Kirche Weitental

†  Gott ist die Liebe - Er liebt dich  †
 Gott ist der beste und liebste Vater, immer bereit zu verzeihen, Er sehnt sich nach dir, wende dich an Ihn
nähere dich deinem Vater, der nichts als Liebe ist. Bei Ihm findest du wahren und echten Frieden, der alles Irdische überstrahlt

MOBILE
Version

Fragen, Kritik...
sende EMail

SUCHFENSTER
hier öffnen

NORMAL
Version

Start-Gottes Liebe-Erbsünde

Maria-Werke-Wallfahrten

Jahreskreis Heilige

Apokalypse Warnung NWO

News Gebete

Sünde-Leid-Heilung-Hilfe

Leben mit Gott-Hilfen

Mystik Werke Audio

Papst Kirche Liturgie Dok.

*Anbetung live*

Barbara Weigand

 

 
Offenbarungen an Barbara Weigand.
Das Leben und Wirken der Barbara Weigand von Schippach, das von tiefen mystischen Erfahrungen erfüllt war, gibt Zeugnis von einer schlichten Gottsucherin. Ihr schriftlicher Nachlaß, der in interessierten Kreisen unter dem Titel „Schippacher Schriften“ schon früher einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangte, ist eine Fundgrube für jeden, der nach spirituellen Werten tief christlicher Prägung sucht.
 
 
 

Offenbarungen an Barbara Weigand Band 6

Mai 1904 – Juni 1908

Nr. 618-898

 

Inhaltsverzeichnis

 

Begleitwort des Weihbischofs. 14

Einführung. 14

Entstehungsgeschichte der Aufzeichnungen. 19

618 Am 8. Mai 1904. 25

„All die Mühseligkeiten sollt ihr gern ertragen. Wenn ihr wüßtet, wie hoch sie euch in der Glorie bringen, würdet ihr viel mehr darum bitten.“ 25

619 Am 11. und 13. Mai 1904. 26

620 Heiliger Geist am 21. Mai 1904. 26

„Dann verdient ihr am meisten, wenn es wider die ganze Natur geht.“ 26

621 Vigil von Pfingsten am 21. Mai 1904. 27

„Wenig reden, niemals reden über andere, nicht lügen, immer die Wahrheit sagen, nicht lieblos urteilen über andere, auch wenn du Böses siehst.“ 27

622 Fest Heiligste Dreifaltigkeit am 29. Mai 1904. 32

623 Am 31. Mai 1904. 33

624 Am 4. und 5. Juni 1904. 33

Auf das, was inwendig ist, kommt alles an. Die Hauptsache muß euch das Werk sein, das Ich durch euch wirken will!“ 33

625 Am 6. Juni 1904. 34

Ich sage euch aber, daß Ich viel lieber und noch tausendmal lieber die Armen rette, die aus Verzweiflung ungläubig geworden sind.“ 34

626 Am 11. und 23. Juni 1904. 37

627 In der großen Gebetswoche am 4. Juli 1904. 37

„Siehst du nicht, wie Ich Meinen Dienern gehorche.“ 37

628 Am 13. und 14. Juli 1904. 38

„Eure Kräfte sind aufgebraucht, und Ich kann nicht verlangen, daß ihr euch zugrunde richtet.“ 38

629 Am 21. Juli 1904. 39

630 Fest der heiligen Magdalena am 22. Juli 1904. 39

„Und doch habe ich durch mein Beispiel mehr Seelen gerettet als meine beiden Geschwister und viele andere, die sehr geeifert haben.“ 39

631 Fest der heiligen Anna am 26. Juli 1904. 41

632 Am 31. Juli 1904. 41

„Ich will nur noch die retten, die sich retten lassen.“ 41

633 Samstag am 6. August 1904. 45

„Aber mit jenen habe Ich großes Mitleid, die so unverschuldeterweise vom Glauben abgekommen sind; für diese sollt ihr beten und sühnen.“ 45

634 Am 13. August 1904. 46

„Nach der Taufe ist der Mensch ein Kind Meiner Gnade, und Ich wohne in ihm. Und wenn er gesündigt hat und sich wieder im Bußgericht gereinigt, wohne Ich wieder in ihm.“ 46

635 Mariä Himmelfahrt am 15. August 1904. 47

„So muß das jungfräuliche Geschlecht die Kirche stützen helfen, solange die Welt besteht, und deswegen ist der Thron der Jungfrauen neben dem Thron der Priester der Kirche.“ 47

636 Am 19. August 1904. 47

„Der Weg einer Jungfrau geht über eine goldene Brücke.“ 47

637 Am 26. August 1904. 48

„Siehe, Ich will dir zeigen, daß Ich dich wirklich entschädige und du keinen Nachteil hast, wenn du nicht wirklich kommunizieren kannst.“ 48

638 Schutzengelfest am 4. September 1904. 48

„Das ist eine ganze Legion Engel, die Ich eigens zu eurem Dienste bestellt habe, es sind lauter höchste Engel, in die ihr eingeschlossen seid.“ 48

639 Am 17. September 1904. 50

640 Am 18. September 1904. 50

„Denn sooft eine Seele einer solchen Anregung nachgibt und sie befolgt, wird Mein himmlischer Vater und Ich verherrlicht, und dieses ist ja der Zweck, wozu Ich Meine Geschöpfe erschaffen habe.“ 50

641 Am 19. September 1904. 51

„Die treuen Seelen in der Welt müssen sich halten und stützen an den Ordensleuten und Priestern, und diese an den treuen Seelen in der Welt.“ 51

642 Am 24. September 1904. 53

„Siehe, diese drei Klassen von Menschen kennen Mich nicht. Sie wollen und glauben, mit sich selbst fertig zu werden.“ 53

643 Am 28. September 1904. 54

644 Am 29. September 1904. 55

645 Fest des heiligen Franziskus am 4. Oktober 1904. 55

„Am Ende der Welt werden alle einsehen, wie wunderbar der liebe Gott seine Gnadenschätze durch Menschen den Menschen übermittelt habe.“ 55

646 Am 5. Oktober 1904. 57

647 Am 28. Oktober 1904. 57

648 Am 30. Oktober 1904. 58

„Wenn Ich zu den Kleinen rede, muß Ich klein reden, damit sie Mich verstehen. Wenn Ich mit den Weisen rede, rede Ich weise.“ 58

649 Allerheiligen 1904. 58

Ihr seid so verbunden mit uns, daß, wenn ihr das Fleisch nicht hättet, ihr uns schauen und mit uns verkehren könntet, wie ihr miteinander verkehrt. 58

650 Am 6. November 1904. 59

„Und um das Gebetsleben wieder in die Christen hineinzubringen und um sie gleichsam herbeizulocken, mache Ich die Verheißungen, damit der Eigennutz schon die Menschen drängt, Mir treu zu bleiben.“ 59

651 Samstag am 12. November 1904. 60

„Durch die körperlichen Leiden, und daß ihr nicht mehr so könnt, wie ihr wollt, und euch einschränken müßt in euren gewohnten frommen Übungen, gerade das ist das Werkzeug in Meiner Hand, womit Ich eure Seele noch glätte.“ 60

652 Fest der hl. Elisabeth am 19. November 1904. 60

„Wenn die Menschen wüßten, mit welchem Eifer und welcher Begeisterung wir unseren Schützlingen beistehen und an ihrer Seite stehen, wie fleißig würden sie uns dann anrufen.“ 60

653 Am 2. Dezember 1904. 61

„Alle anderen Menschen, auch die größten Heiligen, haben in sich immer noch viele Unvollkommenheiten gehabt, mußten kämpfen und haben Fehler gemacht.“ 61

654 Am 4. Dezember 1904. 62

„Er schlug mir mit eigener Hand das Haupt ab und war so in der Hand Gottes das Werkzeug, um meinen Sieg zu beschleunigen.“ 62

655 Am 6. Dezember 1904. 63

„Was ist das doch für eine Verkehrtheit in der katholischen Welt, daß die Guten beständig sich widersprechen.“ 63

656 Am 7. Dezember 1904. 64

„Denn ein einziger Akt der Gottesliebe, erweckt in der katholischen Kirche, und eine einzige Gnade sind mehr wert als all die frommen Werke und Andachten, die sie im Irrglauben hält.“ 64

657 Unbefleckte Empfängnis am 8. Dezember 1904. 64

„Das war ein so großes Wunder der göttlichen Liebe, daß die ganze Welt heute nicht genug staunen und anbeten kann diese Liebe Gottes.“ 64

658 Am 9. Dezember 1904. 65

659 Samstag am 10. Dezember 1904. 65

660 Sonntag am 11. Dezember 1904. 66

„Das ist auch ein Zeichen von Stolz, wenn man immer wieder von neuem getröstet und ermuntert sein will.“ 66

661 Am 12. Dezember 1904. 67

„Wenn ihr Mir eine Freude machen wollt und Mich für all den Undank Meiner Kinder entschädigen wollt, dann müßt ihr recht eifrig Meine Mutter verehren.“ 67

662 Fest des hl. Thomas am 21. Dezember 1904. 67

„Wenn auch mit dichten Finsternissen bestreut, ist doch der Weg ein lichtheller, klarer, solange ihr euren Blick nicht von Mir abwendet.“ 67

663 Am 26. Dezember 1904. 68

„Die Christen sollen Mir Sühne leisten für die vielen Völker und falschen Religionen, wo Ich keine Freude daran habe.“ 68

664 Am 9. Januar 1905. 69

665 Am 10. Januar 1905. 70

„O wenn die Menschen wüßten, daß Ich sie mit so großer Freude erwarte, um Mich mit Ihnen zu unterhalten im Heiligsten Sakrament, damit sie es anderen mitteilen.“ 70

666 Am 16. und 18. Januar 1905. 71

667 Samstag am 21. Januar 1905. 72

„So wie Ich zu Meinen Lebzeiten immer in Gleichnissen gesprochen habe, so auch hier. Ich spreche alles in Gleichnissen, und ihr nehmt es buchstäblich und laßt euch dann verwirren.“ 72

668 Montag am 23. Januar 1905. 73

669 Requiem für P. Ambrosius am 24. Januar 1905. 74

„Daß wir Gott im Geist und in der Wahrheit anbeten und glauben, daß die streitende Kirche mit der triumphierenden Kirche so innig verbunden ist wie ihr Menschen untereinander.“ 74

670 Mariä Lichtmeß am 2. Februar 1905. 76

„Das ganze Werk von Anfang bis hierher und alles, was Ich in einer Seele wirke, hat nur den einen Zweck, den Strom Meiner göttlichen Liebe zu ergießen über die Menschheit.“ 76

671 Am 3. und 5. Februar 1905. 77

„Diejenigen, die schuld sind, daß Meine Worte so versteckt werden, tun der Kirche einen großen Schaden an!“ 77

672 Quinquagesima am 5. März 1905. 80

„Das ist für dich eine große Verheißung und ein großer Trost, und zugleich ein trauriges Schicksal für viele Menschen.“ 80

673 Am 6. bis 13. März 1905. 81

„Sie soll wissen, daß, wenn alle Menschen sie nicht verstehen, sie mit Mir allein zufrieden leben kann, so aber auch umgekehrt.“ 81

674 Mittwoch am 22. März 1905. 82

675 Montag am 27. März 1905. 82

„Denn die Welt geht einem so entsetzlichen Strafgericht entgegen, das kann ich schon klar in der Zukunft erkennen.“ 82

676 Freitag am 31. März 1905. 84

„Ich muß Menschen haben, die Sühne und Abbitte leisten, weil die Zeit kommt, wo so viele ihre Ostern nicht mehr halten.“ 84

677 Brief einer Leserin am 6. April 1905. 85

678 Sonntag am 9. April 1905. 86

679 Montag am 10. April 1905. 86

680 Mittwoch am 12. April 1905. 86

„Denn nur die Sünde ist eine Schmach für Meine Kirche.“ 86

681 Am 17. April 1905. 87

682 Gründonnerstag 1905. 87

„Nur einzig und allein, weil er Meine Gottheit vor Meinen Feinden und vor Meinen Freunden bekannte.“ 87

683 Am 25. April 1905. 89

Daß der Strom sich auch nach Deutschland herüberwälzen wird, ist und bleibt wahr.“ 89

684 Am 1. und 3. Mai 1905. 90

„Daß Mein Reich durch einzelne Seelen erneuert und deshalb ein Gebetssturm entfaltet werden muß.“ 90

685 Am 4. Mai 1905. 91

„Das Leiden ist auch Gebet, und zwar doppeltes Gebet.“ 91

686 Fest der Kreuzauffindung 1905. 92

„Als der Erzengel Gabriel Meiner lieben Mutter das Geheimnis der Menschwerdung ankündigte, da war die Morgenröte der Gnade noch nicht aufgegangen.“ 92

687 Am 27. bis 29. Mai 1905. 94

„Wer Geduld hat, wird alles in Erfüllung gehen sehen.“ 94

688 Herz-Jesu-Freitag im Juni 1905. 94

„Denn all die Krankheiten und Trübsale sind ja nur der Weg dorthin. Dort wird alles ausgeglichen.“ 94

689 Am 5. Juni 1905. 95

„Dieses Gespräch aber geht im Herzen des Menschen vor sich.“ 95

690 Fest des heiligen Antonius am 13. Juni 1905. 96

„Daß Meine heilige Mutter nicht in Ephesus, sondern in Jerusalem auf dem Berg Sion gestorben ist.“ 96

691 Fest Heiligste Dreifaltigkeit am 18. Juni 1905. 96

„Und je mehr Widersprüche es gibt, desto größer ist die Sicherheit, daß das Werk von Mir stammt.“ 96

692 Fronleichnamsfest 1905. 97

„Durch das ganze Werk, das Ich gegründet, habe Ich der Menschheit die Mittel angegeben, die für diese Zeiten passen, wie Ich immer tue.“ 97

693 Großes Gebet in St. Ignaz am 3. Juli 1905. 98

„Nur durch die Sünde ist das Glück verdorben worden, und doch hat der Mensch einen solchen Hang zum Glück, weil er dazu bestimmt ist.“ 98

694 Am 8. Juli 1905. 100

„Nur durch Leiden kann man verdienen, und alles, was gegen den Willen des Menschen ist, sind Leiden.“ 100

695 Am 12. und 14. Juli 1905. 101

„Es muß Seelen geben, denen Ich Mich offenbare, und andere, die es verbreiten, und andere, die es aufnehmen mit gutem Herzen, und so wirke Ich in der Kirche.“ 101

696 Am 19. Juli 1905. 102

„Aber die Menschheit ist noch mehr im Geist verarmt.“ 102

697 Am 21. Juli 1905. 103

„Daß jetzt die Zeit wäre, wo die große Gebetsarmee entstehen solle.“ 103

698 Fest der heiligen Anna am 26. Juli 1905. 104

„Ich habe euch schon Beweise genug gegeben, daß Ich es bin.“ 104

699 Am 30. Juli und 1. August 1905. 105

„Bittet Mich nur um Dinge, die Mich ehren und zu Meiner Verherrlichung gereichen, und Ich werde sie euch gewähren.“ 105

700 Petri Kettenfeier und Portiuncula 1905. 105

„Denn es ist Mir ein großer Schmerz, wenn sie die Leiden nicht gern tragen und abwerfen wollen.“ 105

701 Am 5. und 8. August 1905. 108

702 Mariä Himmelfahrt am 15. August 1905. 108

„Die Kirche ist so tief gestellt, daß ihre Kinder sie alle verlassen, wenn es so weitergeht.“ 108

703 Am 17. August 1905. 111

„So hat schon der erste Mensch im Paradies Seinen Schöpfer behandelt.“ 111

704 Am 20. August 1905. 111

„Alle eure Bitten will Ich euch gewähren, nur müssen eure Bitten auf das geistige Wohl gerichtet sein von euch und anderen.“ 111

705 Am 27. September 1905. 113

706 Am 15. Oktober 1905. 114

„Wer Mich empfängt mit gläubigem Herzen, den nehme Ich so ganz in Besitz wie eine schwere Krankheit, die den Menschen besitzt, weil die Krankheit Herr ist.“ 114

707 Am 16. Oktober 1905. 115

„Denn Ich habe immer die Gnade an den lebendigen Glauben geknüpft und keinen Kranken geheilt ohne lebendigen Glauben.“ 115

708 Heilige Ursula am 22. Oktober 1905. 117

„Das müssen Seelen sein, die die Sinnlichkeit aus sich herausgeschafft und abgelegt haben.“ 117

709 Am 25. Oktober 1905. 118

„Ja, es ist wahr, Ich rechne das hoch an, wenn jemand um Meinetwillen einen zeitlichen Vorteil nicht annimmt.“ 118

710 Am 30. Oktober 1905. 119

„Wehe aber denjenigen, die sich als Werkzeug hergeben, um Meine Werke und Meine Worte vernichten zu wollen.“ 119

711 Allerheiligen 1905. 120

„Ihr sollt den eucharistischen Kreuzweg gehen.“ 120

712 Am 5. November 1905. 121

„Daß das eure größten Freunde sind, die euch so verfolgen.“ 121

713 Am 6. November 1905. 121

„Daß die Unvollkommenheit kein Hindernis ist, Mich wahrhaft zu lieben und Mir zu dienen.“ 121

714 Am 8. November 1905. 123

„Niemand sollt ihr ausschließen, eine allumfassende Liebe sollt ihr ausgießen über die ganze Welt.“ 123

715 Am 9. bis 15. November 1905. 124

„Wenn du es doch verständest, alles in Mein Herz zu legen und Meinem Willen zu übergeben, wie leicht und glücklich könntest du leben Tag für Tag; denn nichts geschieht ohne Meine Zulassung.“ 124

716 Brief Luise vom 17. November 1905. 126

717 Brief Luise an N. über den Sturm.. 126

718 Brief Luise an Frl. N. über das Verhör 126

719 Sonntag am 26. November 1905. 130

„Die Weisheit der Welt ist Torheit vor Mir, und die Torheit des Kreuzes ist Weisheit, die Ich lehren will.“ 130

720 Am 27. November 1905. 131

721 Brief Luise an P. Ludwig vom 27. Nov. 1905. 132

„Wo ist es je gehört worden, daß Ich eine Seele untergehen ließe, die auf Mich vertraute.“ 132

722 Brief Barbara an P. Ludwig vom 6. Dez. 1905. 133

723 Brief Barbara an Seelenführer v. 12. Dez. 1905. 134

„So wie die Geistlichkeit hier in Mainz mit dir umgeht, so wird die irr- und ungläubige Welt mit ihnen umgehen, wenn sie Meine Worte nicht beachten.“ 134

724 Brief Barbara an P. Ludwig vom 12. Dez. 1905. 136

„Noch niemals hätte die Welt Seine Hilfe so nötig gehabt wie jetzt.“ 136

725 Brief Barbara an P. Ludwig vom 15. Dez. 1905. 136

726 Am 15. Dezember 1905. 137

727 Brief Barbara an P. Ludwig vom 20. Dez. 1905. 138

728 Requiem am 22. Dezember 1905. 138

„Gerade durch die Treue, womit man ja seine täglichen Christen- und Berufspflichten erfüllt, können wir eine hohe Stufe der Seligkeit erlangen.“ 138

729 Am 2. Januar 1906. 140

„Zweifel und Ängste seien für eine gläubige Seele, mit der Er verkehren wolle, das größte Hindernis, Ihn zu schauen und zu besitzen, soweit es einem sterblichen Menschen möglich sei.“ 140

730 Fest Heilige Drei Könige am 6. Januar 1906. 141

„Sie hätten es nicht nötig gehabt, in Jerusalem zu fragen, wenn sie immer dem Stern gefolgt wären.“ 141

731 Brief Barbara an Beichtvater vom 6. Jan. 1906. 141

732 Brief Barbara an P. Ludwig vom 12. Jan. 1906. 144

733 Fest des heiligsten Namens Jesu 1906. 145

734 Am 24. Januar 1906. 146

„Auch wenn sie noch so viele Vereine gründen, um das Volk anzulocken und um sich zu scharen, es wird wenig nützen, solange sie den Geist von sich stoßen, der sich über sie ergießen wollte.“ 146

735 Fest Mariä Lichtmeß am 2. Februar 1906. 147

„Denn seinen Nächsten um der göttlichen Gnade willen zu beneiden, ist eine Sünde gegen den Heiligen Geist.“ 147

736 Nochmals am 2. Februar 1906. 149

„Die durch ihren modernen Glauben, den sie aus der modernen Wissenschaft hineinpflanzen wollen in Meine Kirche, alles vergiften wollen.“ 149

737 Am 5. und 7. Februar 1906. 150

738 Beerdigung am 8. Februar 1906. 151

„Geist und Herz nie ans Irdische hängen, den Blick jederzeit nach dem Ewigen, unserer wahren Heimat, gerichtet halten.“ 151

739 Am 12. und 13. Februar 1906. 153

„Ihr aber sollt niemandem etwas nachtragen, sondern euch freuen darüber, daß Ich euch gedemütigt habe.“ 153

740 Am 15. Februar 1906. 153

„Wenn du Freude fühlst am Gebete, dann tröste Ich dich; wenn du aber Unlust verspürst, und du betest doch, dann tröstest du Mich.“ 153

741 Am 21. Februar 1906. 154

742 Am 24. Februar 1906. 155

„Wisse, daß Ich im Heiligsten Sakrament wohne wie ein Freund unter seinen Freunden, ja, noch mehr, wie ein Vater unter seinen Kindern.“ 155

743 Am 1. März 1906. 155

„Wenn du Mir Freude bereiten willst, dann unterlasse nicht aufzuschreiben, was Ich mit dir rede, denn dieses ist für eure Zeit von großer Wichtigkeit.“ 155

744 Am 4. März 1906. 156

„Darum lasse Ich Meine Auserwählten fühlen, was Ich nicht mehr fühlen kann.“ 156

745 Am 11. März 1906. 158

746 Am 15. März 1906. 158

747 Am 18. März 1906. 159

„Jedes Mitglied nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge Mir nach.“ 159

748 Fest des heiligen Josefs am 19. März 1906. 160

„Weil du die Leiden nicht verschmäht, hast du Gewalt über Mein Herz.“ 160

749 Am 20. März 1906. 162

„Benedikt Josef Labre tat nichts im Leben, als daß er von einer Kirche in die andere ging, von einem Wallfahrtsort zum anderen, um zu beten, und ist ein großer Heiliger geworden.“ 162

750 Am 24. März 1906. 163

751 Fest Mariä Verkündigung am 25. März 1906. 164

„Und Ich will sie beschützen, auch wenn alles sich auflöste und in Trümmer ginge.“ 164

752 Schmerzensfreitag am 6. April 1906. 164

„Wie Ich die ersten Empörer, die stolzen Engel, nicht geschont, so werde Ich die stolzen Menschen nicht verschonen, die Meine Barmherzigkeit mit Füßen treten.“ 164

753 Palmsonntag am 8. April 1906. 165

„Sobald es ans Ertragen von Verachtungen geht, verstehen auch Meine besten Kinder Meine Wege nicht.“ 165

754 Ostersonntag am 15. April 1906. 166

„Der Menschensohn ist nicht gekommen, das Gesetz aufzuheben, sondern es zu vervollkommnen.“ 166

755 Am 17. April 1906. 168

756 Weißer Sonntag am 22. April 1906. 168

„Daß Ich Mich nicht hätte entschließen können, den Himmel zu verlassen, wenn Ich mit Mir nicht auch den jungfräulichen Stand auf die Erde hätte verpflanzen können.“ 168

757 Am 30. April 1906. 170

„Aber Meine Kirche ist und bleibt bestehen, und wenn alle ihre Kinder sie verlassen bis auf drei. Dann will Ich mit diesen dreien die Macht der Hölle besiegen.“ 170

758 Brief Barbara an Frl. N. vom 2. Mai 1906. 171

759 Brief Barbara vom 10. Mai 1906. 171

760 In Aachen am 18. Mai 1906. 172

761 Am 19. Mai 1906. 173

„Diese Handlungsweise seiner Vorgesetzten gehört aber in den Bereich des fünften Gebotes: Du sollst nicht töten. Sein Wille aber ruht in Mir, und Ich werde Mich an Großmut von ihm nicht übertreffen lassen.“ 173

762 Am 20. und 21. Mai 1906. 174

„Ich kann keine Leiden mehr erdulden, weil Ich im Heiligsten Sakrament nur im Zustand der Verklärung bin.“ 174

763 Christi Himmelfahrt am 24. Mai 1906. 177

„Einer Seele, welche noch vom Weltgeist verstrickt ist, ist das Übernatürliche nicht begreiflich, während einer Seele, die Mich allein sucht, das ganz begreiflich ist.“ 177

764 Am 25. Mai 1906. 178

„Pater Ludwig ist jetzt ans Kreuz geschlagen.“ 178

765 Brief Barbara an Luise vom 27. Mai 1906. 179

766 Brief Barbara an N. vom 2. Juni 1906. 180

„Denn nur mit Mir kehrt Friede und Freude ein.“ 180

767 Brief Barbara an Luise vom 8. Juni 1906. 182

768 Brief Barbara an Frl. N. vom 8. Juni 1906. 182

769 Brief Barbara an P. Ludwig vom 15. Juni 1906. 183

„Das Gebet und die guten Werke, die wir für unsere Verstorbenen verrichten, kommen ihnen nur zugute, wenn sie Mitglieder der wahren Kirche Christi im Leben waren.“ 183

770 Brief Barbara an P. Ludwig vom 22. Juni 1906. 185

„Jetzt gelte es, sie zu veröffentlichen, nicht erst nach Jahrhunderten.“ 185

771 Brief Barbara an eine Gräfin vom 26. Juni 1906. 187

772 Wallfahrt Gernsheim am 2. Juli 1906. 187

773 Herz-Jesu-Freitag am 6. Juli 1906. 188

„Tretet zusammen, ihr guten Christen in der Welt, Ordensleute und Weltleute, Priester und Laien, und bestürmt Meinen himmlischen Vater!“ 188

774 Am 10. Juli 1906. 189

„Das Menschengeschlecht ist am Absterben und hat nicht mehr in sich die Kraft, schwere Bußen, wie es das Fasten ist, zu üben.“ 189

775 Brief Barbara an den Bischof vom 13. Juli 1906. 190

„Jetzt soll Mein Stellvertreter, der Papst, hervortreten mit seiner ganzen Autorität und seiner Macht.“ 190

776 Am 15. Juli 1906. 191

„Mein Werk aber durchzuführen, überlasse jetzt Mir.“ 191

777 Am 16. Juli 1906. 192

„Es müsse Menschen geben, und zwar reine, unschuldige Seelen, die den Kreuzestod an sich vollziehen.“ 192

778 Am 19. Juli 1906. 194

779 Am 24. Juli 1906. 194

„Es müssen Seelen sich vereinigen, die das Gegenteil tun von dem, was die gottlose Welt tut.“ 194

780 Am 25. Juli 1906. 195

„Daß wir Menschen nicht überall zu übernatürlichen Mitteln unsere Zuflucht nehmen sollen, solange wir auf natürlichem Wege uns helfen können.“ 195

781 Fest der heiligen Anna am 26. Juli 1906. 196

„Die Liebe ist es, die euch das Dasein gab, und wer diese Liebe zu erwidern versteht, der hat seine ganze Lebensaufgabe erfüllt.“ 196

782 1. August 1906. 199

„Damit euch das Verdienst der Ergebung in den Willen anderer nicht entgehe.“ 199

783 Brief Barbara an P. Ludwig vom 2. August 1906. 199

„In der Zeit, in der ihr lebt, steht der Priester auf dem Standpunkt der Apostel zur Zeit der ersten Christen.“ 199

784 Am 9. August 1906. 203

„Daß der Geist, der in dir durch die Schriften spricht, derselbe Geist ist, der die heilige katholische Kirche leitet.“ 203

785 Priesterweihe am 12. August 1906. 204

„Denn der Liebesbund hat ja die Aufgabe, die ganze Welt in Christus zu erneuern.“ 204

786 Vigil Mariä Himmelfahrt am 14. August 1906. 205

„Wie hart die Strafe ist für diejenigen, die im Leben auf Gottes Barmherzigkeit lossündigen und mit Meiner Gerechtigkeit spielen wollen.“ 205

787 Fest Mariä Himmelfahrt am 15. August 1906. 206

788 Brief Barbara an P. Ludwig v. 26. August 1906. 207

„Die Leiden mit Geduld ertragen ist der Weg, den alle Heiligen gehen mußten, um in den Himmel zu kommen.“ 207

789 Am 30. August bis 2. September 1906. 207

„Die streitende, leidende und triumphierende Kirche sind nur eine einzige Familie.“ 207

790 Brief Barbara an Luise vom 6. September 1906. 210

791 Am 3. Oktober 1906. 210

„Wenn Ich aber manches anders lenke, als dir mitgeteilt wurde, so sind dies nur Mittel, die Ich zur Heiligung der Menschen nach Belieben so zulasse.“ 210

792 Fest des hl. Franziskus am 4. Oktober 1906. 211

„Dies sind zwei sichere Wege, um zu Mir zu gelangen, nämlich der Weg der Jungfräulichkeit und der Weg des Ordensstandes.“ 211

793 Am 13. Oktober 1906. 212

„Diese Mauer müsse jede Seele sich selber bauen durch die Losschälung des Herzens von allen Geschöpfen.“ 212

794 Am 21. Oktober 1906. 214

„Gar leicht bildet der Mensch sich ein, etwas zu sein, während er doch nur ein Nichts ist.“ 214

795 Am 29. Oktober 1906. 215

„Denn nicht in der Friedenszeit kann der Soldat seine Tapferkeit erproben, sondern im Kampf.“ 215

796 Am 25. November 1906. 215

797 Am 29. November 1906. 216

„Dies ist eure Aufgabe, Mir den Schmerz zu lindern in Meiner großen Betrübnis über den Undank der Welt.“ 216

798 Am 8. bis 20. Dezember 1906. 216

799 Weihnachtsfest am 25. Dezember 1906. 217

„Darum wünsche Ich von ganzem Herzen euch als Weihnachtsgruß, daß ihr die Passionsblume nicht aus eurem Herzen entfernt.“ 217

800 31. Dezember 1906. 220

„Herr, was Du mir heute zuschickst, ich will es tragen aus Liebe zu Dir und nicht an morgen denken!“ 220

801 Rundbrief Barbara vom 1. Januar 1907. 220

„Wer nicht mit Mir ist, der ist gegen Mich, und wer nicht mit Mir sammelt, der zerstreut!“ 220

802 Fest der Heiligen Drei Könige 1907. 221

„Die Gerechten werden von den Gottlosen überall unterdrückt und verfolgt werden. Darum werdet jetzt nicht irre. Die Zeit ist gekommen.“ 221

803 Am 13. Januar 1907. 223

„Desto entschiedener müsse man ankämpfen gegen den schwachen Willen und sich gleichsam zum Gebet zwingen.“ 223

804 Am 15. Januar 1907. 224

„Und auch wegen der Wahlen ängstigt euch nicht allzusehr. Tut das Eurige, betet fleißig, und alles andere überlaßt Mir.“ 224

805 Am 20. und 25. Januar 1907. 224

„Die der Herr am meisten liebt, denen sendet Er die meisten Trübsale.“ 224

806 Fest Mariä Lichtmeß am 2. Februar 1907. 225

„Daß Meine Diener eine allzugroße Furcht haben, als zurückgeblieben zu gelten, wenn sie das geheimnisvolle Leben zwischen Mir und der Seele gläubig annehmen.“ 225

807 Am 7. und 9. Februar 1907. 227

808 Am 15. Februar 1907. 227

„So ist der Liebesbund die Krone aller Vereinigungen.“ 227

809 Am 19. und 27. Februar 1907. 228

„Denn Gott bezahlt nicht den Erfolg, sondern das Verdienst des Menschen.“ 228

810 Am 1. März 1907. 229

„Noch viel inniger als das Band der Ehe ist eure Verbindung durch die Vereinigung mit Mir.“ 229

811 Am 10. März 1907. 229

„Wenn ihr auch Meine Gnade nicht immer fühlt, so muß es euch doch genügen zu wissen, daß ihr in Meiner heiligmachenden Gnade lebt.“ 229

812 Am 19. März 1907. 230

813 Am 20. März 1907. 231

„Wenn ich am Leben geblieben wäre, hätte ich geheiratet und große, schwere Kreuze zu tragen bekommen.“ 231

814 Karfreitag 1907. 232

„Wenigen ist es beschieden, in Meine Krone eingefügt zu werden und dort als Edelstein zu glänzen.“ 232

815 Am 2. April 1907. 232

„So haften auch die Schatten der Sünde, die in der Verwandtschaft begangen werden, auf jedem Mitglied der Familie.“ 232

816 Am 3. April 1907. 232

817 Am 7. April 1907. 233

„Jetzt aber ist die Menschheit so, daß es scheint, die Kirche müsse vernichtet werden. Das Werk ist ein Vorbild und Sinnbild der Kirche.“ 233

818 Am 9. April 1907. 235

„Es darf der größte Sünder sein, hat er eine gute Beichte abgelegt und ernstlichen Willen, daß er sich bessern will, so kann er Mich alle Tage empfangen.“ 235

819 Am 10. April 1907. 236

820 Am 14. und 16. April 1907. 236

„Unter zwei Dingen soll er immer das Vollkommenere wählen und nicht das, was seiner Natur am meisten zusagt.“ 236

821 Am 22. und 25. April 1907. 237

„Ich will ihnen aber nur beweisen, daß, wo man Mir nicht huldigt, Ich auch Meinen Segen nicht ausgieße.“ 237

822 Am 27. und 30. April 1907. 239

823 Am 1. Mai 1907. 239

„Sie glauben, der Kirche nur dann zu nützen, wenn sie auch Ehre und Achtung genießen und großartig vor der Welt dastehen und nicht auf demütigem Weg, auf welchem Ich die Welt erlösen wollte.“ 239

824 Kreuzauffindung am 3. Mai 1907. 240

„Denn obgleich Ich ein Gott bin, so bin Ich aber auch Mensch wie ihr und euer Freund, euer Bruder, und geteilter Schmerz ist halber Schmerz.“ 240

825 Am 5. Mai 1907. 241

„Wie gut wäre es, wenn alle Priester deine Schriften lesen und den Geist, der aus ihnen spricht, in sich aufnehmen und für die Gläubigen zu verwerten verständen, dann wäre der Sieg der Kirche nicht mehr weit entfernt.“ 241

826 Am 6. Mai 1907. 242

„Machet euch einen Begriff, was Ich für eine Angst gehabt haben muß, als das Blut zu den Poren herauskam.“ 242

827 Am 11. Mai 1907. 243

„Einer Seele, die Mich fortwährend bestürmt, kann Ich nichts abschlagen, wenn es gut für das Seelenheil ist.“ 243

828 Am 17. Mai 1907. 244

„Die Welt soll die Augen auftun und sehen, daß Ich überall eingreife mit Strafgerichten, um die Vergnügungssucht zu bestrafen.“ 244

829 Vigil von Pfingsten am 18. Mai 1907. 244

830 Am 21. Mai 1907. 245

„Zwischen diesen beiden Klassen Menschen muß eine Klasse stehen, die in allem ihren Willen unter Meinen göttlichen Willen beugt.“ 245

831 Am 22. Mai 1907. 246

„Niemand kann eine Seele zum Gebet zwingen, zum Guten fördern, wenn die Seele nicht selbst will.“ 246

832 Am 23. und 28. Mai 1907. 247

833 Am 29. Mai 1907. 247

„Ich zähle nicht, Ich wäge nicht, Ich verzeihe, und die Güte Meines Herzens ist so groß, Ich rechne nur mit der Liebe.“ 247

834 Fronleichnamsfest am 30. Mai 1907. 249

„Die Menschen müssen erst geprüft und geläutert werden, denn Ich will Meine Wohltaten nicht an Undankbare verschwenden.“ 249

835 Brief Barbara an Ihren Bischof v. 30. Mai 1907. 250

836 Am 31. Mai 1907. 252

837 Am 1. und 2. Juni 1907. 252

838 Am 4. Juni 1907. 253

„An dem Weg des Kreuzes, den sie gehen, können die Un- und Irrgläubigen sehen, daß dies die wahre Religion ist.“ 253

839 Am 6. Juni 1907. 254

„Daß nur diejenigen gerettet werden, die sich flüchten unter den Schutzmantel Meiner Mutter.“ 254

840 Herz-Jesu-Fest am 7. Juni 1907. 256

„Meine Kirche muß aus den Katakomben des neuen Heidentums herausgearbeitet werden und auf den Glanzpunkt gestellt werden.“ 256

841 Tag vor Herz-Jesu-Weihefest am 8. Juni 1907. 257

„Der Mensch, der noch das Ave betet, ruft Mich an zu seiner Todesstunde, der kann nicht verlorengehen, und wenn es der größte Sünder ist.“ 257

842 Herz-Jesu-Weihefest am 9. Juni 1907. 261

„Nach Meiner Auferstehung war Meine Mutter die Einzige, die das Glaubensleben aufrecht hielt.“ 261

843 Am 13. Juni 1907. 261

844 Begräbnistag Pater Ludwig am 14. Juni 1907. 262

845 Am 15. Juni 1907. 262

846 Sonntag am 16. Juni 1907. 262

„Wenn ihr aber ohne Wunder glaubt, habt ihr viel größeres Verdienst.“ 262

847 Am 19. Juni 1907. 263

„Das alles soll euch zur vollkommenen Vernichtung und Selbstentäußerung führen, daß ihr von allem Irdischen los, nur Gott allein anhängt.“ 263

848 Am 24. Juni 1907. 266

„Prüfet die Geister, und was gut ist, behaltet.“ 266

849 Am 25. Juni 1907. 267

„Deshalb muß gerade das mystische Leben unter den Gläubigen gehoben und gepflegt werden.“ 267

850 Am 27. Juni 1907. 269

851 Wallfahrt nach Marienborn. 269

852 Herz-Jesu-Freitag am 5. Juli 1907. 270

„Ihr habt das beste Vorbild an Meinem Leben und am Leben Meiner heiligen Kirche, mußte doch auch Ich erst ganz vernichtet werden.“ 270

853 Tag des Großen Gebetes am 7. Juli 1907. 271

854 Am 8. Juli 1907. 271

„So soll jetzt durch ungelehrte, einfältige, aber tiefgläubige Seelen die Kirche hinaufgerückt werden auf den Glanzpunkt.“ 271

855 Am 9. und 13. Juli 1907. 273

856 Brief Barbara an ihren Bischof v. 15. Juli 1907. 274

857 Brief Barbara aus der Pfalz vom 19. Juli 1907. 276

858 Fest heilige Maria Magdalena am 22. Juli 1907. 277

„Juden und Heiden habe sich verschworen, sie zu vernichten.“ 277

859 Am 23. Juli 1907. 278

860 Am 24. Juli 1907. 278

861 Am 25. Juli 1907. 279

„Meine Tochter, hast du vergessen, daß du nur ein Sprachrohr bist, durch welches Ich reden will.“ 279

862 Am 26. Juli 1907. 280

„Alle treuen Seelen sollen Schlachtopfer der Liebe werden.“ 280

863 Am 27. und 31. Juli 1907. 281

„Die hier auf Erden keine Ehre erfahren haben, werden dort vor allen anderen Heiligen ein weit größeres Licht in alle Ewigkeit verbreiten.“ 281

864 Tag vor Portiuncula am 1. August 1907. 282

865 Portiuncula am 2. August 1907. 284

„Der kann den Ablaß auch für die Verstorbenen gewinnen, sooft er sich Mühe gibt.“ 284

866 Wallfahrten vom 3. bis 12. August 1907. 285

„Befolge die Regel, die Ich dir schon oft angegeben: Tue das, was dir am schwersten fällt.“ 285

867 Vigil vom Fest Mariä Himmelfahrt 286

„Wie der Mensch, wenn er über alle Verdemütigungen und Leiden starkmütig hinweggeht, am Schluß seiner Prüfungen die wunderbaren Fügungen Gottes erkennt und lobpreist.“ 286

868 Namenstag P. Ludwig am 19. August 1907. 291

„Und du, Atheist, wie du doch noch viel mehr betrogen bist, wenn die Hölle keine Fabel ist!“ 291

869 Wallfahrt zum hl. Rochus am 21. August 1907. 292

870 Am 22. August 1907. 293

„Das ist das Höchste, was der Mensch haben und anstreben kann: Die Vereinigung mit Mir!“ 293

871 Fest des heiligen Ludwig am 25. August 1907. 294

„Solange bei den großen Werken noch ein Funke von Eigenliebe und Selbstgefälligkeit ist, solange kann es einem wenig nützen.“ 294

872 Schutzengelfest am 1. September 1907. 295

„Er hat an allem zu häkeln und zu kritisieren, und darum kann die heilige Freude nicht in ihn einziehen.“ 295

873 Am 3. September 1907. 295

874 Vor Fest Mariä Geburt am 7. September 1907. 296

„Das Fest der Geburt Meiner heiligen Mutter ist ein außergewöhnliches Freudenfest für die Kinder, die nach der Taufe gestorben sind.“ 296

875 Marienthal am 9. bis 13. September 1907. 297

„Solange die Welt steht, ist eine solche Gegend gesegnet.“ 297

876 Am 15. September 1907. 299

„Denn heute gebührt es sich, daß Ich Meiner Mutter den Ehrenplatz einräume.“ 299

877 Am 18. und 26. September 1907. 300

878 St.-Michaels-Fest am 29. September 1907. 301

„Deshalb tut es der Papst, daß sie alle miteinander sich schämen müssen.“ 301

879 Am 30. September und 31. Oktober 1907. 301

„Auf große Dürre und Finsternis folgt auch wieder die Sonne Meiner göttlichen Liebe.“ 301

880 Allerheiligen am 1. November 1907. 301

„Wo könnte der Mensch sich solche Verdienste sammeln für den Himmel, wenn Ich ihm nicht manchmal die Gnade entzöge.“ 301

881 Am 9. November 1907. 303

„Und jenen Licht erflehen, die nicht wissen und auch nicht wissen wollen, daß sie in der Finsternis wandeln und auf dem Weg zur Hölle sind.“ 303

882 Am 21. November 1907. 304

883 Am 23. November 1907. 304

„Ich verlange aber von den Liebesbundmitgliedern, daß sie sich eines außergewöhnlichen, christlichen Lebens befleißigen.“ 304

884 Am 25. November 1907. 305

„Deshalb offenbare Ich Mich so klar durch eine so einfache, schlichte, ungelehrte Seele, um die treuen Seelen zusammenzuscharen, damit durch das Gebet der Guten, die ganz uneigennützig sind, viele gerettet werden.“ 305

885 Am 4. Dezember 1907. 306

„Mit Leiden will Er unsere Krone verschönern, mit Leiden sollen wir Ihm Seelen retten und unsere eigenen Verdienste vermehren.“ 306

886 Am 6. Dezember 1907. 310

„Und die katholische Kirche will sich jetzt schämen, unter ihren Kindern einige zu wissen, die sich solcher inneren Offenbarungen und Mitteilungen erfreuen, wie Ich sie doch von jeher unter Meinen Kindern gepflogen habe.“ 310

887 Weihnachten 1907. 310

„O sagt der Welt, wie Ich sie liebe. Nein, für die Welt habe Ich nicht gebetet, aber für die Menschen, die Mein Ebenbild in sich tragen.“ 310

888 Brief Barbara an Bischof v. 10. Februar 1908. 312

889 Nach dem großen Sturm am 14. Februar 1908. 314

„Daß noch kein Erlaß eines Papstes von solcher Wichtigkeit und Tragweite gewesen ist, seitdem Ich auf der Welt war, wie die Enzyklika über den Modernismus.“ 314

890 Am 21. Februar 1908. 314

„Und daß es so wenige verstehen wollen, kommt daher, weil alle in sich selbst anfangen müßten, ein tieflebendiges Glaubensleben zu führen, und das wollen sie nicht.“ 314

891 Am 26. Februar 1908. 316

„Verkostet jetzt die Früchte des Kreuzes, schlagt den Kern auf, wie süß er ist. Kämpft alle Bitterkeit nieder. Ich will freudige Geber.“ 316

892 Am 16. und 18. März 1908. 317

„Du bist auf Erden, um Gott zu erkennen, Ihn zu lieben und Ihm zu dienen.“ 317

893 Am 19. März 1908. 318

894 Am 25. März 1908. 319

„Der tieflebendige Glaube ist das höchste Verdienst eurer Zeit, der alles andere ersetzt, so daß Ich von euch nichts anderes verlange.“ 319

895 Mission in St. Stephan und Osternacht 1908. 320

896 Brief Barbara an Bischof vom 19. April 1908. 320

897 Erstkommunion am Weißen Sonntag 1908. 323

898 Pfingstmontag am 8. Juni 1908. 323

„Ich verlange einen demütigen, kindlichen, selbstlosen Glauben.“ 323

Nachwort 324

Einige Bemerkungen zur Frage nach den Privatoffenbarungen. 324

Der Eucharistische Liebesbund des göttlichen Herzens Jesu. 326

Statuten des Liebesbundes. 326

Weihe an das göttliche Herz Jesu. 327

Aufopferungsgebet am Morgen. 327

Aufopferungsgebet am Abend. 327

 

Begleitwort des Weihbischofs

Einen bemerkenswerten großen Umfang hat die Ausgabe der „Schippacher Schriften“ angenommen. Was die einfache Frau Barbara Weigand in ihren Privatoffenbarungen erfahren und niedergeschrieben hat, ist erstaunlich. Ihre Niederschriften zeigen, wie hörbereit sie war und wie wach sie die Vorgänge in Kirche und Gesellschaft verfolgt hat. Ihre Aussagen haben zuweilen eine ungemein prophetische Kraft und zeugen davon, daß sie mit den Augen des Glaubens die geistigen Verwerfungen ihrer Zeit erkannte. Sie beließ es aber nicht bloß bei den scharfsichtigen Beobachtungen des Zeitgeschehens und des Zeitgeistes. Sie eröffnete durch ihre Liebe zum lebendigen Christus in der Eucharistie auch den Zugang zu den heilenden und rettenden Kräften ihrer und unserer Zeit. Ihre liebende Verehrung des Herrn im Altarsakrament kann auch uns zeigen, wo wir mit unseren Sorgen um den Glauben und um die Neuevangelisierung Europas uns hinwenden müssen: „Herr, du hast Worte ewigen Lebens!“

Manches in den Schriften wie auch im Leben von Barbara Weigand ist nur aus dem Kontext der Zeit zu verstehen. Daran sollen wir nicht Anstoß nehmen. Man muß dieser Frau bestätigen, daß sie leidenschaftlich für die Sache Gottes eintrat und in Christus ihren Orientierungspunkt hatte.

Solchen Menschen im Gedächtnis der Kirche einen würdigen Platz zu geben, ist Auftrag auch für unser Bistum. Daher danken wir den Herausgebern für die große Mühe, mit der sie die „Schippacher Schriften“ herausgegeben haben. Mögen viele mit dieser Veröffentlichung Zugang zu dieser außergewöhnlichen Frau bekommen! Mögen viele durch ihre Liebe zum heiligen Meßopfer auch selber zu dieser einzigartigen Quelle des christlichen Lebens geführt werden. Im September 2001

Helmut Bauer

Weihbischof

Einführung

In seinem Abschlußdokument zum Heiligen Jahr 2000 „Novo Millennio ineunte“ in Nr. 32 ff. hat der Heilige Vater Papst Johannes Paul II. dem Bedürfnis nach Gebet und Spiritualität sein besonderes Augenmerk gewidmet. „Ist es nicht vielleicht ein ‚Zeichen der Zeit’, daß man heute in der Welt trotz der weitreichenden Säkularisierungsprozesse ein verbreitetes Bedürfnis nach Spiritualität verzeichnet, das größtenteils eben in einem erneuten Gebetsbedürfnis zum Ausdruck kommt? Da uns die Gnade gegeben ist, an Christus zu glauben, den Offenbarer des Vaters und Retter der Welt, haben wir die Pflicht zu zeigen, in welche Tiefe die Beziehung zu ihm zu führen vermag, zu unsagbarer Freude, die von Mystikern als ‚bräutliche Vereinigung’ erlebt wurde und als Leidenschaft der Gefühle, bis hin zu einer richtigen ‚Liebschaft des Herzens’.“

Das Leben und Wirken der Barbara Weigand von Schippach, das von tiefen mystischen Erfahrungen erfüllt war, gibt Zeugnis von einer schlichten Gottsucherin. Ihr schriftlicher Nachlaß, der in interessierten Kreisen unter dem Titel „Schippacher Schriften“ schon früher einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangte, ist eine Fundgrube für jeden, der nach spirituellen Werten tief christlicher Prägung sucht. Das hohe geistliche Niveau dieser Schriften läßt sich nicht auf eine „rein natürliche Begabung“ der „Seherin von Schippach“, wie sie einmal in einem Buchtitel bezeichnet wurde, zurückführen. Schließlich war sie nur ein einfaches Landmädchen aus dem armen Spessartdorf Schippach.

Das Geheimnis ihres Lebens ist in ihrem brennenden Verlangen nach dem häufigeren Empfang des Leibes Christi in der heiligen Messe begründet. Ihr halbes Leben lang rang sie um dieses Gnadenprivileg, bis es endlich im Jahr 1905 durch die Kommuniondekrete vom heiligen Papst Pius X. allen Gläubigen gewährt wurde. Geheimnisvoll zog Jesus Barbara Weigand in seine vertrauensvolle und zugleich unbegreifliche Nähe, als Er beim Beten des Kreuzweges in der Mainzer Kapuzinerkirche, wie sie selbst berichtet, plötzlich vor sie hintrat und sie nach ihrer Leidensbereitschaft fragte: „Meine Tochter, bist du bereit, mit mir zu leiden?“ Erst nach einem dreitägigen Ringen mit sich selbst, gab sie, nicht leichten Herzens, ihr Jawort zu einem Leben, das von vielen meist leidgeprägten, mystischen Erlebnissen bestimmt war.

Ihre vielen visionären Begegnungen mit ihrem Herrn und Heiland Jesus Christus, ihrem „Seelenbräutigam“, seiner Mutter Maria und vielen Heiligen, vollzogen sich meist in Form von sogenannten „Laut-Ekstasen“, die für die Umstehenden hörbar wurden und mitgeschrieben werden konnten. In Mainz, wo sie in den Jahren von 1885–1915 lebte und in der Gastwirtschaft ihres Bruders als Küchengehilfin diente, ereigneten sich die meisten ihrer mystischen Eingebungen, die heute auf Grund ihrer besonderen Aktualität mehr und mehr den Stempel des Übernatürlichen und Glaubwürdigen erkennen lassen. Hier wird man an das augustinische Wort „Ereignis und Prophetie zugleich“ erinnert. Da ihre mystischen Erlebnisse meist mit inneren und äußerlich sichtbaren „Leidensstürmen“ verbunden waren, kann die Weigandsche Mystik sicherlich als „Leidensmystik“ bezeichnet werden.

Die Mystik, die „Krone aller theologischen Disziplinen“, erfordert Einfühlungsvermögen. Dies gilt auch für die hier vorliegenden Aussagen, zumal sich manche Textpassagen der Weigandschen Mystik nicht leicht und gänzlich erschließen lassen. Das Entstehen und Niederschreiben der „Schippacher Schriften“ zog sich über mehrere Jahrzehnte hin und war manchen Eingriffen und Einschränkungen durch die Mainzer Bischöfe Haffner (†1899), Brück (†1903) und Kirstein (†1921) unterworfen. Eine gewisse Erschwernis beim Lesen dieser Schriften ergibt sich aus einem Verbot durch Bischof Haffner, der das Mitschreiben von Namen solcher Personen untersagte, die sich rat- und hilfesuchend an Barbara Weigand wandten, eine Schutzmaßnahme, die mittlerweile gegenstandslos geworden ist. Anstelle der einzelnen Namen, die heute nur noch teilweise zu identifizieren sind, wurde jeweils ein „N.“ gesetzt. Personen, die im ständigen Kontakt mit Barbara Weigand standen, werden meist unter ihrem eigenen Namen aufgeführt. Einen breiten Raum in ihren Aufzeichnungen nehmen ihre zahlreichen Begegnungen mit Verstorbenen ein, die teils der triumphierenden Kirche des Himmels, teils der leidenden Kirche, dem „Fegefeuer“, angehörten.

Die beiden Jungfrauen Lieschen Feile und Luise Hannappel waren mit Barbara Weigand eng befreundet. Sie wurden mit ihrem Vornamen genannt. Luise Hannappel hat den Großteil der sog. „Laut-Ekstasen“ mitstenografiert. Die Beichtväter Pater Alfons OFM Cap. und Pater Bonifaz OFMCap. sowie die Seelenführer Pater Ludwig Hannappel OFMCap. und Pater Felix Lieber OFM., denen sich Barbara Weigand während ihres Mainzer Aufenthaltes anvertraute, wurden hingegen überwiegend – wie alle andere Personen – mit N. aufgeführt, manchmal aber auch namentlich genannt. Auch andere Beteiligte wurden gelegentlich mit ihrem vollen Namen angegeben. Orte wurden mit ihrem Anfangsbuchstaben abgekürzt.

Von 1894 bis 1903 geschahen 297 Visionen, die sich in „Laut- Ekstasen“ vollzogen. In der späteren Zeit (bis weit in die zwanziger Jahre) waren ihre Eingebungen oft ohne innere Schauungen. Die Mystikerin selbst sagt von ihrem Zustand, daß „alles jetzt wie geistig ist und das Gefühl ganz zurücktritt“; sie kann es aber nicht näher beschreiben. Diese späteren Eingebungen, die am ehesten als „Auditionen“ zu bezeichnen sind, wurden ebenfalls, oft aus ihrem Gedächtnis heraus, mit einer eigenen Numerierung (Audition 1–346) niedergeschrieben. Es ist auffällig, daß nicht wenig unvollendete Sätze (sog. Anakoluthe) vorkommen, wie sie auch für die biblischen „Gelegenheitsschriften“ charakteristisch sind. Da innerhalb der beiden Zählreihen Mehrfachzählungen unter einer Hauptnummer vorkommen, wurden die Offenbarungen in der vorliegenden Gesamtausgabe vom ersten bis zum siebten Band aufsteigend neu durchnumeriert. Wer zu kirchlichen oder wissenschaftlichen Zwecken auf die Urschriften zurückgreifen möchte, findet durch die Tagesangabe der Vision oder Audition eine stets eindeutige Identifizierung der einzelnen Offenbarung.

Einmal hörte die schon hochbetagte Barbara Weigand den Herrn sagen: „Die Schriften sind nicht für deine Zeit bestimmt, sondern für eine spätere.“ Diese Aussage macht manches heute verständlicher, was damals noch rätselhaft und dunkel erscheinen mußte. Sollten die „Schippacher Schriften“, die nun erstmals komplett und unverändert im Druck in sieben Bänden vorgelegt werden, tatsächlich für unsere Zeit bestimmt sein, worauf manches hinweist, verdienen sie große Beachtung. Dann wird sich auch ein Wort des Herrn aus dem Munde Barbaras, die er öfter als „Mein Sprachrohr“ bezeichnete, bewahrheiten: „Die Anziehungskraft meiner Worte und die darin liegende göttliche Kraft erweicht die Herzen“, und zu den Schriften selbst sagt er: „Der Geist ist von Mir, die Form von dir!“

Nachdem ihre Sendung als Mahnerin und Wegbereiterin für die Rückkehr zur urchristlichen Praxis des regelmäßigen, öfteren Kommunionempfangs erfüllt war, wurde sie vom Herrn mit dem Bau einer Sakramentskirche in ihrer Heimatgemeinde Schippach als Denkmal des Dankes für die Gewährung der sogenannten „Oftkommuniondekrete“ vom heiligen Papst Pius X. und mit der Gründung des „Eucharistischen Liebesbundes des göttlichen Herzens Jesu“ beauftragt. Dieser verbreitete sich rasch und erhielt in acht Diözesen das kirchliche Imprimatur.

Die „Barbara-Weigand-Gesellschaft e.V.“ hat in ihrem Archiv eine Fülle von Briefen, Zeitungsartikeln und andere schriftliche Unterlagen aus dem langen Leben der „Seherin von Schippach“ zusammengetragen und nach zeitgeschichtlichen wie auch besonderen Dokumentationskriterien archiviert. Das Hauptverdienst für die Aufbewahrung und den Erhalt der „Schippacher Schriften“ gebührt dem ehemaligen Heimatseelsorger von Barbara Weigand, DDr. Wilhelm Büttner, der das Leben und Wirken seines Pfarrkindes Barbara Weigand in Büchern und Broschüren gewürdigt und verteidigt hat. Er selbst hat seine ganze priesterliche Autorität in den Dienst der im Ruf großer Frömmigkeit stehenden Barbara Weigand gestellt und dafür viele persönliche Opfer gebracht und die „Schippacher Sache“ ganz zu seiner eigenen gemacht. Von ihm stammt auch ihre von der Barbara-Weigand-Gesellschaft e.V. veröffentlichte Lebensbeschreibung „Im Dienste des Eucharistischen Königs“.

Papst Johannes Paul II. schreibt in seinem Grußwort zur ‚Salzburger Hochschulwoche’ 1993: „...es ist notwendig, im kirchlichen und religiösen Leben ein neues Verständnis im Sinne der klassischen Mystik zu entdecken.“ Später beklagte er einmal, daß es „heute einen echten Mangel an Mystik in der Kirche gibt“. Im eingangs erwähnten päpstlichen Lehrschreiben „Novo Millennio ineunte“ (Nr. 33) spricht er voll Hochachtung vom gnadenhaften Weg der Mystiker, die in unsagbarer Freude zur „bräutlichen Vereinigung“ zugelassen wurden.

Von daher bieten sich uns die „Schippacher Schriften“ als ein echtes Geschenk an für die Erneuerung der eucharistischen Frömmigkeit in der Kirche. Lesen wir darin nach der Weisung des heiligen Apostels Paulus: „Prüfet alles, was gut ist behaltet!“ (1 Thess 5, 21). Eine letzte Beurteilung über die Echtheit der mystischen Aussagen ist freilich dem kirchlichen Lehramt vorbehalten.

Nicht zu übersehen ist auch der prophetische Charakter dieser Aussagen, welche die Übel und Mißstände, auch in der Kirche, anprangern und beim Namen nennen. Daß Gott durch Visionen und Privatoffenbarungen so vertraut zu seinen treuesten Freunden spricht und ihnen seine Geheimnisse offenbart, ist weder neu noch ungewöhnlich. Ja, beinahe alle Heiligen, insbesondere die Ordensgründer, sind mit göttlichen Visionen und Offenbarungen ausgezeichnet gewesen, wie wir z. B. in den Lebensbeschreibungen eines heiligen Benedikt, eines heiligen Bernhard, eines heiligen Dominikus, eines heiligen Franziskus und anderer lesen; in diversen Büchern werden unzählige Visionen, Offenbarungen und andere göttliche Gunstbezeigungen berichtet, welche der Herr entweder den Stiftern selbst oder einigen ihrer Schüler erwiesen hat. Es ist darum nicht zu bezweifeln, daß Gott vertraulich mit seinen Freunden spricht und besonders jene mit Gnaden beschenkt, die Er zu großen Werken auserwählt hat. Ja, wunderbar ist Gott in seinen Heiligen.

Barbara hört den Heiland am Vigiltag von Christi Himmelfahrt 1898 sagen:

„Siehe, alles, was Ich in dir wirke, hat nur einen Zweck, und der ist, daß Ich das Leben Meiner Kirche wieder erneuern will. Da so viele abgewichen sind und Mich hinausgeworfen haben aus ihrem Herzen, tut es sehr not, einen lebendigen Glauben zu haben, und diesen Glauben durch gute Werke zu betätigen. Wie geht dies aber anders als nur dann, wenn der Christ sich wieder eng anschließt an das Leben Meiner Kirche, d. h. an Mich selbst, der Ich unter euch wohne im Allerheiligsten Sakrament.“

Ebenso am Feste Pauli Bekehrung 1900: „Es gibt doch noch viele gute Christen, die sich zur Aufgabe gesetzt haben, das Reich Jesu Christi wieder herzustellen, all ihr Sein und Leben einzusetzen, um die Christen wieder zurückzuführen zum guten alten Glauben, indem sie überall das eucharistische Leben anfachen. Durch den öfteren Empfang der heiligen Kommunion wird neues Leben in die Christenheit eingegossen werden. Ein neues Leben wird wieder beginnen. Die ganze Welt muß erneuert werden dadurch, daß zuerst die Kirche erneuert wird, aber das kann nur geschehen auf dem Wege, den Ich, Jesus, selbst gegangen bin.“

Am Gründonnerstag 1898 mahnt der Heiland: „Schließt euch an die Kirche an, und nicht um ein Haarbreit weichet von ihr ab.“ Ebenso am Fronleichnamsfeste 1897: „Niemals kann eine Seele, die sich lostrennt von der Kirche, die nicht unter der Leitung des Priesters wandelt, den rechten Weg wandeln. Sie wandelt den Weg der Eigenliebe und des Hochmutes.“

Oder die Mutter Gottes am 2. Freitag im Oktober 1897: „Der Gehorsam geht über alles bei einer Seele, die mit meinem Sohn verbunden ist. Diese ist dem Gehorsam unterworfen und soll nur gehorsam sein ihren sichtbaren Vorgesetzten. Dies ist das sicherste Zeichen, daß sie nicht irregeht.“

Das ganze Schrifttum der Barbara Weigand hat zum Ziel: Die Verehrung und Verherrlichung des Herrn in der heiligen Eucharistie und die Annahme seines Kreuzes, wozu er uns immer wieder einlädt. Gewiß hat das Gebet und das Leiden der Barbara Weigand viel dazu beigetragen, daß Papst Pius X. das berühmte Kommuniondekret erließ, das die Frühkommunion empfiehlt und den häufigen Kommunionempfang, zum größten Erstaunen vieler damaliger kirchlicher Behörden. Als Zeichen der Dankbarkeit für dieses große kirchengeschichtliche Ereignis soll nach dem Willen Gottes eine vom Herrn selbst gewünschte Eucharistische Kirche in Schippach gebaut werden: Es zeichnet sich ab, daß das kommende Zeitalter ein eucharistisches sein wird, das mit dem Triumph des Unbefleckten Herzens Mariens beginnen wird. Der Eucharistische Liebesbund soll einen Damm bilden gegen die anschwellende Verunehrung des Allerheiligsten Altarsakramentes.

So sagte der Herr zu Barbara Weigand: „Einen Damm will ich bilden. Dieser Damm soll entstehen aus allen Klassen von Menschen, vom Papst angefangen bis herunter zum Hausknecht, bis zur letzten Dienstmagd, von der Ordensfrau bis zur armen Ehefrau im ärmsten Dachstübchen. Diese sollen vereint beten, den Himmel bestürmen um das Wohl der Völker, damit meine Kirche wieder aufblühe, wieder auf den Leuchter gestellt werde, von wo aus alle Völker der Erde sie sehen können.“

Um diesen Liebesbund ins Leben zu rufen, wurden Statuten erstellt, die im Jahr 1914 die kirchliche Anerkennung erhielten. Es sollen daraufhin bis zu 60.000 Mitglieder beigetreten sein.

Die Aufnahme geschieht durch die einmalige und innige Bitte nach der heiligen Kommunion an Jesus, er möge sich würdigen, daß man in diesen Liebesbund aufgenommen werde. Dabei kann man sich eines in den Statuten aufgezeichneten Weihegebetes bedienen. Das Aufopferungsgebet am Morgen richtet sich an Jesus, als den Bräutigam der Seele, mit der Bereitschaft, alle Leiden und Widerwärtigkeiten anzunehmen, auf daß bald eine Herde und ein Hirte werde. Das Aufopferungsgebet am Abend richtet sich zunächst an den heiligen Schutzengel und dann an die Mutter Gottes, daß sie alles, was mangelt, ersetzen und es in dem Kostbaren Blut Jesu reinigen und vervollkommnen möge, mit einem besonderen Gedenken an den Heiligen Vater, und um die Bekehrung der Sünder zu erlangen.

Die „Barbara-Weigand-Gesellschaft e.V.“, Elsenfeld-Schippach, hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Andenken an diese Frau zu bewahren und die „Schippacher Schriften“ der Barbara Weigand zu erhalten und bekannt zu machen. Ermutigt durch die Weisung von Papst Paul VI., der während des II. Vatikanischen Konzils das Recht der Gläubigen, ihre geistlichen Erfahrungen und Erkenntnisse zu veröffentlichen, bestätigt hat, soll nun allen Interessierten dieser „geistliche Schatz“, der lange unbeachtet blieb, geringgeschätzt wurde und fast vergessen war, zugänglich gemacht werden.

In seinem Vortrag anläßlich der Feierstunde des Theresienwerkes in Luzern am 24. September 1983 kommt der Bamberger Erzbischof Dr. Karl Braun zu einer für die Wege der Mystik keineswegs überraschenden Schlußfolgerung, nämlich, – daß „der Weg der Liebe, den uns Christus zutraut, kein bequemer Spaziergang ist. Nicht immer gelingt uns auf Erden dieses Lieben, da die Schwierigkeiten uns oft den Mut nehmen. Im Himmel jedoch, wo wir das ganze Leben überschauen, werden wir entdecken, daß wir manchem schwierigen Menschen dafür zu danken haben, daß er uns ,Schleifstein zur Vollendung’ war“ (aus „Ich habe meinen Platz in der Kirche gefunden“ – Begegnung mit Therese von Lisieux – Johannes-Verlag, Leutesdorf 2. Auflage 1987). Für die Schippacher Mystikerin Barbara Weigand war ihr Lebensweg keineswegs ein leichter Weg, aber erfüllt von der Liebe zu ihrem Herrn und Meister.

Beten wir nun voller Hoffnung, daß die Schriften der Barbara Weigand zur Vertiefung und weiteren Verbreitung des göttlichen Willens beitragen und die Verehrung der heiligen Eucharistie und eucharistischen Anbetung in allen katholischen Kirchen, insbesondere in der Friedens- und Wallfahrtskirche in ihrem Heimatort Schippach, gepflegt werde.

Barbara-Weigand-Gesellschaft e.V. Elsenfeld-Schippach

Der Vorstand

Entstehungsgeschichte der Aufzeichnungen

Von Msgr. DDr. Wilhelm Büttner wissen wir erfreulicherweise recht genau, welchen Schicksalsweg die „Schippacher Schriften“ genommen haben. Zum besseren Verständnis derselben soll er hier nachgezeichnet werden.

Mit den folgenden Worten beginnt Barbara Weigand im Jahre 1894 ihre inneren Erlebnisse aufzuzeichnen: „Nachdem ich arme und unwürdige Magd des Herrn vom Jahre 1886 bis 1894 in der Stadt Mainz unaussprechlich viele Gnaden vom Herrn empfangen habe, will ich aus Dankbarkeit gegen Ihn wenigstens dieses Jahr 1894 anfangen, einiges aufzuschreiben, daß ich die Danksagung nicht vergesse“. Von da an schrieb sie bis herauf in ihr Greisenalter Notizen über ihr Leben und ihre seelischen Zustände. Im Jahre 1895 hatte sich der Schippacher Jungfrau eine sehr gebildete Mainzer Dame angeschlossen, Fräulein Luise Hannappel, welche nun ihrerseits den Hauptteil der Aufzeichnungen machte, die unter dem Namen „Schippacher Schriften“ bekannt geworden sind.

Urschriften und Abschriften

Leider stehen die meisten ihrer handgeschriebenen Zettel nur in Abschriften zur Verfügung, da die Urschriften anläßlich der behördlichen Untersuchungen an die kirchlichen Vorgesetzten eingeschickt oder von diesen eingefordert wurden und sich daher unter den Ordinariatsakten von Mainz und Köln und beim Heiligen Offizium in Rom befinden. Die Akten des Ordinariats Würzburg wurden am 16. März 1945 ein Raub der Flammen.

Die Abschriften fertigten zumeist Luise Hannappel, also eine Augen- und Ohrenzeugin, Frau Zulauf, Frl. Stahl und ein Herr Schweratt an; sie tragen die eigenhändige Unterschrift von Barbara Weigand und sind damit den Urschriften gleichzustellen.

Einen guten Überblick über ihre Erlebnisse bis zum Jahr 1896 gibt das Heftchen „Leben“ (84 Seiten), das sie im Jahre 1896 auf Veranlassung ihres damaligen Seelenführers Pater Ludwig O.Cap. anfertigte. Diese in Band 1 S. 38-76 übernommenen Aufzeichnungen sind in schlichter Form verfaßt, ohne streng eingehaltene zeitliche Aufeinanderfolge. Inhaltlich bringen sie offen und aufrichtig Gutes und weniger Gutes über die Schreiberin zum Ausdruck und sind damit ein ehrliches Selbstzeugnis. Die Schreiberin schließt mit dem Bekenntnis: „Dieses ist mein Leben und einige der Gnaden, die ich glaube, daß der liebe Gott sie in mir gewirkt hat.“

Die Gnadenerweise seit dem Jahre 1887 schrieb sie auf Befehl ihres Beichtvaters Pater Alphons O.Cap. nieder, dem sie diese Aufzeichnungen regelmäßig zu überbringen hatte. Darin erwähnt sie: „Als ich diesem von meinen übernatürlichen Dingen gesagt hatte, wies er mich anfangs barsch ab. Später aber befahl er mir, alles aufzuschreiben, und ihm zu bringen. Dies tat ich auch mehrere Jahre hindurch, bis kurz vor dem Tode meines Bruders“ († 5. April 1892). An anderer Stelle bemerkt sie, daß sie drei Jahre lang dem Pater ihre Aufzeichnungen gebracht habe.

Wiederum schreibt sie im Jahr 1893: „Sechs Jahre vorher hatte mir derselbe Beichtvater befohlen unter Gehorsam, nichts zu verschweigen von meinen übernatürlichen Gnaden, ihm stets alles aufrichtig zu sagen, und weil ich im Beichtstuhle nicht alles sagen konnte, befahl er mir, es aufzuschreiben und ihm zu bringen, und wenn es noch so schlecht geschrieben war, weil ich meistens bei der Nacht und im kalten Zimmer schreiben mußte und mich deswegen entschuldigte, sagte er jedesmal beruhigend: ,Kümmere dich nicht, ich kann es lesen.’“ Diese Aufzeichnungen sind im Kapuzinerkloster zu Mainz nicht mehr vorhanden.

Auch später, als die Aufzeichnungen während der Ekstasen bereits von anderen Personen vorgenommen wurden, kam es öfters vor, daß Barbara Weigand nach Rückkehr in den natürlichen Zustand noch eigenhändig ihre Erinnerungen niederschrieb. Ferner stammen von Barbara Weigand die meisten Aufzeichnungen nach 1900 und aus jenen Zeiten, in denen der Freundin das Aufschreiben von der geistlichen Behörde untersagt worden war. Nach 1910 finden sich nur noch gelegentlich Einträge von ihr, ebenfalls aus dem Gedächtnis wiedergegeben. Über die Zeit von 1907 bis 1909 gibt es eine aufschlußreiche Bemerkung in einem Brief Barbara Weigands an den Generalvikar von Mainz vom 5. März 1909, worin sie schreibt:

„Nach dem Tode des P. Ludwig († 12. Juni 1907) richtete ich mich nach dem Willen meines Beichtvaters, den ich aus wichtigen Gründen nicht angebe, so daß ich lange Zeit nicht einmal Briefe beantwortete, bis er mir sagte: ,Ich erlaube Ihnen, nun einen anderen Seelenführer zu wählen; denn die Freiheit des Geistes ist jedem Christen gestattet.’ Darauf sah ich mich um nach jemand und erhielt die Erlaubnis, die Gnaden aufzuschreiben; aber nur einmal dürften sie aufgeschrieben und ihm zugeschickt werden. So wird es auch gehalten in letzter Zeit.“

Noch in ihrem höchsten Greisenalter schrieb sie innere Erleuchtungen auf und brachte sie ihrem Beichtvater. Dazu glaubte sie sich durch die innere Stimme gedrängt, wie sie z. B. im Jahr 1904 ihrem Beichtvater berichtet: „Am Anfang der Woche sagte der Herr: ,Diese Woche schreibe auf, was Ich dir sage, und richte dich, es bis Samstag deinem Beichtvater einzuhändigen.’“

Begonnen hatte alles am Dreifaltigkeitssonntag 1880. Da hörte sie die Worte: „Siehe, alle Fehler, die du begangen und beweinst, will Ich dir verzeihen, wenn du oft kommunizierst!“

1901 versichert sie in einem Brief an das Ordinariat Mainz: „Alles, was ich schreibe, tue ich, weil ich innerlich dazu aufgefordert werde.“

Aufzeichnungen der Luise Hannappel

Der weitaus größte Teil der Aufzeichnungen stammt jedoch von Luise Hannappel, die bis zu ihrem Tode am 15. Dezember 1923 in unverbrüchlicher Freundschaft zu Barbara Weigand stand und Freud und Leid mit ihr teilte. Wie sie mit ihr bekannt wurde, mag uns Luise Hannappel mit ihren eigenen Worten erzählen, wie sie in ihrem Bericht an den Bischof von Würzburg niedergelegt sind:

„Da noch nicht lange meine Mutter gestorben war, ließ ich nicht nur viele heilige Messen lesen, sondern bat auch meine Haushälterin, die mit vielen frommen Personen bekannt war, mir einige ihrer Bekannten zuzuführen, um ihnen ein Melcherskreuz zu geben mit der Bitte, für meine liebe Verstorbene einmal den Kreuzweg zu beten. Auf diese Weise lernte ich Barbara Weigand kennen. Denn eines Tages kam meine Haushälterin und sagte: ,Ich weiß aber noch eine gute Beterin, die ist die frömmste in der ganzen Stadt!’ Sie führte mir dann gleich darauf, meinem Wunsche entsprechend, Barbara zu. Doch blieb das bei einer kurzen Gebetsempfehlung, die aber dann so oft wiederholt wurde, als ich Barbara bei einem Kirchgang traf.

Da es nun vorkam, daß ich sie lange nicht mehr sah und ich, nach dem Grunde fragend, hörte, daß sie krank sei, erkundigte ich mich nach ihrer Adresse, ging hin und fand sie an einem Freitagmorgen acht Uhr zwischen vier Wänden in Ekstase mit himmlischen Wesen laut redend. Meine Seele war davon derart erschüttert, daß ich, noch ehe die Ekstatische zu sich kam, zu meinem und zugleich zu ihrem Beichtvater (P. Alphons O.Cap.) lief, ihm davon Kenntnis zu geben.

,Wenn so etwas sein kann’, sagte er, ,so kann das hier echt sein; denn ich beobachte die Person schon seit acht Jahren und ich habe noch niemals jemand so andächtig den Kreuzweg beten sehen wie diese.’“

Nachdem sie dann auf den Rat des Paters hin noch die Meinung ihres Bruders, Pater Ludwig O. Cap., eingeholt und über Barbara Weigand sorgfältige Erkundigungen eingezogen hatte, worüber abermals „einige Monate“ vergingen, nahm sie zu Barbara fortan eine positive Haltung ein. Auch glaubte sie sich schon damals von Jesus zum Aufschreiben seiner Offenbarungen ermuntert, als Er durch Barbara Weigand zu ihr sprach: „Meine Tochter! Willst du bei Tag und Nacht bereit sein, wann immer Ich dich rufen werde, Meine Stimme zu hören und sie der Menschheit zu übermitteln? Die Kraft dazu werde Ich dir geben.“ Das war im Frühjahr 1895, wie wir von Pater Alphons wissen, dessen Beichtkind Barbara Weigand seit 1887 war. Auch andere Zeugnisse bestätigen dieses Datum. So gibt es ein von Luise Hannappel im Jahr 1907 geschriebenes Blatt, in dem sie den Vorwurf abwehrt, sie „mache“ die Sache. Darin redet sie von einem „Bekanntwerden Barbaras mit mir 1895“, und wiederum: „Als Lieschen (gemeint ist die andere Freundin) 1894 vom Herrn herbeigeführt wurde, um Babett (Barbara Weigand) im Leiden beizustehen, da blieb sie von da an Zeuge, also ein Jahr vor mir.“

Luise Hannappel besaß nach ihrer eigenen Aussage eine besondere Gewandtheit im Schnellschreiben und versuchte, mit dem Redestrom der Ekstatischen gleichen Schritt zu halten, was ihr aber, wie sie später selbst gesteht, nicht immer gelang. So bemerkt sie im Anhang zum „Leben“, sie habe anfangs nicht alles zu Papier bringen können, sondern „fast die Hälfte ausgelassen“, bis sie sich nach und nach hineingeschult habe. Am Schluß der kleinen Selbstbiographie nennt sie „Ende 1895“ als Beginn des regelmäßigen Mitschreibens. Somit sind alle Aufzeichnungen der Jahre 1895–1897 (Band 1 und der überwiegende Teil von Band 2) auf diese noch unvollkommene Weise entstanden. Anfang 1897 erlernte sie die Stenographie, wozu ihr Bischof Haffner selbst ein Lehrbuch zur Verfügung stellte, so daß sie seit „Ende 1897 Wort für Wort, wie es aus dem Munde von Barbara fließt, aufzeichnen kann, ohne etwas zu verändern oder auszulassen, indem sie mit dem Diktat gleichen Schritt hält.“

Einige Einträge in den Schriften stammen von der Schwägerin Barbaras und ihren Dienstmädchen, wie eine Bemerkung vom 31. März 1897 besagt: „Das Leiden begann in der Nacht auf den Sonntag, Schlag Mitternacht. Es war niemand dabei wie ihre Schwägerin, die nur wenig aufschreiben konnte, weil sie dem schnellen Redefluß nicht folgen konnte, darum nur Bruchstücke“; ebenso vom 11. April 1897: „Diesmal machten sich Frau Weigand und die beiden Dienstmädchen daran und schrieben um die Wette auf, und dieses stellte dann die Schreiberin zusammen und Babett fügte dann noch, soviel sie behalten hatte, aus ihrem Gedächtnis dazu, doch ist es bei weitem nicht vollständig.“

Auch ist vermerkt, daß „die Schwägerin dem schnellen Redefluß nicht folgen und deshalb nur weniges aufschreiben kann.“ Von einem authentischen Text kann man deshalb hier nur sehr bedingt sprechen.

Kirchliche Hindernisse

Im Jahr 1896, „gleich nachdem einige Bücher der Mitteilungen voll waren“, brachte Luise Hannappel diese Schriften ihrem Beichtvater Pater Bonifaz O. Cap. mit der Bitte, sie dem Bischof vorzulegen, was der Pater jedoch ablehnte. Infolgedessen glaubte Hannappel, „wegen der freundschaftlichen Beziehungen“, diesen Schritt selber tun zu dürfen. Aber der Bischof untersagte ihr das weitere Aufschreiben. Als Luise Hannappel später den Bischof um Aufhebung des Verbots bat, sagte er nach ihrem Bericht: „Tun Sie von jetzt an, was Ihr Beichtvater sagt“, und sie fügt hinzu: „Dieser erlaubte mir, wieder aufzuschreiben.“

„Unterdessen teilte ich immer dem Bischof das Neueste mit und er empfing mich stets mit Wohlwollen. Wir hielten dann eine Novene zur Unbefleckten Empfängnis, damit die liebe Muttergottes bewirke, daß der Bischof sich klar ausspreche. Und siehe da, als ich in dieser Novene wieder zu ihm kam, sagte der Bischof in ganz feierlichem Ton: ,Von heute an erlaube ich Ihnen aufzuschreiben, und Frau Zulauf darf Ihnen helfen abzuschreiben. An P. Ludwig können Sie es senden, nur hier in der Stadt lassen Sie mir alles ruhig’.“

Das scheint Ende August gewesen zu sein, denn es heißt in einem Eintrag vom 3. September 1896: „Von hier an wurde wieder aufgeschrieben.“ Luise Hannappel ergänzt diese Bemerkung durch eine Notiz in ihrem Lebenslauf: „Seit der Zeit brachte ich dem Bischof bis zu seinem Tod alle acht bis vierzehn Tage das Neueste und nahm das Alte mit zurück, um es ihm dann später gebunden von neuem zu überreichen.“

Als Luise Hannappel am 27. Oktober 1899 wegen der Bußwallfahrten nach Gonsenheim (bei Mainz) vor eine bischöfliche Kommission gerufen wurde und sich auf die obige mündliche Erlaubnis des Bischofs berief, konnte sich der Bischof daran nicht mehr erinnern. Schon fünf Tage später starb er.

An der tatsächlich erteilten Genehmigung zweifelte aber auch der Kommissionsvorsitzende Domkapitular Dr. Brück nicht, wie seine Äußerung ersehen läßt: „Der Bischof will nichts mehr von der Erlaubnis wissen; es muß aber wohl so sein, sonst hätte er Ihnen die Bücher nicht abnehmen dürfen, die er mir zur Prüfung übergab.“ Dagegen wurde 1898 ein abermaliges Verbot von dem neuen Beichtvater ausgesprochen, das jedoch schon bald mit der Versetzung des Paters erlosch.

Das Schicksal der Hefte war ein sehr bewegtes. Im Jahr 1900 mußten alle erreichbaren Exemplare an Bischof Brück (Mainz) ausgeliefert werden. 1909 ging eine Ausgabe an das Ordinariat in Köln, im Dezember 1915 wurden die Heften vom Ordinariat Würzburg zur Berichterstattung an die Päpstliche Nuntiatur eingefordert und am 5. Januar 1916 dem Ordinariat übergeben. Schon damals scheinen so gut wie keine Hefte mehr im Umlauf gewesen zu sein; denn als der dem Kirchenbau sehr abgeneigte Vorstand des Bezirksamtes Obernburg durch die Polizei nach den Schriften fahnden ließ, konnte diese trotz eifriger Nachforschungen kein Exemplar mehr auftreiben. Nur Barbara blieb im Besitz einer Ausgabe. Die Schriften enthalten zugleich ihren Lebenslauf und den ihrer weitverzweigten Verwandtschaft. Sie haben damit auch familiengeschichtlichen Wert.

Authentizität der Schriften

Bilden die Schriften die zuverlässige Wiedergabe dessen, was Barbara Weigand in ihren Ekstasen tatsächlich gesprochen und in ihren Visionen geschaut hat? Oder haben sie daran Änderungen vorgenommen, vielleicht Teile des Gesprochenen unterschlagen oder Eigenes hinzugefügt?

Soweit die Aufzeichnungen von Barbara Weigand selbst stammen, wissen wir, daß sie erst nach den Ekstasen entstanden sind. Trotz ihres sehr guten Gedächtnisses kann man nicht davon ausgehen, daß sie alles wortwörtlich wiedergeben konnte, was sie vorher gesehen, gesprochen oder gehört hatte. Sicher aber wird die göttliche Gnade sie bei den Aufzeichnungen unterstützt haben.

Auch wenn während der Visionen noch regelmäßig andere Personen anwesend waren (Lieschen Feile, Maria Weigand, Dienstmädchen und andere), stammen doch die weitaus meisten Aufzeichnungen von Luise Hannappel. Sie war eine äußerst gewissenhafte und auch gebildete Frau, der diese Aufgabe von der göttlichen Vorsehung zugeteilt war. Wir können schwerlich unterstellen, daß sie das Gehörte absichtlich anders aufgeschrieben hat, als es an ihre Ohren drang, oder daß sie das ursprünglich Aufgeschriebene bei der Reinschrift entsprechend „zurechtfrisiert“ hätte.

Gegenüber der geistlichen Behörde in Mainz wie auch 1921 gegenüber dem Ordinariat Würzburg erklärte sich Luise Hannappel bereit, einen Eid abzulegen: „1. daß sie die schöne Form nicht hinzugetan, 2. überhaupt keine Form und nichts Wesentliches, sondern daß die formvollendeten Vorträge ganz das Werk der Barbara Weigand sind, 3. daß sie nichts nach eigenem Ermessen abgeändert, erweitert, verschärft habe, 4. daß sie mit größter Gewissenhaftigkeit alles so aufgeschrieben habe, wie das Diktat an ihr Ohr gedrungen sei.“

Wohl sei es möglich, daß bei dem schnellen Diktat und wegen oftmaligen Straßenlärms hie und da ein Wort, ja halbe und ganze Sätze ausblieben, was sonst jede Zweideutigkeit ausgeschaltet hätte. „Durch einen Tadel des Herrn veranlaßt, habe ich hie und da ein einziges Wort, das einen offenkundigen Fehler enthielt, oder ein Bindewort wie ,und’, wo es fehlte, beigefügt oder ein unrichtig placiertes Zeitwort an seine Stelle gesetzt.“ Wenn die Ekstase vorbei war, habe sie mit den Hausgenossen, mit Frau Weigand und den drei Mädchen, mit größter Ehrfurcht die Sache noch einmal durchgegangen, um zu prüfen, ob alles genau mit dem Gesprochenen übereinstimme und ein oder das andere Wort, das sie zusammen noch wußten, beigefügt. Seitdem sie geläufig habe stenographieren können (Ende 1897), habe sie ohnehin alles wörtlich aufnehmen können.

Die Gewissenhaftigkeit der Luise Hannappel beim Aufzeichnen des Gehörten wird „an Eidesstatt“ in einer feierlichen Erklärung auch von Maria Weigand bezeugt, die den Ekstasen ihrer Tante regelmäßig beiwohnte, und auch von Pater Felix Lieber O.F.M. bestätigt, der seit 1909 die Seelenleitung Barbara Weigands innehatte. Pater Felix schrieb wörtlich:

„Gleich zu Anfang, als meine Wenigkeit 1909 die Seelenleitung der Barbara Weigand übernahm, forderte ich von der Schreiberin, Fräulein Hannappel, Rechenschaft über die Art und Weise, wie sie niederschrieb. Ich muß hiermit offiziell bezeugen, daß sie das mit der größten Gewissenhaftigkeit und Genauigkeit tat, ohne von dem ihrigen ein Wort beizufügen oder etwas eigenmächtig auszulegen oder zu erklären. In zweifelhaften Fällen fragte sie (selbst in meiner Gegenwart) die Barbara Weigand, wie sich der Herr oder die Mutter Gottes ausgedrückt hatte; und was nicht mehr zu ermitteln war bei späteren Mitteilungen, ließ sie es eben dabei, so daß ich sagen muß: Sie war beim Niederschreiben der Mitteilungen durchaus gewissenhaft, ich möchte fast sagen skrupulös, wie ich das bei verschiedenen Gelegenheiten in der Zeit meiner Seelenleitung feststellen konnte.“

Es liegt also kein Grund vor, die Ehrlichkeit der Schreiberin in Zweifel zu ziehen. Daß Luise Hannappel gewissenhaft handelte, mag man auch daraus ersehen, daß sie Aussprüche, die offenbar nicht übernatürlichen Ursprungs waren, nicht unterschlagen hat, was ihr doch ein Leichtes gewesen wäre. Wo Luise Hannappel stenographisch mitschrieb, dürfte somit der Text den Anspruch auf größtmögliche Authentizität besitzen.

Man darf allerdings nicht übersehen, daß sie bis Ende 1897 nicht stenographierte, sondern die Aufzeichnungen handschriftlich, teilweise auch nur bruchstückhaft vornahm, oder gar nicht schreiben konnte oder daß an ihrer Stelle nur die Schwägerin und die Dienstmädchen in ihrer unbeholfenen Art schrieben. In all diesen Fällen kann man nicht von einer wortgetreuen Wiedergabe ausgehen. Selbst Luise Hannappel gibt wiederholt ausdrücklich zu, wegen des starken Redestroms Barbara Weigands nicht mitgekommen zu sein: „Am Feste Christi Himmelfahrt war der Redefluß so gewaltig, daß nicht mitzukommen war und vieles verlorenging“ oder „Der Redefluß war heute so stark, daß die Schreiberin mehrmals einen Satz fahren lassen mußte, um gleichen Schritt halten zu können.“ Auch von Auslassungen redet sie ausdrücklich, daß sie „oft nicht zu schreiben imstande war“ ob der großen Zärtlichkeit des höchsten Herrn oder „heute hat Schreiberin sehr vieles ausgelassen, so daß sogar der Zusammenhang fehlt.“

Dennoch muß man das allermeiste in den Schippacher Schriften als getreue Wiedergabe des während der Ekstase Gesprochenen anerkennen. Entsprechend hat sich Barbara Weigand auch zeitlebens zu ihren Schriften bekannt.

Betrachten wir andere Offenbarungen, so können wir denen an Barbara Weigand sogar eine besondere Verläßlichkeit zubilligen, weil die göttliche Vorsehung bei ihr den Weg der Laut-Ekstase wählte und damit anderen Anwesenden das Mithören und Mitschreiben ermöglichte, während bei anderen Offenbarungen das innerlich Geschaute und Vernommene erst nach dem Geschehen aus der Erinnerung aufgeschrieben werden konnte.

Von den Offenbarungen der heiligen Gertrud wissen wir z.B., daß das erste Buch und der Schlußteil des fünften Buches nicht von ihr selbst, sondern von einer ihrer Mitschwestern verfaßt wurde; und dem Schreiber der heiligen Brigitta wird vom Heiland ausdrücklich gestattet, „um der Schwachen willen beizufügen, was notwendig und nützlich sei.“ Der heiligen Hildegard wurde in einem Gesichte aufgetragen, ihre Offenbarungen aufzuschreiben, aber die Form von einem anderen feilen zu lassen.

Drucklegung

1990 holten die damaligen Vorstandsmitglieder der Barbara- Weigand-Gesellschaft e.V. die „verstaubten“ Oktavhefte der „Schippacher Schriften“ aus dem gerade entstehenden Archiv, und Frau Rita Seithel aus Aschaffenburg begann, die in alter deutscher Sütterlin-Schrift verfaßten Handschriften auf einer elektrischen Schreibmaschine abzuschreiben. Sie schrieb in knapp fünf Jahren 4.062 Seiten und einige Anlagen. Bei den letzten Seiten angelangt verstarb sie.

1996 haben die von der Barbara Weigand Gesellschaft e.V. mit der Schriftleitung verantwortlich betrauten Personen damit begonnen, diese Schreibmaschinenseiten einzuscannen, um daraus Textdokumente für den Buchdruck zu erzeugen. Die Schrifterkennung wies jedoch zu viele Fehler auf, so daß der größte Teil der Texte ein weiteres Mal abgeschrieben und Wort für Wort verglichen wurde, was nochmals fünf Jahre in Anspruch nahm. Aus diesen Textdokumenten entstand die vorliegende Gesamtausgabe der „Schippacher Schriften“.

Zunächst erschien jedoch Band 1 der „Schippacher Schriften“ und eine separate „Lebensbeschreibung der Barbara Weigand“, letztere verfaßt vom Msgr. DDr. Wilhelm Büttner, dem großem Kenner und Förderer der Barbara Weigand. Diese Schriften sind in kürzester Zeit verteilt worden, so daß ein Nachdruck notwendig geworden wäre.

In dieser Situation wurde dank der göttlichen Vorsehung die Schriftleitung auf Wohltäter aufmerksam gemacht, die Druck und unentgeltliche Verbreitung einer Gesamtausgabe der „Offenbarungen an Barbara Weigand“ ermöglichen.

Zur Druckvorbereitung wurden die Texte von einem Korrektor einer weiteren Kontrolle nach alter deutscher Rechtschreibung unterzogen. Da die Aufzeichnungen zum Teil aus langen, vielfach verschachtelten Sätzen bestehen, sind manche Abschnitte nicht ganz leicht zu lesen. In Einzelfällen ist deshalb der innere Zusammenhang des Satzes durch vorsichtige Änderung von Satzstruktur und Zeichensetzung, auch durch Einfügung oder Verschieben von einzelnen Hilfswörtern, sichtbarer gemacht worden. Inhalt und Sprachstil wurden dabei nicht berührt. Am Fronleichnamsfest 1897 (Bd. 2 Nr. 175) sagte der Heiland dazu:

„Es soll alles, wie es ist, wie Ich Mich offenbare, abgeschrieben werden, und wo ein Fehler vorkommt, woran die ungeschickte Sprache Meiner Dienerin schuld ist, oder großen Anstoß erregen könnte, soll er verbessert werden. Aber alles, was die Belehrungen anbelangt, soll geschrieben werden, denn es ist nicht für ein Jahr und nicht für diese Zeit allein, es ist für die Zukunft geschrieben.“

Jede Offenbarung wird mit einer laufenden Nummer und dem Tag gekennzeichnet, an dem sie stattgefunden hat. Daran schließt sich bei längeren Offenbarungstexten eine Kernaussage an, die wörtlich aus dem nachfolgenden Text entnommen wurde und eines der angesprochenen Themen einprägsam zusammenfaßt. Diese Kernaussagen wurden auch in das Inhaltsverzeichnis übernommen, das seine Funktion dadurch noch besser erfüllen kann. Auf ein Sachwortregister wurde verzichtet.

Allen Freunden, die an der Erstellung und Herausgabe dieses Gesamtwerkes der „Schippacher Schriften“ mitgewirkt oder dazu beigetragen haben, danken wir sehr herzlich. Besonders gilt unser Dank der Stiftung „Fond der Barmherzigen Liebe“ in Weihungszell und dem „KSA Kath. Schriften-Apostolat“ in Ochsenhausen.

Friedrichsdorf, im September 2002

Die Schriftleitung

Zur größeren Ehre Gottes und zur Verherrlichung der unbefleckten Jungfrau und Gottesmutter Maria

618 Am 8. Mai 1904

„All die Mühseligkeiten sollt ihr gern ertragen. Wenn ihr wüßtet, wie hoch sie euch in der Glorie bringen, würdet ihr viel mehr darum bitten.“

Jesus: „Ihr sollt nur beten in Meinen Interessen und für die heilige Kirche und nicht so viel für die zeitlichen Interessen. Wenn ihr so viele Anliegen aufgetragen bekommt, so bittet Mich nur dann, wenn der Glaube in Gefahr ist. All die Mühseligkeiten sollt ihr gern ertragen. Wenn ihr wüßtet, wie hoch sie euch in der Glorie bringen, würdet ihr viel mehr darum bitten. Geht ganz ruhig eure Wege, damit kein Mensch etwas von euch reden kann.

Sage N., daß es nicht sein kann, daß Ich sie von allen Leiden befreie. Ich will sie doch hoch im Himmel haben, sie aber will nicht einmal einen Wallfahrtsgang mit euch machen, noch ihre körperlichen Leiden ertragen. Mein Geist ist doch in sie eingedrungen. Sie soll Mir nur recht dankbar sein, daß sie so viele gute Werke tun kann. Wenn sie das nicht täte, hätte Ich sie von Mir abgewiesen und sie käme nur mit Ach und Krach in den Himmel. Sie soll Mir nur keine Unmöglichkeiten zumuten. Es ist der böse Feind, der ihr solche Gedanken eindrückt wider ihren Willen, und weil ihr Wille nicht dabei ist, rechne Ich ihr es nicht so hoch an.

Hintennach aber macht Satan ihr weis, sie habe es mit freiem Willen getan, um ihr die Verzweiflung anzusetzen. Sie soll sich nur ja vor solchen Gedanken hüten, und wenn es ihr doch wieder geschieht, sich gleich fassen und aussprechen, damit es sich nicht festsetze. Sie soll fest glauben, was Ich ihr sage, dann wird sie bald davon befreit, daß Satan nichts mehr bei ihr anbringen kann. Er hat immer noch viel Gewalt über sie, aber sie hat sich doch schon gebessert. Es geht nicht an, daß Ich ihr alles glatt lege. Satan hätte weit weniger Gewalt über sie als früher.

Sage N., die um ihr Vermögen betrogen worden, sie soll sich freuen auf die Ewigkeit und noch die paar Jährchen Geduld haben. Ich habe großes Wohlgefallen an ihr, weil sie trotz der Schwierigkeiten Mir treu geblieben ist und sich nicht in die Welt gestürzt hat. Ich will ihr alles so anrechnen, als wenn sie eine Klosterfrau wäre und hätte Mir alles zu eigen gegeben, was ihr gewaltsam entrissen wurde durch die Betrügerin. Sie wird sehen, welch herrliche Belohnung ihr dieses einträgt, und wenn sie geduldig bleibt bis ans Ende, will Ich ihr die Seele dieser Betrügerin schenken, so daß sie um ihrer Opfer willen gerettet wird, sonst aber nicht. Sie soll sich darum nicht an das Zeitliche hängen, an die paar Jährchen, und sich freuen auf ihre Belohnung.“

619 Am 11. und 13. Mai 1904

Jesus: „Ihr könnt auch am Mittwoch wallfahrten gehen, der Meinem Nährvater geweiht ist. Das gemeinschaftliche Gebet ist doch viel besser als das Privatgebet und bei Wallfahrten zumal, weil da die Natur sich wehrt, um die Unannehmlichkeiten und die Beschwerden der Witterung zu ertragen.“

Barbara: Bei der Bittprozession sah ich, wie ein milder Regen von Segnungen ausströmte über die ganze Erde, von den vielen Bittgängen und den eifrigen Gebeten der Christen.

Als wir am 13. Mai die heilige Stunde nachträglich hielten, sah ich, als wir zu Ehren der Heiligen beteten, denen auf Erden keine Verehrung erwiesen wird, wie im Himmel unter einer Klasse von Heiligen ein Jubel entstand, wie sie sich gegenseitig zujauchzten, daß auch ihnen jetzt Verehrung erwiesen werde und wie ihr Jubel zum göttlichen Herzen Jesu überströmte, dann zur lieben Mutter Gottes und wieder zurück auf die Heiligen.

620 Heiliger Geist am 21. Mai 1904

„Dann verdient ihr am meisten, wenn es wider die ganze Natur geht.“

Am Tag vor Pfingsten sagte der Heilige Geist:

Heiliger Geist: „Ich bin Derjenige, der alles, was in dir gewirkt wurde, vollbracht hat. Ich bin der Geist Gottes. Sage N. Meinen herzlichsten Dank dafür, daß er so wacker ausgehalten hat. Wenn er es gemacht hätte wie die übrigen Priester, wäre das Werk nicht zum Durchbruch gekommen und hätte alles verborgen bleiben müssen, wie eine glühende Kohle unter der Asche wäre es verglommen, weil niemand die Worte hätte verwerten können, die Ich gesprochen.

So aber, weil er dahintergestanden und dich gehalten hat, ist alles jetzt aufgeschrieben, und viele, viele Seelen werden sich später darin heiligen durch die Worte. Auf ihm hat alles beruht. Wenn er nicht so standhaft geblieben, hättet ihr nichts machen können, wenn nicht ein Priester dabei gewesen wäre. Er soll so fortfahren, und wenn es hernach an den Tag käme, wird er sehen, wie alle anderen zurückstehen, wenn sie einsehen, was für ein großes Werk er geholfen hat durchzubringen.

Ihr aber, Meine Kinder, sollt immer alles tun, was Ich euch sage, und das segne Ich auch. Ihr sollt nicht an euch denken, wie die Gefühle sind, ob sie euch gefallen oder nicht, darauf kommt es nicht an. Wenn ihr so ausgedörrt seid, dann verdient ihr am meisten. Darum unterlasset nichts von den Wallfahrtsgängen. Ich gebe euch zuweilen Zuckerbrötchen, es kommen aber auch Tage, wo ihr das nicht habt, wo die ganze Natur sich sträubt; dann verdient ihr am meisten, wenn es wider die ganze Natur geht. Aber im übrigen sollt ihr euch mäßigen und nicht so früh aufstehen und nur das tun, was Ich euch eingebe, weil doch auch ein wenig Stolz dabei steckt, die Natur absolut zwingen zu wollen.

Ihr sollt gar nicht darnach fragen, was die Leute denken. Ihr müßt tun, wie ihr die Kräfte habt. Eure Leiden sind die Folge von dem frühen Aufstehen im Winter; da habt ihr euch durch und durch erkältet. Solches ist für Anfänger, für junge Seelen, die in Gefahr stehen, rückwärts zu gehen, aber das ist nichts für so aufgebrauchte Kräfte wie die euren, die können das nicht mehr leisten, die sollen sich nachgeben und dann die andere Zeit gut ausnützen und Mir dienen; sonst müßte man auf einmal alles unterlassen.

Du aber sollst dich nicht hängen an all die Kreuze, die du in deiner Familie hast, aber sie ertragen im christlichen Geist wie fromme Christen sie tragen. Das alles dient zur Vervollkommnung deiner Verwandten. Und mit deinem Neffen geht es nicht so schlimm, wie du meinst. Du siehst, wie in der Familie alles zum Heile dient. Auch wenn die Deinigen nicht alles so mitmachen können, Ich will ihnen alles so anrechnen, als ob sie es täten; denn durch dein Gebet überträgst du den Segen und deine Verdienste auf sie, als wenn sie dabei gewesen wären.

Und was deine Beichte angeht, machst du es nicht, wie du dir vorgenommen hast. Deine Kräfte sind zu verbraucht, und durch das Kreuz, daß du stehen sollst, wo deine Schwägerin gestanden und so früh aufstehen mußt, ist der Körper aufgerieben. Das alles will Ich ersetzen. Du sollst darüber hinweggehen.

Sage deinem Beichtvater nur, daß du glücklich bist in deinem Innern und welche Freude in deiner Seele verborgen ist, daß sie sich zuweilen Ausbruch verschaffen müßte durch lautes Aufjauchzen, aber weil du so viele Kreuze hättest, könnte die Seele sich nicht so ergießen und wäre alles wieder sehr unvollkommen, weil deine Kräfte zu verbraucht, und du wolltest dich über alles das anklagen, wo du zu nachgiebig gewesen wärest.“

621 Vigil von Pfingsten am 21. Mai 1904

„Wenig reden, niemals reden über andere, nicht lügen, immer die Wahrheit sagen, nicht lieblos urteilen über andere, auch wenn du Böses siehst.“

Der Herr ließ uns heute sagen, wir sollten uns heute abend vereinigen; wir dachten jedoch, nur zum Gebete. Um neun Uhr versammelten wir uns und beteten drei Rosenkränze. Es begann das Leiden von Barbara, aber längst waren wir fertig, die zwei letzten Stürme blieben immer noch aus. Wir wunderten uns, daß der Herr uns so hinhalten würde, da es schon gegen halb zwölf nachts war. Auf einmal kamen von Aschaffenburg drei Neffen von Barbara zu Besuch und eine Verwandte, und als der Herr diese anredete, begriffen wir, daß Er auf diese gewartet.

Lied: O Heiliger Geist ...

Barbara: „O mein Gott, alle meine Sünden sind mir von Herzen leid, weil ich dadurch Dich, o höchstes Gut, beleidigt habe. Ich hasse und verabscheue alle meine Sünden und nehme mir ernstlich vor, Dich nicht mehr zu beleidigen, ja, jeden Gedanken und jede Gelegenheit sorgfältig zu meiden, die Dich betrüben könnten. Gib mir, o Herr, Deine Gnade dazu. Mein Jesus, ist es denn möglich, daß Du es bist, Der mich heimsucht? Niemand versteht es, auch der neue Bischof wird wieder machen wie der alte. O mein Jesus, Barmherzigkeit! Ich habe es nicht geahnt, daß ich heute noch Besuch bekomme von Dir, o mein allerliebster Bräutigam, so überladen mit Kreuz, mit Elend, mit allerlei Unglücksfällen.“

Jesus: „Du begreifst nicht das unaussprechliche Glück!

Barbara: „O mein Jesus! Du unendlich heiliger und gerechter Gott, ist es möglich, daß Du Dich würdigst herabzukommen in ein so armseliges Werkzeug?“

Jesus: „Meine Kinder! Nicht so kurzsichtig, nicht so schlaff, armselig! Rafft euch auf! Heute feiert die Kirche ihr Stiftungsfest, und dies ist das größte Freudenfest für alle Kinder, für alle Glieder der katholischen Kirche, das hochheilige Pfingstfest. Vollendet ist jetzt Mein Werk, ausgesendet sind die Boten, ausgerüstet mit der Kraft des Heiligen Geistes ziehen sie hinaus in alle Welt, um das Evangelium allen Völkern zu verkünden, die Frohe Botschaft des ewigen Heiles. Vollendet ist Mein Werk, gegründet ist Mein Reich, Meine Kirche.

Darum freuet euch, ihr Meine Kinder, ihr habt alle Ursache, euch zu freuen; denn wisset, daß eure Freude geteilt ist zwischen Mir und euch, zwischen Meinen Bewohnern und euch, denn gar zu wenig Herzen finde Ich noch in Meiner Kirche, auch unter treuen, guten Katholiken, die es noch verstehen, Meine Feste zu feiern, so wie sie die ersten Christen feierten. Geschwunden ist der Geist der ersten Christen und von Jahr zu Jahr geht es abwärts mit der Feier dieser Feste, die doch das menschliche Herz nur einzig und allein beschäftigen sollten, weil ja der Mensch bestimmt ist, diese Feste einmal in unerhörter Herrlichkeit und Glückseligkeit ewig mitzufeiern, und weil diese Feste ja das ganze und größte Glück des Menschen ausmachen und ausmachen sollen. Nicht bestimmt ist der Mensch für diese armselige Welt, die ja seit dem Sündenfall nichts als Elend und Armseligkeit ist, angefüllt von Kreuz und Leiden, welche die Sünde gebracht.

Aber weil so wenig Menschen es noch verstehen, ihr Herz so freizuhalten, sich so loszureißen, daß sie auch noch einen Sinn haben für die Feier dieser Feste, für ihr Entstehen, für ihre Gründung, darum wende Ich Mich an euch, Meine Kinder, weil Ich will, daß die Tage mehr geheiligt werden, daß der Geist, der da geschwunden ist aus den Gliedern Meiner Kirche, wieder Eingang finden soll in vielen christlichen Herzen. Auch du möchtest gern abschütteln dieses Joch, das Ich dir gegeben. Freilich, alles möchte vom Leiden befreit sein, alles, alles. Erdengüter, Ehre, Ansehen und Vergnügen wünscht sich der Mensch und sucht der Mensch, nur kein Leiden. Leiden, ist es denn nicht dasselbe Wort wie Freuden? Ist es nicht so schnell gesagt wie Freuden? Ist es nicht sobald vorüber und von derselben Hand geschickt, welche die Freuden schickt? Und doch sträubt sich jede Menschennatur gegen das Leiden. Auch Ich war einst Mensch, und Meine Natur wehrte Sich dagegen. Darum ist es nicht sündhaft und mißfällt Mir auch nicht diese Armseligkeit des Menschen, weil Ich Selbst die Gefühle hatte und weil Ich Selbst aus Erfahrung alles mitgemacht wie alle Menschen.

Darum, Meine Kinder, macht Mir die Freude, rafft euch auf, wenn Ich zu euch kommen will, weil Ich ja durch euch die Menschheit belehren will und weil ihr vielen ein Vorbild sein sollt, wie man das Leiden gleichmütig ertragen soll, im Gleichgewicht, wenn auch nicht in denselben Gefühlen wie Freude und Annehmlichkeiten. Ihr sollt ja vielen ein Vorbild werden auf dem Weg zum Himmel, zur himmlischen Heimat. O dieses Tränental ist angefüllt mit Klagenden. Wohl suchen alle das Glück, alle wollen glücklich sein, aber die Mittel nicht anwenden, um glücklich zu werden.

Von dem Tage an, wo die Sünde das Elend in die Welt gebracht, ist das Glück in dieser Welt nicht mehr zu suchen. Hätte der Mensch nicht gesündigt, könnte er glücklich sein hier in dieser Zeitlichkeit und ewig, ewig dort bei Mir, wenn diese Zeitlichkeit vergangen wäre. Nun aber ist es geschehen. Der Mensch bestand die Prüfung nicht, darum ist seine ganze Lebenszeit eine beständige Prüfungszeit, weil er mit Mir ewig herrschen und triumphieren soll dereinst im Himmel. Darum, Meine Kinder, fasset das Leben auf, so wie es ein Christ auffassen soll, nicht wie es der Mensch auffaßt. Der Mensch aus Fleisch und Blut sucht das Menschliche, das Vergängliche. Der Christ aber sucht das Himmlische, das ewig dauernde Gut. Dieses Gut ist der Dreieinige Gott.

O wie werdet ihr bereuen, daß ihr so hinfällige, armselige Geschöpfe gewesen seid und habt euch von dem Blendwerk dieser armseligen Welt verleiten lassen zu den vergänglichen Freuden, die ja mit lauter Gift vermischt sind und niemals, niemals die Seele sättigen und beglücken können. Ein Augenblick mit Mir vereinigt, ein Augenblick Mein Angesicht geschaut, ist mehr wert als aller eitler Tand der Erde, all die sinnlichen Vergnügungen, all ihre Lust und Freuden. Aber der sinnliche Mensch faßt nicht, was des Geistes ist, weil sein Herz verstrickt ist.

Wenn Ich Mich zurückziehe, wundert ihr euch, wie armselig ihr euch wieder fühlt. Ja, während Ich mit euch rede, fühlt ihr eure Armseligkeit. Wisset, daß dieses das Leben des Menschen ist und sein muß, weil der Mensch nur hier auf Erden lebt, um die ewige Glückseligkeit sich zu verdienen, und weil dort erst die vollkommene Glückseligkeit anfängt, wenn der Mensch eingegangen ist in seine Herrlichkeit. Darum war Mein Leben kein anderes Leben als das eurige und soll auch euer Leben kein anderes sein als das Meinige. Vom ersten Augenblick, als Ich hereintrat in diese Welt, bis hin, wo Ich Meinen Geist aufgab, war kein Augenblick, der ausgenommen gewesen wäre von all den Leiden und Strapazen, die ein Mensch zu erdulden hat. Warum? Weil das Paradies verscherzt war von den Menschen und das Paradies mußte verdient werden, und weil Ich allen Menschen ein Vorbild sein und werden wollte, wollte Ich auch keinen anderen Weg gehen als den, den alle Menschen, alle sündhaften Adamskinder gehen mußten. Ich wollte für euch verdienen, Ich wollte euch ein Vorbild sein, Ich wollte aber auch euch ein Tröster sein in allen Lagen des Lebens.“

Barbara: „Mein Jesus, o schenke mir doch eine Freude. Gib mir doch einen Trost für all die vielen Widerwärtigkeiten, die meine Familie durchzumachen hat. Barmherzigkeit für all meine lieben Geschwister! Lehre sie doch das Kreuz tragen. Ich sehe, es ist kein anderer Weg zum Himmel, und niemand will ihn gehen, auch ich nicht, ich will mich davonschieben, wenn es halbwegs ginge. Nein Herr, ich will nicht. Komm nur mit Leiden, aber gib die Kraft dazu, daß ich alles im richtigen Geist ertrage. O Heiliger Geist, Du Geist der Liebe und Güte, komme mit Deinen sieben Gaben zu mir und allen, die sich anschließen. Erleuchte meinen Beichtvater, den Bischof von Mainz, gib Dich ihm zu erkennen. Wie danke ich Dir, daß Du mich zu ihm geführt hast.“

Jesus: „Meine Kinder! Nur Geduld, nicht das Ende sehen wollen, nicht den Ausgang! Das überlaßt Mir, der Ich schon im ersten Augenblick alles durchschaut. Mir steht dieses zu, nicht euch! Ihr sollt ruhig abwarten, was von Tag zu Tag auf euren Lebensweg gelegt wird, all die Hindernisse übersteigen, all die Mängel ertragen, die Unannehmlichkeiten, die Leiden, ja die Leiden, die manchmal recht schwer drücken, auch die Leiden und ganz besonders die, die ihr euch selber gemacht und bereitet habt durch die Sünde. Viele Leiden könnt ihr euch ersparen, Meine Kinder, wenn ihr die Sünden meidet, dann sind die Leiden nur Edelsteine in eurer Krone, aber die Seele, die nun einmal gesündigt hat, soll doch nicht verzagen in ihren Leiden, in ihren Widerwärtigkeiten. Dann sind die Leiden ja die Rettung für sie; sie führen sie wieder zu Mir, reinigen ihre Seelen, daß Mein Auge wieder mit Wohlgefallen auf sie schaut.

Seht hinaus in die Welt! Was ist es denn, das den Menschen zum Selbstmord treibt? Was ist es denn, daß die Menschen sich morden, daß der Mensch Blut vergießt, seinen Mitmenschen um das Leben bringt? Was ist es denn, das die ganze Welt zu einem großen Spital macht, daß so viele unglückliche Menschen auf der Erde herumwandeln wie die Leichen? Die Sünde ist es, die Leidenschaft, die den Menschen treibt und treibt.

Der Mensch, der sich vom niederen Geist verführen läßt, von Meinem Widersacher, der seinen Einflüsterungen folgt, welche die Sinne des Menschen reizen, und der jugendliche Mensch, der dieses noch nicht versteht, der, wenn das Herz einmal verdorben ist, oder Ich will sagen, anfängt zu verderben, was ja nur vorkommt, wenn er Satans Einflüsterungen nachgibt und seinem eigenen Fleisch, der geht weiter und weiter auf der abschüssigen Bahn.

Und, wenn Ich ihm nachgehe, wenn Mein Geist in ihm spricht: ,Tue es nicht!’, wenn er dann doch die Orte aufsucht, wo sein Fleisch noch mehr gereizt wird, wenn er solche Gesellschaften aufsucht, die ihn auf dieser abschüssigen Bahn fördern, dann mag Mein Geist in ihm wirken und ihm zureden, er wird es übertönen, er wird all die guten Einsprechungen nicht mehr achten, und fort geht er und fort; welche Scheusale gibt es von Menschen, die früher Mir treu gedient, in denen Mein Geist ein- und ausging und Seine Freude in ihnen hatte. Seht, Meine Kinder, dies ist das große Verderben in jetziger Zeit, weil Satan die ganze Welt beherrscht. Satan ist zur Strafe der sündigen Menschheit auf die Welt gekommen. Das Maß ist voll. Die ganze Welt ist Fleisch geworden, fleischlich gesinnt wie in den Tagen, wo Mein Diener Noe lebte, wo Ich von der Menschheit sagen mußte, sie gefalle Mir nicht, Ich will sie vertilgen. So ist die große Masse der Menschen in jetziger Zeit.

Und weil Ich Satan so plötzlich gestraft, habe Ich ihm die Macht über die Menschen gegeben, damit er Mir nicht vorwirft, Ich sei ein ungerechter Gott, Ich hätte Meine Geschöpfe nicht gleichmäßig behandelt, Ich hätte dem Menschen zu viel Zeit gelassen, sich eines Besseren zu besinnen, weil Ich ihn plötzlich und urplötzlich strafte wegen seiner Sünde. Darum, Meine Kinder, wenn die Welt gottlos wird, wenn der Mensch undankbar wird gegen seinen Schöpfer, muß Ich Satan die Macht geben, über diese Geschöpfe zu herrschen. Wer es dann versteht, sich zu retten in solchen Zeiten, der ist Mein Freund und ist Mein Diener. Wißt, daß Satan losgelassen ist. Satan ist los, die Hölle ist los. Die Hölle ist unter dem Menschengeschlecht und treibt seine Helfershelfer, um das ganze Menschengeschlecht zu verderben.

Auf, Meine Kinder! Auf, schließt euch denjenigen an, die all die Fäulnis, all die Gottlosigkeit, womit die Menschenherzen zerfressen sind, nicht beachten, die sich nicht beeinflussen lassen. Es gibt noch solche Menschen, und wenn es keine mehr gäbe, weh euch, weh euch ihr Geschöpfe. Dann wird die Welt in ihr Nichts zurückfallen, dann wird sie verbrannt. Feuer und Schwefel werde Ich senden, wenn es keine Menschen mehr gibt, die Mir dienen, die wandeln wie Engel im Fleische. Um ihretwillen verschone Ich noch die Völker. Wer in dieser Zeit lebt, in den Jahren, wo die Welt so gottlos ist wie sie jetzt ist, und bleibt auf der rechten Bahn, erhält sein Herz unverdorben vom Hauch der Welt, der ist Mein Freund und Meine Freundin, und wird einst ewig mit Mir herrschen und triumphieren in Meinem Reich.

Darum, Meine Kinder, gebt euch alle Mühe, um ja nicht angesteckt zu werden von diesem Weltgeist. Der Tag und die Stunde ist euch nicht bekannt, wenn der Engel kommt, um euch heimzuführen in euer ewiges Vaterland.

Darum seid auf der Hut, seid wachsam, laßt den guten Geist einziehen in euer Herz. Laßt den guten Geist euer Herz besitzen. Befolget die Einsprechungen Meines Geistes. Sie werden keinem fehlen, auch dir nicht, Mein Kleiner. (Hier redete der Herr mit den Neffen von Barbara, die soeben hereingekommen waren.) Du sollst ein Priester werden, du sollst am Altare stehen und Mir dienen. Gebe dir Mühe! Siehe, Ich habe schon vor deiner Geburt dich bestimmt dazu. Willst du aber nicht, dann laß Ich dir die Wahl. Willst du aber, dann bitte Meine heilige Mutter. Geh hin an den Gnadenort Marienthal, wo Sie so reichlich die Schätze ihrer Liebe ihren Kindern austeilt. Du hast noch ein unverdorbenes Herz, aber du bist leichtsinnig und mußt dir mehr Mühe geben. Bitte Meine Mutter, Sie wird dich unterstützen. Sie ist ja doch ganz besonders die Freundin der Priester, die allerreinste Braut der Priester, Sie ist aber auch den Priesterkandidaten eine himmlische Mutter. Siehe, mache deiner leiblichen Mutter die Freude, noch mehr aber deiner himmlischen Mutter.

Ihr aber, Meine Kinder, ihr seid gestellt, in der Welt euer Heil zu wirken. Möget ihr stehen, wo ihr wollt, behaltet das eine im Auge, was Ich euch heute abend gesagt habe, wenn Mein Geist wohnen will in eurem Herzen. So wie Er am ersten Pfingstfest herabkam über die Apostel, über die Jünger und alle, die den christlichen Glauben annahmen, so will Er aber auch über euch herabkommen. Immer, ja immer will Er in euch wohnen. Laßt nur nicht die Sünde einziehen. Hütet euch vor der Sünde! Kurz ist die Sünde, kurz die Prüfungszeit, aber ewig, ewig dauernd ist das Glück, für das ihr bestimmt seid. Ewig seid ihr bestimmt, zu herrschen und zu triumphieren mit Mir. Darum diese Spanne Zeit gut benutzen.“

Barbara: „Mein Jesus! Es dauert mich Dein treuer Diener, der Bischof von Mainz. O laß ihn doch erkennen, daß Du es bist, gib Dich ihm zu erkennen. Es mag sein, daß er nicht zweifelt, aber seine Umgebung. Er steht ja nicht allein da. O mein Jesus, Barmherzigkeit!“

Jesus: „Du hast nur für dich zu sorgen, alles andere überlasse Mir. Sorge du, daß du auf dem Weg der Vollkommenheit recht Fortschritte machst. Wenig reden, niemals reden über andere, nicht lügen, immer die Wahrheit sagen, nicht lieblos urteilen über andere, auch wenn du Böses siehst, wenn andere es hätten besser machen sollen, wenn du siehst, daß Ich schwer beleidigt werde, dann ziehe dich in dich zurück. Bedenke, daß du ebenso oft gefallen wärest, wenn Ich dich nicht gehalten hätte, und bedauere die Unglücklichen, die aus Meinem Herzen hinausgestoßen sind, weil sie Mich verlassen haben. Habe Mitleid mit den Sündern! Geht hinweg über all die Kleinigkeiten! Kleinigkeiten sind es ja nur, woran du so hängst. Kleinigkeiten sind all die Leiden deiner Verwandten und Bekannten, ja die Leiden aller Menschen. Sie sind schwer zu ertragen, weil die Menschen gar zu kurzsichtig sind. Deshalb nur sind sie schwer zu ertragen, aber damit müssen die Sünden gebüßt werden, der Himmel verdient werden. Darum bete nicht um Abnahme von Leiden, bete nur um geduldiges Ertragen derselben.“

Lange, lange Aufopferung für die Armen Seelen, besonders für alle von den Liebesbundmitgliedern empfohlenen.

Barbara: „Ja, ich danke Dir, daß Frl. Barbara jetzt in den Himmel kommt und eine große Schar Armer Seelen, auch die Mutter von M. R. und die Verwandten von N. und N. und N.“

Barbara sah die liebe Mutter Gottes zurückkehren aus dem Fegefeuer, die jungfräulichen Seelen umgaben Sie wie einen Kranz, dann war eine kleine Lücke, und die anderen folgten.

Barbara: „Sind die Verwandten von Frl. Barbara auch dabei? Es bleibt mir dunkel.“

Barbara machte noch lange Aufopferungen und Danksagungen. Die allerreinste Braut des Heiligen Geistes sollen wir noch begrüßen und Ihr ein schönes Liedchen singen.

Lied: Kommt Christen ...

Am 24. Mai bat Barbara den heiligen Antonius, daß sie doch einmal etwas höre von ihrem Neffen. Da erwiderte er:

Antonius: „Bis du nach Hause kommst, liegt ein Brief da.“

So war es auch. Der Neffe hatte geschrieben, daß er Donnerstag, 26. Mai, Hochzeit habe und sie einlade, die Freude mit ihm zu teilen. Von jetzt an braucht Barbara also nicht mehr nach Rück. Barbara hatte bei der Wäsche am Rhein ein Stück verloren. Sie ging vor das Bild des heiligen Antonius und bat, ihr es wieder zu besorgen.

Antonius: „Gehe hin, und wie du es hingehängt, so hängt es noch.“ So war es denn auch!

622 Fest Heiligste Dreifaltigkeit am 29. Mai 1904

Barbara: Als ich die heilige Kommunion empfangen hatte, verspürte ich eine sehr innige Vereinigung mit unserem Herrn. „O liebe Heiligste Dreifaltigkeit, heute feiern wir unser Jubiläum und unser Patrozinium, weil wir die drei Personen der Heiligsten Dreifaltigkeit verehren sollen. Ich will mich deshalb so recht an Dich anschließen.“

Da zeigte Sich mir zum ersten Mal in meinem Leben der Heilige Geist in Gestalt, wie ich den lieben Heiland oft schaue, so schön wie eine königliche Majestät. Ich unterhielt mich lange mit Ihm, bis Er entschwand. Dann sah Ich den lieben Heiland.

Jesus: „Komm jetzt, Meine Tochter, und ruhe aus an Meinem Herzen!“

Barbara: Er zog mich an Sein Herz, und ich durfte ruhen an Seiner Seitenwunde. Ich sah uns alle drei dort ruhen, und es ging ein dreifaches Band aus Seinem Herzen, das umfaßte uns und schnürte uns so eng zusammen, daß wir nur ein Gegenstand zu sein schienen. Das Band war gelb und rot und grün.

Jesus: „Ich will euch erklären, was das bedeutet: Weil niemand sich euch annimmt, will Ich euch so befestigen, daß nichts euch von Mir losreißen kann. Das gelbe Band bedeutet die Glorie und Freude, die Ich über euch ausgieße. Das rote Band bedeutet die Liebe, in der ihr vereinigt seid, mit der ihr all die Leiden zu ertragen habt. Das grüne Band bedeutet die Hoffnung und die Treue, womit ihr ausharrt. Ihr sollt euch in der Hoffnung befestigen und so treu bei Mir ausharren, daß niemand imstande ist, eure Treue zu brechen.“

Barbara: Es war ein hellgrünes Band. Ich war so überglücklich, daß ich nicht wußte, ob ich noch auf der Welt sei. Es dauerte lang diese Wonne. Dann kam der liebe Heiland wieder so liebreich zu uns und sagte:

Jesus: „Jetzt will Ich euch den Lohn zeigen, den die Heiligste Dreifaltigkeit euch aufbewahrt hat, wenn ihr in Meiner Liebe aushaltet und alles mit Geduld ertragt, daß euch nichts losreißt.“

Ich kam in einen Raum und ich sah drei Stühle. Der von Lieschen war hell und blendendweiß, wie von Elfenbein, und der von Luise war feurig rot, wie mit Samt ausgeschlagen. Der Herr sagte:

Jesus: „Der Thronsessel von Lieschen ist weiß, weil sie ihr ganzes Vermögen der Kirche geschenkt, damit Mein Reich ausgebreitet werden kann. Weiß ist die Farbe der Kirche. Rot führt die Kirche auch immer in ihrem Kultus. Rot bedeutet die Freude und Luise hat sich den Platz verdient, weil sie Meine Worte aufgeschrieben und so oft die Liebe befördert, als eine Seele die Worte liest; denn sie wird beim Lesen im Herzen zur Liebe angeregt und dadurch werde Ich mehr geliebt und verherrlicht, weil die Worte schon verbreitet sind.“

Barbara: Vor lauter Schauen und Wonne dachte ich gar nicht an mich. Ich ging in eine andere Kirche, und es fiel mir auf einmal ein, daß ich meinen Stuhl gar nicht gesehen. Ich dachte, meine Untreue sei schuld und sagte:

„O Herr, warum hast Du mir meinen Stuhl nicht gezeigt?“

Nach der heiligen Wandlung fiel ich wieder in den Zustand, und mein Stuhl wurde mir nochmals gezeigt. Er war ganz himmelblau.

Jesus: „Den hast du dir verdient mit den vielen Verdemütigungen, die du Meinetwegen zu erdulden hast. Und ihr sollt damit allen Himmelsbewohnern eine Freude sein. Sie sollen sich immer daran erinnern, wodurch ihr euch den Sitz verdient, und ihr sollt euch immer wieder von neuem freuen, wenn ihr im Himmel seid, daß ihr das aushalten durftet. Alle Himmelsbewohner werden euch zujubeln und euch sagen: ‚Was habt ihr verdient dadurch, daß ihr ausgehalten habt.‘ Dann freut ihr euch immer wieder und beglückwünscht euch, daß ihr das aushalten durftet.“

623 Am 31. Mai 1904

Jesus: „Sage N. (der mit übergroßen Leiden heimgesucht ist), er soll sich mit Vertrauen an Mich Selbst wenden, und Ich werde ihm zu Hilfe kommen. Wenn die Sache vorüber ist, wird er meinen, es wäre nicht gewesen, so wunderbar werde Ich ihm durchhelfen.“

Barbara bat den Herrn für N., der im Lasterleben vom Tod überrascht wurde. Erst zeigte sich der Herr sehr entrüstet, als ob er nicht daran erinnert sein wolle. Dann gab Er den Bitten nach und sagte, daß Er um des Gebetes von Frl. N. willen nicht verloren sei, aber weil er all ihre Ermahnungen in den Wind geschlagen und in seinem Sündenleben hartnäckig fortgefahren, müsse er bis zum Jüngsten Tag im Fegefeuer bleiben. N. soll all ihre Werke, die sie für ihn tun will, Mir anheimgeben.

624 Am 4. und 5. Juni 1904

Auf das, was inwendig ist, kommt alles an. Die Hauptsache muß euch das Werk sein, das Ich durch euch wirken will!“

Am 4. Juni sagte Barbara nach der heiligen Kommunion zum Herrn:

Barbara: „Warum, o Herr, sagst Du mir nicht mehr so vieles wie früher?“

Jesus: „Du und deine beiden Freundinnen, ihr schwimmt in Meiner Liebe wie ein Fisch im Wasser, und doch wollt ihr immer wieder von neuem belehrt sein. Es gibt aber kaum jemand, mit dem Ich Mich so oft unterhielt wie mit euch, und zwar in so freundlicher, liebevoller und herablassender Weise. Alle die irdischen Dinge sollen euch nicht viel in Anspruch nehmen, sondern euch nur bedecken wie ein Kleid, das man gleichgültig aus- und anzieht. Auf das, was inwendig ist, kommt alles an. Die Hauptsache muß euch das Werk sein, das Ich durch euch wirken will!“

Barbara: „O Herr, soll Luise auch noch N.N. besuchen gelegentlich der Reise?“

Jesus: „Darin laß Ich dich frei, du kannst tun, was du willst. Wenn du aber für das Werk des heiligen Antonius sorgen willst, so ist es besser, das Geld zu sparen.“

Am 5. Juni 1904 sagte der Herr:

Jesus: „Laß doch all das. Du mußt bedenken, daß ihr jetzt im Stand der Hausfrauen seid. Darum tröste dich und laß alles über dich ergehen. Du, Meine Luise, gehe nach A. und gieße deine Freude überall aus.“

625 Am 6. Juni 1904

Ich sage euch aber, daß Ich viel lieber und noch tausendmal lieber die Armen rette, die aus Verzweiflung ungläubig geworden sind.“

Nach der heiligen Kommunion sagte der Herr:

Jesus: „Meine Tochter, komme und merke auf das, was Ich dir sage.“

Barbara: „O Herr, sind das nicht etwa meine Gedanken, und meine ich nicht, es wäre Deine Stimme?“

Jesus: „Ich habe dir schon so oft gesagt, daß du diese Gedanken fallen lassen sollst, daß du meinst, du wärest es. Ich habe es dir schon so oft erklärt, daß zwei mächtige Herrscher am Menschen arbeiten, und daß der Mensch sich nicht aus sich entschließen kann zu einem festen Halt. Geht der Mensch einen lasterhaften Weg, so ist es der böse Geist, der ihn bearbeitet; seine fleischlichen Begierden stimmen alsdann zu; denn seit der ersten Sünde trägt jeder Mensch seine bösen Begierden in sich. Geht der Mensch den guten Weg, so bin Ich es, der ihn lenkt. Das sollte bedacht werden. Denn es gibt auch unter deinen Vorgesetzten solche, die sagen, du machtest dir das. Deine Schwägerin, die sich immer beklagt, daß du Mir zu viel nachläufst, und N., ihr seid Kindern zu vergleichen, denen der Vater, um das Kind zu befriedigen und um es an sich zu fesseln, einen Apfel reicht, damit es sich nicht in ein Unglück stürzen kann. Sie aber werfen den Apfel gleichsam trotzig von sich. (Das Leid ist gemeint mit dem Apfel.) Gerade so ist es mit dem Menschen, den Ich als Kind angenommen und dem Ich hie und da einen Apfel reiche, um ihn bei Mir zu behalten, damit er nicht in Gefahr komme. Absolut wollen die Menschen in die Gefahr rennen und weisen den Apfel von sich.

Es schmerzt Mich gar sehr von deiner Schwägerin, wenn sie dir immer wieder vorwirft, daß sie an dir keinen Nutzen habe und du sie im Stich ließest. Möge sie doch zurückgehen an den Anfang, warum Ich eigentlich dich hierhergeführt. Aus keinem anderen Grund, als um sie zu retten, weil Ich sie liebe und sie Mir in ihrer Jugendzeit treu gedient. Dort war sie auch fleißig und strebsam. Ist sie denn da auch vorwärtsgekommen? Nur von der Zeit an, wo Ich dich dazugestellt, ist der Segen eingezogen. Ist es nicht wahr geworden, was Ich dir gesagt: Ich sorge dafür, daß ihr im Überfluß zu leben habt. Ich will deine Schwägerin aber an Mich halten, damit sie nicht üppig wird. Ich sehe die Gefahr, und darum habe Ich ihr das kranke Bein gegeben und auch, um den früheren Fehler gutzumachen und um ihr dieselbe Glorie zu geben, die sie dort verdient hatte. Darum reiche Ich ihr den Apfel, um sie zu halten bei Mir. So ist es bei allen Seelen, auch bei N.

Ihr aber sollt nichts unterlassen, was Ich dir angebe, und du sollst nicht nach den Widersprüchen fragen und dich nicht abhalten lassen. Ihr sollt auch diese Woche den Wallfahrtsgang machen; denn wenn ihr vereinigt seid, ist das Gebet viel inniger, und was eure Armseligkeit nicht kann, das segne Ich und ersetze es. Ich schicke eure heiligen Engel mit euch und Ich Selbst und Meine heiligen Eltern und die heilige Magdalena und die frommen Jungfrauen begleiten euch und ihr sollt euch damit vereinigen.

Du Luise sollst nur recht freudig die Reise machen, nur in der Absicht, um zu arbeiten für Meine Zwecke und den Geist heiliger Freude recht sprudeln lassen, in heiliger Freude, wie Meine liebe Mutter zu Elisabeth eilte, damit alle sehen, welch ein Glück darin steckt, wenn man sich losmacht von dem Zeitlichen und so uneigennützig sich Mir hingibt. Ich habe dir gestern gezeigt, wie die frommen Damen in C. mit weltlichen Vergnügen gute Zwecke zu erreichen suchen. Deshalb fügte Ich es, daß du gerade zu Luise kamst, als jene Dame es ihr erzählte. Von all diesen Dingen (Abhaltung eines Wohltätigkeitsbazars) wird die Welt nicht gebessert.

An euch will Ich es zeigen! Wie ihr es macht, so sollen es die einzelnen Seelen machen, die Ich mit zeitlichen Gütern gesegnet habe. Das Beispiel will Ich haben. Und an dir, indem du herumgeworfen wirst von einer Familie in die andere, will Ich zeigen, daß jede, auch die Ärmste, für Gott arbeiten kann. Du hast einen besonderen Weg, und der wird dir auf besondere Weise gelohnt.

Auch habt ihr aus der Erzählung jener Dame vernommen, wie üppig und vergnügungssüchtig viele Fromme leben, die noch wunders meinen, wie sie Mir dienen, wenn sie sich, nachdem sie alles genossen, sich nebenher noch an einem Bazar beteiligen. Ich sage euch aber, daß Ich viel lieber und noch tausendmal lieber die Armen rette, die aus Verzweiflung ungläubig geworden sind, weil sie durch Mißgeschick und Not in eine solche Lage geraten, daß sie sich nicht zu helfen wußten, als solche verpraßten Reichen. Durch das Gebet von eifrigen Seelen will Ich solche Arme retten, aber Ich verabscheue das üppige Leben jener. So wie ihr es macht, so muß Ich Vorbilder haben.

Auch wurde euch erzählt, daß eine Siebzigjährige in Sünden ergraute Dame noch auf dem Totenbette sich mit Mir aussöhnte, so daß ihr also wirklich seht, daß Ich eurer oftmaligen Bitte, euch eine Seele zu schenken, die sonst auf ewig verlorengegangen sei, Gehör schenke. Durch euer uneigennütziges Streben will Ich viele Bekannte retten, und Ich will euch hie und da kundtun, daß wirklich solche Seelen gerettet worden sind.

Ich habe aber einen Ekel an solchen Frommen, die nur ihrem Vergnügen nachleben, und die sich dann an die Spitze solcher Veranstaltungen stellen, weil sie glänzen wollen. Die Welt ehrt und achtet sie, ebenso die Geistlichkeit, aber damit wird nicht viel bezweckt. Nur das einfache, demütige Leben, wie Ich selbst wandeln mußte, ist das Richtige, und nur die gefallen Mir, die Mir nachfolgen.“

Darauf schellte es zur heiligen Wandlung und der Herr sprach:

Jesus: „Jetzt, Meine Tochter, komme näher, komme an Mein Herz, Ich will über dich die ganze Liebe Meines Herzens ausgießen.“

Barbara: Auf einmal sah ich einen Tisch in einem unübersehbaren Saal. Jesus saß an dem Tisch und rechts und links saßen Johannes und Petrus. Ich verstand das so, Johannes verkörpert das Bild der unschuldigen Seelen, und Petrus das Bild der feurigen Seelen. Auch wir drei durften uns hinzusetzen, und der Herr sagte:

Jesus: „Das ist der Lohn für diejenigen, die ganz verkannt und mißachtet nur Mich allein suchen.“

Barbara: Es schellte wieder zur Wandlung, und ich sah, wie der ganze Himmel sich herabbeugte und anbetete. Ich wußte nicht vor Wonne, wie mich ergießen. Ich rief alle Heiligen und alle neun Chöre der Engel herbei, mit mir Dank zu sagen. Ich sagte zum Herrn: „Wie bist Du so unendlich gut!“

Jesus: „Ich zeige dir das, weil die Kirche diese Zeit bestimmt hat (Blutsandacht in der Fronleichnamsoktav), um Mir Ersatz und Sühne zu leisten für die vielen Verunehrungen, die begangen werden, und weil dies viele versäumen, sollt ihr euch mit Mir vereinigen.“

Barbara: Ich rief die Heiligen wiederum an, sie möchten mir doch helfen, den Herrn zu loben und zu preisen. Ich durfte in den Himmel schauen, und ich sah meinen Vater und meine Mutter und die verstorbenen Kinder um sie herum. Die Kinder umschlangen wie im Kreis die Eltern. Alle sangen: „Hochpreiset meine Seele den Herrn“, aber Annas Stimme klang durch die anderen hindurch. Die übrigen Kinder hatten nicht die Glorie wie Anna, weil sie nicht wie sie teilgenommen hatten an dem Werk. Ich sah auch die übrigen Verwandten, und der Herr sprach:

Jesus: „Siehe, das sind lauter gewöhnliche Christen und doch meinst du, es seien lauter Könige und Kaiser.“

Auch sagte der Herr, es freue Ihn immer, wenn wir so uneigennützig beteten für die verstockten Sünder, damit doch keiner verlorengehe, wenn es möglich wäre, weil Er alsdann Seine Gnade ausströmen lassen könne über solche, die sonst verloren gingen wie die Frau in C., die gerettet ist.

Jesus: „Du aber sage einem jeden der Liebesbundmitglieder, wo du hinkommst, einen recht herzlichen Gruß, und wenn sie Mir Freude machen wollen, sollen sie recht uneigennützig wirken, nicht wie es zwei hier machen, sondern sie sollten ganz in Meine Interessen eingehen und die Eifersucht recht bekämpfen. N.N. möge nur fortfahren, wie sie angefangen, und Meine Interessen befördern. Sie soll von jetzt an nicht mehr so an ihrer Familie hängen, sondern sich Mir mehr hingeben und Meine Interessen annehmen; denn Ich verlange von allen Liebesbundmitgliedern, daß sie sich recht uneigennützig für die Kirche einsetzen. Sage N., sie mögen sich nicht so sehr betrüben über den Tod; denn er hat einen siegreichen Kampf gekämpft. Er wolle nicht zurück, wenn er auch könnte. Sie sollten dafür recht dankbar sein, daß Ich ein Glied der Familie so glücklich mache und sollten Meine Interessen recht befördern, besonders sollte N. recht in Meine Interessen eingehen und allen anderen vorangehen und ganz für Mich sorgen.

Sage allen, sie sollen sich recht freuen und recht einig sein untereinander. Die Ärmeren sollen, anstatt die zu beneiden, denen es besser ginge und die mehr tun könnten, sich an Sein armes Leben erinnern. Ob es Ihm denn besser ergangen wäre? Ich bin nicht gekommen, um die Stände aufzuheben. Hier ist nicht der Ort, wo es Gleichheit gibt; der Ausgleich findet erst in der Ewigkeit statt. Dort ist der Arme dem Reichen gleich, und wenn der Arme besser und frömmer gelebt hat, wird er doppelt belohnt. Darum sollen sie bedenken, daß die Frömmigkeit nicht in der Eifersucht besteht und sich alle Mühe geben, das zu bekämpfen.“

626 Am 11. und 23. Juni 1904

Barbara: Am 11. Juni sagte der hochwürdigste Herr Bischof zu mir, daß, wenn der liebe Heiland wieder etwas von mir verlange, ich Ihm sagen solle: Der Gehorsam verbiete mir, weitere Mitteilungen entgegenzunehmen. Ich sei nicht die richtige Person, Er möge Sich an eine andere wenden, ich müsse von jetzt an schweigen und alle Mitteilungen für mich behalten, der Heiland möge Sich durchdrücken und werde es auch tun.

Ich tat, was mir befohlen war vom hochwürdigsten Herrn Bischof. Am Donnerstag, dem 23. Juni 1904 sah ich bei einem Engelamt den Herrn auf dem Altar, wie Er einst als Mensch gewesen sein muß. Schon vor der heiligen Wandlung fühlte ich Seine Nähe, sah Ihn jedoch noch nicht. Ich hörte auch Seine Stimme, aber ich wies Ihn kalt zurück mit den Worten, wie mein hochwürdigster Herr Bischof mir befohlen hatte. Es schellte zur heiligen Wandlung, und ich betete an. Da hörte ich deutlich die Worte:

Jesus: „Meine Tochter, komme an Mein Herz!“

Barbara: Ich schaute auf, und der Altar schien wie in Flammen zu stehen. Inmitten dieser Flammen war der Herr gegenwärtig, und da ich zögerte, streckte Er den Arm mir entgegen, der so lang wurde bis hinter die letzten Bänke, wo ich kniete. Er faßte mich und im Augenblick stand ich vor Ihm. Die Wunde Seines Herzens war geöffnet, aus der eine Flüssigkeit herausquoll, die zu Seinen Füßen in einen tiefen Abgrund sich ergoß. Der Herr gab mir ein Zeichen und einen Becher in die Hand und sagte:

Jesus: „Schöpfe und teile allen aus, die danach verlangen und noch an Mich glauben; denn nur diese werden nicht von dem Strudel des Zeitgeistes und des Unglaubens mit fortgerissen und gerettet werden, die sich von dem Gnadenstrom, der aus Meinem Herzen im heiligen Meßopfer fließt, noch betauen und begießen lassen. Darum sage deinem Bischof und Beichtvater, du hättest auch einen Seelenführer und bitte ihn, dir zu erlauben wie seither, jenem deine Mitteilungen übermitteln zu dürfen; denn es gibt noch heilsbegierige Seelen, die sich daran erbauen und zunehmen an innerer Heiligung. Dies alles bleibt aber vergraben in diesem Abgrund Meiner Liebe, wenn Ich Mich nicht durch Menschen, die Ich dazu auserwählt, anderen mitteilen kann.“

Jesus tags darauf: „Solange das Mainzer Domkapitel die Proteste, die Pater Ludwig an sie geschickt, nicht beantworten kann, hast du ihm zu folgen!“

627 In der großen Gebetswoche am 4. Juli 1904

„Siehst du nicht, wie Ich Meinen Dienern gehorche.“

Am Montag klagte ich nach der heiligen Kommunion über mein hartes Schicksal, der schönen Belehrungen beraubt zu sein, die ich sonst immer bei dem großen Gebet hatte. Der Herr konnte Sich nicht mehr zurückhalten, denn Er ist zu gut und ist ja im Tabernakel, um uns zu trösten. Meine Seele schrie vor Sehnsuchtsschmerz laut auf: O die grausamen Menschen, die mir den trauten Umgang mit Dir verbieten. O Herr, strafe sie nicht deswegen, nur verlaß mich nicht und vergesse meinen Undank. O ich kann ohne Dich nicht länger leben!

Da kam der Herr. Er zeigte mir Sein inniges Mitleid mit meiner gepreßten Seele, die wie unter einen Stein gezwängt war. Gern hätte Er sie befreit, aber obwohl auch Er ebenso sehnsüchtig nach meiner Seele verlangte wie sie nach Ihm, überschritt Er die Schranken nicht, die wie eine Bretterwand zwischen mir und Ihm war:

Jesus: „Tröste dich, Meine Tochter, mit dem Gehorsam. Siehst du nicht, wie Ich Meinen Dienern gehorche.“

Barbara: Dies war in meiner Pfarrkirche. Tags darauf in St. Christophorus sah ich wieder, wie Ströme von Gnaden auf die Anwesenden niederfielen wie ein sanfter Regen, und als ich alle mir empfohlenen Anliegen dem Herrn empfahl, sagte Er:

Jesus: „Sage N.N., daß er sich eine schöne Krone verdienen werde, wenn er sich entschließen könne, auch die Zurücksetzungen und Verdemütigungen, die er wegen seines geraden und einfachen Lebenswandels von anderen zu ertragen hätte, Mir zuliebe gern zu ertragen und sich ganz für Meine Interessen zu verwenden. Durch seinen jungfräulichen, sittenreinen Wandel habe Ich ihn so lieb gewonnen, daß Ich der Schmach, welche die leichtfertige Mutter ihrer Familie angetan, ganz vergesse. Und auch den leichtsinnigen Bruder kann Ich nicht auf ewig verstoßen wegen des guten Beispiels, das die beiden Geschwister geben.“

Barbara: Am Mittwoch in St. Christophorus sah ich wieder, als eben die heilige Kommunion ausgeteilt wurde und auch ich kommuniziert hatte, den Altar in Flammen, und dieses Feuer teilte sich allen mit, die kommunizierten. Dreierlei Menschen sah ich in der Kirche: Solche, die ganz durchglüht waren von diesem Feuer; andere waren nicht sehr hell, und wieder andere waren ganz dunkel. Ich bat um Aufschluß dieses Gesichtes und erfuhr, daß die, die ganz von dem Feuer durchdrungen waren, jene seien, die gut vorbereitet waren; jene, die nicht ganz durchleuchtet waren, seien jene, die noch an vielen Fehlern hingen; diejenigen, die ganz dunkel geblieben inmitten des Feuers, seien die, die gar nicht kommuniziert hätten. Der Herr führte mich dann in eine Wohnung in Sich Selbst hinein und sagte:

Jesus: „Hier sehe dich um!“

Barbara: Ich sah mich um und las auf der einen Seite mit goldenen Buchstaben geschrieben Elisabeth Feiler, Luise Hannappel, Barbara Weigand. Auf der anderen Seite stand allein Pater Ludwig und über dem Namen war eine goldene Krone, und es ward mir zu verstehen gegeben, daß Pater Ludwig sich diese Krone verdiene, weil er allein den Mut gehabt, als Priester seine Ehre in die Schanze zu schlagen zur Verteidigung Seines Werkes.

Am 9. Juli 1904 bereits erlaubte der hochwürdigste Herr Bischof, daß Barbara alle inneren Vorgänge ihrem Seelenführer mitteile und dieser es im stillen verbreite zum Nutzen für andere. Er habe überhaupt das Recht zu handeln, wie er es für gut finde.

628 Am 13. und 14. Juli 1904

„Eure Kräfte sind aufgebraucht, und Ich kann nicht verlangen, daß ihr euch zugrunde richtet.“

Jesus: „Weil die Hitze so groß ist, so geht morgen früh wallfahrten, denn Ich verlange von euch nur, was ihr leisten könnt, damit es andere auch so nachmachen können, aber das wenige, was Ich verlange, sollt ihr allzeit freudig tun. Eure Kräfte sind aufgebraucht, und Ich kann nicht verlangen, daß ihr euch zugrunde richtet.“

Bei der Wallfahrt am 14. Juli, als wir eben die Meinung machten, uns mit den dreihunderttausend heiligen Meßopfern des heutigen Tages und allem Guten, das geschehe, zu vereinigen, war der Herr plötzlich unter uns und gab uns Seine Freude zu erkennen und bat, wir möchten den Wallfahrtsgang am Samstag noch einmal machen zur Sühne für die Entheiligung des Sonntags. Er gab Barbara die Worte an:

Jesus: „Für alle diejenigen, die Dich verachten und verschmähen und Dich aus ihrem Herzen hinausstoßen, leisten wir Abbitte und Sühne, o Herr! Für alle diejenigen, die Deine grenzenlose Liebe und alle Deine Wohltaten mit Undank vergelten, leisten wir Abbitte und Sühne, o Herr!“

Zuletzt sagten wir: „Segne uns, o Herr, aus der Fülle Deines göttlichen Herzens, uns und alle unsere Verwandten und Freunde. Gib uns allen Teil an Deiner Gnade und Barmherzigkeit und dem Ewigen Leben. Verzeihe den Sündern!“

Da zeigte der Herr, wie aus Seinem Herzen gleich einer Sonne Strahlen ausgingen, die zuerst uns trafen, dann alle die Personen, die wir genannt.

629 Am 21. Juli 1904

Nach der heiligen Kommunion sagte der Herr:

Jesus: „Ich bin krank vor Liebe“ – Er hielt inne –, „vor Liebe zu den Menschen. Aber auf der ganzen Erde wird Mein Name verachtet, und vom Aufgang bis zum Niedergang wird Mein Blut mit Füßen getreten. Die geheimen Gesellschaften haben alles überwuchert und Satans Helfershelfer verschaffen ihm überall Einlaß, während Ich hinausgestoßen werde. Wo soll Ich da noch suchen, wenn nicht bei Meinen Getreuen? Helft Mir! Helft Mir!“

630 Fest der heiligen Magdalena am 22. Juli 1904

„Und doch habe ich durch mein Beispiel mehr Seelen gerettet als meine beiden Geschwister und viele andere, die sehr geeifert haben.“

Nach der heiligen Kommunion gab mir die liebe, heilige Magdalena eine längere Belehrung:

Magdalena: „Alle Mitglieder des Liebesbundes, die wissen, wie gut Gott ist und was Er schon alles gewirkt hat in euch, können die euch gegebenen Belehrungen jetzt am besten verwerten, wenn sie mein Beispiel recht nachahmen. Ein jedes Mitglied soll sich in die Magdalena-Höhle zurückziehen, das heißt, in das eigene Herz. Sein Herz soll es sich zu einer Felsenhöhle machen. Da hinein soll es sich immer wieder flüchten und verbergen.

Und glaubt nur ja nicht, daß ihr dadurch keine Seele retten könnt. Gerade dadurch muß jetzt das Erdreich der Kirche betaut und begossen werden. Diese Zeit ist der ersten Christenheit ganz ähnlich. Wie nach dem Tode vom lieben Heiland, wo ich lebte, nur hie und da eine Seele gestanden ist, die an Ihn geglaubt hat, so gibt es jetzt, obwohl dem Namen nach viele Christen sind, doch gar wenige, an denen Gott noch Freude haben kann. Die ganze Welt ist gleichsam, wie es zu meiner Zeit gewesen ist. Deshalb ist es viel besser, wenn die einzelne Seele sich in sich recht heiligt und durch ihr Beispiel der Nachwelt ein Muster bietet, wenn es auch jetzt im Augenblick ganz verborgen bleibt und wenn es auch scheint, als sei es nicht das Richtige. Es ist aber doch so.

Ich habe doch die lange Zeit meines Lebens auf dem Berge zugebracht und bin mit niemand in Berührung gekommen, habe also direkt keine Seelen retten können, wie ich gekonnt hätte, wenn ich bei Lazarus, meinem Bruder, und Martha, meiner Schwester, geblieben wäre, die doch so viele Seelen gerettet haben, und doch habe ich durch mein Beispiel mehr Seelen gerettet als meine beiden Geschwister und viele andere, die sehr geeifert haben.

Man soll nicht auf den Augenblick rechnen, sondern auf die spätere Zeit. Was ich durch Gebet und Opfergeist dem lieben Gott für Freude gemacht habe, das hätte ich nicht tun können, wenn ich bei meinen Geschwistern geblieben wäre. Und darauf muß man sehen. Es ist jetzt eine Zeit, wo die Menschheit nicht mehr sieht und hört auf das, was Gott ihr mitteilen läßt, oder was sie von der Kanzel hört.

Wenn das noch so wäre, so müßten die Leute bekehrt sein von den vielen Predigten. Das ist auch gesagt für die Priester und diejenigen, die an der Spitze stehen. Sie dürfen noch so viel aufbieten, um das Volk herbeizuziehen und ihm nachgeben und alles nachsehen und so ganz in seine Gesinnungen eingehen, und doch müssen sie sehen, wie von Tag zu Tag die Christen immer mehr abwärtsgehen. Sie hören es sich an, fassen auch gute Vorsätze, gehen dann aber weg von ihnen, und alles ist verflogen.

Deswegen muß es jetzt Seelen geben, die mich in meiner Felsenhöhle nachahmen, und durch diese muß die Welt wieder gerettet werden, die den lieben Gott zu erfreuen suchen, die gar nicht auf das Getriebe der Weltmenschen sehen, ob es jemand gefällt oder nicht, ob sie jemand tadelt oder lobt. Man muß sein wie in einer Felsenhöhle und den lieben Heiland in sich in seiner Felsenhöhle suchen und Ihm zuliebe und zu Gefallen leben und gar nicht auf andere sehen. Und mit solchen Seelen meine ich die Liebesbundmitglieder. Durch sie alle soll das Erdreich betaut und begossen werden. Deswegen sagt euch der liebe Heiland oft, einen tieflebendigen Glauben müßt ihr haben. Das muß durch den lebendigen Glauben bezweckt werden.

Deshalb warne ich euch, daß ihr euch ja um nichts kümmert. Lasset all die zeitlichen Sorgen und die zu vielen Bekümmernisse, ihr Liebesbundmitglieder, um dieses und jenes. Das alles müßt ihr wie Gassenkot ansehen. Ich sorgte nicht und fragte nicht: Wie wird es dir später ergehen, was mag morgen kommen? Ich suchte jeden Tag, wo ich lebte, all die Versuchungen zu überwinden und meinen Jesus zu lieben, und damit gingen alle Tage herum, und um das andere kümmerte ich mich nicht.

Und so sollt ihr es machen, jedes einzelne Mitglied des Liebesbundes. Das ist für alle gesagt. Diejenigen, die allein und unabhängig für sich sind und welche Gott gesegnet mit zeitlichen Gütern, so daß sie sorgenfrei leben, müssen so leben, als wären sie in der Felsenhöhle und hätten nichts. Das Vermögen müssen sie betrachten, als hätten sie es nur für die Ehre Gottes zu befördern und das Heil der Seelen, wie auch ich alles verlassen mußte, weil es mir weggenommen wurde, um Christus gewinnen zu können.

Die Armen aber, die dabeistehen, sollen nicht wünschen, in besseren Verhältnissen zu sein. Sie sollen in ihrer Felsenhöhle zufrieden sein, wie auch ich zufrieden gewesen bin. Wenn der liebe Gott es hätte haben wollen, daß sie in besseren Verhältnissen seien, so hätte Er es so gefügt. So ist es aber so Sein heiliger Wille. Wenn sie manches Bedürfnis nicht befriedigen können, sollen sie nicht murren und klagen, sondern so hinnehmen, wie es ihnen der liebe Heiland vorlegt.

Diejenigen aber, die besitzen, sollen sich um ihre Verwandten nicht so kümmern, daß sie suchen, dieselben in bessere Verhältnisse zu bringen. Nur da sollen sie eingreifen unter den Verwandten, wo Unglück einreißt: Krankheit oder Verarmung, wo sie nicht daran schuld sind, und wenn sie erwerbsunfähig sind. Aber solange der Mensch gesunde Hände hat und arbeiten kann, soll er auch sein Brot selbst verdienen. Es brauchte gar nicht vorzukommen, daß fleißige Hände hungern müssen. Das sollen sich alle Mitglieder gesagt sein lassen. So muß die Kirche erneuert werden. Unterlaßt nichts, was euch der Herr aufträgt. Am meisten gefällt Ihm, wenn man einzig und allein auf Ihn schaut, und nur auf Ihn! Wenn es einem auch hart ankommt, soll man nicht ärgerlich sein, sondern still und ruhig tragen und sich sein Verdienst nicht rauben.“

631 Fest der heiligen Anna am 26. Juli 1904

Am Fest der heiligen Anna kniete eine Nichte von Barbara bei der heiligen Kommunion neben ihr, und sie bat den Herrn im stillen, Er möge ihr doch um ihrer Namenspatronin, der heiligen Anna, willen, die Gnade verleihen, in ihren körperlichen Leiden beharrlich zu bleiben. Der Herr antwortete auf ihre Gedanken:

Jesus: „Sage N., daß Ich ihr die Gnade der Beharrlichkeit geben werde, aber das hängt von ihrer Treue in Meinem Dienste ab. Sie soll nur fortfahren wie seither, dann wird sie ausharren in ihren Leiden, und sie werden ihr eine schöne Krone eintragen.“

632 Am 31. Juli 1904

„Ich will nur noch die retten, die sich retten lassen.“

Barbara: Nach der heiligen Wandlung bat ich den Herrn, Er möge um des Gehorsams willen mir sagen, ob jene Jungfrau in den Ehestand treten soll.

Jesus: „Die Jungfräulichkeit ist eine so große Gnade und eine so bevorzugte Tugend, daß niemand direkt sagen kann: Du mußt sie üben. Der Mensch muß sie erkämpfen in sich selbst, die Gnade suchen, dann harrt er auch aus mit Meiner Gnade, die Ich ihm verleihen werde. Sowenig Ich den Menschen bei Meinen Lebzeiten gesagt habe, das mußt du so oder so tun, so wenig sage Ich das auch jetzt. Als Ich dem Menschen seine Bestimmung gab, sagte Ich ihm, Ich habe dir Verstand und freien Willen gegeben, jetzt wähle! Dienst du Mir, so habe Ich für dich eine unendliche Glückseligkeit; dienst du Mir nicht, so wartet deiner das Gegenteil!

So sagte Ich auch zu dem Jüngling, der Mich fragte, was muß ich tun, um vollkommen zu werden? Gehe hin und verkaufe, was du hast, und dann komme und folge Mir nach! Damit habe Ich den jungfräulichen Stand gekennzeichnet. Solange der Mensch an die Sinnlichkeit denkt, kann er Mir nicht so dienen wie im jungfräulichen Stand, wenn sie auch noch so fromm leben im Ehestand. Der jungfräuliche Stand ist ausschließlich nur Mein Stand, den Ich Selbst gewählt. Du sollst, wenn du hierüber gefragt wirst, niemand direkt sagen, das mußt du so oder so machen, weil die Menschen es dann doch nicht tun. Du bist schon oft gefragt worden und sie taten es nicht, weil sie es nicht erkämpfen wollten. Ich rufe allen Jungfrauen und Jünglingen durch den heiligen Paulus zu. Dieser Apostel hat die Antwort auf die Frage gegeben: Wenn du deine Tochter verheiratest, tust du gut. Die Eltern und der Mensch selbst muß in sich unterscheiden können, ob er es auskämpfen will mit seiner Natur oder nicht, ob er die moralische Kraft in sich fühlt oder nicht. Deswegen sagt Paulus, wenn du deine Tochter verheiratest, tust du gut. Er will damit sagen, die Eheleute könnten auch in den Himmel kommen. Er hat aber auch gesagt: ,Wenn du sie nicht verheiratest, tust du besser.’

Der beste und heiligste Ehestand steht weit zurück hinter dem jungfräulichen Stand. Es ist wahr, es hat heilige Eheleute gegeben und gibt deren noch, aber wenn sie in der Legende auch noch so verherrlicht werden, auch noch so schön dargestellt werden, muß aber doch der Glanz und die Reinheit ihrer Tugend weit, weit zurückstehen hinter einer wahren Jungfrau. Die Tugend einer Jungfrau hat einen Glanz und eine Reinheit, die kein im Ehestand lebender je erreichen kann, auch wenn er im Ehestand noch so schwere Kreuze zu tragen hat und noch so treu Mir dient; denn ein Opferleben, wie es eine Jungfrau hat, hat doch kein Verheirateter. Deshalb wäre das Licht der Tugend einer Jungfrau viel reiner als wie der Glanz einer Verheirateten. Das habe Ich Mir vorbehalten, weil Ich Selbst Jungfrau geblieben bin und Meine heiligste Mutter.“

Barbara: „Wie kommt es, daß die Jungfrauen alle so verschrien werden, so als unleidliche Personen?“

Jesus: „Das kommt daher, weil eine Jungfrau schon gezwungen ist, um ihren Stand zu erkämpfen, einen anderen Weg zu gehen, um Mir mehr zu dienen, was sie unbedingt haben muß, um ihren Stand halten zu können. Sie muß in vielen Stücken selbständig sein und darf nicht immer Rücksicht auf andere nehmen. Sie muß, um ihren Stand halten zu können, sich eine gewisse Selbständigkeit verschaffen, weil sie in der Familie steht. Es kommt aber auch daher, weil sie die Sinnlichkeit abgelegt hat und deshalb einem sinnlichen Menschen gegenüber etwas Hartes und Bitteres an sich hat, weil diese das nicht verstehen.“

Auch sagte der Herr, indem Er mir den Vater von N. im Fegefeuer zeigte, daß er zwar ein tugendhafter Mann gewesen sei, aber seine Jugendsünden noch nicht abgebüßt hatte, und weil er so schnell abgerufen wurde, hatte er dazu nicht die Zeit. Seine Verwandten möchten ihm zu Hilfe kommen durch eifriges Gebet und viele gute Werke.

Jesus: „Du aber, Meine Tochter, sollst vergessen, was hinter dir liegt (die erlittenen Unbilden), und nicht unnötig im Kot herumtreten. Tue, was dir jetzt vorkommt. Nütze den heutigen Tag gut aus und laß Mich sorgen. Ich werde schon für dich sorgen!“

Barbara: Nach der heiligen Kommunion beklagte ich mich sehr, daß ich so schlecht beten könne und beschwor den Herrn, daß ich nicht rückwärtsgehe. Ich war sehr innig mit dem Herrn vereinigt und der Herr sprach:

Jesus: „Ihr sollt die Heiligste Dreifaltigkeit versinnbilden, und deshalb müßt ihr so einig und so zufrieden untereinander sein, daß nicht das Mindeste vorkommt. Die anderen Fehler will Ich euch übersehen, aber in dieser Beziehung darf nichts vorkommen. Ihr sollt nicht egoistisch sein und Mich nicht so viel um Kleinigkeiten bitten, sondern euch nur um Meine Interessen kümmern.“ (Dies sagte der Herr in tadelndem Tone, fuhr aber liebreich fort:) „Jetzt vergesse! Ich habe es jetzt gesagt, es ist jetzt vorbei. So sollt ihr es auch mit euch machen, wenn ihr euch ausgesprochen habt, dann darüber hinweggehen. Wenn man nachträgt und trotzt, das mißfällt Mir am allermeisten.

Setzt euch doch über euch und die Kleinigkeiten hinweg, die vorkommen, die euch so drücken und an denen man sich aufhängt. Auch wenn es manchmal schwere Opfer kostet, man muß sich darüber hinwegsetzen und nicht viel Zeit damit verlieren, denn Ich habe euch erwählt, Meine Kirche zu unterstützen. Ihr müßt euch ganz für das Wohl und Wehe Meiner Kirche einsetzen!“

Barbara: „Warum hast Du Dir so ein armseliges Werkzeug erwählt? Es gibt doch viel treuere Seelen unter den Ordensleuten, die könnten Dir viel mehr leisten.“

Jesus: „So ist die ganze Welt, alle Menschen sind so armselig. In der heutigen Welt ist so selten eine Seele zu finden, die noch nicht angesteckt ist von dem Zeitgeist. Wo Ich Mich auch hinbewegen wollte, die ganze Welt ist so in den Zeitgeist hineingelebt, daß sogar die davon angesteckt sind, die sich ganz Mir geweiht, wie die Ordensleute und Priester. Auch unter ihnen ist zuviel Weltgeist eingedrungen, auch sie richten sich zuviel nach den Grundsätzen der Welt, und Ich muß mit Bedauern sagen, was Ich schon vor mehreren Jahren gesagt, daß Ich die Priester bedauere; denn aus dem Zeitgeist, aus den sozialen und liberalen Familien sind sie herausgenommen und wieder unter das leichtfertige Volk hineingestellt, um zu wirken, und der Geist läßt sich anstecken von dem Gift. Darum sollt auch ihr Mitleid mit ihnen haben und viel für sie beten. Ich habe einen solchen Schmerz über die Menschheit, daß Ich Mein Auge von ihr abwende. So wenig Freude habe Ich an den Gliedern der streitenden Kirche auf Erden, daß Ich beschlossen habe, wie sie auch immer ihren Lüsten nachgeben wollen, sie ihrer Willkür zu überlassen. Ich will nur noch die retten, die sich retten lassen.

Und sage N., daß er feststehen soll am Ruder in seinem kleinen Kahn. Ich habe ihn an einen kleinen Kahn gestellt, den er durch die Wogen des Weltmeeres durchzuschiffen hat, und in diesen kleinen Kahn soll er die einzelnen Seelen sammeln, und sie in dem richtigen Hafen Meinem Statthalter zuführen. Mein Statthalter steht mit blutendem Herzen am Steuerruder der Kirche. Er steht auf der Warte und schaut aus in alle katholischen Länder, und wo er seinen Blick hinschweifen läßt, hat er einen traurigen Anblick. Das Christentum muß durch einzelne Seelen wieder erneuert werden. N.N. soll in seinem Kahn dem Papst die Seelen zuführen, die ihm die Kirche stützen helfen.

Jetzt kommen wieder die Tage, wo ihr Meinen leidenden Kindern zu Hilfe kommen könnt (Portiunculafest). Mein Reich besteht doch aus drei Teilen. Weil aber die Kinder der streitenden Kirche sich so sehr von Mir abgewandt, will Ich Meine Liebe mehr den Kindern der leidenden Kirche zuwenden. Die Kinder der streitenden Kirche stoßen Mich hinaus, und Meine Liebe läßt Sich gleichsam von ihnen zurückdrängen und wendet Sich mit um so größerer Liebe der leidenden Kirche zu. Aber am Eingang Meines Reiches steht die Gerechtigkeit und verwehrt ihnen den Eingang zur Pforte und hält sie zurück, weil sie nichts mehr verdienen können. Deshalb wende Ich Mich an euch, daß ihr Mir helfet, um so freigebiger gegen Meine leidenden Kinder sein zu können, je verächtlicher und nachlässiger die Kinder der streitenden Kirche Mich behandeln. Weil sie Mich mit Gewalt hinausstoßen, überlasse Ich sie ihrer Willkür. Nutzet darum die Tage recht aus für Meine leidende Kirche.“

Barbara: Wie der Herr so sagte, sah ich einen ungeheuren Raum, vielmehr ein Land. Voran drängten sich meine Ortsverwandten und Bekannten, die vor ein paar Jahren gestorben sind.

Jesus: „Diese sind aus deiner Gemeinde und deshalb haben sie das Vorrecht vor den anderen, weil sie deine Mitbrüder sind. Siehe aber die unabsehbare Menge derer, die auch auf Hilfe warten. Wenn ihr euch recht einsetzt und Meinen Willen so erfüllt, verspreche Ich euch, daß Ich dir bis morgen abend die Zahl derer zeigen werde, die durch das Gebet der gläubigen Christen befreit wurden.“

Barbara: „Sage mir doch, wie man am besten betet, um etwas zu verdienen. Es ist doch gar so armselig.“

Jesus: „Ich will dich belehren, wie eure Gebete am meisten nützen werden: Vereinigt alle eure Bitten in einer vierfachen Weise mit allen Priestern in der ganzen Welt, die das heilige Meßopfer darbringen, das heißt drei- bis fünfhunderttausend heilige Messen des Tages.

Zum ersten opfert Meinem himmlischen Vater Mich auf, wie der Priester Mich aufopfert zur Danksagung für alles, was Er an den Menschen getan, daß Er sie zu Seiner Ehre und Verherrlichung erschuf, und weil Sie Ihm nicht danken, sollt ihr Mich Ihm aufopfern mit dem Priester vereinigt und Meine Danksagung während Meines Lebens, da Ich für alle Dank sagte.

Zweitens sollt ihr Mir ein Lobopfer darbringen und Mich loben und verherrlichen im Namen aller Menschen, die Ich erschaffen und erlöst und für die Ich in den dreiunddreißig Jahren Meines Lebens so vieles getan; denn Ich habe die ganze Zeit Meines Lebens nur zum Lob Meines himmlischen Vaters gelebt, und deshalb bringt Mir das Lob entgegen, das Ich in den dreiunddreißig Jahren Meinem Vater dargebracht habe und opfert dieses Lob Meinem himmlischen Vater auf zur Sühne für die Menschen. Drittens bringt Mir die heiligen Messen als Sühnopfer dar, mit dem Priester vereinigt, für eure vielen Nachlässigkeiten als auch die aller Menschen. Durch Meine Sühne, insbesondere durch das, was Ich am Kreuz gesühnt, werden eure Mängel ersetzt. Denn während Meines ganzen Lebens brachte Ich Mich immer zur Sühne dar für die ganze Menschheit.

Viertens opfert Mich als Bittopfer und fleht um Gnade und Barmherzigkeit für die sündige Menschheit, und dann will Ich alles ersetzen, was eurem Gebet abgeht, und ihr könnt vieles verdienen für die Menschheit und viele Arme Seelen befreien!“

Barbara: Am Portiuncula-Tag abends beim Schluß sah ich die liebe Mutter Gottes mit einer großen Schar Engel ins Fegefeuer steigen und jeder Engel brachte seinen Schützling heraus. Eine himmlische Musik hörte ich wie ein Zitherspiel, welche „O du Heilige“ spielte. Eine unabsehbare Schar zog ein. Das war eine Freude auf allen Gesichtern und so wahr und überzeugend. Denen, die einzogen, wurde ein neues Lied gesungen. Welch dankbare Blicke warfen sie mir zu, besonders einer aus meiner Heimat, der vor einem Jahr gestorben war, aber elf Jahre krank zu Bett lag. Er sagte, in den elf Jahren hätte er seine Jugendsünden als leichtfertiger Musikant abgebüßt, er habe es ernstlich bereut. Mit dem einen Jahr Fegfeuer habe er nur noch die letzten Unvollkommenheiten abgebüßt; er habe aber gar kein hartes Fegefeuer gehabt.

Die Armen Seelen durften mich dann noch belehren. Sie sagten:

Arme Seelen: „Alles ist so wahr, daß ihr keine Angst zu haben braucht, ja, es ist noch tausendmal mehr wahr, als ihr glaubt, wie unendlich groß die Barmherzigkeit Gottes ist. Er hat den Menschen erschaffen, nicht daß Er ihn verderbe. Warum soll Er nicht den Menschen, die an Ihm hängen, alles gewähren? Was Er in Seiner Weisheit voraussieht, daß es gut für euch ist, das gibt Er euch schon in diesem Leben.

O was ist alles Irdische dagegen? Nichts als Kot und Staub. O wenn wir jetzt noch einmal zurückkehren könnten, wie würden wir euch zurufen, wie wenig Wert das alles hat. Wenn ihr wüßtet, wieviel ihr an solchen Festen verdienen könntet, würdet ihr auf eurem Angesicht liegend die Feste feiern wie heute und nach dem Irdischen gar nichts mehr fragen. Du wirst nach der Freude keine Bitterkeit verspüren. Geh nur und verkündige es, wie glücklich der Mensch ist, der danach lebt, der sich in dem Festkreis bewegt. Das sind keine leeren Freuden wie die der Weltkinder. Du wirst dich immer wieder von neuem freuen, sooft du dich daran erinnerst. Sorge, daß es viele Jungfrauen gibt.“

Barbara: Den Schluß des Zuges bildeten drei Jungfrauen mit roten und weißen Kränzchen. Vorher schon belehrte mich die liebe Mutter Gottes:

Maria: „Jetzt reiß dich recht los. Das ist alles vergessen, was vorbei ist, ist vorbei. Mein Sohn trägt dir nichts nach. Geh darüber hinweg. Und wenn deine Verwandte zurückkommt, sei lieb und freundlich. Laß alles kommen, wie es kommt; du hast einen anderen Weg. Ihr sollt wacker sein. Ihr glaubt nicht, was ihr verdienen könnt, wenn ihr ausharrt. Es muß ein anderes Christenleben entstehen, die Welt muß wieder gläubig sein. Der einzige Grund, daß euch die großen Gnaden zuteil werden, ist, weil ihr geglaubt habt. Damit tilgt Er eure Unvollkommenheiten, weil es so wenig Menschen gibt, an denen Er etwas anbringen kann. Weil ihr all die Verachtungen über euch habt ergehen lassen, will Er alles vergessen und ersetzen, was ihr in eurer Schwachheit getan.“

633 Samstag am 6. August 1904

„Aber mit jenen habe Ich großes Mitleid, die so unverschuldeterweise vom Glauben abgekommen sind; für diese sollt ihr beten und sühnen.“

Barbara: Ich hatte soeben geistigerweise kommuniziert, weil ich den Befehl erhalten, am Beichttag nicht zu kommunizieren. Ich sagte zum Herrn:

„Es schmerzt mich sehr, aber ich bin es nicht wert!“

Da hörte ich Seine Stimme:

Jesus: „Meine Tochter! Wenn du auch nicht zu Mir kommst, so komme Ich aber doch zu dir. Höre, was Ich dir sagen will: Ich will, daß du das Gebetsleben wieder aufnimmst wie früher, und ihr alle drei fangt ein ganz besonderes Gebetsleben an. Denkt nicht, daß damit nichts gewonnen wäre, wenn ihr manches andere versäumen müßt, und die Welt euch vormacht, daß das Beten nichts wäre, man müsse arbeiten und mit der Welt so fortmachen. Ihr sollt bedenken, wie viele Heilige es gegeben hat, die ihren großen Verstand, womit sie der Welt hätten nützen können, begraben haben, um nur einzig und allein ein Gebetsleben führen zu können. Die Heiligen Benedikt Labre und Nikolaus von der Flüe haben viele zeitlichen Interessen in den Wind geschlagen, und die Welt hält sie für Toren. Ihre Handlungsweise wird sogar von den besten Kindern der Kirche verworfen. Und doch sind sie große Heilige und den Kindern der Kirche zum Vorbild gestellt. Auf diese sollt ihr blicken, nicht auf diejenigen, mit denen man in der Welt so groß prahlt.

Die erste Morgenstunde sollt ihr aufopfern zur Danksagung für die Erschaffung der Menschen, weil Mir von der jetzigen Generation so wenig gedankt wird. Die meisten sind Mir so undankbar und so viele gibt es, die Mir zürnen, daß Ich sie erschaffen, weil sie meinen, sie seien nur da, um geplagt zu werden. Und doch wäre es nicht anders tunlich. Ich muß die Welt strafen, Ich plage sie so – die große Hitze ist auch eine Strafe –, weil Ich sie retten will. So reiche Ich ihnen das Obst dar, entziehe es ihnen aber gleich wieder zur Strafe, weil sie das gewonnene Geld nur zu ihrem Vergnügen verwenden. Ich will ihnen zeigen, daß Ich geben und das Geben auch wieder zurückziehen kann.

So ist es auch im geistlichen Leben, wo Ich oft die Gaben entziehe wegen eurer Undankbarkeit. Für die undankbaren Menschen sollt ihr Dank sagen und den Besuch opfern für die streitende Kirche. Den Besuch am Mittag sollt ihr aufopfern zur Danksagung für die Gnade der Erlösung und sollt euch mit Mir vereinigen, mit all dem, was Ich geleistet, und zwar sollt ihr all Meine Verdienste aufopfern für die verfolgte Kirche. Morgens sollt ihr Dank sagen für die undankbare Menschheit und mittags aufopfern für die verfolgte Kirche, besonders für diejenigen, in deren Ländern die Asyle des sühnenden Gebetslebens zerstört worden sind, wo Mir früher so viel Abbitte und Sühne geleistet wurde. Und wenn in Deutschland solche Verfolgungen verhütet werden sollen, genügt es nicht, daß die Ordensleute und Priester allein beten, es muß auch in der Familie Menschen geben, die sich dem Werke widmen wie gewisse Ordensgenossenschaften.“

Barbara: „Ja Herr, ich stehe aber in der Familie und oft sind die Verhältnisse so, daß ich unmöglich beten kann.“

Jesus: „Sage deiner Schwägerin, Ich verlange, daß sie auf das eingehe, und wenn sie dich immer zurückhält mit dem Gerede, das wäre nichts geschafft, dann habe sie auch die Folgen davon zu tragen. Sie müsse ganz einverstanden sein mit dem Geist. Ich habe sie gesegnet, weil Ich dich hierher gestellt, damit du das leisten kannst. Aus dir könntest du das nicht, weil du das Vermögen nicht hast.

Abends sollt ihr den Besuch aufopfern für die leidende Kirche im Fegefeuer, weil Mir kein Lob mehr gebracht wird von Meinen Geschöpfen, damit die leidende Kirche Mich dann an ihrer Statt lobe und preise, wenn sie eingehen in Meine Herrlichkeit.

Der Grund aber, daß Ich so bestimmte Anweisungen gebe für das Gebetsleben ist einzig und allein der, weil eben so viele Menschen in die Hölle kommen und verdammt werden wegen der Glaubenslosigkeit. Ich habe gesagt: wer nicht glaubt, der ist schon gerichtet, und wer nicht glaubt, wird verdammt. Jetzt kommt eine große Zahl Menschen vor den Richterstuhl Gottes, die keinen Glauben mehr haben. Unter diesen Menschen ist aber eine ganz besondere Klasse, die Ich eurem Gebet empfehle, und weswegen Ich verlange, daß ihr dies tun sollt.

Das sind jene armen, verkommenen Menschen, die, weil sie von gottlosen Eltern geboren, schon im Mutterleib vergiftet sind, weil sie nichts von Gott und Glauben gehört und deshalb auch das, was sie in der Schule hören, doch nicht eindringt, weil es ihnen die Eltern nicht beigebracht. Sie sind nicht schuld, weil sie nichts weiter gelernt und sie in der Wurzel vergiftet sind. Dabei sind viele, die verführt sind. Ich kann es ihnen aber nicht so anrechnen wie denjenigen, die freiwillig, die aus voller Überzeugung vom Glauben abgefallen, nur aus Haß gegen Gott und weil sie absolut der Sünde frönen wollen. Mit diesen habe Ich keine Barmherzigkeit, aber mit jenen habe Ich großes Mitleid, die so unverschuldeterweise vom Glauben abgekommen sind; für diese sollt ihr beten und sühnen und gar nicht nach der Welt fragen, sondern ruhig das tun, was Ich euch sage.

Die heiligen Einsiedler sahen sich auch nicht um und fragten nicht, was die Welt davon hält. Sie folgten Meiner Stimme und traten die Welt mit Füßen, aber das Leben, was die Einsiedler im Mittelalter geführt haben durch Kasteiungen, kann Ich nicht mehr verlangen, weil die Menschheit am Absterben ist und keine Kraft mehr hat wie diese. Ihr könnt es an euch fühlen, daß ihr das nicht leisten könnt, und Ich will niemand unglücklich machen und martern. Ich bemesse Meine Anforderungen nach den Kräften der Menschen, und deshalb kann Ich das verlangen, daß diejenigen, die Ich so gestellt habe, daß sie es leisten können, sich für Mich einsetzen und beten.“

634 Am 13. August 1904

„Nach der Taufe ist der Mensch ein Kind Meiner Gnade, und Ich wohne in ihm. Und wenn er gesündigt hat und sich wieder im Bußgericht gereinigt, wohne Ich wieder in ihm.“

Barbara betete sitzend, als sie die Stimme des Herrn hörte:

Jesus: „Meine Tochter, unterbrich deine Gebete, denn Ich will mit dir reden!“

Barbara blieb sitzen. Da sagte der Herr zum zweiten Male:

Jesus: „Meine Tochter, erhebe dich und höre, was Ich dir sagen will: Es ist nicht immer der Fall, daß Ich den Menschen verlassen habe, wenn er sich verlassen fühlt und so unaufgelegt zum Gebet und zum Guten. Oft will Ich dem Menschen dann seine ganze Armseligkeit zeigen. Nach der Taufe ist der Mensch ein Kind Meiner Gnade, und Ich wohne in ihm. Und wenn er gesündigt hat und sich wieder im Bußgericht gereinigt, wohne Ich wieder in ihm. Aber obwohl der Mensch getauft oder im Bußgericht gereinigt ist, stecken doch noch die Keime in ihm, so daß der Mensch immer wieder zum Sündigen geneigt und in jedem Augenblick in Gefahr ist, tief zu fallen. Die Keime schlagen immer wieder frisch aus. Deswegen heißt es kämpfen, kämpfen bis zum letzten Augenblick des Lebens!

Auch ihr habt den Kampf. Ich will ihn aber euch sehr erleichtern, indem Ich euch beständig neue, gute Anregungen gebe. Das sind lauter Weckrufe, der Lauheit nicht nachzugeben; denn ihr habt so gut wie alle Adamskinder die bösen Neigungen in euch. Ihr sollt euch aber nicht so sehr beunruhigen, wenn ihr euch so verlassen fühlt. Deshalb wecke Ich euch, wenn Ich das merke, immer wieder auf und gebe euch neue Anregungen und verlange, daß ihr wallfahrten geht, weil ihr da euch einander aneifert und euch vereinigt. Ich verlange, daß ihr ein Gebetsleben führt.“

Bei der Wallfahrt am Samstag, dem 13. August 1904, als wir die Meinung machten, uns mit den lieben Heiligen vom ganzen himmlischen Hof zu vereinigen, sah Barbara, wie sich eine große Schar von Heiligen mit uns vereinigte, aber die heilige Barbara und Katharina traten näher und sagten: „O wie glücklich seid ihr doch, daß ihr noch verdienen könnt. O wenn wir noch einmal zurückkommen könnten!“

635 Mariä Himmelfahrt am 15. August 1904

„So muß das jungfräuliche Geschlecht die Kirche stützen helfen, solange die Welt besteht, und deswegen ist der Thron der Jungfrauen neben dem Thron der Priester der Kirche.“

Barbara: Als ich in die Kirche hineinkam, fühlte ich mich federleicht. Nach der heiligen Kommunion führte mich der Herr in den Himmel. Ich sah eine Abteilung der Seligen, die nicht zu übersehen war. Der Herr saß vorn auf einem karmesinroten Thron zu allervorderst, und alle Stühle hinter Ihm hatten alle dieselbe Farbe. Neben dem Herrn war ein zweiter Thron, etwas niedriger, weiß wie Elfenbein, so fein, schön und zierlich, und hintendran war wieder eine Abteilung mit denselben weißen Stühlen.

Jesus: „Das ist das Zeichen des Priestertums. Ich war der erste Hohepriester, der königliche Priester auf der Welt. Diese da sind Meine Nachfolger: Die Apostel und die Priester. Und dies ist die Schar der Jungfrauen, welche das Werk fortsetzen, das Meine heilige Mutter auf der Welt begonnen hat. So muß das jungfräuliche Geschlecht die Kirche stützen helfen, solange die Welt besteht, und deswegen ist der Thron der Jungfrauen neben dem Thron der Priester der Kirche.“

Das war ein großer Raum und auf der linken Seite neben dem Thron war ein freier Raum. Dann fing wieder eine Abteilung an, es war ein Mischmasch aller Sorten von Christen, die auf dem gewöhnlichen Weg sich heiligten.

636 Am 19. August 1904

„Der Weg einer Jungfrau geht über eine goldene Brücke.“

Der Herr sagte nach der heiligen Kommunion:

Jesus: „Sage Meinem Diener, wegen seines tieflebendigen Glaubens gebe Ich ihm die Versicherung, daß Ich all seiner Unvollkommenheiten nicht mehr gedenke, und daß alles ausgelöscht ist. Er soll sich freuen auf seine Sterbestunde, und Ich gebe ihm die Kraft, daß er mit euch nach Lourdes gehen kann. Sage jener Person (die sich grämt um ihren verlorenen Neffen in Amerika), sie brauche sich keine Mühe mehr zu geben, nach ihm zu forschen, denn er ist längst im Himmel.“

N.N. hatte eine Fischgräte verschluckt, die im Hals steckengeblieben, und Barbara bat den Herrn sehr, daß Er sie entferne.

Jesus: „Der Weg einer Jungfrau geht über eine goldene Brücke. Das ist die heilige Gottesliebe, wo sie über all die Abgründe und Gefahren, in denen andere herumtreten, leichterdings hinwegkommt. Die kleinen Leiden, die Ich auf die Brücke streue, sind so unbedeutend, die kann Ich ihr nicht ersparen, die wollen ja nichts heißen. Deinen Neffen aber laß ruhig ins Gymnasium gehen und wartet es ab, ihr werdet sehen.“

Als die General-Absolution am 25. August in der heiligen Messe (nach dem Confiteor) erteilt wurde, sah Barbara, wie die Gnaden wie Regen herabströmten und viele Personen ganz übergossen, einige mehr, andere weniger, nicht gleich viel auf alle, so daß einige ganz glänzend wurden.

637 Am 26. August 1904

„Siehe, Ich will dir zeigen, daß Ich dich wirklich entschädige und du keinen Nachteil hast, wenn du nicht wirklich kommunizieren kannst.“

Wir machten die Wallfahrt zum heiligen Rochus und zur heiligen Hildegard. Als wir die liebe, heilige Hildegard um ein Almosen baten, sah Barbara, wie sie kam und einer jeden von uns ein Paketchen überreichte. Und besonders lieb tat sie mit dem kleinen Priesterstudenten, dem seine Lehrer die Fähigkeit absprechen wollten, und seine Eltern, ganz entmutigt, ihn zu etwas anderem bestimmen wollten, ihn aber doch zur Probe nach Mainz sandten. Barbara erhielt die Beruhigung, daß noch alles gut gehe.

Als wir nachher das „Hochpreiset“ sangen für alle von den lieben Rheingauer Heiligen erwiesenen Gnaden, da kam die liebe, heilige Hildegard mit all ihren Gefährtinnen und den anderen Heiligen und sie sangen mit, und ebenso beim „Großer Gott.“

Bei der geistlichen Kommunion am Samstag sagte der Herr:

Jesus: „Siehe, Ich will dir zeigen, daß Ich dich wirklich entschädige und du keinen Nachteil hast, wenn du nicht wirklich kommunizieren kannst.“ Und Er teilte Sich ihr mit, als ob sie die heilige Kommunion empfangen hätte.

638 Schutzengelfest am 4. September 1904

„Das ist eine ganze Legion Engel, die Ich eigens zu eurem Dienste bestellt habe, es sind lauter höchste Engel, in die ihr eingeschlossen seid.“

Ich hörte die Elf-Uhr-Messe in der Ignatiuskirche. Die ganze Woche vorher war ich krank und konnte weder die Kirche besuchen noch die heilige Kommunion empfangen. Aber weil ich mich wegen der vielen Arbeit an dem Tage doch aufhalten mußte, so ging ich in die Pfarrkirche und wohnte der heiligen Messe bei. Während der ganzen heiligen Messe jammerte ich über meine Sünden und bat um Verzeihung zwischen den Anbetungen, die ich machte bis zur Kommunion. Bei der Kommunion des Priesters bat ich den lieben Heiland, mir doch durch meinen heiligen Schutzengel die heilige Kommunion geistigerweise bringen zu lassen. In diesem Augenblick sah ich vom Tabernakel her eine wunderschöne Gestalt kommen. Es war der liebe Heiland, und Er war so schön, daß ich alles für nichts achte, was ich früher schon geschaut, gegen die Klarheit, in der ich Ihn jetzt schaute. Ich glaube, daß es an Klarheit dem nicht nachsteht, was die Jünger auf Tabor gesehen. Es ist nicht zu beschreiben. Wenn ich ein Maler wäre, müßte sich die ganze Welt an diesem Bild erbauen. So stellte Sich der Herr vor mich und sagte:

Jesus: „Bist du jetzt zufrieden? Nicht deinen heiligen Schutzengel schicke Ich, sondern Ich Selbst komme, damit du siehst, daß du nichts verloren hast, wenn du auch keine Kirche besuchen konntest.“

Ich dankte Ihm und sagte:

Barbara: „Heute ist Schutzengelfest, und ich tue ihn viel zu wenig verehren. O laß ihm doch einen herzlichen Gruß zukommen, weil Du so gütig bist und mich so unendlich beglückst, und ebenso dem Schutzengel, den Du mir gegeben hast am Anfang, als Du mir das Leiden gabst.“

Jesus: „Dieser Himmelsfürst ist um so viel höher über deinem gewöhnlichen Schutzengel, als die Werke Gottes höher stehen als die Werke der Menschen. Jetzt will Ich dir auch zeigen, wie Ich besorgt bin für alle diejenigen, die sich euch anschließen und die Mich auf besondere Weise lieben wollen. Ich will das Werk nur deshalb, daß Ich mehr geliebt werde. Auch die Guten in der Welt leben so leichtsinnig dahin. Deshalb will Ich das Werk für die Welt haben, und glaubet nur, daß Ich es bin.

Wohl gibt es feurige Priester und gute Klosterfrauen, aber was nutzt das für die Welt? Beispiele von Menschen in der Welt will Ich haben, und deshalb habe Ich den Liebesbund gegründet. Deshalb sollt ihr mitten unter den Weltmenschen stehen, und in den vielen Gefahren müssen die einzelnen hie und da stehen und jedes in seinem Kreis wirken. Andere begreifen nicht, woher ihr die Kraft nehmt, und sie sagen euch: ,Ihr seid uns unbegreiflich, daß ihr so lebt und kein Vergnügen an der Welt habt, sondern so eine gänzliche Weltverachtung zeigt.’

Das kommt aber daher, weil Ich haben will, daß in der Welt ein Bund soll gegründet werden, um den Gefahren entgegenzusteuern. Dieser Bund muß gegründet werden durch die einzelnen Glieder. Das ist das Geheimnis, daß alle so begeistert sind. Jetzt aber, Meine Tochter, schaue Mir einmal nach!“

Barbara: Und Er deutete hinaus, und ich sah eine recht schöne, breite Straße, doch keine wie die Weltstraßen, rechts und links Kopf an Kopf standen lauter Himmelsfürsten wie das Militär, und alle schienen auf Seine Befehle zu warten.

Jesus: „Das ist eine ganze Legion Engel, die Ich eigens zu eurem Dienste bestellt habe, es sind lauter höchste Engel, in die ihr eingeschlossen seid. Diese dienen euch, sie begleiten euch überall hin und halten die Mitglieder so zusammen und breiten ihre schützenden Fittiche über alle Liebesbundmitglieder, so daß jedes Glied, das sich anschließt, keine Freude mehr hat an der Welt. Das habe Ich so angeordnet und gemacht. Ihr aber sollt unbekümmert sein um alles andere.“

Barbara: Ich sah auch N. in zwei so vornehmen Geistern eingeschlossen, die ihre Fittiche über ihn hielten, und er stand unter ihnen. Von diesen ging eine Strahlenbahn aus bis zu den anderen Himmelsfürsten.

Jesus: „Von jetzt an sollt ihr unbekümmert sein um das Werk. Da kann niemand mehr etwas daran machen, wenn auch die Welt alles aufbietet. Ihr habt nichts zu tun, als ruhig eure Sache weiterzumachen und zu sorgen, daß viele sich anschließen.“

Barbara: Noch muß ich erwähnen, wie liebevoll das Antlitz des Herrn war, wie liebevoll Sein Lächeln und wie zutraulich herzlich Sein Benehmen.

639 Am 17. September 1904

auf der Wallfahrt zur heiligen Hildegard war Barbara der Gedanke gekommen, sie wäre besser der vielen Arbeit wegen zu Hause geblieben. Deshalb sagte die liebe, heilige Hildegard während des Hochamtes:

Hildegard: „Seid nicht so ängstlich, wenn etwas vorkommt, was euch niederbeugt. Deshalb sollt ihr nichts unterlassen, was Gott euch aufgetragen hat, und wenn eine Wallfahrt ist in der Umgegend, sollt ihr euch beteiligen; denn das Gebet ist viel notwendiger als zu Meinen Zeiten. Dort war noch mehr Glaube von den Hohen und unter dem Volk, wenn es auch viele gegeben hat, die von Gott abgewichen waren.

Jetzt ist die Welt aber so gottlos, wie sie noch nie war. Ihr braucht nicht zu sorgen, um die Welt zu vermehren, aber die guten Christen sollen sorgen, um den Himmel zu zieren. Menschen sind schon zu viele da, aber wenige, die auf den Himmel gerichtet sind. Deshalb verlangt der Herr, daß der jungfräuliche Stand gehoben wird. Ihr müßt in der Welt das Beispiel geben und sollt euch überall beteiligen und den Weihrauch eurer Andacht zum Himmel emporsteigen lassen für die sündige Menschheit. Je mehr Jungfrauen es gibt, desto mehr und desto schneller wird die Kirche zur Blüte gelangen. Wenn es keine Jungfrauen mehr gibt, die beten, dann muß die Welt zugrunde gehen, aber um der jungfräulichen Seelen willen wird der Herr die Welt verschonen.“

640 Am 18. September 1904

„Denn sooft eine Seele einer solchen Anregung nachgibt und sie befolgt, wird Mein himmlischer Vater und Ich verherrlicht, und dieses ist ja der Zweck, wozu Ich Meine Geschöpfe erschaffen habe.“

Der Neffe von Barbara, von dem vorstehend die Rede war, wurde im Bischöflichen Konvikt in Mainz aufgenommen. Seine Mutter kam von Aschaffenburg her und wurde in Mainz sehr krank, so daß man den Arzt rufen und für ihr Leben fürchten mußte. Deshalb tröstete der Herr die Familie und sagte:

Jesus: „Ich gebe dir die Versicherung, daß du und dein Bruder und seine Frau es noch erleben werden, daß ihr Sohn am Altare stehen wird. Sie werden mit großer Freude seine Primiz feiern, und die Freude wird ihnen alle Trübsale ersetzen, die sie durchgemacht. Er wird ein eifriger Priester werden. Ein einziges Wort von Mir ist etwas so Großes, weil Ich nur das Lob und die Ehre Meines Vaters bezwecke und jeder, der es liebt oder hört, zu dem es dringt, wird zum Guten angeregt. Eine solche Anregung zum Guten ist aber mehr wert als die ganze Welt. Denn sooft eine Seele einer solchen Anregung nachgibt und sie befolgt, wird Mein himmlischer Vater und Ich verherrlicht, und dieses ist ja der Zweck, wozu Ich Meine Geschöpfe erschaffen habe.

Zu welch großem Dank seid ihr drei verpflichtet gegen Mich, weil ihr so an der Quelle sitzt und schöpfen könnt und weil ihr die ersten wart, welche die ersten Worte gehört, die Ich zu so vielen Menschen gesprochen. Denn das ist für alle Menschen, die es lesen und hören, ein Beweis Meiner göttlichen Liebe zu euch, und ihr habt das Glück, daß Ich euch als Werkzeug benutze, um Mein Werk ausführen zu können.

Auch N. bedauere nicht mehr, denn diese Sache hat ihm mehr Verdienst eingetragen als sein ganzer Ordensstand, und das durch die vielen Verdemütigungen, die ihm geboten waren. Auch in einem Ordenskleide kann noch eine stolze Seele stecken. Durch die vielen Verdemütigungen ist er dahingelangt, den Stolz abzulegen, und nach der Demut wird der Mensch belohnt, nach den Verdemütigungen, die er Mir zuliebe erträgt. Nicht die Regel und das Kleid machen den Menschen vollkommen, denn der Mensch gleicht einem Baum, der immer wilde Schößlinge austreibt. Werden diese nicht gestutzt, dann trägt er keine so guten und reichlichen Früchte mehr, weil dann alle Säfte in die Zweige schießen.

So ist der Mensch. Er hat den Trieb zu den bösen Neigungen in sich, besonders den Stolz. Dieser trägt ihn immer höher empor als er steigen sollte, und werden diese Triebe nicht abgestutzt und hängt sich der Mensch an die Neigungen, so trägt er keine guten Früchte. Deshalb danket Mir, weil ihr gewürdigt worden seid, solche Verdemütigungen Mir zuliebe zu ertragen. Welch ein Glück ist es für den Menschen, wenn Ich ihn verdemütige. Du aber, unter allen deinen Fehlern kränkt Mich der am meisten, daß du oft so wenig Vertrauen hast und hie und da zweifelst an Meiner Liebe und glaubst, das könne nicht sein, weil du so viel durchzumachen hast.“

Barbara: „O Herr, weil ich Dich nicht so viel lieben kann wie früher.“

Jesus: „Das meint ihr nur, weil euch das Gefühl fehlt. Tut nur alles, was Ich euch sage, mehr verlange Ich nicht!“

641 Am 19. September 1904

„Die treuen Seelen in der Welt müssen sich halten und stützen an den Ordensleuten und Priestern, und diese an den treuen Seelen in der Welt.“

Barbara: „Du hast mir so einen großen Trost gegeben für meine Schwägerin, ich will doch nicht glauben, daß ich mir selber so zurede. Und wenn ich dies täte, dann möchte ich Dich bitten, gedenke Deiner heiligen Kirche und der Priester. Wo ist denn noch ein Reicher, der seine Kinder als Priester studieren läßt? So segne denn meine zwei Neffen.“

Jesus: „Ihr sollt nur nicht zweifeln und alles Mir überlassen. Wenn manchmal etwas vorkommt, laß Ich es zu, damit ihr immer in der Demut erhalten bleibt, denn Ich kann die Menschen nicht anders halten, weil sie alle zum Stolz geneigt sind.“

Barbara: „O Herr, so tue mir zu wissen, ob Du mit N.N. zufrieden bist und ob sie alle den vollkommenen Ablaß gewonnen. Nicht aus Neugierde frage ich, sondern weil es die Menschen so aneifert, damit sie Dir mehr nachstreben.“

Der Herr zeigte mir, daß alle den vollkommenen Jubelablaß gewonnen, doch nicht alle in gleichem Verhältnis. Ein Teil war ganz hell, und ein Teil ein bißchen wie neblig trübe, wie wenn eine Wäsche nicht ganz sauber gewaschen ist.

Jesus: „Siehe, weil die Oberin eine gläubige Seele ist und weil dadurch das Fundament gut gelegt ist, so ist deshalb auch das ganze Fundament gut gelegt. Darüber will Ich alle anderen Fehler übersehen. Ihr seid alle Adamskinder. Das betone Ich aber deshalb so sehr, weil Ich nicht will, daß in den Klöstern die Priester und Ordensleute sich darauf stützen sollen, daß sie die bevorzugten Bräute Meines Herzens sind. Das bemerke Ich mit Nachdruck, sondern sie sollen auch bedenken, daß die in der Welt lebenden Christen – obwohl ihr Leben viel unvollkommener und den Zerstreuungen ausgesetzter – viel mehr in der Pestluft stünden, wogegen Ich die Ordensleute viel freier gestellt und sie mit einem Zaun umgeben habe, daß die schlechten Dünste nicht so an sie heran können wie an die in der Welt lebenden Christen.

Deshalb sollte keiner denken, er wäre vollkommener als die in der Welt lebenden Christen. Vielmehr sollen sich alle miteinander vereinigen wie die ersten Christen, sich wechselseitig erbauen und belehren und aneifern und im Gebete vereinigen. Die treuen Seelen in der Welt müssen sich halten und stützen an den Ordensleuten und Priestern, und diese an den treuen Seelen in der Welt. Es muß Hand in Hand miteinander gehen, weil die Pestluft so ansteckend wirkt auf die guten Christen, daß Ich besondere Schutzgeister aufgestellt habe, um diese zu halten, daß sie nicht auch angesteckt werden von der Luft. Ich will doch Mein Reich, wie Ich Meinen Aposteln versprochen, nicht mehr untergehen lassen, solange die Welt steht.

Und in der jetzigen Zeit ist es so wichtig, daß Ich den Menschen immer wieder neue und frische Anweisungen gebe. Ihr müßt es halten wie die ersten Christen. Ich verlange nie mehr, daß der Reiche und Besitzende sich besitzlos machen soll, wie es die Sozialdemokraten verlangen, und wie Ich gehandelt zu Meinen Lebzeiten. Doch habe Ich auch nie dem Reichen gesagt: Du mußt dein Vermögen verteilen wie die Armen und dich ihnen gleichmachen, sondern Ich habe sie angehalten: Du mußt deinem bedürftigen Bruder helfen! Und wo Ich Meinen Fuß hingesetzt, da sprach Ich den Reichen an, um die Not der Armen zu lindern.

Und deshalb schaue Ich mit großem Wohlgefallen hernieder auf die kleine Schar, die sich in Aachen gebildet. Es sind meistens Vermögende, Besitzende, und sie handeln so, wie Ich angegeben. So will Ich es haben! So sollen sie den Armen, die sich an sie anschließen, in der Not beistehen, aber nicht so, daß diese ohne Sorge leben könnten, aber in Rat und Tat einander beistehen, und guten Rat dort holen, wo man dächte, ihn zu finden.

Den beiden Jungfrauen sage, sie sollten das Haus verkaufen, sich frei machen von den vielen Ärgernissen, damit sie Mir ungestört dienen können. Sie sollten sich ganz Meinem Dienst hinopfern, und alle sollen mit großer Freude Mir dienen. Wenn jemand sich an dich wendet, gib ihnen allzeit den Rat, den Ich dir eingebe, mag es sein, wer es will. So will Ich es haben, damit eine Gemeinschaft gebildet wird unter den Ordens- und Weltleuten. Die Priester oder Ordensleute sollen es nicht unter ihrer Würde halten, mit den Weltleuten in gute Beziehung, Gebetsvereinigung zu treten, und sie sollen sich gegenseitig immer aufwecken zu Gebet und Opfer und Sühneleben, und diese alle vereinigt, dieser kleine Haufen, soll sich einsetzen für die übrige Menschheit. Mein himmlischer Vater sagte schon zu Noes Zeiten, als Ich die Welt noch nicht lange erschaffen hatte: ,Wenn Ich nur noch zehn Gerechte finde, will Ich sie nicht vertilgen!‘ Das ist aber bildlich gesprochen, weil so viel gesündigt wird und der Zorn Gottes infolgedessen so entbrannt ist.

Darum verlange Ich, daß der Stolz verschwinden muß. Der Stolz muß aus dem ganzen Liebesbund schwinden, aus den Geistlichen, den Welt- und Ordensleuten. Keiner darunter soll denken: Ich muß meine Würde wahren, man dürfe das nicht. Welt- und Ordensleute und Priester sollen miteinander in Beziehung treten. Nur, was das Sittengesetz anbelangt, da muß der Priester und Ordensmann sagen können: ,Wer von euch kann mich einer Sünde beschuldigen?‘

So verlange Ich es, daß eine Gebetsvereinigung gegründet werde, daß man sich mitsammen erbaue und sich gegenseitig ermuntere und eines dem anderen zu Hilfe komme. Ich habe eine große Freude an dem kleinen Häuflein in Aachen, weil eines für alle und alle für eines stehen. Sie erneuern in sich das Leben der ersten Christen. Ich will das Gesetz nicht aufheben, das kann Ich nicht, solange die Welt steht. Allzeit hat es Arme gegeben, aber ihr sollt in christlicher Liebe einander beistehen, besonders im Seelenleben, daß alle einander erbauen und ermuntern, daß die Seelen gerettet werden.

Sage also jenen Klosterfrauen, daß sie alle den Ablaß gewonnen, aber ein Teil nicht so vollkommen wie einige andere. Diese Gnade hat die Oberin, weil der Geist das Fundament gelegt, die Demut, weil dieser Orden sich nicht fern hält und glaubt, daß Ich alle Menschen retten will. Aber in vielen Orden ist kein demütiger Geist, weil sie sich benehmen, als wären sie die allein auserwählten Bräute.

Was die Ordensleute im Gehorsam und in anderen Tugenden, wie Keuschheit und Armut, üben, das müssen die in der Welt lebenden Christen durch viele, viele Leiden und Widerwärtigkeiten ersetzen. Einerseits können sie vieles nicht leisten wie die Ordensleute, andererseits aber, was haben die in der Welt lebenden Christen sich jetzt durchzuwinden.

Bei Mir seid ihr alle gleich. Ich will, daß die Verdienste ausgeglichen werden, daß die Ordensleute sich die Verdienste der Weltleute zunutze machen, aber auch die Weltleute sich mit den Verdiensten der Ordensleute vereinigen. So soll die Gebetsarmee gegründet werden.“

642 Am 24. September 1904

„Siehe, diese drei Klassen von Menschen kennen Mich nicht. Sie wollen und glauben, mit sich selbst fertig zu werden.“

Jesus: „Meine Tochter, merke auf, denn Ich will mit dir reden. Ich muß dich tadeln, weil du immer so kurzsichtig bist. Wenn Ich dir etwas sage, dann willst du auch schon den Ausgang sehen, hinauf bis an die Spitze. Das habe Ich aber nur Meiner Allwissenheit vorbehalten.

Ich habe den Lebensweg Meiner heiligen Eltern und der Meinigen auch nicht anders geformt wie den eurigen. Ich wußte, daß Ich der eingeborene Sohn Meines himmlischen Vaters bin und Meine heiligen Eltern wußten, daß Ich der eingeborene Sohn Gottes bin, und doch war ihr Leben mit so viel Widerwärtigkeiten und allerlei peinlichen Umständen verknüpft, die nichts anderes als einen recht beschwerlichen Lebensweg vorzeichneten. Weil der Sündenfall nun einmal das Verderben in die Welt gebracht, ist das Leben nicht mehr anders zu führen. Der Sündenfall hat all die Widerwärtigkeiten mitgebracht. Jetzt komme aber mit Mir. Ich will dir das Treiben der Menschen zeigen.“

Barbara: Und ich sah ein Getriebe der Menschen, wie es auf dem Markt aussieht, wo alles hin- und herrennt. Und der Herr zeigte mir drei Klassen von Menschen, die aussahen, als wären sie alle in sich selbst hinein vermummt. Sie sahen in sich hinein. Ich verstand dieses nicht, bis der Herr es mir erklärte.

Jesus: „Siehe, diese drei Klassen von Menschen kennen Mich nicht. Sie wollen und glauben, mit sich selbst fertig zu werden. Das sind diejenigen, die in der Heiligen Schrift als die drei gefährlichsten Laster bezeichnet sind. Diese üben die drei Laster.

Die ersten sind die, die Geld und Gut suchen, die ganz in sich verstrickt sind und nur Schätze aufhäufen wollen. Die kennen Mich nicht und werfen Mir nicht einen Blick zu, daß sie an Mich denken. Die zweiten sind die Ruhmsüchtigen, die Stolzen, die sich selbst zu Gott machen, nur Ehre und Ruhm suchen, nur ihre Persönlichkeit vergrößern. Die dritten sind diejenigen, die nur ihre Lust und ihr Vergnügen suchen in der Fleischeslust. Diese kennen Mich auch nicht. Und Ich muß lachen, wenn Ich diese drei Sorten Menschen betrachte.

Siehe, wie sollte Ich nun euch, die ihr Mir so treu dient, die ihr nur Meine Ehre und Meine Verherrlichung in eurem Leben anstrebt und Mich immer mehr zu ehren sucht, vergessen und Dinge über euch kommen lassen, die nicht zu dem Ziel beitragen, das ihr anstrebt? Euch muß es sein, wenn solche Widerwärtigkeiten über euch kommen, Leiden und Verleumdungen und alles, was drumund dranhängt, wie Mir, wenn Ich diese drei Sorten Menschen sehe. Ihr müßt auf der Spitze stehen, auf einen Berg, das heißt, euer Herz und euch in euch selbst zurückziehen und alles das übersehen, wie Ich es übersehe mit lachendem Mund, weil euer Streben dort ist, wo Ich bin, bei Mir, und da ist das alles Nebensache, und wie Ich die Menschen ganz ruhig und ungestört ihrer Lust nachgeben lasse. Ich habe ihnen ihren Verstand gegeben und ihren freien Willen, daß sie Mich suchen können. Ich lasse sie links stehen und lasse sie treiben, was ihnen beliebt. Ich strafe nicht gleich, Ich warte geduldig ab. Auf einmal rufe Ich hie und da mitten einen heraus und sage: So Freund, jetzt komme zu Mir! Da zeige Ich, daß Ich da bin, daß Ich sie erschaffen. Und sie sind wie aus den Wolken gefallen und überschauen ihr Leben und sehen, was sie hineingesetzt und wie ihr Endziel jetzt ist, daß alles wie Staub verflogen ist. So habe Ich sie dann in der Hand.

So müssen euch alle die Dinge der Welt sein, wie Staub unter euren Füßen. Glaubt nicht, daß Ich euch verlasse! Ich führe alles zu dem Ziel, das ihr euch gesteckt. Ihr habt Mich gesucht und suchet Mich noch, und Ich richte und schlichte alles, daß ihr euer Ziel erreicht, das höchste Ziel, das Ich Selber bin. Und wenn die Widerwärtigkeiten und Leiden kommen, denkt, daß dies alles nur zu eurem Besten ist. Und daß ihr nicht stolz werdet in den großen Gnaden, muß Ich hie und da eine Verdemütigung schicken, daß der Stolz gedämpft wird. Gebt euch ganz in Meine Hand!“

Als Barbara den Herrn wegen einer Verstorbenen aus der Stadt fragte, sagte der Herr:

Jesus: „Ihr sollt aber hier in der Stadt nichts sagen. Jene Person ist gerettet, aber sie hat noch viel zu leiden. Ihre Schwester soll ihr zu Hilfe kommen mit vielen guten Werken. Auch jener Neffe der verstorbenen Hildegard ist gerettet. Siehe, Ich habe ihn deshalb binnen zwei Tagen zu Mir gerufen, weil Ich in Meiner Allwissenheit voraussah, daß er, wenn er jetzt in die Welt hinauskommt, den Glauben verliert, und diesen Schmerz wollte Ich seiner Mutter ersparen und auch seinetwegen. Er wird bald in die Nähe seiner Tante kommen.“

643 Am 28. September 1904

Als Barbara den Kreuzweg betete und in die Nähe des Antonius- Altares kam, rief ihr der Heilige, während sie die 13. Station betete, liebreich zu:

Antonius: „Ich weiß, was du willst. Du willst mich wieder plagen.“

Barbara: „O laß mich erst fertig beten!“

Als sie fertig war, sagte der heilige Antonius:

Antonius: „Es wäre mir aber lieber, wenn die Eva in meinen Orden träte.“

Barbara: „Ja, ich gehe mit dir um, wie wenn ich deine Schwester wäre. O wie muß ich dir dankbar sein, daß du mir die ganze Zeit meines Lebens so viele Gnaden erlangt, mehr noch als der heilige Ignatius. O sorge mir für alle Bedürfnisse.“

Antonius: „Ihr bekommt die Wohnung, die ihr wünscht. Du wirst aber noch manch harte Nuß zu knacken bekommen!“

644 Am 29. September 1904

Jesus: „Eva soll dem Zug ihres Herzens folgen, und Anna soll die Stelle annehmen; auch für Settchen will Ich sorgen. N. soll wegen ihrer Krankheit nicht mutlos sein, sondern wissen, daß sie mehr verdienen kann, als wenn sie in alle Kirchen ginge, wenn Ich ihr so etwas zuschicke.“

N. war deshalb so mutlos, weil sie es sich durch Unvorsichtigkeit zugezogen. Sie ließ den heiligen Antonius bitten, ihr doch ihre Zähne zu erhalten, daß sie nicht zum Zahnarzt zu gehen brauche (sie hält nämlich sehr viel auf die weißen Zähne). Der Heilige ließ ihr sagen, es wäre ihm lieber, wenn sie die Eitelkeit überwände. Wenn sie das nicht will, soll sie den Schmerz aushalten (beim Anlegen eines Überzuges).

Die Wohnung, auf die wir für Frau Weigand gerechnet hatten, bekamen wir nicht, aber eine ebenso günstige, noch billigere. Barbara tröstet darüber die Schwägerin und schreibt aus Aschaffenburg, wohin sie eiligst gerufen worden war, die dortige Schwägerin in schwerer Krankheit zu pflegen und auch ihre zwei kranken Kinder.

Barbara: „Siehe, der heilige Josef war in einer schönen Bremse gesteckt, denn er zeigte mir, wie jene Frau ihn geradeso bestürmt hatte wie wir, und darum wollen wir ihr die Wohnung gönnen. Ich mußte wirklich lachen über die Kaprizen, die wir uns gemacht, und die Verstimmung, als unsere Luftschlösser zerplatzt waren, als ich abends in der Predigt vor dem Rosenkranz hörte, das Programm eines katholischen Christen sei wie der freudenreiche Rosenkranz lehre: mit Gott leben; und wie der schmerzhafte Rosenkranz lehre: in Gott sterben; und der glorreiche: in Gott rufen. Wie lachte ich, weil wir so kindisch waren. Hier ist das Kreuz aber keine Kleinigkeit. Meine Schwägerin wird immer hohläugiger, hustet wie aus einem hohlen Faß, dazu die zwei kranken Kinder.“

645 Fest des heiligen Franziskus am 4. Oktober 1904

„Am Ende der Welt werden alle einsehen, wie wunderbar der liebe Gott seine Gnadenschätze durch Menschen den Menschen übermittelt habe.“

Barbara: Heute, am Fest des heiligen Franziskus, hatte ich nach der heiligen Kommunion eine Ansprache vom heiligen Franziskus. Er wies mich hin auf die große Glorie, die er dafür genießt, daß er alles Irdische so verachtet, ja, mit Füßen getreten, und sagte:

Franziskus: „Sage N., sie soll nicht allzu ängstlich sein wegen ihrer Freigebigkeit, als müsse sie am Ende noch darben. Der Christ müsse sich Entsagung auferlegen. Sei er arm, solle er die Entbehrung gern ertragen, die ihm die Armut auferlege; sei er aber reich, so müsse er sich viel entäußern, daß er an den Entbehrungen der Armut Anteil nehmen könne. So habe es Frau N. gemacht. Man habe ihr den Vorwurf gemacht, sie schade ihren Kindern, weil sie so viel verschenke. Jetzt sei sie aber im Himmel ganz nahe bei ihm unter seiner treuen Schar. Auch wir sollten uns recht Mühe geben, durch ein gutes Beispiel unsere Mitmenschen zu erbauen.“

Barbara: Es wurde mir auch gezeigt, wieviel Gutes durch solche Seelen, deren Sich der Herr als Werkzeuge bedienen will, gestiftet wird, wie bei dem heiligen Franziskus. Ich sah eine Quelle aus dem Altar hervorsprudeln und in eine Seele hineinfließen. In dieser Seele zerteilte sich die Quelle in kleine Bächlein, die nach allen Richtungen dahinflossen, in andere Menschen hinein. Und der heilige Franziskus sagte:

Franziskus: „So ist es auch mit den Gnaden, die der Herr durch euch Armselige wirken will. Am Ende der Welt werden alle einsehen, wie wunderbar der liebe Gott seine Gnadenschätze durch Menschen den Menschen übermittelt habe.“

Barbara schreibt am 9. Oktober 1904 aus Schippach, wo sie zwei Tage zu Besuch bei ihren Verwandten war:

Barbara: Heute nacht, am 4. Oktober, von elf bis drei Uhr, hatte ich ganz unerwartet auffallend mein Leiden wieder hier in Schippach bei meinem Bruder. Die vorausgegangenen Stürme waren so furchtbar, daß die ganze Familie um mein Bett sich versammelte. Der Herr sprach so lieb und so herablassend, daß man fortwährend ausrufen möchte:

„O wie gut bist Du, o Herr! O Herr, woher kommt es doch, daß Du so unerwartet inmitten der Nacht kommst? Es ist kein Freitag und auch kein kirchlicher Festtag?“

Jesus: „Um deine Verwandten zu bestärken, daß sie feststehen im Glauben, und weil die Familie deiner Verwandten auch ein Vorbild für andere christliche Familien werden soll in Ausübung der christlichen Nächstenliebe. Du, Mein Freund (der Bruder von Barbara, der ein krankes Verwandtenkind in seine Familie aufgenommen und verpflegt hatte), handelst recht, daß du deine Kinder anhältst, diese Nächstenliebe zu üben. Ich werde es dir vergelten in deinen Kindern; denn Ich lasse Mich an Großmut nicht übertreffen.

Ein anderer Grund, warum Ich heute komme, ist, weil Ich deine Geschwister erinnern will an das unaussprechliche Glück, daß es Mir gefiel, aus ihrer Familie ein Mitglied zu benützen, um der Menschheit die Schätze Meiner Güte und Erbarmung zuzuwenden; denn so wie Ich dir – noch nicht lange her – einmal gezeigt habe, wie ein Strom aus Meinem Herzen sich in das deinige ergoß und sich zerteilte in die Herzen einzelner Menschen, in die ganze Welt, so ist es in Wirklichkeit. Bereits in allen Teilen der Welt wird Meine Stimme, die Ich in dir erhebe, hindringen.

Ich verlange von deiner ganzen Verwandtschaft, Einheit und Frieden unter sich zu machen. Neid und Zwietracht und dergleichen, wie es in so vielen auch sonst christlichen Familien vorkommt, darf unter euch nicht aufkommen. Man wird bis über das vierte Geschlecht hinaus noch davon reden, von der innigen Vereinigung dieser Seele mit Mir und von dem Glück dieser Familie.“

Barbara: Dann lenkte der Herr das Gespräch auf Seine Interessen zurück und warum Er so auffallender Mittel Sich bediene, um die Menschen zu wecken, und sagte:

Jesus: „Wie weh es Mir tut, wenn Ich strafen muß, könnt ihr an der Sündflut erkennen; denn vor lauter Schmerz über die vernichtete Menschheit, über die Ich Meinen Zorn hereinbrechen ließ, schloß Ich mit Noe einen Bund, daß Ich nie mehr so strafen wolle. Seit jener Zeit bediene Ich Mich dieser Mittel. Im Alten Bund redete Ich durch Menschen zu Meinen Geschöpfen. Im Neuen Bund handele Ich nicht anders!

Ich habe dich nicht hierher geführt, um den Deinigen zu helfen und dich in die Scholle zu vergraben, sondern daß die Deinigen wieder ermuntert und gestärkt werden im Glauben. Den morgigen Tag kannst du noch hierbleiben, dann gehst du wieder. Bleibe auch nicht zu lange in Aschaffenburg! Du wirst dich erinnern, daß Mein Diener, der Bischof in Mainz, dir sagte, du solltest dein Leben und Streben dem lieben Gott täglich darbringen für die Anliegen der heiligen Kirche. Dies ist dein und deiner zwei Mitschwestern Beruf.“

Barbara: Der Herr teilte mir auch mit, daß der Regenbogen, wenn er am Himmel erscheint, uns nicht nur an den Friedensbund erinnern soll, den Er mit der Menschheit geschlossen, sondern auch an den Schmerz über die vernichtete Menschheit. Dieser Schmerz sei so groß gewesen, daß Er Sich verpflichtet habe, auf so furchtbare Weise nie mehr zu strafen. Die liebe Mutter Gottes sagte, Eva möge dem Rat des heiligen Antonius folgen. Schade, daß so vieles verlorenging. Ich folgte aber der Mahnung des Herrn und ging heute nach Aschaffenburg. Wenn ich in Schippach hätte aufschreiben können, hätte ich noch etwas mehr gewußt. Vielleicht fällt mir noch manches ein.

646 Am 5. Oktober 1904

Als ich heute früh kommuniziert hatte, bat ich gar inständig, der Herr möge nicht zulassen, daß ich mich beherrschen ließe von der Last des Kreuzes, das ich überall mitzutragen herbeigezogen werde. Da gab mir der Herr die schöne Antwort:

Jesus: „Ihr alle, die ihr auf Erden viel mit Mühsalen geplagt seid, werdet staunen, wenn ihr einmal erkennen werdet, wie gut Ich es mit euch gemeint; denn alle deine Geschwister sollen teilnehmen an der Herrlichkeit, die Ich euch um des Werkes willen zugedacht habe, und da müssen sie geläutert und gesiebt werden. Dein Bruder Josef ist ein treuer, guter Christ, hat aber viel Fleischeslust, und um diese leichter zu bekämpfen, muß Ich ihm die Sinnesfreuden vergällen. Wenn ihr aber einmal Besitz genommen von Meiner Herrlichkeit und schaut zurück, dann sind die Leiden, unter denen ihr so schwer geseufzt hienieden, wie ein Stäubchen am Weg, haben euch aber zu einer ewig dauernden Glückseligkeit verholfen. Darum nur Geduld und Ausdauer.

Jenen beiden Klosterfrauen sage, daß es um sie gut bestellt sei. Sie möchten sich betreffs ihres Seelenzustandes beruhigen und den Herrn mehr lieben als knechtisch fürchten.“

647 Am 28. Oktober 1904

Barbara: Während des Engelamtes teilte mir der Herr mit, ich solle dem hochwürdigen Herrn Pfarrer meiner Heimat mitteilen, woher es komme, daß sich das Geld zur Erbauung der Antonius- Kirche in Schippach so leicht findet. Es solle nämlich diese Kirche ein Andenken sein an die verschwenderische Liebe, die Er Seinen Geschöpfen zuwendet, indem Er Sich aus ihrer Mitte oft das allerunwürdigste Werkzeug erwählt und durch dieses Geschöpf Seine Kinder trösten, warnen und an Seine väterliche Fürsorge erinnern möchte.

Deshalb soll die Antoniuskirche in Schippach der Nachwelt eine Erinnerung sein an Seine unaussprechliche Liebe. Sie soll für die Nachwelt, nicht nur für die Bewohner von Rück und Schippach, sondern auch für die ganze Umgegend, eine Warnung sein vor Lauheit und Gleichgültigkeit gegen den katholischen Glauben. Es soll dafür gesorgt werden, daß die Kirche geräumig gebaut wird, und bei der Einweihung derselben soll eine Mission vorausgehen, an der sich auch die Umgebung beteiligen soll.

648 Am 30. Oktober 1904

„Wenn Ich zu den Kleinen rede, muß Ich klein reden, damit sie Mich verstehen. Wenn Ich mit den Weisen rede, rede Ich weise.“

Barbara: Als der Segen gegeben wurde, heute morgen, sah ich, wie ein Strahl aus der heiligen Hostie in mein Herz einging, und ich sagte zum Herrn:

„Was soll das bedeuten? Willst Du vielleicht etwas mit mir reden?“

Jesus: „Der Monat Oktober und die Jubiläumszeit gehen bald zu Ende, und wie schmerzt es Mich, daß so wenige sich beteiligen und sich die Gnaden zu Nutzen machen. Ihr aber sollt Mir Sühne leisten und die folgenden Jahre 1905 bis 1908 als Jubiläumsjahre betrachten; denn es ist der Entscheidungskampf für die Kirche. Ihr sollt alles beibehalten wie jetzt, was Ich euch angegeben an Wallfahrten und frommen Übungen; denn von diesen Jahren hängt viel ab.

Sage N., sie kann mit N. reden, wie sie vorhat. Dies ist der richtige Weg; denn sie kann ja sehen, wie diese Werke aus diesem Geist hervorgehen. Sie soll es aber sehr demütig und zurückhaltend vorbringen, daß Ich von jeher zu den Kleinen gesprochen und zu den Demütigen. Wenn Ich zu den Kleinen rede, muß Ich klein reden, damit sie Mich verstehen. Wenn Ich mit den Weisen rede, rede Ich weise. N. soll aber erst N. fragen.“

649 Allerheiligen 1904

Ihr seid so verbunden mit uns, daß, wenn ihr das Fleisch nicht hättet, ihr uns schauen und mit uns verkehren könntet, wie ihr miteinander verkehrt.

Heute durfte Anna, die verstorbene Nichte von Barbara, dieselbe belehren. Sie sagte:

Nichte: „Ich habe es erbeten, daß die Wirtschaft eingehe, ich kann es nicht mehr mitansehen. Und sage meiner Mutter und meiner Schwester, sie möchten sich recht an dich anschließen. Ich habe gefleht und gebetet und bin nicht weg vom Thron Gottes, daß sie aus dem Morast herauskämen. Meine Schwester soll auf dem Weg bleiben, wie sie angefangen und ja nichts anders machen. Du hast schon viel gezeigt bekommen und gesehen, aber das alles ist keine Idee, wie es eigentlich ist. Der Mensch, der das sündige Fleisch an sich hat, kann das nicht sehen, das ist unmöglich, die Geheimnisse Gottes zu durchschauen. Es ist alles kein Vergleich gegen die Wirklichkeit, was du geschaut. Kein Auge hat es gesehen, kein Ohr gehört und in keines Menschen Herz ist es gedrungen, was Gott denen bereitet hat, die Ihn lieben.

Was ich dir sagen kann, ist wie eine Reisebeschreibung von der Wirklichkeit, wo vieles nicht erwähnt wird und unklar ausgedrückt ist. Mein Vater hat die Seligkeit nicht wie ich. Ich bin näher bei Gott, aber an so manchen Festen kommen wir zusammen, alle Freunde im Himmel, wenn wir auch in verschiedenen Stufen sind. Wie freuen wir uns da miteinander. Ihr seid so verbunden mit uns, daß, wenn ihr das Fleisch nicht hättet, ihr uns schauen und mit uns verkehren könntet, wie ihr miteinander verkehrt. Ihr wäret noch viel eifriger, wenn ihr wüßtet, was euer erwartet.“

650 Am 6. November 1904

„Und um das Gebetsleben wieder in die Christen hineinzubringen und um sie gleichsam herbeizulocken, mache Ich die Verheißungen, damit der Eigennutz schon die Menschen drängt, Mir treu zu bleiben.“

Weil jemand sich geäußert hatte, die Verheißung des Herrn bezüglich des Liebesbundes sei unwahrscheinlich, daß die Jungfrauen denselben Lohn erhalten sollten wie eine heilige Katharina und Barbara, so sagte der Herr nach der heiligen Kommunion:

Jesus: „Mir hat niemand zu befehlen. Bin Ich denn etwa ein anderer Gott geworden, weil die Welt so schlecht geworden ist? Oder haben Meine heilige Kirche oder Meine wahren Glieder sich geändert? Für alle stehen dieselben Gnaden und Verdienste bereit. Warum sollten die Gnaden, die früher den Menschen bewilligt wurden, den jetzigen Menschen entzogen werden? Dort war es notwendig, wie das Blut geflossen ist. Wissen denn diejenigen, die so kritisieren, welches Martyrium das verdienstlichste ist, ob das des Blutes oder das des Herzens? Und hat nicht eine Jungfrau schon an sich, um den jungfräulichen Stand halten zu können, ein Martyrium durchzumachen, in allen Lagen nicht allein in sich, sondern auch mit der ganzen Welt, der sie zum Spott dasteht?

Und wenn eine Jungfrau sich ganz Mir hingibt und opfert sich aus Liebe zu Mir und nur einzig und allein aus Liebe zu Mir und versagt sich ihr ganzes Leben alle Freuden und Genüsse und opfert alles hin, um Mir Freude zu machen und andere zu beglücken und ihnen Gutes zu tun, ist das nicht auch Blut und Leben hingeopfert? Im natürlichen und übernatürlichen Sinn hat eine Jungfrau ein Martyrium durchzumachen. Und warum hätte Ich nicht das Recht, die Jungfrauen zu allen Zeiten denselben Rang einnehmen zu lassen, wie Ich ihn den ersten Jungfrauen einräumte, die des Martertodes gestorben sind, aber vorher ein ganz üppiges Weltleben geführt haben wie die jetzigen Weltdamen auch, die dann erst, als sie das Christentum kennengelernt, aus Liebe zu Mir das Opfer des Blutes gebracht, ihrer Überzeugung gemäß. Das war jedoch in ein paar Tagen oder Wochen geschehen gewesen, und sie haben ihre Krone erlangt.

Und jetzt, wenn Ich in jetziger Zeit solche Verheißungen mache, habe Ich Meine Gründe dabei. Man solle sich umsehen, woher es denn käme, daß so wenige Menschen eben noch ihre Religion ausüben und ein wahrhaft christliches Leben führen, weil sie all den Verlockungen und den vielen Gefahren erliegen. Die meisten Menschen erliegen den vielen Gefahren durch den überhandnehmenden Unglauben und die Sittenlosigkeit und Vergnügungssucht. Und je mehr der Geist von den Übeln zerfressen ist, desto weniger Lust hat man am Gebet und an der Freude an Mir. Und um das Gebetsleben wieder in die Christen hineinzubringen und um sie gleichsam herbeizulocken, mache Ich die Verheißungen, damit der Eigennutz schon die Menschen drängt, Mir treu zu bleiben.

Sage N., er solle es durch eine von den Damen dem Kritiker in die Hand spielen. Mit dem Kritisieren wäre nichts geändert und gebessert. Wenn er kritisieren wolle, solle er erst die Schriften durch und durch lesen und kennenlernen und erst dann kritisieren, nicht hie und da einen Krümel heraussuchen, was er gerade findet.

Mit dem sich in acht nehmen vor den Gottlosen und dem Bekritteln täten sie die Kirche kein Haarbreit vorwärtsbringen. Viel besser täten sie, sich gläubig anzuschließen an ein tieflebendiges Glaubensleben; denn alle miteinander müßten wir zurückkommen zu einem tieflebendigen Glauben. Wenn die Kirche zum Sieg gelangen solle, müßte jedes an sich selbst anfangen, statt andere zu verachten und zu kritisieren. Damit wäre nichts gebessert. Die Protestanten und die Ungläubigen hörten nicht auf zu spotten, wenn sie auch alle ihre eifrigen Mitglieder zerfleischten. So lange, bis sie nicht so vernünftig würden, daß sie sich nicht selbst zerfleischen, so lange wäre kein Gedanke, daß die Welt geändert werden könnte.“

651 Samstag am 12. November 1904

„Durch die körperlichen Leiden, und daß ihr nicht mehr so könnt, wie ihr wollt, und euch einschränken müßt in euren gewohnten frommen Übungen, gerade das ist das Werkzeug in Meiner Hand, womit Ich eure Seele noch glätte.“

Barbara: An diesem Samstag verlieh mir der Herr nach der heiligen Kommunion einen solchen Trost, daß ich lange Zeit in Ihm ruhte. Ich war viel glücklicher als an den anderen sechs Kommuniontagen.

Jesus: „Siehe, das bin Ich, so kann Ich dich entschädigen für die Opfer, die du bringst. Sage aber deinen zwei Mitschwestern, daß sie sich nicht so grämen und aufhalten, weil Ich sie viel mehr mit körperlichen Leiden bedenke und sie deshalb so viel missen müssen von ihren gewohnten Übungen. Die Entsagung ist Mir viel lieber, als wenn sie Mir nachlaufen und ihre Wünsche erfüllen könnten. Durch die körperlichen Leiden, und daß ihr nicht mehr so könnt wie ihr wollt, und euch einschränken müßt in euren gewohnten frommen Übungen, gerade das ist das Werkzeug in Meiner Hand, womit Ich eure Seele noch glätte.“

Barbara: Und der Herr zeigte mir unsere Seelen in Gestalt eines länglichen Leinwandstückes, das hatte einen Glanz, war aber hie und da verdunkelt, wie wenn ein Schatten darauf fiele.

Jesus: „Siehe, das sind die Unvollkommenheiten, die Ungeduld, die einen manchmal anwandelt, die Anhänglichkeit an manche Dinge, und die Fehler, die ihr begangen gegen die Nächstenliebe. Das muß noch geglättet werden, und wenn man die Leiden nicht ganz mit Geduld und Ergebung hinnimmt, und zwar alles, wie es kommt, muß Ich das in der anderen Welt strafen. Es ist aber doch viel besser hier als in der anderen Welt.“

652 Fest der hl. Elisabeth am 19. November 1904

„Wenn die Menschen wüßten, mit welchem Eifer und welcher Begeisterung wir unseren Schützlingen beistehen und an ihrer Seite stehen, wie fleißig würden sie uns dann anrufen.“

In der Neun-Uhr-Messe bat Barbara die Heilige um einen guten Rat. Die liebe Heilige erwiderte sogleich:

Elisabeth: „Ich will dich belehren, wenn du in St. Quintin bist.“ Barbara ging dann in die Halbzehn-Uhr-Messe, und nach der Wandlung sagte die Heilige:

Elisabeth: „Ich bin dir treuer als du mir. Du rufst mich unterm Jahr so wenig an. Ich muß dir hierin einen Verweis geben. Ich bin auch deine Schutzpatronin, du achtest mich aber viel zu wenig; du wendest dich immer nur an deine Taufpatrone. Das sage ich dir nicht, um dich zu kränken, sondern zur Belehrung, damit die Menschen mehr Zutrauen haben sollen und ihre heiligen Patrone mehr anrufen. Wenn die Menschen wüßten, mit welchem Eifer und welcher Begeisterung wir unseren Schützlingen beistehen und an ihrer Seite stehen, wie fleißig würden sie uns dann anrufen. (Die heilige Elisabeth ist die Patronin des Dritten Franziskusordens.)

Sage Lieschen, sie solle wieder zum Bischof beichten gehen und alle die Unannehmlichkeiten, die das im Gefolge hat, nicht so fürchten, sondern beherzter sein. Die Hauptsache ist, die Verachtung und Verdemütigung in euch selbst recht zu begründen, daß man denkt, was die andern sagen, das ist wahr. Die Schutzpatrone gehen euch in allem entgegen und wollen euch alles abschneiden und tun an euch, was an mir der Beichtvater getan. Ich war sehr geneigt gewesen, mit zwei Freundinnen umzugehen, die ich mir erwählt, um mich mit ihnen über Gott zu unterhalten und uns gegenseitig zu ermuntern, und weil ich daran hing, nahm er mir sie weg. Dann war ich sehr geneigt zur Barmherzigkeit, das gab mir eine innere Befriedigung, wenn ich viel geben konnte. Auch dies nahm er mir weg.

Es war eine große Verdemütigung für mich, daß ich als Fürstin nur einen Heller geben durfte. Aber ich fügte mich, obwohl ich mir auch Hinterhäkelchen gemacht. Dies tat mein Beichtvater, um mich recht loszumachen von allem geistlichen Stolz, weil er sah, daß ich von allen so geachtet und gehoben wurde, von Geistlichen und Laien, weil ich von königlicher Abstammung war, ausgenommen von meinen Verwandten und denen, die diesen schmeicheln wollten. Geht nicht ein Haarbreit von dem ab, was ihr euch vorgenommen und die Liebe zu Gott euch eingibt. Entsetzt euch nicht, sondern ertraget das ganz ruhig, wie sie es machen. Alles soll euch recht sein, aber einfach eure Überzeugung behaupten. Seht euch nach niemand um und denkt, daß ihr die letzten von allen seid. Deshalb fügt es Gott, daß sie alles vernichten, daß ihr wirklich eure Nichtigkeit einseht.“

Eine Leserin der Schriften, A.S. aus G., schreibt: „Schon habe ich fast das ganze erste Buch ausgelesen und bin dadurch ganz voll Liebe, Freude und Jubel erfüllt, daß mir der göttliche Heiland durch Sie solch goldene Worte zu lesen gab. Jetzt habe ich erst recht die Liebe des göttlichen Heilandes kennengelernt, wenn Er uns mit Leiden und Demütigungen heimsucht, und habe Ihm auch versprochen, fernerhin alles mit mehr Liebe, Geduld und Ergebung zu tragen. Früher habe ich mich immer nicht getraut, dem lieben Heiland etwas anzubieten. Ich glaubte immer, es sei dem lieben Heiland nicht angenehm, weil ich noch so eine arme Sünderin bin, aber jetzt weiß ich, wie Er es haben will. Das göttliche Herz Jesu, das ich früher immer anflehte, es möchte mich doch mehr und mehr Seine Liebe kennen lehren, hat jetzt meine Bitte überreichlich belohnt. Den größten Dank bin ich der lieben Mutter Gottes schuldig; denn Sie bat ich immer, Sie möge meine Bitte dem göttlichen Herzen Jesu vortragen.“

653 Am 2. Dezember 1904

„Alle anderen Menschen, auch die größten Heiligen, haben in sich immer noch viele Unvollkommenheiten gehabt, mußten kämpfen und haben Fehler gemacht.“

Heute abend in der Andacht sagte die liebe Mutter Gottes:

Maria: „Fürchte dich nicht! Laßt euch nicht irremachen und geht so ruhig weiter. Ist es denn nicht immer ein neuer Ansporn für die Seele, wenn sie wieder eine Erfrischung bekommt, und ihr alle, ihr sollt euch nicht so sehr über eure Fehler beunruhigen, sondern recht streben, in der Liebe zu wachsen; denn sündenlos war nur Ich allein gewesen, und das aus einem ganz besonderen Vorrecht, weil Ich die Mutter Gottes war. Wohl mußte auch Ich kämpfen und mitwirken, aber der Keim der Sünde steckte nicht in Mir, weil Ich von Adams Schuld frei geblieben bin. Alle anderen Menschen, auch die größten Heiligen, haben in sich immer noch viele Unvollkommenheiten gehabt, mußten kämpfen und haben Fehler gemacht. Das ist kein Grund, daß du dich zu ängstigen brauchst und meinst, du wärest nicht die richtige Person, du hättest zu viele Fehler. Kämpfe nur dagegen und bleibe nicht darin hängen!“

Barbara: Als ich von der heiligen Kommunion kam, war ich in einem ungeheuren Lichtglanz eingehüllt, und ich sah die liebe Mutter Gottes und um Sie herum eine große Schar von Jungfrauen.

654 Am 4. Dezember 1904

„Er schlug mir mit eigener Hand das Haupt ab und war so in der Hand Gottes das Werkzeug, um meinen Sieg zu beschleunigen.“

Barbara: Als ich mich zur heiligen Kommunion vorbereitete, wandte ich mich an die heilige Barbara und bat sie, sie möge mir eine gute Vorbereitung erflehen und mir ihre Verdienste schenken. Und ich sah, wie sie und viele heilige Jungfrauen sich rechts und links mir anschlossen und mich zur Kommunion begleiteten und zurück. Als ich zurückkam, stellte sich die heilige Barbara vor mich hin, griff in mich hinein und holte etwas heraus und wusch es in einem Gefäß, das sie in der Hand hielt, und gab es mir zurück. Es war meine Seele. Und sie sagte:

Heilige Barbara: „Wer gewaschen ist im Blut des Lammes, dessen Seele ist vor Gott wohlgefällig. Du bist jetzt gewaschen, du hast Jesus in dir, der dir alles ersetzen kann, was dir wegen deiner Armseligkeit mangelt.“

Barbara: „O ihr lieben Heiligen, betet ihr für mich an, weil mein Gebet so unvollkommen und armselig ist. Ich gratuliere dir, liebe heilige Barbara, und wünsche dir Glück, ich aber wünsche weiter nichts, als daß wir einmal mit euch vereinigt werden im Himmel wie jetzt in meinem Herzen.“

Ich sah eine weite Ebene, weit hinten voller Seligen, es waren lauter Jungfrauen. Sie beugten ihr Haupt und beteten an, wie ich sie gebeten und mich so innig ihnen angeschlossen. Und während sie anbeteten, sah ich, was sie für Freundinnen haben, wie wir auf Erden, so sie im Himmel, und daß dies alles eine Freundschaft ist. Die heilige Barbara sagte:

Heilige Barbara: „Ihr sollt euch ja nicht ängstigen über die Dinge, wie es gemacht wird. Es ist nicht so, wie ihr meint. Der Weg ist kein anderer, als wie er euch gemacht ist, ein Dornenweg. Erinnert euch nur an Jesus, euer Vorbild, wie es Ihm erging. Er wollte für jeden Menschen nur das Beste. Um die Menschen glücklich zu machen, verließ Er den Himmel, um uns den Weg zu zeigen. Und doch war scheinbar Seine ganze Mühe umsonst gewesen. Und diejenigen, die es am meisten hätten befördern sollen, haben es am meisten unterdrückt. Warum suchst du etwas anderes als eine fortwährende Unterdrückung? Und dann schaut auf uns und auf alle diejenigen, die Jesus nachgefolgt sind. Diejenigen, die in den Himmel kommen wollen, müssen Christus nachfolgen.

Erinnert euch daran, wenn es euch bangt und ihr ängstlich seid. Ihr müßt ohne allen Trost den Weg suchen, wie es mir im Turm ergangen ist. Denkt, wie es mir war! Drei Jahre bin ich in diesem Turm verlassen gewesen. Ich hatte keinen anderen Trost als den im Glauben. Im Licht des Glaubens müßt ihr wandeln und in der Demut, und wenn es euch schmerzt, daß ihr so verachtet seid, und daß euch die Ehre so genommen ist, dann bedenket, daß ich nackt und bloß durch die Stadt geschleift worden bin von meinem eigenen Vater, und wie die ganze Stadt auf mich verächtlich schaute. Die späteren Geschwister müssen keinen anderen Weg verlangen als die Erstgeborenen. Mein Vater war sonst ein ganz guter Mann, aber die Religion hat er nicht angenommen. Das war für mich ein großer Schmerz. Ihr habt es noch viel leichter, als wenn ihr müßtet das Leben opfern. Ihr sollt dem Bischof nicht zürnen, daß er es euch so macht. Er glaubt es und handelt auch danach. Er ist aber für euch, was mein Vater für mich gewesen ist. Er schlug mir mit eigener Hand das Haupt ab und war so in der Hand Gottes das Werkzeug, um meinen Sieg zu beschleunigen.

Eure Vorgesetzten sind dasselbe für euch, um eurer Eigenliebe das Haupt abzuschlagen, damit das Werk um so siegreicher und herrlicher hervorgeht. Ihr müßt ganz vernichtet werden. So wie mir das Haupt, so muß euch der Kopf abgeschlagen werden, weil immer noch im Menschen die Eigenliebe steckt. Und diejenigen, die näher zu Gott kommen wollen, müssen auch sehr gereinigt und geläutert werden.

Das gilt nicht allein euch dreien, sondern allen, die davon wissen und die Gott berufen hat, an Seiner Ehre zu arbeiten und an der Ausbreitung der Kirche und deshalb auch des Liebesbundes. Ihr dürft keine Anerkennung finden, und scheinbar müßt ihr immer ganz blind gemacht werden, daß ihr blind den Weg gehen müßt. So wird die Eigenliebe getötet. Ihr dürft es nicht wissen, daß ihr Lieblinge Gottes seid, ihr dürft auch nicht danach haschen. Und solange ihr das nicht befolgt und unwillig werdet über diejenigen, die so etwas sagen, so lange ist die Eigenliebe noch nicht getötet und habt ihr keine Ruhe. Wenn ihr ganz und gar nichts mehr sucht als Gott und nicht mehr euch selbst, dann seid ihr eurem Ziel nahe und habt es erreicht. Das dauert aber euer ganzes Leben, bis die Seele den Körper abgestreift hat. Richtet euch nur, die Wallfahrt nach Lourdes zu machen, auch N. Das soll die Krone sein, eine Siegeswallfahrt.“

655 Am 6. Dezember 1904

„Was ist das doch für eine Verkehrtheit in der katholischen Welt, daß die Guten beständig sich widersprechen.“

Jesus: „Meine Tochter, Ich habe Mich nicht, wie N. meint, ganz in dir zurückgezogen. Ich richte Mich nur nach den Verhältnissen Meiner Kinder, und weil jetzt dein Geist anderweitig beschäftigt ist wegen der Last, die auf dir liegt infolge der Krankheit deiner Schwägerin, kann Ich dich nicht viel in Anspruch nehmen. Aber er soll nur abwarten, bis wieder andere Zeiten kommen, dann lasse Ich Mich wieder mehr hören und sehen.

Für jetzt aber kann Ich nur sagen, daß es Mir sehr mißfällt, daß hier beständig und beständig so gegen das Gute gearbeitet wird, gegen diejenigen, die das Gute anstreben, und daß man sich nicht verstehen kann, Hand in Hand zu arbeiten mit den treuen Seelen. Was ist das doch für eine Verkehrtheit in der katholischen Welt, daß die Guten beständig sich widersprechen. Und wenn sie sich die Lunge und Leber herauspredigen, so wird es hier in Mainz nicht anders, bis sie mit dem Geist einverstanden sind und ihn in sich aufnehmen; denn das Volk will Beispiele sehen und will wissen, daß man auch wirklich den Weg zu Gott finden kann. Bekämpfen sie aber die Guten fortwährend, so werden die Lauen noch lauer und werden bestärkt in ihrer Lauheit, weil, obwohl sie äußerlich schimpfen, sie sich doch innerlich sagen: ‚Ja, wenn die nicht den rechten Weg haben, dann braucht man sich auch keine Mühe zu geben, den schmalen Weg zu finden.‘ So fahren sie in ihrer Lauheit fort; damit ist nichts gewonnen. Wenn sie auch glauben, es gehe so, so wäre das nur scheinbar; denn die Lauen fallen immer wieder zurück, weil sie dem Vergnügen mehr nachlaufen als dem Guten. Der wahre Christ hat in sich so viel Freude und Trost, daß er alles das nicht braucht, womit sie jetzt meinen, die Katholiken zu gewinnen. Der wahre Christ kann all diese vergänglichen Freuden entbehren. Das muß dem Volk beigebracht werden, und solange sie nicht Hand in Hand mit dem Geist gehen, können sie nichts ausrichten.“

656 Am 7. Dezember 1904

„Denn ein einziger Akt der Gottesliebe, erweckt in der katholischen Kirche, und eine einzige Gnade sind mehr wert als all die frommen Werke und Andachten, die sie im Irrglauben hält.“

Nach der heiligen Kommunion sagte ich zum Herrn:

Barbara: „Jetzt bist Du bei mir, so sage mir, was ich N. schreiben soll?“

Jesus: „Schreibe, die Dame und ihre Familie mögen sich prüfen. Wenn sie nicht aus Eigenliebe, um gesund zu werden, sondern aus reiner Liebe zu Gott übertritt zum katholischen Glauben, weil sie erkennt, daß die katholische Kirche die wahre, von Mir gestiftete Kirche sein muß, so wird sie gesund werden, wenn sie auch ihr Leben lang etwas leidend bleibt. Sie soll sich freuen auf ihren Eingang in die Ewigkeit. Denn ein einziger Akt der Gottesliebe, erweckt in der katholischen Kirche, und eine einzige Gnade sind mehr wert als all die frommen Werke und Andachten, die sie im Irrglauben hält. Die Seele, die es erkennt, soll dann auch den Schritt tun. Sie wird sehen, wenn sie hinüberkommt, wie sie all denjenigen danken wird, die ihr die Veranlassung dazu gegeben haben.

Sie soll darum den Schritt tun und glauben, daß ihre Gesundheit sich viel heben wird, und für das, was sie dann noch zu leiden hat, bekommt sie in der Ewigkeit eine herrliche Krone.“

657 Unbefleckte Empfängnis am 8. Dezember 1904

„Das war ein so großes Wunder der göttlichen Liebe, daß die ganze Welt heute nicht genug staunen und anbeten kann diese Liebe Gottes.“

Barbara: Ich war den ganzen Morgen so überschüttet mit Gnaden, daß ich nichts sah und hörte. Der liebe Heiland sagte:

Jesus: „Dieser Tag ist gleich dem Meiner Geburt, Meiner Auferstehung und der Sendung des Heiligen Geistes, weil das das größte Wunderwerk ist, das Ich gewirkt habe, daß Ich Meine heilige Mutter befreit von allem Makel der Erbsünde. Sie allein hatte das Vorrecht. In dem Augenblick, wo ich Sie erschaffen, hatte Ich das große Wunder gewirkt und Sie göttlichen Ursprungs erschaffen. Satans Werk hat Sie nicht berührt. Das war ein so großes Wunder der göttlichen Liebe, daß die ganze Welt heute nicht genug staunen und anbeten kann diese Liebe Gottes, da Ich das als Vorbereitung getan habe, weil Ich in den Schoß Mariens habe herabsteigen wollen.“

Barbara: O was muß es schön sein im Himmel! Ich war im Überguß von göttlicher Liebe und in der Vereinigung mit dem Himmel. Ich spürte nichts mehr von allen Beschwerden. Wie wahr ist es, was Er in mir wirkt. Ich darf nicht mehr zweifeln. Wie ist Gott so gut! Ich kann diese Herrlichkeit nicht wiedergeben. Der Herr sprach so lieb und zutraulich:

Jesus: „Jetzt bist du überzeugt, jetzt zweifelst du nicht mehr, jetzt weißt du wieder, daß Ich es bin.“

Barbara: Der Herr zeigte mir, ein wie großer Schaden es ist, daß so ein Zwiespalt ist zwischen den Priestern und den treuen Seelen, wie weh es Seinem Herzen tut, daß man diejenigen so bekämpft, die nach höherer Vollkommenheit streben wollen, und meint, man könne die Lauen herbeiziehen, indem man sich ihnen anpaßt und darauf dringt, daß alle das gewöhnliche Christenleben führen. Wie viel mehr könnte gewirkt werden, wenn die Priester diejenigen beförderten, die nach der Vollkommenheit streben und damit die anderen herbeizögen, daß sie sehen, daß die Frömmigkeit geübt werden kann, daß man auch ein Streben haben muß, und vieles auch erreichen kann, wenn man sich Mühe gibt. So werden die Lauen nur bestärkt in ihrer Lauheit. Die Menschen sollten ja alle gerettet werden, aber es könnte auf einem anderen Weg gemacht werden, wenn sie die Guten nicht so unterdrückten. Denn all die guten Werke und Entschlüsse, die durchgeführt werden, kommen aus dem Geist und müßten aus dem Geist kommen, aber aus dem Geist der Lauheit kann nicht viel Gutes herauskommen, eine laue Seele hat zu tun, daß sie mit Ach und Krach in den Himmel kommt.

Ich erfuhr auch, daß es gut wäre, wenn N. sich wieder einmal hören ließe zur Bekräftigung, und wenn er das über sich bringen könne, solle es ihm hoch belohnt werden.

658 Am 9. Dezember 1904

In der heiligen Kommunion sagte der Herr:

Jesus: „Wie kannst du zweifeln? Jetzt danke dir das einmal! Ist diese Gnade nicht mehr wert als die ganze Welt? Was kann es dir nützen und schaden, was die Menschen denken, und wenn sie dich hinauswerfen und spottweise die ‚heilig Babett‘ nennen, was kann es dir schaden? Und alle diejenigen, die es glauben, wie will Ich sie übergießen mit Gnaden. Was ist der wahre Glaube? Wo geglaubt wird und alle diejenigen, die glauben, daß Ich noch mit Menschen verkehre, die fähig sind zu guten Werken. Alle anderen, die das Übernatürliche nicht glauben, sind schwer zu guten Werken zu bewegen.

N. soll sich nicht fürchten. Zwar habe Ich die Bischöfe zu Fürsten gesetzt, jeder hat ein Stück von Meinem Reich zugeteilt bekommen, daß er es verwalte, und Ich habe ihnen die Binde- und Lösegewalt übergeben, so daß sie, wo sie es für gut finden, binden und lösen können, aber Zahlmeister bleibe Ich, obwohl es vorkommen kann, daß mancher keine Anerkennung findet bei Meinen Beamten. Wer das aber mir zuliebe erträgt, dem werde Ich es hoch belohnen. Deshalb behalte Ich Mir die Belohnung vor. Die ewige Belohnung und die ewige Strafe habe Ich in der Hand. Das soll man bedenken, wenn man recht zu leiden hat und soll auf Mich schauen, denn Ich zahle euch aus.“

Barbara: Ich sah wieder die liebe Mutter Gottes in ihrem Strahlenglanz und bat Sie für Frl. N., und Sie sagte, daß sie überzeugt sein soll, daß sie gesund werde, wenn sie aus Liebe übertritt.

659 Samstag am 10. Dezember 1904

Barbara: Abends beim Segen in der Kapuzinerkirche schloß ich mich recht an den lieben Heiland an und jubelte:

„Was bin ich Dir so dankbar! Ich will gewiß, wenn wieder Finsternis kommt, denken, man muß nicht immer Freude haben, weil Du doch gesagt hast, daß wir geistige Ehefrauen seien und mit Dir leiden müßten. Ach, wie danke ich Dir für all die Gnaden, daß die Menschen Dich so verherrlichen in Deiner Mutter.“

Der Herr war so lieb, ich hörte Seine Stimme:

Jesus: „Ja, auch Ich danke dir, daß du doch alles so nimmst, wie Ich es dir lege. Es ist immer gut gemeint, wenn Ich Mich auch lange Zeit zurückziehe. Ich bin noch immer derselbe, der Ich war in der Zeit, wo Ich alle Woche mit dir verkehrte; denn du bist ja das auserwählte Gefäß, dem Ich Mich mitteilen und dessen Ich Mich bedienen will, um andere zu trösten, zu belehren, zu warnen und zu strafen.“

Barbara: Alsdann merkte ich auf den Segen, der gerade gegeben wurde, und sagte dann: „Rede nur jetzt weiter, o Herr!“ Ich hörte aber nichts mehr. Ich sagte: „Ich will gerne noch da bleiben. Was willst Du mir denn noch sagen?“

Jesus: „Warte bis morgen früh. Morgen werde Ich dir durch Meine liebe Mutter noch Weiteres sagen.“

Barbara: „Wo soll ich denn hingehen, damit ich mich Dir ganz hingeben kann, wo ist es Dir am liebsten?“

Jesus: „Gehe wie immer in deine Pfarrkirche, dort kommuniziere, und komme dann hierher in die Kapuzinerkirche und da bleibst du, bis das Amt um acht Uhr beginnt, dann gehst du in den Dom wie immer.“

660 Sonntag am 11. Dezember 1904

„Das ist auch ein Zeichen von Stolz, wenn man immer wieder von neuem getröstet und ermuntert sein will.“

Barbara nach der heiligen Kommunion: „Jetzt halte ich Dich beim Wort, wie Du mir versprochen. Was wolltest Du denn noch sagen?“

Maria: „Meine Tochter! Du hast Mich gebeten, zum Fest Meiner Unbefleckten Empfängnis ein Wort des Trostes zu hören für alle deine Freundinnen, nicht nur für diejenigen, die eng mit dir verbunden sind, sondern auch für die fernstehenden. Dieses Wort des Trostes will Ich dir sagen: Gehet alle ruhig weiter! Lasse sich keine beirren, wenn manchmal der Weg etwas dunkler wird, und wollet nicht immer getröstet sein. Wißt, daß ihr immer auf Mich schauen sollt, daß Ich euer höchstes Vorbild bin, das Vorbild für alle Jungfrauen, besonders für euch, ihr Mitglieder des Liebesbundes.

Ich war nicht gesegnet mit zeitlichen Gütern vom lieben Gott, so daß Ich viele außergewöhnliche Werke hätte verrichten können. Dies tat Er aus der weisen Absicht, damit alle an Mir ein Vorbild hätten, auch die armen Jungfrauen, die nichts besitzen. Ich hatte auch nicht die Gabe, Wunder zu wirken, vom lieben Gott bekommen. Ihr werdet nie hören und gehört haben, daß Ich Wunder gewirkt und dadurch die Augen der Menschen auf Mich gezogen. Mein Leben ging ganz still und unbemerkt vorüber. Als die Zeit gekommen war, wo Mein Sohn Sein öffentliches Lehramt antrat, wußte Ich nichts Besseres mehr zu tun, als Ihm nachzufolgen, Seine Worte zu hören und sie in Meinem Herzen zu erwägen, und dann aber für alle, die sich an Mich wandten, zu verwerten. Dann habe Ich alle getröstet, belehrt und aufgerichtet, deren Mut gesunken war. Ich hatte immer ein Wort für alle Kleinmütigen, Bedrückten und Betrübten, das Ich herausnahm aus dem Schatze, den Ich Mir gesammelt beim Umgang Meines lieben Sohnes.

Dazu ist auch der Liebesbund. In demselben hat der Herr auch einen Schatz niedergelegt, von dem sich jeder nehmen, sich ermuntern und aufrichten kann.

Ihr sollt gar nichts aus euch machen, ganz ruhig dahingehen, nicht forschen, ob es jemand annimmt, ob es später einmal zur Anerkennung kommt. Das alles ist für euch von keiner Wichtigkeit. Ruhig und demütig dahingehen! Das ist auch ein Zeichen von Stolz, wenn man immer wieder von neuem getröstet und ermuntert sein will. Diese Worte will Ich an alle Liebesbundmitglieder gerichtet haben, damit sie sich in all den verschiedenen Verhältnissen, wo sie stehen, und in allen Vorkommnissen daran erinnern. Denn es ist dir ja vom Beichtvater erlaubt zu sagen, was die Seele befördern kann im Streben nach dem Guten, und das ist etwas Wichtiges. Diese Erlaubnis ist ein Ausguß Meiner Freude, weil Ich so verehrt werde.“

661 Am 12. Dezember 1904

„Wenn ihr Mir eine Freude machen wollt und Mich für all den Undank Meiner Kinder entschädigen wollt, dann müßt ihr recht eifrig Meine Mutter verehren.“

Barbara: Am Montag sagte der liebe Heiland, daß Er Sich so freue über die Verherrlichung Seiner Mutter. Als ich die heilige Hostie bekam, hatte ich eine solche Süßigkeit und Lieblichkeit im Geschmack, als ob alle Süßigkeit der ganzen Welt darin enthalten wäre; nicht zu beschreiben!

„Wie fühlbar hast Du mir Deine Nähe gezeigt!“

Jesus: „Das ist die ausströmende Freude Meines Herzens, weil Meine Mutter so verehrt wird, und wenn ihr Mir eine Freude machen wollt und Mich für all den Undank Meiner Kinder entschädigen wollt, dann müßt ihr recht eifrig Meine Mutter verehren. Und Meine Mutter freut Sich ebenso, wenn ihr Mich verehrt. Deshalb können alle große Gnaden erlangen, die das befolgen, die überschütte Ich mit Gnaden.“

662 Fest des hl. Thomas am 21. Dezember 1904

„Wenn auch mit dichten Finsternissen bestreut, ist doch der Weg ein lichtheller, klarer, solange ihr euren Blick nicht von Mir abwendet.“

Barbara: Als ich kommuniziert hatte, hörte ich die Stimme des Herrn. Es wurde mir so warm im Herzen, ich fühlte Seine Nähe. Er zeigte Sich ganz auffallend und sagte:

Jesus: „Fürchte dich nicht, du kleine Herde, denn es hat Meinem Vater gefallen, dir das Reich zu geben! So habe Ich einst Meinen Aposteln zugerufen, und diese Worte rufe Ich auch euch zu: Fürchte dich nicht, du kleine Herde. Ihr seid diejenigen, die wie Meine Apostel den Weg gehen müssen und sollen, wie Ich ihn gegangen, um durch das Beispiel andere aufzumuntern.

Bei Mir muß euer Ziel gesteckt sein. Sage dieses jedem Mitglied des Liebesbundes, daß niemand irre werde auf dem Weg. Ein jedes Mitglied muß sein Ziel bei Mir stecken und Mich nicht aus dem Auge verlieren. Nicht ist das euer Ziel, wie die Wege beschaffen sind, sondern wie Ich euch führe auf den Wegen, die ihr zu wandeln habt, ob die Wege dahinaus kreuzen oder dorthinaus; wenn auch mit dichten Finsternissen bestreut, ist doch der Weg ein lichtheller, klarer, solange ihr euren Blick nicht von Mir abwendet.

Sage deiner Nichte Anna, sie soll nicht von der Stelle weggehen. Ich habe sie dort hingeführt, wenn sie auch gar nichts wirken kann und viele Leiden hat. An den Kindern kann sie doch etwas wirken. Sie soll nur nicht heimgehen, lieber ins Spital, wenn es mal nicht mehr geht. Denn wenn sie nach Haus geht, entzieht sie sich viele Gnaden.

Wäre N. hiergeblieben, die Ich doch so liebevoll an Mich gezogen und mit Meinen Liebkosungen überhäufte, so wäre sie nicht auf Abwege gekommen. Was tut es Mir so leid, daß sie wieder so in den Weltgeist hineingekommen ist. Weil die Familie zu viel an der Welt hängt, und sie auch diese Neigung in sich stecken hat, weil sie aus dieser Familie herausgenommen ist, so war ihr Herz gleich gefangen durch den Weltgeist. Das ist der Haken, womit Satan sie angelt, daß sie zuviel an dem Zeitlichen hängt. Dadurch ließ sie sich verleiten, sich umzuwenden. Besser wäre sie fern vom Elternhaus geblieben. Sie könnte dem Zuge der Gnade besser nachkommen.

So ist es auch besser für deine Nichte. Die Leiden habe Ich ihr nur gegeben als Zaum, damit sie nicht abweiche vom rechten Ziel, sondern geraden Weges auf Mich lossteuere. Freut euch doch, Meine Kinder, wenn auch die Werke, die ihr tut, von vielen nicht erkannt werden, weil sie die Vorgesetzten nicht sehen und ihr deshalb verkannt werdet. Gerade das ist das Gute, da bleibt der Stolz fern, die Ehrsucht wird euch erspart. Ich aber bin Derjenige, der alles das durchschaut und es zu würdigen weiß, alle die Werke, die Ich euch so angebe. Ich fügte dies so, daß alles in der Demut gehalten ist.“

Barbara: Als ich den heiligen Antonius bat, sah ich ihn so freundlich und bereit zu geben wie ein reicher Herr, der jemand gut leiden kann und etwas für ihn übrig hat. Er sagte:

Antonius: „Sage meiner Dienerin, sie soll sich nicht ängstigen, es gehe diese Sache ganz glatt ab. Siehe, wie bereit ich bin, all ihre Bitten entgegenzunehmen, weil sie mich so ehrt und so große Opfer bringt.“

663 Am 26. Dezember 1904

„Die Christen sollen Mir Sühne leisten für die vielen Völker und falschen Religionen, wo Ich keine Freude daran habe.“

Jesus: „Ich will dieser protestantischen Dame (die an Krebs leidet und von den Ärzten aufgegeben ist), das Leben schenken, so daß sie noch längere Zeit lebt, aber nur zu Meiner Verherrlichung. Wenn Ich aber das Wunder gewirkt habe, dann verlange Ich auch die Dankbarkeit. Dann soll die Familie daraus schließen, daß sie im Irrtum gewesen ist, wenn Ich jemand das Leben schenke, nur um sie zur Überzeugung zu bringen, daß es nur eine wahre Kirche gibt, und das ist die katholische Kirche.

Wenn der Übertritt aber geschehen ist, wünsche Ich von N., daß er sich an die Mainzer Geistlichkeit wendet und ihr zu wissen tut, daß Ich verlange, daß sie nicht mehr, wie seither immer, gegen Mein Werk arbeiten; denn es bliebe nur unter dem gläubigen Volk, es komme gar nicht an die Öffentlichkeit, an die Ungläubigen, denn es soll im stillen so weiter geschafft werden. Aber das kleine Häuflein, das Volk außerhalb, schaut auf die Priester von Mainz. Es könnte viel mehr Gutes geschehen, wenn sie dazu stünden.

Sage Frl. N., daß dein Bischof wünscht, daß du von dem, was du innerlich erfährst, nur das mitteilst, was der Menschheit zum Seelenheil dienlich ist.“

Barbara: Der Herr tadelte mich liebreich, daß ich mich zu viel sorge und kümmere wegen dem Umzug, denn mit dem 1. Januar 1905 beziehen wir eine Privatwohnung.

Jesus: „Ich bin nicht dagegen, daß man alle seine Berufspflichten erfüllt und seine Kräfte in Ausübung derselben betätigt. Ich erlaube, daß man seine fünf Sinne gebrauche, aber das Herz muß frei bleiben. Inmitten der Arbeit muß die Seele sich Meiner zuweilen erinnern.

Die drei Weihnachtstage lebe noch wie im Advent, zur Sühne für so viele Menschen, die diese Tage entheiligen. Sage allen Liebesbundmitgliedern, daß sie nach jedem Hauptgottesdienst öffentlich das Krippchen besuchen zu Ehren der Verdemütigung, daß Ich Mich würdigte, Mich in eine arme Krippe legen zu lassen, zur Sühne für so viele Menschen, die als Meine katholischen Christen äußerlich in Meinem Herzen eingeschrieben sind, die aber nicht an Mich denken. Die ganze Christenheit ist in Meinem Herzen geborgen wie in einem großen Palast, und jeder katholische Christ ist eine Zierde am Bau Meines Herzens. Bei denen, die Mich verschmähen, die Mich nicht lieben, die kalt und gleichgültig sind, sind die Plätze leer. Die Zierde ist abgefallen.

So ist es aber vielfach der Fall in der Christenheit. Die Christenheit ist Mein Herz. Die Christen sollen Mir Sühne leisten für die vielen Völker und falschen Religionen, wo Ich keine Freude daran habe. Sooft ihr an einer Kirche vorbeigeht, reißt euch einen Augenblick los, um nur zu danken, daß Ich Mich so erniedrigte, und um Sühne zu leisten.

Das Leiden hast du Weihnachten nicht bekommen, weil es nicht mehr notwendig ist, daß Ich deine äußeren Sinne peinige. Das gab Ich dir nur, weil es an die Öffentlichkeit kommen sollte. Deshalb ließ Ich auch die Verfolgungen zu, damit es bekannt werde. Hätte Ich immer still im Herzen mit dir verkehrt wie seither, hätte es niemand geglaubt, und es wäre nicht hinausgedrungen.

Ihr sollt nicht immer neue Tröstungen verlangen. Ich komme, wann Ich will. Alle Anliegen, die dir empfohlen werden, werde Ich erfüllen, aber zu gelegener Zeit und auf die Weise, wie es Mir paßt. Wenn es wahr ist, daß Ich im Sakramente wohne, warum soll es nicht wahr sein, daß Ich auch mit euch verkehre? Warum will man das so bekritteln?“

664 Am 9. Januar 1905

Als ich kommuniziert hatte, hörte ich die Stimme des Herrn:

Jesus: „Meine Tochter, tue es nicht, daß du Mich so lau und kalt abweisest. Ich habe Meine Freude daran, Mich mit dir zu unterhalten!“

Barbara: „O Herr, ich will Dir nicht widerstehen, aber bei den Verhältnissen kann ich nicht anders, ich muß so machen. Du mußt Dein Werk selbst durchführen.“

Jesus: „Werdet nur nicht irre, wenn auch manches Unangenehme vorkommt, so daß es scheint, als täte alles nichts nützen. Bedenket, was es für Früchte trägt im allgemeinen unter den frommen Seelen. Alle göttlichen Werke sind auf demselben Weg gegangen. Bei allen denen, die Ich zu etwas berufen, muß alles langsam vorwärtsgehen, so wie Ich auch die Kirche gegründet, von der doch die ganze Welt jetzt durchdrungen ist. Durch einzelne Seelen hat sich die Kirche ausgebreitet, und geradeso ist es mit diesem Werk. Ich lasse es so zu, daß aus weiter Ferne Briefe zu euch kommen, damit ihr seht, wie es vor sich geht. Unter frommen Seelen trägt es Früchte. Sie lieben Mich mehr, dienen Mir eifriger, und alle, die gehört, wie gut Ich bin, haben mehr Vertrauen.“

Barbara: Ich hielt alsdann sehr an für die verstorbenen Liebesbundmitglieder und sagte: „Du hast es uns versprochen!“

Jesus: „Ja, das will Ich auch, du bekommst sie, du mußt noch mehr bitten!“

Barbara: Ich opferte beständig auf und bei der letzten heiligen Messe sah ich sie, wie sie in den Himmel eingingen.

Jesus: „Den Jüngling von S. schenke Ich dir im Hinblick auf die Verdienste der Schwester seiner Mutter, denn seine Mutter hat viel von ihrem Geist geerbt und Frl. E.S. und Frau H.“

Frl. S.: „O wie bin ich dir so dankbar, daß du heute so angehalten hast, und sage N., wie glücklich wir sind. Man erkennt das Glück, ein Mitglied des Liebesbundes zu sein, erst dann, wenn man ausgegangen ist aus dem Leib. Was werdet ihr zu sehen bekommen, besonders ihr drei, weil ihr so viel durchgemacht habt? Wir alle miteinander dürfen an euer Sterbebett kommen, um euch abzuholen.“

Eine Lehrerin aus Rheinpreußen schreibt am 3. Januar 1905: „Während meiner Weihnachtsferien hatte ich das große Vergnügen, drei dicke Hefte voll Aufzeichnungen einer Barbara aus Mainz zu lesen, und zwar las ich alles mit großem Interesse. In den Aufzeichnungen habe ich so vieles Schönes, Erbauliches und doch so Einfaches gefunden, wie es der klare Verstand bei ruhigem Nachdenken sagen muß, also nichts Unvernünftiges oder Widersinniges. Manches hat mir große innere Freude verursacht, zum Beispiel über das Gebet für die Armen Seelen und die Bekehrung der Sünder, da ich seit langem schon alles Gute für diese zwei Zwecke aufopfere. Anderes benahm mir den Kleinmut, da ich immer fürchtete, der liebe Gott habe kein Wohlgefallen an mir, und ich dürfe mich nicht so oft der heiligen Kommunion nahen. Alles, was von Gottes Güte und Barmherzigkeit handelt, hat mich sehr erfreut. Ferner das Schweigen im Leiden, die Geduld im Verkehr mit anderen und im Leiden.“

665 Am 10. Januar 1905

„O wenn die Menschen wüßten, daß Ich sie mit so großer Freude erwarte, um Mich mit Ihnen zu unterhalten im Heiligsten Sakrament, damit sie es anderen mitteilen.“

Barbara: Ich betete für einen reichen Herrn, der auf der Romreise vor zwei Jahren gestorben war – wiewohl er seine Ostern nicht gehalten, dessen Frau aber viel Gutes tut – und sagte zum Herrn:

„Du hast mir doch versprochen, ihn Weihnachten zu erlösen. Wenn Du willst und Deine Ehre damit befördert werden kann, so tue es mir doch zu wissen.“

Jesus: „Ich habe ihn zwar aufgenommen, wie Ich versprochen, aber er hat den allergeringsten Grad der Seligkeit erlangt, weil er in seinem Leben Mich nicht viel geachtet hat. Viel lieber ist Mir ein Sünder, der Mich sucht und nach Mir verlangt und an seine Seligkeit denkt, wenn er auch manchmal in schwere Sünden gefallen ist, dann sich aber wieder aufrafft, seine Sünden bereut, Mich wieder liebt und besucht.

Ich will besucht sein von den Menschen, Ich will, daß Meine Geschöpfe Mich ehren. Darum ist Mir ein Sünder, der recht tief gefallen ist, Mich aber wieder besucht, lieber, als ein Mensch, der Mich nicht aufgesucht in Meinem Tempel, dem Ich ein gleichgültiges Ding gewesen bin im Leben; und wenn er seine Sünden bereut und er bittet Mich um Verzeihung, und wenn es am Ende seines Lebens ist, und er stirbt in der Reue, erlasse Ich ihm die Strafe, die Ich ihm zugedacht und gebe ihm einen viel höheren Grad der Seligkeit als einem, der seine Religion nicht ausübte. So behandle Ich diesen Verstorbenen in der Ewigkeit, obwohl Ich ihn aufgenommen, weil viel Gutes für ihn getan wurde. Auch hat die Pilgerfahrt nach Rom seine Seligkeit befördert. Wenn der Mensch Mich sucht und begehrt, und wenn er ein noch so großer Sünder ist, kann Ich es wieder vergessen. Aber der Mensch, der Mich nebenhinstellt als ein unbekanntes Ding, als wisse er nichts von Mir und wolle nichts von Mir wissen, ist Mir verhaßt.

Sage N., Ich werde Meine Hand über das Werk halten. N. wird nicht sterben, bis es fertig ist!“

Barbara: Ich bat den Herrn für eine Seele und der Herr erwiderte:

Jesus: „Sage ihr nur, sie soll sich bestreben, Mir treu zu dienen und gutzumachen, was sie versäumt. Sie könne nichts Besseres tun, als daß sie um so mehr Mich jetzt liebt, wie sie Mich früher vernachlässigt hat. Sie soll ihrem Sohn dadurch beweisen, daß der Geist Gottes weht in den Schriften, die sie liest, daß sie um so liebenswürdiger ist und ihre Beschwerden um so geduldiger erträgt, damit er sieht, daß ein anderer Geist in sie gekommen ist.

So kann sie ihn herbeiziehen. Es ist immerhin in denjenigen, die das verwerfen, ein geheimer Stolz, der alles Übernatürliche über einen Leisten ziehen will. Man muß die Sache erst untersuchen und prüfen, ehe man etwas so kalt beurteilt.

Überhaupt ist das viele Kritisieren über die Dinge, die Ich wirke, ein großes Unrecht. Dadurch wird viel vernachlässigt, was besser gemacht werden könnte, wenn sie es annehmen würden. Es ist doch Lehre der katholischen Kirche, und diese Lehre ist die Wahrheit, daß Ich im Sakrament unter euch wohne. Da Ich nun doch da bin für die Seele und nicht für die Wände, um die Seele zu trösten und aufzurichten, warum wollen sie es Mir absprechen, ob es auch wahr sei, daß Ich Mich dir mitteile? Wie warte Ich, bis eine Seele kommt, die Mich versteht, und wie unterhalte Ich Mich so gern mit euch Menschen, wenn man nur Mich versteht. O wenn die Menschen wüßten, daß Ich sie mit so großer Freude erwarte, um Mich mit Ihnen zu unterhalten im Heiligsten Sakrament, damit sie es anderen mitteilen.

Und nun, wenn ein Freund eine weite Reise macht in ein fernes Land, um seinen Freund dort zu besuchen, wäre der Freund zufrieden, wenn du hingingst und ihn anschautest und wieder fortgingest, ohne ihm weitere Mitteilungen gemacht zu haben? Obwohl die Freude des Wiedersehens groß ist, hätte der Freund doch nichts davon, und beide wären nicht zufrieden.

Ich aber bin doch der beste Freund, der je auf der Welt gewesen ist, und der größte Liebhaber der Seele. Ich habe den schönen Himmel verlassen und bin in das fremde Land der armseligen Welt herabgestiegen, um euer Freund werden zu können, und nun sollte Ich stumm und still unter euch verweilen? Nein, Ich will mit dir reden; höre Mich nur an!“

666 Am 16. und 18. Januar 1905

Barbara: Ich opferte den ganzen Morgen für den verstorbenen Priester N. auf, aber ich sah ihn immer so traurig und zurückhaltend, als wollte er sagen, ich bin nicht würdig. Ich rief den heiligen Antonius und den heiligen Franziskus an und sagte: Weil er mein erster Beichtvater war, so gebt mir doch den Geist und lehret mich doch, wie ich beten soll. Ich ging dann und flehte bei der lieben Mutter Gottes von Lourdes:

„Wir haben Dich doch schon besucht, so hilf mir doch bitten Deinen lieben Sohn, daß er befreit wird.“

Ich hörte eine Stimme: „Geh in die heilige Messe nach Quintin, dort wirst du seine Befreiung erlangen.“

Als ich in die Kirche eintrat, hatte ich eine besondere Freude in mir, eine gewisse Versicherung, daß ich die Gnade erlange. Ich betete mit solcher Innigkeit, daß ich in eine andere Welt versetzt war. Ich bat und flehte, ich will nicht meinen Willen durchsetzen, aber wenn es nur halbwegs möglich ist, so gib ihn mir doch. Bei der heiligen Wandlung sah ich einen großen Glanz in der heiligen Hostie und erhielt eine Zusicherung, daß mein Gebet erhört werde. Als es zur Kommunion schellte, kam der Verstorbene herbei und war da, bis der Priester die heilige Hostie genoß. Da ging er in Gott ein.

Auf einmal kam er und hatte sein Ordenskleid an. Es sah aber keinem Ordenskleid mehr gleich, denn es war mit glänzenden Diamanten reich besät. Er sagte:

Priester (†): „Wie danke ich dir für die Mühe, die du dir angetan hast, und ich sage all denjenigen ein recht herzliches ,Vergelt‘s Gott!‘, die seit dem Tag, an dem ich gestorben bin, für mich gebetet, für die Opfer und Tränen, die sie mir dargebracht; denn ich gehe jetzt ein in die Freude meines Herrn, um die Krone in Empfang zu nehmen, die meiner wartet, und die unser heiliger Vater Franziskus mir aufsetzen wird. O wie kurz ist die Strapaze, und wie groß ist der Lohn, wie überaus groß. Wie bin ich jetzt so froh, daß ich mit solcher Entschiedenheit durchgegangen bin und nichts nach mir gefragt habe. Was sind die so glücklich, die in dem Orden sind und die den richtigen Geist erfaßt und nichts nach sich gefragt. Was freut es mich, daß ich von allem Anfang an es so gemacht habe. Ich habe mir die Krone verdient vom ersten Anfang meines Ordenslebens an. Dort hat mein Tod schon angefangen, als ich mich so entschieden einsetzte. Sage meinen Brüdern, daß es kein Schaden ist, daß ich in vollem Mannesalter hinweggerafft wurde, wo ich noch so viel hätte wirken können; im Gegenteil, man kann der Kirche mehr nutzen, wenn man in ganz kurzer Zeit sein Leben verzehrt.“

Barbara: Er ließ mich in einer ungemein großen Wonne zurück.

Jesus am 18. Januar 1905: „Ich lasse es manchmal zu, daß Lieschen sich Gedanken macht über dieses und jenes, was nicht der Fall ist, damit sie damit ihre Unvollkommenheiten sühne. Daß Luise jetzt schon von ihren Freundinnen gerühmt wird, ist der Lohn dafür, daß sie sich Mir hingegeben und sich so viele Mühe gab mit den Schriften.“

667 Samstag am 21. Januar 1905

„So wie Ich zu Meinen Lebzeiten immer in Gleichnissen gesprochen habe, so auch hier. Ich spreche alles in Gleichnissen, und ihr nehmt es buchstäblich und laßt euch dann verwirren.“

Weil ich samstags aus Gehorsam von der heiligen Kommunion zurückbleibe, so sagte ich zum Herrn:

Barbara: „Jetzt ersetze Du mir, denn Du weißt, daß ich aus Gehorsam Dich nicht empfangen kann!“

Ich fühlte sogleich Seine Nähe und sagte:

„O Herr, ich bin so gedrückt, weil ich doch meine, daß Du mir versprochen hast, daß ich unter Pater A. sterben werde. Jetzt sind aber Pater Alfons und Pater Ambrosius gestorben, und es ist also unrichtig, was ich gehört!“

Der Herr war so lieb und goß mir eine solche Freude ein, die nicht zu beschreiben ist.

Jesus: „Wie kleinlich bist du doch, daß du Meine Sprache nicht verstehst. Damals, als Ich diese Worte an dich richtete, handelte es sich nicht darum, ob du zu Pater Alfons oder zu Pater Ambrosius beichten gehst. Damals handelte es sich darum, dein Gemüt zu beruhigen über den Verlust deines Bruders, weil du glaubtest, durch seinen Tod deine Existenz zu verlieren und diese Stadt verlassen zu müssen. Damit gab Ich dir die Versicherung, daß du nicht mehr aus Mainz gehen werdest, daß Ich hier deine Existenz sichern werde, und daß du immer in der Nähe von diesen Ordensmännern sein werdest, und es kommt auch die Zeit, wo du wieder unter ihrer Leitung stehen wirst. Du mußt nicht immer alles beim Buchstaben nehmen.

So wie Ich zu Meinen Lebzeiten immer in Gleichnissen gesprochen habe, so auch hier. Ich spreche alles in Gleichnissen, und ihr nehmt es buchstäblich und laßt euch dann verwirren. Und wenn es dann zu einem Spott kommt, weil die Menschen gerade darauf ausgehen, um etwas herauszufinden, um einen Stein auf euch werfen zu können, dann laßt ihr euch verwirren. Ihr müßt nicht betrübt werden, wenn ihr reden hört von solchen Dingen, die euch zum Spott gereichen. Denn gerade darin liegt euer Verdienst, daß ihr das alles nicht mehr beachtet. Schauet nicht auf die Menschen, was sie denken, ob sie es glauben oder nicht.

Ich verbiete dir, je noch einmal den Wunsch zu äußern, weder in Gedanken noch in Worten, daß die Worte Anerkennung finden, die Ich zu dir gesprochen habe, weder du noch deine zwei Freundinnen, besonders Luise, weil sie sich so viele Mühe gab und deshalb wünscht, daß es vorwärts geht. Ihr sollt gar nichts tun, weder in Gedanken noch in Worten. Das muß euch ganz gleich sein. Das ist euer Verdienst, daß ihr nicht auf den Ausgang schaut, ob es eine Frucht trägt oder nicht. Ruhig Tag für Tag dahingehen, und das, was Ich euch angebe, tun, aber alles ganz im stillen, nichts übereilen und nicht euch beunruhigen, wenn ihr es einmal nicht tun könnt. Die kleinen Opfer, die Ich euch angebe, die ihr bringen müßt, will Ich euch sehr hoch anrechnen; denn es freut Mich jedesmal, wenn ihr den Wunsch, den Ich bei dir am ersten Weihnachtstage geäußert habe, erfüllt. Damals hatte Ich schon die Absicht, euch vorzubereiten auf die Verdemütigung, die jetzt kommt, die Ich euch dadurch angetan habe. So soll auch N. tun. Sich nicht darum kümmern, ob andere glauben oder nicht, nicht müde werden und nicht schlaff, immer die Freudigkeit des Gemütes recht anstreben und bewahren.

Morgen ist das Fest der Heiligen Familie von Nazareth. Darauf sollt ihr hinschauen, deswegen komme Ich heute, um euch zu belehren. Das soll euer Vorbild sein. Die Heilige Familie von Nazareth ist ein Vorbild eurer Familie. Sage deiner Schwägerin, sie wäre das Zentrum, von ihr hinge alles ab, der Friede in der Familie. Sie soll ihn aber auch zu bewahren suchen in der Einheit und im Frieden der Familie. Das wäre ein so großes Glück, da wäre alles mit einbegriffen. Sie soll dankbar sein für all das, was Ich ihr getan, denn Mir hat sie alles das zu verdanken, daß sie so ein braves Kind hat. Was hat sie sonst noch zu wünschen? Sie soll das kleine Kreuz tragen.

Auch ihr drei sollt das Vorbild sein der Heiligen Familie, indem ihr gesinnt seid wie die Heilige Familie, so einig in der Gesinnung. Was die eine will, soll die andere zufrieden sein in allem, was auf Meine Ehre abzielt.

Sage deinen beiden Freundinnen, daß sie bei dem Beichtvater, den sie sich gewählt, bleiben sollen und nicht wechseln, damit der Beichtvater auch klar sieht und ein Urteil abgeben kann.

668 Montag am 23. Januar 1905

Barbara: Ich dankte dem lieben Heiland recht innig für die Verdemütigung und war sehr freudig darüber. Ich wandte mich an die liebe Mutter Gottes und sagte:

„Ich will zu Ehren Deiner sieben Schmerzen die heilige Messe aufopfern zur Danksagung für die Verdemütigung. Ich bin ganz zufrieden, wie Ihr es macht und freue mich, wenn ich mich wirklich getäuscht haben sollte, daß andere es erkennen, und ich doch in der Ewigkeit nicht anders scheine, als ich bin, und ich bitte Dich, opfere Deinem lieben Sohn in der Meinung die heilige Messe, daß ich drüben nicht getäuscht bin.

Maria: „Es ist recht, so sollst du es machen, aber nicht denken, daß du getäuscht bist. Mein lieber Sohn läßt so etwas zu, weil das viele Fragen, das von allen Seiten an dich gerichtet wird, Ihm nicht gefällt. Es wird mißbraucht, die Leute beachten und schätzen es nicht so, wie es sein sollte, sie tun es doch nicht, und so erreicht es seinen Zweck nicht. Er läßt darum eine Verdemütigung zu, daß es mehr Ruhe gibt und die Leute zurückbleiben mit Fragen. Mein lieber Sohn will Sein Werk säubern. Geht einfach ruhig eurer Wege. Es ist ganz recht so, wie es der Bischof macht, daß du keine Briefe beantworten sollst. Tue nur so weiter, wie er wünscht.“

669 Requiem für P. Ambrosius am 24. Januar 1905

„Daß wir Gott im Geist und in der Wahrheit anbeten und glauben, daß die streitende Kirche mit der triumphierenden Kirche so innig verbunden ist wie ihr Menschen untereinander.“

Barbara: Ich dachte an nichts, als ich plötzlich nach der Wandlung in mir eine Bewegung bemerkte, wie wenn etwas Außerordentliches kommt, wie es früher im Leiden der Fall war. In dem Augenblick sah ich, wie vom Antoniusaltar her ein Schein kam. Dies alles sah ich mit den Augen der Seele. Es war Pater Ambrosius. Er war so lieb, so verklärt, alles war so himmlisch, und ich war so glücklich, so überzeugt von der Wirklichkeit. So muß es im Himmel sein. Ich sagte:

„Bist du es denn, Pater Ambros? Habe ich mich denn nicht getäuscht? Bist du wirklich schon in der Glorie?“

P. Ambrosius (†): „Nein, du hast dich nicht getäuscht, und überhaupt hast du dich nicht getäuscht! Ich bin wirklich ein Kind der ewigen Seligkeit. Und wie preise ich den Herrn für die Stunde, wo ich dich kennengelernt habe. Aber sei nicht stolz darauf. Merke dir immer, daß du in der Demut wandeln mußt, daß du im letzten Augenblick noch fallen kannst und noch in den tiefen Abgrund der Hölle begraben werden kannst, solange noch das Fleisch an dem Menschen ist. Denn dadurch, daß ich dich zum Beichtkind hatte und dich so gefördert habe im inneren Leben durch meine Ermahnungen und Zusprüche, habe ich Anteil genommen an all den Gnaden, die durch dich in der ganzen Welt ausgegossen werden, aber doch nicht in dem Grad wie N.

Deshalb sage N., er soll sich freuen auf seinen Tod und um so mehr freuen, je mehr er verdemütigt, zurückgesetzt und verachtet werde von den anderen wegen seiner Tiefgläubigkeit. Denn dies alles geht mir ab, weil ich zwar innerlich geglaubt und mich immer gefreut habe, etwas zu hören von den Sachen, aber doch zu viel auf das Äußere geachtet und den äußeren Schein nicht haben wollte. Ich hatte zu viel Menschenfurcht.“

Barbara: In dem Augenblick sah ich Pater Ambrosius. Er war mit etwas umhüllt, wie mit einem Mantel umhängt. Unter diesem Mantel waren die Kostbarkeiten verborgen, aber nach außen hat es niemand gesehen.

P. Ambrosius (†): „Siehst du, so ist es in der Ewigkeit. Jeder wird belohnt nach seinen Verdiensten, aber derjenige, der sich auf besondere Tugenden verlegt und eine besondere Tugend mehr hervorleuchten läßt, ist durch die ganze Ewigkeit auch besonders ausgezeichnet in dieser Tugend. Das ist bei N. der Fall, wenn er eingegangen sein wird. Bei ihm leuchten dann die Tugenden des lebendigen Glaubens, der Demut und der Nächstenliebe und strahlen in glänzendem Licht, daß es auch die übrigen Bewohner des Himmels sehen. Und sooft dann wieder eine Seele in den Schriften liest und durch die Worte einen einzigen Akt der Gottes- oder der Nächstenliebe mehr erweckt, oder gar wenn eine Seele sich bekehrt und Gott mehr liebt, erfüllt jedesmal eine neue, unermeßliche Freude das Herz desjenigen, wie N. und ihr drei, die lebendig geglaubt, so daß eine ganz neue Glorie jedesmal in die Seele kommt, so daß sie sich von neuem freuen, ihre Glorie vermehrt zu sehen, weil sie der Ausgangspunkt sind, von dem das Gute ausgegangen ist.

So ist es in allem und auch mit mir, obwohl auch ich mich anschloß im verborgenen, aber diese Glorie und diese Freude, woran sich der ganze Himmel beteiligt, geht mir ab, obgleich auch ich eine große Freude und Glorie habe, aber was den Punkt anbelangt, wo ich hätte gewinnen können auf das Gute hin, das von dem Werk ausgeht, habe ich nur die Freude in mir selbst, wenn ich das höre wie Gott, weil wir teilnehmen an der Allwissenheit Gottes. Den anderen Bewohnern ist das verborgen. Sie sehen nicht, daß ich mitgewirkt.

Das ist so wahr, meine Tochter, daß ich jetzt bei dir bin und daß dein Geist mit mir vereinigt ist, wie es wahr ist, daß du noch einmal unter die Leitung von Patres, von Ordensmännern kommst. Weil ihr aber die Sprache Gottes nicht versteht, so ist dieses ein großes Verdienst für dich und alle, die es geglaubt haben, daß sie jetzt die Verdemütigung haben. Ihr hängt euch, weil ihr Gottes Sprache nicht versteht, immer an den Buchstaben auf, wie auch der Heiland den Pharisäern vorgeworfen hat, daß sie das Gesetz nur nach dem Buchstaben halten, und deshalb machen euch diejenigen, die zweifeln, verwirrt. Das sind aber lauter Kleinigkeiten.

Die Hauptsache ist, wie unsere Religion und unser Glaube lehrt, daß wir Gott im Geist und in der Wahrheit anbeten und glauben, daß die streitende Kirche mit der triumphierenden Kirche so innig verbunden ist wie ihr Menschen untereinander. Und wie das ein geistiges Band ist, so ist das auch nur ein geistiges Schauen und eine geistige Vereinigung, die euch mit uns verbindet. So ist es immer von jeher gewesen. O meine Tochter, wie mußt du auf den Knien Gott danken, daß du dieses erkannt hast, und daß du in den innigen Verkehr mit Gott, deinem Heiland, getreten bist. Besinne dich, was du aus dir bist an den Tagen, wo du keine Vereinigung hast. Ein Nichts, nichts, nichts als ein Nichts! Alle Menschen sollen sich prüfen, auch diejenigen, die so viel kritisieren und spotten über die Vereinigung einer Seele mit Seelen und mit Gott. Sie sollen sich einmal recht herzlich selbst prüfen, wie es vor sich geht, wenn man die Vereinigung mit Gott hat und wo sie zu suchen ist. Dann werden sie nicht kritisieren; denn so war es von jeher: nicht im Leib, sondern im Geist.“

Barbara: Auf einmal kam eine freudige Wallung in mein Herz, wie wenn es mitwallte. In dem Augenblick erhob sich Pater Ambros und zog fort gegen den Altar. Er ließ mich so überzeugt zurück, daß ich mein Leben dafür hergebe. Er legte mir auch so nahe, daß das unser Verdienst sei, daß wir glaubten. Was wäre die ewige Glückseligkeit, kein Mensch täte es begreifen. Sonst täten sie nicht so viel kritisieren und sich wegschaffen wollen über das, was Gott wirke.

P. Ambrosius (†): „Meine Tochter, sei fest überzeugt! Es ist nur zu wahr, und wenn noch so viele Verdemütigungen kommen, das sind lauter Kleinigkeiten, das sind nur die Buchstaben am Gesetz, aber nicht das Gesetz. Das deutet sich jeder, wie er es versteht. Ebenso auch ihr, wenn ihr manchmal etwas hört.“

Barbara: Überhaupt hatte ich, als sich Pater Ambrosius mir enthüllte, einen solchen Einblick in so viele Geheimnisse, daß ich ein ganzes Buch schreiben könnte.

670 Mariä Lichtmeß am 2. Februar 1905

„Das ganze Werk von Anfang bis hierher und alles, was Ich in einer Seele wirke, hat nur den einen Zweck, den Strom Meiner göttlichen Liebe zu ergießen über die Menschheit.“

Barbara: Vor der Wandlung hatte ich eine innige Vereinigung mit Jesus. Ich sagte:

„O Herr, ich bin nichts mehr, Du kannst an mir keine Freude mehr haben. Es freut mich nur, daß die Menschen mich verachten und mich erkennen als das, was ich bin. Früher fürchtete ich mich immer, ich könnte getäuscht sein, wenn mich jemand ehrte.“

Jesus: „Warte, bis du Mich empfangen hast, dann werde Ich dir sagen, was Ich von euch überhaupt halte.“

Nach der heiligen Kommunion: „Hängt euch nicht so an all die Kleinigkeiten. Das Ganze, was Ich habe wirken wollen, ist nur ein Ausguß Meiner göttlichen Liebe, um Gegenliebe zu erwecken, und deswegen teile Ich Mich mit, weil die Liebe immer schlaffer und schlaffer wird und Ich so wenig geliebt werde, und weil Ich das wenige für Mich retten will. Das ganze Werk von Anfang bis hierher und alles, was Ich in einer Seele wirke, hat nur den einen Zweck, den Strom Meiner göttlichen Liebe zu ergießen über die Menschheit, und alle die Beweise Meiner Liebe, die Ich darin dem Menschen gebe durch die tröstlichen Verheißungen, sind zu vergleichen wie mit einem wirklichen Strom, worin die Fischlein schwimmen, von denen sich zuweilen eines aufbäumt und aufhüpft und einen anderen Ausfall macht. Stört sich etwa der Strom daran?

So muß die Liebe in euch sein. Sie muß ruhig weiter sich ergießen in Mich, ob Ich euch die Beweise Meiner göttlichen Liebe erfülle oder nicht. Das muß euch gerade sein wie dem Strom, der sich nicht stört an dem Fischlein. So müßt ihr ruhig an all den Dingen vorübergehen, die sich ereignen, daß ihr fortwährend Mich liebt, auch wenn alles gegen euren Willen geht, immer auf den Strom schauend und nicht auf das Fischlein. (Damit will Er trösten in allen körperlichen und geistigen Leiden, die doch die Liebe nicht stören sollen.)

N. soll nicht meinen, daß das Werk seinen Zweck verfehlt, und auch N. und N. sollen sich über all die Hindernisse ihres guten Werkes nicht aufhalten und nicht den Zweck für das Mittel nehmen zu ihrer Heiligung. Wenn der Mensch etwas zu Meiner Ehre beginnt, schaue Ich nicht auf das große Werk, das er tut, sondern auf das Herz, auf die Gesinnung des Herzens, auf den Adel der Seele, mit dem der Mensch das Werk beginnt und fortsetzt. Und wenn alles mißlingt und zu nichts gemacht würde, hätte der Mensch doch alles erreicht, was er angestrebt. Gesetzt, eine Seele könnte alle Menschen retten und bekehren und sie wendeten sich nachher wieder um, so bliebe ihr das Verdienst, als wenn sie alles gewirkt hätte.

Darum ist es verkehrt, wenn man sich entsetzt, wenn alles nicht nach Wunsch und Willen geht. Sage N., er soll die Freude und den Frieden nicht verlieren. Durch die Freude und die Gleichförmigkeit, mit der er alles annimmt und alles erträgt, begründet er die Ruhe in Gott für immer, solange er lebt, um dann in die volle Gleichförmigkeit versetzt zu werden, in der ewigen Ruhe. Es muß ihm und euch ganz gleich sein, ob jemand glaubt oder nicht. Stört euch an allem nicht, denn Meine Liebe zu euch ist nicht minder, sie ist geradeso wie im Anfang. Ihr müßt nur fortfahren und alles so hinnehmen, als wäret ihr immer in der höchsten Vereinigung mit Mir.

Du, Barbara, gehe nach Rück nur, daß du deiner Schwester den Willen getan, aber du sollst dein Herz nicht daran hängen. Helfen, so gut wie du kannst, und dann weitergehen. Wenn diejenigen, die Gott dienen und lieben wollen, euch so verlangen, so sollt ihr nachgeben. Es muß aber ein geistiges Band sein und Fleisch und Blut darf nichts davon haben. Es muß euch ganz eins sein, wie man euch behandelt, ihr müßt kalt darüber weggehen! Ihr sollt euch immer recht bestreben, den Strom der Liebe zu bewahren, den Ich ausgegossen, weil die Menschen so lau werden. Und wenn Ich nur noch die Hefe retten kann unter Meinen Kindern, daß Ich doch noch einige bewahre in Meiner Liebe, daß sie sich nicht von Mir trennen, weder in Freud noch im Leid!

Daß Ich euch so herumschüttele, als wäre alles nichts gewesen, das sind nur lauter Prüfungen, und die Seele, die aushält in allem Verlassensein von Mir, die bereitet Mir großen Trost und entschädigt Mich für alle Bösen.

Ich wecke die Menschen und zeige, wie gut Ich bin, und daß Ich noch da bin, und dann ziehe Ich Mich zurück und lasse manches verkehrt eintreffen zur Verdemütigung, damit ihr selbst erschüttert werdet und meint, ihr seid getäuscht, um euch zu befestigen, daß ihr auch da aushaltet. Das ist der rechte Kreuzweg, durch den Ich euch erlöst habe; denn da verließ Mich alles bis auf Meine heilige Mutter und die heiligen Frauen. Das ist der Weg Meiner Lieben, nicht der andere Weg auf Tabor und im Abendmahlsaal, wo Ich Meine Liebe bewies, sondern dort auf dem Kalvarienberg, wo Mich alle verlassen. Den Weg müßt ihr jetzt gehen.

Auf dem Weg muß auch N. jetzt gehen, verlassen von allen Freunden, die je daran geglaubt haben. Sage N. und N., die mit Demut ertragene Zurücksetzung gefalle Mir mehr, als wenn alles glatt abgeht. Es ist Mir mehr darum zu tun, die Menschen auf den Weg der Vollkommenheit zu bringen, als große Werke zu sehen, wo oftmals nur Prahlerei dahintersteckt.

671 Am 3. und 5. Februar 1905

„Diejenigen, die schuld sind, daß Meine Worte so versteckt werden, tun der Kirche einen großen Schaden an!“

Jesus am 3. Februar 1905: „Diejenigen, die schuld sind, daß Meine Worte so versteckt werden, tun der Kirche einen großen Schaden an!“

Barbara am 5. Februar 1905: Den ganzen Morgen war ich so glücklich. Der Herr verlieh mir ein entzückendes Ruhen in Ihm. Es war mir, als wenn ich in der Luft getragen würde. Ich sagte zum Herrn:

„O Herr, ich stelle es Dir ganz anheim, ob Du in der heiligen Fastenzeit kommen willst, wiewohl mir das Leiden so schmerzlich ist. Die Apostel waren auch Menschen und hatten ihre Fehler. Das tröstet mich, wenn ich meine Fehler sehe.“

Der Herr zog mich herbei an Sein Herz und sagte:

Jesus: „Nun, meinst du, Ich wäre minder geworden in Meiner Güte als Ich auf Erden lebte? Ich bin noch Derselbe, der Ich war als Mensch. Komm nur an Mein Herz, komm nur, du darfst ruhen an Meinem Herzen wie Mein Liebesjünger Johannes. Komme, trete näher, du kannst dir ein Plätzchen zu Meiner Rechten suchen oder zu Meiner Linken, oder auch in der Mitte Meines Herzens.“

Barbara: Dann bin ich hineingeschlüpft, und ich setzte mich rechts hin und war so glücklich. Lange Zeit konnte ich nichts reden vor lauter Liebe und Freude. Der Herr sagte:

Jesus: „Ich habe dich gerade so lieb wie Meinen Liebesjünger Johannes.“

Barbara: Und Er zeigte mir eine große Wohnung. Dann war ich darin, ganz still und ruhig.

Jesus: „Wenn sie Meinen Verkehr mit dir nicht glauben wollen, so sollen sie die Lehre vom Heiligsten Sakrament streichen; denn diese ist ein vergleichbares Geheimnis. Und wenn sie dem Gebäude das Fundament entziehen, so fällt das ganze Gebäude der Kirche zusammen und ist gleich dem Protestantismus.

N.N. aber sage, daß Ich nur deswegen so lange zögere, sie zu Mir zu nehmen, weil Ich nur ihren Lohn noch erhöhen will, und weil es so viel besser ist. Niemals soll ein Mensch um Auflösung beten. Viel wohlgefälliger ist es Mir, wenn eine Seele, die Mich liebt, um Verlängerung ihrer Leiden bittet, damit sie noch hinzuverdienen kann, statt daß sie verlangt, aufgelöst zu werden, um bei Mir zu sein. Denn dort in der Ewigkeit nimmt der Mensch Besitz, aber hier befördert er Mir noch Seelen, und je mehr Seelen eine Seele mitbringt vor Meinen Thron, desto herrlicher ist ihre Krone die ganze Ewigkeit hindurch, und Ich werde die ganze Ewigkeit hindurch in diesen Seelen verherrlicht. Sage ihr, all die Seelen, die sie Mir schon zugeführt hat, die wären in der Ewigkeit ihre Krone. Sie soll sich freuen auf ihren Heimgang und soll Mich bitten, Ich möge noch recht lange zögern, damit sie Mir noch recht viele Seelen zuführen kann. Nichts ist Mir wohlgefälliger als Seelen, die Mir Gegenliebe bringen.

Es ist sehr gefehlt von denjenigen, die schuld sind, daß es nicht anerkannt wird, aber von dir aus darf es nicht hingelangen an deine Vorgesetzten, sondern von einer anderen Seite, wenn es jemand wagen will und Mir den Gefallen tun will. Es muß aber dazu gesagt werden, daß die Seele, welche die Gnaden hatte, sich ganz dem Urteil ihres Beichtvaters unterwerfe, aber daß dieser ihr den Auftrag gegeben, daß sie das weitersagen dürfe, was das Heil der Seele befördere.

Sage N.N., sie sollten die Schriften nur lesen; denn das freue Mich sehr, es wäre immer ein Zuwachs der Ehre für Mich, denn Ich werde verherrlicht, sooft eine Seele sich aufrafft und Mich mehr liebt und Meine Güte mehr durchschaut. Die Weissagung, daß der heilige Ignatius der M. von der Zeit an dein Patron sein solle, hat nur gegolten für dich, weil du fortgehen wolltest, um dich zu überzeugen, daß Ich deine Familie um deinetwillen segnen werde, daß du im Überfluß zu leben hast. Das ist erfüllt, und damit ist jetzt abgeschlossen. Damit wollte Ich deine Existenz begründen und dir sagen: Da mußt du bleiben, und Ich will deine Schwägerin segnen, daß du zu leben hast. Also ist die Verheißung erfüllt und jetzt gilt es nur, daß deine Schwägerin auch zufrieden ist, daß sie jetzt ihren Himmel auch so verdienen kann.

Ich lasse sie fragen, ob Ich ihr nicht das allerleichteste Kreuz gegeben, das Ich ihr überhaupt geben konnte; denn sie hat zu leben und braucht keine Sorgen zu haben und hat ein braves Kind. Aber ihre Fehler muß sie durch die Krankheit abbüßen. Und wenn sie die Krone, die sie sich verscherzt, aus ihrem Blut zurückerobern will, soll sie dafür sorgen, ihre Tochter zu bestärken in ihren guten Vorsätzen, damit sie die Krone der Jungfräulichkeit erhalten kann und sie in ihrer Tochter. Es hat Mich sehr geschmerzt, daß sie einen Mann Mir vorgezogen, aber Ich will es ihr verzeihen. Sie soll sich mal in die Schuhe anderer stellen, wo die Armut so drückt und noch Seelenleiden dazu.“

Barbara ist seit Lichtmeß krank und muß zu Bett liegen. Samstag und Sonntag nachts leidet sie besonders wegen der Karnevalsitzungen. Auch hat sie schon harte Nüsse knacken müssen, wie der heilige Antonius ihr verheißen.

Als der Herr heute erneut zu Babette sprach, antwortete sie:

Barbara: „O Herr, ich kann doch nichts anbringen, Gehorsam ist ja besser als alles andere, es würde ja doch verworfen.“

Jesus: „Es ist wahr, wie du sagst, der Gehorsam geht über alles, und es wird nichts angerechnet, wenn du auch nichts sagst von dem, was Ich dir mitteile. Aber es ist Mir ein gar großer Schmerz, daß es so gemacht worden ist, und daß man den Guten auch noch den Trost entzieht. Welch ein anderer Umschwung wäre unter den guten, treuen Seelen, wenn es vom Bischof aus angenommen und beglaubigt würde und er sagen würde: ‚Ja, so ist es!‘ Alle sehen auf den Bischof.

Ich kann dir jetzt nicht mehr böse sein. Wenn du es früher nicht getan hättest, hättest du die Verantwortung gehabt, dann wäre es deine Menschenfurcht gewesen. Aber jetzt, wo die Sache geprüft ist und deine Vorgesetzten sich abgesprochen haben, daß sie es nicht annehmen, und wo du unter der Leitung vom Oberhirten stehst, kann Ich dir nichts mehr anrechnen. Gehe ruhig weiter und sehe unbekümmert zu, laß allem seinen Lauf; aber doch könnte vieles gebessert werden. Es geht nun einmal nicht anders, als Ich ihnen immer gesagt habe: Die Katholiken müssen sich mehr durchdrücken!

Früher sagte Ich ihnen einmal: Auf dem Karren der Gottlosigkeit sitzen die Vertreter der Völker, und auf diesem Karren werden sie hinausgeschoben in den Abgrund, und von dem Karren der Gottlosigkeit werdet auch ihr hinausgeschoben, ihr, Meine Diener, das heißt, nicht wie die Vertreter des Volkes, weil diese absichtlich zugrunde gehen wollen, aber von dem gottlosen Volk von hoch und nieder werdet ihr doch hinausgedrückt, ob ihr die Sache glaubt oder nicht.

Deswegen ist es sehr zu bedauern, daß sie es nicht noch mehr anwenden, obwohl Ich sie loben muß, daß sie so fleißig schaffen, aber sie müßten ganz energisch die Kirche verteidigen und da, wo es gilt, etwas Gutes zu befördern, müssen sie unentwegt ihr Recht suchen, wie eben jetzt, wo es in dieser Stadt einer gewagt hat, der Unsittlichkeit in den Schaufenstern entgegenzutreten. Jetzt ist es an der Zeit, daß sie alles energisch auffordern, und zwar der Bischof in erster Linie, und sich an alle wenden: Juden und Christen, denen es noch darum zu tun ist, die Jugend zu retten.

Ferner habe Ich gesagt, der jungfräuliche Stand solle mehr gehoben werden in der Kirche. Und wer sind denn in erster Linie die Jungfrauen als das katholische Priestertum und die Ordensleute? Sie sollen darum entgegentreten der Unsittlichkeit in der ganzen Welt und dem, was die Jugend noch nicht zu wissen braucht, wodurch das Laster gleichsam schon in das Kindesgemüt gedrückt wird durch die schlechten Bilder, wodurch schon in aller Frühe die bösen Neigungen geweckt und gereizt werden. Dagegen soll mit Entschiedenheit gearbeitet werden.

Da hinaus ging Meine Mahnung, sie sollten den jungfräulichen Stand heben. Damit ist alles einbegriffen und besonders der Punkt; denn wenn es so weitergeht, so geht gerade die katholische Kirche immer weiter abwärts, weil unter der Jugend ja keiner den jungfräulichen Stand mehr wählen kann vor lauter Sinnlichkeit und Leidenschaft. Daher kommt es auch, daß in den Städten so wenig Priester aus dem Stadtvolk herauswachsen. Die meisten, die jetzt noch Theologie studieren wollen, sind vom unverdorbenen Landvolk, weil diese noch nicht so eingeweiht sind wie das Volk in der Stadt.

Darum sage Ich immer und immer wieder, daß sie doch die Schriften lesen sollen, und daß diejenigen, die schuld daran sind, die es auf die leichte Achsel genommen haben, sie zu verwerfen, zur Rechenschaft gezogen werden, weil viel Gutes dadurch verhindert wird. Ebenso sollen sie sich auch nicht so leicht zurücktreiben lassen in ihrem Streben und Leben, wo die Kirche sich am meisten in ihrer Blüte entfalten kann. Es sind überall nur die Helfershelfer Satans, die so entschieden all ihren Plänen entgegentreten. Sie sollen sich nicht in die Schranken schlagen lassen, und wenn es das Leben kostet, sollen sie ihre Macht behaupten, daß ihre Gegner, wenn sie auch noch so boshaft gegen sie vorgehen, doch vor ihrer Gewalt und ihrem Auftreten Respekt bekommen. Sie sollen sie auch auf die Folgen aufmerksam machen, die ihre Weigerung nach sich zieht und sich berufen auf das freie Schalten und Walten aller Konfessionen, während man ihnen überall hindernd in den Weg treten will.

Der Bischof, der dort zu befehlen hat, wo eine klösterliche Genossenschaft sich niederlassen will wie in Würzburg, soll sich, vereinigt mit dem Priestertum, mit Entschiedenheit an die höchste Regierung wenden, an den Kaiser, und ihr Recht verlangen. Denn Ich habe früher schon gesagt, daß die Gebetsstätten recht zahlreich sollen errichtet werden, und keiner Meiner Diener von denjenigen, die Ich an die Spitze gestellt, soll so engherzig sein, daß er sich gerade auf seine Pfarrei oder Diözese einschränken und nicht darüber hinausgehen will.

Vom Protestantismus sagte man früher, daß er, wo er sich ausgebreitet habe in der Welt, nichts Gemeinschaftliches habe als den Irrtum, mit dem er abgewichen ist von der katholischen Religion. Und jetzt kann man von den Katholiken sagen, daß sie in nichts gemeinschaftlich sind als nur in ihrem Glauben. Ihr Glaube ist überall eins; jeder glaubt, wie er es gelehrt worden ist. Aber das betreffend, den Glauben in die Tat umzusetzen, kann man jetzt von ihnen sagen, was man von den Lutheranern sagte, daß man in jeder Gemeinde anders lehre.

So auch, wenn es bei den Katholiken um die Tat geht, will jeder den Glauben ausgelegt haben nach seinem eigenen Gutdünken. Daher die vielen Widersprüche, die vielen Bekämpfungen. Statt daß die Guten sich zusammenstellen und Hand in Hand miteinander gehen, wie es die Protestanten machen, statt daß jeder das Gute zu befördern sucht, was der andere angefangen hat, bekämpfen sie einer den anderen. Der ganze Inhalt der Schriften, wodurch Ich mit dir verkehrt, ist, daß Ich die Katholiken wecken und anspornen will. Man soll nur die Schriften lesen, und man wird finden, daß überall Meine Liebe und Güte herausleuchtet. Hier warne und tadele Ich, und dort, wo sie recht gehandelt, lobe Ich, und es ist ja sehr notwendig, daß Ich so mit Meinen Kindern verkehre.“

672 Quinquagesima am 5. März 1905

„Das ist für dich eine große Verheißung und ein großer Trost, und zugleich ein trauriges Schicksal für viele Menschen.“

Jesus: „Ihr müßt im Dunkeln leben, weil Mein Leben auch so war, und was Ich in den Menschen wirke, muß so geheimnisvoll sein, wie Ich gelebt habe auf Erden. Nie ließ Ich Meine Gottheit durchblicken, außer wenn es ganz und gar notwendig war. Im übrigen hielt Ich Mein ganzes Leben so geheimnisvoll, daß alle Leute Mich für einen gewöhnlichen Menschen hielten. Und wie Mein dreiunddreißigjähriges Leben war, so ist auch das Leben der Kirche; denn in den dreiunddreißig Jahren Meines Lebens habe Ich Meiner Kirche den Lebensriß gelegt.

Mein Leben war der ganzen übrigen Welt ein Geheimnis. Und deswegen verfolgen sie Meine Kirche so sehr. Meine Diener werden behandelt wie Ich. In Meiner Jugend wurde Ich verfolgt und Mir nach dem Leben gestrebt, und gegen das Ende Meines Lebens wieder so. So ist das Leben der Kirche. Im Anfang mußte sie die blutigen Verfolgungen durchmachen, schon beim Kindermord floß das Blut; dann kamen die Friedenszeiten, die Meine Jahre im Haus von Nazareth versinnbilden, und die letzten Jahre Meines Lebens, wo Ich wieder verfolgt wurde, bilden die abwechselnden Verfolgungen der Kirche.“

Barbara sah dann den lieben Heiland sehr traurig und fragte, was das bedeute. Der Herr erklärte es ihr, sagte aber, daß sie es nicht mitteilen dürfe, bis Er es wieder sage.

Jesus: „Das ist für dich eine große Verheißung und ein großer Trost, und zugleich ein trauriges Schicksal für viele Menschen.“

673 Am 6. bis 13. März 1905

„Sie soll wissen, daß, wenn alle Menschen sie nicht verstehen, sie mit Mir allein zufrieden leben kann, so aber auch umgekehrt.“

Jesus: „Du und deine beiden Freundinnen, ihr sollt nicht immer nach neuen Tröstungen verlangen, sondern den Willen Gottes annehmen, wie er sich euch vorlegt.“

Barbara: „Wünschest Du denn, daß ich nach Rück gehe?“

Jesus: „Das sage Ich dir nicht. Ich sage dir nur, nimm den Willen Gottes an, wie er sich darbietet!“

Als Barbara nach Hause kam, lag eine Karte da, wodurch Barbara dringend verlangt wurde. Sie erkannte darin den Willen Gottes, obwohl sie so schwach war, daß sie noch kaum gehen konnte, und ging schon mittwochs nach Rück.

Barbara schreibt am 9. März 1905 aus Rück: Als meine Schwester meine Stimme hörte, schrie sie laut auf: „Meine Babett, meine Babett“, und ihr Sohn weinte, als er die heiße Sehnsucht, mit der seine Mutter mich erwartete, endlich erfüllt sah. Meine Schwester fragte mich beständig, ob ich denn glaube, daß sie nicht verlorengehe.

Jesus bei der heiligen Kommunion: „Welch eine große Gnade ist es für euch drei, daß Ich euch berufen habe, die Heiligste Dreifaltigkeit auf besondere Weise zu verehren und zu versinnbilden. Deshalb sollt ihr aber auch eins sein in der Gesinnung. Sage jener Seele, wie mag sie glauben, ohne Mich fertig werden zu können. Sie soll wissen, daß, wenn alle Menschen sie nicht verstehen, sie mit Mir allein zufrieden leben kann, so aber auch umgekehrt.“

Barbara: Am Freitag, den 10. März, kam der Herr nicht, aber am Sonntag und Montag nach der heiligen Kommunion tröstete mich der Herr sehr. Am Sonntag, den 12. März 1905 sagte der Herr:

Jesus: „Ich verlange von deinen zwei Freundinnen und von dir, daß ihr überall ein gutes Beispiel gebt, nicht so sehr nach Meinen Tröstungen verlangt, sondern alle Vorkommnisse, mögen sie euch angenehm oder unangenehm berühren, auf Meinen göttlichen Willen und Mein Wohlgefallen zurückführt.“

Am Montag: „Siehe, alles, was dem Menschen auf seinem Lebensweg zustößt, ist für ihn eingeplant, um ihn zu dem Ziele zu führen, zu dem er bestimmt ist. Das für euch Menschen Angenehme begreift ihr leicht, aber was gegen euren Willen geht, wollt ihr nicht verstehen, und viele werden zur Zeit der Prüfung irre an Mir.

Die vier Wochen vor Fastnacht, wo Ich dich aufs Krankenbett warf, solltest du Mein Herz trösten für den Verlust so vieler Seelen, die durch die Ausschweifungen der Faschingszeit Mir entrissen wurden. Nur dann kann Mein treuer Liebhaber Mich trösten, wenn er ohne Trost leidet.“

Barbara: Der Herr zeigte mir meine Schwester, wie sie ist in dem Augenblick, wo Er sie aufnimmt in Seine Herrlichkeit, sagte aber, sie müsse noch viel verbüßen und habe ihr Fegefeuer auf Erden. Noch gar so lieb und herablassend war der Herr, aber vieles habe ich vergessen.

674 Mittwoch am 22. März 1905

Am Tag vor dem Tod ihrer Schwester sagte Barbara zu derselben:

Barbara: „Jetzt habe ich die langen Jahre das Leiden und bin immer noch in Unsicherheit, ob es keine Täuschung ist. Jetzt bist du doch meine Schwester und die erste, die hingeht vor den Thron Gottes. Du mußt so lange bitten, bis du kommen darfst, wenn es auch nur im Traum ist oder nach der heiligen Kommunion, ob alles wahr ist und wir nicht unrecht tun, alles so zu glauben. Versprich mir das!“

Schwester ganz sicher: „Ja, ich gebe dir die Hand darauf, daß ich so lange bitte, bis daß ich kommen darf.“

In der folgenden Nacht, als die Schwester in den letzten Zügen lag, sagte Barbara:

Barbara: „Ich erinnere dich nochmals daran.“ (Sie drückte Barbara nochmals die Hand.) „Ich will es glauben und nicht bezweifeln, magst du kommen im Traum oder nach der heiligen Kommunion.“

Am Tag vorher hatte die Schwester von Barbara die heilige Wegzehrung empfangen, und als das Heiligste Sakrament kam, jubelte sie laut auf und genierte sich gar nicht vor den vielen Anwesenden: „O mein Jesus, meine Liebe, o komm zu mir, o wie sehne ich mich nach Dir“, so daß der Priester sagte: „Ein solches Sterbebett habe ich noch nicht gesehen. O welch einen kindlichen Glauben hatte sie, man kann sie jedermann als Muster vorstellen.“

675 Montag am 27. März 1905

„Denn die Welt geht einem so entsetzlichen Strafgericht entgegen, das kann ich schon klar in der Zukunft erkennen.“

Barbara: Beim Totenamt vor der Wandlung war es mir, wie wenn jemand mich anrühre und sagte:

Schwester (†): „Ziehe dich zurück, denn ich bin es. Ich bin aber jetzt ein Geist. Ich will mein Versprechen einlösen. Ich will dir sagen, wie es mir geht! O Babett, es ist wahr, es ist wahr, glaub es nur ja fest. O hätte ich geglaubt! Wie vieles hätte ich dann besser gemacht! Ja, ich habe geglaubt und habe auch nicht geglaubt, denn sonst hätte ich danach gehandelt. Und du glaubst und glaubst auch nicht, sonst würdest du nicht zweifeln. Das kommt daher, weil wir armselige Menschen sind. Ich komme in der heiligen Messe bei der heiligen Kommunion, um dich zu überzeugen, daß in dieser Zeit wirklich keine Täuschung vorkommen kann. Im Traum ist immer noch Menschliches dabei und können Täuschungen vorkommen, aber nicht in der heiligen Kommunion.

Deshalb komme ich jetzt, um dich zu kräftigen im Glauben. Als ich eingegangen bin, o wie schön, wie schön! Wie es ist, kann ich dir aber nicht sagen, du würdest es doch nicht begreifen, denn kein Auge hat es gesehen, kein Ohr gehört, und in keines Menschen Herz ist es gekommen, was Gott denen bereitet hat, die Ihn lieben. Ich bin aber noch nicht im Himmel. Ich bin an einem Ort, wo ich keine Freude und kein Leid habe.

Ich bin nur der Anschauung Gottes beraubt, und zwar deshalb, weil ich in den letzten Stunden noch gerne weitergelebt hätte, und weil ich das Leben, obwohl es so kümmerlich und schmerzvoll war, doch noch dem Sterben vorgezogen hätte. Und das rechnet der liebe Gott so hart an, weil das ein Zeichen ist, daß man Ihn nicht über alles liebt. Wir sind Seine Geschöpfe, und Er hat uns erschaffen zu Seiner Ehre, und wenn Er uns ruft und wir noch an einem Fäserchen hängen, ist es ein Zeichen, daß man Ihn einem Geschöpf nachsetzt und nicht aus reiner Liebe stirbt. So lange bin ich noch zurückgehalten, bis die Kinder einig und ohne Sünde das Vermögen geteilt haben. Wenn sie dabei sündigen, fällt der Schatten der Sünde auf mich zurück, und ich muß dafür noch weiter büßen, weil das Band der Eltern mit den Kindern so eng verknüpft ist, daß sie miteinander die Schuld tragen müssen.

Grämt euch nicht über das Unglück, das ihr gestern gehabt (durch den Verlust eines Kalbes). Das ist eine alte Schuld, die zu sühnen ist. So wird noch mehr kommen, aber hängt euch nicht an das Zeitliche.

O wie ist man so glücklich, wenn man von oben herunter mit dem Geistesauge alles sieht, wenn man den Leib abgelegt hat und alles mit ansehen kann, wie es ist auf der Welt. Wie nichtig ist dann alles, wo man jetzt so dran hängt: das bißchen Leben und Streben. Freuen sollte man sich, wenn eines von seinen Lieben stirbt, weil ihr in einer so bösen Zeit lebt; denn die Welt geht einem so entsetzlichen Strafgericht entgegen, das kann ich schon klar in der Zukunft erkennen. Freuen sollte man sich, wenn eines der Seinigen glücklich gestorben ist, da ist es ja dem allem enthoben.

Das ist der Grund, weshalb der liebe Gott das alles in dir wirkt, Er will den Glauben an die Offenbarungen wieder auffrischen in der katholischen Kirche, denn auch in der katholischen Kirche sind unter vielen der Glaube an die Offenbarungen so abhanden gekommen. Diese Schriften stehen ganz in inniger Verbindung mit den Offenbarungen, als Gott auf der Welt gewesen ist. Das ist die Fortsetzung, wodurch das Menschengeschlecht wieder erinnert wird an die ersten Offenbarungen. Er hat Sich im Heiligsten Sakrament eingeschlossen, nicht um dazubleiben, sondern um uns zu trösten. Die Schriften gehen vom Heiligsten Sakrament aus; sie sind dessen Gnadenstrahlen, welche die Welt erneuern sollen.

O wie danke ich jetzt dem lieben Gott, daß Er mich so harte Wege geführt. Sei zufrieden, wenn es euch auch nicht gut geht. Wie glücklich bin ich jetzt, daß ich aller Gefahr entronnen bin, und wie muß ich euch bedauern, daß ihr noch von so vielen Gefahren umgeben seid, denn der Menschheit droht ein großes Unglück.“

Nachtrag: Als die Kinder hörten, daß die Mutter nicht in den Himmel komme, bis die Teilung vorüber sei, sagten sie, auf uns soll die Mutter nicht warten, und sie teilten sich sofort das Erbe.

Barbara: In der letzten Zeit hatte die Sterbende große Beängstigungen. Der böse Feind setzte ihr recht zu und gab ihr ein, sie sei verloren, und malte ihr die begangenen Fehler riesengroß vor. Als ich ankam, war ihre erste Frage, ob ich wohl glaube, daß sie nicht verdammt werde. Ich erinnerte sie an die schönen Verheißungen des Herrn, die allen Liebesbundmitgliedern gemacht seien und besonders, daß in der Todesstunde der böse Feind sich nicht an unser Sterbebett wagen dürfe. Von da an, wo ich bei ihr war, ging dies buchstäblich in Erfüllung. Alle acht Tage brachte ihr der hochwürdigste Herr Kaplan die heilige Kommunion während der drei Wochen, wo ich bei ihr war. Das letzte Mal, vor dem Eintritt in den Todeskampf, fragte er sie, ob sie vielleicht noch etwas beichten oder sagen wolle. Sie sagte: „Nein, ich weiß gar nichts mehr. Geben Sie mir nur noch einmal meinen lieben, guten Jesus.“ Drei Tage brachte sie nur hie und da noch ein wenig Wasser und Wein gemischt hinunter und der geistliche Herr war ängstlich, ob sie wohl die heilige Hostie hinunterbrächte; aber es ging ohne Beschwerde. Die letzte Nacht war sehr erbauend für alle Anwesende. Sterbend gab sie ihren Kindern und deren Angehörigen feierlich den Segen mit Weihwasser, nahm Abschied von allen, dann schaute sie nicht mehr nach ihren Kindern. Barbara durfte auf ihren Wunsch hin ihr Sterbebett nicht mehr verlassen, bis sie sanft, fast unbemerkt entschlief, um halb sechs Uhr morgens.

Barbara fragte die Verstorbene, deren Nähe sie fühlte, und die sie sprechen hörte, obwohl sie dieselbe nicht sah, ob sie denn auch schon die Verwandten gesehen habe.

Schwester (†): „Ja, aber ihre Glorie ist sehr verschieden. Mein Bruder Valentin hat eine ganz geringe Glorie, weil er so mitten heraus aus dem Wirtschaftsleben gestorben ist und nur die allernotwendigsten religiösen Pflichten erfüllt hat. Da kann man nicht viel an Gott denken und an sein ewiges Heil. Aber er ist doch sehr zufrieden und glücklich. Anna (seine Tochter, mit acht Jahren gestorben) hat aber eine große Belohnung, weil sie beim Leiden von Barbara immer so großes Mitleid und Teilnahme gezeigt hat und sich so an das Werk angeschlossen und dadurch sich große Verdienste erworben. Auch hat sie dadurch die kindlichen Fehler gebüßt. Sie hatte auch viele kindliche Tugenden.“

Nach der heiligen Kommunion, als Barbara in ihre Bank zurückkam, sah sie einen Strahl um sich und sie sah den lieben Heiland. Er war so lieb und Barbara sagte:

Barbara: „O Herr, warum hältst Du meine Schwester noch fern?“

Jesus: „Was deine Schwester dir gesagt hat, das ist die Wahrheit. Ich habe sie dir geschickt. Jetzt bist du schon über drei Wochen in Rück, und während der ganzen Zeit hast du nichts gewußt zu sagen und nichts gefühlt, und jetzt auf einmal siehst du Mich und hörst Mich und hast wieder die Überzeugung, daß Ich es bin. Bist du jetzt endlich überzeugt, warum Ich so lange mit dir gesprochen habe?“

676 Freitag am 31. März 1905

„Ich muß Menschen haben, die Sühne und Abbitte leisten, weil die Zeit kommt, wo so viele ihre Ostern nicht mehr halten.“

Barbara: Heute reiste ich ab nach Aschaffenburg und empfing dort die heiligen Sakramente. Als ich zurückkam von der Kommunionbank, war ich auf einmal im Himmel, und ich sah den Glanz wie neulich in mir und um mich herum. Ich sah die heilige Kommunion in mir in einem unbeschreiblichen Glanz. Der Herr tröstete mich und sagte:

Jesus: „Ich will dir zeigen, wie gut Ich bin. Sei nicht so ängstlich. Ich habe dir schon so oft gesagt, daß Ich nicht der Geist bin, der dich und die Menschen quälen will. Alle die Unruhen und Beängstigungen sind nicht von Meinem Geist, sondern von einem andern. Selbst wenn man gefehlt hat, wenn man aber seinen Fehler einsieht, bereut und verspricht, ihn nicht wieder zu tun, sind die Sünden verziehen. Ich bin es, der dir jetzt Friede und Freude bringt. Und damit du beruhigt bist: hier bringe Ich dir deine Schwester, sie ist jetzt bei Mir!“

Barbara: Ich sah meine Schwester in himmlischer Verklärung. Sie war so freudig und so versenkt in Gott, daß sie fortgeschwebt ist singend: „Hochpreiset meine Seele den Herrn.“

Weil meine Verwandten von Aschaffenburg mir tags zuvor angedeutet hatten, ihnen einige Tage auszuhelfen während der Abwesenheit ihres Dienstmädchens, so dachte ich, du wirst dableiben sollen, weil der Herr mir in Rück einmal gesagt, die Pflicht gehe vor. Deshalb sagte der Herr:

Jesus: „Du bist unschlüssig, weil deine Verwandten in Aschaffenburg dich so notwendig brauchten. Du sollst aber nach Mainz gehen. Alles, was vorkommt in der Familie, die kleinen Kreuze, schicke Ich nur, um sie zu halten; denn in einem bequemen, üppigen Leben kann niemand viel verdienen, aber in den Unannehmlichkeiten, wenn alles entgegengeht, da können sich die Menschen viel verdienen. Gräme dich nur nicht, mag vorkommen, was will. Ich will sorgen, daß sie auf dem rechten Weg bleiben alle, alle deine Familien. Jetzt schau Mir nach!“

Und der Herr deutete zurück. Und ich sah hinter mir alle meine Familien, und vor mir waren die seligen Mitglieder auf dem Teil, worauf der Herr gestanden ist. Alle Familienhäupter hatten die Kinder und Kindeskinder hinter sich stehen und alle schlossen sich mir an.

Jesus: „Siehst du, wenn auch hie und da etwas vorkommt, wo sie sich recht kränken und ärgern, sie lassen sich alle von dem Geist, der ausgegossen ist, nachziehen und kommen zum Ziel. Und du gehst morgen fort. Dorthin habe Ich dich bestimmt. Kümmere dich nicht allzusehr um die kleinen Vorgänge. Ich habe gesorgt für ihr Glück und Segen, und sie sollen die kleinen Kreuze tragen. Ich weiß, wann es Zeit ist, wann Ich Kreuze schicken muß. Ich habe ein schreckliches Kreuz in Meiner Kirche. Ich muß Menschen haben, die Sühne und Abbitte leisten, weil die Zeit kommt, wo so viele ihre Ostern nicht mehr halten. Ihr sollt beten für die Sünder und euch zueinander scharen. Ihr wißt ja, was Ich verlange. Das andere ist nicht dein Beruf. Sag es doch allen, daß sie feststehen im Glauben.“

677 Brief einer Leserin am 6. April 1905

„Das Lesen der Schriften ist mir vom Beichtvater erlaubt, weil sie zur Gottes- und Nächstenliebe anspornen. Ich werde dadurch immer stärker in der Liebe Gottes entflammt und die eitle Menschenfurcht wird abgeleitet. Es ist dies der Hauch Gottes, der das Feuer wieder anbläst, das unter der Asche der Sinnlichkeit verborgen liegt. Mut, Kraft und Stärke findet die ermattete Seele in diesem lebendig machenden Hause Gottes. Liebe atmet jedes Wort; Gnade, Segen jede Herablassung; Barmherzigkeit die ganze Schrift, die später manche schwache, kranke Seele erquicken wird auf dem mühevollen, dornigen Wege des Heils. Aber alles muß erst ans Kreuz. Allda bekommt es erst Glanz, Kraft, Stärke und Mut. Alles Gute muß eine Leidenskatastrophe durchmachen, um eine wahrhaft nahrhafte Speise zu werden, und muß durch das Salz der Erde gereinigt und gewürzt werden. O wie verlangt Mich nach dieser himmlischen Kost!“

678 Sonntag am 9. April 1905

Jesus: „Ihr sollt nicht denken, wird all unsere Mühe denn auch etwas nutzen? Ihr sollt nur jetzt tun, was ihr könnt. Ich habe das alles so gelegt, daß du Mir jetzt ganz ungeniert dienen kannst, und Ich verlange das auch. Denkt nicht, weil ihr keine Früchte seht, das wäre alles umsonst. Auch bei Mir hat es geschienen, als wäre alles, was Ich in den dreiunddreißig Jahren Meines Lebens getan, ganz fruchtlos. In der Ewigkeit zeige Ich euch, was das alles Gutes gewirkt.“

679 Montag am 10. April 1905

Jesus nach der heiligen Kommunion: „Damit Mein bitteres Leiden nicht ganz in Vergessenheit bei der Menschheit komme, habe Ich die langen Jahre mit euch verkehrt und euch vieles darüber mitgeteilt. Da Ich nun nicht mehr so oft im Leiden komme wie früher, so wünsche Ich, daß ihr aus Dankbarkeit für all die Gnaden, diese letzten vierzehn Tage der Fastenzeit jeden Abend euch miteinander vereinigt wie früher auch und eine Stunde von eurem Schlaf abbrecht zur Erinnerung an Mein bitteres Leiden, und Sühne und Abbittgebete verrichtet für die Armen Seelen, damit sie sich mit euch vereinigen und ihr mit ihnen, auf daß viele Seelen gerettet werden in der jetzigen Osterzeit; denn manche Seele fängt an nachzudenken hier in Mainz. Ihr sollt es zumeist für die Mainzer aufopfern und Mich recht unterstützen, damit ihr viele gewinnt.

Donnerstags könnt ihr die heilige Stunde halten, und an den anderen Tagen den Rosenkranz oder den Kreuzweg beten oder abwechselnd aus dem Buch Walser. Aber von den gewöhnlichen Andachten sollt ihr nichts versäumen und auch eure Arbeit verrichten. Sage N., es wäre freilich besser gewesen, wenn sie im Kloster ausgeharrt hätte. Ich will sie aber nicht unruhig machen. In ihrer jetzigen Stellung bleibt es aber auch nicht immer so, wie es eben ist.

Sage N., ihre Krankheit ist die Betauung und Begießung des Werkes. Ihr Zustand kommt mehr daher, weil ihr Körper und ihre schwachen Nerven den vielen inneren Leiden nicht gewachsen sind; aber alle göttlichen Werke müssen solche Schwierigkeiten durchmachen.“

680 Mittwoch am 12. April 1905

„Denn nur die Sünde ist eine Schmach für Meine Kirche.“

Barbara: Nach der heiligen Kommunion sagte ich zum Herrn, weil ein Priester der Diözese vor Gericht verurteilt worden war:

„O Herr, wie konntest Du doch zulassen, daß solche schlimme Schmach über Deine Kirche kommt?“

Jesus: „Meine Tochter, das ist eine Strafe für Meine Kirche hier, für Meine Diener wegen der Mißachtung Meiner Worte, die Ich schon jahrelang durch dich gesprochen und in dir niedergelegt, die man aber aus Menschenfurcht und aus nichtssagenden Gründen, um, wie man so meinte, eine Schmach, eine Verachtung von der Kirche abzulenken, beiseite schob. Wenn sie es anerkannt hätten, wäre viel Gutes befördert worden. Weil sie es aber nicht taten, so will Ich ihnen jetzt zeigen, was Schmach und Verdemütigung für Meine Kirche ist; denn nur die Sünde ist eine Schmach für Meine Kirche. Deswegen habe Ich den Leiter der Untersuchung N. gleich bestraft, der es am besten hätte wissen und auch den Ausgang hätte verhüten können. Darum habe Ich ihm gezeigt an seiner eigenen Schwester, was eine hysterische Krankheit ist, die meist zu Wahnsinn führt. Das mußte er fühlen.“

Anmerkung: Ein Jahr nach der Untersuchung stürzte sich dessen Schwester, in demselben Monat, in demselben Haus, und jedenfalls auch aus demselben Zimmer zum Fenster hinunter, denn beide sahen auf die Muttergottesstatue im Garten vor ihrem Fenster.

Jesus: „Wenn Meine Diener es auch jetzt noch nicht erkennen, sie werden es aber noch erkennen. Und weil der Leiter der Untersuchung gesagt hat: ‚Wenn es der Heiland gewesen wäre, hätte Er Sich das nicht gefallen lassen dürfen, sondern Er hätte dreinschlagen müssen, denn wir haben es Ihm schön gemacht‘, so sage Ich euch, daß Ich ein langmütiger Gott bin und nur langsam Meine Macht zeige. Jetzt habe Ich dreingeschlagen. Ich hätte die Schmach abwenden können, aber es muß alles seinen geraden Weg gehen. Und sage dem Bischof, er soll den Mann nicht mehr bestrafen, ihn nichts fühlen, nichts entgelten lassen; denn er ist für seinen Fehler sehr streng bestraft. Er soll ihn mit Liebe umfangen; denn er ist in einer verzweifelten Lage, und es kann sonst noch eine größere Sünde geschehen, und es kommt zum schlimmen Ausgang. Der Bischof soll sich erinnern, was Ich zur Ehebrecherin gesagt: ‚Gehe hin und sündige nicht mehr!‘ Wenn Meine Diener es jetzt noch nicht erkennen, sie werden es aber noch erkennen müssen.“

681 Am 17. April 1905

Am Montag der Karwoche wurde der Liebesbund von der Kanzel herab von einem entschiedenen Gegner des Werkes sehr hart angegriffen. Er sprach über die Herz-Jesu-Andacht und brachte dann vor, es gebe auch eine falsche Herz-Jesu-Andacht, die nur auf Schwärmerei und Gefühlsduselei beruhe, die sich mit religiösen Einbildungen unterhielte, wie die Weltkinder ins Theater gingen. Solche Frommen trügen die Schuld, daß alles so abwärtsgehe, daß die Ehre der Jungfrauen gefährdet sei (durch die späte Donnerstags-Ölbergstunde abends zwischen acht und neun Uhr), daß Frauen und Jungfrauen in Gefahr seien, zugrunde zu gehen.

Derlei sagte er vieles, warf sich dabei in die Brust und sprach mit so leidenschaftlich erhobener, heftiger Donnerstimme, daß die Leute darüber die Köpfe schüttelten und beim Herausgehen sich besprachen, was denn das zu bedeuten hätte. Eine Dame sagte: „Da weiß man nicht, soll man überhaupt noch beten oder gar nicht mehr in die Kirche gehen?“ Eine andere kam und schüttelte Barbara mitleidig die Hände. Eine andere wiederum sagte: „Wie hat der aber den Glauben erschüttert.“

682 Gründonnerstag 1905

„Nur einzig und allein, weil er Meine Gottheit vor Meinen Feinden und vor Meinen Freunden bekannte.“

Barbara wurde darüber sehr verwirrt, weil ihre Familie, die so gute Vorsätze gefaßt zum Dienste Gottes, nun ganz wankend wurde. Der Herr sagte deshalb tröstend:

Jesus: „Das ist ja gerade euer Verdienst. Ihr habt lange nicht so viel verdient und hättet Mir in dieser heiligen Woche gar nichts mehr opfern können als diese Verdemütigung. Hängt euch nicht an all die Sachen. Was bin Ich so getröstet, wenn ihr so verdemütigt seid! Mach dir keine Sorgen, wenn du auch nicht mehr so viel tun kannst. Sei ruhig! Ich nehme alles hin und ersetze alles, was ihr in eurer Armseligkeit nicht tun könnt.

Wundere dich jetzt nicht mehr, denn Ich bin gar nicht mehr zu haben für deinen Zweifel, ob es möglich sein kann, daß ihr in die Reihe der heiligen Märtyrerinnen und Jungfrauen versetzt werdet, weil diese, die in der Kirche so hoch verehrt werden, so viel für Mich geleistet haben. Komm mit Mir, Ich will dir zeigen, wie heute der Gründonnerstag im Himmel gefeiert wird. Du sollst teilnehmen, wie heute Meine Bewohner im Himmel sich freuen wegen der Einsetzung des Heiligsten Sakramentes. Das ist ihnen ein so großer Trost, weil sie sich alle darin haben heiligen können.“

Barbara: Der Herr nahm mich mit Sich fort. Es wurde immer heller und lichter, und der Raum, worin ich geführt wurde, wurde so groß wie die ganze Welt. Ich sah keinen Anfang und kein Ende mehr. In der Mitte war etwas, eine Feierlichkeit. Ich sah an dem unendlichen Glanz, daß da etwas Außergewöhnliches darin ist, wo ich nicht hineinsehen konnte. Eine Stimme sagte mir: „Hier ist das Lamm, das geschlachtet ist, da darf das Auge eines Menschen nicht hineinschauen.“

Aber die Bewohner, die das Lamm bewachen, die haben Ihn sehen dürfen. Es war rund herum ein Kranz von Seligen: Alle die Priesterscharen, vom heiligen Petrus angefangen, die Apostel, die Bischöfe. Die Priester stehen am nächsten um das Lamm herum, und im zweiten Chor stehen die Jungfrauen. Und der Herr sagte:

Jesus: „Siehst du, hier ist einmal auch euer Platz! Ich will dir aber zeigen, daß das Leben der Heiligen das Leben aller Menschen war. Sie waren auch Menschen wie ihr, und was diese durch ihr Martyrium errungen haben, das oftmals in einigen Stunden oder Tagen vorüber war, wodurch ihre Krone voll war, und von diesem Tage an schauten sie das Lamm, sind bei Ihm und erfreuen sich in Ihm, das erringt ihr aber durch ein Menschenalter hindurch, durch all den Spott und Hohn und die Verdemütigungen Mir zuliebe.

Wer könnte Mir Vorschriften machen in Meiner Belohnung, wer kann Mir widersprechen, daß Ich den Schächer am Kreuz, der ein Leben hinter sich hatte, wie der allerschlechteste Mensch es führen könnte, in einem Augenblick in Mein Reich aufnahm? Hätte Ich es nicht Selbst gesagt, man könnte es widerstreiten. Aber weißt du, warum Ich ihn aufnahm trotz seines lasterhaften Lebens? Nur einzig und allein, weil er Meine Gottheit vor Meinen Feinden und vor Meinen Freunden bekannte. Und dafür gab Ich ihm eine vollkommene Reue und nahm ihn auf in Mein Reich.

Wenn nun ein Mensch trotz all seinem guten Willen sein ganzes Leben in beständigem Widerspruch von Meinen Dienern zubringen muß, warum soll Ich ihm nicht den Lohn geben, den Ich den heiligen Märtyrern gegeben habe, weil er es Mir zuliebe erduldete? Darum freut euch, daß ihr Gelegenheit habt, daß Ich euch immer wieder Gelegenheit gebe, für Mich etwas zu leiden. In der Ewigkeit werdet ihr euch nicht mehr darüber beklagen.

Diese drei letzten Tage der Karwoche sollt ihr recht mit Meiner lieben Mutter und mit allen frommen Christen vereinigt Mein heiliges Grab verehren, und Mir recht Anbetung und Danksagung leisten.“

Barbara: Als ich bis elf Uhr in der Kirche heute zugebracht, sagte der Herr:

Jesus: „Jetzt gehst du nach Hause und zur Abwechslung auf den Kirchhof, damit du dich erholen kannst. So kommt deine Natur wieder ins Geleise, und opfere jeden Schritt und Tritt für die Armen Seelen, weil sie an solchen Tagen so sehnsüchtig warten. Das ist ein so großer Freudentag für sie, weil so viele Opfer für sie gebracht werden und so viele in den Himmel eingehen in diesen Tagen. Deshalb opfere es für die Armen Seelen.“

Barbara: Ich dachte bei mir, während ich am Grabe arbeitete, worin Mein Bruder und meine Nichte liegen, es wird gut sein, einmal alles herauszureißen, damit die Blumen frisch ansetzen. Da fiel mir ein: ach nein, laß es gehen, bis jemand stirbt. Wenn ich zuerst sterbe, mögen sie es machen, wie sie wollen.

Jesus: „Du sollst nicht in das Grab. Ich will, daß ihr drei zusammen in ein Grab kommt. Wenn die erste stirbt, soll das Grab angekauft werden, und wenn die letzte stirbt, soll ein Grabstein darauf gesetzt werden mit der Inschrift: ‚Aus Liebe zu Dir, o Jesu, getragen Spott und Hohn, sind wir jetzt vereint in Dir, o Jesu, um zu empfangen unseren Lohn.‘ Die letzte soll jemand damit beauftragen.“

Barbara: Als ich über den Kirchhof ging und betete: O ihr Armen Seelen mein, jung und alt, groß und klein, wann wir kommen vor das Gericht, so dann auch vergeßt uns nicht, hörte ich die Stimmen mir entgegenrufen: „Ja, wir bitten alle für dich!“ Als ich so dahinschritt, riefen sie mir zu: „O auch mir, o auch mir! Niemand ist, der an mich denkt!“ und sie zeigten mir ihre große Freude.

683 Am 25. April 1905

Daß der Strom sich auch nach Deutschland herüberwälzen wird, ist und bleibt wahr.“

Jesus: „Was Ich Meiner Kirche durch dich mitteilen wollte, habe Ich gesagt. Für was soll Ich dich noch länger unnütz quälen, da Meine Diener jederzeit eine andere Ausrede haben. Ich werde von jetzt an dich im stillen besuchen, ohne daß es anderen auffällt, und dein Trost sein in allen Bedrängnissen dieses Lebens. Laßt kommen, was da kommen will. Nur eines merkt euch: laßt euch nicht sieben, haltet fest zusammen, ihr drei, und wenn alles gegen euch ist. Und sag es allen Liebesbundmitgliedern, daß sie feststehen im Glauben, daß Ich es bin, der mit dir redet. Denn was Ich gesagt habe, ist und bleibt wahr, daß, wer nicht glauben kann, daß Ich die Menschen aufmerksam machen wollte auf die große Gefahr, die über allen Kindern der katholischen Kirche schwebt, der soll zittern für sich selbst; denn schaut hinüber nach Frankreich. Viele werden jetzt, wo die Stunde der Trübsal gekommen ist, mit hineingeschwemmt in den Strudel des Zeitgeistes, die kurz vorher auch noch glaubten, sie seien gute Katholiken. Denn was Ich gesagt habe, daß der Strom sich auch nach Deutschland herüberwälzen wird, ist und bleibt wahr.

Euch und allen, die zu euch stehen, rufe Ich aber zu: Setzet alle Kräfte des Leibes und der Seele ein für Meine Kirche! Betet, daß die Zeiten abgekürzt und viele noch gerettet werden! Hier in Mainz kannst du nichts ausrichten. Darum schweige und bete. Und wenn du auf der Straße einem Priester begegnest, so schaue nicht auf ihn, wenn du siehst, daß er deinen Gruß nicht erwidern will, damit dein Gemüt nicht verwirrt wird, und sage im stillen den Gruß. Ich höre ihn und erwidere ihn. Ihr wißt, was Ich euch aufgetragen habe zu besorgen, weil ihr hier nichts tun könnt. Allen, die mit euch halten und es glauben, bekommen einen großen Lohn, sie verdienen sich sehr viel, und Ich werde sie beschützen, daß sie unberührt an dem Strom vorbeikommen, der sich von Frankreich herüberwälzt, wie Ich gesagt habe. Alles geht in Erfüllung. Sage N., sie muß sich erst diese große Gnade verdienen. Sie soll nur geduldig abwarten. Auf einmal hat sie alles nach Wunsch. N. soll tun, was Ich ihr eingebe.“

684 Am 1. und 3. Mai 1905

„Daß Mein Reich durch einzelne Seelen erneuert und deshalb ein Gebetssturm entfaltet werden muß.“

Am 1. Mai nach der heiligen Kommunion sagte der Herr:

Jesus: „Ihr sollt nicht mehr rechts und links sehen, sondern schnurgerade auf Mich losgehen, um Mich zu verherrlichen. Seht euch doch einmal um unter den frommen Seelen, wie viele noch sind, die kein Vergnügen suchen. Seht doch, wie schlimm es in der Welt aussieht. Es ist Mir lieber, wenn du, anstatt die Wallfahrt nach W. mitzumachen, dich deiner zwei Priesterstudenten annimmst und sie mit nach Rück nimmst, damit sie jemand um sich haben, der sie ermuntert und zum Guten anleitet. Frau S. hat noch zu leiden.“

Am 3. Mai nach der heiligen Kommunion hörte ich die Stimme des Herrn:

Jesus: „Gib dich jetzt nicht dem mündlichen Gebet hin, sondern höre, was Ich mit dir reden will. Es ist sehr nötig, allen Liebesbundmitgliedern wieder einmal zu schreiben. Ihr höret von allen Kanzeln herab jetzt dasselbe, was Ich schon vor langen Jahren mit dir gesprochen, daß das Glaubensleben müsse erneuert werden durch einzelne Seelen; durch diese muß die Kirche erneuert werden. Deshalb richtet an alle Liebesbundmitglieder die Forderung, daß sie sich, so viel, wie es ihnen möglich ist, von der Welt losreißen und das Entgegengesetzte von dem Leben und Streben der anderen Weltmenschen tun. Je mehr die Welt dem Vergnügen und Genießen nachströmt, desto mehr sollt ihr alle, ihr Liebesbundmitglieder, euer einziges Glück nur in Mir suchen und eure ganze Freude.

Alle die Leiden und Widerwärtigkeiten, die Ich dem Umkreis jeder einzelnen Familie und jeder einzelnen Seele zusende, sollt ihr, so viel in eurer Kraft liegt, zu heben suchen und durch Ausübung der Nächstenliebe zum Frieden beitragen unter den Eurigen. Ist es aber mehr die Leidenschaft, die zu große natürliche Liebe, die euch so fortreißt, und ihr seht, daß ihr nichts ausrichtet an ihnen, so betrübet euch nicht darüber so, daß ihr eure Hauptaufgabe vergeßt. Ertragt es dann ruhig und opfert es Mir auf, damit ihr durch das ruhige Ertragen ihre Seelen rettet. Denn diese Seelen, für die sie Mir fortwährend ihre Aufopferung dargebracht, werde Ich dennoch retten, obgleich sie wenig Hoffnung geben, aber das Ziel sollen sie nicht vergessen, daß Mein Reich durch einzelne Seelen erneuert und deshalb ein Gebetssturm entfaltet werden muß, wie er nur sein kann und je in solchen Zeiten zum Himmel erhoben worden ist.

Jetzt im Monat Mai sollt ihr, sooft ihr nur könnt, ein Bildnis Meiner Mutter aufsuchen in der Kirche oder in der Kapelle und euch um Sie scharen und mit Ihr vereinigt beten für die Anliegen der Kirche. Keines der Liebesbundmitglieder aber möge sich je seinen geistlichen Vorgesetzten widersetzen, in welcher Pfarrei, Diözese oder welchem Land es auch stehen mag. Keines soll es wagen, sondern immer im Einklang mit ihnen gehen. Sobald der Priester etwas verweigert, sollen sie abstehen und jeder sich fügen in die Anordnungen des Bischofs oder Priesters, aber immer im Auge behalten, daß sie das alles ersetzen können durch die Standhaftigkeit im Glauben und in der Liebe, die ihnen niemand verbieten kann.

Denn sie sollen wissen, daß Ich ihr oberster Leiter bin, daß Ich sie führe als Liebesbundmitglieder, weil sie allzusammen eine Gemeinschaft bilden sollen wie die ersten Christen, die alle beten sollen eines für alle und alle für eines und dieses so uneigennützig, daß keines sein eigenes Wohl vorandrängt; denn die einzelnen Glieder bilden doch in der ganzen Welt, wo sie auch stehen, eine Zusammengehörigkeit in ihrem Leben und Streben und im Gebet. Der Gebetssturm ist aber die Hauptsache.

Doch soll jede ihre Arbeit tun und niemand soll seine häuslichen Berufspflichten vernachlässigen, aber überall sollen sie eine heilige Ruhe und Freude zur Schau tragen, auch wenn es vorkommt, daß sie verkannt, beschimpft und unterdrückt werden, sollen sie es ruhig ertragen, daß die Welt an dem ruhigen Ertragen, an dem Gottvertrauen und der Nächstenliebe sehen muß, daß ihr andere seid als die Alltagschristen und sie sich zurufen: ‚Seht, wie sie einander lieben.‘ Später, wenn alles vorüber ist, seht ihr, was Ich mit euch gewollt habe und warum Ich mit dir geredet habe.

Sage N., er soll sich Gott so in den Willen geben und ihm in die Arme werfen, daß er gleichsam keinen Willen mehr hätte, und auch darin, wenn Ich ihm gleichsam alle Stütze wegnehme, die er scheinbar doch braucht und haben muß, um das Werk halten zu können. Ich verlange von ihm eine heroische Großmut, daß er glaubt, auch wenn alles an dem Werk unterzugehen scheint, das er verteidigt. Dieses Werk ist nur der Widerhall von jenem ersten Werk, das Ich gegründet habe am Kreuz und wofür Ich gestorben bin. Da war Ich auch ganz und gar vernichtet und entblößt von jeder menschlichen Hilfe. So muß auch dieses Werk am Kreuz siegen. N. aber soll nicht nachlassen zu arbeiten und die Einzelnen zu ermuntern.

Setzt einen Brief auf an alle Liebesbundmitglieder, und schicke ihn auch in deine Heimat. Ich entbinde dich jetzt davon, noch ferner dem Bischof Aufträge auszurichten. Tue im stillen, was Ich dir sage, und setzt euch standhaft ein für den Glauben. Das ist eure Aufgabe.“

685 Am 4. Mai 1905

„Das Leiden ist auch Gebet, und zwar doppeltes Gebet.“

Heute morgen, gleich nach der heiligen Kommunion, gab mir der Herr eine längere Botschaft. Weil Luise es aber nicht gleich aufschreiben konnte, so bat ich um zehn Uhr die liebe Mutter Gottes in Quintin, mir es nochmals zu wiederholen, und ich beschwor Sie um Ihrer Tränen und des Blutes Ihres Sohnes willen, daß Sie nicht zulassen möge, daß ich in eine Selbsttäuschung verfalle. Sie wiederholte mir folgendes:

Maria: „Sage den Klosterfrauen, sie sollten es als einen Fingerzeig von Gott ansehen, daß Er diese Dame zu ihnen hingesandt; denn Mein Sohn hat sie dahingeführt, weil Er Sein Auge auf diese Klosterfrauen gelenkt hat und sie für Sein Werk gewinnen will. Frl. N. aber stirbt noch nicht; sie muß noch mehr arbeiten für den Liebesbund. Sie hat noch einen weiten Weg.

Den Schwestern aber sage, sie sollten bedenken, was für ein großes Glück es für eine Seele ist, wenn Mein lieber Sohn sie aussucht zu solchen außergewöhnlichen Leiden, wenn sie auch manchmal tief einschneiden in die Seele. Das ist der Weg, wie Er Seine Auserwählten führt und Seine Heiligen bildet. Sie sollten es nicht verkennen und die Gnade nicht umwandeln in eine Strafe für sie. Wenn man Bitterkeit nachträgt, verwandelt man die große Gnade zu Bitterkeit. Mein lieber Sohn will die Schwester nur auf dem Weg der Vollkommenheit weiterbringen. Sie soll das, was ihr zugefügt worden ist, mit Mut hinnehmen und mit Gleichmut ertragen und in ihre Stellung gehen, die ihr angewiesen wurde, und tun, als ob nichts vorgefallen wäre und sich verwenden lassen, wo und wie sie wollen.

Wenn sie das fertigbringt, hat Er Sein Ziel mit ihr erreicht; denn Er will sie nur abstreifen von der Eigenliebe und dem Stolz, den alle Menschen in sich stecken haben, den sie aber nicht eher erkennen, als bis Gott den Menschen darauf führt und ihn davon überzeugt. Sie soll darum mit sich machen lassen, was sie wollen, und dann gebe Ich ihr das Versprechen, daß ihr Vormund aus dem Fegefeuer erlöst werden soll, und daß Mein lieber Sohn daran alle Gnaden für sie anschließen will, und daß sie standhaft bleibt, wenn wieder solche Unannehmlichkeiten kommen und sie keine Versuchung mehr bekommt zum Austritt. Und sage ihr auch, daß du aus eigener Erfahrung weißt, welch große Gnaden solche Verdemütigungen nach sich ziehen.

Im übrigen ist Mein lieber Sohn sehr zufrieden über den guten Willen der Schwester als auch mit ihrer Oberin. Das muß ihnen eine große Beruhigung sein, wenn sie auch zweifeln wollen und versucht sind anzunehmen, man wolle ihnen schmeicheln. Die Oberin soll bedenken, daß niemals eine Seele aus sich selbst das Herz und das Gemüt hat, um mit uneigennütziger Nächstenliebe die Seelen zu bemitleiden.

Das hat sie von Gott und ist der sicherste Beweis, daß sie in Gott befestigt ist. Sie sollen beide zusammenhalten und so fortfahren, die mit Ängsten geplagten Seelen aufzumuntern. Das ist der beste Beweis, daß sie mit Gott vereinigt ist, weil sie ängstlich ist, daß sie nicht alles so mitmachen kann wegen ihrer Gesundheit.

Sie soll jeden Abend Meinem lieben Sohn sagen: ‚Lieber Heiland, ich habe getan, was ich konnte. Wenn Du mehr haben willst, mußt du mir mehr Gesundheit geben!‘ Sie soll immer ein heiteres Gemüt pflegen, daß sie gegenseitig sich immer in der Heiterkeit und Freude ermuntern, und mit Freuden Ihm dienen; denn einen freudigen Geber liebt Mein Sohn. Sie sollen nur ruhig weitergehen und nicht so ängstlich sein, denn eine Ordensperson, die sich einmal Meinem lieben Sohn geschenkt, soll alles hinnehmen, was vorkommt in ihrem Beruf und bedenken, daß sie eine geistige Hausfrau ist, die für Ihn arbeitet und sich selbst vergißt, um Seelen zu retten.

Sage ihnen aber, sie sollen sich anschließen an den Liebesbund, an die in der Welt lebenden frommen Christen, die auch nichts anderes suchen als die Ehre Gottes, weil Mein lieber Sohn es wünscht; denn Er hat schon lang gesagt, daß die Ordensleute und frommen Weltleute sich vereinigen zu einem eifrigen Christenleben, weil das Glaubensleben erneuert werden muß. Die gelben Blätter sollen abgeschüttelt werden vom Baum der Kirche und deshalb trachtet, ein grünes Blatt zu sein und kein dürres.

Ihr alle miteinander müßt über die Unannehmlichkeiten weggehen, das muß euch Nebensache sein, und all die Leiden und Widerwärtigkeiten und Vorkommnisse müßt ihr zu den Sühnungsleiden rechnen für die Bekehrung der Welt.

Mein lieber Sohn läßt das alles zu, wenn man es manchmal auch nicht erkennt, und benützt die Menschen als Werkzeuge. So hat Er bei dieser Schwester ihre Vorgesetzten dazu benützt, um sie im Tugendleben vorwärts zu bringen, und nur auf diesem Weg wird das große Ziel erreicht, wenn viele sich vereinigen zu einem Gebetssturm. Die Leiden spielen aber eine Hauptrolle dabei. Das Leiden ist auch Gebet, und zwar doppeltes Gebet. Sie sollen also nur nicht ängstlich sein, weil Mein lieber Sohn zufrieden mit ihnen ist; sie sollen nur tun, was Er ihnen sagt.“

686 Fest der Kreuzauffindung 1905

„Als der Erzengel Gabriel Meiner lieben Mutter das Geheimnis der Menschwerdung ankündigte, da war die Morgenröte der Gnade noch nicht aufgegangen.“

Barbara: Am Fest Kreuzauffindung bat ich den Herrn sehr für zwei Verstorbene. Der Herr schenkte mir die erstere, eine Frau. Sie hielt ein Kreuz in den Händen und sagte:

Verstorbene: „Kreuzauffindung ist meine Erhöhung, weil du mir die Verdienste deiner Feier zugewandt. Ich werde dich am Throne Gottes nie vergessen.“ Das „Hochpreiset“ singend, schwebte sie auf.

Barbara: Während des Segens, den ich der Mutter von S. schenkte, gab mir der Herr auch diese. Ich sah sie, sie war eine alte Frau, aber im vollkommenen Zustand wie eine junge Person. Sie dankte mir und sang das Magnificat, in die Höhe steigend.

Am Herz-Jesu-Freitag, als Barbara in der Herz-Jesu-Andacht war, wo nur Laien beteten, wollte sie noch in eine andere Kirche gehen, um sich den heiligen Segen zu holen. Der Herr aber sagte:

Jesus: „Bleibe hier! Meinst du denn, Ich könnte dir den Segen nicht auch hier geben? Was sollten dann die Ordensleute anfangen und Meine anderen Diener, die auch danach verlangen, aber nicht hinzukommen können? Diese alle lasse Ich teilnehmen an Meinem Segen.“

Am ersten Sonntag im Mai las Barbara in einem Buch, daß man seine Gnaden verbergen solle, und sie wurde ängstlich. Darauf hörte sie die Stimme des Herrn:

Jesus: „Meine Tochter, ziehe dich zurück, Ich will mit dir reden. Du fürchtest dich, darum komme mit Mir!“

Darauf wurde ich in eine glänzende Gesellschaft geführt, wo die heiligen Apostel und Bischöfe und Priester waren. Der Herr sagte:

Jesus: „Weil diese Meine Dienerin von den Priestern in dieser Stadt so verachtet ist, deshalb ist es Mein Wille, daß ihr sie belehret über ihre Zweifel.“

Barbara schämte sich und fürchtete sich vor Täuschung, und wandte sich deshalb ab. Da drängte Sich die liebe Mutter Gottes von hinten vor und sagte:

Maria: „Komme, Meine Tochter, fürchte dich nicht, Ich will dir alles ersetzen.“

Der Herr war so gütig und sagte:

Jesus: „Als der Erzengel Gabriel Meiner lieben Mutter das Geheimnis der Menschwerdung ankündigte, da war die Morgenröte der Gnade noch nicht aufgegangen. Meine liebe Mutter mußte deshalb schweigen, denn es hätte sie niemand verstanden. Jetzt aber, wo Meine Gnadensonne die ganze Welt durchscheint bis in den letzten Winkel hinein, wo aber dieses Glaubenslicht am Erlöschen ist, ist es notwendig, dasselbe wieder anzufachen. Wenn Ich zu einer Seele rede, so rede Ich nicht allein zu ihr, sondern zu allen, um das Glaubenslicht wieder anzufachen.“

Die lieben Heiligen begrüßten Barbara sehr herablassend und freundlich und stimmten dem Herrn bei.

Maria: „Sage dem jungen Mann, er soll sich noch diesen Monat im Missionshaus anmelden. Ist er auch schon fortgeschritten, so kann er doch noch eine Leuchte in der katholischen Kirche werden. Er wird noch viele Versuchungen haben; er soll aber das Irdische nicht achten. Seine Mutter soll sich tief vor Gott verdemütigen.“

Von der Kanzel herab wurde die Donnerstags-Ölbergstunde sehr getadelt und die Beter darum erschüttert. Der Prediger sagte, die Ehre der Beteiligten käme wegen der späten Abendstunde in Gefahr, es seien eigensinnige Neuerungen und dergleichen.

Jesus: „Gebt die heilige Stunde nicht auf, sondern beruft euch darauf, daß Ich sie Meiner Dienerin Margareta Maria Alacoque angegeben und daß Rom sie approbiert und mit vollkommenem Ablaß versehen, und daß ihr sie haltet, weil die Betrachtung des bitteren Leidens die Seele sehr fördere und im Guten bestärke und ihr hofft, Fortschritte zu machen. Wenn sie sie direkt verbieten, dann gehorchet, aber sie werden es nicht wagen.“

687 Am 27. bis 29. Mai 1905

„Wer Geduld hat, wird alles in Erfüllung gehen sehen.“

Jesus: „Komme her, Meine Tochter, Ich will dich entschädigen für all die ertragenen Leiden.“

Barbara: Und Er führte mich in Sein heiligstes Herz, in eine besondere Wohnung, worin ich schon öfter war. Es war dort eine lange Tafel gedeckt und viele saßen daran, auch Lieschen und Luise. Und der Herr sagte liebreich:

Jesus: „Meine Tochter, suche dir ein Plätzchen und setze dich.“

Barbara: Und ich wurde erfüllt mit großer Süßigkeit, und der Herr sagte:

Jesus: „Laßt euch nicht sieben, haltet um so inniger zusammen, je mehr man euch zu trennen sucht.“

Jesus am 28. Mai: „Schließt euch innig zusammen und geht ungeniert eure Wege; denn der Strom des Kulturkampfes zieht auch seine Streifen nach Deutschland, und es wird bald geschehen, dass der Haß der Bösen auch in Wut übergeht gegen Meine Kirche, und daß alle Priester, Ordensleute und treuen Christen viel zu leiden bekommen. Wie zu Meinen Lebzeiten die Pharisäer immer danach sannen, Mich zu verfolgen, und wie dann endlich der Neid in Wut ausbrach, um Mich zu vertilgen, so wird es auch den Meinigen geschehen. Alles, was Ich gesagt, geht in Erfüllung. Es ist nur die Ungeduld der Menschen, die es nicht erwarten können, aber wer Geduld hat, wird alles in Erfüllung gehen sehen. Man will Mich ganz aus der Menschheit vertilgen. Es kommt noch zu einer blutigen Verfolgung.“

Jesus am 29. Mai: „Ich habe euch doch gezeigt, daß ihr diejenigen seid, die in Meinem Herzen eingeschlossen sind, die bei Mir sitzen und an Meinem Herzen ruhen. Was braucht ihr dann noch mehr?“

688 Herz-Jesu-Freitag im Juni 1905

„Denn all die Krankheiten und Trübsale sind ja nur der Weg dorthin. Dort wird alles ausgeglichen.“

Jesus: „Sage N., sie brauche sich nicht zu fürchten vor einem schnellen Sterben. Ich gebe ihr noch die Gnade, daß sie den Bau fertigstellen kann, und daß ihr Geschwister euch alle noch einmal sehen dürft. Denn Ich gönne euch diese Freude, daß ihr euch in heiliger Freude in Mir zusammenfindet zur Belohnung dafür, daß ihr alle trotz allem so fest geglaubt; denn Ich schlage einen solchen Glauben sehr hoch an, wenn man sich über die Gnaden anderer freut. N. soll, wenn sie sich erholt hat, sich mit Mut an den Bau machen, wenn sie auch nicht mehr so gesund wird wie früher. Sie soll all ihr Vertrauen auf Mich setzen; denn es geht alles in Erfüllung, was Ich verheißen habe, aber glauben muß der Mensch. Ic h habe große Freude an all ihren Geschwistern um ihres lebendigen Glaubens willen, und Ich will ihnen diese Freude noch einmal machen. Alsdann aber sollen sie sich über nichts unterhalten als über die himmlische Seligkeit und die Freuden, die ihrer warten, und Meine unendliche Liebe und Güte, und alles andere beiseite lassen, denn all die Krankheiten und Trübsale sind ja nur der Weg dorthin. Dort wird alles ausgeglichen.

Sage auch N., Ich habe große Freude an ihr, sie habe wirklich schon Fortschritte gemacht. Das müsse sie daran erkennen, daß sie keine so heftigen Kämpfe mehr hätte. Ich gebe ihr das Versprechen, daß sie noch dahin gelangt, daß sie sich noch freier fühlt von all den irdischen Dingen. Denn anders ist es nicht zu machen, als daß die Reichen, die aufwärts steigen wollen, sich ihrer Güter entäußern. Sie soll doch täglich bedenken, was denn all das Irdische wäre im Vergleich zur Ewigkeit, wie rasch das alles ein Ende nimmt. Es soll sie trösten und freuen, daß Ich mit ihr zufrieden bin, und um ihrer Entäußerung willen ihr all die kleinen Fehler verzeihe.

Sage noch deinen Schwestern Luise, Ich erfülle ihnen alle Wünsche, weil sie geglaubt, aber die Leiden, das alles gehört zum Weg der Seligkeit, der sie entgegengehen. Sie sollten noch entschiedener alles Irdische und Weltliche abstreifen.“

689 Am 5. Juni 1905

„Dieses Gespräch aber geht im Herzen des Menschen vor sich.“

Jesus: „Sage deinen zwei Freundinnen, daß euer Leben jetzt so ruhig dahinfließen wird. Sage N., er möge sich doch aufraffen und sich freuen, daß er sich für Mein Werk hingegeben. Wenn es ja sein Leben kostet, so ist es ja für Mich hingegeben, für seinen Glauben. Er soll fest glauben, daß er noch einmal nach Lourdes gehen kann, und er wird sehen, mit welcher Freude ihn dort Meine Mutter überströmen wird, und wie getröstet er zurückkommt, und wie glücklich er sein wird in der Ewigkeit, wo ihm alles ausgeglichen wird.“

Nach der heiligen Kommunion beschwerte ich mich, weil ich so wenig tun kann. Der Herr sagte:

Jesus: „Beruhige dich, Ich bin mit dir zufrieden.“

Barbara: „Ja, bin ich es nicht selbst, die ich mir das zuspreche?“

Jesus: „Niemals kann ein Zwiegespräch stattfinden in der Seele, das sich auf Gott bezieht, was aus einem anderen Geiste kommt oder was der Mensch aus sich hat; denn das ist ein ganz anderes Gespräch als das Gespräch mit den Lippen. Weil der Mensch aus sich nichts Gutes hat oder geben kann, muß ein Gespräch, das sich auf Gott oder das Heil der unsterblichen Seele bezieht, nur von Gottes Geist her kommen. Dieses Gespräch aber geht im Herzen des Menschen vor sich.“

Dann sagte die liebe Mutter Gottes:

Maria: „Weil Schwester N. so kindlich ist und immer noch meint, es wäre alles nicht richtig, so sage dieser guten Schwester, Mein Sohn hat es ihr zwar schon so oft gesagt, aber weil sie so kindlich ist, sage Ich es ihr wieder, sie soll sich nicht mehr beängstigen um das, was hinter ihr liegt, sie soll vorwärts schauen und die Tage, die ihr noch von Meinem Sohn geschenkt sind, zu ihrer Heiligung verwenden und recht achtgeben, daß sie eine herrliche Blume wird, und das sage Ich ihr nicht allein, sondern allen ihren Geschwistern; denn die Kinder sollen die Krone ihrer frommen, heiligen Mutter werden, und jedes soll sich hüten, daß es keine mißgestaltete gibt, denn dann wäre die Krone verschändet.

Für N. werden auch noch einmal bessere Tage kommen, wo es ihm mit der Gesundheit besser geht. Alles kommt nur daher, weil seine Nerven ruiniert sind durch das, was er durchgekämpft hat, und das sage Ich zum Trost für euch alle, besonders für N., daß die einzelnen Glieder der Kirche in jetziger Zeit, jedes in sich, das ganze Leben der Kirche durchleben müssen: So wie die Kirche im großen und ganzen, so jede Seele im kleinen in ihrem eigenen Leben. Daher kommt es, daß die Seele, die wirklich Gott treu dienen und nach Vollkommenheit ringen will, ein unblutiges Martyrium hat, weil die ganze Christenheit verseucht ist von dem Geist des Liberalismus, der die ganze Welt beherrscht.

Wenn nun eine Seele etwas mehr tut und sich ausscheidet von dem Geist, so hat sie ein Marterleben von Verachtung, Verdemütigung, Hohn und Spott durchzukämpfen. Wundert euch deshalb nicht, wenn Ich so große Verheißungen mache. Denn früher in den ruhigen Zeiten, wo die Kirche blühte und ihre Macht nach außen entfaltete, konnten die Glieder in Ruhe und Frieden leben, wie eine heilige Gertrudis und Mechtildis.

Diese waren fast in beständiger Verzückung berauscht von Liebe und Wonne, weil sie keine Hindernisse und keine Widersprüche hatten. Niemand war da, der sich getraut hätte, sie zu tadeln. Deshalb mußten diese sich durch Abtötungen auszeichnen. Jetzt ist es anders, diese Seelen sind ausgeschieden aus der menschlichen Gesellschaft.“

690 Fest des heiligen Antonius am 13. Juni 1905

„Daß Meine heilige Mutter nicht in Ephesus, sondern in Jerusalem auf dem Berg Sion gestorben ist.“

Nach der heiligen Kommunion sagte der Herr:

Jesus: „Dein Neffe (der an galoppierender Schwindsucht darniederlag) wird noch nicht sterben, und dein Neffe Josef wird sein Studium fortführen. Dem Herrn, der gefragt hat wegen der Ephesusfrage, kannst du sagen, daß Meine heilige Mutter nicht in Ephesus, sondern in Jerusalem auf dem Berg Sion gestorben ist. Sie sollten sich nicht streiten wegen Meiner heiligen Mutter.“

691 Fest Heiligste Dreifaltigkeit am 18. Juni 1905

„Und je mehr Widersprüche es gibt, desto größer ist die Sicherheit, daß das Werk von Mir stammt.“

Luise war plötzlich erkrankt, gerade vor der Missionsausstellung, die sie nicht einmal sehen konnte. Deshalb sagte der Herr:

Jesus: „Deine Krankheit ist nur eine Betauung des Werkes. Raffe dich auf und gehe darüber hinweg. Sei nicht ängstlich. Ruhe dich ein wenig aus, damit du dich erholst; denn es war nur eine Begießung des Werkes, damit es recht viel Segen bringt und verdienstlich wird, denn das Werk freut Mich sehr. Weil es aber so große Gefahr hat, daß der Mensch in der Ausführung Meiner Werke, und wenn es auch das Höchste ist, worin Ich am meisten geehrt und verherrlicht werde, sich selbst geschmeichelt fühlt durch das Gelingen, so lasse Ich es vorkommen, um das zu verhüten, daß es Widersprüche gibt, wie in jedem Werk, so auch in diesem schönen Werk. Und je mehr Widersprüche es gibt, desto größer ist die Sicherheit, daß das Werk von Mir stammt.

Darum sollen diejenigen, die sich so sehr darum bemühten wie N. und N. und alle anderen, sich recht einschärfen, daß sie sich die Verdienste nicht rauben, sondern in der Demut bleiben, und immer bedenken, daß es besser ist, wenn etwas so gehalten ist, daß man meint, es habe keinen Wert vor Gott und der Welt, weil dann das Verdienst der Menschen um so größer ist, je mehr etwas vernichtet wird. Deswegen rate Ich ihnen, daß sie sich wehren, weil die erste Absicht war, zur Verbreitung des Glaubens in den Heidenländern beizutragen, weil dies sehr notwendig ist für die Verbreitung des Glaubens, und weil ihr so für das Vollkommenere eintretet. Wenn aber ein Kirchenfürst sich äußert und absolut darauf besteht, damit sie sich als gefügsame Werkzeuge der Kirche gegenüber erzeigen und man sie nicht als eigensinnige Geschöpfe erkläre, mögen sie nachgeben, um den betreffenden Kirchenfürsten nicht zu reizen durch eigensinniges Beharren auf ihrem Plan. Ich werde ihnen dann doch dasselbe Verdienst geben, wie wenn sie ihren Plan ausgeführt hätten.

Ihr aber, Meine Kinder, sollt Mir recht dankbar sein an dem heutigen Fest der Heiligsten Dreifaltigkeit. Denn heute hat die Heiligste Dreifaltigkeit den Plan beschlossen, das Werk zu gründen, und vier Tage danach, am heiligsten Fronleichnamsfeste, habe Ich Selbst die Urkunde euch überreicht, indem Ich dir die Erklärung gegeben, wie Wir es haben wollen, daß ihr euch vereinigen solltet, um die Heiligste Dreifaltigkeit zu ehren und zu verherrlichen, um den Plan auszuführen, den Ich euch dargelegt. So wie die Allerheiligste Dreifaltigkeit Sich vereinigt, der Menschheit Gutes zu erweisen, so sollt ihr euch vereinigen, um in euren Gesinnungen eins zu sein, unsere Gesinnungen der Menschheit mitzuteilen. Wie Ich Mich in deinen Geist ergieße, so sollst du es der Menschheit übermitteln.

Weil aber Meine Diener Mein Werk so falsch beurteilen, indem sie meinen, man vernachlässige seinen Beruf und werfe das Kreuz ab, um sich einer Gemütsduselei hinzugeben, und deshalb alles zu vernichten suchen, so lasse Ich so viele Unannehmlichkeiten in der Familie vorkommen, damit du herausgerissen wirst und sie sich fragen müssen, wo steckt denn da die Gemütsduselei, wenn eine Seele alles tut wie ein gewöhnlicher Mensch!“

692 Fronleichnamsfest 1905

„Durch das ganze Werk, das Ich gegründet, habe Ich der Menschheit die Mittel angegeben, die für diese Zeiten passen, wie Ich immer tue.“

Das Fronleichnamsfest verbrachte ich in Schippach am Krankenbett eines Neffen zu. Ich kränkte mich so sehr, weil ich die schöne Festoktav ganz vermissen mußte. Ich sah den lieben Heiland, und Er sagte:

Jesus: „Durch das ganze Werk, das Ich gegründet, habe Ich der Menschheit die Mittel angegeben, die für diese Zeiten passen, wie Ich immer tue. Das Wort, das Ich zu Meinen Aposteln gesprochen, habe Ich immer beibehalten: Das Himmelreich ist gleich einem Hausvater, der aus seinem Schatze immer Neues hervorbringt! Das sagte Ich, um der Christenheit zu zeigen, wie Ich es mache. Das ist alles in Gleichnissen gesprochen, und Ich mache alles in Gleichnissen, weil die Menschen nicht alles verstehen, bis die Zeiten kommen, wo sie reif sind dafür. Das wollte Ich damit andeuten, daß Ich sagte: Das Himmelreich ist gleich einem Hausvater, der aus seinem Schatze immer Neues hervorbringt!

So brauchte Ich, wie Ich Meine Kirche gegründet, in der ersten Zeit, wo Meine heilige Mutter und die Apostel gelebt haben, nichts anzugeben, weil das Leben der Christen so rein war. Eines lebte für das andere, nur für den Himmel, weil die Gottes- und Nächstenliebe ganz Hand in Hand miteinander gingen. Darum ließ Ich dasselbe so. Die erste Christenheit stellte die Kindheit vor.

Als aber die Menschheit sich entfaltete und immer mehr ausbreitete, nahm die Gottesliebe um vieles ab, und Ich gab der Menschheit ein, daß sich einige wieder absondern und ausscheiden sollten, um Mir das zu ersetzen, was andere versäumten. Da wurde Mir die Ehre, die Mir geraubt wurde, durch die Genossenschaften wieder ersetzt. So tue Ich von Zeit zu Zeit, wie die Menschheit steht oder fällt in ihrem Glauben und in ihrer Liebe. Ich offenbarte Mich dann immer wieder, um die Menschheit an Mich zu locken und Meine Ehre auf andere Weise herauszuschlagen. So tue Ich bis auf den heutigen Tag.

In der letzten Zeit habe Ich Mein Herz erschlossen durch die selige Margareta Maria Alacoque. So tief, wie jetzt die Menschheit herabgedrückt ist auf die unterste Stufe, war sie noch nie gestanden. Deswegen muß Ich Mich offenbaren. Denn, obwohl es viele Ordensleute gibt, muß Ich sehr beklagen, daß die Gottesliebe so sehr herabgedrückt ist. Deswegen habe Ich angegeben, daß durch den jungfräulichen Stand die Welt soll gehoben werden, durch Seelen in der Welt und im Kloster.

In früheren Zeiten hat es genügt, daß fromme Ordensleute und Ordensgenossenschaften Gott liebten, weil die Welt auf sie schaute und sich um ihretwillen besserte, aber in jetziger Zeit sehen die Weltleute nicht mehr auf das gute Beispiel der Klöster.

Man will nichts als Vergnügen, mögen die Ordensleute beten und sich hinopfern, sie gehen nur ihrem Vergnügen nach. Deswegen habe Ich keine andere Wahl. Ich muß in der Welt Seelen haben, welche die Welt verbessern. Ich muß Jungfrauen haben, die es so machen wie du. Eine Jungfrau muß nicht davonlaufen, wenn sie keinen Dank erntet. Deswegen stelle Ich dich zuweilen dahin, wo du den größten Undank erntest, weil du doch hernach die Früchte siehst. So will Ich es haben, so muß die Welt wieder hinaufgeschafft werden, damit der Ehestand wieder ins Geleise kommt. Die Jungfrauen müssen mit großer Entschiedenheit helfen, die Kinder zu erziehen, wenn sie noch so großen Undank ernten, daß dadurch die Welt muß gerettet werden. Deshalb siehst du es, wie die Früchte (deines guten Beispiels) in deinem Dorf wachsen, wie es sich hebt.“

(Es herrscht große Einigkeit, die Frömmigkeit wächst, vier Jungfrauen sind in diesem Jahr daselbst ins Kloster eingetreten, und als weltliche und geistliche Behörden wegen zusammenfallender Feiertage den St.-Antonius-Tag streichen wollten, sagten alle Männer einstimmig: „Nein, wir wollen ihn feiern, und vertrauen auf Gott, daß Er uns doch ernährt.“)

Jesus: „So will Ich es haben in der ganzen Welt. Ausgeschlossen sind nur diejenigen Jungfrauen, die zeitliche Interessen allein im Auge haben, die nur ihr Vergnügen suchen und sich nicht weh tun wollen. Das sind keine Jungfrauen; da ist Mir eine fleißige Ehefrau lieber. Man muß es machen wie du und Julchen es machen (eine Freundin aus Rück). Ich segne die Familie, wo sie so geführt wird. So muß es gemacht werden.“

693 Großes Gebet in St. Ignaz am 3. Juli 1905

„Nur durch die Sünde ist das Glück verdorben worden, und doch hat der Mensch einen solchen Hang zum Glück, weil er dazu bestimmt ist.“

Barbara: Ich hörte die Stimme des Herrn, die mir zurief:

Jesus: „Richte dich jetzt nach innen und höre Meine Stimme. Deine zwei Freundinnen entsetzen sich, weil sie gerade vor dem Großen Gebet erkrankt sind und meinen, sie versäumten so viel. Sage ihnen, daß sie sich darüber nicht betrüben und glauben, sie versäumten viel. Sie versäumen nichts, wenn sie Meinen Willen tun. Der Mensch muß leiden, Meine Geschöpfe müssen leiden. Was ist denn eigentlich das Leiden? Nicht die Leiden, die man meint und sich vorstellt, sondern all das, was gegen den Willen geht, was einem unangenehm in die Quere kommt, wenn dem Menschen das Ziel, wozu er bestimmt ist, getrübt ist und er das nicht findet, was er sucht. Das ist in die Menschen gelegt, weil er dazu geschaffen ist. Nur durch die Sünde ist das Glück verdorben worden, und doch hat der Mensch einen solchen Hang zum Glück, weil er dazu bestimmt ist, so daß er nicht leben kann, wenn er nicht glücklich ist. Aber alle Meine Geschöpfe sind dem Leiden unterworfen, auch die Engel, nur geistigerweise, und ihr, weil ihr noch den Leib habt, muß der Leib auch darunter leiden.“

Barbara: „Wie ist es möglich, o Herr, daß auch die Engel leiden? Sie sind doch reine Geister, und das Leiden kommt doch nur von der Sünde?“

Jesus: „Gerade deswegen komme Ich, um dir den Trost zu bringen für deine zwei Mitschwestern. Wenn der Mensch sündenlos ist, frei von schwerer Sünde, führt er das Leben der Engel hier auf der Welt. Die Engel sind so eng mit euch verbunden, wie ihr selbst miteinander verbunden seid, weil ihr zugleich mit den Engeln aus Meiner Schöpferhand hervorgegangen seid, nur etwas geringer als die Engel.

Daher kommt es, daß auch die Engel – wie ihr Menschen eines mit dem anderen leiden und des anderen Last tragen müßt – die Last und die Leiden mit euch teilen; denn die Engel lieben Mich mehr als die Menschen, bei denen immer noch fleischliche Liebe dabei ist. Sie kränken sich sehr, daß es Menschen gibt, die den Weg nicht gehen, den Ich ihnen vorgezeichnet, und so ihr Ziel verfehlen. Das ist ihnen ein so großer Schmerz, daß ihre Glückseligkeit dadurch getrübt ist. Das ist ihr einziges Leiden, obwohl sie unendlich glücklich sind, weil sie reine Geister sind und befreit von der Sünde. Weil sie jedoch eure Brüder sind, tut ihnen das Unglück von euch Menschen so weh, wenn sie sehen, daß die Menschen ihr Glück verderben durch die Sünde. So nehmen sie Anteil an eurem Leiden.

So ist es auch, wenn Ich den Gerechten auf der Welt Leiden schicke. Diese vertreten die Engel auf der Erde, sie sind Meine liebsten Kinder, und deshalb müssen sie mitfühlen, wenn Ich so sehr gekränkt werde. Sage deinen zwei Freundinnen, sie sollen ruhig die Krankheit hinnehmen und zufrieden sein. Nun will Ich dir auch einmal zeigen, wie viel dazu gehört, um das Opfer einer Seele rein zu machen vor Meinen Augen.“

Barbara: Der Herr zeigte mir zwei Formen wie zwei Brote. Die eine war schön leuchtend, ganz glatt, die andere häßlich zerfressen.

Jesus: „Das erste ist das Opfer einer Seele, die von der Welt verachtet und ganz hinausgestellt ist, wie es euch geht. Das andere ist das Opfer, das Mir jene Seelen bringen, die um ihrer Frömmigkeit und ihrer guten Werke willen auch Anerkennung finden vor der Welt und ihren Mitmenschen. Da schleicht sich so viel Ehrsucht und Selbstgefälligkeit in Meinen Augen ein, daß es wie ganz zerfressen ist. Wenn Ich aber zulasse, daß ein Mensch ganz hinausgestoßen, verachtet, für unnütz und zu nichts tauglich erklärt wird, dessen Opfer ist gereinigt von der Eigenliebe.

Sage Meiner Luise, es komme auch wieder anders, wo sie mehr Trost habe. Ich will Mein Opfer reinglätten. Ihr sollt einmal sehen, wie ihr Mir die ganze Ewigkeit danken werdet, daß Ich Selbst alles abschneide. Du aber, sage nicht eher etwas zu deinen Vorgesetzten, bis Ich es dir zu wissen tue.“

Barbara: Beim Großen Gebet in St. Christoph bei der letzten Stunde hörte ich Seine Stimme:

Jesus: „Meine Tochter, ziehe dich zurück, Ich will dir eine Freude machen.“

Barbara: Und ich sah eine Landschaft, die glänzte, als ob die Sonne darauf schiene, und wie ein See, auf welchem eine Eisdecke ist, die von der Sonne beschienen ist.

Jesus: „Siehe, das sind die Schweißtropfen der Seelen, die trotz der großen Hitze Mich besuchen. Wie viele Seelen verscherzen die Gnaden, um ihrer Bequemlichkeit nichts abgehen zu lassen!“

Barbara: Bei jeder Person, die in der Kirche war, kniete eine schöne Gestalt.

Jesus: „Das sind die Schutzengel der Leute, die tragen fortwährend den Schweiß und die Strapazen vor Meinen Thron, und Ich lege das Fehlende hinzu, und es ist alles ersetzt. Sage N., sie soll nur das Seminar für L. gründen, wenn sie auch viele Hindernisse hat im Rückblick auf das, was Ich schon vor Jahren gesagt, wie darauf gedrungen werden müsse, daß gesorgt werde für gute Lehrerinnen. Das ist schon damals Mein Befehl und Mein Plan gewesen. Sie soll es nur tun. Ich habe Mich deiner angenommen, und was in dir gewirkt wurde, das habe Ich in dir gewirkt, und Ich werde auch ferner Meine Hand auf dich halten. Du wirst sehen! Harre aus! Jetzt ist die Zeit der Prüfung! Wenn du auch nicht so viele Gnaden hast, du mußt verdienen. Aber wenn du hinüberkommst, dann komme Ich dir entgegen. Ich bin es, Der in dir gewirkt hat.“

694 Am 8. Juli 1905

„Nur durch Leiden kann man verdienen, und alles, was gegen den Willen des Menschen ist, sind Leiden.“

Gleich nach der heiligen Kommunion war der Herr so gütig und lieb. Vorher mußte ich aber lange flehen, weil ich so finster war. Je länger ich anhielt, desto mehr zerstreute sich die Finsternis. Als bei der heiligen Wandlung das kostbare Blut erhoben wurde, führte mich der Herr in Sein Herz ein.

Jesus: „Komm, damit du siehst, daß Ich alles vergessen habe. Gerade so lieb, wie Ich früher mit dir war, gerade so lieb habe Ich dich jetzt noch. Das alles ist nicht so, wie du meinst, daß Ich dich ganz verlassen hätte. Jetzt denke dir nur, wer kann dir eine solche Glückseligkeit geben? Würdest du noch mit jemand tauschen? Die Freude und die Sicherheit kann nur der geben, der Ich bin. Damit du zufrieden bist und siehst, daß Ich alles vergesse, und daß es nicht so ist, wie du meinst, will Ich dir zeigen, wie Ich die Seele reinige.“

Barbara: Es war Wandlung. Ich betete Ihn an, und wie das kostbare Blut erhoben wurde, nahm Er den Kelch und goß ihn über meine Seele, und sie wurde weiß und die dunklen Flecken waren alle weggewaschen.

Jesus: „Siehst du, weiß wie Wolle! So mache Ich es der Seele, die mit gläubigem, reumütigem Herzen in die heilige Messe geht. Wenn sie noch so verstrickt ist, wasche Ich die Seele rein in Meinem Blut.“

Barbara: Ich bat für alle, die dieses glauben, und sagte:

„Mache doch auch Lieschen und Luise wieder gesund, daß wir dir mit freudigem Herzen dienen.“

Jesus: „Wie soll Ich es anders machen, um Seelen zu retten? Nur durch Leiden kann man verdienen, und alles, was gegen den Willen des Menschen ist, sind Leiden. Wo sind die Menschen, die noch auf andere Weise für Menschen verdienen wollten? Die Menschheit ist so verzärtelt, daß sie sich nichts mehr auferlegen kann. Deshalb muß Ich es tun. Ich bin gar so bedrängt und muß Mich an Meine treuen Kinder wenden. Ihr müßt Mir verdienen. Wenn es Mir gefällt, komme Ich und nehme es euch wieder ab. Wartet ruhig ab, bis Ich es ändere. Aber für jetzt seid zufrieden.“

Barbara: „Soll ich es auch N. sagen?“

Jesus: „Das kannst du nur bei gläubigen Seelen sagen, und nur da kann die rechte Wirkung hervorgehen. Wenn eine Seele nicht glaubt, daß Ich es bin, dann hat sie tausend Einwände und geht darüber hinweg. Der Glaube ist das Verdienst des Menschen. Am Glauben hängt sein ganzes Verdienst. Wenn die Menschen sich noch so sehr bemühen in guten Werken, muß Ich doch alles machen. Aber an seinen Glauben knüpfe Ich sein ganzes Verdienst. Eine gläubige Seele reinige Ich von ihren Fehlern und gebe ihr, was sie wünscht. Alles, was Ich versprochen in den Verheißungen, werdet ihr erlangen, aber das knüpft sich an euren Glauben. Sage es N. und allen Mitgliedern des Liebesbundes, die Nutzen daraus ziehen wollen, daß nur der Glaube es ist, der die Verheißungen an euch in Erfüllung gehen läßt.“

695 Am 12. und 14. Juli 1905

„Es muß Seelen geben, denen Ich Mich offenbare, und andere, die es verbreiten, und andere, die es aufnehmen mit gutem Herzen, und so wirke Ich in der Kirche.“

Jesus: „Sage N., er soll nicht so ängstlich sein, Ich habe ihm den Beruf gegeben. Man soll seinen Beruf lieben, und auch dieser Beruf muß sein (Gerichtsperson), gerade so wie der Scharfrichter. Er hat den Beruf, das Gericht zu vollziehen, er ist nur das Werkzeug des Gerichtes. Für seine Person hat er keine Schuld. Er soll nur da einen Unterschied machen, wo er merkt, daß es unverschuldete Armut ist, wie bei einer Witwe. Aber sonst geht das ihn selbst nichts an, und er wird nicht dafür verantwortlich gemacht; denn Ich habe ihm den Beruf gegeben. Es gefällt Mir so gut, und Ich habe Meine Freude daran, daß er so jungfräulich lebt.“

Am 14. Juli sagte ich nach der heiligen Kommunion zum Herrn:

Barbara: „Wenn ich Dich doch wieder so lieben könnte wie früher. Bin ich denn so böse geworden, daß Du mich nicht mehr magst?“

Der Herr wurde so lieb. So überzeugte Er mich, daß Er in mir ist, wie ich Ihn früher zuweilen sah als Mensch.

Jesus: „Du bist Mir gerade so lieb wie früher. Was einmal geschehen und ausgehalten ist Meinetwegen, das bleibt für die ganze Ewigkeit. Ich bin nicht wie die Menschen, die heute das Gute von anderen genießen und morgen nicht mehr daran denken. Was man für Mich gelitten, das bereitet einem die ganze Ewigkeit fortwährend Freude.“

Barbara: „Ja, o Herr, wenn ich nicht so viele Fehler hätte, ich denke aber, daß meine Sünden schuld sind.“

Jesus: „Das achte Ich nicht. So bin Ich nicht, daß Ich wegen jeder Kleinigkeit Mich zurückziehe und trotze wie die Menschen. Ihr müßt jetzt mehr verdienen. Ich habe jetzt alles gesagt, was Ich sagen wollte und euch geliebkost. Der Weg ist jetzt härter, aber verdienstlicher, weil ihr näher dem Ziel zugeht.

Lieschen soll sich jetzt allgemach vorbereiten, denn Ich werde nicht mehr gar so lange ausbleiben. Dann wird sie genießen, was sie verdient. Ich gedenke der Fehler nicht, die ihr aus Schwachheit begangen. Wenn ihr aber merket, daß Ich komme, so gedenket der Verheißungen und saget Mir: ,Lieber Heiland! Ich habe geglaubt und gehofft, was du gesagt. Jetzt will ich davon Besitz nehmen.’ Und dann werdet ihr sehen, ihr habt es nicht zu bereuen.

Sage Luise, sie soll nur Geduld haben, es käme die Zeit, wo es ihr besser ginge. Sie soll fest überzeugt sein, daß sie nicht so viel verdienen könnte bei allen Kommunionen und Gebeten, als mit der Entsagung. Das hat Mir so gut gefallen, daß sie nicht unwillig geworden ist, als Ich sie wiederholt niederwarf. Sie soll nur wissen, daß Ich das so hoch angeschlagen habe, daß sie so bereitwillig alles beiseite legte, um Meine Worte niederzuschreiben. Ich muß Seelen haben, die sich ganz für Mich einsetzen. Ich muß Seelen haben, die Meine Gnade anderen übermitteln. Was nutzte es Mir als Geist und als Gott, Mich zu offenbaren, wenn Ich nicht Werkzeuge hätte, die es glauben und den anderen übermitteln? Es muß Seelen geben, denen Ich Mich offenbare, und andere, die es verbreiten, und andere, die es aufnehmen mit gutem Herzen, und so wirke Ich in der Kirche.

Das ist das Leben Meiner Kirche von Anfang bis zum Ende. Deshalb belohne Ich all die Werke, die von Mir ausgehen und durch andere zur Verbreitung kommen so hoch, als viele Seelen dadurch zum Guten angeregt werden. Es haben sich schon viele Seelen zum jungfräulichen Stand entschlossen, obwohl derselbe heutzutage ehrlos ist. Deshalb ist es ein so großes Werk, Meine Worte zu verbreiten, daß Ich es so hoch anschlage wie denjenigen, die den Glauben in den ersten Zeiten verbreitet haben, wie einem heiligen Bonifatius. Aber was diese ersten Glaubensverbreiter blutigerweise verdient haben, das müssen solche Seelen unblutigerweise verdienen. Freuet euch nur auf das, was auf euch wartet in der Ewigkeit, nicht auf der Welt.“

696 Am 19. Juli 1905

„Aber die Menschheit ist noch mehr im Geist verarmt.“

Barbara: Auf St. Vinzenz war der liebe Heiland nach der heiligen Kommunion so liebreich, daß ich staunend fragte, aus welchem Grunde Er dies tue, es sei doch kein besonderes Fest.

Jesus: „Ja, es ist heute das Fest Meines Dieners Vinzenz, und das fühlst du mit, weil du in der Gemeinschaft der Heiligen bist.“

Barbara: „Ja, Herr, diesen Heiligen kann ich nicht nachahmen, dieser hat so viel Großes getan.“

Jesus: „Und doch könnt ihr das, das geschieht durch die Schriften. Wie der heilige Vinzenz viel getan hat für die leibliche Not der Menschheit, so sollt ihr sorgen für die geistige Not, und zwar ist dies in jetziger Zeit noch notwendiger als für das leibliche Wohl. Wer jetzt arbeiten will, kann sein Brot verdienen, es ist in jeder Beziehung gesorgt. Aber die Menschheit ist noch mehr im Geist verarmt, weil die geistigen Werke der Barmherzigkeit zu wenig geübt werden.

Sage N., sie möge nur ganz beherzt die Gnade von ihrem Oberhirten begehren. Überhaupt sollen die Seelen nicht so ängstlich sein, wo es sich um die Ehre Gottes handelt, sondern ihr Recht verlangen und nicht zurückschrecken, wenn ihnen von den Vorgesetzten Schwierigkeiten gemacht werden. Alle müssen dazu beitragen, daß das Reich Gottes erweitert wird; das ist jedem seine Schuldigkeit. Ich gebe aber den Vorsteherinnen den Rat, daß sie es nicht machen wie hier, wenn Schwierigkeiten vorkommen, weil das weibliche Geschlecht zu sehr geneigt ist zu Neid und Eifersucht und deshalb allerlei vorkommt. Sie sollen beide Teile anhören und die einen halten wie die anderen, ob reich oder arm; denn auch die Armen haben das Recht, das Gute zu befördern und auszuüben. Daher sollen sie keinen Unterschied machen, damit Ich das Werk auch segnen kann.“

697 Am 21. Juli 1905

„Daß jetzt die Zeit wäre, wo die große Gebetsarmee entstehen solle.“

Barbara: Nach der heiligen Wandlung betete ich gerade mit dem Volk den vollkommenen Ablaß, als ich den lieben Heiland sah, so klar wie früher öfter. Ich sagte:

„Lieber Heiland, Du willst etwas mit mir reden, aber ich will doch den Ablaß gewinnen, ich bitte Dich, warte so lange.“

Er blieb stehen, und ich sagte:

„Lieber Herr, verzeihe mir, wenn ich Dir heute morgen sagte, daß Du nicht mehr so gegen mich seiest wie vor fünfzehn Jahren, wo ich Dich so lieben konnte. Ich kann es nicht ändern, Du mußt es Selbst geben, ich habe nichts als Trockenheit.“

Jesus: „Du siehst, daß Ich noch gerade so gut gegen dich bin wie vor zehn und fünfzehn Jahren. Jetzt will Ich dir Meine Antwort geben auf deine Klagen von heute morgen. Ich bin gegen euch gerade Derselbe, wie Ich damals war. Geht morgen früh beizeiten wallfahrten um sieben Uhr und denkt nicht, daß ihr was versäumt. Was ihr an heiligen Messen versäumt, das opfert Mir auf in der Meinung, wie ihr wallfahrtet. Ich will euch alles ersetzen. Macht, daß ihr um sieben Uhr fortkommt; denn der Geist kann sich nicht so ergießen, wenn der Leib so gequält ist. Geht mit recht freudigem Herzen, laßt euren Geist sprudeln in heiliger Freude, wo die Natur wieder mehr dazu hilft.

Nimm aber auch deine Nichte mit; denn Ich will, daß die Jugend sich beteilige, und Ich will überhaupt Mir diese Seele erhalten, die Ich Mir erwählt und über die Ich Meine Hand gehalten habe in all den vielen Gefahren. Jetzt, wo ihr Geist nicht mehr so beschäftigt ist in äußeren Werken, ist sie mehr den Versuchungen ausgesetzt. Sage aber, daß sie für Mich leben soll und nicht grübeln, wie wird es mir später ergehen. Sie soll nach R. gehen mit recht freudigem Herzen, Meinen Geist dort auszubreiten, die Jugend herbeizuziehen zu Meinem Herzen und soll den Geist recht ausströmen lassen. Sie soll sich um sonst nichts kümmern und denken: ‚Ich bin da zu meiner Erholung.‘ Dann fällt alles andere weg.

Und dann, wenn die Zeit herum ist, soll sie zurückkehren zur Freude ihrer Mutter und zu Meiner Freude, und Ich verspreche ihr, daß, so wie sie jetzt die Freude ihrer Mutter ist, daß Ich für sie sorgen werde und sie sich keine Gedanken darüber zu machen braucht, wer ihr aushelfe. Sie soll sich nur ja nicht irremachen lassen im jungfräulichen Stand, Ich werde ihr schon für jemand sorgen.

Und sage deinen beiden Freundinnen und all denjenigen, die es glauben und sich beteiligen, daß jetzt die Zeit wäre, wo die große Gebetsarmee entstehen solle. Der Liebesbund soll in Vereinigung mit dem Missionsverein Hand in Hand gehen. Ich habe schon lange versprochen, daß, wenn sie es hier nicht annehmen, Ich andere herbeiführen werde, die es durchsetzen. So ist es jetzt! Ihr sollt euch nicht grämen über eure Vorgesetzten. Das habe Ich alles zugelassen, damit Mein Werk recht gedeihe. Das mußte erst betaut und begossen werden. Das Missionswerk macht Mir große Freude.“

Barbara: Dabei strahlte der Herr so hell wie eine Sonne.

698 Fest der heiligen Anna am 26. Juli 1905

„Ich habe euch schon Beweise genug gegeben, daß Ich es bin.“

Barbara: Nach der heiligen Kommunion sagte ich zum Herrn: „O Herr, wenn ich aber lese, was die Heiligen getan, so fürchte ich sehr, daß Du nicht könntest mit mir zufrieden sein. Darf man es denn wirklich glauben, daß Du einen so armseligen Sünder so sehr begnadigst?“

Jesus: „Und doch ist es wahr. Auch die Heiligen waren Menschen wie ihr auch. Zwar ist es wahr, daß sie außergewöhnliche Werke geübt, aber Ich bin auch mit euch zufrieden, wenn ihr tut, was Ich euch angebe. Und glaubet nur! Überlegt einmal, was Ich euch schon alles gesagt habe, und jetzt habt ihr die Beweise. Ich habe euch schon Beweise genug gegeben, daß Ich es bin. Und lest ihr nicht, daß Ich Meine Heiligen auch oft sehr hart geprüft habe. Auch sie verließen sich oftmals auf Meine Barmherzigkeit und dachten: ‚Das macht dir schon der liebe Gott.‘ Und Ich ließ es ganz anders kommen. Solche Prüfungen habe Ich allen Meinen Dienern vorgelegt, wie auch euch.

Ich will, daß ihr heute wallfahrten gehen sollt, und nicht morgen, zu Ehren Meiner heiligen Großmutter Anna und zu Ehren des Opfers, das sie gebracht hat, daß sie ihr liebes Kind Mir im Tempel geweiht. Auch vereinigt euch mit all den lieben Pilgern, die heute an die Wallfahrtsorte ziehen, wo sie verehrt wird. Und wenn ihr auch glaubt, daß es wenig ist, was ihr tut, weil ihr euch immer so armselig fühlt, so bin Ich doch zufrieden, wenn ihr es mit gutem Herzen tut, was Ich sage; denn es ist gewiß nicht zuviel. Ihr könnt es tun, und Ich will euch alles ersetzen, was an eurer Armseligkeit abgeht. Und gerade das Außergewöhnliche daran gefällt Mir, daß ihr so arm daherzieht, ohne einzukehren. Laßt euch nicht davon abbringen, sondern macht es wie seither, nehmt euer Stückchen Brot mit und euren Kaffee. Ihr sollt nie in ein Wirtshaus einkehren, wenn der Ort nahe ist, daß ihr euch eine Erfrischung geben laßt. Gerade das ist so notwendig, weil die Welt nichts als Vergnügen sucht, und die Natur so entweiht wird durch die vielen Vergnügungen und das schlechte Leben bei denselben, damit die Schöpfung durch das Gebet wieder entsündigt und geheiligt wird. Deshalb habe Ich von euch das Wallfahrten verlangt und bestätige es immer wieder von neuem, daß die frommen Christen wallfahren gehen sollen. Wisset, daß ihr nichts versäumt. Das Opfer des Wallfahrens rechne Ich euch höher an, als wenn ihr hier die Andachten mitmachtet. Ich kann euch doch segnen, wenn ihr auch hier die Segen versäumt.

Weil öffentlich gesündigt wird in Gottes Natur, muß auch öffentlich Buße getan werden durch das ungescheute Wallfahren, daß man sich nicht schämt. Die Weltkinder schämen sich ja auch nicht ihres öffentlichen Sündenlebens. Schwester N. aber sage, sie soll es als einen Beweis Meiner Liebe und Güte ansehen, daß sie ihr Jubiläum noch erlebt (ihre fünfzigjährige Profeß). Sie soll aber die ganze Freude Mir zuwenden und sich in das Äußere nicht einmischen, sondern sich innerlich mit Mir unterhalten und all das, was ihr von ihren Schwestern Gutes angetan wird, nicht achten.“

Bei der Wallfahrt am Fest der heiligen Magdalena, als wir die lieben, heiligen Jungfrauen einluden, zeigte der Herr Barbara, wie eine unabsehbare Schar heiliger Jungfrauen mit uns zogen während der ganzen Wallfahrt, was uns sehr beglückte und durch deren Fürbitte einen großen Gebetsgeist erweckte.

699 Am 30. Juli und 1. August 1905

„Bittet Mich nur um Dinge, die Mich ehren und zu Meiner Verherrlichung gereichen, und Ich werde sie euch gewähren.“

Jesus: „Tuet ihr nur alles, was Ich euch angebe und wozu Ich euch anrege, damit Ich doch wenigstens einige Menschen habe, die Mir treu dienen, weil so viele Menschen Mich nicht mehr kennen und von Mir nichts wissen wollen.“

Barbara am 1. August: Abends während des Rosenkranzgebetes teilte mir der Herr eine große Freude mit. Ich sagte:

„Diese Freude, o Herr, kann mir niemand anders geben als Du. Gib sie mir auch morgen und übermorgen, daß ich recht viel beten und viele Ablässe für die Armen Seelen gewinnen kann.“

Jesus: „Ja, das will Ich tun. Bittet Mich nur um Dinge, die Mich ehren und zu Meiner Verherrlichung gereichen, und Ich werde sie euch gewähren. Warum fragst du Mich nicht wegen jenes Mannes, der da so betrübt ist, weil er von Mir keine Antwort erhalten? Habe Ich dir doch gesagt, daß Ich durch dich viele trösten will.“

Barbara: „Weil ich immer fürchte, Deine Majestät wegen jeder Kleinigkeit zu belästigen, und daß ich deshalb eine Verantwortung auf mich lade.“

Jesus: „Es ist nichts Kleines und Gleichgültiges, wenn der Mensch Mir dient wie dieser Mann und seine Pflicht tut, und er dann einen Trost von Mir verlangt und von Mir lernen und bei Mir in die Schule gehen will, um zu hören, wie er tun soll.“

Barbara: „So rede Herr und sage mir, was ich dem Mann antworten soll.“

Jesus: „Sage ihm, daß Ich zufrieden bin mit ihm und mit der Erziehung seiner Kinder, und daß die beste Zuchtrute der Eltern die ist, daß die Eltern den Kindern mit gutem Beispiel vorangehen. Am Gerichtstage werde Ich es ihm vergelten, was er in der Erziehung seiner Kinder geleistet hat, und Ich sage ihm, daß keines seiner Kinder verlorengeht. Er soll nicht ängstlich sein wegen ihrem Beruf. Er soll sie gut erziehen und die Neigungen seiner Kinder beobachten, und Ich werde ihm dazu verhelfen.“

700 Petri Kettenfeier und Portiuncula 1905

„Denn es ist Mir ein großer Schmerz, wenn sie die Leiden nicht gern tragen und abwerfen wollen.“

Barbara: Weil ich die ganze Nacht so krank war, sagte ich zum Herrn:

„Gib mir nur die Gnade, daß ich recht gut beten kann, aber aus mir kann ich es nicht.“

Nach der heiligen Kommunion hatte ich eine so große innere Freude. Der Herr zeigte Sich mir wie vor fünfzehn Jahren und sagte:

Jesus: „Siehst du, bin Ich nicht noch Derselbe, Der Ich früher war? Kann Ich dich nicht gerade so beglücken wie vor fünfzehn Jahren? Und immer beklagst du dich. Ich bin noch Derselbe, nur mußt du mehr verdienen.“

Barbara: „O Herr, was ich für mich bitte, das bitte ich auch für meine beiden Mitschwestern und für meine Verwandten.“

Jesus: „Gerade, was Ich dir gebe, das gebe Ich auch ihnen. Ich bin noch so freigebig, gerade wie Ich es früher war, und alles, was ihr für Mich gelitten habt, sollt ihr nicht umsonst gelitten haben.“

Barbara: Darauf ging die Segensmesse an, und ich schaute Seine Herrlichkeit, als Er mit der Monstranz den Segen gab, daß ich ganz entzückt wurde vor Freude; denn ich sah nicht mehr den Priester, sondern statt dessen las der heilige Petrus die heilige Messe, und der heilige Franziskus hat ihm gedient. Überaus kostbar war das Gewand, das St. Petrus trug, und er war mit einem kostbaren Mantel bekleidet und schien überglücklich zu sein.

Jesus: „Siehe, Ich zeige dir das, um zu beweisen, wie Ich belohne in der Ewigkeit. Das ist das Glück der Seligen. Solange die Ewigkeit dauert, sollen sie unaufhörlich mit Mir erfreut und gesättigt werden in all dem, was sie gelitten und in den Verdiensten, die sie sich gesammelt haben. Und wenn so ein Tag kommt, erfreuen sie sich immer wieder von neuem, und zwar in dem Maße, als man auf der Welt gelitten hat, mag es um eine Verachtung gewesen sein oder eine Verfolgung oder ein leiblicher Schmerz, und dazu beglückwünscht sie der ganze Himmel und freut sich mit ihnen. Und weil diese ihre Festtage, die auf ihr Leben Bezug haben, immer wiederkehren, ist die Glückseligkeit der Seligen ewig alt und ewig neu, und ewig jung und ewig neu, und das ist die fortwährende Seligkeit. Könnt ihr denn dafür nicht etwas aushalten auf der Welt, Schmerz oder Verachtung erdulden?

Stört euch nicht daran. Das geht so fort bis an euer Lebensende, daß ihr immer wieder Spottreden und verächtliche Bemerkungen hört. Aber das soll euch freuen. Ich kann euch gar keine größere Gnade erweisen, als wenn Ich euch etwas zukommen lasse, worin ihr eure ewige Seligkeit vermehren könnt. Siehst du, daß Ich deine Gesundheit nicht brauche. Jetzt warst du die ganze Nacht krank, und doch beglücke Ich dich so. Das Leiden wollte Ich aber für die Bekehrung der Sünder. Meine treuen Kinder müssen Meine Leiden mitfühlen. Siehst du, wer kann dir die Glückseligkeit geben und was hindert Mich, sie dir zu geben? Nichts hindert Mich! Wenn Ich will, komme Ich. Wenn es wieder anders wird und Ich eine Zeitlang ausbleibe, will Ich die Treue Meiner Kinder prüfen. Ich mache euch viele Freude, und ihr müßt Mir die Freude machen, auch dann auszuhalten, wenn Ich mit kleinen Leiden komme.“

Barbara: „O Herr, schenk uns die Gnade, recht viele Arme Seelen zu gewinnen.“

Jesus: „Seht euch nicht um und geniert euch nicht, weil das ein Teil der Verdienste ist, je demütiger ihr so fleißig betet. Laßt alle rechts und links stehen und gehet euren Weg. Jetzt müßt ihr die Gnade benutzen und alles andere lassen. Macht es so, und Ich ersetze, was fehlt und belohne es euch. Meine Gnade schenke Ich niemand umsonst. Was Ich euch kundtue, müssen die Menschen benutzen, und je gläubiger und demütiger der Mensch die Gnaden zu erlangen sucht, desto freigebiger teile Ich sie aus. Darum benutzt die Gnade recht eifrig. Meine treuen Kinder sollen doch ja nicht der Traurigkeit nachgeben. Denn es ist Mir ein großer Schmerz, wenn sie die Leiden nicht gern tragen und abwerfen wollen. Deshalb offenbare Ich Mich so oft, um die heilige Freude immer wieder zu erneuern und aufzufrischen, und ihr über alles hinwegschreiten sollt. Seht doch, wie der heilige Petrus seit zweitausend Jahren immer wieder von neuem geehrt wird, wie du eben gesehen, sooft ein solcher Tag herankommt, der sich auf sein Leben bezieht. So geht es jeder christlichen Seele um dessentwillen, was sie gelitten. Ich habe eine große Freude an einem gläubigen Herzen. Das war das Leben der Heiligen. Alles, auch das Kleinste, haben sie benutzt zu ihrem geistlichen Fortschritt. Wie froh werdet ihr in der Ewigkeit sein, daß Ich euch Gelegenheit gegeben, so etwas für Mich zu leiden.“

Barbara: Auf Portiunkula nach der heiligen Kommunion bat ich den Herrn für Schwester N., und der Herr sagte mir:

Jesus: „Gleich bei ihrem Austritt aus dem Leben bin Ich ihr entgegengeeilt. Als sie Mich aber in Meiner Herrlichkeit erblickte, schämte sie sich aus lauter Demut derart vor Mir, daß sie Mich bat: ‚O Herr, ich bin noch nicht würdig, in Deine Nähe zu kommen, ich bin Dir noch so unähnlich. Laß mich zurück, um noch mehr zu büßen.‘ Sie war auf ihren Wunsch hin noch zwei Tage Meiner Anschauung beraubt, jedoch nicht im eigentlichen Fegefeuer, ihr Leiden war nur die Beraubung Meiner Anschauung.

Am zweiten Tag nach ihrem Tod aber zog sie in den Himmel ein. Ich wünschte, daß die Oberen, die an der Spitze stehen, sich alle miteinander demütigten und sich vereinigten mit den frommen Seelen in der Welt, und nicht länger dem Vorurteil anhängen, als wären sie die allein geliebten Bräute von Mir.

Jede Seele, die Mir treu dient und die Meine Gebote hält, liebe Ich gleich, wie es Meiner Majestät geziemt, daß Ich einen Menschen halte wie den anderen. Deswegen verspreche Ich aber den Oberen, die andere zu leiten haben in einer Genossenschaft, daß, wenn sie die Demut so üben, daß sie sich vereinigen mit den frommen Seelen in der Welt, und die Schwestern recht anhalten zum demütigen, kindlichen Gebet, sich vereinigend mit den frommen Seelen in der Welt, daß von denen im Jahr verstorbenen Klosteruntergebenen keines über Portiuncula im Fegefeuer bleibt, weil sie im Leben den Gebetssturm so ausgeübt, wie er am Franziskustage ausgeübt wird; denn alle sollen eine Genossenschaft, eine Gebetsarmee bilden.

Es soll niemand glauben, einer könne mehr als der andere, sondern alle müssen übereinstimmen. Noch nie war es so nötig, durch demütiges, kindliches Gebet den Himmel zu bestürmen, wie es jetzt ist, und sie haben keinen anderen Ausweg mehr, als daß sie sich in demütigem Gebet an Mich wenden. Die Not zwingt sie dazu. Warum bekämpfen sie sich einander denn immer noch?“

Barbara: „O Herr, gewinnen denn alle, die hier sind, den Ablaß vollkommen?“

Jesus: „Allen, die hier zugegen sind und die sich noch bemühen mögen, den Weg zu machen und ihren Glauben an den Tag zu legen, verleihe und verspreche Ich eine glückselige Sterbestunde, wenn auch nicht alle den Ablaß vollkommen gewinnen. Manche tun es doch recht oberflächlich und nehmen es nicht zu Herzen. Wer es aber erfaßt und von Grund des Herzens betet, der gewinnt den vollkommenen Ablaß. Aber obwohl viele es nicht verstehen, sind sie doch gerettet für den Himmel.“

Barbara: Weil es wegen meinem Neffen (Priesterstudent) neue Schwierigkeiten gab und ich mich deshalb bei dem Herrn beklagte, erwiderte der Herr:

Jesus: „Wer die drei göttlichen Tugenden und die vier Kardinaltugenden übt und die Haupt- und Grundtugend, die Demut, überall unterlegt unter all die anderen Tugenden, der kann nicht irregehen, und wenn er im Zeitlichen wie im Ewigen getäuscht zu sein wähnt, kann er doch nicht untergehen, wenn er die Demut hat. Die Unterlage des lebendigen Glaubens muß die Demut sein, ebenso wie von der Hoffnung und der Liebe und den vier Kardinaltugenden, und wer sie hat und sich daran hält, der kann nicht untergehen. Ich lasse alles so ankämpfen, damit Meine Werke um so glänzender dastehen, wenn sie einmal durchgekämpft sind.“

701 Am 5. und 8. August 1905

Jesus: „Beruhige dich, wo Ich ihn haben will, da kommt er hin. Je dunkler der Weg, desto mehr sollen die Menschen sehen, daß Ich es bin, der dies alles gewirkt.“

Am 8. August: „Sage Meiner Dienerin, sie solle es so halten, wie es beschlossen war, weil durch das Gegenteil viele wankelmütig würden. Diejenige, die das Werk gegründet hat, soll auch diejenige sein, die es durchzuleiten hat, und alle anderen müssen sich fügen. Sie soll aber niemand abstoßen, ihre eigene Person ganz und gar außer acht lassen und denken, sie wäre die Vertreterin Gottes und alle mit Entschiedenheit zurechtweisen. Und wenn das Jahr herum und die Zeit wieder da ist, soll sie ganz ruhig und ganz entschieden die Sache machen. Und wenn jemand sich beschwert, soll sie sagen: ‚Wo die Ehre Gottes und das Heil der Seelen auf dem Spiel steht, muß der Stolz zurücktreten und die Demut gewahrt werden.‘ So soll jede denken: ‚Wo es um die Ehre Gottes geht, muß die eigene Ehre zurücktreten.‘ Das sind lauter Nebensachen und ist menschlich.

Das aber ist die Buße dafür, weil man immer sucht, alles glänzend zu gestalten, indem man mit der Welt liebäugelt und die Welt sehen soll, daß eine Person vom Adel dabei ist. Aber Ich bin Gott und habe die Macht, Meine Werke durchzuführen und brauche das alles nicht. N. soll allen ganz bescheiden schreiben: ‚Wenn wir nicht alle miteinander die Demut wahren, so ist der Verein bald verfallen. Ich bitte alle um der Ehre Gottes und um des Werkes willen, daß jede mit der eigenen Meinung zurücktritt.‘

Weil in der jetzigen Zeit die Natur, die doch nur geschaffen ist zu Meiner Ehre und Verherrlichung, so sehr entweiht wird durch die Sünden der Gotteslästerung, der Unzucht und der allzugroßen Vergnügungssucht, so sollt ihr jede Woche euren Wallfahrtsgang machen und nach jedem Gesetz wiederholen: ‚O Herz Jesu, wir wollen Dich trösten und lieben für alle, die Dich betrüben und nicht lieben.‘ Deshalb weise Ich auch immer wieder von neuem darauf hin, die Wallfahrten nicht zu unterlassen.“

Barbara: Gestern erfuhr ich bei der heiligen Messe, was ich der Oberin in N. sagen solle und heute für N. Aber ich verschwieg es gestern, weil ich keine Kommunion hatte.

702 Mariä Himmelfahrt am 15. August 1905

„Die Kirche ist so tief gestellt, daß ihre Kinder sie alle verlassen, wenn es so weitergeht.“

Barbara: Ich wandte mich an die liebe Mutter Gottes und sagte:

„Jetzt bitte ich Dich um all der Gnaden und Freuden willen, die Du hattest, als Du in den Himmel aufgenommen wurdest, gib Du mir die Gnade, daß ich nicht getäuscht bin. Sage Du mir, was ich antworten soll und ob das nicht mein Geist war.“

Jesus: „Armseliges Geschöpf, das du bist! Warum willst du wissen, ob es nicht dein Geist gewesen ist, was Ich dir eingegeben habe? Was hast du denn aus deinem Geist? Deine Sorgen und deinen Kummer um das natürliche Wohl deiner Angehörigen und dazu noch deine Sünden. Das kommt aus deinem Geist und aus dir. Alles andere, was sich auf Gott hin bezieht, kommt aus Meinem Geist. Ich habe es dir schon so oft erklärt.

Was Ich dir gesagt habe gestern früh, was du der Oberin sagen sollst, das sage Ich dir heute wieder: Die Menschen sollen wissen, daß Mir nur da recht gedient wird, und daß nur das Mein Wille ist und Mir Freude macht, wenn sie all die Dinge, die Ich über sie verhänge, in dem Geist tragen, weswegen Ich sie ihnen zuschicke.

Die Novizin, die sie Mir empfiehlt, soll eine Zierde ihres Ordens werden und das auch in ihrer Kränklichkeit, und die andere Schwester soll sie in Güte ertragen. Diese soll zur Demut greifen und sich demütigen, dann ist sie ein echtes, wahres Mitglied des Ordens. Und die Seele, von der sie so gerne wünscht, daß sie katholisch würde, soll sie aufsuchen und herbeizuziehen suchen und ihr zureden und nichts scheuen, auch wenn sie manchmal meint, es täte doch nichts nützen, und wenn es andere sähen, spotte man ihrer. All das Streben nach Vollkommenheit und nach Rettung der Seelen führt Hohn und Spott mit sich. Diese Seelen werden bewitzelt und bespöttelt und recht demütigend behandelt.

Man soll nichts unterlassen, auch wenn man meint, man brächte nichts fertig, es wäre alles umsonst. Die Mühe wird euch doch belohnt. Ebenso soll sie es machen mit ihren Geschwistern. Sie soll sie nicht ruhen lassen, sondern immer anstacheln durch Briefe, ihnen die Wahrheit sagen, sie auf das Ewige hinweisen, und sie immer und fortwährend ins Gebet empfehlen von all den Mitgliedern des Liebesbundes. Ich aber verspreche ihr, daß Ich alle ihre Verwandten retten will, und wenn es auch erst am Rand des Grabes ist; sie gehen nicht verloren, und gerade um des demütigen Gebetes willen, wenn man meint, es sei alles umsonst. Diesem Gebet kann Ich nicht widerstehen. Das ist ein großmütiges Gebet und Ich bin viel zu groß dazu, als daß Ich widerstehen könnte. Ihr aber sollt nur ruhig weitergehen wie seither, nichts unterlassen, wenn ihr auch meint, es nütze nichts.

Und sage Meiner Dienerin, die euch gestern besuchte, daß Ich sehr zufrieden bin mit ihrer Treue, und daß es Mich freut, dass sie sich die Mühe gemacht hat, euch aufzusuchen und sich euch anzuschließen. Ich verspreche ihr, Ich will ihre Wirksamkeit segnen, daß unter ihren Kindern einige Kinder erstehen, die Mir recht große Freude machen, die aus Liebe zu Mir den jungfräulichen Stand wählen. Den Keim aber legt sie durch ihr eifriges Bestreben und Leben, daß sie so fleißig vorwärtsstrebt.

Die heilige Freude, die Ich in ihr Herz gieße, wie in all diejenigen, die die Schriften lesen, geht den Hiesigen ab, weil sie sie sich selbst versagt, indem sie Mein Werk nicht angenommen haben. Darum geht nichts vorwärts, sie mögen predigen und anstellen, soviel sie wollen, der Unglaube geht immer weiter, und es kommt noch so weit, daß der Glanz, der jetzt immer noch vorhanden ist, in Mainz noch so erbleicht, daß die Feinde triumphieren und man vom Glanz nichts mehr sieht. So kommen die Gegner vorwärts, weil sie sich nicht demütigen wollen und wenn sie auch predigen und alles aufbieten. Solange nicht einer aufsteht und vorangeht mit gutem Beispiel und das demütige Leben nicht vorzieht, ist an keine Besserung zu denken. Was Ich in den Schriften gesagt, habe Ich nicht umsonst gesprochen.

Es kommt so weit, daß die Gottlosigkeit die Überhand bekommt, und solange nicht einer aufsteht, der es macht wie früher – wie die Kirche so abwärtsging und die Feinde gejubelt – und geht nicht mit Entschiedenheit voran und stellt Bußprozessionen an und geht selbst voraus, so lange gebe Ich Meinen Segen nicht zu ihrem Wirken.

Alle diejenigen, die die Schriften lesen, genießen die heilige Freude. Das kommt daher: Vor vielen Jahren zeigte Ich Mich dir einmal mit einem langen Kreuz auf dem Rücken, und das Kreuz war so lang, wie Liebesbundmitglieder sich vorfanden und sich darunter stellten, und jedes Glied hatte ein Glöcklein in der Hand. Das war die Vorbedeutung, und Ich wollte damit andeuten: Das lange Kreuz ist Meine jungfräuliche Braut, die Kirche. An die Kirche muß sich jedes Liebesbundmitglied treu halten. Das bedeutete das lange Kreuz, es muß darunterstehen, nämlich unter dem Kreuz, da sie immer meinen, die Liebesbundmitglieder wollten einen sonderbaren Weg gehen. Sie werden immer verschrien, als wollten sie einen Extraweg gehen. Das ist aber gerade das Gegenteil.

Das Glöcklein, das jedes Glied in der Hand hatte, bedeutet die heilige Freude, womit all die Seelen wirken. So vergessen sie ihr Kreuz und haben in ihrem Innern immer einen gewissen Trost, den andere nicht haben. Diese sind es, die die Kirche zum Siege führen, weil sie ganz allein die Verdemütigungen, die auf der Kirche lasten, mitertragen, weil sie von den Vorgesetzten immer angesehen werden, als hätten sie eine übertriebene Frömmigkeit. Und nur auf diesem Weg kann die Kirche wieder zum Sieg geführt werden, auf einem tieflebendigen Glaubensleben. Daß Ich es aber gefügt, daß der Liebesbund jetzt schon soll ausgebreitet werden, habe Ich dadurch angedeutet, daß Ich gesagt: Euch habe Ich an den Wendepunkt gestellt, ihr sollt die Kirche zum Siege führen! Was bedeutet aber ein Wendepunkt für den Wanderer? Ist er unterwegs und sieht er, daß er auf dem Irrweg ist, so sagt er ihm, daß er umkehren, zum früheren Ziel zurückkehren muß.

Jetzt ist es an der Zeit, wo die Rückkehr geschehen muß; es müssen Schritte getan werden. Es ist nicht die Zeit wie im Mittelalter, wo Ich die Menschen getröstet habe, die Guten, daß sie auf dem rechten Weg seien; jetzt ist es umgekehrt. Die Kirche ist so tief gestellt, daß ihre Kinder sie alle verlassen, wenn es so weitergeht, und daß die Andersgläubigen den Glanz erlangen, den ihr haben solltet, so daß ihr euch verkriechen müßt.

In Mainz geht es so. Die Andersgläubigen kommen zum höchsten Glanz und euer Glanz verschwindet. Ich will aber, daß Schritte getan werden, daß die Schriften gelesen werden, damit die heilige Freude in sie kommt, die Ich angedeutet durch das Glöcklein, weil Ich den Guten in den Schriften den Beweis gebe, daß Ich mit ihnen zufrieden bin, und daß Ich darin Meinen Geist ausströme. Das verleiht aber allen guten, treuen Seelen eine innere Sicherheit und Freude. Wenn sie das lesen und ihr Leben damit vergleichen, so sehen sie, daß ihr Leben recht ist, indem sie nicht mit dem großen Haufen gehen, und sie dann ihren einsamen Kreuzweg immer mutig weitergehen, weil sie die Freude und Sicherheit in sich haben, daß sie recht tun.

Obwohl aber die Schriften nicht an die Öffentlichkeit gelangen sollen, will Ich doch haben, daß sie unter den gläubigen Seelen gelesen werden. Alle diejenigen aber, die dazu beitragen, daß es so niedergehalten wird, diese alle richten in ihrer Wirksamkeit nicht viel aus. All ihr Predigen ist ein leerer Schall, der an tauben Ohren verklingt. Die Menschheit hört es zwar, lebt aber ruhig weiter wie seither. Die Menschheit muß wissen, daß es auch ein Ziel gibt, das man auch erreichen kann, wenn man danach strebt. Deshalb habe Ich in den Schriften alles so gesagt, daß jeder danach handeln und leben kann: Der Ehestand und der letzte Stand in der Welt, Ordensleute und die Geistlichkeit. Jeder muß sagen, daß Ich nicht zu viel verlange, wohl aber, daß jeder sich tief demütigt und einer den anderen aufrichtet.

Sage N., sie soll nur den Bau ganz ruhig fortsetzen, das Geld aufnehmen und bezahlen, bis er fertig ist. Sie brauchte deshalb gar nicht herumzugehen. Ich habe bisher gesorgt und sorge auch noch weiter. Sie erlebt es noch, daß zu ihrer Lebenszeit noch ein schöner Teil davon abgetragen wird. In ihrem Land ist die Welt noch recht gläubig und da kommen noch christlich gläubige Seelen, die dazu beitragen, und was noch fehlt nach ihrem Tod, das wird einer Schwester nicht schwerfallen.“

Barbara: „O Herr, ich bin ängstlich, weil der Bau der C.-Kirche auch noch nicht ganz abgedeckt ist.“

Jesus: „Sie haben sich dem Einfluß Meines Geistes entzogen, und darum habe Ich ihnen die Mittel entzogen, die sie sonst erhalten hätten von eurer Seite.“

703 Am 17. August 1905

„So hat schon der erste Mensch im Paradies Seinen Schöpfer behandelt.“

Barbara: Ich sagte zum Herrn, daß ich mich sehr kränke, daß die anderen meinetwegen so verfolgt und verachtet würden.

Jesus: „Betrübe dich nicht über solche Dinge. Die Zurücksetzungen, die andere deinetwegen tragen, müssen sie nicht deinetwegen tragen, sondern Meinetwegen, und selbst wenn du dich getäuscht hättest, was nicht der Fall ist, so sind und können sie nicht getäuscht sein in ihrem Verdienst, weil Ich den guten Willen der Menschen belohne. Fürchte keine Täuschung deswegen, weil das, was Ich aufgetragen zum Wohl der Menschheit, zum Gegenteil zu werden scheint, indem diejenigen dagegen kämpfen, die es begrüßen sollten mit Ehrfurcht; denn dann wäre auch Ich enttäuscht gewesen an der Menschheit. Schon dort im Paradiese sollte der Mensch leben zu seiner und Meiner Freude, aber der Mensch mißbrauchte seine Freiheit, um Mir statt Freude Verdruß zu machen. Siehe, da hätte Ich Mich auch enttäuscht. So ist es aber durch die ganze Geschichte des Menschengeschlechtes. Nach jedem Zeitalter richtet sich Meine Liebe zu den Menschen, um ihnen die für sie besten Ratschläge zu erteilen. Wenn dann die Menschheit diese wohlgemeinten Ratschläge, die Ich durch manche Seele, – denn jetzt rede Ich nicht mehr zu allen wie im Paradies – an sie richte, nicht annimmt, dann wundert euch nicht. So hat schon der erste Mensch im Paradies Seinen Schöpfer behandelt.“

704 Am 20. August 1905

„Alle eure Bitten will Ich euch gewähren, nur müssen eure Bitten auf das geistige Wohl gerichtet sein von euch und anderen.“

Jesus: „Alle eure Bitten will Ich euch gewähren, nur müssen eure Bitten auf das geistige Wohl gerichtet sein von euch und anderen. Das sage auch der Oberin, tröste sie und sage, daß Ich ihr verspreche, daß Ich alle ihre Verwandten retten will, nur soll sie sich recht vereinigen mit dem Gebet des Liebesbundes. Das vereinigte Gebet dringt durch die Wolken.“

Barbara später: Schon vor der heiligen Kommunion war ich so voller Freude und sagte nachher:

„Jetzt empfehle ich Dir alle Anliegen, besonders daß Luise glücklich und freudig zurückkehrt, wenn es Dir gefällt.“

Jesus: „Ich werde ihr die Worte schon eingeben, wie sie alle trösten soll. Ich werde euch schon beistehen und die Worte in den Mund legen, was ihr zu reden habt, wenn es darauf abgesehen ist, euch gegenseitig zu besuchen und zu ermuntern. Sage den Liebesbundmitgliedern in A., daß es Mich freut, daß sie so viel Gutes wirken. Ich habe an ihnen eine große Stütze. Ich wünsche, daß sie recht eins seien, eines wie das andere halten.

Luise soll alle trösten und auch die besuchen, die nebenausstehen wie N. und N. und alle miteinander. Gerade da muß man vorsichtig sein, wo die Seelen an sich selber hängen und sich selbst im Auge haben, aber abstoßen darf man sie nicht. Sage ihnen, daß sie gar nicht ausgesetzt sind, aber selbstlos denken sollen und nicht meinen, daß andere bevorzugt sind. Dafür bin Ich da und beurteile die Menschen nach ihrem wahren Wert. Alle sollen recht Einigkeit halten. Hier haben sich die Reichen freiwillig ausgeschlossen und da lasse Ich sie links stehen.

Sage allen, daß Ich ihnen verspreche, daß Ich alle ihre Bitten erhören will, aber nicht die leiblichen, sondern die sich auf das Heil der unsterblichen Seelen beziehen für ihre Angehörigen und Freunde und wen sie gerettet sehen wollen. Es wäre noch kein gutes Zeichen, wenn sie immer getröstet sein wollen. Sie sollen alle wissen, daß sie jetzt geistige Ehefrauen sind. Es kommt die Zeit, wo der Trost ausbleibt, wie das ja auch im Ehestand der Fall ist. Solange der Bräutigam seine Braut noch liebkost und hätschelt, ist es ein Zeichen, daß er das tun muß, um sie herumzuziehen, damit sie auch später standhält in all den Ereignissen, die der Ehestand mit sich bringt. So ist es auch im geistigen Sinn mit der geistigen Vermählung.

Alle Liebesbundmitglieder sind geistige Bräute Christi, mögen sie sein, wer sie wollen. Die Liebkosungen hören auf, und es kommt die ernste Zeit des Hauswesens. Nach der Vermählung ist die Frau eingetreten in die Rechte des Mannes und in seine Herrschergewalt; sie darf mitregieren und mitherrschen. So dürfen auch Meine geistigen Bräute mitregieren und mitherrschen. Herrschen sollt ihr über eure bösen Neigungen und bedacht sein auf Meine Interessen, auf die Meiner Kirche.

Sage N., sie soll jetzt dafür sorgen, daß sie eine recht tüchtige Ehefrau, Hausfrau für Mich abgibt und wirbt um Seelen. Sie soll nur den Schritt nicht bereuen. Ich will es ihr tausendfach belohnen in der Ewigkeit. Um keinen Preis der Welt soll sie davon abgehen. Sage N., was es für ein Glück wäre, das alles durchmachen zu dürfen. Den anderen gegenüber möge sie ein recht freudiges Herz zeigen. Es täte sich alles auch für sie noch klären, wie wohl es jetzt noch dunkel wäre. Sage N., er möge sich fest vorbereiten auf den Pilgerzug nach Lourdes, den er 1908 mitmachen wird, von welchem so viel abhängt. Er soll aber noch einen oder zwei seiner Mitbrüder mitnehmen, dort ins Bad gehen, und fest vertrauen auf die Fürbitte Meiner heiligen Mutter. Es wird ihn nicht gereuen, dort hingegangen zu sein; denn er wird besser zurückkehren. Auch soll alles aufgeschrieben werden, was Ich euch gewährt habe in letzter Zeit; denn Ich habe alles in Meiner Hand.

Im Handumdrehen hätte Ich auch Frl. Th. und deine beiden Schwestern Luise hinwegnehmen können, aber Ich habe euch erfüllt, was Ich euch versprochen. Sind das nicht Wunder genug, wenn sie immer noch Wunder verlangen? Nach der Lourdes- Pilgerfahrt wird es lichter und um vieles besser. Sehet zu, daß ihr noch mehr Priester mit nach Lourdes nehmet, denn es ist gut, daß sie im Glauben gestärkt werden.“

Barbara: „Herr, willst Du nicht, daß Luise ihre Schwester in H. besuche?“

Jesus: „Nein, Ich will es nicht. Die Schwester soll ihr Verlangen abtöten bis nächstes Jahr, denn dann wird ihre Freude um so vollkommener sein. Sie soll wissen, daß sie einmal in Meinem Hausgarten eine schöne Pflanze sein soll und da muß Ich jedes Verlangen, das nicht ganz geläutert ist, abschneiden. Habe keine Angst um deine Luise, sie wird Lieschen und dich noch überleben. Nur laßt unter euch die Liebe nicht erkalten. Sie soll das Zeichen sein, daß Ich mit euch einen Bund geschlossen, und bis über das Grab hinaus soll Einigkeit und Friede euch zusammenhalten.“

705 Am 27. September 1905

Mariechen schreibt aus Rück: „Seit Donnerstag, dem 21. September abends, ist Barbara sehr erkrankt. Schon einige Tage vorher hatte sie furchtbare Schmerzen im Leib. Sie mußte vor Schmerzen so überlaut schreien die ganze Nacht hindurch und den ganzen Tag, daß die Nachbarsfrauen alle herbeikamen und jede wußte ein anderes Mittel. Der Reihe nach wurden angewandt: heiße Wasserumschläge, heißen Essig, Branntwein, Kartoffeln, Kleie, Kamillensäckchen, einen heißen Laib Brot und alle Sorten Tee. Alles umsonst. Plötzlich gegen Abend bekam sie ihr Leiden. Barbara fragte den lieben Heiland, warum sie nur so furchtbar leiden müsse und warum Er so außergewöhnlich komme. Der liebe Heiland sagte, sie müsse Sühne leisten für die Sünden der Jugend in den zwei Örtchen, besonders für die Sünden der Unkeuschheit. Dann warnte Er noch die Jugend vor dem allzu großen Leichtsinn und den Vergnügen und forderte alle Anwesenden auf, doch alles aufzubieten, um diesem Laster entgegenzusteuern, das alle anzustecken droht.

Barbara bat für diejenigen, die den bösen Sinn im Herzen tragen, um andere zu verführen. Da sagte der liebe Heiland, Er wolle den Sinn dieser ändern, aber dafür müsse sie diese Schmerzen im Leibe erdulden, und kein Arzt könne ihr helfen. Sie habe geglaubt, sie könne dem Leiden entfliehen, wenn sie nach Rück gehe, aber auch hier habe Er sie gefunden. Barbara war während dem Leiden schon sehr schwach von den Schmerzen und fragte deshalb, wie lange dieses Leiden noch dauere. Da sagte der liebe Heiland: ,Diese Nacht und morgen den ganzen Tag.‘

So ging es denn auch weiter: beständiges Schreien und Umherwälzen vor Pein, Tag und Nacht. Sonntag, um 10 Uhr, holten wir den Arzt. Er meinte, es sei Windkolik und Wanderniere und verordnete Medizin, welche das Brechen stillte, und Kamilleneingießungen, welche die Schmerzen linderten. Heute, am 27. September, war er zum letzten Male da und meinte, wenn sie sich noch einige Tage halte, gehe es wieder.

Der Herr wünscht, daß die drei letzten großen Gnadenerweise aufgezeichnet würden, die Er dem Gebet der Liebesbundmitglieder gewährte, nämlich dreier schwer kranker Liebesbundmitglieder. Einer Schwester von Luise, die an Lungen- und Rippenfellentzündung äußerst schwer darniederlag, ließ Er, als alle ihre Oberen an der Heilung verzweifelten, sagen, im Moment der höchsten Gefahr, daß sie noch einmal alle ihre Schwestern sehen werde und daß sie den Bau, den sie auszuführen beabsichtige, noch vollenden werde. Nachdem die Krankheit einigermaßen gehoben war und der Arzt sie aufs Land schickte, hustete sie noch so sehr und hatte einen so eitrigen Auswurf, daß der messelesende Pater sagte: ,Diese Schwester geht mal nicht mehr in ihre Stadt zurück.‘

Ebenso war es mit einer anderen Schwester von Luise, bei der man auch alle Hoffnung aufgegeben hatte, und die in ihrem hohen Alter von hartnäckiger Neuralgie gequält wurde. Auch ihr ließ der Herr sagen, daß sie ihr fünfzigjähriges Jubiläum erleben und noch einmal ihre Schwestern sehen werde.

Die dritte Huld, die der Herr dem Liebesbund erwies, war die glückliche Überstehung einer gefahrvollen Operation eines Liebesbundmitgliedes in A. Eine Person, welche die Kranke vor der Operation gesehen hatte, erzählte, daß sie beim Nachhausekommen zu ihrem Herrn gesagt: ,Ich habe Fräulein N. zum letzten Male gesehen.‘ Auch dieser Kranken, die sich um die Ausbreitung des Liebesbundes große Verdienste erwarb, ließ der Herr vor der Operation sagen, daß sie dieselbe überstehen werde und noch einen weiten Weg zurückzulegen habe.

Erbaulicher Tod eines Liebesbundmitgliedes: Eine Frau in Neckarsulm hatte sich durch ihre Tochter dem Liebesbund angeschlossen. Am Tag vor ihrem Tod ließ sie sich noch die Verheißungen des Liebesbundes vorlesen und rief oft aus: ,O welch ein Glück, daß wir an dieser Gnade teilnehmen dürfen.‘ Als der Tod eintrat, war ihr Herr Pfarrer dabei, um zu beobachten, wie sie ohne Todeskampf voll seligen Friedens sanft in den Armen ihrer Tochter entschlief. Danach sagte er: ,Ich muß Ihnen gestehen, daß ich noch keinem so erbaulichen Tod, wie dieser war, beigewohnt bin. Ich kann mich nicht genug darüber verwundern.‘“

706 Am 15. Oktober 1905

„Wer Mich empfängt mit gläubigem Herzen, den nehme Ich so ganz in Besitz wie eine schwere Krankheit, die den Menschen besitzt, weil die Krankheit Herr ist.“

Als Barbara noch sehr krank war, sagte sie, da sie gar kein inneres Licht hatte, sondern Satan ihr zuflüsterte, was hast du jetzt davon, daß du Gott dein Leben geopfert hast, jetzt krank, weißt du nicht wohin und wo hinaus:

Barbara: „O laß nicht zu, daß ich getäuscht bin bis an mein Ende. Hilf mir doch heraus, daß ich Dir dienen kann, jetzt bist Du doch bei mir durch die heilige Kommunion.“

Jesus: „Weil die Seele vom Leib umhüllt ist, so war die Krankheit Herr über deine Seele, weil sie jede Faser deines Blutes eingenommen und du nicht Herr warst über deine Fähigkeiten, über deine Seele. Ebensowenig bist du jetzt Herr, weil Mein Geist Sich deinen Geist und deinen Leib unterworfen hat. Wer Mich empfängt mit gläubigem Herzen, den nehme Ich so ganz in Besitz wie eine schwere Krankheit, die den Menschen besitzt, weil die Krankheit Herr ist. Glaube, was Ich dir sage, und fürchte dich nicht.

Die Krankheit hatte ihre Bedeutung. Ich wollte dir zeigen durch die Krankheit, daß du nicht mehr bestimmt bist, deine Verwandten durch schwere Arbeiten zu erleichtern; sie sind junge Leute und sollen sich durch das Leben helfen wie du auch. Solche Nächstenliebe verlangte Ich nur bei deiner kranken Schwester. Da gab Ich dir die Kraft dazu. Jetzt, wo das Übel behoben ist, bist du nicht bestimmt, so zu arbeiten und den Unterhalt zu verdienen. Deshalb habe Ich dir mitten in der dringendsten Arbeit die Krankheit geschickt, um dir das zu zeigen. Jetzt gehst du bei deiner Schwäche alle Tage in eine heilige Messe und empfängst Mich. Ich verlange nicht zuviel, weil dein Körper zu schwach ist. Ihr habt jetzt alle drei viel mit den Krankheiten zu tun.

Du sollst dafür jetzt in deiner Familie sein; in deiner Familie will Ich Meine Gegenwart mehr betätigen. Ich will, daß ihr eine heilige Familie in Nazareth vorstellen sollt. Deine Schwägerin soll Meinen heiligen Nährvater vorstellen. Sie soll befehlen und euer Beschützer sein. Ich habe ihr die Macht dazu gegeben und das Vermögen, daß sie dastehe wie ein Mann. Du sollst Meine heilige Mutter vorstellen.

Als Ich am Kreuz gestorben war, da lebte Sie nicht mehr für die Welt. Sie zog Sich zurück und diente Mir in stiller Einsamkeit und erfüllte nur die eine Aufgabe, daß Sie für die junge Kirche betete. Das ist dein Beruf. Wie Sie, sprich nur dann, wenn es das Wohl der Kirche erfordert. Mariechen soll Mich vorstellen, das Kind von Nazareth, und soll ein ganz zurückgezogenes, einsames Leben führen und sich immer daran erinnern, daß Ich sie dir zur Stütze gegeben. Ich habe große Freude an ihr und werde später für sie sorgen.“

Barbara: „O Herr, ich habe mir vorgenommen, aus Dankbarkeit eine Wallfahrt zu machen.“

Jesus: „Für jetzt nicht, das kannst du nicht. Ich wirke keine Wunder, wo es nicht nötig ist. Rede nicht so viel über dein Leiden. Und wegen der Kinder deiner Verwandten sei nicht unruhig. So wie Ich Mich beklagte, sind diese Kinder nicht. Valentin macht zwar seine Sprünge, aber er ist unverdorben. Und von Josef sollst du nicht denken, daß er ein schwermütiges Gemüt hat, als wollte er nicht studieren. Erstens ist fast jeder abgeneigt vor dem Studium und fürchtet sich davor. Das liegt zweitens im Kind von seiner Mutter her; er hat ein frommes, reines Gemüt. Setze dich darüber hinweg. Ich verlangte die Opfer, und die habt ihr gebracht, und für das andere sorge Ich.

Sage Frau N., Ich will ihr noch einmal die Gesundheit schenken, aber sie sollen die versprochenen Wallfahrten mit aller Gewissenhaftigkeit machen und ihr sollt euch anschließen. Und wenn sie wieder zu Hause ist, soll sie ein einfaches, tiefreligiöses Leben führen mit ihrer Familie.

Du aber sieh dich um nichts mehr um. Was niedergelegt ist in den Schriften, das geht dich nichts an. Hüte dich sehr, wenn jemand sagt, du seiest eine begnadigte Person; dann erröte und fürchte dich. Wenn aber jemand sagt im Spott „die heilige Babett“, dann freue dich und begrüße den Spott mit Freuden, und wenn ein Priester, und zwar noch auf der Kanzel, dich höhnt, dann sage: ,du bist mein Freund’ und kümmere dich nicht, ob es angenommen wird oder nicht.“

707 Am 16. Oktober 1905

„Denn Ich habe immer die Gnade an den lebendigen Glauben geknüpft und keinen Kranken geheilt ohne lebendigen Glauben.“

Barbara: Vor der heiligen Kommunion betete ich in einem Buch. Nach der heiligen Kommunion wollte ich meine Anliegen vorbringen und wieder beten. Der Herr aber sagte:

Jesus: „Ich will mit dir reden. Es ist Mir lieber, wenn Ich von Herz zu Herz mit dir sprechen kann, als wenn du aus einem Buch etwas Mir vorbetest.“

Barbara: „O Herr, ich fürchte mich vor Täuschung, wenn ich Dir die Bitten vortrage, und ich höre Deine Worte und meine, Du wärest es, und manches trifft dann nicht zu, und ich sehe, daß ich getäuscht bin. Deshalb habe ich mir vorgenommen, ich will nicht mehr fragen und Dich nicht mehr belästigen.“

Jesus: „Das ist aber der Plan nicht, den Ich habe, und Meinem Wunsch nicht entsprechend. Woher es aber kommt, daß manches anders ausfällt, das geht dich nichts an. Ich halte damit allen Menschen vor, daß sie nicht die ganze göttliche Wissenschaft so in sich aufnehmen und alles durchschauen können wie Ich. Das tat Ich noch nie einem Geschöpfe. Alle Menschen, mit denen Ich verkehrte, die führte Ich auf dieselbe Weise wie dich; es blieb manches unerfüllt. Das kommt daher, weil der Mensch immer gern hat, was er wünscht, und in seiner Überschätzung der Sache will er die Bitte erfüllt haben und glaubt dann fest, daß Ich es ihm täte, und meint, Ich habe es gesagt, und weil der Menschengeist dabei ist, ist es manchmal der Wille des Menschen, der sich vordrängt. Ich aber sehe, daß das nicht gut ist für den Menschen und darum erfülle Ich es nicht so.

Wenn aber etwas so vorkommt, daß etwas nicht in Erfüllung geht, so gebe Ich dir zwei Dinge an, an die du dich halten kannst. Erstens sollst du schon beim Begehren immer voraussetzen: ‚O Herr, wenn es Dein heiliger Wille ist, gib mir oder sag mir das und das.‘ Was du erfährst, sollst du ruhig abgeben an andere und dich nicht kümmern um die Folgen. Fällt es dann nicht nach dem Wunsche des Menschen aus, dann erwecke einen Akt der Reue und sage: ‚O Herr, ich habe es nicht besser verdient, es ist meine Schuld‘, und versenke dich in dein Nichts und sei nicht darüber betrübt, wie es ausfällt. Damit kannst du so viel verdienen, daß das der Menschheit viel mehr nützt, als wenn Ich dir alles gewähre, um was du bittest.“

Barbara: „O Herr, ich getraue mich nicht, Dich um manches zu bitten, besonders wenn es neugierige Fragen sind, denn ich fürchte und zittere, daß ich so in Deine Rechte eingreifen soll. Deswegen überlasse ich das Ganze Dir. Ich will nichts fragen und ich will nichts wissen. Wie Du willst, so will auch ich.“

Es wurde mir gezeigt, daß der Vater der Schwester N. noch lebe. Ich sehe ihn wie in etwas eingeschlossen und der Strahl ging von der Schwester aus und ging an den Mann und schloß ihn ein. Hintennach ging sein Schutzengel.

Jesus: „Siehe, deswegen verlange Ich so sehr nach jungfräulichen Seelen, die einzig und allein sich nur beschäftigen mit anderen Seelen, um andere zu gewinnen. Ich will dir das nur im Bilde zeigen, weshalb Ich so sehr danach Verlangen trage. Das ist der Gebetszwang, den die Seelen Meinem Herzen antun, womit die Seelen Mein Herz bestürmen. Das Gebet nimmt den Mann so in Schutz und hält ihn, daß der böse Feind ihm nichts schaden kann. Er geht zwar noch den Weg der Sünde, weil er nicht auf die Schwester zugeht, sondern sich von ihr entfernt, aber er ist so gehalten und in einem Schutz, daß er nicht verlorengehen kann. Sein Schutzengel geht ihm in der Ferne nach. Das ist die Wachsamkeit, womit Ich ihn umstelle um des Gebetes seiner Tochter willen. Er ist umgarnt mit der Gnade Gottes. Sie umweht ihn beständig. Wenn dann der Augenblick kommt, wo er zu sich kommt, geht die Gnade in ihn ein, wenn jemand da ist, der für ihn betet.“

Barbara: Ich sehe ihn in einer Stadt wie Paris. Ich habe nicht erfahren wo und wie, nur daß er in einer großen Stadt lebt, daß es ihm gut geht.

Jesus: „Er denkt nicht ans Besserwerden. Sie erfährt noch, wo er ist. Sie soll sich aber nicht daran hängen. Ich habe noch vieles im Ordensleben mit ihr vor, Ich brauche sie noch. Sie soll sich nicht abhärmen, daß es mit ihrem Vater so geht, sondern Meinem Willen unterwerfen. Das kommt ihm alles zugute.

Der zweite Grund, warum manches nicht in Erfüllung geht, ist wegen des Unglaubens der Menschen. Denn Ich habe immer die Gnade an den lebendigen Glauben geknüpft und keinen Kranken geheilt ohne lebendigen Glauben. Und warum habe Ich in Meiner Heimat keine Wunder gewirkt? Aus dem einzigen Grund, weil sie nicht an Mich geglaubt haben, weil sie sagten: ‚Er ist nicht mehr als wir, wir wissen, wo Er her ist.‘ So ist es heute noch. Früher sind die Menschen gläubiger gewesen. Da fanden Meine Worte Anklang. Aber jetzt, weil die Menschen es doch nicht glauben, lasse Ich es ihnen auch nicht in Erfüllung gehen.

Sage N., Ich kenne sie und weiß, daß sie immer über Mich und Meine Freunde grummelt, aber Ich verzeihe es ihr. Ich habe sie doch gern und habe Meine Freude an ihr, denn in der ganzen Stadt Mainz finde Ich keine zweite, die ihre guten Werke ganz im verborgenen tun will. Sie wollen alle Gutes tun, damit sie gelobt und für etwas gehalten werden. Es ist freilich hart, das Wort ‚verborgen‘, aber es hat einen süßen Kern. Sie soll die Früchte in sich bewahren und genießen für das zukünftige Leben. Sie soll auf Mich ihr ganzes Vertrauen setzen, aber auch Mir folgen und tun, was Ich sage.

Es ist nicht nötig, Wunder zu wirken; es ist besser, wenn der Mensch sich Verdienste sammelt. Sie soll es einmal probieren und der Krankheit Trotz bieten und nicht so nachgeben und in die Kirche gehen. Sie soll der Krankheit entgegenarbeiten und tüchtig essen und nicht meinen, das und das kann ich nicht essen. Sie soll essen, wonach sie Lust hat, und nicht danach sehen, wie es ihr bekommt. Der Magen ist verwöhnt, weil sie ihm so nachgibt. Sie soll die erste Beschwerde überwinden und dann geht es besser. Sie werde sehen, daß sie bald das Gewünschte erlange. Und wenn sie meint, andere seien glücklicher als sie, so bildet sie sich das nur ein. Sie müßte nur einmal sehen, wie es bei anderen aussieht, was da für ein Glück wohnt. Dann wird sie niemanden beneiden.“

708 Heilige Ursula am 22. Oktober 1905

„Das müssen Seelen sein, die die Sinnlichkeit aus sich herausgeschafft und abgelegt haben.“

Barbara: Ich sah den Herrn auf dem Altare statt der heiligen Hostie in Seiner Menschheit so unaussprechlich liebenswürdig, wie wenn Er recht viel Freude in Sich hätte und sehr zufrieden gestimmt sei. Die heiligen Jungfrauen waren alle um Ihn versammelt und der Herr sagte:

Jesus: „Diese sind die Erstgeborenen, und ihr seid die jüngeren Schwestern. Was diese einstens getan, das müßt ihr jetzt tun, und was diese einst erlangt, das werdet auch ihr erlangen. Ich will, daß der Liebesbund sich ausbreite in der ganzen Welt, daß womöglich alle Jungfrauen der ganzen Welt sich anschließen. Denn er ist das Schifflein der heiligen Ursula, womit ihr die Gefahren des Unglaubens der Welt durchschiffen sollt, denn die Gefahren des Unglaubens sind so groß wie zur Zeit der heiligen Ursula und noch viel größer, weil die Christen alle miteinander schon angesteckt sind vom Geist des Unglaubens und es noch viel seltener ist, daß noch eine Seele gläubig ist, wie zur Zeit der heiligen Ursula.

Wenn jetzt die heilige Ursula auf der Welt wäre und wollte sich elftausend Jungfrauen sammeln mit denselben Gesinnungen wie sie, täte Deutschland nicht ausreichen; sie müßte noch Frankreich und noch mehrere Länder durcheilen, um so viele zu finden, die sich um ihres Glaubens willen martern ließen.

Und darum, weil die Gefahren so groß sind und der Unglaube sich immer mehr ausbreitet, muß es Seelen geben, die dem Unglauben sich entgegenstemmen. Das müssen Seelen sein, die die Sinnlichkeit aus sich herausgeschafft und abgelegt haben; denn das ist der Strom, der sich durch die ganze Welt wälzt, der allzu große Hang nach Sinnlichkeit und sinnlichen Freuden und Vergnügen, und daß man sich um das ewige Heil nicht mehr kümmert, auch nicht um Glauben und Religion und Sittlichkeit, wenn man nur sein Vergnügen hat und ein schönes Leben. Und wenn auch anders gepredigt wird und man die Ehe verherrlicht, so bleibt es doch so, wie Ich gesagt, daß Ich durch das Gebet der jungfräulichen Seelen die Welt retten will. Ich will, daß die Sinnlichkeit vermieden wird, denn nur dann erst kann Ich in einer Seele wirken, wenn sie die Vergnügen meidet.

Das Schifflein der heiligen Ursula, womit sie ihren Glauben und ihre Tugend retten wollte, und worin sie die Jungfrauen sammelte, das ist für euch der Liebesbund. Im Liebesbund kann sich Glauben und Unschuld erhalten und retten. Alle die Jungfrauen, die sich anschließen und treu festhalten, Ich verlange ja so wenig, kein Blutvergießen, sondern nur ein sittenreines Leben, sind alle gerettet, und das sind die Seelen, durch deren Gebet und Beispiel und fromme Übungen die Kirche emporkommt. Deshalb wünschte Ich, daß man in der ganzen Welt davon wüßte, nicht nur in Deutschland, sondern in allen Ländern.

Du aber sollst in den Zweifeln und Ängsten nie nachgeben und denken: ‚Was nützt es, daß ich das alles gelitten?‘ Denn wie freue Ich Mich, wenn Ich eine Seele finde, die sich in Meine Pläne fügt und mit der Ich Mich besprechen kann über die Wichtigkeit des gegenwärtigen Lebens und über die Glückseligkeit des jenseitigen Lebens. Das tue Ich von Zeit zu Zeit in Seelen, um den Glauben in anderen zu beleben und um das, was Ich Selbst auf Erden gebracht und gesagt habe, neu aufzufrischen und neu in der Menschheit zu beleben. So habe Ich auch dich erwählt, und wenn du dich jetzt auch ganz vernichtet fühlst und meinst, es wäre nichts, so sage Ich dir aber, daß alles, was Ich in dir gewirkt habe, für die ganze Ewigkeit ist, und daß es bleibt für die Zeit und Ewigkeit und seine Früchte trägt. Damals, als du das Gelübde der Jungfräulichkeit gemacht hast, hast du Mir deine Seele übergeben, und als Ich dich um deinen Willen zum Leiden bat, übergabst du Mir deinen Leib, und wundere dich nicht, daß du jetzt so gebrechlich bist und von Zeit zu Zeit mit schweren Krankheiten heimgesucht bist. Glaube Mir nur ja, damit kannst du mehr verdienen, und Ich habe mehr davon als von deinen frommen Übungen, auch wenn du alles unterlassen mußt. Ich werde bald wieder einmal bei dir anklopfen. Für jedes Wort aber, womit ihr von der Kanzel herab beschimpft werdet, sollt ihr Gott danken.“

709 Am 25. Oktober 1905

„Ja, es ist wahr, Ich rechne das hoch an, wenn jemand um Meinetwillen einen zeitlichen Vorteil nicht annimmt.“

Barbara: Ich erfuhr, daß eine Schwester eines Liebesbundmitgliedes im Himmel sei. Sie zeigte sich mir, daß sie keines Gebetes mehr bedürfe. Auch erfuhr ich, daß der Vater durch das Fürbittgebet und das Tugendleben seines Kindes schon längere Zeit im Himmel ist.

Jesus: „Sage N., sie solle alles ganz ruhig lassen, wie es ist, ob sie Antwort bekommt oder nicht. Solange wie einen solche Dinge innerlich noch so sehr erregen, sucht man sich noch selbst und ist noch nicht genug geläutert. Mit dem anderen soll sie einige Wochen warten, bis die Sache hier geordnet ist. Ich habe ja alles in Meiner Hand und lenke und leite alles. Darum soll sie sich ruhig auf Mich verlassen. Warum denn so ängstlich sein? Sage N., ihre Krankheit sei ein Sühneleiden für ihren Vater, und wenn sie auch aufs Land geht, kann Ich es ihr doch nicht abnehmen. Wenn sie ihren Vater retten und bekehren will, muß sie aushalten.“

Barbara: „O Herr, gib mir ein Zeichen für N., daß ich Deine Dienerin trösten kann.“

Jesus: „Ja, es ist wahr, Ich rechne das hoch an, wenn jemand um Meinetwillen einen zeitlichen Vorteil nicht annimmt. Man kann es nicht ahnen, wie hoch Ich das veranschlage.“

Barbara: Der Herr zeigte mir N. Er war nicht groß und nicht klein, ein Mann von mittlerer Größe, sein Angesicht war vollkommen. Er dankte sehr und sagte:

N.: „Tue N. zu wissen, daß Ich ihr danke, daß sie Gott zuliebe das Opfer gebracht hat. Das hat mir so sehr viel genützt in der Ewigkeit. Ich bin noch nicht in der Glorie, und das dauert noch bis Weihnachten. Sie soll die Zeit recht benutzen, viel Gutes tun und Opfer bringen, ihre Werke verdoppeln und stets zu verbessern suchen. Bis Weihnachten sei mein Ziel, wo ich in den Himmel komme. Ich bin aber in keiner Pein, sondern nur der Anschauung Gottes beraubt.“

Barbara: Ich sah auch Frl. P. Es war, wie wenn sie am Eingang stehe und hinein wolle, aber von einem Hindernis zurückgehalten wäre, das sie nicht vorwärts ließe.

Jesus: „Sie ist noch so lange von Meiner ewigen Anschauung zurückgehalten, bis ihre Sache gut geordnet ist. Das ist noch so ein Anhängsel von dem zeitlichen Vermögen. Sage N., sie solle ganz ruhig sein und alles ruhig in Meine Hand legen und nicht so viel grübeln. Ich werde für ihr Werk sorgen. Sage N., ob ihr Meine Liebe denn nicht genüge. Sie soll nicht so viel nach den Menschen fragen, was sie denken und sagen und wie sie gesonnen sind. Sie soll Mich empfangen und alles tun, wie es in den Schriften steht.

Sage N., man solle niemand abstoßen, der auch nur mit einem seidenen Faden an Mir hält. Wehe jenen Meiner Diener, die gesetzt sind, die Seelen zu leiten, und die sich nicht überwinden, um das zerknitterte Rohr nicht zu zerbrechen, die die Seelen abstoßen.“

710 Am 30. Oktober 1905

„Wehe aber denjenigen, die sich als Werkzeug hergeben, um Meine Werke und Meine Worte vernichten zu wollen.“

Ein Dienstmädchen bekam Skrupel, ob sie auch beim Liebesbund sein dürfe. Sie befragte sich bei einem Ordensmann. Dieser fragte sie alles aus und zog noch einen Pater und einen Domkapitular zu Rate und machte einen großen Lärm, indem er fünf Sonntage nacheinander Dienstmädchen zitierte und mit Schmeicheleien und Drohungen ihnen Geständnisse erzwingen wollte, um, wie er sagte, den Bund gegen die Kirche zu vernichten. In heiligem Feuereifer rief er: „Vernichtet muß alles werden, vernichtet! Barbara ist eine harmlose Person, aber Luise macht alles, um sich berühmt zu machen.“

Auf einmal kam von oben herab Befehl und er selbst mußte den Verräterinnen sagen, daß er sich nicht weiter mit der Sache befassen dürfe, noch auch sich fernerhin etwas zutragen lassen dürfe, auch dürfte das Mädchen nicht, wie sie gewollt, zu allen gehen, um sie abwendig zu machen. Einer von den Herrn äußerte sich auch: „Diese wollen der Kirche das Regiment aus der Hand nehmen.“ Und man hatte die Mädchen mit der Exkommunikation bedroht, wenn sie mit aushielten.

Barbara: Deshalb beklagte ich mich beim Herrn und trug Ihm mit schwerem Herzen mein Anliegen vor und bat Ihn, uns doch nicht zu verlassen, denn es wäre mir sehr hart, daß andere meinetwegen so zu leiden hätten. Da zeigte Sich mir der Herr in unendlicher Liebenswürdigkeit und ich fühlte mich so hingerissen, meine Seele schwamm in einer Wonne und Freude, die sich nicht beschreiben läßt. Der Herr ließ mich lange Zeit an Seinem Herzen ruhen und sagte:

Jesus: „Welcher Geist kann dir die Wonne geben, die Ich dir gebe? Siehe, dieses ist aber nur ein Vorgeschmack der Wonne und Freude, die du dereinst in der Ewigkeit besitzen sollst. Was liegt dir daran, wenn andere nicht glauben, und wenn es um dich her tobt und stürmt, wenn Ich deine Seele beglücke.“

Und Er zeigte mir eine große Schar, alle diejenigen, die sich angeschlossen hier in der Stadt Mainz in einem weißen Gewand, das mit Gold durchwirkt war mit wunderschönen Goldflimmerchen.

Jesus: „Siehe, dieses Gewand habe Ich verdient allen denjenigen, die um Meinetwillen, sei es in was für einer Sache auch immer, Verfolgung leiden, besonders aber denjenigen, durch die Ich andere belehren und Meine Liebe, Güte und Barmherzigkeit den übrigen Menschen mitteilen und erschließen möchte.

Denn in Meinem sterblichen Leben war die Gottheit in Mir verborgen, doch ließ Ich durch Meine Worte und Belehrungen, die Ich der Menschheit überbrachte von Meinem himmlischen Vater, und durch all die Wunder und Zeichen, die Ich wirkte, überall zur Genüge Meine Gottheit durchblicken, aber denjenigen, die bösen Willens waren, war all dieses Durchleuchten Meiner Gottheit nicht ein Antrieb zum Glauben an Meine göttliche Sendung, sondern im Gegenteil, die Veranlassung zu einem bitteren Haß, der Mich dann ans Kreuz brachte.

Dadurch wollte Ich aber all denjenigen, durch die Ich besonders wirkte, den großen Vorteil verdienen, daß sie an Meinen Verdiensten in besonderer Weise teilnehmen, die Ich verdienen mußte durch all die Verachtungen und Verdemütigungen, die man Meiner Gottheit antat. Die Verfolgungen lasse Ich so zu, um Meine Getreuen herrlich zu belohnen. Wehe aber denjenigen, die sich als Werkzeug hergeben, um Meine Werke und Meine Worte vernichten zu wollen. Ich werde ihnen Mein Licht und Meine Gnade entziehen und sie werden dann, wenn sie nicht zur Einsicht kommen, noch viel Schlimmeres erfahren. Lasset allem seinen Lauf. Ich weiß schon, wenn es Zeit ist.

Ihr habt nichts zu tun, als still und ruhig weiterzugehen. Wisset, zwischen Belohnung und Belohnung ist ein großer Unterschied. Wenn auch andere Mir durch äußere Übungen dienen, so ist Mir das alles nicht so viel wert, als wenn eine Seele für ihren Glauben etwas leidet.“

711 Allerheiligen 1905

„Ihr sollt den eucharistischen Kreuzweg gehen.“

Jesus: „Ihr habt nichts zu tun als das, was Ich euch schon gesagt vor Jahren: Ihr sollt den eucharistischen Kreuzweg gehen.“

Barbara: Er erhob mich in Sich und ich war in den Himmel versetzt. Ich sah die lieben Heiligen. Aus der großen Schar traten die heilige Barbara und Katharina hervor und trösteten mich:

Heilige Barbara und Katharina: „Ihr sollt euch nichts daraus machen. Wir haben die Marter am Körper erdulden müssen, ihr an der Seele. Eine Marter müßt ihr durchmachen.“

Der Herr zeigte mir die große Schar und sagte:

Jesus: „Diese alle gingen keinen anderen Weg. Es ist dasselbe. Diejenigen, die hinausziehen in die Missionen, um die Heiden zu bekehren, müssen dort ihr Heil wirken und arbeiten für Gott, und diejenigen, die Er so hineingestellt wie euch, das ist eins und hat ein und dieselbe Bestimmung. Ihr alle miteinander, ihr Liebesbundmitglieder, die ihr dabei steht, ihr müßt die Krone euch aufsetzen durch euren Glauben, ihr müßt sagen: Ich glaube, ich glaube!“

712 Am 5. November 1905

„Daß das eure größten Freunde sind, die euch so verfolgen.“

Barbara: Von sechs bis acht Uhr hatte ich eine innige Vereinigung. Ich war ganz gefühllos und konnte so innig beten und opfern:

Jesus: „Was willst du denn von Mir? Ich bin bereit, dir alles zu tun, was du verlangst.“

Barbara: „Schenke mir, o Herr, alle Seelen der Verwandten aller Liebesbundmitglieder.“

Jesus: „Ja! Und was willst du noch?“

Barbara: „Alle Seelen, die von Liebesbundmitgliedern empfohlen sind.“

Jesus: „Und was willst du noch?“

Barbara: „Alle meine Landsleute der beiden Dörfchen Rück und Schippach.“

Jesus: „Und was willst du noch?“

Barbara: „O Herr, ich empfehle Dir alle Seelen des Fegefeuers; denn ich will nur Deine Ehre, und daß Du verherrlicht wirst.“

Da ich aber über meine Kühnheit sehr erschrak, sprach der Herr, Sich vor mich hinstellend, liebreich:

Jesus: „Was willst du, daß Ich dir tun soll?“

Barbara: „O Herr, ich will nur, was Du willst, tue nur, was Du willst.“

Da sah ich eine große Schar, die einzogen, aber nur zwei davon wurden mir vorgestellt: der Vater von N. und Frl. P.

Jesus: „Du sollst nicht sagen, daß deine Verwandte nicht bei dem Priester beichten soll, der den Sturm über euch heraufbeschworen. Ich habe es euch schon gesagt, daß das eure größten Freunde sind, die euch so verfolgen.“

Antonius: „Sage N., daß sie sich nicht beunruhigen soll, daß ich sorgen werde, daß die verlorengegangene Kiste ankommt.“ (Ist bereits eingetroffen.)

713 Am 6. November 1905

„Daß die Unvollkommenheit kein Hindernis ist, Mich wahrhaft zu lieben und Mir zu dienen.“

Nach der heiligen Kommunion sagte der Herr:

Jesus: „Du beklagst dich immer, daß Ich nicht mehr so lieb mit dir wäre wie früher. Das ist aber nicht so, wiewohl es nicht mehr in dem Maße ist wie früher. Aber es ist auch nicht mehr so nötig wie damals bei all den Stürmen, die du ausgehalten hast in dem Werk, das Ich durchführen wollte. Jetzt ist eure Arbeit getan. Ich habe gleichsam der Welt, der Geistlichkeit die Arbeit vorgelegt, damit ein jeder sie einsehen kann, die Arbeit, die zu leisten ist, und Ich habe es jedem anheimgestellt, ob er sie annehmen will oder nicht. Da bringt mancher seine Kritik an und tadelt das Werk, aber ihr habt nichts mehr zu tun, das geht euch nichts an. Ihr habt über alles hinwegzugehen. Ihr habt nur ruhig still zu halten und euch gar nicht um das Gerede der Menschen zu kümmern.

Sage Meinem Diener, daß er sich kaum vorstellen kann, welch kostbare Krone er sich durch das Werk verdient. Ich habe sie ihm hinterlegt. Er soll das Leiden, das er sich durch die vielen Aufregungen zugezogen, jetzt tragen, und durch seine Geduld und Ergebung soll er den anderen seiner Mitbrüder zeigen, daß es auch jetzt noch Märtyrer gibt, wenn auch nicht Märtyrer des Blutes.

Durch sein Beispiel, die Geduld und Ergebung, mit der er jetzt in dem Leiden ausharrt, soll das Ordensleben wieder umgestaltet werden. Obwohl Ich diesen Orden bevorzugt habe, ist doch manches eingeschlichen in der neuen Zeit, was nicht mehr den Geist des heiligen Franziskus an sich trägt, und es muß wieder ausgeschieden werden. Der Glaube und das Liebesleben des Ordens muß aufgefrischt werden. Das Leiden soll so angerechnet werden wie den heiligen Einsiedlern, die ihr ganzes Leben mit strengem Fasten und Bußwerken und Geißeln zugebracht haben, und daß er all den Spott seiner Mitbrüder in Geduld ertragen hat, mit freudigem Herzen. Wenn er nicht standgehalten, hätte Ich nichts machen können; denn einen Priester mußte Ich bei dem Werk haben. Deshalb ist sein Verdienst so groß.“

Barbara: „Wie hast Du Dir doch eine so unvollkommene Person wählen können wie ich bin, um ihr Deine Geheimnisse mitzuteilen. Du siehst ja, daß niemand sich an mir erbauen kann und nichts Gutes an mir ist, was doch einfach sehr nötig ist bei solchen Dingen.“

Da wurde der Herr so liebenswürdig und so herablassend nach der heiligen Kommunion, daß Er mich an Sich zog wie in früheren Jahren, wo Er so vieles mit mir gesprochen, um mich vorzubereiten auf das, was Er später ausgeführt hat, als ich Anteil nehmen mußte an Seinen Leiden und Seiner Verachtung.

Jesus: „Wenn Ich aber gerade dich erwählen wollte, dies hat alles seine Bedeutung und seinen Zweck. Hätte Ich mir eine vollkommene Seele erwählt, so wäre das für die gesamte Menschheit lange nicht so tröstend und überzeugend gewesen, wie gut Ich bin, und daß Ich Meine Barmherzigkeit allen Menschen zuwenden will, als so, wo Ich Mir eine unvollkommene Seele erwählt habe. Denn Ich habe dir schon oft gesagt, daß die ganze Menschheit, besonders die Seelen, die noch glauben, an der Mutlosigkeit leiden und immer zu viel Ängsten haben, sie könnten nicht zu Gnaden kommen.

Darum will Ich zeigen, wie unendlich gut Ich bin, und daß Ich alle Menschen retten will. Denn wenn Ich Mir eine unvollkommene Seele erwähle und ihr die Schätze Meiner Liebe und Barmherzigkeit mitteile, dann ist dies ein Beweis, daß Ich alle Menschen retten will, daß die Unvollkommenheit kein Hindernis ist, Mich wahrhaft zu lieben und Mir zu dienen. Und damit du zufrieden bist, will Ich dir den Ort zeigen, der bestimmt ist für dich.“

Barbara: „O Herr, dann nimm auch meine beiden Mitschwestern mit, weil, was ich leide, sie mitleiden müssen.“

Im selben Augenblick waren wir drei zusammen, und wie im Flug nahm Er uns mit Sich an einen wunderschönen Ort, den zu beschreiben kein Mensch imstande ist. Ich sah dort eine unabsehbare Menge lauter lieblicher Gestalten, alles vollkommen. Die heilige Barbara und Katharina erkannte ich zuerst, und in die Nähe von diesen Heiligen wurden wir hingeführt. Ganz unweit von diesem Ort war der Thron, wo der liebe Heiland hinging.

Jesus: „Hier ist der Ort, der für euch bestimmt ist. Diese sind Jungfrauen, die ein Lied singen, das nur sie allein singen können.“

Barbara: Ich wunderte mich, weil wir doch so unvollkommen sind.

Jesus: „Was euch fehlt an Reinheit und eure Fehler, das ersetze Ich durch das Werk. Weil du das Werk angenommen hast, was Ich durch dich habe wirken wollen, so sind dir damit alle deine Fehler ersetzt, und ihr habt nichts mehr zu tun als auszuharren, und dann kommt ihr an diesen Ort. Tuet nur recht viel für andere, daß recht viele Seelen gerettet werden.“

Barbara: Ich schwomm in einer Wonne, die nicht zu beschreiben ist. Mitten in dieser Seligkeit fragte mich der Herr immer wieder:

Jesus: „Was wünschest du noch?“

Barbara: „Nichts mehr, o Herr, als daß dieses ewig dauert.“

Jesus: „Siehst du, daß man nichts verliert, wenn man sich Mir ganz hingibt, Mir ganz opfert?“

Barbara: „Ja, o Herr!“

Jesus: „Siehst du, daß es einem nicht langweilig wird, Mich ewig zu schauen?“

Barbara: „Ja, o Herr, ich kann das Glück nicht beschreiben!“

Jesus: „Siehst du jetzt die Seligkeit des Himmels, was all derer wartet, die Mir dienen?“

Barbara: „Die ganze Ewigkeit will ich kein größeres Glück genießen. O wenn ich doch nur alle Menschen dazu bringen könnte.“

In dem vorerwähnten Sturm stand der hochwürdigste Herr Bischof uns sehr zur Seite. Er sagte zu Barbara:

Bischof: „Gehen Sie nur durch, und wenn wieder ein Wirbelwind kommt, so denken Sie, das geht mich gar nichts an und gehen ruhig Ihren Weg weiter und beten Sie viel, viel für die Kirche.“

714 Am 8. November 1905

„Niemand sollt ihr ausschließen, eine allumfassende Liebe sollt ihr ausgießen über die ganze Welt.“

Barbara: „Was ist man doch so glücklich in Dir. O sage mir doch, womit wir Dir eine Freude machen können und was wir tun können, damit man nicht lau wird.“

Jesus: „Wenn ihr Mir eine Freude machen wollt, dann haltet die heilige Stunde wieder, wie ihr sie früher gehalten. Nehmt dazu alle, die guten Willens sind, aber rein muß sie gehalten werden, das müßt ihr ihnen sagen, daß sie nur zusammenkommen, um Gott zu loben und zu preisen und nichts reden bei anderen Leuten, ganz ruhig sein. Die Stunde sollt ihr immer halten für die Priester, besonders aber für den Bischof, daß er diesen Geist, der da weht, erhält und durchführt, und für die ganze Kirche. Niemand sollt ihr ausschließen, eine allumfassende Liebe sollt ihr ausgießen über die ganze Welt. Ihr sollt dazunehmen, wer beten kann. Es ist Mir gleich, ob ihr es bei dir halten wollt oder bei Luise.

Wenn so ein Sturm kommt, so muß das für euch alles nicht da sein. Ihr seid nicht da, wenn etwas kommt. Euer ganzes Streben ist in Mir und für Mich. Das muß euch genügen und euer Trost sein. Es ist auch wahr, Meine Tochter, Ich bin unendlich lieb gegen Meine treuen Seelen und verzeihe ihnen alles.“

Barbara: „Ach Herr, wir können dir nicht genug danken. Wie können wir dir eine Freude machen? Sollen wir etwa eine Wallfahrt machen?“

Jesus: „Dazu habt ihr nicht die Gesundheit. Haltet nur die heilige Stunde. Sage N., ihr Bruder in Amerika sei auf der Genesung. Er stirbt noch nicht.“

715 Am 9. bis 15. November 1905

„Wenn du es doch verständest, alles in Mein Herz zu legen und Meinem Willen zu übergeben, wie leicht und glücklich könntest du leben Tag für Tag; denn nichts geschieht ohne Meine Zulassung.“

Jesus: „Die Charaktere habe Ich ausgeteilt, und ihr Menschen müßt euch miteinander vertragen. Ihr habt beide einen feurigen Charakter. Ich liebe deine Schwägerin, weil sie so sehr nach Vollkommenheit strebt. Bedenket, was Ich nicht alles ertragen mußte unter Meinen Aposteln. Petrus hatte auch einen feurigen Charakter; er verleugnete Mich. Die zwei Donnersöhne riefen Feuer vom Himmel herab; andere waren neidisch. Judas hing an der Habsucht. Das alles mußte Ich ertragen. Betet doch besonders für die armen verkommenen Menschen, die das Gewand im Leben tragen, was Ich Selber trug, das Gewand der Armut. O welch ein Schmerz für Mein Bruderherz, sie verdammen zu müssen, wenn sie ungläubig an der Pforte der Ewigkeit ankommen.“

Barbara am 10. Nobember 1905: Vor der heiligen Kommunion hatte ich so großes Verlangen, daß ich es nicht erwarten konnte. Nach der heiligen Kommunion sagte ich:

„Mein lieber Herr, Schwester N. habe ich zu ihrem fünfzigjährigen Jubiläum ganz vergessen. Es tut mir so leid, daß ich Dich nicht gebeten. Du hättest mir gewiß ein liebes Wörtchen gesagt.“

Jesus: „Dieses Vergessen habe Ich bewirkt, weil Ich sie prüfen wollte. Ich wollte ihre Treue prüfen; denn in all dem Jubel und den Ehrenbezeugungen, die ihr zuteil wurden, kann es leicht sein, daß Ich zurückgesetzt werde. Diese ihre heimlichen Seufzer und dieses Wehgeschrei ihrer Seele haben Mich aber sehr erfreut und erquickt, daß Ich ihr verspreche, für jeden Seufzer und jedes Verlangen, das sie in ihrem Herzen zu Mir getragen hat, ihr einen Sünder zu schenken, und daß es sie die ganze Ewigkeit hindurch erfreuen soll, daß sie den Trost hat entbehren müssen. So sehr freut es Mich, wenn man die Welt zurücksetzt und Verlangen trägt nach Mir.“

Barbara: „O Herr, habe ich recht gehabt zu sagen, N. solle diese Stelle annehmen?“

Jesus: „Es ist recht so, wie du gesagt hast. Ich bin damit einverstanden, weil der Mensch aus Leib und Seele besteht und auch für seine leibliche Existenz sorgen muß, damit der Unfriede nicht einkehre. Sage N., das geht nicht durch ein Los. Ich werde das Nötige auf andere Weise verleihen.“

Jesus am 12. November 1905: „Ihr sollt um nichts mehr herumsehen, sondern nur an Meine Interessen denken und für Mich sorgen. Wenn ihr im Frühjahr eure Wallfahrten wieder beginnet, dann laßt euch recht angelegen sein, Mir zu danken für die vielen Gaben, die Ich der Menschheit schenke und für die Mir von den meisten Menschen nicht gedankt wird. Die heilige Stunde sollt ihr Mir zur Sühne aufopfern für die ganze Kirche.

Sage N., ihre Mutter stirbt noch nicht; sie kann noch jahrelang ihren Kindern vorstehen, aber ganz gesund wird sie nicht mehr, sie bleibt leidend.“

Jesus am 14. Nobember 1905: „Sage Luise, warum sie sich so niederdrücken lasse von dem Windchen, das jeden Augenblick verweht ist. Und sage Lieschen, sie soll sich nicht so an ihren Umzug hängen, sie soll warten bis nach dem Fest Meiner heiligen Mutter, dann aber nicht länger zögern. Ihr sollt über all die Kleinigkeiten hinweggehen und euch jeden Tag miteinander vereinigen für die verkommenen Menschen, denn Ich erwarte viel Ehre und Lob von euch und allen Liebesbundmitgliedern. Vereinigt euch auch täglich mit den Missionaren, die hinausziehen, und bedenket, was sie für Opfer bringen; die haben es noch härter als ihr. Es geht euch zu viel Zeit verloren mit den Gedanken.

Deshalb sollen sich die Liebesbundmitglieder unter das Kreuz stellen, was Ich schon oft gezeigt, und allen, die sich fest angeschlossen, gebe Ich von Zeit zu Zeit die Gnade, einen Tropfen aus dem Kelch Meines Leidens trinken zu dürfen. (Der Herr bezieht sich auf das Gerede der Menschen bei dem letzten Sturm.)

Sage Meinem Diener, dem Bischof von Mainz, daß er nicht allein sein silbernes Jubiläum feiert, sondern auch noch sein goldenes. Weil er Mir viele Freude macht, schenke Ich ihm ein langes Leben und gebe ihm die Gnade, viele Wirksamkeit auszuüben, besonders unter den Ärmeren wird er Mir viele Seelen gewinnen, aber Kreuze bekommt er genug zu tragen. Dies aber nur, wenn er Mein Werk fördert.“

Jesus am 15. November 1905 bei der heiligen Kommunion: „Lege alle deine Sorgen und Ängste ab. Sie sind null und nichtig, solange du dich selbst damit herumreißest. Wenn du es doch verständest, alles in Mein Herz zu legen und Meinem Willen zu übergeben, wie leicht und glücklich könntest du leben Tag für Tag; denn nichts geschieht ohne Meine Zulassung, und alles, was Ich tue, tue Ich zum Besten der Menschen.

So ist es auch mit N.N. Ich weiß schon, was gut ist für sie, und Ich gebe ihr immer dasjenige, was Ich weiß, das für sie am dienlichsten ist für ihre Ewigkeit, für ihr Seelenheil. Sie hat Mir schon viel Freude gemacht. Sie ist aber noch nicht losgeschält von sich selbst. Sie möchte ihren Eigenwillen, so wie sie meint, durchsetzen, und das ist nicht gut für sie. Denn würde Ich ihr das alles so geben: eine blühende Gesundheit, und ließe alles nach ihrem Wunsch, wie sie meint, jetzt ergehen, dann wäre sie ganz Weltdame wie die übrigen auch, die nur so nebenbei Mir einen Brocken hinwerfen und dann weitergehen. Sie ist aber bestimmt, im Himmel einen Rang einzunehmen, und deshalb muß Ich sie einstweilen noch so halten. Es ist auch viel die Schuld, daß sie sich selbst ihr Leiden vermehrt, weil sie sich immer nach der Welt richtet.

Jetzt, wo die Jugendzeit vorüber ist, ist die Natur schwächer und bedarf mehr der Bedeckung und der Wärme. Wer sich aus Stolz und Eigensinn verderben will, muß auch die Folgen tragen. Sie soll nicht nach anderen fragen, ob sie so oder so gekleidet sind. Es ist aber nicht gefährlich, sie stirbt nicht daran.“

716 Brief Luise vom 17. November 1905

An Frl. N. in A: „Es ist wieder ein großer Sturm über uns dahingebraust. Ein Dienstmädchen bekam Skrupel, ob sie auch im Liebesbund sein dürfe, lief zu Pater N. und befragte ihn. Darob große Entrüstung, daß ein Liebesbund sich wage zu bilden, ohne die kirchliche, schriftliche Erlaubnis. Verhöre verschiedener Dienstmädchen, Rücksprache mit Herrn Domkapitular N. und großes Donnerwetter in der ganzen Stadt. Der Hauptkrach entlud sich über meinem Sünderhaupt, und es hieß: ,Barbara ist eine durchaus harmlose Person, aber Frl. H. macht alles, um sich einen berühmten Namen zu machen.‘

So dauerte es fünf Sonntage lang mit den Verhören, bis daß der Pater von oben her Befehl bekam, die ganze Sache einzustellen, und sich nicht mehr darum zu bekümmern, weil der Generalvikar die Sache in die Hand genommen. Gott sei Dank, so werden die Sünden abgebüßt und die Versäumnisse im Guten ein wenig eingeholt, ohne daß ich einen Finger zu rühren brauche.

Sagen Sie bitte Frl. N., daß Barbara erfahren, daß ihr kranker Bruder (aus Amerika) noch nicht stirbt; er sei auf der Besserung. Das erfuhr Barbara schon gleich, ich vergaß es aber in dem Wirrwar, der den Herrn bewog, uns sämtliche von den Liebesbundmitgliedern empfohlenen Armen Seelen und Verwandte derselben zu schenken. Dabei fragte Er immer noch: ,Und was willst du noch?‘“

717 Brief Luise an N. über den Sturm

„Mainz, den 22. November 1905 Es ist in der Tat ein entsetzlicher Sturm gegen den Liebesbund ausgebrochen, angeregt durch einen verwandten Pater N., dessen Bruder, Notar N., meine Nichte zur Frau hat und aus klingenden Beweggründen dagegen eifert. Sie wollen auch in anderen Diözesen anfragen lassen durch den Bischof, wer zum Liebesbund gehört und sämtliche Liebesbundmitglieder verhören lassen, so scheint mir.

Die Hauptsache, was ich gefragt wurde, war, ob und wo Bücher existieren. Ich sagte: Das sind Rechte Dritter, Namen zu nennen, die ich nicht veräußern darf, ohne direkte Erlaubnis. Und habe niemand genannt. Nun verlangen sie von mir die Namen sämtlicher Liebesbundmitglieder auch außerhalb binnen vier Wochen. Bitte erkundigen Sie sich doch einmal, ob ich verpflichtet bin, Namen zu nennen, so daß sie mich deshalb exkommunizieren können. Ich habe gesagt, nie und nimmer werde ich Namen nennen, ich will lieber allein leiden, fühle mich aber durchaus nicht verpflichtet, Namen zu nennen, besonders auswärtige nicht, denn was gehen uns auswärtige Diözesen an.“

718 Brief Luise an Frl. N. über das Verhör

„Mainz, den 24. November 1905 Gott Lob für Ihr liebes Briefchen mit den guten Aufschlüssen. Dafür kann ich auch Ihnen nicht genug danken. Jetzt kann ich wieder herzlich lachen; denn nur das eine fiel mir schwer, daß ich sollte alle Freunde des In- und Auslandes verraten und in Leiden stürzen aus Pflichterfüllung, wie sie mir vorspiegelten. Alles andere ist mir nichts, wiewohl meine Nerven noch so zittern, weil sie mich diesmal, durch meine Verwandten aufgestachelt, anfielen, wie die Löwen den Daniel nicht angefallen, solche Augen warfen sie mir zu.

,Da sollen Dienstmädchen zusammenkommen sonntags und das soll eine so geheime Versammlung sein, so ein Geheimbund gegen die Kirche etc.‘

,Das geht mich gar nichts an, damit habe ich nichts zu schaffen, ich habe niemand einen Auftrag gegeben.‘

,Es sollen aber doch Namen aufgeschrieben worden sein.‘

,Ja, ich habe gehört, daß sich viele herausnehmen, die Gnaden von Barbara weiterzuerzählen und andere einzuweihen. Deshalb sagte ich zu Barbara im Einverständnis mit Ihnen: Wie kann man anders die Sache eindämmen, daß keine Unberufenen dazukommen, als daß man sie verpflichtet, sie aufzuschreiben, damit sie dann einen Hemmschuh haben, wiewohl vom Herrn aus nichts anderes nötig ist zum Eintritt in den Liebesbund, als daß man es weiß, worin er besteht, und dem Beichtvater oder dem Herrn Selbst seinen Eintritt erklärt. Aber im Grunde genommen ist nichts geschehen, das war nur pro forma.‘

,Es existiert also ein Liebesbund?‘

,Ja, aber nur insofern, als der gute Heiland ihn 1895 geoffenbart und daran viele Verheißungen gemacht hat. Derselbe besteht nur im Empfang der öfteren, heiligen Kommunion, dem Wunsche des Heiligen Vaters gemäß. Das ist ein rein geistiger Bund.‘

,Ich verlange von Ihnen, daß Sie mir sämtliche Mitglieder, die Sie kennen, aufschreiben.‘

,Zur Zeit der Königin Elisabeth von England litten die Jesuiten lieber alle Marter, als einen ihrer Freunde zu verraten.‘ ,Wir sind hier nicht in England.‘

,Sie können mir doch nicht zumuten, daß ich meinen liebsten Freunden Leiden bereite.‘

Da mit Donnerstimme: ,So also, Sie stellen sich über die Kirche.‘

,Das verneine ich ganz entschieden. Ich fühle mich in meinem Gewissen dazu nicht verpflichtet, weil das Rechte Dritter sind, die ich nicht veräußern darf, ohne ausdrückliche Erlaubnis jedes einzelnen.‘

,Also, Sie wollen der Kirche nicht gehorchen!‘

,Das hat damit ganz und gar nichts zu tun!‘

,Da werden Sie sehen, was für Folgen Ihrer warten.‘

,Ich fürchte nichts, mein Gewissen wirft mir nichts vor. Ich habe dem Herrn alles geopfert und jetzt mag Er mit mir tun, was Er will. Übrigens, mein Herr, sind Sie selbst schuld daran, wenn ich glaube.‘

,Und warum?‘

,Noch kürzlich sagte ein Domkapitular zu einem Herrn: ,Die Frl. Hannappel ist eine hochgebildete, eminent begabte Person, die macht die Sache!‘

,Ich gebe zu, daß Sie alles besser wissen als ich, nur eins weiß ich besser als Sie, nämlich, ob ich was dazu tue oder nicht, darüber muß ich mir vollkommen klar sein. Nun kann ich aber vor Himmel und Erde schwören, daß ich nicht ein Wort dazu getan. Sie stehen also auf ganz falschem Standpunkt, auf Hörensagen, und ich auf der Wahrheit. Ferner hat Herr Stadtpfarrer E. von P., Ihr hochwürdiger Herr Bruder, zur Generaloberin von Trier gesagt: ,Die Sache kann nicht richtig sein, weil Bischof Haffner in der Hölle sein soll!‘

,Mein Herr! Schlagen Sie die Bücher auf, nach seinem Tod am ersten großen Fest, da finden Sie seinen Einzug in den Himmel beschrieben, und wie entsetzten wir uns, als er mit seiner Stimme im Leben uns also anredete: (Ich machte seine Stimme nach.) ,Meine Kinder! Ich segne euch im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes! Geht hin und saget meinen Amtsbrüdern: das Gebetsleben nicht unterdrücken, sondern befördern. Fürchtet euch nicht, saget ihnen, was ihr gesehen und gehört, daß da, wo nichts Irdisches gesucht wird, kein Geld und Gut und Ehre, keine Gefahr ist. Und wie hätte ich mir meinen Thron verschönern können, wenn ich der Sache auf den Grund gegangen wäre.‘ (Das hat sie mäuschenstill gemacht.) ,Also sehen Sie, daß Sie auf falschem Standpunkt stehen.‘

Dann viele Einwände.

,Haben Sie ein Gebet ausgeteilt, das nicht approbiert ist?‘

,Ich habe keines ausgeteilt und weiß nichts davon.‘

(Nun hat Pater N. seiner Schwägerin, Schwester N., verraten, denn schließlich stellte es sich heraus, daß diese es war, die es in ihrer eigenen Druckerei herstellte und austeilte.)

,Ob noch Schriften existieren?‘

,Ich habe alle meine Bücher Bischof Brück ausgeliefert.‘

,Wissen Sie nicht, daß sonst noch welche existieren?‘

,O ja, Bischof Haffner hat mir von 1896 bis Ende 1898 erlaubt aufzuschreiben und einer Dame persönlich abzuschreiben und seit dieser Zeit existieren diese.‘

,Wo, wer?‘

,Bitte zu entschuldigen, ich habe ja gesagt, Namen nenne ich nicht.‘

Drohung mit Donnerstimme und vernichtenden Blicken, die ich aber fest aushielt und erwiderte.

,Übrigens, meine Herren, wenn Sie jetzt erst das Werk vernichten wollen, kommen Sie fünf Jahre zu spät, denn es hat schon seit 1900 seinen Abschluß gefunden, und wir haben nichts mehr zu tun als auszuhalten und immer wieder zu sagen: Ich glaube, ich glaube, ich glaube! Wenn Sie sich auf den Standpunkt meiner Verwandten stellen, stehen Sie auf einer schiefen Ebene; denn das sind klingende Interessen verwandtschaftlicher Verhältnisse, die hierhin nicht gehören!‘

Er winkte dann, ich sollte gehen.

,Also bin ich entlassen! Meine Herren! Wenn ich sollte etwas zu frei gewesen sein in meiner Rede, so geschah dies nicht aus Widersetzlichkeit und Ungehorsam, sondern lediglich zur Bekräftigung der Tatsache im Interesse der Wahrheit, zu der mich Gott aufgestellt als Zeugen, und bitte ich, dies gütigst zu entschuldigen. Gelobt sei Jesus Christus!‘

,Bis in 14 Tagen verlange ich die Namen! Wenn nicht, dann werden Sie sehen; Sie kommen noch an die Öffentlichkeit! Von jetzt an dürfen Sie mit Barbara nicht mehr verkehren.‘

Ich machte einen tiefen Knicks und ging froh davon. Ebenso fest und schön sprach Gottes Geist durch die zwei anderen Mädchen. Von den hiesigen Mitgliedern haben sich viele gemeldet, die wollen aufgeschrieben sein, und ich weiß nicht, ob es nicht klüger ist, wenn die zwei anderen einige nennen, weil sie sonst sagen, ich bearbeite sie. Was meinen Sie? Die haben Mut wie Löwen.

Barbara ist nicht geladen worden, entweder weil sie nicht hier ist, sie ist eben bei der Beerdigung ihres Neffen in Rück, oder weil der hochwürdigste Herr Bischof es nicht zugelassen. Der fürchtet sich auch vor den anderen Herren und kann nur allmählich dämpfen. Ich sagte auch noch: ,Bei der letzten Untersuchung (1900) sagte Herr Bischof Brück zu mir: Wenn Sie etwas nicht sagen wollen, so sagen Sie einfach: Ich verweigere die Antwort!‘

„So, der Bischof Brück?“

,Ja!‘

,In vierzehn Tagen werden Sie wieder geladen.‘

Ich sagte auch: ,Es wird eine Zeit kommen, wo Sie sich selbst noch Trost holen werden in den Schriften.‘

Ich sagte auch von dem Liebesbund zwei Verheißungen vom Rosenkranz und Ave, aber daß ein Priester als Repräsentant der Kirche dabei sein müsse und sagte:

,Überlegen Sie einmal, wer kann solche Verheißungen machen, wenn es der Herr nicht ist, als nur ein Narr oder ein großer Betrüger, und Sie werden mir zugeben, daß Barbara beides nicht ist. Wer muß es also sein?‘

,Man sagt, Sie wollen die Kirche regieren. Wir wollen die Ehre der Kirche wiederherstellen.‘

,Ach großer Gott (lachend), davon weiß ich nichts. Wenn Sie alles auf die Spitze treiben wollen! Ich lebe ja wie eine Einsiedlerin zwischen vier Wänden.‘

Wenn eine vor Gericht war, beteten wir anderen und schrien zu der heiligen Katharina: Sprich du durch ihren Mund! Alle nacheinander schrien wir an. An der Türe sagte ich noch:

,Ich erlebe es noch, daß die Schriften gedruckt werden.‘

Ein Mädchen sagte zum Generalvikar: ,Bischof Haffner hat ja schriftlich gegeben, daß die Schriften gegen den Glauben nicht verstoßen.‘

Da sagte er: ,Bischof Brück hat sie aber verworfen, wissen Sie das nicht, Herr Domprätendent?‘

Dieser sagte: ,Ich weiß es nicht.‘

Der Beichtvater von Bischof Brück hat aber zu mir gesagt: ,Der Bischof ist Feuer und Flamme für die Sache.‘ Durch den Widerstand mancher Herren wird er sich haben wankelmütig machen lassen und später schloß er sich dem Urteil des Arztes an, ließ uns aber durch den Leiter der Untersuchung sagen: Damit sind die Schriften nicht verworfen.“

719 Sonntag am 26. November 1905

„Die Weisheit der Welt ist Torheit vor Mir, und die Torheit des Kreuzes ist Weisheit, die Ich lehren will.“

Barbara sang das schöne Lied:

„Wann wird doch mein Jesus kommen in das wilde Tränenland? Qual und Plag hat zugenommen, Leid und Neid nimmt überhand. Wann wird mich mein Heiland grüßen, mir den bittern Kelch versüßen? Herr, du bleibst ja gar so lang, nach dir wird mir's angst und bang.“ (Augenblicklich kam Er.)

Jesus: „Der Gang der Dinge, den sie begonnen, ist zwar übertrieben streng, sie wollen sich Mir entgegensetzen, was Ich gebunden haben, weil Ich die Schwächen der Menschen kenne und weil Ich keinem Menschen mehr auflade, als ein armes Herz ertragen kann, deswegen habe Ich euch zum dritten zusammengebunden durch ein enges Band der Freundschaft. Nun wollen sie dieses Band lösen und treten sie Meiner Majestät entgegen. Ich lasse es geschehen, und auch ihr nehmt alles ruhig hin und nehmt euch Mein Beispiel vor Augen, aber hart, hart müßt ihr es fühlen.

Du, Mein Freund, du Bischof von Mainz, zwei deiner Vorgänger habe Ich hinweggenommen, weil sie Meinem Willen nicht willfahrten. Dir habe Ich große Verheißungen gegeben, wisse aber, daß sie an Bedingnisse sich knüpfen, wie Ich alle Verheißungen der Menschheit gebe.

Wenn du länger auf zwei Schultern trägst, dann wirst du sehen, daß man mit Meiner Kirche verfährt wie du mit diesen, daß die Ungläubigen mit deiner Kirche verfahren, mit deiner Diözese, und überhaupt mit dem ganzen katholischen Leben, wie ihr Meiner Dienerin gegenüber verfahrt. Wenn ihr alles über einen Leisten ziehen wollt, die Seelen abhalten vom Gebet, wenn einige mehr tun wollen als alle gewöhnlichen Christen, dann tretet ihr dem Gebetsleben entgegen. Denn glaubt nur nicht, daß ihr auf einem anderen Weg die Kirche zum Sieg führen könnt als auf dem demütigen Weg des Kreuzes, und den habe Ich euch zur Genüge durch Meine Kinder gezeigt, der demütige Weg des Kreuzes, daß sich Glied an Glied reiht an Meine Dienerinnen.

Wer noch lebendigen Glauben in sich tragen will, muß sich anschließen an Meine Dienerinnen; denn nur durch Leiden, Kämpfe und große, große Trübsale wird die Kirche siegen über all ihre Feinde. Wo kann aber eine Seele in solcher Finsternis, wie ihr sie ihnen bereitet, aushalten, wenn sie nicht zum Gebet ihre Zuflucht nehmen soll und wenn sie es tut, dann verwerft ihr sie. Ich sage es noch einmal, Ich habe lange, lange zugeschaut. Menschen habt ihr ruiniert, die Kräfte derjenigen ausgesogen, die Mir standhielten. Wenn alle so machen wollten, wie ihr tut, dann hätte es wahrhaft in Meiner Kirche noch keine ausgezeichnete Diener gegeben; denn alle, die Ich an Mich ziehen will, durch die Ich andere retten wollte, haben ein Leben geführt, ein demütiges, abgetötetes Leben wie diese Personen hier.

Nun gebe Ich dir den Auftrag, prüfe das Leben und dann urteile nach dem Leben und nicht nach den Reden und Urteilen leichtfertiger Menschen, auch wenn sie Priester sind. Woher kommt es denn, daß so viele Meine Fahne verlassen? Hast du je gehört, daß ein solcher Abfall von Priestern vor sich ging in den zweitausend Jahren wie in jetziger Zeit? Warum denn? Weil man ein liberales, leichtfertiges Leben führen will, weil man den laxen Grundsätzen der leichtsinnigen Welt mehr zustimmen und zuhalten will als Mein Leben nachahmen.

Ihr alle seid ein zweiter Christus. Zurück zu Christus! Und wollt ihr zu Mir zurück, dann müßt ihr einen anderen Weg einschlagen als den, den ihr seither gegangen. Ihr dürft nach Verdemütigungen euch nicht umsehen und das Gebet der Kleinen nicht verschmähen. Es ist schon zur Genüge geprobt, nur bot man alle Mittel auf, um Mich bei euch und in euch zu vertreiben.

Mir steht es zu, die Mittel und Wege zu wählen, wie Ich will, und wenn Ich einen anderen Weg einschlage als den, den sich diejenigen stecken, die so halb und halb mit der Welt liebäugeln wollen, dann brauche Ich nach ihnen Mich nicht zu richten. Ich zeige ihnen durch dieses verdemütigende Leiden, daß nur der demütige Glaube vor Mir gilt, der einfache, kindliche Glaube, und daß Ich durch diesen einfachen, kindlichen Glauben alle Weisheit der Kinder dieser Welt, der Großen, zuschanden mache. Die Weisheit der Welt ist Torheit vor Mir, und die Torheit des Kreuzes ist Weisheit, die Ich lehren will.

Bringe dieses deinem Bischof und dann unterwerft euch und sage ihm, eine Seele auch nur um ein Quentchen in der Gottesliebe mehr zu fördern, ist mehr wert, als all die klugen Vorsichtsmaßregeln derjenigen, die auch Seelen retten wollen und dadurch mehr verderben als gutmachen. Sage ihm, es sei eine ganz falsche Richtung, die kleinen, armen Menschen so zu knechten. Es sei noch nie gehört worden, wenn eine Seele mehr tun wolle, daß sie von seiten der Vorgesetzten darin gehindert wird, anstatt sie zu fördern.

Ich bin gekommen, euch zu trösten, zu helfen und aufzurichten und denjenigen Meinen Geist zu überbringen, daß Ich es bin, daß keine Macht der Welt dir helfen wird und keine ärztliche Kunst, und daß dein Leiden von keiner Krankheit herrührt, denn dies alles sind leere Phrasen.“

Barbara: Am Schlusse der Rede des Herrn erdreistete ich mich, wegen meiner ältesten Schwester zu fragen, die mich so quält, ob sie die heilige Ölung sich geben lassen soll. Der Herr tadelte mich und sagte majestätisch:

Jesus: „Das ist nicht die Zeit, Dinge zu fragen, die Ich jetzt nicht beantworten will. Ich habe dir heute früh versprochen nach der heiligen Kommunion, daß Ich dir helfen werde, daß Ich dich trösten werde, nun sei zufrieden und tröste dich.“

720 Am 27. November 1905

Luise: Heute morgen ging ich zum hochwürdigsten Herrn Bischof, um die Botschaft zu überbringen. Ich sagte:

„Bischöfliche Gnaden! So wie ich Sie gestern verzweifelt rief, weil ich fest überzeugt war, entweder stirbt Barbara, oder der Herr kommt zu reden, so habe ich schon oft die Priester gerufen, sie möchten doch herbeikommen, den Herrn reden zu hören. Sie sehen also, daß ich keine Schuld trage, wenn die Herren sagen, ich mache es, da sie nur einige Schritte zu machen brauchten, um sich zu überzeugen, ob ich es mache. Von Ihrer Würde kann ich dies nicht verlangen, ich kam jedoch aus innerem Drang, weil der Herr wohl wollte, daß Sie wissen sollten, was vorging. Herr Kaplan N. hat zwei Stürme gesehen; erkundigen Sie sich. Dann kam nach dem dritten Sturm der Herr und redete mit solcher Majestät, daß wir zitterten vor Ehrfurcht und Liebe. O wenn Sie doch nur ein einziges Mal herbeikämen, wie überzeugt gingen Sie fort. Der Herr gab mir Aufträge für Sie, darf ich sie Ihnen ausrichten?“

Bischof: „Ach, bitte, lassen Sie das sein, ich will ganz neutral bleiben. Wenn ich meinen Rat gegeben und die Herren folgen mir nicht, so stelle ich mich zurück und lasse den Sachen ihren Weg. Ich gehe von dem Grundsatz aus: Wenn es Gott ist, wird Er Selbst Sein Werk weiterführen. Der Gehorsam ist der beste Weg.“

Luise: „Gut, ich gehorche mit Freuden, meine Pflicht ist erfüllt. Das weitere geht mich nichts an. Doch fürchte ich sehr, Bischöfliche Gnaden, es möchte aber doch sehr unangenehme Folgen für Sie haben. O wie wären Sie so überzeugt, wenn Sie all die Kämpfe schon durchgemacht hätten wie wir: in der Familie mit den Zweifeln und Ängsten, mit dem Beichtvater. O es hat schon einen harten Kampf gekostet. (Ich stand auf und sagte noch, weil die Richter gesagt, ich wolle mich über die Kirche stellen:) „Bischöfliche Gnaden! Wenn eine Seele nur für die Kirche lebt, wenn sie die Liebe zur Kirche und ihren Dienern mit der Muttermilch eingesogen hat – denn unser Haus war stets ein Priesterhaus, in dem alle Zuflucht fanden – wenn die Seele all ihr Gut einsetzt für die Kirche und ihre Diener, wie mag man dann sagen, sie hasse die Priester!“

Bischof: „Ich meine es herzlich gut in der Sache.“

Ich dankte und ging.

721 Brief Luise an P. Ludwig vom 27. Nov. 1905

„Wo ist es je gehört worden, daß Ich eine Seele untergehen ließe, die auf Mich vertraute.“

„Mainz, den 27. November 1905

Preiset alle mit uns die Güte des Herrn! Seitdem Barbara von Rück zurück ist, wo sie der Beerdigung ihres Neffen beigewohnt, durfte ich nicht mehr mit Barbara verkehren. Gestern (Sonntag) war ich in St. Quintin im Hochamt. Auf einmal beim Evangelium zieht mich jemand von hinten an meinem Mantel, ich sehe mich um und sehe Barbara wie sterbend, gehe mit ihr hinaus. Da sie keinen Schlüssel hatte, mußte ich sie zu mir führen. Sie war am Sterben. Kurz entschlossen lief ich zum hochwürdigsten Herrn Bischof und dachte: Jetzt muß er mal herbei; denn entweder stirbt Barbara, oder der Herr kommt.

Der Bischof kam gleich, und ich sagte: ,Bischöfliche Gnaden entschuldigen, wenn ich in einem solchen Aufzuge komme, es eilt sehr, entweder stirbt Barbara, oder der Herr kommt zu reden, und zu beiden wünschte ich Sie. O bitte, bitte, kommen Sie.‘

Er sagte: ,Ja, ein Bischof kann das nicht gut, holen Sie den Herrn Dompfarrer.‘ Eiligst ging ich hin. Dieser schickte nur den Herrn Kaplan. Derselbe gab ihr alle Sterbesakramente, die heilige Ölung. Dann kam der erste Sturm im Leiden, und der Herr Kaplan entsetzte sich, wollte sie auffangen, kniete und betete die Sterbegebete. Dann kam der fürchterliche zweite Sturm. Dabei krachte alles mit der Gewalt und Herr Kaplan wurde mit herumgeschleudert. Nun mußte er die Elf-Uhr-Messe lesen. Ich bat ihn: ,Schicken Sie doch den Herrn Pfarrer!‘ Er kam nicht! Dann kam der dritte Sturm, und der Herr kam zu reden mit solcher Gewalt und Majestät, daß wir erzitterten.

Er gab mir Botschaften für den hochwürdigsten Herrn Bischof und sagte: ,Meine Kinder, seid nicht mutlos, vertraut auf Mich und ihr werdet nicht zuschanden werden. Wo ist es je gehört worden, daß Ich eine Seele untergehen ließe, die auf Mich vertraute. Laßt den Sturm über euch ergehen. Laßt alles mit euch machen, was sie wollen, so als ob Ich es euch antäte. Wenn sie dich wieder rufen, gib einige Namen an, die Schwägerin von Barbara, Frau Zulauf und Frl. Vogel. Dann nenne, wenn sie in dich dringen, Frl. Th. und einige ihrer Vertrauten, Frl. von Sch., die ja in der Stadt den Herren bekannt ist. Die schwächeren Seelen, die selbst nicht die Wege Gottes kennen, lasse weg.

Unterwerft euch der Kirche, widersetze dich nicht. Alles soll unter Ruhe, Entschlossenheit und innerer Überzeugung vor sich gehen, wie Ich Mich ja auch verurteilen lassen mußte. Wie viele Wunder habe Ich gewirkt vor Meinen Feinden. Ich habe aber, als Ich in ihre Hand fiel, Mich nicht geweigert. Ich habe Mich zwar berufen auf Meine Werke, aber alle, die es nicht einsehen und erkennen wollten, weil sie Mich verwerfen wollten, o die armen, armen Priester, wie können sie Mein Werk fördern, wenn sie selbst nicht glauben, daß Ich Macht habe über alle Meine Geschöpfe und Herr bin über Leben und Tod. Gehe zum Bischof und sage ihm: ...‘ (Botschaft für den hochwürdigen Herrn Bischof in Nr. 719).“

722 Brief Barbara an P. Ludwig vom 6. Dez. 1905

„Hochwürdiger Herr Pater Ludwig!

Nun bitte ich Sie, doch mit mir dem lieben Heiland zu danken für die unendliche Herablassung, Sich unserer Menschlichkeit zu bedienen, Sie als Hintergrund hinzustellen, damit Sein Werk darauf aufgeführt werden könne, und mich, eine ungelehrte, unwissende Sünderin, zu benutzen, die Wahrheit zu bekräftigen, daß Er unter uns und in uns wohnt. Dies ist auch der Grund, daß, sooft Er Sich würdigte, mich Arme heimzusuchen, ich zum Schluß das Magnificat singen mußte. O wie danke ich dem lieben Gott, daß Er alles so wunderbar schön zusammengefügt hat.

Alle aber, ob Priester oder Laie, Ordensfrau oder Weltdame, Dienstbote oder Beamte eines Königs, bitte ich, freuen wir uns. Seien wir recht treue Mitglieder des Liebesbundes und legen wir offen und frei, wie ich Unwürdigste aller, Zeugnis ab vor der höchsten geistlichen Obrigkeit, damit erreicht wird, was der Herr bezwecken will. Denn heute teilte Er mir mit: Er verlange, daß der Liebesbund sich ausbreite über die ganze Welt. Wo noch ein frommer Christ lebe, wünsche Er, daß er Kenntnis vom Liebesbund erhalte. Der Liebesbund sei ein Werk, das nicht erst nach Jahrhunderten entstehen solle und anerkannt werde, wie zum Beispiel die Andacht zu Seinem Heiligsten Herzen. Nein, wo jetzt die Gefahr so groß ist und so viele Menschen zugrundegehen, rettet, was noch sich retten läßt. ,Ich habe‘, so sagte der Herr, ,durch dich gesprochen, weil Ich will, daß es an die Öffentlichkeit kommen soll. Sein treuer Diener, Pater Ludwig, soll sich nur herzhaft ermannen. Er habe noch einen weiten Weg. Er möge die Abwaschung mit frischem Wasser gebrauchen (Pater Ludwig ist sehr leidend), aber mit Beihilfe eines Bruders, der ihn zu gleicher Zeit mit einem Tuch tüchtig abreiben soll. Dann werde sich sein Gemüt wieder kräftigen, und er werde seinem Orden noch gute Dienste leisten, besonders verlange Er, daß es nach Frankreich gelange an das Priestertum, damit jene mit Mut und Entschlossenheit die Rechte der Kirche verteidigen vor der weltlichen Macht und tun sollten, was in der Information an die Bischöfe angegeben sei.

Alle sollten es wissen, daß Er unter uns wohnt im stillen Tabernakel, nicht nur als ein verborgener Gott, sondern als Einer, der Sich den Seinen zur rechten Zeit lebendig offenbart. In Frankreich müßten Männer auftreten mit Löwenmut, und in zwei Jahren, wenn wir unseren Pilgerzug wieder nach Lourdes machten, sollten viele Priester auch aus Frankreich sich anschließen, denn Er wolle, daß ein allgemeiner Gebetssturm erhoben werde. Und wie Er uns die erste Pilgerreise dorthin angegeben hätte für die unterdrückte und geknechtete Kirche, so verlange Er, daß wir unsere zweite Reise als Danksagung für die zu siegen beginnende Kirche machen sollen.“

Darum sprechet doch alle mit: „Hochpreiset meine Seele den Herrn.“ Hier lege ich einen Brief bei von einem geistlichen Herrn der Diözese Würzburg. Dieser war vom Jahre 1870 – 1873 Kaplan in meiner Heimat, und ich habe ihm vieles zu danken. Nach mehr als dreiunddreißig Jahren schreibt er mir hie und da. Dieser Herr ist noch älter als Sie, hochwürdiger Herr Pater. Ich meine, er habe gesagt, 68 Jahre sei er alt. Der hatte denselben Zustand. Er konnte gar nichts mehr tun. Er hat auch viel, viel schon gelitten. O ich weiß einen guten Teil. Und ich lese hier, daß es ihm bedeutend besser geht. Und jetzt noch eins: Ob wir drei, Lieschen und Luise und ich, wieder zusammen verkehren dürfen, hat der hochwürdige Herr Beichtvater am Samstag nicht gesagt. Ich fürchte mich jetzt, noch einmal bei ihm anzufragen. Was sollen wir also jetzt machen? Wenn wir so aus uns zusammengehen, wird hochwürdigster Herr Bischof wieder eine Ursache haben, uns für ungehorsam zu erklären. Ich bitte um Ihre Meinung hierüber.

Ich wünsche Ihnen nun, daß das liebe Christkind Ihnen Ihre volle Gesundheit schenken und Sie mit uns allen eine recht fröhliche Weihnacht feiern können. In vorzüglicher Hochachtung ihre Dankbare

gez. Barbara Weigand.

723 Brief Barbara an Seelenführer v. 12. Dez. 1905

„So wie die Geistlichkeit hier in Mainz mit dir umgeht, so wird die irr- und ungläubige Welt mit ihnen umgehen, wenn sie Meine Worte nicht beachten.“

„Vor allem danke ich Ihnen für das entschiedene Wort. Sie wollten mich verklagen, denn dadurch überwand ich die Menschenfurcht. Auch spreche ich meinen Dank den edlen Damen aus, die den Mut hatten, mir dies zu schreiben. Hören Sie nun, zwei Tage sagte die innere Stimme: „Schreibe an deinen Beichtvater“, und als der Brief von Aachen dazukam, fing ich an zu schreiben. Verlangen Sie aber nicht mehr den ganzen Inhalt. So fing der Brief an:

,Hochwürdiger Herr Beichtvater!

Erlauben Sie mir, daß ich den geängstigten Gefühlen meines Herzens Luft mache. Soeben erhielt ich einen Brief von A., worin mir gemeldet wird, daß ich sollte verklagt werden, wenn ich ihnen nicht sagte, daß N. aus dem Kapuzinerorden in A. seit zehn Jahren mein Seelenführer ist. Hiermit setze ich Sie in Kenntnis, daß mein hochwürdiger Herr Seelenführer wünscht, daß ein Gerichtshof einberufen werde, wo Zeugen von meiner Seite dazu gerufen und mein Seelenführer gefragt werde. Dieses ist jetzt die sechste Untersuchung, die man anstellt, nicht aber um den Geist zu prüfen, sondern, wie Herr Pater Heuser (ein Jesuit) damals zu einer Dame sagte: ,Wir wollen die Sache untersuchen, damit wir sie verwerfen können.‘

Die Dankbarkeit gegen einen für mich und die Sache Gottes so sehr verdienten Seelenführer verpflichtet mich, Ihnen, Herr Beichtvater, diese Worte zukommen zu lassen, denn er hat nicht nur seine Gesundheit, seine Stellung als Oberer, Ehre und guten Namen eingebüßt, sondern er ist auch ein Opfer der ungerechtesten Kritik geworden, und deswegen darf und kann ich ihn jetzt nicht zurücksetzen.

Der hochselige Bischof Brück ließ mich zur Untersuchung auf drei Wochen in das Elisabethenhaus einsperren. Zwei Geistliche und der Arzt des Hauses wurden gerufen, wenn das Leiden eintrat.

Aber an dem Tage, wo der Arzt seine hypnotische Kunst anwenden wollte, ging von den geistlichen Herren keiner hinzu. Da erklärte der Arzt: „Sie müssen heute mich anschauen, denn ich bin von Ihrem Bischof beauftragt, also mir folgen und hierhin schauen.“

Da ergriff eine unsichtbare Gewalt meinen Kopf und drehte ihn gegen die Wand. Wie wütend sprang der Arzt auf mich zu und schrie mich an: „Wollen Sie folgen und hierhin schauen!“ Aber alles war vergebens, alle Mühe, die ich mir gab, die unsichtbare Gewalt ließ mich nicht los. Hatte ich ja noch nie etwas von Satanskunst gehört noch gesehen. Warum war da keiner der Herren dabei? An die Aussage dieses Arztes schloß sich dann das geistliche Gericht an.

Pater Alphons war acht Jahre mein Beichtvater. Die acht Jahre waren eine ununterbrochene Kette von Verdemütigungen aller Art. Aber der liebe Gott wollte doch, daß er erst sein Zeugnis ablegen mußte, ehe Er ihn abrief. Denn einige Tage vor seinem plötzlichen Tode sagte er im Sprechzimmer zu mir: ,Beunruhige dich nicht mehr, welcher Geist in dir wirkt; es ist der liebe Heiland. Der Herr hat das Schwache erwählt, um das Starke zu beschämen.‘ Hätte man schon früher geglaubt, daß es der liebe Heiland ist und hätte Pater Alphons seine Überzeugung vor dem Bischof vertreten, so wäre Prof. Schieler heute noch als braver, seeleneifriger Priester hier in Mainz. Daß der liebe Heiland durch Sein unwürdiges Werkzeug ein ganzes Jahr voraussagen ließ, wenn sie Seine Worte nicht beachten, Er sie hinwegnehmen werde, ist niedergeschrieben, wo noch niemand ahnen konnte, daß die Worte sich so bald erfüllen sollten (Bischof Haffner und Bischof Brück).

Da nun Gott voraussah, wie die Geistlichen hier in Mainz mit mir und meinen zwei Freundinnen umgehen werden, gab Er mir einen Seelenführer bei, der außerhalb der Diözese Mainz steht. Ebenso wollte Gott, daß ich zu Ihnen, hochwürdigster Herr Bischof, beichten gehe, denn ich flehte sehr inbrünstig um einen guten Beichtvater damals. Denn hätte ich einen Geringeren als Sie, er hätte mitsamt mir längst Reißaus nehmen können.

Die boshaften Verleumdungen, die gegen mich und meine zwei Freundinnen fortwährend ausgestreut werden, betrüben mich nicht. So haben es die Pharisäer ja auch dem lieben Heiland gemacht. Aber daß die Geistlichkeit hier immerfort schreit: ,Vernichtet muß es werden‘, und sich nicht überzeugen, was sie vernichten wollen, und denjenigen Priester, den der liebe Gott mir als Seelenführer dazugestellt, nicht zu Rate ziehen – ja, seine Widerlegung, die er schon einmal an das Bischöfliches Offizialat geschickt, nicht einmal beantworten – und dann schreien, diese sind ungehorsam gegen die Kirche, leuchtet einem gesunden Verstand ein, daß dieses ein großes Unrecht sein muß von solchen, die Gott uns Menschen hingestellt als einen anderen Christus, und daß da von Ungehorsam gar keine Rede sein kann. Und dieses Verfahren wird der Herr früher oder später aber ganz gewiß bestrafen. Denn Er sagte am Sonntag vor acht Tagen, wo Frl. Hannappel zu Ihnen kam und bat, sie möchten doch einmal herüberkommen: ,So wie die Geistlichkeit hier in Mainz mit dir umgeht, so wird die irr- und ungläubige Welt mit ihnen umgehen, wenn sie Meine Worte nicht beachten.‘

Zum Schlusse bat ich den hohen Herrn um Verzeihung, wenn ich manche Worte so hart gradheraus gesprochen, weil ich so ungelehrt bin.

In vorzüglicher Hochachtung Ihr untertänigstes Beichtkind.

gez. Barbara Weigand.‘

Dieser Brief verfehlte seine Wirkung nicht. Am Samstag redete der Bischof mir sehr zu, daß ich nur ruhig sein sollte. Die neue Untersuchung ginge mich gar nichts an, und er habe mit den geistlichen Herren gesprochen, und alle sagten, sie ist eine unschuldige, gerade Seele, und das Lob kann auch ich Ihnen zu Ihrem Troste sagen, und ich erlaube Ihnen, sie dürfen, was Ihnen auf diesem Wege vorkommt, dem genannten Pater schreiben. Seien Sie fest überzeugt, der Herr wird Sein Werk durchführen, wenn Er es ist und wenn Er es durch Schloß und Riegel durchzwängen müßte. Sagen Sie nur den anderen, daß sie sich unterwerfen, und dann ist alles gut. Dieser Sturm hier in der Stadt legt sich auch wieder.

Ferner bat der hochwürdigste Herr, doch bei Verbreiten der Schriften seinen Namen nicht zu nennen als Bischof, sondern, ,mein Beichtvater hat mir das gesagt‘. Er bat so kindlich demütig, doch seine Würde als Bischof zu schonen, denn wie er da herumgezogen werde, könne seiner Würde viel schaden. Nicht wahr, meine Lieben, Ihr versprecht dieses, diesem wahrhaft großen Diener Gottes. Dieses ist meine Beichte in Wirklichkeit und freuen wir uns, denn wir haben wieder ein Mitglied mehr im Liebesbund.“

724 Brief Barbara an P. Ludwig vom 12. Dez. 1905

„Noch niemals hätte die Welt Seine Hilfe so nötig gehabt wie jetzt.“

„Hochwürdiger Herr Pater Ludwig!

Am Dienstag, als ich vor dem Altar des heiligen Antonius um Ihre Genesung betete, bekam ich die Verheißung, daß Sie noch einmal ganz gesund werden, und heute wurde mir mitgeteilt zur Ergänzung von dem, was ich Ihnen schon geschrieben:

Im sechzehnten Jahrhundert habe Er durch die selige Klosterfrau Margareta Maria Alacoque die Welt zur Verehrung Seines heiligsten Herzens hingewiesen und gezeigt, welche Schätze in Ihm verborgen seien. Jetzt aber wollte Er, daß diese Schätze aus Seinem Herzen mit vollen Händen herausgeschöpft und ausgeteilt werden unter Seinen Kindern. Denn noch niemals hätte die Welt Seine Hilfe so nötig gehabt wie jetzt. Und die Macht der Hölle hätte gegen Seine Kirche noch nie so furchtbar getobt als in unseren Tagen, weil sie in Seiner Kirche selbst so viele Helfershelfer gefunden habe. Und obschon Er Seiner Kirche versprochen habe, daß die Pforten der Hölle sie nicht überwältigen, so verlange Er doch, daß diese Nichtüberwältigung durch Seine Kirche Selbst, das heißt durch ihre Kinder, erkämpft werden müsse. Dafür habe Er jedem Menschen freien Willen gegeben.

Und jetzt, wo so viele sich auf Satans Seite stellen und gegen Sein Reich ankämpfen, müßten die treuen Kinder der Kirche sich zusammenscharen und nach allen Seiten hin ihren guten Willen zeigen. Dann werde Er plötzlich eine Wendung herbeiführen. Darum sollten die Oberhäupter der Kirche sie nicht zurückhalten, die Wahrheit verkündigen zu lassen, daß Er Sich uns mitteile, um unseren Mut zu bestärken. Da nun mein hochwürdiger Herr Beichtvater mir erlaubt, Ihnen mitzuteilen, was ich mitgeteilt bekomme, so hielt ich es für gut, wenn Sie ihm diese letzte Mitteilung zuschickten. Er könnte sich doch vielleicht entschließen, sich zur Sache zu stellen. In vorzüglichster Hochachtung Ihre Untertänigste gez. Barbara Weigand“

725 Brief Barbara an P. Ludwig vom 15. Dez. 1905

„Hochwürdiger Herr Pater Ludwig!

Gestern bekam ich die Verheißung vom Herrn, Er werde nicht zulassen, daß Sein Werk zerstört werde. Man möge nur alle Hebel in Bewegung setzen hier in Mainz. Und wenn alles gegen uns ginge und alles abgeschnitten werde, nur wir drei müßten festbleiben. Ihm könne niemand hinderlich sein. Die ganze Welt könne uns nichts anhaben, selbst wenn der Papst und alle Bischöfe gegen uns gingen, wenn wir drei zusammenständen.

Nun muß der liebe Gott ein Wunder wirken. Er muß und Er tut es auch, ich habe das größte Vertrauen, Pater Ludwig die Kraft zu geben, wenn sie eine Untersuchung anberaumen, zu erscheinen hier in Mainz. Dann, wenn sie dies tun, werde ich darauf drängen, daß auch ich und Sie, Hochwürden, dazu geladen werden.

Ich erwarte Ihre Antwort. Samstag werde ich sie meinem Beichtvater überbringen. Nun bitte ich alle die lieben Damen, als Namenstagsgeschenk den Herrn recht zu bestürmen, daß Er Sein Werk beschütze und uns die heilige Gleichmut verleihe, alles so zu tun, daß Er allein geehrt und gepriesen werde. Was liegt an uns armen Würmchen.

Heute nach der heiligen Kommunion ließ Sich der Herr sehr demütig herab, mich zu trösten. Ich war ganz erdrückt von all den Leiden und schlaflosen Nächten und sagte: ,O Herr, hilf mir jetzt. Laß nicht zu, daß Dein Werk zerstört werde.‘ Da sah ich den Herrn auf dem A1tare, wie Er die Arme nach mir ausstreckte. Voller Freude eilte ich hin, und Er umfaßte mich und drückte mich so fest an Seine Seite, daß auf einmal sich die Wunde öffnete und ein reichlicher Strom von Flüssigkeit schoß daraus hervor. Ich ward ganz davon benetzt und schaute mich um und sah, daß der Strom sich verteilte zu lauter kleinen Flüßchen, die dann in einzelne Menschen hinein sich ergossen, und der Herr bedeutete mir, dies sei der Liebesbund, und alle, welche die Schriften lesen, worin Er den Erguß Seiner Güte und Liebe hineingeleitet, werden fortwährend bewässert von dem Strom Seiner grundlosen Barmherzigkeit, die Er durch mich ausgießen wollte. Dies ist für mich eine Beruhigung, weil ich glaube, daß Er damit andeuten will, daß dieser neue Sturm sich wieder legen wird.

Hochachtungsvoll Ihre dankbar ergebene Barbara Weigand.“

726 Am 15. Dezember 1905

Barbara: Gestern, als ich dem hochwürdigsten Herrn Bischof sagte, ich hätte diese Woche auch meinem Seelenführer geschrieben, fiel er mir in die Rede und sagte:

Bischof: „Dies hätten Sie nicht tun sollen, denn ein Seelenführer, so weit entfernt, was kann der nützen oder beurteilen? Und das sage ich Ihnen, wenn Sie ihm wieder schreiben, dann lassen Sie das Wort ,Bischof’ weg und schreiben sie lieber ,mein Beichtvater’ hat mir das und das gesagt.“

Barbara: Was soll und muß ich jetzt tun, um nach dem Willen Gottes zu handeln? Gestern sagte er mir, als ich ihn bat als Oberhirte und als Bischof, er möge doch nicht zugeben, daß die Namen der Mitglieder an die Öffentlichkeit kommen, denn es seien Personen aus besseren, gebildeten Kreisen dabei, und weil Herr Bischof Haffner das Abschreiben und Verbreiten der Schriften erlaubt habe, seien sie weit verbreitet und dies seien immer doch (wie hier in Mainz auch) die treuesten und besten Kinder der katholischen Kirche. Wie müßten da alle erschüttert werden in ihrem Glaubensleben, wie wir es auch getan. Ja, sagte ich, Bischöfliche Gnaden, wo soll ich Kraft schöpfen, wenn ich nicht glauben darf, daß der Herr Sich finden läßt von einer Seele, die Ihn sucht. Vor dreißig Jahren wurde mir von einem Priester schon gesagt: ,Laß dich nicht irremachen. Es ist der Heiland, der in dir das Verlangen nach der heiligen Kommunion erweckt. Fahre fort und vertraue. Vom Glauben gelangt man zum Schauen, vom Schauen aber zur Vereinigung mit Gott.’ Da fiel er mir wieder in die Rede und sagte:

Bischof: „Beruhigen Sie sich. Wenn Sie dafür sorgen, daß mit den Dienstmädchen nichts mehr vorkommt, so werden Sie weiter nichts mehr zu hören bekommen.“

Frage an Pater Ludwig: Sollen Luise und die zwei Dienstmädchen die Namen angeben und jetzt doch die Namen hinschicken? Bis Mittwoch soll es geschehen sein. Dann wird eine Sitzung anberaumt. Oder ist es nicht besser, ruhig abwarten, bis eine Vorladung kommt? Ferner: Soll ich für jetzt ruhig dazu sein, daß wir drei so auseinandergerissen sind? Luise ist ganz fremd gegen mich, weil mir und ihnen die höchste Kirchenstrafe angedroht ist, oder soll ich mich wehren? O beten Sie doch alle, ihr lieben Treuen, daß Gott die Zeit dieser schrecklichen Prüfung abkürze, damit wir nicht erliegen. Wo hat man je gehört, daß man so lange spottet mit einer tiefgläubigen Seele?

727 Brief Barbara an P. Ludwig vom 20. Dez. 1905

„Hochwürdigster Herr Pater Ludwig!

Ich habe am Samstag Ihren Auftrag an den hochwürdigen Herrn Beichtvater besorgt. Aber das Resultat ist für mich gar nicht gut ausgefallen. Ich muß nach wie vor selbst meine Schreiben machen. Es tut mir leid, Sie mit meiner schlechten Schrift so belästigen zu müssen, aber Sie müssen zu den vielen Unannehmlichkeiten auch noch diese dazunehmen. Wir sind schon froh genug, daß wir wieder Ruhe haben vor dem Domkapitel. Dieses hat hochwürdiger Herr Beichtvater besorgt. Und daß er aber auch jene zufriedenstellt, muß er so handeln.

Wenn nur von unserem Kleeblatt nicht eins oder das andere verdorrt. Was aber noch mehr zu bedauern ist, ist das Verbot, daß ich bei dem Herrn mich für niemand mehr verwenden soll. Es ward mir gesagt, die Leute sollen sich an ihre Priester wenden. Hiermit soll (ich denke es mir so) der Liebesbund aussterben. Es ist mir jetzt einerlei, wie der liebe Gott die Sache lenkt. Ich kann, ich darf jetzt nichts mehr sagen, weil es sich für mich nicht mehr geziemt. Und da ich mein eigener Herr nicht bin, sondern von anderen abhängig, wird vieles verlorengehen.

Am Montag beklagte ich es sehr nach der heiligen Kommunion: ,Warum‘, so fragte ich den Herrn, ,läßt Du dieses alles so zu? Werden wir nicht ermüden und erkalten in der Liebe zu Dir, da uns verboten ist, uns gegenseitig zu ermuntern und von Deiner Liebe zu reden? Du weißt, wie hart dieses Opfer Lieschen, meiner treuen Freundin, ankommt. Siehe, was hat sie schon alles ausgehalten und jetzt soll sie ganz beiseite gesetzt werden.‘ Da gab mir der Herr die tröstliche Antwort: ,Beruhige dich, Lieschen hat keinen Schaden dabei. Ich rechne ihr dieses Opfer höher an, als wenn sie faste bei Wasser und Brot. Haltet diese Prüfung recht tapfer aus, und ihr sollt sehen, wie Ich zu belohnen weiß.‘ Wenn nun das liebe Christkind als Weihnachtsgeschenk Sie gesund machte, dann wollten wir alles andere gerne hinnehmen. Hochachtungsvoll grüßt Sie und wünscht Ihnen ein recht frohes Weihnachtsfest

Ihre gez. Barbara Weigand“

728 Requiem am 22. Dezember 1905

„Gerade durch die Treue, womit man ja seine täglichen Christen- und Berufspflichten erfüllt, können wir eine hohe Stufe der Seligkeit erlangen.“

Barbara: Am Begräbnistag eines Neffen von mir, beim Requiem, als der Priester zur heiligen Wandlung gekommen war, wandte ich mich an den himmlischen Vater:

„Siehe, himmlischer Vater, ich versenke jetzt meinen Neffen in das Herz Deines anbetungswürdigen Sohnes mit all Seinen Leiden und Verdiensten, die Er uns erworben, und vereinige mich nicht nur mit Ihm, sondern auch mit allen Priestern der ganzen Welt, die heute das heilige Meßopfer darbringen, dazu lege ich die Verdienste Seiner heiligen Mutter und aller Heiligen sowie die verdienstlichen Werke aller frommen Christen auf Erden und bringe sie durch die reinsten Hände der lieben Mutter Gottes dar.“

Dann wandte ich mich an die liebe Mutter Gottes mit der Bitte, mein Gebet zu unterstützen. Kurz vor der Kommunion des Priesters sah ich den Verstorbenen in lichthellem Gewand an den Stufen des Altars erscheinen. Sehnsüchtig schaute er auf den Altar. Als aber der Priester die heilige Kommunion empfing, eilte er auf den Priester zu und zerschmolz mit der heiligen Hostie. Ich hatte eine große Freude, die mir die Überzeugung gab, mein Neffe sei mit Gott vereinigt und flehte zum Herrn, meinen Neffen noch einmal zu sehen und von ihm ein Wort des Trostes an seine tiefbetrübten Eltern zu erfahren. (Er starb im Alter von 24 Jahren.) Plötzlich erschien der Verstorbene wieder, aber jetzt überglücklich. Keine Spur von dem, was ich vorher bemerkte. Er sagte:

Neffe (†): „Liebe Tante! Sag meinen Eltern, um mich brauchen sie nicht mehr zu trauern, denn ich bin ein Kind der ewigen Glückseligkeit. Aber meinen Geschwistern sage, und besonders meinem Bruder V., wenn eine Versuchung zur Sünde an sie herantritt, sollen sie sich erinnern an meine Sterbestunde und V. solle nur seine guten Vorsätze ausführen; dann hat er nichts zu fürchten für die Ewigkeit. Ich werde mich für alle meine Geschwister verwenden, ganz besonders aber für ihn, daß er den Kampf gut zu Ende führt.

Dir aber, liebe Tante, danke ich. Den Geist, der durch dich unserer Familie mitgeteilt wurde, habe ich mit der Muttermilch eingesogen, und als ich Meßdiener wurde, hatte ich große Ehrfurcht vor dem im Heiligsten Sakrament verborgenen Gott; denn dort verstand ich erst, was ich als Knabe oft in der Familie abgelauscht hatte, wenn meine Eltern sich über dem innigen Verkehr unterhielten, den der Herr im Heiligsten Sakrament mit dir habe. Und am Weißen Sonntag, als ich Ihn zum ersten Mal empfangen durfte, hatte ich für mich nur eine Bitte, nämlich, mich nie in eine schwere Sünde fallen zu lassen.

Und diese Gnade gewährte mir der gütige Herr. Ich brachte das Kleid der Unschuld und Reinheit unversehrt vor meinen Richter. Daß ich so jung von dem Elternhaus scheiden mußte, war für mein von treuer Kindesliebe erfülltes Herz ein großer Schmerz. Aber eben diese hartfühlende Trennung und die seligen Stunden, die ich im Elternhaus und beim Messedienen an den Altarstufen genossen habe, führten mich durch alle Gefahren, besonders bei meiner Militärzeit, hindurch. Die Fehler und Sünden, die ich im Leben begangen, mußte ich hart verbüßen in meiner Krankheit, denn ich habe entsetzlich gelitten. Und weil ich mir alle Mühe gab, die Geduld nicht zu verlieren und mit Ergebung in den Willen Gottes zu sterben, habe ich alle Schwachheitsfehler abgebüßt und bin jetzt ein Kind der ewigen Seligkeit.“

Barbara: Ich betete dreimal das Magnificat vor lauter Freude und Dank gegen Gott und die allerseligste Jungfrau Maria. Einige Zeit danach war ich einmal nach der heiligen Kommunion recht innig im Gebet versunken und fühlte mehr als gewöhnlich die Nähe Gottes. Da bat ich kindlich den Herrn, er möge mir doch einmal den Ort zeigen, wo mein Neffe Josef sich befinde. Und der Herr gewährte mir diese Bitte.

Meine Seele ward an einen Ort versetzt, dessen Schönheit nicht zu beschreiben ist. Hier traf ich Josef. Er ist so überglücklich, daß ich mich wieder zurechtfinde, wenn ich manchmal recht zusammengedrückt bin wegen der vielen Leiden, die uns die Geistlichkeit bereitet. Er unterhielt sich mit mir und sagte:

Neffe (†): „An diesen Ort wäre ich nie gekommen, wenn ich mir nicht so große Mühe gegeben hätte, mein Herz vor Unkeuschheit recht rein zu bewahren. Diese alle hier sind Jungfrauen, und wir schauen Gott ganz in der Nähe.“

Barbara: „Aber Josef, du mußt etwas Besonderes getan haben, daß du dir diese hohe Stufe der ewigen Seligkeit verdient hast?“

Neffe (†): „Ich habe es dir ja gesagt, daß ich mich hütete vor Unkeuschheit. Dann gab ich mir alle Mühe, keine Zeit unnütz zu verlieren, um in mir keinen bösen Gedanken aufkommen zu lassen. Und weil ich meine freie Zeit dazu benutzte und durch die Schnitzereien, die ich anfertigte, die Ehre Gottes beförderte und meinen Eltern und Geschwistern Freude machen wollte, somit im Kleinen sehr getreu war, habe ich eine hohe Stufe der ewigen Seligkeit erlangt.

O wenn es mein Bruder verstände, seine harte Arbeit immer durch die gute Meinung zu heiligen, wie viele Verdienste könnte er sich sammeln für die Ewigkeit! Es sind viele im Himmel unter den Heiligen, die auf Erden ein ganz gewöhnliches Leben geführt haben. Gerade durch die Treue, womit man ja seine täglichen Christen- und Berufspflichten erfüllt, können wir eine hohe Stufe der Seligkeit erlangen.“

Barbara: Mein Neffe war gelernter Bäcker, tüchtig als Gesell, führte das ganze Geschäft meines Bruders in Aschaffenburg. Die Stunden, die er für sich frei hatte, benutzte er, um eine Krippenvorstellung oder einen kleinen Altar zu machen.

729 Am 2. Januar 1906

„Zweifel und Ängste seien für eine gläubige Seele, mit der Er verkehren wolle, das größte Hindernis, Ihn zu schauen und zu besitzen, soweit es einem sterblichen Menschen möglich sei.“

Barbara: Am Neujahrstage bat ich den Herrn, uns doch nicht zu verlassen und uns die eine Gnade zu gewähren, daß wir drei wieder zusammen Ihm dienen dürften.

Jesus: „Laßt euch nur im Herzen nicht trennen. Meinetwegen hat man euch in diese Bande gelegt, aber tragt sie nur mit Freuden. Wie einst Paulus, so müßt auch ihr euch bemühen, sagen zu können: Ich fließe über von Wonne, inmitten aller Trübsal.“

Barbara: Als ich bat, um Seines heiligsten Namens willen doch auch N. und alle die guten treuen Seelen, die sich mit uns vereinigen und all die Trübsale mit uns teilten, einen Trost bringen zu dürfen, sagte der Herr:

Jesus: „O kümmere dich nicht, daß Ich etwas übersehe. Kein Vater, kein Freund, kein Bräutigam ist ja so aufmerksam gewesen, wie Ich es bin. Kümmere dich besonders nicht so sehr um N. Er weiß zu schätzen die Leiden dieser Zeit, und gerade jetzt, wo er scheinbar nichts mehr wirkt, tut er am meisten. Jetzt ist er recht, der Hintergrund, auf dem Ich Mein Werk errichten will. Sage ihm und all den treuen Seelen, wo sie sich auch befinden, einen herzlichen Gruß zum Feste Meines heiligsten Namens. Alle sollen sich im neuen Jahre recht Mühe geben, die Leiden schätzen zu lernen, denn sie sind kostbare Edelsteine für die Himmelskrone.

Sage auch deiner Schwester in Augsburg, sie möge sich vorbereiten auf ihren baldigen Heimgang ins Vaterhaus. Sie hat mir schon viele Freude gemacht durch ihren einfachen, kindlichen Glauben. Und damit sie Mich nicht beschuldigen kann, als hätte Ich sie gar zu trocken behandelt im Leben, soll sie wissen, daß Ich für sie die Tröstungen alle für die Ewigkeit aufspare. Und wenn sie einst an die goldene Pforte kommt, dich abzuholen, dann wird sie dich umarmen und wird zu dir sagen: Komm, Schwester, ziehe ein, und vor deinen Blicken wird sich eine Schar entgegenstellen, die alle mit Wonne auch dich empfangen und dir sagen: „Siehe, wir haben geglaubt, was du vom Herrn empfangen. Und für jeden Akt der Gottesliebe, den wir deswegen mehr erweckt, haben wir immer neue Freuden hier.“ Grüße Mir besonders auch Luise und Lieschen. Und deinen lieben Angehörigen und all denjenigen, die Ich früher mit Meinem Besuche zu beehren pflegte in der Nacht Meiner Geburt, entbiete Ich heute einen freundlichen Gruß.“

Barbara: Die ersten Tage, wo ich unter Gehorsam verboten bekam, nichts mehr von den Mitteilungen bei meinen Freunden zu sagen, und wir müßten auseinanderbleiben, sah ich einmal den Herrn auf dem Altar in der Kapuzinerkirche gegenwärtig. Er blickte mich so liebevoll an, daß ich ganz in Liebe zu Ihm entbrannte. Meine Seele schwang sich auf und wollte auf Ihn zueilen, aber sie war wie gefesselt mit Banden an meinem Körper. Ich fragte den Herrn, was dieses bedeute, und Er teilte mir mit: dieses seien die Zweifel und Ängste, die mir durch die Kritik meiner Vorgesetzten beigebracht würden. Zweifel und Ängste seien für eine gläubige Seele, mit der Er verkehren wolle, das größte Hindernis, Ihn zu schauen und zu besitzen, soweit es einem sterblichen Menschen möglich sei.

730 Fest Heilige Drei Könige am 6. Januar 1906

„Sie hätten es nicht nötig gehabt, in Jerusalem zu fragen, wenn sie immer dem Stern gefolgt wären.“

Jesus: „Meine Tochter, frage nicht so viel. Nimm dir zum Vorbild Meine Diener, die Heiligen Drei Könige. Die sind auch auf die Suche gegangen, und Ich habe ihnen immer durch den Stern den rechten Weg gezeigt. Als sie sich aber befragen wollten bei der Obrigkeit, sagt die Schrift, sahen sie den Stern nicht mehr, weil sie Mich bei Menschen suchen wollten. Sobald sie aber die Stadt verließen, ging der Stern wieder vor ihnen her.

Sie hätten es nicht nötig gehabt, in Jerusalem zu fragen, wenn sie immer dem Stern gefolgt wären. So mußt du es machen. Laß dich nicht irreführen durch andere Menschen, auch nicht durch die Obrigkeit. Du hast ja auch einen Stern, das ist der Glaube, wenn er bisweilen sich auch verdunkelt, der dir immer zeigt, daß du auf dem rechten Wege bist. Weißt du nicht, wie Ich Meinen Dienern sagen ließ durch einen Engel: ,Kehrt auf einem anderen Weg zurück!‘ So sage Ich auch euch.“

731 Brief Barbara an Beichtvater vom 6. Jan. 1906

„Hochwürdigster Herr Bischof! Hochwürdigster Herr Beichtvater! Nach der Unterredung mit Ihnen vor einigen Wochen, wo Sie mir sagten, Ihren Namen als Bischof wegzulassen in meinen Briefen, teilte mir Tags darauf der Herr nach der heiligen Kommunion mit, es sei nicht der Wille Gottes, daß Sie sich so aus der Sache ziehen. Er offenbare Sich mir, um den noch gläubigen Christen Mut und Vertrauen einzuflößen in diesen gefährlichen Zeiten, und fordere Seine Diener auf, die Schätze Seiner Liebe und Barmherzigkeit in reichstem Maße den Menschen zuströmen zu lassen. Im sechzehnten Jahrhundert habe Er durch eine arme Klosterfrau die Christen zur Verehrung Seines heiligsten Herzens hingewiesen und große Verheißungen denjenigen gegeben, die Sein heiligstes Herz verehren. Jetzt aber sei die Zeit gekommen, wo Er Seine Diener aufmerksam machen wolle, hineinzugreifen und mit vollen Händen die Schätze Seiner Liebe auszuteilen unter das gläubige Volk. Noch nie sei unsere heilige katholische Kirche so bedrängt gewesen, weil der Kampf die ganze Welt umfasse. Der gefährlichste Feind jedoch sei im eigenen Lager. So viele seien nur noch reine Namenschristen und durch dieses böse Beispiel greife die Lauheit der großen Masse immer weiter und weiter um sich. In dieser äußersten Bedrängnis wolle Er Seine treuen Kinder trösten.

Durch die Unterredungen nach der heiligen Kommunion wolle Er zeigen, daß die Lehre von dem Allerheiligsten Altarsakrament auch eine lebendige Tatsache sei, und daß Er zu uns komme mit Geist und Leben und Sich um unsere Bedürfnisse kümmere, und daß Er in dem Leiden, das Er mir gab, öffentlich durch mich gesprochen, solle das Zeichen sein, daß es in die Öffentlichkeit dringen soll. Wohl habe Er Seiner Kirche die Verheißung gegeben, daß die Pforten der Hölle sie nicht überwältigen werden, aber diese Nichtüberwältigung binde Er an die Kämpfe Seiner Kinder. Er stehe ihnen bei in Rat und Tat, aber sie müßten den Kampf durchführen, wie auch Er unter dem allerschwersten Kampf die Welt habe erlösen wollen. Der Herr sagte auch einmal: ,Ich habe dir vor einem Jahrzehnt mitgeteilt, daß die Vertreter der Völker auf dem Karren der Gottlosigkeit sitzen, und daß Meine Diener von diesem Karren der Gottlosigkeit sollen verdrängt werden.‘

Damals verstand ich diese Worte nicht. Jetzt aber, wo sie in Erfüllung gehen, verstehe ich sie. Der Karren, in dem die Vertreter der Völker sitzen, ist der Unglaube, der sich nun auch durch die gottentfremdeten Schulen der unteren Klassen und der breiten Masse der Völker mitgeteilt hat. Und von dem Karren der Gottlosigkeit sollen Seine Diener verdrängt werden. Damit wollte der Herr gewiß uns vorbereiten auf die Tatsachen, daß die Rechte der katholischen Kirche von den Regierungen nicht mehr geschützt, sondern überall unterdrückt werden. Und wenn diese Zeit gekommen sei, dann sollten Seine Diener, die Bischöfe, hintreten vor die Großen der Erde und ihnen sagen, daß mit dem Sturz der Altäre auch der Sturz der Throne folgen werde!

,Nicht umsonst gab Ich dir zwei Freundinnen bei, die Meine Worte aufschreiben, weil Ich sie nicht umsonst sprechen wollte.‘

Ferner: Vor zwanzig Jahren zeigte mir der Herr die große Zerklüftung der Völker, wie sie sich jetzt gestaltet. Er zeigte mir auf geheimnisvolle Weise die ganze lebende Menschheit sich in zwei Klassen teilen. Der größte Teil ging gegen Christus und entfernte sich immer weiter von Ihm. Dabei sah ich viele Kinder, die sich gegen Christus wandten und spottweise die Zunge nach Ihm ausstreckten. Der kleine Teil der Menschheit schloß sich immer enger an Christus an. Ich sah Ihn in ihrer Mitte, fortwährend beschäftigt, sie zu trösten und zu ermutigen. Dann wandte der Herr Sich zu mir und sagte: ,Meine Tochter, willst du Mir nicht Sühne leisten für jene, die Mich verlassen und Meiner Liebe nur spotten? Siehe, jene sind auch Meine Kinder!‘

In der Heiligen Nacht 1900 zeigte mir der Herr wieder die heilige katholische Kirche, und zwar in Gestalt eines neugeborenen Kindes, das die liebe Mutter Gottes unter Ihrem Mantel verbarg. Über Ihrem Haupte schwebte der heilige Erzengel Michael mit einem gezückten Schwert. Es wurde mir mitgeteilt, das kleine Kind bedeute das kleine Häuflein der wahren Katholiken, die unter dem Schutz Seiner heiligen Mutter sich gestellt und deswegen von dem Zeitgeist unberührt bleiben.

Weihnachten 1901 zeigte mir der Herr den traurigen Zustand, in den Seine Kirche gegen Ende des Jahres 1902 eintreten werde. Auch erteilte Er Ratschläge für die Priester und gab mir den Auftrag, an die Bischöfe zu schreiben und zum Gebete aufzufordern, was durch die Information auch geschah. Man hat damals gespottet, die Prophezeiung sei unecht gewesen, und doch hat sie sich, wenn auch nicht in Deutschland, in Frankreich buchstäblich erfüllt. Nach den Mitteilungen der letzten Zeit verlangt der Herr aber, daß Seine Worte an die französische Geistlichkeit gelangen. Durch sie wolle Er feurige Männer erwecken, die mit glühendem Eifer die Rechte der Kirche verteidigen, und Deutschland soll sich vereinigen im Gebete mit der Kirche Frankreichs und den Himmel bestürmen. Und wenn dies geschähe, verspreche Er uns bis zum Jahre 1908, wo wir unseren zweiten Pilgerzug nach Lourdes machen werden, daß sich viele deutsche und französische Priester anschließen, um Seiner heiligen Mutter ihre Danksagung darzubringen für die zu siegen beginnende Kirche. Diese Worte habe ich meinem hochwürdigen Herrn Seelenführer geschrieben, erhielt aber die Antwort zurück: „Um diese Worte nach Frankreich gelangen zu lassen, bedarf es der Einwilligung des hochwürdigsten Herrn Bischofs von Mainz.“

Oft und auch heute wieder sage ich zum Herrn: ,Warum, o Herr, hast Du das letzte Deiner Geschöpfe erwählt, um durch sie Deine Güte und Barmherzigkeit auszugießen? Siehe, daß es meine Vorgesetzten nicht glauben können, daran ist nur meine Unwürdigkeit schuld.‘ Aber wenn ich die Ursachen in Betracht ziehe, weswegen man annehmen kann, daß der Herr Sich offenbart, nämlich um das laue Christenleben wieder umzugestalten, dann tröste ich mich wieder, daß ich so den Willen Gottes erfülle. Wir haben einen Postbeamten aus N. in Logie, der als Soldat in D. gedient. Vor einiger Zeit erzählte er, daß, wenn die Soldaten ihre Osterbeicht verrichtet hätten, seien sie morgens, und zwar sämtlich Katholiken, hingesessen, ihr Frühstück einzunehmen, und dann gingen sie in die Kirche kommunizieren. Er allein habe sich nicht dazu bewegen lassen, sei aber dafür die Zielscheibe des Spottes und der Lächerlichkeit geworden.

Meine verheiratete Schwester hier hatte einen Waisenknaben erzogen, der seine Militärzeit in O. zubringt. Die Weihnachtstage war er hier und erzählte, daß alle drei Wochen das Militär einen Vortrag hätte, wo den Katholiken ihre Pflichten dargelegt werden. Trotzdem hätten sämtliche katholische Soldaten bei Verrichtung der Advents-Kommunion vorher ihren Kaffee mit Brötchen eingenommen und nachher kommuniziert. Ein Knabe, der als Student in das Ostergymnasium geht, kam vor einigen Monaten nach Hause und sagte: ,Mutter, was meinst du, unser Professor sagte heute, die Lehre vom Schutzengel sei ein Märchen. Man solle dies nicht glauben, daß kleine Kinder vom Schutzengel beschützt seien, wenn sie fallen. Kinder hätten biegsame Knochen.‘ Wo bleibt da ein anderer Ausweg für uns Katholiken als die Hilfe von oben! Warum sollte da der Herr sich nicht mitteilen, wo alles im Strudel des Zeitgeistes unterzugehen scheint. Man sagt mir, wenn Gott es ist, wird Er Sich auch durchsetzen. Daß Er sich durchsetzt, habe ich schon mehrmals die Überzeugung gewonnen. Aber diejenigen, die Ihm hinderlich im Wege standen, mußten es hart fühlen.

Was haben wir Böses getan, meine zwei Freundinnen und ich, daß man uns verbietet, miteinander zu verkehren? Ist es ein Verbrechen, zu beten und ein zurückgezogenes Leben zu führen? Die eine meiner Freundinnen, Lieschen Feiler, hat ihr sämtliches Vermögen bis auf einige tausend Mark, die sie für Hausmiete braucht, den Missionaren geschenkt. Jetzt lebt sie, zweiundsiebzig Jahre alt, von Almosen. Fünf Geschwister meiner anderen Freundin stehen im Dienste der Kirche, N. und N., eine Schwester als Provinzial-Oberin in Amerika, eine in Holland, zwei in der Diözese Trier. Ich selbst war oft Augenzeuge, wie Luise hier und da forthelfen muß.

Bald ist es ein Harmonium für eine arme Missionskirche, da ein Speisekelch, dort ein Meßkelch. Ein Jesuitenpater, der als Missionspriester in Amerika wirkt und auch zur Familie gehört, wendet sich zeitlich an Luise mit der Bitte: Gut Hausmütterchen, brauche wieder so und so viel Allerlei. Und diese Seelen, die sich im Dienste Gottes ganz verzehren, aber weil sie Zeugnis ablegen für die Wahrheit, stößt man sie zurück, ja, man behandelt sie, wie man Verbrecher nicht behandeln würde. Und weil die Geistlichkeit so handelt, glauben die frommen Damen, ein gutes Werk zu tun, wenn sie über solche Personen allerlei Lügen verbreiten.

Dieses Geschriebene übergebe ich Ihnen als einen Protest, da meine beiden Freundinnen meinetwegen verfolgt werden.“

Barbara: Heute nach der heiligen Kommunion sprach der Herr Sich sehr tröstend aus für alle die mit Leiden heimgesuchten Seelen, indem Er mir den Auftrag gab, folgende Worte an alle Liebesbundmitglieder gelangen zu lassen:

Jesus: „Jedes Mitglied solle am Morgen die gute Meinung machen, sein von Gott ihm auferlegtes Kreuz mit Ergebung zu tragen in Vereinigung mit den Leiden Seiner heiligen Kirche. Mit dieser guten Meinung stelle man sich täglich unter das schwere Kreuz, das Seine heilige Kirche schleppe. Und je mehr sich unter dieses eucharistische Kreuz stellten, desto bälder und um so glänzender werde der Sieg der Kirche sein. Die Leiden, die Er jedem zugeschickt, zu vereinigen mit den Leiden Seiner Kirche, sei ein Akt der selbstlosesten Liebe zu Ihm und Seiner Kirche und man könne auf diesem Wege ein Märtyrer der Liebe werden.“

Barbara: Der Herr ist so liebevoll gegen uns, besonders gegen die, die sich Mühe geben, sich Seinem heiligen Willen in allen Vorkommnissen zu unterwerfen, daß ich nicht anstehe zu sagen: Auf diesem Wege kann jeder von uns, sei er reich oder arm, ein heiliges Leben führen.

Als ich mich beklagte, daß, wenn man eine Legende aufschlage, man nur ganz selten die Lebensbeschreibung eines armen Menschen finde, immer hieße es da, dieser oder jener stammt aus vornehmer, adeliger oder fürstlicher Familie, sagte ich zum Herrn: „Ich kann dieses nicht ganz recht finden, daß sogar hier in deiner Kirche so viel Unterschied gemacht wird.“

Aber wie tröstete mich der Herr und wie geschickt weiß Er den Zweifel zu entfernen. Er sagte:

Jesus: „O wie viele Aloysiusse sind im Himmel aus der unteren Klasse von Menschen. Und erst wie viele heilige Agnesen gibt es dort. Damit du aber nicht urteilen kannst, als werde in Meiner Kirche auch ein Unterschied gemacht zwischen Reich und Arm, so will Ich dir darüber eine Erklärung machen. Siehe, die Armen sind lange nicht so vielen Gefahren ausgesetzt wie die Besitzenden. Wenn eine Seele gläubig fromm das Kreuz ihres armen Standes trägt aus Liebe zu Mir, kann sie eine große Heiligkeit erlangen. Viele Tugenden bringt ihr verachteter Stand schon mit. Ganz anders ist dies bei den mit Glücksgütern Gesegneten. Selten, ja nur ganz selten, bringt es der Mensch fertig, wenn er viele zeitliche Güter hat, sie zu verachten und sein Glück in Mir allein zu suchen. Da Er aber auch diese retten wollte für den Himmel, habe Er es angeordnet, daß viele von diesen in das Verzeichnis der Heiligen eingetragen werden, damit die anderen wieder auf diese Beispiele schauten.“

732 Brief Barbara an P. Ludwig vom 12. Jan. 1906

„Hochwürdiger Herr Pater Ludwig!

Ob gern oder ungern, ich muß mich in mein Schicksal, nämlich in den Vernichtungsplan meiner Vorgesetzten fügen. Durch die zwei großen Briefe, die ich an den hochwürdigsten Herrn Bischof gelangen ließ, habe ich ihm so zugesprochen, doch zu achten auf die Lebensweise derjenigen, die von der Geistlichkeit der Stadt Mainz schon seit langen Jahren so verfolgt werden und uns doch so viel Recht zu verschaffen, daß wir wie früher miteinander verkehren dürften. Aber alles ist vergebens. Jeden Samstag wird mir gesagt: ,Folgen Sie mir, ich nehme alles auf mich, und sollte ich irren, so irren Sie doch nicht, wenn Sie folgen, und gehen Sie jetzt den gewöhnlichen Weg. Nur unterlassen Sie Ihre Gebete nicht.‘

Dabei fahren die anderen hochwürdigen Herren N.N. und ganz besonders Pater N., tüchtig auf, der am Sonntag früh tüchtig räsoniert in der dritten Ordensversammlung und vor den Leuten uns recht spöttisch hingestellt hat, indem er vorbrachte, man dürfe ja keine Schriften lesen, auch wenn sie Auszüge aus den Evangelien seien, in denen zwar viel von der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft enthalten sei, dieses brauche man durchaus nicht zu wissen und solche Schriften gehörten auch zu denen von der Kirche verbotenen und würden nicht genehmigt. Alle Leute wußten, wem diese Predigt wieder galt, und die spöttischen Blicke waren auf die Babett gerichtet.

Herr B. hat die Schriften zu untersuchen. Er tut dieses aber nur, um seinen Spott darüber auszulassen. So sagte er unter anderem bei Damen, die ohnedies einen neuen Stoff suchen, ihren Spott zu befriedigen: ,Es ist zum Totlachen, daß der Heiland dem Mariechen einen herzlichen Gruß sagen läßt.‘ Herr B. meint damit meine Nichte. O wenn dies arme Ding nur so etwas nicht erfährt. Der Glaube muß ja im Grunde der Seele erschüttert werden. Ich kann den Spott nicht all aufs Papier bringen; es ist auch nicht erbauend.

Herr N. sagte in der Predigt: ,Wenn es besser werden soll in unserer Stadt, muß Einigkeit sein unter den Gläubigen. Das Streben einiger frommen Seelen nützt da nichts. Diese müssen zur Gesamtheit stehen. Noe war mit seiner Familie auch fromm, und doch konnte er die Welt nicht retten vor der Sündflut. Ebenso Lot, der auch gerecht war, und Gott schonte seinetwegen Sodom und Gomorrha nicht.‘ Zu einigen, die zu ihm kamen, sagte er: ,Bleiben Sie mir von diesen gefährlichen Personen, Frl. Hannappel und dieser Babett, weg, denn durch diese kommt es noch zu einer Glaubensspaltung usw.‘ Zwar sagte mir der hochwürdigste Herr Bischof auf meinen letzten Brief: ,Wenn Sie etwas erfahren oder haben, was ich wissen muß, dürfen Sie mir es schreiben. Schreiben Sie aber dann an den Bischof, nicht an den Beichtvater, damit ich es auch verwerten kann.‘

Aber dabei bleibt es, daß ich bei meinen zwei Freundinnen nichts mehr reden soll von übernatürlichen Dingen. Ich soll und muß ihm selbst schreiben, was mir vorkommt. Man will uns auseinanderreißen, und da werden alle Mittel versucht. Unter dieser fortwährenden geistigen Marter bin ich aber jetzt zerquetscht. Mein ganzes Gemüt leidet so sehr, daß ich alle Fassung verliere. Meine Überzeugung wird durch diesen beständigen Spott der Priester so zertreten, daß mein heiliger Glaube verdunkelt. Ich habe ja gar keinen Anhaltspunkt mehr dadurch, daß man sagt: ,Dieser Weg führe zu einem Schisma.‘ Seit Sonntag kann ich nicht mehr. Mein ganzes Gemüt ist krank.“

733 Fest des heiligsten Namens Jesu 1906

Barbara: Wie mir scheint, wollte der Herr mich vorbereiten auf diese harte Prüfung. Als ich die heilige Kommunion empfing und zurückgehen wollte, begleiteten mich zwei Gestalten mit brennenden Kerzen, so daß ich, als ich niederkniete, meine Aufmerksamkeit auf sie richtete. Beide waren in heiligem Ernst versenkt, still anbetend rechts und links, meinem Geistesauge lange sichtbar. Der eine war aber viel feiner, vornehmer in seiner ganzen Haltung als der andere. Seine Gewänder funkelten wie von Edelsteinen durchwoben. Seine ganze Gestalt war unvergleichlich schön, viel majestätischer als der andere. Der andere hatte dasselbe Licht wie der auf meiner linken Seite, aber sein Glanz war matter und seine ganze Haltung sowie seine Gewänder waren einfacher. Ich war wie von Himmelswonne erfüllt und dieses muß ein Augenblick jener Glückseligkeit gewesen sein, die wir alle einmal genießen sollen.

Dieses Wonnegefühl kam aber nicht von dem Anblick der Engel, wie ich nachher erfuhr, sondern der Herr, der bei mir eingekehrt war, bewirkte diese Wonne. Um acht Uhr, während des Hochamtes in meiner Pfarrkirche, erfuhr ich: Der herrliche Engel sei ein Seraph gewesen, der mir von Gott gegeben sei, um mir Kraft und Stärke zu bringen in den Leiden und Prüfungen, die ich zu erdulden hätte für den Herrn im Heiligsten Sakrament. Der andere sei mein Schutzengel gewesen, der bringe meine Gebete und guten Werke vor den Thron Gottes und überbringe mir dessen Willen. Wie jener aber an Glanz und Schönheit den Schutzengel übertroffen, so übertrifft das Verdienst, für den Herrn zu leiden, alle anderen Verdienste, die der Mensch durch Gebet und andere gute Werke verdienen könne.

Ferner wurde mir im Dom mitgeteilt:

Jesus: „Alle, die sich an dem Auftrage des Herrn beteiligen, die Schriften abschreiben und verbreiten und dadurch Anteil nehmen an der Schmach und Verachtung, die dir zuteil wird, nehmen auch Anteil an deinen Verdiensten und werden dafür im Himmel herrlich belohnt.“

Barbara: Die brennenden Kerzen der beiden Engel bedeuten das Licht des Glaubens. Aus einem tieflebendigen Glaubensleben heraus entspringen alle verdienstlichen Werke, die der Mensch verrichte. Er sei aber auch die Quelle, aus der der Mensch die Kraft schöpfe, für Jesus zu leiden.

734 Am 24. Januar 1906

„Auch wenn sie noch so viele Vereine gründen, um das Volk anzulocken und um sich zu scharen, es wird wenig nützen, solange sie den Geist von sich stoßen, der sich über sie ergießen wollte.“

Barbara: Am 23. und 24. Januar war im Kapuzinerkloster in Mainz eine Versammlung von Ordens- und Weltpriestern und deshalb war um sieben Uhr ein feierliches Levitenamt. Das Allerheiligste war in der Monstranz ausgesetzt. Ich hatte den ganzen Morgen schon innig zu dem Herrn gefleht, uns arme Würmlein nicht zu verlassen und mir den Unwillen und die Ungeduld zu verzeihen, die ich manchmal über diejenigen hatte, die mir mit ihrer ungläubigen Kritik den Glauben aus dem Herzen reißen wollten und flehte:

„O Herr, schaffe Frieden hier in der Stadt Mainz unter der geistlichen Obrigkeit, daß alle anerkennen müssen Deine Macht und Güte, die Sich offenbart in jedem Worte, das Du seither mit mir gesprochen hast. Denn solange jeder Priester glaubt, das Recht zu haben, seinen Unmut auszulassen von der Kanzel herab, und bei jeder Gelegenheit die Leute zu warnen vor uns, den armen Opfern, kann von Frieden keine Rede sein. O Herr, verlaß Du mich nicht! Ich bringe Dir meine ganze Freiheit, meinen ganzen Willen und alles, was ich besitze, aufs neue zum Opfer dar.“

Als ich noch so flehte, hörte ich in mir eine Stimme:

Stimme: „Die Versammlung heute hält eine Beratung über das seraphische Liebeswerk ab, denn es soll auch nach Mainz ein Zweig dieses Werkes verpflanzt werden.“

Barbara: Bei diesen Worten ging aus der Monstranz eine solche Fülle von Strahlen aus und erstreckte sich über die ganze Stadt und einzelne Strahlen noch darüber hinaus wie eine Sonne. Ein Strahl fiel auf mich, und ich hatte eine unaussprechliche Freude. Dann sagte der Herr:

Jesus: „Ich habe euch schon längst euren Beruf vorgezeichnet. Tut, was Ich euch gesagt habe, und den Weg, den ihr seither gegangen seid, geht ruhig weiter. Ich habe euch angegeben, was Ich sonst noch von euch verlange und damit ist euer Opferleben eingeschlossen. Und frage nicht mehr hier in Mainz und hoffe nicht, daß es hier anders wird, denn hier sucht man auf anderem Wege das Glaubensleben zu erneuern als auf dem demütigen, eucharistischen Kreuzwege. Sie werden es fühlen müssen. Auch wenn sie noch so viele Vereine gründen, um das Volk anzulocken und um sich zu scharen, es wird wenig nützen, solange sie den Geist von sich stoßen, der sich über sie ergießen wollte.“

Barbara: Abends war dann eine Predigt über den Zweck des seraphischen Liebeswerkes, wo der Herr Prediger sagte, daß heute der Beschluß gefaßt worden sei, daß auch nach Mainz eine Verzweigung dieses Liebeswerkes verlegt werden soll, und daß heute bereits bestimmt worden sei, ein Lokal hier einzurichten. Nun verstand ich erst die große Freude des Herrn. Kinderseelen waren es, die Ihm diesen Ausstrahl der Freude hervorlockten, die gerettet werden sollen.

Jesus: „Im übrigen will Ich nicht, daß ihr, wenn ihr zusammenkommt, euch so viel unterhaltet über die Kritik eurer Vorgesetzten. Unterredet euch über die Güte Gottes zu den Menschen und leistet Ihm Abbitte und Sühne.“

Barbara: Vorher wußte aber von uns Laien niemand ein Wort von diesem Plan unserer Vorgesetzten. Also wollte der liebe Heiland mir wieder einen Beweis geben, daß Er es ist, Der mit mir redet.

735 Fest Mariä Lichtmeß am 2. Februar 1906

„Denn seinen Nächsten um der göttlichen Gnade willen zu beneiden, ist eine Sünde gegen den Heiligen Geist.“

Heute, am Feste Mariä Lichtmeß, zugleich auch Herz-Jesu-Freitag, hatte ich wieder eine große Freude nach der heiligen Kommunion. Stundenlang dauerte die innigste Vereinigung des Herrn mit meiner Seele. Alle Sinne meines Leibes ruhten in Ihm und ich konnte nicht genug die Güte Gottes bewundern gegen ein so armseliges Geschöpf, wie ich es tatsächlich bin. Ich bat den Herrn für alle, die sich durch mich an Ihn wenden wollten und denen ich jetzt keine Antwort mehr erwirken darf, doch so im Glauben zu bestärken, daß keine einzige Seele wankend werde und fragte:

Barbara: „O Herr, soll denn dieses jetzt so bleiben?“

Jesus: „Der Kampf hört nicht auf, aber er dient nur zu eurem Besten. Habt ihr auch nur Gegner hier in Mainz, so wißt ihr doch, daß Mein Weg kein anderer war. Verlangt also kein anderes Wunder als das, welches Ich Meinem Diener Paulus versprach, als er Mich anflehte, den Stachel des Fleisches wegzunehmen: Genügt dir Meine Gnade nicht? Die Beharrlichkeit ist eine weit größere Gnade, den Kampf gut zu vollenden, als denselben zu beseitigen.

Siehe, heute fing der Kampf Meiner heiligen Mutter an, als der greise Simeon Ihr sagte: ‚Ein Schwert wird Deine Seele durchdringen!‘ Und er dauerte bis zu Ihrem Tode. In euch will Ich das Leben Meiner Kirche versinnbilden. Darum nicht müde werden, ein Opfer- und Sühnungsleben zu führen. Dem Bischof von Mainz aber kannst du sagen, daß Ich kein Wohlgefallen habe an dem Verfahren einiger Priester hier in der Stadt. Unter guten Christen, die treu zu ihrer heiligen Kirche stehen und dazu noch alle nach höherer Vollkommenheit streben, wie Priester, Ordensleute und nach Frömmigkeit strebende in der Welt lebenden Christen, brauche man keine Polizei-Kommission. Solche Priester, ja noch mehr solche Ordensleute, nötigten Ihn ja, ihnen die Gnade innerer Erleuchtung zu entziehen, weil sie die kostbare Zeit, die Er ihnen gegeben, statt sich im Gebet und Betrachtung mit Gott zu unterreden, stundenlang zu Personen setzen, die mit Polizeiaugen nur andere ihresgleichen beobachten, um sie bei solchen Priestern zu verdächtigen.

Daher kommt es, daß man sich erlaubt, unter guten Vorwänden seine Voreingenommenheit auszulassen, bei jeder Gelegenheit, anstatt Frieden nur üble Nachreden und Verleumdungen zwischen gläubigen Christen herbeizuführen und zu unterhalten. Ich sage es noch einmal, daß Ich keine Freude habe an solchen, und daß sie Mich nötigen, ihnen das Licht des guten Beispiels zu entziehen. Daher ist so viel Unfriede zwischen Personen, die mit ihnen zusammenleben müssen. Und wie viele Sünden werden dadurch erst begangen gegen die christliche Nächstenliebe; denn seinen Nächsten um der göttlichen Gnade willen zu beneiden, ist eine Sünde gegen den Heiligen Geist. Und woher kommt es, daß man so viel Spott und Unrecht sich erlaubt gegen diejenigen, die etwas tiefgläubiger ihren Weg eingeschlagen haben? Woher anders, als weil der Neid das Herz angefressen hat, und durch das Vorgehen der geistlichen Obrigkeit hält man in dieser Stadt den geistlichen Neid nicht einmal für eine Sünde.

Unter Meiner Gewalt werden die Gewissen nicht geknechtet. Wie ertrug Ich die Fehler Meiner Apostel. Niemals gebot Ich diesen, den Weg zu gehen, den jener Meiner Apostel ging. In ihrem Gewissen ließ Ich jedem vollkommene Freiheit. Zu jedem aber, der zu Mir kam in guter Absicht, konnte Ich sagen: Folge Mir nach! Würden Meine Diener diese Lehre recht zu Herzen nehmen, nämlich daß jeder von ihnen, ein anderer Christus sein müsse, dann würde man hier ganz anders handeln. Sie verlangen zur Bekräftigung, daß Mein Geist dich leite, ein Wunder und sagen: ‚Ihre Schriften enthalten weiter nichts als Auszüge aus den Evangelien.‘ Wohlan, wenn dem so ist. Ist es kein größeres Wunder als Kranke heilen, wenn Ich durch ein so armseliges ungelehrtes Geschöpf das Evangelium erkläre, während ihr Priester euch durch jahrelanges Studium darauf vorbereiten müßt?

Ich bin es, der dich unter die Leitung dieses Beichtvaters gestellt, und er hat gut gehandelt, daß er dir gebot, deine inneren Vorgänge selbst aufzuschreiben. Jetzt kann er auch die Vorurteile bekämpfen, die heute noch unter den Priestern dieser Stadt festgehalten werden, das Ganze sei nur ein Machwerk von Luise.“

Barbara: Als ich nach St. Quintin in die Zehn-Uhr-Messe kam, bat ich gar inständig die liebe Mutter Gottes, Ihren lieben Sohn zu bitten, Er wolle nicht verlangen, an meinen Bischof zu schreiben oder darüber mit ihm zu sprechen. Zu gleicher Zeit wandte ich mich mit dieser Bitte an den lieben Heiland und bat ihn, mir diese Erleuchtung wegzunehmen. Statt meine Bitte zu erfüllen, sagte Er:

Jesus: „Gehe und schreibe, wie Ich dir in die Feder diktiere: ‚Hochwürdigster Herr Seelenführer! Ich will Ihnen die Worte erst zuschicken, und erst, wenn Sie es für gut halten, schicken Sie die Abschrift an N. zurück, damit ich es an Hochwürdigsten Herrn Bischof gelangen lasse.‘“

736 Nochmals am 2. Februar 1906

„Die durch ihren modernen Glauben, den sie aus der modernen Wissenschaft hineinpflanzen wollen in Meine Kirche, alles vergiften wollen.“

Barbara: Weihnachten schickte meine Schwägerin durch Mariechen, wie alljährlich, ein Almosen ins Kapuzinerkloster. Weil aber Pater N. die letzte Untersuchung anzettelte und am meisten über mich und Frl. Hannappel schimpfte, sagte meine Schwägerin: „Du läßt Pater N. rufen und gibst das Geld ihm in die Hand.“ Damit wollte meine Schwägerin einen heroischen Akt der Feindesliebe üben. Pater N. tat dann auch, als sei er der beste Freund, und gab Mariechen ein Buch zum Durchlesen. Es war das Leben der heiligen Franziska Romana. Am Freitag trug Mariechen das Buch zurück und ließ wieder Pater N. rufen und sagte:

Mariechen: „Herr Pater, wir haben das Buch mit großem Interesse gelesen, weil in dieser Frau der liebe Gott so ganz ähnlich gewirkt hat wie bei meiner Tante.“

Pater N. spöttisch: „Ei der Tausend, das glaube ich aber nicht, aber komm, wir wollen darüber uns einmal besprechen.“

Barbara: Jetzt fing er an, das Mädchen so zu bearbeiten, daß man solche Dinge durchaus nicht glauben dürfe.

Pater N.: „Ihre Tante ist eine fanatische Person, ebenso Frl. Hannappel. Wer gab denn die Erlaubnis, solche Schriften zu verbreiten?“

Mariechen: „Der Bischof Haffner.“

Pater N.: „So, und wie mag Ihre Tante glauben, ein Priester, der in Aachen steht und sie in Mainz, sie also gar nicht kennt, könne sie leiten? Wir Geistlichen in Mainz nehmen an, daß dies nur das Machwerk von Frl. Hannappel ist und daß diese ihren Bruder, Pater Ludwig, mit hineingezogen hat.“

Mariechen: „Da sind Sie aber irre. Warum seid Ihr denn nicht hingegangen und habt Euch überzeugt, Ihr Mainzer Priester? Pater Ludwig ging mehrere Male dazu, wenn Tante das Leiden hatte. Darum glaubte er, weil er sich überzeugt hat und hatte keine Vorurteile.“

Barbara: Als der Pater bemerkte, daß Mariechen feststehe, fing er an, alle möglichen Beweise zu bringen, daß alles natürlich sei und daß die heutige Wissenschaft alles aufkläre. Was man früher für Wunder, Ekstase und dergleichen gehalten habe, sei jetzt aufgeklärt. Der Spiritismus, Magnetismus und dergleichen wirke ja auch Wunder, das seien ja auch teuflische Einflüsse. Die Sachen gehen jetzt alle nicht mehr. Man ist sogar daran festzustellen, daß, wenn die Seele auf eine Zeitlang den Leib verläßt, dies auch natürlich zu erklären sei; nur seien die Gelehrten noch nicht ganz einig.

Kurz und gut, an jenem Abend kam ich heim, und beide, meine Schwägerin und Mariechen, saßen ganz betrübt beisammen und Mariechen sagte:

Mariechen: „O liebe Tante, wäre ich doch nicht bei diesem Pater gewesen. Ich wußte nicht, daß auch Priester und Ordensgeistliche so ungläubig sind. Pater N. ist durch und durch liberal. Der spricht ganz dasselbe wie die modernen Ungläubigen.“

Barbara: Gestern nach der heiligen Kommunion bekam ich aber einen großen Trost für den großen Seelenschmerz, den wir Tag für Tag durchzumachen haben, denn es ist leicht zu durchschauen, was man hier will mit all den Bindemitteln. Man will mich, ohne daß ich es merken soll, ausschälen, alles abschneiden. Dann, hofft man, zerfällt alles in Trümmer. Der Herr würdigte Sich, mich an Seinem Herzen ruhen zu lassen. Ich konnte hineinschauen in die Wunde Seines Herzens und vergaß alles Weh und Leid. Ich bat und flehte, Sich doch unser zu erbarmen und nicht zuzulassen, daß diejenigen, die meinetwegen so viel verachtet und verspottet werden, von mir auch nicht getäuscht seien, wenn wir vor Ihm einmal erscheinen müssen in der Ewigkeit. Verzeihe, o Herr, meine Fehler und laß uns von unseren Feinden nicht zuschanden werden.

Da ward der Herr sehr traurig und gab mir ein Zeichen, auf die Stelle Seiner Herzenswunde zu schauen. Aber wie erstaunte ich, als neben dieser Wunde eine zweite tiefe Wunde zu sehen war, die ganz frisch blutend war, wie wenn ein Dolchstoß in diesem Augenblick diese Wunde erst geschlagen hätte.

„O Herr, was bedeutet diese neue Wunde in Deinem Herzen?“

Jesus: „Diese Wunde schlagen Mir Meine Diener, diejenigen, die durch ihren modernen Glauben, den sie aus der modernen Wissenschaft hineinpflanzen wollen in Meine Kirche, alles vergiften wollen, was bisher Meinen treuen Kindern heilig war. Darum verlange Ich von dir und allen, die glauben, daß Ich mit dir rede, Mir Sühne zu leisten. Je mehr man Mich in euch verspottet, desto freudiger sollt ihr Mir dienen, weil dieses für euch der Beweis ist, daß ihr auf dem Wege wandelt, den Ich gegangen bin auf Erden. Und wer waren diejenigen, die Meiner spotteten? Die Schriftgelehrten, die Lehrer des Volkes. Darum wundert euch nicht und wenn es bis an euer Lebensende dauern sollte. Nicht durch fein ausgedachte Predigten, nicht die Wissenschaft der Gelehrten, sondern die verachteten, verschmähten Seelen, die Meine Wege gehen, die Demütigung und das Kreuz nicht fürchten, sind es, an denen Ich noch Meine Freude finde.

Darum brauchst du N. nicht zu bedauern, daß er so hingeopfert ist. Ich will, daß der kindliche Glaube wie von jeher Meiner Kirche erhalten bleibe. Und dazu habe Ich N. ausersehen. Ich habe es zugelassen, daß er vor der Zeit gebrochen ist, weil seine Erscheinung für seine Mitbrüder eine fortwährende Predigt sein soll, weil sein kindlicher Glaube eine Zielscheibe des Spottes für den modernen Glauben geworden ist. Dafür soll er belohnt werden. Denn wie unter tausend Priestern, auch wenn sie sonst Seeleneifer haben, kaum einer zu finden ist, der auf diese Weise eine Demütigung ertragen wollte, so soll Pater Ludwig unter tausend seiner Zeitgenossen den Vorrang besitzen in der Ewigkeit, weil er gerade für diesen kindlichen Glauben vieles leidet, soll er einen herrlichen Lohn empfangen. Ihr aber, Meine Kinder, stehet fest im Glauben und laßt euch nicht sieben. Es schlägt die Stunde der Vergeltung.“

Barbara: Am Samstag bekam ich vom hochwürdigsten Herrn Bischof den Auftrag, nur ja auf die innere Stimme zu hören.

737 Am 5. und 7. Februar 1906

Am Montag, dem 5. Februar, teilte mir der Herr mit:

Jesus: „Ich bin die Blume des Feldes. Und Ich will die Blume des Feldes sein, damit Mich pflücken kann, wer nach Mir verlangt. Ich will nicht stehen in einem umzäunten Garten, denn dort kann der Eigentümer des Gartens Mich pflücken lassen, von wem er will.“

Barbara: Am Mittwoch, dem 7. Februar, wohnte ich in St. Quintin einem Amt bei, welches zu Ehren des heiligen Josef dort gehalten wird. Bei der Opferung – ich hatte mich vorher sehr inständig an den Herrn gewandt, mich doch ein Strählchen von der Glorie schauen zu lassen, womit Er, wie ich gewiß hoffte, Seine treue Braut N. belohnt habe – brachte ich dem Herrn die Verdienste Seines Leidens, Seiner heiligen Mutter und des heiligen Josefs Leiden dar.

Indem ich dem Herrn dankte für alle Gnaden, womit Er Schwester N. überhäuft hatte ihr ganzes Leben lang, brachte ich Ihm aber auch ihre Verdienste, die sie sich durch treue Mitwirkung erworben, vereinigt mit dem Priester, der das Opfer auf dem Altare darbrachte, zu einem Ihm wohlgefälligen Opfer dar.

An den Stufen des Altares sah ich nun auf einmal Schwester N. Sie war so herrlich gekleidet, zwar war das Gewand so ähnlich wie das einer Ordensfrau, aber die Farbe war eine ganz andere. Sie war anzuschauen so lieblich und doch so majestätisch, daß ich dafür keinen Ausdruck fand. Ihr Mantel hatte einen Schimmer, der ins Grüne fiel, und ganz von funkelnden Edelsteinen besetzt war. Der Herr teilte mir mit, daß diese Seine geliebte Braut die Zeit ihres Lebens abgekürzt habe durch ihr großes Verlangen und die feurigen Liebesseufzer, die sie beständig bei Tag und Nacht zu Ihm abgeschickt habe. Sie habe Ihn gleichsam genötigt, sie hinwegzunehmen.

Wenn ich nicht irre, kommt nach ihr P. Ludwig und dann die Schwester N. Sie wandte sich an mich und sagte:

Schwester N. (†): „Sage meiner Schwester L., sie möge keinen Tag vorübergehen lassen, wo sie nicht auf den Knien Gott gedankt habe, daß Er uns Gelegenheit zu Verdemütigungen gegeben hätte. Durch die Verdemütigungen, die mir zuteil geworden, habe ich mehr verdient als durch mein ganzes Ordensleben. Durch Verdemütigungen können wir Jesus Christus am ähnlichsten werden, weil Er Sich für uns so tief verdemütigen ließ, daß Er am Kreuze habe sterben wollen.“

Barbara: Sie munterte mich auf zur Beharrlichkeit und verschwand. Als ich zu mir kam, war der Priester schon vom Altare weg. Ich sah, wie Vater und Mutter von Schwester N. freudestrahlend ihr entgegenkamen und eine lange Reihe längst Verstorbener folgte diesen beiden weit zurück, aber alle zählten zur Familie. Es war wie eine lichte Straße von lauter Gold, bis zurück in die Vergangenheit. Sie alle nahmen Anteil an der Glückseligkeit ihrer Verwandten, Schwester N. Aber merkwürdig ist, es war die Straße, wie mir mitgeteilt wurde, die Stammlinie der Familie. Alle die Seligen zogen nacheinander auf der rechten Seite hin, und die andere Seite blieb leer. Die darauf gehen sollten, waren abgewichen und hatten einen ganz falschen Weg eingeschlagen. Es wurde mir mitgeteilt: „Ein Zweig dieser Familie hat sich dem Protestantismus zugewandt.“ Eben fragte ich, ob sie denn jemand in ihrer Verwandtschaft hätte, der nicht katholisch sei.“ „Ja“, sagte sie, „da haben wir alle wieder einen sicheren Beweis der Echtheit der Mitteilungen.“

738 Beerdigung am 8. Februar 1906

„Geist und Herz nie ans Irdische hängen, den Blick jederzeit nach dem Ewigen, unserer wahren Heimat, gerichtet halten.“

Barbara: Das Söhnchen meines Bruders in Aschaffenburg wurde heute beerdigt. Das Kind war siebeneinhalb Jahre alt und sechs Jahre krank und hatte entsetzlich vieles gelitten. Sein ganzer Leib war nur eine Wunde, die beständig eiterte. Bei Einsegnung seiner Leiche im Leichenhause erschien der Knabe oberhalb seiner Bahre, aber nicht im Glanze seiner Glorie, nur im einfachen weißen Gewande, aber ich erkannte, daß er noch nicht zur Anschauung Gottes gelangt sei.

Tags darauf, es war ein Freitag, war ein Engelamt für den Knaben. Bei der Opferung erschien eine kleine Schar hellglänzender Gestalten und in ihrer Mitte der kleine Alfons, so hieß der Knabe. Sie bildeten gleichsam Spalier um die Altarstufen, und es war eine Lust, dieses zu sehen. Ich war so von Glückseligkeit überwältigt, daß es mir schien, als ob ich in himmlische Räume versetzt sei. O ein Augenblick dieser Glückseligkeit wiegt alle Leiden unseres ganzen Erdenlebens auf. Vom Altare her kamen zwei Engel und brachten eine herrliche Krone, und unter Zeichen großer Freude der übrigen setzten die beiden Engel dem kleinen Alfons die Krone auf. Es waren dies lauter verwandte Kinder, die gekommen waren, unter großem Jubel den neuen Ankömmling zu beglückwünschen.

Die Tochter meines Bruders Valentin, die ich erzogen hatte und die im achten Lebensjahr gestorben war, kam zu mir und sagte:

Anna (†): „Liebe Tante! Wir sind glücklich, wir Kinder, die wir schon jetzt zur Anschauung eines so guten Gottes gelangt sind, bevor der giftige Hauch des Weltgeistes unsere Seele berührt hatte und der Abglanz des Geistes Gottes noch ungetrübt auf unseren Seelen strahlte. Dafür loben und preisen wir Ihn jetzt immer und ewig und sagen Ihm Dank.“

Barbara: Auf einmal schellt es zur heiligen Wandlung, und wie im Zauberschlag war meine Nichte Anna und der kleine Alfons da, der sich zwischen seine Eltern gestellt hatte, und, wie um sie zu trösten, sich bald rechts zum Vater, dann wieder nach links zu seiner weinenden Mutter neigte, enthuschten beide; und als ich anbetend bei der heiligen Wandlung in die von dem Priester soeben erhobene heilige Hostie blicken wollte, sah ich die Kinder, die in die Reihe der anderen wieder zurückgekehrt, auf dem Angesichte in heiliger Ehrfurcht liegen. Nach der heiligen Wandlung bis zur Kommunion des Priesters blieben die Kinder in dieser ehrfurchtsvollen Stellung. Dann kehrten beide zurück.

Anna (†): „Auch Ihr, liebe Tante, seid glücklich und könnt euch nur freuen auf euren Heimgang. Nur müßt Ihr nach eurem heiligen Glauben auch leben und den Geist und Herz nie ans Irdische hängen, den Blick jederzeit nach dem Ewigen, unserer wahren Heimat, gerichtet halten. Für die Sünden, die ihr zu begehen das Unglück gehabt habt, müßt Ihr freilich büßen. Daher die vielen Leiden, womit der Lebensweg derjenigen bestreut ist, die – von Gott vorgezeichnet – einen längeren Lebensweg zu durchleben haben. Sag meiner Mutter, wenn du zurück nach Mainz kommst, wie glücklich ich bin, und daß ich es bin, die Maria, meiner lieben Schwester, diesen Lebensberuf erbeten habe. Sie möge nur recht beharrlich auf demselben vorwärtsschreiten. Sage ihnen, daß kein Verlangen gedacht werden könne als das, welches die Seligen nach ihren lieben Angehörigen haben, um auch sie um und bei sich zu sehen, weil kein Glück auf der Welt mit dieser Glückseligkeit könnte verglichen werden.“

Barbara: Ich empfahl nun den glücklichen Kindern noch die Angehörigen jeder einzelnen Familie und daß keines auf Abwege gerate, Josef und Willy, daß der liebe Gott die Opfer derjenigen, die das Geld für das Studium hergeben, segnen und auch annehmen wolle, und ich wurde sehr getröstet ihretwegen. Ferner bat ich, mir von Gott eine Erleuchtung zu erbitten, ob es vielleicht besser sei, meine morgige Beicht hier zu verrichten. Ich erhielt die Weisung, nicht hier, sondern bei meinem Beichtvater dies zu tun. Niemals dürfe ich einer Unruhe nachgeben, die jedesmal auf mein Gemüt einstürme, sooft ich die Weisung von Gott erhielte, an den Bischof zu schreiben. Die Anregung sei vom lieben Gott, der sich in heutiger Zeit um so deutlicher Seinen Geschöpfen offenbaren wolle, je mehr alles Übernatürliche bekämpft und der Glaube all der guten Christen dadurch sehr abgeschwächt werde und unter lauen Christen immer mehr schwände.

Anna (†): „Darum, liebe Tante, wenn dein Gemüt beängstigt wird, dann wisse, daß dies immer der böse Feind ist, der dich gerne verwirren möchte.“

739 Am 12. und 13. Februar 1906

„Ihr aber sollt niemandem etwas nachtragen, sondern euch freuen