich die Säulen der Kirche bauen, Mein Reich aufrichten wollte? Sie alle flohen davon. Warum denn, Meine Kinder? Weil sie sahen, wie ihr Herr und Meister schwach wurde, weil sie Ihn leiden sahen. Sie wollten vom Leiden befreit sein, sie wollten das Reich des Messias aufgerichtet wissen und Diener dieses Reiches werden, aber nicht in Armut und drückender Not sich befinden, mit einem Wort, sie wollten nicht leiden, sie wollten das Kreuz fliehen. Sie alle flohen davon bis auf Meine heilige Mutter und Meine Dienerin Magdalena.

Nicht umsonst habe Ich sie durch die Engel durch die Lüfte getragen, das heißt auf den Berg der Beschauung. Merkt es euch, ihr alle, ihr sollt auf den Berg der Beschauung gehen, dort werdet ihr Mich finden. Aber zurück zu dem, was Ich gesprochen habe. Vom Leiden will niemand etwas wissen. Wenn Meine Kirche aber wieder siegen und auf den Gipfel ihres Glanzes gestellt werden soll, von dem sie weggerückt ist, dann müßt ihr alle das Kreuz umfangen, dann müssen die Diener der Kirche das Kreuz mutig umfassen. Es ist wahr, Ich lobe Meine Diener. Ich habe schon oft gesagt an dieser Stätte, daß sie am Wendepunkt stehen, und daß Ich Mich oft vor Meinen himmlischen Bewohnern rühme mit diesen eifrigen Aposteln, die in jetziger Zeit in Meiner Kirche stehen; denn allenthalben wird das Evangelium gepredigt wie noch nie, seitdem Ich auf Erden wandelte. Feurige Diener habe Ich in Meinem Reich stehen, feurige Apostel. Sie fürchten sich auch nicht, hinzutreten und den anderen die Wahrheit zu sagen, denen, die an der Spitze stehen, den Mächtigen der Erde. Das alles ist recht. Aber, Meine Diener, es muß noch viel, viel gebessert werden.

Auf, Mut gefaßt! Hand in Hand müßt ihr gehen mit den treuen Kindern der Kirche, mit den Kleinen und Armen. Seht, wenn das Ziel erstrebt werden soll, das erstrebt werden muß, wenn der Kaufmann sein Geschäft wieder in die Höhe bringen will, muß er alles aufbieten. Er muß darben und schmachten, er muß anderen geben, was er selbst genießen könnte, damit er sich wieder Kunden erwirbt, um so das Geschäft nach und nach in die Höhe zu bringen. In Meinem sterblichen Leben habe Ich oft in Gleichnissen zu euch gesprochen und den Kaufmann vorgeführt, wie er alles hingibt, um die gute Perle zu finden und den Acker zu kaufen und sich anzueignen, der die Perle enthält. So werde Ich immer in Gleichnissen zu euch reden und Meine Kirche vergleichen mit dem guten Kaufmann. Wenn sie wieder in die Höhe gebracht werden soll, müßt ihr Hand in Hand gehen mit den guten treuen Christen.

Ihr dürft euch nicht schämen, wenn man spottet und lächelt über solche, die tiefgläubig sind. Ihr dürft aber auch nicht irre werden, wenn ihr an ihnen Fehler findet und sie nicht so vollkommen seht, wie ihr euch einbildet, daß sie sein sollen. Diejenigen, die so gute, treue Christen sein wollen, mögen sich selbst betrachten. Sage Ich doch auch immer, daß Ich stolz bin mit Meinen Dienern, daß Ich Meinem Vater und Meinen Bewohnern im Himmel sage: ‚Seht doch, wie Meine Diener auf Erden arbeiten, habe Nachsicht mit diesem Geschlecht‘, und längst wäre der Arm Meines Vaters nicht mehr aufzuhalten, wenn Ich nicht tagtäglich hintreten würde zu Ihm und sagte: ‚Vater, habe Nachsicht mit der Welt um Meiner Diener willen. Siehe Meine Diener, wie sie arbeiten und sich abmühen, sieh das feurige Priestertum, wie es sich hinschlachtet und hinopfert.‘

Siehe, wir haben es oft gesagt und längst mitgeteilt, daß da das Geschlecht immer mehr seinem Untergang entgegengeht, weil das Weltende immer näher herbeirückt, das Menschengeschlecht immer schwächer wird und die Kräfte nicht mehr hat wie im Anfang seiner Erschaffung, daß man Nachsicht mit ihnen haben sollte und Wir auch wirklich Nachsicht haben. Siehe, Mein Vater, und doch sage Ich jetzt, daß Ich stolz bin mit diesen Meinen Dienern, wenn sie auch nicht mehr so streng fasten können, weil Ich es nicht mehr verlangen kann.

Darum werdet nicht irre, wenn Ich euch diese Schrift in die Hand gebe, und bildet euch nicht ein, als wollte Ich euch belehren durch ein armes Frauenzimmer. Nein, nein! Aber seid ihr nicht ebenso armselige Menschen und Werkzeuge in Meiner Hand wie dieses Werkzeug? Ihr habt den Beruf, Mein Reich fortzupflanzen, sie aber hat den Beruf, allen Menschen zum Vorbild zu sein, wie man nicht irre werden soll in sich selbst und nicht an anderen, wie man Tag für Tag, Woche um Woche, sich immer wieder neu aufraffen, zu Mir hingehen, Mir seine Schwachheit bekennen soll, seine Sünden dem Priester bekennen und mit freudigem Herzen wieder fortfahren soll, seinen Gott zu lieben und ihm zu dienen.

Seht, durch sie will Ich euch belehren, daß der Christ, der sich eng an die Kirche anschließt, nicht unglücklich ist, auch wenn er noch so arm und so viel mit Leiden heimgesucht ist. Wie sie alles mitfühlt, was Meine heilige Kirche vorstellt, wie zum Beispiel die heilige Fastenzeit, wo sie ihre Kinder zurückführt zu einem ernsten Nachdenken, die heilige Adventszeit, wie sie da mitfühlt und mitleidet und, ohne es zu ahnen und zu wissen, Ich sie in einen Ernst hineinversetze und ihr so viel Leiden schicke, daß sie wähnt, über einen Abgrund zu gehen, so aber auch zu einer anderen Zeit wieder, wo Meine Kirche ihre Kinder in die freudige Stimmung versetzen will, sie auch wieder die Freude dieser Zeit mitfühlt, seht, so will Ich euch belehren, daß ihr alle nicht unglücklich seid, wenn ihr das Leben Meiner Kirche mitleben und mitfühlen wollt. Und das werdet ihr alle, sobald ihr angefangen habt, euch recht an Mich anzuschließen. Schließt euch dem Liebesbund an, bekennt eure Sünden vor dem Priester, geht hinweg über eure Unvollkommenheiten und seid nicht mutlos, werdet nicht irre. Satan geht umher, suchend, wen er verschlingen kann und wo er euch ertappt in einer Mutlosigkeit, da ist er bei der Hand.

Auf! Waffnet euch, Meine Kinder, mit dem Schild des Glaubens, mit dem Panzer der Hoffnung, begründet in euch die Gottesliebe. Was ihr nicht könnt, will Ich euch ersetzen, wenn ihr noch so armselig seid. Wenn ihr euer Tagewerk vollbracht, aber am Abend zu mir kommt mit der Aufopferung, die Ich euch gelehrt habe durch Meine Kleine, soll alles wieder ersetzt sein; wenn auch drückende Tage kommen, sie gehen vorüber.

Freuet euch, Meine Kinder, freuet euch! Die paar Tage soll eure Freude eine stille, gedrückte sein, weil es die Karwoche ist. Ihr sollt einesteils mit Mir die Trauer betrachten, in die Meine heilige Mutter versenkt war. O habt recht viel Mitleid mit Meiner heiligen Mutter. Die Tränen, die da geweint werden, still im Herzen oder nach außen hin über die Schmerzen Meiner heiligen Mutter, sind kostbare Perlen, um derentwillen Ich keinen Menschen, auch wenn er der größte Sünder wäre, verlorengehen lasse, sondern ihn retten muß. Derjenige, der eine einzige Träne geweint in seinem Leben, der oft die Schmerzen Meiner Mutter betrachtet hat, kann nicht verlorengehen. So sehr hat Meine Mutter mit Mir gelitten und so viel Trost war das Leiden Meiner Mutter für Mich, daß Ich doch eine Seele hatte auf der ganzen, weiten Welt, die wahrhaft Meine Schmerzen mit Mir teilte, daß Ich um dessentwillen alle retten muß, die Ihre Leiden bedenken. Andernteils aber freuet euch, denn auf so einen schmerzlichen Karfreitag kommt ein freudiger Ostertag.

Du, Meine Dienerin, laß Satan nicht über dich triumphieren. Satan stellt dir nach auf Schritt und Tritt. Wisse, daß du das vierte Kleeblättchen geworden bist und eine herrliche Krone dir verdienen sollst; wisse aber, daß du noch vieles abzubüßen hast, und solange Satan dich ertappen kann über eine noch so kleine Mutlosigkeit, will er dich gleich beim Zopf erwischen. Flüchte dich aber sogleich zu Meiner Dienerin, klage ihr dein Leid und sage ihr, was dich drückt. Beichte deine Sünden dem Priester, aber über deine Mutlosigkeit sprich mit deiner Freundin und gehe darüber hinweg, und du wirst sehen, wie es nach und nach besser wird.

Seht, ihr alle seid ja im Paradies, das Ich schaffen will, im Paradies des Kreuztragens. Ihr werdet sagen, das ist mir ein schönes Paradies. Und doch ist es eines. Der Mensch, der es recht versteht, das Kreuz zu tragen, wandelt wie auf Rosen; er fühlt nicht mehr die Dornen, die ihn stechen, wenn er über die Rosen dahinschreitet. Der süße Wohlgeruch, den die Rosen ausduften, erfüllt ihn so sehr, daß er die Schmerzen nicht mehr fühlt. Und du, Meine Dienerin, sage deinem Verwandten, dem Priester, er möge wohl bedenken, daß er viele, viele retten soll, daß da, wo der eine Priester durch feurigen Eifer Seelen rettet, daß da ein anderer Seelen retten soll durch das Verlangen, das er hegt. Ich will ihm seine körperlichen Leiden, die Ich über ihn kommen ließ, so anrechnen, wie einem Franz von Xaver, der Millionen von Seelen Mir zugeführt durch seine feurigen Predigten, wenn er mit Geduld das Kreuz umfängt, das Ich über ihn kommen ließ. Er soll jenen verkommenen, schlechten Priester retten, der von Mir abgefallen ist.

Er wird nach und nach doch auch wieder besser werden und die Last des Kreuzes nicht mehr fühlen. Sage ihm einen freundlichen Gruß von Mir, er soll nicht so abstrakt sein gegen Meine Dienerin. Er soll wissen, daß um ihres Gebetes und ihrer Tränen willen Ich ihm schon vieles zukommen ließ. Er soll das Gebet der Kleinen nicht verschmähen und ihr alle, Meine Diener, sollt das Gebet der Kleinen nicht verschmähen. Einen freundlichen Gruß auch Meinem Diener N. sowie allen deinen Geschwistern. Du aber schließe dich eng an Meine Freundinnen an, an Meine Kinder und an deine Freundin. Teile mit ihr Freud und Leid, tue es wie Ich eben Meiner Dienerin gesagt habe, wenn du in Seelennot gerätst, gehe zu deiner Freundin, rafft euch auf, schließt euch eng zusammen. Und Ich sage dir, ihr, die euch der Herr gestellt hat, die ihr hinausgesendet seid gleich wie Apostel, viele zu belehren, denn ihr seid ja zum Teil Apostel, wenn ihr auch keine Priester seid.

Alle, die andere in der Gerechtigkeit unterweisen, werden glänzen wie die Sterne des Himmels. Merkt es euch, ihr habt Kinder unter eurer Leitung, Kleinodien unter eurer Fürsorge. Träufelt hinein nicht nur die Weisheit, die Weltkinder angeben, daß ihr sie hineinpfropfen sollt in das Kind, träufelt vielmehr hinein den Keim der Gottesliebe, habet Nachsicht mit den Kindern. Lehret sie, Meine heilige Mutter recht lieben. Seht, das arme Kinderherz, wenn es euch die Zornesglut in die Wangen treibt, so denkt an das verkommene Zeitalter, an die abstrakte, irreligiöse Kindererziehung, an die vielen Eltern der jetzigen Zeit, die ihre Kinder geradezu gegen die Religion erziehen. Darum müßt ihr euch nicht grämen und böse zürnen, wenn ihr seht, wie die Kinder unartig euch gegenübertreten; habt Nachsicht, träufelt hinein die Liebe zu Meiner heiligen Mutter und zu Mir. Besonders wenn die Zeit herankommt, wo sie zur Erstkommunion an Meinen Tisch geführt werden, könnt ihr vieles tun. Ihr könnt dafür sorgen, daß unter euren Kindern hie und da schon der Keim zur Jungfräulichkeit gelegt wird. Tut es!

Seht, wo die Welt so bevölkert ist und die Menschheit abgewichen ist vom rechten Weg, da muß alles dazu beitragen, daß die Menschheit wieder zurückgeführt wird. Der jungfräuliche Stand muß zu Ehren gebracht werden. Da müssen die Familienväter und Mütter arbeiten an ihren Kindern und sich glücklich schätzen, wenn sie eines ihrer Kinder auf die Bahn der Jungfräulichkeit bringen. Sie müssen sie bearbeiten durch Beispiel, Reden und Ermahnungen, daß sie sich zum jungfräulichen Stand entschließen können, dann ist die ganze Familie gerettet. Wäre in allen Familien eine Jungfrau, so wäre es nicht zu viel. Niemals darf mehr geringschätzend von diesem Stand gesprochen werden.

Solange man noch abfällig davon spricht, merkt’s euch, wird es nicht besser. Man soll nicht sagen: ‚Die alten Jungfern, sie haben ihre Eigenheiten.‘ Du hast deine Eigenheiten und ihr alle, die ihr mit der Welt liebäugelt und vorgebt, die wahren Christen zu sein, ihr alle habt eure Fehler. Laßt sie nur, die Jungfrauen, sie sind doch diejenigen, die Ich am meisten liebe, die die Jungfräulichkeit Mir bewahren, wenn sie auch ihre Fehler haben. Seht hinein, wo eine Seele steht, die sich so abmüht um ihre Angehörigen wie eine Jungfrau, die alle miteinander auf den guten Weg zu bringen und zu erhalten sucht.

Darum auf, ihr Meine Kinder, Meine Freunde, ihr Meine Lieblinge! Wenn jetzt der Maimonat kommt, dann erweckt in euren Kindern, was Ich euch schon oft gesagt, die Liebe zu Meiner heiligen Mutter. Fürchte dich nicht, Meine Tochter, du wirst noch einige Jahre das Amt verwalten, wenn auch mit großen Schmerzen und Schwierigkeiten. Wisse, daß du gerade dabei viele, viele retten wirst, aber tue, wie du voriges Jahr getan, belehre deine Kinder und übe mit ihnen den Maimonat. Es gefällt Mir, Meine heilige Mutter wieder recht zu Ehren zu bringen. Freuet euch, der liebliche Maimonat ist nicht mehr fern. Die Osterglocken sind noch nicht recht verhallt, und der Weiße Sonntag, worauf Ich Mich sehr freue, ist noch nicht ganz vorbei, und der liebliche Mai kommt herbei, dann begrüßt Meine Mutter.

O wenn ihr nicht, Meine Kinder, wie voriges Jahr vom Bischof die Erlaubnis bekommt, weil ihr unter die Leitung des Bischofs gestellt seid, dann geht, wie ihr könnt. Wenn er es nicht erlaubt, dann sagt ihm einen freundlichen Gruß von Mir, es wäre ein großer Nachteil für das Erneuern des Glaubenslebens, solange man sich noch fürchte vor der gottlosen Welt, solange man noch denjenigen, die Ich erwecke, Mir treu zu dienen und denen Ich die Bußwerke angebe, die sie üben sollen, Hindernisse legt und man diese nicht billigt, wird es nicht viel besser. Es wird viel langsamer vor sich gehen, denn wißt, daß gerade diejenigen, die spotten, am meisten Gewissensangst haben, wenn sie sehen, wie man schnurstracks drauflosgeht, um verspottet und gedemütigt zu werden. Ich will, daß es Menschen gebe, die öffentlich ihren Glauben zur Schau tragen, die sich nicht fürchten vor der gottlosen Welt, die öffentlich ihren Glauben bekennen. Und gerade das ist es, warum ich sagte, daß sie barfuß gehen müßten, damit andere aufmerksam werden, damit Mein Diener, der Bischof von Mainz, aufmerksam werde.

Schon Jahrzehnte spreche Ich durch Meine Dienerin, daß es so nicht mehr weitergeht, daß Ich den Arm der göttlichen Gerechtigkeit aufhalten will, und solange es noch Seelen gibt, die sich einstellen, die Meinen Arm aufhalten, kann Ich nicht so strafen. Wenn aber die Menschheit nicht Meine Worte beachtet, wenn man immer wieder den alten Schlendrian geht, wenn man noch so viel predigt und im stillen Gutes wirkt, aber die Menschen nicht gerüttelt und geschüttelt werden dadurch, daß sie einsehen, daß sie unrecht tun, wird es nicht besser. Alles müssen diejenigen aufwenden, die Ich gestellt habe, das Glaubensleben zu erneuern. Die Guten müssen gerüttelt und die Bösen geschüttelt werden. Der Gottlose, der ganz verkommen ist, wenn er sich ausgetobt hat, wird er doch gerettet durch das Gebet der Gerechten, aber dafür müssen sie sich einsetzen. Die Guten, die in Meiner Kirche sind, werden sehen, wie andere tun und werden immer mehr angeeifert. Ein Eifer muß sich entfalten, und darum darf nichts eingeengt werden. Man muß denjenigen freien Lauf gestatten, die Ich antreibe, Bußwerke zu üben und außergewöhnliche Dinge. Dies ist Mein Wille so.

Wenn du es nicht tun willst, dann tue, was dir beliebt. Ich habe jedem Menschen den freien Willen gegeben, Ich habe an die Diener Meiner Kirche Meine Macht abgetreten. Ihr habt Meine Macht übernommen, zu binden und zu lösen, Ich habe euch aber auch euren freien Willen gegeben. Darum überlegt und tut, was ihr denkt, wie es am besten sei. Ich werde euch keine Vorschriften machen. Alles, was Ich euch sage, ist nur ein guter Rat, wie alle evangelischen Räte sind. Die Welt kann doch gerettet werden, aber es wird viel mehr kosten und langsamer vor sich gehen, wenn die guten, treuen Kinder nicht ganz und gar über sich hinweggehen und auf das Gerede der Gottlosen nicht mehr achten, besonders ihr, Meine Diener, Meine Priester, wenn ihr auf keinen Menschen hört, nicht auf den Spott der Gottlosen, noch auf das Gerede derjenigen, die an der Spitze stehen, die euch schaden, die euch zureden, als könnten sie euch schaden. Alles dies muß hinweg. Solange ihr dies noch befürchtet, habt ihr noch nicht alles abgelegt und vieles wird noch vermindert im Fortschreiten Meiner Kirche.

Lebt wohl, Meine Kinder! Bis Samstagabend werdet ihr mit Mir fröhliche Ostern feiern, eine fröhliche Auferstehung, du, Mein Sohn, fahre fort, deine Pflichten als Familienvater zu erfüllen, die Kinder für Mich zu erziehen und schenke Mir, was Ich von dir verlange, alle die Opfer mit freudigem Herzen. Siehe, aus deiner Familie wird ein Sproß hervorgehen, der vielen noch eine Leuchte werden und deinem Hause große Ehre eintragen soll, aber du wirst es nicht mehr erleben. Du wirst längst zu Staub verfallen sein, bis dieses geschieht. Wisse aber, daß du Mir die Kleinodien, deine Kinder zum Opfer bringen und alle für Mich erziehen sollst. Deine erste und größte Aufgabe soll sein, sie tief in ihren religiösen Übungen zu befestigen.

Alles, was du hineinpflanzest, wird in ihnen bleiben, wie alles, was eure gute Mutter in euch gepflanzt und in euch geblieben ist. Fahre fort, dir alle Mühe zu geben mit diesem Kleinen, den Ich zum Priester bestimmt. Scheue keine Opfer und werde nicht irre, wenn du jugendliche, leichtsinnige Fehler an ihm bemerkst. Wisse, daß so alle Menschen sind, daß das Kind nicht heilig auf die Welt kommt, daß es erst heilig werden muß, wie auch du erst heilig werden mußt. Habe Nachsicht mit ihm und deinem Neffen, den Ich dir zugeführt habe. Betrachte ihn wie eines deiner Kinder, sorge für sein zeitliches und ewiges Fortkommen, denn diese Kinder machen Mir viele Freude und sind gut geartet, aber wenn sie hinauskommen in die Welt, wo Satan spielt und tanzt und geigt, läßt der Beste sich mit hineinreißen. Die Jugend ist leichtsinnig. O haltet sie ab, so gut es geht, von dieser allzu großen Vergnügungssucht. Solange sich die Diener Meiner Kirche nicht mit der weltlichen Obrigkeit verbinden, um ihr schnurstracks entgegenzutreten, wird es nicht besser, alles wird mit hineingeschwemmt.

Tue, was Ich dir sage, arbeite, wirke im stillen. Du sollst nicht aus deiner Familie gehen, aber alle sollen sehen, wie Ich das Familienleben segne, das Mir treu dient. Ich habe dich gesegnet im Zeitlichen und Ewigen. Du bist im wahren Glauben und hast ausgeharrt und deshalb, weil du Mir gedient, habe Ich dir das andere darauf gegeben. Und so sorge Ich für alle deine Geschwister; sie werden Mir dienen, und Ich werde ihnen das Nötige geben. Ich werde all denen, die sich anschließen an den Liebesbund, wenn sie es so tun, wie Ich sage, das Nötige geben, aber bei vielen ist die Armut selbst verschuldet, sie wollen sich keine Opfer auferlegen.

Geht hin zu Meinen Dienerinnen, ihr werdet keine Üppigkeit bei ihnen finden. Würden alle tun wie sie, würden sie zufrieden sein und sich einige Sparpfennige zurücklegen können. Einst habe Ich gesagt: ‚Suchet vor allem das Reich Gottes, und alles andere wird euch beigegeben werden.‘ Derjenige, der Mir dient, weiß, wie er es anzustellen hat. Auf, freuet euch! Tut, was in euren Kräften steht, aber wo ihr niemand dazu bringt, eure Worte zu beachten, befestigt in euch das Glaubensleben, es trägt doch seine Frucht.

Tragt Jahr um Jahr das kleine Kreuzlein mit Liebe, das Ich in jedes Menschenherz hineingesenkt, klammert euch daran, es soll euer Paradies auf Erden sein. In Frieden und Ruhe sollt ihr es tragen, dann werdet ihr glücklich sein hier und unendlich glücklich in der Ewigkeit.“

352 Vigil von Ostern 1900

„Wer den Berg der Vollkommenheit besteigen will, der muß in erster Linie Meiner heiligen Mutter nachfolgen.“

Barbara: „O heilige glückselige Nacht! O mein Jesus! O auferstandener Sieger! Preisgekrönter Sieger! Nimm hin meine Seele mit allen Kräften, mein Herz mit allen Neigungen, meinen Leib mit seinen Sinnen. O glückselige Stunde! Mein Vielgeliebter, ich kann die Wonne nicht fassen. O mein Jesus, wie glücklich bin ich! O wie bist Du im Genießen. Wer Dich genießt, wie glücklich! Ist es wahr, alles ist dahin, alles ist vorüber, all die Leiden, Tränen, Kämpfe! O du mein armes Herz, wie hast du gekämpft! O mein Jesus!“

Jesus: „Komm mit Mir!“ Ich sehe die liebe Mutter Gottes. Sie fragt nicht nach der Dunkelheit der Nacht, Sie fragt nicht, ob noch jemand Sie begleite. Still und unbemerkt schleicht Sie Sich aus dem Haus. Sie flieht durch die Stadt, mehr schwebend wie gehend, bis hinaus vor die Tore der Stadt. Ich darf Dich begleiten, o meine Königin, o meine Mutter! O glückliche Nacht! O heilige Nacht!

Lied: Ist das der Leib ...

Barbara: „O Du süßer Bräutigam, wir sind versammelt wie Deine heiligen Apostel und Deine heilige Mutter in dem Saale und warten auf Deine Ankunft. O mein lieber, süßer Jesus, o komm, wie Du zu ihnen gekommen, so komme und belehre uns, Deine Kinder.

O wie freue ich mich Deiner Ankunft! O wie bist Du so gut! Ich danke Dir im Namen aller Menschen und freue mich mit allen, die morgen Ostern feiern. Gib allen guten Willen, auch denjenigen, die nicht an Dich glauben. Anstatt derer, die Dich lästern, wollen wir Dich lieben. Siehe, Deine heiligen Apostel und Deine heilige Mutter sind versammelt, anstatt der vielen Juden. Sie alle wollen Dir ersetzen die Schmach und die Verachtung, die Dir zugefügt worden ist. Diese Deine Treuen bleiben zusammen, um ja nicht irre zu werden, weil sie fest an Dich glauben. So sind wir hier versammelt. Wir glauben, daß Du unendlich gut bist. O welche Umarmung! O unendlich schön! O wie all die ehrwürdigen Gestalten, die Ihn begleiten, zittern vor heiliger Freude.

O heilige Ostern, o glückliche Ostern! Auferstehung ist euch geworden. Ihr zieht jetzt ein in die himmlischen Tore. O auch ich möchte mich anschließen! Dort sehe ich die liebe, heilige Magdalena, die drei Marien, die Ihn suchen. Die Liebe treibt sie fort. Wenn ich bedenke, was eine Seele leidet, die Dich liebt in der Zeit, wo Du abwesend bist, dann begreife ich die Sehnsucht und das Verlangen Deiner heiligen Mutter und der heiligen Frauen, der lieben, heiligen Magdalena. O liebe, heilige Magdalena, ich vereinige mich mit dir. Ich will mit dir suchen gehen. Ja, wie mag es dir gewesen sein! Neben Dich, liebe Mutter, kann ich mich nicht stellen, denn Du warst die Reinste, Heiligste, Unschuldigste. Niemals hat der Schatten einer Sünde auf Dir gelastet. Aber neben dich will ich mich stellen, heilige Magdalena, denn eine Sünderin bin ich wie du. Mit dir will ich Ihn suchen, büßen mein ganzes Leben lang. Die heilige Fastenzeit sagt mir wieder, was du gelitten in den paar Tagen, wo Er Sich dir entzog und Abschied von euch genommen. O ihr lieben, heiligen Freunde, die ihr das Glück hattet, Ihn zu sehen, wie mag es euch gewesen sein! O ich habe es mitgefühlt in diesen Tagen. Darum nehme ich den innigsten Anteil an eurer Freude.“

Lied: Freu dich, du Himmelskönigin ...

„Mein Jesus! Ich kann die Freude nicht fassen am heutigen Abend. Wie unendlich gut bist Du! O laß doch alle, die sich im Geist mit mir vereinigen, mitfühlen, wie gut Du bist. Was verlangst Du, daß wir tun? Wir alle sind bereit, Deinen heiligen Willen zu erfüllen, Dir in allernächster Nähe zu folgen. Rede Herr, Deine Dienerin hört!“

Jesus: „Recht so, Meine Kinder! Es freut Mich, in eure Mitte zu kommen in der Zeit, in der ihr lebt, wo so viele Menschen nicht mehr Auferstehung feiern, wo so viele sich nicht erinnern an das große Werk, das Ich vollbracht in diesen Tagen. So viele Menschen, ja weitaus die meisten, leben dahin, ohne auch nur eines Blickes, eines flüchtigen Gedankens Mich zu würdigen. Sie sind vererdet, verhärtet, ganz und gar aufgegangen in sich selbst. Sie haben sich zu ihrem Gott gemacht und beten ihn an. Sie beten sich selbst an und vergöttern sich, indem diejenigen, die Ich mit zeitlichen Gütern gesegnet habe, diese Meine Wohltaten nur mißbrauchen und sich als das Goldene Kalb selbst anbeten. Diejenigen, die Ich mit zeitlichen Gütern nicht gesegnet habe, suchen dieses Goldene Kalb, wo sie es finden, einerlei, ob auf gerechtem oder ungerechtem Weg. Sie wissen, es sich anzueignen und hüpfen um dieses Kalb, um sich selbst herum, jahraus und jahrein, bis der Tod kommt und mit einem Schlag dieses Kalb vernichtet. Dann, Meine Kinder, habe Ich die Macht über diese Menschen, und es fängt ein Kampf in Mir an. Die Gerechtigkeit und die Barmherzigkeit treten sich gegenüber und sie kämpfen miteinander. Die Gerechtigkeit befiehlt Mir, diese Menschen zu strafen, sie von Mir zu stoßen, und die Barmherzigkeit sagt Mir:

Siehe, Dein Herzblut klebt an dieser Seele. Alles hast du getan für sie, ans Kreuz bist Du gestiegen für sie. Du hast Deinen heiligen Leib hingemartert und zerschlagen für sie und alles soll verloren sein? Meine Kinder, bedenkt den Kampf, der in Mir entsteht, wenn diese Seelen vor Meinen Richterstuhl gelangt sind.

Helfet Mir! Helfet Mir! Seelen, Seelen will Ich retten Seelen, Seelen sollt ihr retten! Seht diese Geschöpfe, diese Könige der Schöpfung habe Ich erschaffen zu Meiner Ehre und Verherrlichung. Sie haben Meinen Geist innewohnen und sollen mit Mir, zudem Ich Mich ihnen gleichgestellt, ihr Bruder geworden bin, herrschen und regieren durch die ganze Ewigkeit. Aber diese Geschöpfe, anstatt Mir dafür zu danken, daß Ich sie erschuf, bringen sie Mich dazu, daß Ich Reue bekommen möchte, diesen Menschen erschaffen zu haben.

Darum auf, Meine Kinder! Eingegangen bin Ich in Meine Herrlichkeit. Ich kann nicht mehr verdienen. Nur du, o Mensch, kannst noch verdienen, solange du dieses sterbliche Fleisch mit dir herumträgst. Du kannst Mir noch Seelen retten. Du kannst deine Brüder Mir noch zuführen. Helft Mir, diesen Kampf kämpfen! Stellt euch neben die Barmherzigkeit und kämpft gegen die Gerechtigkeit! Sagt Meinem Vater: ‚Siehe, anstatt Deines lieben Sohnes stehen wir jetzt vor Dir. Siehe, Dein Sohn kann nicht mehr verdienen, wir sind aber Seine Brüder und Schwestern, uns hat Er jetzt Seine Gewalt übertragen, uns ist Seine Macht überkommen. Wir haben noch Gewalt und Macht in unserer Hand. Siehe Vater, wir haben das kostbare Blut Deines Sohnes in unseren Händen. Du mußt uns die Seelen schenken; Du mußt uns all die Sterbenden schenken, die heute vor Dein Gericht gefordert werden. Barmherzigkeit, Vater! Barmherzigkeit für die Sünder!‘

So sollt ihr Tag für Tag, morgens beim Erwachen, wenn ihr zur heiligen Messe geht, des Tages über, wenn ihr die Kirche besucht, und am Abend, ehe ihr euch zur Ruhe legt, vor Meinen Vater hintreten und Ihm Mein kostbares Blut zum Opfer bringen. Damit ihr aber dies in recht vollkommener Weise tun könnt, will Ich euch heute belehren, welche Klasse von Menschen Mir die liebsten und treuesten waren, die Mich suchten in dieser heiligen Nacht. Siehe, Ich habe dir heute früh schon Andeutung davon gegeben.“

Barbara: „Ja, mein Jesus, drei Klassen von Menschen haben Dich gesucht in dieser Nacht. Wer waren diese?“

Jesus: „Es war Meine heilige Mutter zuallererst, die heilige Magdalena und ihre Freundinnen und Meine Jünger, Meine Apostel Simon Petrus und Johannes. Keinem von den übrigen Menschen fiel es ein, Mich zu suchen. Diese drei Klassen von Menschen waren die Vollkommensten in der ganzen sichtbaren Schöpfung, und doch ist ihr Suchen so verschieden und so lehrreich für euch alle, daß Ich euch darüber eine ganz besondere Aufklärung geben will. Meine heilige Mutter ist doch wohl die Vollkommenste und doch sage Ich euch, daß auch ihr Sie nachahmen könnt, falls ihr euch recht Mühe geben wollt. Nach Ihr ist die liebe, heilige Magdalena, der ihr in allernächster Nähe folgen sollt.“

Barbara: „O Herr, Du hast doch dem Petrus die Schlüssel des Himmelreiches übertragen und auf ihm Deine Kirche gebaut. Du hast ihn den Felsen genannt, auf dem Du Deine Kirche bauen willst, und der Liebesjünger war doch an Deiner Seite beim Letzten Abendmahl. Du liebtest sie doch am allerzärtlichsten und doch nennst Du die heilige Magdalena vor Deinen Aposteln. Ich kann dies nicht recht glauben, ich meine, ich wäre getäuscht.“

Jesus: „Ja, Meine Kleine, du mit deinem Ameisenverstand bist freilich getäuscht, weil du nichts verstehst, nicht eher, bis Ich es dir erschließe. Siehe, wohl ist Petrus der Felsen, auf dem Ich Meine Kirche bauen will, wohl ist Mein Liebesjünger Johannes der Reinste, viel reiner und viel heiliger, in der Tugend vollkommener, weil er Mich nie schwer beleidigte wie diese übrigen, diese arme Magdalena, die Ich heute abend euch zur Nachahmung empfehlen will, und doch sage Ich euch, daß sie viel mehr zu bewundern ist und sie Mir mehr Freude macht als alle Apostel zusammen, denn sie liebt Mich mit einer so reinen Liebe, mit einer so ungetrübten Liebe, daß sie nach nichts mehr fragt als nach Mir.

Meine heilige Mutter ist die Erste, die Ich euch heute abend vorführe, die ihr nachahmen sollt. Sie war im Speisesaal versammelt mit den übrigen Aposteln und Meinen geliebten Freunden. Sie ist doch eine ganz jungfräuliche Seele und einer Jungfrau ist es angeboren, daß sie schüchtern und furchtsam ist, besonders zur Nachtzeit, weil sie fürchtet und weil sie weiß, welch kostbares Kleinod sie in sich trägt, und doch fragt Meine heilige Mutter nichts darnach, sie kennt keine Furcht, Sie hat keine. Sie denkt nicht an die, die Mich vor kurzem noch belauerten und gefangennahmen, die alle Meine Jünger verfolgten. Selbst die heiligen Frauen, die sich an Mich angeschlossen, wurden verfolgt und waren nicht sicher; an all dies dachte Meine heilige Mutter nicht. Sie flieht wie ein Geist dahin durch die Dunkelheit der Nacht. Sie schaut nicht nach rechts und links, Sie hat einfach keine Furcht, Sie sieht nur Ihren Jesus. Sie hat in Sich die Stimme vernommen, daß Er kommt, Ihr liebster Sohn, daß Er auferstanden sei und mit den Altvätern Sie jetzt besuchen wolle, um einzuziehen in Seine Herrlichkeit und mit Ihm all die Gerechten des Alten Bundes. Sie zweifelt nicht mehr, Sie denkt nicht hin und her: ‚Ja, könntest Du Dich nicht getäuscht haben? Wird es auch so sein? Und wer wird mich beschützen auf dem Weg?‘

Seht, Meine Kinder, dies ist es, was Ich euch lehren will: Wer vollkommen werden will, wer den Berg der Vollkommenheit besteigen will, den alle Meine Freunde und Freundinnen bestiegen, der muß hören auf die Stimme, die in ihm spricht. Er darf nicht nach rechts und nach links schauen, was diese oder jene sagen und denken. Er hat seinen Jesus, und diesen trägt er in sich, und mit diesem muß er sich beraten. Da braucht er keinen weiteren Berater. Er braucht niemand, der ihn stützt, er hat ja Meine Lehre, die heilige, katholische Kirche, er hört ja am Sonntag das Evangelium und dieses wird ihn nur in seinem Vorhaben bestärken, aber er sieht sich nicht um nach den Menschen, was diese oder jene von ihm halten. Auch wenn es die besten und treuesten Kinder der Kirche wären, höret nicht auf sie, denn sie alle haben es abgesehen, euch irre zu führen. Wer den Berg der Vollkommenheit besteigen will in erster Linie, der muß Meiner heiligen Mutter nachfolgen. Die Dunkelheit der Nacht, durch die Sie dahinschritt, ist euch die Dunkelheit des Weges, der Unglaube. Der Unglaube hat alles verdunkelt, die ganze Schöpfung, auch die Christen. Den Christen ist der Weg sehr verdunkelt worden durch den Unglauben der Zeit. Fürchtet nichts, Meine Kinder! Mutig schreitet vorwärts. Ihr habt ja euren Jesus. Dieser wohnt ja in euch, in der Zelle eures Herzens sollt ihr Ihn suchen. Wie Meine heilige Mutter hinausschritt vor die Tore der Stadt, so müßt und sollt ihr euch immer und immer wieder in die Zelle eures Herzens zurückziehen, dort werdet ihr Mich finden.

Die zweite Klasse von Menschen ist Meine heilige Magdalena und ihre Freundinnen. Aber seht, obwohl Petrus und Johannes vor diesen drei Frauen schon hingegangen waren, Mich zu suchen dort im Grab, gingen sie aber, nachdem sie gesehen und sich überzeugt hatten, daß das Grab leer sei, ganz schüchtern wieder in die Stadt zurück. Sie gingen zu den übrigen Jüngern und Aposteln und sagten ihnen, obwohl mit freudigem Herzen, aber doch mit einer gewissen Furcht und Angst: ‚Der Herr ist wirklich auferstanden. Er ist nicht mehr da, das Grab ist leer. Wo mag Er wohl sein? Soll Er wirklich auferstanden sein?‘ Und sie besprachen sich miteinander, aber ganz im stillen. Sie getrauten sich nicht recht, sie waren furchtsam.

Nun seht aber diese Frauen, Meine liebe, heilige Magdalena! Wisset, Meine Kinder, Ich habe sie durch Engelshände hinauftragen lassen auf den Berg der Beschauung. Dieses hat sie verdient durch ihre reine, ungeteilte Liebe, fern von aller Menschenfurcht. Sie ist die einzige unter allen Meinen Freundinnen nach Meiner heiligen Mutter, die Mich so vollkommen liebte wie keiner Meiner Apostel. Obwohl sie eine große Sünderin war und ist, und Mich lange Jahre verschmähte und verachtete durch ihr sündhaftes Leben, ist sie durch ihr Büßerleben und ihre große reine und ungeteilte Liebe zu Mir vor alle Menschen gestiegen, aufgestiegen nach Meiner heiligen Mutter, als die Erste unter allen damals lebenden Menschen. Als sie hinkam und das Grab leer fand, machte sie es nicht wie Meine beiden Jünger, wie ein Petrus, dem Ich die Schlüssel des Himmelreiches übergab, wie ein Johannes, der an Meiner Brust ruhte beim Abendmahl. Sie war nicht zufrieden zu wissen, daß das Grab leer sei, sie trat heraus aus dem Grab, und sie sah und hörte nichts mehr als ihren lieben Jesus.

Sie sucht, sie fragt die Engel, ob sie nicht wissen, wo der Herr hingekommen sei. Sie ist töricht vor Liebe, sie geht umher, sie hat vergessen, daß ihre Freundinnen noch bei ihr sind. Aber diese gehen weiter, sie überlassen Meine liebe Magdalena ihrem Schmerz. Sie kümmert sich auch nicht mehr um ihre beiden Freundinnen, sie hat noch nicht genug gesehen. Die Freundinnen gehen zurück, Meine Apostel gehen zurück, sie aber bleibt, sie sucht nach ihrem Jesus. Seht, dieses Verlangen, diese Liebe hat sie würdig gemacht, von Engelshänden durch die Lüfte getragen zu werden, damit Ich mit ihr ungeteilt verkehren könne. Dies ist die zweite Klasse von Menschen, die keine Furcht kennen, die sich nicht beengen und beängstigen lassen, die über all die Skrupel und Zweifel hinweggehen, die nicht, wie Meine beiden Jünger, Meine Apostel, sich damit begnügen, daß sie wissen, daß das Grab leer ist, und wieder zurückgehen zu der Versammlung, zu den anderen Menschen. Nein, Meine Kinder, nicht zurück sollt ihr gehen zu den übrigen Menschen. So machen es gar viele Christen, die den Weg der Vollkommenheit angefangen haben. Sie gehen und suchen Jesus, sie suchen Mich mit allem Fleiß und Ernst, aber wenn dann die Skrupel und Ängste und Zweifel kommen, dann gehen sie zurück, weil sie diesen Weg gar zu beschwerlich finden. All ihr Verlangen ist dahin, sie wollen nicht mehr weiter.

Der Weg ist ihnen zu hart und steil, und weil sie nun auch noch von den übrigen Menschen Spott und Hohn für alle ihre Mühe ernten sollen, gehen sie zurück wieder zu der Versammlung, zu den übrigen Menschen. Sie sagen sich: ‚Diese alle wollen auch in den Himmel und wollen auch gute Christen sein. Wir machen es wie diese und jene. Diese sind verheiratet und leben so dahin und doch sind sie auch gute Christen. Jene sind im ledigen Stand, aber sie machen es nicht wie wir; sie führen nebenbei ein ganz gemütliches und gemächliches Leben, und so kann ich auch tun. Ich gehe wieder zurück zu der Versammlung.‘

Meine lieben Kinder! Dies ist es, warum Ich schon Jahre und jahrelang mit Meiner Dienerin spreche, weil Ich diese zweite Klasse von Christen befördern will. Es muß und muß viele Magdalenen geben, die alle Hindernisse übersteigen, die sich nicht einengen lassen von Menschenfurcht, die nicht nach rechts und links schauen, die zurücklassen, wer zurückgehen will, die, wer sich an sie angeschlossen und doch den Weg zu steil findet, wieder gehen lassen und vorwärts schreiten, die nicht ruhen und rasten, bis sie wieder ihren Jesus gefunden.

Seht nun auch den Lohn der heiligen Magdalena. Die Liebe, die Tränen, die sie weint, die Liebe, die sie Mir entgegenbringt, bewegen Mein Herz so sehr, daß Ich Mich ihr nahen muß, und seht, wie überglücklich Magdalena jetzt zurückkehrt. Sie kehrt jetzt zurück zur Versammlung, aber nicht ohne Mich, sie hat Mich erst gefunden.

So macht es! Geht hin und vereinigt euch mit ihr. Geht über alle Hindernisse hinweg, über alles, was die Welt euch in den Weg legt, was der böse Feind euch beibringt an Zweifel und Ängsten. Wisset, was euch beängstigt, ist nicht Mein Geist. Es ist der Geist der Finsternis. Je mehr die Gottlosigkeit überhand nimmt und der Unglaube sich ausbreitet in Meiner Schöpfung, desto mehr werden die Guten beeinflußt, desto härter und schwerer ist der Kampf der Kinder der Kirche. Ihr müßt wie Meine heilige Mutter die Finsternisse der Nacht nicht scheuen, sondern durchgehen durch all die Finsternis, nicht denken, wo der Feind lauern mag. Ihr müßt wie Meine heilige Magdalena nicht eher ruhen und rasten, nicht eher zurückgehen, bis ihr Mich wieder gefunden, wenn ihr Mich verloren, wenn Ich Mich in euch zurückgezogen. Seht, die paar Tage, wo Ich Mich Meiner Dienerin entzogen, waren ihr eine Ewigkeit, und sie konnte nicht eher wieder zur Versammlung zurückgehen, bis sie Mich erst gesehen hatte, wieder gefunden hatte.

Harret aus, Meine Kinder, in all den Prüfungen dieses Lebens. Harret aus, auch wenn die ganze Welt sich euch entgegenstellt! Fürchtet nichts! Ihr müßt den Berg der Beschauung erklimmen, hinaufsteigen auf den Berg der lieben, heiligen Magdalena. Seht, wie sie nichts mehr bedarf. Sie ist abgesondert von den übrigen Menschen. Glaubt ihr wohl, daß es keinen Kampf mehr gekostet? Glaubt ihr wohl, ihre Natur habe ihre Rechte nicht beansprucht? Und doch hat sie alles überwunden, sie hat gesiegt, glorreich, herrlich und siegreich gesiegt.

Von euch verlangt niemand, daß ihr euch ausschließen sollt von den Menschen, aber deswegen merkt euch diese heutigen Worte. Mitten in der Welt sollt ihr stehen und sollt doch wie Meine heilige Mutter den Weg wandeln auf den Berg der Vollkommenheit, und doch sollt ihr mitten in der Welt, mitten unter den Geschöpfen in der Dunkelheit der Nacht des Unglaubens, wie Meine liebe, heilige Magdalena Mich suchen, wenn Finsternis euer Herz befängt, Ängste und Zweifel euch quälen, wenn, weil ihr mitten in der Welt steht, ihr gefallen seid, ihr Fehler begangen habt, nicht müde werden, Mich um Verzeihung zu bitten, nicht irre werden, sondern denken: ‚Mein Jesus, ich will Dich suchen, und ich lasse nicht eher ab, ich gehe nicht eher zurück zur Versammlung, bis ich Dich wieder gefunden.‘

Vorwärts und immer weiter vorwärts! Freuet euch, denn heute ist Ostern! Gesiegt habe Ich, siegen werdet auch ihr einst, glorreich und herrlich auferstehen!“

Barbara: „O Herr, schenke mir diesen Sünder.“

Jesus: „Wenn du dich einsetzen willst, Meine Tochter, wenn du all die Ängste und Zweifel, die dir kommen, mutig mit Füßen trittst, fest glaubst, daß du alles erlangen kannst; wenn du schnurstracks auf Mich losgehst, dann verspreche Ich dir, daß alle gerettet werden sollen. Wisse, daß Ich das vertrauensvolle Gebet niemals unerhört lassen kann. Eine Seele, die es versteht, Mich am rechten Fleck anzupacken, die hat Mich überwunden, und Ich muß Mich ihr zu Diensten stellen. Nicht wahr, es ist kleinlich für einen Gott, so zu tun, aber es ist so Meine Weise. Unendlich bin Ich in der Liebe, unerfaßbar im Verzeihen und im Vergeben. Fürchtet nichts, Meine Kinder! Alle Furcht leget ab, macht es, wie Ich euch gesagt heute abend. Meine liebe Magdalena, sie war ohne Furcht, sie fragt die Engel, sie sucht, sie meint, Ich sei der Gärtner. Sie sucht und fragt, bis sie Mich findet und mit einem einzigen Wort, mit ihrem Namen, womit Ich sie nannte, erkennt sie Mich. Seht, Meine Kinder, ihr müßt nur immer wissen, welchen Namen Ich trage. Jesus heißt Heiland und Erlöser.

Sagt einfach Meinem Vater: ‚Siehe, Dein Sohn Jesus hat es mir versprochen, und Sein Wort ist wahr, und ich bitte nicht allein, um was ich Dich bitte. Es bitten noch diese und jene mit mir und Du hast gesagt durch Deinen lieben Sohn: Wo zwei oder drei in Meinem Namen versammelt sind, da bin Ich mitten unter ihnen.‘

Wenn ihr es versteht, diese Worte immer beim Vater vorzutragen, verspreche Ich euch, daß keine Bitte unerfüllt bleibt, daß keiner der Eurigen, die ihr liebt, verlorengeht. Tue, wie du dir vorgenommen und sei nicht zu ängstlich, lege die Ängstlichkeit ab, die allzu große Furcht. Wisse, daß nichts so sehr den Fortschritt hindert wie die allzu große Ängstlichkeit, die bis ins Kleinste hineingeht: Quiselei! Es gibt viele fromme Seelen. Ich habe euch diesen Abend nicht umsonst diese Lehren gegeben. Merkt es euch! Die meisten, die gar zu sehr alles zerschneiden und begrübeln wollen in sich selbst, sind noch stolz und lassen sich durch ihren Stolz mit fortreißen und vom Stolze kommen sie zu einem solchen Kleinmut, weil sie sich nicht vollkommen sehen. Sie möchten mit einem Schlag vollkommen sein.

Ihr sollt aber bedenken, daß diese Aufgabe die Aufgabe eures ganzen Lebens ist, solange der Puls schlägt. Darum laßt das Untersuchen; die Skrupel gefallen Mir nicht, wenn eine Seele guten Willen hat, ihre Sünden bereut und dann noch immer zweifelt. Hinweg mit der Menschenfurcht, den Zweifeln und Ängsten. Einen freudigen Geber liebt der Herr, einen freudigen Geber! Schenkt Mir euer Herz! Schenke Mir dein Herz, Meine Tochter! Schenk Mir dein Herz! Ich habe dir eben gesagt, führe aus, was du mit deiner Freundin tun willst.

Frau N. soll nicht so ängstlich sein um ihres Kindes willen. Sie soll nur ruhig die Zeit abwarten, bis ihre Tochter Profeß ablegen wird. Sie soll ihr nicht so viel schreiben, denn es zieht immer wieder Heimweh nach sich. Um all der guten Werke willen, die sie tut, wird sie ihre Kinder alle auf gutem Weg erhalten, wenn Ich auch hie und da nicht alle ihre Pläne erfülle und so ausführe, wie sie geplant, soll sie auch dann zufrieden sein; denn sie soll vielen zum Vorbild werden, besonders besseren Familien leuchten durch ein Tugendbeispiel nach allen Richtungen hin. Deswegen, wenn ihr alles gelingen würde, dann könnte sie ja kein Beispiel in der Geduld geben. Ihr aber, Meine Kinder, ihr wollt ja, daß Ich euch heute abend auch eine Freude mache.“

Barbara: (Lange Aufopferung) „Ich danke Dir! O ihr lieben, heiligen Schutzengel, ich grüße euch durch das süßeste Herz Jesu. Steigt hinab in Begleitung der lieben Mutter Gottes. Es ist, wie wenn die liebe Mutter Gottes ein Tor aufschließt.“

Barbara singt das Magnifikat und sieht die lieben Armen Seelen vorbeiziehen und erwidert deren dankbaren Gruß durch beständiges Verneigen des Hauptes.

Jesus: „Grüßet Mir recht herzlich, die sich im Geist mit euch vereinigen und euch anschließen, ganz besonders die kleine, kranke Schwester, die vereinigt ist mit euch, weil durch ihr Gebet und Sühnungsleiden auch viele Seelen gerettet werden. Und nun lebt wohl, Meine Kinder! Freuet euch mit den Lieben, die eingegangen, Mich zu verherrlichen, und geht morgen recht freudig und fromm zu Meinem Tische. Ich werde euch allen und euren Dienstmädchen eine glückliche Osterkommunion schenken, eine große Freude bereiten. Grüße Mir auch deine Anna, euer Dienstmädchen, sie soll ja ausführen, was sie vor hat, sich ganz Mir weihen.“

353 Freitag vor dem Weißen Sonntag im April 1900

„Ihr seid die unglücklichen Kinder Meiner Kirche, die stehen an dieser Pforte, denn die Pforten der Hölle sind jene Helfershelfer Satans, die sich zur Aufgabe gesetzt haben, Mein Reich zu vernichten.“

Barbara: „Ich bete Dich an, o liebster Jesus, preisgekrönter König! Wie lieblich und unaussprechlich schön bist Du heute. Komm, o geliebter Bräutigam, komm in dieses bedrängte Herz. Wie sehnt sich meine Seele nach Dir! Heute bist Du ja ausnehmend schön, o mein Bräutigam, mein Herr und mein Gott! Wie Thomas, Dein Apostel, falle ich nieder und bete Dich an. O mein Jesus, mein Bräutigam, nicht aber wie dieser ungläubige Apostel.

Ich habe geglaubt, aber siehe, die Not ist gar zu groß. Du weißt, daß Ich nicht schuld bin. Die Bedrängnis, die mich überflutete, ist es. O habe Nachsicht mit deinem armseligen Geschöpf. Ich weiß wohl, Tausende hättest Du erwählen können aus den Menschenkindern. Ja, wenn Du dem Straßenräuber die Gnade geschenkt, die Du mir gegeben, er wäre Dir dankbarer und hätte Dir mehr gedient, Dich mehr geliebt. O verzeihe meinen Undank, meine Treulosigkeit, daß ich mich so erdrücken lasse.

Siehe, im innersten meiner Seele seufze ich um Befreiung von diesem Druck, und ich kann ihn nicht abwälzen. Es stürmt auf mich ein. Du hast mich so erschaffen, daß, wenn meine Geschwister leiden, auch ich leide. O verzeihe mir. Ja, ich sehe freilich, daß Du mir verziehen hast. O wie bist Du so gut! O mein Herr und mein Gott!“ Barbara sang das Alleluja und auch das Magnifikat.

„O ich bete Dich an aus dem Abgrund meines Nichts. Wie bist Du so unendlich schön! Meine Seele jauchzt auf vor Freude. Sie findet keine Worte, Dir zu danken, Dich zu loben und anzubeten! O kommt herbei, ihr Menschenkinder, betet an mit mir Denjenigen, der unsere Schuld hinweggenommen, daß wir frei und unabhängig sind von der Last, welche Adamsschuld auf uns gelegt. O wie ist Er unendlich gut. Gib mir die Sprache eines Seraphs, daß ich Deine unendliche Liebe preisen kann, Bräutigam meiner Seele!

O liebe heilige Mutter Gottes, nun bist Du nicht mehr schmerzhafte Mutter, sondern Königin. Freue Dich, o Maria! O mein Jesus! Wie unendlich schön, strahlend von himmlischer Schönheit! Deine Wunden glänzen wie die Sonne und werfen Strahlen über die Menschheit hin. O mein Jesus! Kommt herbei, ihr Menschenkinder, betet an den verklärten Leib! So wohnst Du im Tabernakel!“

Jesus: „Gelobt sei Jesus Christus! Ich will, daß dieser Gruß fortan unter euch das Losungswort sei. Deswegen sage Ich jedesmal diesen Gruß, wenn Ich komme, Meine Kinder! Glorreich und triumphierend siehst du Mich heute, um euch einige Belehrungen zu geben, warum Ich so oft Meinen Jüngern erschien, nachdem Ich Tod und Hölle besiegt und überwunden hatte. Glorreich und triumphierend siehst du Mich auch, weil Freude Mein Herz durchzieht, denn Ich will, daß das Glaubensleben geweckt werden soll in der ganzen sichtbaren Schöpfung.

Darum muß Ich anfangen an Meinen liebsten Kindern, den Kindern der katholischen Kirche, und um das Glaubensleben zu erneuern und zu wecken, muß Ich Meine Kinder einladen, sich oft Mir zu nahen, weil Ich Selbst nur imstande bin, dies zu tun. Ich Selbst muß Mich Meinen Kindern mitteilen, um in ihnen dies Leben zu erneuern, die Liebe anzufachen, den Glauben zu befestigen und sie in der Hoffnung tief, tief zu begründen und zu bestärken.

Triumphierend siehst du Mich auch, weil morgen die Kinder ihre Beichte ablegen vor der ersten heiligen Kommunion, und Ich Mich sehne nach diesem Tag, nach dem herrlichsten Tag des Triumphes Meiner Liebe, denn der erste Kommuniontag der Kinder ist ein Triumph Meiner Liebe. Meine Liebe triumphiert da in so vielen Kinderherzen, weil das Kinderherz allein noch empfänglich ist für Meine Liebe, denn es ist noch unverdorben und unschuldig, wenigstens noch nicht boshaft, und wehe dem Vater, der Mutter, deren Kind boshaft geworden ist, denn dort ist die Mutter, der Vater schuld. Dieses ist es, warum Ich heute dir verklärt erscheine. Verklärt siehst du Meine Wundmale, und Meinen heiligen Leib siehst du glänzen wie die Sonne. Aber auch ganz besonders will Ich Mich dir so zeigen, um euch zu befestigen, zu bestärken.

Wisset, Meine Kinder, es ist noch vieles vor euch, was euch erschrecken und in Mutlosigkeit versetzen wird. Ihr habt noch einen langen Schritt zu tun, bis der zweite Schritt getan ist, womit der dritte einbegriffen ist, nämlich den des unbegrenzten Gottvertrauens; denn von allen Menschen verachtet und verspottet, hinausgestoßen, da wankt das arme Kinderherz, da schwankt es hin und her, Ich aber will dies Vertrauen in euch befestigen.

Die Welt liegt im argen, die ganze Welt ist vom Satan überlistet. Niemand ahnt, wie weit es gekommen ist, auch die guten treuen Kinder ahnen nicht, daß sie mitten in Satans Reich leben, daß sie die Luft einatmen, die verpestete Luft des Unglaubens, den Satan ausgestreut in der ganzen Schöpfung durch seine Helfershelfer. Wißt, daß ihr steht an der Pforte der Hölle, denn damals, als Ich Meiner Kirche die Verheißung gab, daß die Pforten der Hölle sie nicht überwältigen sollen, da sah Mein Blick hinaus in die ferne Zukunft. Ich schaute in eure Zukunft. Ihr seid die unglücklichen Kinder Meiner Kirche, die stehen an dieser Pforte, denn die Pforten der Hölle sind jene Helfershelfer Satans, die sich zur Aufgabe gesetzt haben, Mein Reich zu vernichten, das Reich Jesu Christi auszurotten in Meiner Schöpfung. Satan ist sehr bemüht, den Menschen zu verderben, seitdem er in den Abgrund hinabgestoßen ist und wähnt immer noch, da er dieses schwache Geschöpf schaute, als es diesen ersten Sündenfall getan und er diesen Menschen überlistet hatte, er werde ganz gewiß sein Reich aufrichten, triumphieren über die Gottheit und so zuletzt lachen.

Denn er spottet über Gott den Herrn, daß Er ein solches Geschöpf ins Dasein rief, daß Er eine Welt erschuf und in diese Welt Sich ein Geschöpf gesetzt, das Ihn zwar verherrlichen sollte, aber Seine Verherrlichung umkehrte und Ihn verachtete und verspottete durch die erste Sünde. Weil er nun den ersten Menschen besiegte, glaubt er seiner Sache ganz gewiß, daß eine Zeit kommt, wo er dieses ganze Menschengeschlecht besiegen werde, und darum glaubt er, dieses arme Geschöpf ganz in seine Gewalt zu bekommen, je mehr es der Gottlosigkeit zueilt und seiner Leidenschaft nachgibt, die es dadurch, daß es von der Erde genommen ist, an sich kleben hat, diese schwache Seite, weil es einen Leib hat, der immer wieder der Sinnlichkeit zuneigt. Satan, der dieses wohl merkt, glaubt ganz gewiß zu siegen, er glaubt sich gerechtfertigt.

Meine lieben Kinder! Ihr steht an dieser Höllenpforte, ihr seid diejenigen, die mitten in dieser Welt stehen, in der Satan sein Reich nun aufgerichtet hat. Überall stehen seine Boten und blasen in die Posaune durch die Vergnügungssucht. Die Posaune, die sie in den Händen tragen, ist die Vergnügungssucht. Da blasen sie hinein Tag um Tag, Woche um Woche, jahraus, jahrein. Es werden Feste erfunden, wo alles sich beteiligt, wo alle Geister sich beschäftigen, um alles zu überlisten, und zum guten Ton gehört es, daß auch die besten Kinder der Kirche sich beteiligen, denn derjenige, dem sie die Feste feiern, war auch ein Katholik, ein Christ, und er hat etwas gestiftet, was der Welt zum Nutzen gereicht. Darum muß man solche Feste genießen und recht dazu helfen, daß sie verschönert und üppig gefeiert werden können.

Versteht ihr nun, wenn Ich sage, daß ihr alle an der Höllenpforte steht? Wenn ihr nun, Meine Kinder, nicht sollt überwältigt werden, dann muß Ich Selbst in euch die Gnade befestigen, die euch halten soll. Ich Selbst will euch emporheben über die verpestete Luft des Unglaubens. Wisset nun, damit Ich zum Schluß Meiner Erklärung komme, vierzig Tage weilte Ich noch unter Meinen Aposteln, nachdem Ich von den Toten auferstanden war. Dreiunddreißig Jahre hatte Ich gelebt unter diesem Geschlecht, und wer mit Mir in Verbindung kam, der schaute etwas Außergewöhnliches in Mir, ja, wer tiefer erleuchtet war und wem es Mein Vater offenbaren wollte, der wußte, daß Ich der eingeborene Sohn, der verheißene Messias war und sein mußte.

Ich hatte Mir zwölf Apostel gewählt unter diesem Geschlecht, die drei Jahre mit Mir umhergingen, und denen Ich Meine Gottheit klar und deutlich zeigte durch Meine Wunder. Ich bestätigte und besiegelte alle Meine Wunder noch durch die Auferstehung und seht, Meine Kinder, was hat dies alles genutzt? Ich habe euch in der hochheiligen Osternacht gezeigt, wie die Apostel, von denen Ich einen bestimmt hatte zum Felsenmann, den anderen an Meiner Brust ruhen ließ, sich furchtsam wieder zurückzogen zu den übrigen Aposteln und Freunden und sich nicht getrauten. Nur Eine, Meine heilige Mutter, und eine andere, die heilige Magdalena, sie allein hatten den Glauben so fest in sich bewahrt, daß nichts in der Welt sie erschüttern konnte. Sie glaubten, daß Ich wahrhaft auferstehen und wiederkommen werde, daß Ich die Macht habe, Mich ihnen wieder zu zeigen. Alle übrigen waren furchtsam und wißt ihr, warum Ich Mich vierzig Tage noch unter ihnen aufhielt? Weil sie alle sonst wieder abgewichen wären vom rechten Weg, sie hätten vom Unglauben, von der gottlosen Welt sich wieder hineinschwemmen lassen, alles Gute, das sie gesehen und gehört, wäre ihnen wie ein Traum nach und nach wieder verschmolzen, zerronnen. So ist aber das Geschlecht und wird es bleiben bis zum Ende der Tage.

Seht, Ich erschien, wie Ich euch sagte, in der hochheiligen Osternacht, in Meiner Auferstehungsnacht, dieser Meiner treuen Dienerin, dann Meinen Jüngern, später Meinen Aposteln. Überall zeigte Ich Mich, um sie zu befestigen im Glauben, um das, was sie gesehen und gehört hatten, wieder aufzufrischen, sie immer wieder zu belehren und daran zu erinnern, doch festzuhalten, damit Mein Reich, das Ich mit so teurem Preis erkauft, aufgerichtet werden könne unter Meinen Geschöpfen, und dazu war noch nötig, daß Ich alle, die Ich bestimmt hatte, dieses Reich fortzuleben und zu verwirklichen, was Ich begonnen hatte, mit Mir hinaufnahm auf den Ölberg, um vor aller Augen in den Himmel hinaufzufahren. Sie alle mußten sehen, wie Ich vor ihren Blicken hinauffuhr, hinauf in den Himmel, wo Mir und euch allen die Wohnungen bereitet sind, die Mein Vater bereithält.

Meine Kinder! So ist es aber auch mit dem, was Ich hier wirke. Seht euch um unter euren Mitmenschen; Ich will nicht sagen, unter der gottlosen Welt. Nein, nein, Meine Kinder! Seht euch doch um unter euresgleichen, unter den guten, treuen Kindern der Kirche, ob es nicht einer außergewöhnlichen Sendung bedarf, damit sie erhalten bleiben in dem, was in sie hineingelegt ist durch die Taufe, abgesehen von den vielen Irrgläubigen, worunter auch manche recht gut veranlagt sind und den Katholiken zur Beschämung dastehen. Doch habe Ich keine Freude an ihnen, nein, nein, weil sie nicht zu Meinem auserwählten Volk gehören. Wie auf allen Menschen die Schuld Adams lastet, so lastet auf allen Irrgläubigen die Schuld ihrer Verführer, jener Irrlehrer, die das arme Volk verführten, und Mein Blick und der Meines Vaters ruht nicht auf ihnen.

Was sie tun, muß ihnen belohnt werden. Deswegen kann sie der Vater nicht verdammen, aber wer von jenen nicht stirbt mit dem festen Verlangen, der einzig wahren Kirche anzugehören, der von Mir gestifteten Kirche, der kann nie und niemals zu der Seligkeit gelangen, zu der alle Menschen berufen sind. Sie kommen an einen anderen Ort, aber nur, wenn sie gute Werke getan haben, und niemals sehen sie den Ort, ja einmal sehen sie ihn beim Letzten Gericht und bei ihrem besonderen Gericht, da darf jeder Mensch, wer er auch sein mag, einen Blick tun in die Seligkeit eines jeden einzelnen Menschen, somit darf der Irrgläubige auch einen Blick tun in die Glückseligkeit der guten gläubigen Christen. Im übrigen aber haben sie bei weitem nicht die Glückseligkeit zu genießen, die der Katholik, der in der alleinseligmachenden Kirche lebt, die ganze Ewigkeit genießen soll.

Nun aber, wenn Ich so strafen muß, weil es Meine Gerechtigkeit verlangt, denn alle Sekten gehen aus von den Kindern der wahren Kirche, von der römisch-katholischen Kirche, sie waren alle einmal gute Katholiken und sind erst, weil sie Satan nachgaben, ihre Leidenschaften nicht beherrschten, entweder der Sinnlichkeit nachgaben oder dem Stolz, abgefallen und abgewichen vom rechten Weg und haben sich eine eigene Religion geschaffen, die ihnen paßte. Wenn Ich nun, sage Ich, diejenigen so strafen muß und so strafe, die nicht einmal schuld sind, daß sie dieser Irrlehre angehören, die nur die Schuld tragen, die jener Verführer auf sich geladen und alle die Nachkommen mittragen müssen, die dieser Verführer auf sich lud, welche Schmach dann für Mein Herz, wenn Ich sehen muß, wie sehr Mein Volk abirrt vom rechten Weg, dieses auserwählte Volk, dieses Volk, das Ich so überschüttete mit Wohltaten und Gnaden, daß, wenn Ich anfangen wollte, eine Lamentation zu beginnen, Ich nicht zu Ende kommen würde, Mich zu beklagen über dieses Mein auserwähltes Volk.

Wisset, daß Ich ein gerechter Gott bin, daß Ich jeden belohne und bestrafe nach Verdienst, daß Ich aber auch einst, wenn Ich zu Gericht sitzen werde, wenn Ich kommen werde, um die Welt zu vernichten durch Feuer, und wenn Ich die Posaune aussende, um alle vor Mein Gericht zu fordern, und diejenigen vor Mich hintreten, die in Irrlehren sich befinden und auch gut gelebt und so nach der Lehre ihrer Stifter, nach der gegründeten Religion, der sie angehörten, gelebt haben und sehen, welchem Urteil sie anheimfallen, daß sie nie und niemals gelangen können zu der Gnade und an den Ort, den die guten, treuen Christen einnehmen, dann sollen diese Mir nicht Vorwürfe machen. Glaubt ihr wohl, als Gott lasse Ich Mir dieses gefallen?

Nein, Meine Kinder! Entweder – oder! Ich bin ein gerechter Gott, und als gerechter Gott belohne und bestrafe Ich nach Verdienst. Diese Irrgläubigen, die draußen stehen, außerhalb der Kirche, und doch manchen Katholiken beschämen, sollen am letzten Gerichtstage nicht vor Mich hintreten und sagen: ‚Herr, wenn ich die Gnade gehabt, die diese haben, dann hätte ich Dir besser gedient als sie.‘

Darum: Entweder – oder! Ihr Christen, die ihr glaubt, die treuen Kinder der Kirche zu sein, berechtigt zu sein, zunächst zu stehen an Meinem Herzen, an Meinem Gottesherzen, und hier nur zu genießen und zu besitzen und dort auch genießen und besitzen, niemals, Meine Kinder. Entweder – oder!

Ich habe dies schon einige Male gesagt: Ein Liebäugeln mit der Welt gibt es nicht mehr. Darum merkt euch die Sprache, die Ich hier rede. Sie klingt überaus liebenswürdig, sie artet aber auch aus in eine ernste Sprache, in eine Donnerstimme, denn es ist notwendig, eine Donnerstimme hinauszutönen in die Welt, um die Christen zu mahnen und zu warnen.

Höret Meine Worte, ihr Kinder der katholischen Kirche. Ihr seid in die Zeit hineingestellt, von der Ich gesagt habe: Die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen! Ihr steht an der Pforte der Hölle. Laßt euch nicht beeinflussen von dieser Pforte, bewahrt und hütet euch, die Nase hineinzustecken, damit ihr nicht den Geruch bekommt von dieser Höllenpforte. Bleibet zurück von dieser verpesteten Luft. Ich habe gezeigt in dieser Woche auf eurem Rheinstrom (Eine Gruppe Studenten des katholischen Studentenvereins war mit zwanzig Teilnehmern mit Nachen nach Rüdesheim übergesetzt worden; mitten auf dem Strom stieß dieser mit einem anderen Nachen in tiefer Dunkelheit zusammen. Zweiundzwanzig Menschen rangen mit dem Tod. Nur ein Theologiestudent M. aus Geisenheim rettete sich schwimmend ans Ufer. Zwei kleinere Gedenktafeln, eine in der Wallfahrtskirche Marienthal im Rheingau; die andere ist als Votivtafel auf dem Rochusberg angebracht), was Ich verlange von den guten, treuen Kindern der Kirche, den Katholiken. Geht hin und seht den Jammer, den Ich gebracht über die Familien, die es betroffen, und nehmt euch ein Beispiel an den Priestern, ihr, die ihr euch dem Priesterstand weihen wollt, ihr guten Eltern, die ihr wähnt, gute Kinder erzogen zu haben, die Gott dienen wollen, Gott angehören wollen, ihr erlaubt euch Vergnügen, die nicht für euch passen. Ich will nicht, daß Meine Kinder schmachten und trauern sollen, traurig einhergehen, den Kopf hängen lassen bis auf die Füße.

Ihr werdet lesen, als Ich auf Erden weilte, daß Ich immer heiter und vergnügt einherging, wenigstens nicht, als ob Ich ein unglücklicher Mensch wäre. Ich beteiligte Mich an Hochzeiten. Wenn nach getaner Arbeit Meine Apostel und die heiligen, frommen Frauen ein Gastmahl veranstalteten, ging Ich mit hin und freute Mich mit ihnen; Ich teilte Leid und Freud mit Meinen Geschöpfen, aber schlagt nach und leset, wie gemessen diese Freude war, wie da nicht in die Nacht hinein ein Vergnügen dauerte, wie wir uns so mäßig als nur möglich verhielten und wie auch dabei nur die Frömmigkeit geadelt und gehoben wurde.

Soll Ich da nicht zürnen, wenn die Christen eurer Tage sich so betragen, daß ihnen der Tag schon wieder zu lange wird, bis wieder die Nacht anbricht, um wieder einem Vergnügen nachzujagen, wenn alles hineilt, um sich zu zerstreuen, ja, wenn selbst diejenigen, die vorgeben, der Stimme Meines Statthalters in Rom zu folgen, die, weil sie Geld haben, dieser Einladung folgen, aber selbst diese Wallfahrt noch nicht einmal in der Weise unternehmen, wie sie Mein Statthalter vorschreibt, wie sie bestimmt ist, denn die Wallfahrt soll und muß nur bestimmt sein für die Welt, um die Erde zu erneuern.

Ich habe dir gezeigt voriges Jahr, als Mein Statthalter die ganze Welt Meinem Herzen aufband, wie diese Erde anfing zu grünen. Dieses Grünen sollte nur versinnbildet sein voriges Jahr, in diesem Jahr aber erst stattfinden. Die ganze Welt, die guten, treuen Kinder der Kirche, sollten sich scharen, Glied an Glied, um das Oberhaupt der Kirche. Sie sollten von ihm den Segen empfangen und neu gekräftigt und gestärkt in ihrem Glauben wieder zurückkehren in ihre Heimat und allen ihren Untergebenen, denn es sind ja nur die Reichen und die Besitzenden, die eingeladen sind, nach Rom zu kommen, und für die Armen, die ein Verlangen haben hinzugehen, ist es so gemäßigt, daß viele auch hingehen können, deswegen sage Ich, sollten diese in ihre Heimat zurückkehren und ihren Untergebenen und Nachbarn und der ganzen Stadt und dem Dorf, dem sie angehören, ein Beispiel geben, daß ihr Glaubensleben erneuert ist, daß sie von jetzt an eifrige Christen sein wollen.

Weh denen, die nur hingehen, und anstatt ein gutes Beispiel zu geben, die Welt noch ärgern, denn wisset, daß es nur darauf abgesehen war von Meinem Statthalter, die Reichen um sich zu rufen, damit sie mit frommer Bußgesinnung vor ihn hintreten und in frommer Bußgesinnung die Tage zubringen in Rom und dann mit dieser Bußgesinnung zurückkehren, damit nicht die Armen, welche die Kraft und das Geld und die Mittel nicht haben fortzugehen, die sich abhungern müssen, um ihre Familien zu ernähren, nicht sagen können: ‚Ja, so würde ich auch wallfahrten gehen, die Geldprotzen haben gut wallfahrten gehen.‘

Seht, dieses Unheil geschieht dadurch, daß man Wallfahrten mitmacht, die Mein Statthalter in Rom befiehlt, nur um sein Vergnügen zu suchen, die Städte zu sehen, weil man zu Haus nicht genug zu finden weiß, weil man noch die großen Städte besehen will, und mit dem Vergnügen nimmt man die Laster mit nach Haus und manches gute Herz kommt schlechter zurück als es fortging. Meine Kinder, merkt es euch! Dieses ist die Ursache, warum Ich immer wiederkomme. Vierzig Tage weilte Ich unter Meinen Aposteln, um sie zu befestigen im Glauben. Welche Nachsicht Ich habe als Gott, könnt ihr daran ersehen, wie gütig Ich verfuhr mit Meinem Apostel. Weil dieser ungläubige Thomas nichts sieht, der doch von den übrigen Aposteln hörte, daß Ich auferstanden war, und der doch Meine Wunder mit angesehen, der Mich oft im stillen bewunderte, weil Ich Mich nicht gewürdigt habe, ihm zu erscheinen, glaubt er nicht, er glaubt einfach nicht.

Welch ein Schmerz für Mein liebend Gottesherz! Seht aber auch, welche Nachsicht und Geduld Ich mit den Menschen habe. Hört ihr Mich zürnen? Hört ihr Mich tadeln, zurechtweisen? All dieses nicht! Ich komme, wo er dabei ist, und aus aller Mitte heraus rufe Ich ihn, und sage: ‚Mein Freund, Thomas, jetzt komme und lege deine Hand in Meine Seite und reiche deine Finger her und lege sie in Meine Hand, in die Male der Nägel, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig.‘

Merkt euch, Meine Kinder, dieser Thomas lebt heute noch. Ich meine damit nicht die anderen, sondern diejenigen, die unter euch sind, die mit euch verkehren, euch alle meine Ich, ihr alle seid Thomasse. Ihr geht hinweg und fort ist aller guter Sinn. Ihr fangt an zu zweifeln, sobald eine Trübsal kommt, eine Prüfung kommt, sobald Satan an euch herantritt mit Versuchungen, dann seid ihr der ungläubige Thomas. Aber wißt, wenn die ganze Welt soll erneuert werden, dann müssen die einzelnen Glieder anfangen, sich selbst zu erneuern. Ihr müßt feststehen in eurem Glauben. All die großen Diener Gottes, die vor Meinem Thron stehen, haben alle ein absonderliches Leben geführt, sie waren alle Sonderlinge, sie haben nicht nach rechts und nicht nach links geschaut, nicht halb und halb mit der Welt geliebäugelt. Entweder – oder! Schnurstracks auf Mich losgehen! Ihr müßt alles abschneiden, was hinführt auf Irrpfädchen. Den geraden Weg, der auf Mich losgeht, müßt ihr wandeln. Mich immer zum Vorbild nehmen.

Ich gehe euch immer voraus mit dem schweren Kreuz auf dem Rücken. Deine ganze Mission hast du gesehen, als Ich dich fragte, ob du Mir folgen wollest, und als Ich dir sagte: ‚Wenn du Mir dienst wie bisher, kommst du auch in den Himmel, wenn du Mir aber Freude machen willst, dann gehe den Weg, den Ich dir jetzt zeige.‘ Da schautest du Mich mit dem schweren Kreuz auf dem Rücken. Merkt es euch, ihr guten, treuen Kinder der Kirche!

Schaut auf euer Vorbild, das seht ihr immer an der Spitze der kleinen Schar, mit dem Kreuz auf dem Rücken, die Schweißtropfen auf der Stirne. Geht Ihm nach, nicht nach rechts und nicht nach links. Ja, ja, ihr dürft euch auch etwas ausspannen hie und da, an einen Wallfahrtsort gehen und euch da Erholung gönnen, aber nicht zusammensitzen und prassen, essen und trinken und zechen und spielen und tanzen, wie so viele gute Katholiken tun und noch wunders meinen, wie gute, treue Kinder der Kirche sie wären. Dies alles muß wegfallen. Ich muß anfangen an den treuen Kindern Meines Herzens, ein strenges Evangelium muß Ich predigen, damit die Heiden, die Un- und Irrgläubigen es sehen und sagen: ‚Seht die Christen, seht, wie sie einander lieben, wie sie von all dem nichts wissen wollen, was wir tun.‘ Dann wird es anfangen zu grünen und zu sprossen, und Mein Reich wird aufgerichtet werden in Meiner Schöpfung.“

Barbara: „O Herr, soll N. diesen zeitraubenden Verkehr abbrechen?“

Jesus: „Ja, ja, und auch du, Meine Kleine, und du, Meine Kleine, und du, Meine Tochter, stehe fest in deinem Kreuz. Siehe, du hast noch manches an dir, was abgestreift werden muß. Du bist noch allzu vergnügungssüchtig. Du mußt sehen, daß Ich dies nicht will. Siehe, Ich bin der Herr über Leben und Tod. Ich kann dir deinen Ehemann hinwegnehmen und kann dir ihn lassen. Wenn Ich ihn dir schenke, mußt du Mir versprechen, daß du nichts mehr willst, als Ich es will; daß du dein Vergnügen in deiner Familie suchen willst. Ihr dürft euch erholen in Gottes freier Natur; aber alles andere abschneiden. Ich will, daß niemand sagen kann: ‚Ja, so sind die Betschwestern, die Kirchenläufer.‘ Abbrechen mit allen anderen Personen, die dich zur Sünde verleiten, zu allzu vielem Reden, und ihr alle abbrechen mit allen Personen, die euch zur Sünde verleiten; ganz still dahingehen, unter euch bleiben, wo es keinen Nutzen bringt; abbrechen, schnurstracks weitergehen. Durch euer Beispiel müßt ihr mehr belehren als wie durch Worte.“

Barbara: „O Herr, ich bitte Dich für diese Kranke.“

Jesus: „Sie gehört zu denen, die Mir Sühne leisten müssen. Sie wird unter ihrem Kreuz ausharren, das sehe Ich voraus, und deswegen spürt sie keine Linderung. Sie soll sich in ihr Schicksal ergeben und wissen, daß um ihres Leidens willen viele Seelen sollen gerettet werden. Ihr alle aber steht zusammen zu einem Bund, laßt euch nicht beeinflussen, weder von denen, die vorgeben, gute Katholiken zu sein, noch von denen, die euch verfolgen und verleumden. Grüßt Mir alle recht herzlich und bemüht euch, den Maimonat recht christlich zu feiern.“

354 Vigil von Herz-Jesu-Freitag Mai 1900

„Der Weg zum Himmel ist schmal, und der Christ, der ihn wandelt, darf nicht allzu viel Gepäck haben, nicht allzu üppig leben.“

Barbara: „Ich danke Dir, mein süßester Bräutigam, für all die Liebe, die Du uns erweisest. Ich danke Dir anstatt derjenigen, die nicht mehr an Dich glauben, die alle Deine Wohltaten Tag für Tag hinnehmen und nicht daran denken, daß Du sie ihnen spendest, und auch derjenigen, die zwar an Dich glauben und daran denken, Dir vieles zu schulden, die aber vor lauter Haschen nach zeitlichen Gütern vergessen, Dir zu danken, besonders, wenn Du ihnen Leiden schickst, wenn sie auch daran denken in glücklichen Tagen, aber auch für die Leiden müssen wir Dir danken. Siehe Herr, wir sind versammelt hier, Du hast uns zum dritten zusammengeführt, wahrhaftig nicht, damit wir Lorbeerkränze pflücken, wohl aber viel Schmach und Spott. Du sorgst dafür, daß das liebe ‚Ich‘ zurücktritt. Wie hast Du uns heute Abend wieder gedemütigt durch diesen Prediger, im Beisein so vieler Menschen. O wie danke ich Dir dafür! Ich habe zwar schon so vieles gelitten und schon jahrelang mich bestrebt, Dir zu gefallen. In meiner Jugend habe ich Dich immer gebeten, Du möchtest mich auf den wahren Weg der Heiligkeit führen, aber doch einen möglichst leichten Weg. Ich fürchtete mich vor dem Heiligwerden.

Wenn ich gelesen, was die Heiligen für große Werke geübt, da dachte ich, die müssen viel gelitten haben, und das wollte meine Natur nicht. Deswegen bat ich Dich, mich einen leichten Weg zu führen. Ich sehe aber, daß es nicht anders geht. Ich muß unter das Kreuz. Nur her damit! Nur her mit der Krone von Dornen! Heute abend hast Du sie mir auf die Stirne gedrückt, die Krone der Schmach. Der Prediger in Eibingen hat gesagt, die Krone der Jungfrauen ist die Krone der Schmach hier in diesem Leben. Gib sie mir! O wie danke ich Dir dafür! Jetzt verstehe ich, warum Du das vorletzte Mal gesagt, wir sollten uns vorbereiten auf Leiden. Im ersten Moment war es ein großer Schmerz, aber wie süß zu leiden, für Dich verachtet, verlacht und verspottet zu werden. Nimm hin diese königliche Schmach, denn ich habe sie ja für Dich gelitten.“

Lied: Hochpreiset meine Seele den Herrn ...

Jesus: „Seid Mir von Herzen gegrüßt, ihr, Meine liebsten Kinder! Die Schmach, die ihr Meinetwegen erduldet, trägt euch viele Edelsteine in eure Krone ein. Seht, wo sind denn diejenigen, die Mir nachfolgen auf diesem Weg der Schmach, der Verachtung? Seht nur Meine Diener, die Priester der katholischen Kirche, die Mein Reich fortpflanzen auf dieser Erde, auf die Ich Meine Kirche gebaut, die Meine Säulen sind, auf welchen das ganze Gebäude ruht und ruhen soll, seht, sage Ich, auf sie, warum sie denn sich so sehr fürchten vor dem Gerede der Menschen?

Warum habt ihr heute abend wieder diese öffentliche Beschimpfung gehört? Weil sie das Kreuz fliehen wollen, das Kreuz, das den Heiden eine Torheit ist, den Juden ein Ärgernis. Solange Meine Diener sich fürchten vor dem Gerede der Menschen, solange sie alles Übernatürliche, das Ich in allen Meinen Dienern wirken wollte und von jeher gewirkt habe, streitig machen wollen, ins Lächerliche ziehen vor der großen Masse, so lange sind sie schwache Petrusse, die das Gerede einer armen Magd fürchten. Wenn sie an einem Ort stehen, wo Ich Mir eine treue Seele erwählte, durch die Ich der Welt zeigen will Meine unendliche Liebe und Barmherzigkeit, dann fürchten sie sich, dann setzt sich alles in Bewegung, um einer solchen Seele alles zu verleiden. Und doch ist es von jeher nicht anders gewesen, als daß einmal die Wahrheit an die Öffentlichkeit hinausgedrungen wäre. Diejenigen, die dann zu Meiner Fahne stehen, halten aus, denn die Herzen, die Gedanken vieler müssen offenbar werden. Und zu solchen Zeiten kann Ich Meine liebsten Kinder prüfen, da bewährt sich das echte Gold, da bewähren sich aber auch Meine Diener in ihrer Treue. Jetzt will Ich sehen, welche von ihnen das Kreuz, das Ich dir gezeigt vor einigen Jahren an Kreuzauffindung und Kreuzerhöhung, das von der Erde bis zum Himmel reichte, übergolden werden. Sie sind die Berufenen, die dieses Kreuz übergolden sollen, darum aber auch die Berufenen, zuerst sich unter das Kreuz zu stellen, unter Mein Kreuz, unter das Kreuz der Schmach und Verachtung sich zu stellen.

Und solange sie dieses Kreuz nur auf halber Schulter tragen wollen und sich nicht ganz darunter stellen, solange sie sich wehren gegen den Spott und Hohn, den man ihnen zuschleudert auf allen Gebieten der Gottlosigkeit und sie nicht auch noch den Spott und Hohn dazunehmen, der ihnen wegen ihres Dienstes und wegen ihres tiefreligiösen Glaubens bereitet wird, tragen sie nur halb das Kreuz.

Es hat, seitdem Meine heilige Mutter lebte, viele Seelen gegeben, die Mir nachfolgten, vielmehr den Weg wandelten, den Meine heilige Mutter wandelte. Fraget aber Meine Mutter, auf welchem Weg Sie Sich geheiligt hat, ob Sie Sich auch fürchtete vor dem Gerede der Menschen, ob Sie da, wo man Ihr zuflüsterte: ‚Siehe, was man wieder über Deinen Sohn gesprochen, wie die Pharisäer Ihn wieder beurteilt, Er sei des Zimmermanns Sohn‘, ob Sie da Sich schämte, ob Sie diesen Menschen ausgewichen? Nein, nein, Meine Kinder, von dem ersten Augenblick an, als Sie Sich vorgenommen hatte, die Jungfräulichkeit zu bewahren, eine reine Jungfrau zu bleiben, trat Sie in die innigste Vereinigung mit der Heiligsten Dreifaltigkeit. Oft zog Sie Sich zurück und verkehrte mit Ihr in einer Weise, wie alle frommen Seelen mit Gott verkehrten, und wie auch ihr mit Ihm verkehren müßt. Viele sind Ihr nachgefolgt auf diesem Weg des tiefinnigen Glaubens. Wenn eine Seele, die vorgibt, Mir zu gefallen, Mir zu dienen, aber alsdann, wenn Ich etwas anderes von ihr verlange als das, was ihrer Natur zusagt, und sie Mir dann nicht huldigt und Meinen Willen nicht erfüllt, so kann Ich sie nicht gebrauchen zu dem Zweck, zu dem Ich einige Seelen berufen habe.

Nicht alle Menschen sind berufen, auch nicht alle, die einen besonderen Weg gehen wollen, aber doch habe Ich von jeher Mir Seelen erwählt, durch die Ich besondere Dinge wirken wollte; Meine heilige Mutter war die Erste. Obwohl Sie nicht sprach, wie Ich das Werkzeug Mir erwählte, so sprach Sie aber unter Meinen Aposteln auf dieselbe Weise. Der Heilige Geist sprach durch Sie mit Meinen Aposteln; und warum glaubt ihr wohl, daß Ich Meine Mutter, das Teuerste, das Ich hier auf Erden besaß, noch so lange Jahre in dieser Verbannung leben ließ? Gewiß hätte Ich Sie mit Mir hinaufnehmen mögen in Meine ewige Herrlichkeit, um Sie baldmöglichst von diesem Erdenleben zu befreien, aber Ich wollte nicht. Sie mußte ausüben, was Ich jetzt ausübe durch diese Seele, ein Apostolat mußte Sie ausüben. Meine Jünger, Meine Apostel, die Ich hinaussenden wollte in die Welt, brauchten eine Stütze, sie brauchten Gebet, sie brauchten auch einen guten Rat, und diesen wollte Ich durch Meine heilige Mutter ihnen spenden, ihnen nicht entziehen.

Darum, Meine Kinder, blieb Sie noch so lange auf Erden, bis dieses Mein Reich etwas tiefer begründet war, bis das Samenkorn, das hineingelegt war in Meine junge Kirche, aufgesproßt war und bereits innen angefangen hatte zu treiben.

Seht nun, Meine Kinder, das Kreuz will man fliehen, und doch bin Ich gekommen, der Welt durch dieses Werkzeug zu sagen, was ihr not tut, wie zu allen Zeiten, wenn die Welt entchristlicht war, in den bereits zweitausend Jahren, seitdem Meine Kirche besteht. Denn die alte Kirche ist verschwunden, die alttestamentliche Kirche, wo der wahre Gott angebetet wurde in Jerusalem im Tempel. Der Tempel ist verschwunden, und ein neuer ist entstanden an dessen Stelle, der Tempel, in dem Ich wohne Tag und Nacht in Meiner heiligen, katholischen Kirche. Seitdem nun dieser Tempel steht, haben sich viele in demselben geheiligt, und Mein Auge ruht mit Wohlgefallen, ja mit einzigem Wohlgefallen, auf diesem Tempel. Meine einzige Freude habe Ich an diesem Meinem Weinberg, den Ich Mir gepflanzt und gezogen habe.

Aber, obwohl Ich immer mit Wohlgefallen in demselben wohne und Meine Freude an diesem Weinberg habe, kommt es doch vor, daß die Üppigkeit dieses Weinbergs verschmolzen, vergangen ist, ausgesogen ist durch die Nachlässigkeit der Winzer. Die Reben treiben nichts mehr als wilde Schößlinge und der Saft der Trauben, die da wachsen sollen aus diesen Reben, fließt nur noch ganz spärlich.

Darum habe Ich zu allen Zeiten dafür gesorgt, daß dieser Weinstock wieder üppiger werde, daß ihm wieder neue Nahrung zugeführt werde und seine Reben reichlichere Früchte tragen und hervorbringen können. Deswegen habe Ich von jeher Menschen erweckt, durch die Ich der Welt Meinen Willen kundtat, durch die Ich die übrigen Menschen warnen, strafen, aber auch liebkosen und trösten wollte, damit sie dann mit größerem Eifer wieder zurückkehren an Mein Vaterherz. Zur Zeit eines heiligen Franziskus war die Welt erkaltet, aber so gottlos war sie nicht, wie sie jetzt ist. Ein heiliger Dominikus und ein heiliger Franziskus waren berufen, dieses Glaubensleben wieder aufzuwecken. Weil damals Meine Kirche reich war und durch die Üppigkeit vieler Meiner Diener, die da lebten wie die Weltmenschen, Meine Kirche in große Nachteile geriet, darum erweckte Ich diesen Franziskus, der der Welt zeigen sollte, wo es ihr fehle, daß die Welt die Armut lieben müsse; nicht die Welt, nein, Meine Kinder, denn die Welt ist nicht Mein, Meine Kirche, sage Ich. Meiner Kirche sollte Franziskus sagen, wo es ihr fehle, daß sie zu üppig sei, daß sie zu üppig lebe, daß man zurückkehren müsse zu einem einfacheren Leben, zu einem armen Leben. Das sollte Mein Diener Franziskus der Welt zeigen und sollte deswegen die Armut zu seiner Braut nehmen, um Meiner Kirche zu zeigen, wo sie gefehlt hat, und Tausende und Abertausende schlossen sich ihm an in den drei verschiedenen Orden, die er stiftete.

Seht nun, Meine Kinder, als aber die Welt gottlos wurde und immer gottloser wird, da sprach Ich durch ein anderes Geschöpf, durch eine Margareta Maria Alacoque. Ich offenbarte durch sie Meiner Kirche, wie sie es anzustellen hat, um die guten, treuen Kinder Meiner Kirche wieder zu wecken und Mir zuzuführen, denn als die Welt anfing, an allem zu lockern, als Ich hineinschaute in Meine Kirche und das Christenleben beobachtete, als Ich sah, wie das heilige Sakrament der Ehe mißbraucht wurde, als Ich die Zerrüttung der Familien schaute, da machte Ich durch diese Meine Dienerin Meine Kirche aufmerksam und gab ihr zwölf Verheißungen, die Ich all denjenigen schenken und zugeben will, die Mein Herz verehren. Ich sagte den Christen, daß alle diejenigen, die das Bild Meines Herzens in ihren Häusern aufstellen und verehren, Meines ganz besonderen Schutzes sich erfreuen werden. Aber die Welt glaubte nicht. Meine Kirche, Meine Diener glaubten es nicht. Es brauchte lange Zeit. Ja, ja, es brauchte eine Zeit bis auf die eurige und noch gibt es viele, die es heute noch bezweifeln. Heute noch wird allzu wenig Mein Herz verehrt.

Deswegen, Meine Kinder, wiederhole Ich noch einmal, was Ich euch schon gesagt habe im vorigen Jahr und früher, daß Ich mit Meinem Statthalter in Rom ebenso verkehre wie mit Meiner Dienerin. Ihm habe Ich es gesagt und Meine Diener haben die Aufgabe, das Volk hierüber zu unterrichten und ihr wißt es nun.

Hier aber spreche Ich, wie Ich zu Franziskus sprach und durch Franziskus die Welt belehrte, die Armut zu lieben. Wie Ich aber damals diese Armut, damit sie auch geliebt werde, selbst fordern mußte, so auch jetzt. Ich meine damit, Ich mußte Meiner Kirche alles entziehen, damit sie arm werde. Wißt ihr, entzogen hätte sie sich freiwillig diese Gabe nicht, und es gehört ihr auch der Besitz, der ihr geschenkt ist. Aber wißt, seitdem Franziskus diesen Orden gegründet, habe Ich durch diese Meine Diener der Kirche gesagt: ‚Die Christen sind nur wahre Christen, wenn sie die Schmach der Armut lieben. Nicht in Üppigkeit, nicht im Haschen nach irdischem Besitz geht der Weg zum Himmel. Der Weg zum Himmel ist schmal, und der Christ, der ihn wandelt, darf nicht allzu viel Gepäck haben, nicht allzu üppig leben und allzusehr nach Reichtum verlangen.‘

Und weil niemand diese Sprache verstehen wollte und es darum abwärts ging und abwärts ging bis auf eure Zeit, obwohl es seit jener Zeit viele große Heilige und Diener Gottes gegeben und Meine Kirche blühte und blühte, daß Ich mit großer Freude an ihr Mich ergötzte, kam es aber in letzter Zeit wieder sehr auf eine abschüssige Bahn mit Meiner Kirche, mit Meinem Reich. Die Kinder Meines Reiches sind schlüpfrige Wege gegangen und nicht mehr wie zu Franziskus’ Zeit ist die eurige Zeit, nicht erkaltet, nein, gottlos ist sie geworden.

Viele Christen wissen nicht mehr, daß Ich ihr Gott bin, daß Ich dreiunddreißig Jahre unter euch gewandelt bin, deswegen dieser allzu große Streit in Meiner Kirche, in Meiner Schöpfung, das Haschen nach Besitz, das Ringen und Kämpfen nach irdischem Besitz und Gütern, damit das Himmelreich auf Erden sich gestalte. Jeder will, weil er nicht mehr glaubt an ein Jenseits, sich den Himmel auf Erden verschaffen. Solange es dem Menschen gut geht, lebt er dahin und glaubt noch ein wenig, sobald er aber diesen seinen Glauben durch Treue bewähren soll, dann ist es aus mit seiner Treue. Daher die vielen Selbstmorde, die vielen unglücklichen Ehen, weil überall das Kreuz geflohen und gehaßt wird. In den Ehestand hinein wollen alle sich begeben, und wenn der Mann noch so viele Kinder hat, sie alle suchen das Glück im Ehestand und dann, wenn sie es nicht finden, dann ist es aus mit dem Glück, mit dem Frieden, und der Unfriede ist überall eingekehrt, weil man nur leichtsinnig in den Ehestand hineingeht, weil die Verachtung des jungfräulichen Standes überall gescheut wird.

Seht, Meine Kinder, dieses ist es, was Ich Meiner Kirche sagen will durch Meine Dienerin hier. Der jungfräuliche Stand ist verachtet von allen Schichten der menschlichen Gesellschaft. Ihr aber, Meine Diener, habt die Aufgabe, diesen Stand zur Blüte zu bringen. Seht hinein in die Gesellschaft, wie sie zerrissen ist, wie viele Selbstmorde vorkommen, wie viele unglückliche Menschen dahinstreichen, sich und anderen zur Last, weil sie nicht mehr verstehen, das Kreuz zu lieben, zu tragen, das Kreuz der Verachtung zu tragen. Wenn ihr nun, Meine Diener, ihr Priester der heiligen, katholischen Kirche, selbst nicht die Verachtung tragen wollt, wenn ihr selbst das Kreuz nicht umfassen wollt, wie könnt ihr dann andere das Kreuz tragen lehren? Ihr selbst, Meine Diener, müßt vorausgehen mit dem Kreuz, ihr müßt Meinem Volk zuerst zeigen, daß es euch Ernst ist, Meine Diener zu sein, und wenn ihr Meine Diener seid, dann müßt ihr das Kreuz tragen. Seid ihr denn mehr als der Herr?

Deswegen habe Ich euch schon vor längerer Zeit gesagt, das Kreuz, das Ich dir gezeigt, das von der Erde bis zum Himmel reichte, ist das große Elend, das in der menschlichen Gesellschaft sich ausbreitet, das aber nicht mehr anders zu heilen ist, als daß dieses große Elend übergoldet werde durch die Liebe zum Kreuz. Ihr, Meine Diener, ihr Diener der katholischen Kirche, seid die einzigen in der ganzen Schöpfung, die dieses Kreuz, dieses Elend übergolden können mit der Liebe, die ihr das Volk zum Kreuztragen lehren sollt. Solange man in Meiner Kirche nicht alles vermeidet, was den Glauben einiger erschüttern könnte, so lange liebäugelt ihr noch mit der Welt und tragt ihr noch auf zwei Schultern. Ihr wollt es nicht mit der Welt verderben und doch noch Meine Diener sein!

Auf, du Bischof von Mainz, umfasse das Kreuz! Siehe hier dieses Werkzeug, das beschimpft wird von einem Jahr zum andern, wie oft hast du es schon beschimpft, wie oft ihm schon die Dornenkrone auf die Stirne gedrückt. Wenn sie aus sich selbst wäre, Mein Freund, wenn sie, was in ihr gewirkt wird, in sich selbst wirken wollte, wäre sie längst dahin. Sie hätte längst dir gezeigt, wer sie ist. Wenn du aber glaubst, Mein Freund, daß Satan hier nicht im Spiel sein kann – denn würde wohl Satan gegen sich selbst arbeiten? –, dann glaube wohl, daß es Mein Geist sein muß, der in ihr spricht und arbeitet. Wenn du selbst sagen mußt, daß niemand sagen kann ‚Herr Jesus‘, außer im Heiligen Geiste, dann wisse, daß es an der Zeit ist zu glauben und tief zu glauben. Ihr aber, Meine Kinder, freut euch, denn je mehr ihr Meine Krone tragt hier auf Erden, desto üppiger gestaltet sich eure Krone in der Ewigkeit. Du, Meine Kleine, folge Mir Schritt für Schritt. Schaue auf deinen Bräutigam, mit der Dornenkrone geht Er dir voraus, folge du Ihm, folge Ihm.

Du, Meine Tochter, Ich habe Freude an deiner Familie, weil sie Mir dient. Du hast gute, brave Kinder! Wisse aber, daß eine Zeit kommen wird, wo auch du geprüft wirst in deinen Kindern. Harre aus, trage, was Ich dir zuschicken werde. Mir nach und freue dich, daß du auch in der Prüfung ausharren kannst. Wisse, das Gold ist nur dann erst echt, wenn es im Schmelztiegel geprüft ist. Harre aus, bearbeite deine Kinder, deinen Ehegatten, und gehe allen in eurer ganzen Gemeinde mit gutem Beispiel voran. Du sollst der Welt, deiner Nachbarschaft zeigen, daß du auch zufrieden bist, wenn der Herr dir Kreuz aufladen sollte, weder murren noch klagen, denn wisse, auch du wirst geprüft, ihr alle, Meine Kinder! Du, Meine Tochter, werde nicht irre! Jetzt bewährt es sich, ob du glaubst, denn wisse, daß Ich diesen Glauben auch belohnen werde!“

Barbara: „O Herr, soll ich meine Schwester besuchen?“

Jesus: „Siehe, als Ich auf Erden wandelte, da besuchte Ich all die treuen Freunde, die mit Meiner Mutter verwandt waren. Gehe du hin, mach deinen Schwestern die Freude; weil es dir zuwider ist, darum sollst du hingehen, sollst dieses Opfer bringen. Führt aber auch aus, was ihr euch vorgenommen habt bis nächsten Sonntag. Je mehr man euch widerspricht, um so inniger schließt euch an all die Wallfahrtsgänge an, die die Kirche erlaubt, denn dort kann euch niemand widersprechen. Kümmert euch aber nicht um andere. Seid wie Pflastersteine, die nichts verspüren.“

Barbara: „O Herr, schenke auch meiner Schwester N. diese Gnaden, um die sie Dich jahrelang bittet.“

Jesus: „Alles, um was sie Mich bittet, will Ich ihr gewähren. Sie soll nur die Zeit abwarten, bis es Mir gefällt, es ihr auch zu zeigen. Sie möchte nur immer ein bißchen auch davon sehen, doch weil sie so gar zu eigennützig ist, will Ich sie noch zuwarten lassen. Meine Tochter, warte es ab. Dort an der goldenen Pforte, dort sollst du alles schauen, für jetzt aber im Glauben leben. Du meinst, ob es auch echt sei? Ja, ja, so gibt es viele Menschen, die gern glauben möchten, wenn Ich es ihnen vor die Nase stellte, damit sie es mit dem fleischlichen Auge sehen könnten. Ja, ja, Meine Tochter, wartet es nur ab, der Glaube allein ist euer Verdienst, der Glaube allein ist euer Verdienst!“

Barbara: „O Herr, bessere N. die Gesundheit.“

Jesus: „Will sie eine Jüngerin des Gekreuzigten werden? Wenn sie das werden will, was soll Ich ihr dann noch tun? Will sie die Schmach nicht tragen, dieses kleine Wörtlein? Ja, Meine Tochter, du machst Mir Freude in all den Gebeten, die da die Männer verrichten, die da so gläubig aus innerstem Herzensgrund beten, denn das ganze Jahr wird nicht so tiefgläubig gebetet wie an diesem Tag von den Männern dieser Stadt. Dieser Lohn bleibt dir nicht aus. Aber sage ihr doch, ein bißchen mehr Geduld. Ich werde sie segnen, gewiß, aber der Weg zum Himmel muß noch verdient werden!“

355 Zweiter Freitag im Mai 1900

„Daß sie zwar Mein Wort verkünden, aber nichts weniger als dieses Wort an sich selbst in Erfüllung bringen.“

Barbara: „Lob, Preis und Dank sei jetzt und ohne End, dem süßen Herzen Jesu im Heiligsten Sakrament! Hochgelobt und gebenedeit sei Jesus Christus im Heiligsten Sakrament des Altars, und Maria, Seine jungfräuliche Mutter, sei gelobt und gepriesen von uns und allen Kreaturen, von nun an bis in Ewigkeit! O wie freut sich meine Seele! Wie hochbeglückt ist ein Mensch, der das Glück mit mir teilt. Meine Seele ist zu klein, um das Glück zu fassen, das Du mir bereitet. O ihr neun Chöre der Engel, ihr Heiligen im himmlischen Hof, all ihr Gerechten auf Erden, kommt herbei und seht, wie gut der Herr ist, wie lieb Seine heilige Mutter ist. O mein Jesus, gib mir eine Stimme, die hinaustönt in die ganze Welt, um das Lob Deiner heiligen Mutter zu verkünden. O wie gut ist Sie, o wie schön ist Sie! O ganz schön bist Du und kein Makel ist an Dir!“

Der Herr nahte Sich Barbara in großem Liebreiz und streckte ihr die Hand entgegen. Barbara wird gewürdigt, ihre Hand in die Hand Jesu zu legen und hält die göttliche Hand wonnestrahlend.

Barbara: „Ich bin ein gar zu unwürdiges Geschöpf, und Du würdigst Dich, diese innigste Verbindung mit mir einzugehen, mit einem Wesen, das nichts kann als Dich beleidigen. O Herr, verzeihe mir allen Undank und alle Treulosigkeit, die ich mir in meinem ganzen Leben zu schulden kommen ließ. O wie reut es mich, jemals einen Augenblick Dir entzogen zu haben. O Herr, sieh an die heißen Tränen über den Undank, den ich in meinem Leben Dir bereitet habe. O gewiß Herr, niemals mehr will ich Dich beleidigen, aber sieh, wie armselig ich bin. Heute, wenn Du mich hinaufziehst zu Dir, wenn Du die innigste Verbindung mit mir eingegangen und mir all Deine Schätze geöffnet, wenn Du mich hineinziehst in Dein göttliches Herz, ist die schwere Zeit vorüber, kaum habe ich die Wonne eingeschlürft, die Du mir zu verkosten gabst, bin ich schon wieder dasselbe armselige Wesen, das ich vorher war. O verzeihe mir!

O Dein Blick, er zermalmt mich! O mein Jesus, o wie lieb bist Du! O freut euch mit mir! Heute ist diesem Haus Heil widerfahren! Kinder, Kinder sind wir geworden, nicht mehr Knechte, nicht mehr Mägde, nein, nein, Kinder des Hauses sind wir geworden. Sein Haus ist es geworden und wir dürfen wohnen in diesem Seinem Haus! O freut euch, o freut euch der Wonne, zu wissen, daß dies Herz mich nicht verkannt, daß der Schmerz, der mich zerrissen, auch in Seine Brust gerannt. O mein Bräutigam, mein Jesus!“

Barbara streckt Ihm die Hände sehnsüchtig entgegen.

Weil es noch früh am Morgen war, so zögerten Lieschen und Luise lange und kamen erst, als der Herr schon einige Zeit mit Barbara verkehrt hatte, weshalb der Herr ihnen einen Verweis gab.

Jesus: „Meine Kinder! Gelobt sei Jesus Christus! Wie es euch ergeht, wenn ihr die Zeit der Gnade nicht benutzt, dieses vorhergehende, auffallende Zeichen, so ist es ein warnendes Beispiel in erster Linie Meinen Dienern, den Priestern hier in dieser Stadt.

Seht, wenn ihr die Zeit der Gnade nicht benutzt, die Ich euch angeboten habe, so ergeht es euch gerade so, denn ihr alle wißt, wie gut Ich bin. Ihr habt schon oft Meine Liebe, Güte und Sorgfalt zu den Menschen erfahren; ihr habt schon oft an Meiner Brust gelegen und die Liebe eingeatmet, die aus Meinem Herzen strömt, und doch wollt ihr anderen Dingen nachlaufen. Ja, ja, es ist recht, wenn ihr auch recht eifrig seid im Anhören von heiligen Messen, denn dort bin Ich ja, dort vollbringe Ich das größte Werk, das Ich auf Erden vollbringen kann, dort erinnere Ich Tag für Tag, Stunde um Stunde, die Menschen an Mein bitteres Leiden und lade sie ein, teilzunehmen an Meinem Leiden und die Gnadenströme, die da ausfließen aus Meinem Herzen, in sich aufzunehmen.

Aber seht, Meine Kinder, hier will Ich ja etwas Ähnliches ausüben, eine ähnliche Erinnerung an Mein bitteres Leiden, an die Liebe, die Ich habe zu Meinen Geschöpfen. Darum wißt, ihr Meine Kinder, die Ich euch erwählt habe, dieses Werk durch euch auszuführen, die Ich euch zu dritt zusammengeführt, damit ihr all die Stürme und Leiden und Verfolgungen, die Meiner Kleinen bereitet werden von den Dienern der katholischen Kirche, ertragen könnt, damit ihr feststeht zu einem Bund, denn wo zwei oder drei in Meinem Namen versammelt sind, da bin Ich schon mitten unter ihnen; wenn aber zwei oder drei um Meines Namens willen Verfolgung leiden, was soll Ich erst dann sagen? Da bin Ich nicht nur mitten unter ihnen, nein, nein, da bin Ich mitten in ihnen.

Ich Selbst will sie stärken zum Kampfe gegen die Mächte der Finsternis, hier aber nicht allein gegen die Mächte der Finsternis, sondern auch gegen die Gewalten, die Ich Selbst in Meine Diener niedergelegt habe, die zwar einen Teil eurer Prüfungen ausmachen sollen, die aber auch von solchen euch bereitet werden, die bösen, bösen Willen haben. Es gibt solche unter Meinen Dienern, die wirklich bösen Willen haben, zu Meinem Schmerz muß Ich es sagen.

Darum merkt es euch, Meine Kinder, wenn die Zeit gekommen ist, wo ihr wißt, daß Ich Meine Dienerin gern besuchen möchte, dann schauet nicht auf euren Gewinn, seid nicht so selbstsüchtig. Wißt, daß Meine kleine Dienerin sich auch Entbehrungen und Entsagungen in Hülle und Fülle auferlegen muß. Wißt, daß sie ebenso gern dort beiwohnen möchte, wohin euer Schritt gelenkt wird, wie ihr, sie muß aber allen ihren Freuden und Tröstungen entsagen, wenn Ich komme. Sie muß, weil Ich so will, und ihr müßt euch ihr anbequemen. Ihr müßt teilnehmen an ihrem Leiden. Seht, so geht es allen Menschen, Meine Kinder. Allen Menschen biete Ich Meine Gnade an, und Ich habe aufgerichtet den Born der Gnade. Zum allerersten fließt der Born der Gnade in Meinem irdischen Paradies. Ihr wißt, wo dieses ist. Das irdische Paradies, das noch sichtbar auf Erden ist, ist Meine heilige, katholische Kirche. In ihr fließt der vierströmige Kanal durch die ganze Schöpfung. Im Allerheiligsten Sakrament ist dieser Born der Gnade, der versinnbildet war in dem früheren Paradies, das von der Erde verschwunden ist. Aber dieses Paradies habe Ich doch wieder aufgerichtet im Neuen Bund, wo Ich Selbst Mich vereinigte mit Meiner Braut, der heiligen, katholischen Kirche und durch die ganze Welt diesen vierströmigen Kanal dahinsprudeln lasse.

Alle, die da kommen und schöpfen aus dieser Quelle, sollen gerettet werden, sollen teilnehmen an den Gnadenschätzen, die Ich ausströmen lasse in diesem irdischen Paradies. Dieses Paradies ist aber auch Meine liebe, heilige Mutter. Durch Sie will Ich ausströmen lassen den Born aller Gnaden, durch Sie leite Ich über die ganze Menschheit dahin all die Gnaden, die Ich und Sie mit Mir verdient für die arme, sündige Menschheit.

Seht nun, Meine Kinder, wie nur diejenigen, die da tiefgläubig sind, sich nicht anwehen lassen von dem Unglauben der Zeit, die dahinschreiten über diese sündige Erde, mit dem Kreuz beladen; denn nur dadurch wird das Paradies aufrechterhalten auf Erden, daß es recht viele gibt, die es verstehen, den Weg zu wandeln, auf welchem Ich das Paradies auf Erden erkämpfen und erschaffen mußte. Ich Selbst mußte dies Paradies dreiunddreißig Jahre lang erkämpfen. Ich Selbst habe es erschaffen dort, als Ich hinausschrie in die ganze Welt: ‚Es ist vollbracht! Vater, in Deine Hände empfehle Ich Meinen Geist!‘ Und nun, Meine Kinder, habe Ich es euch gesagt. Nun sollt ihr wissen, was Ich halte von dem Bischof von Mainz und was Ich ihm durch Meine Dienerin sagen lasse. Er ist nicht nur ein Diener Meiner heiligen Mutter, sondern er ist den Bund eingegangen, den Ich ihm angeboten habe. Er ist der geheimnisvolle Gemahl Meiner heiligen Mutter geworden, und deswegen lasse Ich ihm sagen, daß er nur eine kleine Weile, nur einen kurzen Augenblick den Brautstand erleben wird mit Ihr, und zwar eine Wonne von Ihr genießen wird wie keiner seiner Vorgänger. Im innersten Grunde seines Herzens wird er diese Worte wohl verstehen.

Dann aber soll er nicht irre werden. Er soll bedenken, daß die Braut bald Hausmutter, Hausfrau wird, die nichts mehr von den lieben, süßen Tagen des Brautstandes verspüren wird, die dann von Sorgen und Plagen gequält, vom frühen Morgen bis zum Abend ächzend und stöhnend das Kreuz trägt, das der Ehegatte ihr auferlegt trotz all seiner Liebe und Treue; denn sie soll ihm Jahr für Jahr Kinder gewinnen, und das bereitet dieser Braut ein schweres, schweres Kreuz. Sie fühlt die Last Tag und Nacht, wenn sie auch noch so sehr von ihrem Bräutigam liebkost wird, aber sie wird die Last jahraus, jahrein nicht mehr los. Dies sei ihm gesagt zum Trost, wenn die Tage kommen, wo er ächzend und stöhnend das Kreuz trägt, das Ich ihm auf die Schulter gelegt.

Er soll bedenken, daß er eine Braut, ein Bräutigam ist, und daß er in geheimnisvollem Bund lebt mit Meiner heiligen Mutter. Und wenn andere sich von ihm abwenden, wenn sie seine Bürde zu hart finden, dann möge er bedenken, daß es der Anfang ist zum Sieg, nämlich, das Kreuz soll in Meiner heiligen, katholischen Kirche vergoldet werden durch die Liebe Meiner Diener. Sie sollen das Kreuz umfassen und mit ihrer Liebe vergolden. Wenn sie in erster Linie das Kreuz vergolden, das heißt, die Last des Kreuzes nicht mehr fühlen, dann hat das Paradies auf Erden schon einen guten Zaun erhalten; denn sie sind die Pfähle, die den Zaun zusammenhalten, die Pfähle, die da tief eingeschlagen sind in das Erdreich Meiner heiligen katholischen Kirche.

Den Zaun müssen all die treuen, frommen Seelen bilden, die angekettet und angenagelt sind an die Pfähle, an das katholische Priestertum. Diese müssen all den Spott und Hohn, all die Leiden und Verachtungen mit Geduld und Ergebung tragen und hinnehmen, auch selbst wenn sie von denjenigen ausgehen, die Ich zu Pfählen hingestellt habe, und doch müssen sie fortwährend in Verbindung mit ihnen bleiben. Sie müssen alles ertragen und erdulden, aber auch tun, was diese Pfähle sie lehren und selbst vorpredigen, aber auch selbst tun sollen, Ich sage tun sollen; tun sie es aber nicht, dann wendet das Wort um, das Ich einst gesprochen in Meinem sterblichen Leben: Tuet nicht nach ihren Werken, tuet nach ihren Worten, wie Ich einst gesagt habe von den Pharisäern, die zwar die Worte der Heiligen Schrift auslegen, die aber ganz anders handeln, als die Heilige Schrift ihnen gebot.

Seht, so sollt ihr Seelen alle tun, die Ich euch bestimmt habe zu helfen, um den Zaun um Mein Paradies auf Erden aufzurichten, die Ich euch angenagelt habe an das Priestertum der katholischen Kirche, die Ich zu Pfählen hingestellt habe: ‚Tuet nicht nach ihren Werken, tuet nach ihren Worten‘, denn viele Priester der katholischen Kirche geben dadurch großes Ärgernis, daß sie es so gern mit der Welt halten möchten, daß sie zwar Mein Wort verkünden, aber nichts weniger als dieses Wort an sich selbst in Erfüllung bringen. Sieh, du Mein Freund, du sollst das Tor sein in dieses Paradies hier in dieser Stadt. So wie Ich die Priester zu Pfählen hingestellt, so stelle Ich dich hin als Tor, als den Eingang in das Paradies hier auf Erden.

Ihr aber, Meine Kinder, und all die treuen Seelen dieser Stadt, ihr sollt euch annageln lassen an das Priestertum, an diese Pfähle, damit Mein Reich wieder aufblühe, damit es die Oberhand gewinne in dieser Stadt. Seht, was ist denn eigentlich die Ursache, daß der Liberalismus und der Sozialismus so die Oberhand nimmt, obwohl diese Stadt eine Bischofsstadt ist und das Christentum in Blüte stand wie keines im ganzen Deutschen Reich, denn keine Stadt rühmt sich, eine Goldene zu heißen wie diese Stadt hier. Aber dieses Goldene Mainz ist ein bleiernes geworden, es hat sich gesenkt bis auf die tiefste, tiefste Erde herab. Warum denn? Weil die Diener der Kirche zuviel nachgeben, weil sie nicht mit Entschiedenheit das Kreuz umklammern, das Kreuz mit ihrer Liebe vergolden wollten.

Seht, Meine Kinder, siehe, Mein Freund, du bist bestimmt, dieses Kreuz zu übergolden, das deine Vorfahren zu vergolden vernachlässigten. Alle, die in dieser Stadt wohnen, müssen wissen, daß die katholische Kirche dieser Stadt gehört und diese Stadt der katholischen Kirche. Sie ist und bleibt eine Tochter, und zwar soll sie die erste Tochter Roms sein. Darum stehet ein für eure Rechte, wo es gilt. Laßt nicht ein Tüpfelchen vom ‚i‘ nach, wo ihr zurückstehen sollt, wo man euch Anerbieten macht, wo die Kirche, Meine Kirche, zurückgedrängt werden soll, und wenn es euer Leben kosten sollte, müßt ihr einstehen für die Rechte Meiner Kirche. Ihr müßt kämpfen wie Meine Dienerinnen hier kämpfen um das, was Ich von ihnen verlange.

Seht, ihr müßt euch nicht wundern, wenn Ich in geheimnisvoller Sprache zu Meiner Dienerin rede, denn Ich sage euch, wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, werdet ihr nicht eingehen in das Reich Gottes, und wenn ihr nicht zu den Kleinen haltet, die Ich euch gestellt habe, werdet ihr nicht eingehen in das Paradies, das Ich aufrichten will in dieser Stadt. Ich rede heute nur zu den Dienern dieser Stadt, zu den Priestern in Mainz. Einen Bund will Ich schließen mit euch, und derjenige, der es wagt zu spotten und zu höhnen über diejenigen, die Ich Mir erwählt habe, der wird sehen, daß er das Kreuz nicht übergolden hilft. Ich werde ihm die Gnade entziehen, die er jetzt noch so fest zu halten glaubt. Denn wie Ich heute euch gezeigt habe, daß Ich komme zu einer Stunde, wo es niemand vermutet, und wenn es Mir gefällt, und daß, wenn Ich die Gnade anbiete, man sie ergreifen soll und muß, ebenso Meine Diener, hat alles seine Zeit, ganz besonders aber die Gnade. Nicht umsonst hat Meine Kirche und Ich in ihr besondere Zeiten gegründet, besondere Jahre gestiftet, die man Jubeljahre, Gnadenjahre nennt. So ist es aber auch mit Gnadenzeiten, wenn Ich sie anbiete in einer Stadt oder in einer Gemeinde.

Ganz besonders hört auf zu spotten und zu höhnen gegen diejenigen, die Ich durch besondere Gnaden an Mich ziehe, ihr, die Ich euch gestellt habe, die Leitung anderer zu übernehmen, besonders ihr, die ihr das junge Priestertum fortpflanzen helft, denn Ich habe hier in Mainz diejenigen gelobt, welche die Pflanzschule des Priestertums leiten, Ich werde sie aber auch tadeln und strenge, strenge tadeln, wenn sie, anstatt das innere Leben zu befördern, Haß und Abscheu einpflanzen in dieses junge Priestertum gegen solche, die Ich auf diesem Weg führe und leite. Glaubt ihr vielleicht, Meine Freunde, eine Seele, die ihr mit solchen niederträchtigen Namen bezeichnet, hat den Kampf, den sie gekämpft, bis sie eine Quisel, eine Betschwester, eine Betfunzel, und wie ihr sie heißt, geworden ist, umsonst durchgekämpft? Hast du, Mein Freund, so viel gekämpft, wie diese Seele hier gekämpft hat?

Schämt euch, ihr Priester der katholischen Kirche, mit ähnlichen Namen diejenigen zu bezeichnen, die in euren Augen verächtlich sind, weil sie nicht eurer Laune zusagen. Wißt, daß ihr einer besonderen Gnade gefolgt seid, und daß Ich alle diejenigen, die Ich mit dem Priestertum begnadige, ganz besonders überhäufe mit Meiner Gnade, daß Ich aber auch in gerader Linie wie euch diejenigen begnadigen muß, die Mir auf diesem Weg folgen, die zu Meinen Auserwählten gehören, die Ich aber mit noch viel tieferen Gnaden und mit noch viel tiefgehenderen Erleuchtungen heimsuchen muß, bis Ich sie auf diesen Weg gebracht habe.

Ihr, seid nicht berufen und befugt, diejenigen so zu verschmähen, besonders zu schmähen und zu verachten in Gegenwart von anderen Personen, die diese Gnade nicht besitzen. Wenn es nicht anders wird in dieser Stadt, werde Ich wohl Meine Gnade wieder zurückziehen. Meine Dienerin wird zwar nicht rückwärtsgehen, Ich werde sie halten in Meiner Gnade, aber euch wird sie entzogen werden. Ich werde sie eurer Leitung entziehen, weil ihr euch schämt, es zu tun zu haben mit tiefgläubigen Seelen.

Geht hin und sagt Meinem Freund einen herzlichen Gruß von Mir. Wenn er wünscht, daß diese Stadt wieder zu ihrem ursprünglichen Namen zurückkehren soll, dann soll er sich die Worte wohl überlegen, die Ich ihm heute sagen lasse. Er soll nicht denken, daß eine Seele getäuscht ist, die so geschmäht, verachtet und verfolgt wird wie diese hier in dieser Stadt, so daß sie öffentlich vor allen Leuten beschämt und verspottet wird. Wenn er sich länger noch überzeugen will von der Gewißheit, ob Ich es bin, dann soll er seine Leitung freiwillig Meiner Hand übergeben. Er soll, in anderen Worten, Meine Hand walten lassen über Meinen Dienerinnen. Ich Selbst bin euer Führer. Wenn er nun wissen will, ob dieses wahr ist, dann soll er Mir die Leitung überlassen, denn da, wo der Priester zweifelt, ob eine Seele vom Geist der Lüge getäuscht sei oder von Meinem Geist geleitet, denn von dem Geist eines Menschen ist hier keine Sprache. Es gibt nur zwei Geister, die auf den Menschen einwirken. Ich habe dieses schon einmal erklärt in früherer Zeit. Er soll nachschlagen, er wird es schon finden, und soll bedenken, daß der Geist des Menschen eingehaucht ist von Meinem Geist, und der Mensch hat nichts aus sich selbst heraus. Er ist entweder freiwillig und durch die Todsünde ein Lügengeist geworden und steht unter dem Einfluß Satans, und solange er in der Todsünde lebt, ist der Geist Satans in ihm, und er vollführt die Werke Satans, oder aber der Mensch lebt in Meinem Geiste, den Ich ihm eingehaucht durch die Taufe und den Ich ihm eingegeben, nachdem er gesündigt hat, durch das Sakrament der Buße, und in dem Ich wohne durch Meine Gnade. Es ist also entweder der Geist Gottes in ihm oder der Geist Satans, und es ist nicht wahr, es ist eine Lüge, so groß wie nur die Welt sie je erfinden und erdichten könnte, daß eine Seele, ein ungelehrtes Dorfmädchen, aus sich heraus all die Worte erdichten kann, die Ich in ihm oder durch sie rede. Und dann, Mein Freund, wenn du noch länger zögerst und dich vergewissern willst, ob Ich es bin, der in ihr redet, dann sage Ich dir: Wehe, wehe der Stadt Mainz!

Ich will Mein Volk retten, Ich will, daß diese Stadt den Namen wieder tragen wird und soll, den sie verloren hat. Ich will, daß das Goldene Mainz wieder hergestellt werden soll als die erste Stadt Meiner Kirche und alle, die da noch länger widerstehen Meiner Gnade, halten zu der Welt, halten zu Satan und seinen Helfershelfern. Geht hinaus an die Loge, an die Pforte der Hölle und seht, wie es diese machen, eure Gegner, wie diese arbeiten, ob diese sich schämen, Satans Diener zu sein, und ihr, ihr wollt euch schämen, Diener des Kreuzes Jesu Christi zu sein? Diese Meine Dienerinnen sind Liebhaber des Kreuzes, Meines Kreuzes, und alle, die Ich an sie ankette, alle, die Ich ihnen zuführe, müssen Liebhaber Meines Kreuzes werden, und wollen sie nicht freiwillig, so müssen sie es werden; dann werde Ich sie so lange mit Kreuz beladen, bis sie das Kreuz mit Liebe umfangen, umfassen und mit Liebe Mir nachtragen. Liebhaber des Kreuzes muß Ich bilden, und wollt ihr Liebhaber des Kreuzes sein, dann umfasset das Kreuz und schmälert das Kreuz und den Kreuzweg nicht mehr, den Ich verbreiten will, denn er ist gar zu schmal, weil ihr ihn so schmal macht; er soll erweitert werden, damit viele darauf wandeln können, und solange ihr auf der Kanzel steht und die Liebhaber des Kreuzes schmäht und solange ihr den Pfad nicht erweitert und er ein Schlängelein bleibt, auf dem nur hie und da ein Persönchen wandeln kann, wird es nicht besser.“

Barbara: „Mein Jesus, Du bist heute so zornig, Du warst doch vorhin so lieb!“

Jesus: „Ja, ja, Meine Kinder, Meine Kleine, Ich war lieb vorhin. Siehe, dies ist das Zeichen, auf dem der ganze Weg, wie Ich die Meinigen führe, vorgebildet ist. Erst biete Ich ihnen Meine Gnade an, Ich locke und ziehe sie an, Ich gebe ihnen Zuckerbrötchen, Ich zeige Mich ihnen in der ganzen Liebe Meines Herzens. Ich lasse sie die Gnadenschätze verschlucken und verkosten anfangs, dann aber, wenn sie stark geworden sind, gebe Ich ihnen harte Brotkrusten und zeige ihnen, daß sie etwas gelernt haben. Ich prüfe sie. So tue Ich auch Meinen Dienern hier in dieser Stadt. Ich habe sie angelockt mit Zuckerbrötchen, Ich habe ihnen liebe, süße Worte gegeben, gute Worte, weil es so nicht mehr gehen kann.

Es muß anders werden in Meiner Kirche, sie muß zur Blüte gelangen, sie muß emporsteigen. Meine Braut, sie muß auf den Berg gestellt werden, auf dem alle Menschen sie sehen können. Darum muß Ich eine ernste Sprache reden, darum komme Ich mit Brotkrusten. Wollt ihr, oder wollt ihr nicht? Ich will euch prüfen! Seid ihr stark geworden? Ihr seid schon lange genug auf diesem Zuckerweg gewandelt. Ich will sehen, ob ihr was gelernt habt. Wollt ihr nicht? Gut, Ich lasse euch die Wahl. Ihr seid gestellt an den Wendepunkt. Eure Namen sollen fortan glänzen durch die lange Ewigkeit in dem Lebensbuch. In der Geschichte Meiner Kirche sollen eure Namen eingetragen sein mit goldenen Buchstaben. Wißt, das Gold bedeutet die Liebe. Diese Liebe muß aber mit dem Kreuz geschrieben sein. Dieses Gold, diese goldenen Buchstaben müssen aber mit dem Kreuz geschrieben sein. Wollt ihr, daß eure Namen glänzen durch die ganze Ewigkeit, dann müßt ihr dieses Kreuz nehmen und damit eure Namen selbst eintragen in das Buch der Kirchengeschichte, dann müßt ihr euch verdient machen in der Kirche, zu den Kleinen halten, mithelfen, dazuhelfen, ihnen vorausgehen, nicht hintennach, und noch spötteln über sie, über die, die euch vorgehen.

Nein, nein, Meine Diener, deswegen rede Ich heute eine so ernste Sprache. Du, Meine Kleine, brauchst dich nicht zu beirren, es geht dich nichts an. Ich bin mit dir zufrieden. Du hast diesen Monat Mai schon viele Freude gehabt, nicht wahr? Du fühlst in dir, daß es gewiß ist, daß der Herr in dir wohnt. Merk es dir, wenn es wieder anders wird, aber wisse, daß der Herr dann auch noch in dir wohnt, daß du Ihm aber verdienen sollst. Jetzt läßt Er dir noch eine so kleine Maikur.

Die Leute gehen hinaus, machen sich Vergnügen und halten eine Maikur, um ihre Gesundheit zu kräftigen, noch mehr aber, ihrer Lust zu frönen. Ihr, Meine Kinder, sollt auch eine kleine Maikur haben, ihr sollt sie auch halten. Ich gönne sie euch von ganzem Herzen. Deswegen helfe Ich mit dazu und Meine heilige Mutter, daß ihr eine kleine Maikur halten könnt. Du aber, Meine Tochter N., du sollst auch eine Maikur haben. Du sollst dich nicht allzusehr grämen. Ich habe dich mit Kreuz beladen, weil du gar zu verwöhnt bist. Du sollst Mich lieben lernen. Ich will dich heranziehen, weil Ich in deiner Familie einen guten Keim gefunden habe. Aber siehe, wie verweltlicht deine Familie ist, schaue hinein, wie viel da noch fehlt. Deshalb mußt du Mir verdienen. Du selbst mußt die Gnaden für sie verdienen. Harre aus unter deinem Kreuz und bringe Mir deine Tochter entgegen. Siehe, solange dieses verwöhnte Kind sich nicht anschließt an dich und die Worte beachtet, die Ich hier spreche, so lange kann Ich dir das Kreuz nicht abnehmen. Aber zürne Mir nicht mehr. Ich liebe dich, und deine ganze Familie möchte Ich retten, aber wie viel fehlt da noch. Sage deiner Schwester, wie da noch so flach der Glaube ist, wie wenig Mir das gefallen kann.

O es kann Mir nicht gefallen ein solcher Glaube. Wo bleibt da das Leben aus dem Glauben bei einem so verflachten Glauben. Ja, glauben denn diese Menschen, sie lieben nur so oberflächlich und leben nur so dahin und Ich muß ihnen das Paradies nachwerfen? Nein, nein, Meine Kinder! Hier heißt es kämpfen und leben aus dem Glauben. Dort ist der Lohn, hier der Kampf!

Du, Meine Kleine, Meine Dienerin, du fühlst die Maifreude, ja, ja, wie dieses ganze Haus hier. O wie freut es Mich, wenn sie am Abend sich versammeln und Meiner Mutter schöne Marienlieder singen. Die ganze Umgebung fühlt sich himmelwärts gezogen. Ihr wundert euch, daß eure Wirtschaft leer wird. Wißt ihr, daß ein innerliches Grauen alle diejenigen befällt, die nicht in der Gnade Gottes leben. Darum fürchten sie und zittern, wenn sie diesen Gesang vernehmen, der sie an die Ewigkeit und an das unsterbliche Leben erinnert, sie aber auch an das Glück erinnert, das diejenigen genießen, die Gott treu dienen.

Seht, so wie es hier in diesem Hause ist, wie anfangs zwar sich die Gottlosen zurückziehen und diese Wirtschaft verlassen und dorthin gehen, wo dem Teufel gedient wird, Ich aber doch dieses Haus so segne, daß es keinen Schaden leidet, so wird die ganze Stadt geleitet und geführt werden. Diejenigen, die sich zurückziehen von euch, wenn ihr recht zuhaltet der kleinen Schar, werden euch wahrhaftig keinen Schaden bringen, denn sie sind diejenigen, die Ich abschütteln will vom Baum Meiner Kirche. Die übrigen aber werden sich erbauen. Die ganze Umgebung wird sich erbauen und ein neues Leben wird erstehen in dieser Stadt. So soll und muß es werden in der ganzen Welt. Überall, wo treue Seelen stehen, soll dieses Leben gefördert und geschützt werden. Es soll und muß der jungfräuliche Stand gehoben und gepflegt werden, es soll und muß der Ehestand geheiligt werden, es soll und muß das Leben im Ordens- und im Priesterstand geübt werden aus dem Glauben, ein neues Glaubensleben muß überall, überall in der Welt erstehen. Mit diesem Jubeljahr soll ein neues Glaubensjahr erstehen und geschaffen werden.“

Barbara: „O Herr, soll diese unglückliche Frau sich scheiden lassen?“

Jesus: „Besser tut sie, wenn sie sich nicht scheiden läßt. Es ist besser, wenn eine Seele das Kreuz, das Ich ihr auf die Schultern gelegt, das sie sich selbst zwar gewählt, denn mit dem Ehestand, den eine Seele sich nach reiflicher Überlegung gewählt, hat sie es sich ja doch selbst und freiwillig gewählt, noch vielmehr eine Seele, die es ohne Überlegung wählt, die hat dann erst recht das Kreuz freiwillig gewählt und dieses Kreuz, das sie sich nun selbst gewählt, das Ich aber geheiligt habe durch das Sakrament der Ehe, ist besser, wenn sie es trägt bis an ihr Lebensende.

Wenn sie dann unter der Last auch zusammenzubrechen meint, hat sie den Vorteil, daß jene Seele, mit der Ich sie verbunden habe, doch nicht ewig verlorengeht. Denn überall, wo solche Ehescheidungen vorkommen, wo die Seele sich freiwillig von dem anderen Teil trennt, steht jener Teil in großer Gefahr, verlorenzugehen und dieser Teil auch, wenn er noch so fromm ist und Mir dient, denn in erster Linie sind die Kreuze, die Leiden, die Ich Selbst den Menschen auferlege, die sichersten und besten, denn sie verhüten allen Stolz. Eine Seele nun, die einmal stark geworden ist, die Ich ganz an der Hand führe und leite, die alles hinnimmt, der es nicht mehr genügt, die Leiden zu tragen, die Ich ihr auferlegt habe, diese soll weitergreifen und sich selbst Leiden verschaffen, damit sie recht viel verdienen kann. Sage dieses Meiner Dienerin. Es ist besser und verdienstlicher für sie und den Ehemann, wenn sie bei ihm bleibt. So kann sie den Ehegatten retten von der ewigen Verdammnis.“

Jetzt kam die liebe Mutter Gottes.

Barbara: „Ich danke Dir, o liebe Mutter, für die Liebe und Herablassung im Namen aller Menschen auf Erden, besonders in Vereinigung mit den lieben, treuen Seelen, die so sehr sich Mühe gaben, Dich den Mai durch recht zu verehren. O erfreue sie doch mit einem Trost.“

Maria: „Sage nur allen, die sich an euch anschließen, welche die Schriften lesen und die daraus großen Nutzen ziehen, aber auch jenen, die die Schriften lesen und daraus keinen Nutzen ziehen, weil sie nur lesen, um zu kritisieren und zu politisieren, die alles zerschneiden möchten, weil sie mehr Politik treiben, als daß sie sich dem Glauben unterwerfen wollen, einen herzlichen Gruß, allen jenen, die Mir Freude machen, diesen aber einen warnenden Gruß. Sie möchten abstehen von all dem Frevel.

Wißt, ihr Gelehrten, und ihr, die ihr nicht gelehrt, aber zu oberflächlich seid, um etwas zu erfassen, weil ihr allzuviel verstrickt seid in das irdische Treiben, nach Geld und Gut, euch wird das alles wenig nützen, all eure Schätze, all eure Gelehrsamkeit aus den Büchern, wenig werdet ihr Nutzen haben für die Ewigkeit, denn dort gilt nur, was echt ist. Ihr aber, Meine Kleinen, die ihr die Schriften leset und die ihr euch anschließet, auch ohne es zu lesen, an den Liebesbund, ihr macht Mir und Meinem lieben Sohn große Freude. Euch alle lasse Ich herzlich grüßen, besonders die geprüften Seelen, die noch so kämpfen und ringen um das Gold der Liebe.

Es gibt viele, und Ich will euch einige nennen. Es gibt viele in den Klöstern, welche die Schriften lesen, die aber auch noch geprüft werden mit Trockenheit und Armseligkeiten, weil sie noch vieles abstreifen müssen, bis sie eingegangen sind in die reine, ungetrübte Liebe, in jene Liebe, der es einerlei ist, ob sie ächzt und seufzt unter der Last des Kreuzes, unter Trockenheit und Verachtung, oder ob sie schwimmt in Liebeswonne, diese alle lasse Ich freundlich grüßen, aber auch jene armen Dienstmädchen, die noch so viel kämpfen und ringen und noch so vieles leiden müssen um meines Namens willen. Sagt ihnen ganz besonders einen freundlichen Gruß von ihrer himmlischen Mutter. Sie sind die liebsten Kinder, die Ich hier auf Erden habe, sie stehen noch in mancher Beziehung vor jenen, die sich ganz Meinem Sohn geweiht, weil an ihnen jedermann die Schuhe abputzt, weil sie hinausgestoßen sind und hinausgeschleudert werden, mitunter auch noch von der abscheulichen groben Herrschaft, der sie dienen. Welche Rechenschaft für solche Menschen, die ein solches Geschöpf hinausstoßen, ein solches armes Geschöpf! Darum, Meine Kinder, kommt an Mein Herz, kommt, ihr seid ja Meine Schwestern, denn auch Ich war eine Magd des Herrn. Aber eines muß Ich tadeln an so vielen frommen, braven Dienstmädchen, daß sie so viel reden über diejenigen, die sie geißeln.

Seht, Meine Kinder, ihr müßt schweigen, das Kreuz mit Liebe umfangen und jenen, denen ihr dient, mit Liebe und Geduld entgegenkommen, dann werdet ihr mit Flügeln euch emporschwingen zu dem lieben, süßen Gottesherzen. Ihr alle aber, ihr Meine Kinder, die Ich euch herbeigeführt, singet Mir liebe Liedchen in diesem Monat. Ich habe dir gesagt am Mittwoch: ‚Singe, singe meine Tochter, singe‘, weil es Mir so sehr gefällt, wenn Meine Kinder sich freuen. Darum, wenn ihr hinauszieht über die Fluren, so singt aus Herzensgrund, wenn ihr hingeht in die Maiandacht, singt aus Herzensgrund, und wenn ihr am Abend nach getaner Pflicht euch versammelt hier in diesem Zimmerchen, und ihr mit euren Kindern, o singt aus Herzensgrund ein liebes Liedchen, und auch du, Meine Tochter, mit deinem Ehegatten und mit deinen Kleinen, denn sie machen mir wirklich Freude.

Du mußt auch noch deine Leute ermuntern in deiner Heimat. Dadurch, daß deine Anna fortgegangen ist, ist vieles eingeschlafen. Deine Anna aber grüße Mir recht herzlich. Sie soll vorwärtsschreiten und nicht rückwärts, sie soll ausharren, denn Ich führe sie an der Hand; auch jenes Mädchen, das Ich ihr zugeführt, lasse Ich grüßen, sie soll nur kämpfen. Allen den Seelen, die da so vorgeben, innen zu sehr geplagt und geängstigt zu sein, fehlt es noch an der wahren tiefgegründeten Demut. Merkt es euch, ihr Seelen, ihr alle wollt mit himmlischen Flügeln euch emporschwingen, wie ein Seraph euch stehen sehen an der höchsten Stufe. Nein, nein, Meine Kinder, ihr müßt Schritt für Schritt gehen. Ihr müßt Kinder werden und merkt es euch, ein Kind weiß nichts von Stolz. Wenn man ihm etwas sagt, schaut es lieb empor zu der Mutter und glaubt, was die Mutter sagt, und wenn sie sagt: ‚Mein Kind, komme her, komme in meine Arme‘, dann läuft es, wenn es auch noch fällt. Es liegt auf dem Boden, steht wieder auf und läuft wieder.

So sollt ihr es machen, ihr kleinen Seelen, die ihr noch so geängstigt seid. Seht, Verzweiflung und Angst gefällt Meinem Sohn nicht. Es ist immer Stolz, wenn der Beichtvater gesagt hat: ‚Sei ruhig‘, und das Beichtkind sich nicht beruhigen will. Erst tiefbegründet beichten, merk dir es, wenn du aber eine tiefe Beichte abgelegt über dein ganzes Leben, über die Sünden, die du erkennst, dann lasse dich leiten von deinem Seelenführer, und wenn dieser sagt: ‚Du kannst ruhig sein‘, dann mußt du den Stolz herausreißen aus deinem Herzen, und wenn du noch kleinmütig und verfinstert bist, dann ertrage dies für deine Sünden und denke, nach dieser Zeit kommt eine andere Zeit, und mit einem Schlag kommt die Zeit, wo es anders wird; denn da ist es gefehlt an der Demut, Meine Tochter, und es wird bald anders werden.“

Barbara: „O liebe Mutter, stehe N. bei in diesem Prozeß.“

Maria: „Ich werde dir beistehen, Meine Tochter! Harre aus in all den Leiden, die Mein Sohn über dich ergehen läßt. Wisse, daß du in deinem Leben nie so inbrünstig gebetet hättest wie jetzt, wenn diese Leiden nicht über dich gekommen wären, daß du aber doch noch ein wenig mit schuld bist, weil du zu nachsichtig warst gegen deine Tochter. Auch diese möchte Mein Sohn retten. Darum sei zufrieden und harre aus, rette deine Tochter und alle deine Geschwister, die gar zu verstrickt sind in die Welt und noch so wenig Glauben haben.“

Barbara: „O Herr, schenke auch N., um was sie Dich bittet.“

Jesus: „Wenn sie tut, was Ich eben gesagt habe. Ihr sollt ja den Zaun bilden, ihr alle, die Ich euch erwählt habe, Mir in nächster Nähe nachzufolgen, ihr sollt angenagelt werden an das Kreuz. Darum weg mit dem Stolz, mit dem Liebäugeln mit sich selbst. Du brauchst nicht zu wissen, ob du so oder so bist, wenn du nur weißt, ob du deine Schuldigkeit tust, ob du Schmach und Verachtung ertragen, ob du zurückgesetzt sein willst; das muß dir alles ersetzen, was dir abgeht. Lege diesen Maßstab an, dann wirst du bald finden, wo es gefehlt hat, wenn es da irgendwo fehlt, steht es noch nicht so ganz klar. Ihr alle sollt euch annageln lassen an das Kreuz der Schmach und Verachtung; denn die Dornenkrone der Jungfrauen ist die Schmach und Verachtung, und die der Eheleute ist, daß sie sich eng anschließen an den Liebesbund und alles ertragen und mit Freuden die Leiden erdulden, die Ich ihnen zuschicke. Gelobt sei Jesus Christus!“

Barbara: „O liebe Mutter! Du bist ja so liebevoll, so herzlich! Wie gerne möchten wir Dir wie voriges Jahr die Freude machen. O wie würde Dir und Deinem Sohne Sühne geleistet an dem Ort, wo sich die Mainzer so versündigen, durch das Gebet und Deine liebevolle Begleitung, denn immer gingen die heiligen Engel und Du Selbst mit uns. O liebe Mutter, dürften wir doch den Weg wieder machen. Im Mai wird es nicht gehen. So nimm jeden Abend unseren Gesang aus Herzensgrund entgegen.“

Maria: „Der Herr hat aber Seine Gewalt abgetreten und der Bischof von Mainz hat zu entscheiden, ihm müßt ihr gehorchen!“

Barbara: „Ja, ihm müssen wir gehorchen. Du gibst uns den Segen. Kniet alle nieder!“

Maria: „Sie bietet auch die Hand deinem Kind, aber es zieht die Hand zurück. Sage ihm, es soll dich begleiten nach Mainz. Ein einziges Häkelchen: Seinen Eigensinn brechen, dann wäre alles gut.“

Anmerkung: Ein Priester aus ihrer Heimat schrieb in großer Not an Barbara, weil einer seiner Verwandten plötzlich verschwunden war. Der Herr zeigte Barbara diesen Mann, wie er unter der Oberfläche eines Wassers fortschwamm, ohne sichtbar zu sein und sagte, er habe sich in Geistesverwirrung das Leben genommen, sei aber nicht auf ewig verloren. Wirklich erhielt Barbara einen zweiten Brief, daß der Unglückliche gelandet worden sei, und zwar habe er sich an Kopf und Füßen schwere Steine gebunden, damit er nicht gefunden werden könne.

356 Dritter Freitag im Mai 1900

„Auch du Priester, stehst in derselben Gefahr, denn viele, viele deinesgleichen gehen nicht die Wege, die sie gehen sollen.“

Lied: All ihr bedrängten Leut ...

Barbara: „O süße Mutter Maria, wie unaussprechlich ist das Glück, das Du mir zuteil werden läßt.“ (Barbara betrachtete staunend, was ihr gezeigt wird.)

Es ist ein Eingang, zu vergleichen wie im Dom, wo das Missionskreuz steht, und wie die Nische im Seminar, wo die Mutter Gottes steht. O wie unbegreiflich schön muß der Ort sein! Ich darf nur den Eingang sehen und die liebe Mutter Gottes.

„Ich danke Dir, mein Jesus, für diese unaussprechliche Liebe. Dort wohnt sie; dieses ist die goldene Pforte, durch welche auch wir dereinst eingehen werden. (Barbara betet feierlich das Ave Maria.) Ich danke Dir, o große Königin des Himmels und der Erde, daß Du Dich würdigst, mich einen Blick tun zu lassen an den Ort, wo Du wohnst. O mein Jesus, ich kann es nicht aussprechen und erklären. Ich danke Dir im Namen aller Menschen, besonders in Vereinigung mit allen frommen Seelen, die sich Mühe geben, Deine heilige Mutter zu verehren in diesem Maimonat. O liebe, heilige Mutter Maria! Du hast doch ein bißchen Freude an den guten, treuen Kindern der heiligen, katholischen Kirche, besonders an denen, die sich Mühe geben, Dir nachzuahmen in Deinen Tugenden, das ist Dir doch das Liebste. O liebe Mutter, erflehe mir Verzeihung, daß ich so nachlässig bin, ich kann nicht mehr, mein Gemüt ist so abgespannt. Gelobt sei Jesus Christus!“

Maria: „Meine Kinder, es freut Mich, euch besuchen zu können in diesem Mir geweihten Monat. Ich weiß, die Sehnsucht aller Meiner lieben Kinder ist zu groß, länger kann Ich Mich nicht zurückhalten. Ich wollte warten bis zum letzten Freitag im Mai, in diesem schönen Monat, aber weil ihr alle euch sehnt, ein liebes Wörtchen zu hören von eurer Mutter, bin Ich in eure Mitte gekommen. Meine Kinder! Der Maimonat wird in der katholischen Kirche zu einem herrlichen Monat ausgerüstet, zu dem schönsten im ganzen Jahr, nicht nur, weil man sich mehr um die Altäre schart, Meinen Sohn inniger anzubeten, sondern auch, weil sich die guten, treuen Kinder der katholischen Kirche in diesem Monat ganz besonders Mühe geben, Ihm zu gefallen. Sie üben auch mehr Tugendakte als sonst im ganzen Jahr.

Dies ist eine solche Freude für Meinen lieben Sohn, daß Er Sich zurückversetzt glaubt in Sein sterbliches Leben, wo Er Sich alle Mühe gab, Mir Freude zu machen. So sieht Er jetzt in Seinen Kindern dieses tun. Er sieht in ihnen Sich Selbst und freut Sich mit ihnen und durch sie mit Mir ... (Hier hat die Schreiberin wegen Straßenlärms zwei Sätze überhört.)

Schon seit einigen Jahren ist dieser Monat, welcher der Blütenmonat ist, wo die Erde sich ganz anders gestaltet, immer sehr rauh und kalt, und doch sprossen unter dieser rauhen Hülle und Decke gar liebliche Blümlein hervor.

Seht, dies ist das Sinnbild der katholischen Kirche, wie unter dieser Eisdecke des Unglaubens, die auf der ganzen Welt liegt, und die diese Strafgerichte heraufbeschworen, so daß es unheimlich ist in der ganzen Schöpfung, doch unter dieser Eisdecke hie und da gar liebliche Blümlein hervorsprossen und Tugendakte geübt werden von den frommen, treuen, braven Kindern der katholischen Kirche. Wie freuen sie sich alle, wie singen sie aus Herzensgrund Mir zu Ehren, Meinem Sohn zu gefallen, überall wo der Liebesbund sich ausbreitet und wo Mitglieder des Liebesbundes stehen, aber viel üppiger, viel freudiger als sonst, weil Ich ganz besonders ihnen diese Freude bereiten will.

Ich Selbst will sie belohnen. Es ist wahr, die treuen Kinder, die sich mitunter alle Mühe geben, Mich recht nachzuahmen und Mir nachzufolgen, sind hart bedrängt. Der Arm Meines Sohnes liegt schwer auf Meinem Volk. Es muß diese Strafgerichte fühlen. Ich kann nichts erlangen, solange nicht allgemeine Gebete und Bittgesänge veranstaltet werden, wo das arme Landvolk sich zusammenschart, das ja doch am allerhärtesten bedrängt ist, und in Bittprozessionen den Himmel bestürmt und beschwört, reicht Meine Fürbitte und das fürbittende Gebet der treuen Kinder nicht hin. Es müssen die Christen alle, alt und jung, groß und klein, arm und reich zusammen flehen, den Himmel bestürmen, um das Herz Gottes zu erweichen.“

Barbara: „Meine liebe Mutter, Du zeigst Dich mir so überaus glücklich, in einer so herrlichen Verklärung. Ist dies die Stadt, in der Du wohnst? Ist dies die Pforte, durch die wir eingehen sollen, so bitte ich Dich, laß doch nicht zu, daß etwas gemindert werde von dem, was wir uns vorgenommen haben zu tun, damit doch recht viele sich anschließen und viele arme Sünder durch das vereinigte Gebet der guten, treuen Christen gerettet werden.“

Maria: „Ja, ja, Meine Kinder, dies ist es, warum du heute diese glorreiche Pforte geschaut, den Ort, wo du nicht hinschauen darfst. Nur am Eingang hast du Mich gesehen. Damit will Mein Sohn dich belehren, daß alle diejenigen, die sich anschließen an euch, einst mit euch eingehen werden durch diese goldene Pforte, und Ich Selbst werde euch an dieser Pforte abholen.

Aber so wie die Welt fortschreitet, wie Satans Reich aufgerichtet wird und Satans Helfershelfer sich alle Mühe geben, um ihren Lieblingen immer wieder etwas Neues anzubieten, um sie ja in diesem Saatmehl des Lasters festzuhalten, damit sie von Abgrund zu Abgrund hinabtaumeln bis zum letzten aller Abgründe, aus dem sie nie mehr befreit werden wollen, so müssen die guten treuen Kinder der katholischen Kirche sich alle Mühe geben, immer etwas anzuregen und aufzufrischen, in sich selbst und an anderen zu arbeiten, um das religiöse Leben leicht und bequem zu machen, die Tugend zu versüßen durch allerlei Annehmlichkeiten. Seht, das ist keine Ausschweifung.

Das ist die Tugend versüßt und verschönert. Wie die Mitglieder dieser Familie durch ihren Eifer, den sie bekunden, sich selbst immer ermuntern und das Gute leicht und angenehm machen und finden, indem sie sich, wenn auch noch so müde und abgespannt, doch immer wieder aufraffen und durch das abwechselnde Gebet mit den Liedchen, die sie einflechten, wenn auch noch so müde und schläfrig, doch immer wieder den Geist auffrischen, so soll das ganze Leben der Christen geübt, gepflegt und gehoben werden und alle Kinder der katholischen Kirche sollen ablegen die Kleinmut. Sie sollen wissen, wie gut der Herr ist.

Deswegen will Er Sich Selbst ihnen mitteilen und will dadurch, daß Er die Anregung der öfteren Kommunion bewirkt in der ganzen katholischen Welt, das Leben aller Christen süß und leicht machen. Er will, daß der jungfräuliche Stand gehoben wird, damit viele sich zusammentun, denn die Eheleute haben mehr Sorge und Last mit den Kindern und haben mehr für das Zeitliche zu sorgen als die Jungfrauen. Diese aber, die ganz für Gott leben und nicht so sehr sich in das alltägliche Leben vergraben sollen, sollen dann den Kleinmut ablegen, nachdem sie sich aufgerafft und eine gute Beichte abgelegt haben und fern von allem Kleinmut sich anschließen an den Liebesbund, und der Herr will dafür sorgen, indem er sich Tag für Tag ihnen selbst zur Speise gibt, daß sie in sich selbst gute Anregungen in Hülle und Fülle finden und so das Leben der Christen zu einem Paradies sich umgestalten soll, weil sie alle Leiden vergessen und sich immer und immer wieder in Gott erfreuen, in Gott ihrem Heiland.

Du, Meine Kleine, darfst jetzt nicht verdrießlich sein, weil allerlei Unannehmlichkeiten über dich kommen. Willst du ein Mitglied des Liebesbundes sein, dann mußt du erst noch vieles büßen und sühnen gerade durch Leiden. Weil du Mir nicht selbst Leiden bringst, muß Ich sie dir aufladen. Du hast einen guten, braven Ehegatten, den Ich dir zugeführt. Du mußt aber wissen, daß auch er sein Steckenpferdchen hat, seine Launen und Fehler, und jetzt will Ich sehen, was du gelernt hast. Lange, lange schon stehst du in der Schule und hast das ABC gelernt. Jetzt will Ich Prüfung halten mit dir. Du mußt Nachsicht haben mit deinem Ehegatten und mit deinen Kindern und frohen Mutes den Weg gehen und ihnen das Leben nicht versauern durch Bitterkeiten. Geduld mußt du üben, Geduld. Du wirst überall das Kreuz finden, wo du hingehst, aber jetzt, da es einmal wieder so ist, nehme dieses. Es geht auch wieder vorüber. Ihr aber, Meine Kinder, sollt vielen zum Vorbild sein. Darum muß alles in euch geordnet sein durch die Liebe. Ihr habt für nichts zu sorgen als für das, was des Herrn ist.

Du, Meine Tochter, mußt dich eng anschließen. Wisse, wenn du eine Krone verdienen sollst für die Jungfrauen der Stadt Mainz, hier in dieser Stadt, wo so viele Jungfrauen leben, aber nicht aus Liebe zu Gott diesen Stand gewählt, diesen sollst du vorleuchten, du, die du aus Liebe zu Meinem Sohn diesen Stand erwählt hast, wenigstens jetzt gewählt hast, da du ja eine Braut Meines Sohnes geworden bist.

Du sollst aber auch wie eine Klosterfrau dir eine Zelle erbauen in deinem eigenen Herzen und alles hinausschaffen, was in dieser Zelle dir hinderlich ist, damit du dich auch rühren und bewegen kannst, alles Überflüssige hinausschaffen aus der Zelle deines Herzens. Hinweg mit all dem Kram, mit all dem Zeug, das dir so hinderlich ist. Du kannst dich nicht frei in der Gottesliebe bewegen, Meine Tochter, solange du noch hängst an all den Kleinigkeiten. Gehe darüber hinweg, Meine Tochter.

Wisse, Mein Sohn hat dir Seine Hand angeboten und gereicht, an dieser gehst du sicher. Lege ab all die Grübeleien, die Kleinigkeiten, an denen du hängst. Niemals wirst du darben müssen, niemals wird es dir übel gehen. Fahre fort zu wirken, wie du bisher getan und laß alles Schauen beiseite. Siehe, das ist ein Gegenstand, den du hinausschaffen mußt aus deinem Herzen. Ferner sollst du nicht hören auf das Gerede der Freundinnen. Hinweg mit allen, die dir hinderlich sind. Lieber alles hinweg, lieber ganz allein den Weg gehen, als daß du dich beeinflussen lässest von ihnen. Mein Sohn hat wohl gesagt, daß du ihnen ein Vorbild sein solltest und sie nicht abstoßen sollst. Ja, ja, solange du sie an dich ziehen und auf bessere Wege bringen kannst. Sobald sie es nicht tun, mußt du gehen, wie Meine Freundinnen tun, mußt du dich von ihnen lossagen. Solange sie kommen und sich erbauen wollen, darfst du mit ihnen verkehren und Freundschaft pflegen. Alles übrige mußt du abschneiden, wie Ich es verlange von allen Meinen Dienerinnen, wo sie stehen in der Welt.

Meine Kinder, wenn die Priester noch zweifeln sollten, daß alles, was hier gewirkt wird, göttlichen Ursprungs ist, dann sollen sie sich nur umsehen in der Stadt und in der Welt, ob es nicht an der Zeit ist, wo man alles verlassen muß, um nicht selbst zugrunde zu gehen. O wieviel Unheil, wieviel Gottlosigkeit ist in der Welt, und die guten, treuen Kinder stehen in dieser Welt, atmen diese Luft ein. O rafft euch doch auf, schließt euch an, fragt nicht nach rechts und links.

Auch du Priester, stehst in derselben Gefahr, denn viele, viele deinesgleichen gehen nicht die Wege, die sie gehen sollen, weil sie mit der Welt liebäugeln, und eine allgemeine Umkehr zu einem tiefgläubigen Leben wäre bei gar vielen notwendig. Nur der erfaßt es, der selbst es übt. Darum auf, Meine Kinder! Auf, Meine Diener! Wollt ihr ganz besonders Meines Schutzes euch versichern, dann tuet, was Mein Sohn hier angibt, dann erneuert ein jeder in sich Tag für Tag dieses Leben.

Dem jungen Priester aber in Mainz sage einen freundlichen Gruß von Seiner Herrin, die bald, bald seine geheimnisvolle, unsichtbare Braut werden will. Er möge nicht verzagen in all den Trübsalen, die seine Familie und ihn selbst getroffen. Er möge bedenken, daß die Unlust und die Zerstreuungen im Gebet ihm nicht zur Sünde angerechnet seien, solange er Meinem Sohn auch guten Willen entgegenbringt und unter Meinem Schutzmantel geborgen ist. Er möge wissen, daß die Zerfahrenheit, wie er sich ausdrückt, nicht von ihm herkommt, gar von seiner schlechten Willensrichtung.

Nein, nein, es ist seine abgespannte Natur, die Krankheit seiner Nerven, und es wird nicht anders werden, bis er einmal mehr sich erholen und ausruhen kann. Statt die Osterferien sich ein wenig auszuruhen, hat der arme Mensch diesen Kummer durchgemacht. So geht es bei gar vielen, und wenn sie nicht auf übernatürliche Art getröstet werden, gehen sie abwärts, weil sie glauben, sie seien doch auf unrechter Bahn, und Satan, der dieses merkt, nutzt diese Mutlosigkeit aus zum Verderben der Menschen, wie bei dem Verunglückten, der da so unglücklich zugrunde gegangen ist. Satan nutzte sie aus zu seinem Verderben. Wenn es auch nicht immer so der Fall ist bei frommen Christen, wirkt es doch sehr nachteilig, wenn niemand da ist, der sie aufrichtet und auf die rechte Bahn einlenkt. Mut, Mein Sohn, Mut! Nur noch kurze Zeit und du wirst der Bräutigam deiner himmlischen Mutter!

Ihr aber, Meine Kinder, geht die nächste Woche, wo Meine Kirche das allgemeine Bittgebet veranstaltet in der ganzen Welt, hinaus in die freie Gottesnatur. Geht zusammen in derselben Kleidung, so wie ihr an das Heilige Kreuz gewallfahrt seid, damit euch niemand es wehren könne. Solange ihr die Erlaubnis nicht habt, dürft ihr keinen Anstoß erregen. So aber, wenn ihr euch so zusammentut, kann es euch niemand wehren, und ihr braucht niemand zu fragen. Andere gehen auf Vergnügungsreisen, macht ihr euch eine Erholungsreise, indem ihr hinauszieht und in Begleitung der heiligen Engel und in Meiner und in Meines Sohnes Gesellschaft das Lob Gottes verkündet.

Betet, Meine Kinder! Betet für die Sünder, betet für die Sünder dieser Stadt Mainz, denn die Gottlosigkeit hat ihr Haupt frech erhoben, und weil der Liberalismus überall das Haupt hoch trägt, und weil diese Stadt unter der Regentschaft eines ganz verkehrten Oberhauptes steht, das jetzt alles aufbietet, um diese goldene Stadt, welche die erste Tochter Roms gewesen vor Zeiten, gern hinüberziehen möchte in sein Lager. Darum all diese Aufzüge in letzter Zeit, um den Liberalismus zu bestärken, damit er nur ja alles ihm genehmige, und je mehr dieses Oberhaupt Eingang findet in diese Stadt, desto mehr weicht Mein Geist zurück, und diese goldene Stadt wird bleiern.

Darum sagt es allen Meinen Dienern, daß sie sich nicht schämen sollen, zu den Kleinen zu halten, daß sie freien Lauf lassen sollen all jenen Seelen, die nach echter Tugend und Frömmigkeit streben. Wißt, daß der böse Geist keine Mühe spart, um alles in sein Garn zu locken durch die Vergnügungssucht, und Mainz hat, so wie es den Vorzug hatte vor allen deutschen Städten in jener Zeit, wo es das Goldene Mainz genannt wurde, jetzt aber auch den Vorzug vor allen deutschen Städten in der Vergnügungssucht, denn man sagt in allen Städten, die viel reicher sind und viel üppigere Feste halten könnten: ‚Die Mainzer verstehen es, Feste zu feiern.‘ Meine Diener, ein warnendes Zeichen für euch! Je mehr das Mainzer Volk versteht, Feste zu feiern, desto mehr habt ihr zu zittern um euren heiligen, katholischen Glauben und eure Existenz. Wißt, je mehr dieser Geist der Vergnügungssucht fortschreitet, desto mehr dürft ihr euch zusammenknoten, desto leerer werden eure Kirchen, und der Bischofsstuhl weicht zurück von seinem Glanz.

Je mehr ihr zu den Kleinen haltet und glaubt, daß es an der Zeit ist, wo man keine Rücksicht mehr zu haben braucht und darf mit der gottlosen Welt, die doch verloren ist, desto mehr sollt ihr wissen, daß die Zeit gekommen ist, wo der Herr gebetet hat für die Seinigen, als Er sprach: ‚Vater, die Du Mir gegeben hast, Ich will, daß sie alle eins seien, wie auch Wir Eins sind.‘ Seht, damals hat Mein Sohn gebetet für euch. Wer waren denn diese, für die Er gebetet? Es waren Seine zwölf armen Fischer, die Ihm treu geblieben waren, und Seine Jünger und die frommen Frauen und zwei Reiche waren dabei, Nikodemus und Josef von Arimathäa.

Ein Zeichen für euch Priester der katholischen Kirche, wie wenig ihr gewinnen könnt, wenn ihr den Reichen nachgeht, denjenigen, die an der Spitze stehen. Geradeaus müßt ihr gehen und retten, was noch zu retten ist. Soll der Glanz der Kirche wieder ausgebreitet und erhöht werden, müßt ihr alle insgesamt zusammenstehen, euch selbst anregen durch gute Entschlüsse und all die guten Anregungen treu befolgen. Wo andere hinausziehen und sich Vergnügen verschaffen und vorgeben, sich von der Arbeit auszuruhen, seht, da müßt ihr euch Vergnügen verschaffen, indem ihr frei und offen euren Glauben bekennt, all die guten Anregungen in euch und durch euch befolgt.

Geht hin, Meine Kinder, und grüßt Mir alle, die sich euch anschließen; all die Kinder, die sich da so Mühe geben, Mein Lob zu singen, werden niemals abweichen vom rechten Weg. Sagt es darum all jenen, die sich Mühe geben, die Kinder um sich zu versammeln und mit ihnen den Maimonat zu feiern, daß sie kein größeres Werk tun können als das, welches sie tun, mögen sie nun Jungfrauen sein oder Hausmütter, die in ihren Familien die Kinder um sich versammeln, oder Lehrerinnen, die da ihre Kinder bearbeiten und ihnen Liebe zu Mir einflößen und beizubringen suchen. Alle diese lasse Ich herzlich grüßen.

Sage N., alles hat seine wichtige Bedeutung. Kein Ort ist unbedeutend, kein Weg, auf dem die Seelen geführt werden, ist ohne Bedeutung. Nur müssen es die Seelen anerkennen. Wie können sich all diejenigen, die es einsehen und glauben, daß nichts geschieht ohne Zulassung Gottes, freuen, wie können sie überall zufrieden leben und sich erfreuen, und wenn die Zeit gekommen ist, sehen sie es alle ein.

Auch du wirst einsehen, wie gut Mein Sohn ist und es mit dir gut meinte, Meine Tochter. Du mußt noch vieles ablegen und anders werden. Du mußt dich nicht grämen, weil dir manches nicht so geht, wie du es haben willst. Freue dich. Siehe, all die Leiden, die dir zugeschickt werden, sind nur Prüfsteine, womit das Gold geläutert wird. Ich habe in dir ein gutes Keimchen gefunden schon von frühester Jugend an, eine gute Seele. Du hast dieses Keimchen aber unbenutzt gelassen.

Darum mußt du geläutert, gesiebt und gefegt werden. Und ihr alle, die ihr nicht wißt, woher es kommt, daß der Herr euch Leiden schickt, erkennt sie an, beugt euren Nacken, wenn ihr nicht den Mut habt, freiwillige Leiden auf euch zu nehmen, wie diese Meine Dienerinnen hier, die Spott und Hohn hinnehmen und ruhig weitergehen, so tragt wenigstens die Leiden, die Mein Sohn euch auferlegt.

So und nur so kann Mein Sohn die Welt retten, nur so kann die Welt gerettet werden, das Paradies wieder aufblühen und Meine Kirche wieder auf den Leuchter gestellt werden.“

357 Fest Christi Himmelfahrt 1900

Die Demut muß die Wurzel treiben, der Glaube treibt den Stamm empor, der Stamm treibt Äste, Blüten und Blätter bis hinein in die himmlischen Gefilde.

Lied: Heute ist gefahren ... Den ganzen Monat Mai versammelten sich die Mädchen, die Tochter und Barbara, um nach beendigter Arbeit vor Mitternacht meist der lieben Mutter Gottes eine Stunde lang Loblieder zu singen. Die Gäste, durch den Gesang an den Aufbruch erinnert, verließen das Lokal, und die Schwägerin gesellte sich dann auch noch dazu.

Barbara: „Ich danke Dir, mein Jesus, für das Glück, das Du mir und allen, die sich persönlich oder im Geist mit uns vereinigen, in diesem schönen Maimonat bereitet hast. O wie glücklich waren wir schon in diesem Monat. Könnte ich allen Menschen den Frieden des Herzens einflößen, wie Du ihn über uns ausgegossen hast! O ich danke Dir für all die Gnaden, die Du meinen Angehörigen und mir erwiesen, besonders durch die glücklichen Mitternachtsstunden. Gelt, mein Jesus, es hat Dich doch gefreut, wenn alle, obwohl so müde und abgeschafft, sich versammeln, um Deine heilige Mutter zu verehren. O daß alle Menschen das Glück erfaßten, das in unserer heiligen Religion liegt, das Paradies wäre auf Erden. Barmherzigkeit für die arme, sündige Welt, die nicht erkennt, wie gut Du bist! O liebe Mutter, ersetze Du, was fehlt, wenn es manchmal recht unvollkommen war. Hat uns doch Dein Sohn gelehrt, daß wir Deine Tugenden Ihm entgegenbringen sollen. O so mache es auch im Monat Mai. Bringe Du Ihm Deine Tugenden, die uns fehlen, entgegen und ersetze, was uns mangelt durch Deine überreichen Verdienste.“

Maria: „Gelobt sei Jesus Christus! Meine Kinder, es freut Mich, euch wieder besuchen zu können. Ehe Mein Sohn Sich würdigt, zu euch herabzusteigen, möchte Ich doch ein recht liebes Wörtchen zu euch sprechen.

Seht, Meine Kinder, so einsam und verlassen muß Ich vom Ölberg zurückgehen mit den Aposteln und Jüngern, die sich an Meinen lieben Sohn hatten angeschlossen. Einsam und verlassen war die ganze Welt für Mich. Die Freude, Meinen Sohn emporsteigen zu sehen in die himmlischen Gefilde, in Seine ewige Heimat, hinterließ zwar auch in Mir die Spuren einer unaussprechlichen Freude. Ich freute Mich mit Ihm und der ganzen himmlischen Heerschar, die Ihn abgeholt und vor den Thron Seines himmlischen Vaters begleiteten. Aber seht, Meine Kinder, Ich, Seine heilige Mutter, muß doch wieder zurück in diese öde, armselige, verlassene Welt. O denkt euch den Schmerz: Zurück von Meinem Sohn, zurück in dieses Tränental. Und noch so lange Jahre sind Mir beschieden, fern von der Heimat, von Meinem lieben Kind zu verweilen. Und doch mußte Ich zurück. Und doch hat es auch für Mich wieder Seine angenehme Seite.

Seht, Meine Kinder, dies muß euer Trost sein in all den Trübsalen und Bedrängnissen, wenn Mein Sohn Sich in euch zurückzieht, wenn bald die Zeit vorüber ist, wo die heilige katholische Kirche ihren Festesjubel äußert.“

Barbara: „O liebe Mutter, wie schön, wunderschön ist die Zeit.“

Maria: „Ja, ja, Meine Kinder, wie wunderschön ist die Zeit, in der ihr lebt. Von der Auferstehung Meines Sohnes an bis zum letzten Fest, das die Kirche Meinem Sohne zu Ehren vorführt, zu Ehren Seiner heiligsten Menschheit, ist ein Freudenfest, ein einziges Fest des Jubels und Frohlockens unter den Kindern der katholischen Kirche, aber noch vielmehr unter den Kindern der triumphierenden Kirche.

Die streitende Kirche hier auf Erden, zu der ihr gehört, fühlt nur den Widerschein dieser Feste, den Widerstrahl. Jene aber feiern unaufhaltsam, unaufhörlich Tag für Tag, von der Morgenstunde des heiligen Osterfestes an bis hinaus zum letzten Fest, das die Kirche dem heiligsten Herzen Meines lieben Sohnes zu Ehren eingesetzt hat. Unaufhörlich tönen Tag und Nacht die Freudenund Jubelgesänge in der triumphierenden Kirche, denn jene erkennen erst, welcher Jubel, welche Freude es ist, ein Kind der katholischen Kirche zu sein, ein Kind der katholischen Kirche gewesen zu sein.

Kein Mensch, kein Kind, das geboren wird in der ganzen sichtbaren Schöpfung, hat dieses Glück, auch wenn es noch so gut seine Jahre verlebt und ganz unbewußt fern von der heiligen, katholischen Kirche sich in einer anderen Religion befindet. Weil es aber doch nicht ahnt, daß es im Irrtum sein könnte, wird es auch von Meinem Sohn aufgenommen in die himmlische Heimat, doch ist es weit entfernt von dem Glück, das ein Kind der heiligen, katholischen Kirche genießt, denn der Himmel, der Ort, der geschaffen ist für die wahren Brüder und Schwestern Meines Sohnes, ist nicht zu beschreiben, ist nicht zu ergründen. Kein Auge hat es je gesehen, kein Ohr hat es je gehört, und in keines Menschen Brust ist es hinabgestiegen, was Gott denen bereitet hat, die Ihn lieben.

In diesem festen Glauben ruhen Tag und Nacht die Kinder der katholischen Kirche. Jetzt erst sehen und begreifen sie, welch großes Glück es ist, daß ein Gott vom Himmel herabstieg und dreiunddreißig Jahre Mensch gewesen ist, um die Menschheit wieder mit Gott zu versöhnen und ihr das Glück zu verschaffen, wozu die Menschen erschaffen sind. Diejenigen, die nun bei Ihm wohnen, sehen und genießen dieses Glück, und darum freuen sie sich. Tag und Nacht ertönt der Jubel- und Preisgesang, bis die Zeit vorüber ist, wenn auch dann Tag und Nacht noch fort, aber in dieser Zeit ist die Freude so überströmend, daß es eine Wonne ist, auch nur im Entferntesten es zu ahnen, wie ihr es ahnt, Meine Kinder.

Daher, Meine Kinder, kommt das Gefühl, das ihr Erdenpilger zu gewissen Zeiten habt. Besonders diejenigen, die Mein Sohn anlocken möchte, um sie auf gute Wege zu bringen, läßt Er eine Zeitlang einen Vorgeschmack jener himmlischen Genüsse fühlen, deren sie einmal teilhaftig werden sollen, oder diejenigen, die Freude fühlen, das Hereinleuchten von jenen himmlischen Gefilden. Ihr seid Kinder der Heiligen, also Brüder und Schwestern der Heiligen. Wenn jene Freude so überströmend ist, so ist es, wie wenn in einer Familie ein großes Freudenfest gefeiert wird und eines der lieben Angehörigen weilt draußen in der Fremde, fern vom Vaterhaus, und die Mutter, der Vater, die lieben Geschwister erinnern sich an das Mitglied, das Kind, den Bruder, die Schwester, die draußen wohnt in der Ferne, und sie wissen nicht, wie sie es anstellen sollen, damit auch dieses liebe Mitglied eine kleine Freude, einen kleinen Vorgeschmack von der Freude habe, die sie beisammen genießen, und sie schicken diesem Kind ein wenig von den Überresten des Gastmahls, das sie genießen.

Seht, so ist es mit der überströmenden Freude der Himmelsbewohner. Einen Vorgeschmack habt ihr, und das ist das fürbittende Gebet der Jungfrauen, Meiner lieben Töchter, die alle sich mit Mir vereinigen und für euch bitten, damit ihr doch wenigstens etwas fühlet von der Freude, damit ihr gestärkt und gestählt werdet zu neuem Mut, zum Kampfe um die Krone. Harret aus, Meine lieben Jungfrauen, harret aus! Nur noch eine kurze Zeit und alles ist vorüber und ihr zieht hinaus auf den Ölberg, das heißt, ihr werdet auf ein Krankenlager geworfen oder auch gar nicht. Der Tod kommt schnell und unerwartet, aber die Ölbergangst müßt ihr durchmachen wie Mein lieber Sohn.“

Barbara: Und nun geht Er hinauf über die Gefilde, und noch einmal schaut Er zurück über die Menge, die vor Ihm steht. Und aufwärts und aufwärts schaut Er und Er erhebt die Hand und segnet die ganze Schöpfung nach allen vier Himmelsrichtungen hin, nach Nord und Süd und Ost und West, weil sie alle Ihm gehören sollen. Überall soll Sein Reich aufgepflanzt und aufgerichtet werden, sollen Seine Brüder und Schwestern wohnen. (Nun kam der liebe Heiland.) „Gelobt sei Jesus Christus!“

Jesus: „Gelobt sei Jesus Christus! Meine Kinder! Das Fest ist bereits wieder zu Ende gegangen, wo Ich Meine Kinder erinnern möchte von Jahr zu Jahr an den Abschied, den Ich nahm von dieser Erde, von Meiner sichtbaren Schöpfung. Verlassen haben Meine Füße diese Erde, um zu wandeln in den himmlischen Gefilden und nur noch sichtbar der gläubigen Seele, die da ein Kind geworden ist. Seht, Meine Kinder, Ich sage, ein Kind geworden ist. Eine Seele, die Mich schauen will, die Mich noch in Meinem sterblichen Leben erblicken will, muß ein Kind werden, denn obwohl Ich eingegangen bin in Meine Herrlichkeit und mit Leib und Seele in den Himmel aufgefahren bin, habe Ich doch die Macht zu tun, was Ich will, wie es Mir gefällt. Ich habe die Macht, wo es notwendig ist und wo es Mir beliebt, in sichtbarer Gestalt Meinen Geschöpfen zu erscheinen, Mich ihnen zu vergegenwärtigen, wie Ich mit ihnen lebte auf Erden. Ich sage, wenn es Mir beliebt und wenn es notwendig ist.

Notwendig ist es zu allen Zeiten, wo Meine Kinder anfangen, Mich zu vergessen, Mich hinauszustoßen aus ihrem Gedächtnis. Und weil jetzt wieder die Zeit gekommen ist, wo so viele Menschen darauf ausgehen, Mich aus ihrem Gedächtnis zu wischen, weil so viele sagen: ‚Es gibt keinen Gott, und wenn es je einen Erlöser gegeben, einen Messias, wenn es wahr ist, daß ein Messias auf Erden war, so war er nur ein gescheiter Mensch wie alle übrigen Menschen‘, so ist es freilich notwendig, daß Ich Mich Meinen Geschöpfen wieder zeige und durch sie die guten, treuen Kinder Meiner Kirche aufrüttele und aufschrecke und ihnen mit Liebe alle Meine Süßigkeiten zu verkosten gebe und ihnen zu verstehen gebe, wie sie es anzustellen haben, damit Mir Ersatz und Sühne geleistet wird für die undankbare Welt und so durch das fürbittende Gebet Meiner Kinder die Menschheit nach und nach wieder auf bessere Gesinnungen und bessere Wege gebracht werde. Darum sagte Ich, einer kindlichen Seele zeigte Ich Mich. Kinder müßt ihr werden.

Ihr Meine Lieben, seht euch nur um in dieser Stadt, nicht wahr, es ist unter den guten, treuen Christen eine ganz freudige Bewegung. Ja, ja, Meine Kinder, die Ursache ist, weil man anfängt zu glauben, daß Ich die Macht habe, zu Meinen Geschöpfen herabzusteigen, und daß Ich aber auch erkannt sein will und daß, wo Ich Mich würdige herabzusteigen, dies nicht ohne besonderen Einfluß auf die ganze Umgebung bleibt. Also, in erster Linie werden die Gnaden über die Stadt Mainz dahinfließen, sie wird den größten Nutzen ziehen, wenn recht viele zusammenstehen, zu dem guten alten Glauben wieder zurückkehren, mit anderen Worten, wenn sie wieder Kinder werden.

Ja, ja, Meine Diener, ihr habt recht, Kinder müßt ihr werden, Kinder, obwohl gelehrt, einfältigen Sinnes in demütigem Glauben Kinder werden. Ihr aber, ihr gläubigen Christen, kindlich demütig müßt ihr werden. Seht hin auf alle jene, die einmal sich euch angeschlossen, dann aber das nicht tun wollten, was Ich von ihnen verlangte, wie Ich dann überall Meine Gnaden zurückziehe.

Seht, was aus solchen Seelen wird. So wird es in der ganzen Welt gehen. Wenn die gläubigen Christen zusammenstehen, wenn der Liebesbund sich ausbreitet in der Schöpfung, ihr glücklichen Kinder der katholischen Kirche, wenn ihr glaubt, daß Ich euch zu Hilfe kommen will, daß es Mir ernst ist, euch herauszuziehen aus dem tiefen, tiefen Unglück, in das ihr euch selbst hineingerannt, wohl nicht ihr allein, alles half da zusammen, so will Ich euch retten. Mein Volk ist abgewichen vom rechten Weg, es ist stolz geworden, es wollte ein Mann sein und hat die Kinderschuhe ausgezogen. Darum, weil es stolz einherstolzieren wollte, habe Ich Meine Gnade von ihm abgezogen, und es fiel und es fiel.

Aber jetzt ist die Zeit gekommen, Meine Kinder, wo ihr wieder kindlich werdet, ihr Kinder der katholischen Kirche, Kinder werdet ihr. Und jetzt ist die Zeit gekommen, wo Ich euch wieder emporheben will. Ja, ja, geht nach Rom und seht ein Kind. Seht ein Kind in Papst Leo XIII.; ein Kind ist er, obwohl ein Greis von 90 Jahren. Geht hin, wo ihr eine treue Seele findet. Ein Kind seht ihr, auch wenn sie noch so gelehrt ist. Kinder müßt ihr werden, ihr katholischen Christen, tiefgläubig.

Alles, was Ich euch sage und zu was Ich euch berufe, müßt ihr erfüllen, damit die Welt sieht, daß an euch nichts zu machen ist und so von euch sich abgestoßen fühlt, aber mit Schrecken und Schaudern, und so viele noch gerettet werden, denn diejenigen, die noch halb und halb zu der Welt halten und halb noch zu Meiner Fahne stehen, sie alle müssen gerettet werden durch euer Gebet, durch eure Energie, ihr Liebesbundmitglieder.

Darum ihr Priester, ihr Ordensleute, ihr guten Christen in der Welt, zusammen müßt ihr stehen, ein Herz und eine Seele müßt ihr werden. Wenn die Kirche, wenn das Priestertum etwas befiehlt, wenn eine Kirche, ein Kloster soll gebaut werden, wenn eine Stiftung soll gegründet werden, gebt euren Beitrag. Wenn ein Aufruf an euch ergeht von der Kanzel, steht zusammen, Mann an Mann, Kopf an Kopf, stellt euch unter das Kreuz, helft der Kirche die Bürde tragen. So wird Mein Reich aufgerichtet und der Weg erhellt, der zum Sieg führt. Und je mehr geschafft und getan wird, desto heller wird die Straße, desto belebter, und bald, bald wird die Zeit kommen, wo Meine Kirche wieder zur Blüte gelangen soll und wird. Hört nicht auf das Gebrüll der Löwen, auf das Geschrei jener, die aus der Hölle stammen. Ich habe noch nicht lange zu euch gesagt, daß ihr an der Höllenpforte steht. Ihr steht in der Zeit, wo die Pforten der Hölle geöffnet sind und alles und alles mit hineingeschoben wird und daß Tausende und Abertausende dieser Höllenpforte zueilen.

Seht all das Toben und Schreien in der Schöpfung, das die Freimaurer erregen und der Liberalismus ausführt und die Helfershelfer Satans, seht, wie sie zusammenstehen und brüllen und schreien in Wort und Schrift und Tun, so müßt ihr zusammenstehen, ihr Kinder der katholischen Kirche. Wehrt euch, wehrt euch, es ist an der Zeit. So wenig jene danach fragen, ob etwas wahr oder unwahr sei, wenn sie nur Seelen fangen, wenn sie es nur fertigbringen, eine Seele wieder in ihre Klauen zu bringen, so wenig sollt ihr nach den Gottlosen fragen. Da werden Festlichkeiten veranstaltet, jeden Sonntag eine andere, da werden Ausflüge gemacht, um nur die Jugend zu verderben, sie mit hineinzuziehen.

Seht, wie sie schreien, diese Völker, diese Helfershelfer Satans, weil man anfängt, ein Gesetz zu machen, daß die Unsittlichkeit soll eingedämmt werden in der Jugend, damit sie in Schranken gehalten wird. Seht diese Helfershelfer Satans, die es wohl erkannt, daß sie die Zukunft besitzen, wenn sie die Jugend besitzen, und wenn die Jugend in der Unsittlichkeit vorgeschritten ist, sie am Ziele sind. Und diese Jugend soll die Welt beherrschen. Weit ist es gekommen; unverschämt ist die Höllenpforte aufgerissen, unverschämt sind die Helfershelfer Satans geworden. Darum Mut gefaßt, zusammenstehen zu einem Häuflein, nicht euch schämen, wenn man witzelt und spöttelt, denn jene spotten doch. Ihr aber sollt alles befolgen, was Mein Geist euch einflößt. Ich werde reichlich dafür sorgen, daß ihr Muße erhalten werdet, um euren Glauben zu bekennen. Geht in jeder Woche einmal mit euren Angehörigen, solange es geht, wenn ihr ohne Anstoß in der Familie abkommen könnt, hinaus über die Fluren und zeigt der Welt, wie glücklich die Seele ist, die ein unschuldiges, unverdorbenes Leben hinter sich hat, eine reine Jugend. Zeigt der Welt, wie glücklich diejenigen sind, die da die Welt verschmähen, die ihren Fuß nicht dorthin setzen, wo Satan spielt und tanzt und geigt. Meine Kinder, wie freut sich der Himmel, wie sind die Engelein beschäftigt, wenn ihr dahinzieht wie in dieser Woche. Seht, die übergroße Freude, die eure Schritte beseelte, das verursachten die heiligen Engel, die euch begleiteten, und Meine heilige Mutter und eure lieben Freundinnen, die unsichtbar mit euch zogen. Und wenn ihr auch ermüdet und ermattet die Knochen nur schleppend vorwärts bringen konntet, war doch im Herzen die übergroße Freude, die euch beseelte und die Müdigkeit nicht fühlen ließ.

Meine Kinder, so ist das Leben eines guten, treuen Christen. Jeder gute, treue Christ, der da steckt im Kreuz bis über die Ohren, glaubt, der Himmel habe sich verschworen gegen ihn. Keuchend und müde schleppt er sich fort, und doch ist in seinem Herzen etwas, das ihn aufrecht hält, das alle Leiden ihm versüßt. Dies ist das Leben eines Christen. Die Leiden, die Ich hineinschicke in eine Familie, sind nur die Leitseile, woran Ich sie halte und woran sie sich halten sollen, das Leitseil, das sie hinaufzieht zur himmlischen Heimat. Im Herzen da wohne Ich doch, und alle Meine lieben Engel und Heiligen vereinigen sich mit der Familie und helfen das Kreuz tragen. Buße und Abtötung sind der Weg zum Himmel. Buße und Abtötung müssen euch nicht ermüden und erschlaffen, denn das ist es, was Ich verlange. Wenn ihr bei einer Wallfahrt dahingeht in der Sonnenhitze, singend und betend und glaubt, nicht mehr weiter zu können, dies ist alles nur sinnbildlich, weil ihr das Leben aller guten Christen versinnbilden sollt. Geht nur vorwärts und schließt euch an, ihr Liebesbundmitglieder!

Dein Bruder in A. hat noch vieles zu leiden. Er soll wissen, daß, wenn er tapfer gekämpft und ausgehalten, wenn er das, was er sich vorgenommen, tapfer ausgeführt hat, Ich ihm verspreche, daß eine Zeit kommt, wo er so dahingeht über diese Gotteserde, als wäre er nicht mehr auf ihr, daß er schon hienieden den Lohn ernten soll für alle Mühe und Opfer, die er Mir jetzt bringt. Nur noch ein wenig Geduld, Mein Sohn. Du hast ein heiliges Kind in deiner Familie. Bald werde Ich es von dir nehmen und dann wird es das ewige Alleluja singen und für dich singen, Mein Sohn. Es wird den Segen dir erflehen. Harre aus, nur noch eine kurze Weile und du wirst einen Priester am Altare erblicken und deine Freude wird vollkommen sein. Harre aus, du wirst noch mehr erleben.

Du aber gehe hin und sage Meiner Dienerin einen freundlichen Gruß von Mir sowie von Meiner heiligen Mutter. Harret aus, harret aus. Sie soll gar bald die Krone ernten, die sie sich jetzt verdient, sie soll recht sorgen, daß ihre Krone verziert werde mit reichlichen Edelsteinen. Du aber, Meine Tochter, harre aus! Auf Schritt und Tritt mußt du dich bemühen, deine Krone zu verdienen. Du machst noch kleine Schrittchen. Du sollst aber eine Zierde der Stadt Mainz werden für die reichen Damen, denn auch die reichen Damen sollen ein anderes Leben beginnen.

O das Leben vieler Reichen, welch ein Schmerz für Mein Herz! Wenn diese Stadt das Goldene Mainz soll werden, wenn sie wieder ihren ursprünglichen Namen erobern soll, dann müssen die Reichen ein anderes Leben beginnen. Wehe euch, ihr Reichen der Stadt Mainz, die ihr die Güter, die Ich euch geschenkt, nur dazu verwendet, die Armen zu bedrücken, sie auszunutzen, um euch ein vergnügtes Leben zu machen. Wehe jenen Reichen, die hier leben, die in Hülle und Fülle besitzen, aber sich nur bemühen, das arme Volk auszunützen. Sie sind längst ausgestrichen aus Meinem Herzen, sie gehen auf der Bahn des Lasters und stehen an der Pforte, wo sie hinausgestoßen werden aus Meinem Herzen. Die Zeit kommt, die Mühlen Gottes mahlen langsam, aber sicher.

Kümmert euch nicht um jene, ihr lieben Angehörigen der katholischen Kirche, ihr guten, treuen Kinder der Kirche, die ihr zu den Reichen zählt, zu jenen rede Ich, wovon du ein Mitglied bist. Dich habe Ich herbeigeführt, damit du andere, deinesgleichen bearbeiten sollst. Wisse, daß es freilich hart ist, Mein Joch auf sich zu nehmen, daß es anfangs hart scheint. Aber wisse, daß Mein Joch dennoch süß ist und Meine Bürde leicht. Aber dann müßt ihr hinschauen auf jene, die dieses schon kosten, auf Meine kleine Dienerin, die auch die Welt genießen könnte. Schau in ihr Herz, ob da etwas ist, was noch an der Welt hängt, was noch fehlt an ihrer Freude. Ist sie nicht viel glücklicher als ihr alle, die ihr noch so halb und halb recht schön geputzt sein wollt, recht schöne Tage mitmachen wollt, und dann nebenbei Mir dienen und Meine Kinder sein wollt und öfters zu Meinem Tische kommt, aber am Nachmittag ein recht vergnügtes Leben führen wollt.

Nein, nein, Meine Kinder, fangt an, höret Meine Stimme, fangt an zu kosten, wie süß der Herr ist. Freilich kostet dieses Kampf, Meine Kinder, aber bedenket, welchen Kampf Ich durchkämpfen mußte. Von der Krippe bis hinauf auf Golgotha ans Kreuz findet ihr blutige Spuren. Mein Weg ist ein harter Weg und doch schlürft Meine Brust, Mein Geist, Tag und Nacht die Wonne Meines Herzens in himmlischen Gefilden, aber Mein Herz ist deswegen nicht ausgenommen, die Leiden zu fühlen; Es fühlte die Schmach und Verachtung von allen Seiten, die Ihm angetan wurde, Es fühlte den Schimpf und Spott, den Druck der Armut. Und doch wählte Ich dieses Leben, um euch zu zeigen, ihr Reichen, wie der Weg zum Himmel gegangen werden muß, und ihr Armen, um euch zu trösten, damit ihr sehen sollt, wie leicht euer Weg ist, der so Tag und Nacht geschmälert ist durch die Abtötung und allzu große Anstrengung, weil ihr euer Brot mit so vieler Mühe und saurem Schweiß verdienen müßt und darum wenig genießen könnt.

Seht hin auf den Gottessohn und freuet euch, denn ihr habt nicht zurückzugehen, ihr dürft nur vorwärtsgehen. Seht jene, die Ich hineingestellt in die Familie der Reichen, die müssen zurückgehen auf den Weg, den ihr geht. Darum freuet euch, ihr Armen, freuet euch. Freuet euch aber auch ihr Reichen, wenn ihr die Kraft besitzet, zurückzugehen und den Armen euch anzuschließen.

Und du, Meine Tochter, dich habe Ich erwählt, du sollst diesen Reichen zeigen, daß man diesen Weg gehen kann, wenn es dich auch Mühe kostet, so gar kein Vergnügen mitzumachen, das der Jugend verschafft wird. Klein ist noch die Zahl, klein und unscheinbar, aber Ich verspreche euch, wenn ihr Hand in Hand geht mit dem Priestertum und diese mit euch, wenn das gute gläubige Volk hineilt vor die Altäre und sich recht oft an Meinem heiligen Tisch einfindet, allmählich der Geist des Vergnügens abnimmt, je mehr ihr fortschreitet im Guten, auf dem rechten Weg, und je mehr die Zahl der unschuldigen Seelen zunimmt.

O seht euch nur um vor einem Jahrzehnt, wie wenige Jungfrauen in dieser Stadt noch waren, die wahrhaft Jungfrauen konnten genannt werden. Wenn eine Jungfrau die Welt lange genug genossen, dann blieb sie Jungfrau, weil sie die Welt satt war, aber jetzt fängt man an, jungfräulich zu leben aus Liebe zu Mir. Woher kommt es, Meine Kinder? Ja, ja, Ich bin es, der diesen Keim legt in dieser Stadt, und fahret fort, und es wird nicht lange mehr dauern, noch ein Jahrzehnt, und das Goldene Mainz wird dastehen in herrlicher Blüte. Nur auf, Meine Kinder, nicht hören auf das Gebrüll der Freimaurer, auf die schlechten Schriften der Liberalisten und Sozialisten. Ihr Männer in der Stadt, auf zu einem Bund, fest zusammenstehen. Kinder müßt ihr werden. Wie das Kind hinaufschaut zu seinen Eltern und glaubt, was ihm der Vater sagt, und hört auf die Ermahnung seiner Mutter, so sollt ihr hören auf die Ermahnungen, die Ich Selbst euch zukommen lasse, durch ein ganz unmündiges Werkzeug. Liebe zum Kreuz, Kreuztragen sollt ihr lernen. Alle die Leiden, die Ich in eure Familien hineinschicke, sie sollen euch nicht entmutigen.

Sagt auch Meiner Dienerin N., jetzt soll es sich bewähren, was sie tat. Wenn sie jetzt noch umwirft und Mir zürnen will, weil Ich ihre Wünsche nicht befriedigte, dann ist ihr Gold zu Blei geworden, denn sie gibt vor, Mich zu lieben. Hängt denn dieses arme Herz so gar zu sehr an dieser Erdscholle? Auf, Meine Tochter, stelle dich unter das Kreuz! Bist du denn an diese Welt geheftet oder hoffst du auf eine zukünftige?

Ja, ja, ihr alle, ihr Kinder der katholischen Kirche, seid ihr denn von dieser Welt? Eure Bestimmung ist, dereinst mit Mir zu herrschen und zu triumphieren durch die ganze Ewigkeit. Ist es da vielleicht zuviel von Mir verlangt, wenn Ich euch Leiden schicke, um euch von dieser Erdscholle loszureißen? Auf, Meine Kinder, und stellt euch unter das Kreuz! Leidet und beweist Mir, ob ihr wahre Christen seid oder nicht. Wandelt den Weg, den Ich dereinst gewandelt bin, denn nur eine kurze Strecke, und ihr seid auf dem Ölberg, und fort und fort geht es über die Gefilde hinauf in die himmlische Heimat, von wo aus ihr die ganze Ewigkeit euch freuen könnt und mit Mir herrschet und triumphieret.

Du aber, Meine Tochter, gehe hin nach N. Überall, wo du eine treue Seele findest, wo du ein gutes Wörtchen anbringen kannst, gehe hin. Mein Geist wird dich begleiten, Meine heilige Mutter und dein heiliger Schutzengel auch. Gehe hin und sage deinen Schwestern einen freundlichen Gruß. Sie sollen alle sich unterwerfen dem Liebesbund, sie sollen es nicht zu kleinlich finden, und N. soll nicht mehr sagen: ‚Wenn es echt ist.‘ Es gefällt Mir nicht, solange jemand häkelt und zweifelt, ob es echt sei. Wo das Leben eines Christen übereinstimmt mit dem, was Ich wirke, da braucht man nicht zu fragen, ob es echt sei.

Meine Kinder, geht hin und freuet euch, der schöne Monat Mai geht jetzt zu Ende. Freut euch, Meine Kinder, und harret aus. Die fromme Übung, die ihr angefangen und fortgesetzt, vollendet sie und traget hinüber in den Monat Juni und vereinigt euch mit Meinem Gottesherzen. Dort im Monat Juni werde Ich euch besuchen. Darum freuet euch und geht hin und sagt allen einen herzlichen Gruß! Du, Meine Tochter, wenn dein Herz verzagt wird, geh hin und suche dir Trost bei Meinen Dienerinnen. Geh mit hinaus in die freie Gottesnatur. Du wirst sehen, wie deine Gesundheit gekräftigt wird mit jedem Tag, wo du anfängst, Opfer zu bringen.

Du aber, Meine Tochter, dir habe Ich schon vieles im voraus gegeben. Du arbeitest viel in Meinem Dienst. Harre aus. Fliehe, fliehe, denn du sollst nur mit der Fußspitze die Erde berühren. Dein Wandel soll im Himmel sein. Bearbeite die Dienstboten; viele sind hier in dieser Stadt, die dem Sozialismus angehören, obwohl sie fromme und treue Dienstboten sein wollen, aber sie zählen zu den Sozialisten, weil sie nur das beobachten, was ihnen schmeichelt, was sie gern hören. Sie wollen über und über reich belohnt sein von der Herrschaft, aber die Lasten des Dienstbotenstandes nicht tragen, die andere Seite nicht nehmen, die Ich dem Dienstbotenstand auferlegt habe, mit anderen Worten, sie wollen nur Geld verdienen und dabei das Leben der Herrschaft führen.

Seht, das geht nicht! Geht hinein in diese Familie und lernt Zufriedenheit. Wenn euch die Herrschaft so entlohnt, daß ihr bestehen und euch einen Sparpfennig zurücklegen könnt, dann seid zufrieden. Wißt, daß Ich gekommen bin, um zu dienen und nicht um bedient zu werden, und ihr sollt Meine Stelle vertreten auf Erden. Ihr Dienstboten der Stadt Mainz müßt dazu helfen, daß dieses Mainz das Goldene wird, daß die Herrschaft mit euch zufrieden sein kann, und ihr, ihr Herrschaften, habt die Aufgabe, Klöster und Kirchen zu bauen, wo es notwendig ist, damit das arme Volk mit Freuden hineingeht in das Gotteshaus und dort sich eine Erholung verschafft, anstatt auf dem Tanzboden.

Du aber, Bischof von Mainz, hast die Aufgabe, mit allem Mut und Entschlossenheit dich einzusetzen für die gute Sache, für Recht und Gerechtigkeit, damit die Sitten gewahrt, die Unzucht abgestellt, das arme Volk emporgebracht werde. Scheue keine Mühe und keine Opfer, damit es fertiggebracht werde. Hört nicht auf das Geschrei derjenigen, welche die Gesetze verhöhnen, die angefangen haben, die Sitten wieder zu ordnen. Führet dieses doch ja durch. Ich bitte dich, Mein Freund, tue, was du dir vorgenommen hast, und der Segen des Himmels wird dir nicht fehlen. Ich verspreche es dir, daß Meine Hand mit dir sein wird, und daß diese Stadt, wenn sie befolgt, wie Ich es angegeben, wenn die Reichen Kinder werden und sich vereinigen mit den Armen, wie Ich hier angefangen habe es zu tun, und die Armen zufrieden mit ihrem Stand, mit dem, was Ich über sie verhängte, wenn sie zur Arbeit geboren sind, wenn ihr Armen arbeitet mit freudigem Herzen, daß ihr dann die Stadt bauen helft, daß sie wieder zum Goldenen Mainz wird. Seht, wie die Freude und der Friede nur wohnt im reinen Herzen, im reinen und freudigen Gewissen.

Seht, wie die Kinder nur gedeihen und ihren Eltern Freude machen, die auch in Meinem Herzen gewurzelt sind, das heißt, die von Kindesbeinen an schon Mich lieben und kennenlernten, die, anstatt hingeführt zu werden in die Theater und auf öffentliche Plätze und Schauspiele, wo dem Teufel gedient wird, in die Kirche geführt werden und auf solche Plätze, wo sie nur Gutes sehen und hören, wo Mein Lob verkündet wird. Diese sind es, die das Goldene Mainz bauen helfen.

Darum auf, Meine Kinder! Vor allem wünsche Ich, daß recht bald, überall hier in Mainz, ein religiöses Leben aufblühe, daß die Sitte, wie sie in diesem Haus geübt wird, in recht vielen Häusern geübt werde, eine heilige Freude und Begeisterung, wie sie in diesem Monat stattfand in allen guten Familien, die darum wissen, daß Ich den Liebesbund gründen will, und so es mit jedem Jahr besser wird. Dann wird sich die Erde desto freudiger gestalten, wenn der Liebesbund allmählich mehr verbreitet sein wird, auch über die Diözese Mainz hinaus, wenn mehr die Schriften gelesen werden und die Welt und die Christen, die guten, treuen Kinder der katholischen Kirche, sehen, wie gut Ich bin.

Die Christen werden ihr Kreuz mit Geduld tragen, weil sie wissen, daß Ich es bin, der es ihnen geschickt, die unschuldigen Seelen werden eine andere Freude suchen, als wie die Vergnügen der Welt. Seht nur Meine Treuen hier in diesem Haus, sind sie nicht die Glücklichsten? Wer hat mehr Freude als sie? Wer ist es, der ihnen diese Freude verschafft? Ich bin es, Meine Kinder. Darum auf, ihr Töchter dieser Stadt, zieht euch zurück von den übergroßen Satansvergnügen. O weh dieser Stadt, wehe!“

Barbara: (Lange Aufopferungen für die Armen Seelen.)

„O da kommt eine ganze Prozession mit lauter Fähnchen.“

Jesus: „Das sind lauter Seelen, die seit der Osternacht durch euer Gebet befreit worden sind, weil dies eine so freudenreiche Zeit ist. Darum haben sie alle Fähnchen, das versinnbildet, daß sie erfleht sind in der Osterzeit. Wenn das Kirchenjahr in eine andere Zeit vorrückt, siehst du sie in einem ganz anderen Licht erscheinen.“

Barbara: „Unbegreiflich bist Du, o Gott der Heerscharen, in Deiner Majestät, Güte und Barmherzigkeit zu den Geschöpfen.“

Maria: „Ja, ja, Meine Kinder, dies alles müßt ihr euch verdienen durch einen tieflebendigen Glauben. Der Glaube ist die Wurzel, die euch hinführt, der wächst und wächst bis hinein in die himmlischen Gefilde. Der Glaube geht ins Schauen über, aber eingegraben in die tiefste Tiefe ist die Wurzel des Glaubens, die Demut. Die Demut muß die Wurzel treiben, der Glaube treibt den Stamm empor, der Stamm treibt Äste, Blüten und Blätter bis hinein in die himmlischen Gefilde.

Der Stamm ist die heilige Gottesliebe, die die Blätter und Blüten hinaustreibt und die einen reichen Schatten um sich werfen. Alle, die sich darunterstellen, werden angezogen und gekühlt durch die heilige Gottesliebe, durch die Tugendwerke, die diese Seelen ausströmen, betaut und beduftet. Darum freut euch und macht, daß euer Stamm recht hoch emporwächst bis in die himmlischen Gefilde, das heißt, ihr sollt die heilige Gottesliebe Tag für Tag, Stunde um Stunde erneuern, oft einen Akt der heiligen Gottesliebe erwecken, wenn ihr dahinzieht über die Fluren. Singt Ihm recht liebe Liedchen bei eurem Tagewerk, erinnert euch, was Ich euch gesagt habe, und in euren Leiden und Trübsalen, wenn der Herr Sich zurückzieht, so wißt ihr, daß Er wiederkommt. Dann harret aus und seufzt nach Ihm, bis Er wiederkommt. So wird euer Baum immer höher wachsen und sich weiter und weiter entfalten und viele werden von der Freudigkeit in der Tugend angezogen werden.“

Barbara sieht die Erlösten vorüberziehen und erwidert deren dankbaren Gruß durch Kopfneigungen.

Lied: Großer Gott ...

358 Vigil von Herz-Jesu-Freitag am 31. Mai 1900

„Wo Glaube, da Liebe, wo Liebe, da Friede, wo Friede, da Gott, und wo Gott, da keine Not.“

Barbara: „O meine Königin und Mutter, Du bringst mir einen Trauerflor. So wird wohl meine kleine Nichte in A. sterben.“

Maria: „Gelobt sei Jesus Christus, Meine Kinder! Zum Schluß des Maimonats, wo ihr Mir so viele Freude gemacht, freut es Mich, in eure Mitte zu kommen. Ich hatte schon beim Beginn dieses Monats diesen Tag Mir erwählt, aber weil ihr gar so sehr verlangt nach Mir und euch gesehnt, habe Ich Mich beeilt, euch schon früher zu besuchen. Aber den letzten Tag dieses schönen Monats kann Ich nicht vorübergehen lassen, ohne euch die Freude zu machen, in eure Mitte zu kommen.

Seht, Meine Kinder, wenn Mein Sohn der ganzen Welt versprochen, allen, die gläubig eintreten in den Schoß der heiligen, katholischen Kirche, allen Kindern Seiner Kirche, daß der Vater, Er und der Heilige Geist kommen und Wohnung nehmen werden in der Seele des Gerechten, dann, Meine Kinder, glaubt ihr etwa, daß Ich zurückstehe, glaubt ihr etwa, Ich allein, die Ich die Braut des Heiligen Geistes, die Tochter des himmlischen Vaters und die Mutter des eingeborenen Sohnes bin, also im Rate Gottes sitze, die Welt mitregiere und das Wohl und Wehe Meiner Kinder im Auge habe bis zum Ende der Welt, dann würde Ich eine Stätte nicht besuchen, die Mein Sohn Sich erwählte, welche da ist die Seele eines jeden Gerechten? Nein, Meine Kinder, das ist undenkbar!

Darum freut euch! Kommt an Mein Mutterherz! Ich will euch trösten. Ich will eure Stärke, euer Trost sein in all den Bedrängnissen dieses Lebens! Vor allem sage ich euch, daß es Mich herzlich gefreut hat und den ganzen Himmel mit Mir, daß ihr den Maimonat so wacker ausgehalten. Darum möchte Ich auch euren Mädchen einen freundlichen Gruß entbieten. Seht, so war das Leben aller christlichen Familien der Vorzeit in dieser Stadt. Wie in diesem Monat diese Familie es hielt, so war es in dem alten, Goldenen Mainz, als es diesen Namen noch in Wirklichkeit verdiente. Jetzt verdient es ihn nicht mehr.

Darum hat Mein Sohn Seine Hand zurückgezogen und hat die Stadt gestraft. Deswegen hat der Unglaube und die Sittenlosigkeit so viel Eingang gefunden und so viele Familien mit fortgerissen, mit hineingeschwemmt, weil das Gold verblaßt ist. Nun aber hat wenigstens ein Dach dieser Stadt dieses Keimchen wieder gewonnen, woran das Glück geknüpft ist und sein soll. So wie die ganze Familie teilnahm an dem Glück in diesem Monat, wie sie alles Leid und allen Kummer, aber auch all die Fehler vergaßen, die sonst so üppig und gern wuchern, wie die Ungeduld und Unzufriedenheit fernblieben von diesem Haus, wie alles gebannt war und der böse Geist keinen Eingang finden konnte in diese Türe, weil Meine schützende Hand alles abwehrte, so verspreche Ich dieser Stadt, allen den guten, gläubigen Christen, allen, die ohne Menschenfurcht und ohne Scheu, ohne Rücksicht auf diese und jene, offen und frei ihren Glauben bekennen und zur Schau tragen, denselben Frieden, wie Ich ihn in diesem Haus hergestellt, in diesem mir geweihten Monat. Wisset, Meine Kinder, ihr sollt das Fundament legen zu einer christlichen Familie, zu einem christlichen Familienleben. Ihr, obwohl ihr nur einzelne Personen seid, müßt so treu Hand in Hand zusammengehen, so einig in der Gesinnung, wie die Heiligste Dreifaltigkeit es ist im Himmel. Was das eine wünscht, muß das andere bekräftigen, wenn es zur Ehre Meines geliebten Sohnes gereicht.

Du aber, Meine Tochter, du stehst in der Familie und die Mitglieder dieser Familie müssen verwirklichen, was ihr drei versinnbilden sollt. Die Einigkeit und der Friede soll dieses Haus beleben und verschönern, so daß alle, die ein- und ausgehen, und es sind doch deren viele, weil es ein Geschäftshaus ist, sehen sollen: Wo Glaube, da Liebe, wo Liebe, da Friede, wo Friede, da Gott, und wo Gott, da keine Not.

Die Armen sollen hinweggehen und Zufriedenheit lernen, denn nicht in Geld und Gut besteht der Friede, nicht in Überfluß; dort aber will Mein Sohn überall so viel Segen spenden, wo Ihm gedient wird, wo dieses Leben erneuert wird, so wie Mein Sohn es hier in diesem Haus, in dieser Familie erneuerte. Es gab eine Zeit, wo auch sie an allem Mangel litten, wo keine Üppigkeit in dieser Familie war, wo man recht gut wußte, wie hart das Brot der Armut zu essen ist, wie sauer es verdient werden mußte. Aber, Meine Kinder, fraget, wie es angestellt werden muß, damit auch der Friede einziehen kann in die Familien?

Seht, Häuslichkeit und Sparsamkeit müssen Hand in Hand gehen. Die allzu große Vergnügungssucht, die unnötigen Ausgaben, die gemacht werden, tragen bei zu dem Ruin der Familie und müssen vermieden werden. Und dieses ist, was in Mainz begründet werden soll, in dieser luxuriösen Stadt. Je weiter der Liebesbund sich ausbreitet, je enger sie sich zusammenscharen die guten, treuen Kinder dieser Stadt, desto bälder wird der Friede einziehen, desto sicherer aber auch wird die Kirche, das religiöse Leben, aufblühen. Darum danke ich auch den Priestern dieser Stadt für all die Bemühungen, die sie sich gaben, um diesen Monat recht innig fromm mit den Gläubigen zu durchleben. So ist es recht, so verlangt es Mein Sohn, nicht schmähen, nicht tadeln, wo es nicht nötig ist.

Lernet von Meinen Aposteln, die Mich umgaben in den Jahren, wo Ich noch auf Erden weilte. Sie wußten gar wohl, was sie von Mir lernten, was Ich ihnen immer tief einprägte, die Liebe nämlich, die Herzensgüte, die heilige Einfalt, womit man alles umfassen muß, was einmal anfängt zu keimen und zu grünen im Reiche Meines Sohnes, denn der Mensch, der sich Mühe gibt, auch wenn er noch so viele Fehler an sich hat, kann doch in den Augen Gottes Ihm wohlgefällig sein. So machten es die Apostel, so belehrte Ich sie. Das hatte Ich gelernt von Meinem lieben Sohn, als Ich Ihn auf Seinen Wanderungen begleitete und Ich Seinen Reden lauschte, weil Ich jedes Wort, das Er sprach und das Ich vernahm von anderen, die für Ihn sprachen, in Mir beherzigte und still erwog und zur Zeit, wo es nötig war nach der Auffahrt Meines Sohnes, immer und immer wieder den Aposteln mitteilte.

Wenn einmal in einem Herzen, sagte Ich ihnen, auch nur ein Dämmerlichtchen vom Glauben, von Religiosität anfängt durchzuleuchten, dann umfaßt dieses Keimchen mit aller Zärtlichkeit der Liebe, die euch zu Gebote steht. Ertragt die Fehler, die der Mensch noch an sich hat; wenn er guten Willens ist, dann legt er nach und nach die Fehler ab. Und sollte er die Fehler nicht ablegen, wenn es keine Todsünden sind, wenn der Mensch gläubig ist und sich Mühe gibt, dann seid doch zufrieden und zieht ihn heran.

Seht, Meine Diener, diese Lehre möchte Ich zum Schlusse des Maimonats noch geben, wo ihr Mir durch die herrlichen Vorträge in der Mir geweihten Kirche so viele Freude gemacht, wodurch ihr so viele Herzen angelockt zum Streben nach dem Guten. Probiert es nur ein Jahr fortzufahren und zu arbeiten mit den Kleinen, wie euer Bischof es euch vortut und vorzeigt. Er ist ein Mann nach dem Herzen Gottes. Er hat einen eisernen Willen, euch mit gutem Beispiel wirklich voranzuleuchten. Folget ihm und bestrebet euch nur einmal, ein ganzes Jahr tiefgläubig voranzuschreiten, Kinder zu werden, alles zu übersehen, was man euch nachredet, denn die gottlose Welt hat es darauf abgesehen, euch zugrunde zu richten, denn wenn sie den Hirten geschlagen, dann zerstreut und zerstiebt die Herde. Wenn sie darum euch Verleumdungen zuschleudert, die euch das Blut gerinnen machen, geht darüber hinweg; haltet zu den Kleinen.

Ich sage es noch einmal, und stellt euch diese Meine Dienerinnen vor, wie sie taten in den Jahren, wo sie von allen Seiten verfolgt und bekämpft wurden. Geht ruhig weiter, damit das kleine Volk sieht, daß der Friede nur allein zu suchen ist in einem tiefreligiösen Leben. Wenn sie sehen, daß es euch ernst ist, ein tiefgläubiges Leben zu führen, dann wächst der Mut. Man spottet nicht mehr über diejenigen, die mehr tun als alle Christen. Man fängt an nachzugehen, zu spekulieren, wie es diese und jene machen. Und wenn man nur einmal in der Religion spekuliert, dann ist es schon gewonnen. Seht hin auf all diejenigen, die sich eng an euch anschließen, wenn sie auch noch so viele und große Fehler an sich haben, aber sie haben einen guten Willen, und Ich sage euch, ihr Diener der Stadt Mainz, alle, die sich Mühe geben, auch wenn sie noch so viele Fehler haben und gemacht haben, denn es ist und bleibt immer wahr, daß, wenn eine Seele sich Mühe gibt, Gott zu dienen, sie von allen Seiten angefeindet wird und ihre Fehler zehnfach vergrößert werden, dies aber doch eure treuesten Kinder sind, sie alle zu eurer treuen Herde gehören. Ihr Priester dieser Stadt, ihr sollt ja vielen zum Vorbild werden. Darum hört die Stimme Meines Sohnes. Wenn das Samenkorn, das gelegt ist, einmal anfängt zu grünen und zu treiben und dann andere sehen, daß es doch besser ist, das religiöse Leben, tiefgläubige Leben der ersten Christen zu erneuern in der Gemeinde, dann wird man überall euch nachahmen, und das Glaubensleben wird überall anders beginnen, es wird üppiger sich entfalten.

Es hat ja der Statthalter in Rom euch die beste Anleitung dazu gegeben. Hier in dieser Stadt, wo Mein Sohn schon so viel mit euch gesprochen, hat Er, was Leo XIII. jetzt bestätigt, hier begonnen, denn bereits ein Jahrzehnt spricht Er schon durch diese Seine Dienerin und mahnt euch, das gläubige Volk zur öfteren Kommunion heranzuziehen, das Leben der ersten Christen zu erneuern, ermahnt euch, das gläubige Volk recht zu ermuntern im Kreuztragen. Denn je mehr die Welt abgewichen, die Christen abgewichen sind vom rechten Weg, desto mehr wird die Welt gestraft mit Leiden, und auch die Gerechten bleiben nicht damit verschont, weil durch sie andere gerettet werden müssen, und am allermeisten müssen die Gerechten leiden zu solchen Zeiten, wo das Volk Gottes abgewichen ist vom rechten Weg.

Und nun komme Ich zum andern, was Ich euch noch sagen wollte, um euch zu ermuntern und anzueifern. Ich habe euch schon das letzte Mal gesagt, daß Ich den Arm Meines Sohnes nicht mehr aufzuhalten vermag. Das alles, was ihr seht, die vielen traurigen Verhältnisse in der Natur, in der Familie, in Stadt und Land, sind lauter Strafen, womit der himmlische Vater die Welt heimsucht. Es sind Heimsuchungen Gottes: die vielen zerrütteten Familien, die vielen unzufriedenen Familien, weil gottlos geworden, aber auch unzufriedene Familien, wo man noch Gott dient, wo man noch Seine Religion hochhält. Das sind lauter Strafen Gottes, weil der Herr die Welt schrecklich strafen muß wegen ihrer Gottlosigkeit. Nun aber können diese Strafgerichte, wenn auch nicht ganz abgehalten, so doch sehr vermindert werden, und sie werden vermindert, Meine Kinder, durch das eifrige Gebet und fromme Gebet so vieler Seelen, die in Vereinigung mit dem heiligen Meßopfer Tag für Tag sich einsetzen für die gottlose Welt, wenn auch unbewußt.

Seht, dies ist es, was Ich euch belehren will, damit ihr, ihr Armen, ihr Gedrückten, ihr, die ihr mit Leiden geplagt seid, nicht mutlos werdet. Ihr seid die Werkzeuge, weswegen der Herr, der himmlische Vater, nicht so straft wie in jenen Gegenden, wo keine Christen leben oder wenigstens noch gar so wenig, in den Heidenländern, wo so große Not ist, wo so viele Überschwemmungen und allerlei Hungersnot und Strafgerichte eintreffen.

Dieses schöne Europa, eure Heimat, dieses Deutschland, ist so sehr beglückt; schon jahrzehntelang weiß es nichts mehr von einer Hungersnot. Der Arme braucht nicht zu darben, wenn er nur einigermaßen rührige Hände hat und ein sparsamer Familienvater ist, und alle und alle müssen und sollten Gott danken für das Wohlergehen. Aber statt dessen ist nichts als Unfriede auch unter denjenigen, denen es gut geht.

Unter diesem Volk nun will der Herr den Liebesbund gründen. Er will, daß mehr Zufriedenheit einziehe in allen Familien, und eine Stadt muß den Anfang machen. Darum auf, ihr Ordensleute, ihr Klosterfrauen, wo ihr auch steht, auf, schließt euch Meinen liebsten Kindern an, denn obwohl ihr die rechtmäßigen Bräute Meines Sohnes seid und euch rühmen könnt, im Haus des Herrn zu wohnen, wisset aber, daß diese Meine Dienerinnen Meine Schwestern sind, denn sie wohnen mit Mir in der Familie. Ich Selbst war ja Familienmutter. Weil Ich allen christlichen Familien, solange die Welt besteht, zum Vorbild sein sollte, so wollte Ich in der Familie leben. So wollte es Mein Sohn und der himmlische Vater. Ich sollte aber auch die Schwester der jungfräulichen Seelen in der Welt sein.

Darum sage Ich noch einmal: Auf, ihr Klosterfrauen, schließt euch an den Liebesbund an und erneuert eure Gelübde, erneuert die heilige Armut, die Keuschheit und den Gehorsam, damit ihr den Arm Meines Sohnes aufhalten helft. Schließt euch an, ihr jungfräulichen Seelen, ihr Familienväter und Mütter dieser Stadt an den Liebesbund. Geht recht oft hin zum Tisch des Herrn und holt euch neue Kraft zu neuem Kampf gegen die Feinde des Heils, gegen die Geister der Finsternis. Schließt euch an den Liebesbund an, ihr Priester dieser Stadt und überall, wo ihr steht, Mut und Kraft euch zu holen dort am Herzen Meines Sohnes.

Denn die Männer, die da die Ehrenwache bilden um das heiligste Herz Meines Sohnes, sollen die Blüte und Zierde eurer Gemeinde werden, sie sollen den Zaun bilden, der an euch sich anschließen soll. Ihr sollt die Pfähle sein und die Männer dieser Stadt der Zaun, damit ein Damm und ein Wall gebildet werde um alle christlichen Familien dieser Stadt, damit das Leben der Sittlichkeit wieder aufblühen könne. Denn wenn die Männer sich einsetzen für gute Sitten, dann habt ihr gewonnen, dann wird es bald besser werden mit der Jugend, es wird das religiöse Leben wieder Einzug finden in die Familien und so Tag für Tag, wenn auch langsam, das Goldene Mainz wieder erstehen. Die Priester außerhalb aber sollen tun, wie Mein Sohn hier lehrt. Schämt euch nicht, mit den Kleinen zu halten.

Sage N. einen recht herzlichen Gruß von Seiner allerreinsten Braut. Ich bin es, die ihn antreibt, die öftere Kommunion zu befördern, die ihn liebt, weil Ich die allerreinste Braut des Heiligen Geistes bin und Ich das Wehen dieses Geistes befördere. Er möge sich nicht einschränken in seinen guten Plänen; er möge aber auch, wo er ein gutes Keimchen findet, ein gläubiges Gemüt in anderen seiner Brüder, eifern, daß er mehr gewinne. Besonders möge er den Bischof beeinflussen. O ihr deutschen Bischöfe geht voraus. Man sagt, die kalten Deutschen. Macht nun einmal, daß dieses Wörtchen umgewandelt werde, daß man einmal sagen kann: ‚Die liebewarmen Deutschen!‘

In eure Hand ist es gelegt, dieses Deutschland umzuschaffen. Ihr steht an dem Wendepunkt, ihr habt das Ruder in der Hand, ihr Priester Deutschlands, denn euer Volk ist noch weit besser zu bearbeiten als die Völker vieler eurer Nachbarländer, wie Frankreich, Italien und all die umliegenden Länder, denn in Deutschland kennt das katholische Volk noch seinen Sonntag, es kennt noch seine Priester und schließt sich an sein Priestertum an, was in anderen Ländern, auch wenn sie noch so begeistert sind und Gott dienen wollen, sehr geschwächt ist.

Darum auf, ihr Priester in Deutschland, liebewarm soll es werden, ein warmer Wind soll wehen durch alle deutschen Gauen, das Flämmchen der Gottesliebe überall anblasen und anfachen, denn Deutschland ist vor allen die erste Tochter Roms, wenn sie auch noch viel geschmälert und zurückgesetzt ist. Ihr müßt euch diese Krone und diesen Ruhm erst verdienen bei dem Statthalter in Rom. Rom, der Statthalter Meines Sohnes, hält freilich mehr zu seinem Frankreich, weil er angeschmiedet und angekettet ist an diese seine Tochter, wie er sie nennt.

Nun liegt es in eurer Hand, daß ihr seine Tochter werden könnt. Freilich, nicht wahr, denkt ihr, was können wir tun, da ja das Oberhaupt in Deutschland gar nicht unserer Kirche angehört? Und doch und doch, ihr Priester in Deutschland, auch Frankreich hat kein Oberhaupt, was der Kirche zulächelt, was dem Statthalter in Rom zulächelt. Dies alles ist und steht noch aus früheren Zeiten. Darum müßt ihr euch diesen Ruhm jetzt verdienen durch eure Treue und Gewissenhaftigkeit im Kleinen. Ihr müßt das Volk zusammenscharen zum Liebesbund. Und wenn der Nachfolger, der bald in Kraft treten wird, dem Mein Sohn ja schon versprochen hat, daß er ein Freund eines Bischofs werden wird, wenn er sehen wird, welche Mühe sich die Bischöfe Deutschlands geben, und weil jener Statthalter das Werk, das Pius IX. und Leo XIII. begonnen, zur Vollendung und zum Sieg führen soll, wird er auch hinschauen, wo er Kräfte findet und wird seine Kräfte hochhalten. Ihr aber, Meine Kinder, werdet nicht müde, alles auszuführen, was Mein Sohn von euch verlangt. Frei von allen unnötigen Sorgen, frei von jeder Selbstsucht. Sorgt nicht für die Zukunft allzusehr, all eure Sorgen werfet auf den Herrn und tuet, was des Herrn ist, dann wird alles übrige euch zugeworfen. Ihr aber, ihr Mitglieder dieses Hauses und dieser Familie, macht Meinem Sohn Freude in diesem Monat, wie ihr es Mir getan, denn wenn Er versprach, daß Er die Häuser derjenigen segnen werde, wo Sein Bild aufgestellt ist, wie wird Er erst dann diejenigen Häuser segnen, wo Ihm auch gedient und Freude gemacht wird.“

Barbara: „Wie man den Leuten Geld leiht auf Kredit, so schenke uns heute schon viele Arme Seelen, denn morgen verehren viele Männer, Deine Helden, Deine Ehrenwächter, Dein heiligstes Herz. Das ist der Fleck, wo ich Dich packe, anpacke.“

Jesus: „Meine Kinder! Ja, mehr muß Ich tun. Ich muß freilich über Meine Gerechtigkeit hinweggehen, um eure Fürbitten zu erfüllen, aber Ich tue es, weil Ich Mir viel verspreche von eurer Treue. Wollt ihr Mir auch treu bleiben, Meine Kinder? Besonders ihr, ihr jungen, das junge, liebe Mariechen, die Anna und Settchen? Wollt ihr Mir treu bleiben, wollt ihr Meine Bräute werden? Wollt ihr vielen zum Vorbild werden? (Alle beteuerten es.) Ja, ja, Meine Kinder, Ich bin großmütig im Verzeihen, gutmütig im Befreien. O gerne, gerne!“

Barbara: Eben geht die Mutter Gottes hin mit den heiligen Schutzengeln. „Schenke uns N., N. und N.“

Maria: „Alle, die ihr Mir zuerst genannt.“

Barbara: „N.N.“

Maria: „Die sollst du haben, aber den Ertrunkenen kann Ich noch nicht schenken und auch nicht die anderen Ertrunkenen, da müßt ihr mehr beten und bitten und leiden.“

Barbara: Ich sehe viele Täubchen auffliegen, das sind lauter Arme Seelen. N. hat ein ganz besonderes Krönchen auf.

Maria: „Die ihr Mir zuerst genannt, sind auch dabei, aber die zuletzt Verstorbenen kann Ich euch noch nicht schenken.“

Jesus: „Meine Kinder! Wenn zuweilen böse Gedanken sich in euch erheben, wenn ihr zweifeln wollt an der Echtheit, dann erinnert euch, daß ihr nur verdienen könnt durch einen tieflebendigen Glauben, daß ihr mit jedem Akt des Glaubens, den ihr erweckt, mit jedem Tag euer Verdienst steigert.

Seht, das Glaubensleben der ersten Christen soll erneuert werden. Und wenn dieses erneuert werden soll, dann müßt ihr leben wie die ersten Christen. Diesen aber erging es gerade wie euch. Sie waren Heiden und Juden und hatten ein ganz anderes Leben geführt und sollen jetzt in ein ganz neues Leben umgeschaffen werden. Da kamen ihnen oft Zweifel und Ängste, ob denn dieser gekreuzigte Nazarener, dieser Jesus, wohl ein Gott sein könne, ob man denn da nicht getäuscht sei, einem solchen zu folgen, der von der ganzen Welt gehaßt und verspottet wurde. Da konnte nur der Glaube siegen.

Seht, Meine Kinder, ihr seid bestimmt, das Glaubensleben der ersten Christen zu erneuern und zu führen, zufrieden zu sein mit dem, was der Himmel euch beschieden. Seid ihr in guten Verhältnissen, dann teilt euer Brot mit dem armen Mitbruder, wie ihr es tut. Seid ihr arm und müßt euer Brot verdienen mit der Hand, dann seid zufrieden mit all den Leiden, die der Herr euch zuschickt und sorgt nicht allzu ängstlich. Er wird für euch sorgen, ihr werdet oft ganz wunderbare Hilfe erfahren, aber das Leben der ersten Christen müßt ihr ganz besonders in euch erneuern, das Glaubensleben. Darum, nur durch das Verdienst eines tieflebendigen Glaubens, den sie immer erneuerten, sooft Satan ihnen dies vorhielt, ob Er denn ein Gott gewesen sei, da Er am Kreuz gestorben sei, siegten sie, und so müßt auch ihr diesen Glauben in euch erneuern.

Es ist und bleibt wahr, daß Ich, sooft die Welt abgewichen ist vom rechten Weg, durch Menschen wieder Mein Volk in die rechte Bahn einlenken wollte. Es ist so im Ratschluß Gottes bestimmt. Denn gleich wie Ich, um die Menschheit zu erlösen, nicht durch einen Willensakt sie erlösen, sondern Mensch werden wollte, um durch Mich als Mensch die Menschen zu belehren und den Willen Meines Vaters der Welt kundzutun, so will Ich, solange die Welt steht und es Menschen gibt, durch Menschen die Welt belehren und die Menschen wieder an Mich ziehen.

Darum freut euch, Meine Kinder, daß ihr berufen seid, der Welt wieder zu zeigen, daß Ich wirklich und wahrhaft im Allerheiligsten Sakrament wohne, aber nicht nur im Allerheiligsten Sakrament, denn dort bin Ich nur, weil Ich in den Menschen wohnen will, und durch dieses heilige Sakrament gehe Ich ein in die Menschenherzen und durch dieses Heilige Sakrament habe Ich Mir dieses Werkzeug erwählt, um euch im Glauben zu bestärken, zu beleben und zu befestigen. Merkt es euch! Geht hin, Meine Kinder! Sooft Zweifel und Ängste kommen, wißt, daß dies von Satan ist. Geht darüber hinweg wie die ersten Christen. Freut euch, Meine Kinder, denn Ich freue Mich mit euch. Und wenn Ich sage, freuet euch, dann soll eure Freude vollkommen sein. Morgen ist der erste Freitag, geht hin und macht Mir alle die Freude, Mich in euch wirken zu lassen. Höret Meine Stimme und ihr werdet es nicht bereuen.“

359 Vigil vor Pfingsten 1900

„Beter brauche Ich, Streiter brauche Ich, Kämpfer, Sühnopfer verlange Ich unter Meinen Kindern, unter den Christen, unter den gläubigen Christen!“

Lied: Ausgegangen ist ...

Barbara: „Sie ist die allerreinste Braut des Heiligen Geistes, Sie ist die allerreinste Braut der Priester! O meine Mutter, o meine geliebte Königin, heute ist doch Pfingstnacht und Du kommst? O erflehe uns die Gnade der Beharrlichkeit in all den Verhältnissen, wie sie uns noch bevorstehen.

O Mutter, o erhabene Königin des Himmels und der Erde, groß sind die Gefahren, in denen wir stehen und armselig sind wir wie alle Menschen. O erflehe mir Verzeihung meiner Sünden. Es liegt heute wie ein Alptraum auf mir. O Mutter, ich glaube, deswegen will auch Dein Sohn nicht zu mir kommen. O mein Gott, alle meine Sünden sind mir leid und reuen mich von Grund des Herzens, weil ich dadurch Dich, das höchste Gut beleidigt habe. Ich hasse und verabscheue alle meine Sünden und nehme mir ernstlich vor, Dich nicht mehr zu beleidigen. O mein Jesus, verzeihe mir! O komm, Heiliger Geist und erfülle die Herzen Deiner Gläubigen und entzünde in ihnen das Feuer Deiner Liebe.

O mein Jesus, ich bete Dich an im Allerheiligsten Sakrament und wie Du hier gegenwärtig bist. Ich grüße Dich im Namen aller Menschen, besonders derer, die nicht an Dich glauben, in Vereinigung mit allen heiligen und gerechten Seelen, die sich Mühe geben, Deine Ehre zu befördern, besonders allen Jungfrauen in der Welt. Wir alle wollen Dir Ersatz und Sühne leisten. Hilf uns, o Herr, daß der Liebesbund sich ausbreite über die ganze Erde, denn alle gläubigen Christen, die noch an Deine Gegenwart im Hochheiligsten Altarsakrament glauben und sich Mühe geben, ihre Leiden mit Geduld zu ertragen, sind Mitglieder des Liebesbundes.“

Jesus: „So ist es recht, Meine Kinder! Im Namen aller Menschen saget Mir Dank, im Namen aller, die Mich hinausgestoßen, und anstatt aller, die Mich und Meinen Namen von der Welt vertilgen möchten, denn so viele Gottesleugner, als es jetzt gibt in der Schöpfung, hat es noch nie gegeben seit Erschaffung der Welt. Im Alten Bund gab es zwei Klassen von Menschen: Heiden und Juden. Die Heiden leugneten keinen Gott, sie beteten Götter an, wie sie sich dachten, wie ihre bösen Neigungen sie ihnen eingaben. Weil das Geschöpf noch nicht so lange aus des Schöpfers Hand hervorgegangen war, hatte es den Antrieb noch allzusehr in sich, daß es noch ein höheres Wesen gibt, dem man Dank schuldig sei. Der Heide suchte zwar, sein Herz zu entschädigen, indem er sich Götter einbildete und machte und diesen göttliche Ehre erwies.

Weil das Menschengeschlecht erschaffen ist zu Meiner Ehre und Verherrlichung und es bereits instinktmäßig in ihm liegt wie in dem Tier, daß es Mich verherrlichen soll, darum hat der Heide Mich nicht geleugnet. Er wußte nur nicht, welchen Gott er anbetete. Aber das Judentum hat Mich nie geleugnet, und wenn es einen Gotteslästerer gab, der war von Anfang bis zum Ende, wo noch ein Jude stand, gekennzeichnet, und alle haßten ihn und wichen scheu von ihm zurück. So war es im Alten Testament.

Und jetzt im Neuen Testament gibt es so viele Menschen, die nach ihren Begriffen sich ihre Religion bilden, abgesehen von den vielen Millionen Heiden, die Mich noch nicht kennen. Auch jetzt sollten nur zwei Klassen von Menschen bestehen, aber aus dem Christentum heraus – von so vielen Religionslehrern, die andere Religionen stifteten, will Ich gar nicht reden – sind all die verschiedenen Zweige entstanden, die sich ihre Religion nach ihren Einbildungen machten. Ich rede von den Christen. Schon oft habe Ich euch gesagt, so viele Gottesleugner, wie es jetzt gibt in eurer Zeit, hat es noch nicht gegeben, seit die Schöpfung besteht. Wenn es auch viele nicht aussprechen offen vor anderen, aber im Herzen gibt es bereits Millionen, die Mich leugnen, die nicht mehr an das Dasein Gottes glauben. Betrachtet nur ihr Leben.

Darum, Meine Kinder, muß Ich einen Verein, einen Damm bilden, und diejenigen, die noch an ein Dasein Gottes glauben, zusammenscharen zu einem Bund, in den Liebesbund, denn ihr alle steht in der Gefahr, zugrunde zu gehen, keines ist ausgenommen, weil ihr Geschöpfe seid mit Fleisch und Blut und unter Geschöpfen leben müßt. Weil die Gefahr so groß ist und der Unglaube alles verfinstert und mit sich hineingeschwemmt hat, und deshalb die Strafen allmählich immer weiter um sich greifen, dringt die Finsternis auch hinein in die besten Kinder der katholischen Kirche und der Geist eines jeden Christen verfinstert sich. Merkt es euch!

Ich habe es schon oft gesagt und sage es auch heute abend wieder, daß all die Zweifel und Beängstigungen, die unerklärlichen Leiden, die das Herz belästigen, so daß man in allen Kreisen kein freudiges Aufjubeln mehr merken kann, wenigstens nicht anhaltend, und jedes Herz von Zeit zu Zeit, auch wenn es sich Mir ganz geweiht und hingegeben und es sich selbst nicht erklären kann, warum es wieder in solche Zustände zurückfällt, wo es glaubt, es sei auf einem Irrweg, wo es in ganz verzweifelte Gedanken kommt, seht, das sind die Strafgerichte, die auf der Menschheit lasten. Die ganze Menschheit liegt unter einer Eisdecke, und ihr alle müßt die Strafe fühlen, die Zuchtrute, die Mein Vater über der Menschheit schwingt. Und es ist sehr gefährlich, und wird mit jedem Tag gefährlicher, unter diesen Menschen zu leben. Es ist darum keine Sünde zu verlangen, aufgelöst zu werden, weil die Gefahren zu groß sind. Es freut Mich, wenn es noch Seelen gibt, die so losgeschält sind von dieser Erde, daß sie sich sehnen, aus diesem Körper auszugehen, um der Gefahr zu entrinnen.

Ja, ja, Meine Kinder, ihr habt recht zu seufzen, denn alle Himmelsbewohner, alle Engel und Heiligen, stehen mit Bewunderung und Staunen da und schauen den Gerechten zu, ob sie den Kampf gut zu Ende führen. Meine Kinder, nun wißt, was Ich euch heute abend lehren und sagen will:

Einen Damm möchte Ich gegen diesen Unglauben errichten, um es allen möglich zu machen auszuharren, die sich an den Liebesbund anschließen, denn das ist der Damm. Angefangen habe Ich schon vor mehreren hundert Jahren, diesen Damm zu bilden, als Ich jener Klosterfrau Mein heiligstes Herz zeigte, Mein menschliches Herz, als Ich ihr die Verheißungen gab. Das alles war nur der Anfang zu dem, was Ich jetzt von der Menschheit mit großem Verlangen erstrebe. Dort, als Ich die Verheißungen gab, wollte Ich das Glaubensleben erfrischen, vielmehr, Ich wollte die Schwachen aufmuntern und ihnen zu Hilfe kommen, weil der arme Mensch doch gar sehr hinneigt zur sinnlichen Ergötzlichkeit. Er möchte, wenn er auch noch gut ist, doch auch sich ergötzen und erfreuen.

Das Herz ist einmal zur Freude geschaffen, weil es aus dem Paradiese stammt. Im Paradies war nur Freude und Friede, und dies fühlt das arme Herz heute noch, es will sich freuen. Darum wollte Ich dem Menschen, dem Christen, eine leichte Übung verschaffen, die ihn auch mit heiliger Freude erfüllt, wobei er auch Genuß hat und nicht jenen trockenen, kalten Glauben, jenen nackten Glauben, wie man vor einigen Jahren sagte, man müsse das Volk an den nackten Glauben halten. Meine Kinder seht, als Ich jener Klosterfrau erschien, wollte Ich anfangen, diesen Plan zu durchbrechen in Meiner heiligen Kirche. Ich wollte Meinen Kindern den nackten Glauben nicht gar so nackt belassen. Ich wollte es ihnen versüßen, dieses Glaubensleben. Darum ließ Ich sie hineinschauen in Mein liebes Herz und durch dieses menschliche Herz in Mein Gottesherz, um in diesem Herzen die Liebe ihnen zu zeigen, die für dieses Menschengeschlecht geschlagen, um aber auch allen Guten eine leichte Übung an die Hand zu geben, damit sie sich in kurzer Zeit zur höchsten Stufe der Heiligkeit emporschwingen können.

Seht nun, Meine Kinder, damals als Ich anfing, dieses der Welt kundzutun, da stand es noch nicht so schlimm wie jetzt, denn es geht abwärts und abwärts, auch mitten unter dem Christenleben, mitten in Meiner Kirche. Die Strafen, die Mein Vater verhängte, das Edikt, das Er ergehen ließ in jener Zeit, wo die Kirche in voller Blüte dastand, wo alle Verfolgungen aufhörten, wo die Kirche sich in Hülle und Fülle entfaltete auf dem ganzen weiten Erdenrund und sie deshalb üppig wurde, wie Ich euch schon öfter gesagt, da beschloß Mein Vater Sein Strafedikt, und dieses Strafgericht liegt bis heute noch auf Meiner Kirche. Ich vertrete das Mittleramt zwischen Meiner Kirche und Meinem Vater und dem Heiligen Geist. Ich stehe zwischen beiden als Mittler und muß diese Strafe, soweit als Ich Mensch bin, mit euch, Meinen Kindern, fühlen.

Darum verlangte Ich damals, daß in Meiner Kirche Mein menschliches Herz soll anerkannt, verehrt, geliebt und angebetet werden, was bis dahin noch nicht öffentlich getan wurde. Wenn es auch hie und da von einer heiligen Seele geschehen ist, so wurde es aber doch im öffentlichen Leben im allgemeinen nicht verehrt. Von dort an aber verlangte Ich, daß Mein menschliches Herz angebetet und verehrt werde, weil dieses menschliche Herz um der Sünden der Menschen willen vieles leiden und büßen muß seit der Zeit, wo Irrlehrer entstanden mitten in Meiner Kirche. Aus diesem Geschlecht, das da Mein auserwähltes Geschlecht ist, gingen die vielen, vielen Abtrünnigen hervor, und zwar aus Meinem Herzen heraus traten sie und bildeten sich eine eigene Religion und zerschnitten und zerfetzten Mein Herz bis ins innerste Mark hinein, bis in Mein Herzblut hinein.

Meine Kinder! Glaubt ihr wohl, daß ein Gott leiden könne? Nicht wahr, euer Verstand kann das nicht begreifen. Wißt aber, daß es ein fortwährendes Wunder Meiner Allmacht ist, daß Ich unter euch wohne als Mensch, als Gottmensch, um euch zu beweisen, wie Ich die Menschen liebe. Damals als Ich dieses Sakrament einsetzte, wußte Ich schon voraus, was Mir gerade von diesem Geschlecht in den Jahrhunderten und Jahrtausenden angetan werde, was alles Ich zu erleiden hätte, und trotzdem setzte Ich dieses Sakrament ein, um euch fortwährend zu erinnern, wie groß Meine Liebe zu dem Menschengeschlecht ist. Und doch sage Ich euch, daß Ich, obwohl Ich dieses wußte und auch voraussah, daß eine Zeit kommen werde, wenn einmal Meine Glieder nicht mehr verfolgt werden von anderen Geschöpfen, von ihren Mitmenschen, sie anfangen werden, sich in sich selbst zu zerfleischen und Mich zu zerfleischen, Mein göttliches Herz, trotzdem, sage Ich, daß Ich dies alles voraussah, wirkte Ich doch dies Wunder Meiner Allmacht aus purer Liebe, aus reiner Liebe, aus heißer, sehnsüchtiger Liebe, um euch alle zu retten, um euch fortwährend zu beweisen, wie Ich euch liebe.

Glaubt ihr jetzt, daß Ich leide, leide im Allerheiligsten Sakrament und in jeder Seele, die Mich liebt, gerade so wie Ich litt dort, als Ich Mein Kreuz den Kalvarienberg hinauftrug, hinaufschleppen mußte, um an diesem Kreuz zu sterben? Fortwährend wird Mein heiliges Herz zerfleischt, fortwährend werden die Nägel Mir hineingetrieben bis ins innerste Mark hinein durch all die gottlosen Diener Meiner Kirche, die, je mehr sie sich anhäufen und abfallen als Judasse, die, weil sie aus Meinem Herzen sich herausreißen, Mich doppelt schmerzen, denn alle Priester sind Mein menschliches Herz, sie sind eingegraben und eingewachsen in Mein menschliches Herz, das Ich trage im Allerheiligsten Sakrament, und sooft ein Priester so weit kommt, daß er abfällt, und wenn er auch nicht jedesmal ganz und gar noch zu einer anderen Religion übergeht, wenn er auch noch bleibt in der Religion als katholischer Christ, ist er doch aus Meinem Herzen herausgetreten und hat Mir einen solchen Schmerz und eine solche tiefe Wunde verursacht, daß, wenn ein Mensch den Schmerz fühlen könnte, auch nur einen einzigen Augenblick, er des plötzlichen Todes sterben müßte vor lauter Schmerz.

Seht, Meine Kinder, dies ist die Ursache, warum Ich komme und durch dieses Werkzeug zu euch rede, um euch zu beweisen, wie Ich liebe, wie göttlich groß Meine Liebe ist; denn wäre es keine göttliche Liebe, Ich könnte es nicht ertragen, und Ich muß es ertragen. Nun wißt ihr aber auch, Meine Kinder, woher es kommt, daß keiner sich mehr zurechtfinden kann, daß man immer und immer wieder sucht, und daß man, weil so viele Zweifel und Ängste in jedem Menschenherzen aufsteigen, man dann anfängt, wieder zu zweifeln und zu kritisieren. Ja, weil ihr unter der Strafrute leben müßt, die Mein Vater schwingt über diesem Geschlecht. Ihr müßt Tag und Nacht die Strafrute fühlen, euer Geist wird verfinstert, wenn auch hie und da ein Lichtstrahl durchdringt, weil ihr vieles leidet und duldet und deswegen viele Bevorzugung habt und ihr die Feste Meiner Kirche mit Freuden begeht.

Und ihr, ihr jungen Kinder, die Ich euch anziehen will und euch so gern in Meine Arme schließe, und wenn Ich euch die heilige Freude noch länger genießen lasse, wißt, daß ihr euch auch bald unter das Kreuz stellen und leiden müßt. Ihr müßt allesamt eucharistische Kreuzträger werden. Ihr alle müßt die Strafrute fühlen, und Ich als Mittler zwischen Gott und den Menschen, als Mittler zwischen Meiner Kirche und Gott dem Vater, Ich muß Mich an Meine Kinder wenden, und an wen soll Ich Mich wenden, wenn nicht an die, die noch glauben?

Darum sagt es Meinen Dienern, dort fing Ich an vor zweihundert Jahren, Mein menschliches Herz zu offenbaren und der Menschheit zu sagen, daß Ich geliebt werden will. Aber Ich sagte damals noch nicht, warum Ich geliebt werden will, weil es die Menschheit noch nicht verstanden hätte, denn nach der Zeitperiode und den Zeitverhältnissen muß Ich Meiner Kirche alle Meine Geheimnisse erschließen. Und es gibt Geheimnisse bis zum Ende der Welt, die Meine Kinder nicht eher verstehen, bis sie dieselben erlebt haben und bereits durch sie durchgegangen sind und dann verstehen, wie groß der Geist ist, der in Meiner Kirche lebt, der Heilige Geist, der so viele Geheimnisse in Sich hat, daß alle Menschengeister von Anfang bis zum Weltende sich die Geheimnisse nicht erschließen und auslegen können.

Du armer Menschengeist, du willst kritisieren und willst deinen Geist nicht unterwerfen dem Heiligen Geist, Der da weht, wohin Er will, Der ein Geschöpf Sich aussuchen kann, was Er will. Ich sage dir, wer sich nicht unterwirft und nicht anschließt an das, was Ich wirke, geht zugrunde, denn Ich habe euch schon gesagt und Meine heilige Mutter, Ich habe schon gesagt durch Kinder in früheren Jahren in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts, daß der Arm Gottes schwer auf dem Volke liegt. Ich habe wieder gesagt durch Meine Mutter, der Arm Gottes liegt schwer auf dem Volk, und Ich vermag ihn nicht mehr aufzuhalten. So sagte Ich durch Meine Mutter, die Mein Mittleramt mit vertritt. Ich stehe als Mittler zwischen Meiner Kirche und Gott dem Vater, und Ich muß Helfershelfer haben, wie Satan Helfershelfer sucht.

Stellt euch Mann an Mann, reiht euch unter die Fahne des Kreuzes, des Liebesbundes, ihr alle, ihr treuen Kinder der katholischen Kirche. Helft Mir, die Lücke auszufüllen, die Mein Herz zerfleischt, welche die gottlosen Priester mir verursachen, die da abgefallen sind und sich eigene Religionen gründen ...

Von jener Zeit an, wo Irrlehrer entstanden in Meiner Kirche, die durchweg fast alle aus dem Priestertum herausgewachsen sind, haben die Wunden Meines Herzens angefangen zu bluten und bluten mit jedem Jahrhundert mehr, aber noch nie so wie in eurem Jahrhundert, in der jetzigen Zeit, wo so viele, viele abfallen vom wahren Glauben, wo so viele Judasse unter den Christen sind, wie es noch nie so viele gegeben.

Denn die Strafe geht Hand in Hand, Schritt für Schritt mit dem Verbrechen. Je mehr Verbrechen die Menschheit begeht, und besonders das Priestertum und der gläubige Christ, die Christen, desto sicherer und energischer ist die Strafe, die Mein Vater über das Menschengeschlecht verhängt.

Allein und ganz allein in Meiner Kirche ist Heil! Durch Meine Kirche kann die Welt noch verschont bleiben; denn ein einziger, gerechter Mann kann ein ganzes Land verschonen durch sein Gebet. Wenn nun ein einziger Gerechter so viel vermag, was vermag dann Meine heilige Kirche? Weil Ich nun so viel von Meiner heiligen Kirche erwarte, darum will Ich aber auch, daß sie rein und geläutert sei, daß sie dastehe wie die Sonne am hellen Mittag, daß sie einen Glanz verbreitet, der alles durchdringt in der ganzen Welt, in der ganzen Schöpfung. Darum wisset, dieser Glanz muß bestehen aus einzelnen Gliedern, denn jeder Strahl und jedes Strählchen, das ausgeht von Meiner Kirche, welche die Sonne der Welt ist, ist ein Christenherz, und je mehr Christenherzen sich finden, die solche Strahlen ausstrahlen, desto heller scheint die Sonne der Kirche und desto durchdringender ist sie.

Wisset jetzt, warum Ich wünsche, daß der Liebesbund von Tag zu Tag wachse, daß man sich nicht schämt, offen und frei sich zum Liebesbund zu bekennen, mag man Priester oder Laie sein, auf dem päpstlichen Stuhl oder auf dem bischöflichen sitzen, Abt oder Äbtissin sein, offen und frei sich bekennen als Liebesbundmitglied, nicht spötteln und lachen über gläubige Seelen, wie es gar zu leicht geschieht, auch in Klostermauern, weil der Glaube zu sehr verflacht und überall die Religion abhanden gekommen. Man sucht noch seine Bequemlichkeit, auch wenn man eine ganz gute Klosterfrau ist, man will das Kreuz sehr weit von sich entfernen, freilich lebt man keusch und gehorsam und übt Tugend, man hütet sich davor, die Gebote Gottes und der Kirche nicht zu halten, man will ja selbst in den Himmel kommen, aber mehr zu tun als dieses, sich für andere einsetzen, das will man nicht.

Seht, Meine Kinder, das will Ich jetzt von Meiner Kirche! Von Meinen treuen Kindern in Meiner Kirche verlange Ich jetzt ein strammes Christentum, denn Ich muß es Meinem Vater gegenüber vorzeigen. Ich habe es geschworen, daß Ich das Menschengeschlecht retten will. Ich habe es am Kreuz geschworen und besiegelt am Kreuzholz mit Meinem Blute. Und nun ist es an euch, daß ihr diesen Schwur fortwährend besiegelt mit euren Leiden und eurem Blut. Was Meinem Leiden und Meinem Verdienst abgeht, das müßt ihr durch eure Leiden ersetzen. Leiden müßt ihr, leiden müßt ihr, Ich will es euch noch einmal sagen. Ich kann es euch nicht ersparen. Wenn ihr euch umseht unter denen, die sich eingereiht haben in den Liebesbund und seht, wie Ich sie mit Leiden belade Tag für Tag, wie sie zu kämpfen haben mit der Not, mit Krankheit und Elend, so wißt, es gibt gar viele, die sich keine eigene Leiden auferlegen, weil sie zu schwach sind. Darum muß Ich mit Leiden kommen, weil diese Mir büßen und sühnen helfen und andere herbeiziehen sollen durch ihre Leiden.

Am Ende des Lebens, wenn ihr vor Gericht steht und ihr Aug in Aug seht mit Mir und euer Auge mit Meinem Auge die Menschenherzen durchschaut, dann werdet ihr sehen, wie viele Seelen durch die Leiden der Liebesbundmitglieder und durch ihr Gebet gerettet worden sind.

Darum, Meine Kinder, wißt ihr jetzt, was Ich euch sagen will. Ich habe es schon begonnen vor zweihundert Jahren, als Ich anfing, der Menschheit Mein göttliches Herz zu offenbaren durch eine Klosterfrau, Margareta Maria Alacoque. Damals machte Ich zwölf große Verheißungen und besondere Verheißungen für diejenigen, die Mich besonders lieben wollen, die auf dem Weg der Vollkommenheit Mir nachfolgen wollen. Diesen versprach Ich ganz besondere Gnaden. Ihr müßt nur nachschlagen und lesen. Damals aber entwickelte Ich Meine Pläne nicht.

Jetzt aber, wo die Menschheit immer tiefer und tiefer sinkt in den Schlamm des Lasters und Mein Christenvolk so abgewichen ist, daß es keinen anderen Frieden mehr kennt als die höchsten Feste in irdischen Genüssen zuzubringen, wo Ich so unendlich vieles gelitten, wo Mein Leiden soll vorgeführt werden, wo der gläubige Christ soll Vergnügen über Vergnügen haben, indem er die Ereignisse Meines Lebens sich vorführt, wie es die Alten taten, eure Vorfahren, jetzt aber, wo man hinauszieht und das Erdreich tränkt mit Verbrechen, stehe Ich auf der Warte und schaue, wo Ich Seelen finde, die mit Mir leiden, die Mir die Verbrechen sühnen helfen. Versteht ihr nun, warum Ich den Liebesbund gründen will, warum Ich einen Damm errichten muß, um Meine Kirche zum Sieg zu bringen? Beter brauche Ich, Streiter brauche Ich, Kämpfer, Sühnopfer verlange Ich unter Meinen Kindern, unter den Christen, unter den gläubigen Christen!

Darum geht hin, Meine Töchter, geht hin und sagt euren Freundinnen, arbeitet so weiter, wie du, Meine Tochter, getan und freuet euch. Schämt euch nicht, offen und frei zu bekennen, daß ihr Liebesbundmitglieder seid. Sagt euren Priestern, wenn sie nicht glauben, werden sie es noch fühlen, immer mehr noch fühlen, was Ich mit der Menschheit vorhabe. Sie sind diejenigen, die Mein Herz bilden, Mein menschliches Herz. In dem Herzen geht alles vor, Leid und Freud. Das Leid, das den Menschen trifft, trifft das Herz, und der ganze Körper muß leiden, wenn das Herz leidet. Fühlt das Herz auch keinen Schlag und vergießt es auch kein Blut, es fühlt doch den Schmerz wie Dolchstiche. Warum? Weil das Herz der edelste Teil des Menschen ist.

Du, Priestertum, bist der edelste Teil Meiner Kirche. Darum muß alles Leid und Freud durch dich hinausgehen, weil das Blut, das strömt im Menschen, in allen Teilen der Adern des Menschen, durch das Herz hindurchgeht. So wenn der Mensch eine Freude hat, hat er sie im Herzen drin, und du Priester, sollst Freud und Leid teilen mit deinen Kindern. Darum, solange du das nicht tust und dich nicht anschließest an das gläubige Volk, reißest du tiefe Wunden Meinem Herzen, weil du Mein Herz bist. Du bist im Leibe der Kirche Mein Herz.

Darum, ihr Priester, höret Meine Stimme. Haltet zu dem tiefgläubigen Volk und bildet den Damm, den Ich bilden will. Schart zusammen das tiefgläubige Volk, wo ihr noch ein Flämmchen der Gottesliebe findet, facht es an, statt auf die Kanzel zu gehen und zu schimpfen über jene Seelen, die tiefer gehen als andere, die das verflachte Leben beiseite schieben und darum Zeit finden, zu beten und Mich in der Kirche aufzusuchen, anstatt zu jenen zu halten, die der Welt nachlaufen. Steht ihr auf der Kanzel, wie ihr getan in den Maibetrachtungen, da habt ihr recht getan. So müßt ihr tun, damit die guten, gläubigen Kinder sehen, daß es doch etwas sein muß, daß der Herr durch eine solche Seele reden muß, denn das Wort der Priester stimmt überein mit dem, was Ich rede durch solche Seelen. Und die eine sagt es der anderen, und der eine Mann sagt es dem anderen, und so entsteht der Damm, der gebildet werden soll, und Meine Kirche soll zum Siege geführt werden durch euch. Ihr steht am Wendepunkt, ihr seid die Schnitter, die Meine Garben schneiden und einheimsen sollen in Meine himmlische Scheune. Ihr sollt die Tugendblümchen, die anfangen zu grünen und zu blühen, recht betauen und befruchten durch euren Eifer, mit einem Wort, allen guten Christen vorangehen.“

Barbara: „Mein Jesus, Du bist so aufgebracht, es ist doch Pfingstnacht, wo Du mir immer so große Freude bereitet hast. Das Pfingstfest ist doch ein so großes Freudenfest. Du hast mir gesagt, dass da die Kirche gegründet worden sei und es darum das vollendete Freudenfest für uns ist. Mein Jesus, Barmherzigkeit!“

Jesus: „Freilich ist dies das vollendete Freudenfest. Wo sind aber diejenigen, die dieses Freudenfest mitfeiern? Pfingsten ist das Fest Meines Geistes, wo der Heilige Geist ausgegossen ist über die Menschheit, und der Christ, statt diesen Geist in sich aufzunehmen, an sich herantreten zu lassen, Seine Stimme zu hören, macht um so mehr Lärm in diesen Tagen, um diesen Geist zu übertönen und mit Füßen zu treten. Und seht, Meine Kinder, wie in Mainz und um Mainz herum dieser Geist mit Füßen getreten wird. Darum bin Ich zornig. Wehe Mir, wehe Meinem menschlichen Herzen in der Eucharistie. An diesem Tag, diesem Pfingstfest, wo Mein Geist überall Eingang finden sollte in den Christenherzen, wird Er statt dessen mit Füßen getreten. Darum, Meine Kinder, darum bitte Ich euch, habt Mitleid mit Mir, mit Meinem menschlichen Herzen. Seht den Schmerz, den der Heilige Geist nicht fühlt, Dieser kann ihn nicht fühlen, Er ist ja ein Geist, Ich aber muß ihn fühlen im Allerheiligsten Sakrament. Dort muß Mein menschliches Herz den Schmerz fühlen, den Mein Geist dadurch fühlt, daß Er mit Füßen getreten wird, und wie manche Seele, wie manche Jungfrau, die bisher noch unverdorben war, wie manches Kind, das zum ersten Mal in diesem Jahr Mich aufgenommen in sein Herz, geht hin auf solche Feste, und der Geist schwindet, es verliert Unschuld und Tugend und geht den Weg der Sünde und des Lasters.

Darum, Meine Kinder, danket Mir um so mehr, danket aber auch derjenigen, die in eurer Familie steht, die Ich Mir erwählt habe als Werkzeug, um durch sie hinauszutragen in die ganze Welt, wie gut Ich bin. Was Ich wirkte durch jene Klosterfrau, das will Ich hier vollenden. Soweit ist es gekommen, daß Ich Mich zeigen muß. Daran könnt ihr erkennen, was ein Gott tut. Dort ging Ich in die stille Klostermauer, weil es noch lange nicht so schlimm stand in Meiner Kirche und im allgemeinen noch gut war. Damals hätte man Mich nicht verstanden, wiewohl Ich viele gläubige Seelen gefunden und die Gefahr nicht so groß war. Jetzt aber, wo die Gefahr am größten ist, wo so viele mit hineingerissen sind und Tag für Tag auch unter den besten Kindern Meiner Kirche hineingerissen werden, erwähle Ich Mir eine Seele inmitten der Welt, mitten auf der Straße, mitten auf der großen Heeresstraße der Welt, wo alle sie sehen können.

Nicht mehr hinein in die Klostermauer will Ich gehen, weil dort die Welt es nicht beachten würde. Auch die besten Diener der Kirche, sie glauben es nicht, weil man sagen würde: ‚Ja, ja, das ist eine hysterische Klosterfrau, die zuviel nachdenkt und betet, und weil es ihr Geschäft ist, und Tag und Nacht sie nichts anderes tut, so kommt sie auf solche Ideen.‘ Darum geht man über solche Phantasien hinweg. Deswegen erwähle Ich eine Person an der Heeresstraße, um durch sie euch eine Strafpredigt zu halten. Tut ihr, was Ich euch sage, dann seid ihr gerettet. Tut ihr es nicht, dann werde Ich die Welt doch retten und ihr, ihr werdet alle zugrunde gehen. Darum haltet zusammen, freuet euch, daß ihr die Berufenen seid, teilzunehmen an den Gnaden, wie Ich sie hier wirke, daß ihr die Werkzeuge seid, um Meine Pläne ausführen zu helfen, um Mein menschliches Herz trösten zu können, um leiden zu können mit Meinem menschlichen Herzen. Freuet euch. Bringet eure Tage nicht in Grämereien und Kleinigkeiten zu. Sage deiner Schwägerin, sie möge sich an keine Kleinigkeit hängen, daß Ich sie berufen habe, ein so großes Werk durchzuführen, daß Ich sie als Hinterlage benutze, daß Ich sie deshalb an die Heerstrasse gestellt habe. Nicht umsonst habe Ich dies alles so gefügt und zugelassen.

Die Weltmenschen sollen erkennen, daß Ich sie retten will, wie Ich sie liebe und hochschätze, daß Ich um ihretwillen und gerade um ihretwillen Mir ein Werkzeug an die Heeresstraße gestellt habe. Wie einen Pranger stelle Ich sie hin, um einem jeden, der vorübergeht zu zeigen: Ja seht, so weit beuge Ich Mich herunter zu euch als euer Gott! Und wenn sie vorübergehen und hinaufschauen, denken viele: ‚Ich muß zurückgehen, ich muß auf die Stimme meines Erlösers hören, der durch diesen Pranger zu mir spricht!‘ Und viele, viele Menschen sollen gerettet werden.

Darum, Meine Kinder, freuet euch auf morgen! Aber Ich verspreche euch, daß Ich euch die Leiden nicht ersparen kann. Ihr müßt gehen wie unter einem gedrückten Dach, das nicht höher ist als um durchzukommen, aber nicht um gerade zu gehen. Ihr müßt beständig geduckt gehen und bedrückt vor lauter Leiden. Dies ist der strafende Arm, der über der Menschheit lastet. Und je mehr die Freudenfeste vorüber sind und Meine Kirche wieder in einen anderen Kreis eintritt, wo Mein Leiden versinnbildet wird, desto drückender werden die Leiden Meiner Kinder. Ich sage es euch im voraus, damit ihr euch einrichten könnt. Ihr alle sollt teilnehmen an den Leiden, aber auch am Siege Meiner Kirche.

Du, Meine Tochter, du arbeitest viel in Meinem Reich. Mancher Priester soll sich ein Beispiel nehmen an dir. Er soll sehen, was eine jungfräuliche Seele vermag, und erkennen, warum Ich den jungfräulichen Stand zu Ehren bringen will; denn eine Jungfrau tut, was des Herrn ist, während eine Verheiratete tut, was ihres Mannes ist. Eine Jungfrau sorgt für Mich und für den Himmel.

Der Ehestand ist eingesetzt, die Erde zu bevölkern und den Himmel zu zieren durch neue Sprößlinge, aber er hat bei weitem nicht den Segen und die Gnade, die der jungfräuliche Stand in sich schließt, denn eine einzige Jungfrau kann im Reiche Gottes auf Erden mehr wirken als eine ganze Gemeinde von Eheleuten, denn der Ehestand, wo er auch ist und sich befindet, sorgt viel mehr nur für die zeitlichen Interessen. Er ist ja da, nebst dem er Kinder erzeugt, die Bewohner des Himmels zu mehren, und doch auch wieder um das Erdreich zu erhalten. Er teilt gleichsam seine Liebe zwischen der Erde und dem Himmel. Er sorgt, um die Güter der Erde zu vermehren, und sorgt dann auch, wenn er gut und fromm ist, den Himmel zu vermehren durch seine Kinder, während eine Jungfrau ganz allein sorgt, den Himmel zu zieren, mit Tugenden den Himmel zu bereichern und überall einzugreifen. Sie sorgt und arbeitet mit in der Kirche wie in einer Familie. Ja, ja, Meine Kinder, bedenkt es wohl!

Du, Meine Tochter, deine Mutter soll wohl bedenken, daß Meine Dienerin viel beigetragen hat zu deiner Erziehung durch Gebet und Opfer, und daß sie dir so viel zu deinem zeitlichen und ewigen Glück verholfen, mehr noch, Mein Kind, wie deine eigene Mutter. Darum darf sie nicht alles so übel aufnehmen, wenn sie ein übereiltes Wort spricht, sie muß Geduld tragen und bedenken, welch großen Schatz Ich ihr anvertraut, wenn sie auch nicht dasteht wie eine Himmelsblume, wie ein Engel ohne Fleisch, sie hat ihre Fehler, weil sie ein Geschöpf ist und weil alle Menschen ihre Fehler haben; auch alle Meine Diener haben ihre Fehler.

Darum Geduld, Meine Kinder, Geduld. Das zweite Zeichen, woran eine Seele erkennen kann, ob sie auf dem Weg der Vollkommenheit sich befindet, ist, daß sie die Lasten mit anderen trägt. Die Lasten müßt ihr mit euren Mitmenschen tragen. Wenn euch ein übereiltes Wort entschlüpft, wenn ihr zornig werdet, was ja menschlich ist, dann zürnt einmal. Sagt eure Meinung heraus mit der Wahrheit, aber dann beiseite gelegt und die Last getragen.

Hinweg mit all dem Kram und den Kleinigkeiten. So muß es getragen werden, ihr Liebesbundmitglieder. Habt Nachsicht miteinander, ihr Eheleute miteinander, ihr Jungfrauen miteinander, wo ihr steht, habt Nachsicht und Geduld. So muß es werden. Und je mehr Mitglieder sich anschließen, desto eher und bälder wird der Tag kommen, wo der Sieg der Kirche gefördert wird. Lebt wohl. Ich grüße euch noch einmal im Namen der Braut des Heiligen Geistes, der allein die wahre Freude verleiht!“

Barbara: „Mein Jesus, heile mir doch die Hand.“

Jesus: „Meine Tochter, eine Kleinigkeit, die Kraft zum Schreiben bekommst du schon, hab ein wenig Geduld und Nachsicht. In letzter Zeit warst du vielmals gehetzt wie ein Wild und konntest dich nicht ausruhen. Es wird wieder besser, wenn du wieder wallfahrten gehst mit deinen Freundinnen in Gottes Natur. Für jetzt zur Zeit, wo der Geist so sehr verunehrt wird, müßt ihr leiden.“

Barbara: Ich sehe, wie die liebe Mutter Gottes weint wegen des Festes in W., weil so viele Jungen verführt werden und der Heilige Geist muß so viele jugendliche Herzen verlassen.

Lied: Hochpreiset ...

360 Vigil vom Fronleichnamsfest 1900

„Denn solange ein Mensch sich erbaut an den Schriften und solange ein Tugendakt mehr erweckt wird von irgendeiner Seele in der Welt, und wenn es auch nach hundert Jahren noch ist, so soll euch jedesmal eine neue Freude zukommen in der Ewigkeit.“

Lied: Laßt Christen ...

Barbara: „Mein Jesus, ich danke Dir für das große Glück, das Du mir heute abend bereitet. Ich bitte Dich um Verzeihung für alle Fehler und Nachlässigkeiten, die ich wieder begangen habe. O lieber, heiliger Antonius bitte, daß der Herr mir meine Sünden vergesse, um all der Liebe willen, die ich zu dir getragen und deine Altäre gezieret, weil du unser Kirchenpatron bist. Ich danke dir, daß du dich mir gezeigt nach der heiligen Kommunion. Ich weiß aber kein Wort mehr, das du mir gesagt; vor lauter Beschäftigung mit der Vorbereitung für Fronleichnam habe ich alles vergessen. O komm, vielgeliebter Bruder, und sage es mir jetzt.“

Antonius: „Gelobt sei Jesus Christus! Du hast Recht getan, liebe Schwester! Seht, was ihr jetzt seid, war ich dereinst, und was ich jetzt bin, sollt ihr noch werden. Darum gebt euch alle Mühe. Schaut nicht nach rechts und nicht nach links, denn wenn es je der Welt not getan, daß feurige, eifrige Seelen sich vorfinden in der Christenheit, so tut es ihr jetzt not. Tut, was euch der Herr sagt, befolgt Seine Worte. Als du vom Herrn gerufen wurdest, dich in Seinen Dienst zu stellen und ich mich dir im Traume zeigte, da ahntest du nicht, daß dieser Traum in Wirklichkeit vor sich gehen werde. Siehe, dies ist das Zeichen, wie innig wir mit euch verbunden sind.

Alle jene Seelen, die der Herr auf besondere Wege führen will und führt, durch die Er der Menschheit Seine Liebe und Güte und Barmherzigkeit zuwenden will, hat Er auf ähnliche Weise heimgesucht, bevor sie wirklich dem Herrn nachgefolgt sind, wo sie manchmal noch den Weg der Sünde wandelten. Siehe, weil du ein Kind meiner Familie warst, denn jeder von uns, der einer Gemeinde zugeteilt ist von Gott und den Auftrag von Ihm erhalten hat, daß er dieser Gemeinde seinen ganz besonderen Schutz möge angedeihen lassen, hat dann die Aufgabe wie ein Familienvater. Ein Familienvater freut sich, wenn seine Kinder gedeihen an Leib und Seele, wenn sein Hauswesen vorwärts geht und zur Blüte gelangt. Er trauert aber auch, wenn eines seiner Kinder auf Irrwege geht und er sieht, wie dieses Kind ihm könnte verlorengehen, seiner Familie Schmach und Schande bereiten.

So geht es jedem von uns, dem die Aufgabe von Gott zugekommen ist, daß er der besondere Beschützer einer Kirchengemeinde ist. Weil ich schon erkannte, noch ehe du es ahntest, welch große Dinge der Herr mit dir vorhabe, daß Er dich bestimmt habe, Seine Gnadenschätze anderen Geschöpfen zu vermitteln, in sie hinüberzuleiten durch dich, darum beeilte ich mich, dir deinen Lebensweg zu zeigen, und du hast gefolgt bis jetzt. Bleibe treu deinem Berufe, und du wirst die Krone des Lebens empfangen.

Ihr aber, meine Schwestern, wüßtet ihr doch und könntet ihr es verstehen und begreifen, wie unendlich die Liebe eines Gottes ist, wie Er alles aufbietet, um Seinen Geschöpfen wohlzutun. Aber seht, wie Seine Geschöpfe Ihm vergelten! Noch nie war der Himmel so betrübt über die undankbare Welt wie in jetziger Zeit. Anstatt uns zu freuen, wenn ein Fest unseres geliebten Herrn gefeiert wird, müssen wir in Trauer uns versenken, weil so viele Menschen, ja so viele Christen sich nicht mehr erinnern der Wohltaten ihrer Erlösung, denn alle die Feste, wie sie kommen im ganzen Kirchenjahr, erinnern an das Fest unserer Erlösung, alle Feste unseres Herrn. Und wie der Herr sorgt, daß sogar uns, Seinen Geschöpfen, Seinen Dienern, eigene Feste eingesetzt und gefeiert werden in Seiner Kirche, so muß der Dank von Tag zu Tag sich steigern in denjenigen, die nur darin die unendliche Liebe und Güte eines Gottes erkennen.

Darum sind wir traurig, wenn wir sehen müssen, wie die Welt alles aufbietet, um alle guten Keime aus der Christenheit herauszuarbeiten, wie kein guter Christ mehr sich freuen kann, ohne nicht auch sich ärgern zu müssen über die gottlose Welt. Fürchtet nichts, gehet dahin, wo der Herr euch ruft. Höret Seine Stimme! Wisset, als ich auf Erden noch wandelte, hat man mich auch nicht beachtet. Man hat in jener Zeit an einer Seele, die auf dem Wege gewandelt, wie ihn die Kirche vorschreibt, die den Weg des Lasters nicht ging, sondern sich Mühe gab, ihre Fehler zu verbessern und sich Tugenden einzupflanzen, so gehandelt, daß sie, wenn auch nicht gerade geschätzt, aber doch nicht verspottet und nicht verachtet wurde, wenigstens dann nicht mehr, wenn man einmal erkannt hatte, daß mit dieser Seele etwas anderes zu tun sei. Doch wisset, daß auch ich lange Zeit nicht geachtet war, sondern zurückgesetzt, wenn auch nicht gerade böswillig. Dies ließ der Herr so zu meiner Prüfung und Heiligung zu. Es war aber auch in damaliger Zeit gut, daß es so gewesen, denn die Christen, weil noch gläubiger und kindlicher, hätten eine Seele, wenn sie sich nicht zu verbergen gesucht hätte, fast angebetet, wie es mir ja auch erging, als ich einmal öffentlich auf den Leuchter gestellt war und überall hingerufen wurde zu predigen, und meine Oberen offen und frei erklärten, daß ich ein Diener Gottes sei.

Da lief man zehn bis zwanzig Stunden des Weges, um meine Predigt zu hören. Ja, hätte ich da noch einen Funken Selbstliebe in mir gehabt, ich wäre tief gefallen, weil mich die Menschen fast auf den Händen trugen. Dies ist nun anders geworden. Die Menschen sind anders geworden in ihren Naturen, Charakteren und Seelenzuständen. In ihren Naturen, weil die Naturen aller Menschen, ohne Ausnahme, nicht mehr so kräftig sind wie in der Zeit, als ich lebte auf Erden.

Deswegen hat der Herr schon so viel durch diese meine Schwester gesprochen, daß Er nicht mehr verlangen könne, daß die Menschen bei Wasser und Brot fasten, wie es ein Diener Gottes tat zu meiner Zeit, wenigstens hie und da, daß es aber auch nicht mehr notwendig sei, Wunder zu wirken, um einen Diener Gottes zu kennzeichnen. Als Nikolaus von der Flüe lebte, da mußte der Herr Wunder wirken, um Seine Diener zu kennzeichnen, weil zu jener Zeit fast alle Christen gut gelebt haben, sich bemühten, Gott zu gefallen, wenigstens in solchen Gegenden, wo noch der Glaube recht lebendig und kindlich war. Wenn da der Herr etwas Besonderes wirken wollte in einer Seele, da wirkte Er auffallende Wunder.

Wenn nun jetzt in der Zeit, in der ihr lebt, die Menschen daran erkennen wollen, ob etwas von Gott ist, oder ob es Menschenwerk ist, dann dürfen sie den Maßstab nicht an die Natur des Menschen anlegen, dann müssen sie, jeder, der das Recht hat, den Maßstab anzulegen, diesen Maßstab erst an sich selbst anlegen. Er soll seine Natur selbst prüfen, ob sie geeignet sei, bei Wasser und Brot jahrelang fasten zu können, ob erlaubt sei, sein Leben zu verkürzen, sich hinzuordnen. Deswegen, weil die Welt dafür sorgt, daß jetzt eine Seele gekennzeichnet sei auf ganz andere Art, darum sind auch die Bußwerke ganz andere. Die Seele, die allen Spott und Hohn hinnimmt aus Liebe zu Gott, die alle Leiden erträgt, die Gott ihr auferlegt, mag es eines ihrer Angehörigen betreffen in der Familie, der Familienvater oder die Mutter, die ihre Leiden mit Geduld trägt und ruhig weitergeht, ob es stürmt oder schneit, diese ist gekennzeichnet als ein guter Christ. Wenn aber der Herr eine Seele auserwählt, um durch sie zu anderen zu reden und anderen Seinen Willen kundzutun, dann hat die Welt schon längst gesorgt, daß der Herr keine außerordentlichen Wunder mehr zu wirken braucht.

Siehst du, meine Schwester, deswegen habe ich dir gezeigt, daß einzig und allein die Seele, in welcher der Herr auf außerordentliche Weise wirken will, an den Tabernakel sich halten muß. Dort muß sie hineilen, sie muß hören die Stimme ihres Geliebten in ihrem Herzen, nicht achten auf das Gerede der Menschen, selbst wenn es von denjenigen kommt, die über sie gestellt sind, welche die Aufgabe haben, andere zu leiten, die Herzen anderer zu leiten. Auch mir ging es so. Meine Brüder verklagten mich bei meinen Obern, als sei ich eine scheinheilige Person, als wollte ich Frömmelei treiben, weil ich jeden Augenblick benutzte, um vor den Tabernakel zu gehen, weil ich, wenn ich an der Arbeit war, mich immer so viel wie möglich von anderen zurückzog, sobald es wieder ging, um mit meinem Gott zu verkehren.

Darum wurde ich von einigen gehaßt, von anderen gleichgültig angesehen als Sonderling, als wollte ich mehr sein als sie, mich einschmeicheln bei meinen Obern, und wie die Fehler vorkommen in Genossenschaften, wo viele beisammen wohnen und wo jeder nach Heiligkeit oder doch nach Frömmigkeit strebt. Du hast gesehen, wie sie zu meinen Obern liefen und mich verklagten, daß ich schon wieder müßig gehe, schon wieder in die Kirche gelaufen sei. Das war dein ganzer Lebensweg.

Meine Schwestern fahret fort. Ihr, die der Herr euch berief, und die ihr so gestellt seid, daß ihr dem Herrn treuer dienen könnt, möget ihr sein mitten in der Welt oder in den Klostermauern, ihr Jungfrauen. Alle, die auf das Geschrei der Menschen hören, bringen es nicht weit. Sage N. in N., die da eine Verdemütigung erlitten, sie möge sich freuen und wohl bedenken, daß es ein großer Schaden für sie gewesen wäre. Sie kann ihre Krone um vieles verschönern und ihren Thron herrlicher zieren auf diesem demütigen Weg. Was nützt all der Tand, all die Schmeichelreden von denjenigen, die da ihren Obern schmeicheln wollen, wie es doch denjenigen oft vorkommt, die der Herr berufen hat, an der Spitze zu stehen. Sie aber kann diese Zeit gut ausnützen, sie kann mit ihrem lieben Jesus verkehren, und das soll sie auch tun. Sage ihr einen freundlichen Gruß.

Ihr aber, ihr Kinder, fahret fort auf dem betretenen Weg. Laßt euch nie und nimmer irre machen, besonders du, Maria. Viele, viele sind im Himmel, die deinen Namen tragen. Wisse, daß deine Namenspatronin den jungfräulichen Stand geboren. Sie war die Erste unter den Jungfrauen, und viele sind seither Ihr nachgefolgt. Fahre fort! Betrete nie, ich bitte dich, mein Kind, jene Orte, wo der Seele nachgestellt wird von Satan. Siehe hier in dieser reinen Luft des Glaubenslebens, wie es in deiner Familie überall ausgeatmet wird, deine lieben Angehörigen atmen alle ein tiefes Glaubensleben aus und üben es aus, und du stehst in dieser Luft, hier hast du keine Gefahr, denn diejenigen, die in deine Nähe kommen, erkennst du schon an der Farbe. Alle, die nicht so sprechen, wie deine lieben Angehörigen, sind nicht von der Farbe, zu der du dich bekennst. Darum hast du keine große Gefahr. Du mußt immer auf der Hut sein, daß Satan sich nicht einschleichen kann durch böse Gedanken und Vorstellungen.

Ihr aber, ihr Kinder, die euch der Herr hierher geführt, harret aus, solange ihr in dieser Familie bleiben könnt, damit ihr noch recht lange und viel von dem Glaubensleben in euch aufnehmet, das hier ausgeübt wird. Sagt aber auch der Frau dieses Hauses einen recht herzlichen Gruß von mir. Sie soll ausführen, was sie sich vorgenommen. Sie hat versprochen, solange an dem Kloster gebaut würde, mir zu Ehren beizutragen zu dem Klosterbau; denn in diesem Kloster werde ich viel geehrt und habe darum auch ganz besondere Mittel und Wege, um diejenigen wieder zu ehren, die mich ehren in dieser Kapelle. Ich werde es all denjenigen zu gute tun, die beitragen zu dem Klosterbau, denn später wird dieses Haus, das jetzt aufgerichtet wird, eine große Zierde werden für die Stadt Mainz, und viele, viele werden daraus hervorgehen, die ein heiligmäßiges Leben führen und vielen zum Vorbild werden durch ihr ernstes Tugendleben.“

Barbara: „O lieber, heiliger Antonius, ist denn ein Beitrag zu diesem Haus gerade so gut wie eine Priesterstiftung?“

Antonius: „Gerade so, weil ja dieses derselbe Zweck ist. Eine Priesterstiftung ist für Priester, die arm sind, sie zu unterhalten, damit sie studieren können. Ein Klosterbau ist, um arme Söhne aufzunehmen, arme Jünglinge oder Jungfrauen, damit sie ein gottgeweihtes Leben führen und, wie es hier ist, auch noch Priester werden können; es ist also ein und dasselbe. Darum tragt nach Herzenslust dazu bei, mit Herzensfreude, und wo ihr könnt, bringt ein gutes Wörtchen an, damit der Bau gelinge und damit die Mönche nicht mehr zu gedrückt sind, denn alles kommt der Stadt und den Bewohnern dieser Stadt und weit darüber hinaus zugute.“

Barbara: „Hat N. Berufung zum jungfräulichen Stand?“

Antonius: „Jedes Menschenkind, das sich bekämpfen will, kann sich einen Stand wählen, wie es will. Dies liegt nur an dem Menschen selbst. Man sagt: ‚Ja, ich bin nicht dazu bestimmt.‘ Mein Kind, du und jedes andere kann sich dazu bestimmen, wenn es nur ernstlich will. Der jungfräuliche Stand ist eine große Tugend, ein evangelischer Rat, vom Herrn Selbst gegeben, und der arme Mensch, der da im Paradies gefallen und deswegen die sinnliche Begierde vom Paradies aus an sich trägt vom ersten Menschen, wer diese Begierde in sich niederkämpft aus Liebe zu Gott, der ist bestimmt, Jungfrau zu bleiben und es wird sein Lohn um so mehr steigen, je mehr er zu kämpfen hat. Man sagt: ‚Ja, ich bin nicht bestimmt zu dem jungfräulichen Stand, ich habe so viele Versuchungen.‘ Ja, Versuchungen sind noch keine Sünde, und das, was mit großer Mühe und hartem Kampf erkämpft wird, ist auch um höheren Preis erkauft und darum auch wertvoller in den Augen Gottes und für den betreffenden Menschen von größerem Verdienst.

Wenn sie kämpfen wollte, diese Jungfrau, dann sage ihr aber, daß sie in erster Linie sich die Demut zum Fundament legen muß. Sie muß demütig werden und nicht auf ihre Mitmenschen stolz herabsehen und sie ihren Reichtum, in den sie der Herr hineingestellt, fühlen lassen. O diese Familie gehört zu den Glücklichen, die mit Reichtum doch auch noch die Religion verbinden. Darum wissen diese Kinder nicht zu schätzen, was sie in ihrer Familie besitzen, nämlich den tieflebendigen Glauben, der noch ein Erbstück ist von ihren Vorgängern. Denn in dieser Familie standen schon große Diener Gottes, aber die Zeit ist längst vorüber, wo diese gelebt, und allmählich verzweigt sich die Familie und der Stammbaum verliert sich nach und nach. Aber er soll sich nicht verlieren und dafür soll deine Kusine sorgen, weil der andere Stammbaum etwas fehlgeschlagen, nämlich von deiner Familie, obwohl auch diese nicht ganz böse sind, aber doch wäre hier vieles zu wünschen von den Mitgliedern dieser Familie.“

Barbara: „O Herr, Du lässest diese kranke Schwester aber vieles leiden.“

Jesus: „Ihre Leiden sind Leiden der Buße und Sühne für die gefallene Menschheit. Die Zeit, in der die Christen sich erholen und in Mir sich erfreuen sollten, denn wo die Kirche alles aufbietet, um ihren Kindern Freude zu machen, bietet die Welt alles auf, um die Kinder der Kirche loszureißen, alles herauszuarbeiten, sie ganz für sich zu gewinnen. Sie spielt und tanzt und geigt Tag und Nacht in einem fort, um ja alles Gute in den Seelen zu verderben und zu ersticken. Dieses bereitet Meinem Herzen einen unaussprechlichen Schmerz und einen unaussprechlichen Kampf. Ich kämpfe, sage Ich euch, Meine Kinder, Ich kämpfe im stillen Tabernakel, ob Ich es nicht zulassen soll, daß das Licht des Glaubens hinweggenommen werde diesem verkehrten Geschlecht, und deswegen arbeite Ich an den guten, treuen Seelen und Ich kann ihnen keine Mühe ersparen, keine Leiden.

Leiden müßt ihr, ihr guten treuen Seelen. Sage dieser Schwester, sie soll viele, viele Seelen retten in dieser Stadt. Die Finsternis wird von Tag zu Tag dichter, denn seht euch um in dieser Stadt und in der Umgegend, wo überall die Festlichkeiten stattfinden, ob man da noch denkt an eine Sonntagspflicht, an die Familienpflichten, die der Vater und die Mutter haben. Alles wird vernachlässigt. Die Kinder gehen ihre Wege. Der Vater geht seine Wege und die Mutter ihre, wenn auch nicht gerade wie der Vater, sie kann es nicht mehr halten, und sie läuft über zur Fahne Satans, weil sie aus lauter Verzweiflung überläuft. Und diese Familien muß Ich Tag für Tag mit ansehen und Ich kämpfe in Meinem stillen Tabernakel, ob Ich denn noch bleiben will unter diesem Geschlecht.

Darum auf, Meine Kinder, auf! Ihr seid die Berufenen, ihr, ihr! Um euretwillen soll das Licht des Glaubens erhalten bleiben. Seht, wie die Oberhäupter sich verbinden mit den Liberalisten, wie sie alles aufbieten, um das Volk am rechten Fleck anzupacken, damit auf so feine Weise der Glaube hinausgeschafft wird aus der Schöpfung, aus diesem Lande, der Glaube an die heilige Eucharistie, denn nur das Christenvolk hat Mich ja in seiner Mitte, alle anderen Glaubensgenossenschaften wissen ja nichts von Meiner Gegenwart, wenn sie auch noch an einen Gott glauben. Und unter diesem Geschlecht, das da so bearbeitet wird, stehe Ich jetzt als ein unbekannter Gott, denn je mehr da gespielt und getanzt wird, desto mehr vergißt man Mich im Heiligsten Sakrament des Tabernakels.

Ihr, Meine Kinder, sollt die Ehrenwache bilden. Um euretwillen will Ich bleiben, und wenn es eure Vorgesetzten jetzt noch nicht glauben wollen, ja, ja, sie glauben es, werdet nicht irre! Es ist, wie Ich euch schon lange gesagt. Weil die Welt gar zu gottlos geworden ist, will man alles vermeiden, was auffällig ist. Von euch wird nichts verlangt als wie die Beharrlichkeit, ein tieflebendiger Glaube, eine unerschütterliche Hoffnung, ein felsenfestes Gottvertrauen und ein festes Zusammenhalten zum Liebesbund.

Saget Meiner Dienerin N., sie soll diesen Schritt tun, sich euch anschließen, damit andere es sehen und herbeikommen. Und eurem Bischof sagt einen herzlichen Gruß. Er möge es doch über sich bringen und nichts danach fragen, euch nicht einzudämmen, wenn man auch spöttelt und witzelt, man tut dies doch. Sagt ihm, wo die Sonn- und Feiertage so schrecklich entheiligt werden durch Verbrechen, daß die Erde getränkt ist mit Verbrechen, wie in den Zeiten der ersten Christen mit Christenblut und durch die Verbrechen der Heiden, so soll jetzt durch die guten, treuen Kinder der katholischen Kirche die Erde wieder entsündigt und geheiligt werden, indem sie sich zusammenscharen und frei und offen ihren Glauben bekennend, singend und betend durch die Fluren ziehen, sich vereinigend mit den Engeln und Heiligen des Himmels, die sich ja auch zu ihnen gesellen und vereinigend mit ihnen Gott preisen und mit den lieben Vöglein und unvernünftigen Tieren, um Gottes Lob zu preisen und zu singen, wo andere hinausziehen, um Satans Lob zu singen.

Weil aber an den Sonntagen dieses nicht geht, wenigstens nicht in Städten, darum verlange Ich, daß sie es tun dürfen ohne Rückhalt, soviel ihnen die Zeit erlaubt an Wochentagen. Lebt wohl, Meine Kinder!

Deinen Brüdern in S. und A. sage ein herzlicher Gruß. Sie sollen bedenken, daß sie Liebesbundmitglieder sind, und daß sie angefangen haben, Mich zu lieben, und daß dieses ein Prüfstein für sie beide ist, aber auch ein Vorschub, um sie in ihren Vorsätzen und Vorhaben zu bestärken, damit sie solche leichter ausführen können. Ich aber wünschte, daß es so viele Familienväter und Mütter gäbe in der Christenheit. Und noch will Ich euch sagen, wenn solche Tage sind, wo ihr zu Meiner Ehre schreibt oder arbeitet, dann müßt ihr auf den Nutzen sehen, der anderen zugute kommt und nicht auf euren Nutzen. Ich kann es und mag es nicht leiden, wenn eine Seele betrübt ist, wenn Ich etwas anderes von ihr verlange.

Seht, wenn ein armes Dienstmädchen gar nicht in die Kirche kann, weil es für seine Herrschaft arbeiten muß, dann gefällt Mir diese seine Arbeit gerade so gut, als wenn es in der Kirche kniete oder alle frommen Übungen mitmachen wollte, weil dieses sein Beruf ist. Oder wenn eine Hausfrau ihre Familienangelegenheiten in Ordnung bringt aus Liebe zu Mir, so gefällt Mir dies gerade so gut, als wenn sie in der Kirche kniete. So seid ihr, wenn ihr diese Dienste besorgt und noch viel mehr. Ihr müßt auf den Nutzen sehen, der daraus hervorgeht.

Denn solange ein Mensch sich erbaut an den Schriften und solange ein Tugendakt mehr erweckt wird von irgendeiner Seele in der Welt, und wenn es auch nach hundert Jahren noch ist, so soll euch jedesmal eine neue Freude zukommen in der Ewigkeit, gerade so, wie wenn ein Fest in der Kirche gefeiert wird, Ich jedesmal neue Freude empfinde, und wenn eine Seele Mein kostbares Blut sich aneignet durch eine würdige Kommunion oder eine gültige Beichte und Ich Mich jedesmal neu erfreue und vor Meinem himmlischen Vater Mich gleichsam brüste und stolz bin, so könnt ihr stolz sein jedesmal, weil immer eine neue Freude euch zukommt. Wenn eine Seele sich erbaut an den Schriften und ein Tugendakt mehr erweckt wird von einer Seele, soll dieses im Himmel euch eine neue Freude sein.“

Barbara: „O Herr, ein Trostwörtlein für Deine Dienerin.“

Jesus: „Wisse, Meine Tochter, es sind dies noch lauter Nachwehen von dem Weltgeist, weil jetzt die Stadt Mainz so üppig sich wieder entfaltet in ihrer Prunksucht, und die reichen Damen überall zu strahlen und zu glänzen suchen und mitfeiern und groß tun, da ist noch ein kleines Hineinleuchten von der Weltliebe in dein armes, schwaches Herz, und dies trägt viel dazu bei, aber sieh, dies ist der Kampf, den du jetzt kämpfest in diesen Tagen. Später wirst du bis zum Herbst ganz andere Dinge erleben. Du wirst viel gesünder werden und du sollst sehen, wie Ich dir den Kampf, den du jetzt kämpfest, belohne und das kleine Flämmchen der Gottesliebe in dir entfache, so daß du das alles nicht mehr magst und siehst und hörst nichts mehr. Du wirst so durch die Stadt gehen, als ob du unter lauter Engeln gehst und nicht mehr rechts und links denken, ob diese und jene spotten. Das mußt du dir verdienen. Wisse denn, dein gutes Herz packt es noch. Du bist Mein und bleibst Mein in alle Ewigkeit, aber jetzt mußt du noch büßen für die Weltliebe, die so üppig in dir gewuchert hat.“

361 Fronleichnamsprozession 1900

„Sieg den Guten!“ Der Herr zeigte Barbara zuerst einen furchtbaren Geisterkampf, der fast eine Stunde währte. Die Heiligen der Stadt Mainz vereinigten sich mit den Guten und umringten den Herrn bittend und ihre Verdienste opfernd, daß Er doch den Guten den Sieg verleihe. Barbara hörte dreimal den Wehruf über diese Stadt. Der Schutzengel von Barbara trug die Tränen von Barbara in die Opferschale. Endlich hörte sie den dreimaligen Siegesruf: ‚Sieg den Guten!‘ Der Herr trug Barbara auf, zu ihrem Bischof zu gehen und ihn zu bitten, daß er die Wallfahrten, und zwar barfuß, wieder erlaube. Wenn er es tue, verspreche Er ihm, daß binnen zehn Jahren das Goldene Mainz wieder erblühe, denn wenn die Lauen sähen, daß die Priester dazu ständen, würden auch sie sich aufraffen.

Der verstorbene Bruder von Barbara und seine Tochter traten aus der Heiligenschar zu Barbara hin. Ersterer redete Barbara an und sagte:

Bruder: „Sage doch meiner Frau, wenn ihr begriffet, welche Herrlichkeit eurer wartet, so würdet ihr euch nicht an Kleinigkeiten dieser Erde hängen. Ich danke dir für alles, was du an meiner Familie getan hast.“

Die kleine Nichte ging nur an Barbara vorüber und pfeilschnell eilte sie auf ihre noch lebende Schwester zu, die einige Schritte hinter Barbara ging. Kaum eine Minute danach fing diese an, laut vorzubeten, wohl durch den Einfluß ihres himmlischen Besuches angeregt.

Am Herz-Jesu-Fest, als Barbara die heilige Kommunion empfing, begleiteten viele Heilige den Herrn. Der Herr trug einen blumendurchwirkten Mantel. Die liebe Mutter Gottes warf Barbara einen vom gleichen Stoffe um und sagte, sie solle erst später erfahren, was dieser bedeute.

Nachwort

Einige Bemerkungen zur Frage nach den Privatoffenbarungen

I

Privatoffenbarungen gehören nach katholischem Verständnis zu den Möglichkeiten, durch die Gott, der Herr der Geschichte und aller Menschen, in das Leben eines Einzelnen eingreifen kann. Wird ein Mensch solcher Offenbarung gewürdigt, wird er durch sie in die Pflicht genommen. Er muß ihr im Glaubensgehorsam folgen. Dabei ist es möglich, daß sie der Glaubensvertiefung und Lebenserhellung dieses Menschen in erster Linie dient; das bedeutet, daß sie im „Material“ dieses Lebens wirksam ist und für andere zunächst verborgen bleibt. So wurde die besondere mystische Lebensführung der heiligen Theresia vom Kinde Jesu erst nach ihrem frühen Tod durch ihre Niederschriften bekannt. Andere begnadete Menschen erfahren Offenbarungen, die mit einem ausdrücklichen Auftrag in den Raum der Kirche und der gesellschaftlichen Öffentlichkeit hinein verbunden sind, wie wir es zum Beispiel aus dem Leben und Wirken der heiligen Hildegard von Bingen und des heiligen Don Bosco kennen.

Es gilt dabei zu bedenken, daß auch bei echten Offenbarungen womöglich Elemente zu finden sind, die schwer verständlich, unzulänglich und verzerrt erscheinen. Kritische Prüfung ist nötig, weil je und je die begnadete Erfahrung im Rahmen der Möglichkeiten und Begrenzungen des begnadeten Menschen, seiner Ausbildung, der geistigen, seelischen und geistlichen Weite oder Enge gemacht wird. Deshalb ist mit Unschärfen und zeitbedingten Verengungen auch bei echten Privatoffenbarungen zu rechnen.

Vom Ganzen des Glaubens losgelöste Ausbrüche des Unterbewußtseins dagegen, krankhafte Initiativen und schwärmerische Einbildungen und punktförmige Aktivitäten sind kritisch zu ordnen und – so schwierig das im einzelnen auch sein mag – in ihre Schranken zu verweisen. Den Rat des Thessalonicherbriefs gilt es für die mitunter schwer durchschaubaren Zusammenhänge von Privatoffenbarungen zu beachten: „Prüft alles, was gut ist behaltet“ (1 Thess. 5,21).

Neben vielen und oft schwierigen Fragen an die Person und die persönlichen Voraussetzungen der Visionäre, bleibt doch eine unentbehrliche erste Klarstellung für die Echtheit einer Privatoffenbarung leicht möglich. Sie lautet: bleibt das Gesagte im Rahmen der in Christus endgültig geschehenen Offenbarung? Ist dagegen der Versuch zu erkennen, diese Offenbarung des menschgewordenen Herrn zu korrigieren oder zu verbessern oder gar zu übertreffen, haben wir gewiß keine echte Privatoffenbarung vor uns. Ebenso gehört die Bereitschaft, sich dem Lehramt der Kirche, der die Verkündigung gültig übertragen ist, zu unterstellen, zur glaubhaften Gestalt des Empfängers einer Offenbarung. Niemals kann es um modische Neuheiten gehen; vielmehr muß das unausschöpfbare „Alte“ der Christusoffenbarung neu gesagt werden, als Ruf in die Zeit, als Anstoß für das, was einer Epoche nötig ist, als Verlebendigung des Handelns der Kirche aus der Kraft des einzigen und einmaligen Evangeliums. So hat sich Vinzenz von Paul für die Priestererziehung und zeitgerechte Formen in der Nächstenliebe leidenschaftlich eingesetzt, Pius X. konnte die Liturgie und die tätige Anteilnahme der Gläubigen an der heiligen Eucharistie bis zum häufigen Empfang der heiligen Kommunion beleben und Pater Maximilian Kolbe hat im grauenhaften Dunkel der Menschenvernichtung durch sein Martyrium die Würde des Menschen aufleuchten lassen.

Spätestens hier zeigt sich der „prophetische“ Charakter jeder echten Privatoffenbarung. Prophet meint hier nicht zuerst Zukunftswisser oder Zukunftsdenker. Vielmehr ist mit dieser Bezeichnung jeder Christ gemeint, der seinen Glauben lebendig hält. So werden beispielsweise heute jeder Mann und jede Frau, die ihre Ehe als endgültigen christliche Bund leben, zu stillen und unfanatischen religiösen Verkündern: zu „Propheten“. Ebenso ein Meister, der seine Auszubildenden als Menschen achtet und fördert, und jeder, der aus gläubiger Gesinnung nichts dem Gottesdienst vorzieht. Alle sagen unaufdringlich durch ihr Leben auch etwas über die Zukunft: Die Eheleute zeigen Gottes bleibende Liebe zu uns Menschen; der tüchtige Meister beweist die Gottebenbildlichkeit seinem Auszubildenden und der glaubensentschiedene Gottesdienstbesucher feiert die Nähe des ewigen Gottesreiches in unserer Welt.

Dann aber gibt es noch – neben dem Charisma, das alltagsnah die eigenen Gaben und Fähigkeiten schlicht in den Dienst des Reiches Gottes stellt – das besondere Charisma (Gnadengabe), den prophetischen Auftrag, die erwählende Offenbarung. Dieses prophetische Charisma einer besonderen Erwählung zu einem besonderen Auftrag nennt Karl Rahner: „Jene Einwirkungen des Geistes Gottes auf den einzelnen Glaubenden, die vom Menschen her niemals erzwingbar, von den amtlichen Organen der Kirche nicht vorhersehbar, durch die Setzung der Sakramente nicht erreichbar und dennoch immer und überall benutzbar sind, weil sie – wie Amt und Sakrament – zum notwendigen und dauernden Wesen der Kirche gehören“. Zu den zahlreichen Begnadeten in der Kirchengeschichte mit ihrem großen geistlichen Auftrag gehört auch Barbara Weigand (1845–1943). II

Vor dem Hintergrund der Bemerkungen über Privatoffenbarungen lassen sich eindrucksvolle Gründe für die Echtheit der besonderen Berufung erkennen, deren Barbara Weigand gewürdigt wurde. Einige davon seien stichwortartig genannt:

Barbara Weigand wächst in einer ruhigen und das ganze Leben durchdringenden Frömmigkeit auf.

Die kränkliche Mutter, die zusätzliche Belastung des Vaters durch das Amt des Bürgermeisters und die Fürsorge für die Geschwister machen Barbara zu einem arbeitsamen und verantwortungsbewußten Mädchen mit starker Bodenhaftung.

Trotz der Aussicht auf eine gute Partie ringt sie sich zu einem jungfräulichen Leben durch.

Fast unbegreifliche körperliche Leistung vollbringt sie aus Sehnsucht nach der heiligen Kommunion: häufiger fünfstündiger Gang nach Aschaffenburg (Kapuzinerkirche) und zurück, danach schwere Haus- und Feldarbeit.

Ein Höchstmaß an Fleiß und Arbeit übt sie in Schippach, dann ab 1885 für dreißig Jahre in Mainz, wovon sie allein zwanzig Jahre in der Wirtschaft ihres Bruders und weitere zehn Jahre in der Pflege einer nahen Verwandten zubringt, und ist dann wieder, bis zu ihrem Tode, in Schippach.

Opfer, Buße und Sühne für die eigenen und die Sünden der Menschen, dazu oft auch als soziale Hilfe für Notleidende.

In Barbara Weigand wächst immer größere Leidensbereitschaft. Ihr umfassender Gebetsgeist übt ständig das glühende Dankgebet und das Bittgebet für Lebende und Verstorbene.

Zeitlebens charakterisiert innigste Marienverehrung das Leben von Barbara Weigand. Dabei fällt auf, wie glaubenssicher sie die Teilhabe am einzigen Erlöser- und Mittlertum Christi in früher Zeit bereits ausspricht.

Bei allen böswilligen Verdächtigungen und lügnerischen Unterstellungen lebt sie nach dem Wort der Bergpredigt: „Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt, und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet. Freut euch und jubelt, euer Lohn im Himmel wird groß sein“ (Mt. 5,11).

Die alles bestimmende Mitte des begnadeten Lebenswerkes von Barbara Weigand ist ihr Ringen um die eucharistische Frömmigkeit; näherhin um die tägliche heilige Kommunion. Spätestens an diesem fünfunddreißigjährigen Mühen bis zur weltkirchlichen Anerkennung durch das Kommuniondekret des heiligen Papstes Pius X. zeigt sich die beständige und allen Wechselfällen widerstehende große Berufung.

Nachdem die häufige heilige Kommunion längst liturgische Praxis geworden ist, scheint sich in einer Phase der (vorsichtig gesagt) sich abkühlenden eucharistischen Frömmigkeit, die glühende Christusliebe und eucharistisch geprägte Frömmigkeit der Barbara Weigand für die innere Reform und missionarische Stärkung der Kirche im 3. Jahrtausend eine unerwartet neue Aktualität zu bekommen.

Die zahlreichen Visionen, Auditionen und Wegweisungen, die sie geschenkt bekommen hat, liegen jetzt im Druck vor. Im Blick auf diesen geistlichen Schatz möchte man dem geneigten Leser zurufen: „Nimm und lies!“

Im September 2001

Pfarrer            Pater  Msgr.

Alfred Stürmer          Anselm Ehmele        David Nikolaus Becker

Der Eucharistische Liebesbund des göttlichen Herzens Jesu

Statuten des Liebesbundes

Die Mitglieder des Liebesbundes versprechen:

1. Daß sie mutig und standhaft, offen und frei den katholischen Glauben bekennen wollen durch treue Beobachtung der Gebote Gottes und der Kirche, sowie durch standhafte Verteidigung der Rechte derselben, insoweit sie dazu berufen sind.

2. Daß sie den öfteren, ja täglichen Empfang der hl. Kommunion nach dem Wunsche des hl. Vaters und dem Rate des Beichtvaters fleißig üben und das hl. Sakrament der hl. Eucharistie mit aller nur möglichen Verehrung und Liebe umgeben wollen.

3. Da sie, sofern es ihnen die Lage gestatttet, an allen öffentlichen Kundgebungen des katholischen Glaubens (Wallfahrten, Prozessionen, Kreuzweg-, Rosenkranz- und Maiandachten) eifrig teilnehmen, um so ihren Glauben vor aller Welt zu betätigen.

4. Daß sie im übrigen ein stilles, zurückgezogenes Leben führen und dem heutigen Zeitgeist, besonders dem Geiste der Vergnügungssucht, vollständig entsagen wollen.

5. Daß sie endlich ein Opferleben führen wollen durch Beten, Sühnen und Leiden in der treuen Erfüllung ihrer Standespflichten, in Ertragung des täglichen Kreuzes und in der geduldigen Hinnahme von Schmach und Verachtung.

6. Die Mitglieder beten täglich die Vereinsgebete (Aufopferung am Morgen und am Abend) und suchen sich von dem Geiste derselben tagsüber zu durchdringen, indem sie sich selbst vergessen, ihre Fehler zu bessern und abzulegen suchen und sich einsetzen für das Wohl der Kirche und für die sündige Menschheit, auf daß bald werde eine Herde und ein Hirt, und die Kirche Gottes auf den hl. Berg gestellt werde, von wo aus sie überallhin leuchten soll.

Weihe an das göttliche Herz Jesu

Wer in den Liebesbund aufgenommen werden will, der richte die einmalige und innige Bitte nach der hl. Kommunion an Jesus, Er möge Sich würdigen, ihn aufzunehmen in den Bund der Liebe, den Er mit der Menschheit geschlossen hat. Man kann sich dabei folgenden Gebetes bedienen:

„Jesus Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch, den ich im allerheiligsten Sakramente wahrhaft gegenwärtig glaube und bekenne, ich bitte Dich mit der ganzen Inbrunst meines Dich aufrichtig liebenden Herzens, würdige Dich, mich in die Zahl jener bevorzugten Kinder Deiner hl. Kirche aufzunehmen, mit denen Du den Bund der Liebe geschlossen hast. Ich verspreche Dir von ganzem Herzen, mit Deiner allmächtigen Gnade alle Obliegenheiten des Liebesbundes getreu und gewissenhaft zu erfüllen. Hl. Maria, Du meine Mutter und mächtige Fürsprecherin am Throne meines Erlösers, hl. Erzengel Michael, hl. Joseph, hl. Franziskus, alle lieben Engel und Heiligen Gottes, bittet für mich! Amen.“

Wer zeitweise verhindert ist, die folgenden Aufopferungsgebete zu verrichten, der spreche statt dessen am Morgen: „Ich will heute beten, leiden und sühnen nach Meinung des Liebesbundes;“ und am Abend: „Ich opfere all mein Beten, Leiden und Sühnen auf nach Meinung des Liebesbundes.“

Aufopferungsgebet am Morgen

„O Jesus, Du Bräutigam meiner Seele, ich opfere Dir beim Beginn dieses Tages alle Leiden und Widerwärtigkeiten auf, die mir bei Ausübung meiner Standes- und Berufspflichten begegnen werden. In Vereinigung mit Dir will ich heute wieder das Kreuz meines Berufes tragen, gleichwie Du Dein schweres Kreuz den Kalvarienberg hinauf getragen hast, und ich verspreche Dir, mit Deiner Gnade auszuharren in diesem meinem Berufe bis zum letzten Atemzuge meines Lebens. Laß nie mehr zu, daß ich etwas anderes begehre, als eine Braut des Gekreuzigten zu sein. Um diese Gnade bitte ich auch für alle verfolgten und hartbedrängten Priester und Ordensleute, die um ihres Glaubens und Berufes willen so vieles leiden müssen. Indem ich mich mit ihnen verbinde, bitte und beschwöre ich Dich, uns als Schlachtopfer hinzunehmen, daß wir uns selbst ganz vergessen, unsere Fehler zu bessern und abzulegen suchen und uns einsetzen für die sündige Menschheit, auf daß bald werde eine Herde und ein Hirt. Daß Du die Feinde Deiner heiligen Kirche demütigen wollest, wir bitten Dich, erhöre uns!“

Aufopferungsgebet am Abend

„Lieber, heiliger Schutzengel, nimm mein armseliges Gebet und Tagewerk und trage es in die Hände der lieben Mutter Gottes. Dich aber, o liebe Mutter, bitte ich, Du wollest alles, was mangelt, ersetzen und es in dem kostbaren Blute Jesu reinigen und vervollkommnen. Mache es auch vollwertig aus dem unendlichen Wert der heiligen fünf Wunden und Deiner Verdienste und Tugenden. Vereinige es mit dem Gebet und den Werken aller Heiligen des Himmels und aller Frommen und Gerechten auf Erden und opfere es so dem himmlischen Vater auf für die Anliegen der heiligen Kirche, besonders des heiligen Vaters, für die Bekehrung der Sünder, besonders derer, die heute sterben, zum Trost der armen Seelen, für meine Anliegen und das Wohl aller meiner lieben Angehörigen. Amen.“

Nihil obstat. Jos. Hutter, Censor eccl. No. 728 Eccl. Imprimatur

Tridenti, die 6. Aprilis 1914 Eug. Mattevi, Vic. glis. Imprimatur

Monachii, die 29. Maji 1914 † Neudecker, Vic. gen.


 

Gemäß den Dekreten von Papst Urban VIII und der Heiligen Ritenkongregation wird erklärt, daß diesen veröffentlichten Darlegungen keine andere als die zuverlässig bezeugte menschliche Glaubwürdigkeit beizumessen ist und nicht beabsichtigt ist, in irgendeiner Weise dem Urteil der Heiligen katholischen und apostolischen Kirche vorzugreifen.

Das Dekret der Glaubenskongregation (A.A.S.N. 58-18 vom 29. Dezember 1966), daß die Canones 1399 und 2318 aufhebt, wurde von Papst Paul VI. am 14. Oktober 1966 gebilligt und auf seine Anordnung veröffentlicht. Auf Grund dieses Dekretes ist es nicht verboten, ohne Imprimatur Schriften über Erscheinungen, Offenbarungen, Visionen, Prophezeiungen oder Wunder zu verbreiten.

Alle Bände dieses Werkes dürfen nur unentgeltlich verbreitet werden.

1. Auflage 2002

Copyright © und Herausgeber:

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