Kirche Weitental

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In der kommunistischen Ära – vor allem in den 50er Jahren – genügten schon regelmäßige Messbesuche, um ins Visier der Behörden zu kommen. Alle Lehrkräfte mussten ja bis zur Wende das Versprechen ablegen, Kinder und Jugendliche im „Geist“ des Kommunismus zu unterrichten. Wer sich als Christ deklarierte, war für Spitzenpositionen automatisch ungeeignet. Christen konnten also nicht Karriere machen, sondern riskierten eher Verfolgung und Gefängnis.
V2000/2011


 


Zuzana Babálová, Mutter von 8 Kindern, in der Untergrundkirche der Slowakei groß geworden

Bahnsteig 2, Süd-Ostbahnhof in Wien: Der Zug aus Bratislava ist gerade eingefahren. Aufmerksam betrachte ich die Frauen, die an mir vorbeigehen. Einen grauen Mantel wird sie anhaben, schrieb Zuzana Babálová im E-Mail. Also versuche ich, eine Frau mit grauem Mantel unter denen, die da aussteigen auszumachen. Was für Anhaltspunkte habe ich noch? Sie sei eine achtfache Mutter, strahle große innere Ruhe und Gelassenheit aus, wurde mir von verschiedenen Seiten gesagt. Sie und ihre Vorfahren hätten unter dem Kommunismus trotz aller Schwierigkeiten ihren Glauben zu bewahren gewusst.
Nein! Keine von denen, die da vorbeihasten, traue ich nach einem kurzen Blick acht Kinder oder gar Gelassenheit zu. Erst ganz zum Schluß lächelt mich, ganz lieb jemand schon von weitem an – ich hatte mich mit einer VISION in der Hand geoutet. Ganz zart, fährt es mir durch den Kopf. Sie ist es trotzdem. Und inneren Frieden strahlt sie wirklich aus, obwohl, wie ich bald bei unserem Gespräch zu Hause erfahren werde, ihr Mann derzeit arbeitslos ist und sie sich nach Arbeit umschauen muß. Aber trotz der Sorgen, die eine so große Familie und Arbeitslosigkeit mit sich bringen bleibt Zuzana beneidenswert ausgeglichen, ja zuversichtlich, wie ich bald merke.
Sie stammt selbst aus einer großen Familie, hat noch fünf Brüder – nachdem einer, viel zu früh, heuer gestorben ist – und drei Schwestern. Zuzana, in Bratislava geboren, ist das achte Kind von Marta und Marcel Babál. Der Alltag der Eltern war stark vom Glauben getragen. Gerne erinnert sich Zuzana an wöchentliche Gebetsabende mit Singen und Musizieren in der großen Familie. Bei verschiedenen Ordensgemeinschaften verbringt die Familie Tage des Gebetes, des Auftankens, aber auch des fröhlichen Beisammenseins.
Der Vater, Arzt und Dozent an der Uni Bratislava ist vor vier Jahren gestorben. Wegen seiner, dem totalitären kommunistischen Regime bekannten christlichen Aktivitäten konnte er nicht Professor werden. Erst posthum wurde ihm auf Grund seiner Verdienste als Dozent und als Berater der Bischofskonferenz in Sachen Ethik die Professur verliehen.
In der kommunistischen Ära – vor allem in den 50er Jahren – genügten schon regelmäßige Messbesuche, um ins Visier der Behörden zu kommen. Alle Lehrkräfte mussten ja bis zur Wende das Versprechen ablegen, Kinder und Jugendliche im „Geist“ des Kommunismus zu unterrichten. Wer sich als Christ deklarierte, war für Spitzenpositionen automatisch ungeeignet. Christen konnten also nicht Karriere machen, sondern riskierten eher Verfolgung und Gefängnis.
Dennoch setzten sich schon Zuzanas Großeltern furchtlos für ihren Glauben ein. So versteckten sie lange Zeit hindurch, immer wieder Priester, die vom kommunistischen Regime mit Verfolgung, Gefängnis und Tod bedroht wurden, in ihrem Haus. Viele von diesen konnten so – indem sie schwimmend die March überquerten – nach Österreich in die Freiheit gelangen. Obwohl dieses Versteck nie aufgeflogen ist, mussten die Großeltern wegen ihrer Haltung doch Repressalien erdulden.
Auch bei Zuzanas Eltern gingen ausländische Priester, die christliche Schriften bis zu ihnen ins Haus schmuggelten, ein und aus. Zuzana erinnert sich an Heiligengeschichten, die die Kinder mit Begeisterung lasen. Diese und andere Bücher sowie Hefte wurden von den Eltern dann weitergegeben. Namen von Priestern wurden nie genannt. So wollte man verhindern, dass man sich bei Befragung durch die Polizei verriet. Auch weiß Zuzana nicht, welchen Weg die christliche Literatur vom elterlichen Haus aus jeweils nahm.
Sind Priester zu Gast, wird zu Hause – natürlich heimlich – Heilige Messe gefeiert. Für Zuzana ist daher von Kind auf klar, dass die Messe etwas Besonderes, Wertvolles ist, für das es sich lohnt, Gefahren auf sich zu nehmen. Auch sehen die Kinder, mit wieviel Respekt Eltern und Großeltern – diese wohnen im selben Haus und übernehmen auch die Kinder wenn die Mutter in Zeiten der Geldknappheit mitverdienen muss – den Priestern begegnen. Die verschiedenen Sprachen, die da zu Hause mit den Priestern gesprochen wurden, spornen die Kinder zum Sprachenlernen an.
Durch diese Begegnungen lernen die Kinder übrigens auch, dass es schön ist, sich für andere zu engagieren, auch wenn damit Verfolgung verbunden ist. Daher sind auch sie zum Engagement bereit: für körperbehinderte Kinder, deren sich ein Jesuitenpater annimmt und auf Erstkommunion und Firmung vorbereitet. Mit ihren Geschwistern hilft Zuzana, die Geige spielt, Feste zu gestalten: mit Liedern, Gedichten, aber auch mit lustigen Geschichten.
Außerdem organisiert Zuzanas unerschrockene Mutter mit Familie und Freunden – trotz des offiziellen Verbots – einen christlichen Chor. Er singt bei geheimen Primizfeiern, religiösen Festen oder Hochzeiten. Zuzana singt mit. Instrumente werden kaum verwendet, um nicht aufzufallen.
Die Kommunisten versuchen Näheres über den Chor zu erfahren. Doch alle halten dicht. Also werden Spitzeln in den Chor eingeschleust, um die Namen der „Verschwörer“ auszuforschen. Man entdeckt schnell, wer die Spitzel sind. Vom Charakter her unterscheiden sie sich von den Christen: keine Geduld, keine Nächstenliebe. Also trickst man sie aus: Stets gehen nur zwei, drei Chormitglieder gemeinsam zur Probe, die jeweils an geheim gehaltenen Orten stattfindet. So wird es den Spitzeln unmöglich gemacht, am Ball zu bleiben.
Einer von Zuzanas Brüdern und der Leiter des Chors werden mehrmals zu Verhören vorgeladen. Trotz des Drucks, der auf sie ausgeübt wird, nennen auch sie keine Namen, machen keine Angaben. Man lässt sie wieder frei, droht dem Bruder aber, er werde nicht Medizin studieren dürfen, wenn er sich weiter christlich betätigt. Das hält die jungen Leute aber nicht ab, weiterzumachen.

So fahren die „Ursus Singers“ einfach als Freundesgruppe getarnt, auch nach Rumänien, Bulgarien und Makedonien, um dort bei religiösen Feiern aufzutreten. Die Reisen sind verbunden mit Wandern und Baden im Meer. Weil ein Priester sie begleitet, feiern sie Heilige Messen in der Natur. So wurde der Glaube selbstverständlich ins Leben integriert. „Es war eine schöne Zeit mit dem Chor: Einmal haben wir einen ganzen Tag lang bei Pfarrer Anton Srholec (Porträt VISION 1/00) trotz der Verbote eine Kassette mit unseren christlichen Liedern aufgenommen. Niemand dort im Dorf hat uns verraten,“ erinnert sich Zuzana dankbar an die Solidarität ihrer Landsleute. Es gelingt, die Kassette außer Landes zu schmuggeln. Sie gelangt in den Vatikan. Wie groß war dann die Freude, als sie hörten, dass Radio Vatikan – das sie zwar nur schwer, aber doch empfangen konnten – zwei Wochen lang ihre Lieder spielt.
Aber auch sonst lassen sich die tapferen jungen Christen nicht ins Bockshorn jagen: So werden 1977 von der christlichen Gemeinschaft „Oase“ Jugendtreffen organisiert. 15 Tage lang kommt man zum Rosenkranzgebet zusammen und es wird viel gemeinsam gesungen. In diesem Rahmen lernt Zuzana Bischof Paul Hnilica kennen. Er macht den Jugendlichen Mut und erzählt ihnen von seinem Besuch bei Schwester Lucia – sie war eines der Seherkinder in Fatima –, die alle im Glauben bestärken möchte, dass das unbefleckte Herz Mariens über das Böse siegen wird.
1977 gelingt es dem Chor auch, beim „Sacrosong“-Festival in der Nähe von Krakau teilzunehmen. Ein unvergessliches Erlebnis für Zuzana, denn Kardinal Karol Wojtyla erklärt bei der Begrüßung der jungen Leute, er freue sich besonders darüber, dass eine Gruppe aus der Slowakei am Festival teilnehme. Selbst dieser Besuch in Polen war in der kommunistischen Ära keine Selbstverständlichkeit: Man benötigte eine eigene Einladung und die nötigen Devisen. Langsam aber bessert sich die Lage: „Mit dem Pontifikat Johannes Paul II. konnten wir spüren, dass alles leichter wurde,“ erzählt Zuzana und fügt lächelnd hinzu: „Seine Mutter Emilia war ja Slowakin. Also war er ein halber Slowake. Die Begeisterung für ihn war bei uns riesengroß.“
Und so kann der Chor 1981 einer Einladung der im Ausland lebenden Slowaken nach Rom folgen. Dort verschafft ihnen Kardinal Jozef Tomko eine Audienz beim Papst, der sie ermutigt, keine Angst zu haben. Sie sollten durch Gesang weiter ihren Glauben verkünden und anderen Menschen ihre Freude vermitteln. Mit großer Dankbarkeit denkt Zuzana heute noch an diese Reise.
Gegen Ende der Schulzeit lernt sie einen jungen Mann kennen. Sehr sympathisch. Spätestens damals verblasst der Wunsch, den sie als Mädchen hatte, in einen Orden einzutreten. Ordensschwestern, die sie bei deren liebevollem Umgang mit behinderten Kindern beobachtet hatte, hatten ihr damals sehr imponiert. Aber, wie gesagt, der junge Bohumil bringt sie auf neue Gedanken, wie sie mir lachend gesteht.
Er ist fertiger Bauingenieur und kommt aus der Ostslowakei. Dort wurde christliches Engagement noch strenger geahndet: Schon in der Schule wird Bohumil gedroht, er werde nicht studieren dürfen, sollte er Ministrant bleiben. Dass er weiterhin zu seinem Glauben gestanden ist, hat ihm – wie man sieht – letztlich doch nicht geschadet.
Groß war die Liebe der Beiden offenbar, dass sie beschließen, so bald zu heiraten. Zuzana hat eben erst die Schule beendet und beginnt an der Universität für Chemie und Technik zu studieren. Ihr Fach: Lebensmittelkonservierung und Fleischtechnologie. Was es alles gibt, denke ich. Für Gartenarbeit, Obst- und Gemüseanbau habe sie sich schon von klein auf begeistert, meint sie.
Während ihr Mann das Doktorat macht, warten sie immer noch auf Kindersegen. Er stellt sich erst nach Beendigung ihres Studiums und einem halben Jahr Berufstätigkeit ein. Dann aber wächst die Familie rasch: Auf Daniel folgen Gabriel und Cyril. Dann kommt das erste Mädchen: Miriam, an die sich Simon, Marcel, Emilia anschließen. Zuletzt freuen sich die Eltern über den Nachzügler Bohdan. Er ist jetzt vierjährig. „Jedes Kind haben wir mit großer Freude und Liebe erwartet. Und mit jedem ist unsere Liebe gewachsen,“ lächelt mein Gegenüber versonnen und fügt in ihrer ruhigen Art hinzu: „Natürlich gab es auch Probleme. Doch wenn ich Probleme mit den älteren Kindern hatte, so habe ich Ruhe und Frieden bei den kleineren getankt. Das gab mir Kraft.“
Zuerst lebt die Familie in einer großen Siedlung. Die vielfache Mutter hat sehr gute Erinnerungen an diese Zeit: „Es war unglaublich. Gott hat es da sehr gut mit uns gemeint, denn es waren lauter christliche Familien auf unserer Stiege. Fast jede hatte mehrere Kinder, manche sogar mehr als wir. Wir haben uns gegenseitig unterstützt, haben einen eigenen ,Kindergarten’ gegründet: Jede Familie übernahm alle zwei Wochen die Kinder für einen Tag und hat ein Programm für sie zusammengestellt.“
Die Familien verstehen sich so gut, dass sie eine eigene christliche Gemeinde bilden. Sie kommen zum Gebet zusammen und verbringen – 10 Jahre hindurch – die Sommerurlaube miteinander: Gemeinsam mit einem Priester mieten sie eine im Sommer leerstehende Schule. Mit fröhlichem Gesichtsausruck erinnert sie sich: „ Manchmal war es zwar eng und laut – es waren ja Kinder von 10 bis 15 Familien mit –, aber es war unbeschwert, lustig, einfach sehr nett. Dank des Priesters hatten wir auch eigene Hl. Messen. Unsere Kinder haben bis heute sehr gute Erinnerungen an diese Urlaube und auch viele Freunde aus dieser Zeit.“ Ich stimme Zuzana voll und ganz zu, als sie betont, dass es so wichtig für Kinder sei, mit gleichgesinnten Freunden zusammen zu kommen – heute mehr denn je. Sie müssen eben sehen, dass auch für andere der Glaube wichtig ist, ja dass es Kinder gibt, die riskieren seinetwegen ausgelacht zu werden. Auch zu Sylvester fahren die Babals meist gemeinsam mit befreundeten Familien zum Schifahren. Den Jahreswechsel verbringen sie miteinander in der Kirche. Allerdings wurde ihnen das Schifahren mittlerweile zu teuer.
Auch wenn die 80er Jahre für Christen nicht mehr so gefährlich sind, ist es auch dann noch verboten, christliche Zeitungen zu drucken. Eine von diesen kursiert dennoch: die Familiengemeinde. Um in deren Genuss zu kommen, wird ein ausgeklügeltes System entwickelt. Anschaulich erläutert mir Zuzana den Vorgang: Die Druckerei liefert jeweils einzelne Seiten der Zeitung. 10 Mitglieder der Gemeinde setzen sich zusammen: einer hat z.B. 100 Stück Seite 1, der nächste nur die Seite 2, usw. Reihum werden sie nun zusammengelegt bis beim Letzten alle Seiten, jeweils einer Nummer, zusammengeheftet werden. Die Zeitungen werden gebündelt und Zuzana erfährt nie, wer sie dann abholt und weitertransportiert: „Alles musste schnell gehen, um die Gefahr des Auffliegens so gering wie möglich zu halten. Wenn es an der Tür klingelte, egal wann, ist man sowieso immer erschrocken,“ schildert mein Gegenüber die Ängste in dieser Zeit.
Dank der Zeitung können sie sich im Glauben vertiefen, erfahren aber auch, mit welchen Problemen oder Sanktionen die christlichen Führer im Untergrund, etwa Jan Carnogursky oder Frantisek Miklosko (siehe Porträt VISION 6/95) zu kämpfen haben und welche Solidaritätskundgebungen notwendig sind. Solche Medien waren das Vehikel, mit dem slowakische Christen ihren Glauben gepflegt und durchgehalten haben trotz der Repressalien, erzählt Zuzana.
Der Pflege des Glaubens diente auch eine einfache, größere Holzhütte, die Zuzanas Vater im Heimatdorf seiner Mutter gebaut hatte. Sie diente der Familie als Unterkunft bei Besuchen bei der Großmutter, dort wurden jedoch auch jede Menge Exerzitien und Einkehrtage abgehalten. Die Schlüssel wurden an Interessenten weitergegeben, und – um niemanden zu gefährden – auch nicht lange nach dem Namen gefragt. So weiß meist niemand, wer sich dort gerade aufhält. Auch der Chor kam dort zu Proben zusammen.
Zum Glauben zu stehen, war auf jeden Fall immer gefährlich. „Um während des kommunistischen Regimes seinem Glauben zu folgen, musste man schon in gewisser Hinsicht ein Held sein,“ resümmiert Zuzana die Zeit vor der Wende, fügt aber hinzu: „Wer heutzutage in höheren Positionen in einem Betrieb seinen christlichen Glauben öffentlich bekundet, hat es aber auch nicht leicht.“ Und wir stimmen überein, dass man wohl bald überall auf der Welt ein Held wird sein müssen, wenn man sich zum Christsein bekennt. „Die Welt ist wirklich ganz anders orientiert,“ konstatiert Zuzana nüchtern. Das malerische Dorf, Vlkolínec, in dem die väterliche Holzhütte gelegen ist, wurde übrigens mittlerweile zum Weltkulturerbe erklärt.
Erst als die Vier-Zimmer-Wohnung zu klein wird – damals hatten die Babals schon sieben Kinder) – verlassen sie die vertraute Siedlung und ziehen in ein 15 Kilometer entferntes Haus, in dem sie bis heute wohnen. Es ist groß genug für die Familie ist. Allerdings ist ihre neue Umgebung nicht wirklich christlich eingestellt.
Wenn Zuzana von ihren Kindern spricht, klingt viel Freude und Stolz mit: Der älteste Sohn hat Informatik studiert und ist auf Arbeitsuche, der zweite studiert Medizin und ist Mitglied einer Band. Mit 11 Jahren hat er übrigens im Sommer in der Wiener Staatsoper in „Werther“ sogar einen Soloauftritt gehabt. Der dritte Sohn studiert Maschinenbau. Die anderen Kinder gehen noch in die Schule. Alle waren auf der Musikschule, sie singen und spielen mindestens ein Musikinstrument, erzählt die zu Recht stolze Mutter. Ich staune, umso mehr als der Nachwuchs auch noch sportlich ist: Da höre ich von Tischtennis und Volleyball, von Kanufahren und Leichtathletik. Vor allem aber wollen die Eltern Babal ihren Kindern den Glauben, moralische Werte, wie die Kirche sie lehrt, und ihre Liebe zu Gott und den Menschen weitergeben.
Wie sehr sich Zuzana und ihr Mann bemühen, den Kindern die Freude am Glauben nahezubringen, zeigt die Reise, die sie letzten Sommer mit sechs Kindern unternommen haben. Drei Wochen durch Frankreich, Spanien, Portugal. Angepeilt wurden vor allem – aber nicht nur – Wallfahrtsorte: La Salette, Ars, Nevers, Santiago de Compostella, Fatima, Montserrat… Um die Kosten niedrig zu halten, wird naturverbunden in Schlafsäcken auf Wiesen oder am Strand gleich neben dem Meeresrauschen übernachtet. Kein Regen, keine Räuber, keine verärgerten Polizisten oder lästige Zeitgenossen wie Skorpione oder Schlangen stören die Idylle.
Über alle zu besichtigenden, Orte gut informiert, betätigt sich Zuzana als Fremdenführer. In Garabandal führt sie ein streunender Hund zu dem – kirchlich nicht anerkannten – Erscheinungsort der Muttergottes, den sie von selbst nicht finden konnten. Nach der letzten Kreuzwegstation verlässt sie der vierbeinige „himmlische Bote“ wieder. Eine nette Episode. Dort, in Garabandal fühlt sich Zuzana dank der Ruhe und des Friedens, den der Ort ausstrahlt, besonders wohl. Natürlich hinterlässt bei den jüngeren Kindern das Meer mit seinen Stränden, den imposanten Wellen und Dünen den tiefsten Eindruck – und selbstverständlich die Affen auf dem Felsen von Gibraltar.
Mehr denn je, davon ist Zuzana überzeugt, ist es heute wichtig, den Kindern den Glauben auf vielfältige und ansprechende Art näher zu bringen. Sie und ihr Mann holen sich Kraft für ihren Alltag bei Exerzitien, die bei der Gemeinschaft „Familie Mariens“ abgehalten werden.
„Die weltlichen Medieneinflüsse setzen sich auch bei uns immer mehr durch. Nach der Wende 1989 war eine große Euphorie und viel Enthusiasmus spürbar: Alles, was mit Kirche zusammenhing, erlebte einen ungeahnten Aufschwung. Da war viel Hoffnung zu spüren! Doch nun wendet man sich auch in der Slowakei immer mehr dem Wohlstand zu und kehrt der Kirche den Rücken zu.“
Dennoch ist Zuzana ist nicht pessimistisch „Ich bin fest überzeugt, dass Glaube, Liebe und das Vertrauen zu unserem Herrn und Schöpfer uns beim Überleben helfen werden. Ich möchte dazu beitragen, indem ich einen Kinderchor in unserem Dorf gründen möchte. Er wird ,Zrnko’ heißen, ,Körnchen’. Hoffentlich wird er eine große Ernte ermöglichen!“ Freude macht auch das jährliche Treffen der vier früher verbotenen Chöre, die mit dem Erzbischof eine wunderschöne Messe, mittlerweile mit vielen Instrumenten, feiern dürfen.
Zuzana strahlt eigentlich stets gute Laune und Freude aus. Woher das kommt? Sie versucht einfach, alles was Freude macht, zu registrieren: „Kleine Aufmerksamkeiten, ein Lächeln, ein liebes Wort, oder wenn ich merke, dass eine Bemühung nicht vergeblich war. Auch singen gibt mir Kraft. Kraft geben mir vor allem aber die Sakramente, Gebete, Wallfahrten, unsere christliche Gemeinde, gleichgesinnte Freunde, mit denen wir Ausflüge machen.“
Zum Schluss hat sie noch einen Auftrag an mich: Ich soll ihren Dank an alle Menschen – Priester, Ordensleute oder Laien – ausrichten, die den Slowaken in den schweren Zeiten geholfen haben, ihnen zur Seite gestanden sind und zur unblutigen Wende beigetragen haben.


 

Weiterführende Themen: 

Das innerliche Leben  Nahtoderfahrungen  / Sterbestunde  /

 

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