Kirche Weitental

†  Gott ist die Liebe - Er liebt dich  †
 Gott ist der beste und liebste Vater, immer bereit zu verzeihen, Er sehnt sich nach dir, wende dich an Ihn
nähere dich deinem Vater, der nichts als Liebe ist. Bei Ihm findest du wahren und echten Frieden, der alles Irdische überstrahlt

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Barbara Weigand

 

 
Offenbarungen an Barbara Weigand.
Das Leben und Wirken der Barbara Weigand von Schippach, das von tiefen mystischen Erfahrungen erfüllt war, gibt Zeugnis von einer schlichten Gottsucherin. Ihr schriftlicher Nachlaß, der in interessierten Kreisen unter dem Titel „Schippacher Schriften“ schon früher einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangte, ist eine Fundgrube für jeden, der nach spirituellen Werten tief christlicher Prägung sucht.
 
 
 

Offenbarungen an Barbara Weigand Band 5

Juli 1900 – April 1904

Nr. 362-617

 

Inhaltsverzeichnis

Begleitwort des Weihbischofs. 12

Einführung. 12

Entstehungsgeschichte der Aufzeichnungen. 17

362 Vigil vom Herz-Jesu-Fest 1900. 24

„Weil das ganze katholische Volk verdorben ist, weil weitaus die meisten Katholiken mehr jener Sekte zuneigen als zu Meiner Fahne.“ 24

363 Fest Sankt Peter und Paul 1900. 31

„Ich bin der Herr, dein Gott! Du sollst keine fremden Götter neben Mir haben!“ 31

364 Herz-Jesu-Freitag im Juli 1900. 38

„Leiden sind die besten Wohltaten, die Ich je einem Menschen erzeigen kann. Wäre es nicht wahr, dann wäre der Sohn Gottes nicht den königlichen Weg des Kreuzes gewandelt.“ 38

365 Tag nach Magdalena am 23. Juli 1900. 46

„Nein, Mein Christ, du hast keine Ausrede. Das Leiden ist immer versüßt mit Meiner Liebe. Probiert es nur, ihr Christen, ihr alle, probiert es nur!“ 46

366 Untersuchung Juli-August 1900. 55

„Will denn eine Braut mehr sein als der Bräutigam, willst du anders behandelt werden als Ich?  55

367 Oktav vom Fest Mariä Geburt 1900. 58

„Ihr sollt euch nicht mehr voneinander trennen, bis der Tod euch scheidet; denn einen dreifachen Stab kann man nicht leicht brechen.“ 58

368 Ende September 1900. 59

369 Fest des heiligen Franziskus von Assisi 1900. 59

370 Am 5. Oktober 1900. 60

371 Am 6. Oktober 1900. 60

„Sie sollen aber wissen, daß Ich Mir deswegen aus dem armen Arbeiterstand eine Seele erwählte, weil Ich das arme Volk retten will.“ 60

372 Bei einer Priesterweihe. 61

373 Am 15. Oktober 1900. 61

„Alle Leiden, die über dich kommen, sind als das lauterste Gold von der göttlichen Liebe dir zubereitet.“ 61

374 Letzte Woche im Oktober 1900. 63

„Ihr müßt ein geistiges Martyrium durchmachen, wie die Märtyrer Gut, Blut und Leben hergegeben.“ 63

375 Fest Allerheiligen am 1. November 1900. 64

„Dann zeigte mir der Herr, wie viele Katholiken in unserer Zeit verdammt werden, weil sie nicht mehr glauben.“ 64

376 Am 13. November 1900. 66

377 Am 15. November 1900. 66

„Alles, was Ich in den Schriften niedergelegt, ist nur, um den kindlichen Glauben einzuführen.“ 66

378 Fest der heiligen Elisabeth 1900. 67

„Ich bin der Urheber, der dies alles geschickt, um euch zu läutern.“ 67

379 Fest Mariä Opferung 1900. 68

„Das beste Gebet ist die Vereinigung mit Mir.“ 68

380 Fest der hl. Katharina am 25. November 1900. 69

381 Am 28. November 1900. 70

„Jeder Priester will mit dem Neugeist mit fortgehen und nichts findet mehr Anklang.“ 70

382 Am 3. Dezember 1900. 71

„Und weil er plötzlich gestraft wurde, der Mensch aber eine ganze Lebenszeit vor sich hat zu wählen, so läßt Gott Satans Reich neben dem Seinigen solange die Welt steht; somit ist er entschädigt.“ 71

383 Fest der hl. Barbara am 4. Dezember 1900. 72

„Wenn man sich mal hingegeben zu Verdemütigungen und sich dem Opferleben preisgegeben hat, daß man keine Leiden scheut, dann fängt die Gnadenkette an.“ 72

384 Am 6. Dezember 1900. 73

„Diese Wunde haben deine Vorgesetzten Mir geschlagen dadurch, daß sie dich als hysterische Person darstellen.“ 73

385 Fest der Unbefleckten Empfängnis 1900. 73

„Weil sie alle wissen sollen, daß Ich der Herr bin, und daß sie Mir unterworfen sind.“ 73

386 Am 15. Dezember 1900. 76

„Alles, was Ich in den Schriften niedergelegt habe, das habe Ich nur getan, um die Welt noch aufzurütteln vor dem großen Fall, vor dem sie steht.“ 76

387 Am 20. Dezember 1900. 77

„Wofür bin Ich denn im Tabernakel?“ 77

388 Am 22. Dezember 1900. 77

389 Am 23. Dezember 1900. 78

390 Weihnachten 1900. 78

391 Fest des hl. Johannes am 27. Dezember 1900. 79

„Denn Ekstasen sind nur ein Zerschmelzen des Herzens durch die Wirkung der göttlichen Liebe.“ 79

392 Neujahrsnacht 1901. 81

393 Am 2. Januar 1901. 81

394 Fest Heilige Drei Könige am 6. Januar 1901. 81

395 Am 7. Januar 1901. 81

396 Am 15. Januar 1901. 82

397 Dritter Josefs-Mittwoch am 16. Januar 1901. 84

„Ich will aber doch, daß der jungfräuliche Stand zu Ehren gelangen soll.“ 84

398 Am 18. Januar 1901. 85

„So notwendig wie sie dem Mann ist für die zeitlichen Interessen und die Fortpflanzung, so notwendig ist die Frau der Kirche durch ihr Gebet und ihren guten Rat.“ 85

399 Am 20. Januar 1901. 86

400 Fest der heiligen Agnes am 21. Januar 1901. 86

401 Vierter Josefs-Mittwoch am 23. Januar 1901. 86

„Das ist der Weg aller Auserwählten, daß ihnen alles gegen den Willen geht und sie sich durchkämpfen müssen.“ 86

402 Am 30. Januar 1901. 87

403 Herz-Jesu-Freitag am 1. Februar 1901. 87

„Weil auch die guten und besten Christen nicht mehr tun, wie Ich es haben will.“ 87

404 Mariä Lichtmeß am 2. Februar 1901. 87

„Ich schicke eine solche Strafe, daß sie alle miteinander nicht mehr wissen, woran sie halten vor lauter inneren Zerwürfnissen. Ich werde ihnen das Licht entziehen.“ 87

405 Am 9. Februar 1901. 91

406 Am 10. Februar 1901. 92

„Und weil Ich nicht notwendig hatte zu strafen und zu warnen, konnte Ich in Liebe mit ihr verkehren.“ 92

407 Am 11. Februar 1901. 92

„Lege all deine Fehler, Unvollkommenheiten und Versäumnisse tagtäglich in den Kelch des Heils in der heiligen Messe, damit täglich alles ersetzt werde.“ 92

408 Am 12. Februar 1901. 93

„Damit will Ich euch belehren, daß ihr so einig in der Gesinnung sein sollt, wie Wir Drei Heiligsten Personen.“ 93

409 Am 15. Februar 1901. 93

410 Brief an das Bischöfliche Ordinariat 94

411 Nach Septuagesima 1901. 96

412 Fest der Dornenkrone am 22. Februar 1901. 96

„Auf den Liebesbund setze Ich die Erneuerung der Menschheit.“ 96

413 Herz-Jesu-Freitag im März 1901. 97

„Wie die Christen, die mit knapper Not in den Himmel kommen, bekommt sie den letzten Lohn der gewöhnlichen Christen.“ 97

414 Am 4. März 1901. 98

„Durch den Wucher der Menschen sind die Gaben nicht rein, wie Ich sie wachsen lasse, sondern vermischt. Durch das Bebauen der Felder ist schon das Gift in die Pflanze hineingelegt.“ 98

415 Brief an das Bischöfliche Ordinariat 99

„Daß er zittern soll um seine Krone, falls er nicht dafür sorgt, daß die katholische Kirche gleiche Rechte mit der protestantischen genieße.“ 99

416 Am 8. März 1901. 101

417 Am 9. März 1901. 101

„Wer Gott liebt und Ihm dient, der braucht nicht viel.“ 101

418 Am 10. März 1901. 102

419 Requiem des Verstorbenen am 11. März 1901. 102

„Wahr ist alles, was ihr euch vorstellt vom Fegefeuer und noch viel wahrer und wirklicher, als wie ihr es euch denkt.“ 102

420 Am 17. März 1901. 103

421 Freitag am 22. März 1901. 103

„So habe Sie die sieben Sakramente mitverdienen müssen durch Ihre sieben Schmerzen.“ 103

422 Mariä Verkündigung am 25. März 1901. 103

„Denn Ich will, daß die Mitglieder des Liebesbundes eines dem anderen helfen.“ 103

423 Am 31. März 1901. 104

424 Am 2. April 1901. 104

425 Am 3. April 1901. 104

„Durch das, was Ich durch dich gesprochen, wollte Ich mehr eine Vorbereitung auf das Kommende als dessen Abwendung bezwecken.“ 104

426 Karsamstag 1901. 107

„Deswegen verlange Ich, daß Meine Mutter von den Christen recht verehrt wird, weil Sie alle Gnaden mitverdient und heute noch die Gnaden in den Menschen zu erhalten sucht.“ 107

427 Am Ostersonntag 1901. 108

„Da bin Ich in der Seele und die Seele ist mit Mir vereinigt, und das ist das größte Glück, das der Mensch haben kann.“ 108

428 Am Ostermontag 1901. 109

„Es ist ein furchtbarer Stolz, wenn ein frommer Mensch alles von sich abweist und sich selbständig durcharbeiten will.“ 109

429 Am 11. April 1901. 110

„Das ist euer Weg der Abtötung, der Entsagung, der Selbstverleugnung und der Buße. Nur diejenigen, die den Weg wandeln, kommen gerade auf Mich zu.“ 110

430 Weißer Sonntag am 14. April 1901. 111

„Wenn du alles zugleich tragen willst, so bricht die Natur zusammen.“ 111

431 Am 16. April 1901. 111

„Sage zu deinen Vorgesetzten, sie sollten doch Bittprozessionen veranstalten, damit nicht alles zugrunde gehe und wenigstens die ausharren, die jetzt noch treu zur Kirche stehen.“ 111

432 Brief an das Bischöfliche Ordinariat 112

„Ich beweine das große Unglück, das bald über die Menschheit hereinbrechen wird und weil so viele verlorengehen.“ 112

433 Am 21. April 1901. 112

„Die große Anhänglichkeit der Katholiken an das Heiligste Sakrament. Das haßt der Teufel derart, daß er alle seine Genossen auf die Welt gesandt, so daß die Hölle fast leer ist, um recht viele Seelen zu bearbeiten.“ 112

434 Am 29. April 1901. 114

435 Rückfahrt nach Mainz am 4. Mai 1901. 114

„Lernt von Mir, denn Ich bin sanftmütig und demütig von Herzen.“ 114

436 Nochmals am 4. Mai 1901. 116

„So ist es der Wille Gottes.“ 116

437 Am 5. Mai 1901. 117

438 Am 10. Mai 1901. 117

„Bedenket, was der Papst jetzt für ein gedrücktes Leben hat.“ 117

439 Am 12. Mai 1901. 117

„Das ist der sicherste Beweis, daß es Gott ist, daß es so angefeindet wird.“ 117

440 Vor Christi Himmelfahrt 119

„Aber auch mitten in der Welt kann man ein außergewöhnliches Leben führen, und zum Beweis dessen schenke Ich diesen Seelen die heilige Freude.“ 119

441 Am 18. Mai 1901. 119

„Zermalmen werde Ich alle, die sich Meinen Worten widersetzen!“ 119

442 Am 19. Mai 1901. 120

„Wenn die Katholiken Mein auserwähltes Volk bilden, dann muß es aber auch ein Volk sein, das sich unterscheidet von den übrigen Völkern.“ 120

443 Am 25. Mai 1901. 120

„Ich will all eure Fehler wegbrennen mit dem Feuer Meiner Liebe.“ 120

444 Am 29. Mai 1901. 122

„Solange ihr zugebt, was gottlose Weltmenschen erfunden haben wollen, werde Ich euch züchtigen durch eben diese Menschen.“ 122

445 Am 4. Juni 1901. 122

446 Fronleichnamsprozession 1901. 123

„Sie wälzen sich im Pfuhl der Leidenschaft und kein guter Gedanke kann an sie herankommen.“ 123

447 Am 8. Juni 1901. 125

„Aber das ist Mein größter Schmerz, wenn eine Seele, die Mich wahrhaft liebt und sich alle Mühe gibt, Mir zu dienen, trotzdem zweifelt an Meiner Güte.“ 125

448 Offenbarung für die Stadt Mainz. 126

„Es hat eine Zeit gegeben, zur Zeit des heiligen Bonifatius, wo das Christentum eifrig war.“ 126

449 Am 10. Juni 1901. 128

„Sagt allen, daß es Mein Wunsch ist, daß die Liebesbundmitglieder für den Sieg der Kirche täglich einmal das Gebet: ,Zu dir, heiliger Josef, fliehen wir in unserer Not’, und das Gebet zum heiligen Erzengel Michael und dazu ein Vaterunser beten.“ 128

450 Fest des heiligen Antonius am 13. Juni 1901. 128

„Nur im einfältigen, vertraulichen Verkehr, wo man mit Gott redet, da würdigt Er Sich, uns zu nahen und uns ganz in Ihn umzugestalten.“ 128

451 Fest des heiligsten Herzens Jesu im Juni 1901. 130

„Meine Tochter, warum zögerst du zu schöpfen? Komme, schöpfe mit Freuden aus dieser Quelle und teile aus allen, die sich daran laben wollen.“ 130

452 Am 17. Juni 1901. 132

453 Am 2. Juli 1901. 132

454 Am 3. Juli 1901. 132

455 Fest der hl. Maria Magdalena am 22. Juli 1901. 133

„Kein Weg ist zu hart, kein Leiden zu groß, um die Herrlichkeit verdienen zu können, die eurer wartet in der Ewigkeit.“ 133

456 Vigil von Portiuncula 1901. 135

„So wie der böse Geist den Menschen bearbeitet und drängt, das auszuführen, was er ihm eingibt, so bearbeitet aber auch Mein Geist die Seele, mit der Ich verkehre.“ 135

457 Am 3. August 1901. 137

„Ich rechne aber nicht mit euren Fehlern, sondern Ich sehe nur auf den guten Willen, ob der Mensch den guten Willen hat, Mir zu gefallen und Mir zu dienen.“ 137

458 Am 4. August 1901. 137

459 Lourdesreise am 8. August 1901. 138

460 Lourdespilgerfahrt 1901. 139

„Wenn Ich alle Wünsche erfüllen wollte, könntet ihr die Glorie nicht schauen in dem Maße, wie Ich sie euch geben will.“ 139

461 Am 9. August 1901. 140

462 Am 14. August 1901. 141

„Alle, die sie lesen und verwerten, gelangen ganz sicher zu Mir!“ 141

463 Am 15. August 1901. 141

464 Am 20. August 1901. 141

„Dadurch wird der Sieg der Kirche erkämpft, aber die Zeit wird vorher so schrecklich, daß die Menschen glauben, der Himmel habe sich verschworen.“ 141

465 Am 21. August 1901. 142

„Weil der Himmel alsdann so verschlossen ist, wird man glauben, alles sei umsonst gewesen.“ 142

466 Am 24. August 1901. 143

„Die Gesundheit des Leibes ist das Allergeringste, die Gesundheit der Seele ist der des Leibes doch viel mehr vorzuziehen.“ 143

467 Fest Mariä Geburt am 8. September 1901. 144

„Sage, bin Ich nicht der größte Tor? Wie ein des Verstandes Beraubter läßt Sich der Schöpfer behandeln von Seinen Geschöpfen.“ 144

468 Sonntag am 15. September 1901. 145

469 Am 9. Oktober 1901. 145

470 Am 20. Oktober 1901. 145

471 Am 26. Oktober 1901. 146

472 Am 28. Oktober 1901. 147

„Mein Auge ruht auf euch. Genügt euch Mein Angesicht nicht?“ 147

473 Am 31. Oktober 1901. 148

„Wo sind die Menschen, die sich mit Mir unterhalten?“ 148

474 Vigil von Allerheiligen 1901. 149

„Niemand hat eine Ausrede, das Licht des Glaubens sei ihm vorenthalten worden. Ich lasse Mein Licht allen leuchten, aber sie verdunkeln es.“ 149

475 Begräbnistag am 5. November 1901. 150

476 Am 8. November 1901. 150

„Einer Klosterfrau muß alles gleich sein, was sie auch zu tun hat, ob sie betet oder arbeitet.“ 150

477 Am 11. November 1901. 151

478 Am 12. November 1901. 151

479 Am 16. November 1901. 151

„Sie wird wie eine Theresia von Stufe zu Stufe steigen bis zur höchsten Vollkommenheit. Dort werde Ich sie empfangen und einführen in den Hochzeitssaal.“ 151

480 Am 18. November 1901. 152

„Man kann nicht irregehen, wenn man nur sucht, Mich zu lieben und Mir zu gefallen. Was immer man aus Liebe zu Mir tut, muß Ich belohnen!“ 152

481 Am 19. November 1901. 153

„Wenn das Fasten euch gereizt macht, wenn ihr etwas nicht leisten könnt, was über eure Kräfte geht, so laßt lieber ein Werk sein, als daß ihr der Liebe entgegenhandelt, damit nicht die Liebe darunter leidet.“ 153

482 Am 20. November 1901. 154

„Es kommt immer darauf an, wie es Mir gebracht wird, ob aus Liebe oder aus Zwang.“ 154

483 Am 21. November 1901. 154

„Aber besonders soll sie die Klosterleute zum Streben nach Vollkommenheit anfeuern, weil in vielen Seelen der erste Eifer erloschen ist zum Streben nach Vollkommenheit.“ 154

484 Am 25. November 1901. 155

„Wenn euch die Wahl gestellt wäre, Gott ohne Leiden in der Glorie zu besitzen oder noch in der Welt zu bleiben, wo Gott so viel beleidigt wird, so sollt ihr lieber wählen, in der Welt zu bleiben und zu leiden.“ 155

485 Am 26. November 1901. 158

„Am Schlusse lasse Ich es zusammenfallen und die Welt ist verschwunden mit allem Getriebe und Getreibe; aber das, was der geringste Mensch tut zu Meiner Ehre, bleibt in Ewigkeit.“ 158

486 Brief an den Beichtvater der Karmelitinnen. 159

487 Fest der hl. Barbara am 4. Dezember 1901. 160

„Jetzt, wo die Familie so zerrissen ist und die Welt ganz im Fleisch versunken ist und der Teufel seine Ernte hält in der Fleischeslust, ist es das Größte, was der Mensch tun kann, wenn er beiträgt zum jungfräulichen Stand.“ 160

488 Am 5. Dezember 1901. 163

489 Fest der Unbefleckten Empfängnis 1901. 164

„Ihr aber sollt Meinen Schmerz teilen, weil so viele Seelen zugrunde gehen. Weil Ich aber leidensunfähig bin, deshalb muß Ich Meinen Schmerz all Meinen treuen Kindern mitteilen.“ 164

490 Gottseliger Tod zweier Liebesbundmitglieder 164

491 Am 9. Dezember 1901. 165

„Alle, die bisher gewankt, werden gerettet durch diejenigen, die feststehen in all den harten Kämpfen und ihre frommen Übungen weitermachen wie seither.“ 165

492 Brief Barbara vom 11. Dezember 1901. 167

493 Am 12. Dezember 1901. 169

„Im Gegenteil, es ist nur die Menschenfurcht, die sie antreibt, es zu bekämpfen, damit die Welt nicht sagt, sie hielten es mit einfältigen, dummen Personen.“ 169

494 Am 14. Dezember 1901. 171

495 Am 17. Dezember 1901. 171

„Meine Liebe ist so unendlich groß, daß es Mir jedesmal weh tut, wenn eine treue Seele, die Mich liebt, Mich um etwas bittet, was Meine Gerechtigkeit nicht erfüllen kann.“ 171

496 Am 20. Dezember 1901. 171

„Im Glauben beruht die ganze Religion und das ganze Gebäude der Vollkommenheit.“ 171

497 Heilige Stunde am 19. Dezember 1901. 172

499 Weihnachtsfest am 25. Dezember 1901. 173

„Meine Kirche ist nicht mehr die reine, makellose Braut. Sie ist verunstaltet, verletzt, verunglimpft in ihren Kindern. Beugt den Nacken unter die Zuchtrute.“ 173

500 Am 29. Dezember 1901. 174

„Diejenigen, die nichts von der Sache gewußt, bewahre Ich noch eher im Glauben als diejenigen, die spötteln und häkeln. Ich habe die langen Jahre nicht vergebens gesprochen!“ 174

501 Fest der Unschuldigen Kinder 1901. 174

502 Am 1. Januar 1902. 175

„Weil er standgehalten und die Gnade ergriffen hat, so will Ich ihm die Gnade der Unterscheidung der Geister geben.“ 175

503 Am 6. Januar 1902. 175

505 Am 10. Januar 1902. 176

„Eine Seele, die Mich liebt, ist bei Mir wie Bischof und Kaiser und König, bei Mir sind Papst und Bettler gleich.“ 176

506 Erster Josefs-Mittwoch am 15. Januar 1902. 176

„Denn was Ich euch gesagt habe, ist bereits alles in Erfüllung gegangen.“ 176

507 Am 17. Januar 1902. 177

„Wenn du nicht gewollt hättest, hätte Ich dir diktieren können und es wäre doch nicht geschrieben worden.“ 177

508 Brief an einen Missionar 177

„Darin lag die Prüfung für die Engel. Sie sollten wissen, daß sie Geschöpfe sind, die sich nicht erkühnen dürfen, in Meine Rechte einzugreifen.“ 177

509 Am 18. Januar 1902. 179

„Man kann nicht glauben, mit welchem Wohlgefallen Ich auf solche Herzen schaue, die mit unbeschränktem Vertrauen auf Mich schauen, trotz aller Hindernisse und aller Zerwürfnisse, die ihnen vorkommen.“ 179

510 Am 20. Januar 1902. 180

„Was ist im Vergleich damit der schöne Himmel, den Ich verließ, den Schoß Meines Vaters, wo Ich alles in unendlicher Vollkommenheit hatte.“ 180

511 Am 21. Januar 1902. 182

512 Am 22. Januar 1902. 182

513 Freitag am 24. Januar 1902. 183

„Denn gleichwie die Schriftgelehrten und Pharisäer Mir und Meiner Lehre gegenüberstanden, so stehen deine Vorgesetzten dir und dem dir aufgetragenen Werk gegenüber.“ 183

515 Am 5. Februar 1902. 184

516 Am 6. Februar 1902. 185

517 Am 7. Februar 1902. 185

518 Am 9. Februar 1902. 185

Barbara: Nach der heiligen Kommunion hielt mich der Herr in solch süßer Umarmung, daß ich die Schläge Seines Herzens ganz deutlich zu hören glaubte. Und Er sagte mir: 185

519 Aschermittwoch am 12. Februar 1902. 186

„Für denjenigen leiden, der so viel für uns getan und gelitten hat, ist das größte Werk, das ein Mensch tun kann.“ 186

520 Am 18. Februar 1902. 186

521 Angebliche Offenbarungen. 186

522 Ein sonderbarer Traum.. 188

523 Am 23. Februar 1902. 189

„Nicht dein Kleid und nicht deine Regel haben dich Mir so gefällig gemacht, wohl aber, daß du deine Ehre Mir zu opfern verstandest!“ 189

524 Josefs-Mittwoch am 26. Februar 1901. 190

525 Mariechens Gelübde der Jungfräulichkeit 190

526 Am 25. März 1902. 191

„Glückselig diejenigen, die es erfassen und glauben können, denn sie haben einen sicheren Weg, nach Vollkommenheit zu streben.“ 191

527 Karfreitag 1902. 191

„So gewiß aber für Mich auf den Karfreitag der Ostermorgen kam, wo Ich Tod und Hölle besiegte, ebenso gewiß wird auch für euch die Stunde kommen, wo ihr siegen werdet über all eure Feinde.“ 191

528 Am 11. April 1902. 193

529 Am 12. April 1902. 194

530 Brief Barbara vom 27. April 1902. 195

531 Am 18. Mai 1902. 195

„Er soll sich vor seinem Vorgesetzten recht verdemütigen und all seinen Befehlen nachkommen, aber ihm offen sagen, daß er nie seine innere Überzeugung nach außen hin verhehlen werde.“ 195

532 Pfingstmontag 1902. 196

533 Fronleichnamsfest 1902. 196

534 Fest des heiligen Antonius von Padua. 197

535 Fest Peter und Paul am 29. Juni 1902. 198

536 Pilgerfahrt nach Aachen ab 14. Juli 1902. 198

„Aber war der Tag zu Ende, so opferten wir dem himmlischen Vater alles auf und schlossen mit dem Tag ab, als ob es der letzte sei.“ 198

537 Vigil von Portiuncula 1902. 199

„Zurück zu einem tiefreligiösen Glauben und Christenleben!“ 199

538 Mariä Himmelfahrt am 15. August 1902. 202

„Sie sagte, ich solle Sie alle Tage begrüßen in dem Magnifikat.“ 202

539 Am 24. August 1902. 203

540 Wallfahrt nach Dieburg am 7. September 1902. 203

„Ihr sollt jetzt in der Geduld geprüft werden und die Tröstungen entbehren, denn viele und große Verdienste könnt ihr so erringen.“ 203

541 Fest Kreuzerhöhung am 14. September 1902. 205

542 Am 4. Oktober 1902. 205

„Nimm den Schild des Glaubens und bewaffne dich, wenn die Versuchung und Satan dich mutlos machen will. Hier hast du das Schwert.“ 205

543 Rosenkranzfest 1902. 206

„Jetzt kannst du von allen Kanzeln herab dieselben Worte hören, die Ich durch dich schon jahrelang gesprochen habe.“ 206

544 Am 1. November 1902. 207

545 Zwiegespräch. 207

546 Am 16. November 1902. 208

547 Fest der hl. Katharina am 25. November 1902. 208

„Und doch ist es wahr, daß wir in der innigsten Verbindung mit euch stehen.“ 208

548 Fest der heiligen Barbara am 4. Dezember 1902. 209

„Wisset aber, daß es Mir leid tut um euretwillen, Deutschland so zu züchtigen, wie Ich beschlossen habe, anderen Ländern zu tun.“ 209

549 Fest des heiligen Evangelisten Johannes 1902. 211

„Nicht die Marter und Pein preßten Mir blutigen Schweiß aus, sondern der Undank so vieler, die Meine Wohltaten und Mein Blut mit Füßen traten.“ 211

550 Fest der Heiligen Drei Könige 1903. 212

„In dunklen Tagen, wo sie keinen Ausweg mehr finden in ihrem Glaubensleben, sollen sie Meinen Kreuzweg betrachten.“ 212

551 Am 15. Januar 1903. 213

„Sage den Bischöfen, daß die Oberhirten wie ein Paulus auftreten müssen den Feinden Meiner Kirche gegenüber, um die Rechte Meiner Kirche zu verteidigen.“ 213

552 Am 16. Januar 1903. 214

„Wem, glaubst du, werde Ich dann die Fehler anrechnen, die du begingst? Nicht dir, sondern denjenigen, die dir die Gnadenmittel entziehen!“ 214

553 Rück am 25. Januar 1903. 214

554 Am 30. Januar 1903. 215

„Glaubt doch nicht, daß Ich Mich umsonst in dieses Holz einschließen lasse. Nein, euer Tröster will Ich sein!“ 215

555 Mittwoch am 11. Februar 1903. 217

556 Samstag am 14. Februar 1903. 217

557 Fest Petri Stuhlfeier am 22. Februar 1903. 218

„Meine Kirche muß geläutert und gesiebt und viele Auswüchse entfernt werden.“ 218

558 Tod eines Liebesbundmitgliedes. 218

559 Am 2. März 1903. 219

„Sie predigen zwar von der Gemeinschaft der Heiligen, aber sie glauben nicht daran.“ 219

560 Jubiläum von Papst Leo XIII. 220

561 Am 12. März 1903. 220

„Sooft ihr betet, vereinigt euch immer mit allen Liebesbundmitgliedern und mit der streitenden, leidenden und triumphierenden Kirche.“ 220

562 Unterredung mit einem Priester im März 1903. 223

563 Am 5. April 1903. 226

„Sage es allen, die an Mich glauben und Mich lieben wollen, wie sehr Mein Herz verlangt nach Gegenliebe von Meinen Geschöpfen.“ 226

564 Karfreitag 1903. 227

„Dich habe Ich hinweggeführt, die Bücher, die den Inhalt Meines Willens umfassen, liegen brach und verstaubt in der Ecke.“ 227

565 Am 25. April 1903. 229

566 Am 27. April 1903. 230

„Nicht wählen will ich, sondern Deinen Willen will ich erfüllen.“ 230

567 Am 3. Mai 1903. 231

568 Am 19. Mai 1903. 232

„Aber wie ein ausgetretener Strom sich immer weiter wälzt und Unheil stiftet, wird sich der Kampf gegen die Kirche von Frankreich auch nach Deutschland hinüberwälzen.“ 232

569 Pfingsten 1903. 233

„Jetzt ist die Zeit gekommen, wo der himmlische Vater die Ihm geraubte Ehre wieder zurückverlangt von Seinen Geschöpfen. Die Welt wird gestraft und schrecklich gestraft werden.“ 233

570 Herz-Jesu-Freitag im Juni 1903. 234

571 Fronleichnamsfest 1903. 234

„Ich kann euch nichts ersparen, ihr müßt das Leben Meiner Kirche durchleben. Darum seid ihr von allen Seiten so eingeengt.“ 234

572 Fest Peter und Paul am 29. Juni 1903. 235

573 Fest der heiligen Magdalena am 22. Juli 1903. 235

574 Papstwahl vom 29. Juli bis 2. August 1903. 235

„Dies ist der zukünftige Papst. Es gibt Schwierigkeiten bei der Papstwahl. Darum vereinigt euer Gebet mit den Fürbitten eures verstorbenen Papstes Leo.“ 235

575 Am 18. August 1903. 237

576 Herz-Jesu-Freitag am 4. September 1903. 237

577 Am 6. Oktober 1903. 238

578 Am 11. Oktober 1903. 238

579 Am 6. November 1903. 239

„Jetzt aber raffe dich auf, gehe wieder zurück nach Mainz und diene Mir, wie Ich es von dir und deinen zwei Mitschwestern verlange.“ 239

580 Am 19. November 1903. 240

„Der Stolz ist eine Urlast und mit tausend Fasern in die Seele eingesenkt.“ 240

581 Mittwoch am 25. November 1903. 241

„Ich habe Bischof Haffner und Bischof Brück hinweggenommen. Ich werde seinen Nachfolger, wenn er Mir auch hinderlich ist in Meinem Werke, wieder hinwegnehmen.“ 241

582 Einweihung der Kapelle in Möding. 244

„Diejenigen, die hier am tiefsten in der Verdemütigung Meinem Sohn nachwandeln müssen, werden Ihm die Nächsten sein im Gericht.“ 244

583 Am 20. Dezember 1903. 245

„Daß es Mir viel lieber ist, wenn eine Seele mit Mir leidet, als wenn sie alle frommen Übungen gemütlich verrichten kann.“ 245

584 Am 24. Dezember 1903. 246

„Wie wenig Seelen in der Welt sind, die einen richtigen Glauben haben, wie er sein soll, weil niemand den Verkehr mit Mir mehr fassen kann.“ 246

585 Weihnachten 1903. 246

„Am Kreuz sterbend, mußte die erste Kirche gegründet werden. Erneuert muß sie werden auf demselben Weg, wenn auch auf verschiedene Weise.“ 246

586 Fest des hl. Johannes am 27. Dezember 1903. 253

„Und je mehr die Welt in der Fleischeslust versinkt, desto mehr schwindet Mein Geist aus den Herzen und bin Ich hinausgestoßen.“ 253

587 Am 11. Januar 1904. 255

„Jetzt verlange Ich Abbitte und Sühne für so viele Menschen, die nicht mehr an Mich glauben im Hochheiligsten Altarsakrament, und für die, die zwar glauben, aber Mich vergessen haben.“ 255

588 Am 19. Januar 1904. 256

589 Am 20. Januar 1904. 256

590 Am 21. Januar 1904. 256

„Wo waren denn die tiefgläubigen Seelen in Meinem Leben? Meine heilige Mutter und Mein Nährvater waren die einzigen, die ohne allen Zweifel geglaubt.“ 256

591 Freitag vor Septuagesima am 29. Januar 1904. 257

„Meine Kinder, ein Abgrund hat sich geöffnet, der die ganze Menschheit zu verschlingen droht, auch die Gläubigen.“ 257

592 Freitag vor Sexagesima am 4. Februar 1902. 262

„Glauben müssen wir, daß Jesus Christus wahrhaft und wirklich unter uns wohnt, und wenn Er unter uns wohnt, warum gebärden wir uns, als seien wir Heiden, als hätten wir keinen Gott?“ 262

593 Am 6. Februar 1904. 266

„Und was für eine Gnade in zeitlicher und ewiger Beziehung haben alle, die glauben.“ 266

594 Am 11. Februar 1904. 267

595 Am 12. Februar 1904. 267

„Die Fastnachtsvergnügen sind Mir ein solcher Greuel, daß es Mir ist, als müßte Ich die Stadt verlassen, weil alles ins Sinnliche und Fleischliche versunken ist.“ 267

596 Freitag vor dem ersten Fastensonntag 1904. 268

„Ich hatte nur den Grundstein gelegt am heiligen Kreuz, und Mein Blut, das die Erde getränkt, war der Bauplatz zu Meiner Kirche. Meine Apostel aber sind die Grundsäulen, auf die sie gebaut, und sie waren alle Sünder.“ 268

597 Dienstag am 23. Februar 1904. 272

„Ihr sollt Mein Leben versinnbilden, und das Leben der Verachtung und Verdemütigung, das Ich geführt, nachleben, auch ihr müßt den Weg gehen.“ 272

598 Freitag vor dem zweiten Fastensonntag 1904. 273

Lied: Jesus, Heiland meiner Seele ... 273

599 Donnerstag vor dem dritten Fastensonntag 1904. 278

„Aus dir soll der Same hervorgehen zur Rettung dieser Stadt.“ 278

600 Freitag vor dem vierten Fastensonntag 1904. 284

„Noch einmal soll Meine Kirche blühen in einer Blüte, wie sie noch nicht zuvor gestanden ist, seitdem Ich die Erde verließ. Dann aber, wenn dieses Geschlecht wieder sinkt, dann ist das Ende.“ 284

601 Samstag am 12. März 1904. 292

„Es ist Mein Wille so, daß die treuen Seelen mitfühlen müssen, was Ich leide über die treulosen Kinder der katholischen Kirche, die nicht einmal hören auf den Ruf der Kirche, ihrer Mutter.“ 292

602 Fest des heiligen Josef am 19. März 1904. 293

„Man wird ihm die Hände binden, daß er mit ausgestreckten Armen am Kreuz hängt, und er wird trotz all seiner bischöflichen Macht doch nichts ausrichten.“ 293

603 Fest der Sieben Schmerzen, Mariä Verkündigung. 297

„Kein Mensch kann eingehen in das Reich des Allerheiligsten, der nicht erst heilig geworden ist, der sich nicht geheiligt hat hier auf Erden. Nichts Unreines wird eingehen in das Reich Gottes!“ 297

604 Am 27. März 1904. 304

605 Karfreitag am 1. April 1904. 304

„Eingehen kann jetzt die Seele, kann Besitz nehmen von ihrem Reich, von der Herrlichkeit, die ihr bereitet ist und wozu sie erschaffen ist, die Menschenseele, die das Ebenbild Meines Vaters an sich trägt. 304

606 Karsamstag am 2. April 1904 im Hochamt 312

„Sie sollen nur recht ihren Eigenwillen bekämpfen, und wenn ihnen etwas schwer wird, einfach vor Meinen Tabernakel kommen und Mir sagen: ‚Deinetwegen bin ich hierhergekommen, nun gib mir auch die Kraft!‘ Und Ich werde ihnen die Kraft geben, auszuharren.“ 312

607 Samstag vor dem Weißen Sonntag 1904. 313

608 Am 14. April 1904. 314

„Er wird sterben nicht als Märtyrer des Blutes, sondern wie der heilige Franz Xaver, den er sich zum Vorbild nehmen soll.“ 314

609 Am 18. April 1904. 314

610 Am 20. April 1904. 315

„Deshalb sind die Gebote der Kirche denjenigen, die Ich auf Sinai gegeben, ganz gleich und sind nicht im geringsten minder, weil die Kirche Meine Braut ist und was die Braut will, muß auch der Bräutigam wollen.“ 315

611 Donnerstag am 21. April 1904. 316

„Ich will dir zeigen, daß, so wie Ich auf dem Altare gegenwärtig bin und bleibe trotz all der Vergessenheit und des Undanks der Menschen, und fortwährend dennoch über die Erde Gnade und Segen ausströmen lasse.“ 316

612 Freitag am 22. April 1904. 317

613 Am 25. April 1904. 317

614 Am 30. April 1904. 318

615 Am 5. Mai 1904. 318

616 Am 6. Mai 1904. 318

„Haltet die heilige Stunde heute nachträglich; denn ihr wißt nicht, welch großer Segen aus der heiligen Stunde hervorgeht für die ganze Stadt, wie mancher große Sünder sich bekehrt.“ 318

617 7. Mai 1904. 319

„Erinnert euch an Meinen Lebensweg, ob ihr etwas Außergewöhnliches daran findet, ob ihr die Werke findet, welche die großen Heiligen getan.“ 319

Nachwort 320

Einige Bemerkungen zur Frage nach den Privatoffenbarungen. 320

Statuten des Liebesbundes. 323

Weihe an das göttliche Herz Jesu. 323

Aufopferungsgebet am Morgen. 324

Aufopferungsgebet am Abend. 324

 

Begleitwort des Weihbischofs

Einen bemerkenswerten großen Umfang hat die Ausgabe der „Schippacher Schriften“ angenommen. Was die einfache Frau Barbara Weigand in ihren Privatoffenbarungen erfahren und niedergeschrieben hat, ist erstaunlich. Ihre Niederschriften zeigen, wie hörbereit sie war und wie wach sie die Vorgänge in Kirche und Gesellschaft verfolgt hat. Ihre Aussagen haben zuweilen eine ungemein prophetische Kraft und zeugen davon, daß sie mit den Augen des Glaubens die geistigen Verwerfungen ihrer Zeit erkannte. Sie beließ es aber nicht bloß bei den scharfsichtigen Beobachtungen des Zeitgeschehens und des Zeitgeistes. Sie eröffnete durch ihre Liebe zum lebendigen Christus in der Eucharistie auch den Zugang zu den heilenden und rettenden Kräften ihrer und unserer Zeit. Ihre liebende Verehrung des Herrn im Altarsakrament kann auch uns zeigen, wo wir mit unseren Sorgen um den Glauben und um die Neuevangelisierung Europas uns hinwenden müssen: „Herr, du hast Worte ewigen Lebens!“

Manches in den Schriften wie auch im Leben von Barbara Weigand ist nur aus dem Kontext der Zeit zu verstehen. Daran sollen wir nicht Anstoß nehmen. Man muß dieser Frau bestätigen, daß sie leidenschaftlich für die Sache Gottes eintrat und in Christus ihren Orientierungspunkt hatte.

Solchen Menschen im Gedächtnis der Kirche einen würdigen Platz zu geben, ist Auftrag auch für unser Bistum. Daher danken wir den Herausgebern für die große Mühe, mit der sie die „Schippacher Schriften“ herausgegeben haben. Mögen viele mit dieser Veröffentlichung Zugang zu dieser außergewöhnlichen Frau bekommen! Mögen viele durch ihre Liebe zum heiligen Meßopfer auch selber zu dieser einzigartigen Quelle des christlichen Lebens geführt werden.

Im September 2001

Helmut Bauer

Weihbischof

Einführung

In seinem Abschlußdokument zum Heiligen Jahr 2000 „Novo Millennio ineunte“ in Nr. 32 ff. hat der Heilige Vater Papst Johannes Paul II. dem Bedürfnis nach Gebet und Spiritualität sein besonderes Augenmerk gewidmet. „Ist es nicht vielleicht ein ‚Zeichen der Zeit’, daß man heute in der Welt trotz der weitreichenden Säkularisierungsprozesse ein verbreitetes Bedürfnis nach Spiritualität verzeichnet, das größtenteils eben in einem erneuten Gebetsbedürfnis zum Ausdruck kommt? Da uns die Gnade gegeben ist, an Christus zu glauben, den Offenbarer des Vaters und Retter der Welt, haben wir die Pflicht zu zeigen, in welche Tiefe die Beziehung zu ihm zu führen vermag, zu unsagbarer Freude, die von Mystikern als ‚bräutliche Vereinigung’ erlebt wurde und als Leidenschaft der Gefühle, bis hin zu einer richtigen ‚Liebschaft des Herzens’.“

Das Leben und Wirken der Barbara Weigand von Schippach, das von tiefen mystischen Erfahrungen erfüllt war, gibt Zeugnis von einer schlichten Gottsucherin. Ihr schriftlicher Nachlaß, der in interessierten Kreisen unter dem Titel „Schippacher Schriften“ schon früher einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangte, ist eine Fundgrube für jeden, der nach spirituellen Werten tief christlicher Prägung sucht. Das hohe geistliche Niveau dieser Schriften läßt sich nicht auf eine „rein natürliche Begabung“ der „Seherin von Schippach“, wie sie einmal in einem Buchtitel bezeichnet wurde, zurückführen. Schließlich war sie nur ein einfaches Landmädchen aus dem armen Spessartdorf Schippach.

Das Geheimnis ihres Lebens ist in ihrem brennenden Verlangen nach dem häufigeren Empfang des Leibes Christi in der heiligen Messe begründet. Ihr halbes Leben lang rang sie um dieses Gnadenprivileg, bis es endlich im Jahr 1905 durch die Kommuniondekrete vom heiligen Papst Pius X. allen Gläubigen gewährt wurde. Geheimnisvoll zog Jesus Barbara Weigand in seine vertrauensvolle und zugleich unbegreifliche Nähe, als Er beim Beten des Kreuzweges in der Mainzer Kapuzinerkirche, wie sie selbst berichtet, plötzlich vor sie hintrat und sie nach ihrer Leidensbereitschaft fragte: „Meine Tochter, bist du bereit, mit mir zu leiden?“ Erst nach einem dreitägigen Ringen mit sich selbst, gab sie, nicht leichten Herzens, ihr Jawort zu einem Leben, das von vielen meist leidgeprägten, mystischen Erlebnissen bestimmt war.

Ihre vielen visionären Begegnungen mit ihrem Herrn und Heiland Jesus Christus, ihrem „Seelenbräutigam“, seiner Mutter Maria und vielen Heiligen, vollzogen sich meist in Form von sogenannten „Laut-Ekstasen“, die für die Umstehenden hörbar wurden und mitgeschrieben werden konnten. In Mainz, wo sie in den Jahren von 1885–1915 lebte und in der Gastwirtschaft ihres Bruders als Küchengehilfin diente, ereigneten sich die meisten ihrer mystischen Eingebungen, die heute auf Grund ihrer besonderen Aktualität mehr und mehr den Stempel des Übernatürlichen und Glaubwürdigen erkennen lassen. Hier wird man an das augustinische Wort „Ereignis und Prophetie zugleich“ erinnert. Da ihre mystischen Erlebnisse meist mit inneren und äußerlich sichtbaren „Leidensstürmen“ verbunden waren, kann die Weigandsche Mystik sicherlich als „Leidensmystik“ bezeichnet werden.

Die Mystik, die „Krone aller theologischen Disziplinen“, erfordert Einfühlungsvermögen. Dies gilt auch für die hier vorliegenden Aussagen, zumal sich manche Textpassagen der Weigandschen Mystik nicht leicht und gänzlich erschließen lassen. Das Entstehen und Niederschreiben der „Schippacher Schriften“ zog sich über mehrere Jahrzehnte hin und war manchen Eingriffen und Einschränkungen durch die Mainzer Bischöfe Haffner (†1899), Brück (†1903) und Kirstein (†1921) unterworfen. Eine gewisse Erschwernis beim Lesen dieser Schriften ergibt sich aus einem Verbot durch Bischof Haffner, der das Mitschreiben von Namen solcher Personen untersagte, die sich rat- und hilfesuchend an Barbara Weigand wandten, eine Schutzmaßnahme, die mittlerweile gegenstandslos geworden ist. Anstelle der einzelnen Namen, die heute nur noch teilweise zu identifizieren sind, wurde jeweils ein „N.“ gesetzt. Personen, die im ständigen Kontakt mit Barbara Weigand standen, werden meist unter ihrem eigenen Namen aufgeführt. Einen breiten Raum in ihren Aufzeichnungen nehmen ihre zahlreichen Begegnungen mit Verstorbenen ein, die teils der triumphierenden Kirche des Himmels, teils der leidenden Kirche, dem „Fegefeuer“, angehörten.

Die beiden Jungfrauen Lieschen Feile und Luise Hannappel waren mit Barbara Weigand eng befreundet. Sie wurden mit ihrem Vornamen genannt. Luise Hannappel hat den Großteil der sog. „Laut-Ekstasen“ mitstenografiert. Die Beichtväter Pater Alfons OFM Cap. und Pater Bonifaz OFMCap. sowie die Seelenführer Pater Ludwig Hannappel OFMCap. und Pater Felix Lieber OFM., denen sich Barbara Weigand während ihres Mainzer Aufenthaltes anvertraute, wurden hingegen überwiegend – wie alle andere Personen – mit N. aufgeführt, manchmal aber auch namentlich genannt. Auch andere Beteiligte wurden gelegentlich mit ihrem vollen Namen angegeben. Orte wurden mit ihrem Anfangsbuchstaben abgekürzt.

Von 1894 bis 1903 geschahen 297 Visionen, die sich in „Laut- Ekstasen“ vollzogen. In der späteren Zeit (bis weit in die zwanziger Jahre) waren ihre Eingebungen oft ohne innere Schauungen. Die Mystikerin selbst sagt von ihrem Zustand, daß „alles jetzt wie geistig ist und das Gefühl ganz zurücktritt“; sie kann es aber nicht näher beschreiben. Diese späteren Eingebungen, die am ehesten als „Auditionen“ zu bezeichnen sind, wurden ebenfalls, oft aus ihrem Gedächtnis heraus, mit einer eigenen Numerierung (Audition 1–346) niedergeschrieben. Es ist auffällig, daß nicht wenig unvollendete Sätze (sog. Anakoluthe) vorkommen, wie sie auch für die biblischen „Gelegenheitsschriften“ charakteristisch sind. Da innerhalb der beiden Zählreihen Mehrfachzählungen unter einer Hauptnummer vorkommen, wurden die Offenbarungen in der vorliegenden Gesamtausgabe vom ersten bis zum siebten Band aufsteigend neu durchnumeriert. Wer zu kirchlichen oder wissenschaftlichen Zwecken auf die Urschriften zurückgreifen möchte, findet durch die Tagesangabe der Vision oder Audition eine stets eindeutige Identifizierung der einzelnen Offenbarung.

Einmal hörte die schon hochbetagte Barbara Weigand den Herrn sagen: „Die Schriften sind nicht für deine Zeit bestimmt, sondern für eine spätere.“ Diese Aussage macht manches heute verständlicher, was damals noch rätselhaft und dunkel erscheinen mußte. Sollten die „Schippacher Schriften“, die nun erstmals komplett und unverändert im Druck in sieben Bänden vorgelegt werden, tatsächlich für unsere Zeit bestimmt sein, worauf manches hinweist, verdienen sie große Beachtung. Dann wird sich auch ein Wort des Herrn aus dem Munde Barbaras, die er öfter als „Mein Sprachrohr“ bezeichnete, bewahrheiten: „Die Anziehungskraft meiner Worte und die darin liegende göttliche Kraft erweicht die Herzen“, und zu den Schriften selbst sagt er: „Der Geist ist von Mir, die Form von dir!“

Nachdem ihre Sendung als Mahnerin und Wegbereiterin für die Rückkehr zur urchristlichen Praxis des regelmäßigen, öfteren Kommunionempfangs erfüllt war, wurde sie vom Herrn mit dem Bau einer Sakramentskirche in ihrer Heimatgemeinde Schippach als Denkmal des Dankes für die Gewährung der sogenannten „Oftkommuniondekrete“ vom heiligen Papst Pius X. und mit der Gründung des „Eucharistischen Liebesbundes des göttlichen Herzens Jesu“ beauftragt. Dieser verbreitete sich rasch und erhielt in acht Diözesen das kirchliche Imprimatur.

Die „Barbara-Weigand-Gesellschaft e.V.“ hat in ihrem Archiv eine Fülle von Briefen, Zeitungsartikeln und andere schriftliche Unterlagen aus dem langen Leben der „Seherin von Schippach“ zusammengetragen und nach zeitgeschichtlichen wie auch besonderen Dokumentationskriterien archiviert. Das Hauptverdienst für die Aufbewahrung und den Erhalt der „Schippacher Schriften“ gebührt dem ehemaligen Heimatseelsorger von Barbara Weigand, DDr. Wilhelm Büttner, der das Leben und Wirken seines Pfarrkindes Barbara Weigand in Büchern und Broschüren gewürdigt und verteidigt hat. Er selbst hat seine ganze priesterliche Autorität in den Dienst der im Ruf großer Frömmigkeit stehenden Barbara Weigand gestellt und dafür viele persönliche Opfer gebracht und die „Schippacher Sache“ ganz zu seiner eigenen gemacht. Von ihm stammt auch ihre von der Barbara-Weigand-Gesellschaft e.V. veröffentlichte Lebensbeschreibung „Im Dienste des Eucharistischen Königs“.

Papst Johannes Paul II. schreibt in seinem Grußwort zur ‚Salzburger Hochschulwoche’ 1993: „...es ist notwendig, im kirchlichen und religiösen Leben ein neues Verständnis im Sinne der klassischen Mystik zu entdecken.“ Später beklagte er einmal, daß es „heute einen echten Mangel an Mystik in der Kirche gibt“. Im eingangs erwähnten päpstlichen Lehrschreiben „Novo Millennio ineunte“ (Nr. 33) spricht er voll Hochachtung vom gnadenhaften Weg der Mystiker, die in unsagbarer Freude zur „bräutlichen Vereinigung“ zugelassen wurden.

Von daher bieten sich uns die „Schippacher Schriften“ als ein echtes Geschenk an für die Erneuerung der eucharistischen Frömmigkeit in der Kirche. Lesen wir darin nach der Weisung des heiligen Apostels Paulus: „Prüfet alles, was gut ist behaltet!“ (1 Thess 5, 21). Eine letzte Beurteilung über die Echtheit der mystischen Aussagen ist freilich dem kirchlichen Lehramt vorbehalten.

Nicht zu übersehen ist auch der prophetische Charakter dieser Aussagen, welche die Übel und Mißstände, auch in der Kirche, anprangern und beim Namen nennen. Daß Gott durch Visionen und Privatoffenbarungen so vertraut zu seinen treuesten Freunden spricht und ihnen seine Geheimnisse offenbart, ist weder neu noch ungewöhnlich. Ja, beinahe alle Heiligen, insbesondere die Ordensgründer, sind mit göttlichen Visionen und Offenbarungen ausgezeichnet gewesen, wie wir z. B. in den Lebensbeschreibungen eines heiligen Benedikt, eines heiligen Bernhard, eines heiligen Dominikus, eines heiligen Franziskus und anderer lesen; in diversen Büchern werden unzählige Visionen, Offenbarungen und andere göttliche Gunstbezeigungen berichtet, welche der Herr entweder den Stiftern selbst oder einigen ihrer Schüler erwiesen hat. Es ist darum nicht zu bezweifeln, daß Gott vertraulich mit seinen Freunden spricht und besonders jene mit Gnaden beschenkt, die Er zu großen Werken auserwählt hat. Ja, wunderbar ist Gott in seinen Heiligen.

Barbara hört den Heiland am Vigiltag von Christi Himmelfahrt 1898 sagen:

„Siehe, alles, was Ich in dir wirke, hat nur einen Zweck, und der ist, daß Ich das Leben Meiner Kirche wieder erneuern will. Da so viele abgewichen sind und Mich hinausgeworfen haben aus ihrem Herzen, tut es sehr not, einen lebendigen Glauben zu haben, und diesen Glauben durch gute Werke zu betätigen. Wie geht dies aber anders als nur dann, wenn der Christ sich wieder eng anschließt an das Leben Meiner Kirche, d. h. an Mich selbst, der Ich unter euch wohne im Allerheiligsten Sakrament.“

Ebenso am Feste Pauli Bekehrung 1900: „Es gibt doch noch viele gute Christen, die sich zur Aufgabe gesetzt haben, das Reich Jesu Christi wieder herzustellen, all ihr Sein und Leben einzusetzen, um die Christen wieder zurückzuführen zum guten alten Glauben, indem sie überall das eucharistische Leben anfachen. Durch den öfteren Empfang der heiligen Kommunion wird neues Leben in die Christenheit eingegossen werden. Ein neues Leben wird wieder beginnen. Die ganze Welt muß erneuert werden dadurch, daß zuerst die Kirche erneuert wird, aber das kann nur geschehen auf dem Wege, den Ich, Jesus, selbst gegangen bin.“

Am Gründonnerstag 1898 mahnt der Heiland: „Schließt euch an die Kirche an, und nicht um ein Haarbreit weichet von ihr ab.“ Ebenso am Fronleichnamsfeste 1897: „Niemals kann eine Seele, die sich lostrennt von der Kirche, die nicht unter der Leitung des Priesters wandelt, den rechten Weg wandeln. Sie wandelt den Weg der Eigenliebe und des Hochmutes.“

Oder die Mutter Gottes am 2. Freitag im Oktober 1897: „Der Gehorsam geht über alles bei einer Seele, die mit meinem Sohn verbunden ist. Diese ist dem Gehorsam unterworfen und soll nur gehorsam sein ihren sichtbaren Vorgesetzten. Dies ist das sicherste Zeichen, daß sie nicht irregeht.“

Das ganze Schrifttum der Barbara Weigand hat zum Ziel: Die Verehrung und Verherrlichung des Herrn in der heiligen Eucharistie und die Annahme seines Kreuzes, wozu er uns immer wieder einlädt. Gewiß hat das Gebet und das Leiden der Barbara Weigand viel dazu beigetragen, daß Papst Pius X. das berühmte Kommuniondekret erließ, das die Frühkommunion empfiehlt und den häufigen Kommunionempfang, zum größten Erstaunen vieler damaliger kirchlicher Behörden. Als Zeichen der Dankbarkeit für dieses große kirchengeschichtliche Ereignis soll nach dem Willen Gottes eine vom Herrn selbst gewünschte Eucharistische Kirche in Schippach gebaut werden: Es zeichnet sich ab, daß das kommende Zeitalter ein eucharistisches sein wird, das mit dem Triumph des Unbefleckten Herzens Mariens beginnen wird. Der Eucharistische Liebesbund soll einen Damm bilden gegen die anschwellende Verunehrung des Allerheiligsten Altarsakramentes.

So sagte der Herr zu Barbara Weigand: „Einen Damm will ich bilden. Dieser Damm soll entstehen aus allen Klassen von Menschen, vom Papst angefangen bis herunter zum Hausknecht, bis zur letzten Dienstmagd, von der Ordensfrau bis zur armen Ehefrau im ärmsten Dachstübchen. Diese sollen vereint beten, den Himmel bestürmen um das Wohl der Völker, damit meine Kirche wieder aufblühe, wieder auf den Leuchter gestellt werde, von wo aus alle Völker der Erde sie sehen können.“

Um diesen Liebesbund ins Leben zu rufen, wurden Statuten erstellt, die im Jahr 1914 die kirchliche Anerkennung erhielten. Es sollen daraufhin bis zu 60.000 Mitglieder beigetreten sein.

Die Aufnahme geschieht durch die einmalige und innige Bitte nach der heiligen Kommunion an Jesus, er möge sich würdigen, daß man in diesen Liebesbund aufgenommen werde. Dabei kann man sich eines in den Statuten aufgezeichneten Weihegebetes bedienen. Das Aufopferungsgebet am Morgen richtet sich an Jesus, als den Bräutigam der Seele, mit der Bereitschaft, alle Leiden und Widerwärtigkeiten anzunehmen, auf daß bald eine Herde und ein Hirte werde. Das Aufopferungsgebet am Abend richtet sich zunächst an den heiligen Schutzengel und dann an die Mutter Gottes, daß sie alles, was mangelt, ersetzen und es in dem Kostbaren Blut Jesu reinigen und vervollkommnen möge, mit einem besonderen Gedenken an den Heiligen Vater, und um die Bekehrung der Sünder zu erlangen.

Die „Barbara-Weigand-Gesellschaft e.V.“, Elsenfeld-Schippach, hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Andenken an diese Frau zu bewahren und die „Schippacher Schriften“ der Barbara Weigand zu erhalten und bekannt zu machen. Ermutigt durch die Weisung von Papst Paul VI., der während des II. Vatikanischen Konzils das Recht der Gläubigen, ihre geistlichen Erfahrungen und Erkenntnisse zu veröffentlichen, bestätigt hat, soll nun allen Interessierten dieser „geistliche Schatz“, der lange unbeachtet blieb, geringgeschätzt wurde und fast vergessen war, zugänglich gemacht werden.

In seinem Vortrag anläßlich der Feierstunde des Theresienwerkes in Luzern am 24. September 1983 kommt der Bamberger Erzbischof Dr. Karl Braun zu einer für die Wege der Mystik keineswegs überraschenden Schlußfolgerung, nämlich, – daß „der Weg der Liebe, den uns Christus zutraut, kein bequemer Spaziergang ist. Nicht immer gelingt uns auf Erden dieses Lieben, da die Schwierigkeiten uns oft den Mut nehmen. Im Himmel jedoch, wo wir das ganze Leben überschauen, werden wir entdecken, daß wir manchem schwierigen Menschen dafür zu danken haben, daß er uns ,Schleifstein zur Vollendung’ war“ (aus „Ich habe meinen Platz in der Kirche gefunden“ – Begegnung mit Therese von Lisieux – Johannes-Verlag, Leutesdorf 2. Auflage 1987). Für die Schippacher Mystikerin Barbara Weigand war ihr Lebensweg keineswegs ein leichter Weg, aber erfüllt von der Liebe zu ihrem Herrn und Meister.

Beten wir nun voller Hoffnung, daß die Schriften der Barbara Weigand zur Vertiefung und weiteren Verbreitung des göttlichen Willens beitragen und die Verehrung der heiligen Eucharistie und eucharistischen Anbetung in allen katholischen Kirchen, insbesondere in der Friedens- und Wallfahrtskirche in ihrem Heimatort Schippach, gepflegt werde.

Barbara-Weigand-Gesellschaft e.V. Elsenfeld-Schippach

Der Vorstand

Entstehungsgeschichte der Aufzeichnungen

Von Msgr. DDr. Wilhelm Büttner wissen wir erfreulicherweise recht genau, welchen Schicksalsweg die „Schippacher Schriften“ genommen haben. Zum besseren Verständnis derselben soll er hier nachgezeichnet werden.

Mit den folgenden Worten beginnt Barbara Weigand im Jahre 1894 ihre inneren Erlebnisse aufzuzeichnen: „Nachdem ich arme und unwürdige Magd des Herrn vom Jahre 1886 bis 1894 in der Stadt Mainz unaussprechlich viele Gnaden vom Herrn empfangen habe, will ich aus Dankbarkeit gegen Ihn wenigstens dieses Jahr 1894 anfangen, einiges aufzuschreiben, daß ich die Danksagung nicht vergesse“. Von da an schrieb sie bis herauf in ihr Greisenalter Notizen über ihr Leben und ihre seelischen Zustände. Im Jahre 1895 hatte sich der Schippacher Jungfrau eine sehr gebildete Mainzer Dame angeschlossen, Fräulein Luise Hannappel, welche nun ihrerseits den Hauptteil der Aufzeichnungen machte, die unter dem Namen „Schippacher Schriften“ bekannt geworden sind.

Urschriften und Abschriften

Leider stehen die meisten ihrer handgeschriebenen Zettel nur in Abschriften zur Verfügung, da die Urschriften anläßlich der behördlichen Untersuchungen an die kirchlichen Vorgesetzten eingeschickt oder von diesen eingefordert wurden und sich daher unter den Ordinariatsakten von Mainz und Köln und beim Heiligen Offizium in Rom befinden. Die Akten des Ordinariats Würzburg wurden am 16. März 1945 ein Raub der Flammen.

Die Abschriften fertigten zumeist Luise Hannappel, also eine Augen- und Ohrenzeugin, Frau Zulauf, Frl. Stahl und ein Herr Schweratt an; sie tragen die eigenhändige Unterschrift von Barbara Weigand und sind damit den Urschriften gleichzustellen.

Einen guten Überblick über ihre Erlebnisse bis zum Jahr 1896 gibt das Heftchen „Leben“ (84 Seiten), das sie im Jahre 1896 auf Veranlassung ihres damaligen Seelenführers Pater Ludwig O.Cap. anfertigte. Diese in Band 1 S. 38-76 übernommenen Aufzeichnungen sind in schlichter Form verfaßt, ohne streng eingehaltene zeitliche Aufeinanderfolge. Inhaltlich bringen sie offen und aufrichtig Gutes und weniger Gutes über die Schreiberin zum Ausdruck und sind damit ein ehrliches Selbstzeugnis. Die Schreiberin schließt mit dem Bekenntnis: „Dieses ist mein Leben und einige der Gnaden, die ich glaube, daß der liebe Gott sie in mir gewirkt hat.“

Die Gnadenerweise seit dem Jahre 1887 schrieb sie auf Befehl ihres Beichtvaters Pater Alphons O.Cap. nieder, dem sie diese Aufzeichnungen regelmäßig zu überbringen hatte. Darin erwähnt sie: „Als ich diesem von meinen übernatürlichen Dingen gesagt hatte, wies er mich anfangs barsch ab. Später aber befahl er mir, alles aufzuschreiben, und ihm zu bringen. Dies tat ich auch mehrere Jahre hindurch, bis kurz vor dem Tode meines Bruders“ († 5. April 1892). An anderer Stelle bemerkt sie, daß sie drei Jahre lang dem Pater ihre Aufzeichnungen gebracht habe.

Wiederum schreibt sie im Jahr 1893: „Sechs Jahre vorher hatte mir derselbe Beichtvater befohlen unter Gehorsam, nichts zu verschweigen von meinen übernatürlichen Gnaden, ihm stets alles aufrichtig zu sagen, und weil ich im Beichtstuhle nicht alles sagen konnte, befahl er mir, es aufzuschreiben und ihm zu bringen, und wenn es noch so schlecht geschrieben war, weil ich meistens bei der Nacht und im kalten Zimmer schreiben mußte und mich deswegen entschuldigte, sagte er jedesmal beruhigend: ,Kümmere dich nicht, ich kann es lesen.’“ Diese Aufzeichnungen sind im Kapuzinerkloster zu Mainz nicht mehr vorhanden.

Auch später, als die Aufzeichnungen während der Ekstasen bereits von anderen Personen vorgenommen wurden, kam es öfters vor, daß Barbara Weigand nach Rückkehr in den natürlichen Zustand noch eigenhändig ihre Erinnerungen niederschrieb. Ferner stammen von Barbara Weigand die meisten Aufzeichnungen nach 1900 und aus jenen Zeiten, in denen der Freundin das Aufschreiben von der geistlichen Behörde untersagt worden war. Nach 1910 finden sich nur noch gelegentlich Einträge von ihr, ebenfalls aus dem Gedächtnis wiedergegeben. Über die Zeit von 1907 bis 1909 gibt es eine aufschlußreiche Bemerkung in einem Brief Barbara Weigands an den Generalvikar von Mainz vom 5. März 1909, worin sie schreibt:

„Nach dem Tode des P. Ludwig († 12. Juni 1907) richtete ich mich nach dem Willen meines Beichtvaters, den ich aus wichtigen Gründen nicht angebe, so daß ich lange Zeit nicht einmal Briefe beantwortete, bis er mir sagte: ,Ich erlaube Ihnen, nun einen anderen Seelenführer zu wählen; denn die Freiheit des Geistes ist jedem Christen gestattet.’ Darauf sah ich mich um nach jemand und erhielt die Erlaubnis, die Gnaden aufzuschreiben; aber nur einmal dürften sie aufgeschrieben und ihm zugeschickt werden. So wird es auch gehalten in letzter Zeit.“

Noch in ihrem höchsten Greisenalter schrieb sie innere Erleuchtungen auf und brachte sie ihrem Beichtvater. Dazu glaubte sie sich durch die innere Stimme gedrängt, wie sie z. B. im Jahr 1904 ihrem Beichtvater berichtet: „Am Anfang der Woche sagte der Herr: ,Diese Woche schreibe auf, was Ich dir sage, und richte dich, es bis Samstag deinem Beichtvater einzuhändigen.’“

Begonnen hatte alles am Dreifaltigkeitssonntag 1880. Da hörte sie die Worte: „Siehe, alle Fehler, die du begangen und beweinst, will Ich dir verzeihen, wenn du oft kommunizierst!“

1901 versichert sie in einem Brief an das Ordinariat Mainz: „Alles, was ich schreibe, tue ich, weil ich innerlich dazu aufgefordert werde.“

Aufzeichnungen der Luise Hannappel

Der weitaus größte Teil der Aufzeichnungen stammt jedoch von Luise Hannappel, die bis zu ihrem Tode am 15. Dezember 1923 in unverbrüchlicher Freundschaft zu Barbara Weigand stand und Freud und Leid mit ihr teilte. Wie sie mit ihr bekannt wurde, mag uns Luise Hannappel mit ihren eigenen Worten erzählen, wie sie in ihrem Bericht an den Bischof von Würzburg niedergelegt sind:

„Da noch nicht lange meine Mutter gestorben war, ließ ich nicht nur viele heilige Messen lesen, sondern bat auch meine Haushälterin, die mit vielen frommen Personen bekannt war, mir einige ihrer Bekannten zuzuführen, um ihnen ein Melcherskreuz zu geben mit der Bitte, für meine liebe Verstorbene einmal den Kreuzweg zu beten. Auf diese Weise lernte ich Barbara Weigand kennen. Denn eines Tages kam meine Haushälterin und sagte: ,Ich weiß aber noch eine gute Beterin, die ist die frömmste in der ganzen Stadt!’ Sie führte mir dann gleich darauf, meinem Wunsche entsprechend, Barbara zu. Doch blieb das bei einer kurzen Gebetsempfehlung, die aber dann so oft wiederholt wurde, als ich Barbara bei einem Kirchgang traf.

Da es nun vorkam, daß ich sie lange nicht mehr sah und ich, nach dem Grunde fragend, hörte, daß sie krank sei, erkundigte ich mich nach ihrer Adresse, ging hin und fand sie an einem Freitagmorgen acht Uhr zwischen vier Wänden in Ekstase mit himmlischen Wesen laut redend. Meine Seele war davon derart erschüttert, daß ich, noch ehe die Ekstatische zu sich kam, zu meinem und zugleich zu ihrem Beichtvater (P. Alphons O.Cap.) lief, ihm davon Kenntnis zu geben.

,Wenn so etwas sein kann’, sagte er, ,so kann das hier echt sein; denn ich beobachte die Person schon seit acht Jahren und ich habe noch niemals jemand so andächtig den Kreuzweg beten sehen wie diese.’“

Nachdem sie dann auf den Rat des Paters hin noch die Meinung ihres Bruders, Pater Ludwig O. Cap., eingeholt und über Barbara Weigand sorgfältige Erkundigungen eingezogen hatte, worüber abermals „einige Monate“ vergingen, nahm sie zu Barbara fortan eine positive Haltung ein. Auch glaubte sie sich schon damals von Jesus zum Aufschreiben seiner Offenbarungen ermuntert, als Er durch Barbara Weigand zu ihr sprach: „Meine Tochter! Willst du bei Tag und Nacht bereit sein, wann immer Ich dich rufen werde, Meine Stimme zu hören und sie der Menschheit zu übermitteln? Die Kraft dazu werde Ich dir geben.“ Das war im Frühjahr 1895, wie wir von Pater Alphons wissen, dessen Beichtkind Barbara Weigand seit 1887 war. Auch andere Zeugnisse bestätigen dieses Datum. So gibt es ein von Luise Hannappel im Jahr 1907 geschriebenes Blatt, in dem sie den Vorwurf abwehrt, sie „mache“ die Sache. Darin redet sie von einem „Bekanntwerden Barbaras mit mir 1895“, und wiederum: „Als Lieschen (gemeint ist die andere Freundin) 1894 vom Herrn herbeigeführt wurde, um Babett (Barbara Weigand) im Leiden beizustehen, da blieb sie von da an Zeuge, also ein Jahr vor mir.“

Luise Hannappel besaß nach ihrer eigenen Aussage eine besondere Gewandtheit im Schnellschreiben und versuchte, mit dem Redestrom der Ekstatischen gleichen Schritt zu halten, was ihr aber, wie sie später selbst gesteht, nicht immer gelang. So bemerkt sie im Anhang zum „Leben“, sie habe anfangs nicht alles zu Papier bringen können, sondern „fast die Hälfte ausgelassen“, bis sie sich nach und nach hineingeschult habe. Am Schluß der kleinen Selbstbiographie nennt sie „Ende 1895“ als Beginn des regelmäßigen Mitschreibens. Somit sind alle Aufzeichnungen der Jahre 1895–1897 (Band 1 und der überwiegende Teil von Band 2) auf diese noch unvollkommene Weise entstanden. Anfang 1897 erlernte sie die Stenographie, wozu ihr Bischof Haffner selbst ein Lehrbuch zur Verfügung stellte, so daß sie seit „Ende 1897 Wort für Wort, wie es aus dem Munde von Barbara fließt, aufzeichnen kann, ohne etwas zu verändern oder auszulassen, indem sie mit dem Diktat gleichen Schritt hält.“ Einige Einträge in den Schriften stammen von der Schwägerin Barbaras und ihren Dienstmädchen, wie eine Bemerkung vom 31. März 1897 besagt: „Das Leiden begann in der Nacht auf den Sonntag, Schlag Mitternacht. Es war niemand dabei wie ihre Schwägerin, die nur wenig aufschreiben konnte, weil sie dem schnellen Redefluß nicht folgen konnte, darum nur Bruchstücke“; ebenso vom 11. April 1897: „Diesmal machten sich Frau Weigand und die beiden Dienstmädchen daran und schrieben um die Wette auf, und dieses stellte dann die Schreiberin zusammen und Babett fügte dann noch, soviel sie behalten hatte, aus ihrem Gedächtnis dazu, doch ist es bei weitem nicht vollständig.“

Auch ist vermerkt, daß „die Schwägerin dem schnellen Redefluß nicht folgen und deshalb nur weniges aufschreiben kann.“ Von einem authentischen Text kann man deshalb hier nur sehr bedingt sprechen.

Kirchliche Hindernisse

Im Jahr 1896, „gleich nachdem einige Bücher der Mitteilungen voll waren“, brachte Luise Hannappel diese Schriften ihrem Beichtvater Pater Bonifaz O. Cap. mit der Bitte, sie dem Bischof vorzulegen, was der Pater jedoch ablehnte. Infolgedessen glaubte Hannappel, „wegen der freundschaftlichen Beziehungen“, diesen Schritt selber tun zu dürfen. Aber der Bischof untersagte ihr das weitere Aufschreiben. Als Luise Hannappel später den Bischof um Aufhebung des Verbots bat, sagte er nach ihrem Bericht: „Tun Sie von jetzt an, was Ihr Beichtvater sagt“, und sie fügt hinzu: „Dieser erlaubte mir, wieder aufzuschreiben.“

„Unterdessen teilte ich immer dem Bischof das Neueste mit und er empfing mich stets mit Wohlwollen. Wir hielten dann eine Novene zur Unbefleckten Empfängnis, damit die liebe Muttergottes bewirke, daß der Bischof sich klar ausspreche. Und siehe da, als ich in dieser Novene wieder zu ihm kam, sagte der Bischof in ganz feierlichem Ton: ,Von heute an erlaube ich Ihnen aufzuschreiben, und Frau Zulauf darf Ihnen helfen abzuschreiben. An P. Ludwig können Sie es senden, nur hier in der Stadt lassen Sie mir alles ruhig’.“

Das scheint Ende August gewesen zu sein, denn es heißt in einem Eintrag vom 3. September 1896: „Von hier an wurde wieder aufgeschrieben.“ Luise Hannappel ergänzt diese Bemerkung durch eine Notiz in ihrem Lebenslauf: „Seit der Zeit brachte ich dem Bischof bis zu seinem Tod alle acht bis vierzehn Tage das Neueste und nahm das Alte mit zurück, um es ihm dann später gebunden von neuem zu überreichen.“

Als Luise Hannappel am 27. Oktober 1899 wegen der Bußwallfahrten nach Gonsenheim (bei Mainz) vor eine bischöfliche Kommission gerufen wurde und sich auf die obige mündliche Erlaubnis des Bischofs berief, konnte sich der Bischof daran nicht mehr erinnern. Schon fünf Tage später starb er.

An der tatsächlich erteilten Genehmigung zweifelte aber auch der Kommissionsvorsitzende Domkapitular Dr. Brück nicht, wie seine Äußerung ersehen läßt: „Der Bischof will nichts mehr von der Erlaubnis wissen; es muß aber wohl so sein, sonst hätte er Ihnen die Bücher nicht abnehmen dürfen, die er mir zur Prüfung übergab.“ Dagegen wurde 1898 ein abermaliges Verbot von dem neuen Beichtvater ausgesprochen, das jedoch schon bald mit der Versetzung des Paters erlosch.

Das Schicksal der Hefte war ein sehr bewegtes. Im Jahr 1900 mußten alle erreichbaren Exemplare an Bischof Brück (Mainz) ausgeliefert werden. 1909 ging eine Ausgabe an das Ordinariat in Köln, im Dezember 1915 wurden die Heften vom Ordinariat Würzburg zur Berichterstattung an die Päpstliche Nuntiatur eingefordert und am 5. Januar 1916 dem Ordinariat übergeben.

Schon damals scheinen so gut wie keine Hefte mehr im Umlauf gewesen zu sein; denn als der dem Kirchenbau sehr abgeneigte Vorstand des Bezirksamtes Obernburg durch die Polizei nach den Schriften fahnden ließ, konnte diese trotz eifriger Nachforschungen kein Exemplar mehr auftreiben. Nur Barbara blieb im Besitz einer Ausgabe. Die Schriften enthalten zugleich ihren Lebenslauf und den ihrer weitverzweigten Verwandtschaft. Sie haben damit auch familiengeschichtlichen Wert.

Authentizität der Schriften

Bilden die Schriften die zuverlässige Wiedergabe dessen, was Barbara Weigand in ihren Ekstasen tatsächlich gesprochen und in ihren Visionen geschaut hat? Oder haben sie daran Änderungen vorgenommen, vielleicht Teile des Gesprochenen unterschlagen oder Eigenes hinzugefügt?

Soweit die Aufzeichnungen von Barbara Weigand selbst stammen, wissen wir, daß sie erst nach den Ekstasen entstanden sind. Trotz ihres sehr guten Gedächtnisses kann man nicht davon ausgehen, daß sie alles wortwörtlich wiedergeben konnte, was sie vorher gesehen, gesprochen oder gehört hatte. Sicher aber wird die göttliche Gnade sie bei den Aufzeichnungen unterstützt haben.

Auch wenn während der Visionen noch regelmäßig andere Personen anwesend waren (Lieschen Feile, Maria Weigand, Dienstmädchen und andere), stammen doch die weitaus meisten Aufzeichnungen von Luise Hannappel. Sie war eine äußerst gewissenhafte und auch gebildete Frau, der diese Aufgabe von der göttlichen Vorsehung zugeteilt war. Wir können schwerlich unterstellen, daß sie das Gehörte absichtlich anders aufgeschrieben hat, als es an ihre Ohren drang, oder daß sie das ursprünglich Aufgeschriebene bei der Reinschrift entsprechend „zurechtfrisiert“ hätte.

Gegenüber der geistlichen Behörde in Mainz wie auch 1921 gegenüber dem Ordinariat Würzburg erklärte sich Luise Hannappel bereit, einen Eid abzulegen: „1. daß sie die schöne Form nicht hinzugetan, 2. überhaupt keine Form und nichts Wesentliches, sondern daß die formvollendeten Vorträge ganz das Werk der Barbara Weigand sind, 3. daß sie nichts nach eigenem Ermessen abgeändert, erweitert, verschärft habe, 4. daß sie mit größter Gewissenhaftigkeit alles so aufgeschrieben habe, wie das Diktat an ihr Ohr gedrungen sei.“

Wohl sei es möglich, daß bei dem schnellen Diktat und wegen oftmaligen Straßenlärms hie und da ein Wort, ja halbe und ganze Sätze ausblieben, was sonst jede Zweideutigkeit ausgeschaltet hätte. „Durch einen Tadel des Herrn veranlaßt, habe ich hie und da ein einziges Wort, das einen offenkundigen Fehler enthielt, oder ein Bindewort wie ,und’, wo es fehlte, beigefügt oder ein unrichtig placiertes Zeitwort an seine Stelle gesetzt.“ Wenn die Ekstase vorbei war, habe sie mit den Hausgenossen, mit Frau Weigand und den drei Mädchen, mit größter Ehrfurcht die Sache noch einmal durchgegangen, um zu prüfen, ob alles genau mit dem Gesprochenen übereinstimme und ein oder das andere Wort, das sie zusammen noch wußten, beigefügt. Seitdem sie geläufig habe stenographieren können (Ende 1897), habe sie ohnehin alles wörtlich aufnehmen können.

Die Gewissenhaftigkeit der Luise Hannappel beim Aufzeichnen des Gehörten wird „an Eidesstatt“ in einer feierlichen Erklärung auch von Maria Weigand bezeugt, die den Ekstasen ihrer Tante regelmäßig beiwohnte, und auch von Pater Felix Lieber O.F.M. bestätigt, der seit 1909 die Seelenleitung Barbara Weigands innehatte. Pater Felix schrieb wörtlich:

„Gleich zu Anfang, als meine Wenigkeit 1909 die Seelenleitung der Barbara Weigand übernahm, forderte ich von der Schreiberin, Fräulein Hannappel, Rechenschaft über die Art und Weise, wie sie niederschrieb. Ich muß hiermit offiziell bezeugen, daß sie das mit der größten Gewissenhaftigkeit und Genauigkeit tat, ohne von dem ihrigen ein Wort beizufügen oder etwas eigenmächtig auszulegen oder zu erklären. In zweifelhaften Fällen fragte sie (selbst in meiner Gegenwart) die Barbara Weigand, wie sich der Herr oder die Mutter Gottes ausgedrückt hatte; und was nicht mehr zu ermitteln war bei späteren Mitteilungen, ließ sie es eben dabei, so daß ich sagen muß: Sie war beim Niederschreiben der Mitteilungen durchaus gewissenhaft, ich möchte fast sagen skrupulös, wie ich das bei verschiedenen Gelegenheiten in der Zeit meiner Seelenleitung feststellen konnte.“

Es liegt also kein Grund vor, die Ehrlichkeit der Schreiberin in Zweifel zu ziehen. Daß Luise Hannappel gewissenhaft handelte, mag man auch daraus ersehen, daß sie Aussprüche, die offenbar nicht übernatürlichen Ursprungs waren, nicht unterschlagen hat, was ihr doch ein Leichtes gewesen wäre. Wo Luise Hannappel stenographisch mitschrieb, dürfte somit der Text den Anspruch auf größtmögliche Authentizität besitzen.

Man darf allerdings nicht übersehen, daß sie bis Ende 1897 nicht stenographierte, sondern die Aufzeichnungen handschriftlich, teilweise auch nur bruchstückhaft vornahm, oder gar nicht schreiben konnte oder daß an ihrer Stelle nur die Schwägerin und die Dienstmädchen in ihrer unbeholfenen Art schrieben. In all diesen Fällen kann man nicht von einer wortgetreuen Wiedergabe ausgehen. Selbst Luise Hannappel gibt wiederholt ausdrücklich zu, wegen des starken Redestroms Barbara Weigands nicht mitgekommen zu sein: „Am Feste Christi Himmelfahrt war der Redefluß so gewaltig, daß nicht mitzukommen war und vieles verlorenging“ oder „Der Redefluß war heute so stark, daß die Schreiberin mehrmals einen Satz fahren lassen mußte, um gleichen Schritt halten zu können.“ Auch von Auslassungen redet sie ausdrücklich, daß sie „oft nicht zu schreiben imstande war“ ob der großen Zärtlichkeit des höchsten Herrn oder „heute hat Schreiberin sehr vieles ausgelassen, so daß sogar der Zusammenhang fehlt.“

Dennoch muß man das allermeiste in den Schippacher Schriften als getreue Wiedergabe des während der Ekstase Gesprochenen anerkennen. Entsprechend hat sich Barbara Weigand auch zeitlebens zu ihren Schriften bekannt.

Betrachten wir andere Offenbarungen, so können wir denen an Barbara Weigand sogar eine besondere Verläßlichkeit zubilligen, weil die göttliche Vorsehung bei ihr den Weg der Laut-Ekstase wählte und damit anderen Anwesenden das Mithören und Mitschreiben ermöglichte, während bei anderen Offenbarungen das innerlich Geschaute und Vernommene erst nach dem Geschehen aus der Erinnerung aufgeschrieben werden konnte.

Von den Offenbarungen der heiligen Gertrud wissen wir z.B., daß das erste Buch und der Schlußteil des fünften Buches nicht von ihr selbst, sondern von einer ihrer Mitschwestern verfaßt wurde; und dem Schreiber der heiligen Brigitta wird vom Heiland ausdrücklich gestattet, „um der Schwachen willen beizufügen, was notwendig und nützlich sei.“ Der heiligen Hildegard wurde in einem Gesichte aufgetragen, ihre Offenbarungen aufzuschreiben, aber die Form von einem anderen feilen zu lassen.

Drucklegung

1990 holten die damaligen Vorstandsmitglieder der Barbara- Weigand-Gesellschaft e.V. die „verstaubten“ Oktavhefte der „Schippacher Schriften“ aus dem gerade entstehenden Archiv, und Frau Rita Seithel aus Aschaffenburg begann, die in alter deutscher Sütterlin-Schrift verfaßten Handschriften auf einer elektrischen Schreibmaschine abzuschreiben. Sie schrieb in knapp fünf Jahren 4.062 Seiten und einige Anlagen. Bei den letzten Seiten angelangt verstarb sie.

1996 haben die von der Barbara Weigand Gesellschaft e.V. mit der Schriftleitung verantwortlich betrauten Personen damit begonnen, diese Schreibmaschinenseiten einzuscannen, um daraus Textdokumente für den Buchdruck zu erzeugen. Die Schrifterkennung wies jedoch zu viele Fehler auf, so daß der größte Teil der Texte ein weiteres Mal abgeschrieben und Wort für Wort verglichen wurde, was nochmals fünf Jahre in Anspruch nahm. Aus diesen Textdokumenten entstand die vorliegende Gesamtausgabe der „Schippacher Schriften“.

Zunächst erschien jedoch Band 1 der „Schippacher Schriften“ und eine separate „Lebensbeschreibung der Barbara Weigand“, letztere verfaßt vom Msgr. DDr. Wilhelm Büttner, dem großem Kenner und Förderer der Barbara Weigand. Diese Schriften sind in kürzester Zeit verteilt worden, so daß ein Nachdruck notwendig geworden wäre.

In dieser Situation wurde dank der göttlichen Vorsehung die Schriftleitung auf Wohltäter aufmerksam gemacht, die Druck und unentgeltliche Verbreitung einer Gesamtausgabe der „Offenbarungen an Barbara Weigand“ ermöglichen.

Zur Druckvorbereitung wurden die Texte von einem Korrektor einer weiteren Kontrolle nach alter deutscher Rechtschreibung unterzogen. Da die Aufzeichnungen zum Teil aus langen, vielfach verschachtelten Sätzen bestehen, sind manche Abschnitte nicht ganz leicht zu lesen. In Einzelfällen ist deshalb der innere Zusammenhang des Satzes durch vorsichtige Änderung von Satzstruktur und Zeichensetzung, auch durch Einfügung oder Verschieben von einzelnen Hilfswörtern, sichtbarer gemacht worden. Inhalt und Sprachstil wurden dabei nicht berührt. Am Fronleichnamsfest 1897 (Bd. 2 Nr. 175) sagte der Heiland dazu:

„Es soll alles, wie es ist, wie Ich Mich offenbare, abgeschrieben werden, und wo ein Fehler vorkommt, woran die ungeschickte Sprache Meiner Dienerin schuld ist, oder großen Anstoß erregen könnte, soll er verbessert werden. Aber alles, was die Belehrungen anbelangt, soll geschrieben werden, denn es ist nicht für ein Jahr und nicht für diese Zeit allein, es ist für die Zukunft geschrieben.“

Jede Offenbarung wird mit einer laufenden Nummer und dem Tag gekennzeichnet, an dem sie stattgefunden hat. Daran schließt sich bei längeren Offenbarungstexten eine Kernaussage an, die wörtlich aus dem nachfolgenden Text entnommen wurde und eines der angesprochenen Themen einprägsam zusammenfaßt. Diese Kernaussagen wurden auch in das Inhaltsverzeichnis übernommen, das seine Funktion dadurch noch besser erfüllen kann. Auf ein Sachwortregister wurde verzichtet.

Allen Freunden, die an der Erstellung und Herausgabe dieses Gesamtwerkes der „Schippacher Schriften“ mitgewirkt oder dazu beigetragen haben, danken wir sehr herzlich. Besonders gilt unser Dank der Stiftung „Fond der Barmherzigen Liebe“ in Weihungszell und dem „KSA Kath. Schriften-Apostolat“ in Ochsenhausen.

Friedrichsdorf, im Juni 2002

Die Schriftleitung

Zur größeren Ehre Gottes und zur Verherrlichung der unbefleckten Jungfrau und Gottesmutter Maria

362 Vigil vom Herz-Jesu-Fest 1900

„Weil das ganze katholische Volk verdorben ist, weil weitaus die meisten Katholiken mehr jener Sekte zuneigen als zu Meiner Fahne.“

 

Lied: Sei im Jubelschall ...

Barbara: „Mein Jesus, ich danke Dir für das unaussprechliche Glück, daß Du Dich würdigst, herabzusteigen. Mein Jesus, wie bist Du so gut, so lieb! Ich sehe den heiligen Aloysius, den heiligen Antonius, den heiligen Johannes den Täufer, und eine unzählige Menge. Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden. Ja Friede, Friede.“

Jesus: „Komme, komme, Meine Tochter! Weißt du noch, wie Ich Mich herabließ zu dir? Gelobt sei Jesus Christus! Seht, als Ich den geistigen Bund mit dir einging, als Ich Mich, was Ich wenigen Seelen zuteil werden lasse, geistigerweise mit dir vermählte an eben einem dieser Tage, da hattest du freilich keine Ahnung, was du alles noch um dieser geistigen Vermählung willen zu leiden habest. Aber wisse nun, wenn du etwas mehr zu erdulden hast als deine zwei anderen Freundinnen, deine zwei Schwestern, daß du auch noch etwas mehr Vorrecht hast als sie. So innig, so wie Ich Mich mit dir vermählte und verband, dieses Glückes können sie sich nicht rühmen, obwohl sie auch Meine liebsten Kinder sind.

Aber, Meine Tochter, weil du mit Mut und Entschlossenheit von dem Tage an, an dem du einmal angefangen hattest, Mir zu dienen, all die Einsprechungen, die Mein Geist dir zuflüsterte, befolgtest, habe Ich dich ausersehen, ein Werk durch dich durchzuführen, welches vielen, vielen zum Heile gereichen wird und soll, denn die Einführung der öfteren Kommunion ist ein Werk, das Meiner Kirche von großem Vorteil ist und zu großem Nutzen gereichen wird, aber auch zu großer Verherrlichung. Denn wie die Mitglieder einer Familie, je treuer sie zusammenhalten, je inniger sie untereinander verkehren und alles Leid und Freud zusammen tragen, die Familie um so mehr vorwärtsbringen, so wird durch all die Mitglieder der einen großen Gottesfamilie, Meiner heiligen Kirche, je inniger sie sich zusammenscharen um Meinen Tisch – denn dort ist der Familienvater, dort teilt Er Seine Räte aus und Seine Gnadenschätze über all Seine Kinder –, desto herrlicher sich die Gottesfamilie emporschwingen, desto reichlicher werden die Gaben ausfallen, welche die Kinder vom Vater erhalten, denn die Familie, die treu zusammenhält, wird auch vorwärtskommen. So wird die Kirche, die Ich gestiftet, nur dann wieder vorwärtskommen und zur Blüte gelangen, wenn die einzelnen Glieder der Gottesfamilie treu zusammenstehen, treu sich scharen um den einen großen Tisch, der da bereitet ist, den Ich Selbst bereitet habe.

Nun gibt es aber nur wenige Seelen, die es aushalten, wenn es an die Ehre geht. Freilich gibt es viel bessere Seelen und man hat Recht, wenn man sagt, eine solche Seele müsse in der höchsten Stufe der Vollkommenheit begründet sein. Wenn Ich aber Mir eine Seele nehmen wollte, die da in stiller Abgeschiedenheit von der Welt lebt, in einer Klostermauer eingeschlossen, wenn diese Klosterfrau dort sagen wollte: ‚Eine innere Stimme sagt mir, daß ich dieses oder jenes sagen soll‘, dann ist schon die Regel, daß die Oberin dem entgegentritt und sagt: ‚Der Gehorsam gebietet dir zu schweigen!‘ Und wenn dann der Beichtvater sagt: ‚Hinweg mit solchen Frömmeleien‘, dann ist es geschehen, dann hat die Seele nicht mehr den Mut, Meiner Stimme weiterhin Gehör zu schenken. Darum habe Ich Mir an der Heeresstrasse des Lebens eine Seele erwählt, um durch sie Meine Pläne durchzuführen.

Weißt du noch, wie du von deinem Beichtvater zu deinem Pfarrer geschickt wurdest und er dir sagte: ‚Gehe hin und bitte meinen und deinen Pfarrer, denn du gehörst zu einer Filiale, und ich stehe unter der Leitung deines Pfarrers und dieser muß mir die Erlaubnis geben. Ich darf dir die Kommunion nicht mehr geben, ohne daß der Pfarrer es erlaubt, und er verbietet es mir. Darum gehe du selbst hin und bitte ihn darum!‘

Weißt du noch, wie er dir antwortete? ‚Nein, und ich sage dir, daß ich erfahren habe, daß es nicht gut ist, öfter zu kommunizieren, je seltener, desto besser. Diejenigen, die selten die Kommunion empfangen, die empfangen sie gut.‘ Wenn man solche Gesinnungen findet, und diese findet man häufig, ja sehr häufig, auch unter den Priestern, da sollte es möglich sein, einer Seele zu Hilfe zu kommen, die da einen guten Weg wandeln will. Siehe, das Verlangen, das du hattest in deiner Jugend, wenn du dich arm und schwach fühltest und glaubtest verlorenzugehen, wenn du dich nach Mitteln umsehen wolltest, um neue Kräfte zu gewinnen, um den Weg weitergehen zu können, siehe, so gibt es viele Seelen in der Welt, die wirklich sich Mühe geben wollen, um den Weg der Vollkommenheit zu betreten und vorwärts zu kommen, aber sie haben nicht den Mut, ihren Vorgesetzten lange entgegenzugehen, wenn diese einmal sagen: ‚Ich erlaube es dir nicht!‘ Dann bleiben sie zurück, und dies möchte Ich verhüten. Ich möchte so mancher guten Seele zu Hilfe kommen. Darum mußt du alles durchmachen. Du mußt geprüft werden wie das Gold im Schmelzofen. Du mußt, was du schon bisher von deinen Vorgesetzten ertragen und erduldet hast, von deinesgleichen und von deinen Mitmenschen, erdulden bis zum letzten deiner Tage. Es wird nicht anders werden. Ich sage es dir schon im voraus.

Ihr aber, die ihr euch an sie angeschlossen, ihr müßt dasselbe mittragen, weil ihr auch denselben Lohn ernten sollt wie sie, obwohl Ich Mich mit ihr vermählte durch ein innigeres Band wie mit euch, denn dieses Band ist es, weshalb Ich zu ihr herabsteige, weil sie eine andere Aufgabe hat und mehr erdulden muß persönlich und geistig wie ihr, deswegen aber kein anderes Vorrecht hat vor euch. Einstens, wenn ihr eingegangen sein werdet, sollt ihr die nämliche Krone tragen wie sie und die nämliche Glorie genießen wie sie. Aber allen sollt ihr ein Vorbild werden, denn wißt, die Leiden, die ihr zu erdulden habt, haben noch gar viele zu erdulden, und viele werden sie mutlos und schwach und möchten rückwärtsgehen, weil sie auf andere schauen und mit der Welt liebäugeln wollen. Diesen allen sollt ihr zum Vorbild werden.

Denn wißt, schon viele haben gut angefangen und sind eine Zeitlang vorwärts geschritten und haben treulich Mir gedient. Auf einmal kam ein Sturm, ein Leiden und Ungemach, oder sie wollten eine sinnliche Freude sich erlauben, wenn auch noch unschuldig, und mit dieser sinnlichen Freude ging es weiter, und sie gewannen die Welt wieder lieb, und geschehen war es um sie. Sie gingen zurück und gingen zur Fahne Satans über.

So wird es aber gar vielen gehen, die nicht treu zu euch halten, die nicht den Weg gehen wollen, den ihr geht. Man sagt, es gibt noch viele, ja noch viele, es ist nicht notwendig, es so wie diese zu machen. Ja, ja, Meine Kinder, es ist nicht notwendig, Ich muß mit allen zufrieden sein, die es auch anders machen, selbst mit denjenigen muß Ich zufrieden sein, die nur am Sonntag eine heilige Messe hören, die nur alle Jahre einmal die heiligen Sakramente empfangen, die nur noch die Zehn Gebote, die Ich auf Sinai gab, halten wollen. Auch mit diesen muß Ich zufrieden sein.

Dies sind aber jene, die Ich dir gezeigt habe damals, als Ich dir Meine Leiden klagte, als Ich dir Mein Herz zeigte und alles, was in diesem Herzen vorgeht, wie Ich dir die Spaltung zeigte, die in jetziger Zeit in der Menschheit entsteht, wie Ich dir zeigte, wie die Kinder Meiner spotten, wie sie die Zunge gegen Mich herausstreckten, weil sie nicht mehr zu Meiner Fahne halten, sondern zu Satans Fahne übergegangen sind, noch ehe sie die Kinderschuhe ausgetreten haben. Dort schon zeigte Ich dir, daß eine Zeit kommt, die Zeit, in der ihr lebt, und daß nur diejenigen, die treu und eng sich an Mich anschließen, an Mich anklammern, die sich eng um Mich herumscharen, Mir zugehören, daß Ich nur auf diese zählen und rechnen kann.

Ich zeigte dir wohl, daß jene noch gerettet werden, die draußen auf dem äußersten Rand gehen, daß sie aber so nah am Abgrund stehen, daß, sobald man eine Hand wendet, umwendet, sie mit in den Abgrund hineingeraten und auf ewig verschlungen werden, auf ewig mit dem Abgrund zugrunde gehen. Um nun aber Meine Kinder eng um Mich zu scharen und ihnen Anteil an Meiner Liebe geben zu können, um sie trösten zu können in all den vielen Bedrängnissen, womit Ich sie überhäufen muß – je bevölkerter die Erde wird, desto mehr steigen die Leiden, und je gottloser die Welt wird, desto mehr steigen die Wasser der Trübsale und desto inniger wird die Liebe Meines Herzens zu denen, die noch treu zu Mir stehen, die ausharren unter all den Prüfungen, die über die gottlose Welt verhängt sind –, darum muß Ich bis hinaus ins letzte Dorf, wo noch ein Priester steht, wo Ich noch aufbewahrt werde im Allerheiligsten Sakrament, Meinen Kindern den Weg, den Zutritt zu Mir verschaffen, damit die Zahl Meiner treuen Kinder größer werde.

Siehe, wenn man dich fragt, woher du denn wüßtest, daß es der Herr sei, der in dir redet, dann sage ihnen: ‚Woher wißt ihr denn, daß es der Herr ist, der diese Kirche gestiftet, der ihr angehört?‘ Und sie werden dir antworten: ‚Weil wir es wissen von der Lehre, die Er Selbst vom Himmel gebracht, die Er Selbst durch Seine Apostel uns übertragen, und die wir lehren müssen, weil Er uns den Auftrag dazu gab.‘ Nun denn, dann sage ihnen: ‚Warum glaubt ihr dies?‘ Und sie werden dir sagen: ‚Wir glauben es, weil es der Sohn Gottes Selbst ist, der es uns gesagt hat.‘ Nun denn, wenn der Sohn Gottes Selbst es ist, der euch diese Lehre gegeben, warum zweifelt ihr, daß der Sohn Gottes Selbst es sein kann und sein muß, der eine Seele in Besitz genommen, da ihr doch selber es lehrt, daß der Heilige Geist es ist, der Seine Kirche leitet, der Seine Kirche gestiftet, und daß diejenigen, von denen ihr saget, daß sie es euch übertragen, die Apostel nämlich, doch mit dieser Übertragung eures Amtes euch dasselbe gesagt, und daß, wer euch nicht hört, dasselbe Wehe trifft wie denjenigen, der den Tempel Gottes entheiligt, denn der Tempel Gottes seid ihr.

Wenn nun jede Seele ein Tempel Gottes ist, warum wollt ihr nicht glauben, daß Ich in einer Seele wohne? Wenn sie dir weiter sagen, daß das Leben einer solchen Seele übereinstimmen müsse mit dem, was sie sagt, und du seiest noch eine unvollkommene Seele, dann sage ihnen, daß die Vollkommenheit erst im Himmel anfange, daß alle Menschen, solange sie noch auf Erden leben, unvollkommene Geschöpfe seien. Die Heiligkeit beginnt erst mit dem Tode, denn solange das Geschöpf ein sterbliches Wesen ist, so lange steht es noch in Gefahr zu sündigen, und es hat seine Unvollkommenheiten an sich wie alle Geschöpfe.

Alle, die Ich Mir erwählt, mit denen Ich auf vertraute Weise verkehrte, waren Menschen wie ihr. Und will man behaupten, niemand könne etwas Gutes herausnehmen aus solchen Seelen, weil sie nur der Spott der Leute sind, dann mögen deine Vorgesetzten bedenken, solange sie auf das Gerede der Menschen achten wollen, werden sie niemals einen Entschluß fassen können, denn die Menschen, die heute ‚Hosianna‘ rufen, rufen morgen ‚Kreuzige ihn!‘ Und die, welche ihnen heute schmeicheln, weil sie es für recht finden, sagen morgen wieder ‚Hinweg mit ihnen, mit diesen Pfaffen, was braucht man das Geschwätz von diesen.‘

Darum auf, ihr, Meine Diener! Ich sage noch einmal, was Ich euch schon so oft gesagt, und wenn ihr es müde geworden, dann sage Ich es euch wieder: ‚Haltet zu den Kleinen!‘ Seht euch um in dieser Stadt. Hätte dein Vorfahre ein entschiedenes Wort gesprochen und hätte so gehandelt wie du, es wäre nicht so weit gekommen, daß man sich getraute, in einer katholischen Stadt wie Mainz, vor einem Bischof dem Volk den Reformator vorzuführen, der längst in der Hölle begraben ist, und ihn zu bezeichnen als einen großen, erhabenen Mann, als einen Mann, den man ehren muß, dem man Ehre zollen muß. Wehe dieser Stadt! Wehe dieser Stadt! Wehe dieser Stadt, wenn die Oberhäupter es nicht über sich bringen, denjenigen entgegenzutreten, die sich da eingeschmuggelt haben. Wie lange ist es denn her, daß diese Stadt von Protestanten bewohnt ist und dazu noch von Protestanten, die mitregieren helfen? Fraget eure Voreltern, wie lange es her ist.

Und nur die Gleichgültigkeit der Katholiken und nur das stille Zurücktreten der Geistlichkeit, daß sie immer schwieg und sich alles gefallen ließ, daher kam es, daß diese Sekte die Oberhand gewinnt, so daß, wenn es noch einige Jahre weitergeht, sie selbst die Fahne tragen und ihr hintennach hinkt wie der Nachtrupp bei der Eroberung einer Stadt, ihr Katholiken. Seht hin, worauf es abgesehen ist. Seht hin auf eure Oberhäupter! Ja, ja, ihr kalten Deutschen; wird das Wörtchen einmal umgesetzt werden, daß man sagt, ihr liebewarmen Deutschen? Wenn ein Land so weit gekommen ist, daß es Mich vergessen hat und Ich es strafen muß, dann strafe Ich es so, indem Ich Mich aus seiner Mitte zurückziehe, dann überlasse Ich ihm seine Meinung, und die Meinungen der Menschen sind töricht. Ich lasse sie sinken und übergebe sie ihrem Schicksal. Daher kam es, daß viele Völker schon abgewichen sind vom rechten Weg, und daß über Deutschland ein anderes Oberhaupt gesetzt ist, ein Oberhaupt, das einer Sekte angehört, die längstens Mir mißfällt.

Wißt ihr aber, ihr Priester der katholischen Kirche, warum Ich diese Strafe verhängte über Deutschland? Weil es eine Zeit gab, wo die Spitzen der katholischen Mächte und der Geistlichkeit Dinge trieben, die Mir nie und nie gefallen konnten. Es gab eine Zeit, wo Meine Kirche reich und üppig war, wie Ich schon oft gesagt habe. Und weil sie Mich vergaßen, darum habe auch Ich sie vergessen und überließ sie ihrem Schicksal. Daher kam es, daß etliche abgefallen waren, sich an die Häupter wandten, diese aber gaben längst nicht mehr viel auf ihren Glauben, weil sie sahen, wie viele leichtsinnige Priester es gibt. Hätte in jener Zeit ein Priestertum geherrscht wie in jetziger Zeit, es wäre nicht so weit gekommen. Darum ihr, Meine Freunde, du Bischof von Mainz, du hast die Aufgabe, zu den Kleinen zu halten, die Worte zu hören, die Ich rede. Du sollst sie aber nicht für dich behalten. Du sollst sie deinen Amtsbrüdern sagen. Und ihr alle, ihr Priester, die ihr an der Spitze einer Gemeinde steht, ihr müßt mit Entschiedenheit entgegentreten denjenigen, die eure Rechte angreifen. Seht jetzt, wie weit es gekommen ist. Wer sind diejenigen, die die Festlichkeiten veranstalten? Es sind die Freimaurer, das Judentum, die Liberalisten, die nur darauf ausgehen, euch zu verderben. Glaubt ihr vielleicht, die Festlichkeiten, die veranstaltet werden, würden veranstaltet, um den Armen ein Schauspiel zu geben, um die Armen zu erfreuen und zu ergötzen? War das vielleicht das Prinzip der alten Römer, wenn sie ein Schauspiel veranstalteten und die Christen, die nicht opferten, den wilden Tieren preisgaben oder was sie alles mit ihnen anfingen? War das vielleicht, um den übrigen Armen damit eine Freude zu machen?

Nein, nein, Meine Kinder, es war abgesehen von den reichen Römern auf die Christen. Dieses abscheuliche Christentum! Denn die Christen standen ja in ihren Augen da als beständige Mahner an die Ewigkeit. Beständig sagte ihr Gewissen: Ja, es muß einen Gott geben, der belohnt und bestraft nach Verdienst. Und weil das Gewissen nicht mehr schwieg, darum häuften sie Fest auf Fest, um ja dieses Gewissen zu übertönen und um die anderen Heiden abzuschrecken, die nicht zu ihnen hielten, weil sie sie nur knechteten und sie ihnen nur Sklavendienste zumuteten. So wollten sie ihnen Festlichkeit auf Festlichkeit bieten, aber nur, um sie abzuschrecken, damit sie ja nicht den Christennamen annehmen sollten.

Seht, das ist das Prinzip der Freimaurer und Liberalisten und der Zeit, in der ihr lebt. Sie wollen das arme Volk übertönen mit lauter Sinnlichkeit und Vergnügen, weil sie gar gut wissen, daß der Weltgeist mit Meinem Geist sich nicht verträgt und daß, je mehr sich der Mensch der sinnlichen Freude zuneigt, desto mehr Mein Geist hinausgeschafft wird aus dem Herzen. Abgesehen ist es nun, das arme Volk zu verderben, um das Christentum hinauszustoßen aus den Herzen der Bevölkerung.

Darum, du Bischof von Mainz, und ihr alle, ihr Bischöfe von Deutschland, das arme Volk will Ich retten, das arme Volk. Und weil Ich das arme Volk retten will, darum müßt ihr das Kreuz auf euch nehmen, das die Armen tragen. Ihr müßt ihnen das Kreuz versüßen, wo ihr könnt, ihr müßt zu ihnen halten. Was eure Vorfahren gesündigt, indem sie zu viel mit den Reichen liebäugelten und an Festlichkeiten Anteil nahmen, wo gepraßt, gezecht, gespielt und getanzt wurde, wo der Teufel zugegen war – Satan, da müßt ihr das Entgegengesetzte tun, von allem euch zurückhalten, wo man euch nachsagen könnte, daß ihr gern dabei wäret. Ja, so sagt man, wenn man hinweggeht, wo ihr, Meine Diener, euch habt blicken lassen, da sagt man: ‚Ja, er ist auch gern dabei.‘

Seht, das will Ich verhüten, um den Armen ein gutes Beispiel zu geben. Weil sie die Zurückgesetzten sind an zeitlichen Dingen und Gütern, sollen sie wenigstens nicht die Zurückgesetzten sein in Meinem Reich. Ich will, daß in Hülle und Fülle die Gnadenströme fließen über das Menschengeschlecht. Und ihr, ihr katholischen Priester, erleichtert dem Volk, daß sie diese Gnadenfülle, die Ich ausströmen lasse aus Meinem Herzen, in Hülle und Fülle genießen können, um so, wenn sie die Schönheiten der katholischen Kirche wieder sehen, daß es doch keinen Frieden gibt außer in ihr, sich wie die guten Alten freuen, und sie die sinnlichen Vergnügen gern entbehren.

Seht eure Voreltern, wie sie sich freuten, wenn ein Festtag kam, wie sie die Kinder darauf vorbereiteten und wie man da genug sich vergnügen konnte, einem schönen Feiertagsgottesdienst beizuwohnen und zufrieden war. Jetzt aber wird alles aufgeboten, um dieses heilige Meßopfer, den Feiertagsgottesdienst, abzuschwächen. Deswegen doch nur die vielen Vergnügen, damit man keinen Geschmack mehr findet an den Gottesdiensten.

Nehmt das gute, gläubige Volk und führt es an Wallfahrtsorte, um so die sündige Welt, die fluchbeladene Erde, wieder zu heiligen, damit, wo so viel geflucht, gespielt, gezecht und getanzt wird, wo Satan so große Ernte hält durch die vielen Sünden der Unsittlichkeit, die da in der Gottesnatur begangen werden ohne Scheu und Furcht, diese fluchbeladene Erde wieder geheiligt werde durch Meine treuen Kinder, und die Andersgläubigen es sehen, mit welchem Mut und welcher Entschlossenheit die Katholiken darauf losgehen, wie sie sich nicht scheuen, ihren Gottesdienst öffentlich zur Schau zu tragen, denn eine andere Religionsgenossenschaft hat keine Prozession und hält auch keine, sie wagt es nicht. So viel Scham haben sie doch noch zu behaupten, es habe sich da der Himmel erbarmt und an einem besonderen Ort sich gnädig gezeigt.

Es wird auch, solange die Welt noch steht, niemals vorkommen, daß der Himmel sich einer anderen Genossenschaft gnädig zeigen wird – auch wenn sie sich religiös nennt –, als nur der katholischen Kirche, die da heilig ist. Da ist die Quelle, wo der Himmel sich gnädig zeigt, wo er Wunder wirkt, wo mit anderen Worten die Kinder der katholischen Kirche recht haben, wenn sie frei und offen der Welt bekennen: ‚Ja, ja, ihr Völker der Erde, wir haben das Recht hinzugehen, wo der Himmel mit Wohlgefallen auf uns herabblickt, auf uns, seine Kinder.‘

Darum, ihr Katholiken, mit Mut und Entschlossenheit ziehet hinaus an jene Orte, wo der Himmel gezeigt hat, daß er mit besonderem Wohlgefallen auf einem solchen Gnadenort ruht. Und wo ihr es nicht könnt, da schart euch doch zusammen, bekennt offen und frei euren Glauben. Seht, welch schlimmes Zeichen es ist, wenn die katholische Kirche etwas veranstaltet, wie in diesem Jahr, ein Jubeljahr, wo die Gnadenströme fließen in Hülle und Fülle, wie wenige da Geschmack finden, um hinzugehen, dieser Gnaden sich teilhaftig zu machen, hingehen aber an andere Orte, wo etwas zu sehen und zu genießen ist, wo Satan ein Fest veranstaltet, wie da alle sich mit fortreißen lassen. Da spart man keine Unkosten und keine Zeit, da wird nicht gefragt, ob die Familie zurückbleibt und hungert und darbt, da läuft man hin.

Aber wenn ein Katholik wallfahrten geht, wenn er eine Stunde Mir weiht am stillen Tabernakel oder eine heilige Messe besucht, so heißt es: ‚Die Betschwester läuft den ganzen Tag in die Kirche, versäumt die Zeit, vernachlässigt ihre Standespflichten.‘ Ja, ja, und selbst von guten Katholiken, das kann man sogar auf der Kanzel hören.

O ihr, Meine Diener, wie wenig versteht ihr, was der Zeit not tut. Wann werdet ihr anfangen zu begreifen, daß, solange ihr noch loszieht über solche, die treu zu Meiner Fahne stehen, ihr nur zu der Welt haltet, denn so macht es die Welt. Wißt ihr, daß die Kinder der Welt nicht schimpfen über diejenigen, die zu ihnen halten, die, wenn sie auch ihr ganzes Vermögen vergeudet und ihre Kinder ganz und gar an den Bettelstab gebracht, nicht schimpfen über sie, solange sie ihnen nachlaufen. Ihr aber, ihr Diener der Kirche, wollt schimpfen über diejenigen, die treu zu eurer Fahne stehen, die eure Worte beachten. Solange ihr dies tut, seid ihr nicht Meine Lieblinge.

Wißt, daß eine andere Sprache muß gesprochen werden von der Kanzel herab, daß es schlimm genug steht in Deutschland und in anderen Ländern, so weit die Sonne reicht, daß es darauf abgesehen ist, Mich hinauszuschaffen aus der Welt, daß man Meine Schöpfung sich selbst zuschreiben will, jeder sich selbst. Jeder will vorgeben, er sei der Schöpfer, weil er etwas erdacht und aufgebracht, eine Maschine hat fertiggebracht mit seinem armseligen Ameisenverstand, so glaubt man da, Gott zu sein und eine Schöpfung schaffen zu können, denn jeder, der ein Ding erschafft, glaubt schon, weit erhaben zu sein, um noch etwas zu glauben von einem Gott und dazu noch einem Gott, der auf die Welt gekommen und dreiunddreißig Jahre gewandelt unter diesem Geschlecht und dann schließlich am Kreuz gestorben ist. Einem solchen Gott noch zu glauben, das hält man unter der Menschenwürde.

Wenn es so weitergeht, ja, ja, Meine Diener, freilich ist es dann wahr, was Ich euch schon oft gesagt und worauf es abgesehen ist. Man hat es darauf abgesehen, Deutschland vollends zu vernichten in seiner Religion, Deutschland freilich zu einem Bund zu machen. Einen einzigen großen Bund will man stiften, und dieser Bund soll heißen ‚Lutherbund‘. Der Luther soll in ganz Deutschland anerkannt werden als der große Reformator, der die wahre Kirche gestiftet, wenigstens doch sie so hergestellt, daß man in ihr wohnen kann mit Lust und Liebe, denn alle ihre Anhänger behaupten, daß ihre Religion nur Lust und Liebe sei, hingegen die katholische Religion sei ein hartes Joch, eine eiserne, harte Religion. Und dieses glauben viele und lassen sich betören und verführen.

Darum, Meine Diener, habt ihr eine harte Aufgabe, diesen gegenüberzutreten und doppelt schwer ist eure Aufgabe, weil das ganze katholische Volk verdorben ist, weil weitaus die meisten Katholiken mehr jener Sekte zuneigen als zu Meiner Fahne.

O welch Schmerz für Mein Herz. Und darum merkt euch, warum Ich diese Sprache rede, warum Ich oft dasselbe wiederhole, warum Ich euch sage, haltet zu den Kleinen, schimpft nicht mehr über die Kleinen. Die Kleinen sind all die demütigen Seelen, die noch glauben, daß Ich in einer Seele wirken kann und von jeher wirken wollte in einer Seele.

Solange man über Meinen Diener Franziskus schimpfte, ihn verspottete in den Straßen von Assisi, da lief ihm freilich keiner nach, da wagte es niemand, ihm zuzuhalten, da wurde er von Straße zu Straße in Assisi verfolgt. Die Gassenbuben liefen ihm nach und schrien: ‚Seht, den Narren, der ist verrückt geworden.‘ Sein eigener Bruder spottete seiner, weil er zitternd und frierend vor Kälte in der Kirche kniete und er ihm sagte, als er aus der Kirche trat: ‚Franz, gib mir auch von deinen Schweißtropfen.‘ Solange man über Franziskus spottete und witzelte, liefen ihm die Leute nicht nach und wollten sich von ihm nicht aufnehmen lassen in seinen Orden, erst als man ihm glaubte in der Kirche, als der Bischof in der Stadt Assisi ihm sagte: ‚Mein Sohn, fahre fort und tue wie du angefangen.‘

Und als Franziskus seinem Vater das Kleid vor die Füße warf und der Bischof ihm sagte: ‚Komme, ich gebe dir ein Kleid. Fahre fort, mein Sohn!‘ Mit anderen Worten, als der Bischof einverstanden war und glaubte, daß es der Zeit not tut, daß eine Seele, die Gott zuliebe über allen Spott und Hohn hinweggeht, die gern sich mit Gott vereint im Gebet, von Gott stammen muß und man zu einer solchen Seele halten muß, statt von der Kanzel herab über sie zu schmähen, da fing das Volk an zu glauben, wenigstens die Kleinen, erst recht dann, als der Papst in Rom bestätigte, was Franziskus mitgeteilt wurde.

Ja, ja, die Kirche Deutschlands und die Kirche überhaupt sagt, daß man keine Offenbarungen annehmen solle als nur die, welche von den Aposteln der Welt geoffenbart worden seien, weil die Apostel mit Christus, mit Mir Selbst, gelebt und Meine Worte aus Meinem Eigenen Munde gehört und diese dann übertragen auf ihre Nachfolger. Nun aber, wenn das so ist, habe Ich von jeher, wenn das Volk Gottes abgewichen war vom rechten Weg, Mir Seelen erwählt, durch welche Ich andere wieder anziehen will, und immer ward das Volk gerettet durch die Tränen und die Gebete solcher Seelen. Aber solange man von allen Seiten auf solche Seelen einstürmt, wagen nicht einmal mehr die guten, treuen Kinder der Kirche zu glauben, daß es wirklich besser sei, Gott innig und treu anzuhängen, ihren Glauben offen und frei zu bekennen. Und man geht nur noch so weit mit, als man unbeachtet ist. Sobald man aber bemerkt wird und ein Spötteln und Achselzucken von einem anderen erleben muß, ist es aus mit der Frömmigkeit. Und das ist am schlimmsten in eurer Zeit, in der ihr lebt.

Darum noch einmal, wenn Meine Kirche nicht dafür sorgt, daß überall, auch im letzten Dörfchen, die treuen Seelen gefördert werden, daß man seinen Glauben offen und frei bekennt auf allen Straßen und öffentlichen Plätzen, daß man es nicht mit der großen Welt hält, so lange wird es nicht besser werden, und es wird, wenn auch das Samenkorn angefangen hat zu grünen und zu sprossen, doch gar lange dauern, bis es anders wird.

Ihr Deutschen habt Ursache euch zu rühren, rührig zu sein. Keine Schmach, keinen Hohn, keinen Spott in der Zeitung in Wort und Schrift dürft ihr scheuen. Ihr müßt geradeaus gehen, schnurstracks auf Mich los, weil ihr wißt, daß Ich euch vorausgehe, und wie es Mir ergangen ist, so wird es auch euch ergehen, und wie es Meinen Dienerinnen geht, so geht es euch allen. Wißt aber, was Ich euch schon einmal gesagt habe, das sage Ich euch heute wieder. Nehmt euch ein Beispiel an ihnen. So wie sie über allen Spott und Hohn dahingehen und sie selbst von der Kanzel herab gespottet und gehöhnt werden, gehen sie dennoch ruhig weiter, weil sie an Mein Herzblut angekettet sind, weil Mein Herzblut sie hält, ihr Blut und Mein Blut gehen ein und aus Tag und Nacht. Mein Blut läuft in ihnen, und aus ihnen leite Ich Mein Herzblut, und es strömt ein gegenseitiger Wechsel Tag für Tag in Mir und in ihnen, und in euch allen, die ihr euch anschließt, soll ein beständiger Wechsel sein und ein- und ausgehen Tag für Tag.

Mein Herzblut soll sich ergießen in das eurige, eure Leiden werden Meine Leiden und Meine Leiden werden dann eure, und dies ist die Aufgabe der Kirche Deutschlands. Sie soll bedenken, daß sie einen schlimmen Feind zu bekämpfen hat, daß sie, weil sie unter dem Oberhaupt einer anderen Religion und immer geknetet und gedrückt ist, sie viel mehr zu kämpfen hat und deswegen auch verpflichtet ist, gerade weil sie unter dem Oberhaupt einer anderen Religion steht, zu den Kleinen zu halten, denjenigen, die treu, offen und frei ihren Glauben bekennen, denn dadurch müssen die Andersgläubigen sehen, daß ein Katholik seinen Glauben hochhält. Und nun lebt wohl, Meine Kinder!

Ihr aber tut, was ihr euch vorgenommen. Du, liebes Mariechen, tue, was du dir vorgenommen (nichts von dem historischen Festzug sehen zu wollen). Es wird dich nicht gereuen. Es wird dir aber auch schon hier auf Erden Rosen eintragen, nicht für dein zeitliches, wohl aber für dein ewiges Leben. Denn wisse, diejenigen, die Ich an Mich ziehe und die Mir treu dienen wollen, werden anfangs mit Rosen bekränzt. Das Kreuz, das Ich ihnen gebe, schmücke Ich mit Rosen. Nach und nach, wenn sie Mich aber einmal fest lieben, lasse Ich die Rosen abfallen und die Dornen des Kreuzes stechen. Das Kreuz kann Ich auch dir nicht ersparen, Mein Kind, aber das große Vorrecht hast du, daß du im Glauben feststehst und feststehen wirst in all den Trübsalen, die noch über dich kommen werden. Und ihr, Meine Kinder, Ich werde es euch belohnen, all die Festlichkeiten, die ihr nicht sehen wollt aus freiem Willen, wenn ihr freiwillig das Opfer bringt, all den Prunk nicht zu sehen, den Satan erdichtet. Ich werde euch durch eine solche Herzensfreude zu belohnen wissen, daß ihr überreich entschädigt seid.“

Barbara: „O Herr, schenke uns allen, die dies Opfer bringen, so viele Arme Seelen, als beim Festzug Personen sind.“

Jesus: „Ich verspreche euch, Meine Kinder, diejenigen Seelen, die in der Zeit, wo der Zug durch die Stadt geht, vor Meinen Richterstuhl abgerufen werden, um der Opfer willen, die ihr bringt und all die treuen Seelen, die sich mit euch vereinigen, sollen alle diese Seelen nicht verlorengehen und alle gerettet werden. Es sind doch viele, denn in jeder Stunde sterben einige Tausend. Ihr aber sollt wissen, daß die in letzter Zeit verstorbenen Priester euch geschenkt werden um dieser Opfer willen, so wohlgefällig ist es Mir, wenn Seelen sich abtöten und Bußgeist üben können, daß Ich ihnen keine Bitte abschlagen kann.“

Lied: Hochpreiset meine Seele...

363 Fest Sankt Peter und Paul 1900

„Ich bin der Herr, dein Gott! Du sollst keine fremden Götter neben Mir haben!“

Vor einem Jahr bei der Erstkommunion ihrer Nichte Anna aus A., bei welcher Barbara anwesend war, sah Barbara, wie deren verstorbene Mutter einen Trauerflor über die Erstkommunikantin warf und Barbara wurde zu verstehen gegeben, daß sie sterben werde. Das Kind war damals nicht krank, sondern, wie die Lehrerin meinte, von den geistigen Exerzitien etwas angegriffen. Allmählich aber sah man, daß eintreten werde, was Barbara gezeigt worden war, denn alle im Laufe des Jahres angewandten Kuren halfen nichts, und zwei Tage vor dem Fest starb sie im sehnsüchtigen Verlangen nach dem Herrn. Oft erhielt sie die heilige Kommunion auf dem Krankenbett, aber nicht so oft wie sie verlangte. Am letzten Tage aber bat sie oft und immer wieder darum. „Wenn der Priester vor ein Uhr nicht kommt, bin ich nicht mehr da“, sagte sie. Weil der Religionslehrer nicht da war, wurde ihr dies Glück nur durch die Ankunft des Herrn Selbst zuteil, denn plötzlich rief sie: „Eben kommt Er“, sah freudig hinauf und verschieden war sie.

Barbara ging mit Luise zum Begräbnis, und der Religionslehrer des Instituts hielt am Grabe eine ergreifende Ansprache an ihre Mitzöglinge, worin er besonders das oftmalige Verlangen des Kindes nach der heiligen Kommunion hervorhob.

Abends, als die meisten Verwandten abgereist waren, fing das Leiden von Barbara an, und man erwartete jeden Augenblick die Ankunft des Herrn. Im letzten Moment klopft es. Ein Nachbar von Barbara, ein reicher Mühlenbesitzer mit seiner Frau, der als Freimaurer seine Religion nicht mehr betätigt, im übrigen aber ein guter Mensch war, wollte kondolieren. Barbara sagte zu Luise: „Ach, laß ihn doch nicht herein.“ Der Bruder ging hinaus und sagte: „Ich gestehe, Sie kommen sehr ungelegen. Einen Augenblick können Sie eintreten, aber ich bitte, sich gleich zu entfernen.“ Er trat ein, reichte Barbara die Hand, diese aber beachtete es nicht, sondern faltet die Hände und singt. Verblüfft läßt sich der Herr auf einen Stuhl nieder und hört in Angstschweiß und Tränen die Rede des Herrn an.

Barbara: „Ich danke Dir, o liebster Jesus, Bräutigam meiner Seele, für das Glück, daß Du mich heimsuchst in dieser heiligen Stunde. Ich danke Dir im Namen aller Geschwister und Verwandten, die hier zugegen sind und Dich lieben und Dir dienen, aller Menschen, die Dich nicht kennen und nicht lieben, aller Heiden und Juden, aber auch all der gottlosen Christen, welche Dich zwar kennen und Dir dienen sollten, aber die Dich hinausgestoßen aus ihren Herzen. Heute ist das Fest, wo unsere Oberhäupter Petrus und Paul den Martertod gelitten als Bekenntnis ihres Glaubens, als Zeichen, daß Du der einzig wahre Gott bist, der allein geliebt und angebetet zu werden verdient.

Ich danke Dir auch im Namen aller Engel und Heiligen des Himmels, aber auch in Vereinigung mit der lieben, kleinen Anna, die das große Glück hat, Dich zum ersten Mal zu schauen in der Ewigkeit. O mein Jesus, welch unaussprechliches Glück!“

(Barbara sieht die kleine Anna unter einer herrlichen Schar im Himmel. Schon beim Begräbnis wurde ihr gezeigt, wie eine Schar Jungfrauen ihr entgegenkam und wie deren verstorbene kleine Kusine am meisten mit ihr sich freute.)

Barbara: „O wie lieb, welch eine schöne Schar! Ihr alle, bittet doch auch für uns. O wie glücklich! O wie glücklich! O ihr Kinder meiner Blutsverwandtschaft, o ihr Heiligen des Himmels, ich grüße euch durch das süßeste Herz Jesu Christi! O laßt es nicht zu, spornt an, treibt an, wenn je eines meiner Verwandten auf Abwege geraten sollte, das Unglück haben sollte, in schwere Sünde zu fallen. Ruhet nicht eher, bis ihr es zurückgeführt. O ihr lieben Kinder, welch herrliche Krone!“

Jesus: „Gelobt sei Jesus Christus! Meine Kinder! Schon den ganzen Tag gehe Ich um dieses Haus herum, um diesen Tempel herum, den Ich Mir erwählt, in dem Ich wohnen will, um in ihn hinabzusteigen und sie weigerte sich, sie wollte sich Meiner schämen. Ist es dir erlaubt, Meine Kleine, dich Meiner zu schämen, der Ich schon jahrelang, schon seit zwanzig, dreißig Jahren dich bearbeite, der dich herausgeführt aus deiner Verwandtschaft, aus deinem Vaterland und hineingeführt in ein fremdes Land, und habe dir so viele Beweise Meiner Liebe gegeben?

Du sollst wissen, daß du dich nicht zu schämen hast, selbst da nicht, wo man deiner spottet. Es wird die Zeit kommen, wo Ich Meine Rache über sie ausgießen werde, wenn auch nicht gleich. Aber wißt, und ihr alle sollt wissen, daß Ich ein gerechter Gott bin, daß Ich belohne und bestrafe nach Verdienst, daß Ich die Macht habe, Meine Geschöpfe Mir auszuwählen, wenn die Zeit gekommen ist, wo Ich herabsteige in Meine Geschöpfe, weil sie auf Irrwege geraten sind.

Wißt, Ich habe Mir ein Volk erwählt im Alten Bund. Als es abgewichen war vom rechten Weg und andere Götter sich gemacht und sie anbeteten, ließ Ich eine Sintflut über die ganze Welt dahinbrausen und vertilgte das ganze Menschengeschlecht. Dann aber schloss Ich einen Bund mit dem Menschengeschlecht, daß Ich nie und nie mehr eine Sintflut über das Geschlecht wolle hereinbrechen lassen. Als Ich aber sah, daß es wieder notwendig war, weil Meine Geschöpfe Mich wieder hinausgestoßen aus ihrem Herzen, wo sie den babylonischen Turm gebaut hatten, weil sie wähnten, Mir gleich zu sein, Mir vorzukommen, indem sie einen Turm bauen, der mit der Spitze an den Himmel reichte, damit, wenn sie einander nicht mehr verstehen und sich nicht mehr einigen würden, sie an diesem Zeichen erkennen sollten, daß sie doch Brüder seien, da verwirrte Ich ihre Sprache, weil Ich ihrem Beginnen nicht huldigen und es nicht genehmigen wollte.

‚Ich bin der Herr, dein Gott! Du sollst keine fremden Götter neben Mir haben!‘ Deswegen erwählte Ich Mir ein Volk, und es war das israelitische Volk. Und in diesem Volk erhielt Ich Meinen Namen unversehrt, wenn es auch unter ihnen solche gab, die Mich hinausstoßen wollten. Aber ganz selten war einer, der nicht mehr an Gott glaubte. Als aber das Volk anfing, nicht mehr recht zu glauben, als es am tiefsten gesunken war in das Laster des Heidentums, da war es an der Zeit, wo Ich herabstieg und Selbst Mensch werden wollte, wo Ich die menschliche Natur annahm, um dem Menschen zu zeigen, daß Ich der Herr, euer Gott, bin, daß Ich das Menschengeschlecht erschaffen habe, und daß Ich, weil Ich es versprochen habe am Eingang des Paradieses, wo der Mensch gefallen ist durch die Sünde und hinausgestoßen ist durch die Sünde aus dem Paradies, Ich ihm doch versprach, weil Ich ein guter, barmherziger Vater bin, daß Ich es retten werde, daß eine Zeit kommt, wo Ich Selbst hinein Mich kleiden werde in dieses Fleisch, das Ich gebildet habe mit Meiner schöpferischen Hand, und daß Ich es erlösen werde.

Nun war Ich dreiunddreißig Jahre unter diesem Geschlecht und bin Tag für Tag mit ihm gewandelt. Ich habe es Meinen Bruder, Meine Schwester, Meine Mutter genannt, um zu zeigen, daß Ich alle Menschen retten will, daß Ich gekommen bin, um durch Mein eigenes Wort Selbst zu bekräftigten, was Ich durch die Propheten in dem Menschengeschlecht erhalten wollte durch die göttlichen Offenbarungen, denn Ich bin nicht gekommen, das Gesetz Moses und der Propheten aufzuheben, sondern es zur Vollkommenheit zu bringen. Und doch, sie verstanden Mich nicht. Was tat es? Es sah Mich dreiunddreißig Jahre unter seiner Mitte wandeln, drei Jahre trat Ich öffentlich auf als Lehrmeister und alle, die Mir nachliefen, mußten sich eingestehen (hier bekam Barbara Erstickungsanfälle und mußte mittendrein rufen: „Sühne, Sühne, Sühne verlangt Mein Herz für das gottlose Geschlecht“), daß Ich rede wie einer, der Macht hat.

Und was tat dieses Geschlecht, nachdem es Tag für Tag mit Mir verkehrte? Wer einmal blind ist und seinen Willen abgewendet, umdreht und Satan in sich aufgenommen hat, der ist blind und taub und stumm für alles. So ist es heute noch und so war es damals, als Ich unter dem Menschengeschlecht wandelte. Diejenigen, welche das Menschengeschlecht retten sollten, die die Schrift auslegten, die vorgaben, die Auserwählten Gottes zu sein, die Priester und Pharisäer, sie allein glaubten nicht, sie verstanden Mich nicht, weil sie nicht wollten. Und wenn Ich ihnen noch so scharf ihre Fehler vorhielt und Ich hineinschaute in ihr gottloses Herz und sie als schuldbar vor aller Welt hinstellte, alles war vergebens. An das Kreuz brachte Mich dieses Geschlecht.

Und nun, Meine Kinder, ist der Übergang vom Alten zum Neuen Testament geschehen, die Kluft zwischen dem Alten und Neuen Testament, der Bund, den Ich geschlossen mit dem Menschengeschlecht, er ist übergegangen und bleibt, solange die Welt steht. Das auserwählte Volk bleibt in der Welt, solange es Völker gibt auf Erden, denn Ich habe den Menschen erschaffen und habe ihm Verstand gegeben und freien Willen. Wähle, Mein Freund, wähle!

Jetzt hast du die Wahl! Jetzt stehst du vor dir selbst. Wähle zwischen Gut und Böse, und weil Ich dem Menschen seinen freien Willen gegeben habe, darum zwinge Ich niemand und werde mit der Gerechtigkeit so lange zögern, bis Meine Barmherzigkeit erschöpft ist und das dauert solange der Mensch lebt und der Atem ein- und ausgeht. Und weil Ich wußte, daß der Mensch schwach ist, daß er zum Bösen neigt und daß, weil Satan den ersten Menschen verführte, er auch an alle übrigen sich wagen und viele, viele in sein Garn ziehen wird, darum habe Ich eine Kirche gestiftet, in welcher Ich alle Meine Heilsmittel niedergelegt habe, in welcher Ich die sieben Sakramente stiftete, die Ich auf den Berg gestellt, von wo aus alle Völker der Erde sie sehen und schauen können.

Schauet, ihr Völker, schauet auf den Berg, schauet hin auf den Statthalter in Rom. Heute ist das Fest, wo Mein erster Nachfolger eingegangen ist in Meine Herrlichkeit. Er lebt aber heute noch in Rom in Meinem Statthalter in Rom. Ihr habt die Wahl, ihr alle, die ihr jetzt Meiner spottet, die ihr glaubt, euch selbst zu Göttern zu erheben, indem ihr vorgebt: ‚Ich selbst bin mir Gott, ich muß wissen, was ich zu tun habe!‘ Ihr gottlosen Menschen, deren eine Sprache nur ist: ‚Ich tue recht und scheue niemand.‘

Nein, nein, Meine Kinder, damit ist es nicht abgemacht. Ich bin der Herr, dein Gott! Du sollst dir keine fremden Götter machen, um sie anzubeten! Und alle, die das goldene Kalb anbeten, Eigenliebe, Fleischeslust, Augenlust, die haben sich einen eigenen Gott gemacht, und diesen beten sie an. Als Ich im Alten Bunde sah, daß das Volk abgewichen war vom rechten Weg, wo noch viele gläubig waren, aber doch schon anfingen, die heidnischen Sitten sich anzueignen, da gab Ich dem Volke Gottes durch auserwählte Männer, durch einen Moses, den Ich erwählte, die zehn Gebote. Diese zehn Gebote bestehen heute noch. Ich bin nicht gekommen, sie aufzuheben, sondern sie zu erfüllen. Diese hast du zu erfüllen, Mein Freund, ihr alle Meine Kinder!

Und dazu gab Ich noch im Neuen Bund in Meiner Kirche die sieben heiligen Sakramente, die so viele Gnadenquellen sind als da Sakramente sind, in denen ihr alle euch baden und waschen und reinigen könnt, und ihr alle könnt zur höchsten Stufe der Heiligkeit gelangen, wenn ihr nur wollt. Weil dieses aber in jetziger Zeit so sehr mißachtet wird, weil es in Meiner Kirche so weit gekommen ist, daß die Christen allmählich mehr liebäugeln mit der Welt und mehr hinneigen zu denen, die längst abgefallen sind und sich ausgeschieden haben und denen anhängen, die da vorgeben, die Religion Christi zu verbessern, die da als Reformator auftraten und sich eine eigene Religion bildeten nach ihren Begriffen, nach ihren Ideen, seht euch um, seht euch an, welches der Grundzug in ihnen war, weil sie nicht mehr das harte Joch des Evangeliums tragen wollten, weil sie, wie ein Luther und ein Calvin und wie sie alle heißen, gern der Fleischeslust frönten, weil sie zu viel hineinschauten in den Becher des Lebens, der Gottlosigkeit, und dann, um recht viele Anhänger zu sammeln, um nicht allein zu stehen, dem Volk die Religion leicht und süß und angenehm machten und sie dem Volke vortrugen.

Sie wußten, wie das Volk zu packen ist. Sie machten sich an die Großen der Erde, die mit zeitlichen Gütern gesegnet waren, die an der Spitze standen, die das Volk regieren sollen. Dem einen war das Weib, das mit der Ehe ihm verbunden war, nicht mehr recht. Er wollte, weil er noch ein gläubiger Christ war und er sich nicht mehr traute, so zu leben, sich Erlaubnis verschaffen durch einen solchen Reformator, und dieser machte sich an die Großen der Erde und gewann sie durch seine falsche Lehre, und um Deutschland ist es viel geschehen. In allen Herren Ländern hat er vieles angerichtet und viele, viele gewonnen. Das arme Volk mußte, ob es wollte oder nicht.

Und seht, Meine Kinder, wie es immer mehr abwärts geht in jetziger Zeit. Wie muß Ich es beklagen! Tag und Nacht wohne Ich unter euch im stillen Tabernakel und schaue zu, ob ein Mensch komme und bei Mir sich Rat und Trost und Hilfe suche, um sein gequältes Herz zu erleichtern. Ihr wißt nicht mehr, wo es euch fehlt, ihr alle fühlt den Druck, der auf der Menschheit lastet. Das Leben wird finsterer und finsterer. Alle müssen mitfühlen den Kummer, den Schmerz, den euer Gott und Herr, der unsichtbar unter euch zugegen ist, tragen muß im stillen Tabernakel, denn wohl sah Ich voraus, als Ich das hochheiligste Sakrament stiftete, als Ich Mir vornahm, weil Ich die Menschen liebte und von ihnen scheiden sollte, ein Denkmal zu hinterlassen, damit alle sich an Mir halten und mit Mir vereinigt bleiben sollten, solange der Kampf dieses Lebens währt. Damals sah Ich schon voraus, daß all dieses so kommen werde, daß aus Meinem Herzen heraus es Menschen gibt, denn alle Priester sind das Herz Meiner Kirche, Ich bin das Haupt, ihr alle seid Meine Glieder, und das Herz Meiner Kirche, das Herz dieses Meines mystischen Leibes ist das katholische Priestertum.

Sooft nun ein Priester so weit sinkt, daß er austritt aus der Kirche und dazu noch eine andere Lehre gründet, reißt er in Meinem Herzen eine solche tiefe Wunde, daß sie nie mehr zuheilt, solange die Weltgeschichte dauert. Denn wie aus einer Familie, wenn ein Vater seine Kinder eines wie das andere erzogen und Tag und Nacht sich abgemüht und abgehärmt, um für ihr zeitliches und ewiges Wohl zu sorgen, das eine heraustritt und den Vater spottend zurückläßt, indem es das Vermögen vergeudet und verschleudert und dem Vater den Todesstoß versetzt, so ist es, sooft ein Priester austritt aus der Kirche, versetzt er Meinem Herzen den Todesstoß, und alle diejenigen, die sich an ihn anklammern und seiner Lehre beitreten, sie alle versetzen Mir den Todesstoß.

Und Ich sollte nicht traurig sein in einer Zeit wie in der jetzigen, wo Mein liebes deutsches Vaterland unter der Oberherrschaft eines Oberhauptes steht, das ganz und gar an einer anderen Religion hängt, die Mir zuwider ist und alles, alles ausrotten möchte, Meine geliebte Braut knechtet und knetet Tag für Tag heimlich und versteckt, so tückisch, daß Ich nicht mehr zusehen kann. Überall geht man darauf aus, Meine Kirche zu vernichten.

Darum, Meine Kinder, wißt, daß Ich ein guter Gott bin, ein liebender, ein zärtlicher Vater, der um Seine Kinder besorgt ist, der auf der Warte steht und ausschaut, wo Er Hilfe bringen könne. Und weil Ich, obwohl mit Fleisch und Blut, mit Gottheit und Menschheit, lebendig im Heiligsten Sakrament wohne, doch euren Blicken verborgen bin, darum will Ich hineinsteigen in ein Menschenherz. Ich muß Mich Meiner Geschöpfe bedienen, um durch dieses Geschöpf andere zu retten, seine Mitmenschen zu retten.

Darum auf, Meine Kinder, schließt euch an! Seht hinein in die Familie Meiner Kleinen hier. Betrachtet euch ihre Geschwister und alle, die sich mit ihr vereinigen, mag es sein geistig oder persönlich in Wirklichkeit. Seht hinein, ob ihr nicht überall den Frieden findet. Ist da nicht der Himmel auf Erden? Seht, das Paradies war einmal auf der Welt, und weil der Mensch sündigte, ist es von der Erde verschwunden.

Als Ich den Menschen erschuf, da erschuf Ich das Paradies und der Mensch lebte in Unschuld dahin wie ein Kind. Er wußte nichts von Leiden, weil Ich ihn weniger vollkommen als die Engel erschuf, denn der Engel trägt nicht Fleisch und Blut. Er ist ein rein geistiges Wesen, wie Ich Selbst es bin, weil er erschaffen ist, um in Meiner allernächsten Nähe zu stehen. Weil Ich ein anderes Geschöpf erschaffen wollte, erschuf Ich erst das Weltall, dieses große Schöpfungsweltall – geht hinaus und schaut es euch an, ob da noch etwas fehlt an seiner Vollendung, ob da noch etwas zu tadeln ist – und dies alles legte Ich dir zu Füßen, o Mensch!

Du bist der König der Schöpfung, da hinein setzte Ich dich, und weil Ich den Menschen materiell erschuf, oder mit anderen Worten aus Erde und einem geistigen Wesen zusammensetzte und darum sein Leib der Erde zuneigt, wußte Ich voraus, daß er sinken und schwach sein werde, daß eine Stunde komme, wo er Meine Gebote nicht halten werde. Da war es schon, als Ich den Plan mit Meinem Vater und Meinem Geist beriet und gelegt und vor Meinen Vater trat und sagte: ‚Ja doch, erschaffen Wir den Menschen, obwohl Wir es wissen, daß er fällt. Siehe, Wir wollen unsere Liebe vervielfältigen!‘ Die Liebe ist etwas so Großes, daß sie sich vervielfältigen will. Nehmt euch selbst, wenn ihr liebt, dann treibt die Liebe euch an, euch zu vervielfältigen, daß ihr demjenigen, den ihr liebt, es beweist, daß ihr ihn liebt.

Seht, so liebten Wir Uns, Wir drei göttlichen Personen, daß Wir unsere Liebe vervielfältigen wollten. Deswegen erschufen Wir den Himmel mit den Engeln, und als Wir die Erde erschufen, da trat Ich vor Meinen Vater hin und sagte: ‚Ja, Vater, obwohl Wir wissen, daß dieses Wesen schwach wird, wollen Wir es doch erschaffen, Wir wollen recht oft diese Liebe vervielfältigen. Ich Selbst will hineinsteigen und den Menschen aus freien Stücken erlösen. Ich will ein Mensch werden und den Menschen zeigen, wie Ich ihn liebe, und den Engeln zeigen, wie Ich Meine Geschöpfe liebe.‘

Seht, da war der Augenblick gekommen, als Wir diesen Plan faßten und ihn Unserem Geschöpfe mitteilten, denn damals war noch kein Geschöpf als die Engel, die Meinen Thron umstanden und welche die Nächsten waren, die dieses mit anhörten. Da entstand der erste Streit und dieses Geschöpf schaute sich in seiner Vollkommenheit und in seinem Glanz, und es sagte sich: ‚Wir sollen einmal einen Menschen anbeten; diesem Plan huldigen wir nicht!‘ Und Luzifer trat vor die Schar hin und sagte ihnen: ‚Wer will mir folgen und es aufnehmen mit diesem Gott, der einen Plan uns vorlegt, daß Wir dereinst einen Menschen anbeten sollen? Diesen Gott in der zweiten Person sollen wir anbeten als Menschen, das wollen wir nicht, wir wollen nicht dienen!‘

Seht, das war die erste Sünde, und weil die Sünde geboren war schon im Himmel und der Engel herabgestürzt wurde, entstand von da an die Hölle. Und ehe die Welt erschaffen war, war schon die Hölle. Als Ich die Welt erschaffen hatte und Satan sich dieses Geschöpf, diesen Menschen ansah und der Zorn in ihm aufloderte, weil dieses Geschöpf so mit Mir wandelte in Unschuld und Heiligkeit und Gott mit ihm verkehrte, da wollte Satan Mir Meine Freude verderben, aus lauter Haß gegen Mich, seinen Schöpfer. Und so machte er sich an das schwache Geschöpf, an die Eva. Seht, Meine Kinder, daher kommt es nun, weil Ich doch Eva aus der Rippe des Mannes erschuf und sie die erste Verführerin des Mannes war, sie hat den Mann verführt, darum muß das Weib, solange die Welt steht, dem Mann unterworfen sein. Er soll ihr Herr sein, und die Frau soll ihm untertänig sein.

So entstand der Streit, habe Ich euch gesagt, als Ich die Pläne vorgelegt, die Ich faßte und die Meine Liebe geboren hat und nur Meine Liebe. Und alle diese Pläne scheinen jetzt vernichtet, weil die Menschen so gottlos sind in der Welt, weil jeder anfängt, sich seinen Gott überall zu schaffen. Durch die Vergnügungssucht wird das ganze Menschengeschlecht mit hineingezogen, und alles, was keimt im Menschen von Jugend auf, wird verdorben, denn die Christen, die getauft und von guten Eltern erzogen sind, haben den Glauben an einen Gott und eine Unsterblichkeit der Seele in sich, aber durch das leichtfertige Leben vieler haben sie wieder den Glauben über Bord geworfen und sich hineingeschwemmt in den Unglauben des Liberalismus und der Gottlosigkeit.

Das Kind im Mutterschoß ist schon verdorben, weil es die Milch mit hineintrinkt, welche die Mutter erzeugt, weil sie in sich keinen Glauben, keinen Gott und kein Gebot mehr kennt. Und dieses Geschlecht breitet sich aus. Der Unglaube nimmt von Tag zu Tag immer mehr überhand und Mir sollte es nicht leid sein, das ganze Geschlecht mit hineingeschwemmt zu sehen? Ich habe gesagt: ‚Du bist Petrus, das heißt der Fels, und auf diesen Felsen will Ich Meine Kirche bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen.‘ Ihr, Meine Kinder, steht an der Höllenpforte. Die Zeit ist gekommen, wo Ich sagen muß Meinen Geschöpfen: Ja, ja, die Pforten der Hölle sollen euch nicht überwältigen. Wenn die Not am größten, wird Meine Hilfe am nächsten sein.

Darum auf, Meine Kinder, traget hoch das Haupt! Steht zur Fahne, der ihr in der heiligen Taufe zugeschworen. Seht, noch klebt Mein Herzblut an eurer Seele, noch seid ihr eingegraben in Mein Herz, in Meine Hände seid ihr gezeichnet. Badet euch, waschet euch ab in Meinem Blut, gebt ein gutes Beispiel, damit eure Mitmenschen sehen, daß ihr noch etwas übrig habt für euren katholischen Glauben, denn man geht darauf aus, die wahre, die eine wahre Kirche zu vernichten, wenn ihr auch jetzt noch so halb und halb dahinlebt. Viele glauben, noch fromme Christen zu sein, aber durch das Jagen nach Vergnügungen geht alles verloren.

Geht hin nach Mainz, in die Großstädte. Mainz war vor einer Zeit das Goldene Mainz genannt. Ja, ja, warum wurde es so genannt? Weil die Kirche blühte in Hülle und Fülle, weil dem Goldenen Mainz in jener Zeit seine Kirche das höchste war. Jetzt ist das Goldene Mainz ein bleiernes geworden, weil man nichts mehr kennt als Festlichkeiten und ein Fest schöner als das andere sich ausmalt und ersinnt und man es darauf abzielt, die Jugend zu verderben. Geht hin, was der Ausgang ist von all diesen Festlichkeiten und ihr werdet finden, wie die Jugend so leichtsinnig und so gottlos geworden. Laßt ein paar Jährchen vorübergehen, und ihr werdet die Früchte sehen, die sie zeitigen. Solange man die Kirche knechtet und Meine Diener unterdrückt, wächst das Übel. Mein Arm wird zwar noch aufgehalten durch die vielen frommen Seelen und durch Mein Opfer, das Tag für Tag auf den Altären dargebracht wird. ‚Gottes Mühlen mahlen langsam aber fein, was mit Langmut Er verschont, holt mit Schärfe Er ein!’

Meine Kinder! Ich habe Mir dieses Werkzeug erwählt. Du, Mein Freund, du kennst sie. Sie ist in deiner nächsten Nähe groß geworden. Welche Schulen hat sie besucht, was für Arbeiten geschafft, was für Bücher studiert? Ist sie vielleicht in eine Schule gegangen, wo man ihr solche Ideen beigebracht?

Stelle du dich doch jetzt hin, Mein Freund, du hast ganz andere Schulen besucht, und denke dir, du wollest eine Rede halten, ohne vorher sie zu überlegen, was du sagen wollest. Nun sei fest überzeugt, wenn es etwas gibt, wenn es wahr ist, daß ein solches ungelehrtes Frauenzimmer unmöglich eine Stunde und noch längere Reden halten kann, von denen sie vorher, ehe Ich sie erfaßte und besessen, keine Ahnung hatte, wie ist es möglich, daß es ein anderer Geist ist als der Geist Gottes? Wisse, Mein Freund, daß Satan nicht gegen sich arbeitet. ‚Wenn Ich durch Beelzebub die Teufel austreibe, durch wen treiben dann eure Kinder sie aus?‘ So habe Ich den Pharisäern zugerufen. Dasselbe sage Ich euch, denn nur zwei Geister gibt es, die um die Seele des Menschen streiten: Das ist Mein Geist – und das Recht habe Ich dazu, denn Ich habe den Menschen erschaffen und Mir verähnlicht – und der böse Geist!

Nun frage dich, wie sie gelebt, und wenn du findest, daß sie auch Früchte hervorgebracht, die wirklich gute sind, wenn der Mensch so lebt, daß er Gott liebt und seine Mitmenschen, so frage dich, welcher Geist ist nun in ihm? Ist es vielleicht der Geist, der alles in Zwietracht und Aufruhr versetzt und zum Haß gegen andere aufhetzt? Das ist der böse Geist, der, je höher das Fest ist, desto mehr Zwietracht in die Familien wirft, das ist der Geist des Antichrist. Diesen muß Ich bekämpfen, diesen bin Ich gekommen auszutreiben. Seht, als Ich durch Meinen Statthalter in Rom das Fest der Heiligen Familie einsetzte und alle katholischen Familien in den Verein der Heiligen Familie aufnehmen ließ, dies war Mein Geist, Der mit dem Papst in Rom gerade so spricht, wie hier mit Meiner Dienerin, damit Ich das Band der Familie, der Ehe wieder heilige.

Du Mann, deine Frau muß dir das Höchste sein auf der Welt, und du Frau, bist dem Mann unterworfen. Ihr beide habt die Kinder für Mich zu erziehen, die allerhöchste Pflicht habt ihr, eure Kinder Mir zu erziehen, und wenn ihr das tut, dann ist eure ganze Aufgabe gelöst. Weil Ich aber die ganze Welt retten will, auch diejenigen, die auf irregelaufene religiöse Ansichten gekommen sind, die sich abgetrennt von Meiner Kirche, und die Heiden, die nicht an Mich glauben, darum redete Ich wieder mit Meinem Statthalter und sagte ihm – denn immer nach der Zeit richtete Ich Mich, wie die Verhältnisse so kommen, so richtete Ich Mich nach den Geschöpfen –, jetzt ist die Zeit gekommen, wo Ich offen vor aller Welt angebetet wissen will Mein menschliches Herz. Denn dieses litt mit Mir und durch dieses Herz seid ihr alle eingegangen, denn ihr seid das Herzblut Meines Herzens, euer Blut ist hineingeströmt, und ihr seid ein Blut mit Mir.

Darum wollte Ich der Welt zurufen, daß Ich wünsche und verlange, daß das ganze Menschengeschlecht Meinem Herzen aufgebunden werde. Darum stiftete Ich und euer Papst in Rom im vorigen Jahr dieses ganz besondere Fest und die ganze Menschheit ward Meinem Herzen aufgebunden. Noch viel inniger bin Ich jetzt mit ihr verbunden und vereinigt.

Darum kommt und geht zu Meinem Tisch. Dort will Ich Mich euch mitteilen, Mich mit euch vereinigen, damit Mein Blut in euer Blut hinüberströme und sich verbindet mit eurem und Ich so bessere Gesinnungen in das Menschengeschlecht hineinbringen kann. Probiert es nur, Ihr werdet sehen, wie glücklich ihr werdet.

Nur ein Paradies gibt es noch, und das ist in Meiner heiligen, katholischen, wahren Kirche. Nicht als ob Ich da die Menschen verschone mit Leiden. Seht euch diese Familie an. Keines von ihnen wird verschont mit Kreuz und Leiden, aber seht, ob sie mit Murren und Fluchen und Lästern ihr Kreuz tragen.

Und ihr alle, mit Leiden will Ich euch heimsuchen, weil Ich euch retten will, und nur als Kreuzträger euch vorangegangen bin, damit ihr als solche Mir folget. Ich gehe voran mit dem schweren Kreuz. Ihr alle habt nur ein kleines Stücklein zu tragen. Wisset, daß Ich euch droben erwarte und alle, die es Mir nachtragen, sie alle sind Meine Kinder.

Heute ist diesem Hause Heil widerfahren, weil aus ihm wieder ein Sprößling hervorging, der sich anschloß an die Reihe der Seligen, denn sie hat gekämpft den guten Kampf. Nun ist sie hingeeilt und sie hat empfangen die Krone des Lebens. Sie trägt den Palmzweig in der Hand als Zeichen des Sieges. Nun lebt wohl, Meine Kinder!“

Lied: Großer Gott ...

Der Freimaurer trat hin zu Barbara, reichte ihr die Hand und sagte gerührt: „Ich gratuliere zu solcher Beredsamkeit.“

364 Herz-Jesu-Freitag im Juli 1900

„Leiden sind die besten Wohltaten, die Ich je einem Menschen erzeigen kann. Wäre es nicht wahr, dann wäre der Sohn Gottes nicht den königlichen Weg des Kreuzes gewandelt.“

Lied: Sei im Jubelschall ...

Seit dem 30. Juni mußte Barbara das Bett hüten wegen Sühnungsleiden und konnte sie sich nicht am Großen Gebet beteiligen. Ihr Körper wurde von großer Fieberhitze gequält. Einmal rief ihr eine Stimme zu: „Leide diese Hitze für diejenigen, die aus Scheu vor der Hitze in den Kirchen sich nicht am Großen Gebet beteiligen.“

Barbara: „O mein Jesus, Du Bräutigam meiner Seele, die ganze Woche habe ich Dich vermißt. O wie freue ich mich, einmal in Deiner Nähe zu weilen. Suche heim meine ausgedörrte Seele. Ich kann nicht leben ohne Dich. Komme einmal an mein Herz. Komm, himmlischer Bräutigam! Im Namen aller Deiner liebsten Kinder sage ich Dir Dank für alle Gnaden, die Du in dieser Woche ausströmen läßt. Obwohl ich mich nicht beteiligen durfte, fühle ich das Glück und die Freude, die Du fühlst, weil Dir Ersatz und Sühne geleistet wird von den guten, treuen Seelen. Ich sage Dir auch Dank im Namen derer, die all die Gnaden vorübergehen lassen, wo Du doch mit so großer Liebe weilst auf unseren Altären, bereit, alle ihre Leiden und Bedrängnisse entgegenzunehmen, aber sie bleiben zurück. Anstatt aller dieser will ich Dir meine Leiden aufopfern, die recht schmerzlich waren, weil Du mich so verlassen hingestreckt hast. Mein Jesus, ich bin wirklich zu schwach, ich kann nicht.“

Jesus: „Meine Tochter! Du bist schwach, wenn du dir überlassen bist. Wenn Ich aber in dich herabsteige, dann gebe Ich dir auch die Kraft dazu, daß du nicht schwach bist. Sei zufrieden. Siehe, Ich habe dir zwei Freundinnen zugeschickt, die auch dem Ehestand angehören. Frage sie einmal, ob sie ihre Ehepflichten aufgeben dürfen, wenn sie einmal lange genug gearbeitet, gekämpft und gelitten im Ehestand, ob der Mann zurücktritt und sagt: ‚Ja, Frau, du hast lange genug gearbeitet, ich will dich in die Ruhe versetzen.‘ Im Gegenteil sagt er zu ihr: ‚Du bist meine Frau und mußt tun, was ich von dir verlange!‘

Siehe, du bist jetzt meine Ehefrau geworden. Ich habe Mich geistigerweise mit dir vermählt und je länger du im Ehestand bist und je mehr die Kinder heranwachsen, desto mehr Last hast du zu tragen. Das Kindergewinnen fällt entsetzlich schwer für ein Eheweib, Kinder gewinnen ist keine leichte Sache für das Weib, also auch nicht für dich, die du geistigerweise Kinder gewinnen sollst.

Alles, was dir vorher leicht und süß und angenehm war, wo alles durchsäuert war von der Lieblichkeit und Süßigkeit Meiner Gnade, wird dir jetzt schwer, denn im Anfang ist der Ehegatte gar lieb, und alles ist der Gattin süß und leicht gemacht. Je mehr aber die Geschäfte sich häufen, weil die Kinder eine gute Erziehung und Vermögen erfordern und die Eltern verpflichtet sind, für das geistliche, ewige und das zeitliche Wohl ihrer Kinder zu sorgen, deswegen ist der Ehestand je länger, je härter, also auch für dich. Ich erspare dir keine Mühe, und die harten Tage dieser Woche sind Mir Honigtropfen für Mein gequältes Herz. Sie erleichtern Meinen Schmerz, weil Ich Seelen habe, die mit Mir leiden.

Seht euch um, Meine Kinder, unter euren Mitmenschen, aber zürnet nicht mehr über diejenigen, die euch hassen und verfolgen. Geht hin und sagt auch Meinen Dienern einen herzlichen Gruß, besonders dem Bischof von Mainz, er möge seinen Dienern befehlen, jetzt aufzuhören, ihren Feinden gegenüber Einwendungen zu machen, es ist genug. Wisset, daß man mit solchen Satansdienern nichts ausrichtet, wenn man tut, wie die Alten getan: Aug um Aug, Zahn um Zahn! Obwohl Ich ihnen befohlen habe, ihre Rechte zu verteidigen, die Rechte Meiner Kirche zu wahren, bin Ich schon zufrieden mit dem, was sie bisher getan. Denn es schadet Meiner Kirche jetzt mehr, als es nützt, wenn sie weiter fortfahren. Sie sollen wissen, daß sie unter dem Kreuz stehen, daß sie diejenigen sind, die nur am Kreuz siegen werden.

Als Ich dir zeigte am heiligen Fronleichnamsfest, wie die Mainzer Heiligen sich mit euch vereinigten, wie ein Kampf sich abspielte in der Luft, wo nur einige wenige kämpften gegen ein so großes Heer, da verstandest du dieses, als sei es der Glaube überhaupt und die Christen überhaupt, wie sie kämpften gegen die Mächte der Finsternis. Es war aber im engeren Sinn das gleich darauf folgende Ereignis gemeint, das sich unter euren Augen abspielte. Die paar Guten kämpfen mit den Mächten der Finsternis, mit den Freimaurern und Liberalisten der Stadt. Damit vereinigen sich die auswärtsstehenden, denn ein mächtiges Heer steht euch gegenüber, ihr seid winzig klein. O kleine Schar, fürchte dich nicht!

Wohl sind die Zeiten schlimm, und ihr alle steht in großer Gefahr, aber freuet euch, denn der Herr ist bei euch. Der Herr steht zu euch, so wie du gesehen hast am Fronleichnamsfest, daß sich die Heiligen dieser Stadt mit euch verbanden, die längst eingegangen sind, die mit euch kämpfen, und der Sieg dann gewiß war. Dies ist das Vorspiel vom jetzigen Kampf. Ihr werdet siegen, ganz gewiß. Meine Diener, ihr paar guten Seelen, treuen Seelen, ihr werdet siegen, aber nur unter dem Kreuz und durch das Kreuz. Seht, erst mußte Ich sterben am Kreuz, erst mußte Ich von der Erde gehen. Meine Feinde mußten Mir zujubeln und Mir sagen: ‚Ei, wenn Du der Sohn Gottes bist, so steige herab und hilf Dir selbst!‘ Wenn der Sohn Gottes so leiden mußte, glaubt ihr, daß ihr anders siegen könnt als euer Herr und Meister siegen mußte über Tod und Hölle? Niemals, Meine Freunde! Darum wendet das Blättchen um; werdet lieb und geduldig. Tragt euer Kreuz, all den Spott und Hohn, den man von allen Seiten euch zuschleudert, jetzt mit einer heiligen Freude. Bedenkt, daß ihr gewürdigt werdet, Schmach zu erleiden. Bedenkt, daß es Mir ebenso erging, wie es euch jetzt ergeht.

Ihr wolltet mit euren Feinden Frieden schließen, um sie auf bessere Gesinnungen zu bringen. O Ich zürne euch nicht, Meine Freunde. Ich zürne euch nicht, daß ihr euch unter Meine Feinde gemischt und ihnen zugejubelt, wie sie meinen, und teilnahmt an der teuflischen Freude, die da im Festzug zum Ausdruck kam. Nein, nein, Ich zürne euch nicht, nur Liebe und Mitleid habe Ich für euch. Aber jetzt steht ihr in der Zeit, wo ihr sagen müßt: ‚Ja, so muß es dem Sohne Gottes gewesen sein, als Er unter uns persönlich wandelte.‘ Seht, wenn Ich die Kranken heilte, ihre Toten erweckte und das arme Volk tröstete, daß es ja nicht mit schielendem Auge auf diejenigen sehen sollte, die mit zeitlichen Gütern gesegnet waren, dann verlachten sie Mich und spotteten Meiner. Wenn Ich Mich unter sie mischte, ihren Einladungen folgte, nur um ihre Gesinnung auf bessere Wege zu bringen, um sie zu überzeugen, wie gut Ich es meine, und daß Ich wirklich der Menschenfreund bin, was taten sie? Wenn Ich zu einem Gastmahl ging, tat Ich es auch, wie ihr es tut, wenn ihr am verflossenen Sonntag und an den folgenden Tagen euch unter eure Feinde mischtet. Ja, dann sagten sie: ‚Er ist bei den Sündern eingekehrt. Er liebt die köstlichen Mahle, verkehrt mit Weibern und sofort, und sofort!‘

Jetzt versetzt euch in die geistigen Leiden, die Ich da erdulden mußte, wenn Mein menschliches Herz mit anschaute, wie alles an diesem Geschlecht abprallte und verloren war, wie die dreiunddreißig Jahre, wo Ich diese Erde entsündigte durch Meine Schritte und Tritte, Meine feurigen Gebete und all die Liebe und Güte, die Ich Tag und Nacht dem Menschengeschlecht erwies, denn der Schlaf floh Mich. Ich brauchte nicht zu schlafen, zu essen und zu trinken. So trieb Mich der Seeleneifer von Stadt zu Stadt, von Dorf zu Dorf, von Flecken zu Flecken, um alle Menschen an Mich zu ziehen und sie Meinem Vater zuzuführen. Und alles war umsonst.

Seht, als Ich hinaufstieg an das Kreuz und Mein Auge umherschweifte, schaute Ich noch einmal die ganze Welt am Kreuz. Mein Blick richtete sich nach Nord und Süd, West und Ost, denn damit wollte Ich so vieles sagen: Für die ganze Welt habe Ich gelebt und bin gestorben. Und Ich schaute da nur noch zwei, drei, vier Personen, die noch an Mich glaubten. Glaubt ihr denn, Mein menschliches Herz wollte nicht brechen über solchen Undank? Und doch mußte Ich es ertragen.

Und nun, Meine Kinder, begreift ihr, warum Ich so darauf dringe und warum Mein Statthalter in Rom darauf dringt, daß Mein menschliches Herz geehrt werde? Es hat es wohl verdient um euch, und ihr, Meine treuen Kinder, müßt euch zusammenscharen, um dieses menschliche Herz zu ehren.

Du, Meine Tochter, fürchte nicht, wenn du matt und schwach bist. Du hast ein gutes Werk gestiftet, du hast ein Werk gestiftet, bei dem Mein menschliches Herz geehrt wird, dieses Herz, das so viele Pulsschläge euretwegen schlug und fortwährend schlägt, im stillen Tabernakel. Und wenn du dich krank fühlst und schwach, werde nicht allzu ungeduldig. Glaube nicht, Ich wollte nichts von dir wissen. Nein, Meine Tochter! O sollte Ich, der beste Freund, der beste Vater, der zärtlichste Bräutigam, den je die Welt gesehen, einem Bräutigam, einem Vater, einem irdischen Freund nachstehen? Nein, nicht denkbar!

Wenn du von einem Menschen, der doch heute so gesonnen und morgen wieder anders, erwartest, daß du Anerkennung bei ihm findest, wenn du es gut mit ihm gemeint, wenn du ihm schon viel Liebe und Wohltaten erwiesen, dann erwartest du von ihm Erkenntlichkeit, und Ich sollte euch Menschen darin nachstehen? Ich lasse Mich an Großmut nicht übertreffen. Merkt es euch für all eure Lebenszustände! Wenn die Leiden kommen, wenn Ich die Familie heimsuche mit Kreuz und Elend, dann glaubt nicht, ihr seid vergessen. Im Gegenteil! Dies ist nur die überschwengliche Liebe eures Gottes, die da schon weiß, was sie tut, die da nicht Gutes mit Bösem vergilt. Leiden sind die besten Wohltaten, die Ich je einem Menschen erzeigen kann. Wäre es nicht wahr, dann wäre der Sohn Gottes nicht den königlichen Weg des Kreuzes gewandelt.

Merkt es euch, Meine Kinder! Alle diejenigen, die Mir treu dienen, müssen am meisten leiden, weil auch Ich am meisten leiden wollte, und Meine heilige Mutter, welche die reinste und heiligste und unschuldigste war, am meisten leiden mußte. Niemals ist es ein schlimmes Zeichen, wenn es einem Menschen übel geht hier auf Erden, einem guten, gläubigen Christen. Es ist das Zeichen, daß Ich ihn liebe. Ihr aber, Meine Kinder, versteht Mich nicht, nicht wahr?

Wenn du jetzt in die Kirche gehst und du kannst aus Herzensgrund dich ergießen im Gebet, wenn du dann an deine Arbeit gehst und du dich an das Glück erinnerst, das du hattest bei der heiligen Kommunion und in der Vereinigung mit Mir, so bist du fröhlich und lustig den ganzen Tag. Recht so, Meine Kinder! Singt und freut euch, wo ihr könnt, aber wißt, daß da immer noch nicht die Braut so ganz eingegangen ist in Meine Geheimnisse. Wenn sie einmal innigen Anteil nimmt an Meinen Geheimnissen, an Freud und Leid, dann muß es ihr eins sein. Sie muß tun, wie du tatest diese Woche; das war recht so, aber freilich, weil du nicht anders konntest. Du sehntest dich nicht, in die Kirche zu kommen, weil du nicht anders konntest.

So macht ihr es, ihr Menschenkinder. Aber, auch wenn solche Zeiten kommen, wo es gar nicht mehr gehen will, wo das Gemüt so abgespannt ist, wie es jetzt bei dir der Fall ist, und wie es viele fromme Seelen in der Welt gibt. Wenn sie mit Leiden heimgesucht sind, werden sie müde und abgespannt, und weil Leib und Seele miteinander verbunden sind und der Geist vom Körper abhängt und der Körper dem Geist unterworfen ist, denn alles geht da Hand in Hand, weil die Seele in Fleisch und Blut lebt, dann sind die Menschen unglücklich. Aber diese Zeit muß euch eins sein. Ihr müßt denken, daß sie vorübergeht, ihr müßt sie mit Gleichmut hinnehmen, wie die andere, wo Freuden und Leiden miteinander abwechseln. Bei dir wird es nicht mehr anders werden. Du mußt dich jetzt begnügen, wie Ich es mache. Bist du nicht zufrieden?“

Barbara: „Ja, Herr! Gib mir nur die Kraft. Ich habe schon oft gehört, daß Seelen auf der höchsten Höhe der Vollkommenheit noch gefallen sind, denn man sagt ja: „Ich sah die Zedern vom Libanon fallen.“ Gelt, da sind die Heiligen gemeint? Und ich habe große Angst, weil ich so verfinstert bin. Deswegen bin ich so ängstlich, wenn das so wochenlang dauert. Verzeih mir, ich will ja zufrieden sein, aber wir sind schwache Menschen, ich bin ja auch von Fleisch und Blut, habe Nachsicht und Geduld (Barbara lächelt). Du bist ja so gut.“

Jesus: „Ja, Ich bin wirklich gut. Du darfst auch manchmal dich ausbrummeln. Ich habe nichts dagegen, weil du ein armseliges Geschöpf bist wie alle Menschen. Ich nehme dir das nicht so übel, wie auch der Mann es der Frau nicht so verübelt, wenn die Frau gar so müde und abgespannt ist und sie ihm den Kopf vollbrummelt. Ich werde doch einem Mann nicht nachstehen. Gelt, das glaubst du doch wohl auch!“

Barbara: „O wie bist Du so gut! O komm, ich will ein bißchen an Dir ausruhen. Sag mir doch, die Leute sprechen so viel vom Krieg, wie wird es uns da noch gehen? Ist es wahr, daß von Deutschland der Glaube ganz weggenommen wird? Die Protestanten schreien so groß und erheben die Germania und sagen, daß die Katholiken am Rand des Grabes wanken. O Herr, sieh die vielen treuen Seelen. Du hast ja gesagt bei Sodoma, wenn noch fünf Gerechte da wären, wollest Du die Stadt verschonen. Du bist doch kein anderer geworden als damals. Laß uns doch das Licht des Glaubens! Mein Jesus, Barmherzigkeit! Laß doch die protestantische Religion nicht über uns hinauskommen. Siehe, die gehen mit List und Gewalt vor, und unsere Priester machen es, wie Du gesagt, sie gehen zurück und sind still, wie Du es gemacht. Sie lassen alles über sich ergehen, und so geht unsere Religion zurück, und die schlechten Katholiken lassen sich einnehmen und so wird es weniger und weniger. Mein Jesus, was sollen wir anfangen, wenn es Krieg gibt?“

Jesus: „Meine Kinder! Fürchtet euch nicht! Ich habe vorhin schon gesagt, wenn Ich bei euch bin, dann seid ihr ja geborgen. Als Ich dir zeigte, wie die Zeit ist, in der ihr lebt, wie sich die Erde vor dir spaltete und du in eine Kluft hineinschautest, in einen Abgrund, wo du nichts sehen konntest als einen ungeheuren Abgrund vor deinen Blicken, da teilten sich die Menschen in zwei Klassen, die Guten um Mich herum, wohl ein kleines Häuflein, und die anderen trennten sich immer weiter von Mir. Das muß euch euer ganzes Leben hindurch festhalten. Ihr müßt wissen, daß Ich bei euch bin, denn nicht umsonst verlange Ich die Einführung der öfteren Kommunion.

Ei ja, ihr guten, treuen Kinder der katholischen Kirche, was kümmert ihr euch um jene, die da aus freien Stücken ihren Weg verfehlen? Habe Ich nicht jedem den freien Willen gegeben und den Verstand und habe ihm gesagt: ‚Mein Freund, wähle! Es liegt vor dir der Weg. Entweder wähle den guten Weg oder den breiten Weg, der da mit Blumen bestreut ist.‘

Du hast Verstand, überlege, was dein Gott für dich getan. Tust du es nicht, dann ist die Gerechtigkeit da, und die Jahre gehen vorüber, wo die Barmherzigkeit der Gerechtigkeit Platz macht. Solange der Mensch lebt, ist Meine Barmherzigkeit über ihm; wenn Ich ihn abfordere, dann tritt die Barmherzigkeit zurück und die Gerechtigkeit tritt vor ihn und sagt: ‚Jetzt komme, du hast lange genug Zeit gehabt!‘

Und du, Meine Freundin, wenn du in deiner Verwandtschaft solche hast, und wenn es dein eigenes Kind sein sollte, das auf Abwege gekommen ist, tue, was du kannst, bete, opfere, leide für sie, denn der Arm der göttlichen Gerechtigkeit ist nur aufzuhalten durch den Arm der Barmherzigkeit und Liebe. Der Arm der Barmherzigkeit und Liebe ist in erster Linie getragen von Meiner heiligen Mutter. Er ist aber auch getragen von jeder einzelnen frommen und gerechten Seele auf Erden.

Merkt es euch! Seid nicht bestürzt, wenn ihr in eurer Verwandtschaft Mitglieder habt, die nicht den rechten Weg gehen, die abgewichen sind von Meinen Geboten, die eine Religion sich zurechtlegen, wie sie ihnen paßt. Dann grämt euch nicht darüber. Laßt euch den Frieden und die Freude des Herzens nicht verdrängen, denn Ich bin wahrhaft kein Gott, der Seine Kinder traurig und mißmutig sehen will, der sie knechten will, daß sie ihr ganzes Leben zu kämpfen haben mit Traurigkeit und Mißmut. Nein!

Wenn Ich auch Leiden schicke, dann wißt, daß Meine Liebe sie versüßt, und die Leiden, wenn auch noch so schwer in einer christlichen Familie, sind getragen von christlicher Liebe, und weil von christlicher Liebe getragen, sind sie leicht und süß und angenehm, wenn auch noch so schwer, wenn andere darunter ächzen und stöhnen, denn das Herz der Gottlosen trägt kein Leid. Es gibt sich den Strick oder stürzt sich ins Wasser, weil es nicht gewohnt ist, Leiden zu tragen. Es kennt keine Geduld. Diese habt ihr Frauen. Die Liebe ist es, die alle eure Leiden versüßt. Darum, wenn Ich die Welt strafe, was Ich schon oft gesagt, und je frecher und kecker der Feind das Haupt erhebt, der Widersacher, euer Feind, desto bälder werde Ich kommen. Ich will ihnen zeigen, wer der Herr ist. Wenn man auch im Munde führt, man glaube an einen Gott, Ihm zu Ehren wolle man sich einsetzen, für Ihn seine Soldaten in den Krieg hinausführen, für Ihn sich verteidigen.

Ja, ja, wenn dem so wäre, dann müßte man nachdenken, warum man denn eine Religion verdrängen will, die Ich Selbst gegründet, die Ich am Kreuz geboren, mit Meinem Herzblut Mir erworben, eine Kirche, die Ich stiftete, durch Mein Eigenes Blut Mir begründete. Da würde man nachdenken, warum ein Mensch, dem es nicht mehr behagt in dieser Lehre, in dieser wahren Kirche, sich berechtigt glaubt, eine andere zu gründen, so wie es ihm paßt und seiner Sinnlichkeit schmeichelt. Man würde anfangen, dieser Kirche aufzuhelfen, die man als die bedrängte sieht, ein wenig aufzuräumen mit der gottlosen Welt und dieser Kirche Platz zu machen und ihr die Herrschaft einzuräumen, wenigstens über ihre Kinder.

Weh euch, ihr Gottlosen! Weh euch, ihr Gottlosen! Weil ihr den Katholiken zu viel Gelegenheit verschafft, ihr, die ihr an der Spitze steht, die ihr die Heere führet, die ihr eine Gemeinde leitet und dieser nichts als Vergnügen verschafft und so freilich auch die Katholiken, weil überschwemmt mit Vergnügen, alles vergessen laßt, wie jene Andersgläubigen.

Die brauchen keinen Gottesdienst mehr, sie haben keine Messe, sie brauchen am Sonntag nicht in die Kirche zu gehen, sie brauchen keine Predigt, denn was man ihnen sagt, weiß jeder Hausvater und jede Hausmutter, jeder, der noch ein wenig nachdenkt, er braucht nicht studiert zu haben. Was ein Protestant oder ein andersgläubiger Prediger sagt, das weiß jeder Mensch, der Jude und Heide auch.

Darum ist diese Religion Mir verhaßt, und Ich werde kommen und aufräumen in Meiner Schöpfung. Es wird die Zeit kommen, wo es ihnen schlimm ergehen wird. Je tiefer ihr den Karren hineinschiebt, desto schlimmer wird es euch ergehen. Ihr, die ihr auf diesem Karren der Vergnügungssucht sitzt, werdet in den Abgrund hineingeschoben und auf ewig verschlungen.

Ihr aber, Meine Kinder, fürchtet euch nicht! Harret aus! Wohl steht ihr unter diesem Geschlecht, unter diesem gottlosen Geschlecht, und müßt die Strafe mitfühlen. Ich kann sie euch nicht ersparen. Ich müßte euch nur hinwegnehmen zu Mir. Aber halten will Ich an euch. Jedes Kind der katholischen Kirche, das da noch Glauben hat und zuhält zu seiner Mutter, der heiligen, katholischen Kirche, soll hören auf die Worte, die Ich schon Jahrzehnte daherrede.

Ich verlange die Einführung der öfteren Kommunion! Sagt es, Meine Priester, wenn ihr predigt und im Beichtstuhl sitzt, allen Kindern Meiner katholischen Kirche. Ihr seid aus aller Schuld, wenn man es nicht tut, habt ihr ja eure Schuldigkeit getan; denn die Zeit ist so gottlos, daß kein Christ, auch wenn er noch so gut ist, sagen kann: ‚Ich stehe fest, ich weiß, was ich zu tun habe, niemals werde ich tun wie diese.‘ Eine einzige schwache Stunde reißt dich los. Es wandelt dich eine kleine Neugierde an und drängt dich, etwas zu sehen und zu hören und fertig ist es. Du mußt dich anklammern und alle, die sich anklammern, sind diejenigen, die Ich dir gezeigt vor vierzehn Jahren am Fest des heiligen Antonius, die gerettet werden bis hinaus auf das äußerste Rändchen, wenn sie nur noch fest glauben, die Gebote Gottes halten und sich an Mich anklammern. Diese werden gerettet. Alles andere geht zugrunde.

O Meine Kinder! Es reut Mich, das Menschengeschlecht erschaffen zu haben. Aber um Meiner heiligen Kirche willen, um der guten, treuen Seelen willen, habe Ich ja große Nachsicht und Tausende und Abertausende und nochmals Millionen Tausende sollen noch gerettet werden um Meiner heiligen Kirche willen, um all der Leiden willen, die sie erduldet, um all der Liebe und Güte und Nachsicht willen, womit sie den Gottlosen begegnet sind. (Jesus blickt mit freundlichem Auge auf Frau N., die eine fromme Familie hat.) Du kannst ganz ruhig sein, Meine Tochter, deine Angehörigen sind alle an guter Stelle. Fahre fort! Die Almosen, die guten Werke, die dein Mann tut an den Söhnen des heiligen Franziskus, nehme Ich so hin, als tät er es Mir Selbst, weil sie Meine Armen sind, Meine geliebten Armen.

Ihr aber, auf, Meine Kinder! Wo ihr wißt, daß ihr nichts Gutes stiften könnt, da seid bescheiden und klug, um euch nicht unnötige Leiden und Zweifel und Ängste zu machen, denn der Mensch ist gar schwach.

Du aber, Meine Tochter, deine Schwiegermutter ist im Himmel. Der Vater hat noch zu leiden. Aber harre aus in deiner frommen Gesinnung. Bringe deinen Mann mit List und Energie dazu, auf alle deine Pläne einzugehen. Ich weiß, du hast schon die richtigen Pläne. Es ist schon gut. Das Weib versteht immer mehr, weil Ich ihm den Zug der Frömmigkeit ins Herz gelegt, und wenn es gut ist, ist es vom Herzen gut. Ich habe immer große Freude an frommen Ehefrauen, weil sie Mir Meine heilige Mutter vorstellen. Ich liebe das Menschengeschlecht, besonders das Frauengeschlecht, nur Meiner heiligen Mutter wegen, und weil Ich Sie so unendlich liebe, Sie war ja die Miterlöserin. Darum verlange Ich nichts Besseres und Schöneres und Herrlicheres, als daß Ich die Menschheit immer mehr zuführe Meiner heiligen Mutter, sie ganz unter Ihren Schutzmantel vergrabe, weil sie dort geborgen ist.

Du aber, Meine Tochter, bleibe hier. Harre aus! Harre aus, weil alles aufgeboten wird! Satan möchte sich dieser Stadt ganz bemächtigen, und je mehr dieser protestantische Glaube Anhänger und Guttäter findet, desto frecher wird sie, und die Stadt ist in großer Gefahr. Der Glaube geht so zurück wegen der vielen schlechten Katholiken. Bis ins innerste Mark hinein ist der Katholizismus dem Protestantismus zugeneigt und diejenigen, die vorgeben, aus gut katholischen Familien herausgewachsen zu sein und sich gute Katholiken nennen und als solche angesehen sind von den Priestern, liebäugeln mit dem Protestantismus, weil dieser leichter ist und alle Vergnügungen erlaubt, weil die Religion nicht sagt: ‚Abtötung, Buße und Sühne.‘ Da kann man mit sich nach Wollust verfahren den ganzen Tag. Aber Meine Religion, die verlangt Abtötung und manches erlaubte Vergnügen sich zu versagen. Darum, Meine Tochter, harre aus. Laß diese Sekte nicht ankommen an N. Es lohnt sich!“

Barbara: „O Herr, ist es Dir lieber, wenn wir im Großen Gebet bleiben oder mit der Prozession gehen?“

Jesus: „Ja, geht nur hin, es ist euch auch eine Erholung. Ihr seid zu abgespannt. Jeder Gottesdienst ist gut, auch der, wenn man sich eine Erholung verschafft. Eine ehrbare Erholung soll man sich zur rechten Zeit verschaffen, denn der Mensch ist von der Erde genommen, von Fleisch und Blut, und ist nicht unendlich. Das Gemüt ist nicht unendlich. Es wird auch einmal verbraucht. Darum muß der Mensch, solange der Atem in ihm ein- und ausgeht, dafür sorgen, daß er seine Kräfte erhält. Geh auch du mit, Mein Kind, es schadet dir nicht, es tut dir gut.

Ihr aber, auf, Meine Kinder! Nehmt eure Ehegatten und anstatt dem Vergnügen der Welt beizuwohnen, wie die Weltkinder sich hingeben, führt sie hin zu einer Erholung an einen Wallfahrtsort. Freut euch mit ihnen, und sie werden sich mit euch freuen. Seht, Ich werde es tausendfältig an euren Kindern zu belohnen wissen, denn der Keim, der in den Eltern steckt, geht auf die Kinder über. Geheiligte Eltern, geheiligte Kinder! Geheiligte Äste, geheiligte Zweige! Wißt, daß einem verdorbenen Ei kein gutes Hühnchen heraussprossen kann. So ist es auch mit den Kindern. Wo der Keim gut gelegt ist im Mutterherzen schon, wo das Kind unter dem Herzen ruht, und wenn dieser genährt und gepflegt wird, bis es großgewachsen, da ist es unmöglich, daß ein Kind auf Abwege kommt, daß es verlorengeht; und kommt es auf Abwege, so kommt es wieder zurück, und wenn es am Rand des Grabes ist.

Sagt euren Männern, wie gut Ich bin. Ihr wißt es ja, ihnen beizubringen, ihr habt dieses voraus, daß ihr schmeicheln könnt, aber ihr dürft dieses. Sage auch deinen Angehörigen einen lieben, herzlichen Gruß! Ich wäre schon zufrieden. Sie sollen nur so fortfahren, wie sie es machen. Der Friede und das Glück ihres Herzens wird so bleiben, bis sie es selbst sich durch freiwillige, schwere Sünde verjagen, aber es wird niemals vorkommen. Ich halte Meinen schützenden Arm über sie.

Sage besonders Settchen, Anna, dem kleinen Mariechen und deiner Schwägerin einen herzlichen Gruß.“

Barbara: „Mein Jesus, wie bist Du so gut!“

Jesus: „Sagt auch all euren Angehörigen und Liebesbundmitgliedern einen herzlichen Gruß. Ich habe euch schon gesagt, ihr habt viel voraus, daß ihr so religiöse Männer habt, darum wißt es auszunützen. Seid klug! Eine Frau muß klug sein. Ich habe gesagt, die Frau versteht das Schmeicheln, darum benützt es auch, auf diese Weise dürft ihr schon schmeicheln, dann gerät die Kindererziehung. Der Mann hat so Ideen; weil er viel in der Welt steht, schießt ihm manches durch den Kopf. Das muß sie ganz schön erschleichen, ihn ertappen und ablauern. Ihr könnt das schon; macht es nur so. Nehmt die großen Kinder mit hin an einen Wallfahrtsort. Da könnt ihr auch mal eine Ausgabe euch erlauben. So könnt ihr die Männer immer ganz gut erhalten. Ihr werdet die Früchte an euren Kindern schon sehen. Grüßet sie Mir recht herzlich und alle, alle!“

Barbara: „Auch diese?“

Jesus: „Es ist recht, ja.“

Barbara: „Ich meine oft, ich täte mich täuschen. Ich habe aber so eine Freude, es muß so im Himmel sein, wie es in dieser Stunde ist. Gelt, ich bin nicht getäuscht?“

Jesus: „Ja, dann wäre Ich nicht der Menschenfreund, wenn du getäuscht wärest. Freilich bin Ich unter euch, und wenn Ich bei Kindern bin, freue Ich Mich mit den Kindern. Bei Männern bin Ich männlich und rede männlich. Jetzt bin Ich bei Kindern und bin Ich Kind geworden. So müßt auch ihr sein. Bei Kindern müßt ihr Kinder werden. Bei den Männern erst recht Kinder werden, damit ihr sie auch zu Kindern gewinnt.“

Barbara: „Jetzt soll ich aufstehen und in die Andacht gehen. Mein Gott, wie bist Du so gut!“

365 Tag nach Magdalena am 23. Juli 1900

„Nein, Mein Christ, du hast keine Ausrede. Das Leiden ist immer versüßt mit Meiner Liebe. Probiert es nur, ihr Christen, ihr alle, probiert es nur!“

Lied: Selig sind, die arm im Geiste ...

Schon seit vierzehn Tagen liegt die Schwägerin von Barbara krank darnieder und Barbara hatte das ganze Hauswesen auf sich.

Barbara: „Ich danke Dir, o süßester Jesus, Bräutigam meiner Seele, für das unaussprechliche Glück, daß Du mich heimsuchst. O wie gut bist Du! Habe ich nicht verdient, daß Du mich verläßt auf immer, weil ich die letzten vierzehn Tage so gar zu armselig war. O ja, wenn Du Dein Kreuz abstellst, dann ziehst Du das kürzeste. O verzeihe mir! Ich danke Dir, daß Du meinen Undank vergißt. Nicht wahr, die Liebe der anderen ist schuld?

Barbara: „O liebe, heilige Magdalena, du wolltest uns trotzdem besuchen? O ihr lieben Heiligen Gottes, bittet für uns!“

Jesus: „Gelobt sei Jesus Christus! Meine Kinder! Ich bin ein vorsichtiger Gott, ein unendlich liebenswürdiger Gott. Wenn Ich Meine Geschöpfe prüfe, wenn Ich sie schlage, um zu sehen, was sie gelernt haben, dann ist aber Meine Liebe so mit eingemischt, gleichsam die ganze Prüfung so gesalzen, durchwürzt mit Meiner Liebe, daß, wer Augen hat zu sehen, es wohl einsehen kann, wie gut Ich bin.

Ihr, Meine Kinder, dürft nicht verzagen, wenn Ich mit Leiden komme, wenn Ich sage, daß Ich durch euch viele retten will, daß Ich ein Band schlingen will um die Menschheit, und daß alle, die sich von diesem Band umschlingen lassen, glücklich sein sollen schon hier auf Erden und noch viel tausendmal glücklicher in der Ewigkeit, doch hier auf Erden nicht so, wie viele Menschen meinen, die jetzt so gar zu versinnlicht und verweichlicht sind und glauben, da müsse man von allen Leiden befreit sein und das Paradies schon hienieden haben. Das kann Ich nicht. Ich Selbst wollte von der Krippe bis zum Kreuz einen einzigen Kalvarienberg besteigen, und alle, die Meine Jünger sein und Mir nachfolgen wollen, müssen den Weg wandeln, den Ich gewandelt bin.

Da nun der Mensch einmal so ist, daß er alles mit Augen sehen und mit Händen greifen will, so muß Ich ihm seinen Willen tun. Ich muß zu allen Zeiten Menschen erwecken und diese anderen gegenüberstellen, mit anderen Worten: Ich will Beispiele haben; wie Ich das Beispiel aller geworden bin, so will Ich in Menschen Beispiele haben, damit die übrigen Menschen sehen, was diese können, daß auch sie es tun können, wer nur einigermaßen guten Willen hat. Da Ich nun gezwungen bin, die Menschheit zu strafen, mit allerlei Plagen zu belästigen, so daß so viele das Leben bitter finden, und sie es nicht mehr ertragen können und sich selbst aus dem Wege schaffen – es sind das lauter Strafgerichte, die Mein Vater über die Menschheit verhängte, weil sie gottlos geworden ist, weil sie Mir nicht mehr dient und Meinen Willen nicht mehr tut –, so überlasse Ich sie ihrem Willen, und ihr Wille neigt zum Bösen.

Wenn nun der Mensch, weil sein Wille verdorben ist, sieht, wie alles nicht nach seinem Willen geht, wie, obwohl er nach seinen Launen lebt, er doch nicht alles nach seinem Willen richten kann, dann wird er das Leben müde, er wirft es um. Daher die vielen Erscheinungen in jetziger Zeit, von Kindern angefangen, die kaum die Kinderschuhe ausgezogen, bis hinauf zum Greisenalter, aus allen Ständen: Reiche, die im Überfluß zu leben haben, und Arme, die mit der Not zu kämpfen haben, jugendliche und ältere Leute, werden das Leben müde, weil sie den Weg verfehlt haben, weil sie nicht gelernt haben, daß der Weg, den der Mensch wandeln muß auf Erden, ein dornenvoller, ein Kreuzweg ist.

Seht, Meine Kinder, hier liegt das Geheimnis, warum Ich alle Meine guten, treuen Kinder und besonders diese Familie rechtzeitig mit Leiden heimsuche, wo Ich dann, damit du die Leiden um so schwerer fühlst, Mich ganz in dir zurückziehe und dich ganz dir selbst überlasse. Denn in den langen Jahren, wo Ich mit dir verkehre, wo du an Meiner Tafel sitzest, kannst du so viel gelernt haben, daß dein Magen auch härtere Speise vertragen kann. Nun wißt aber, Meine Kinder, daß die Zeit jetzt wieder vorüber ist, die Fastenzeit für euch, nicht wahr? Es ist für euch eine Fastenzeit, wenn Ich Mich zurückziehe. Es soll jetzt wieder eine kurze Spanne etwas gelindert werden in euren Familienverhältnissen, allen Menschen zum Vorbild.

Seht, wie gut Ich bin. Wollte doch das Menschengeschlecht Meine Stimme hören, wollte es doch verstehen, wie gut Ich bin, wie gut Ich es meine. Seht, dieser Monat ist Meinem kostbaren Blut geweiht, und die vielen Millionen und Abermillionen Menschen, die dieses kostbare Blut mit Füßen treten, die über alles hinweggehen, all die Schätze Meiner Liebe und Gnade, die Ich niedergelegt habe in Meiner Kirche, unnütz verlorengehen lassen. O ihr armseligen Menschen! Wie oft wollte Ich euch versammeln wie die Henne ihre Kücklein, aber ihr habt nicht gewollt. So werde Ich euch zurufen am Schluß der Zeiten, wo Ich aufhören werde zu reden durch dieses Werkzeug hier. O ihr armseligen Menschen, warum wolltet ihr nicht? Habe Ich euch doch schon so oft gesagt, daß ihr alle an Meinem Herzen ruhen sollt, daß ihr alle herbeikommen sollt, daß Ich Selbst euch ernähren will mit Meinem eigenen Fleisch und Blut. Wenn die Menschheit soll gerettet werden, dann muß das auserwählte Volk die Wege wandeln, die Ich es führen will, die Ich von ihm verlangen muß.

Das auserwählte Volk, die liebsten Kinder Meines Herzens, sind die katholischen Christen, alle Kinder der katholischen Kirche. Und nun, wie weit ist es gekommen in dieser Meiner Kirche? Welche Schmach für ein Christentum, das mit seinem Gesalbten so umgeht! Bin Ich nicht unter euch wie damals, als Ich noch auf Erden wandelte in Meinen Brüdern? Denn ein jeder Priester bis hinauf zum Papst in Rom ist Mein Bruder, Mein Vertreter. Und geht in die Kirche, geht an die Beichtstühle, geht in die Meßfeier, wo Ich Mich Tag für Tag durch ihre Hände zum Opfer bringe, wo sind Meine Kinder? Wo sind sie, die Meine Worte, ihre Worte, hören, die ihre Sünden bekennen sollen, die Gnadenströme hineinleiten sollen in ihr Herz, wo sind sie? Kein Wunder, wenn das Priesterherz brechen möchte vor Schmerz und Kummer, wenn es seine Gemeinde überschaut, wenn es am Sonntag durch die Kirche schreitet und anstatt der Köpfe sieht es die leeren Stühle. Wehe dem Geschlecht, das da steht in Meiner Kirche und Meine Worte nicht beachtet.

Darum, Meine Kinder, merkt es euch, ihr sollt vielen zum Vorbild sein, aber auch vielen eine Strafpredigt. Ich will, daß ihr in allem unter der Menschheit steht, wie der Mensch ist und wie Ich ihn hineingepflanzt habe in Meine Schöpfung. Du stehst in der Familie und in einem belebten Haus, damit niemand eine Ausrede hat, damit aber auch niemand sage, das Kreuz war mir zu schwer, ich konnte meine religiösen Pflichten nicht erfüllen, weil ich zu beladen bin. Nein, Mein Christ, du hast keine Ausrede. Das Leiden ist immer versüßt mit Meiner Liebe. Probiert es nur, ihr Christen, ihr alle, probiert es nur!

Ich will die Menschheit retten, und darum sagte Ich Meinen Dienern, daß sie alles aufbieten, um diesen Gnadenstrom hineinzuleiten in die Herzen der Christen, damit die Guten, die noch den guten Kern in sich tragen, das Flämmchen der Gottesliebe, den Glauben, die Wurzel aller Tugend, damit sie diesen Glauben immer mehr entfalten können und die Gottesliebe emporwachse zu einer Flamme, um durch diese einzelnen frommen Seelen, die noch hie und da stehen in der Welt, anderen ein Beispiel zu geben, damit so nach und nach das Christentum wieder anfange, ein anderes zu werden. Ferner verlange Ich von euch, daß ihr alle sinnlichen Vergnügen meidet.

Kein Mitglied dieses Hauses soll sich anschließen und deswegen bearbeite Ich alle, die hier eintreten, daß die unheilige Vergnügungssucht schnell in ihnen verschwindet, und die Kinder, daß sie gar keine Wollust in sich aufnehmen, um allen Christen zu zeigen, wie verhaßt Mir diese Vergnügungssucht ist. Wenn nun aber die Christen am Vormittag beten wollen und am Nachmittag ausgelassenen Vergnügungen nachlaufen, wo kann da der Glaube Wurzel fassen, wo kann da von einer tiefen Religion noch die Rede sein?

Darum auf, Meine Kinder! Wenn Ich wieder zu euch rede, nicht wahr, ihr merkt es heraus, die Güte, die Freundlichkeit eines Gottes, die nicht zu bemessen ist mit der Freundlichkeit aller übrigen Wesen. Warum diese Sehnsucht bei jedem Mitglied eurer Familie und bei allen, die Ich herbeigeführt? Warum diese Sehnsucht? Weil sie vom Himmel stammt. Seht, es ist ein Splitter der Sehnsucht der Seligen, die Mich schauen von Angesicht zu Angesicht.

Nun gehe aber auch hin und sage P. Bonifaz, er möge doch einmal anfangen, die Süßigkeit Meines Kreuzes zu verkosten und seinen Willen ganz Meinem göttlichen Willen zu unterwerfen in allen Dingen, und wenn er herausfindet, daß er in dir ein Beichtkind hat, daß, wenn alle Christen es so tun würden, wie du es tust ihm gegenüber, er in seinem priesterlichen Amt und in allen seinen Verrichtungen eine große Erleichterung haben würde.

Dann möge er doch auch herausfinden, daß man einmal anfangen müsse, tiefgläubig zu werden. Fange an und lebe den Tag so, als ob es der letzte wäre und sage dir jeden Morgen: Heute hast du nur zu tun, was dir vorkommt, was deine Pflicht ist, für morgen hast du nicht zu sorgen. Sorge nicht allzusehr. Wende dich nur mit deinen Brüdern an Meinen Nährvater und sende ihn mit auf Almosensammeln. Weißt du doch, daß du für Mich sammelst, daß du die Hand ausstreckst, und daß alle diejenigen, die ein Geldstück dir in die Hand drücken, es Mir in die Hand drücken, daß du statt Meiner die Hand ausstreckst. Wisse, daß viel Segen soll ausströmen über die Stadt und die ganze Umgebung bis hinaus in die Nachbarländer, denn viele werden hervorgehen aus diesem Haus zum Segen über die Menschheit. Darum, wer ein Almosen spendet, und wer um Almosen bittet für den Bau dieses Hauses und dieser Kirche, übt ein so großes Werk wie damals, wo der Tempel Salomons gebaut und das ganze israelitische Volk aufgefordert wurde, alle seine Kostbarkeiten herzugeben, weil in diesem Bau der wahre Gott sich herniederlassen werde.

Seht, hier will sich nicht nur Mein Geist niederlassen, um zu Seinem Volk zu reden wie im Tempel Salomons; hier will Ich selbst wohnen, und hier will Ich Selbst Mich vervielfältigen in diesen Meinen Brüdern, und viele, die aus diesem Haus hervorgehen, es wird später, wenn auch jetzt noch nicht, und wenn auch ihr alle es noch nicht mit Augen schauen werdet, dieses Haus umgewandelt werden zu einem Haus, in welchem viele studieren werden und das Heil hinaustragen unter die Völker. Darum habe Mut und denke daran, was Ich dir verheißen habe. Ich habe dir vor einigen Jahren gesagt, daß du einmal Guardian von Mainz werden wirst. Ich weiß, du bist Mir nicht dankbar dafür. Nein, Mein Freund, harre aus!

Nicht wahr, wenn Ich Mich zurückziehe, dann ist alles schwer. Ich ließ dir aber sagen: Iß und trink! Denn das Menschengeschlecht ist nicht mehr so beschaffen, daß Ich von ihm Fasten verlangen kann, wie es vor einigen Jahrhunderten der Fall war, und alle diejenigen, die in Blättern schreiben, die Welt sei zu verweichlicht, sie wolle nicht mehr fasten, tun Unrecht jenen Seelen gegenüber, die ihre Schuldigkeit tun der gottlosen Welt gegenüber. Die dieses hören und lesen sollten, die hören es nicht, Mein Freund, die gehen nicht in die Predigt und lesen auch solche Schriften nicht. Aber wißt, daß das ganze Menschengeschlecht schwach und armselig geworden ist, weil es seinem Untergang entgegengeht, weil die Zeit gekommen ist, wo alles vergiftet ist, und die Menschen selbst führen das Weltende herbei, so daß die Menschheit zugrunde geht vor lauter Wucher und Geiz der Gesellschaft, die mit einem Schlag reich werden will.

Darum werde Ich von diesen ein schreckliches Gericht verlangen, aber die übrige Menschheit möchte Ich retten und die Christenheit auf den rechten Weg führen. Darum muß Ich Nachsicht haben mit allen Christen, und wenn Ich sie zurückführen will auf die rechte Bahn, dann muß Ich ihnen auch die Mittel angeben, wie sie sich retten können. Darum kann Ich nicht verlangen, Fasten und Abtötungen zu üben von einer Gesellschaft, die es nicht mehr leisten kann. Dagegen aber verlange Ich um so strengere Pflichten von ihnen, andere Pflichten: Die Entsagung aller sinnlichen Vergnügen, besonders von jenen, die Mir geweiht sind und die Meine Wege wandeln wollen, die guten, treuen Christen. Deswegen verlange Ich von ihnen, um diese Last zu mildern und diese Sprache nicht gar zu hart zu finden, daß man sich eine Erholung verschaffen möge, hinauszugehen in die freie Gottesnatur und sich zu freuen an Meiner Schöpfung. Das erlaube Ich euch, Meine Kinder, allen ohne Ausnahme und Unterschied.

(Hier bekam Barbara Erstickungsanfälle und mußte mittendrein rufen: ,Sühne, Sühne, Sühne für das arme Menschengeschlecht!’)

Seht nun, um näherzukommen, um immer und immer wieder allen zu zeigen, wie gut Ich bin und wie wenig Ich verlange, seht das arme, gedrückte Landvolk, das da seufzt unter der Last der harten Arbeit, die Strafgerichte, die Ich über die ganze Welt verhängt habe, die am allermeisten aber diejenigen fühlen müssen, die Ich hingestellt an die härteste Stelle, die arbeitende Klasse nämlich, welches da sind das arme Landvolk, das jahraus, jahrein sich abmüht und abhärmt, um den Segen über das ganze Land strömen zu lassen durch seinen Fleiß, das arme Fabrikvolk, das durch die Gottlosigkeit der Reichen zu Hunderten und Tausenden zusammengepfercht wird in eine Stätte, wo es fast nicht mehr atmen kann vor lauter Dunst und Hitze, kein Wunder, wenn das Volk da sich Bahn bricht und brechen will, um sein Los zu erleichtern, seht, diese Klassen Menschen gehören zu den liebsten Kindern Meines Herzens.

Merkt es euch, ihr Priester, merk es dir du, Mein Freund N. Dich habe Ich hingestellt, diese Seele zu leiten, durch die Ich der Welt Meine wunderbare Liebe zu den Menschen kundtun will, durch die Ich eine Sprache rede, die nur die Sprache eines Gottes sein kann. Wenn Ich nun, sage Ich, dem Menschengeschlecht Leiden schicke, weil es zu gottlos geworden ist und Mich vergessen hat, denn nie und niemals sage Ich, daß alle, die gottlos sind, auch verlorengehen und gehen sollen, nein, sie sollen gerettet werden, dieses arme Volk.

Darum schart euch zusammen. Tretet in Verbindung mit dem armen, gläubigen Bauernvolk. Diese alle sind Meine Kinder. Diese alle liebe Ich, wie Ich dich liebe, du Priester, der du Mein Stellvertreter bist, und wie Ich dich liebe, du Ordensfrau, du Ordensmann, denn gleichwie du das geistige Wohl Meiner Kinder befördern sollst (hier bekam Barbara erneut Erstickungsanfälle und mußte mittendrein rufen: ,Sühne, Sühne, Sühne.’), wie Ich dich hineingestellt in Meine Kirche, um den Segen, der da ausströmt aus den sieben Gnadenbornen der sieben heiligen Sakramente, hineinzuleiten in die ganze menschliche Gesellschaft durch dein Büßer- und Sühnungsleben, das du führen sollst, du Ordensmann, du Ordensfrau und du Priester, denn jeder Priester soll in seiner Gemeinde stehen als Sühnopfer, als Büßer für seine Gemeinde, die Sünden aller seiner Untergebenen, seiner ihm anvertrauten Herde, soll er mit heißen Tränen beweinen, und als Sühnopfer sich Tag für Tag mit Mir am Altare einsetzen und Meinen Vater bestürmen, daß Er Barmherzigkeit vor Seiner Gerechtigkeit walten lasse.

So aber, Meine Freunde, gerade so, ihr Ordensleute, ihr Priester, habe Ich das arme Landvolk geschaffen, damit es den Segen, den ihr alle dem geistigen Wohl eurer Kinder zuwenden sollt, und euch sorgen sollt für das leibliche Wohl Meiner Kinder. Darum erlaubt Mir, daß Ich euch sage, obwohl ihr glaubt und in Wirklichkeit die bevorzugten Kinder Meines Herzens seid, daß Ich euch dennoch den armen Landmann an die Seite stelle und sage: ‚Siehe deinen Bruder, siehe deine Schwester!‘ Was du der armen, gedrückten Menschheit bist und sein sollst, wenn du ein Priester nach Meinem Herzen sein willst, das ist der arme Bauersmann, das arme Bauernweibchen in seiner Lage; denn viele würden Hungers sterben, wenn nicht der arme Landmann jahraus, jahrein die harten Bußübungen aushielte, die heißen Sonnenstrahlen und die bittere Winterkälte über ihn hereinbrechen. Er darbt und hungert und schafft und plagt sich ab, um seine Kinder zu ernähren, etwas zu erübrigen, damit alle Menschen leben können.

Darum: Mir sollte es nicht leid tun, um dieses arme Geschlecht, weil es abgewichen ist vom rechten Weg, weil es nichts mehr sieht als Vergnügen und wieder Vergnügen und es sein hartes Los etwas erleichtern will, daß es sich auch Vergnügen verschaffen will, die armen Fabrikarbeiter, daß sie nichts mehr wissen, als wie sie sich Vergnügen machen und nur arbeiten für das Vergnügen, weil sie nichts anderes mehr kennen?

Darum auf, ihr Meine Freunde, zu einem Bund zusammenstehen müßt ihr, ihr, Meine liebsten Kinder. Die Lasten mehren sich von Tag zu Tag, und immer schwerer wird Mein Joch, aber freuet euch, denn was Ich gesagt habe, ist und bleibt doch immer wahr, daß Mein Joch süß und Meine Bürde leicht ist; denn diejenigen, die Mir dienen, fühlen alles leicht, wenn sie auch eine Zeitlang harte Wege geführt werden, wenn es scheint, der Himmel habe sich verschworen gegen sie. Etwas ist immer dabei, das ihnen sagt, dein Gott ist es, der dieses dir schickt, dein Gott tritt ins Mittel, wenn es Zeit ist und wenn er dich erlöst durch den Tod.

Darum sollen alle, auf welchen Posten Ich sie gestellt habe, bleiben. Ihr, die Ich euch herbeigeführt teilzunehmen an den Gnadenschätzen, an der Liebe Meines Herzens, die Ich da ausgießen will in allen Lagen eures Lebens, auch wenn sie noch so drückend sind, für euch gibt es einen Schein, ein Hereinleuchten in euren Kummer, der euch immer aufrechthält und halten wird. Merkt es euch! Schart euch zusammen zu einem Bund, werdet nicht müde, wenn ihr euch auch armselig, niedergebeugt, lau und kalt findet, rafft euch immer wieder auf und fangt von vorn an wie ein ABCSchüler. Denn so, nur allmählich, jetzt noch klein und unscheinbar, so wie das Vergnügen Tag für Tag überhand nimmt, so muß Tag für Tag die Liebe wachsen in euch, die Liebe, die alles überwindet, auch die größten Beschwernisse.

Ihr dürft nicht müde werden, das Joch nicht abwerfen, keinen Anstoß nehmen. Ihr müßt immer euch sagen: ‚All diese müssen noch gerettet werden durch mein Gebet!‘ Und so muß jedes sagen von euch, jedes Mitglied des Liebesbundes. Jeder Priester, wenn er auf die Kanzel tritt und er seine ganze Kirche leer sieht, wenn er statt seiner Pfarrkinder die leeren Bänke sieht und nur hie und da eine Seele, er muß sich immer wieder sagen: ‚Ich muß meine Gemeinde retten und ich ganz allein, ich will sie retten, ich will alles für sie tun, auch wenn sie es nicht beachten.‘

Du Hausvater, du Hausmutter, du Jungfrau in der Welt, du Ordensmann, du Ordensfrau im Kloster, auch wenn alles verloren scheint, jedes muß sich sagen: ‚Ich muß viele retten, ich will meine Seele retten und viele Seelen meiner Mitmenschen.‘ Ein großherziges Vergessen, ein großmütiges Opfern und Leiden, verlange Ich von allen, die Ich herbeiführe zu euch. Ganz besonders verlange Ich dieses von den Priestern, die die Schriften mit gläubigem Herzen lesen, ein großmütiges Opferleben verlange Ich von ihnen, nichts Unmögliches, nichts, Meine Freunde, von all dem, wie ihr Begriffe euch macht. Nein, nein! Ich sage nicht umsonst, daß die Menschheit schwach ist, daß sie nicht darin ihre Zufriedenheit finden soll, wenn sie sich Fasten und Bußübungen auferlegt, daß sie unter keine Menschen tritt vor lauter Scheu, sie möchte sich versündigen.

Nein, nein, Meine Freunde, ihr alle sollt den Weg gehen, den alle Menschen wandeln müssen. Ich will keinen Menschen herauspflanzen, der eingepflanzt ist in das Erdreich, um ihn in die Lüfte zu heben, als sei er ein Engel, um in den Lüften zu schweben. Wo du stehst, sollst du stehen und als Mensch und Christ deine Pflicht erfüllen, aber dir immer wieder sagen: ‚Ich will das Kreuz, das Du mir auferlegt, mein Gott, tragen, wie Du es willst. Ich will meine Seele retten, mich selbst vergessen und die Seelen vieler, vieler retten.‘ Und so wird allmählich, wie die Vergnügungssucht überhandnimmt unter der Menschheit, unter den Gottlosen, unter den gläubigen Christen das Glaubensleben angefacht, die Liebe Gottes emporflammen in den Herzen vieler.

Man wird das Joch nicht mehr zu schwer finden und die Kirche, die so geknechtet und gedemütigt ist, sie wird wachsen und emporblühen und auf den Berg gestellt werden, von welchem sie hinweggerückt ist. Wißt, Meine Freunde, wenn Ich euch sage, daß Meine Kirche wieder auf den Leuchter soll gerückt werden, von welchem sie hinweggerückt worden ist durch die Gottlosigkeit der Völker, dann müßt ihr nicht denken, daß dieses in einem Tage und Jahre geht und vor der gottlosen Welt augenscheinlich vor sich geht, sondern ganz still und unbemerkt, nur durch euren Mut und Entschlossenheit, wie Meine Kleine, die Ich Mir erwählt, einen Mut äußert, der euch alle in Erstaunen setzt. Denn so wie sie euch die Wahrheit sagt, wie sie vor einen Bischof, ja, vor einen Papst hintritt und ihm sagt: ‚So will es der Herr, so sagt mir der Herr!‘, so sollt ihr alle sein euren Mitmenschen gegenüber, den Gewaltigen gegenüber, jenen, denen Ich die Herrschaft gegeben, die Herrschaft der Völker. Diesen müßt ihr gegenüberstehen wie Meine Kleine, und durch euren Mut und eure Entschlossenheit müssen eure Feinde zuschanden werden. Sie müssen sich machtlos bekennen, nachdem sie euch geknetet und geknechtet, nachdem sie gewähnt und geträumt, jetzt über Meiner Kirche längst den Grabhügel aufzurichten, sie müssen dastehen und staunen vor euch, vor dem Mut, den ihr ihnen entgegenschleudert. Dann wird Meine Kirche siegen, nur wenn ihr gelernt habt, das Kreuz zu tragen, euch zu verdemütigen.

Lernt, lernt, Meine Diener, besonders du, Mein Freund, den Ich hierher gestellt, den Ich dir zum Beichtvater gegeben, lerne dich demütigen. Wenn du die Demut im Herzen hast und die Demut in allen deinen Worten, du hast sie in deinen Worten, du hast sie aber noch nicht ganz in deinem Herzen, sonst wärest du nicht so wie du bist. Ich will sie dir aber herausarbeiten. Ich will dich neben Mich stellen. Du sollst auch die Süßigkeit Meines Geistes genießen. Darum sage Ich dir, wenn du das Kreuz gelernt hast zu umklammern und unter dem Kreuz zu stehen, dann wirst du siegen über alle deine Feinde in dir und außer dir.

Und ihr alle, Meine Diener, wenn ihr das Kreuz umklammert, dann werdet ihr siegen über all eure Feinde in euch und um euch, und Meine Kirche wird siegen über alle Völker der Erde, über alle Religionen, die vorgeben, ihre Religion auszubreiten über die ganze Erde, die da wähnen, einen Thron zu bauen, der nicht mehr verschwinden wird. O die Toren! Wie bald werden sie verschwunden sein! Meine Kirche aber, die Ich gestiftet, an der Mein Herzblut klebt, an der so viele Blüten hängen, als es Heilige gibt in Meiner Kirche, so viele, die da den Segen ausstreuen, das Erdreich auflockern, so viele, die da aufkeimen und aufsprossen in diesem Erdreich, sie alle sind Blüten Meines Herzblutes, die Ich gezeugt und geboren habe am Kreuz, und weil Ich Meine Kirche am Kreuze geboren, darum müssen alle Meine Kinder am Kreuz geboren werden und durch das Kreuz siegen.

Meine Kinder! Meine Freundin möchte euch mit einem Besuche beehren.“

Magdalena: „Gelobt sei Jesus Christus! Meine lieben Schwestern und ihr alle, die ihr einstens die Schriften leset und euch freuen werdet an der Glorie, die mir jetzt zuteil wird. Ihr alle wißt, daß ich aber diese Glorie erst verdienen mußte. Darum werdet nicht mutlos. Ich habe zwar schon mehrmals euch mein ganzes Leben in kurzen Zügen geschildert, aber wenn man jemand liebt und gern hört, freut es einem immer wieder, ihn zu hören, wenn man auch dasselbe immer wieder hört, und wenn er dasselbe wieder sagt; dies ist der Liebe so eigen.

Aber bedenket, weil die Mutlosigkeit gar zu groß ist unter den Menschen und besonders in jetziger Zeit, daß die eurige Zeit nicht viel verschieden ist von der meinigen. Ihr steht in einer Welt, die so gottlos ist wie die Welt damals war, als ich lebte und der Herr deswegen allerlei Strafen verhängte über die Menschheit. Die guten, treuen Kinder stehen auch unter diesen Strafgerichten und müssen sie mitfühlen; denn all die großen, abwechselnden Veränderungen der Witterung, die vielen Ereignisse, die man Tag für Tag hört, sind Strafgerichte Gottes. Daß so viele eurer Brüder und Schwestern dahinsterben, dahingemartert werden in fremden Ländern, sind lauter Strafgerichte Gottes, um die guten Christen aufzurütteln, die gar zu kleinmütig sind und wenig leiden wollen, damit sie sehen, was ihre Brüder leiden müssen um des Namens Jesu willen, andererseits auch, weil durch jenes Christenblut jenes Götzenreich soll zerstört werden, denn das Blut ist nur der Same neuer Christen. Dieses Ackerfeld wird umgebaut, der Same geht auf, und jedes Tröpflein, das geflossen ist, wird neue Christen hervorbringen, und jenes Land wird bald ein liebes, dem himmlischen Bräutigam wohlgefälliges Land. Seine Kirche wird dort aufblühen, und was die faulen Christen in Europa Ihm versagen, werden jene Ihm wieder ersetzen.

Deswegen sage ich euch, es sind lauter Strafgerichte, die über euch verhängt sind. Ihr alle steht unter einem Druck, von dem ihr früher keine Ahnung hattet, lauter Strafgerichte Gottes. Aber seht, ob ich anders leben konnte, ob ich vielleicht verschont blieb? Als ich da saß zu den Füßen meines geliebten, himmlischen Bräutigams und Seine Füße mit meinen Tränen benetzte, da wußte ich wohl, daß ich Ihn liebe, daß ich für Ihn alles dahingeben werde, mein Vermögen, meinen Namen, denn solange ich ein Weltkind war, hatte ich einen großen herrlichen Namen, obwohl ich die Sünderin war. Ich war weit und breit beliebt von Großen und Mächtigen, von allen Weltkindern. Als ich anfing, meinem Jesus nachzugehen, meinen Jesus zu lieben, da war ich verachtet. Da hieß es nur noch, die Sünderin in der Stadt, stoßet sie hinaus. Das alles hatte für mich keinen Wert mehr, denn das alles opferte ich gern für meinen Jesus. Aber obwohl ich dies getan, welch harten Weg mußte ich gehen, meine lieben Schwestern, es ist leichter gesagt und gedacht, aber nicht gehalten und nicht probiert.

Denkt euch nur, ein verweichlichtes Weltkind, ein Mädchen, das in einem Schloß erzogen, von allen üppigen Freuden, von allen Höflingen umgeben, nur von Genuß zu Genuß gehüpft und getanzt, und jetzt solche Entbehrungen, solche Entsagungen. Wir wurden auf ein Schiff gesetzt von Brettern, damit wir auf dem Meere zugrunde gehen sollten. Unsere Feinde wollten uns zusehen, wie wir mit den Wellen kämpften, und als wir durch Gottes Vorsehung gerettet und hinübergebracht wurden durch Gottes Hand ans jenseitige Gestade, welche Entsagungen, welcher Hunger quälte uns, bis wir wieder auf trockenes Land kamen, und als wir ein Land gefunden, abermals welche Entbehrungen.

Das müßt ihr euch oft zu Herzen nehmen, ihr Armen, wenn ihr darben müßt. Ihr Reichen müßt, wenn ihr geben müßt, die Hand öffnen. Ihr sollt bedenken, was eine Magdalena geduldet. Nicht umsonst wurde sie auf den Berg der Beschauung getragen, denn der Herr wußte wohl, daß sie viel liebte. Er wußte auch, was sie gelitten. Eine Magdalena war unter dem Kreuz. Sein Blut träufelte auf sie. Sie sah und hörte nichts mehr als die Stimme ihres Jesus, und als diese verklungen und erloschen war im Tode, als sie diese nicht mehr hörte, da sah und hörte sie nichts um sich als Entbehrungen ... Sie hörte nur noch eine Stimme, und das war die Stimme ihres geliebten Jesus in sich. Sie fragte nur: ‚Herr, was soll ich tun?’ Und als ich mehrere Jahre unter meinen Geschwistern geweilt und wir zusammen uns ein recht schönes Heim gegründet, weil wir uns unter die Füße aller legten, da hatten wir wieder ein Heim in Frankreich gefunden, aber ich hörte immer die Stimme meines Jesus und fragte ihn: ‚Gefällt es Dir, unter meinen Geschwistern zu bleiben? Wenn Du mich auf einem anderen Weg haben willst, so führe mich hin! O ich höre so gern Deine Stimme, o überlaß es meinen Geschwistern, andere zu retten. Ich möchte nur mit Dir verkehren, o nimm mich hin! Ich habe nur noch die Liebe und die Tränen, ich kenne nichts mehr als die Liebe und die Tränen.‘

Seht, da erweichte ich das Herz meines himmlischen Bräutigams, und eines Tages, als ich wieder eine Reise gemacht hatte, und andere um mich gesammelt und zum christlichen Glauben bekehrt hatte, da kam Er mit Seinen heiligen Engeln und entführte mich der Welt. Seht, jetzt konnte ich ungestört mit Ihm verkehren, aber welche Entsagungen, welche Entbehrungen.

Glaubt ihr wohl, ich wäre ein anderer Mensch gewesen wie ihr? Glaubt ihr, die Liebe hätte mich umgeschaffen? Ich hätte kein Fleisch und Blut mehr gehabt? Und doch hatte ich noch Fleisch und Blut. Ich fühlte wohl den Schmerz meiner Glieder. Ich hatte wohl Besuche aller Art. Satan machte sich nichts daraus, mich zu quälen Tag und Nacht mit Vorstellungen. Ich aber hörte nur die Stimme meines Geliebten, ich hielt aus auf dem Berg der Beschauung. Allen Menschen sagt es: Kein Mensch, keiner von euch ist verpflichtet, so zu leben wie ich. Und es wird auch nie mehr vorkommen, denn der Herr ist eingegangen in Seine Herrlichkeit, die Kirche ist gegründet, sie steht fest wie ein Fels. Damals war sie noch in der tiefsten Tiefe der Erde versenkt, da war noch kaum der Grundstein gelegt, und es sollte Stein an Stein gefügt und das Mauerwerk sollte heraufgeführt werden und ein herrlicher Bau sich entfalten in der sichtbaren Schöpfung, in der heiligen, katholischen Kirche.

Da mußte der Herr freilich Wunder wirken, Wunder Seiner Liebe. Obwohl Er mir nicht das Gefühl genommen, aber Er gab mir die Kraft, daß ich es ertragen konnte. Ihr alle seid nicht berufen, denselben Weg zu gehen, wie ich ihn gegangen. Ihr sollt stehen auf dem Standpunkt, wo der Herr euch hingestellt. Er will euch nicht herausreißen und in die Lüfte erheben und euch hinübertragen lassen auf den Berg der Beschauung. Aber eines will Er, daß ihr feststeht in allen Stürmen. Wie ich nur eine Stimme hörte, nur immer meinen Jesus fragte und immer wieder fragte: ‚Herr, was willst Du, ich kann alles. Hier hast Du meine Liebe, mein Herz. Schaffe in mir, was Du willst, ich kann alles!‘ So müßt ihr sagen, wenn Kummer, Kreuz und Not euer Herz quält. Ihr müßt an die arme, verstoßene, verachtete Magdalena denken und euer Leben wird süß und leicht und angenehm.

Sage es deinem Beichtvater, er möge sich Magdalena vorstellen. Sage N., er soll bedenken, daß – wie damals die Kirche aufgebaut werden und Glied an Glied gefügt werden mußte durch treue Seelen, durch Christen, die da fest im Glauben stehen, fest sich anklammern an die einzige, wahre Kirche, die katholische Kirche – da jetzt wieder die Zeit gekommen ist, wo bereits die Kirche, dieser schöne Bau am Einsturz ist, wo so viele faul geworden, abgebröckelt sind. Die Männerwelt, die diesen Bau festhalten sollte, wo ist sie hingekommen? Abgebröckelt ist diese Kirche, ganz und gar zerbröckelt. Kein Wunder, daß eure Feinde sagen, die römische Kirche wankt am Grabe, sie ist am Zusammenstürzen. Eure Feinde haben recht, wenn sie euch Christen betrachten, besonders die katholischen Männer. Darum haben auch die Feinde recht.

Darum, mein Freund, und ihr alle, harret aus, besonders du Bischof von Mainz, ihr Priester von Mainz, ihr sollt das Fundament legen zu einem neuen Aufbau. Nicht, als ob die Kirche überwältigt sei, nein, nein, die Kirche steht im Innern gerade noch so fest wie sie gestanden, als der Herr hinaufgestiegen war an das Kreuz und die Kirche geboren war und die Kirche ihre ersten Blüten hervorgebracht. Aber sie ist ganz siech und matt geworden, weil ihre Glieder faul sind. Am äußeren Mauerwerk fehlt vieles, im Innern blühen doch dieselben Heiligen, derselbe Schmuck schmückt ihre Altäre, dasselbe goldene Kreuz steht darin, dieselben Altäre.

Aber das Mauerwerk ist zerbröckelt, und darum habt ihr Priester dieselbe Aufgabe, so genau dem Herrn zu folgen wie damals, als die Kirche sich ausbreiten sollte. Ihr müßt zusammenstehen. Die guten, treuen Seelen müssen leiden, wie die ersten Christen leiden mußten. Darum brauchen sie dieselbe Stärke. So dünn wie damals die guten, gläubigen Christen gingen, als ich auf Erden lebte, so dünn gehen bereits auf der ganzen Welt die guten Christen, denn all die Ordensleute und Priester der katholischen Kirche und die guten, treuen Seelen sind nur ein Quentlein dem Massenstrom der gottlosen Welt gegenüber, und wenn sie Tag und Nacht auf den Knien liegen und Blut und Leben einsetzen für den Glauben, es ist dasselbe, was es war, als die ersten Christen gemartert wurden.

Das Gut und Blut, das der Mensch einsetzt, trägt neue Früchte für die Kirche, denn aus jedem guten Werk, das eine Seele verrichtet im Stande der Gnade, gehen neue Gnaden hervor, die anderen zugute kommen; alles fließt aus dem Schatz und je mehr herausfließt, desto mehr ... Darum, wenn der Herr euch sagt, daß es Ihm leid tue um die gottlose Welt, und daß viele verlorengehen, so sagt Er doch nicht, daß alle verlorengehen. Er will sie retten, besonders die armen, unglücklichen Arbeiter, die auf gottlosen Wegen wandeln, die armen Bauersleute, sie alle stehen daneben, und um ihrer Bußübungen, um ihres Schweißes und ihrer Tränen willen sollen und werden viele Seelen gerettet. Es geht Hand in Hand.

Darum auf, ihr alle meine Freunde, ihr alle, die ihr von der armen, verstoßenen, verachteten Magdalena ja einmal gehört habt, daß das Reich Christi, meines himmlischen Bräutigams, wieder aufgerichtet werden soll und muß, denn die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen. Das ist die Verheißung, und ihr steht an der Pforte der Hölle. Ihr habt die Aufgabe, das Werk zu verrichten, das ich einst in Vereinigung mit den heiligen Frauen und Aposteln verrichtete.

Ihr sollt die Apostel sein, ihr Priester und Bischöfe; ihr sollt die Diener der Apostel sein, ihr Priester; ihr sollt die heiligen Frauen sein, ihr guten, treuen Seelen, und Kirchen und Klöster bauen und je schöner und herrlicher, desto mehr wird das Christentum aufblühen, die Steine, die abgebröckelt sind, sich wieder einfügen und es wird bald ein Erdreich erstehen, das anfängt zu sprossen, aber noch sehr wachsen muß, bis es ein reiches Erntefeld erhoffen läßt.

Darum, meine lieben Schwestern, werdet nicht müde in all den Bedrängnissen, die kommen. Sie haben einen zweifachen Zweck: Sie sollen euch reinigen von allen Makeln, Sünden und Fehlern, und zweitens sollt ihr dadurch euren Mitmenschen ein Vorbild werden und viele, viele Seelen retten.

Geht hin und grüßt mir alle recht herzlich durch den schönen Gruß, den ich immer gerne hörte: „Gelobt sei Jesus Christus!“

366 Untersuchung Juli-August 1900

„Will denn eine Braut mehr sein als der Bräutigam, willst du anders behandelt werden als Ich?

Am 24. Juli 1900 bekam Barbara ein Schreiben vom H.H. Bischof, daß sie sich so bald als möglich ins Elisabethenstift begeben solle. Der Beichtvater und ein anderer Priester würden die Ekstase beobachten, und die Aufzeichnungen sollten von jetzt an unterbleiben. Ferner war Barbara jeder Verkehr mit Lieschen und Luise mündlich und schriftlich untersagt, damit Barbara, wie der Beichtvater sagte, auf neutralem Boden stünde.

Barbara begab sich am Mittwoch, dem 25. Juli 1900, zum H.H. Bischof und meldete ihm, daß sie sich anderen Tages in das bezeichnete Kloster begeben wolle. Am folgenden Tag ging sie denn auch mutig und entschlossen dorthin. Am Freitag, dem 27. Juli 1900, spürte Barbara in der heiligen Messe bei der heiligen Wandlung, wie das Leiden kommt. Wohl zu ihrer Prüfung sandte der Herr ihr heute, wo alles darauf wartete, keine körperlichen Leiden, sondern der Herr verkehrte nur innerlich mit ihr, sprach jedoch auch einiges laut. Als die Oberin es merkte, führte sie Barbara aufs Zimmer und bat sie, ins Bett zu gehen. Barbara jedoch bat sie, nur einfach ruhig sitzen bleiben zu dürfen. Obwohl der Herr laut sprach, rief die Oberin niemand. Am Tage darauf, es war Samstag, kam Pater Felix und fragte die Oberin: „War gestern nichts?“

Oberin: „Nein, sie hat so ein Unwohlsein bekommen, sie hat auch gesprochen, aber ich weiß kein Wort mehr.“

Barbara: „Der Herr hat gesagt: ,Ich bin der Herr, wenn sie sich Meinem Willen nicht unterwerfen, werde Ich Meine Sache doch durchführen!’“

Oberin: „Richtig, jetzt fällt es mir wieder ein.“

Weil die Oberin niemand gerufen, so glaubte man schon, wie Pater Felix zu Luise samstags sagte, alles sei zerfallen.

Pater Felix: (spöttisch zu Luise) „Der Heiland kommt nicht mehr, es ist alles aus!“

Am Tag vor Portiuncula (Mittwoch, den 1. August) stellte sich das Leiden dafür um so heftiger ein, daß die Herren deutlich sehen konnten, daß sich so etwas niemand selbst machen könne. In der Tat waren alle ganz erschüttert und verängstigt und getrauten sich nichts daraus zu tun. Als Barbara zu sich kam, sahen sie alle ganz verstört aus. Der Arzt, der sonst immer bleich aussah, hatte dunkelrote Augen und Wangen.

Barbara: „Sie werden wohl selbst gesehen haben, daß das keine Einbildung sein kann und man sich das nicht selbst machen kann.“

Bischof, P. Felix, Arzt: „Ach, wer denkt denn das. Nein, nein, das wissen wir, daß Sie sich das nicht machen können und daß das keine Einbildung ist.“

Der Weltpriester hatte am meisten Mitleid. In der Rede hatte der Herr die Gesinnungen von allen dreien geschildert und hatte namentlich über die Männerwelt hier in Mainz gesprochen. Der Arzt muß sich sehr betroffen gefühlt haben, denn die Tage vorher war er immer sehr freundlich; von dieser Stunde an aber war er fertig, er sah Barbara nicht mehr an und wollte nichts mehr wissen. Das dritte Mal kam das Leiden am 3. August, Herz-Jesu-Freitag. Es war diesmal so eklatant, daß der Arzt sagte, so fürchterlich habe er sich das Leiden nicht gedacht. Die Schwestern, die dabei waren, riefen alle Heiligen an, und der Arzt ließ kein Mittel unversucht, um herauszubringen, ob es nicht Krankheit sei. Er ließ ihr Tropfen eingeben, dann Rizinusöl, dann ließ er ihr ab und zu Milch einschütten, obwohl der Magen nichts annahm und sie dieselbe jedesmal wieder erbrechen mußte, weshalb der Weltpriester die Bemerkung machte: „Laßt das doch, ihr seht ja, daß es nicht geht.“

Die Herren gingen fort, um sich zu beraten. Unterdessen ließ der Arzt Barbara so viel Wasser einpumpen, bis es ihr zum Mund herauskommen wollte. Es war so schmerzlich für Barbara, daß sie bald gestorben wäre. Sie wurde eiskalt und lag da wie tot, und die Schwester rief Gott und alle Heiligen an.

Schwester: „Schwestern, Schwestern, kommt mir zu Hilfe! Jesus, Maria und Josef, steht mir bei! Heiliger Antonius, komm mir zu Hilfe! Ach lieber Gott, ach lieber Gott, sie stirbt!“

Barbara bekam fortwährend Ohnmachtsanfälle; das dauerte einige Zeit. Als sie Barbara wieder ins Bett geschafft hatten, sagte der Arzt: „So, jetzt schlafen Sie ruhig.“ Aber kaum gesagt, kam der erste der drei Stürme. Der Arzt wollte ihn verhindern und faßte ihren Kopf mit aller Kraft, um es ihm unmöglich zu machen, daß er schüttele. Aber es half nicht. Die Kraft war so groß, daß er mit herumgeschleudert wurde.

Bei dem zweiten Sturm ergriff ihr der Arzt mit aller Wucht die Arme, um sie festzuhalten, aber die Gewalt schüttelte den starken Mann mit herum. Er sprang vor sie hin und sagte:

Arzt: „Sie sind mir vom Bischof übergeben und Sie haben mir zu folgen und zu tun, was ich sage!“ Dann hielt er ihr etwas Glänzendes entgegen und schrie: „Wollen Sie mir folgen? Wollen Sie augenblicklich hierhin sehen!“ Barbara strengte alle ihre Kräfte an, die Augen jedoch waren ihr von einer unsichtbaren Macht gehalten; sie konnte sie nicht drehen und auf den Punkt richten. Desto zorniger rief der Arzt: „Heute, wenn Sie mir nicht folgen, sollen Sie was erleben.“ Er tobte wie rasend und wollte, sie solle auf einen Punkt hinsehen, konnte es aber doch nicht erreichen. Als der Arzt jedoch ein geweihtes Bild der Heiligen Familie von der Wand nahm und es Barbara vorhielt, da konnte sie sofort darauf sehen, weil die Gewalt sie verließ. Als die drei Stürme vorbei waren, sprach der Herr wie immer.

Der Weltpriester probierte Reliquien an Barbara. Sie war jedoch zu abgemattet von dem Leiden, und wiewohl die Stimme ihr innerlich zusprach, unterließ sie es, sich zu äußern aus großer Schwäche. Die ganze folgende Nacht konnte Barbara kaum Atem schöpfen, weil sie noch mit Wasser angefüllt war, und litt auch noch sehr viel. Danach sagte der Weltpriester, es habe nicht alles gestimmt mit seinen Reliquien. Nach der Ekstase sagte die Generaloberin, die auch dabei gewesen, zu Barbara:

Generaloberin: „Ach, lieber Gott, was machst du aber durch, aber glaube sicher, daß du auch einen großen Lohn bekommst in der Ewigkeit.“

Anderen Tages kam der Arzt und sagte, er könne sich nichts anderes erklären, als daß alles Hysterie sei. „Von mir aus können Sie jetzt gehen!“

Am Freitag, dem 10. August, bekam Barbara das Leiden wieder. Der H.H. Bischof sollte vorbeikommen, ließ sich aber durch Unwohlsein abhalten, und es kamen nur die beiden Priester. Als sie ankamen, war das Leiden und die Rede des Herrn schon fast vorbei.

Jesus: „Obwohl du jetzt überzeugt bist, daß Ich es bin, sollst du, wenn Meine Diener kommen, nicht tun, was Ich sage, sondern was deine Vorgesetzten sagen. Unterwirf dich jetzt ihrer Gewalt. Ich habe sie ihnen abgetreten. Wie sie es machen wollen mit dir, so laß es geschehen.“

Kaum hatte der Herr dies gesagt, da traten die Herren ein. Und weil der Arzt erklärt hatte, alles sei Hysterie, so gaben sie nichts auf die Belehrungen des Herrn, sondern verfuhren mit dem Geiste auf die unhöflichste Weise. Sie fielen ihm in die Rede, sie spotteten ihn aus und sagten: „Es ist alles nicht wahr, was du sagst, so braucht man nicht zu leben, schweig still.“ Der Geist ließ sich jedoch davon nicht einschüchtern. Wiewohl der Weltpriester viele Fragen stellte, fuhr er ruhig fort in der Rede, wie wenn nichts wäre. Nur wenn der Beichtvater sprach, so gehorchte er auf der Stelle und war ruhig. Einmal ging Barbara plötzlich das Licht des Geistes aus. Es war, wie wenn alles finster würde. Da sagte sie:

Barbara: „Eben verbietet mir mein Beichtvater weiterzusprechen.“ Er war nämlich gerade nicht anwesend.

Sonntags darauf, am 12. August 1900, kam der Beichtvater und sagte:

Beichtvater: „Jetzt haben wir es klar heraus. Wenn es der Heiland gewesen wäre, so hätte Er dreinschlagen müssen. Wir haben es Ihm ja nicht schön gemacht; wir haben Ihn schrecklich behandelt. Wenn Er es wäre, hätte Er Sich das nicht gefallen lassen.“

Barbara: „Ja, so ist es mir vorher gesagt worden.“

Beichtvater: „Das glaube ich nicht, daß unser Herr dem Bischof das nicht gezeigt hätte. Er hätte es demselben zeigen müssen, Er wäre verpflichtet gewesen dazu. Jetzt bleiben Sie noch da, bis das Offizialat beschlossen hat, was Sie tun sollen. Sie wollen Sie nochmal sonst wohin tun. Dann bekommen Sie ein Schreiben zugeschickt und dann können Sie gehen.“

Wiewohl nun in dem Schreiben stand, dasselbe sei Barbara durch ihren Beichtvater auszuhändigen, so wurde aus Versehen die Adresse an das Haus der Schwägerin gerichtet und ihr durch die Post zugesandt. Am Donnerstag, dem 16. August, kam es dort an und die Schwägerin schickte sofort Mariechen mit dem Schreiben zu Barbara ins Kloster, und Barbara hatte es kaum gelesen, als sie das Bündel packte und mit Mariechen heimging. Die Schwägerin hatte es Lieschen und Luise sagen lassen, und sie kamen, um Barbara zu sehen, welche von den vielen Leiden, die sie durchgemacht, ganz abgemagert und entstellt aussah. Anderen Tages machten alle zusammen eine Wallfahrt nach Marienthal.

Tags darauf, am 18. August 1900, kam der Beichtvater ins Kloster und war ganz erstaunt, daß Barbara fort war. Als er die Oberin fragte, wie denn das komme, sagte sie: „Auf das Schreiben hin packte Barbara ihre Sachen und ging heim.“ Er kam außer sich und sagte: „So hat es ja nicht gehen sollen, was sind das denn für Sachen!“

Der Herr ließ Barbara in dieser Leidenszeit nicht ohne Trost. Er zeigte Barbara in Bildern, wie die Untersuchung ausgehe, jedoch Barbara verstand es nicht. Am Sonntag, dem 5. August, nach der heiligen Kommunion, sah Barbara folgendes: Es kamen zwei Engel und bekleideten Barbara mit einem violetten Kleid. Es hatte die Bischofsfarbe und war mit leuchtenden Sternchen besetzt. Barbara sah still zu, verwunderte sich sehr, ließ es aber geschehen. Das Kleid schleppte hinten nach, und der Herr, der zugegen war, gab den Engeln Befehle, wie sie es machen sollten. Barbara sah den Engeln zu, und wie sie wieder auf den Herrn schauen wollte, sah sie Ihn in einiger Entfernung in einer Ecke als Ecce Homo stehend, wie Er von Pilatus dem Volke vorgestellt wurde. Er sagte:

Jesus: „Will denn eine Braut mehr sein als der Bräutigam, willst du anders behandelt werden als Ich?“

Barbara begriff das nicht und war froh, weil sie es sich anders auslegte, bis sie durch die Wirklichkeit eines Besseren belehrt wurde. Den Sonntag darauf kam der liebe Heiland und gab ihr erst ein goldenes Herz und sagte:

Jesus: „Nimm hin dies Herz. Es bedeutet Meine Liebe, wie Ich sie dir schon in so reichlichem Maße mitgeteilt, und die in den Schriften enthalten ist. Aus dem Herzen hast du all die Belehrungen. Das Gold bedeutet die Liebe, und alle Worte deiner Schriften sind daraus geflossen, und dir habe Ich sie übergeben, damit du sie austeilest allen Menschen, Gläubigen und Ungläubigen.“

Dann übergab Er mir ein Szepter.

Jesus: „Das bedeutet die königliche Macht. Herrschen sollst du über alle deine bösen Neigungen, siegen über alle deine Feinde.“

Nun übergab Er mir ein Kreuz, aber gebildet wie ein Bischofsstab; es ragte über mich hinaus.

Jesus: „Das Kreuz soll dich begleiten bei Tag und Nacht, wo du deine Schritte hinlenkst, denn du sollst eine Braut des Gekreuzigten sein.“

An vierter Stelle übergab Er mir eine goldene Krone. Als ich sie aufsetzen wollte, war es eine Dornenkrone.

Jesus: „Solange du lebst, sollst du die Dornenkrone der Schmach und Verachtung tragen; erst wenn du eingegangen sein wirst, werde Ich dir die goldene Krone entgegentragen.“

Das alles verstand Barbara nicht, bis daß es in Erfüllung ging.

Am Sonntag, dem 19. August, ließ Pater Felix Barbara eine Schrift unterzeichnen, daß sie sich den Anordnungen des Offizialates fügen wolle. Damit nicht die Meinung entstehe, Barbara erkläre selbst alles für nichtig, sandte Barbara ein Protestschreiben an das Ordinariat. Eine Dame aus Biebrich sagte zu dieser Zeit zu einem Pfarrer aus Mainz, der die Fastenpredigten gehalten hatte, im Frühjahr 1900: „Warum machen Sie denn nicht einmal eine Ende mit der Schwindelei der Barbara?“ Er habe dieser Dame erwidert, wie sie selbst einer Nichte von Barbara vorwarf: „Deshalb wollen wir es ja gerade untersuchen, um es verwerfen zu können.“

367 Oktav vom Fest Mariä Geburt 1900

„Ihr sollt euch nicht mehr voneinander trennen, bis der Tod euch scheidet; denn einen dreifachen Stab kann man nicht leicht brechen.“

In der Oktav vom Fest Mariä Geburt 1900, am 8. September 1900, nach der heiligen Kommunion sagte der Herr:

Jesus: „Ihr sollt euch nicht mehr voneinander trennen, bis der Tod euch scheidet; denn einen dreifachen Stab kann man nicht leicht brechen.“

Ein anderes Mal, als wir uns einige Bemerkungen über unsere Gegner erlaubt hatten, sagte die liebe Mutter Gottes:

Maria: „Zertretet doch nicht die Edelsteine.“

Am Morgen, als wir zum dritten Mal die Wallfahrt nach Marienthal machten, sagte der liebe Heiland:

Jesus: „Machet die Wallfahrt, um die Gnade zu erlangen, euch innerlich und äußerlich unterwerfen zu können. Das muß jetzt der Trost deiner (Luise) Familie sein, daß ihr für Mich eingestanden seid, und daß ihr jetzt, wie Ich Meinen Feinden unterlegen bin, so auch ihr den euren unterliegt. Wie aber Ich erhöht worden bin, so werdet auch ihr erhöht werden.

Während der drei Jahre, wo Ich öffentlich lehrte, sagte Ich Meinen Feinden die Wahrheit. Ich lobte, was zu loben, und tadelte, was zu tadeln war. Als Ich aber Meinen Feinden in die Hände gefallen war, da schwieg Ich. So macht es jetzt auch. Eure Aufgabe ist jetzt erfüllt. Sage deinen Schwestern, Luise, sie sollten nicht nach den anderen schauen, sondern fortfahren, für die Ehre Gottes zu eifern wie bisher.“

Die liebe Mutter Gottes sagte an Ihrem Gnadenort in Marienthal:

Maria: „Wenn ihr im Eifer für die Ehre Meines Sohnes beharret, so gebe Ich euch das Versprechen, daß Ich euch im Tode abhole und vor Gericht führe, ihr alle, die ihr euch anschließet, und daß ihr die Gnade der Beharrlichkeit erlanget, wiewohl kein Mensch weiß, ob er ausharre. Ihr werdet nicht mehr rückwärtsgehen in der Vollkommenheit, sondern vorwärts. Saget allen einen herzlichen Gruß.“

Als wir vom Gnadenort heimkehrten, beteten und sangen wir den ganzen Weg entlang im Coupé, und es schlossen sich auch die drei anderen Coupés an, weil es ein durchgehender Wagen war. Das gefiel dem Herrn, und Er zeigte Sich alsbald in unendlicher Liebenswürdigkeit zwischen uns stehend und segnend während dem ganzen Te Deum.

368 Ende September 1900

Nach der heiligen Kommunion sagte der Herr:

Jesus: „Ich gebe euch das Versprechen, daß ihr nichts verlieret dadurch, daß ihr jetzt gehemmt seid. Ich werde es euch auf andere Weise ersetzen. Ich werde sorgen, daß die göttliche Liebe in euch allen bleiben wird und Meine Worte in euch bleiben wie bisher.“

369 Fest des heiligen Franziskus von Assisi 1900

Am Morgen bei der heiligen Kommunion war die ganze Kapuzinerkirche voll mit Heiligen in großer Pracht. Es wurde Barbara gezeigt, daß das lauter Wohltäter des Kapuzinerklosters waren. Besonders hell und deutlich wurden Barbara aus dieser Schar nur der heilige Franziskus und N. gezeigt. Der heilige Franziskus sagte, sie stünde ihm in nichts nach. Die herrliche Krone aber, die sie schmückte und die Barbara so sehr anstaunte, sei ihr deshalb beschieden, weil sie weniger darauf bedacht gewesen, ihren Kindern das zeitliche Vermögen zu vergrößern als das ewige.

Auch sagte der heilige Franziskus, wir sollten so gesinnt sein wie er. Er habe dafür gehalten, daß ein Vaterunser mehr gebetet, mehr wert sei als die ganze Welt und sie aufwiege; deshalb habe er sich immer losgerissen. Barbara solle sich auch losreißen. Ihr Herz hinge noch an einem Ast. Barbara sah, wie eine Kordel von ihrem Herz ausging, die an einem Baumast hing. Das sollte bedeuten, Barbara solle am Fortgang des Vermögens ihrer Schwägerin nicht hängen. Es sei einerlei, ob ein Ästchen mehr oder weniger dran sei. Der Baum bleibe Baum. (Weil nämlich der Stock reicht, um sich zu ernähren, so solle sie gar nicht mehr darauf achten, ihn vermehren zu helfen.) Barbara meinte, es sei gar nicht auszusprechen, wie herrlich die Glorie von Mainz sei.

370 Am 5. Oktober 1900

Jesus: „So wie Ich einen Missionar, der nach Indien geht und dort seine Gesundheit verliert und krank zurückkehrt oder stirbt, den Lohn gebe wie einem Franz Xaver, so gewiß werdet auch ihr den Lohn erhalten für das, was ihr tun wolltet, ebenso wie der Missionar, wenn er auch niemand bekehrt hat; denn Ich bin ein gerechter Gott. Sage N., er solle nur feststehen.“

371 Am 6. Oktober 1900

„Sie sollen aber wissen, daß Ich Mir deswegen aus dem armen Arbeiterstand eine Seele erwählte, weil Ich das arme Volk retten will.“

Barbara hatte vor, ihren Beichtvater zu fragen, was aus ihrem eingereichten Protest geworden sei.

Jesus: „Tue es nicht. Ich will Selbst dein Anwalt sein. Ich werde dich schon verteidigen, wenn es Zeit ist. Es schmerzt Mich sehr, daß die Bischöfe Deutschlands zugeben, daß diejenigen so unterdrückt und verfolgt werden, die sich bemühen, das innere Leben in der Welt offen und frei auszuüben. Schämen müssen sie sich, wenn sie auf ihre Gegner, die Andersgläubigen, schauen. Diese machen es anders. Man sagt, du seiest die Person nicht dazu, du habest keinen Beruf. Sie sollen aber wissen, daß Ich Mir deswegen aus dem armen Arbeiterstand eine Seele erwählte, weil Ich das arme Volk retten will.

N. soll fortfahren, Meine Werke zu verteidigen, denn es soll ihm angerechnet werden wie einem Franz Xaver, der Hunderttausende von Seelen bekehrte, weil dem Menschen nicht die Frucht seiner Arbeit, sondern nur seine reine Absicht belohnt wird. Und wenn es wirklich nicht von den Bischöfen angenommen wird und du als hysterische Person verworfen wirst, muß Ich doch die reine Absicht belohnen.

Sage auch Luise, daß es ihren Geschwistern in ihrem Wirkungskreis für Gottes Ehre nichts schaden könne, weil die Demut, in der sie dadurch befestigt werden, alles ersetzt. Eine demütige Seele kann nicht untergehen, weil sie sich niemals selbst sucht. Schwester N. möge doch mit der Meinung aus Deutschland scheiden, daß auch ihre Luise auf dem rechten Posten steht.“

Ihr Beichtvater sagte heute zu Barbara, sie könne bei ihm beichten und was das Weitere anbelange, solle sie bei ihm schweigen und es ihrem Seelenführer mitteilen und tun, was jener ihr sage.

372 Bei einer Priesterweihe

Barbara war zugegen, und es zeigte sich ihr alsbald der Herr und winkte mit dem Finger, sie solle Ihm folgen. Er stellte sie mitten in den Chor unter die Priester und sagte:

Jesus: „Opfere Mir jetzt für diese Priester durch die Hände Meiner lieben Mutter den Schmerz, den Luise empfindet, weil eine ihrer Freundinnen rückgängig geworden ist, und opfere Mir auf die frommen Gebete und Bußübungen von Lieschen und Luise. Warum läßt sie sich denn so niederdrücken, warum wird sie denn nicht Herr über ihren Schmerz? Frage sie, ob Ich ihr nicht genüge. Ihr drei müßt fest zusammenhalten und euch an allem, was die Priester machen, nicht stören. Ihr müßt sie unterstützen und dürft euch nicht von ihnen trennen. Wer von euch kann wie Ich von sich sagen: ,Wer kann Mich einer Sünde beschuldigen?’ Und doch sagt die Schrift: ,Und Seine Jünger flohen alle.’“

Barbara: „Man verlangt Wunder.“

Jesus: „Das Allerheiligste Sakrament muß doch auch alle zwei Wochen erneuert werden, damit es nicht schimmelt, und doch glaubt ihr, daß Ich darin zugegen bin. Da wäre es doch angebracht, daß Ich auch da Wunder wirke. Ich will euch aber das Verdienst des Glaubens nicht nehmen. So auch hier. Sage N., er wird noch über alle seine Feinde Sieger bleiben.“

373 Am 15. Oktober 1900

„Alle Leiden, die über dich kommen, sind als das lauterste Gold von der göttlichen Liebe dir zubereitet.“

Barbara: Eine schöne Aufmunterung zum Streben nach Vollkommenheit erhielt ich am Fest der lieben, heiligen Theresia nach der heiligen Kommunion. Ich ward im Geiste versetzt in die glückseligen Räume derjenigen Seelen, die sich unter der Leitung und durch das Lesen der Schriften dieser seraphischen Heiligen zur Vollkommenheit emporgeschwungen und geheiligt hatten. Die besonders Ausgezeichneten von ihnen trugen auf der Brust ein weißes Täfelchen, worauf mit goldenen Buchstaben der Name geschrieben stand, den sie im Leben trugen. Der Herr gab ein Zeichen, das so viel bedeutete, als bestimme Er diese, mich über meine inneren Zweifel und Ängste zu belehren, die mir von meinen Vorgesetzten beigebracht werden. Es war ein lieblicher Kreis, den die lieben Heiligen um mich schlossen, so daß ich glaubte, ich gehöre ihnen an. Verwundert schaute ich umher und wandte mich an die liebe, heilige Theresia mit den Worten:

Barbara: „Heilige Mutter Theresia, ich bin zu unwürdig, in eurer Gesellschaft zu sein. Weißt du denn nicht, daß deine Töchter mich aus ihrer Gesellschaft hinausgestoßen, nachdem ich ihnen nur Gutes erwiesen, weil alle unsere Gespräche auf die Liebe Gottes ausgerichtet waren? Aber es war recht so. Ich kann mich ja auch mit den Bräuten Christi nicht messen und will es auch nicht.“

Theresia: „Bräute Jesu Christi sind alle jene Seelen, welche die Werke der Bräute Christi verrichten. Die Braut Christi ist nicht eigennützig, sie sucht Seine Liebe nicht für sich allein, sie sucht vielmehr, daß Er von vielen geliebt werde, und daß Seine Liebe in vielen sich vervielfältige. Nicht der Stand macht die Braut Christi, sondern die Werke, die der Mensch verrichtet. Es kann jemand mitten in der Welt, ja sogar im Ehestand gelebt haben und kann durch seine Werke zur Braut Christi erhoben sein, während eine Ordensfrau nur das Kleid der Braut Christi trägt, in ihren Werken aber nichts weniger als eine solche ist.“

Barbara: „Woher kommt es nur, daß die, welche Gott anhangen und Ihm treu dienen wollen, so sehr bekämpft und verfolgt werden?“

Theresia: „Dies kommt daher, weil ihr in der Zeit der Modechristen lebt. Die Christen eurer Zeit leben das Christentum eben nach der Mode, weil es eben Mode ist. Und weil sich nun auch die Vertreter und Verteidiger des Christentums von diesen Modechristen beeinflussen lassen, die Priester nämlich, so wird dann ein wahrer Sturmlauf gegen eine Seele aufgewirbelt, die es nicht mit der Mode hält. Noch niemals ist es gehört worden in der katholischen Kirche, daß die Beichtväter sich erlaubten, der Seele, die vom Geist getrieben, ein außergewöhnliches Werk verrichten wollte, zu sagen: Dies und jenes darfst du nicht tun, weil es nicht Mode ist.

Darum, meine Schwestern, harret aus. Wie werdet ihr staunen ob des Lohnes, der eurer harrt. Ihr könnt durch geduldiges Ertragen aller Leiden dasselbe verdienen, was wir jetzt besitzen. Denn wenn in eurer Zeit ein Franziskus aufstehen wollte in dem Auftritt, wie er es tat in seiner Zeit, nicht die Welt würde ihn verfolgen, die würde höchstens über ihn lachen, aber die Priester würden dies tun. Vor lauter Angst, weil dies nicht Mode ist, würden sie ihn in den untersten Kerker einsperren lassen.

Und wenn ich jetzt die Klosterstiftungen machen wollte, die ich seinerzeit gemacht habe, sie gingen zu denen, die bereit wären, Geld und Vermögen dafür herzugeben, um sie davon abzubringen. Sie gingen darauf aus, statt das Gute zu fördern, dasselbe zu hintertreiben. Darum geht es immer mehr abwärts und ihre Predigten machen gar keinen Eindruck, weil sie das tiefreligiöse Leben statt es zu fördern und es selbst zu üben, unterdrücken und vernichten wollen.

Mache dir jetzt recht zu nutzen jene Belehrungen, die der Herr an jene Gaben knüpfte, die Er dir im August nach der heiligen Kommunion anbot. Sie galten dir für die Zeit, in der du jetzt lebst. In dem goldenen Herz zeigte Er dir Seine Liebe, wie Er sie dir schon in so reichlichem Maße mitgeteilt, und die in deinen Schriften enthalten ist. Ja, tue es. Wer zu dir kommt, dem teile aus die Weisheit und die Liebe, die Er durch dich an alle Menschen gelangen lassen will, an Gute und Böse, auch an die, die nicht glauben, um ihnen die Gnade Gottes anzubieten.

In dem Szepter zeigte Er dir, daß du herrschen sollst über deine bösen Neigungen und über alle, die in deinem Streben nach höherer Vollkommenheit dir hinderlich in den Weg treten, weil der Fortschritt im Guten keinen Stillstand vertragen kann.

In dem Kreuz, das geformt war wie ein Bischofsstab, sollst du dein jetziges Kreuz erblicken, das dir gerade von deinen Vorgesetzten bereitet ist. Es war größer als du selbst, und doch so leicht wie der Stock eines Spaziergängers, und sollte dir bedeuten, daß das Kreuz, welches wir um Jesu Christi willen zu tragen genötigt sind, uns kein Kreuz sein soll, sondern ein Stab, der uns zieren soll, wie der Bischofsstab den Oberhirten, der ihm zwar auch ein Kreuz auf seinem Lebensweg ist, aber doch auch sein Schmuck und seine Zierde.

Und erst die Krone, die Er dir überreichte, diese verstandest du gar nicht. Sie war von Seiner Hand dir dargereicht als lauteres Gold, und erst, als du sie in Händen hattest, wurde sie eine Dornenkrone. Ja, liebe Schwester, merke es dir! Alle Leiden, die über dich kommen, sind als das lauterste Gold von der göttlichen Liebe dir zubereitet, und nur in deiner Hand werden sie zu Dornen, die dich verwunden und stechen, weil du ihren Wert nicht kennst und nicht verstehst. Darum auf, meine Schwestern, mutig das Kreuz umklammern, das die göttliche Liebe euch darreicht in den vielen Widersprüchen und Leiden; denn nur durch sie allein wird die Dornenkrone der Schmach sich umwandeln in die ewig unvergängliche Krone der ewigen Herrlichkeit.“

374 Letzte Woche im Oktober 1900

„Ihr müßt ein geistiges Martyrium durchmachen, wie die Märtyrer Gut, Blut und Leben hergegeben.“

Nach der heiligen Kommunion sah Barbara die heilige Katharina, welche zu ihr sagte:

Katharina: „Sage deinen beiden Freundinnen einen recht herzlichen Gruß. Scheuet doch den Kampf nicht. Je mehr Kampf ihr gehabt, desto größer die Glorie; denn sieh, welch ein Unterschied ist zwischen dem Himmel und jenem Himmel.“^

Dabei durfte Barbara einen Blick tun in die Wohnung der heiligen Katharina tun und in eine andere. Der Unterschied zwischen beiden war wie Tag und Nacht.

Katharina: „Sage ihnen, sie sollen sich recht mit uns vereinigen für das Fest Allerheiligen, wo unser Fest begangen wird.“

Als Barbara am 23. Oktober der heiligen Messe beiwohnte, wurde ihr folgendes gezeigt: Bei der heiligen Wandlung kam ein Engel, ein Spruchband tragend, worauf die Worte standen: „Starkmut.“ Es wurde ihr gezeigt, wie wohlgefällig es Gott sei, wenn man etwas im Glauben erfasse und festhalte. Der Engel verschwand, kam aber alsbald wieder mit einem anderen Spruchband, worauf das Wort stand: „Edelmut.“

Es wurde ihr gezeigt, wie wohlgefällig es Gott sei, wenn man sich auch nach dem Erkannten richte. Der Engel verschwand zum zweiten Mal und kehrte zurück mit dem Spruchband: „Freimut.“ Barbara erkannte, wie wohlgefällig es Gott sei, wenn man seine Meinung offen vor anderen zur Schau trage. Ein solcher werde allen anderen vorgezogen. Der Engel kam zum vierten Mal zurück und hielt schwebend eine herrliche Krone über sein Haupt. Der Herr sagte, sie werden noch alle zur Einsicht kommen, aber erst, wenn es zu spät ist.

Jesus: „Zur Erinnerung an die großen Gnaden, die Ich in den heiligen Nächten von Weihnachten, Ostern, Pfingsten und Allerheiligen über euch ausgoß, versammelt euch wenigstens eine Stunde lang in diesen Nächten, Mir Dank zu sagen.“

Ein anderes Mal sagte der Herr:

Jesus: „Ihr müßt ein geistiges Martyrium durchmachen, wie die Märtyrer Gut, Blut und Leben hergegeben. Es sind auch zuweilen Märtyrer abtrünnig geworden, aber die übrigen ließen sich nicht irre machen, weil sie unterstützt waren von den Priestern. Deshalb, weil ihr nicht von ihnen unterstützt seid, rechne Ich es euch an, als ob ihr euer Blut dafür hergegeben hättet.“

Barbara: „Die Priester verlangen Wunder.“

Jesus: „Die Menschen und die Zeit sind nicht auf Wunder vorbereitet. Wenn in Lourdes ein Kranker ins Wasser steigt und geheilt wird, die Priester aber sagen würden, das ist von der Aufregung, von den Nerven, da würden die Wunder nichts dazu beitragen, den Glauben im Volke zu beleben, und die Leute würden kalt und lau im Gebete sein und keine Wunder erlangen. In Lourdes sind aber die Priester ganz anders auf Wunder vorbereitet. Wenn der Priester gläubig ist und das ‚Großer Gott‘ anstimmt, dann stimmt das ganze Volk darin ein. Weil aber die Reichen nichts glauben, so stimmen ihnen die Priester bei, die es mit ihnen halten. Ihr sollt stramm vorwärtsgehen und ein Stachel für die Priester sein. Glaubet doch nur ja nicht, daß Ich wie die Menschen bin. Ich belohne alles, was geschieht in der Absicht, Mir zu gefallen.“

In dieser Zeit hatte eine Schwester von Luise, die aus Amerika gekommen war, eine Unterredung mit Pater Felix.

Schwester: „Schadet es dem Seelenheil eines Menschen, der an die Offenbarungen glaubt?“

Felix: „Nein, durchaus nicht.“ Schwester: „Ist Barbara gehorsam?“ Felix: „Ja, gehorsam ist sie, ich habe mich selbst immer an ihr erbaut.“ Schwester: „Kann Barbara aus sich heraus diese Sachen sich einbilden?“ Felix: „Nein, Barbara ist ein dummes, dappisches Bauernmädchen, aus der nichts herauskommt.“

Schwester: „Hat Barbara denn viele Schriften gelesen?“

Felix: „Nein, auch das nicht, die hat dazu keine Zeit.“

Schwester: „Wie nehmen Sie denn das auf, daß der liebe Heiland nicht mehr an den Freitagen kommt?“

Felix: „Das kann auch natürlich sein, weil sie jetzt aus den Einbildungen herausgerissen ist.“

375 Fest Allerheiligen am 1. November 1900

„Dann zeigte mir der Herr, wie viele Katholiken in unserer Zeit verdammt werden, weil sie nicht mehr glauben.“

Barbara: Am Fest Allerheiligen war der Herr so überaus lieb zu mir nach der heiligen Kommunion. Schon in der Nacht vorher zeigte Er Sich in unserer Versammlung. Meine zwei Freundinnen und ich waren in Gebet und Betrachtung zusammen bis gegen zwölf Uhr. Mitten im Rosenkranz schaute ich plötzlich den lieben Heiland in unserer Mitte gegenwärtig, aber Er winkte nur mit dem Finger, soviel als solle ich näherkommen, Er habe mir etwas zu sagen. Ich mußte innehalten im Gebet und eine Freundin übernahm das Vorbeten. Der Herr redete nichts, aber mit einem Blick voll unaussprechlicher Süßigkeit schaute Er uns zu, wie wir die Geheimnisse des Rosenkranzgebetes nacheinander betrachteten.

So still verschwand Er auch wieder. Heute früh verstehe ich erst, was Er nachts sagen wollte, nämlich: Kommt jetzt, ihr streitenden Kinder Meiner Kirche und vereinigt euch mit euren Brüdern, die schon aufgehört haben zu kämpfen, und mit Mir jetzt herrschen und ewig triumphieren. O wie gut ist der Herr! Heute führte Er mich ein in die glückselige Versammlung der lieben Heiligen. Meine Seele schwomm in einer Wonne, die auf Erden nicht gedacht werden kann. Ich fühlte kein Unbehagen in den zweieinhalb Stunden. Nichts um mich her störte mich in meinem Glück, denn ich war verbunden mit dem einzig wahren Glück, mit Gott Selbst.

Mit unaussprechlicher Wonne kostete ich die Freuden derjenigen mit, die einst so wie wir jetzt kämpften, und der Herr stellte mich und meine zwei Freundinnen unter die Schar dieser Glückseligen. Ich fürchtete, es könne eine Täuschung sein, weil ich so unvollkommen bin, und wandte mich an alle Heiligen mit der Bitte, mir beizustehen. Da trat aus ihrer Mitte die liebe Mutter Gottes heraus und sagte:

Maria: „Fürchtet nichts, Meine Kinder! Schauet nur immer auf Mein Beispiel. Ich strebte, Gott über alles zu lieben, und die ganze Welt war nichts in Meinen Augen. Ich las die Offenbarungen, die in den Schriften der Propheten niedergelegt waren, und glaubte. Der Erzengel Gabriel kam zu Mir mit der Botschaft, daß Ich die Mutter des Sohnes Gottes werden solle, und Ich glaubte. Mein Sohn, Gottes Sohn, kam zur Welt, aber Er zeigte Mir nicht im geringsten eine Bevorzugung vor den anderen Menschen. Ich mußte Ihn sehen wie jedes andere Kind, aber Ich glaubte. Mein Sohn trat als Lehrer auf und Ich wußte, daß Er als der Eingeborene des ewigen Vaters Macht habe über alle Seine Geschöpfe, und daß Er, weil Er Gott war, durch Seine Macht und Gewalt alle Menschen an Sich fesseln könne.

Statt dessen sah Ich, wie die Menschen Ihn haßten und verfolgten und wie auch Seine Auserwählten Ihn wieder verließen, bei Seinem Leiden nämlich, aber Ich glaubte. Dieser Glaube muß euch alle ermutigen in all den Schwierigkeiten. So gewiß Ich gesiegt durch Meinen standhaften Glauben, so gewiß werdet auch ihr siegen. Welcher Schaden für die Kirche Deutschlands, daß man diesen tiefreligiösen Glauben so unterdrückt. Was werden alle deine Vorgesetzten es einmal bereuen, wenn sie vor Gericht erscheinen müssen.“

Barbara: Dann zeigte mir der Herr, wie viele Katholiken in unserer Zeit verdammt werden, weil sie nicht mehr glauben. Und ich sah eine unzählige Schar wie wütend zur Hölle fahren. Auch erfuhr ich, wie diese unter allen Verdammten am allermeisten gepeinigt werden wegen ihres Unglaubens. Dann zeigte mir der Herr den Unterschied zwischen der Seligkeit der Lauen und der Seligkeit der frommen, eifrigen Christen.

Jesus: „Zu den Lauen gehören alle diejenigen, die zwar die Gebote halten, aber niemals sich Mühe geben wollen, Mir durch eifriges Streben nach den ewigen Gütern Freude zu machen, deren Sinn und Gedanken mehr auf irdische Dinge gerichtet sind.“

Barbara: Der Unterschied zwischen der Belohnung eines eifrigen und der eines lauen Christen ist aber so gewaltig, daß Ich wünsche, jeder Christ könnte jetzt diesen Unterschied erkennen. Ich bin überzeugt, daß das Wallfahrtengehen barfuß nicht mehr verboten würde. Es ist wie das matte Frühjahrspflänzchen gegen das ausgereifte Herbstgewächs. O wie ist jener Ort beleuchtet von der Gnadensonne der göttlichen Liebe und wie matt und schwach jener der lauen Christen und darunter sind nicht nur Weltleute, sondern auch Priester.

N. läßt der Herr herzlich grüßen. Er steht mitten unter der Mittagssonne der göttlichen Liebe und viele werden ihn einst beneiden um sein Glück, die jetzt über ihn spotten.

Jesus: „Wie gerne ließe Ich alle deine lieben Angehörigen, deine zwei Mitschwestern und alle, die glauben, daß Ich durch dich spreche, herzlich grüßen, aber Ich muß Meinen Geschöpfen nachstehen.“

Barbara: Zu den obigen vier Punkten, wie Sich die liebe Mutter Gottes im Glauben bewähren mußte, gab Sie mir passende Belehrungen für das Leben, aber ich kann es nicht mehr so wiedergeben. Nur das eine: Wir sollten nicht fragen, ob diese oder jene Verheißung, sei es in Familienverhältnissen oder für die Kirche, in Erfüllung gehen werde, noch uns betrüben, wenn eine Seele von uns sich ausscheide. Dies alles habe Sie auch bitter erfahren müssen. Die Hauptsache sei, daß nichts uns abbringen könne von dem Plan, Gott zu gefallen, wenn es unser ganzes Leben auch schiene, Er beachte es nicht. Dies sei der wahre Gottesdienst und dies wolle Er uns ausdrücklich lehren, wenn Er etwas nicht nach unseren Gunsten eintreffen ließe.

376 Am 13. November 1900

Nach der heiligen Kommunion sagte der Herr:

Jesus: „Jetzt ist der Haß aller frommen Laien gegen euch gesättigt dadurch, daß ihr zu den bedauernswerten Geschöpfen (hysterischen Kranken) gestellt seid; sie glauben, über euch triumphiert zu haben. Wenn ihr nun trotzdem ruhig weitergeht, nötigt ihr denen, die euch so behandelt haben, Bewunderung ab, wenn sie es auch nicht so an den Tag legen. Weil ihr in diesem Zustand alle Tugenden übt, blickt das Auge Gottes mit Wohlgefallen auf euch herab, und die heiligen Engel und Heiligen schauen mit Bewunderung auf euch.

Wie der Kern in der Schale liegt, so liegt ihr in Mir. Alles, was ihr tut, tut ihr in Mir, durch Mich und mit Mir. Ihr seid der Kern unter den frommen Weltleuten hier in Mainz, wo es am meisten darauf ankommt. Durch euch soll Mainz gerettet werden. Auf euch setze Ich Meine Hoffnung, und wenn ihr ausharrt, kann Ich um euretwillen viele Strafen abhalten. Wie schmerzt es Mich, daß Mainz so abwärtsgeht.“

Barbara: „Es ist nicht möglich, daß jemand sich erbaue, weil niemand was erfährt und wir nichts Außergewöhnliches tun dürfen.“

Jesus: „Das sollt ihr auch nicht; Ich verlange es nicht. Ihr habt jetzt nichts mehr zu tun, als euch selbst zu vervollkommnen. Das ist die Predigt, die Ich ihnen jetzt geben will. Ihr sollt euch um so fester miteinander vereinigen und im Glauben bestärken; so wie Ich dich immer wieder bestärke, so sollt ihr auch untereinander tun.“

377 Am 15. November 1900

„Alles, was Ich in den Schriften niedergelegt, ist nur, um den kindlichen Glauben einzuführen.“

Barbara: Heute morgen nach der heiligen Kommunion gab mir der Herr folgenden Auftrag:

Jesus: „Gehe hin zu deinem Beichtvater und sage ihm, der Plan, den sie gefaßt, fruchte nichts, weil das Volk tief gesunken sei. Dadurch, daß sie diejenigen, die Ich Mir erwählt, um das Glaubensleben anzufachen, unter die bedauernswerten Personen stellen, werden die Lauen nicht aufgerüttelt, sondern in ihrer Lauheit bestärkt.

Alles, was Ich in den Schriften niedergelegt, ist nur, um den kindlichen Glauben einzuführen. Um den Guten einen Halt in ihrem Streben zu verschaffen, deswegen verlange Ich die Einführung der öfteren Kommunion, weil Ich überall, nicht nur in den Klöstern und unter den Priestern, eine Rückkehr zu einem tieflebendigen Glauben verlange, sondern auch unter den Weltleuten. Und um alle, die noch ein gutes Keimchen in der Welt haben, zu halten, deshalb verlange Ich die Hebung des jungfräulichen Standes in der Welt, der voranleuchten soll den Eheleuten.

Es sollte Meinen Dienern genügen, daß diejenigen, die Ich Mir erwählt, den kindlichen Glauben anzufachen, von der Welt verspottet und verlacht werden, und es ist nicht recht, daß auch sie den Weltkindern zustehen. Sehen sie denn noch nicht ein, warum Ich zu Meinen Jüngern gesagt: ‚Seid einfältig wie die Tauben und klug wie die Schlangen‘, und jenes andere Wort: ‚Die Kinder der Welt sind klüger als die Kinder des Lichtes!‘

Diese Worte habe Ich gesagt, weil sie für alle Zeiten, wo es notwendig ist, in Anwendung gebracht werden sollen, besonders aber in der jetzigen. Meine Diener sollen es machen wie die Andersgläubigen, die öffentlich auftreten, und anstatt diejenigen zu verwerfen, die sich Mühe geben, den kindlichen Glauben zu betätigen, sollen sie selbige unterstützen. Wenn sie es aber nicht tun, dann kommt, statt daß die Kirche zur Blüte kommt, eine Zeit, wo sie doch hinausgeschoben und verlacht und verspottet werden und wo sie um ihre ganze Existenz kommen. Schon ein ganzes Jahrhundert wurde daran gearbeitet, eine Staatsreligion einzuführen und jetzt geht man mit einer Schlauheit vor, daß sie es nicht ahnen, um den anderen Glauben zur Geltung zu bringen, denn es ist wahr, was Ich vor vier Jahren gesagt, daß man schwarze Pläne hat für die Katholiken.“

Barbara: „Unsere Religion lehrt doch die Nachgiebigkeit, und unsere Priester glauben, recht zu handeln, indem sie nachgiebig sind.“

Jesus: „Es hat eine Zeit gegeben, besonders im Anfang des letzten Jahrhunderts, wo die Priester zu gleichgültig, schlaff und lau waren. Da habe Ich Meine Hand zurückgezogen, die Menschen waren sich überlassen und haben die Lauheit in sich aufgenommen und das tiefgläubige Leben schwand, und dadurch ist es so weit gekommen, daß die Protestanten die Oberhand bekamen. Damit wollte Ich Meine Kirche strafen, weil sie es verdient hatte. Aber weil Ich Meine Kirche um der treuen Kinder willen nicht untergehen lassen will, da müßte mit Entschiedenheit Hand in Hand gegangen werden, anstatt diejenigen mit Spott zu bewerfen, die den kindlichen Glauben offen bekennen.“

Als Barbara gleich darauf in einer anderen Kirche ihre mündlichen Gebete verrichtete und der Herr wieder zu reden anfing, wollte Barbara weiter beten aus Furcht, sie fände dazu keine Zeit mehr. Der Herr verwies es ihr und sagte:

Jesus: „Meinst du, du hättest Schaden, wenn du dich Mir hingibst? Das meiste mündliche Gebet ist nur Lippengebet, wovon Ich wenig habe. Das mündliche Gebet soll ja nur bezwecken, was Ich dir jetzt geben will, die Vereinigung, die Unterredung mit Mir, und wenn du auch nichts beten kannst. So viel Zeit bekommst du noch. Durch Meine Worte wird der Eifer so angefacht, daß man dann immer Zeit findet zum mündlichen Gebet.“

(Der Herr bezieht Sich bezüglich des Planes auf eine Männerversammlung, worin die Priester aufforderten, die Kinder doch mehr auf den jungfräulichen Stand hinzuweisen und sie dem Herrn aufzuopfern. Es werde, wo nötig, geholfen werden, damit doch die Protestanten nicht so sehr die Oberhand gewinnen.)

378 Fest der heiligen Elisabeth 1900

„Ich bin der Urheber, der dies alles geschickt, um euch zu läutern.“

Barbara wurde nach der heiligen Kommunion gewürdigt, in die Höhen der Heiligen des Himmels schauen zu dürfen. Sie sah die heilige Elisabeth und viele Heiligen um sie versammelt, wie wenn sie der heiligen Elisabeth gratulierten. Es wurden ihr genannt die heilige Brigitta von Schweden, deren Tochter Katharina von Rietge und andere. Die Heiligen dieses Kreises hatten alle Witwenkleider in matten Farben.

Sie durfte aber auch einen Blick tun in die Schar der heiligen Jungfrauen, die sie alle in so hell feurigen Farben sah, wie man keine Farben auf der Welt sieht. Dort war alles noch heller und viel freudiger. Barbara wunderte sich, daß die heiligen Frauen keinen Neid empfänden. Die heilige Elisabeth sagte:

 

 

Elisabeth: „Wir freuen uns in unserer eigenen Standesgnade, obwohl die Jungfrauen vorgezogen sind. Hierhin kommt ihr nicht; ihr kommt unter die Jungfrauen.

Sage Lieschen einen herzlichen Gruß, es würde von ihr nichts weiter mehr verlangt als die Beharrlichkeit. Sie brauche nicht mehr zu tun.“

Barbara: „O Herr, so gern möchten wir Dir viele Freuden machen, aber alle Bußübungen sind uns untersagt. Was sollen wir denn tun?“

Jesus: „Die Welt wendet sich immer mehr ab von Mir, los von Gott will man sein. Das Gegenteil davon ist die Hingabe. Zum Ersatz für die gottlosen Menschen gebt euch ganz Mir hin. Bei allen, die zu euch kommen, redet von Mir, daß sie sehen, daß ihr in Gott lebet. Das wohlgefälligste und größte Opfer, das ihr Mir bringen könnt und sollt, ist, daß ihr Mir ein fröhliches, freudiges Herz entgegenbringt und gegen die Vorgesetzten nichts Böses denkt. Luise soll vergessen, daß ihr die höchste Strafe angedroht worden ist, nicht mehr daran denken, was ihr gelitten und geopfert. Das Verdienst bleibt euch, wie wenn alles anders wäre. Die Vorgesetzten sind nur Werkzeuge.

Ich bin der Urheber, der dies alles geschickt, um euch zu läutern. Das ist Mir lieber als alles andere, was ihr tun könnt und wollt, diese völlige Hingabe. An deiner Familie Barbara habe Ich großes Wohlgefallen, weil sie alle so nach Vollkommenheit streben. Keiner von den Gästen, die bei euch verkehren, geht verloren; denn die Gnade, die hier ausgegossen ist, strömt auf sie über.“

(Das hat sich in den letzten Tagen bewiesen, wo zwei der gottlosesten Gäste, denen Frau Weigand oft und oft zusetzte, völlig ausgesöhnt mit Gott starben. Wie lebhaft dankte einer von beiden Frau Weigand, die ihn am Sterbebett besuchte.)

Die heilige Elisabeth durfte von den übergroßen Freuden, die ihr zuströmten an ihrem Fest, den Verehrern mitteilen. In Form von Strahlen sah Barbara die Gnaden und Gebetserhörungen sich niedersenken auf die Menschen. Die heilige Katharina winkte Barbara, sie möge sich freuen auf ihr Fest, wir sollten uns recht mit ihr vereinigen.

379 Fest Mariä Opferung 1900

„Das beste Gebet ist die Vereinigung mit Mir.“

Seitdem der Herr Sich nicht mehr an die Freitage bindet, würdigt Er Barbara um so öfters des vertrautesten Verkehrs mit Ihm in der heiligen Kommunion und läßt sie oft einen Blick tun in die glückselige Wohnung der Heiligen. Es ist ihr dann zumute, wie wenn eine Wohnung sich lüfte und sie hindurchschauen dürfte.

So geschah es wieder am Feste Mariä Opferung. Lange nachher fließen dann stille Tränen der Dankbarkeit über ihre Wangen und das ganze Haus, dies bemerkend, fühlt sich mächtig zum Eifer angespornt und wetteifert dann mit Barbara, dem Herrn Freude zu machen. Von dem, was Barbara geschaut im Himmel, kann sie nur weniges erzählen. Die Wonne, die sie gekostet, geht über menschliche Begriffe. Heute wurde ihr namentlich gezeigt, daß, wenn man einmal eingegangen in den Himmel, gar kein Neid, Schmerz oder Beunruhigung mehr bleibt, sondern wie der geringste Selige sich so voll und ganz gesättigt fühlt, daß er gar nichts mehr zu wünschen hat. Der Herr ließ Barbara diese Seligkeit verkosten und fragte sie dann:

Jesus: „Wünschest du noch etwas?“

Barbara sagte: „Nein, o Herr, ich habe keinen Wunsch mehr.“

Jesus: „Das ist nur die Morgenröte, der Vorgeschmack der ewigen Seligkeit, den du fühlst.“ Er zeigte ihr, wie jeder Selige sich an der Seligkeit der anderen erfreut. „Wenn ein Kind sieht, daß ein anderes ein farbiges Kleid hat, so freut es sich. Es denkt aber nicht, daß es dasselbe haben wolle. So sollt auch ihr tun und Mir ein Kinderherz entgegenbringen. Ihr sollt euch freuen an der höheren Gnade, die ihr an anderen bemerkt. Lieschen und Luise habe Ich so gestellt, daß sie Mir ohne Hindernis dienen können. Wenn Luise das viele Papier sieht, und in ihr ein Gedanke aufsteigt, so soll es ihr sein, als sei es nur ein Bogen; denn es bleibt euch das Verdienst, wie wenn ihr die ganze Welt durch die Schriften angeeifert hättet. Vergesset jetzt alles, wie wenn es nicht gewesen wäre, und dienet Mir mit freudigem Herzen. Deine Familie aber (Barbara) soll Mir fort und fort Dank sagen, weil der Segen so reichlich über sie strömt. Das verdanken sie alles der Gnade, die Ich über dich ausgieße. Habe Ich nicht Wort gehalten? Mußt du darben? Siehe, wie Ich für dich gesorgt.“

Sodann bat Barbara den Herrn für eine Person, die mit Gewalt eine zeitliche Sache vom Herrn erzwingen will.

Jesus: „Nie werde Ich einer solchen eigensinnigen Frömmigkeit den Willen tun. Sie dient Mir wie eine Herrin, die ihre Magd mit feinen Worten und Schmeicheleien bezahlt. Sie steht in Meinen Augen neben den Sündern; denn sie dient Mir nur, daß Ich ihr gebe, was sie will: Reichtum und Ehre.“

Barbara wollte nun den heiligen Messen nachgehen.

Jesus: „Das beste Gebet ist die Vereinigung mit Mir. Was tue Ich in der heiligen Messe? Ich bete mit und für euch. Dasselbe tue Ich in dir. Wenn Ich in dir bin, dann hast du alle heiligen Messen in der ganzen Welt in dir, und wenn du alle hörtest, hast du nicht soviel, wie wenn Ich in dir bin!“

380 Fest der hl. Katharina am 25. November 1900

Am 24. November war Barbara morgens bei der heiligen Kommunion der Meinung, es sei schon das Fest der Heiligen. Der Herr aber sagte nach der heiligen Kommunion zu ihr:

Jesus: „Du brauchst heute nicht auf die heilige Katharina zu warten, sie kommt erst morgen zu dir!“

Am Abend des 24. November wurde Barbara zu wissen getan, daß sie morgen der himmlischen Gratulationsfeier beiwohnen dürfe. Heute abend durfte sie nur den Ort sehen, der für das Fest hergerichtet zu werden schien. Darin stand ein weiß gedeckter Tisch mit allerlei Zierraten geschmückt.

Am anderen Morgen nach der heiligen Kommunion durfte Barbara die Festprozession sehen, die sich nach dem gestern abend dazu hergerichteten Ort bewegte. Die heilige Katharina zog an der Spitze derselben wie eine Kaiserin majestätisch geschmückt daher. Es war eine lange Prozession aller derjenigen Heiligen, die den Namen Katharina trugen und sich in der Nachahmung ihrer Tugenden geheiligt hatten. Jedoch die heilige Katharina, weil es ihr Geburtsfest für den Himmel und zugleich ihr Namensfest war, wurde in ganz besonderer Weise vom ganzen Himmel geehrt und hatte deshalb den Vorrang, weil sie den Namen zum ersten Male zu dem einer Heiligen erhoben hatte.

Es wurde Barbara gesagt, daß so im Himmel tagtäglich ein Fest gefeiert wird, das ganze Jahr hindurch, und der ganze Himmel nimmt daran teil. Die heilige Katharina sagte zu Barbara liebe Worte, die sie aber nicht alle behielt.

Katharina: „Ihr müßt euch nicht irre machen lassen, sondern ruhig weitergehen. Das, was uns die Henker waren, das sind euch eure Freunde, die eurer Eigenliebe den Kopf abschlagen müssen. Denn die irdischen Freunde, obwohl treu, haben immer noch ihre Neigungen. Das ist aber bei uns nicht der Fall. Wir sind euch vollkommen treu.“

Jesus: „Sage der Schwester von Luise, daß Ich an ihr und all ihren Schwestern viele Freude habe. Das kann sie daran sehen, daß Ich sie auf diesen demütigen Weg geführt, um ihre Verdienste zu erhöhen; denn obwohl sie die Tugend und die Eigenschaft hatte, um Vorgesetzte zu sein, so wollte Ich ihr doch Gelegenheit zu größerem Verdienst geben. Sie soll sich nur freuen auf ihre Sterbestunde und nicht dem Gedanken Raum geben, als ob sie nicht im Stande der Gnade sei. Die Versuchungen müssen sie nicht irre machen; denn das Leiden kann Ich ihr nicht ganz ersparen; es dient nur zur Erhöhung ihrer Verdienste!“

381 Am 28. November 1900

„Jeder Priester will mit dem Neugeist mit fortgehen und nichts findet mehr Anklang.“

Barbara hatte vor, ihrem Beichtvater zu schreiben, um ihm etwas auszurichten. Der Herr aber sagte nach der heiligen Kommunion:

Jesus: „Tue das nicht, was du vorhast. Das alles nützt nichts. Laß es nur gehen. Sie müssen in sich selber zur Erkenntnis kommen. Wenn du dich noch so viel weigerst und Meine Sache verfechtest, so würden sie es nicht annehmen.

Gebt ihr euch nur Mir im Advent recht hin, weil du siehst, wie wenige Priester es noch gibt, die verstehen, welche Gnaden Ich ausgieße über die Menschheit, weil sie alle nicht darnach leben wollen, sondern ein schönes, üppiges Leben führen wollen wie auch die Weltmenschen. Das ist Mir ein so großer Schmerz, daß Ich nichts mehr anbringen kann.

Jeder Priester will mit dem Neugeist mit fortgehen und nichts findet mehr Anklang. Ihr sollt den Advent ganz im Entgegengesetzten zubringen von dem, was die ganze Welt anstrebt, einen recht kindlichen Glauben Mir entgegenbringen, und um so mehr als ihr seht, daß die Priester nicht glauben, desto fester und inniger sollt ihr glauben. Alle die Widerwärtigkeiten, die euch begegnen, die euch abbringen, müssen euch Kleinigkeiten sein. Ihr müßt euch beruhigen und darüber hinausgehen. Ich bin mit euch und bin euer Verteidiger. Ich selbst werde eure Rechtfertigung sein.“

Barbara fragte, ob sie zu ihren Adventsübungen, daß sie weder Fleisch noch Wein und Bier genießt, noch hinzufügen solle: Von Allerheiligen bis Weihnachten.

Jesus: „Nein, es genügt, daß du dich mit den gewöhnlichen Speisen begnügest. Du mußt deine Kräfte zur Arbeit haben und Ich will keine Wunder wirken.“

Barbara hatte von all ihren Geschwistern sehr betrübliche Nachrichten bekommen, wie gefährdet ihr Gesundheitszustand sei. Der Herr aber tröstete sie und sagte:

Jesus: „Alle deine drei Geschwister werden noch längere Zeit ihrer Familie vorstehen!“

382 Am 3. Dezember 1900

„Und weil er plötzlich gestraft wurde, der Mensch aber eine ganze Lebenszeit vor sich hat zu wählen, so läßt Gott Satans Reich neben dem Seinigen solange die Welt steht; somit ist er entschädigt.“

Barbara: Am Tage vor dem Fest der heiligen Barbara wurde ich heute in der Neun-Uhr-Messe plötzlich von einer unsichtbaren Macht ergriffen und sah meine heilige Namenspatronin mit der heiligen Katharina, die mich freundlich einluden, ihnen zu folgen. Wir traten in einen Garten ein, der so unbeschreiblich schön war, daß es mit Worten nicht wiedergegeben werden kann. Die Blumen hatten die Kelche weit geöffnet, waren weiß und sahen den Lilien ähnlich. Auch herrliche grüne Pflanzen sah ich. Verwundert schaute ich mich um, ob dies vielleicht doch nur eine Einbildung sein könne. Dies merkten meine zwei himmlischen Begleiterinnen, und die heilige Barbara sagte:

Heilige Barbara: „Du weißt nicht recht, wie dir zumute ist. Du glaubst, getäuscht zu sein. Aber wisse, um sich der Fassungskraft der Menschen anzupassen, zeigt der liebe Gott Sich Seinen treuen Kindern nur in Bildern und Gleichnissen, wie der Sohn Gottes auch tat, als Er persönlich zu den Menschen redete. Was du hier siehst, ist nur bildlich gezeigt und deutet auf den Lohn der Tugend, welche die verklärte Seele im sterblichen Leben geübt hat.“

Barbara: Ich war tief beschämt über die Liebenswürdigkeit meiner heiligen Namenspatronin und der heiligen Katharina und sagte: „Ich schäme mich wirklich vor euch, weil ich euch das Jahr über so wenig verehre, während ihr mir doch immer so lieb und treuherzig erscheinet und durch Zureden schon so viele, wunderschöne Belehrungen gegeben habt.“

Heilige Barbara: „Wisse, daß wir Heiligen Gottes mehr auf die Gleichheit der Gesinnung sehen zwischen uns und denjenigen, die auf unseren Namen getauft sind, oder uns um besonderen Schutz anrufen. Durch diese Gleichheit der Gesinnung tritt eine Seele mit uns in engere Verbindung, als wenn sie uns mit bloßem Lippengebet verehrt. Da du und deine beiden Freundinnen aber so gesinnt seid, wie wir auf Erden gesinnt waren, so wollen wir auf alle mögliche Weise euch unterstützen. Unsere Gesinnung war wie die eurige: Nur Gott allein zu lieben und Ihm zu dienen. Und weil die Gefahren so groß sind in der jetzigen Zeit, so ermüdet nur ja nicht im Kampfe. Alle, die mit euch in Verbindung treten, reißet mit euch fort zur Gottesliebe. Wehe der Seele, die es einmal erkannt und sich wieder zurückzieht. Sie wird vom Strudel der Gottlosigkeit ergriffen und mit fortgerissen. Aber umgekehrt, wer sich fest an euch anschließt, wird auch die richtige Auffassung des Erdenlebens in sich aufnehmen.“

Barbara: Als ich nun ein langes Bittgebet machte, wo ich alle meine Angehörigen und Freundinnen usw. ihrem besonderen Schutz empfahl, sagte die liebe, heilige Barbara:

Heilige Barbara: „Grüße mir recht herzlich deine zwei Freundinnen und sage ihnen, daß ihr ein Damm sein müßt, von dem die Wasser des Unglaubens abprallen. Ihr müßt die Gottesliebe und einen tieflebendigen Glauben bei allen, die mit euch in Verbindung treten, so herausleuchten lassen aus euren Gesinnungen und Handlungen, daß, wer noch ein unverdorbenes Herz besitzt, zur Tugend angespornt wird, denn die Christen der heutigen Welt sind so vom Unglauben angesteckt, daß sie sich von den wirklich Ungläubigen nur noch unterscheiden wie der ausgetretene Fluß von dem wirklichen Strom, denn wie das Wasser eines ausgetretenen Flusses an beiden Ufern das Land überschwemmt und in gleicher Richtung mit dem Fluß fortfließt, so lassen sie sich vom Unglauben überfluten und mit fortreißen; sie stehen im Unglauben wie der wirkliche Strom.

Darum glücklich die Seele, die sich anschließt an eure Gesinnung. Sie wird den Damm bilden helfen, an der die Wasser des Unglaubens abprallen müssen. Denn solange die Welt steht, wird das Reich Satans neben dem Reich Jesu Christi stehen, weil Er als gerechter Gott Satan Gelegenheit geben muß zu erkennen, daß Er Seine Geschöpfe gleich behandelt; die Menschen haben dieselbe Prüfung zu bestehen wie er. Und weil er plötzlich gestraft wurde, der Mensch aber eine ganze Lebenszeit vor sich hat zu wählen, so läßt Gott Satans Reich neben dem Seinigen, solange die Welt steht; somit ist er entschädigt. Glücklich derjenige, der dieses erfaßt; dieser wird nicht irre an Seiner Gerechtigkeit.“

383 Fest der hl. Barbara am 4. Dezember 1900

„Wenn man sich mal hingegeben zu Verdemütigungen und sich dem Opferleben preisgegeben hat, daß man keine Leiden scheut, dann fängt die Gnadenkette an.“

Barbara: Bei der Vorbereitung zur heiligen Kommunion war ich noch voller Zweifel und Ängste. Als ich aber vortrat, war alles weg, alles war himmlisch. Ich vereinigte mich mit der heiligen Barbara und meinen himmlischen Freundinnen und sagte: „Jetzt begleitet mich und setzt eure Tugenden für mich ein.“

Da sah ich mitten im Chor ein großes Kreuz von Gold, das strahlte einen Glanz aus wie feuriges Gold. Hinter dem Altar her kam eine große Prozession, die kein Ende nahm, angeführt von der lieben Mutter Gottes. Die ganze Luft der Kirche ward überfüllt mit Heiligen.

Jesus: „Weil die liebe Mutter Gottes die Erste gewesen ist, die den jungfräulichen Stand gelobt und ihn aber erst unter dem Kreuz geboren hat, so siehst du das Kreuz aufgerichtet, weil die Jungfrauen sich alle unter das Kreuz flüchten müssen und es umklammern sollen. Seit der Zeit ist der jungfräuliche Stand ein Ehrenvorzug in der Kirche und im Himmel.“

Barbara: So gingen fast eine Stunde in Belehrungen hin, die ich alle vergessen habe. Dann trat die heilige Barbara hervor und sagte:

Heilige Barbara: „Es erschreckt dich, daß du keinen Beichtvater hast, der dir zustimmt. Das ist nicht notwendig. Das hatte auch ich nicht; denn als ich mich als Christin bekannt hatte, da sperrte mich mein Vater drei Jahre in einen Kerker und ich hatte keinen Trost von irgendeinem Priester. Ich mußte alle Ängste und Zweifel Gott zuliebe in mir selbst auskämpfen; ich kam mit keiner Seele zusammen, mit der ich hätte vom Christentum sprechen können. Und deshalb, weil ich drei Jahre ausgehalten in meinen Zweifeln und Ängsten, so habe ich von Gott, der mich in der letzten Stunde durch einen Engel mit dem Heiligsten Sakrament speisen ließ, die große Gnade erlangt, daß ich allen Sterbenden zu Hilfe kommen darf, wenn sie mich mit Vertrauen anrufen und meine Hilfe erbitten. Probiert es nur, wenn ihr in Zweifeln und Ängsten seid, ob ich euch nicht zu Hilfe kommen kann. Sage dies allen Seelen zum Trost, daß man nicht verzagen soll, wenn man niemand zur Seite hat. Wenn man einmal befestigt ist im Tugendleben, daß man weiß, was man anstreben will und soll, so braucht man keine Bestätigung von einem Priester. Es ist sehr verdienstlich vor Gott, wenn man so aushält ohne Trost wie du jetzt.“

Barbara: „Ich kann nicht begreifen, woher ich das Glück habe, so belehrt zu werden, da ich nicht viel mehr als andere tue, die noch frömmer sind als ich. Ich bin ein weltliches Mädchen gewesen und den Heiligen wenig nachgefolgt.“

Heilige Barbara: „Du brauchst keine Angst zu haben, daß du nicht mit uns vereinigt wirst. Auch ich habe in meiner Jugend Gott nicht gedient. Es kommt auf den Zeitpunkt an, wo der Mensch es erfaßt und sich Gott hingibt. Deshalb brauchst du dich nicht zu wundern, weil du nicht viel mehr als andere tust und doch so große Gnaden erhältst. Wenn der Mensch noch so unschuldig gelebt und ist träg und lau im Dienste Gottes, so bringt ihn das nicht viel vorwärts. Es ist aber sehr hoch bei Gott angeschlagen, wenn man sich Demütigungen aussetzt und sich nicht vor ihnen scheut. Die meisten Seelen schlagen aus Furcht vor solchen die größten Gnaden aus. Wenn man sich mal hingegeben zu Verdemütigungen und sich dem Opferleben preisgegeben, daß man keine Leiden scheut, dann fängt die Gnadenkette an. Weil du nichts danach gefragt und dich hingegeben, so folgt jetzt Gnade an Gnade, wie sich in einer Kette Glied an Glied reiht. Das war auch bei dir nicht gleich der Fall, sondern du mußtest es dir erst jahrelang verdienen.“

384 Am 6. Dezember 1900

„Diese Wunde haben deine Vorgesetzten Mir geschlagen dadurch, daß sie dich als hysterische Person darstellen.“

Barbara: Ich wohnte einer heiligen Messe in der St.-Ignatz-Kirche bei. Bei der Aufhebung der heiligen Hostie wurde ich zur Vereinigung mit dem Herrn zugelassen, und ich sah den Herrn aus dem Tabernakel auf mich zukommen. Er schien so traurig, daß ich weinen mußte und Ihn fragte, was denn die Ursache Seiner Traurigkeit sei. Ich bat und flehte: „O komme doch näher her zu mir, ich will Dich entschädigen. Sage mir nur, was ich tun kann. Nicht wahr, die Schuld ist, weil die Kirchen so leer sind?“

Jesus würdigte Sich, ganz in meine Nähe zu kommen. Er lüftete Sein Gewand, und ich konnte eine tiefe Wunde sehen, die ganz frisch blutete. Er drehte Sich um, und ich sah Seinen Nacken ganz zerschlagen.

Jesus: „Weißt du, wer Mich so zugerichtet hat? Das sind nicht die Ungläubigen, die Mich hinausgeschafft haben, die haben Mich vergessen; das sind vielmehr die lauen Christen, und daran sind deine Vorgesetzten schuld. Diese Wunde haben deine Vorgesetzten Mir geschlagen dadurch, daß sie dich als hysterische Person darstellen. Im Anfang, als es in die Öffentlichkeit hinausdrang, da glaubten viele und gaben sich Mühe, Mir zu dienen, aber durch ihr Urteil ist alles zurückgegangen.“

385 Fest der Unbefleckten Empfängnis 1900

„Weil sie alle wissen sollen, daß Ich der Herr bin, und daß sie Mir unterworfen sind.“

Barbara: Nach der heiligen Kommunion beklagte ich mich sehr beim Herrn wegen dem Rückgang einiger Personen, die sich uns angeschlossen hatten und die, nachdem mich die Priester als hysterische Person erklärt hatten, nichts mehr wissen wollten von einer tiefgehenden Frömmigkeit und sehr lau wurden. Noch mehr betrübte ich mich, daß die schönen Roratemessen so wenig besucht wurden. Ich war betrübt über die Maßen und machte dem Herrn auf zärtliche Weise Vorwürfe, daß ja auch Er meinen Vorgesetzten noch draufhelfe, daß sie wähnten, ganz in ihrem Recht zu sein, weil manches nicht in Erfüllung gehe.

Gepriesen sei der Herr, der sich nicht schämt, Seine Geheimnisse einem so armseligen Geschöpf zu erschließen. Er zeigte mir, daß, solange die Welt bestünde, es immer Geheimnisse gebe, welche die Menschen nicht begreifen, gerade so, wie es im Himmel gewesen wäre, so wäre es auch in der Kirche und so bliebe es bis zum Ende. Es wäre ein großer Schaden, daß die Priester das innere Leben und diejenigen, die es üben, nicht befördern. Der Herr zeigte mir den Schöpfungsplan und wie Er Sich bei allem, was Er tue und je getan habe, Sein Eigentumsrecht vorbehalte vom ersten Augenblick an, wo Er angefangen habe, ein Geschöpf ins Dasein zu rufen, bis zum letzten am Weltenende. Deshalb müßten alle sich erproben. Im Himmel habe Er Seine Pläne nur so weit erschlossen, als es für Seine Geschöpfe zugänglich gewesen wäre, nämlich um eine Prüfung zu bestehen.

Jesus: „Wenn sie auch mit Mir im Rate sitzen, so behalte Ich Mir doch die Unterwerfung unter Meinen göttlichen Willen vor. Als Ich den Himmel erschuf mit seinen Geschöpfen, da erschuf Ich sie gut, und als Ich die Welt erschuf mit dem König der Schöpfung, da war wieder alles gut. Und wenn du fragen wolltest: ‚Ja, Herr, warum ließest Du zu, daß diese Geschöpfe im Himmel und auf Erden böse wurden, da du sie doch gut erschaffen?‘, so antworte Ich dir, weil sie alle wissen sollen, daß Ich der Herr bin, und daß sie Mir unterworfen sind, und daß Ich Mir das Eigentumsrecht nicht nehmen lassen will. Darum mußten alle, auch die Engel, die im Rate zugegen waren, als Ich den Plan faßte, den Menschen zu schaffen, zeigen, ob sie gewillt seien, sich Meinen Plänen zu unterwerfen. Und zwar tat Ich dies, weil Luzifer und ein großer Teil der Engel stolz war. In ihrer hohen Stellung wollten sie Mir gleich sein und nicht zugeben, daß noch ein Geschöpf neben ihnen existiere, dem sie sich unterwerfen müßten.“

Barbara: „O Herr, da Du doch wußtest, daß viele Deiner Geschöpfe Dich nur beleidigen, wäre es dann nicht besser, wenn Du kein Geschöpf hättest?“

Jesus: „Dies wollte Ich dir heute zum Troste sagen, daß Ich diese Geheimnisse, die nur Meiner Majestät zustehen, keinem Geschöpfe erschließen werde. Die Engel mußten durch demütige Unterwerfung ihre Prüfung bestehen und der Mensch durch den Glauben. Darüber kann niemand hinweg, auch wenn er auf dem päpstlichen Stuhle sitzt. Allen zur Warnung, die so viel kritisieren über solche Geheimnisse: Die Vorgänge im Himmel, bevor Ich die Welt erschaffen habe, sind nur ein Vorbild für Meine heilige Kirche gewesen, die Ich auf Erden habe stiften wollen. Wie Ich dort Meinen Engeln nicht alles zu gleicher Zeit kundgetan habe, sondern nur nach und nach, um ihnen Gelegenheit zur Selbstprüfung zu geben und so ihren Willen Meinem Willen zu unterwerfen, so tue Ich in Meiner heiligen Kirche immer nach und nach, je nach Bedürfnis der Zeit und der Menschen, Meine Geheimnisse erschließen.“

Bei der sakramentalen Prozession vor dem Hochamt in der S.-Kirche sah Barbara die liebe Mutter Gottes ganz in Weiß gehüllt. Schuhe und alles an Ihr war weiß. Um die Lenden hatte Sie einen goldenen Gürtel mit Edelsteinen besetzt, der einen unbeschreiblichen Glanz ausstrahlte. Barbara wurde mitgeteilt, der goldene Gürtel bedeute das innige Verhältnis, in dem Sie zu der Heiligsten Dreifaltigkeit steht vermöge Ihrer unbefleckten Empfängnis; die kostbaren Verzierungen und hellstrahlenden Edelsteine bedeuten die Unversehrtheit, mit der Sie Sich vor jeder wirklichen Sünde bewahrte, und deshalb von Tag zu Tag durch ein innigeres Band mit Gott vereinigt wurde; das blendend weiße Gewand bedeute die Unschuld und Reinheit Ihres ganzen Lebens und Strebens; die schönen weißen Schuhe versinnbilden, wie züchtig rein und geregelt alle Ihre Schritte waren und wie heilig der Gang Ihres ganzen Lebens.

Die heilige Barbara kam Barbara entgegen, um sie mitzunehmen und sagte, Barbara möge ihr folgen. Barbara ging mit bis an ein Tor, das in einen unendlich schönen Raum führte. Sich schämend sagte sie: „Laß mich wieder zurückgehen, denn dahin passe ich nicht mit meinen Unvollkommenheiten.“ Die heilige Barbara ging hin zur lieben Mutter Gottes, die auf einem goldenen Throne saß (an Ihrer Seite war ein Thron für Papst Pius XI. hergerichtet), und meldete ihr die Schüchternheit von Barbara.

Maria: „Geh hin und sage ihr, Ich wolle alle ihre Unvollkommenheiten zudecken. Sie hat mich die neun Tage gebeten, ihr auch einen Strahl von Meiner Freude zukommen zu lassen und diesen soll sie haben, indem Ich ihre Unvollkommenheiten bedecke. Sie soll frei sein wie ein Kind nach der Taufe.“

Barbara wurde mit in den Raum geführt. Es schellte zur heiligen Wandlung, und es ging ein Strahlenglanz vom Tabernakel aus, der Barbara ganz einhüllte und auch Lieschen und Luise wurden hineingeschoben. Von der lieben Mutter Gottes flossen Strahlen aus wie von einer Sonne. Im Anfang konnte Barbara Sie vor Glanz nicht sehen. Erst als Barbara gereinigt war, konnte sie Sie sehen. Sie war so schön, daß man kein menschliches Wesen sich so schön denken kann. Sie war in dem blendenden Glanz, und doch war alles ganz weiß an ihr.

Maria: „Alle, Päpste, Bischöfe oder wer immer wie ihr zur Verherrlichung Meines Sohnes oder zu Meiner Ehre etwas durchführt hat wie Pius XI., daß die Kirche immer wieder neue Anregungen hat aus dem Leben Christi oder dem Meinen, der hat im Himmel ganz besondere Belohnungen. Ihr dürft nicht irre werden.“

Barbara: Unbeschreiblich schön war der Anblick zu sehen, als bei der Wandlung die liebe Mutter Gottes den Thron Ihrer Herrlichkeit verließ und Sich an die unterste Treppe am Altare niederkniete, um Ihren göttlichen Sohn anzubeten. Dies ergriff mich dermaßen, daß ich zu mir kam. Ich schaute auf den Altar und sah, daß das erste Zeichen zur heiligen Wandlung gegeben war. Der Herr erklärte mir, wie wichtig es sei, immer und immer wieder gute Anregungen herbeizubringen, weil beständig zwei Reiche um den Menschen ringen.

Jesus: „So wie Ich ringe um den Menschen, weil Ich ihn erschaffen habe nach Meinem Ebenbild und das Recht auf ihn habe, so ringt auch Satan um ihn aus Haß, Neid und Zorn, weil er so plötzlich gestraft und seines Glückes beraubt wurde. Aus lauter Gütigkeit, weil Ich Satan zeigen will, daß Ich mit Meinen Geschöpfen gleich verfahre, habe Ich ihm Macht gegeben, an den Menschen heranzutreten. Der Mensch hat zwei Prüfungen zu bestehen sein ganzes Leben lang: Von Mir und von Satan, und Ich stürme nicht allein auf den Menschen ein, sondern je länger die Welt besteht, desto mehr Menschen verbinden sich mit Satan, so daß der Kampf immer entsetzlicher wird. Deswegen biete Ich alles auf und setze alles ein, um dem Menschen Gelegenheit zu geben, immer wieder sich aufzuraffen, um ihm zu zeigen, daß er im Kampf nicht allein steht. Deshalb bedaure Ich es so sehr, daß die Kinder der katholischen Kirche so bearbeitet werden von ihren Priestern, daß sie nicht Hand in Hand miteinander gehen.“

Barbara: Die liebe Mutter Gottes sagte, der himmlische Vater habe schon von Ewigkeit her bestimmt und vorausgesehen und den Plan gefaßt, ein Reich zu gründen und das wäre Eigentum Seines Sohnes, das Reich Christi auf Erden. Darum käme es sehr darauf an, wie sich die Glieder dieses Reiches vervollkommneten.

Diese ganze Belehrung war eine Ermunterung, im Glauben festzustehen, wenn auch hie und da etwas vorkomme, das nicht so zutreffe, wie wir es uns zurechtgelegt hätten. Geheimnisse ließe Er allen Seinen Geschöpfen immer offen, sowohl den sichtbaren Geschöpfen wie auch Seinen unsichtbaren Geschöpfen, diesen, um ihnen das Verdienst der Unterwerfung unter Seine Pläne, und jenen, um ihnen das Verdienst des Glaubens zu ermöglichen.

386 Am 15. Dezember 1900

„Alles, was Ich in den Schriften niedergelegt habe, das habe Ich nur getan, um die Welt noch aufzurütteln vor dem großen Fall, vor dem sie steht.“

Luise hatte Barbara ein Arzneibuch gezeigt, in welchem unter dem Titel von Nervenkrankheiten auch die Ekstase aufgeführt war. Es hieß dort: „Während die Phantasiebilder der Melancholie durchweg gräßlichen Inhaltes sind, schweben dem Ekstatischen liebliche und entzückende Bilder vor. Er glaubt im Himmel zu sein, von Engeln und Heiligen umgeben, oder fühlt sich zu erhabenen und beglückenden Aufgaben auserwählt. Wonne und Beseligung erfüllen ihn und machen ihn gleichgültig gegen alles, was mit ihm und um ihn geschieht, oder versetzen ihn in einen geradezu kataleptischen Zustand.“

Bei der Katalepsie hieß es: „Ekstatische und somnambule Zustände und Visionen, wobei die Patienten absonderliche Reden führen, mit Heiligen oder Verstorbenen konversieren, singen und phantasieren, kommen auch bisweilen vor. Nachher wissen die Kranken nichts von allem Vorgefallenen. Diese Krankheit ist noch heute ein Buch mit sieben Siegeln, ein geheimnisvolles, physiologisches Phänomen, das seiner Lösung harrt. Wo ist der Alexander, der diesen gordischen Knoten durchhaut?“

Weil nun Barbara sich ängstigte, antwortete der Herr am folgenden Tag in der heiligen Kommunion wie folgt:

Jesus: „Alles, was Ich in den Schriften niedergelegt habe, das habe Ich nur getan, um die Welt noch aufzurütteln vor dem großen Fall, vor dem sie steht; denn die katholische Kirche ist der Mittelpunkt der ganzen Welt, an der Ich noch Meine Freude habe und um derentwillen Ich die Welt noch verschone. Aber in den letzten Jahrhunderten ist die katholische Kirche so gefährdet durch den Unglauben, den die ungläubige Wissenschaft verbreitet, die fast durchwegs alle katholischen Priester in sich aufgenommen haben, daß nämlich das Leben einer frommen Seele weiter nichts sei als Hysterie und krankhafte Erzeugnisse des Geistes.

Deshalb habe Ich dir gestern zeigen lassen, wie die Ärzte das Leben einer frommen Seele hinstellen. Die Priester, Meine Diener, wissen nicht, welches Gift sie da in sich aufnehmen; denn indem sie zugeben, daß eine Seele, die sich Mir ganz hingegeben hat, wirklich in solche Krankheitszustände geraten sei und alles, was Ich in ihr gewirkt habe, nur krankhafte Zustände seien, werfen sie dadurch auf das ganze Leben Meiner Diener und Dienerinnen, die je gelebt haben, einen dunklen Schatten. Denn alle Heiligen gehen denselben Weg und sind denselben Weg gewandelt wie ihr, und Ich habe in ihnen dieselben Wirkungen bewirkt wie in dir.

Deswegen habe Ich dies alles so deutlich in deinen Schriften erklärt, was eine Seele tun muß, die zur Vereinigung mit Mir gelangen will, und wie leicht sie das kann, und Ich habe dich deswegen alles laut sprechen lassen, damit es der Kirche klar übermittelt wird, weil Ich schon zum voraus warnen und das beseitigt haben wollte in der Kirche.

Jedes Wort, das Ich mit dir gesprochen, das in den Schriften niedergelegt ist, ist nur ein Beweis dafür, daß Ich dasselbe, was Ich früher gewirkt, auch jetzt noch wirke, und was Ich jetzt wirke, auch früher gewirkt habe in den einzelnen Seelen, und wenn man dieses verwirft, man das Leben aller Heiligen, aller Diener Gottes in dunkle Schatten stellt und verwirft. Ich will das geändert haben. Ich will, daß Meine Kirche nicht mit der ungläubigen Welt hält. Meine Kirche muß glauben und handeln wie sie früher geglaubt und gehandelt hat, daß eine Seele, die sich Mühe gibt, Mir zu gefallen, auch wissen darf, daß sie auf dem rechten Weg ist. Durch ihr jetziges Verhalten wird der Kirche mehr Schaden zugefügt und lassen sich mehr Seelen abschrecken von einem guten Leben, als Satan mit seiner ganzen Macht fertigbringt; denn nur um der gerechten Seelen willen halte Ich die Welt.

Damit Meine Diener erkennen können, daß Ich es bin, bin Ich augenblicklich, als sie erklärten, alles sei Hysterie, weggeblieben, damit sie klar sehen, daß es nicht so ist. Wenn sie es aber nicht erkennen wollen, wird eine furchtbare Strafe über die Kirche verhängt. Sage es ihnen, sie mögen es sich nur merken. Ihr aber, werdet nicht irre an euch selbst. Du ängstigst dich immer, daß du nicht genug tun würdest, als müßtest du noch mehr tun, das ist Irrtum.

Ich habe in den Schriften angegeben, was Ich verlange. Darin findet ihr, daß, wer so handelt, nicht so hoch zu gehen braucht, wie A. sagt. Er kann ganz schön weitergehen, um zur höchsten Vollkommenheit zu gelangen, und zwar habe Ich ganz leichte Mittel angegeben, daß viele sich entschließen, den Weg zu wandeln. Deshalb sage Ich immer wieder, Ich verlange das nicht, damit viele sich aufraffen, weil jetzt die Menschheit zu verzärtelt ist und auch die Naturen der Menschen nicht mehr so stark sind, weil die Menschheit dem Untergang entgegengeht.

Da ist alles wie eine Pflanze, wenn sie abstirbt. So ist es mit der Menschheit. Deshalb verlange Ich nicht mehr, was in den Legenden steht und was die Heiligen früher geleistet. Und doch kann man auf dieselbe Stufe gelangen, wenn man befolgt, was Ich angegeben habe, weil Ich jetzt alles höher veranschlagen muß, was der Mensch tut, weil das Verderbnis der Welt zu groß ist; denn Ich verlange nur ein sündenreines Leben, das Mir mehr wohlgefällt als alle äußeren Übungen. Deshalb muß Ich Mich der Menschheit anpassen. Du glaubst immer noch, nicht genug zu tun. Ihr müßt wissen, daß Meine Kirche das Bußgewand angelegt hat, und Ich Selbst habe das Bußgewand um eure Seelen geschlungen. Deshalb hast du die vielen Ängsten. Das ist deine Buße, und weil Lieschen am liebsten beten möchte, habe Ich ihr etwas in die Quere geschickt, daß sie jetzt gehindert ist, die Kirchen so fleißig wie sonst zu besuchen, und Luise schickte Ich mancherlei, was ihrem Willen entgegen ist.“

387 Am 20. Dezember 1900

„Wofür bin Ich denn im Tabernakel?“

Barbara war in sich unruhig, ob sie recht gehandelt, indem sie bei Gelegenheit einige Bemerkungen ihrem Beichtvater gegenüber gemacht hatte. Der Herr tröstete sie nach der heiligen Kommunion mit folgenden Worten:

Jesus: „Wofür bin Ich denn im Tabernakel? Doch nicht für die Holzwände, sondern um in die Menschenherzen hinabzusteigen. Und warum steige Ich hinab? Um mit ihnen zu reden.“

388 Am 22. Dezember 1900

Barbara war bei einem sterbenden Liebesbundmitglied, einem Dienstmädchen von einundzwanzig Jahren. Während Barbara mit den Umstehenden betete, sah sie plötzlich die liebe Mutter Gottes, wie Sie beide Hände schützend auf das Haupt der Kranken hielt. Auch der liebe Heiland kam herbei, sprach jedoch nichts, sondern schien nur mit Freuden die Seele des Mädchens zu besehen, die Er lange Zeit betrachtete. Auch Barbara durfte dessen Seele sehen; die glänzte wie die Sonne. Der Herr bedeutete Barbara jedoch, daß sie heute noch nicht sterbe, wie alle meinten, sondern noch leiden solle, um Ihn zu trösten. Bei ihrem Eintritt in den Himmel werde Er sie trösten.

389 Am 23. Dezember 1900

Ein Liebesbundmitglied starb zwei Tage vor Weihnachten mit großer Freude und inniger Sehnsucht nach dem Herrn ganz ohne Todeskampf, abends gegen zehn Uhr. Die Krankenschwester sagte, man hätte der Kranken keine größere Freude machen können als zu sagen: „Anna, du darfst bald sterben!“ Dann habe sie aufgejubelt und selig gelächelt. Als der Atem ihr schon ausblieb, rief sie der Schwester voller Freude zu: „Schwester, ich darf sterben, ich darf sterben.“ Zum letzten Mal als sie atmete, rief sie: „Schwester, eben gehe ich in den Himmel“, neigte das Haupt und starb im Lächeln. Die Schwester sagte, sie sei schon bei vielen Sterbenden gewesen, aber so einen schönen Tod habe sie noch nicht gesehen. Alle ihre Gelenke waren nach dem Tod biegsam.

Anderen Morgens bei der heiligen Messe erschien sie Barbara; zuerst als weiße Taube und flatterte um das Haupt von Barbara herum.

Barbara: „Wer bist du denn, etwa die Anne?“

Die Taube verschwand, und Barbara sah die Verstorbene, welche glänzte wie eine Sonne. Bei der heiligen Wandlung kniete sie sich an den Fuß des Altars nieder, um anzubeten. Vor lauter Ehrfurcht, Freude und Dank gegen Gott schwebte sie wie ein Engel auf und nieder. Dann kam sie zu Barbara und sagte: Anne: „Euch allein habe ich es zu verdanken, daß ich in einer solchen Glorie bin, sonst hätte ich nie ein solches Glück verdienen können. Sage doch P. Felix, wenn der Liebesbund solche Früchte zeitigt, daß Seelen in ganz kurzer Zeit sich zur höchsten Stufe der Vollkommenheit emporschwingen können, wie soll man da noch Menschenfurcht haben und den Geist zurückhalten, anstatt ihn zu befördern? Wie braucht man sich da noch zu besinnen? Glauben sie denn nicht, daß es der Mühe wert ist, viele solcher Seelen zu bilden, wenn doch der Herr um einiger Seelen willen, die Ihm treu dienen, die ganze gottlose Welt verschont und Seinen Arm zurückhält? Alle, die sich wahrhaft anschließen, haben den großen Trost, daß sie in kurzer Zeit zur höchsten Stufe der Vollkommenheit gelangen können.“

Dann rief sie dreimal: „Unaussprechlich glückselig! Sage ihnen, es sei höchst unrecht, das Gute so zu hindern. Sage doch all meinen Freundinnen, daß sie recht wirken sollen, daß noch viele herbeikommen.“

Barbara: „Ich bin oft ängstlich, weil ich so sündhaft bin und noch so unvollkommen.“ Anne: „Der himmlische Vater schaut stündlich auf das Opfer Seines Sohnes, und um dieses Opfers willen werden die treuen Seelen immer wieder gerechtfertigt vor Seinen Augen und deshalb brauchst du dich nicht zu wundern, daß du, obwohl du noch Fehler an dir siehst, so große Gnaden erhältst; denn Er schaut nur auf den guten Willen, und wo Er ihn findet, übersieht Er alles andere.“

390 Weihnachten 1900

Am Weihnachtsabend versammelten wir uns schon um einhalbacht Uhr, um zusammen bis zum Beginn der Mette um Mitternacht zu beten und zu singen, Luise, die zuerst kam, sang Barbara ein Liedchen vor von der Sehnsucht nach Jesus und sagte gerade: „Wenn die heilige Theresia das singen hörte, so kam sie gleich in Ekstase.“ Als sie aber auf Barbara schaute, war auch Barbara bereits in Ekstase. Sie streckte die Hände einem unsichtbaren Wesen in der Höhe entgegen. Es war die liebe Mutter Gottes, die Barbara das Jesuskind entgegenhielt.

Nach einiger Zeit ließ sie die Hände herab und hielt sie so, als wenn sie das Glück hätte, das liebe Jesulein halten zu dürfen, was auch wirklich der Fall war. Dann sang sie Ihm Loblieder. Luise rief die Schwägerin, Mariechen und Anna herbei und alle traten herzu und küßten das liebe Jesulein, das Barbara noch in den Armen hielt, und wir sangen ihm mit großer Herzensfreude Loblieder fast eine Stunde lang. Anderen Tages bei der heiligen Kommunion sagte der Herr:

Jesus: „Da die Priester es im öffentlichen Leben nicht durchführen wollen, so arbeitet jetzt an einzelnen Seelen, und da können N. und deine Schwestern Luise viel tun. Sage ihnen doch, sie sollen nach Ehre gar nicht mehr fragen und sich durchaus nicht mehr um Ehre bekümmern, sondern wo sie ein gutes Keimchen finden, sollen sie die Seele herbeiziehen. Schwester N. soll nur ja alle Angst fahren lassen; sie kann viel tun. Schauet hin auf die drei Blümchen, die der Liebesbund schon gezeitigt hat, die bereits im Himmel sind und saget allen, die sich anschließen mit gläubigem Gemüt, verspreche Ich, daß sie ohne Fegefeuer in den Himmel kommen wie diese drei; denn Ich will den Liebesbund errichten in Meiner Kirche. Ihr werdet noch Sieger bleiben. Insbesondere aber sage N., auf ihn zähle Ich, er soll feststehen und soll als der Einzige dastehen, der nicht wankt, und Ich verspreche ihm, daß er Sieger bleiben wird. Er kann viel tun.“

Diesen ganzen Tag hatte Barbara oft den Besuch des vor einigen Tagen verstorbenen Liebesbundmitgliedes. Vor lauter Freude und Dank umschwebte sie Barbara, immer wieder dankend, daß ihr das Glück zuteil wurde, in so kurzer Zeit eine so hohe Glorie zu erreichen. Sie sagte auch, auf ihrem Krankenbett sei zuerst die liebe Mutter Gottes gekommen, um uns zu zeigen, daß sie nicht mehr abwärts ginge, weil Sie Ihre schützende Hand über sie gehalten. Dann sei der liebe Heiland gekommen, um zu sehen, ob sie befähigt sei, vor Sein göttliches Angesicht zu kommen. Er habe noch dunkle Schatten an ihrer Seele gefunden; deshalb habe sie noch zwei Tage leiden müssen.

391 Fest des hl. Johannes am 27. Dezember 1900

„Denn Ekstasen sind nur ein Zerschmelzen des Herzens durch die Wirkung der göttlichen Liebe.“

Barbara wurde nach der heiligen Kommunion eine schöne Landschaft gezeigt, worauf alles grün war wie im Monat Mai. Barbara und ihre zwei Freundinnen und N. standen darauf und noch einzelne Personen hie und da.

Jesus: „Das sind diejenigen, die dem Liebesbund treu geblieben sind.“

Nebenan gingen noch einige, die aber rechts und links wankten und auf andere Pfade gerieten, in seichten Wasserboden. Es schien, als brauchte es nur noch einen Schritt, um in den Abgrund zu kommen.

Jesus: „Geh zu Herrn N. und sage ihm, wenn sie so weitermachen, werden sie noch schreckliche Dinge erleben. Es nutzt nichts, wenn sie nur predigen. Die Seelen, die es geglaubt haben, sind alle erschüttert in ihrem Glauben, und der Teufel hat so große Gewalt in heutiger Zeit, daß es wenig braucht, um die Seele zu fangen und sie ganz in seine Gewalt zu bekommen. Deshalb setzt er den Seelen so zu und ganz besonders dort, wo er sieht, daß die Seelen ohnehin schon wanken. Ich muß jetzt unbedingt Schranken aufzeigen, weil die Welt so gottlos ist und alles im Unglauben steht, und die Seelen, die gewiß sein wollen, ob sie auf dem Weg zum Himmel sind, dürfen absolut nicht mit der Welt liebäugeln; denn den sicheren Weg gehen wollen und mit der Welt liebäugeln, das geht nicht.“

Der Herr sagte, Barbara brauche nicht zu dem obigen Herrn zu gehen, sondern solle direkt aus Seinem Geist heraus es ihm aufschreiben, damit man nicht sagen könne, es habe sie jemand bearbeitet.

Jesus: „Sage ihm, Ich binde ihm diese zwei Seelen auf, N. und N. Er solle hingehen zu N. und ihr zuerst mit Liebe zureden, um sie zu gewinnen, dann aber mit aller Energie ihr Vorhalte machen, daß sie mit Selbstmordgedanken umgeht. Sie sollen doch sehen an dem Mädchen in N. (die sich das Leben genommen), die doch eine gute Jugend hinter sich hat, was Satan fertigbringt. N. solle dem H.H. Bischof mitteilen, daß genau ein Jahr vor dem Tod des letzten Bischofs Er in den Schriften niedergelegt, daß, wenn er Seinen Auftrag, die Schriften zu verbreiten, nicht besorge, Er ihn hinwegnehmen werde. Der Herr habe ihn nicht umsonst gewählt und nicht umsonst gefügt, daß er die Untersuchung schon zur Zeit des verstorbenen H. Bischofs habe leiten müssen. Er soll es sich wohl merken, und es soll ihm ein Fingerzeig sein, woran er erkennen müsse, weswegen Er ihn zum Bischof gemacht, weil der frühere Bischof Seine Befehle nicht ausgeführt und Er ihn deshalb hinweggenommen habe. Es wäre ein großer Schmerz für Ihn, daß sie sich immer noch darin weigerten. Die Schriften wären das Gegenstück von denen des Professors N. in W.

Es wäre Ihm ein großer Schmerz, daß gerade in den Schulen, wo die göttliche Liebe gebildet werden sollte, solche Resultate unter den jungen Klerikern erzeugt würden. Professor N. hätte den Unglauben mit dem Glauben verbinden wollen und hätte die Lehre aufgestellt, die Hölle dauere nur eine gewisse Zeitlang; denn wer das eine Wort gesprochen, der hat auch das andere Wort gesprochen: ‚Und diese werden eingehen in die ewige Pein, die Gerechten aber in das ewige Leben.‘

Was wäre das für ein Unheil und wie groß ist der Nachteil von dem, was die Gelehrten da in sich aufgenommen. Aber noch viel größer ist der Schaden, daß auch die Kirche das in sich aufgenommen, was ungläubige Ärzte erfunden haben wollen in letzter Zeit, weil es in einen Glaubensartikel eingreift, daß nämlich Ekstasen und Visionen nur eine krankhafte Erscheinung bei weiblichen Personen wäre, wo krankhafte Nerven und weibliche Gebrechen dabei im Spiele wären, wie das deutlich der frühere Bischof ausgesprochen, daß die Ärzte es herausgebracht, was mit Ekstasen wäre. Jetzt frage Ich, wenn diese Erscheinungen bei weiblichen Personen vom Nervenspiel und weiblichen Gebrechen herrühren, wo rühren sie dann her, wenn solche bei Männern zutage treten, wie bei Franziskus und bei Ignatius von Loyola, der so viele Ekstasen hatte, die ihn so schwächten, daß er zu Bett hat liegen müssen. Was sagen dazu die Gelehrten? Das Leben aller Heiligen, die Märtyrer ausgenommen, wäre damit in den Schatten gestellt, weil alle heiligen Seelen solches erfahren; denn Ekstasen sind nur ein Zerschmelzen des Herzens durch die Wirkung der göttlichen Liebe. Das Herz geht in Gott gleichsam auf. Diese Wirkung der göttlichen Liebe ziehen sie herab und stempeln sie als Krankheit, und das will Ich wieder aus der Kirche entfernt haben. Wenn die Kirche siegen soll, so muß der Glaube des Mittelalters zur Geltung kommen.

Und was würde man heutzutage sagen von Nikolaus von Flüe, der sein Weib und seine Kinder im Stich gelassen hat, um Gott zu dienen? Die Kirche kann nicht siegen wie ein Feldherr eine Stadt erobert durch Macht und Gewalt. Die Kirche muß zum Sieg gebracht werden durch einzelne Menschenherzen; wie auch Ich sie gründen wollte, so muß sie zum Sieg gebracht werden. Tun sie es, dann sollen sie die Süßigkeit des Kreuzes kosten wie auch du; tun sie es nicht, dann sollen sie die ganze Bitterkeit des Kreuzes fühlen und Schmach um Schmach erleben.“

392 Neujahrsnacht 1901

Am Samstag, dem 29. Dezember 1900, sagte der Beichtvater von Barbara, sie möge sich dem Herrn als Sühnopfer darbringen. Daraufhin kam wider alles Erwarten der liebe Heiland in der Nacht der Jahreswende. Wir wollten dem Hochamt um Mitternacht in der Ewigen Anbetung beiwohnen und hatten uns bei Luise nach neun Uhr versammelt, um miteinander zu beten.

Gegen zehn Uhr wurde es Barbara so unwohl, sie bekam die drei Stürme mit großer Gewalt. Danach wurde ihr, ohne daß sie ein Wort sprechen konnte, die Lage der Welt gezeigt. Sie sah einen furchtbaren Kampf, ob er jedoch geistig oder wirklich zu verstehen ist, muß die Zukunft lehren. Es schien, als ginge alles gegeneinander. Die Luft war angefüllt mit Mordinstrumenten. Zwischen Himmel und Erde saß die liebe Mutter Gottes und hatte das Jesuskind auf dem Schoß, ungefähr wie in der Christophskirche, wie wenn Sie das Kind bergen wollte in dem Mantel. Über Ihr war der heilige Erzengel Michael mit dem Schwert. Es wurde Barbara mitgeteilt, wir sollten beständig auf die Mutter Gottes und den heiligen Erzengel Michael schauen und Sie anrufen; sie würden uns durchhelfen in dem Streit.

Der liebe Heiland teilte Barbara Seinen großen Schmerz mit, den Er über die Welt habe, daß sie gar nichts annehme und so verhärtet sei, daß Barbara bitterlich weinen mußte. Der Herr teilte ihr mit, wir sollten durchgehen und tun, was Er uns sage.

393 Am 2. Januar 1901

Barbara erfuhr nach der heiligen Kommunion, wir sollten alles tun, was wir verborgen tun könnten, aber auch das damit verbinden, was Er uns antreibe, nach außen hin zu tun, damit die Welt erkenne, was diejenigen tun müßten, die Gott treu dienen.

394 Fest Heilige Drei Könige am 6. Januar 1901

Am Fest der Heiligen Drei Könige, nach der heiligen Kommunion, sah Barbara Lieschen, Luise und Barbara vor dem Herrn stehen, und Er segnete sie alle drei mit einem dreifachen Segen, wie es der Bischof tut und sagte: „Ich habe euch jetzt durch Verachtungen und Verdemütigungen hindurch an Meine Krippe geführt mit den Heiligen Drei Königen. Das kann Ich nicht von jedem verlangen. Die Heiligen Drei Könige kehrten von dort zurück als ganz andere Menschen, und obwohl sie nur diese eine Gnade hatten, zehrten sie davon ihr ganzes Leben lang und blieben den Vorsätzen treu, die sie an der Krippe gemacht hatten. Der eine davon war sehr sinnlich und hatte mehrere Weiber. Er machte sich aber davon los, und alle drei bewirkten durch ihren Einfluß viel Gutes, so daß sich viele ihnen anschlossen. So sollt auch ihr tun, daß am Ende eures Lebens ihr nicht allein steht, sondern Mir noch viele Seelen zugeführt habt. Und sage allen Liebesbundmitgliedern, daß Ich allen denen, die ausharren und das befolgen, was Ich in den Schriften angegeben habe, verspreche, daß sie vieles Licht über andere verbreiten, daß sie alle noch einen Wirkungskreis auf andere bekommen durch ihr gutes Beispiel.

395 Am 7. Januar 1901

Der Herr sagte, wir brauchten keine Angst zu haben, wenn auch kein Mensch einem zur Seite stünde, wenn man nur immer das im Auge hätte, daß man bei allem, was einem vorkommt, das tue, was das Schwerste sei. Würde man morgens beim Erwachen die Natur fragen, so würde sie sagen, es sei zu kalt. Steht man aber dennoch auf und geht in die Kirche, so ist dies das Schwerste und gewiß ein Zeichen, daß das Gott am wohlgefälligsten ist. Würde man bei allem, was vorkommt, fragen, was der Natur am schwersten, fällt so geht man sicher und braucht keinen Menschen.

396 Am 15. Januar 1901

In diesen Tagen veröffentlichte ein abgefallener Priester den Beweggrund zu seinem Austritt aus der katholischen Kirche. Im Auftrag des Herrn sandte Barbara diese Broschüre mit folgendem Begleitschreiben an ihren Beichtvater:

„Jesus! Jesus! Jesus!

Hochwürdiger Herr Beichtvater!

Ob Sie dieses Buch schon in Händen haben, weiß ich nicht. Wenn nicht, dann lesen Sie es einmal durch und dann vergleichen Sie die Wirkungen dieses Geistes mit dem Geiste, der aus meinen Schriften spricht. Ach ja, wäre ich getäuscht? Wären all die Dinge, die der Herr mich schauen ließ in den letzten Jahrzehnten nichts als Täuschung und irrige Phantasien? Aber vor welch schrecklicher Wirklichkeit stehen wir hier? Haben wir hier nicht die Bestätigung des strafenden Armes der göttlichen Gerechtigkeit? Wenn kein Haar von unserem Haupte fällt ohne Zulassung Gottes, warum sollte dieses unerhörte Verbrechen, das hier an unserer heiligen Kirche wieder begangen wird, nicht eine Warnung sein für alle katholischen Priester und besonders für Beichtväter? Hätte N. geglaubt, was ich ihm gesagt, und nicht allzusehr seine Ehre wahren wollen, stünden unsere Priester jetzt nicht vor dieser Schande. Vor zehn Jahren (1891), als Professor N. noch in hohem Ansehen sein Amt verwaltete, wurden mir in einer Vision einmal drei Priester gezeigt, die in unserer Stadt am segensreichsten wirkten. Zwei davon, N. und N., waren wohlgeborgen im Heiligsten Herzen Jesu, während Herr Professor N. am Eingang des kleinen Pförtchens stand und sich umwandte, um zur Welt zurückzuschauen.

Einige Jahre später wurde mir in einer anderen Vision gezeigt, dieser Priester habe schwere innere Kämpfe und dazu hätte er von außen her ungerechte Verfolgungen von seiten anderer zu erdulden. Ich solle zu meinem Beichtvater sagen, Er ließe den Bischof ermahnen, nicht allen Reden zu glauben, die über diesen Priester ausgesagt werden, und ihn um keinen Preis aus N. wegziehen lassen. Aber um den Geist, der mich trieb, zum Schweigen zu zwingen, hatte N. mich in der Karwoche 1892 die drei Gelübde ablegen lassen, und ich durfte nichts mehr reden. So blieb der Auftrag des Herrn unausgeführt. Als dann in der Zeitung stand, daß Professor N. nach England ginge, lief ich ins Kloster, und weil N. gerade verreist war, ließ ich Sie rufen und sagte Ihnen unter Weinen den mir erteilten Auftrag, worauf Sie mir erlaubten, zu Professor N. zu gehen. Anderen Tages ging ich hin und sagte ihm, was der Herr betreffs seiner Person mir mitgeteilt hatte. Er weinte wie ein Kind und sagte (nämlich um jene Zeit war es gerade im Entstehen) „aber jetzt ist es zu spät.“

Pater N. hatte mir die Gelübdeablegung wieder zurückgenommen, weil ich innerlich zum Reden immer angetrieben wurde, und als ich sehr jammerte und sagte, er möge doch zum H.H. Bischof gehen und ihm sagen, den Priester nicht aus der Stadt ziehen zu lassen, sagte er: „Kind beruhige dich. Es geht dich nichts an und auch mich nichts.“

Gleich darauf, 1895, wurde mir wieder in einer Vision gezeigt, daß Professor N. nicht nur die Tonsur, sondern sogar seinen Glauben verlassen werde. Ich weinte damals so heftig wie ich jetzt weine, da alles in Erfüllung gegangen ist, was der Herr mir kundgetan. Wie viel leichter wäre die Verdemütigung zu ertragen gewesen, die mein damaliger Beichtvater hätte auf sich nehmen müssen, als diese Schmach und Schande? Urteile nur ja niemand über ihn, denn er weiß nicht, ob nicht auch er die Gnade, die ihm der Herr anbietet, ausschlägt und nicht über kurz oder lang er auf derselben Stufe steht wie dieser unglückliche Priester. Eine Warnung für uns alle!

Warum zeigte ihn mir der Herr in seinem Wirken? Deswegen, weil Er uns zeigen will, daß auch er einst zu den guten, ja zu den besten Priestern gehörte. Warum zeigte Er ihn mir in seinen Kämpfen und Zweifeln? Deswegen, weil für uns alle solche Stunden kommen werden, wo wir ohne Zuspruch von anderen vielleicht gerade so tief fallen können wie dieser. Warum zeigte Er ihn in seinem Unglück als abgefallenen Priester? Einzig und allein, um uns zu zeigen, wie gefährlich es ist, alles nach der neuen Mode zu beurteilen, die sich nun einmal in unserer heiligen Kirche eingeschlichen, nämlich an Privatoffenbarungen nicht mehr zu glauben. Meine Herren Vorgesetzten mögen nachschlagen in den Schriften, und sie werden finden, wie gut Gott es gemeint in den achteinhalb Jahren, wo Er jeden Freitag und noch öfter mich heimsuchte, und wie lieb Er ihnen zuredete, wie Er aber auch schon zur Genüge gezeigt hat, daß Er der allmächtige Gott ist, der hier redet und wirkt. Ich erinnere nur, wie treu Er Sein Wort eingelöst damals, als Er sagte: „Ich werde deine Schwägerin und deinen Beichtvater überführen.“ In diesem Augenblick sah ich meine Nichte von acht Jahren auf der Totenbahre liegen, und ein Jahr darauf waren meine Nichte und mein Beichtvater gestorben.

Und ich sage Ihnen, so gewiß mir gezeigt wurde bei der letzten Bischofswahl, aber vorher schon, daß Herr Dr. N. zum Bischof gewählt sei, indem mir gezeigt wurde, wie ihn die liebe Mutter Gottes hinter dem Altare herführte und gleich darauf ihn neben seinen hochseligen Vorgänger stellte, so gewiß wird man später einsehen, warum der Herr ihm die Bischofswürde übertragen: Weil er als Leiter der Untersuchung von einer so wichtigen Sache von Gott bestellt war; denn der Herr wußte, welcher Schaden Seiner Kirche erwachse durch die Schriften und den Abfall von Graf Hoensbruch und Professor N., in diesem Buch so oft zitiert, und jetzt durch P.N. selbst.

In dem Brief, den ich im Auftrag Gottes an H.H. Dr. N. schrieb, sagte der Herr, daß Er es schwer bestrafen werde, daß man den ungläubigen Ärzten so nachspreche. Sehen Sie, wie wahr es ist, was in meinen Schriften steht, daß geplant sei, Deutschland in kurzer Zeit zum Protestantismus zu bringen. Und daß viele und sogar gute Katholiken denselben Sinn haben, wie die K.V.Z. vor einigen Jahren an alle ihre Leser schrieb, das zeigen nur zu deutlich die Bemerkungen, die man oft genug und sogar von frommen Priestern hören kann. Nehmen Sie dies Buch und lesen, was ein abgefallener Priester tadelt an uns, und tun wir dann gerade das Gegenteil. Dieser rät zur modernen Wissenschaft, zur Anpassung der heutigen Welt und dergleichen. Da heißt es für euch Priester, auf zum Kampf, und für uns Laien, auf zum Gebet.

Vom 16. August 1900 an, wo der Herr mir sagte: „Ich werde deinen Vorgesetzten ein Zeichen geben, woran sie erkennen müssen, daß Ich es bin“, hatte ich keine Spur mehr von jenem hysterischen Krampfanfall, wie die Gelehrten es heißen. Aber in der Neujahrsnacht hatte ich es wieder. Darin wurde mein Geist erhoben in die Nähe Gottes. Dort schaute ich in übernatürlichem Lichte einen furchtbaren Kampf auf der ganzen Erde. Es war, wie wenn die ganze Welt zu einem großen Kriegsschauplatz geworden wäre. Zwischen Himmel und Erde saß die liebe Mutter Gottes und hatte in Ihrem weiten Mantel ein Kind ganz eingeschlagen, so daß ich nur dessen Köpfchen sehen konnte. Über ihrem Haupte schwebte in der Luft der heilige Erzengel Michael mit einem erhobenen Schwert in der rechten Hand.

Und es wurde mir mitgeteilt, dieses kleine Kind, das die liebe Mutter Gottes berge, sei die heilige, katholische Kirche, die in jetziger Zeit in großer Gefahr stehe. Daß sie dieses Kind ganz eingeschlagen hatte, versinnbilde das Vertrauen, das in unserer Zeit die noch treuen Kinder der Kirche ihr entgegenbringen, weswegen sie alle unter Ihrem ganz besonderen Schutz berge. Der heilige Erzengel Michael mit dem gezückten Schwert bedeute den furchtbaren Kampf, den die Kirche in unseren Tagen durchzufechten habe. Ich schaute in das Angesicht der lieben Mutter Gottes, und sie war so betrübt, daß ich anfing laut zu weinen, bis ich wieder zum gewöhnlichen Zustand zurückkam. Seitdem hatte ich nichts mehr. Das Leiden kommt nicht mehr.

Hochachtungsvollst.

Heute früh, als ich der letzten heiligen Messe beiwohnte, sagte der Herr: „Geh und schreibe, wie Ich es dir in die Feder diktiere.“

397 Dritter Josefs-Mittwoch am 16. Januar 1901

„Ich will aber doch, daß der jungfräuliche Stand zu Ehren gelangen soll.“

Barbara beklagte sich sehr beim lieben heiligen Josef, daß sie mit ihren Geschwistern so viel durchzumachen habe, da ihnen alles, was sie beginnen, mißglücke und sie gar keine Frucht ihrer Anstrengungen sähen. Er erwiderte:

Josef: „Beunruhige dich nicht wegen deiner Familie. Was ihnen abgeht an zeitlichen Gütern, das wird ihnen der Herr tausendfach an ewigen Gütern ersetzen. Wenn einmal der Bau vollendet ist, wirst du sehen, wie sie der Herr dennoch segnet. (Weil das alte Haus baufällig war, verpflichtete sie die zuständige Baukommission, neu zu bauen.) Die Hauptsache ist, daß sie ihre Tochter, wenn sie auch nur wenig verdient, in voller Unschuld zurückbekommen. Das ist mehr wert, als wenn sie einen noch so großen Lohn erhielte.“ (Dieselbe dient bei einer reichen Dame, die sie schlecht bezahlt.)

Barbara: „Ich habe ihnen schlecht geraten; denn es ist gar so hart, als Jungfrau immer zurückgestoßen zu sein in der Familie. Das kann nicht jeder aushalten.“

Jesus: „Ich will aber doch, daß der jungfräuliche Stand zu Ehren gelangen soll. Deshalb zeigte Ich dir im Traum heute nacht, wie die dich verfolgende Schlange dir nichts anhaben konnte, sondern verdorrte, wenn sie sich auf dich warf. Du mußt wissen, daß deine ledige Tante, welche deine Mutter hart behandelte, eine weit größere Belohnung bekommen hat als deine Mutter. Obwohl deine Mutter eine fromme Frau war und ihre Kinder in der Gottesfurcht erzogen und so viele Leiden in ihrem Leben ausgestanden hat, hat sie doch ein viel härteres Fegefeuer durchgemacht als deine Tante.

Wo eine Jungfrau in der Familie steht, da geht es nie rückwärts. Im Gegenteil: Wenn auch die Frau oder der Mann nichts sind, die Jungfrau hält alles im Gleichgewicht. Ich segne um ihretwillen die Familie sowohl in zeitlicher als auch in ewiger Beziehung. Wenn hie und da schwere Krankheiten kommen, daß die Frau lange krank ist oder in der Haushaltung nichts versteht, da ist doch nichts zu fürchten, wo eine Jungfrau steht. Durch ihren Fleiß und guten Rat ersetzt sie alles, was abgeht.

Sage deinen zwei Freundinnen, daß Ich um euretwillen den Glauben nicht von der Stadt N. wegnehme, wie Ich Lust hätte zu tun, und Ich viele Strafen abhalte. Es ist Mir sehr wohlgefällig, wenn man sich, wie ihr tut, vom Munde abspart und alles für Kirchen oder Arme verwendet.“

Barbara: „Das gilt mir nicht, denn ich kann nicht viel tun, ich habe wenig Vermögen.“

Jesus: „Und doch, denn du beraubst dich, um der Not deiner Familie zu steuern, und die nächsten Verwandten sind die ersten, denen man Hilfe leisten muß. Wenn eine Arme sich ihres wenigen beraubt, so gilt das soviel bei Mir, wie wenn eine Millionärin Kirchen und Klöster baut, und besonders, wenn dies in reiner Absicht geschieht, wie das bei euch drei der Fall ist. Geht nur ruhig vorwärts.“

Letzte Nacht sah Barbara im Traume eine Schlange, die sie verfolgte. Sie wand sich Barbara um die Hüfte; Barbara nahm sie beherzt und schleuderte sie von sich. Da sah sie, wie manche Stellen der Schlange ganz verdorrt waren. Die Schlange konnte Barbara jedoch nichts anhaben, sondern schleuderte ihr Gift gegen andere.

Jesus: „Ich zeige dir, wie die Schlange des Neides sich hinter die Menschen steckt und nicht ruht, bis sie die Menschen dahin gebracht, alles Gute zu unterdrücken.“

398 Am 18. Januar 1901

„So notwendig wie sie dem Mann ist für die zeitlichen Interessen und die Fortpflanzung, so notwendig ist die Frau der Kirche durch ihr Gebet und ihren guten Rat.“

Nach der heiligen Kommunion sagte der Herr: Als Er die Welt erschaffen, da hätte Er zu dem Mann auch das Weib dazugestellt. Die Menschen sollten aber deshalb nicht glauben, daß Er es wegen der Sinnlichkeit getan hätte. Damit wollte Er schon sagen, so wie das Menschengeschlecht nicht bestehen, nicht fortgepflanzt werden könne ohne das Weib, so wenig könne die Kirche bestehen ohne die Mitwirkung der Frauen.

Im Paradies, wo Er die Menschen erschaffen, Seine Kirche schon den Anfang genommen, denn Er hätte die Welt nicht erschaffen wegen zeitlicher Interessen, sondern zu Seiner Ehre und Verherrlichung, damit Er mit ihnen Umgang haben könne, wenn auch eine Zeitlang diese Kirche verdunkelt gewesen wäre durch die Sünde, bis Er wieder in die Welt herabgestiegen wäre, um die Sünde wiedergutzumachen.

Jesus: „Ich habe im Paradies schon das Weib neben den Mann gestellt und damit sagen wollen, daß das Weib auch in der Kirche seinen Platz einnehmen soll. So notwendig wie es dem Mann ist für die zeitlichen Interessen und die Fortpflanzung, so notwendig ist die Frau der Kirche durch ihr Gebet und ihren guten Rat.

Was hat beim Entstehen der Kirche, wie Ich Mein Reich gegründet, den Ausschlag gegeben? Ein Weib war es, die Mutter Gottes; Sie sollte den Aposteln mit Rat und Tat zur Seite stehen. Das Weib neigt zur Frömmigkeit hin und schaut hinein in das innere Leben Gottes, während der Mann zu den äußeren Wirkungen mehr geneigt ist.

Man sagt, man dürfe nichts geben auf die Schriften von Maria Margaretha von Agreda und Katharina Emmerich, das Weib habe nichts zu reden, weil Paulus gesagt, das Weib schweigt in der Kirche. In der katholischen Kirche nimmt nur dann das Weib seine Rechte ein, wenn es auch das Ziel anstrebt, wozu es Gott erschaffen, während in den anderen Religionen das Weib nur benützt wird, um die Sinnlichkeit und die zeitlichen Interessen zu befördern. Daraus schon kann man die wahre Kirche erkennen.

Es ist sehr verwerflich, daß sie das Leben der Heiligen so herunterziehen und die Wunder, die Gott wirkt in den einzelnen Gliedern, als Träumereien und Einbildungen hinstellen. Warum habe Ich denn beim Eintritt in das öffentliche Leben mit Wundern angefangen auf der Hochzeit zu Kana? Um der Kirche zu zeigen, daß es vom Anfang bis Weltende nur allein in der wahren Kirche Christi Wunder gibt und durch Wunder ihre Göttlichkeit bekräftigt wird. So ist es auch hier. Weil es nur auf wunderbare Weise geschehen konnte, den Abfall dieses Priesters voraus zu wissen, so will Ich ihnen dadurch zeigen, daß Ich es bin.“

399 Am 20. Januar 1901

Der Herr sagte nach der heiligen Kommunion: „Komme, Meine Tochter, komme mit Mir in den Gewürzgarten.“ Barbara war lange Zeit vereinigt mit Ihm.

Jesus: „Grüße Mir deine zwei Freundinnen herzlichst und sage ihnen, zur Erinnerung an die schönen Stunden, die Ich mit euch verlebt, und damit diese Erinnerung immer in euch lebendig bleibt, versammelt euch, wenn auch nur eine Stunde lang, und leset nach, was Ich in den anderen Jahren an eben dem Festtag mit euch gesprochen. Ihr habt Mir ja auch früher immer viele Zeit geopfert. Ich habe schon längst vorausgesehen, wie sich die Zustände der Kirche Deutschlands gestalten werden, und daß durch diese drei Gelehrten N. und N. und N. der Kirche große Gefahr droht durch deren Lehre und Schriften. Deshalb habe Ich euch zusammengeführt zum dritten, daß ihr Mir dafür sühnen sollt; jede von euch soll Mir für einen dieser Gelehrten Abbitte leisten.

Luise für Professor S. aus Würzburg, und das immer im Auge behalten und Mir alles dafür aufopfern, besonders daß sie nicht mit ihren reichen Verwandten, sondern fast nur mit Ärmeren verkehrt, weil Prof. S. dadurch zum Fall geriet, daß er es mit den Reichen hielt, ihnen schmeicheln und ihr Leben verschönern wollte. Sie soll den Priestern und den Reichen ein Stachel sein, indem sie zeigt, daß sie von all dem nichts wissen will, da sie doch Umgang mit den Reichen pflegen könnte, es aber verschmäht.

Lieschen soll Mir Sühne leisten für Gr. H., weil sie doch dasselbe in ihrer Familie hatte, indem ein Glied sich dem Protestantismus zuwandte, was ihr großen Kummer bereitet. Du Barbara sollst Mir sühnen für Prof. S. Wenn Ich euch nicht mehr so lange Belehrungen gebe wie früher, so könnt ihr jetzt die früheren lesen und sie in Ausübung bringen. Ich werde euch immer wieder aufmuntern.“

400 Fest der heiligen Agnes am 21. Januar 1901

Abends beim Rosenkranz sah Barbara die liebe heilige Agnes wandeln auf einer lieblichen Aue, in prächtigen Gewändern. An ihrer Seite ging ein Lämmchen. Barbara wurde von diesem Anblick so hingerissen, daß sie erst nach einer halben Stunde zu sich kam.

401 Vierter Josefs-Mittwoch am 23. Januar 1901

„Das ist der Weg aller Auserwählten, daß ihnen alles gegen den Willen geht und sie sich durchkämpfen müssen.“

Nach der heiligen Kommunion sagte der heilige Josef:

Josef: „Alle diese Sachen, die dich beunruhigen, sind nur Nebensachen. Ihr müßt immer nur euren Beruf im Auge behalten, und das ist das Wohlgefallen Gottes. Ob etwas so oder so ausfällt und nicht, wie ihr es wünscht, ist einerlei. Das ist der Weg aller Auserwählten, daß ihnen alles gegen den Willen geht und sie sich durchkämpfen müssen.

Bedenkt doch, wie mein Leben war. Auch mir teilte der liebe Gott nicht alles so klar mit, daß mir die Ängste erspart gewesen wären, sondern all Seine Befehle waren so eingerichtet, daß ich erst lange im Ungewissen war und kämpfen mußte mit mir. Wir hatten zur Geburt alles vorbereitet in Nazareth, und da hieß es, fort! Auch wir machten uns unsere Pläne, wie ihr Menschen auch; aber Gott durchkreuzte sie. In Ägypten war ich sehr im Finstern, und ich brauchte manches Trostwort von meiner heiligen Gemahlin, um auszuharren. Und als an mich der Befehl erging zurückzukehren, da nannte der Engel nur das Land und nicht die Stadt, und ich war unschlüssig und dachte, es wäre meinem Sohn am liebsten, in Bethlehem zu wohnen, wo er geboren war, aber meine Verwandten nahmen mich nicht auf, und ich wurde erst innerlich wieder ermahnt, in mein Haus nach Nazareth zu ziehen.

Geht nur ruhig weiter, aber all eure Wünsche sollen sich auf das Wohlgefallen Gottes beziehen.“

402 Am 30. Januar 1901

In der letzten Woche im Januar hatte Barbara in der Familie viel zu leiden. Die Schwägerin, durch allerlei Verdrießlichkeiten gereizt, die sie durchzumachen hatte, machte Barbara viele Vorwürfe. Da stärkte der Herr Barbara nur durch vier Worte, aus denen sie erkannte, wie sie sich zu benehmen habe:

Jesus: „Stumm, blind, taub, tot. Diese Worte schreibe dir auf und lese sie jeden Morgen.“ Dadurch wurde Barbara sehr gestärkt.^

403 Herz-Jesu-Freitag am 1. Februar 1901

„Weil auch die guten und besten Christen nicht mehr tun, wie Ich es haben will.“

Nach der heiligen Kommunion sah Barbara den lieben Heiland, wie Er mit der einen Hand aufs Herz deutete und die andere deutete auf einen kahlen, entblätterten Baum, den ein Hagelschlag arg mitgenommen zu haben schien. Nur ganz vereinzelte Früchte hingen hie und da daran. Der Herr wandte voll Mißfallen Seine Augen ganz ab und blickte himmelwärts, in großer Betrübnis schien Er versenkt zu sein.

Jesus: „Der Baum ist Meine heilige Kirche. Er ist aus Meinem Herzen herausgewachsen und betaut mit Meinem kostbaren Blut und gewachsen bis in den Himmel, weil er beständig in der heiligen Messe begossen wird durch Mein göttliches Blut. Aber durch die Irrlehrer und die Gottlosigkeit der schlechten Christen ist er aller Zierde beraubt, weil auch die guten und besten Christen nicht mehr tun, wie Ich es haben will. Die einzelnen Früchte sind noch die paar treuen Seelen, die Mir noch in Wahrheit dienen.“

404 Mariä Lichtmeß am 2. Februar 1901

„Ich schicke eine solche Strafe, daß sie alle miteinander nicht mehr wissen, woran sie halten vor lauter inneren Zerwürfnissen. Ich werde ihnen das Licht entziehen.“

Barbara hatte ihren Beichtvater um Erlaubnis zu strengeren Abtötungen für die heilige Fastenzeit gebeten. Da er es ihr versagte, so grämte sie sich darüber. Als sie nun vor dem ausgesetzten höchsten Gut kniete, zeigte Sich ihr der Herr mit Seinem göttlichen Herzen. Er enthüllte es, und Barbara sah und hörte die Schläge Seines Herzens, die mit den ihrigen gleichen Takt hielt. Dann sagte Er:

Jesus: „Ich will nicht, daß du tust, was du dir vorgenommen. Es ist Mir lieber, wenn du gehorchst. Ihr drei, liebt Mich nur recht und trachtet, alles, was Ich mit euch rede, im lebendigen Glauben zu erfassen und Mir Sühne zu leisten. Das ist Mir das liebste.“

Wegen vieler Leiden hatte Barbara eine schlaflose Nacht. Als sie aber morgens aufwachte, rief ihr der Herr sogleich einige liebe Worte zu; denn sie hatte sich vorgenommen, in dieser Stimmung nicht zu kommunizieren. Sie wollte nur den Hochämtern zu Ehren der lieben Mutter Gottes nachgehen. Als in ihrer Pfarrkirche der erste Segen gegeben wurde, sprach der Herr:

Jesus: „Trenne dich von all den frommen Übungen, von den Segen und Ämtern, und überlasse dich Meiner Stimme. Ich will dir alles ersetzen; Ich will dir alles sein; Ich muß dir genügen.“

Barbara dachte bei sich: Ja, bist Du es denn auch? Ja, ja, Du bist es, denn wer könnte mir den Umschwung geben? Die ganze Zeit war ich so kalt und trocken und heute wie verändert. Ja, wer anders als Du kann es sein?

Da war der Herr so sehr lieb. Erst beruhigte Er Barbara wegen ihrer Fehler und sagte:

Jesus: „Hänge dich nicht so daran, wenn du dich auch verfehlt. Für die Zukunft bleibe weg von jener Person. Es wäre besser gewesen, wenn deine Schwägerin gar nicht hingegangen wäre, weil Ich doch das Gute anbahnen will. Das muß aber immer mit großen Opfern verbunden sein. Da es aber jetzt geschehen ist, so schadet es auch nichts, daß sie ihr die Meinung gesagt.

Dich aber lasse Ich den Schmerz fühlen, den Ich habe über jene Person. So wie du der Person nur Gutes getan und statt dessen sie sich mit Spott und Hohn gegen dich gewandt, so ergeht es Mir von den undankbaren Christen. Sie nützt das Mädchen nur aus und hält es, damit sie dich recht höhnen und bespötteln kann. Das will Ich an ihr abstreifen, weil sie viel Gutes tut, aber in einer ganz unrechten Meinung. Sie will sich dadurch gleichsam den Glorienschein geben, aber ihr Herz gefällt Mir durchaus nicht, weil sie so boshaft gegen Ärmere ist und sie so verächtlich behandelt.

Aber noch mehr Schmerz habe Ich. Das muß dein und deiner Nichte und euer aller Trost sein, daß Ich damit sehr getröstet bin. Was deine Nichte leidet, das soll sie nur hinnehmen als einen Splitter Meiner Verachtungen und Leiden und derjenigen, welche die heiligen Märtyrer in China erdulden müssen. Was sie leidet, das leidet sie direkt um Meines Namens willen; denn sie muß Mir das Opfer sein bei dieser Person, weil Ich es gewesen bin, der Ich es angezettelt habe, daß sie dorthin kam, damit die Werke dieser Person auch Früchte bringen. Da muß freilich jemand das Opfer sein, gerade so wie Ich dich benütze, um Meine Absichten und Pläne der Menschheit zu eröffnen. Ebenso muß deine Nichte dort das Opfer sein, weil Mir so viel daran gelegen ist, diese Person herauszubringen aus dem Haß gegen die Ärmeren, damit ihre Frömmigkeit auch Früchte trage. Darum hat das Mädchen einen Teil der Marter gelitten, weil es das um Meines Namens willen leiden muß.

Das Benehmen dieser Person ist aber nur ein Ausfluß von dem, was deine Vorgesetzten hier in Mainz angerichtet haben. Diese sind die Urheber. Durch diese hat sie sich so verschlimmert in ihrem Haß und ist jetzt so boshaft. Das alles haben die Priester verschuldet. Noch viel strenger bestrafe Ich, was sie damit verschuldet, daß sie alles verworfen und dich als närrische Person hingestellt haben; damit ist die ganze Sache verdutzt und entstellt. Deshalb habe Ich sie Meinen strafenden Arm fühlen lassen dadurch, daß die Schriften des Prof. S. nach Mainz gelangt sind und hier unter den Frommen gelesen werden. Das ließ Ich zu ihrer Schande und Schmach zu, um ihnen zu zeigen, wie Ich erzürnt bin, wenn die Frömmigkeit so niedergetreten wird und die Vertreter der Frömmigkeit selbst gegen die Frömmigkeit arbeiten. Sie tun das, was die Pharisäer Mir vorgeworfen, daß Ich durch Beelzebub die Teufel austreibe. So zerstören sie das ganze Reich, weil die Frommen sich beständig zerfleischen.

Das wollte Ich abändern und deshalb wollte Ich den Liebesbund errichten; denn Ich habe ein Mißfallen an den Kindern Meiner Kirche, daß Ich nur um einiger treuen Seelen und um Meiner Mutter willen die Kirche noch erhalte, und weil Ich Mein Wort nicht vernichten will, das Ich gesprochen: Die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen.

Es gibt keinen anderen Weg als den Ich gezeigt, und Ich führe es doch durch, aber ich schicke eine solche Strafe, daß sie alle miteinander nicht mehr wissen, woran sie halten vor lauter inneren Zerwürfnissen. Ich werde ihnen das Licht entziehen. Es ist auf keinem anderen Weg zu tun als auf dem, den Ich angewandt und deshalb habe Ich verschiedene Personen zusammengestellt, weil Ich reich und arm verbinden will und kein Unterschied sein darf in der Gesinnung. Der Reiche darf nicht wissen, daß er mehr besitzt, und der Arme darf nicht fühlen, daß er unter Reichen leben muß. Sie müssen in der Gesinnung ganz eins sein.

Die Priester der Stadt Mainz haben gerade das Entgegengesetzte im Sinne. Sie wollen auch mit aller Gewalt ihre Schuldigkeit tun, aber ihr Weg ist ein ganz verkehrter Weg, weil sie sagen, der Reiche soll leben nach seinen Verhältnissen, und der Arme soll zufrieden sein mit seinem Los. Der Reiche darf sich erlauben zu leben nach seinen Verhältnissen und sich zu bewegen nur in seinem Kreis. Wenn auch nicht mit Worten, so reden sie solches durch ihr Beispiel und ihren Rat. Wenn sie nicht tun, wie Ich sage, und wenn es so fort geht, so wird die Welt furchtbar gestraft.

Jetzt wende Ich Mich an N. und an alle die treuen Priester, die darum wissen, daß sie einstimmig auftreten und Hand in Hand dafür arbeiten, daß die Sache geändert wird. Zwar ist die Strafe diktiert und ist nicht mehr zu verhüten, die Christenheit muß gestraft werden und jeder fühlt in sich, daß die Strafgerichte schon angefangen haben. Der Zorn Meines Vaters ist nicht mehr aufzuhalten.

Jetzt, Meine Tochter, will Ich dir Meinen Vater zeigen, wie erzürnt Er ist, damit ihr nicht müde werdet, euch täglich und täglich einzusetzen, und Ich wende Mich an alle, die glauben und wissen, daß Ich Mich so herablasse und so mit euch verkehrte und noch verkehre.“

Barbara: Und Er zeigte mir die Heiligste Dreifaltigkeit. Sie stand in der Luft, und der himmlische Vater hatte die Waage in der Hand. Auf jeder Schale lag etwas. (Es war, als ob es eine lebende Gestalt wäre.) Die eine Waagschale schnellte immer hinunter und drohte, ganz hinunterzusinken. Die liebe Mutter Gottes eilte herzu und legte immer wieder etwas darauf.

Ich fragte, was das bedeute, was das wäre. Es wurde mir gesagt, die Waage in der Hand des Vaters bedeute Seinen Zorn, Er wäre so entbrannt, daß Er Tag für Tag Sich gleichsam bemeistern müsse, um Seinen Zorn nicht auszugießen. In der einen Schale läge Seine Gerechtigkeit und in der anderen Seine göttliche Langmut.

Jesus: „Ich bitte Meinen Vater beständig, Er möge noch einhalten und Seine Gerechtigkeit verzögern, und Meine heiligste Mutter legt beständig die guten Werke der treuen Seelen auf die Waage und bittet: ‚Halte ein Deinen Arm! Siehe, es sind doch Meine Seelen, die Dir da Sühne leisten.‘ Und der Zorn kann nicht losbrechen; der Vater steht gleichsam zwischen Tür und Angel, und wenn er losbrechen will, kommt die Mutter Gottes und tut Ihm Einhalt.

Siehe, Wir haben die Welt erschaffen. Alles, die sichtbare und unsichtbare Schöpfung, hat der Vater nur erschaffen zu Seiner Verherrlichung, aber in Seiner unendlichen Liebe und Güte hat der Vater durch jede dieser Schöpfungen einer jeden der drei Göttlichen Personen eine besondere Verherrlichung zuweisen wollen. Den Himmel bestimmte der Vater zur Verherrlichung Seiner Selbst. Im Himmel wollte Er nur Seine Liebe vervielfältigen und ausdehnen. Die Engel hat Er nur dafür erschaffen, Ihn zu lieben, zu verherrlichen, zu loben und zu preisen.“

Barbara: Die sichtbare Schöpfung habe der Vater erschaffen zur Verherrlichung Seines Sohnes. Und weil Er nur Seinen Sohn verherrlichen wollte, deshalb habe Er von Ewigkeit bestimmt, daß Sein Sohn Mensch werden solle, weil Er so große Freude gehabt, daß Er Seinen Sohn durch Geschöpfe verherrlichen wollte, die Er so hoch erhoben, daß Sein Sohn unter ihnen herabsteige, um dieses Geschlecht zu adeln.

Zwischen der sichtbaren und der unsichtbaren Schöpfung hätte Sein Geist ausgeruht, und die beiden Schöpfungen wären zur Verherrlichung des Heiligen Geistes bestimmt, sowohl die unsichtbare Schöpfung durch die Liebe, weil der Heilige Geist nur die Liebe sei, das sei nur der Ausguß, als auch die sichtbare Schöpfung, weil durch Seine Mitwirkung daraus das menschgewordene Wort hervorgehen und Sich darin verherrlichen sollte, weil Er den Menschen leidensfähig erschaffen, nicht wie die Engel. Darum seien die beiden Schöpfungen zur Verherrlichung des Heiligen Geistes bestimmt.

Jesus: „Und jetzt wende Ich Mich an alle Priester. Jetzt bedenket, wie die Priester dieser Stadt Mich gleichsam beständig als Lügner hinstellen in ihrer Handlung, weil sie dich als närrische Person hinstellen. Denn als Ich die Welt, die sichtbare und die unsichtbare Schöpfung, erschaffen, sah Ich Mir alles mit großem Wohlgefallen an, und die Schrift sagt, daß Ich alles, was Ich gemacht, für sehr gut befunden. Jetzt aber stellen sich die Christen, an die Ich Mich wende, durch ihre bösen Werke, ihren Unglauben und ihre Sittenlosigkeit, die unter ihnen herrschen, gleichsam mit geballter Faust vor Mich hin und sagen: ‚Wie Du sagst, mit Wohlgefallen sahst Du Deine Schöpfung an und befandest alles gut? Es ist aber nicht alles gut. Wir beweisen es Dir. Wir wollen Dir nicht dienen. Du hast uns zu Deiner Ehre und Verherrlichung erschaffen, aber wir wollen Dir nicht dienen.‘ Und weil Ich wieder Meine Kirche emporbringen, ein neues Geschlecht bilden und den Glauben erneuern will in der Kirche, so sagen Mir gleichsam die Priester: ‚Wir sehen Deine Schöpfung nicht, wir wollen Dir nicht dienen. Wir sehen nicht, daß Du es bist in den Schriften.‘

Ihr aber, Meine Kinder, harrt doch aus, laßt das alles über euch ergehen, gebt den Ängsten nicht nach. Das ist die Strafe, die alle Menschen fühlen müssen. Das ist nicht abzuändern, daß die Guten gerade so die Ängste mitfühlen müssen, welche Ich im Heiligsten Sakrament leide, weil so viele Menschen verlorengehen. Damit sollt ihr viele Seelen retten. Du aber Barbara, mache dich los von alledem, was dich beängstigt, und mache es wie deine zwei Freundinnen, und sieh immer auf das eine und allernotwendigste, wozu du den Auftrag hast, und das soll dir die Hauptsache sein. Die Priester, und besonders N. sollen sich nicht scheuen und offen auftreten. Es ist ein solches Mißverhältnis eingerissen unter den frommen Leuten, daß keine Hoffnung zum Besseren ist, solange nicht ein demütiges Herabsteigen in all den frommen Seelen, auch den Ordensleuten, stattfindet, so, daß sich jeder als den Letzten betrachtet und es nicht verschmäht, sich der Gesinnung nach mit dem letzten Dienstmädchen zu vereinigen. Solange der Stolz alle bemeistert, kann Ich in der Kirche nichts wirken. So ist es aber in der ganzen Welt.

Weil Ich ein gerechter Gott bin, so mußte Ich, um Meine Geschöpfe zu unterscheiden von Mir Selbst, denn Ich habe Mich in all Meinen Geschöpfen verähnlicht, vervielfältigt, und um Meine Autorität zu bewahren, Meine Geschöpfe eine Prüfung bestehen lassen. Auch die Engel mußten sie bestehen, und wer sie bestanden, der bereut es nicht.

Weil der himmlische Vater den Menschen von der Erde genommen und wußte, daß er der Erde zuneigt und deshalb leichter sich versündigt als die Engel, gab Er ihm aber auch so große Verheißungen von der Menschwerdung Seines Sohnes. Aber obwohl Er von Ewigkeit her wußte, wie schwach der Mensch ist und wie viele sich von Ihm abwenden, so gab Ihm doch der Gedanke, daß Er Seinen Sohn in dieser Schöpfung verherrlichen wollte, den Ausschlag bei der Erschaffung des Menschen, das war Sein einziges Wohlgefallen.

Deswegen wählte Er Sich ein Volk aus, um in ihm Seine Autorität zu bewahren und mit ihm auf besondere Weise zu verkehren und zu unterscheiden von den übrigen Völkern. Weil aus diesem Volk, das Er schon bei Erschaffung des ersten Menschen erschaffen hatte, der Messias hervorgehen sollte, deshalb kennzeichnete Er es auf besondere Weise, scharte es zusammen und teilte ihm Seinen Geist mit durch die Propheten, um zu zeigen, daß es Sein auserwähltes Volk sei und um seinetwillen die ganze Schöpfung dulde und verschone. Nun bedenket, daß die Kirche das auserwählte Volk im Neuen Bund ist. Als Ich die Kirche stiftete und gründen wollte, fing Ich an, reich und arm miteinander zu verbinden. Unter den ersten Christen wußte niemand, ob er arm oder reich war. Das erste war, daß Ich und Meine Apostel Gleichheit gepredigt und Meine Apostel Meinen Geist hineintrugen, wie Ich gelebt.

Jetzt aber ist die Kirche so abgewichen davon, wie Ich dir gezeigt, und deshalb ist der Zorn Meines Vaters so ergrimmt, daß Er abermals die ganze Welt vernichten würde, wenn Er nicht bei der Sintflut die Verheißung gegeben, niemals mehr so die Menschen zu vertilgen.

Jetzt frage Ich euch, ob es da noch an der Zeit ist, zurückhaltend in der Frömmigkeit zu sein. Es gibt nur einen Weg, und der ist: Zurückgehen zu dem ersten Christentum, wenigstens im Herzen und in der Gesinnung, daß die Reichen die Armen so behandeln, daß sie sich als Brüder und Schwestern fühlen, und daß die Armen in ihrer Gesinnung so geadelt sind, daß sie den Reichen ganz in Ruhe lassen, weil sie zufrieden sein können durch eine solche Behandlung.

Und wenn das nicht angestrebt wird, so wird die Welt furchtbar gestraft. Deswegen arbeite Ich so an den Liebesbundmitgliedern, und Ich habe an all den Ordensleuten kein Wohlgefallen, die den Geist nicht in sich aufnehmen, und die sich für die allein Auserwählten halten, wenn sie auch noch so treu ihre Regel und ihre Gelübde halten, solange sie sich nicht vereinigen in der Gesinnung mit dem letzten Dienstmädchen und alle ein Herz und eine Seele bilden. Es muß ein ganz neues Leben entstehen.“

405 Am 9. Februar 1901

Als Barbara in einer Nacht sehr viel litt, sagte der Herr:

Jesus: „Siehe, das Leben des Menschen ist so kurz, wie wenn eine Fliege durch das Zimmer fliegt. Sie setzt sich hier auf ein Brotkrümchen, dort auf einen Obstrest, taumelt ein wenig herum und bald siehst du sie nicht mehr. So kurz ist euer Leben gegen die lange Ewigkeit und die unermeßliche Glückseligkeit.“

406 Am 10. Februar 1901

„Und weil Ich nicht notwendig hatte zu strafen und zu warnen, konnte Ich in Liebe mit ihr verkehren.“

Jesus: „Man wundert sich über die heilige Gertrud, daß sie so vieler Gnaden gewürdigt wurde, und doch lest ihr nicht, daß sie eine Verfolgung durchgemacht hätte. Die Heiligen jener Zeit hatten Ruhe gehabt von ihren Vorgesetzten. Diese waren froh, wenn eine Seele etwas von Gott sagen mochte. Damals stand nämlich die Zeit in höchster Blüte, die Kirche hatte Ruhe und die Menschen, die doch die Kirche bilden, waren alle zufrieden und glücklich und kein Zwiespalt war unter ihnen, daß sie sich zerfleischten wie heute. Eine Seele, die Mir diente, hatte nichts wie Liebe, sie konnte sich Mir ganz in Liebe hingeben und Ich konnte Mich in Liebe in ihr ergießen.

Und weil Ich nicht notwendig hatte zu strafen und zu warnen, konnte Ich in Liebe mit ihr verkehren. Da schlug Ich die kleinen Leiden, die ihr nicht beachtet, groß an. Deswegen hat eine Seele, die heutzutage einen solchen Zwiespalt durchmacht, wenn sie auch nicht fastet, doch denselben Grad der Glorie und Verdienste zu erwarten, weil der harte Weg, den sie gehen muß, die Fasten, Bußwerke und Züchtigungen des Leibes ersetzt.“

407 Am 11. Februar 1901

„Lege all deine Fehler, Unvollkommenheiten und Versäumnisse tagtäglich in den Kelch des Heils in der heiligen Messe, damit täglich alles ersetzt werde.“

Barbara beklagte sich beim Herrn, daß sie so viele Unvollkommenheiten begehe.

Jesus: „Lege all deine Fehler, Unvollkommenheiten und Versäumnisse tagtäglich in den Kelch des Heils in der heiligen Messe, damit täglich alles ersetzt werde.“

Bekehrung eines Sünders. Im Hause von Lieschen wohnte ein Katholik, der schon jahrzehntelang keine Sakramente mehr empfangen hatte. Dessen Frau klammerte sich beständig an Lieschen, daß sie ihr helfe, die Bekehrung ihres Mannes von Gott zu erflehen. Angefeuert durch Lieschen, brachte die Frau es durch liebevolles Zureden dahin, daß er seit zwei Jahren wieder die heilige Messe am Sonntag besuchte, aber vor der Beicht fürchtete er sich gar sehr und war nicht zu überreden.

Anfang Januar 1901 fiel er in eine schwere Krankheit mit Erstickungsanfällen. Nachts wollte er meist aus Gewissensangst immer das Bett verlassen. Als er wieder eine solche schreckliche Nacht durchgemacht und die Frau untröstlich morgens in aller Frühe zu Lieschen lief, um ihr kummervolles Herz auszuschütten, drang Lieschen gar sehr in sie, ihrem Mann jetzt offen zu erklären, daß sie jetzt einen Priester rufen wolle. Beherzt ging die Frau zurück und sagte zu ihrem Mann: „Willst du mir zumuten, daß ich mir die ganze Ewigkeit deinetwegen Vorwürfe mache. Ich gehe den Priester holen.“ Zuerst war der Kranke still.

Dann sagte er: „Muß er denn ein paar Mal kommen?“ Als die Frau ihm sagte, das könne in einem Mal geschehen, war er es zufrieden und sagte: „Rufe ihn!“ Die Frau sandte Lieschen hin, und er kam sofort. Der Kranke empfing sehr erbaulich alle heiligen Sakramente, und als der Priester ihn aufforderte, „Mein Jesus, Barmherzigkeit“ zu sprechen, tat er dies mit großer Andacht und küßte auch die heiligen fünf Wunden. Als Lieschen zu ihm sagte: „Was werden Sie jetzt für eine süße Seelenruhe bekommen“, liefen ihm die Tränen über die Wangen herab. Andern Tags bat er seine Frau von selbst, mit ihm die heiligen fünf Wunden zu beten.

408 Am 12. Februar 1901

„Damit will Ich euch belehren, daß ihr so einig in der Gesinnung sein sollt, wie Wir Drei Heiligsten Personen.“

Barbara, die viel zu leiden hat, sagte zum Herrn:

Barbara: „Wir sind dieses Jahr alle drei nichts wert. Ich kann nicht wie früher und muß viel versäumen, und auch meine Freundinnen können nicht so viel leisten. Man weiß nicht, was man denken soll.“

Jesus: „Das hat seine besonderen Gründe, Meine weisen Absichten. Damit will Ich euch belehren, daß ihr so einig in der Gesinnung sein sollt, wie Wir Drei heiligsten Personen. Keine soll in sich einen Gedanken aufkommen lassen, daß die andere sich zu viel nachgebe, während sie über alles hinweggehe. Da muß jedes seine Armseligkeit fühlen und kann nicht, wie es will. Das wird nicht viel besser werden. Ich kann es euch nicht ersparen. Bis über Ostern hinaus, solange die österliche Zeit dauert und Ich noch einen Sünder erwarte und getäuscht sein kann mit Meiner Hoffnung, schicke Ich euch zu leiden. Andere werden längst das Alleluja singen, und ihr werdet noch das Miserere Nobis singen.

Alle Mitglieder des Liebesbundes sollen es mitfühlen, ihr müßt Mir Seelen retten und gewinnen helfen und deswegen ganz über euch weggehen. Ebenso N. wird es auch fühlen müssen, solange als Ich den letzten Sünder erwarte und noch getäuscht sein kann, so lange wird er kein Alleluja feiern können; aber nach Ostern habt ihr wieder eine schönere Zeit.“

409 Am 15. Februar 1901

In der Stadt ging die Rede, es seien im Elisabethenhaus der Barbara auch lateinische Fragen vorgelegt worden in der Ekstase. Zwar habe sie auf manche Fragen Antwort gegeben, daß die Herren gestaunt hätten, aber sie hätten ein Wunder haben wollen, und weil der Heiland auf Latein nicht geantwortet, so könne es Krankheit sein.

Luise fragte Barbara, ob das wahr sei und was der Herr geantwortet. Barbara bejahte es. Der Herr habe gesagt:

Jesus: „Ich muß Mich allezeit den Menschen anpassen, wie Ich es auch getan habe, als Ich auf Erden wandelte. Ich habe zu Meinen Aposteln alles in Gleichnissen gesprochen und auch sie verstanden Meine Sprache nicht. Welche Geduld mußte Ich mit ihnen haben. Wie wollt ihr verlangen, daß Ich euch Wunder wirke.“

Barbara sagte, das meiste habe sie vergessen.

Auch sagte man, Bischof H. sei zwei Tage vor seinem Tod sehr aufgeregt gewesen. Er habe ironisch ausgerufen: „Wir kommen in die Hölle, wir kommen in die Hölle, weil wir die Herz-Jesu-Andacht nicht billigen!“ Als der abgefallene Priester S. seine Broschüre herausgab: „Mein Austritt aus der katholischen Kirche“, da diktierte der Herr Barbara einen Brief in die Feder an P. Felix, worin Er die Priester fragt, ob jetzt diese Schmach nicht größer sei als jene gewesen wäre, wenn der frühere Beichtvater dies verhindert hätte zur rechten Zeit, indem er die Warnung des Herrn dem Bischof hinterbracht hätte. Als P. Felix ihn gelesen, sagte er erschüttert: „Ja, nicht wahr, wenn man die Wahrheit sagt, wird man exkommuniziert, und wenn man lebt, wie es recht ist, hat man freilich Neider. Tun Sie von jetzt an, was der Herr Ihnen eingibt und fragen Sie nach keinem Teufel nichts mehr.“

Der hochwürdige Herr Bischof sagte zu einer Dame, die ihn über die Sache befragte, alles sei Hysterie und die Personen, die es glaubten, seien auch hysterisch. Diese erzählte es ihrem Dienstmädchen und anderen und alsbald war die ganze Stadt voll davon. Eine andere sagte: „Die drei mit ihren Extrasachen und ihrem Barfußlaufen. Sie ärgern den hochwürdigen Herrn Bischof auch immer mit dem Niederknien auf der Straße (zum Segen). Ich tue es nicht einmal, wenn er in unser Haus kommt, um ihn nicht zu belästigen.“ Ein Mann erzählte, er komme eben aus einem Haus, wo man sich lustig gemacht über die drei Heiligen und erzählt habe, der verstorbene Bischof käme alle Tage zu ihnen, und der jetzige Bischof habe gesagt, wenn sie noch ein wenig weitermachten, so exkommuniziere er sie alle drei.

Auch im Paramentenverein verbrachten sie einen Nachmittag, sich zu verlustieren über die drei, weil der Arzt alles für Hysterie erklärt habe. Ebenso wurde die Sache in den Geschäftsläden belacht, wo es durch Bedienstete einiger Herren erzählt wurde, daß jetzt die Hysterie am Tage sei.

410 Brief an das Bischöfliche Ordinariat

Barbara schrieb im Auftrag des Herrn:

16. Februar 1901

An das Bischöfliche Ordinariat!

Als ich am 27. Oktober 1898 vor dem Bischöflichen Offizialat stand, sagte mir am Schluß der Unterredung unser hochwürdigster Herr Bischof, damals noch Domkapitular: „Wir wollen es als Zeichen von Echtheit anerkennen, wenn Sie und Ihre zwei Freundinnen sich gehorsam unterwerfen und nicht mehr barfuß wallfahrten gehen.“ Eineinhalb Jahre haben wir diese Bußübung unterlassen aus Gehorsam gegen unsere geistliche Obrigkeit.

Weil aber der liebe Gott diese Bußübung eigens bestimmt und uns angeraten hatte und als eine passende Bußübung gerade unserem luxuriösen Zeitgeist gegenüber bezeichnet hatte, so erlaube ich mir, jetzt beim Beginn eines Jubeljahres, wo die Gläubigen mehr als sonst zu demütiger Bußgesinnung aufgefordert werden, unsere hochwürdigen Vorgesetzten zu bitten, ob Sie uns vielleicht unter anderen frommen Bußübungen auch diese wieder zu erlauben geruhen wollten, wenigstens in der Woche ein- bis zweimal verrichten zu dürfen. Wenn im Jahre 1825 bei einem Jubiläum Papst Leo XII. es nicht unter seiner Würde hielt, vor der ganzen Stadt Rom und zum Erstaunen aller seiner Kardinäle im Bußgewand und barfuß zu gehen, so brauchen sich wahrhaftig unsere heutigen Christen auch nicht zu schämen, wenn einige von ihnen ihr liebes „Ich“ großmütig mit Füßen treten.

Obwohl jene Krankheit, die von den Ärzten als Hysterie bezeichnet wurde, mich verließ von dem Tage an, wo mir vom Herrn gesagt wurde, daß Er von jetzt an mir dieses Leiden wieder abnehmen werde, habe ich doch den vertrauten Umgang mit Ihm nach der heiligen Kommunion und im Gebet noch wie früher. Nur weiß ich jetzt sicherer, für und mit wem ich leide. Und alle Einwohner der Stadt Mainz, ja der ganzen Welt, haben nicht so viel Spott und Hohn, den ich aus Liebe zu Gott nicht bereit sein möchte, über mich ergehen zu lassen.

Von Herzen verzeihe ich all denen, die mir wehgetan haben, denn sie benutzte der Herr, um mich wegen meiner Sünden zu strafen. Andernteils sehe ich aber ein, daß Gott der Herr Sich an Großmut von Seinen Geschöpfen nie übertreffen läßt. So glaube ich, diese Freiheit mir nehmen zu dürfen, um meine Herren Vorgesetzten zu erinnern, was ich um meines Glaubens willen schon gelitten habe und von neuem sich vielleicht auch meine zwei Freundinnen mit mir bereit erklären, Leiden jeglicher Art auf uns zu nehmen durch eben diese Bußgänge. Im Jahre 1898 sagte der Herr (bitte in den Schriften nachzuschlagen) zu dem hochseligen Bischof H.: „Wenn Ich dir zwischen zwei deiner Freunde, die Ich abrief, in blühender Gesundheit noch das Leben ließ, dann wisse, daß Ich dies getan, weil Ich durch dich Meinen Plan, den Ich mit der Menschheit vorhabe, durchführen will. Tust du es aber nicht, dann werde Ich dich hinwegnehmen, denn Ich bin Herr über Leben und Tod.“ Und in demselben Jahre, wenn ich nicht irre, sagte der Herr auch zu mir: „Du wirst an das Kreuz geschlagen und du wirst begraben. Man wird sorgen, daß der Grabeshügel hoch wird, das heißt, du wirst mit Spott und Hohn so überhäuft werden, daß der Geruch des alten Menschen nicht mehr ausdünsten kann.“ Also lag alles im Ratschluß Gottes. Daß meine Vorgesetzten mich als närrische Person erklärten, war von Gott so bestimmt.

Nun aber bitte ich meine Herren Vorgesetzten, mit mir auch zum zweiten Teil überzugehen. Nämlich der Herr sagt so oft in meinen Schriften zu den Priestern unserer Zeit: „Euch habe Ich an den Wendepunkt gestellt. Ihr seid bestimmt, Meine gedemütigte Kirche wieder zum Sieg zu führen. Kämpfet für ihre Rechte und fürchtet nichts, denn eure Namen sollen glänzen im Buch des Lebens durch die ganze Ewigkeit.“

Nun frage ich meine Vorgesetzten, was bedeutet das Wort Wendepunkt für den Wanderer? Nicht wahr, daß er nicht auf dem seitherigen Weg weitergehen dürfe. Er muß umwenden und einen anderen Weg einschlagen. Und zwar Hand in Hand, Priester und Laie, Reich und Arm, zurück auf den Weg der Abtötung und Buße und Einfachheit.

Seitdem die Welt steht, war für die Völker keine andere Rettung möglich. Sie mußten den herausgeforderten Zorn Gottes besänftigen durch demütige Rückkehr zu Gott, durch Abtötung und Buße. Und weil unter den Christen jetzt so wenige diese Sprache verstehen, so laßt doch ihr Vorgesetzten es diejenigen tun, die sich, von Gott dazu angetrieben, auch dafür hergeben.

Im ersten Stock unseres Hauses wohnt ein höherer Offizier. Vor vier Wochen und gestern, am 15. Februar 1901, stand eine Musikkapelle eine volle Stunde bei Eis und Schnee und spielten ihrem Obern zu Ehren die herrlichsten Stücke vor auf der Straße vor unserem Haus. Und alle Woche oder doch alle zwei Wochen heißt es von den Dienstboten, heute Abend haben wir wieder großes Essen. Der Herr Oberbürgermeister und der und jener kommen auch dazu. Da denk ich mir jedesmal: So ehrt die Welt ihre Günstlinge! Ja, die Kinder der Welt sind klüger als die Kinder des Lichtes. Denn die Kinder der Welt verfolgen und zerfleischen diejenigen, die den Ernst des Lebens im wahren Sinn erfassen.

Alles, was ich schreibe, tue ich, weil ich innerlich dazu aufgefordert werde. Ich schicke diese Zeilen zuerst an Sie, hochwürdiger Herr Beichtvater, aber mit der Bitte, dieselben an das Bischöfliche Ordinariat gelangen zu lassen. Sie sagten schon so oft zu mir, sie wollten nichts dafür und nichts dagegen tun. Ich will Ihnen keinen Vorwurf machen, aber wenn Sie mir die Bußübungen erlauben, welche die Kirche gebietet, und die ich jedes Jahr weit ausdehne, wie Sie ja wissen, und obschon ich im voraus weiß, welche Opfer es mich kostet und wie nachteilig es für meine Gesundheit ist, so tue ich es doch, weil ich weiß, daß der Christ ein Opferleben führen muß.

Warum sollte es uns versagt sein, um Bußübungen bitten zu dürfen, die, obgleich äußerlich große Opfer von uns verlangen, aber für unsere Gesundheit sehr dienlich und nützlich für Leib und Seele sind. Ich erwarte von Ihnen, hochwürdiger Herr Beichtvater, die Antwort auf meine Bitte an das Bischöfliche Ordinariat, denn ich weiß, daß es nicht in Ihrer Gewalt allein steht, diese Erlaubnis zu geben.

Hochachtungsvollst!

gez. Barbara Weigand

411 Nach Septuagesima 1901

In der Woche nach Septuagesima hatte Barbara viele Sühnungsleiden durchzumachen. In einer Nacht hatte sie ihr außergewöhnliches Leiden, ohne die drei Stürme zu fühlen. Ihre Zunge war ihr wie gelähmt. Sie konnte nicht einmal antworten, daß man ihr hätte zu Hilfe kommen können. Mittendrin bekam sie einen Aufblick. Sie sah den himmlischen Vater ergrimmt über die Welt, und ihre eigene Seele wie zermalmt vor Ihm. Daraus schöpfte sie neuen Mut, da sie nun einsah, weshalb sie so leiden mußte.

412 Fest der Dornenkrone am 22. Februar 1901

„Auf den Liebesbund setze Ich die Erneuerung der Menschheit.“

Barbara beklagte sich nach der heiligen Kommunion, daß ihr alles zum Kreuz werde, wo sie nur hinsehe. Nach der heiligen Kommunion kam Jesus vom Tabernakel her zu mir und eine große Zahl von Engeln begleitete Ihn. Einer aus ihnen trug eine hölzerne Krone.

Jesus: „Ermutige dich und sei nicht so kleinlaut. Über all das, was Ich vorkommen lasse in deiner Familie oder sonst, mußt du hinweggehen, wie wenn es nicht wäre. Dein Herz muß immer wieder heraufkommen, wenn noch so vieles zusammenfällt; wenn es selbst vorkäme, daß Verbrechen und Sünden begangen werden, so sollst du Sühne leisten, und mehr kannst du nicht tun.

Dieses Jahr fängt die Kirche an, ihre Kinder doppelt zum Bußeifer zu ermahnen. Und damit ihr Ersatz habt für das, was ihr Mir zuliebe nicht tun dürft, so macht es so: Von nächstem Sonntag an haltet eure Bittgänge in der Stadt und geht von einer Kirche zur anderen und besucht jeden Tag die vier vorgeschriebenen Kirchen und geht womöglich zusammen, und wer will, soll sich anschließen. Wo es tunlich ist in der Kirche, daß nicht viele Leute da sind, da betet laut, auf der Straße aber still. Auf der Straße sollt ihr strenges Stillschweigen beobachten. Von jetzt an soll das Stillschweigen der Ersatz sein für all den Spott und Hohn, den ihr eingeerntet hättet auf den Wallfahrten, so daß ihr von jetzt an auf der Straße nichts redet, mag es sein, was es will, und wenn es noch so notwendig scheint. Ihr sollt innerlich mit Mir reden.

So macht es, bis das Jubeljahr verflossen ist. Und damit ihr es nicht vergesset, will Ich euch daran erinnern, und jedes von euch soll sich auf einen Zettel schreiben und in ein Säckchen einnähen und umhängen und bei Gelegenheit die Hand aufs Herz halten, um euch daran zu erinnern: ‚Das Stillschweigen.‘

Das sollt ihr Mir zur Buße aufopfern, und das will Ich euch anrechnen, als ob ihr alle Woche ein paar Mal barfuß gegangen wäret. Dasselbe verlange Ich von N. und all den Liebesbundmitgliedern und den einzelnen Personen, die sich mit euch befreundeten. Alle sollen das ganze Jahr die Bußgänge machen in tiefer gesammelter Andacht. Und wenn ihr den Ablaß für euch gewonnen, so fangt von vorn an für die Anliegen der heiligen Kirche und die Armen Seelen. So macht es das ganze Jahr.

Auf den Liebesbund setze Ich die Erneuerung der Menschheit. Deswegen gebe Ich euch immer wieder Neues an und werde Ich euch immer wieder sagen, wie ihr es machen müßt, denn die Menschheit ist nicht anders zur Umkehr zu bringen als dadurch, daß es Leute gibt, die den Anfang machen. Deshalb sollt ihr die Gänge zusammen machen mit tiefem Ernst und gesammeltem Gemüt von einer Kirche in die andere. Für den, der sich anschließen will, ist es ein Opfer, weil ihr verspottet und gehöhnt werdet; das kann die Kirche nicht verbieten. Wo andere nicht gestört werden, könnt ihr laut beten, sonst jedes für sich. N. soll auch in N. recht arbeiten, daß die Mitglieder es weitersagen und viele anspornen; ebenso die Liebesbundmitglieder in E. und N.“

Barbara: „Ja Herr, gerade wenn Du mir solche Sachen aufgibst, schickst Du das Entgegengesetzte, und ich weiß nicht, ob es recht war, was Du angegeben hast.“

Jesus: „Weißt du nicht, daß ihr im wahrsten Sinne des Wortes berghohe Hindernisse übersteigen müßt? Mit dieser Dornenkrone, die ihr sonst auf euren Wallfahrten getragen, sollt ihr dieses Jahr euren Mund umzäunen durch die Abtötung und die Verschwiegenheit.“

413 Herz-Jesu-Freitag im März 1901

„Wie die Christen, die mit knapper Not in den Himmel kommen, bekommt sie den letzten Lohn der gewöhnlichen Christen.“

Barbara bat die liebe Mutter Gottes für ihre Schwägerin, die zu ihren Verwandten reisen mußte, um eine glückliche Reise.

Maria: „Sei unbesorgt, Ich will dafür sorgen, daß sie wohlbehalten zurückkommt.“

Als Barbara am Ende des Rosenkranzes, den sie zum Dank betete, sich zerstreut fand, sagte sie:

Barbara: „O wie war mein Gebet doch so armselig. O liebe Mutter, ersetze mir alles.“

Da wurde Barbara von einem Lichtstrahl überschüttet, so daß sie ganz darin eingehüllt war, woraus sie erkannte, daß sie erhört sei.

In der Nacht vor Herz-Jesu-Freitag im März 1901 mußte Barbara vieles leiden. Es war ihr, als seien ihr die Arme abgesägt. Sie sagte zum Herrn:

Barbara: „Ich sehe und glaube, daß Du es bist, Du willst von mir gelitten haben. Komm nur, ich will gern leiden, wenn es auch niemand glaubt, daß Du es bist.“

Jesus klagte: „Ja, traut ihr Mir nur und glaubt, daß Ich es bin, und gebt auf all das Gerede nichts. Es wird einen großen Abfall geben. Denn es ist jetzt die Zeit, welche Ich dir gezeigt habe, wo alles vom Unglauben mit fortgerissen wird. Es wäre Mir sehr wohlgefällig, wenn ihr auch eure Wallfahrten macht wie voriges Jahr, in armer Kleidung, das können sie euch nicht verbieten.

Es ist Mir sehr leid, daß es mit N. so abwärts geht, daß sie um des ewigen Lebens willen nicht einmal das bißchen Leiden will, Ich sie doch so bevorzugt habe und ihr das große Vermögen gegeben. Wenn sie so fortfährt, kommt sie auch in den Himmel; aber so wie die Christen, die mit knapper Not in den Himmel kommen, bekommt sie den letzten Lohn der gewöhnlichen Christen. Es ist ein großer Unterschied zwischen denjenigen, die sich angeschlossen, und denen, die wieder abgefallen. Sie wird es die ganze Ewigkeit bereuen, wenn sie die Liebesbundmitglieder sieht in so großer Herrlichkeit.“

414 Am 4. März 1901

„Durch den Wucher der Menschen sind die Gaben nicht rein, wie Ich sie wachsen lasse, sondern vermischt. Durch das Bebauen der Felder ist schon das Gift in die Pflanze hineingelegt.“

Jesus: „Was bereitet Mir das für eine Freude, euch so oft vor Mir zu sehen. Ich sehne Mich nach der Zeit, wo wieder eine Seele kommt, die Mich wahrhaft liebt. Ich bin leicht zufriedenzustellen, weil Ich nur auf den guten Willen sehe. Sage nur deinen zwei Freundinnen, daß ihr alle drei den Ablaß vollkommen gewinnt, weil ihr euch Mühe gebt, und alle diejenigen, die mit gutem Willen sich Mühe geben, die werden ihn gewinnen. Sie sollen keine Angst haben, daß Ich ihnen nicht mit Meiner Gnade zuvorkomme, daß sie ihn auch wirklich gewinnen und Ich alles ersetze.^

Was tut es Mir so leid um N. und was ist es für ein Schaden, daß die Priester so entgegen sind. Werdet nicht irre, wenn ihr seht, wie schwach sie sind, weil sie Menschen sind wie ihr auch. Ich kann ihnen nichts belohnen, als was sie Gutes tun. Ihre Würde kann Ich ihnen nicht belohnen; wenn sie ihren Stand nur geschäftsmäßig betreiben, sind sie den gewöhnlichen Christen gleichgestellt. Nur wenn sie sich bemühen, Mich zu lieben und Mir zu dienen, kann Ich sie belohnen.

Stört euch nicht daran. Folget ihnen, wenn sie euch etwas verbieten, und bedenket, daß sie armselige Menschen sind. Ihr aber sollt euch bestreben, Mir mehr Freude zu machen. Der Priester ist Mir nur insoweit wohlgefällig, als er sich bemüht, Mir Freude zu machen. Gehe hin und sage N., wie er sich so seinen Launen überlassen mag und so mutlos ist um so geringfügiger Dinge willen. Er soll sich aufraffen und aus seinem Kleinmut herausgehen. Das sind lauter Strafen dafür, daß er sich dem Geist so widersetzt. Er müßte wie kein anderer wissen und überzeugt sein, daß Gottes Geist durch dich spricht, und doch ist er so wankelmütig wie Pilatus. Er soll sich aufraffen, den Kleinmut ablegen und wissen, daß Ich durch dich ihm das sagen lasse.

Sage auch Lieschen, es gefiele Mir nicht, daß sie sich so mit Gewalt aufreibt. Sie soll bedenken, daß ihr nicht im Mittelalter steht. Die Menschen dort haben nebst dem guten Willen und der Kraft, die sie aufgeboten, doch in sich den Gehalt gehabt, um zusetzen zu können. Aber jetzt ist die Menschheit schwächer. Man soll bedenken, daß alles, was die Menschheit genießt, mit Gift vermischt ist. Durch den Wucher der Menschen sind die Gaben nicht rein, wie Ich sie wachsen lasse, sondern vermischt. Durch das Bebauen der Felder ist schon das Gift in die Pflanze hineingelegt.

Deswegen handelt die Kirche weise, weil sie die strengen Fasten nicht mehr so auferlegt. Der Mensch kann das nicht ertragen, und Ich will es nicht haben, daß Lieschen sich vor der Zeit aufreibt; denn Ich brauche sie noch. Sie soll Mir in Meiner Kirche noch bauen helfen. Meine Kirche ist ganz zerfallen; sie muß wieder aufgebaut werden. Sage es ihr heute abend noch; denn bis der Freitag herbeikommt, reibt sie sich wieder auf. Ich will das nicht. Sie soll ihre Körperkräfte erhalten, damit sie niemand zur Last fällt.

Sage Luise, sie soll hingehen zu N. Sie hat mehr Mut und kann es ihm besser beibringen. So wankelmütig wie N., so ist die ganze Menschheit. Bedenket, in welch trauriger Lage Ich bin im Tabernakel. Ich bin doch da, um euch zu trösten und damit ihr nicht verlassen seid. Wie ihr untereinander wohnt, so wohne Ich unter euch, und Ich nehme teil an allem Geschick der Menschheit. Nun bedenkt doch, wie traurig es für Mich ist, daß so wenig Menschen noch glauben, und daran ist das ganze Heil geknüpft, daß sie an Mich glauben. Denn der Vater hat die Welt nur erschaffen zu Meiner Ehre und Verherrlichung, um Mir Freude zu machen, wie von Ewigkeit her der Plan gefaßt war, daß jeder der drei Göttlichen Personen eine besondere Verherrlichung zukommen soll.

Diese sichtbare Schöpfung war Mir zugemessen, und jetzt sind so wenig Menschen, die Mir die Ehre geben und an Mich glauben. Darum freue Ich Mich sehr, wenn eine Seele kommt, Mich zu trösten, und das tut ihr. Ihr sollt nicht irre werden, wenn viele abfallen; denn die Menschen ändern ihre Gesinnung dreimal in einer Stunde. Eben noch fassen sie gute Vorsätze, dann lassen sie sie wieder fallen, und wenn jemand kommt und ihnen eine Neuigkeit bringt, ist das ganze über den Haufen geworfen. Deswegen sollen die Liebesbundmitglieder bedenken, was es für eine Gnade und ein Glück ist, daß sie so glauben können, weil sie durch Meine Worte immer wieder neu aufgefrischt werden. Was gebe Ich Mir nicht für eine Mühe. Wie Ich euch kleinmütig sehe, werde Ich euch Trost zusprechen. Das könnte Ich aber nicht, wenn ihr nicht mit lebendigem Glauben an Mir hinget. Und nur diejenigen können Mich trösten, von denen Ich weiß, daß sie sich alle Mühe geben, Mir zu gefallen, und das tut ihr.“

Ehe Jesus die Rede begann, hatte Barbara den Kreuzweg gebetet und kniete in der Anbetung vor dem Tabernakel, um das Ablaßgebet zu beten. Da rief ihr Jesus zu:

Jesus: „Meine Tochter, bleibe da, Ich will etwas mit dir reden.“

Barbara: „Rede, Herr, Deine Dienerin hört! Was verlangst Du denn? Gelt, Du willst mir einen Verweis geben, weil ich so viele Fehler habe und so hängen bleibe an Kleinigkeiten?“

Jesus: „Stehe auf und gehe in den Stuhl, damit du nicht auffällig wirst.“

Unter der Rede, als ihr Körper sich unbemerkt zur linken Seite beugte, sagte der Herr:

Jesus: „Raffe dich auf, damit du kein Aufsehen machst. Ich habe dich erwählt, daß du dich von Meiner Gnade ziehen lässest. Du bist nicht verpflichtet, so für die Familie zu sorgen. Ich habe dich an Mich gezogen, damit du Mich tröstest; um das Übrige habe keine Angst, Ich werde für dich sorgen!“

415 Brief an das Bischöfliche Ordinariat

„Daß er zittern soll um seine Krone, falls er nicht dafür sorgt, daß die katholische Kirche gleiche Rechte mit der protestantischen genieße.“

Am 7. März 1901

An das Bischöfliche Ordinariat!

Gestern abend hörte ich in unserer Wirtschaft, wie ein Protestant sich rühmte, daß ihre Geistlichen jetzt Licht brächten in die seither verdummte Menschheit. Er kennzeichnete die Broschüre, die ein lutherischer Pastor herausgibt und in Mainz mehr, als man weiß, gelesen wird, für sehr zeitgemäß usw. Und weil doch ein Katholik es wagte, seinen Unwillen zu äußern, kam es bereits zum Streit. An dem Tisch, wo der Protestant das Wort führte, saßen auch Katholiken, aber keiner getraute sich ein Wort zu widersprechen, ein Mann ausgenommen. Am anderen Tisch saßen aber lauter Katholiken, wovon der eine sogar einen Bruder hat, der Theologie studiert. Und gerade von jenem Tisch her rief eine Stimme: „Haltet nur recht zu den Pfaffen.“ Im öffentlichen Leben zeigt es sich recht deutlich, wie klein die Zahl der wahren Katholiken ist.

Da nun immer mehr in Erfüllung geht, was der Herr bereits ein ganzes Jahrzehnt vorausgesagt und in den letzten Jahren aufgeschrieben wurde, so drängt es mich immer wieder, meine Herren Vorgesetzten, auf Bitten des Herrn aufmerksam zu machen. Ich habe es schon in einem Brief bemerkt, daß mir in der Neujahrsnacht 1901 gezeigt wurde, wie die ganze Welt in einen großen Kriegsschauplatz umgewandelt war, und zwischen Himmel und Erde zeigte sich die liebe Mutter Gottes, wie Sie ein Kind unter Ihrem Mantel verbarg. Über Ihrem Haupte sah ich den heiligen Erzengel Michael mit einem gezückten Schwert.

Damals wurde mir gesagt, dies Kind sei die katholische Kirche. Der Kriegsschauplatz bedeute den großen Kampf, den die Kirche zu führen habe gegen die Macht der Hölle, mit der sich alle Mächtigen der Erde verbunden haben; denn die Mächtigen der Erde lassen sie hilflos und verlassen, auch die, die sich noch katholisch nennen. Das kleine Kind bedeute die winzig kleine Schar der wahren Katholiken. An diese kleine Schar aber wendet Sich der Herr mit der Bitte, zusammenzustehen zu einem Bund. Diese kleine Schar aber sind die Priester, die Ordensleute und die am allermeisten in Gefahr lebenden verborgenen Seelen, die unter den Weltleuten leben müssen. Vor allem wende ich mich an Sie, hochwürdigster Herr Bischof. Schon ehe Sie vor der Öffentlichkeit als Bischof erklärt waren, zeigte mir der Herr, wie Seine heilige Mutter Sie an der Hand führte. Ein Zeichen, daß Sie auf ihre mächtige Hilfe rechnen sollen in all den Schwierigkeiten, die mit der Bischofswürde Ihnen auf die Schulter gelegt wurden. Zürnen Sie mir nicht, wenn ich Sie belästige.

Der Schmerz, daß jetzt keine Täuschung der Sinne mehr vorzuschützen ist, und daß alles nur zu sehr auf Wahrheit beruht, gibt mir Kraft und Mut, einzustehen für die Rechte meines gebenedeiten Herrn. Wie glücklich bin ich, daß ich mir sagen kann: Für deinen Glauben ließest du dich als verrückte Person erklären. Dieses war für mich sehr heilsam; denn Demütigungen sind gut für den Menschen.

Aber die zweite Frage ist, ob dem lieben Gott dadurch auch die Ehre gegeben wird, die Ihm gegeben werden soll bei Veranlassungen, wo Er Sich auf besondere Weise und in irgendeiner Sache kundgibt. Daß es bei mir kein selbstgemachter oder eingebildeter Zustand war, das müssen diejenigen bezeugen, die dabei zugegen waren. Wenn es nun aber eine Krankheit war, warum hörte sie auf von dem Tag an, wo mir die geheimnisvolle Stimme dies gesagt hatte. Wohl sagte mein hochwürdiger Herr Beichtvater damals zu einer Klosterfrau, die eben diese Frage an ihn gestellt hatte: „Ja, da kann man es immer noch für ganz natürlich erklären; denn die kann sich jetzt von diesem Gedanken losgemacht haben, und da hört das Leiden von selbst auf.“

Nun bitte ich aber auch, meine Herren Vorgesetzten, Geduld zu haben mit den armen Menschen, die nicht mehr glauben können, weil sie nur das glauben wollen, was ihr Ameisenverstand begreift. Nicht für meine Ehre rede ich, und darum bitte ich Sie, ich rede, wie vor mir andere geredet haben. Vor zwei Jahren wurde ich nach Würzburg zur Einkleidung einer Nonne bei den K. gerufen. Die dortige Oberin hatte von einer Klosterfrau gehört, der ich in Rat und Tat beistand, daß sie in diesen Orden kam von dem innigen Verkehr des lieben Heilandes mit meiner sündigen Seele, und schloß einen freundschaftlichen Verkehr Briefwechsel mit uns.

Eine der Nonnen hatte sehr reiche Geschwister, die aber sehr an der Welt hingen. Obwohl alle vier unverheiratet, prallten all ihre Bitten und Vorstellungen ab. Und sie ließ den Herrn inständig bitten, Er möge doch den Sinn ihrer Verwandten ändern. Und wirklich kam bald darauf ein Brief, daß sie sich entschlossen hätten, eine Klosterstiftung zu machen. (Diese wird aber wahrscheinlich jetzt unterblieben sein.) Und der Beichtvater selbst sagte, der Eifer der Nonnen sei außerordentlich gewachsen, seitdem wir uns gegenseitig so ermunterten. Diese teilten es anderen Klosterfrauen mit, und überall wurde der Eifer geweckt und man wetteiferte für Gottes Ehre. Aber was die Kirche tut, ist von Gott gewollt, und ich vertraue darauf, daß Seine Ehre auf andere Weise ersetzt werde. Hier in Mainz hatten sich eine kleine Zahl reicher Damen verabredet, eine Stiftung zu machen für Priester, daß Arme unentgeltlich studieren könnten, und jedes Jahr wollten sie von ihrem Überfluß einen schönen Beitrag zum Bau des K.-Klosters geben. Als sich nun das Gerücht verbreitet hatte, daß alles nur das Resultat einer hysterischen Krankheit sei, zogen sie alle die Schilde ein und denken: Ich behalte mein Geld und mach es wie andere auch.

Dies ist es, was mich schmerzt. Gottes Ehre, wo bleibt sie? Was tun unsere Feinde? Wie stehen diese zusammen. Aber glauben wir fest, es geht auf keinem anderen Weg zum Sieg über unsere Feinde als nur auf dem Weg der Demütigungen und Leiden. Unsere Feinde stehen in Verbindung mit den Gewaltigen, und unsere Katholiken sind Feiglinge geworden. Wir haben keinen anderen Ausweg mehr, als uns vor Gott recht zu demütigen, daß das Licht des Glaubens nicht ganz hinweggenommen wird in Deutschland. Heute früh teilte mir der Herr mit, Ihnen zu sagen, Sie sollten sich unverzüglich an den deutschen Kaiser wenden und ihm unumwunden sagen, daß er zittern soll um seine Krone, falls er nicht dafür sorgt, daß die katholische Kirche gleiche Rechte mit der protestantischen genieße.

Ja, ja, hochwürdigster Herr Bischof und alle meine Herren Vorgesetzten, so wahr Jesus Christus bei uns gegenwärtig ist im Heiligsten Sakrament und lebt und Sich mir armen Sünderin geoffenbart hat, so wahr wird Er einstehen für uns, wenn der rechte Zeitpunkt gekommen ist. Gebt uns nur eifrige Priester, demütige Diener Gottes, die wie ein heiliger Paulus vor dem Hohen Rat zu reden sich getrauen.

Fürchten wir nichts. Gott ist bei uns.

Hochachtungsvoll!

gez. Barbara Weigand

416 Am 8. März 1901

Der Sünder, der sich vor einigen Wochen bekehrte, starb heute morgen. Er hatte wiederholt die heiligen Sakramente empfangen. Als morgens, den 7. März, der Tod nahe schien, rief seine Frau Lieschen und Barbara, und diese beteten an seinem Bett bis drei Uhr. Daß die Seele die Kraft des Gebetes fühlte, konnte man daraus merken, daß er, solange als Barbara laut betete, fast nicht röchelte, sondern sich ganz still verhielt. Als Barbara den Rosenkranz betete, sah sie, wie die liebe Mutter Gottes mit einigen Engeln kam. Es waren die verstorbenen Kinder des Mannes, die ihn abholten. Anderen morgens, acht Uhr, bekam er noch einmal seinen Verstand, lächelte sanft und verschied im Herrn.

417 Am 9. März 1901

„Wer Gott liebt und Ihm dient, der braucht nicht viel.“

Nach der heiligen Kommunion sagte der Herr:

Jesus: „Ihr sollt euch fest zusammenschließen und nichts unterlassen, was Ich im Jubeljahr von euch verlange, wenn ihr auch in der Hausordnung zurückbleibt, wie die Leute immer vorschützen, daß sie diese halten müßten. Ihr braucht nicht zu denken, daß Mir das mißfällt. In dem Haus, wo Ich wohnte, wurde kein Boden gescheuert; denn man hätte ihn forttragen müssen, weil wir keinen hatten. Wir haben auch keine Fenster geputzt, weil wir keine hatten. Um Luft und Licht hineinzubringen, war nur ein Loch hineingehauen. In einer so armen Hütte haben wir leben wollen. Ich und Meine heilige Mutter haben die Zeit nicht in solchem Getändel verbracht. Sage es deinen zwei Freundinnen: Wer Gott liebt und Ihm dient, der braucht nicht viel. Das ist alles weltlich und vergänglich. Laßt euch nur ja nicht abhalten.“

Eine Frau kam zu Barbara und sagte: „Ist es denn wirklich wahr, daß dieser Sünder sich bekehrt hat. Ich glaube es nicht eher, bis ich es von Ihnen gehört; denn man sagt, sie seien dabei gewesen. Denn ich war lange Zeit im Dienst bei ihm. Das war ein schrecklicher Mensch und Katholikenhasser. Als ich einst bei Tisch beten wollte, sagte er: ,Packen Sie sich hinaus, das leide ich nicht.’ Er konnte nur schimpfen und lästern. Seit mehr als dreißig Jahren hat er keine Sakramente empfangen.“

418 Am 10. März 1901

Alle drei verrichteten ihre Osterbeichte. Barbara wurden nach der heiligen Kommunion alle drei gezeigt in goldgelbem schimmerndem Kleid.

Jesus: „Das Gold bedeutet die Treue. Das ist das Sinnbild der Treue, womit ihr Mir dient.“

Auch wurde ihr Mariechen gezeigt in schneeweißem Kleid und Anna und Settchen.

419 Requiem des Verstorbenen am 11. März 1901

„Wahr ist alles, was ihr euch vorstellt vom Fegefeuer und noch viel wahrer und wirklicher, als wie ihr es euch denkt.“

Nach der heiligen Wandlung erschien der Verstorbene Barbara. Er steckte in einer Grube und sagte: „Sage es meiner Frau, daß ich zwar gerettet bin und eine große Seligkeit meiner wartet, aber jetzt noch furchtbare Peinen zu erdulden habe. Ich leide entsetzlich an all meinen Sinnen. Wegen der Sorglosigkeit um mein Seelenheil und meinen Leichtsinn muß ich jetzt die schrecklichsten Beängstigungen leiden. Bitte meine Frau, daß sie mir doch zu Hilfe komme. Es ist nur zu wahr, was euch euer Glaube vorstellt, und man braucht nicht zu sagen, das, was der Seele im Geist vorkommt, seien Phantasien, Einbildungen. Auch bei weltlichen Dingen, wenn man sich dieselben veranschaulichen will, muß man die Phantasie zu Hilfe nehmen. Ohne diese kann man sich nichts vorstellen.

Wenn ihr euch Jesus Christus vorstellen wollt, so kann dies nur geschehen durch die Phantasie, aber das Original, die Wirklichkeit, steht doch hintendran. Wenn ihr euch das Leben der Heiligen vorstellt, so müßt ihr die Phantasie zu Hilfe nehmen, daß ihr euch sagen könnt: So und so kann es gewesen sein. Ebenso wahr ist alles, was ihr euch vorstellt vom Fegefeuer und noch viel wahrer und wirklicher, als wie ihr es euch denkt.

O wenn ich jetzt noch mal zurück könnte, wie wollte ich die Zeit benutzen. Wenn die Katholiken so entschieden einstünden für ihre Rechte wie ihr drei, die Andersgläubigen könnten nichts machen. Wie ist es zu bedauern, daß sie alles Gute so unterdrücken und nicht zusammenstehen. Meine Frau soll gerade das Gegenteil tun von dem, was ich getan habe. Wie wünschte ich, noch einmal zurückzukommen, und was würde ich alles anders machen. O wenn sie es doch nur alle wüßten. Die Grube will ich noch gern aushalten. Aber die Qualen in meinen Seelenkräften und besonders in meinem Verstand peinigen mich am meisten, weil ich ihn mißbraucht und Gott nicht damit bekannt habe.

Von der Zeit an, wo meine Frau mit euch eine Wallfahrt machte, als ihr barfuß ginget, hat Gott in mir die Bekehrung angefangen wegen der großen Verdemütigung, die sie auf sich nahm, weil Schmach, Spott und Hohn am meisten bei Gott einträgt.“

420 Am 17. März 1901

Barbara: Als ich bei meiner kranken Schwester in Rück war, zeigte mir der Herr nach der heiligen Kommunion eine verstorbene Frau, die in ihrem Leben sozusagen verhungern mußte. Sie war zweiundachtzig Jahre alt, sehr arm, und ihr Sohn und dessen Frau ließen nicht zu, daß ihr andere Leute etwas brachten. So starb sie im höchsten Elend. Die Frau befindet sich im Chor der Cherubim. Sie hatte ein Kleid an ähnlich wie jenes, mit dem mich die zwei Engel bekleideten, als ich im Elisabethenhaus weilte. Es sollte ihren demütigen, verborgenen Lebensgang versinnbilden. Aber weil sie nicht nur ihre große Armut, sondern auch alle Mißhandlungen ihrer Umgebung mit Geduld ertrug, und doch immer Gott treu ergeben litt und starb, wurde sie so hoch erhoben, denn kostbar ist in den Augen Gottes die verachtete und verkannte Armut.

Es wurde mir mitgeteilt, daß, wenn die Menschen wüßten, wie sie im Himmel belohnt werden, sie wetteifern würden um ein armes, verachtetes Leben.

421 Freitag am 22. März 1901

„So habe Sie die sieben Sakramente mitverdienen müssen durch Ihre sieben Schmerzen.“

Barbara: Bei der heiligen Wandlung sah ich die liebe Mutter Gottes mit sieben Schwertern in der Brust, und es wurde mir gesagt, diese sieben Schwerter hätten Ihr die Christen unserer Tage ins Herz gestoßen; denn Sie sei Miterlöserin der Menschheit, weil aus Ihr der Erlöser Sein heiliges Fleisch und Blut angenommen habe. Durch die sieben Schmerzen, die Sie um des Erlösers willen habe erdulden müssen, seien der Menschheit sieben Quellen geöffnet worden zu ihrem Heil. Es seien dies die sieben heiligen Sakramente.

Die Taufe habe Sie mitverdient, als Sie Ihr göttliches Kind in den Tempel trug und Es losgekauft habe durch ein paar Täublein; so sei der Mensch nach der Taufe losgekauft von Satan. Durch die Flucht nach Ägypten habe Sie das Sakrament der Buße mitverdient. Der himmlische Vater habe, um Ihr göttliches Kind zu retten, Ihr kein anderes Mittel angegeben als die Flucht, weil Sie das Sakrament der Buße habe mitverdienen müssen, weil die Menschen die Gelegenheit zur Sünde nicht fliehen. Und so habe Sie die sieben Sakramente mitverdienen müssen durch Ihre sieben Schmerzen. Aber noch nie seien von den Christen diese sieben Gnadenquellen so mißachtet gewesen wie in unseren Tagen. Deswegen verlange Sie, daß wir Ihrer sieben Schmerzen recht eingedenk seien. (siehe auch Nr. 426)

422 Mariä Verkündigung am 25. März 1901

„Denn Ich will, daß die Mitglieder des Liebesbundes eines dem anderen helfen.“

Barbara: Als ich am Fest Mariä Verkündigung in großen Ängsten war wegen meiner Verwandten und nicht wußte, ob es besser sei, in Rück bei meiner kranken Schwester zu bleiben oder nach Mainz zurückzukehren, sagte mir der Herr nach der heiligen Kommunion:

Jesus: „Gehe ohne Zögern nach Mainz zurück. In einigen Wochen wird deine Schwester ihre Hausarbeit wieder verrichten. Du hast einen anderen Beruf, den niemand ersetzen kann. Du aber wirst hier ersetzt werden; denn Ich will, daß die Mitglieder des Liebesbundes eines dem anderen helfen, wie ihr dies in Mainz auch tut. Fürchte nicht, was deine Nichte nicht leisten kann, wird die gute Therese ersetzen. Ich habe ihren Fehler längst verziehen und mit Wohlgefallen blicke Ich auf ihre Seele, weil sie ihren Fehler schon mit so heißen Zähren beweint hat. Sie wird tausend anderen vorgehen, die sich einbilden besser zu sein, weil ihre Fehler noch verborgen sind vor der Welt, aber dieselben Sünden begingen. Sie soll Mich lieben, und Ich will sie zur Seligkeit einer heiligen Margaretha von Cortona dereinst erheben. Ich will Meinen Segen über sie ausgießen und mit den Flügeln Meiner göttlichen Liebe sie bedecken, so daß sie inmitten der Trübsale, die Ich auf ihren Lebensweg streue, doch den Frieden des Herzens nicht verliere.“

423 Am 31. März 1901

Nach der heiligen Kommunion sagte der Herr:

Jesus: „Die Frauen sollen sich an den Kaiser wenden und sich solche Verbrechen, worauf doch im Strafgesetzbuch die größten Strafen gelegt sind, nicht vorwerfen lassen. Sage auch der kranken Schwester von N. einen herzlichen Gruß und sie möge nicht irre werden, wenn sie jetzt nicht mehr wie früher alles so tun kann; denn Ich habe sie wie deine Schwester in Rück als Ehrenmitglied in Meine Leibgarde aufgenommen, aber deshalb kann Ich ihr das Leiden nicht ersparen. Das Leiden ersetzt alles.“

424 Am 2. April 1901

Als Barbara der heiligen Messe von N. beiwohnte, sah sie das göttliche Herz Jesu gleich einer Sonne, aus der ein großer Strahl ausging in das Herz von N. und durch ihn hindurch lief und Sich verteilte in drei Strahlen, die auf uns losgingen und von uns wieder zurück in das göttliche Herz Jesu. Das versinnbildete die Vereinigung unserer Herzen.

425 Am 3. April 1901

„Durch das, was Ich durch dich gesprochen, wollte Ich mehr eine Vorbereitung auf das Kommende als dessen Abwendung bezwecken.“

Barbara, die zurückgekehrt war nach Mainz, wollte aus Mitleid mit ihrer kranken Schwester gleich wieder nach Rück fahren, deshalb sagte der Herr:

Jesus: „Du meinst, du müssest alles verlassen, um dort in Rück bei deiner kranken Schwester aushelfen zu können. Ich will aber, daß du diesen Gedanken fallen lassen sollst.“

Der Herr zog mich so in Sich hinein und beglückte mich so wie an den Freitagsstunden ehedem.

Jesus: „Ich habe dich hierhergeführt, nicht daß du wieder fortgehen sollst. Du bist Mein auserwähltes Werkzeug, wodurch Ich vielen anderen, von Zeit zu Zeit, ein Wort des Trostes zukommen lassen will. Du hättest erkennen müssen in Rück, wie wenig Ich in dir dort wirken konnte, weil Ich auf die Verhältnisse des Menschen Rücksicht nehmen muß und ihm die Existenz so zurechtlegen muß, daß Ich in ihm wirken kann. Dies hat David schon erkannt und deshalb zu Mir gefleht: ‚Bewahre mich vor allzugroßem Reichtum, aber auch vor allzugroßer Armut.‘ Obwohl Ich beides gebe und es auch dem Menschen belohne nach der Art und Weise, wie er es getragen hat, kann Ich doch mit einem armen Menschen nicht so verkehren und nicht von ihm verlangen, daß er Mir die Zeit opfert, obwohl Ich ihn gerade so belohne wie dich, wenn Ich auch Meine Geheimnisse dir jetzt erschließe und in dir wirke für die anderen.

Das ist deshalb nicht dein Verdienst, sondern Meine Liebe. Deswegen kann Ich andere arme Menschen, die ihr ganzes Leben mit vielen Bedürfnissen zu kämpfen hatten und Ich deshalb nicht mit ihnen verkehren konnte, wenn sie nur ihren Glauben bewahrt und Mir zuliebe ausgehalten, gerade so belohnen wie dich. Weil dem so ist, so will Ich nicht haben, daß du ganz für deine Familie einstehen und sie herausreißen willst; denn du sollst Vertrauen haben und sollst das alles Mir überlassen. Du sollst dich immer und immer wieder mit dem beschäftigen, was Ich in dir gewirkt.

Ich habe die Welt nur vorbereiten wollen auf das, was kommt. Von Zeit zu Zeit sollst du immer und immer wieder vor den Bischof und das Bischöfliche Ordinariat hintreten und ihnen vorhalten, was Ich dir sage. Denn er steht jetzt ratlos vor all den Dingen, die ihr jetzt vor Augen seht. Vieles wäre zwar zu verhindern gewesen, aber nicht alles. Durch das, was Ich durch dich gesprochen, wollte Ich mehr eine Vorbereitung auf das Kommende als dessen Abwendung bezwecken.

Wenn die paar Guten, an welche die Worte ergangen sind, auch alles in sich aufgenommen und es ausgeführt hätten, so wäre doch nicht alles zu verhüten gewesen, weil die Welt gestraft werden muß, weil die gottlose Welt wieder einmal Meine Kirche anerkennen muß und soll. Aber das wäre zu bewirken gewesen, daß die guten und treuen Katholiken im Glauben jetzt tiefer begründet wären, wenn die Bischöfe und Priester alles, was Ich das ganze Jahrzehnt gesprochen, mit gutwilligem Herzen in sich aufgenommen hätten. Deshalb ist die Verbreitung der Schmähschriften die größte Strafe für die Kirche und Ich mußte sie so züchtigen, weil sie angefangen haben, den tieflebendigen Glauben durch Wort und Schrift und in der Tat zu untergraben. Der tieflebendige Glaube wäre, daß die Kirche unbedingt an Wunder glauben müßte, alle Glieder der katholischen Kirche. Und je mehr sie von diesem Glauben abkommen, von dem Glauben an ein geheimnisvolles, mystisches Leben, desto mehr ist der Grundpfeiler erschüttert und gerät ins Wanken, je mehr an dem mystischen Leben gerüttelt und geschüttelt wird; denn die ganze Lehre der katholischen Kirche beruht auf diesem Grundpfeiler.

Als Ich den ersten Keim zur Stiftung Meiner Kirche legen wollte, habe Ich mit einem Wunder angefangen auf der Hochzeit zu Kana. Als Ich angefangen habe, die Blicke der Menschen auf Mich zu ziehen, da habe Ich nur anfangen wollen, den Grundpfeiler zu Meiner Kirche zu legen. Dort auf der Hochzeit zu Kana habe Ich durch das erste Wunder den Grundstein gelegt zu Meiner Kirche, und bekräftigt habe Ich die Stiftung Meiner Kirche durch das große Wunder Meiner Auferstehung. Dort war erst der Schluß des mystischen, geheimnisvollen Lebens Meiner Kirche. Und weil man in dem letzten Jahrzehnt an dem mystischen Leben der einzelnen Glieder der Kirche auf der Kanzel und im Beichtstuhl, durch Schrift und in der Tat gerüttelt hat, indem man sie mit Verachtung und Zurücksetzung behandelt, deswegen stehen jetzt die Oberhäupter, die Leiter der Kirche, vor einem Rätsel und wissen sich kaum mehr zu helfen. Aber Ich kann ihnen nur sagen, das einzige Rettungsmittel ist, daß sie jetzt die Schriften in die Hand nehmen und das befolgen, was Ich darin niedergelegt, und die Schriften verbreiten und in sich selbst ein tieflebendiges Glaubensleben beginnen, daß sie all den Spott und Hohn über sich ergehen lassen, gerade so wie er ja doch über sie ergeht.

Anders wird es nicht, wie es jetzt ist, denn mehr könnten sie nicht spotten, aber sie haben dann den Vorteil, daß sie ohne Furcht und Scheu all den Dingen entgegensehen, die über sie kommen; denn es werden die Guten mit den Bösen mitgestraft werden, aber mit dem großen Unterschied, daß die treuen Seelen nur mit Freude den Dingen ins Auge sehen können, weil es für sie nur der Beweis ist von der Göttlichkeit alles dessen, was Ich die ganze Zeit gesprochen habe.

Ihr sollt euch nicht fürchten. Steht zusammen. Durch das kleine Häuflein will Ich Meine Kirche wieder zum Siege führen. Das habe Ich schon lange vorausgesagt, und man will und kann es nicht glauben. Aber es ist so wahr wie alles das, was Ich in dem letzten Jahrzehnt gesprochen. Auf einmal wird es licht und klar, obwohl zum allgemeinen Verderben, und blickt ihr in das Ganze hinein, was Ich im letzten Jahrzehnt gesprochen.

Und darum wiederhole Ich, die Bischöfe, Priester und Leiter der Kirche sollen jetzt bedenken, wie wahr es ist, was Ich ihnen sagen ließ, indem Ich ihnen zurief: „Ihr steht auf der Warte; ihr seid die Wächter der Stadt; ihr seid berufen zu lauern, wo der Wolf eindringen will, um eure Herde zu zerfleischen, und Ich habe euch immer und immer wieder darauf aufmerksam gemacht. Aber ihr habt Meine Worte nicht beachtet. Deswegen ist jetzt der Wolf überall eingedrungen und dringt hinein bis zum letzten Dörfchen, wo noch ein Priester steht, weil das arme, gläubige Volk nur zu halten gewesen wäre durch das gläubige Priestertum, wenn der Priester selbst mit Entschiedenheit den tieflebendigen Glauben verbreitet hätte, anstatt ihn zu bekämpfen. Weil nun das Gift eingedrungen ist, ist keine andere Rettung, als wie festzustehen und zu sorgen, daß es eine Umwendung gibt. Wer tut, was Ich gesagt, ist gerettet, und wer es nicht tut, ist nicht gerettet. Es gibt nur eine Wendung, nämlich die, daß man sich umwendet und das befolgt, was Ich gesagt.

Ich habe gesagt, daß Ich nichts Übermenschliches verlange. Es ist alles den Zeitverhältnissen angepaßt. Man lese nur die Schriften und lese sie recht, und man findet, daß Ich Mich mit Meinen Forderungen ganz in die Zeitverhältnisse der lebenden Menschen hineinrichte.

Man muß das Volk wieder anleiten zum demütigen Glauben, und nicht allein anleiten, sondern auch selbst zeigen, daß man mittun will. Aber all die Großtuerei nützt nichts, alles was sie predigen und lehren, und wenn der Prediger noch so eifrig und feurig gesprochen. Das Volk hört es nur an und geht ungebessert hinaus, weil, wie Ich gesagt, alles vom Unglauben mit hineingeschwemmt ist. Und auch diejenigen, die jetzt noch feststehen, sind in Gefahr, wenn sie nicht einen tieferen Halt haben und glauben, daß Ich Mich wirklich und wahrhaft um die Menschheit kümmere und unter euch wohne, und daß Ich durch Meine Ratschläge die Menschen an Mich ziehen will. Das ist noch der einzige Halt, daß die Menschen wieder zu Kindern gemacht werden, daß sie kindlich glauben, daß Ich unter ihnen bin, damit das Kind beruhigt ist, wenn es in Gefahr ist und es hat Seinen Vater neben sich stehen. Deshalb sage Ich immer: Ein Band will Ich schlingen um die Menschheit, und wer sich daran hält, der ist gerettet!

Ihr könnt mit Augen sehen und mit Händen greifen, wie wahr es ist, daß Ich all diejenigen belohne, die treu ausharren und Meine Worte befolgen, die haben den Frieden, auch wenn sie mitten in der Trübsal stehen und sie über ihrem Haupte zusammenschlägt, wie bei dir auch jetzt. Das Gegenteil seht ihr bei denjenigen, die spottend gegenübergestanden sind. Den sichersten Beweis liefert euch N. Ich habe das so gelenkt und geleitet, daß ihr den Gegensatz seht. Er hat dem Geist widerstrebt und kann sich nicht mehr zurechtfinden. So geht es all denjenigen, die sich dem Geist widersetzt, sie sind ratlos.“

Barbara: Als N. die heilige Messe las, sah ich auf einmal Jesus in sichtbarer Gestalt über dem Kelch. Ich dachte, es müsse Wandlung sein, es dauerte aber noch ein wenig. Als der Priester die heilige Hostie aufhob, war Jesus gekleidet wie ein Priester im Meßgewand. Er hielt die Hände segnend über den Priester und sagte:

Jesus: „Ich werde dein Haupt salben mit dem Troste Meiner Salbung. Wenn alles bebend und zitternd steht ob der Dinge, die jetzt sich entfalten in der Weltgeschichte, da sollst du stehen wie ein Fels und nicht wanken. Du sollst den Trost in dir haben, daß, weil du Meinen Willen erfüllt und Mir Freude zu machen suchst, Meine Augen mit Wohlgefallen auf dir ruhen. Du sollst aber auch an deinen Brüdern arbeiten und jetzt mit Entschiedenheit und ohne Furcht bekennen, was du glaubst und was Ich dir von Anfang bis zum Ende gezeigt habe in hellem Licht. Denn weil Ich in dir ein gutes Herz gefunden, habe Ich dich erwählt, daß du die ganze Sache leiten sollst.

Für dich, Barbara, soll es das Zeichen sein, daß du dich von Mainz nicht mehr trennen sollst und soll dir der Beweis sein, daß Ich dich hier haben will. Denn wenn Ich nicht etwas Außergewöhnliches mit dir vorhätte, hätte Ich dich in deiner Familie gelassen. Ich hätte das in deiner Heimat nicht durchführen können; da wäre niemand gewesen, der die Sache gelenkt und geleitet hätte. Um das durchführen zu können, mußte Ich eine neue Grundlage legen und deine Vermögensverhältnisse und den ganzen Verlauf leiten und lenken. Auch kannst du in deiner Heimat das Leben nicht haben, das du hier hast, daß Ich in dir wirken kann. Du bist berufen, daß Ich Großes in der Welt durchführe durch dich, obwohl Ich dich so armselig lasse und Ich dir gleich alles wegnehme, nachdem die Gnade durch dich durchgeflossen und du wieder wie jeder andere Mensch bist.

Deswegen darf niemand an dir irre werden, wenn er dich so armselig findet und trotz der großen Gnaden so unentschlossen, daß du nicht weißt, was Gott von dir verlangt, weil Ich dir gleich, nachdem Ich in dir gewirkt, die große Gnade entziehe und dich in die Reihe jedes Menschen hineinstelle, damit die Menschen daran sehen, daß Gott all die Wirkungen in dir hervorbrachte. Denn wenn es Menschenwerk wäre, wäre es längst zerfallen, weil es Opfer kostet, aber in diesem Punkte handelst du wie die Kirche, von der man sagt, sie sei unfehlbar in ihrer Leitung.

So ist es in dem ganzen Werk, was Ich durch dich durchführen will. Für dich hast du nichts davon. Deswegen verschone Ich dich nicht mit Leiden und Kreuz. Ich verdenke es dir nicht, daß du helfend eingreifen willst, weil du ein gutes Herz hast und mitfühlend bist. Das ist ein Beweis von einem guten Herzen. Ich nehme es dir nicht übel, weil Ich dich kenne.“

426 Karsamstag 1901

„Deswegen verlange Ich, daß Meine Mutter von den Christen recht verehrt wird, weil Sie alle Gnaden mitverdient und heute noch die Gnaden in den Menschen zu erhalten sucht.“

Weil Barbara die Belehrung über die Mitwirkung zu den sieben heiligen Sakramenten von seiten der lieben Mutter Gottes (Nr. 421) zum Teil vergessen hatte, so bat sie wiederholt die liebe Mutter Gottes, es ihr nochmals zu sagen. Deshalb erfuhr sie noch folgendes am Karsamstag:

Die liebe Mutter Gottes wirkte mit zum Sakrament der Taufe durch die Aufopferung im Tempel; zum Sakrament der Buße durch die Flucht nach Ägypten, weil die Menschen die nächste Gelegenheit nicht fliehen wollen; zu der Firmung, als sie Ihren Sohn drei Tage mit Schmerzen gesucht und Er zu ihr sprach: ‚Wußtet ihr nicht, daß Ich in dem sein muß, was Meines Vaters ist.‘ Damit meinte Er den Tempel, aber auch Seinen Geist, denn jedes Herz ist ein Tempel Gottes. Bei dieser Gelegenheit zeigte Er zum ersten Mal Seinen Geist. In der Firmung aber wird die Seele des Menschen gestärkt und gekräftigt. Die liebe Mutter Gottes wirkte mit zum Heiligen Sakrament des Altares durch die Grablegung. Wie Jesus in das neue Grab gelegt worden ist, so will Er in unserem Herzen ruhen.

Sie wirkte mit zum Sakrament der Letzten Ölung, als Sie Jesus am Kreuze sterben sehen mußte. Wie durch Ihren Anblick die Sinne Ihres lieben Sohnes getröstet wurden, so werden in der heiligen Ölung die Sinne des Menschen gesalbt und gestärkt. Zum Sakrament der Priesterweihe wirkte die liebe Mutter Gottes mit durch die Abnahme vom Kreuz. Gleichwie Ihr göttlicher Sohn Fleisch annahm in Ihrem jungfräulichen Schoß und so der Erlöser werden konnte, um durch Wort und Beispiel die Menschen zu belehren und nach vollbrachter Erlösung wieder in Ihren Schoß gelegt worden ist, so ist der Priester aus der Menschheit herausgenommen und geweiht und gesalbt und wieder unter das Volk gestellt, um die Menschen zum Himmel zu führen. Zum Sakrament der Ehe wirkte Sie mit durch die schmerzliche Begegnung mit dem schweren Kreuz, weil vor, nach und in der Ehe so viele Sünden der Unzucht begangen werden durch die Begegnung.

Jesus: „Deswegen verlange Ich, daß Meine Mutter von den Christen recht verehrt wird, weil Sie alle Gnaden mitverdient und heute noch die Gnaden in den Menschen zu erhalten sucht. Sie arbeitet fort durch die fortwährende Ausspendung der heiligen Sakramente. Ich will, daß die Menschen das anerkennen und Meine heilige Mutter recht verehren.“

427 Am Ostersonntag 1901

„Da bin Ich in der Seele und die Seele ist mit Mir vereinigt, und das ist das größte Glück, das der Mensch haben kann.“

Jesus am Ostermorgen: „Ich habe gesiegt über Tod und Hölle, und auch ihr werdet siegen über alle eure Feinde, und Meine Kirche wird siegen, so wahr Ich heute gesiegt über all Meine Feinde!“

Barbara: Weil ich so großes Mitleid mit der lieben Mutter Gottes hatte, so freute ich mich ebenso sehr am Osterfeste, daß nun Ihre Leiden vorüber waren. In dieser Freude nun sah ich die liebe Mutter Gottes klar und majestätisch, Ihr weißes Kleid war ganz glänzend wie Kristall und Flor. Und ich wunderte mich. Auf einmal sah ich drei Lilien vor der lieben Mutter Gottes mit ihrem Kelch Ihr zugeneigt.

Maria: „Das sind eure Seelen!“

Barbara: Dann sah ich eine weit ausgedehnte Landschaft in frischem Grün prangend. So weit ich sehen konnte, sah ich nichts als Lilien hier und da, die alle mit dem Kelch gegen die liebe Mutter Gottes gerichtet sahen. Es wurde mir mitgeteilt, daß das lauter Liebesbundmitglieder seien, die sich uns angeschlossen.

Jesus: „Grüße Mir herzlich N. und die Schwestern von Luise, die Liebesbundmitglieder in E. und N. und die Lehrerinnen, die so viel wirken und in ihren Kindern so viel wirken und in ihren Kindern so viele, gute Keimchen erwecken, und alle Liebesbundmitglieder.“

Barbara: Ich fragte, was bedeutet es, daß man nichts sieht von Schmutz und Unkraut, und daß alles so schön anzusehen ist und nichts aufgesproßt ist als die Lilien?

Jesus: „Das ist das Zeichen, in welcher Beziehung diese Seelen zu Gott stehen. Alle haben nichts im Sinn, als Gott zu lieben und Ihm zu dienen. Denn wer diesen Weg gehen will, der muß die Weltfreude und was von Gott abzieht, weglassen, das Weltsuchen und das Weltgetümmel.

Du siehst rechts und links keine Dornen und keine Disteln, weil über diese Liebesbundmitglieder nichts hinauskommen kann. Die Lilie versinnbildet nicht allein die Keuschheit, sondern die Reinheit der Absicht, in allem nur Gott zu gefallen. Alle diese stützen die Kirche wie Meine Mutter in ihrem Leben. Wie Ihr ganzes Sinnen und Trachten nur für Gott war, so soll es auch bei den Liebesbundmitgliedern sein.

N. macht Mir viele Freude und auch die Geschwister von Luise. Sie alle stehen im Liebesbund so eifrig, das ist ein gemeinschaftliches Liebesband. Eure Verdienste kommen ihnen zugute und ihre euch, sowohl von N. als den Schwestern von Luise.

N. aber sage, es wäre nicht der Wille Gottes, daß er wieder nach Indien gehe. Wenn Ich ihn dort hätte haben wollen, so hätte Ich ihn nicht hierhergeführt. Er könnte doch nicht mehr viel wirken. Er solle hier in seinem Lande wirken. Ich habe ihm auch ein Kreuz gegeben, woran er sein Leben lang zu tragen hat. Wenn er das mit Geduld trägt, kann er viele Seelen retten. Ich werde für ihn sorgen.

Das Gebet der Ruhe ist eine so große Gnade, daß, wenn man die ganze Welt gewinnen kann, man sie lieber fahren lassen soll, um das Gebet der Ruhe zu erlangen. Da bin Ich in der Seele und die Seele ist mit Mir vereinigt, und das ist das größte Glück, das der Mensch haben kann.“

428 Am Ostermontag 1901

„Es ist ein furchtbarer Stolz, wenn ein frommer Mensch alles von sich abweist und sich selbständig durcharbeiten will.“

Barbara hatte an das Bischöfliche Ordinariat geschrieben. Deshalb sagte der Herr zu Barbara, die noch einiges beigefügt hatte:

Jesus: „Du hast recht von Mir geschrieben. Gehe hin und sage Meinem Diener N., er solle sich doch aufraffen, er solle doch einmal Meine Worte beachten. Tut er es nicht, dann wird er sehen, wie weit es noch mit ihm kommt. Hört er Meine Stimme nicht, dann hört er die des bösen Feindes. Es ist ein furchtbarer Stolz, wenn ein frommer Mensch alles von sich abweist und sich selbständig durcharbeiten will. Wenn er so fortmacht, kann er nicht bestehen. Er soll sich vierzehn Tage oder drei Wochen Urlaub nehmen und hingehen, wo er seiner Gesundheit nach leben kann. Sein ganzes Gemüt ist aufgerieben, sonst fehlt ihm nichts. Dann werde Ich ihm Meine Liebe eingießen und dann wird er ruhiger und kann mehr wirken bei seinen Ordensbrüdern und seinen Untergebenen und Beichtkindern, für die Menschen. Er soll es nur einmal probieren. Wenn er nicht darauf eingeht, dann lasse Ich ihm nichts mehr sagen. Das ist die letzte Gnade, daß Ich ihm heraushelfen will aus dem Zustand. Wenn er es jetzt nicht tut, dann lasse Ich ihn gehen.“

Barbara: Heute, Ostermontag, zeigte sich mir der Herr nach der heiligen Kommunion mit Gottheit und Menschheit, mit Fleisch und Blut. Ich durfte an Seinem Herzen ruhen und Seine Pulsschläge hören. Es war von einhalb sechs bis einhalb acht Uhr und doch glaubte ich, es sei nur ein Augenblick. Er drückte Sich an meine linke Seite und sagte:

Jesus: „Du sollst Meine Herzschläge fühlen. Ihr müßt Mir ersetzen, was die Welt Mir versagt, und ihr könnt es auch.“

Und unsere Herzen schlugen miteinander Schlag auf Schlag.

Barbara: „O Herr, Du wirst doch in diesen Tagen so entsetzlich beleidigt und Du scheinst so fröhlich, als ob alles das nicht wäre.“

Jesus: „Daran seid ihr schuld, Ich kann das alles ganz ruhig ertragen, weil ihr es auch Mir zuliebe ruhig ertragt, und deshalb ist es Mir, als ob Ich nichts höre. Ich schaue nur auf die Liebesbundmitglieder, die versüßen Mir allen Kummer und allen Gram.“

Barbara: „Wenn der Bischof mir doch nur eine Antwort zukommen ließe!“

Jesus: „Da brauchst du gar nicht darauf zu rechnen. Laß das! Ich will euch schon entschädigen für all das, was die nicht tun wollen. Es ist sehr unrecht, und es ist Mir auch sehr leid, aber Ich muß Geduld haben. Das liebste ist Mir, wenn ihr gar nicht untersucht, ob etwas in Erfüllung geht oder nicht, wenn ihr das alles ganz Mir überlaßt und euch um nichts kümmert. Luise soll P. Felix alles ganz ruhig sagen, ohne ihn zu drängen und gleich fortgehen.“

429 Am 11. April 1901

„Das ist euer Weg der Abtötung, der Entsagung, der Selbstverleugnung und der Buße. Nur diejenigen, die den Weg wandeln, kommen gerade auf Mich zu.“

Nach der heiligen Kommunion sagte der Herr zu Barbara, die sich vor Müdigkeit gesetzt hatte:

Jesus: „Stehe auf, Meine Tochter, komm und stehe auf. Gib deiner Bequemlichkeit nicht so nach. Ich will mit dir reden; knie dich. Gehe über alle die Unannehmlichkeiten, die Ich dir zuschicke, hinweg. Es geht dich nichts an. Verliere kein Wort der Klage. Was du deinen Verwandten nicht helfen kannst an zeitlichen Gütern, das tue Ich ihnen zugute an ewigen Gütern. Ob man ein bißchen mehr oder weniger von den Menschen geachtet ist, das ist alles nur Staub und vergänglich. Die Achtung vor den Menschen ist nichts wie Staub.“

Barbara: Als der Segen dann gegeben wurde, glich der Altar einer Sonne. Auf einmal erschien Er mit Seinen Wundmalen auf dem Altare wie an Ostern. Von Ihm aus ging eine breite, schöne, ganz übernatürliche himmlische Straße aus, schön und glänzend anzusehen wie eine wirkliche Straße. Sie schien durch die ganze Welt zu gehen und ging schnurstracks auf den Tabernakel zu.

„Was bedeutet das?“

Jesus: „Das ist euer Weg der Abtötung, der Entsagung, der Selbstverleugnung und der Buße. Nur diejenigen, die den Weg wandeln, kommen gerade auf Mich zu.“

Barbara: Da war kein Nebenpfädchen und nichts. Die Straße war kerzengerade, soweit mein Auge sehen konnte, ein bißchen höher war die Erde.

Jesus: „Nur durch Abtötung, Selbstverleugnung und Buße kommt der Mensch nicht auf Nebengedanken. Alle anderen Menschen kommen auf Abwege, welche den Weg nicht gehen, und wenn sie auch einen guten Sinn haben und Almosen geben und mit zeitlichen Gütern gesegnet sind. Aber der Weg, den ihr geht, ist mit keiner Nebengefahr verbunden und führt nicht mehr abwärts.

Den müssen alle Liebesbundmitglieder gehen. Niemand hat da eine Gefahr. Die Liebesbundmitglieder, die diesen Weg nicht selbst ergreifen, die werde Ich durch Leiden führen.“

Barbara: Als ich den lieben Heiland so glänzend und schön sah, die Augen gegen den himmlischen Vater gerichtet, fragte ich, warum Er Sich so schön zeige, da Er doch von den unartigen Kindern neben mir so beleidigt werde.

Jesus: „Um euretwillen sehe Ich das alles nicht. Deswegen tröste Ich euch so, weil Ich Mich halten muß an denen, die Mich noch wahrhaft lieben.“

430 Weißer Sonntag am 14. April 1901

„Wenn du alles zugleich tragen willst, so bricht die Natur zusammen.“

Weil Barbara am Tage vorher und während der Nacht viel zu leiden hatte, sagte der Herr nach der heiligen Kommunion:

Jesus: „Du sollst nicht daran zweifeln, daß Ich es bin, der dir Seinen Schmerz mitteilt. Ich habe dieses Jahr einen so großen Schmerz gehabt mit den Kindern. Es ist gar nicht auszusprechen. Ich habe gleichsam die Ölbergsangst und Sterbensnot durchmachen müssen.“

Barbara: „O Herr, Du warst doch sonst immer so freudig gewesen, und ich konnte mich so mit Dir freuen. Das ist dieses Jahr ganz anders. So schlimm ist es noch nie zuvor gewesen.“

Jesus: „Unter den Kindern in Mainz sind immer leichtsinnige, bösartige und böswillige gewesen, aber doch nicht boshafte. Dieses Jahr aber sind sie ganz teuflisch boshaft. Die Bosheit ist ihnen eingepflanzt, so daß Satan in ihnen wohnt. Diesen Schmerz mußt du mitfühlen, damit du nicht irre wirst, daß Ich es bin, der mit dir redet. Das ist der Beweis, daß Ich wirklich mit Fleisch und Blut gegenwärtig bin im Allerheiligsten Sakrament, und daß Meine Schmerzen gar keine anderen sind als bei euch auch, wenn ihr so niedergedrückt seid von euren Nächsten, daß ihr glaubt, nicht mehr leben zu können.

So ist es Mir auch, und du mußt mitfühlen. Ich erlaube es euch, daß ihr euch eure Schmerzen mitteilt und euch aussprecht miteinander, weil ihr ohne allen Trost leiden müßt, wie auch Mir nichts helfen kann. Aber doch tröstet es Mich, wenn Ich Mich ausgießen kann. Deshalb erlaube Ich dir, daß du dich bei deinen zwei Freundinnen aussprechen und Trost suchen darfst, wenn Leiden dich drücken. Wenn du wieder fortgehst zu deiner Schwester, so bekümmere dich nicht unnötig. Im Kreuztragen mache es dir nicht so schleppend. Droben in Rück sollst du das Kreuz, das du hier tragen mußt, abstellen und das nehmen, was du dort vorfindest und dort kein Wort reden von dem Kreuz, was du hier trägst, sondern das Kreuz nehmen von droben und Tag für Tag nur das tragen. Und wenn du fortgehst, sollst du das Kreuz von droben wieder beiseite stellen und das Kreuz von hier tragen. Wenn du alles zugleich tragen willst, so bricht die Natur zusammen.“

431 Am 16. April 1901

„Sage zu deinen Vorgesetzten, sie sollten doch Bittprozessionen veranstalten, damit nicht alles zugrunde gehe und wenigstens die ausharren, die jetzt noch treu zur Kirche stehen.“

Barbara: Am 16. April war Protestversammlung der Katholiken gegen die gottlosen Broschüren. Nach vier Uhr mittags überfiel mich das Leiden gerade so wie früher. Ich achtete es nicht und ging darüber hinweg. Nachts um elf Uhr schlief ich ein. Auf einmal wurde ich wach. Ich fuhr auf und war hellwach. Ich konnte nicht mehr schlafen und auch nicht beten. Auf einmal bekam ich das Schütteln der drei Stürme gerade so wie im früheren Leiden. Das dritte Mal krachte das Bett von der Gewalt. Ich kämpfte mit dem Leben und wollte rufen, aber ich konnte keinen Laut herausbringen zum Sprechen; die Zunge war umgekrümmt. Ich konnte nichts machen. Innerlich flehte ich: Hilf mir doch, daß ich ein Wort herausbringen kann. Aber in meiner Seele hatte ich die Zuversicht, daß ich nicht sterbe. Nach dem dritten Schütteln kam meine Schwägerin herüber, denn sie hatte es im Nebenzimmer gehört. Anstatt der Belehrung sah ich die liebe Mutter Gottes. Sie war wie in einen Traueranzug gehüllt, und Sie weinte sehr bitterlich. Dann sprach Sie:

Maria: „Sage zu deinen Vorgesetzten, sie sollten doch Bittprozessionen veranstalten, damit nicht alles zugrunde gehe und wenigstens die ausharren, die jetzt noch treu zur Kirche stehen. Ich kann nichts mehr erlangen, und so viele werden verlorengehen.“

432 Brief an das Bischöfliche Ordinariat

„Ich beweine das große Unglück, das bald über die Menschheit hereinbrechen wird und weil so viele verlorengehen.“

An das Bischöfliche Ordinariat!

In der Nacht vom 16. auf 17. April 1901, wo die Protestversammlung stattfand, hatte ich zum zweiten Mal seit August vorigen Jahres jenes außergewöhnliche Leiden. Nach kurzem Abendgebet mit meiner Nichte legten wir uns um elf Uhr nieder, und ich schlief alsbald ein. Aber nach kurzer Zeit erwachte ich und war so hell und geweckt, wie es immer war, wenn ich an hohen Kirchenfesten, Ostern, Pfingsten etc., mein Leiden bekam, aber mit dem Unterschied, daß ich früher, wenn die drei harten, nervenerschütternden Stürme vorüber waren, ich einen deutlichen Erguß der Sprache hatte, der dann stundenlang floß.

Jetzt aber bringe ich kein Wort heraus, nicht einmal einen Hilferuf. Aber nach dem letzten schrecklichen Sturm schaute mein Geist die liebe Mutter Gottes, aber nicht wie in der Neujahrsnacht in majestätischer Gestalt, sondern in ganz dunkler Kleidung, einfach, ernst und sehr tiefbetrübt, wie eine besorgte Mutter, die ihre Kinder suchend umhergeht, wenn eine schwere Gewitterwolke aufsteigt.

Als ich Sie fragte, was dies alles doch nur zu bedeuten habe und warum Sie doch nur so bitterlich weine, da gab Sie mir zur Antwort: „Ich beweine das große Unglück, das bald über die Menschheit hereinbrechen wird und weil so viele verlorengehen.“

Dann gab Sie mir den Auftrag: „Geh zu deinem Bischof und sage ihm, daß man Bittprozessionen veranstalte, wenigstens an den Sonntagen, damit durch das gemeinsame inständige Gebet der Gläubigen wenigstens doch die fest bleiben im heiligen, katholischen Glauben, die jetzt noch treu zur Kirche halten.“

Sie entschwand und mit Ihrem Entschwinden bekam ich wieder Leben in die Glieder, und meine Schwägerin stand mit dem Licht in der Hand an meinem Bett. Der letzte Sturm war so fürchterlich, daß sie im anderen Zimmer aus dem Schlaf erwachte und an mein Bett eilte.

gez. Barbara Weigand

433 Am 21. April 1901

„Die große Anhänglichkeit der Katholiken an das Heiligste Sakrament. Das haßt der Teufel derart, daß er alle seine Genossen auf die Welt gesandt, so daß die Hölle fast leer ist, um recht viele Seelen zu bearbeiten.“

Nach der heiligen Kommunion sagte der Herr:

Jesus: „Der Teufel hofft, jetzt seinen Plan, sein Reich aufzurichten, ausführen zu können, um auf der Welt über die Menschen zu herrschen. Der Teufel hat jetzt auf der Welt die Hölle und den Himmel. Den Himmel, weil er so viele Seelen in sein Netz bringt, weil er viele Helfershelfer hat, und die Hölle, weil es viele gute Katholiken gibt und viele gute, junge Seelen, da unter der Jugend manches gute Keimchen hervorsproßt, indem manche jugendliche Seele das Allerheiligste Sakrament sehr verehrt und oft empfängt. Das ist der Dorn für ihn: Die große Anhänglichkeit der Katholiken an das Heiligste Sakrament. Das haßt der Teufel derart, daß er alle seine Genossen auf die Welt gesandt, so daß die Hölle fast leer ist, um recht viele Seelen zu bearbeiten.“

Barbara: Der Herr zeigte mir die Welt, wie sie jetzt ist. Ich sah, wie der Teufel an allen Wegen Wegweiser aufgestellt hat, um ja das Volk zu umgarnen und zu umstricken, daß es den Weg findet, der zum Laster, zum Verderben, zur Hölle führt. Das sind die vielen Vergnügen und die schlechten Schriften und was zum Verderben der Menschen getan wird. Ich sah auch, wie die Menschen scharenweise diesen Weg wandelten. Hingegen sah ich, wie von allen vier Himmelsgegenden einzelne Seelen von allen Seiten quer über Feld, über Stock und Stein liefen und alle auf einen Mittelpunkt zusteuerten. Es wurde mir gesagt, das wären die guten, treuen Katholiken.

Der Mittelpunkt wäre das Allerheiligste Altarsakrament, und wer sich dazu schart und daran anklammert, der würde so stark, daß er keinen Weg brauche; der ginge durch alles durch und über alle Hindernisse hinweg, über Dornen und Hecken und Stauden und Gesträuch.

In einer späteren heiligen Messe kam die liebe Mutter Gottes und sagte:

Maria: „Du sollst dich nur bekümmern um das, was Mein Sohn will und dich nicht so an deine Geschwister hängen, wenn es ihnen auch nicht so gut geht wie deiner Schwägerin. Du sollst nicht so lange droben bleiben, weil dein Gemüt sonst zu viel zerstreut wird. Ich werde sorgen, daß Ich ihre Freude bin auf dieser Welt und in der anderen Welt bekommen sie ihre Belohnung.

Laß die Aufforderung jener Dame, nach Lourdes zu pilgern, nicht fallen. Wegen der Gebetsvereinigung bin ich in der Nacht vom 16. April gekommen, weil das Gebet so sehr nötig ist. Voriges Jahr hat euch Mein Sohn abgehalten von der Romreise. Dieses Jahr aber will Er diese Wallfahrt haben, weil das eine Reise ist für die jungfräulichen Seelen. Die Romreise war für die Männerwelt, damit sie zum Guten, zum Glauben zurückkehren. Die jungfräulichen Seelen müssen Meine Stelle vertreten, und zur jetzigen Zeit ist es notwendig, daß recht viele Jungfrauen sich anschließen und die Kirche unterstützen durch gute Werke, Beispiele und Gebet.

Deine Schwägerin soll das Reisegeld nicht bedenken und Gott täglich danken, daß ihr Kind so unschuldig geblieben ist. Sie hat freilich Schaden, aber sie hat zu leben. Sie sollte täglich auf den Knien Gott danken, daß das Kind so bewahrt bleibt vom Bösen, wo andere doch so sehr haschen nach Vergnügen.

Teilt es daher allen Liebesbundmitgliedern mit. Wer will, kann sich anschließen, damit Einigkeit und Friede bleibt und befördert wird. Ihr sollt die Wallfahrt nicht für die Interessen jedes Einzelnen machen, das sollt ihr zurücksetzen, sondern für die Anliegen der heiligen Kirche, und auf dem ganzen Weg singen und beten in Vereinigung mit allen Liebesbundmitgliedern, wie ihr die Wallfahrtsgänge gehalten habt.

Voriges Jahr bereits hat Mein Sohn diese Wallfahrt für euch geplant, denn eine Wallfahrt nach Lourdes ist für Jungfrauen beiderlei Geschlechtes von großer Wichtigkeit; denn was Ich der Kirche in Meinem sterblichen Leben war, das sind die Jungfrauen, solange die Kirche besteht. Die Liebesbundmitglieder sollen einmal recht vereinigt im Geist der Buße den Himmel bestürmen und alle Gebete, Leiden und Beschwerden einzig für die heilige Kirche aufopfern. Mache doch ja dein Herz Meinen heiligen Einsprechungen immer recht zugänglich.“

434 Am 29. April 1901

Barbara: Als ich der Firmung in A. beiwohnte, wurde ich in ein Paradies versetzt; das war die heilige Kirche. Dort waren so gerade Straßen und so schöne Beete wie in einem wunderschönen Garten, und Bauten wie Kirchen mit herrlichen Türmchen. In eine davon wurde ich geführt. Es war darin so hell, und ein Licht war inmitten der Kirche wie ein Rad, das Feuerregen ausstreut. Im Mittelpunkt davon war der Heilige Geist in der Gestalt einer Taube, und es war auch ein Bischofsstab darin, und hinter all dem sah ich meinen Bruder I. aus A. Funken fuhren von dem Rad aus auf die Gemeinde. Das waren die Firmungsgnaden, wie sie in die Gläubigen hineingestreut wurden.

435 Rückfahrt nach Mainz am 4. Mai 1901

„Lernt von Mir, denn Ich bin sanftmütig und demütig von Herzen.“

Als Barbara in Rück das Elend ihrer armen Schwester sah, dachte sie bei sich: Es wird doch wohl besser sein, wenn ich das Geld für Lourdes verwende, um meiner Schwester weiterzuhelfen.

Jesus: „Laß diesen Gedanken nur ja fallen, er kommt nicht von Mir. Deine Schwester überlaß Mir; du sollst nicht ganz in deinen Verwandten aufgehen. Ich will aber, daß ihr zu Meiner Ehre diese Wallfahrt macht!“

In Rück sagte der Herr auch zu Barbara:

Jesus: „Das kann Ich dir zum Troste sagen, daß Ich an solchen christlichen Gemeinden noch Freude habe, obwohl, wie du sagst, Sünden vorkommen wie in den Städten. Das ist aber eine Ausnahme. Das sind die Schwächen der Menschen, das bin Ich gewöhnt. Dieser Sünder, für den du betest, geht doch nicht verloren, um des Gebetes seiner Schwester willen. Aber an dieser Gemeinde habe Ich wirklich noch großes Wohlgefallen, da ist noch der Friede, wie er sein soll. Der Geist Gottes weht da noch.“

Barbara: Als ich am 4. Mai von meiner kranken Schwester in Rück wieder zurückfuhr nach Mainz, war ich so gedrückt, daß ich in der Bahn bitterlich weinte und zum Herrn sagte:

„Lieber Heiland, was fang’ ich denn an? Warum behandelst Du mich so hart? Ich wollte droben Gutes tun und gehe mit demselben Druck wieder fort. Habe ich denn recht getan, daß ich hinauf bin?“

Da wurde es mir auf einmal leicht, und ich weinte Tränen, aber nicht des Schmerzes, sondern der Liebe. Der Herr kam und stellte Sich auf die rechte Seite und Seine heilige Mutter auf die linke. Er war so lieb mit mir und trocknete mir die Tränen ab.

Jesus: „Du hast recht gehandelt. Du mußt wissen, daß deine Freundinnen das Elend und die Not der Bauersleute nicht kennen und deshalb hast du recht gehandelt, daß du dem Geiste gefolgt. Jetzt hast du Meinen Willen erfüllt und gehst zurück. Ich habe es getan, weil Ich wußte, daß Ich deine beiden Freundinnen keinen größeren Schmerz verursachen kann, als wenn Ich dich hinwegführe. Aber ihr sollt verdienen, und wo soll Ich Hilfe finden? Das ‚Miserere‘, wie Ich euch gesagt, hat gedauert bis jetzt. Jetzt sollt ihr manchmal ein liebes Wörtchen von Mir erfahren.

Sage deinen beiden Freundinnen, daß das Miserere jetzt vorüber ist. Ihr sollt euch jetzt freuen und euch um niemand kümmern. Ob man sich euch entgegenstellt, ob man glaubt oder nicht, euch werden sie nicht mehr auseinanderbringen; denn was Ich gebunden habe, das werden sie nicht lösen.“

Barbara: „Sage mir doch auch ein liebes Wörtchen für alle, die glauben. Ziehe Dich doch ja nicht zurück, damit diese doch Trost haben. Wie bist Du doch so gut. Ich meine, ich wäre im Paradies. So gib mir ein liebes Wörtchen für N.“

Jesus: „Ich habe den Wunsch dieser Schwester gehört. Wie freut es Mich doch, wenn eine Seele nur verlangt, ein liebes Wörtchen zu bekommen. Ja freilich soll sie ein liebes Wörtchen haben. Sage es ihr und komme mit Mir. Ich will dir zeigen, wo ihre Wohnung ist.“

Da ließ der Herr Barbara hineinschauen in Sein göttliches Herz.

Jesus: „Hier, steht ihr Name in goldenen Buchstaben eingeschrieben in Meinem Herzen. Sage ihr aber, es hängt von ihr ab, daß kein Strich durch den Namen gemacht wird. Alle, die gläubig sich anschließen, haben ihren Namen hier und ihr Name steht hier in goldenen Buchstaben, wo ihr Sitz ist. Sie müssen sich aber hüten, daß kein Strich durch den Namen gemacht wird. Verstehst du das? Das heißt, daß sie keine Todsünde begehen. Nach einer Todsünde haben sie keinen Platz mehr in der Wohnung, bis sie wiedergutgemacht ist.

Sage auch, daß Ich große Freude habe an den gläubigen Schwestern, und Mein Auge ruht mit Wohlgefallen auf dem Kloster, um ihres gläubigen Gemütes willen; denn es ist ein großer Unterschied unter den Ordensleuten. Ich will, daß es bekannt wird. Ich habe vieles zu rügen und zu tadeln. Ich habe gesagt in Meinem sterblichen Leben: Lernt von Mir, denn Ich bin sanftmütig und demütig von Herzen. Das habe Ich gesagt für alle Menschen, aber ganz besonders für die Ordensleute. Ich habe nicht gesagt: Lernt von Mir, denn Ich bin rein und sündenlos, sondern: Lernt von Mir, denn Ich bin sanftmütig und demütig von Herzen. Die Demut ist das Fundament aller Tugenden. Sie ist nicht bloß die Mutter der Tugenden, sondern sie ist die Mutter und die Großmutter der Tugenden. Auf ihr bauen alle Tugenden sich auf. Es gibt aber viele Ordensleute, die sich darauf etwas zugute tun, daß sie an gottgeweihten Orten leben und sie glauben, daß Mein Auge mit Wohlgefallen auf ihnen ruhen kann.

Das Wohlgefallen aber ziehen nur diejenigen auf sich herab, die auf gottgeweihten Orten auch gottgeweiht leben, das heißt, die auch diese Tugend der Demut vor allem üben, und das tun diejenigen Ordensleute, die das glauben, was Ich in den Schriften niedergelegt habe, weil da die Grundtugend so sehr angestachelt wird. Wer noch Stolz in sich hat, der kann nicht glauben, daß Ich mit einer weltlichen Person verkehre, weil alle Ordensleute der Meinung sind, sie wären die allein gottgeweihten Bräute Christi. Deshalb ist dies ein großer Stachel für ihren Stolz, und da zeigt es sich, daß diejenigen, die es glauben, tief in der Demut begründet sind, und das tun die Schwestern in N. Ich will, daß es bekannt wird, daß, solange eine Seele glaubt, sie sei die allein berechtigte Braut Christi, sie noch weit von der Demut ist. Sie soll sich das Wort zu Herzen nehmen: Lernet von Mir, denn Ich bin sanftmütig und demütig von Herzen.“

436 Nochmals am 4. Mai 1901

„So ist es der Wille Gottes.“

Der Beichtvater ließ Barbara rufen, um ihr einen Auftrag des H.H. Bischofs zu melden. Derselbe ließ ihr sagen, sie möge ihm von nun an nichts mehr sagen lassen oder schreiben, denn das ließe sich ja hier doch nicht durchführen. Hier in der Stadt seien mehr als die Hälfte Protestanten und die übrigen meistens abgefallene Katholiken, da wäre an Barfußgehen nicht zu denken. Das hätte ein heiliger Franziskus tun können, denn zu seiner Zeit wäre noch alles gläubig gewesen. Aber jetzt würde man nur den Spott hervorrufen und die katholische Kirche ins Lächerliche ziehen. Man müsse sich übrigens wundern, daß es nicht noch schlimmer hier sei, da es in den letzten Jahrhunderten hier Bischöfe und Priester gegeben, die nicht erbaulich gelebt hätten. Man müsse deshalb zufrieden sein, daß es so sei.

Barbara: „So verwerfen Sie denn alles?“

Beichtvater: „Nein, durchaus nicht. Sie werden sehen, was wir tun in einiger Zeit, aber das alles muß von einer anderen Seite herkommen.“ Damit deutete er an, daß sie doch im Sinne haben, manches durchzuführen, aber so, daß niemand merken kann, woher die Anregung kommt.

Der Liebesbund in Aachen hat eine schöne Frucht getragen. Es wohnt dort eine sehr gläubige Familie, die sich mit Kleidermachen ernährt, eine Mutter mit mehreren Töchtern. Eine Tochter davon hat sich mit einem Protestanten verheiratet und ließ leider alle Kinder protestantisch werden. Eines dieser Kinder kam vergangenen Winter zur Großmutter, um dort nähen zu lernen. Die ersten Tage schon trat das Mädchen sehr gehässig gegen die katholische Religion auf und getraute sich, allen gegenüber seinen Glauben zu loben und die Katholiken zu beschimpfen.

Seine Tanten drangen auf die Großmutter ein, doch energischer aufzutreten. Doch diese sagte: „Laßt sie nur ganz ruhig gehen, die Protestanten muß man auf andere Weise fangen.“ Jeden Abend sangen sie miteinander Marienlieder und da gerade Mission war und man sich in Abwechslung an der Predigt beteiligte, so erzählte, wer heimkam, was gepredigt worden war. Das Mädchen wurde immer kleinlauter, und öfter sah man es weinen, ohne den Grund zu wissen. Eines Tages aber kam es früh morgens herunter und sagte zur Großmutter ganz erregt: „Ich muß katholisch werden!“ „Warum“, fragte diese, „was ist denn geschehen?“

„Diese Nacht“, erwiderte das siebzehnjährige Mädchen, „gegen Morgen habe ich eine blendend weiße Frau in das Zimmer eintreten sehen. Sie ging an jedes Bett, neigte Sich freundlich lächelnd zu jeder, als Sie aber an mein Bett kam, blieb Sie ernst, und Sie reichte mir einen Zettel, worauf geschrieben stand: „So ist es der Wille Gottes.“ Von da an ließ sich das Mädchen durch nichts mehr abhalten. Sie ging zum Pfarrer von A. und erzählte ihm die Sache. Dieser aber meinte, es sei nur so ein frommer Anflug und entgegnete, daß das nichts helfe, da jedenfalls ihr Vater bei der Heimkunft Schwierigkeiten in den Weg lege und die Gesetze dem Vater beistimmen. Das Mädchen begab sich in ein Kloster und erbat sich dort Unterricht, und um das Gesetz zu umgehen, fuhr sie, als sie genügend Unterricht erhalten hatte, in ein benachbartes Land und legte dort im Beisein ihres Pfarrers das Glaubensbekenntnis vor zwei Zeugen ab. Später, nach Hause zurückgekehrt, schrieb sie, daß sie sich ganz an ihre Mutter angeschlossen und ihr Vater ihr noch keine Einwendung gemacht habe. Ihr Übertritt fand am Ostermontag 1901 statt.

437 Am 5. Mai 1901

Jesus: „Ihr sollt euch gar nicht wehren und nicht dagegen äußern, wenn man euch so widerspricht, sondern alles ganz ruhig hinnehmen und weitergehen wie vorher und euch ganz in euch selbst zurückziehen. Schreibt es euch auf, daß ihr immer daran denkt.

Bedenkt, wie Meine heilige Mutter auf Erden gewesen ist. Solang Ich da war, hat sie sich nicht geregt und hat alles über sich ergehen lassen und den Schmerz in sich getragen. Sie sagte nie, es ist aber wahr. Und auch nach der Auferstehung hat sie sich niemals vorgetan. Ihr habt eure Schuldigkeit getan und erfüllt, was ich euch aufgetragen; das andere geht euch nichts mehr an.

Zieht euch zurück und sorgt für eure Vervollkommnung. Erinnert euch immer an Meine heilige Mutter, wie sie es getan, aber nur nicht wanken in euren Vorsätzen, Mir zu dienen und Mich zu lieben und Mir einzig gefallen zu wollen.“

438 Am 10. Mai 1901

„Bedenket, was der Papst jetzt für ein gedrücktes Leben hat.“

Jesus: „Laßt euch doch nicht verwirren von alledem, was um euch vorgeht. Schaut nach Rom und in Meine heilige Kirche, wie es da ist. Ihr sollt doch das Leben Meiner Kirche leben. Wie ist dort alles zerstückelt. Es ist nichts, was standhält, als die paar treuen Seelen; die sind ganz zermalmt. Die schönen, ruhigen Feste sind verstümpelt dieses Jahr. Alles ist mit Bitterkeit gemischt. Bedenket, was der Papst jetzt für ein gedrücktes Leben hat. Seht, ob es allen anders geht wie euch. Diejenigen, die treu zu Mir stehen, können sich jetzt nicht freuen, weil die Verhältnisse danach sind. Deshalb seid ihr so traurig und gedrückt. Es geht allen so; denn Ich muß Mich halten an den Liebesbundmitgliedern. Da kann man irre werden, so meint ihr, weil es allen nicht so geht, wie sie sich wünschen. Ich kann es ihnen nicht abnehmen. Es gefällt Mir auch nicht im Heiligsten Sakrament unter den Menschen.“

439 Am 12. Mai 1901

„Das ist der sicherste Beweis, daß es Gott ist, daß es so angefeindet wird.“

Barbara: Wegen einiger spöttischer Bemerkungen war ich sehr erschüttert im Glauben und Vertrauen. Der Stolz und die Natur bäumten sich dagegen auf, daß es jetzt mit Spott und Hohn so fortgehen solle. Ich dachte, ich könne am Ende doch auf einem falschen Weg und vom bösen Feind oder mir selbst irregeleitet sein. Ich hörte die heilige Messe im Dom und opferte sie der lieben Mutter Gottes auf, daß Sie mir eine gute Beichte erflehe, und ich bekam die Antwort. Es wurde auf einmal ruhig in mir. Ich sah zwar die liebe Mutter Gottes nicht, aber Sie fing so lieb an zu reden wie früher. Der ganze Sturm legte sich im Rosenkranzgebet. Die liebe Mutter Gottes sprach:

Maria: „Beängstige dich doch nicht wegen all der Dinge, die um dich her vorgehen. Du bist so unruhig wegen deiner Beichte, die du ablegen willst. Es ist unnötig, dich so zu ängstigen. Laß alles das weg. Das sind unnötige Dinge, womit du dich quälst. Beichte von acht Tagen zu acht Tagen, wie immer. Es ist nicht so, wie du dir vorstellst.

Siehe, all diejenigen, denen Gott eine besondere Weisung gibt, für das Seelenheil anderer zu wirken oder um andere durch sie aufzurichten und zu belehren, sollen sich an Mein Leben erinnern; sie werden nicht anders behandelt wie Ich Selbst. Ich habe zwar einen Gnadenvorzug vor Gott und war ausgenommen von der Sünde, aber doch auch ein bloßes Geschöpf wie ihr alle. Nur weil Ich das einzig dastehende Geschöpf war, das den Sohn Gottes gebären sollte und die Mittlerin der Menschen sein soll, deshalb hatte Ich den einzigen Vorzug der Sündenlosigkeit. Gott konnte es nicht zulassen, in einem sündhaften Geschöpf geboren zu werden.

Dies muß aber auch für alle Nachkommenden, durch die der Herr auf besondere Weise einwirken will in das Menschengeschlecht, von großem Trost sein, weil Ich das einzig dastehende Geschöpf bin, das Sein Leben ohne Sünde zugebracht. Alle anderen sind sündhafte Geschöpfe, sie sind Menschen und Nachkommen Adams und Evas. Darin hat keiner einen Vorzug, wenn das eine es auch mehr oder weniger ist als das andere.

Aber darin bin Ich euch ganz gleich, darin machte Gott keine Ausnahme: Als Ich den Auftrag bekommen und Meine Einwilligung gegeben, da schien Sich Gott nicht mehr darum zu kümmern, wie Ich jetzt zurechtkomme. Ich mußte menschlich alles ertragen. Kein Mensch auf der Welt war darin weniger bevorzugt als Ich. Als der Engel kam und Mir den Auftrag brachte, da legte Ich ihm auch einige Zweifel dar. Der Engel beantwortete sie mir, dann aber zweifelte Ich nicht mehr, sondern glaubte. Danach kam kein Engel mehr und sagte Mir: Das verhält sich so und so, das mußt Du so ertragen. Selbst von dem allerwichtigsten Ereignis, wodurch das Leben Meines Sohnes gefährdet war, erfuhr Ich nichts bis zu Seinem Tod. Ich mußte nur im Glauben wandeln.

Auch du hast keinen anderen Weg. Mein Sohn hat dich erwählt, um der Menschheit Seine göttliche Liebe und Barmherzigkeit zu offenbaren. Du mußtest Ihm erst deine Einwilligung geben. Jetzt mußt du dein ganzes Leben im Dunkeln wandeln. Sei zufrieden. Laß alles über dich ergehen, allen Spott und allen Hohn. Das ist der sicherste Beweis, daß es Gott ist, daß es so angefeindet wird.

Erinnere dich immer nur an Mein Leben und das Meines Sohnes. Ich mußte Mich immer damit trösten, daß Ich hinblickte auf Meinen Sohn. So geht es all denjenigen, die einen besonderen Auftrag von Gott besorgen mußten. Betrachte Mein Leben. Am Anfang war es noch härter, als Mein Sohn noch klein war. Da mußten Wir manchmal hungern und darben. Der liebe Gott hat nicht einmal so viel durchleuchten lassen, daß Meine Familie klar erkannte, daß Wir den Sohn Gottes in unserer Mitte hatten. Nicht einmal die nächsten Verwandten kümmerten sich um uns.

Wir mußten uns so armselig durchkämpfen wie noch nie ein Mensch zuvor. Erst in späteren Jahren, als Mein Sohn anfing, Wunder zu wirken, da schauten die guten, treuen Seelen mehr auf uns und dachten, Ich müsse dann auch die göttliche Mutter sein, und da hatten Wir nicht mehr zu kämpfen mit der Not. Da hatte Ich nichts mehr zu tun, als die Sorgen und den Kummer Meines Sohnes zu teilen für die Menschheit. Die Verwandten und die Reichen sorgten alsdann für das Zeitliche. Aber trotzdem mußte Ich immer wieder durchgehen wie ihr alle.

Das muß dein Trost sein, daß Gott das, was Er in dir angefangen hat, auch durchführt. Ihr müßt euch bewähren im Glauben. Euer Verdienst ist einzig und allein der tieflebendige Glaube; denn daraus werden alle guten Werke erzeugt. Wie ihr im Glauben nachlässig seid, befolget ihr die Einsprechungen nicht mehr. So geht es bei allen. Alle, welche die Einsprechungen befolgen, gehen vorwärts, und wie sie im Glauben wanken, geht es rückwärts. Dann läßt man eine Einsprechung um die andere fallen und man macht es dann auch so wie andere.“

440 Vor Christi Himmelfahrt

„Aber auch mitten in der Welt kann man ein außergewöhnliches Leben führen, und zum Beweis dessen schenke Ich diesen Seelen die heilige Freude.“

An den drei Bittagen machten wir den Bittgang durch die Fluren. Am zweiten Tag sah Barbara die liebe Mutter Gottes mit den heiligen Engeln, die uns begleiten. Die liebe Mutter Gottes deutete aber hin nach einem Gnadenbild, das eineinhalb Stunden entfernt ist. Deshalb gingen wir am dritten Tag dorthin.

Am Tag vor Christi Himmelfahrt, nach der heiligen Kommunion, durfte Barbara am Herzen Jesu ruhen. Er zog auch Lieschen und Luise herzu und drückte uns an Sein Herz.

Jesus: „Jetzt ist das Miserere vorüber, jetzt freut euch. Obwohl die klösterlichen Seelen Meine liebsten Kinder sind, so sind Mir doch diejenigen, die klösterlich in der Welt leben, gerade so lieb und Ich wirke in ihnen wie in den ersteren und schenke ihnen die heilige Freude, die Ich nur jenen Seelen schenke, die ganz über sich weggehen und die Welt hinter sich gelassen haben. Erinnert euch, was ein Prediger einmal an einem der Josefs-Mittwoche sagte: ,Glücklich die Seele, die die heilige Freude genießt. Ich muß gestehen, ich selbst besitze sie nicht.’ Das ist zu bedauern, aber man muß sich von der Welt losmachen, um die heilige Freude genießen zu können. Der verstorbene Bischof H. bedauert es jetzt, daß er das innere Leben so unterdrückt. O wie ist es zu bedauern, daß die jetzigen es gerade so machen. Wie werden sie es einmal bereuen! Sie sagen, man soll den gewöhnlichen Weg gehen.

Aber auch mitten in der Welt kann man ein außergewöhnliches Leben führen, und zum Beweis dessen schenke Ich diesen Seelen die heilige Freude. Ich führe sie zwar harte Wege, aber dann kommt auch wieder die Zeit, wo sie sich freuen können.

Schwester N. in N. aber sage: Wenn ein Vater sich seiner Kinder rühmt und sich lobend darüber ausspricht, ob denn da das einzelne Grund hat, sich zurückgesetzt zu fühlen, weil es nicht eigens benannt ist? Ich habe sie alle gemeint, die Schwestern von N. Morgen geht nach Mainz. Ist es nicht besser, wenn der Mensch seine Freude in himmlischen Dingen sucht anstatt in irdischen Dingen?“

Am Fest Christi Himmelfahrt sagte der Herr, wir sollten in der Novene zum Heiligen Geist uns ganz dem Gebet widmen für die heilige Kirche.

441 Am 18. Mai 1901

„Zermalmen werde Ich alle, die sich Meinen Worten widersetzen!“

Barbara sah den Herrn abends sehr erzürnt, als der Segen mit dem Höchsten Gut gegeben wurde. Aus Seinem Mund ging ein zweischneidiges Schwert hervor. Er sprach:

Jesus: „Zermalmen werde Ich alle, die sich Meinen Worten widersetzen!“

Barbara: „O Herr, was können wir tun?

Jesus: „Vereinigt euch nur recht im Stillen mit Meiner lieben Mutter im Gebete in diesen acht Tagen.“

442 Am 19. Mai 1901

„Wenn die Katholiken Mein auserwähltes Volk bilden, dann muß es aber auch ein Volk sein, das sich unterscheidet von den übrigen Völkern.“

Jesus: „Die Bischöfe sollen erkennen, wie groß Mein Schmerz ist, den Mir die Auswüchse verursachen, die aus dem Innersten Meiner Kirche herausgewachsen sind,. Daß in jetziger Zeit die Verfolgung einzig und am allermeisten auf das innerste Mark Meiner Kirche gerichtet ist, ist nur eine Strafe, die Ich in Meiner unendlichen Weisheit zulasse, um das Herz Meiner jungfräulichen Braut von all den Auswüchsen wieder zu reinigen, die sich im letzten Jahrhundert angesetzt hatten. Man hat in den letzten Jahrhunderten zu viel mit der Welt geliebäugelt, weil man zugab, daß die Wirkungen des Geistes Gottes, wie sie sich kundgeben in einzelnen Seelen, nichts anderes sei als eine überspannte Frömmigkeit und hysterische Krankheit. Darum lasse Ich sie Meinen strafenden Arm fühlen, und Ich werde sie so lange züchtigen, bis sie zurückkehren zu dem guten, alten Glauben ihrer Vorfahren.

Wenn die Katholiken Mein auserwähltes Volk bilden, dann muß es aber auch ein Volk sein, das sich unterscheidet von den übrigen Völkern. Und gerade dadurch unterscheidet es sich aber von anderen Religionsgesellschaften, daß Ich Mich einzelnen Seelen mitteile, um die Sünder aufzuschrecken, die Lauen aufzurütteln, und die Gerechten zu trösten und zu bestärken. Weil dies nun von Bischöfen und Priestern so sehr bekämpft wird und solche Seelen als krankhafte, verrückte Personen hingestellt werden, so hat dies zur Folge, daß gute, aber nur der Lauheit verfallene Christen sich auch keine Mühe zu geben wagen. Daher kommt es, daß die heutigen Christen sich in nichts unterscheiden von den übrigen Menschen. Den gewöhnlichen Weg, den deine Vorgesetzten dir fortwährend anraten, gehen auch Juden und Heiden. Darum lasse Ich zu, daß gerade diese Verleumdungen gegen Priester und Ordensleute gerichtet sind, um sie zum Nachdenken und zur Einsicht zu bringen.“

In diesen Tagen sagte Barbara zu N., sie werde jetzt, wie es scheine, viel dicker werden, worauf N. erwiderte, daß sie dagegen etwas tun wolle, indem sie weniger esse. Der Herr aber sagte anderen Tages:

Jesus: „Sage N., daß dieser Gedanke vom Stolz komme und daß, wenn sie dies tue, sie kränklich werden werde. Sie soll die notwendige Nahrung zu sich nehmen, um die Kräfte zu erhalten, einerlei wie sich dann der Körper auswachse. Aber solche Gesinnung könne Er nicht belohnen.“

443 Am 25. Mai 1901

„Ich will all eure Fehler wegbrennen mit dem Feuer Meiner Liebe.“

Am Tag vor Pfingsten sagte der Herr:

Jesus: „Jetzt reißt euch los von aller Anhänglichkeit an die Geschöpfe, von all den Kleinigkeiten, die euren Geist niederhalten. Erweitert eure Herzen in heiliger Freude. Ich will all eure Fehler wegbrennen mit dem Feuer Meiner Liebe.“

Am Abend durfte Barbara in den Himmel hineinsehen. Es war, wie wenn ein Vorhang sich lüftet und Barbara sah, wie die Engel und Heiligen sehr emsig einen prachtvollen Thron herrichteten für die liebe Mutter Gottes als Braut des Heiligen Geistes. Während des Rosenkranzgebetes am Vorabend sah Barbara zuerst eine Inschrift mit den Worten: „Freude, Freude, Freude.“

Ihr Gemüt wurde dadurch schon in die höchste Freude versetzt. Dann kam der liebe Heiland vom Tabernakel her und stellte Sich vor Barbara und Luise hin, die gerade nebeneinander knieten, und Er zog auch Lieschen, die nicht in dieser Kirche war, herzu und umfaßte uns. Barbara wollte den Rosenkranz weiterbeten, der Herr aber sprach:

Jesus: „Genügt es dir nicht, daß Ich in dir bin und mit dir reden will? Ich ersetze dir doch alles.“

Barbara: „Ich meine, durch das Rosenkranzgebet wird doch Deine heilige Mutter sehr verherrlicht.“

Jesus: „Das ersetze Ich dir alles. Ich will mit dir einen Ausflug machen und deine zwei Freundinnen sollen dich begleiten, und alle, die es lesen und hören, sollen teilnehmen an dieser Freude. Weil ihr Hausfrauen seid und Kinder gewinnen müßt, was nicht ohne große Schmerzen abgeht, so habt ihr wenig Trost. So bleibt es euer ganzes Leben lang. Aber an den Festen da mache Ich mit euch Ausflüge, wie die Weltkinder es auch tun, die Meine Feste zu Vergnügungstouren benützen.“

Später sagte Barbara dann zur lieben Mutter Gottes:

Barbara: „Ach, ist es denn möglich, liebe Mutter, daß Dein lieber Sohn alles vergessen kann, ich meine, ich könnte unmöglich den Ablaß gewinnen.“

Maria: „Und doch, das ist aber nicht dein Verdienst, sondern Mein Sohn hat alles ersetzt, und das kommt daher, weil Ich vor Ihn hingetreten bin und Ihm Meine Tugenden aufgeopfert habe, weil Ich sie dir geschenkt habe.“

Barbara: „So schenke auch meinen beiden Freundinnen und allen Liebesbundmitgliedern einen Trost, einen fröhlichen Pfingstfeiertag. Gib ihnen allen bitte die Pfingstfreude.“

Maria: „Sie sollen sie haben, du wirst es erfahren!“

Nach der heiligen Kommunion sagte der Herr:

Jesus: „Die ganze Welt ist von Mir abgewichen, und darum habe Ich der Christenheit Meine Gnade entzogen, so daß in vielen Menschen das Licht des Glaubens erloschen ist. An den übrigen Christen habe Ich auch keine Freude mehr, denn sie sind alle zu stolz. Nur aus Stolz wirft man alles hinweg, was in das tiefe Glaubensleben hineingreift. Alles ist so verflacht und so lau und auch die Guten und Besten sind davon angesteckt. Eine Erneuerung des Glaubenslebens tut darum überaus not, und deshalb verkehre Ich mit den Menschen. Ich habe ja die Menschen erschaffen, um mit ihnen verkehren zu können.

Das habe Ich im Paradies bewiesen, und Ich verkehre auch jetzt mit den Menschen, wiewohl dies in letzter Zeit so sehr bekämpft wird und man den geistigen Verkehr mit Mir ganz leugnet und so viele Gnaden für die Menschen verlorengehen. Das ist der Stolz, der die Menschen beherrscht und kommt nur vom Stolze her. Du aber Barbara, gehe noch einmal zu deiner Schwester, ihr zum Trost, aber bleibe nicht lange, weil Ich droben nicht in dir wirken kann, was doch sehr not tut; denn viele gehen rückwärts, wenn sie nicht beständig angestachelt werden.“

444 Am 29. Mai 1901

„Solange ihr zugebt, was gottlose Weltmenschen erfunden haben wollen, werde Ich euch züchtigen durch eben diese Menschen.“

Barbara: Weil ich trotz des Verbotes meiner Vorgesetzten, ihnen fernerhin etwas zu wissen zu tun, vom Herrn doch wieder am 19. Mai 1901 einen Auftrag erhalten, so war ich sehr ängstlich und bat heute nach der heiligen Kommunion den Herrn, Er möge mir doch zeigen, ob Er es gewesen, der mir trotz des Verbotes den Auftrag gegeben.

Jesus: „Ja, doch soll es auf einem anderen Weg hingelangen. Wie magst du noch fragen, ob Ich es sei. Weißt du nicht, was du aus dir selbst bist? Und wenn du es wärest, die sich solche Einbildungen zurechtlegte, wer ist es denn, der solche Gedanken festhält in deinem Gedächtnis, und wer gibt dir die Kraft und den guten Willen, trotz all der Anfeindungen und Widersprüche festzustehen im Glauben? Es ist derselbe Geist, mit dem Meine Apostel erfüllt waren, wenn sie vor den Hohen Rat treten mußten.

Ich will gerügt haben an Meinen Dienern, daß sie zugeben, daß die Wirkungen Meines Geistes geradezu behandelt werden wie die Wirkungen, die der unreine Geist in manchen Menschen hervorbringt. Da sie es nun nicht beherzigten, was Mein Diener Paulus allen, die von Gott gesetzt sind, andere zu leiten, gesagt hat: ‚Prüfet die Geister, und was gut ist behaltet‘, so müssen sie jetzt zur Strafe den Unterschied der Geister kennenlernen. Wann wurde das auserwählte Volk gestraft: Wenn es anfing mit heidnischen Sitten und Gebräuchen zu liebäugeln. Ebenso tue Ich im Neuen Bund. Ihr seid Mein auserwähltes Volk.

Und wenn dieses Mein Volk abgewichen ist vom rechten Weg, so muß es gestraft werden. Immer ließ Ich Mein Volk durch die Kinder dieses Volkes vorher aufmerksam machen auf ihr Unrecht. Ich warnte und drohte, ehe Ich strafte. Was Ich im Alten Bund durch die Propheten tat, das tue Ich im Neuen Bund nach Belieben, einerlei welchem Geschlecht die Seele angehört, der Ich Meinen Geist mitteile, weil jedes Mitglied dieses Volkes Meinen Geist empfangen hat.

Wenn Meine Kirche zum Sieg gelangen soll, und dies ist Mein Wille, denn sie ist genug gedemütigt, dann kommt es nicht darauf an, wie groß, wie mächtig ihr Heer ist, sondern darauf, auf welcher Seite die geübtesten Kämpfer stehen. Dies müssen Meine Diener beherzigen. Habt ihr nicht auf eurer Seite die geübtesten Kämpfer? Wer kann sich außer euch rühmen, solche zu haben? Darum auf, ihr Bischöfe und Leiter meiner Kirche. Schämt euch nicht zu glauben, was Ich hier so oft schon sagen ließ. Zeigt euren Feinden, daß derselbe Geist euch beseelt, der Meine Apostel beseelte, und erneuert in euch, jeder für sich, den Glauben eurer Vorfahren. Solange ihr zugebt, was gottlose Weltmenschen erfunden haben wollen, werde Ich euch züchtigen durch eben diese Menschen.“

445 Am 4. Juni 1901

Jesus: „Geht nur mit recht inniger Andacht mit der Fronleichnamsprozession.“

Schon während sechs Wochen beängstigte Barbara die Sorge um eine Seelenangelegenheit einer ihrer Familien. Und jedesmal gab ihr die liebe Mutter Gottes von ihrem Altar her in der Pfarrkirche von Barbara Beruhigung, indem Sie ihr sagte: „Es ist nicht so, wie du meinst. Schlage diesen Gedanken nieder.“

Als sie zum dritten Mal die nämliche Stimme nach vierzehn Tagen wieder gehört, bekam Barbara Nachricht von dieser Familie, daß es so war, wie die liebe Mutter Gottes gesagt.

446 Fronleichnamsprozession 1901

„Sie wälzen sich im Pfuhl der Leidenschaft und kein guter Gedanke kann an sie herankommen.“

Als die Prozession aus der Pfarrkirche von Barbara auszog, ging Jesus in menschlicher Gestalt wie ein Priester inmitten der Prozession mit. Er trug einen goldenen, mit Blumen reichlich gestickten Mantel, und Er schien Sich zu freuen und sehr getröstet zu sein.

Als niemand vorbetete, faßte sich Mariechen, die vor uns ging, den Mut, und betete laut vor. Der Herr ging ein wenig an ihrer Seite, schaute ihr freundlich ins Gesicht, wie wenn Er ihr zureden wollte: Recht so, Mein Kind! Dann teilte mir der Herr Seine Liebe mit, die Er zu uns Menschen habe, wie Er keine größere Freude hätte, als mit den Menschen zu verkehren.

Jesus: „Wenn ihr das nicht glauben wollt, so denkt daran, daß Ich im Paradies mit den Menschen gewandelt bin, wie ihr miteinander wandelt. Als der Mensch gesündigt hatte und Ich infolgedessen nicht mehr so wie früher mit ihm verkehren konnte, da bediente Ich Mich der Menschen, der Propheten, um durch Menschen mit den Menschen zu verkehren. Als später die Menschen immer tiefer gesunken waren, habe Ich Mich in Fleisch gekleidet und habe als Mensch mit euch verkehrt. Das ist für euch der Beweis, wie gern Ich unter euch Menschen bin.

So ist es jetzt noch, aber das Menschengeschlecht ist so versinnlicht und verkommen, daß es unbedingt eine Erneuerung geben muß. Möchten doch die Bischöfe ein Beispiel nehmen an den Feinden der Kirche. Wie diese mit Wut darauf losgehen, die Kirche zu vernichten, so sollen auch sie mit Mut und Entschlossenheit darauf losgehen, um den Glauben zu verteidigen. Es muß jetzt geschehen. Man braucht dazu keine gelehrten, wohl aber fromme und tiefgläubige Predigten. Sie brauchen sich durchaus nicht den Kopf zu zerbrechen. Beobachtet nur einmal, welch ein Unterschied es ist, wenn die Leute aus einer tiefgläubigen Predigt herauskommen, und wenn sie aus einer gelehrten Predigt herauskommen.“

Barbara: Dann zeigte mir Jesus den Unterschied der Zeit, wie es vor hundert Jahren in dieser Stadt aussah. Ich sah alle Häuser hell erleuchtet. Das bedeutete das Licht des Glaubens. Nur hie und da sah ich einzelne Menschen, welche dunkel waren, das heißt gottlos. Jetzt aber findet gerade das Gegenteil statt. Jetzt sehe ich ganze Häuserreihen, ganze Familien dunkel und nur einzelne Seelen hell. Sogar bei der Prozession waren Leute, die nicht erleuchtet waren.

Ich fragte, was ist denn die Schuld, daß der Unglaube so um sich gegriffen. Der Herr zeigte mir ein Bild. Ich sah, wie viele Menschen Würmern gleich sich auf dem Boden liegend krümmten, wie wenn sie an Krämpfen litten. Wollte sich einer erheben, so kam gleich ein anderer und stieß ihn wieder hinab.

Jesus: „Das ist die sinnliche Welt. Sie wälzen sich im Pfuhl der Leidenschaft und kein guter Gedanke kann an sie herankommen. Gibt aber einer seinem guten Engel nach, so kommt ein Verführer und stößt ihn wieder hinein.“

Barbara: „O Herr, wer kann dem Übel entgegensteuern?“

Jesus: „Ihr, ihr! Wenn Meine Kirche zusammenschmilzt auf zwei Mann, so will Ich sie doch zum Sieg führen. Fürchtet nichts! Knie dich jetzt!“ (Es war die Zeit des Segnens.)

Barbara: Ich sah einen Schwarm himmlischer Geister, den heiligen Michael an der Spitze. Er hatte einen Stab in der Hand und kommandierte wie ein Feldherr die himmlischen Geister.

Michael: „Betet ihr jetzt an, anstatt derer, die den Herrn nicht anbeten wollen.“

Barbara: Und alle fielen auf ihr Angesicht und beteten an. Er war erzürnt über die gottlosen Menschen, die nicht anbeten wollten, und er schien einen Fluch ausstoßen zu wollen.

Michael: „Vernichte sie, o Herr, weil sie doch nicht tun, was sie sollen. Sie verweigern Dir ja die Anbetung!“^

Die liebe Mutter Gottes aber eilte herbei und sprach:

Maria: „Tue es nicht! Da sind noch welche, die Sühne leisten! (Sie deutete herunter auf die Prozession.) Machet die Wallfahrt nach Lourdes recht fromm, zur Sühne für die Beleidigungen, die dem Herrn zugefügt werden.“

Jesus: „Werdet nicht irre, wenn Ich deine Familie, Barbara, mit Leiden heimsuche. Das ist nur Meine Liebe. Anderen zum Vorbild müssen sie alle Fächer durchmachen, damit alle sehen können, wie glücklich man trotz der Leiden sein kann, wenn man mit Jesus vereinigt ist. Es mag gehen, wie es will, sie sind doch glücklich. Werdet nicht irre, wenn die Strafgerichte auch hereinbrechen.“

Jesus verbarg Sich in den reichen Straßen, wo fast nicht geziert war.

Barbara: In meiner Heimat war ein Mann vom Blitz erschlagen worden. Auf die Bitten eines Priesters hin empfahl ich seine Seele dem Herrn nach der heiligen Kommunion und seine tiefbetrübte Mutter. Bald darauf zeigte mir der Herr eine kesselartige Grube, die wie ein in Flammen stehender Backofen aussah. Der Herr befreite ihn einige Augenblicke von seinem überaus schmerzlichen Gefängnis, und der junge Rudolf stand vor mir, freudig und hoffnungsstrahlend über das Glück, einige Augenblicke der schrecklichen Qual enthoben zu sein. Ich sagte nämlich zum Herrn:

„Siehe, Dein Diener schickt mich zu Dir. Um der Nächstenliebe dieses Priesters willen und weil er die arme Mutter gern trösten möchte, wie Du ja auch getan, als Du auf Erden warst, tröste die Mutter.“

Da hörte ich den Mann flehen und stöhnen. Er bat mich, doch seine Mutter in Kenntnis zu setzen von seinem schrecklichen Zustand.

Rudolf: „Sage ihr, ich lasse sie bitten, mir doch zu Hilfe zu kommen; denn ich habe ja auch Teil an dem Vermögen. Es ist ja dies mein Erbe, das sie verwenden, um mich aus diesem schrecklichen Gefängnis zu befreien. O wenn die Menschen wüßten, was ihrer wartet in der Ewigkeit und wie gut und barmherzig der liebe Gott ist, es würde keine Sünde mehr begangen. Aber damit meine Mutter und Geschwister glauben, daß ich nicht ewig verdammt bin, sollen sie wissen, daß um ihres Gebetes und des gläubigen Zutrauens meines geistlichen Vorgesetzten willen ich die Gnade habe, euch mitteilen zu können, wie ich gerettet wurde.

Der Blitzstrahl hatte zwar das Herz getroffen, und der Tod trat sofort ein, aber einen Augenblick ließ mir der allbarmherzige Gott noch Zeit. Ich fühlte mein Ende herannahen und rief in meiner Not: ,O Mutter Gottes hilf! O Maria, verlaß mich nicht! Mein Jesus Barmherzigkeit!’ Die liebe Mutter Gottes sagte zu meinem Schutzengel: ,Eile ihm zu Hilfe, er darf nicht verlorengehen!’

In diesem Augenblick eilte mein Schutzengel herbei und rief mir zu: ,Rudolf, eine vollkommene Liebesreue!’ Ich erweckte sie und bin gerettet, gerettet auf ewig! Laß dies meine Mutter wissen, daß sie mir zu Hilfe komme durch Darbringung von heiligen Messen und anderen guten Werken. Meine zwei Brüder aber bitte ich, daß sie zusammen eine Wallfahrt nach Walldürn machen und mit inniger Andacht dort die heiligen Sakramente empfangen zur Danksagung, daß ihnen noch Zeit zur Buße und Besserung gelassen; denn ihnen stand das gleiche bevor wie mir, aber auch zur Sühne und Abbitte für all die sündhaften Gänge, die ich getan und für alle Sünden, die wir als Geschwister gemeinschaftlich begingen.“

Barbara: Als die Zeit der heiligen Messe in meiner Pfarrkirche vorüber war, wollte ich noch in die L.-Kirche gehen, um dort mehreren heiligen Messen beizuwohnen. Die Arme Seele begleitete mich dorthin. Längere Zeit sah ich sie noch. Auf einmal hörte ich seitwärts ein gar so erbärmliches Wimmern und Stöhnen, ganz schauerliche Klagetöne, und von jener Zeit an war die Seele verschwunden und wieder in ihre frühere peinliche Lage versetzt.

447 Am 8. Juni 1901

„Aber das ist Mein größter Schmerz, wenn eine Seele, die Mich wahrhaft liebt und sich alle Mühe gibt, Mir zu dienen, trotzdem zweifelt an Meiner Güte.“

Barbara: Heute nach der heiligen Kommunion war Jesus so lieb, daß ich mich nicht rühren konnte vor lauter Freude. Ich sagte:

„Es ist aber doch unbegreiflich, wie gut Du bist. Kannst Du denn alle Unvollkommenheiten vergessen? Wenn ich mich betrachte, kommen mir alle Zweifel und Ängste, weil ich meine, es wäre unmöglich, daß Gott Sich zu so einem sündhaften Geschöpf herablassen könnte.“

Jesus: „Ich habe alle deine Ecken abgeschnitten. Du verstehst Mich nicht, nicht wahr? Ich habe alles glatt gemacht durch Meine Verdienste, Meine Liebe und Meine Barmherzigkeit. Ich bin nicht wie ihr, ihr bleibt an einer Kleinigkeit hängen und habt Tag und Nacht damit zu tun. Aber wenn nur eine Seele den leisesten Seufzer ausstößt und erkennt, daß sie ein armseliges Geschöpf ist, ist alles gut und Ich ersetze alles, was fehlt.

Du wunderst dich, daß Ich zu so armseligen Würmchen herabsteige und machst dir die größte Unruhe und Zweifel, weil du dich so unvollkommen siehst. So sind alle Menschen, sie mögen sich in die tiefsten Klostermauern verbergen; so sind alle Menschen armselige Geschöpfe, und Ich muß immer wieder alle Ecken abschneiden, um mit ihnen verkehren zu können. Aber das ist Mein größter Schmerz, wenn eine Seele, die Mich wahrhaft liebt und sich alle Mühe gibt, Mir zu dienen, trotzdem zweifelt an Meiner Güte. Lieber ist es Mir, wenn eine Seele fällt und einsieht, daß sie gefehlt und sich wieder an Mich wendet und auf Mich vertraut, als daß sie meint, sie ist zu unwürdig, um sich Mir zu nahen. Das ist keine wahre Demut.“

Als bei der Eröffnung der heiligen Blutsandacht im S. feierlicher Umgang mit dem Allerheiligsten stattfand, ging Jesus als Mensch unter dem Himmel statt der heiligen Hostie einher. Als Er an uns vorbeikam, Lieschen, Luise und Barbara knieten nebeneinander, da neigte Er Sich herüber und sah uns so lieb und freundlich an.

Barbara: „Es scheint, als hättest Du ein bißchen Freude, wir sind doch gar so armselig.“

Jesus: „Ja, weil ihr es über euch gebracht habt, um Meinetwillen auch Verachtung zu leiden, weil ihr nicht nur geglaubt, sondern euren Glauben auch nach außen hin betätigt habt. Die Menschen, die so für Mich einstehen, bereiten Mir eine solche Freude, daß Ich Mich nicht zurückhalten kann, daß Ich Meine Liebe über sie ausgießen muß; denn sie haben Mir Meine ganze Liebe abgewonnen.“

Barbara: Weil Jesus so lieb war, so empfahl ich Ihm meine kranke Schwester und ich sagte zu Ihm: „Soll ich sie nochmals besuchen, oder wäre es Dir lieber, daß ich hierbleibe, weil ich droben ganz erdrückt bin und mich so an das Elend hänge?“

Jesus: „Und Ich will, daß du hingehst. Ihr sollt dem Leiden nicht ausweichen, sondern ihm entgegengehen und darin der Welt ein Beispiel geben. Alle wollen Mich lieben, aber auch die frömmsten umgehen die Leiden, die man umgehen kann; ja, wenn man noch so fromm ist und heiliggemäß lebt, dann macht man sich darin Ausreden. Du sollst hingehen und es deiner Schwägerin sagen, sie hat zu leben, da ist aber große Not. Gehe hin, nicht so sehr wegen deiner Schwester, die ist tiefgekräftigt, sie bedarf keines Trostes. Sie genießt eine große Seligkeit und Herrlichkeit, wenn sie einmal eingegangen ist, aber um deines Neffen und deiner Nichte willen, diesen zum Trost gehe hin und sieh nicht herum. Du sollst nicht rechts und links sehen, du sollst trösten, wen Ich zu dir hinschicke.“

448 Offenbarung für die Stadt Mainz

„Es hat eine Zeit gegeben, zur Zeit des heiligen Bonifatius, wo das Christentum eifrig war.“

Am 9. Juni 1901 wurde die Fronleichnamsprozession in der Neustadt gehalten. Als das Heiligste Sakrament aus der Kirche des heiligen Bonifatius auszog, sagte der liebe Heiland:

Jesus: „Jetzt verlange Ich von dir, ziehe dich zurück in dir, Ich will mit dir reden.“

Barbara: Alsbald sah ich in der Luft den heiligen Bonifatius und mit ihm eine große Schar von Priestern und Seligen, die ihm geholfen haben, das Reich Christi in dieser Gegend zu gründen. Hinter dieser Schar eng an sie angeschlossen, kam eine große Schar heiliger Jungfrauen, die heilige Bilhildis an der Spitze. Der heilige Bonifatius rief in strengem und feierlichem Tone:

Bonifatius: „Wo sind meine Tränen, wo sind meine Früchte, wo ist meine Aussaat in diesem neuen Heidentum?“ Bilhildis: „Und wo sind meine schönen Stiftungen, die ich gemacht, all die guten Beispiele, die ich gegeben in der Stadt durch mein entschiedenes Christentum, mein opferwilliges Leben, weil ich alles hingeopfert für die Kirche? Alles ist in Händen außerhalb der Kirche.“

Barbara: Nach diesem Anblick öffnete sich auch die Erde, und ich schaute in einen schauerlichen Abgrund, und ich sah eine große Schar häßlicher Gestalten, noch viel größer als die der himmlischen Geister darin. Einer, ein großer, mächtiger Herr, tat sich besonders hervor. (Aus einer über die geistige Entwicklung und den späteren Verfall des religiösen Lebens dieser Gegend gehaltenen Predigt am Nachmittag, nachdem ich dieses geschaut, erkannte ich, daß dies Luther mag gewesen sein.) Diese höllische Schar lachte und spottete, als Bonifatius so jammerte: „Gelt, ihr habt ausgesäet, wir aber haben geerntet. Wo sind eure Verdienste?“ Und sie lachten und höhnten so fort. Bonifatius entgegnete immer wieder. Es war ein langer Wortwechsel zwischen beiden Scharen.

Bonifatius: „Höhnet und spottet ihr nur. Es kommt die Zeit, wo meine Früchte doch zeitig werden. Es gibt doch wieder ein neues Leben, es fängt schon an zu grünen und zu sprossen (und gleichzeitig deutete er herunter).

Machet nur mit Entschiedenheit so fort, wie ihr angefangen. Ihr habt dasselbe erfunden, was ich erfunden habe. Mein Eifer war so groß, daß ich alles zu Hilfe gerufen habe, vernünftige und unvernünftige Geschöpfe, um Gottesverehrung wieder in die Menschheit hineinzubringen. Ich rief Männer und Frauen, meine Verwandten, Freunde und Klosterfrauen zu Hilfe. Und ich brachte es fertig.

Denselben Beruf habt ihr. Ihr müßt nur so fortfahren. Wirket in der Nähe und in die Ferne. In weiter Ferne sollt ihr die Leute aufrufen, wenn ihr auch keine Apostel seid. Aber ihr könnt durch euer Gebet, euer Sühneleben, durch eure Wallfahrtsgänge viele rütteln und schütteln und das Priestertum unterstützen. Sie predigen jetzt feuriger und die Gnade wirkt mächtiger.“

Der heilige Bonifatius verschwand. Als wir an die Ignaz-Kirche kamen, sagte der Herr:

Jesus: „Ziehe dich zurück. Ich will mit dir reden. Ich will dir die heutige Christenwelt zeigen. Die frommen Christen sind alle zu stolz.“

Barbara: Er zeigte mir die Männerwelt, wie sie hoch erhobenen Hauptes einherstolzierten mit der Losung: Ich brauche kein Gebet, keinen Priester, keine Kirche. Ich sah den Herrn als Gottmensch wie ehedem unter den Menschen einherwandeln. Er ging traurig und demütig einher. Rechts und links schritt man stolz an Ihm vorüber, man schämte sich Seiner. Hie und da sah ich andere die schliefen.

Um jeden Mann herum sah ich viel Gewürm. Die Männer beteten das Gewürm an, und sie beteten auch sich selbst an. Ich fragte den Herrn, was dies bedeute. Er sagte, daß die meisten Menschen ganz in sich aufgehen und sich selbst anbeten, weil sie nichts suchen, als sich zu vergöttern. Ich fragte:

„Woher kommt es denn, daß es so geworden ist, es muß doch einmal einen Anfang genommen haben?“

Jesus: „Es hat eine Zeit gegeben, zur Zeit des heiligen Bonifatius, wo das Christentum eifrig war. Nach und nach haben die Wächter geschlafen, wurden lau und gleichgültig und daher kam der Untergang. Daran sind die Wächter schuld, denn sie, welche die Tore bewachen sollten, haben geschlafen.“

Barbara: Er zeigte mir dann, wie die Christen sich wieder aufraffen. Nach und nach hätte Er mehr Freude. Ich sah viele, welche in der linken Hand eine Trompete trugen, in welche sie hineinbliesen, aber der Schall derselben fiel immer wieder auf sie zurück. Die rechte Hand erhoben sie von Zeit zu Zeit, als wenn sie predigen wollten, aber alsbald sank sie wieder zurück. Ich fragte, was das bedeute.

Jesus: „Wohl zeigen die Priester jetzt großen Mut, stehen für die Rechte der Kirche ein und steuern mit Entschiedenheit darauf los, die Christen zu wecken, aber sie haben noch allzu große menschliche Rücksicht gegen sich selbst und gegen andere, sie sind immer noch so furchtsam und sobald sie ein Wort hören, sinkt ihnen der Mut.“

Barbara: In der Neustadt sah ich ganz schwarze dunkle Häuser, nur ein Haus war ganz hell in der Nähe der B-Kirche.

449 Am 10. Juni 1901

„Sagt allen, daß es Mein Wunsch ist, daß die Liebesbundmitglieder für den Sieg der Kirche täglich einmal das Gebet: ,Zu dir, heiliger Josef, fliehen wir in unserer Not’, und das Gebet zum heiligen Erzengel Michael und dazu ein Vaterunser beten.“

Als ich mich heute innerlich ängstigte, sagte der Herr:

Jesus: „Du kurzsichtiges Ding, was ängstigst du dich wieder? O was werden einmal die gläubigen Christen dastehen vor dem allgemeinen Weltgericht, wenn sie diese Meine Güte und Erbarmung durchschauen, wie Ich durch die Schriften so demütig unter den Menschen umherging. Ich habe Mich ihrer nicht geschämt; sie aber haben sich Meiner geschämt. Das Werkzeug, das Ich Mir erwählt, war ihnen zu armselig. Wie werden sie alsdann staunen über Meine Barmherzigkeit. Auf die kleine Schar der Liebesbundmitglieder lege Ich großen Wert, daß noch viele dadurch gerettet werden, weil sie mit Entschiedenheit durchgreifen. Besonders viel können die Schwestern von N. tun. Ich habe auf sie Mein Auge gerichtet. Da ist der erste Keim gelegt. Nach und nach kommt es immer besser. Sagt allen, daß es Mein Wunsch ist, daß die Liebesbundmitglieder für den Sieg der Kirche täglich einmal das Gebet: ,Zu dir, heiliger Josef, fliehen wir in unserer Not’, und das Gebet zum heiligen Erzengel Michael und dazu ein Vaterunser beten.“

450 Fest des heiligen Antonius am 13. Juni 1901

„Nur im einfältigen, vertraulichen Verkehr, wo man mit Gott redet, da würdigt Er Sich, uns zu nahen und uns ganz in Ihn umzugestalten.“

Barbara: Heute nach der heiligen Kommunion sah ich den heiligen Antonius zwar in Ordenskleidern, aber alles blendend weiß, in himmlischer Glorie strahlend, glänzend voll Reinheit. Sein Gürtel war wie dicht besetzt mit Edelsteinen. Er sagte:

Antonius: „Das sind die Bande Jesu, die ich aus Liebe zu Ihm getragen. Die ganze Ewigkeit hindurch strahlt dieser Gürtel jetzt in lauter Edelsteinen. So angenehm ist es Jesus, wenn man sich Ihm zuliebe hingegeben hat, wie Er Sich um unserer Sünden willen hingab.“

Barbara: In dem Hochamt um neun Uhr, gleich nach dem ersten Segen, sah ich durch die ganze Messe hindurch eine große Schar von Ordensmännern im Altarraum. Der heilige Franziskus und der heilige Antonius waren wie Brüder zusammen, der heilige Franziskus zur Rechten, der heilige Antonius zur Linken. Beide waren so lieb zu mir. Der heilige Antonius blickte mich freundlich an und sagte:

Antonius: „Fahret nur so fort!“

Barbara: Zwischen dem Ernst des heiligen Franziskus und dem liebevollen Wesen des heiligen Antonius war ein großer Abstand und doch waren sie vereinigt. Es war ein Glanz, eine Seele, und doch ein solcher Unterschied zwischen ihnen. Antonius war in jugendlicher Schönheit. Der heilige Franziskus war älter, ernst und alles so erhaben an ihm. Das kindliche, liebevolle Wesen in Antonius war doch mit so heiligem Ernst verbunden. Ich sagte zu ihnen:

„Ach, wie wunderschön! Es ist doch der Mühe wert, daß man sich recht bemüht. O wenn doch recht viele sich so bemühten, wie ihr es getan. O wenn man es doch auch so machen und Gott so lieben könnte wie ihr!“

Antonius: „Nicht durch meine gelehrten Predigten, wodurch ich die ganze Welt in Staunen gesetzt, habe ich das liebe Jesuskind auf meine Arme herabgezogen, auch nicht im Beichtstuhl, wo alles mir nachströmte und von mir geleitet sein wollte, habe ich die Gnade erlangt, sondern durch meine innige, kindliche Gottesliebe, in stiller Zelle, wo ich in Betrachtung versenkt war. Nur im einfältigen, vertraulichen Verkehr, wo man mit Gott redet, da würdigt Er Sich, uns zu nahen und uns ganz in Ihn umzugestalten. Alles andere ist überflüssig, ob man groß scheint und geachtet ist, aber darauf schaut Gott, daß man kindlich mit Ihm redet, wie ein Kind mit seinem Vater.“

Franziskus: „Was wir der Welt geleistet durch unseren einfältigen und kindlichen Glauben, das sollt ihr jetzt der Welt sein. Und dazu braucht man keine gelehrten Worte!“

Barbara: „Ja, bei uns ist es nicht wie bei euch. Wir sind hinausgestoßen von den Vorgesetzten. Bei dir waren sie einverstanden; wenn du auch eine Zeitlang verlacht wurdest, später schloß man sich fest an dich an, weil die Kirche es angenommen. Jetzt erklärt man die als Narren, die das Gute anstreben, damit das Volk Abneigung bekommt und dadurch wird auch die Frömmigkeit überhaupt verhaßt.“

Franziskus: „Das ist sehr zu bedauern, aber das geht euch gar nichts an, ihr habt dafür keine Verantwortung. Ihr sollt euch an uns ein Beispiel nehmen in allen Dingen, wie ihr uns nachmachen könnt. Alles, was ihr innerlich aufgetragen bekommt, sollt ihr so gläubig tun, als ob die ganze Welt es glaubte. Ihr seid jetzt freigestellt. Der Bischof will nichts mehr hören, und ihr könnt deshalb noch viel mehr tun. Nur was er euch verboten hat, müßt ihr lassen. Er wollte nichts wissen, und damit ist es abgetan. Ihr seid um so mehr erleichtert, weil ihr jetzt dem Zug der Gnade folgen könnt, wie Er es euch eingibt. Jetzt schaut auf mich. Der Herr hat euch neulich gesagt, die Kirche erlangt nicht den Sieg durch große Heere, sondern durch geübte Kämpfer. Das könnt ihr. Ihr sollt euch nur darauf verlassen, daß ihr die mutigsten Kämpfer an eurer Seite habt. Ihr steht nicht allein.“

Barbara: Er führte nun das ganze Heer herbei. Der heilige Erzengel Michael stand hoch wie auf einem Berg mit dem Schwert in der Hand. Er überschaute die ganze Kirche.

Franziskus: „Siehe, dieser steht auf eurer Seite, um die Feinde zu zerschmettern, die sich euch entgegenstellen. Und hier ist der heilige Josef, der Schutzpatron aller christlichen Familien. Er steht an der Spitze einer jeden christlichen Familie. Er hat das Beil in der Hand zum Zeichen, daß er keine großen Werke geübt hat. Im täglichen Verkehr mit seiner Familie und im Broterwerb für seine Familie hat er sich zum Schutzherrn aller Familien emporgeschwungen. Er soll allen christlichen Vätern ein Vorbild sein. Sie können alle dem heiligen Josef nachahmen, das gibt die geübten Kämpfer.

Und ihr Mütter, hier habt ihr die Gottesmutter zum Vorbild. Die Hände bei der Arbeit, die Augen auf Ihren Sohn gerichtet. Und nach dem Tode Ihres Sohnes waren die Hände bei der Arbeit, das Herz bei der Kirche und die Augen gegen den Himmel gerichtet. Ihr Wandel war ganz im Himmel. So sollen es die Jungfrauen machen. Ihr ganzes Sein und Streben sollen sie einsetzen für die Kirche und ihr Auge zum Himmel erheben; das geben die geübten Kämpfer.

Ihr sollt euch nicht fürchten, möget ihr auch zum Papst geschickt werden nach Rom. Nehmt euch ein Beispiel an mir. Wie ich die Erscheinung gehabt habe, das ist still und verborgen vor sich gegangen. Damals hat das Priestertum mehr an solche Sachen geglaubt. Vom letzten Christen bis hinauf zum höchsten war ein tiefgläubiges Christentum. Man nahm keinen Anstoß. Man glaubte, daß Gott solchen Seelen mehr zu wissen tut als anderen. Bedenkt, wie einfach ich zum Papst gegangen bin. Ihr müßt wissen, daß auch ich kein Gelehrter war. Ich hatte keine anderen Studien gemacht als die in meiner Schule wie ihr.

Und mit welchen einfältigen, kindlichen Worten habe ich meine Bitte vorgebracht und habe mich nicht einmal darum gekümmert, daß ich etwas Schriftliches in der Hand haben müsse zur Beglaubigung. Ich ging, weil ich ein einfältiger Mensch war. Und so müßt ihr tun, wenn ihr zum Bischof geschickt werdet; ob sie euch verlachen und verspotten, es geht euch nichts an. Kümmert euch nicht darum. Obwohl es schien, daß alles verworfen werde als dumme, einfältige Sache, hat Gott es doch gelenkt, daß der Ablaß angenommen wurde. So ist es auch hiermit. Wenn es auch jetzt scheint, als wäre alles verworfen, es geht doch vorwärts, nur sehr langsam, weil in die ganze Kirche erst ein tiefgläubiges Christenleben eingeimpft werden muß. Viel weiter ist der Strom der Zeit vorgeschritten als damals.“

Barbara: „Wenn uns Gott jetzt zum Bischof schicken würde, so dürfen wir doch nichts tun.“

Franziskus: „Es ist euch alles abgenommen, ich habe auch nur den Fall gesetzt, ihr seid aber doch schon zum Bischof geschickt worden. Ich sage nur, wenn ihr hingeschickt würdet, daß ihr euch nicht darum kümmert, wie es ausfällt und ob es angenommen wird. Eure Aufgabe ist, daß ihr den Befehl ausführt, wie es euch aufgetragen ist. So ist es jetzt mit der Lourdes-Reise, die sollt ihr in der Einfalt des Herzens tun, als könntet ihr damit die ganze Welt bekehren und als wäret ihr die Heerführer der ganzen Welt, und ihr sollt sicher sein, daß sie viel zum Sieg der Kirche beiträgt. Ihr sollt auch den heiligen Benedikt Labre zum Vorbild nehmen, der sein ganzes Leben nicht mehr tat als Beten und wallfahren, und euch um nichts kümmern.

Glaubt nur, daß es wahr ist, was die Kirche lehrt in den Worten: ‚Ich glaube an eine Gemeinschaft der Heiligen.‘ Wir Heiligen stehen alle mit Betrübnis da und schauen den guten Seelen zu. Es ist ein großer Schmerz für uns, daß so viele abwärts gehen. Aber laßt euch nicht entmutigen durch das kleine Häuflein. Es muß die Kirche siegen und wenn alles abfällt. Das Wort Christi ist auf eurer Seite, das andere darf euch nichts kümmern.

Deswegen ist es an der Zeit, wo das Priestertum schauen muß auf Personen, mit denen Gott verkehrt, und daß sie es glauben und annehmen. Sie sehen, daß trotz aller Predigten die Welt immer mehr abwärtsgeht und das Christentum schwindet. Deshalb sollten sie in sich zurückkehren und sich sagen: Wo ist gefehlt, wenn alle Wirksamkeit nichts mehr ausrichtet, und dann an die Brust schlagen und sagen: Meine Schuld, meine Schuld ist es, und sich selbst zurückziehen in ein tiefgläubiges Leben. Und so soll jeder tun; denn eher wird es nicht anders, bis die ganze Christenheit gar keine Gemeinschaft mehr mit der Welt hat.

Das Wort deines Beichtvaters, das ist mir viel zu hoch, das muß zurückgenommen werden. Wer es nicht annimmt, der glaube nur ja, daß er halb und halb der Welt zugeneigt ist, und in großer Gefahr ist, mit fortgerissen zu werden.“

451 Fest des heiligsten Herzens Jesu im Juni 1901

„Meine Tochter, warum zögerst du zu schöpfen? Komme, schöpfe mit Freuden aus dieser Quelle und teile aus allen, die sich daran laben wollen.“

Barbara: Ich hatte mich wegen eines begangenen Fehlers beunruhigt, indem mein Stolz sich einer kleinen Verdemütigung nicht unterwerfen wollte. Auch hatte ich Tags zuvor einige Bemerkungen gehört, die mich schließen ließen, daß meine Vorgesetzten immer noch fürchten, es könne der Geist des Stolzes meine Seele beherrschen. Darüber ward ich sehr unruhig, traurig und betrübt. Am Herz-Jesu-Fest ging ich äußerlich meiner Andacht nach wie immer, aber zu einem vertrauten Umgang mit meinem über alles geliebten Jesus konnte ich es nicht bringen. Nur Tränen hatte ich an diesem Tag. Gegen vier Uhr, als die Herz-Jesu-Prozession aus der St.-P.-Kirche auszog, überfiel mich etwas wie eine Ohnmacht. Ich sah den Herrn in großer Majestät der Kirchentüre zuschreiten. Rechts und links gingen die beiden Apostelfürsten Petrus und Paulus. Johannes der Täufer trug die Schleppe Seines Gewandes. Dann folgte eine große Schar himmlischer Geister, Engel, in tiefer Ehrfurcht Ihren Herrn und Gott anbetend. Auch ich schloß mich ihnen an. Ich glaube, daß mir nur deswegen diese himmlische Prozession gezeigt wurde, um uns zu warnen vor der großen Ungezogenheit, womit gerade diese Prozession abgehalten wird, wo keine Spur von Andacht zu finden ist.

Zur Beschämung der Christen begleiteten die Patrone dieser Kirche ihren Herrn. Und Johannes der Täufer, der Sein Vorläufer war, als Er unter den Menschen erscheinen wollte, kommt jetzt, die Schleppe Seines Gewandes zu tragen. Als ich das Durcheinander hörte, das in die Kirche wie ein Jahrmarkt eindrang, stand ich auf, um mich der Prozession anzuschließen. Als ich meine Verbeugung machte, zog es mich mit unwiderstehlicher Gewalt zum Herz-Jesu- Altar hin. Ich kniete an den Stufen nieder, und der Herr fing an, mich zu belehren.

Jesus: „Warum, Meine Tochter, bist du so verstimmt und grämst dich ab über Dinge, die dich nicht berühren sollten? Bereue deine Fehler und komm an Mein Herz.“

Barbara: Zu gleicher Zeit sah ich den Herrn auf dem Altar die Wunde Seines Herzens sich öffnen, und, o Wunder, ich schaute in ein Meer, das nie zu ergründen war, und ich setzte mich nieder und reichte mit der rechten Hand hinein. Ich ward jugendlich wie ein Kind und spielte in dem klaren Wasser, die Hand hin- und herplätschernd. Da rief mir der Herr zu:

Jesus: „Meine Tochter, warum zögerst du zu schöpfen? Komme, schöpfe mit Freuden aus dieser Quelle und teile aus allen, die sich daran laben wollen.“

Barbara: „Ach, o Herr, es ist doch vergebens. Niemand glaubt, daß Du es bist, der mich belehrt, weil ich ein so armes sündhaftes Geschöpf bin. Der Bischof und mein Beichtvater haben mich abgewiesen. Wozu sich also solche Mühe machen?“

Jesus: „Ich habe einmal gesagt: Ein Röhrlein laß Ich Mir nicht verstopfen. Das soll fließen für alle, die dürsten danach. Willst du aber ein Zeichen, woran du erkennen kannst den Geist, der in dir wirkt, dann schaue auf deine Umgebung und auf deine beiden Freundinnen. Glaubst du wohl, dein Geist ziehe alle, die mit dir verkehren, zur Gottesliebe hin? Deine beiden Freundinnen sehen tiefer als du. Darum habe Ich sie dir gegeben. Du kannst dich auf sie verlassen.

Schaut hinein in die Welt, wieweit es gekommen ist. Geht es Mir vielleicht besser als euch? Wie viel Verachtung, wie viel Spott und Hohn muß Ich hinnehmen Tag für Tag. Tausend und Abertausend gehen einher, und Ich bin ihnen ein unbekannter Gott. Viele kennen Mich nur, um mit Mir ihren Spott zu treiben, und du willst dich beklagen, daß es nicht anders werden will? Weißt du nicht mehr, was der eucharistische Kreuzweg bedeutet? Er ist ein geheimnisvoller Weg, den viele Christen nicht mehr kennen. Und für diese sollt ihr ihn mit Mir gehen. Sage deiner Nichte, sie soll fortfahren auf dem betretenen Weg. Sie wird es nie bereuen. Niemand wird es bereuen, der sich angeschlossen an euch und ausgeharrt bis an sein Ende.“

Barbara: Mein Herz fing so heftig zu schlagen an vor lauter Fröhlichkeit, daß ich aufschaute nach meinem Herrn, und es wollte wie zerschmelzen vor Liebe zu Ihm. Aber was sah ich, Sein Herz fing so heftig an zu schlagen, daß es schien, als schlage es um die Wette mit dem meinigen.

„Ja, mein Jesus, dieses Herz soll Deine Schläge erwidern, bis sie sich vereinigen, um ewig zusammen zu schlagen in ewiger Liebe.“

Jesus: „Die Verachtung verachten, ist die höchste Stufe der Demut. So ist aber auch die höchste Stufe der Verachtung, wenn man einen Menschen keiner Antwort mehr wert hält, wie der Bischof es mit euch macht. Am großen Gerichtstag werden sie alle sehen, was Ich eigentlich gewollt; denn Ich habe der Menschheit nur das Beste gewollt. Es wäre nur zu ihrem Besten, wenn sie es annähmen. Denn es gibt kein anderes Mittel, die Menschen zurückzuführen, als daß sie sich alle miteinander demütigen und mehr gefallen lassen.“

452 Am 17. Juni 1901

Nach der heiligen Kommunion, als Barbara nach Rück fahren wollte:

Jesus: „Bleibt nur recht vereinigt. Während der Zeit, wo du in Rück bist, vereinigt euch täglich im Gebet miteinander, ihr sollt euch nicht mehr trennen. Du, Barbara, sollst dich nicht einnehmen lassen von all dem, was um dich her vorgeht, sondern du sollst sein wie ein Holz in Meiner Hand, das sich nach Belieben gebrauchen läßt. Droben sollst du das Kreuz von hier vergessen, und hier sollst du das Kreuz von droben vergessen.“

Barbara: „O Herr, Du verkehrst doch mit meinen Freundinnen wie mit mir, aber sie sagen nichts, ich aber dränge mich hervor.“

Jesus: „Nein, du drängst dich nicht hervor. Das ist Mein Wille so!“

453 Am 2. Juli 1901

Maria: „Als Ich zu Meiner Base Elisabeth ging, hatte Ich zunächst die Nächstenliebe im Auge, um ihr die frohe Botschaft zu bringen und ihr behilflich zu sein. Wenn Ich aber mit Meinem Sohn in den Tempel nach Jerusalem ging, da hatten Wir nur die Verherrlichung Gottes im Auge, weil es Ihm sehr wohlgefällig ist, wenn man in der freien Natur sich mit den vernünftigen und unvernünftigen Geschöpfen vereinigt, um Ihn zu loben und zu preisen. So sollt ihr tun. Ihr sollt nichts im Auge haben als die Verherrlichung Gottes bei eurer Lourdes-Reise. Legt vorher eine gute Beichte ab, um euch zu reinigen von allen Unvollkommenheiten, damit Mein Sohn Seine Gnaden recht in euch ausgießen kann.“

454 Am 3. Juli 1901

Barbara: Als ich die liebe Mutter Gottes anflehte, mir doch zu sagen, ob ich, da meine Schwägerin mir die Erlaubnis gegeben, wieder zu meiner kranken Schwester zu gehen und ihr bei der Ernte zu helfen, sogleich hingehen solle oder warten, bis die große Gebetswoche vorüber sei, da gab Sie mir die Antwort:

Maria: „Wenn Mein Sohn Sich dir mitteilt, dann tut Er es, um andere zu belehren, daß Gott von Seinen Geschöpfen geliebt sein will. Diese Liebe darf aber nicht im Herzen verschlossen bleiben, sondern sie muß sich durch die Tat bewähren. Die Mitglieder des Liebesbundes werden mehr erbaut, wenn sie sehen, wie du dich abmühst, um anderen wohlzutun, als wenn du nur dem Gebet und der Betrachtung obliegen wolltest.“

Barbara: Da meine Schwester in Rück sehr krank ist und deswegen ein schweres Kreuz auf dieser Familie lastet, so war ich schon einige Male dort, um auszuhelfen. Denn um Tagelöhner zu nehmen oder eine Dienstmagd zu halten, hat die Familie nicht die Mittel.

Am Samstag, dem 29. Juni, kam ich wieder nach Mainz zurück. Als ich meiner guten Schwägerin die bedrängte Lage meiner armen Schwester erzählte, erlaubte sie mir hinzugehen, bis die Ernte vorbei ist. Wohl ist es wahr, daß die lieblichen Unterhaltungen, in denen meine Seele sich mit der göttlichen Liebe vereinigt, unterbrochen werden; denn ich muß alle meine Kräfte einsetzen, um die harten Feldarbeiten mitschaffen zu können. Aber ich erkenne darin den göttlichen Willen. Meine Schwägerin, die immer so sehr an einem bösen Bein litt, hat Er dieses Jahr geheilt, weil Er sehen will, ob ich nicht nur das Kreuz tragen will, das wir unbedingt zu tragen verpflichtet sind, sondern Er will auch, daß wir das Kreuz aufsuchen und anderen zu tragen helfen, wozu wir nicht absolut verpflichtet sind.

Eine große Freude hatte ich in meiner Heimat, als ich sah, wie das ganze Dörfchen meinem Bruder, der von der Baukommission gezwungen wurde, sein altes Haus niederzureißen und neu zu bauen, dabei half. Holz, Steine, Kalk, Ziegeln, alles wurde gemeinschaftlich getan. Ja, sogar sah ich, daß ihm die Nachbarn seine Feldarbeit besorgen halfen. Alles wurde aus Dankbarkeit gegen Gott getan, der Sich herabließ, aus ihrer Mitte ein so armseliges Werkzeug zu erwählen. So bin ich nun entschlossen, bis zur Abreise nach Lourdes zu meiner Schwester zu gehen, die oft um zehn Uhr morgens noch nichts zu essen hat, weil ihr Sohn die Feldarbeit zu besorgen hat; denn die armen Leute dort haben alle mit sich zu tun.

455 Fest der hl. Maria Magdalena am 22. Juli 1901

„Kein Weg ist zu hart, kein Leiden zu groß, um die Herrlichkeit verdienen zu können, die eurer wartet in der Ewigkeit.“

Barbara: Am Fest der heiligen Magdalena hatte ich vergessen, meiner guten Herzensschwester eine Freude zu machen. Ja, ich dachte nicht einmal daran, daß Magdalena gefeiert werde. Müde und abgespannt von der harten, anstrengenden Arbeit, noch mehr aber, weil ich bei der großen Hitze fortarbeitete auf dem Felde, was ich doch schon seit langem nicht mehr gewöhnt bin, konnte ich meinen Geist nicht sammeln zum innigen Gebet. Ich war darum sehr verwundert, als meine Seele plötzlich jenes himmlische Licht schaute, in welchem ich sonst die schönen Belehrungen erhielt. Eine Jungfrau nahte sich und redete mich an:

Magdalena: „Habe noch Geduld, liebe Schwester, bald ist die harte Prüfungszeit für dich und deine zwei Freundinnen wieder vorüber. Du wirst dich bald des süßen vertrauten Umganges deines Geliebten mit ihnen wieder erfreuen können. Siehe, dies war eine Art Prüfung, wie ich sie zu bestehen hatte in der langen Zeit, wo ich jene Felsenhöhle bewohnte.“

Barbara: Als ich nun nachdachte über die Bedeutung dieser Worte, hörte ich von dem Altare her, wo eben der Priester die Epistel verlas, das Wort Magdalena. Ich erschrak und schämte mich zugleich, weil sie mich besuchte, ohne daß ich sie eingeladen, ja, nicht einmal an ihre Verehrung gedacht hatte. Ich beklagte mich, daß ich doch überall so harte Wege gehen müsse und daß ich so armselig sei. Da gab sie mir zur Antwort:

Magdalena: „Kein Weg ist zu hart, kein Leiden zu groß, um die Herrlichkeit verdienen zu können, die eurer wartet in der Ewigkeit. Sage deinen zwei Freundinnen, die sich ebenso verlassen fühlen wie du, daß sie, wenn ihr mir Freude machen wollt dafür, daß ich mir schon so oft Mühe gab, durch meine Belehrungen euch den Weg zur Vollkommenheit zu erleichtern, mit dir mein Leben und das meiner beiden Geschwister versinnbilden sollen. Gern kehrte der Herr bei uns ein und die Schrift sagt von uns ganz einfach: Die drei guten Geschwister, Maria, Martha und Lazarus. Dies soll man auch von euch sagen können.“

Barbara: Als ich sie bat, sie möge sich doch für meine kranke Schwester verwenden, weil der Herr mir gesagt, deine drei Geschwister werden noch längere Zeit ihren Familien vorstehen, und hier ist gar keine Aussicht auf Genesung, anwortete sie mir:

Magdalena: „Ihr Menschen versteht die Sprache Gottes nicht. Nicht um Dinge für diese Spanne Zeit soll der Mensch bitten. Wenn der liebe Gott etwas verspricht, dann hat Er immer das ewige Heil der Menschen im Auge. Der Geist deiner Schwester wird sich auf ihre Kinder vererben und noch lange in ihren Familien fortleben. Es wird keines von ihnen verlorengehen.“

Barbara: „Liebe Schwester, erbitte mir auch vom Herrn einen guten Rat für meine Nichte Marie und das Dienstmädchen Anna, die den Herrn schon lange bitten, Er möge ihnen als Namenstagsgeschenk durch mich Aufschluß geben, ob sie ins Kloster gehen sollen.“

Magdalena: „Das beschauliche Leben ist das vorzüglichste, und der jungfräuliche Stand übertrifft den Ehestand so weit, als der Himmel von der Erde verschieden ist. Wer sich stark genug fühlt, in der Welt ein jungfräuliches Leben zu führen, der kann, wenn er Vermögen besitzt, ein gutes Beispiel leuchten lassen und die Kirche unterstützen. Aber vorzuziehen ist der Ordensstand, weil durch die drei Gelübde der Mensch ganz mit Gott verbunden wird. Freue dich, mit deinen beiden Freundinnen die Lourdes- Reise machen zu können; denn du wirst dort einer so großen Gnade gewürdigt werden, dergleichen du noch keine hattest, seitdem der Herr mit dir verkehrt!“

Barbara: Als ich die heilige Kommunion empfing, stand die Heilige strahlend wie eine Sonne neben dem Priester, und als ich zurückgekehrt war, fragte ich sie:

„Was bedeutet dieser außergewöhnliche Glanz an dir und deine übergroße Freude?“

Magdalena: „Es ist dies der Ausstrahl der göttlichen Liebe. Dein himmlischer Bräutigam sendet heute Seine ganze Fülle auf dich herab. Dieser eine Tag überwiegt alle Leiden meines ganzen Lebens.“

Barbara: Nach der heiligen Wandlung beteten die Kinder abwechselnd für die Armen Seelen. Da sah ich wieder einen neuen Lichtstrahl und eine Person freudestrahlend emporsteigen. Ich fragte, wer sie sei.

Arme Seele: „Dieser Ort ist mein Heimatort, und durch diese heilige Messe und das Gebet der Kinder bin ich jetzt befreit aus den Peinen des Fegefeuers.“

Barbara: Ich erkannte in ihr eine Frau, die schon sehr lang gestorben war. Ich war meiner Sinne beraubt, hatte gar kein Gefühl und merkte nicht, daß nach der heiligen Messe die Kommunion ausgeteilt werde, bis sich der Priester umwandte mit den Worten: „Seht an ...“ Da bewegte sich etwas in mir. Ich bekam Leben, und es war, als werde ich an die Kommunionbank getragen. Die Leute und der Priester hatten es bemerkt; denn es wurde mir anderntags gesagt, der Priester habe lange gezögert und gewartet auf mich.

Am Skapulierfest brachte mir die liebe Mutter Gottes einen Dornenkranz und sagte:

Maria: „Dieser Kranz wartet auf dich in Mainz, bereite dich darauf vor!“

456 Vigil von Portiuncula 1901

„So wie der böse Geist den Menschen bearbeitet und drängt, das auszuführen, was er ihm eingibt, so bearbeitet aber auch Mein Geist die Seele, mit der Ich verkehre.“

Als Barbara anfing, die Ablässe zu gewinnen, durfte sie einen Blick in das Fegefeuer tun. Eine unabsehbare Menge streckte jammernd und bittend die Hände empor, rufend: „Auch mir, auch mir komm zur Hilfe, erbarme dich meiner!“

Am Abend war Barbara sehr ermattet und abgespannt, sie glaubte, sich setzen zu dürfen. Da rief ihr aber eine Stimme zu: „Steh auf, stehe auf, knie dich! Dieses Gebet nutzt nichts!“

Sodann sprach der Herr den Wunsch aus, wir möchten der Einladung eines Priesters folgen und ihn auf der Lourdes-Reise besuchen, weil Barbara sich vorher geäußert, sie gehe lieber still ihre Wege. Der Herr aber sagte:

Jesus: „Ihr müßt sein wie die Kinder, und wenn es einer Seele nützt, gern der Bitte willfahren, einerlei, wie es aufgenommen wird. Es bleibt doch immer etwas Gutes hängen. Luise soll ihm antworten.“

Auf Portiuncula sagte der Herr:

Jesus: „Ihr müßt die Unannehmlichkeiten auf der Reise nicht scheuen, weder die Ungunst der Witterung noch die Dürre und Trockenheit im Innern darf euch beirren. Das alles konnte Ich auch den Heiligen nicht ersparen; ihr müßt denselben Weg gehen. Euer Trost muß sein, daß es so der Wille Gottes ist, und daß ihr so um so mehr verdient. Weshalb sind denn einige Heilige so früh gestorben? Weil sie sich in Meinem Dienst aufgerieben. Auch euch soll nichts erspart werden. Geht nur über all die Unannehmlichkeiten hinweg.

Gehe aber hin und tröste N. und sage, er soll sich jetzt wieder erheben. Das alles seien nur zeitliche Strafen gewesen, weil er so gehandelt hätte. N. sei nicht verloren, aber in einer solchen Pein, und so von Teufeln umgeben, daß sie glaube, sie sei in der Hölle. Ich habe damit Meiner Kirche einmal den Unterschied der Geister zeigen wollen. N. hat sich willenlos vom bösen Geiste bearbeiten lassen. Gerade so ist es mit dir in dem Zustand, wenn du dich von Meinem Geiste bearbeiten läßt. N. war die Hauptursache, daß die Untersuchung so abgelaufen ist, obwohl er von Anfang an die Sache geleitet und mehr als irgend jemand Einblick in diese Sache haben konnte und Barbara beobachten konnte. Weil er nun, obwohl er gut konnte, den Unterschied der Geister nicht hat erkennen wollen, deshalb mußte Ich ihn so strafen, damit er sieht, wie die Geister den Menschen bearbeiten.

So wie der böse Geist den Menschen bearbeitet und drängt, das auszuführen, was er ihm eingibt, so bearbeitet aber auch Mein Geist die Seele, mit der Ich verkehre. Denn wenn Ich die Seele in Besitz genommen habe, ist die Seele willenlos in Meiner Hand. N. solle jetzt nicht mehr länger widerstehen.“

Am Nachmittag: „Bleibe heute hier, Ich habe mit dir zu reden!“

Am Abend: „Ziehe dich zurück, Ich will mit dir reden!“

Barbara: „Bist Du es wirklich?“

Jesus: „Was hast du denn heute in der Predigt gehört?“

(Ein Priester hatte geschildert, daß eine benutzte Einsprechung Großes wirken könne, und daß, wenn der heilige Franziskus die Stimme Gottes „Begehre von Mir eine Gnade!“ überhört und nicht beachtet hätte, wir den großen Portiuncula-Ablaß nicht hätten.)

Jesus: „Ich kann nun einmal mit den Menschen nicht anders verkehren als durch den Geist, indem Ich Mich dem Geiste mitteile durch Einsprechungen, gerade wie es bei dir der Fall ist. Wenn deine beiden Freundinnen nicht wären, so hätte Ich Mich schon zurückgezogen. Mache es doch einmal wie deine Freundinnen; sie haben mehr Mut als du. Ihr drei und deine Familie und alle Liebesbundmitglieder, die sich angeschlossen und sich Mühe gegeben haben, den Ablaß zu gewinnen, haben ihn gewonnen. Ich will euch heute abend noch zeigen, was ihr gewonnen.“

Barbara: Als das „Großer Gott“ gesungen wurde, füllte sich die ganze Kirche wie mit einer Wolke voll Armer Seelen, aber sie hinderten einander nicht, sie brauchten keinen Platz. Es waren darunter viele junge Mädchen, besonders eine, die ich kannte; sie waren alle so schön angezogen. Eine Freundin von unserem Dienstmädchen, die vor kurzem starb, zeichnete sich aus durch ihre schönere Kleidung, und sie gab mir einen Auftrag:

Arme Seele: „Sage meiner Freundin einen herzlichen Gruß. Ich will ihr die ganze Ewigkeit dankbar sein, daß sie uns besuchte in unserem Dörfchen und uns von der Liebe zu Jesus und von Seiner Liebe zu uns sprach. Das war mein größtes Glück. Ich habe mich gleich inniger angeschlossen an Gott, wie ich es gehört habe, besonders in meiner Krankheit. Ich durfte nicht länger leben, ich war den Versuchungen der Welt nicht gewachsen, ich hatte nicht die Kraft, das Bessere zu erfassen, und deshalb rief mich der liebe Gott ab. Ich habe dem Gebet von Anna viel zu verdanken. Sie wird ein langes Leben haben und viel tun können, weil sie die Gnade erfaßt und mitgewirkt hat. Es war ein großes Glück für sie, daß sie in dieses Haus kam. Sie ist eine auserwählte Seele. Sie soll nur ausführen, was sie vorhat.“

Jesus: „Sage Mariechen und Anna, sie sollten nur so tapfer weitermachen. Es werde sie nicht gereuen, wenn sie das alles zum Opfer gebracht für Mich. Siehst du nicht, daß dieses Jahr sich viel mehr junge Leute beteiligten als sonst. Das macht Mir viele Freude. Ihr meint oft, alles sei umsonst; dem ist aber nicht so. Besonders Mariechen und Anna können durch ihr unbefangenes und freies Auftreten viele nach sich ziehen, weil sie sich nicht genieren, Mir zu dienen, und dazu in einer Wirtschaft stehen. Darum machen Mir solche junge Seelen viele Freude.

Ich habe alles erschaffen, um des Menschen Herz zu erfreuen, und darum verlange Ich für Mich, daß der ganze Mensch Mir dient und Mich erfreut; denn Mich kann nur der Mensch erfreuen. Deshalb macht es Mir so große Freude, wenn Ich Mich in einer Seele ergießen, Mich ihr mitteilen und Freud und Leid mit ihr teilen kann.“

Barbara: Bei der dritten Strophe des Te Deum, als der Tabernakel geschlossen wurde, sah ich die erlösten Seelen fortziehen, eine voran mit einem roten Fähnchen als Zeichen des Sieges und alle riefen: „Heilig, heilig, heilig!“

Jesus: „Um des Gebetes treuer Seelen willen, habe Ich schon viele Strafen abgehalten!“

457 Am 3. August 1901

„Ich rechne aber nicht mit euren Fehlern, sondern Ich sehe nur auf den guten Willen, ob der Mensch den guten Willen hat, Mir zu gefallen und Mir zu dienen.“

Der liebe Heiland war nach der heiligen Kommunion so lieb mit mir wie früher öfters. Ich schämte und wunderte mich und sagte:

Barbara: „Ich bin doch so kalt und Du bist so lieb mit mir.

Jesus: „Ich rechne nicht mit der Zeit und nicht mit der Ewigkeit.“

Barbara: „Wie ist das zu verstehen?“

Jesus: „Ich habe den Menschen hineingestellt in die Zeit, ich weiß, daß ihr sündhafte Geschöpfe seid. Ich rechne aber nicht mit euren Fehlern, sondern Ich sehe nur auf den guten Willen, ob der Mensch den guten Willen hat, Mir zu gefallen und Mir zu dienen. Ihr meint, wenn ihr das Gefühl der Liebe habt, dann sei alles gut, und wenn nicht, so glaubt ihr, in Ungnade zu sein. Ich rechne nicht so, Ich liebe euch gleichmäßig, ob ihr das Gefühl habt oder nicht. Ich ziehe Mich manchmal zurück, damit ihr mehr Verdienste habt.“

Barbara: „Wenn Du mich verlässest Herr, sind die anderen auch verlassen; denn alle warten darauf, daß Du sie tröstest durch mich.“

Jesus: „Das ist, weil ihr immer mehr Kinder gewinnen müßt. Ihr seid im geistigen Ehestand und sollt euch freuen, wenn andere sich freuen. Seht ihr nicht, wie Ich euch das Licht entziehe und es anderen gebe? So viele jugendliche Seelen raffen sich auf, wie deine Nichte und Anna und die anderen Verwandten; das muß euch Freude machen. So ist es überall.

Wo die Leute die Schriften mit gläubigem Herzen lesen, bringt es Früchte für die Kinder. Ich rechne auch nicht mit der Ewigkeit. Die Ewigkeit ist Mir nicht lang genug, um den Seelen die Freude zu vergelten, die sie Mir auf der Welt gemacht dadurch, daß sie Mir treu dienen; denn Ich sehe nur auf das Verdienst der Menschen!“

Am anderen Tag sagte eine Stimme zu Barbara: „Sage deinem Pfarrer, er soll auf der Reise sehr für dich beten; denn auch du habest sehr für ihn gebetet, als er in Rom war. Erst in der Ewigkeit wird er erfahren, was es ihm genutzt und welche Gefahr von ihm deshalb abgewendet wurde.“

Barbara: „O Herr, warum suchst Du meine Schwester in Rück so sehr heim und hier ist alles nur Leben und Freude, dort aber nichts als Unglück, obwohl sie Dir so treu dient? Wie ist dies möglich?“

Jesus: „Ja, eben deshalb habe Ich so große Freude an deiner Schwester, weil Ich weiß, daß sie ausharrt, obwohl sie zuweilen krummelt. Wenn Ich hier mit Kreuz käme, wäre es anders, da fiele alles zusammen.“

458 Am 4. August 1901

„Betet für die Erhöhung der heiligen Kirche.“

Barbara: Diesen Morgen war ich sehr ängstlich. Die liebe Mutter Gottes aber sagte:

Maria: „Fürchte nichts, wenn du auch in Fehler gefallen bist. Das alles wird ausgetilgt, das alles will Mein Sohn vergessen!“

Nach der heiligen Kommunion sagte der Herr:

Jesus: „Bereitet euch recht vor auf die Reise durch ein recht reines Herz, weil Ich große Hoffnung darauf setze, daß es der Kirche viel nützen kann. Ihr sollt eure Bedürfnisse hintendran stellen, als hättet ihr gar keine. Ich gebe euch alles von selbst, was euch gut ist. Ihr sollt euch ganz für die Kirche verwenden, und damit ihr das Gelübde immer wieder von frischem erneuern könnt, sollt ihr an jeder größeren Station, ehe ihr in ein Hotel geht, in eine Kirche gehen und Mir danken und die Meinung erneuern und Mir zeigen, daß ihr ganz in Meinen Willen eingegangen seid und tut, wie Ich will. Betet für die Erhöhung der heiligen Kirche. Dann gehet zu Meiner heiligen Mutter und übergebet Ihr eure Fehler, damit Sie durch Ihre Tugendwerke und Übungen ersetze, was mangelt und ihr immer wieder, von neuem gereinigt, den Weg fortsetzt. Befehlt Ihr alles an, daß Sie es Mir aufopfere.

Ich gebe euch eine so schöne Reisegesellschaft mit, daß ihr euch freuen könnt: Den heiligen Thomas von Aquin und den heiligen Bonaventura und alle die Kirchenlehrer, die der Kirche so viel genutzt. Euer Weg ist derselbe wie der ihre. Durch eure Gebete und Sühnungsleiden sollt ihr der Kirche nützen, was diese durch ihre feurigen Worte genützt und ihre Schriften. Ihr sollt besonders beten um solche feurigen Priester, die sich einsetzen für das Wohl der Kirche, die mit schneidendem Schwert die Rechte der Kirche verteidigen.

Besonders in dieser Meinung und Absicht sollt ihr die Reise machen. Nicht nur eure heiligen Schutzengel werden euch begleiten, sondern alle die lieben Heiligen, die der Kirche in so schlimmen Zeiten wie die eurigen gewesen sind, genützt haben, wie zum Beispiel die heilige Theresia.

Und sage Mariechen einen freundlichen Gruß. Sie möge sich vorbereiten auf Mariä Himmelfahrt und dort lauschen auf die Stimme, die in ihr redet, und das soll sie tun und denken, daß das ihr Beruf sei, ebenso Anna und deine andere Nichte.“

459 Lourdesreise am 8. August 1901

In der Nacht vor dem Antritt der großen Pilgerfahrt bekam Barbara wider alles Erwarten ihr Leiden nach Mitternacht, obwohl ihr und Mariechen die Ruhe doch so nötig gewesen wäre. Mariechen stand auf und rief die Schwägerin, und die feurigen Worte des Herrn begeisterten sie so sehr, daß sie gern auf die Ruhe verzichteten. Aber niemand schrieb etwas auf, das meiste haben sie vergessen, und Luise konnte nur noch folgendes erfahren:

Jesus: „Ihr sollt euch vor nichts fürchten. Es wird keinem von euch ein Unglück zustoßen, sondern ihr werdet mit großen Gnaden und Segnungen beladen aus Lourdes zurückkehren. Sage den Damen einen herzlichen Gruß. Sie sollen alle miteinander ihre übermäßige Ängstlichkeit ablegen und Ich werde auch ihre Interessen erfüllen. Ich weiß, was ihnen gut ist. Gebt euch alle ganz und gar Meinem Willen anheim, was Ich verlange. Ihr sollt das Beispiel geben, wie man eine Wallfahrt machen soll; denn die meisten gehen hin, nur um ihre Leiden loszuwerden. Weil ihr die Wallfahrt allein für die heilige Kirche machen sollt, so sollt ihr meistens den Rosenkranz beten, und in das Ave folgende Bitten einflechten und die übrigen sollen antworten ,Wir bitten dich, erhöre uns’:

Heilige Maria,

daß Du den Heiligen Vater und die ganze bedrängte heilige Kirche in Deinen besonderen Schutz nehmen wollest;

daß Du Deine heilige Kirche erhöhen und zum Sieg über alle ihre Feinde führen wollest;

daß Du die Feinde der heiligen Kirche demütigen wollest;

daß Du alle Könige und Fürsten dieser Erde durch das Band der Liebe und des wahren Friedens in unserer heiligen Kirche vereinigen wollest;

daß Du die Irr- und Ungläubigen in den Schoß Deiner heiligen Kirche zurückführen wollest;

daß Du die armen Sünder zur wahren Buße führen wollest;

daß Du den Armen Seelen die ewige Ruhe verleihen wollest.“

Als wir in Paray-le-Monial waren, hatte Barbara von acht bis neun Uhr abends eine lange, stille Ekstase. Sie sah die heilige Maria Margareta Alacoque, welche ihr sagte, daß Barbara ganz dieselbe Gnade vom Herrn empfange und denselben Verkehr mit Ihm habe wie sie. Durch sie habe Er die Andacht zu Seinem göttlichen Herzen geoffenbart. Jetzt wolle Er dasselbe bezwecken, damit besonders Sein leidendes Herz in der Todesangst getröstet und verehrt werde.

460 Lourdespilgerfahrt 1901

„Wenn Ich alle Wünsche erfüllen wollte, könntet ihr die Glorie nicht schauen in dem Maße, wie Ich sie euch geben will.“

Nachdem wir von Straßburg abgefahren waren, füllten wir achtzehn Pilgerinnen des Liebesbundes zwei Coupés. Der Herr machte uns die große Freude, uns zu besuchen, und fing gerade in dem Augenblick zu sprechen an, als der Zug hielt. Nachdem Barbara in Ekstase gefallen war, reichte sie Ihm die Hand, die sie Ihm, nach oben blickend, entgegenstreckte und sagte:

Barbara: „Mein süßer, himmlischer Bräutigam, ich bete Dich an aus dem Abgrund meines Nichts, ich danke Dir für alle empfangenen Gnaden und Wohltaten im Namen aller meiner Mitschwestern, die sich im Geist und in Wirklichkeit mit uns vereinigen, die Pilgerfahrt zu machen. Siehe, wir sind eines Sinnes, Deinem heiligen Willen nachzukommen und die Wallfahrt nur für Deine heilige Kirche zu machen. Nimm hin meine Seele mit all ihren Kräften, meinen Leib mit seinen fünf Sinnen, meine Seele, mein Herz mit all seinen Neigungen.

Alles, was wir sind und haben, wollen wir in Deinen heiligen Dienst stellen. Läutere unseren Sinn, damit wir nur ganz für Dich leben, aber damit nicht zufrieden, mein Jesus, wir nicht allein, alle Menschen empfehlen wir Deinem süßen Gottesherzen. Es sind noch viele Brüder und Schwestern, die Dich nicht lieben. Barmherzigkeit, mein Jesus, Barmherzigkeit für die Sünder!“

Jesus: „Meine Kinder, Ich verspreche euch, daß ihr, jedes für sich, vieles beitragen werdet zur Erhöhung Meiner heiligen Kirche, wenn es alle seine Kräfte einsetzt, seinen guten Willen Mir zum Opfer bringt und sich ganz Mir überläßt und Meiner Leitung. Alle eure Fehler müßt ihr vergessen, nur müßt ihr sie herzlich bereuen und dann vergessen; denn wenn Ich vergesse, warum nicht auch ihr?

Gehet hin, saget allen, daß Ich mit jedem zufrieden bin, auch mit denen, die sich nicht anschließen konnten, daß Ich sie geradeso segnen will wie euch, besonders eure lieben Angehörigen. Sie alle sollen teilnehmen an den Gnadenschätzen, mit denen ihr nach Haus zurückkehrt. Alle eure Anliegen, soweit es für euch gut ist, merkt es euch, nicht alle Wünsche kann Ich befriedigen; denn ihr versteht nicht einen Gott. Ihr müßt euch unterwerfen, weil Ich die ganze Ewigkeit durchschaue, nicht nur die kurze Spanne Zeit, in der ihr lebt; denn wenn Ich alle Wünsche erfüllen wollte, könntet ihr die Glorie nicht schauen in dem Maße, wie Ich sie euch geben will.

Darum Mut, wenn Ich nicht all eure Wünsche erfüllen kann. Keines von all euren Angehörigen soll verlorengehen, die ihr Mir empfehlet; denn Meine Mutter, Sie hat gesagt, daß Ihre Kinder kommen und Sie besuchen sollen, daß sie ihre Anliegen dort niederlegen sollen und die Gnadenschätze empfangen, die Sie bereit hält. Darum geht hin, eifert für andere, damit andere wieder kommen, die sonst verlorengehen würden, besonders diejenigen, die Ich gesagt (Un- und Irrgläubige). Sie sollen alle teilnehmen und sich verwenden für ihre Brüder, die sonst verlorengingen, und weil der Mensch alles abschüttelt, wenn er sich herausreißt und sich Mir zum Opfer bringt, dann steht das Herz frei und Ich werde seinen Wünschen entgegenkommen. Freuet euch, daß ihr Meiner Stimme Gehör gegeben.

Diejenige aber, welche die Ursache war, ihr verspreche Ich, ihren Mann und allen, die sich an euch angeschlossen, alle eure Angehörigen, sie sollen um des Gebetes so vieler Gerechter willen befreit werden aus den Peinen des Fegefeuers.“

461 Am 9. August 1901

Barbara sah nach der heiligen Kommunion in Straßburg den lieben Heiland. Er gab ihr den Schlüssel und sprach:

Jesus: „Diesen Schlüssel gebe Ich einer jeden von euch, die die Wallfahrt mitmacht. Mit demselben kann jedes die Geheimnisse Meines Herzens erschließen und die seines Herzens. Es ist euer guter Wille. Ich sehe allein auf den guten Willen und mit diesem eurem guten Willen übersehe Ich all eure Fehler. Mit diesem Schlüssel könnt ihr aber auch die Geheimnisse eures Herzens erschließen, wenn ihr wißt, daß Ich mit euch zufrieden bin. Mit diesem Schlüssel werdet ihr durchdringen und alle Hindernisse und Unannehmlichkeiten überwinden.“

Am ersten Tage in Lourdes sah Barbara die liebe Mutter Gottes in großem Strahlenglanz. Barbara in ihrer großen Ängstlichkeit reichte Ihr die Schriften und sagte:

Barbara: „Jetzt liebe Mutter Gottes, übergebe ich Dir alles und bitte Dich, mache Du damit, was Du willst!“

Die liebe Mutter Gottes nahm die Schriften aus der Hand von Barbara und mit unbeschreiblich entzückendem Lächeln umfaßte Sie dieselben, segnete sie, machte das Kreuz darüber und überreichte sie dem Bischof von Mainz. Es wurde ihr dabei zu verstehen gegeben, daß dieser sie noch annimmt. So sicher wie dieses in Lourdes angenommen sei, so sicher werde auch dieses angenommen werden. Wir hätten einen Vorgeschmack davon in der Lourdes-Reise, weil wir schon belohnt seien für unsere Standhaftigkeit.

462 Am 14. August 1901

„Alle, die sie lesen und verwerten, gelangen ganz sicher zu Mir!“

Barbara erfuhr, daß man beabsichtige, ihr auch noch die Kommunion zu rauben, um sie von ihren Gnaden abzuziehen.

Barbara: Nach der heiligen Kommunion an der Grotte betete ich recht innig und sagte, ich meine das nicht ertragen zu können, wenn man mir die heilige Kommunion raube. Ich habe jetzt mein ganzes Leben eingesetzt für Dich, und jetzt soll alles nichts sein? Da kam Jesus und stellte Sich auf die rechte Seite und die liebe Mutter Gottes stellte Sich auf meine linke Seite. Sie war so schön, daß Sie Ihren Sohn fast übertraf. Der liebe Heiland war so lieb und herablassend, daß ich überselig war, wie im Himmel.

„Das ist ein Stück Paradies, aber wird man es auch ertragen können?“

Er zog mich ganz an Sich, und die liebe Mutter Gottes drückte Sich ganz hinzu und zog uns alle Drei in den runden Kreis.

Jesus: „Habt keine Angst! Geht nur mit Geduld und mit frischem Mut voran wie seither. In der Ewigkeit werdet ihr beide, Lieschen und Luise, danken, daß Ich euch Barbara zugeführt, und daß ihr all den Spott ertragen konntet.“

Barbara: Auf einmal stand ich allein in dem Kreis. Von dem Weg aus gingen hunderttausend Wege in die Welt hinaus.

Jesus: „Alle, die sie lesen und verwerten, gelangen ganz sicher zu Mir!“

463 Am 15. August 1901

Barbara: Während des Hochamtes um zehn Uhr betete ich den Rosenkranz, wie er an der Grotte zuweilen gebetet wird, mit der Einschaltung: „O mein Jesus, verherrliche Deine Mutter!“ Als ich fertig war, kam eine Gestalt wie ein Schatten, ließ sich auf mich herab, redete mich an und sagte: „Ich bin der Pfarrer, dessen Cousine so viel betet. Sage ihr, daß ich jetzt in den Himmel eingehe. Ich danke ihr herzlich für all die vielen Bemühungen; denn wegen ihrer Opfer bin ich so schnell befreit worden; sie soll Lourdes nicht verlassen, ohne der lieben Gottesmutter gedankt zu haben. Der unglückliche Priester war die Ursache meines Todes; aber er wird gerettet werden und geht nicht verloren.“

464 Am 20. August 1901

„Dadurch wird der Sieg der Kirche erkämpft, aber die Zeit wird vorher so schrecklich, daß die Menschen glauben, der Himmel habe sich verschworen.“

Alle Lourdespilger erwarteten ganz sicher für sich, der Herr werde in Lourdes öfters sprechen. Auch Mariechen erwartete sich eine entscheidende Antwort betreffs ihres Berufes; aber der Herr kam nicht, trotz all unserer Bitten. Erst nach der Rückkehr gab Er uns eine Aufklärung darüber:

Jesus: „Das alles hat seine Bedeutung, daß ihr keine Antwort bekommen habt und so trocken wieder fortgehen mußtet. Ich will euch nur vorbereiten auf die kommenden Dinge, denn es steht bevor, daß es allen so geht wie euch auf der Lourdes-Reise. Man hofft und vertraut und baut auf Meine Hilfe, denn Ich habe versprochen, daß Ich keine verlasse und jede Meine Hilfe verspüren wird. Aber es kommt eine Zeit, daß jede so auf sich selbst angewiesen ist wie ihr auf der Reise, daß man meint, auch der Himmel habe sich verschworen. Da muß jede für sich selbst stehen und jede hat mit sich genug zu tun, daß sie auf andere nicht sehen kann, und da müßt ihr trotzdem, wie es auf der Reise gewesen ist, euch immer wieder aneinander halten und ermutigen, wie der Priester sich in Lourdes gehalten hat zu dem gläubigen Volk, daß man keinen Unterschied gesehen, ob einer Priester oder Laie war. Obwohl es euch versprochen war, hat keine einen besonderen Trost erhalten, und Meine heilige Mutter hat Sich so zurückhaltend gegen euch benommen, als wäre das alles vergebens, obwohl ihr euch ganz für die Kirche eingesetzt habt. Aber jedes hatte seinen Trost dennoch für sich, wenn ihr es auch nicht erkanntet.

Das alles ist nur die Vorbereitung auf das, was kommt, damit ihr wißt, was für eine Zeit jetzt kommt. Die ganze menschliche Gesellschaft ist alsdann so in sich zerrüttet, zersplittert und zerschlagen durch die Trübsale, die über die Menschen kommen, daß der Priester sich nicht um die Gemeinde kümmern kann. Alsdann muß das Volk sich aneinander anschliessen und sich gegenseitig aufmuntern und halten, Priester und Laie. Dadurch wird der Sieg der Kirche erkämpft, aber die Zeit wird vorher so schrecklich, daß die Menschen glauben, der Himmel habe sich verschworen.

Meine liebe Mutter hat euch ganz kalt behandelt, weil ihr keinen Trost gebraucht habt; denn ihr waret alle zusammen getröstet, das ganze Volk und keines insbesondere. Das hat alles seine wichtige Bedeutung. Damit wollte sie euch vorbereiten auf die Zeit, wo ihr wirklich Trost bedürft, wo jeder mit sich zu tun hat, wie auf der Reise jeder mit seinem Gepäck. Wie ihr auch in Lourdes zusammengehalten und eines das andere gegenseitig angefeuert hat, so muß dann die Gesellschaft sich vereinigen und eines das andere erbauen; denn es kann keiner mehr den anderen trösten. Das war die Vorbereitung auf die schrecklichen Dinge, die kommen.“

Barbara: „O Herr, wenn ich so sterben müßte, ohne allen Trost, so will ich zu Dir hintreten und sagen: ,O Herr, ich hatte die Absicht, daß ich den besten Weg gehen wollte, und wenn Du mich in der Ewigkeit verdammen willst, so habe ich keine Schuld.’“

Da neigte Sich der Herr so lieb und herzlich zu mir und tröstete mich.

465 Am 21. August 1901

„Weil der Himmel alsdann so verschlossen ist, wird man glauben, alles sei umsonst gewesen.“

Barbara: Ich beklagte mich abermals beim Herrn, weil ich keine Antwort bekommen habe für Mariechen.

Jesus: „Das hat seine besondere Bedeutung, daß ihr alle miteinander unbefriedigt wieder habt fortgehen müssen. Ihr habt das doch erlangt, was ihr gesucht, aber die Verlassenheit habt ihr fühlen müssen, allen zum Trost und auch euch zum Trost. Es kommt eine so traurige Zeit, daß ein Priester nicht mehr seiner Gemeinde zusprechen kann und auch keiner dem anderen. Weil der Himmel alsdann so verschlossen ist, wird man glauben, alles sei umsonst gewesen.

So mußtet ihr von Lourdes scheiden in der Meinung, alles sei umsonst gewesen. Wie dort, so sollt ihr euch in der Prüfung verhalten. Sie geht wieder vorüber, und Meine Kirche wird geläutert und zum Sieg geführt. Deshalb habt ihr von Mir nichts gehört, obwohl Ich euch nur für die Kirche hingeschickt. Den beiden Kindern aber sage, sie sollten die Klostergedanken ganz ruhig beiseite lassen und diese schlimme Zeit erst vorübergehen lassen.“

466 Am 24. August 1901

„Die Gesundheit des Leibes ist das Allergeringste, die Gesundheit der Seele ist der des Leibes doch viel mehr vorzuziehen.“

Barbara: Die liebe Mutter Gottes vereinigte Sich so innig mit mir, wie wenn Sie auf der Welt zugegen wäre.

Maria: „Ich war sehr zufrieden mit allen, die mit euch die Reise gemacht haben, wenn auch viele Unvollkommenheiten vorkamen und Ich an einigen noch zu tadeln hätte. Sie müssen alle noch kindlicher und gläubiger werden, aber im ganzen sollt ihr über all dies hinweggehen. Daß ihr so gedrückt seid, das ist nicht von der Seele, sondern von den natürlichen Ereignissen, die euch umgeben, die auf die Seele einwirken; das hat nichts zu sagen. Hängt euch nicht daran auf, das geht euch nichts an.

Das, was die Seele sich an Gnadenströmen geholt hat – und alle, die sich im Geist mit euch vereinigt, die so gern mitgegangen wären, wenn sie gekonnt hätten –, ist gar nicht aufzuwiegen. All die Fehler und Unvollkommenheiten aber, die ihr zusammen auf dem Weg hin und her begangen habt und alles, was euch noch beunruhigt und belästigt, das habe Ich alles mit Meiner mütterlichen Liebe und Güte zugedeckt, daß Mein Sohn es gar nicht mehr sieht.

Ich habe eine große Freude an den Pilgern, die Mich in Lourdes besuchen. Sie gehen alle mit einer Gnadenfülle hinweg. Ich bin nicht herabgestiegen auf die Erde und habe Mich dem Kinde nicht gezeigt, um den Kranken die Heilung wieder zu bringen, woraus die Welt freilich das Wichtigste macht. Die Hauptsache ist die Gesundheit der Seele. Die Gesundheit des Leibes ist das Allergeringste, die Gesundheit der Seele ist der des Leibes doch viel mehr vorzuziehen.

Weil Ich im Anfang des Jahrhunderts diese Zeit vorausgesehen, in welcher der Liberalismus und Sozialismus so viel in den Seelen verdirbt, bin Ich gekommen, die Seelen zu retten. Weil ihr, ohne an euch und eure Bedürfnisse zu denken, nach Lourdes gezogen seid, um von all dem eurigen abzustehen und euch für das allgemeine Wohl der Kirche einzusetzen, wie Ich euch beauftragt, was aber nur sehr wenige tun, denn die meisten Pilger haben nur ihre zeitlichen Bedürfnisse im Auge, die Gesundheit zu erlangen oder die Vermögensverhältnisse zu verbessern und dergleichen Anliegen, höchst selten einmal um eine Seele zu retten, deshalb habt ihr einen unermeßlichen Gnadenschatz mit nach Hause gebracht, der jetzt verwertet werden soll.

Und um diesen recht verwerten zu können, sollt ihr nicht auf euer Gefühl achten und nicht in vielen Reden die Welt überzeugen wollen von dem Glück und der Schönheit, die ihr dort genossen, sondern mehr durch eure Herzensfreude, daran jeder sehen kann, daß ihr eine außergewöhnliche Gnade empfangen habt. Das soll die Welt zur Besinnung bringen.

Ehe du aber wieder nach Rück gehst, wünsche Ich sehr, daß ihr nach Mainz zu Meinem Diener geht und ihm saget, daß Ich Mich sehr für ihn verwende. Ich habe Meine Blicke auf ihn gerichtet. Er soll, soviel in seinen Kräften steht, machen, daß der Wallfahrtsort wieder in die Höhe kommt und mehr von anderen besucht wird. Ich wolle ihm sehr dankbar dafür sein, und Ich verspreche ihm, falls er Mich einmal in Lourdes besucht, daß er für seine Gemeinde einen großen Segen mit nach Hause bringt. Er soll nicht mutlos werden, wenn es jetzt auch noch schlimm steht in seiner Gemeinde, weil viele seine Worte nicht hören. Ich verspreche ihm, daß eine Zeit kommen wird, wo er die Früchte erntet; denn Ich will, daß seine Gemeinde gerettet wird, weil Ich früher in ihrer Mitte schon viel verehrt worden bin.

Ihr aber, werdet nicht mutlos wegen eurer Fehler. Ihr seid eingewurzelt in das Irdische, das ist ein Teil eures Bestehens; denn ihr seid aus dem irdischen und dem himmlischen Teil zusammengesetzt, und der irdische Teil bringt die Fehler mit sich, wenn einer auch die größten Werke der Liebe übt, so hat er immer noch seine Unvollkommenheiten. Das sind die Früchte von dem irdischen Teil, der himmlische soll ihn aber überwiegen.“

467 Fest Mariä Geburt am 8. September 1901

„Sage, bin Ich nicht der größte Tor? Wie ein des Verstandes Beraubter läßt Sich der Schöpfer behandeln von Seinen Geschöpfen.“

Barbara: Heute früh nach der heiligen Kommunion hatte ich wieder einmal eine Entschädigung für all die harten Opfer, die ich bringe, indem ich statt der schönen Gottesdienste in Mainz, mich mit den harten Feldarbeiten in Rück abquälen muß. Die liebe Mutter Gottes kam nach der heiligen Kommunion, um mich zu trösten. Obwohl die Kirche heute Mariä Geburt feiert, zeigte Sie Sich nicht als Kind. Sie war so entzückend schön, daß Ihr Kleid schimmerte wie von Edelsteinen ganz durchwirkt. Der von Ihr ausgehende Glanz durchdrang die ganze Welt. Sie war sehr herablassend gegen mich und suchte mir so über alle Zweifel hinwegzuhelfen, daß es mir war, als sei ich bei Ihr im Paradies. Sie munterte mich auf, doch den Mut nicht zu verlieren, wenn es auch manchmal schiene, als sei das Licht ausgegangen.

Maria: „Wenn auch alles um dich her dunkel ist, der Herr ist doch bei dir! Grüße mir deine zwei Freundinnen herzlich. Sie möchten nicht irre werden, wenn etwas anders komme, als sie erwartet. Dies gehört alles zu eurer Prüfungszeit. Wohl hat dir der Herr mitgeteilt, daß dein Leben nur noch Ihm und Seiner Kirche gehören soll. Dabei hat Er dir zu gleicher Zeit dieses Kreuz vorgezeigt. Er ließ dir die Wahl. Du hättest es verweigern können und Ihm auf viel leichterem und bequemerem Wege dienen können. Aber siehe, da du es erfaßt, hast du dieselben Verdienste, als ob du alle Andachtsübungen mitmachen könntest wie deine zwei Freundinnen.“

Barbara: Sie erinnerte mich an Ihr Leben, wie da so manches auch den Anschein hatte, als widerspreche es sich. Sie habe zum Beispiel das Gelübde der ewigen Jungfräulichkeit abgelegt, und der liebe Gott habe dieses Gelübde mit Wohlgefallen angenommen. Später jedoch habe Er die Umstände herbeigeführt, wo Sie in den Ehestand habe treten müssen. Und welch widersprechende Dinge habe Sie von da an durch Ihr ganzes zukünftiges Leben durchmachen müssen.

Welcher Schmerz sei es für Sie gewesen, als es sogar den Anschein gehabt, als wolle Ihr Sohn kalt gegen Sie sein wie auf der Hochzeit zu Kana, und später, als Sie Ihn einmal beiseite habe rufen wollen und Ihr lieber Sohn denen, die gesagt: ‚Meister, Deine Mutter will Dich sprechen‘, geantwortet: ‚Wer ist Meine Mutter?‘ So solle der Christ an nichts festhalten. Möge das Schicksal ihn drehen und wenden und hin- und herschleudern auf seinem Lebensweg. Der Christ sei Gott am wohlgefälligsten, der alles mit sich machen läßt, wie es Gott gefällt und der in allem den Frieden bewahrt.

Später im Hochamt hörte ich fast dieselben Worte in der Predigt. Die liebe Mutter Gottes zog Sich zurück, aber mein Geist konnte die Wirkungen nicht verbergen. Ich war meiner nicht mehr mächtig. Die Leute kamen herzu und hoben mich auf, und das gewöhnliche Gefühl trat nach und nach wieder ein. Auch sah ich den lieben Heiland wieder einmal sehr lieb und freundlich.

Jesus: „Deine Seele ist wie eine Trauerweide auf dem Friedhof. Wer die Trauerweide ansieht, der erkennt sogleich auch ihre Sprache. So erkenne Ich jedesmal, wenn Ich deine Seele anblicke, daß sie Mir sagen will: ,Herr, wie einsam und verlassen hast Du mich hierhergestellt.’“

Und Er wies mich an den Tabernakel, wo Er noch viel einsamer und verlassener sei. Er sei da zum Troste der Menschen, aber diese verschmähten Seinen Trost. Er sei da, um den Menschen Speise und Erquickung zu sein, aber von dieser Erquickung wollten die Menschen nichts wissen. Er fragte mich:

Jesus: „Sage, bin Ich nicht der größte Tor? Wie ein des Verstandes Beraubter läßt Sich der Schöpfer behandeln von Seinen Geschöpfen. Dorthin komme, wenn du glaubst, verlassen zu sein. Dort findest du Einen, der ist verlassener als du!“

468 Sonntag am 15. September 1901

Barbara: Heute morgen während des Hochamtes weinte ich sehr aus Mitleid mit dem armen Volk, das durch das andauernde Regenwetter so sehr bedrängt ist. Ich beschwor die liebe Mutter Gottes um ihres heiligen Namens willen doch meine Tränen durch Ihr Gebet zu unterstützen, und ich opferte die Bedrängnisse der armen Bauersleute mit den Bedrängnissen Ihres ganzen Lebens und den Leiden Ihres Sohnes auf. Da sah ich auf einmal auf dem Altare, es war von der Wandlung bis zur Kommunion, den Herrn. Sein Angesicht war aber so furchtbar anzusehen, daß ich mich vor Ihm fürchtete. Seine Augen leuchteten wie der Blitz, der wie ein furchtbarer Strahl über die ganze Welt dahinfuhr. Ich rief unter einem Strom von Tränen die liebe Mutter Gottes um Hilfe an.

Da trat auf einmal wie eine recht liebende, besorgte Mutter die liebe Mutter Gottes vor den erzürnten Herrn hin, und da war es, wie wenn aus einer Gewitterwolke die Sonne hervortritt. Sein Angesicht wandelte Sich um in ein liebliches Lächeln. Ich hatte den Trost, erhört zu sein. (Dieses Gesicht ist Wirklichkeit geworden, denn heute, am 20. September, haben wir das herrlichste Wetter.)

469 Am 9. Oktober 1901

Barbara: Weil ich hier in Rück die öftere Kommunion und sonst alle religiösen Anregungen entbehren muß, hatte ich gar sehr mit Heimweh zu kämpfen. Ich meinte, auf und davongehen zu müssen. Der Herr aber warnte mich nach der heiligen Kommunion und sagte:

Jesus: „Ich habe nichts dagegen, aber du wirst es bereuen; denn der Zustand deiner Schwester ist ein so armseliger, daß jede rauhe Zugluft sie wieder in ihre frühere schmerzliche Lage zurückwirft.“

470 Am 20. Oktober 1901

Barbara: Nach der heiligen Kommunion bat ich den Herrn für zwei verstorbene Klosterfrauen, die eifrige Liebesbundmitglieder waren. Dieselben waren, wie mir geschrieben worden war, so freudig und sanft gestorben, daß man annehmen konnte, die Verheißung des Herrn für alle Liebesbundmitglieder sei an ihnen in Erfüllung gegangen. Ich fragte Ihn deshalb, und Er teilte mir mit, daß sie beide von ihrem heiligen Schutzengel im Fluge nur durch das Fegefeuer seien hindurchgeführt worden; sie seien beide schon im Himmel. Und Er fügte hinzu, daß alle, welche die Schriften lesen und nach deren Inhalt lebten und glaubten, sich auch auf die Verheißungen, die darin enthalten seien, ganz gewiß stützen könnten.

Alle Mitglieder des Liebesbundes, die mit Ergebung in Seinen heiligen Willen den Tod annehmen, nur frei von Todsünden sind, deren Fegefeuer sei mit dem Austritt aus dieser Welt abgeschlossen. Sie hätten darum auf dieser Welt viel zu leiden.

Jesus: „Man will es gar nicht begreifen, warum Ich die armen Bauersleute so hart heimsuche, bald mit großer Hitze, dann mit großer Nässe; bald vernichtet ein Unwetter ihre ganze Ernte, dort wütet ein Sturmwind und vernichtet ihre schönsten Obstbäume. Alles dies tut Meine Liebe zu ihnen. Denn da Ich das größte Mitleid mit ihnen habe wegen ihrer geplagten Lebensweise, so will Ich sie in der Ewigkeit recht glücklich machen. Aber obwohl sie gläubige Christen sind, fordern sie oft Meinen Zorn heraus durch Neid und Lieblosigkeit und andere schwere Sünden, und deshalb strafe Ich sie in diesem Leben ganz unbarmherzig, um sie in der Ewigkeit um so milder behandeln zu können.

N. aber soll sich um das Waisenkind, das an keiner Stelle ausharren will, nicht allzu große Sorgen machen. Wenn sie sich in ihre Verhältnisse nicht fügen will, so hat sie auch die Schuld sich selbst zuzuschreiben.“

Barbara: Als die Baukommission meinem Bruder in Schippach befahl, sein Haus niederzureißen, weil es lebensgefährlich sei, und ein neues zu bauen, war ich in großer Sorge, daß er dadurch in Schulden käme. Eines Tages nun, als ich vor dem Herrn weinte und flehte, sprach Er:

Jesus: „Du wirst noch sehen, wie Ich deinen Bruder und die Deinigen segne, wenn einmal das Haus fertig ist.“

Barbara: Das hat sich dieser Tage erfüllt; denn nicht nur hat das Haus keinen Tadel, sondern der Herr fügte es auch, daß mein Bruder es bar bezahlen konnte. Es kam nämlich ein Tonbergwerk in die Gemeinde und meinem Bruder wurden für einige Streifen Landes achttausendeinhundert Mark ausbezahlt, während sein Haus fünftausend Mark kostete. Meine kranke Schwester erhielt eintausendsechshundert Mark und ich eintausendzweihundert Mark.

Das alles schreiben wir der Fürbitte des heiligen Josef zu, den meine Schwägerin in Schippach täglich inständig anrief. Auch die Feldfrüchte segnete der Herr in augenscheinlicher Weise. So hatte ich nach Johanni erst Dickwurz gesetzt. Eine Frau, die vorbeikam, sagte: „Da könnt ihr aber auch nicht mehr viel bekommen.“ Diesen Herbst aber sagte sie: „Ich muß jedesmal, sooft ich vorbeikomme, stehen bleiben und die Hände über dem Kopf zusammenschlagen vor Staunen, daß ihr die dicksten und schönsten Dickwurz habt in der ganzen Gemeinde.“ Als das Streusel im Wald durch Los für die Gemeinde versteigert wurde, bat ich ebenfalls den heiligen Josef, er möge sich meiner Schwester annehmen, daß sie ein großes Los zöge. Und wirklich zogen wir die zwei größten Lose von allen, so daß wir Wagen voll heimführten wie andere ihre Päcke.

471 Am 26. Oktober 1901

Jesus: „Es war ein großes Leiden für euch, als Ich euch barfuß schickte, ebenso, daß ihr so verfolgt wurdet, aber ihr hattet immer noch den Trost in euch, daß ihr direkt für Mich littet. Als Ich aber Barbara nach Rück sandte und ihr den ganzen Sommer getrennt waret, war Mir dieses Leiden der Beraubung noch viel angenehmer, weil ihr keinen Trost dabei gehabt; um so mehr war ich getröstet!“

472 Am 28. Oktober 1901

„Mein Auge ruht auf euch. Genügt euch Mein Angesicht nicht?“

Jesus: „Daß du den ganzen Sommer dich abmühen mußtest mit den harten Feldarbeiten, dies alles, was sich dort ereignete, soll dazu beitragen, die Menschheit zu belehren, wie nützlich der jungfräuliche Stand auch in der Welt, auch für die Kirche ist, daß er gerade so wie der Klosterstand für das innere und äußere Leben der Kirche beiträgt. Weil in jetziger Zeit der Ehestand so zerrüttet und die Welt so sehr bevölkert ist, so muß alles dazu beitragen, um die Welt wieder zur katholischen Kirche zurückzubringen, wie es früher war.

Deshalb schicke Ich manchmal etwas zu, was man nicht begreift, daß es gut sein müsse, wie der Fall, als Ich dich nach Rück sandte. Das schien so, als ob du losgerissen wärest, als ob Mein Geist nicht in dir wirke, und ihr seid alle drei mutlos geworden, weil ihr nicht wußtet, was das bedeute. Das habe Ich gerade gewollt, weil das im Liebesbund soll verzeichnet werden. Dort schickte Ich dich hin, wo du allen frommen Übungen entrissen warst, und Ich entzog Mich deinem Geistesblick, so daß du wirken mußtest ohne allen Trost. Ich habe dich so beschlagen innerlich und äußerlich, mit Schmerzen des Leibes und Ängsten der Seele, mit Mutlosigkeit und Verlassenheit, daß du dastandest wie von Mir verlassen und auch glaubtest, du seiest von Mir verlassen.

Aber das habe Ich nur getan, damit du mit der ganzen Kraft deines Körpers, mit Seele und Leib einstehen solltest für die Familie, um die Familienverhältnisse durch die Anwendung deiner Leibeskräfte wieder zu heben und herauszureißen. In solchen Fällen fehlt oft nur eine fleißige Hand, und eine Familie ist gerettet. Jetzt aber rufe Ich dich wieder hierher, und du mußt hier wieder die ganze Kraft deiner Seele und deines Leibes einsetzen für Meine Interessen, so wie dort für die deiner Familie.

Du sollst jetzt wieder dich der Beschauung hingeben und dich Meinem Geist überlassen, damit Ich in dir wirken kann wie früher, allen Menschen in der Kirche zum Vorbild, um zu zeigen, daß Ich das tätige wie das geistige Leben zu befördern wünsche, besonders in der Familie, um so zu beseitigen, daß man so niedrig denkt von Jungfrauen, als ob diese gar keinen Zweck hätten. So wie aber eine Jungfrau wirkt in die einzelne Familie hinein, so wirkt sie auch in die ganze Kirche hinein; denn die Kirche ist zusammengesetzt aus Familien. Und alle, die dazu beitragen, daß der jungfräuliche Stand auch in der Welt gehoben und ausgebreitet wird, sorgen für Meine Interessen und befördern Meine Ehre.

Ihr aber, Meine Kinder, sollt euch um nichts kümmern, ob man euch achtet oder verachtet, ihr sollt nicht auf das Gesicht sehen. Mein Auge ruht auf euch. Genügt euch Mein Angesicht nicht? Haltet zusammen jeden Donnerstag abend die heilige Stunde in deinem Zimmer und ladet auch andere dazu ein. Eines oder das andere wird dazukommen können. Tut es auch den Auswärtigen zu wissen, daß sie es auch so tun, damit ihr euch versammelt und erbauet.“

Ein Priester aus Frankreich, ein Freund der Begnadigten von B., war gekommen, um sich mit Barbara zu besprechen. Der Herr ließ ihm sagen:

Jesus: „Wenn Mein Diener wieder zu seiner geistlichen Tochter kommt, so soll er sie vorbereiten auf ihren baldigen Tod. Sie soll sich aber nicht fürchten, denn der Tod ist nur eine Scheidewand zwischen ihr und Mir, die der Tod zerbrechen muß, damit sie direkt in Meinen Besitz gelangt. Sie soll versichert sein, daß ihr alle die Leiden, die sie für Mich und das Heil der Kirche ertragen, im Himmel hoch belohnt werden. Mein Diener aber soll so fortfahren wie seither und auch versichert sein, daß ihm alles überreich belohnt wird. Ich habe ihn deshalb hierher geführt, um ihm zu sagen, daß er den Sieg der Kirche nicht erleben wird.“

Einer Ehefrau, welche mit Gedanken der Ehescheidung infolge von Zwistigkeiten umging, ließ der Herr sagen:

Jesus: „Sie soll sich in Liebe und Güte an ihren Mann wenden und ihm vorstellen, daß sie und ihr Kind ihm doch näher stünden als die Verwandten, und dann wird es besser gehen. Sie soll bedenken, daß sie verheiratet ist und an keine Scheidung denken!“

473 Am 31. Oktober 1901

„Wo sind die Menschen, die sich mit Mir unterhalten?“

Barbara hatte sich in Abwesenheit ihres Beichtvaters an einen anderen gewandt und ihn gefragt, ob, nachdem sie lange Zeit auf dem Land der heiligen Kommunion des öfteren beraubt war, sie die tägliche Kommunion wie früher halten dürfe, worauf dieser meinte, sie solle nur dreimal die Woche gehen. Der Herr aber sagte:

Jesus: „Gehe zu dem Priester, der dir die heilige Kommunion verboten hat und verlange sie; denn Ich will in dein Herz hinabsteigen. Es war ja dein Wille nicht gewesen, daß du dich ihr entzogen. Jetzt ist es wieder anders, und Ich will Tag für Tag in dich eingehen. Du sollst dich aller Sorgen entsagen und dich nicht um Valtin ängstigen, laß mich sorgen. Du sollst für Mich arbeiten und für Meine Interessen dich einsetzen, daß Ich so wirken kann wie seither.“

Barbara: „Sorge doch für Valtin. Du hast doch versprochen: ,Wer Vater und Mutter ehret, dem wird es wohlgehen.’ So sorge doch, daß der brave Junge jemand bekommt, der ihm seine Arbeit besorgt.“

Jesus: „Wo ist denn Meine Hausfrau, die Mir die Speisen bereitet? Du sollst sie sein. In dir will Ich alles niederlegen, die Speisen, deren die Menschheit bedarf, das heißt, Meine Worte. Du sollst sie austeilen unter Meinen Kindern, damit recht viele herbeikommen. Siehe, wie verlassen Ich bin! Bedenke, wie Ich da wohne im Tabernakel. Wo sind die Menschen, die sich mit Mir unterhalten? Ich will, daß es immer neue Anregungen gibt, daß recht viele herbeikommen.“

Barbara: „So gib auch N. bitte ein Jubiläumsgeschenk zu ihrem 25jährigen Wirken in der Kinderwelt.“

Jesus: „Ich werde ihr einen Teil jener Süßigkeit verkosten lassen, einen Vorgeschmack, die sie in der anderen Welt genießen soll zum Lohn für ihre treuen Dienste, die sie Mir geleistet ihr ganzes Leben.

Die guten Anregungen, die sie in den Kinderherzen verbreitet hat durch ihre Bemühungen und Zureden, haben schon zum Teil Früchte getragen. Es sind schon viele recht brauchbare Christen, die in ihre Schule gegangen, und weil sie so viel Gutes gewirkt, so sind die Fehler, die sie gemacht, ersetzt. Das Gute wird dem Menschen belohnt, von dem es ausgegangen ist.“

474 Vigil von Allerheiligen 1901

„Niemand hat eine Ausrede, das Licht des Glaubens sei ihm vorenthalten worden. Ich lasse Mein Licht allen leuchten, aber sie verdunkeln es.“

Da die Vigil auf einen Donnerstag fiel, so hatten wir uns zum ersten Mal versammelt, um die heilige Stunde von neun bis zehn Uhr nach dem Wunsche des Herrn miteinander zu halten. Barbara fühlte sich plötzlich so elend und wußte nicht, was das geben solle. Sie setzte sich und bekam in dieser Stellung die drei Stürme wie früher im Leiden. Wir mußten sie von beiden Seiten halten. Nach dem dritten Sturm fing der Herr an zu sprechen. Den Wortlaut konnte N. leider nicht behalten. Hier folgen nur Bruchstücke:

Jesus: „Ich habe dich als Mein Werkzeug erwählt, in dem Ich Meine Gnade niederlege, um sie der Menschheit durch dich zuzuführen und ihr zu zeigen, wie viel Ich für sie gelitten. Niemand wird es wagen und imstande sein, das Band zu zerreißen, das Ich mit euch geknüpft habe. Ich halte Meine Hand darüber. Ich will, daß die treuen Seelen sich zusammenscharen zu einem Bund, um Mein Leiden zu verehren und Mein Herz zu trösten (zur heiligen Stunde donnerstags abends, wie der Herr schon früher der seligen Maria Margaretha Alacoque angegeben). Welchen Dank gab Mir die Menschheit für alles, was Ich getan? Sie stieß Mich hinaus an den Schandpfahl des Kreuzes. Ich stieg vom Himmel und verbrachte dreiunddreißig Jahre in eurer Mitte.“

Barbara: „Ja, aber warum glaubt man nicht, daß Du es bist, der die Menschheit heimsuchen will?“

Jesus: „Weil alle Meine Werke, alles, was Ich wirken wollte in Meiner Kirche, Mein Eigenes Wirken nur das Vorbild ist, wie Ich wirke in den Seelen, durch welche Ich der Menschheit Meine Liebe kund tun will. Ich stieg vom Himmel, arm und nackt, als hilfloses Kind, um so mehr leiden zu können, um alle Leiden zuerst zu empfinden, die Meine Dienerinnen aushalten müssen, in denen Ich wirken will, aber sie erkennen Mich nicht; sie sehen Meinen Arm und Meinen Finger nicht, weil Ich es vor ihren Augen verborgen halte. Wüßten sie es, daß Ich es bin, so wären Meine Diener nicht so verkannt und Mir verähnlicht. Aber der Glaube ist es ja, durch den sich der Mensch zu den Höhen Meiner Herrlichkeit erschwingt. Ich führe euch herzu, die einen, um ihr Verdienst zu erhöhen und zu vermehren, die anderen, um sie ihrer Leidenschaften zu entwöhnen, um der Gemeinschaft mit anderen guten Seelen halber. Der Glaube ist es ja, um dessentwillen Ich die Verdienste belohnen kann. Niemand hat eine Ausrede, das Licht des Glaubens sei ihm vorenthalten worden. Ich lasse Mein Licht allen leuchten, aber sie verdunkeln es.

Wehe jenen, die das Licht sehen könnten, wenn sie wollten, die es aber aus eigener Schuld verdunkeln. Wehe jenen, denen Ich das Licht leuchten ließ, aber sie haben nicht gewollt. Wehe den Unund Irrgläubigen, sie können das Licht sehen an ihren Brüdern. Ist es nicht der Mühe wert zu glauben, um mit Mir durch die ganze Ewigkeit zu herrschen?

Du aber, Meine Kleine, Ich führte dich hinauf (nach Rück). Du weißt nicht, daß Ich dich an der Hand führe und dich behüte wie Meinen Augapfel. Ich umzäunte dich mit einem Dornenzaun, als Ich dich fortführte. Ich führte einen Dorn aus Meiner Krone in deinen Leib, daß du Tag und Nacht Mich nicht vergissest, weil er dir viele Schmerzen bereitete. Als es aber Zeit war, nahm Ich den Dorn wieder aus deinem Leib und gab dir die vorige Gesundheit wieder und führte dich zurück, weil du Mir Freude machen und an Meinem Tisch erscheinen sollst. Da will Ich dich haben Tag für Tag. Ich habe dich und deine Familie gesegnet und alle, die in diesem Hause wohnen. Saget Mir Dank, daß Ich Meine Dienerin wieder hierhergeführt an Meinen Lieblingsaufenthalt. In dieser Familie will Ich wohnen, bis Ich euch in Meine Herrlichkeit abrufe. Von Zeit zu Zeit will Ich der Menschheit wieder zeigen, wie Ich sie liebe.“

Der Herr näherte Sich dann Barbara und ließ sie zur innigsten Gemeinschaft zu, die sie, die Hände über die Brust gefaltet, still lächelnd verkostete.

Barbara: „Man meint, Du könntest ja nicht leben ohne uns.“ Dann sah sie Jesus in einer tiefblendenden Sonne mit einem ovalen Strahlenlichtglanz voll eingehüllt.

„Du bist die Krone der Heiligen, die Sonne der Gerechtigkeit! Und jetzt sehe ich dich, o lieber, heiliger Josef, vor deiner lieben Braut, und in welcher Herrlichkeit! O wie schön bist du. Warum kommst du denn?“ Josef: „Ja, ich komme, um euch zu danken, weil ihr gesorgt habt, daß die Ehre meines lieben Pflegesohnes befördert und Sein Plan ausgeführt wurde, der mich zum Schutzherrn der Kirche und der ganzen Welt gemacht hat, und weil durch die Schriftchen, die ausgeteilt worden sind nach allen Seiten hin, das verwirklicht wird, was mein göttlicher Sohn wünscht, daß Ich als Schutzherr der Kirche angerufen werden soll.“

Jetzt sah Barbara den heiligen Erzengel Michael mit gezücktem Schwert, als wolle er dreinschlagen. Sie rief dreimal verängstigt:

Barbara: „Halt ein! Halt ein! Halt ein! Sieh die kleine Schar, die sich mit dir vereinigt! Auf die Gläubigen schlage nicht zu, sondern auf den Drachen! O liebe Mutter, halte ihm den Arm.“

475 Begräbnistag am 5. November 1901

Ein Pfarrer aus Mainz war am 2. November plötzlich verstorbenen. Als Barbara morgens sich erheben wollte, fühlte sie sich so krank und bekam solche Erstickungsanfälle, daß sie wieder zu Bett mußte. Nach einer Stunde wandte sie sich an den Verstorbenen und bat ihn, falls er noch etwas bedürfe, so möge er ihr die Kraft erflehen, zur Kirche gehen zu können; dann wolle sie ihm auch die heilige Kommunion schenken. Das half. Sie konnte zur Kirche gehen und die heilige Kommunion empfangen. Auf ihren Platz zurückgekehrt, war es ihr, wie wenn er vor ihr stünde, aber sein Angesicht glänzte wie die Sonne. Sie fragte, ob er es denn wirklich sei. Darauf erhielt sie die Antwort:

Pfarrer: „Ja, es ist so. Weil er, als er den Tod herannahen fühlte, sich ganz Seinem göttlichen Willen überlassen und auch wegen der vielen innigen Gebete und Tränen von seinen guten Freunden und Pfarrkindern, sei seine Schuld getilgt worden. Soeben gehe er darum in den Himmel ein. Diejenigen, die viele in der Gerechtigkeit unterweisen, werden glänzen wie die Sterne des Himmels.“

476 Am 8. November 1901

„Einer Klosterfrau muß alles gleich sein, was sie auch zu tun hat, ob sie betet oder arbeitet.“

Nach der heiligen Kommunion sagte der Herr, daß Er so großes Wohlgefallen und Freude hätte, daß wir uns donnerstags abends zur heiligen Stunde so vereinigten. Besonders bereiteten Ihm die jungen Seelen Trost, die alle noch so reinen Herzens wären. Das wären die schönsten Früchte des Liebesbundes. Hier in der Stadt gebe es so wenig solcher jugendlichen Seelen. Die meisten wären durch die Tanzstunden schon verdorben und in die Sinnlichkeit eingeweiht, selbst in den frömmsten Familien, ehe sie noch das Laster verstünden.

Barbara: „O Herr, verleihe doch, daß man dieser Schwester ein Amt verleiht, das sie genügend beschäftigt.“

Jesus: „Sie soll bedenken, warum sie sich Mir geweiht. Glaubt sie denn, die Zeit sei verloren, die sie für Mich verwendet? Wenn sie keine Beschäftigung hat und ihre Vorgesetzten ihr keine geben, so soll sie zu Mir kommen, Ich bin sehr froh mit ihr, wenn sie kommt. Wenn man sie zu nichts wert hält, so soll sie sich demütigen und in sich den Gedanken festhalten: ‚Du bist nicht würdig, ein Amt zu verwalten‘, und dann ist ihr ganzes Leben ein lieblicher Wohlgeruch in Meinen Augen. Sie soll innerlich die Demut auffassen, wie Ich sie ihr äußerlich zukommen lasse. Einer Klosterfrau muß alles gleich sein, was sie auch zu tun hat, ob sie betet oder arbeitet. Ich brauche auch Seelen, die sich mit Mir unterhalten.“

477 Am 11. November 1901

Nach der heiligen Kommunion sagte der Herr, wir sollten die heilige Stunde recht feierlich halten. Er habe mir das Leiden ja nur gegeben, um die Menschheit an Sein bitteres Leiden zu erinnern, was gar zu wenig beachtet wird in jetziger Zeit.

Jesus: „Daher kommt es, daß es immer mehr abwärts geht mit der katholischen Religion. Hätten die Priester es angenommen, so hätte es einen großen Umschwung gegeben, so aber ist vieles, sind viele Gnaden verlorengegangen. Haltet diese Stunde zur Sühne für die Bewohner dieser Stadt, wegen der großen Gleichgültigkeit und Vergessenheit, womit sie Mein Leiden unbeachtet lassen, besonders für die gottentfremdete Jugend.“

478 Am 12. November 1901

Barbara betete den Rosenkranz und machte die Meinung, den Ablaß zu gewinnen für die Abgestorbenen. Zugleich machte sie auch die Meinung, daß das eine Gesetz als Bruderschaftsgebet für den lebendigen Rosenkranz gelten solle.

Jesus: „Du kannst die zwei Meinungen nicht miteinander vereinigen. Die letztere mußt du streichen, wenn du den Ablaß gewinnen willst.“

479 Am 16. November 1901

„Sie wird wie eine Theresia von Stufe zu Stufe steigen bis zur höchsten Vollkommenheit. Dort werde Ich sie empfangen und einführen in den Hochzeitssaal.“

Barbara las in einem Buch und hörte die heilige Messe nach der Art und Weise, wie es darin angegeben war. Nach der heiligen Wandlung, als sie die Nähe des Herrn verspürte, empfahl sie Ihm auch die Verfasserin und sagte:

Barbara: „Das Buch ist doch recht geeignet, den Menschen Deine Liebe einzuprägen. Du mußt doch wohl Freude daran haben?“

Jesus: „Das macht Mir auch große Freude, sie soll nur all den Honig aus den Hülsen herausziehen und soll ihn Meinen Kindern zu verkosten geben.“

Barbara: „Wie ist denn das zu verstehen? Was sie in den Schriften findet, ist noch in Deine Worte eingekleidet, und viele können es nicht fassen, weil sie es von den groben Hülsen nicht annehmen.“

Jesus: „Sie soll es umkleiden und es Meinen Kindern zu verkosten geben!“

Barbara: „Was wirst Du der Verfasserin für einen Lohn geben?“

Jesus: „Sie wird wie eine Theresia von Stufe zu Stufe steigen bis zur höchsten Vollkommenheit. Dort werde Ich sie empfangen und einführen in den Hochzeitssaal. Das ist der Lohn für Luise, daß sie sich so Mühe gegeben, daß alle ihre Geschwister es jetzt genießen und Anteil nehmen und dadurch sehr in der Vollkommenheit wachsen. Sie alle sind würdige Kinder einer würdigen Mutter, und die Nachwelt wird erfahren, was diese Familie in Meinen Augen ist.“

Barbara: „Das schreibt Luise doch nicht auf, denn ich weiß, daß sie wegläßt, was sie anbelangt.“

Jesus: „Und Ich will, daß es eingetragen wird, wie Ich es dir eingebe, damit es unter die Menschheit kommen soll und sie gerade dadurch mehr verdienen können; denn davon haben sie nur Verachtung und Verdemütigung zu erwarten, weil die Menschen einmal so sind, daß sie nicht sehen können, daß andere von Gott vorgezogen sind. Das auslassen, wäre nur der Verachtung aus dem Weg gegangen.“

480 Am 18. November 1901

„Man kann nicht irregehen, wenn man nur sucht, Mich zu lieben und Mir zu gefallen. Was immer man aus Liebe zu Mir tut, muß Ich belohnen!“

Von März bis November hielt sich Barbara bei ihrer kranken Schwester in Rück auf, um für sie die Feldarbeiten zu verrichten. Nur besondere Veranlassungen führten sie manchmal einige Tage nach Mainz zurück. Während dieser acht Monate half eine Nichte von Barbara an ihrer Stelle hier aus.

Die Nichte kniete heute in der Kirche hinter Barbara, und da sie merkte, daß der Herr mit ihr verkehrte, wandte sie sich innerlich an den Herrn und bat Ihn, ihr doch zu sagen, was sie tun solle, ob sie nach Haus zurückkehren solle, weil sie sich hier für überflüssig hält. Deshalb sagte der Herr zu Barbara:

Jesus: „Wartet es nur ab, und ihr werdet sehen, warum Ich es so angeordnet habe, daß Anna da ist.“

Diesen ganzen Morgen war Barbara mit Jesus vereinigt. In der Neun-Uhr-Messe bei der Wandlung war Er so lieb.

Barbara: „Ich weiß nicht, was das ist, daß ich heute so innig mit Dir vereinigt bin.“

Jesus: „Ich will, daß du den ganzen Morgen bei Mir bleibst!“

Barbara: „Ich meine, Du wärest gar nicht mehr so innig vertraut mit mir wie früher. Ich habe keine so innige Freude mehr im Gebet, und warum verlangst Du nichts mehr so im Gebet wie früher?“

Jesus: „Ich bin noch gerade so zu dir wie früher. Höre nur, was Ich dir sage. Höre auf Meine Stimme! (Barbara hörte.) Ich will, daß du jetzt eine Zeitlang, bis Ich es dir sage, den ganzen Vormittag Mir opferst, vor Meinem Altare kniest und Mich anbetest. Du sollst beten für die Bekehrung der Sünder und es auch aufopfern zur Buße für deine Sünden.“

Barbara: „Wenn ich auch so innigen Verkehr mit Dir habe wie früher, mein Beichtvater kümmert sich doch nicht darum, und man muß doch auch sein Herz zuweilen aussprechen über das, was vorkommt. Es ist doch auch so die Regel.“

Jesus: „Das ist dein Kreuz, daß du keinen Beichtvater hast, dem du dich aussprechen kannst.“

Barbara: „O Herr, ich bin hinausgestoßen von allen. Habe ich mir denn die Sachen eingebildet, weil es niemand glauben kann? Überall, wo Du so wirkst, hat es doch einmal Licht gegeben, und jemand fand sich, der durchschaute, daß es was Göttliches sei, und bei mir bleibt es im Dunkeln. Vielleicht ist es doch Einbildung?“

Jesus: „Gesetzt den Fall, es wäre Einbildung, für wen hast du es dir denn eingebildet?“

Barbara: „Für Dich, um Dir zu gefallen. Weil ich gemeint habe, Du wärest da, wollte ich Deinen Willen erfüllen.“

Jesus: „Also glaubst du denn, Ich wäre wie die Menschen, die jetzt so sagen und dann wieder anders? Ich belohne alles, was man aus Liebe zu Mir tut. Man kann nicht irregehen, wenn man nur sucht, Mich zu lieben und Mir zu gefallen. Was immer man aus Liebe zu Mir tut, muß Ich belohnen!“

Barbara: „Ja, wenn ich jetzt so lange bleiben soll, was gibt es denn in der Familie, dann wird meine Schwägerin wieder gereizt?“

Jesus: „Das muß dir einerlei sein. Wenn sie losfährt, so schweige und nimm es ruhig hin. Das ist ein Leiden, was du für Mich leidest. Das ist dein Kreuz. Ein Kreuz muß Ich dir doch lassen. Das trage Mir zuliebe. Du sollst Meinen Zorn besänftigen.“

481 Am 19. November 1901

„Wenn das Fasten euch gereizt macht, wenn ihr etwas nicht leisten könnt, was über eure Kräfte geht, so laßt lieber ein Werk sein, als daß ihr der Liebe entgegenhandelt, damit nicht die Liebe darunter leidet.“

Nach der heiligen Kommunion sah Barbara die liebe heilige Elisabeth in majestätischer Haltung wie eine Fürstin, eine Krone auf dem Haupt, und ein violettes Gewand mit langer Schleppe war mit goldenen Sternen besät, die glänzten wie die Sterne des Firmamentes.

Elisabeth: „Ich komme, um euch zu belehren! Die lange Schleppe meines Gewandes soll andeuten, wie mein demütiges Leben nach meinem Tode noch vielen lange Zeit in Erinnerung geblieben ist.“

Barbara: „Ja, was du geleistet, das können wir nicht.“

Elisabeth: „Doch, das wollte ich euch gerade sagen. Ich mußte herabsteigen, um Schmach und Verachtung zu finden und mich allem entäußern und alles herschenken, um mir Verachtung zuzuziehen. Ihr habt nicht nötig, herabzusteigen. Der liebe Gott hat euch das schon geschenkt, weil euch der Herr in die Lage versetzt hat, gedemütigt und verachtet zu werden. Freut euch nur in eurem Stand. Die goldenen Sterne bedeuten die überirdische Gesinnung, womit ich alle meine Werke auf Gott bezog und nur strebte, Ihm zu gefallen.“

Barbara bat noch um einen besonderen Trost für Lieschen.

Elisabeth: „Sage ihr nur, und ihr alle nehmt euch in acht, daß ihr den Glanz der Tugenden, die ihr schon gesammelt habt, jetzt nicht verdunkelt. Wenn das Fasten euch gereizt macht, wenn ihr etwas nicht leisten könnt, was über eure Kräfte geht, so laßt lieber ein Werk sein, als daß ihr der Liebe entgegenhandelt, damit nicht die Liebe darunter leidet. Ihr müßt ein gutes Beispiel geben und dürft unter euch nichts vorkommen lassen, sondern müßt immer einer Gesinnung sein.“

482 Am 20. November 1901

„Es kommt immer darauf an, wie es Mir gebracht wird, ob aus Liebe oder aus Zwang.“

Jesus: „Ich habe ein solches Mißfallen an der Welt, daß Ich sie vernichten möchte, wenn nicht noch die guten, treuen Seelen wären, die Mir Freude machen. Besondere Freude macht es Mir, weil ihr euch donnerstags so vereinigt, um Meiner Leiden zu gedenken, weil es sehr wenig Menschen gibt, die sich noch Meiner Leiden erinnern. Ich habe mehr Freude an dieser einzigen Stunde als an einer ganzen Pfarrkirche voll Pfarrkinder, die sich versammelt haben, um dem Pfarrgottesdienst beizuwohnen, denn die meisten denken die ganze Woche nicht an Mich. Sie erfüllen zwar die Sonntagspflicht noch, aber nicht aus Liebe, sondern aus Furcht, um nicht ewig verlorenzugehen. Diese muß Ich doch noch retten, weil sie ihre Pflicht tun. Aber weil diese Stunde aus reiner Liebe zu Mir gehalten wird und die Seelen alle das aufrichtige Verlangen haben, Mir Freude zu machen und Mich zu trösten, so ist dieser Akt, weil er aus Liebe zu Mir hervorgeht, beseligender, als wenn eine ganze Pfarrgemeinde sich versammelt aus Gewohnheit, und um nicht ewig verlorenzugehen, mehr aus Zwang als aus Liebe.

So ist es mit allem. Scheuet euch nur nicht, und tut alles, was Ich euch angebe. Ich habe an all solchen Dingen, die man besonders für Mich tut, große Freude, weil das mehr aus Liebe hervorgeht. Es kommt immer darauf an, wie es Mir gebracht wird, ob aus Liebe oder aus Zwang.“

483 Am 21. November 1901

„Aber besonders soll sie die Klosterleute zum Streben nach Vollkommenheit anfeuern, weil in vielen Seelen der erste Eifer erloschen ist zum Streben nach Vollkommenheit.“

Jesus: „Sage Meiner Dienerin, daß Mir das Buch, was sie geschrieben, große Freude macht, weil sie sich Mühe gegeben hat, die Grundsätze zu verwerten, die Ich darin niedergelegt habe, daß besonders der jungfräuliche Stand mehr und mehr geschätzt wird. Das ist ja der Zweck des Ganzen. Ich wünschte, daß es in alle jugendlichen Hände käme und weithin verbreitet würde; denn es ist Mein Geist, der es ihr eingegeben hat. Sie soll Mir jetzt noch die Freude machen und noch ein Buch schreiben, um das Streben nach christlicher Vollkommenheit anzufeuern durch die Ertragung der täglichen Leiden, und zwar besonders für Klosterleute und auch Weltleute, um ihnen zu zeigen, daß sie auch an der untersten Stelle des Klosters die höchste Stufe der Vollkommenheit erreichen können, weil viele mutlos und traurig sind, und weil überall so viel Erschlaffung eingerissen ist.

Sie kann zeigen, wie man wie auf einer Leiter, von Sprosse zu Sprosse, zur höchsten Stufe der Vollkommenheit gelangen kann, wenn man die täglichen Leiden benutzt. Aber besonders soll sie die Klosterleute zum Streben nach Vollkommenheit anfeuern, weil in vielen Seelen der erste Eifer erloschen ist zum Streben nach Vollkommenheit. Viele sind mutlos und geben sich vielen Einbildungen und Gedanken hin, die sie sehr im Streben nach Vollkommenheit hindern, und viele erreichen den Grad nicht, wozu Ich sie berufen, weil sie meinen, es wäre nicht möglich, wenn sie nicht zu Ämtern gelangen, wozu Ich nur einige brauchen kann, und so geben sie sich Träumereien hin.

Dann soll sie zeigen, daß man durch die täglichen Leiden und Zurücksetzungen, wenn es wirklich solche sind, sich emporschwingt, indem man das alles aufopfert und geduldig erträgt. So soll die Gesinnung und die christliche Liebe in den klösterlichen Genossenschaften recht geadelt und gehoben werden, weil darin am meisten gefehlt wird. Wie man gegen die christliche Liebe fehlt in Gedanken oder Handlungen, wäre es Weltgeist, und hätte dann auch keinen Vorzug vor den Weltleuten.

Sie soll sich nicht fürchten. Ich gebe ihr die Kraft und den Mut, daß sie es auch ausführen kann. Aber Ich sage ihr voraus, daß sie das an sich erproben muß, denn es wird manchen Widerspruch und Tadel erfahren. Das soll sie ruhig ertragen, weil das nicht zu vermeiden ist. Wenn die Klosterleute eine Zeitlang da wären, würde die Liebe oft erkalten, und wenn diese erloschen wäre, kämen die Gedanken, die vom Weg der Vollkommenheit abziehen. Jeder soll bei sich anfangen.“

Als wir abends von neun bis zehn Uhr die heilige Stunde hielten und das Lied sangen: „Düster sank der Abend nieder“, sah Barbara den Herrn, wie Er uns einen unendlich liebenswürdigen und freundlichen Blick zuwarf, ebenso warf ihr der Herr am anderen Morgen bei der heiligen Wandlung einen unendlich liebenswürdigen Blick zu.

484 Am 25. November 1901

„Wenn euch die Wahl gestellt wäre, Gott ohne Leiden in der Glorie zu besitzen oder noch in der Welt zu bleiben, wo Gott so viel beleidigt wird, so sollt ihr lieber wählen, in der Welt zu bleiben und zu leiden.“

Das Leiden, welches Barbara früher alle Freitage hatte, hat der Herr jetzt umgewandelt in ein ganz geistiges, nur inneres, so daß sie Donnerstag und Sonntag nachts regelmäßig mit dem Herrn die Todesangst leidet. Diese zwei Nächte kann sie nicht schlafen. Dieses geheimnisvolle Leiden hatte Barbara auch diese Nacht vor dem Katharinenfest, das auf Montag fiel. Es war ihr, wie wenn ihr beständig die Arme abgesägt würden. Dies muß sie leiden wegen der toten Glieder am mystischen Leib Christi.

Barbara: Vor der heiligen Kommunion lud ich heute unsere himmlischen Freundinnen, die heilige Katharina und die heilige Barbara, ein, sie möchten mich zum Tisch des Herrn begleiten und mir ihre Tugenden leihen zum Ersatz für meine Sündhaftigkeit. Als ich von der Kommunionbank zurückkam, kamen sie beide so lieb, freundlich und herzlich zu mir, doch redeten sie nichts. Es war, wie wenn jemand recht glücklich ist und sie beide genießen sich auch ohne Worte. Lange freute ich mich in diesem Glück.

Katharina: „Jetzt haben wir teilgenommen an deinem Glück, jetzt sollst du auch unser Glück teilen.“

Barbara: Meine Seele entflog mit Jesus, und Er führte mich an den Ort dieser heiligen Jungfrauen. Ich durfte nur den Raum schauen, wo sie sind, jedoch die göttliche Anschauung nicht genießen. Es herrschte dort eine solche Freude und ein solches Glück, und der Raum war mit solchem Lichtglanz erfüllt, daß es nicht auszusprechen ist. Mein ganzes Innere ist diesen Tag so erfüllt von dem Licht, daß mir das Tageslicht und die Sonne dagegen wie Mitternacht scheinen. Ich meinte, ich könnte die Augen nicht aufmachen, um die Welt anzusehen.

Da stand ein Thrönchen an dem anderen, doch nicht so majestätisch, wie ich die der Kirchenfürsten gesehen. Diese waren schöne Thronsessel. Einer jeden war ihr Platz angewiesen und sie wußten genau, wo sie hingehörten. Darunter waren viele Plätze frei, und es wurde mir gesagt, das sind die Plätze für euch. In der hinteren Reihe, wo die heilige Katharina und Barbara waren, waren drei Plätze für uns. Vorher war eine Reihe leer, und da hieß es, diese wären bereit für alle, die sich uns anschließen und ausharren in dem begonnenen Weg, für alle Jungfrauen, die ein recht tugendhaftes Leben führen, sei es in der Welt oder im Kloster. Ich unterhielt mich mit ihnen und fragte sie:

„Wie ist das möglich, daß auch wir an den Ort kommen sollen, wo ihr seid, da ihr doch als Märtyrerinnen gestorben seid und euer Blut für Jesus vergossen habt?“

Katharina: „Das ist freilich möglich, weil ihr in viel größerer Gefahr steht als wir. In unserer Zeit war das Christentum noch im ersten Eifer, und wer einmal Christ war, der hatte keine Gefahr mehr, denn er wußte sicher, daß er, wenn er ausharre, in den Himmel eingehe; so tief war damals der Glaube eingewurzelt in das Christenherz. Zwar sind auch welche abgefallen, aber die haben mehr das Zeitliche im Auge gehabt, Geld, Gut und Ehre.

Ihr lebt in einer viel gefahrvolleren Zeit. Es wird den Menschen auf viel feinere Weise nachgestellt, sie werden auf feinerer Art gemartert, und die Marter dauert so lange, als ihr Atem ein- und ausgeht, wegen der vielen, bösen Beispiele, die ihre Mitmenschen geben, die sich stellen, als wären sie auch fromm, und die trotzdem alles mitmachen wie das Heidentum: Vergnügungssucht, Hang zum zeitlichen Gut und alle Untugenden wie die Heiden. Dabei aber wollen sie noch fromme Christen sein.

Eine Seele jedoch, die Gott allein sucht und liebt und auf dem Weg der Vollkommenheit wirklich wandelt, hat dies Beispiel vor Augen, und es wird ihr oft gesagt: ,Du bist ein Sonderling und machst Sachen, die andere nicht machen.’ So kommen viele von dem rechten Weg ab; sie gehen zwar nicht ganz verloren, aber erreichen nur einen niederen Grad der Seligkeit, deswegen kämen aber diejenigen, die ausharren, unter ihre Gesellschaft.“

Barbara: Ich hielt sie an, für die ganze Welt zu bitten, besonders für uns und alle Verwandten, auch für einen Neffen, der bei den Soldaten ist, der sich so unglücklich fühlt.

Katharina: „Du sollst dich nicht gar zu sehr daran hängen. Betrachte das auch als einen Teil von dem Kampf, den du zu bestehen hast. Man soll sich recht für seine Verwandten bemühen, um sie auf dem geraden Weg zu erhalten, aber Gott hat jedem Menschen so viel Gnade gegeben, daß jeder Mensch erkennen muß und kann, was er zu tun hat. Gott gibt jedem Menschen den freien Willen, daß er ihn gebrauche zum Guten. Was du nicht packst unter deinen Verwandten, das mußt du übersehen und dich darüber wegsetzen.“

Barbara: Ich bat noch für alle Jungfrauen in der ganzen Welt, besonders für die verfolgten Klöster und sagte, sie möge doch bitten, daß doch die Verfolgung der katholischen Kirche aufhöre und bewirken, daß es doch bei uns nicht auch so weit komme wie in Frankreich und Spanien und Italien, wo die Klöstergemeinschaften verjagt würden, weil diese doch Gott am meisten verherrlichen durch ihre Gebete. Die heilige Katharina sagte:

Katharina: „Das alles läßt Gott doch nur zu ihrem Besten gereichen. Es ist zwar sehr hart und traurig, aber dadurch wird Gott wieder entschädigt und Seine Ehre Ihm eingebracht; denn auch an den weitaus meisten Ordensleuten ist noch vieles zu verbessern, denn viele, viele Genossenschaften, haben den Weltgeist eingesogen und müssen geläutert werden.

Deswegen läßt Gott es zu, daß die Orden vertrieben werden; es dauert nicht lange, und sie kommen wieder zurück. Es muß ein anderer Geist entstehen. Die Prunksucht und die Weltliebe sind in den Klöstern bereits so weit wie in der Welt auch. Da ist nichts zu machen. Da wäre es am besten, daß sie sich demütigen und ein anderes Leben anfangen.“

Barbara: Diese innige Vereinigung und Glückseligkeit dauerte mehrere Stunden, ohne daß ich das höchste Gut geschaut. Ich durfte nur die Glückseligkeit fühlen und das Licht und die Freude und Wonne, worin die Seligen schwelgen, und darin war ich so überglücklich, daß ich stundenlang gekniet, ohne es zu wissen, ich meinte, ich sei mitten darunter. Als ich mich aufrichten wollte, fühlte ich auf einmal durch das stundenlange regungslose knien einen Schmerz, als wenn ich mit Messern durchstochen wäre.

Katharina: „Ja, siehst du, das hast du uns noch voraus, solange du noch im Fleisch bist, kannst du noch verdienen. Jetzt hast du auch das Glück und die Wonne mit uns geteilt, aber doch noch im Schmerz und im Leiden. Bei uns ist das vorbei. Du kannst noch verdienen und durch dein Leiden Gott ehren und deine Verdienste vermehren; das ist bei uns nicht mehr der Fall. Wir können nur schauen, besitzen und genießen, während ihr Erdenpilger bei dem Schauen und der Freude, die ihr manchmal genießt, doch auch noch das Verdienst vermehrt für euch und andere, und Gott verherrlicht und Seine Ehre befördert durch das Leiden.

Wenn euch die Wahl gestellt wäre, Gott ohne Leiden in der Glorie zu besitzen oder noch in der Welt zu bleiben, wo Gott so viel beleidigt wird, so sollt ihr lieber wählen, in der Welt zu bleiben und zu leiden, als in der Anschauung Gottes zu sein. Wir würden es noch so gern machen, wenn wir es noch so machen könnten, weil das Gott viel angenehmer ist.“

Barbara: Bei der Wandlung hörte ich zwar schellen, aber es war eine solch majestätische Haltung unter den Himmelsbewohnern; sie ließen mich außer acht, ich stand da wie ein Holzblock. Sie sahen auf das Allerheiligste, wie wenn sie vernichtet wären, und knieten sich vor das Höchste Gut. Weil ich allein war, machte ich meine Aufopferung und bat sehr für die Armen Seelen. Die liebe Mutter Gottes ging ins Fegefeuer, und hie und da fuhr eine Arme Seele mit Ihr auf; alle aber wurden sehr getröstet und erfreut. Das dauerte so lange, bis der Priester sagte: „Und das Wort ist Fleisch geworden.“ Alsdann fühlte ich meine Glieder wieder frei.

Katharina: „Wir sehen mit großem Schmerz, wie es auf der Welt zugeht. Was wir euch raten, ist das Beste und Sicherste. Ihr könnt das freilich nicht so durchschauen. Die Christenheit steht jetzt so in Gefahr, daß wir nicht genug raten können zum Liebesbund, zur Ausübung dessen, was in den Schriften steht, daß man oft zum Tisch des Herrn gehe, der jungfräuliche Stand gehoben und gepflegt werde, um die Familie vom Verfall zu retten, und zu sorgen, daß die christliche Familie wieder mehr und mehr in das Glaubensleben hineinkommt, weil eine christliche Jungfrau, auch wenn sie in der Welt steht, beitragen kann zu einem christlichen Familienleben.

Ebenso sollen die christlichen Genossenschaften beitragen, daß die christliche Eintracht, Liebe und Friede, recht bewahrt bleiben, weil das von ihnen besonders verlangt wird und dadurch viel Segen über die Menschheit herabgefleht wird. Ich kann deshalb nicht genug raten, daß man sich doch zusammenscharen möge, daß sich die jungfräulichen Seelen und alle, die nach höherer Vollkommenheit streben und ihr Heil in Sicherheit bringen wollen, gegenseitig aufmuntern und sagen, was die Seele fördern kann im Streben nach Vollkommenheit, damit der Weltgeist keinen Eingang findet und hinausgedrängt wird. Gott hat nicht allein für den Ehestand gesagt: ,Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei.’ Das hat Er für alle Zeiten, für alle Nationen und Geschlechter gesprochen, besonders für diejenigen, die zur Zahl der Auserwählten gehören. Für diese ist es nicht gut, daß sie allein sind, sonst werden sie von der Welt mit fortgerissen. Deswegen hat Gott die klösterlichen Genossenschaften gegründet. Die Stifter haben genau gewußt, daß der Mensch allein den Gefahren in der Welt nicht entrinnen kann. Deshalb drängt und treibt Gott und hat euch zum dritten zusammengeführt, um zu zeigen, daß nur vereinigte Kräfte stark sind, um den Gefahren, wovon die Welt voll ist, glücklich zu entgehen. Euer Hauptlosungswort ist: Friede, Liebe und Eintracht! Das wahret recht!“

Barbara: „Erflehe mir doch die Gnade, nicht mehr zurück auf die Welt zu müssen.“

Katharina: „Freue dich, daß du noch mehr verdienen darfst; freue dich, wir alle wollen es.“ Als Barbara an der Lourdesgrotte in einer Kirche vorüberging, schien es ihr, als ob ihr die liebe Mutter Gottes etwas sagen wollte. Sie kniete sich hin und die liebe Mutter Gottes sagte:

Maria: „Sage Luise, sie soll sich in acht nehmen und niemand hier in der Stadt etwas zu lesen geben, weil sie sonst wieder Unannehmlichkeiten mit dem Bischof bekommt und die Ratschläge Meines Sohnes vereitelt werden. Manche junge Seelen können die Gnaden Gottes noch nicht so recht auffassen, weil sie noch nicht viele Leiden durchgemacht. Sie bilden sich dann gleich etwas darauf ein.“

485 Am 26. November 1901

„Am Schlusse lasse Ich es zusammenfallen und die Welt ist verschwunden mit allem Getriebe und Getreibe; aber das, was der geringste Mensch tut zu Meiner Ehre, bleibt in Ewigkeit.“

Barbara: Als wir die Reise nach Lourdes antraten, ließ ich meine Nichte von S. kommen, damit sie meine Stelle vertrete. Bis jetzt war sie noch hier und hoffte, eine gute Stelle zu finden, sobald sie nicht mehr nötig sei. Das war aber nicht der Fall. Da auch vor Weihnachten das Geschäft sehr langsam geht und sie überflüssig ist, so faßte ich den Entschluß, sie heimzuschicken. Alles war zur Abreise bereit. Heute früh bat ich den Herrn, Er möge doch die Sache lenken und leiten und bewirken, daß sie so bleibe, wie sie jetzt ist, weil sie doch zu Haus nicht so vorwärtskommen könne. Darauf belehrte mich der Herr so lieb:

Jesus: „Ich will nicht, daß du sie fortschickst. Ich will, daß sie hier bleibt.“

Barbara: „Du hast wohl gesagt, wir würden noch sehen, warum Du es so gefügt, aber es ist keine Aussicht da; ich meine, das ist eine Täuschung von meinen Sinnen gewesen, weil ich es gerne gehabt hätte, um sie auf einen guten Weg zu erhalten.“

Jesus: „Ich war es, der es dir gesagt hatte.“

Barbara: Ich hörte diese Worte so deutlich, daß ich Seine Stimme unterschied wie eine tiefe Männerstimme von der meinen.

Jesus: „Ich will, daß sie hierbleibt. Sind denn die geistlichen Werke nicht tausendmal mehr wert als die äußere Arbeit, die der Mensch tut? Die Kommunion, die sie hier empfängt, die heiligen Messen, die sie hier hört, hat sie nicht in ihrer Heimat. Dort macht sie auch den Fortschritt in dem frommen Leben nicht, den sie hier macht. So viel die unsichtbare Schöpfung mehr wert ist, als die sichtbare, soviel sind die geistigen Arbeiten, die der Mensch verrichtet, mehr wert als die leiblichen. Habe Ich denn die Menschen nur erschaffen, damit die Menschen ackern und pflügen und Häuser bauen und diese Meine Schöpfung schön ausschmücken?

Wisse, daß all die großen Werke, welche die Weltmenschen vollbringen in der Welt, um sich das Leben recht bequem zu machen und die Schöpfung recht zu verschönern, noch nicht soviel wert sind als das allergeringste Werk, das eine Seele verrichtet aus Liebe zu Mir: Wie ein Ave, ein Rosenkranz oder heilige Kommunion. Denn all die großen Werke, die mit so viel Mühe vollbracht werden, obwohl es auch zum Unterhalt dient, all die vielen Arbeiten und Werke, womit die Menschen sich abplagen, all die großen Werke, die durch den Verstand und Fleiß und die Geschicklichkeit hergestellt werden, sind nicht soviel wert, daß Ich sie mit einem Schlag vernichte. Und wenn der Mensch auch die ganze Welt gewönne, wäre es doch nicht mehr wert. Am Schlusse lasse Ich es zusammenfallen, und die Welt ist verschwunden mit allem Getriebe und Getreibe; aber das, was der geringste Mensch tut zu Meiner Ehre, bleibt in Ewigkeit.

Wenn dem so wäre, wie die Weltmenschen glauben, daß es Torheit sei, daß es so viele Ordensleute gibt und Menschen, die sich gerade nur Mir weihen und beten, dann hätte Ich den Himmel nicht zu erschaffen brauchen und im Himmel nur die Engel, die Ich nur erschaffen, damit sie Mir dienen, Mich anbeten und Meine Winke befolgen. Aber das ist der Beweis für euch Menschen, daß Ich euch nur erschaffen habe zu Meiner Ehre und Verherrlichung, daß Ich den Himmel mit seinen Bewohnern erschaffen, die auch nicht pflügen und ackern, die Ich rein geistig geschaffen, weil sie nichts zu tun haben, als nur Mich anzubeten und Mir zu dienen.

Ich habe auch die sichtbare Schöpfung erschaffen und die Menschen hineingestellt, damit sie Mir dienen und Mich verherrlichen. Es kann daher ein Mensch kein größeres Werk tun, als daß er sich ganz Mir weiht und sich nicht kümmert um das Weltgetriebe, um einzig Mir Dank zu sagen für die Menschen, die es nicht tun und die nicht an Mich glauben, und um Mich anzubeten und Mir Sühne zu leisten für diejenigen, die es nicht tun. Laß deine Nichte hier. Wenn deine Schwägerin ihr auch keinen Lohn geben will, Ich werde für sie sorgen.

Ihr aber sollt vielen zum Vorbild sein. Ihr müßt eins sein untereinander. In einer wahren Freundschaft muß es sein wie in einer Familie; all die Gedanken und Wünsche müssen gemeinschaftlich sein.“ Weil eine Dame sich nicht mehr bei der heiligen Stunde einfand, sagte Barbara zum Herrn, es sei auch eine große Demütigung für die Reichen, sich mit ihr auf eine Bank zu setzen. Da sagte der Herr:

Jesus: „Diejenigen, die sich schämen, mit den Armen auf einer Bank zu sitzen in diesem Leben, werden mit den Reichen in der anderen Welt neben der Bank sitzen.“

486 Brief an den Beichtvater der Karmelitinnen

„Vorige Woche wurde mir mitgeteilt von einer Bekannten, daß Frl. N., jetzt Schwester C., krank sei und man Schlimmes befürchte. Da ich seit der Zeit für sie bete, wurde mir schon zweimal durch eine innere Stimme der Auftrag gegeben, ihr diesen Trost durch Ew. zukommen zu lassen: Ich fühle mich nämlich für diese Klosterfrau zu beten verpflichtet, da sie auf meinen Rat hin dort eintrat. Diese Schwester solle keinen Zweifeln und keinem Gedanken nachgeben, als sei dies nicht ihre Bestimmung gewesen, in diesen Orden einzutreten, weil sie anscheinend nur eine Last für das Kloster sei. Sie solle fest überzeugt sein, daß der Herr es so haben wolle. Sie solle für Ihn leiden. Ew. H. möchten ferner glauben, daß es kein Zufall gewesen sei, der uns nach Würzburg zu diesen Klosterfrauen geführt.

Der Herr habe den Glauben und die Liebe in jenen Klosterfrauen nur befestigen und befördern wollen, indem Er ihnen gezeigt habe, daß Er so wie in ihnen auch in anderen wirke. Der Herr wünscht sehr, daß Ew. dafür sorgen, daß jener wechselseitige Verkehr zur Aufmunterung der Gottesliebe zwischen uns und den Klosterfrauen wieder aufgenommen werde, da jetzt, wo die Macht der Hölle die ganze Welt in Beschlag genommen, nur eine Parole durch die ganze Welt gehe, nämlich, die katholische Kirche zu vernichten, für die guten, treuen Katholiken keine andere Wahl mehr übrigbliebe, als sich ebenfalls zusammenzuscharen: Ordensleute, Priester und Weltleute, wie Er in den Schriften immer angegeben. Das einzige, was diese kleine Schar noch tun könne, sei, sich der göttlichen Gerechtigkeit ganz entgegenzuwerfen durch Buße und Sühne, daß die Tage der Trübsal abgekürzt werden. Obwohl Satan jetzt glaube, die Kirche Christi ganz zu vernichten, hätten aber seine Helfershelfer doch auch noch eine andere Absicht. Da sie nämlich ihr Eigentum möglichst geschützt sehen wollen, so machen sie die Völker aufmerksam auf das Eigentum der katholischen Kirche, um das Volk recht aufzuhetzen. Diesen Sturm ließe Er aber nur über Seine Kirche ergehen, um Seine Tenne wieder einmal zu säubern. Wenn jemand aber noch zweifeln wolle, ob Er es sei, der Seine Kinder auffordere, sich der göttlichen Gerechtigkeit entgegenzuwerfen, der solle nur warten bis Frühjahr.

Hochachtungsvollst!

N.N.“

487 Fest der hl. Barbara am 4. Dezember 1901

„Jetzt, wo die Familie so zerrissen ist und die Welt ganz im Fleisch versunken ist und der Teufel seine Ernte hält in der Fleischeslust, ist es das Größte, was der Mensch tun kann, wenn er beiträgt zum jungfräulichen Stand.“

Barbara: Ich freute mich schon nachts auf das Fest der heiligen Barbara, auf den glücklichen Tag, wo ich meine heilige Patronin begrüßen durfte. Als ich zur Kirche gekommen und die Zeit der heiligen Kommunion herannahte, rief ich sie mir zur Seite. Sie kam mit der heiligen Katharina, und rechts und links gingen beide Freundinnen mit mir zur Kommunionbank. Als ich dann zurückkehrte, waren sie so lieb und herzlich und in Ihn versenkt, sich mit mir freuend und ich mit ihnen, daß es ein ungemein schöner Austausch war von gegenseitigem Glück.

Heilige: „Wir freuen uns mit dir wegen deines Glückes.“

Barbara: „Ich freue mich mit euch über euer Glück. Helft mir doch, daß ich Ihn so liebe und alles verlassen kann, wie ihr alles geopfert.“

So verfloß eine Stunde in der innigsten Anbetung und Liebe, im wechselseitigen Austausch, in fortwährendem Glückwünschen, so daß ich vor Wonne nicht mehr wußte, wo ich war. Ich glaubte, in den himmlischen Räumen zu sein und nicht mehr auf der Welt. Unaufhörlich opferte ich dem Herrn die Verdienste der heiligen Märtyrerinnen und aller heiligen Jungfrauen und unsere armseligen Verdienste, wenn wir je solche verdient haben, alle meine Leiden, die ich um Seinetwillen erduldet, in Vereinigung mit den Leiden Jesu dem himmlischen Vater auf, um rechte Fortschritte zu machen in der Vollkommenheit für mich und meine zwei Freundinnen und alle, die sich mit uns vereinigen, besonders die Liebesbundmitglieder, die glauben, daß der Herr so gut ist und Sich herabläßt, uns zu trösten, zu belehren und zu ermahnen. Ich bat ganz besonders für meine Angehörigen, für die Familie, in der ich stehe.

Dann teilte mir der Herr mit, daß Er mehr Freude habe an dem Wirken meiner Schwägerin jetzt, als zu der Zeit, wo sie eine Klosterfrau war, weil sie jetzt viel wirke dadurch, daß sie die jungen Mädchen so zusammenhalte und Ihm zuführe, indem sie für ihren Lebensunterhalt sorge und sie unterrichten lasse, damit sie recht Fortschritte machen und im jungfräulichen Stand aushalten könnten, indem sie es einigen ermöglicht, darin auszuhalten. Auch tue sie sonst sehr viel Gutes unter allen, die mit ihr in Verbindung kämen, auf die sie einwirke und so viele Seelen dem Teufel entreiße und Gott zuführe, was alles sie im Kloster nicht getan hätte, denn dort sei ihr Herz angefressen gewesen von Stolz und zu vieler Eigenliebe und Einbildung.

Jesus: „Ich knüpfe so viele Gnaden an den jungfräulichen Stand und an all diejenigen, die es glauben, und die dazu beitragen, daß der jungfräuliche Stand mehr gehoben wird in der Welt, daß Ich all diesen einen ganz besonderen Segen zukommen lasse in diesem Leben und eine besondere Glorie in der Ewigkeit. Den Beweis gebe Ich euch an deiner Schwägerin, die Ich mit zeitlichen Gütern segne und mit ewigen, weil sie für den jungfräulichen Stand einsteht und sorgt, daß er gehoben wird. Es ist ganz einerlei, ob eine Jungfrau in der Welt oder für sich allein oder im Kloster, wenn sie eine fromme, brave Jungfrau ist, ganz nach dem Herzen Gottes, weil eine wahre Jungfrau überall Gutes wirkt.

Jetzt, wo die Familie so zerrissen ist und die Welt ganz im Fleisch versunken ist und der Teufel seine Ernte hält in der Fleischeslust, ist es das Größte, was der Mensch tun kann, wenn er beiträgt zum jungfräulichen Stand. Diejenigen, die in den Klöstern leben, sollen nicht glauben, daß das Kleid und die Regel sie heilig macht, daß sie deshalb bevorzugt sind von Gott vor den Jungfrauen, die Ihm treu dienen in der Welt. Manche haben beim Eintritt in das Kloster wenig verlassen und dafür ein viel bequemeres Leben eingetauscht. Wenn diese Mir dann nicht dankbar dafür sind, so kann Ich sie für den Ordensstand nicht belohnen. Manche sind zwar reich gewesen und haben ihre Güter verlassen, aber sie sehen mit großer Geringschätzung auf andere herab, die nicht so viel besessen und meinen, diese stünden weit unter ihnen und sehen sie über die Achsel an. Auch diese sind in Meinen Augen gleich den Weltleuten. So wird Mir auch in der Welt gedient.

Darum will Ich haben, daß eine Erneuerung in allen Ordensgenossenschaften angebahnt und das Glaubensleben neu angefacht wird, und allen denjenigen, die dazu beitragen, daß der jungfräuliche Stand gehoben wird, sowohl in der Welt wie im Kloster – denn alle Klosterfrauen, welche diese Fehler nicht in sich bekämpfen, sind nicht besser wie die Weltleute auch – verspreche Ich, daß sie das größte Werk ausführen in der Christenheit, und daß das größte Wohlgefallen Gottes auf ihnen ruht und die größte Freude schon hier auf Erden ihnen zuteil wird und eine ganz besondere Glorie in der Ewigkeit.“

Barbara: Nun nahmen mich die heilige Barbara und die heilige Katharina und führten mich in den himmlischen Raum, wo sie sind, und ich durfte die herrliche Prozession sehen, welche die Jungfrauen der heiligen Barbara zu Ehren veranstalteten. Es war eine unabsehbare Schar weißer Lichtgestalten. Darunter sah ich die drei kürzlich verstorbenen Klosterfrauen von N. Sie wurden mir von meiner lieben Gefährtin, der heiligen Barbara, ganz besonders gezeigt, daß dies die drei Klosterfrauen seien, die in dem Kloster von N. gestorben seien. Sie zogen sehr freudig mit und waren voller Glückseligkeit darüber, daß sie eingereiht sind in das Band des Liebesbundes. Es war nämlich schon eine kleine Schar, die da zusammen einhergingen. Es wurde mir gesagt, dies seien die Liebesbundmitglieder. Diese hätten alle eine ganz besondere Zuneigung zueinander; deshalb wären sie so zusammen.