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Barbara Weigand

 

 
Offenbarungen an Barbara Weigand.
Das Leben und Wirken der Barbara Weigand von Schippach, das von tiefen mystischen Erfahrungen erfüllt war, gibt Zeugnis von einer schlichten Gottsucherin. Ihr schriftlicher Nachlaß, der in interessierten Kreisen unter dem Titel „Schippacher Schriften“ schon früher einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangte, ist eine Fundgrube für jeden, der nach spirituellen Werten tief christlicher Prägung sucht.
 
 
 

Offenbarungen an Barbara Weigand Band 2

Februar 1897 - März 1898

Nr. 153-229

 

Inhaltsverzeichnis

Begleitwort des Weihbischofs. 4

Einführung. 5

Entstehungsgeschichte der Aufzeichnungen. 10

153 Erster Freitag im März 1897. 16

„Seht, euch habe Ich gesendet wie Schäflein unter die Wölfe“ 16

154 Zweiter Freitag im März 1897. 21

„Entweder von Gott oder wider Gott!“ 21

155 Dritter Freitag im März 1897. 25

“Niemand gräme sich ob seiner Fehler; wenn er sie nur einsieht und zu Mir kommt, dann bin Ich bereit, sie ihm alle zu tilgen.“ 25

156 Zweiter Fastensonntag 1897. 32

157 Vierter Freitag im März 1897. 33

„Denn ihr müßt wissen, nur die Sünde ist es, die den Verstand verdunkelt“ 33

158 Dritter Fastensonntag 1897. 35

159 Herz-Jesu-Freitag im April 1897. 36

„Du aber, o Mensch, den Ich in diese Schöpfung hineingestellt, du bist Mein Ebenbild!“ 36

160 Fünfter Fastensonntag 1897. 40

161 Fest der Sieben Schmerzen Mariä 1897. 41

„Siehe, diese Krone der Schöpfung ist Mir zu einer Dornenkrone geworden.“ 41

162 Palmsonntag 1897. 47

„Die Kirche muß aber den Weg wandeln, den Mein Sohn gewandelt ist, bis der Tag anbricht, wo Er Seine Feinde zerschmettern wird.“ 47

163 Gründonnerstag 1897. 50

„Seht, wie Ich euch liebe!“ 50

164 Karfreitag 1897. 56

„Wie durch Sühneleiden die Welt versöhnt und gerettet werden kann“ 56

165 Osternacht 1897. 63

„Sooft eine Seele den Sieg errungen und erkämpft hat“ 63

166 Freitag vor dem Weißen Sonntag 1897. 66

„Weil Meine Kirche wieder siegen soll über das neue Heidentum“ 66

167 Fünfter Freitag im April 1897. 70

„Darum freuet euch und werdet nicht mutlos“ 70

168 Erster Freitag im Mai 1897. 75

„Die ganze Welt ist erfüllt mit satanischer Bosheit“ 75

169 Zweiter Freitag im Mai 1897. 79

„Denn die Strafgerichte haben ihren Anfang genommen.“ 79

170 Dritter Freitag im Mai 1897. 84

„Denn du sollst wissen, daß die Trübsale die Freude des Geistes nicht hindern“ 84

171 Letzter Freitag im Mai 1897. 89

„Denn die Familie ist es in der Welt, die Ich heiligen will“ 89

172 Erster Freitag im Juni 1897. 94

„Siehe, die Sprache Meiner Liebe ist der heilige Kreuzweg, den ich gewandelt bin“ 94

173 Pfingstfest Nacht 1897. 97

„Solange der Atem noch ein- und ausgeht, solange sollt ihr die Hoffnung nicht sinken lassen.“ 97

174 Zweiter Freitag im Juni vor Dreifaltigkeit 1897. 101

„Ein einziger Akt vollkommener Liebesreue reicht hin, alle Sünden zu tilgen“ 101

175 Fronleichnamsfest 1897. 104

„Die Liebe Meiner Kinder hat dies Fest erzeugt“ 104

176 Requiem der ehrwürdigen Schwester N. 108

177 Fest des Heiligen Johannes des Täufers 1897. 108

„Niemand kann sagen, mein Beruf hält mich ab.“ 108

178 Herz-Jesu-Fest 1897. 114

„Ihr alle könnt eine heilige Theresia werden!“ 114

179 Fest Mariä Heimsuchung 1897. 118

„Leiden und Verdemütigungen sind der einzige Weg, der Meine Kirche aufrechterhalten wird.“ 118

180 Großes Gebet in der St.-Ignatius-Kirche 1897. 125

„Die Sünden derjenigen, die ihr Meinem Herzen zuführen sollt, müßt ihr büßen.“ 125

181 Montag des Großen Gebetes in N. 1897. 128

„Nicht wahr, du sagst Mir nicht mehr: ‚Ich kann nicht’“ 128

182 Großes Gebet am zweiten Freitag im Juli 1897. 129

„Daß die wahre Liebe in geduldigem Ertragen der Leiden besteht“ 129

183 Letzter Tag des Großen Gebetes 1897. 134

„Daß der Liebesbund alle umschlingen soll, Reich und Arm, Groß und Klein,Weltleute und Klosterleute, Priester und Laien“ 134

184 Dritter Freitag im Juli 1897. 138

„Ich bin nicht nur als Gott, sondern auch als Mensch unter euch“ 138

185 Vierter Freitag im Juli 1897. 142

„Und wenn ihr gegen den Stachel ausschlagt, werden jene nicht in sich gehen, sondern ihr werdet euch nur selbst verwunden.“ 142

186 Fünfter Freitag im Juli 1897. 148

„Und das Streben nach Heiligkeit, ... dem Menschen für ein Ding der Unmöglichkeit hingestellt wird von allen Seiten.“ 148

187 Fest Portiuncula 1897. 152

„Ja, Meine Kinder sind bezeichnet, ihre Stirne ist besprengt mit dem Blut des Lammes“ 152

188 Herz-Jesu-Fest im August 1897. 157

„Solange ihr noch nach rechts und links euch ängstlich umschaut, habt ihr noch nicht das ABC gelernt“ 157

189 Zweiter Freitag im August 1897. 162

„Die Menschen, die Ich zu großer Gnade erheben will, müssen erst tief beschnitten werden“ 162

190 Mariä Himmelfahrt 1897. 168

„Kein Wort soll vergebens gesprochen sein, es ist begleitet mit einer übernatürlichen Kraft, ... die bis jetzt euch verborgen ist.“ 168

191 Dritter Freitag im August 1897. 172

„Deshalb laß Ich dir auch so viele Fehler, damit du ja nicht wie ein Pfau dich erhebst“ 172

192 Vierter Freitag im August 1897. 175

„Hineinsenden muß Ich die Missionare in dieses heidnische Christentum“ 175

193 Erster Freitag im September 1897. 177

„Damit sie ihren Reichtum benutzen, um Mir Seelen zu gewinnen“ 177

194 Vigil von Mariä Geburt 1897. 181

„Denn viele gibt es, die noch gerne arbeiten, aber wenige, die gerne beten“ 181

195 Fest Mariä Geburt 1897. 185

„Bitte und halte an, zehn, zwanzig Jahre, denn einen Sünder zu retten, der nichts mehr von Mir wissen will, ist eine große Gewalttat.“ 185

196 Fest Kreuzerhöhung 1897. 190

„Je mehr man dem Kreuz ausweichen will, desto schwerer und drückender wird es.“ 190

197 Dritter Freitag im September 1897. 194

„Zurückkehren müßt ihr zu einem kindlichen Glauben.“ 194

198 Vierter Freitag im September 1897. 199

„Arbeiten am Heile der Seelen, auch wenn es ihnen so scheint, als sei alles verloren.“ 199

199 Fest des Heiligen Erzengels Michael 1897. 202

„In jeder Seele, die da kämpft und siegt über ihre Leidenschaften, ist die Schlacht geliefert und der Sieg gewonnen.“ 202

200 Erster Freitag im Oktober 1897. 206

„Denn auch du bist verbunden mit dem Leib, der dich abwärtszieht, und zittere, ja zittere vor dir selbst!“ 206

201 Fest des Heiligen Franziskus 1897. 210

„Und wenn es auch scheint, als sei alles verloren, ich sage dir, es ist nichts verloren.“ 210

202 Zweiter Freitag im Oktober 1897. 215

„Das ist ... der gerade Weg zum Himmel, zufrieden mit seinem Stand, geduldig im Leiden, eifrig und gewissenhaft seine Pflichten erfüllen“ 215

203 Dritter Freitag im Oktober 1897. 218

„Wo Satan alles aufbietet, um Meine Kinder zu verführen, da will auch Ich alles aufbieten, um sie zu retten.“ 218

204 Vierter Freitag im Oktober 1897. 221

„Was ist alles Geld und Gut, aller Tand und Staub dieser Erde gegen die Anschauung Meines Angesichtes?“ 221

205 Fünfter Freitag im Oktober 1897. 224

„Ihr müßt die Schmerzen fühlen, weil das tote Glied sie nicht mehr fühlt, also habt ihr das Rätsel, warum Ich euch Leiden schicke.“ 224

206 Fest Allerheiligen 1897. 232

„O daß doch alle Meine liebsten Kinder wüssten, welche heilige Gesellschaft sie begleitet.“ 232

207 Fest der Heiligen Katharina im November 1897. 236

„Ein Martyrium muß der Mensch nun einmal durchkämpfen, entweder ein Martyrium des Blutes oder eines des Herzens.“ 236

208 Fest der Heiligen Barbara 1897. 240

„Kein Mensch auf der ganzen Welt, ... kann und wird eines unglückseligen Todes sterben, wenn er mich im Leben oft angerufen und verehrt hat.“ 240

209 Fest der Unbefleckten Empfängnis 1897. 243

„Nicht ist es die Sprache und das Werkzeug, das Er benutzt, sondern Sein Wille ist es, den Er der Menschheit erschließen will, Sein Wille.“ 243

210 Freitag vor Weihnachten 1897. 246

„Die Zeit, in der ihr, Meine Kinder, lebt, gleicht in vielem der Zeit, in der Ich hereintrat zum ersten Mal in diese Welt.“ 246

211 Vigil von Weihnachten 1897. 248

„Der Mensch hat das Paradies verscherzt, und er muß es wieder zurückverdienen durch den Lebensgang, den auch Ich durchging...“ 248

212 Tag vor Neujahr 1897. 254

„Weil Ich ... viele aufwecken will aus dem Schlafe der Sünde, in dem Ich ihnen dieses Buch in die Hände spiele.“ 254

213 Tag nach Neujahr 1898. 257

„... und mit nichts könnt ihr mehr verdienen, als indem ihr Mir Sühne und Abbitte leistet, und alles andere geringschätzt.“ 257

214 Fest der Heiligen Drei Könige 1898. 257

„Denn so edel ist dieses Herz geschaffen, diese Seele, daß nichts sie befriedigen kann als nur Gott allein.“ 257

215 Zweiter Freitag im Januar 1898. 260

„Weil die Familie so zerrissen ist, darum ist die Stadt, das Land, die ganze Welt zerrissen.“ 260

216 Dritter Freitag im Januar 1898. 265

„Betet nicht mehr um Verlängerung und Verzögerung dieser Strafgerichte, betet vielmehr, daß sie schnell und rasch vollzogen werden“ 265

217 Vierter Freitag im Januar 1898. 269

„Nicht demjenigen, der gut anfängt..., sondern dem, der gut vollendet, der ausharrt bis ans Ende, dem wird die Krone der Herrlichkeit zuteil“ 269

218 Vorabend Herz-Jesu-Freitag 3. Februar 1898. 273

„Wisse..., daß die Throne vieler gottloser Fürsten und Könige umgestürzt werden, und auf ihren Trümmern werde Ich Meine Kirche aufrichten.“ 273

219 Herz-Jesu-Freitag im Februar 1898. 275

„...der Mißgriff, daß man, wenn man das Leben eines Dieners Gottes beschreibt, ihn so darstellt, als sei er kein natürlicher Mensch gewesen.“ 275

220 Zweiter Freitag im Februar 1898 vor Sexagesima. 280

„Einmal war Ich auf Erden, einmal habe Ich dieses Geschlecht vertreten in Eigener Person, niemals werde Ich mehr kommen in Eigener Person.“ 280

221 Freitag vor Quinquagesima 1898. 285

„Fürchtet euch aber nicht. Alle diejenigen, die ausharren in dieser schrecklichen Zeit, sie werden Märtyrer.“ 285

222 Freitag vor dem ersten Fastensonntag 1898. 290

„Sie sollen ... beten für die Priester, für das heilige Priestertum, denn nur vom Priestertum allein hängt die Rettung der Menschheit ab.“ 290

223 Herz-Jesu-Freitag im März 1898. 293

„Eine dreifache Krone müßt ihr euch erringen...: Einen Sieg über die Welt, über euer eigenes Fleisch und über die Einflüsterungen Satans.“ 293

224 Freitag vor dem dritten Fastensonntag 1898. 298

„Eine keusche, eine reine Seele ist Mein Wohlgefallen und Meine Zierde und Meine Glorie, und sie sind Meine Krone.“ 298

225 Tag vor Josefsfest 1898. 302

„Lebt so, daß eure Nachbarn und eure Gesellschaft sieht, daß ihr anders geworden seid, ein anderer Mensch.“ 302

226 Fest des Heiligen Josef 1898. 307

„Weil Er dir den Auftrag gab, durch dich die oftmalige heilige Kommunion einzuführen in der Welt, bin ich auch der Beschützer des Liebesbundes.“ 307

227 Mariä Verkündigung 1898. 308

„Daß der Mensch nicht geboren ist, um zu leben, um zu genießen und zu besitzen und dann zu sterben.“ 308

228 Fest der sieben Schmerzen Mariä 1898. 312

„Es muß Menschen geben, die auf besondere Weise anderen Menschen die Gnade verdienen.“ 312

229 Palmsonntag 1898. 317

„Und solange die Schulen Gott entfremdet sind, wird es noch nicht besser werden.“ 317

Nachwort 320

 

Begleitwort des Weihbischofs

Einen bemerkenswerten großen Umfang hat die Ausgabe der „Schippacher Schriften“ angenommen. Was die einfache Frau Barbara Weigand in ihren Privatoffenbarungen erfahren und niedergeschrieben hat, ist erstaunlich. Ihre Niederschriften zeigen, wie hörbereit sie war und wie wach sie die Vorgänge in Kirche und Gesellschaft verfolgt hat. Ihre Aussagen haben zuweilen eine ungemein prophetische Kraft und zeugen davon, dass sie mit den Augen des Glaubens die geistigen Verwerfungen ihrer Zeit erkannte. Sie beließ es aber nicht bloß bei den scharfsichtigen Beobachtungen des Zeitgeschehens und des Zeitgeistes. Sie eröffnete durch ihre Liebe zum lebendigen Christus in der Eucharistie auch den Zugang zu den heilenden und rettenden Kräften ihrer und unserer Zeit. Ihre liebende Verehrung des Herrn im Altarsakrament kann auch uns zeigen, wo wir mit unseren Sorgen um den Glauben und um die Neuevangelisierung Europas uns hinwenden müssen: „Herr, du hast Worte ewigen Lebens!“

Manches in den Schriften wie auch im Leben von Barbara Weigand ist nur aus dem Kontext der Zeit zu verstehen. Daran sollen wir nicht Anstoß nehmen. Man muss dieser Frau bestätigen, dass sie leidenschaftlich für die Sache Gottes eintrat und in Christus ihren Orientierungspunkt hatte.

Solchen Menschen im Gedächtnis der Kirche einen würdigen Platz zu geben, ist Auftrag auch für unser Bistum. Daher danken wir den Herausgebern für die große Mühe, mit der sie die „Schippacher Schriften“ herausgegeben haben. Mögen viele mit dieser Veröffentlichung Zugang zu dieser außergewöhnlichen Frau bekommen! Mögen viele durch ihre Liebe zum heiligen Messopfer auch selber zu dieser einzigartigen Quelle des christlichen Lebens geführt werden.

Im September 2001

Helmut Bauer

Weihbischof

Einführung

In seinem Abschlußdokument zum Heiligen Jahr 2000 „Novo Millennio ineunte“ in Nr. 32 ff. hat der Heilige Vater Papst Johannes Paul II. dem Bedürfnis nach Gebet und Spiritualität sein besonderes Augenmerk gewidmet. „Ist es nicht vielleicht ein ‚Zeichen der Zeit’, daß man heute in der Welt trotz der weitreichenden Säkularisierungsprozesse ein verbreitetes Bedürfnis nach Spiritualität verzeichnet, das größtenteils eben in einem erneuten Gebetsbedürfnis zum Ausdruck kommt? Da uns die Gnade gegeben ist, an Christus zu glauben, den Offenbarer des Vaters und Retter der Welt, haben wir die Pflicht zu zeigen, in welche Tiefe die Beziehung zu ihm zu führen vermag, zu unsagbarer Freude, die von Mystikern als ‚bräutliche Vereinigung’ erlebt wurde und Leidenschaft der Gefühle, bis hin zu einer richtigen ‚Liebschaft des Herzens’.“

Das Leben und Wirken der Barbara Weigand von Schippach, das von tiefen mystischen Erfahrungen erfüllt war, gibt Zeugnis von einer schlichten Gottsucherin. Ihr schriftlicher Nachlaß, der in interessierten Kreisen unter dem Titel „Schippacher Schriften“ schon früher einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangte, ist eine Fundgrube für jeden, der nach spirituellen Werten tief christlicher Prägung sucht. Das hohe geistliche Niveau dieser Schriften läßt sich nicht auf eine „rein natürliche Begabung“ der „Seherin von Schippach“, wie sie einmal in einem Buchtitel bezeichnet wurde, zurückführen. Schließlich war sie nur ein einfaches Landmädchen aus dem armen Spessartdorf Schippach.

Das Geheimnis ihres Lebens ist in ihrem brennenden Verlangen nach dem häufigeren Empfang des Leibes Christi in der heiligen Messe begründet. Ihr halbes Leben lang rang sie um dieses Gnadenprivileg, bis es endlich im Jahr 1905 durch die Kommuniondekrete vom heiligen Papst Pius X. allen Gläubigen gewährt wurde. Geheimnisvoll zog Jesus Barbara Weigand in seine vertrauensvolle und zugleich unbegreifliche Nähe, als er beim Beten des Kreuzweges in der Mainzer Kapuzinerkirche, wie sie selbst berichtet, plötzlich vor sie hintrat und sie nach ihrer Leidensbereitschaft fragte: „Meine Tochter, bist du bereit, mit mir zu leiden?“

Erst nach einem dreitägigen Ringen mit sich selbst, gab sie, nicht leichten Herzens, ihr Jawort zu einem Leben, das von vielen meist leidgeprägten, mystischen Erlebnissen bestimmt war.

Ihre vielen visionären Begegnungen mit ihrem Herrn und Heiland Jesus Christus, ihrem „Seelenbräutigam“, seiner Mutter Maria und vielen Heiligen, vollzogen sich meist in Form von sogenannten „Laut-Ekstasen“, die für die Umstehenden hörbar wurden und mitgeschrieben werden konnten. In Mainz, wo sie in den Jahren von 1885–1915 lebte und in der Gastwirtschaft ihres Bruders als Küchengehilfin diente, ereigneten sich die meisten ihrer mystischen Eingebungen, die heute auf Grund ihrer besonderen Aktualität mehr und mehr den Stempel des Übernatürlichen und Glaubwürdigen erkennen lassen. Hier wird man an das augustinische Wort „Ereignis und Prophetie zugleich“ erinnert. Da ihre mystischen Erlebnisse meist mit inneren und äußerlich sichtbaren „Leidensstürmen“ verbunden waren, kann die Weigandsche Mystik sicherlich als „Leidensmystik“ bezeichnet werden.

Die Mystik, die „Krone aller theologischen Disziplinen“, erfordert Einfühlungsvermögen. Dies gilt auch für die hier vorliegenden Aussagen, zumal sich manche Textpassagen der Weigandschen Mystik nicht leicht und gänzlich erschließen lassen. Das Entstehen und Niederschreiben der „Schippacher Schriften“ zog sich über mehrere Jahrzehnte hin und war manchen Eingriffen und Einschränkungen durch die Mainzer Bischöfe Haffner (†1899), Brück (†1903) und Kirstein (†1921) unterworfen. Eine gewisse Erschwernis beim Lesen dieser Schriften ergibt sich aus einem Verbot durch Bischof Haffner, der das Mitschreiben von Namen solcher Personen untersagte, die sich rat- und hilfesuchend an Barbara Weigand wandten, eine Schutzmaßnahme, die mittlerweile gegenstandslos geworden ist. Anstelle der einzelnen Namen, die heute nur noch teilweise zu identifizieren sind, wurde jeweils ein „N.“ gesetzt. Personen, die im ständigen Kontakt mit Barbara Weigand standen, werden meist unter ihrem eigenen Namen aufgeführt. Einen breiten Raum in ihren Aufzeichnungen nehmen ihre zahlreichen Begegnungen mit Verstorbenen ein, die teils der triumphierenden Kirche des Himmels, teils der leidenden Kirche, dem „Fegefeuer“, angehörten.

Die beiden Jungfrauen Lieschen Feile und Luise Hannappel waren mit Barbara Weigand eng befreundet. Sie wurden mit ihrem Vornamen genannt. Luise Hannappel hat den Großteil der sog. „Laut-Ekstasen“ mitstenografiert. Die Beichtväter Pater Alfons OFM Cap. und Pater Bonifaz OFMCap. sowie die Seelenführer Pater Ludwig Hannappel OFMCap. und Pater Felix Lieber OFM., denen sich Barbara Weigand während ihres Mainzer Aufenthaltes anvertraute, wurden hingegen überwiegend – wie alle andere Personen – mit N. aufgeführt, manchmal aber auch namentlich genannt. Auch andere Beteiligte wurden gelegentlich mit ihrem vollen Namen angegeben. Orte wurden mit ihrem Anfangsbuchstaben abgekürzt.

Von 1894 bis 1903 geschahen 297 Visionen, die sich in „Laut-Ekstasen“ vollzogen. In der späteren Zeit (bis weit in die zwanziger Jahre) waren ihre Eingebungen oft ohne innere Schauungen. Die Mystikerin selbst sagt von ihrem Zustand, daß „alles jetzt wie geistig ist und das Gefühl ganz zurücktritt“; sie kann es aber nicht näher beschreiben. Diese späteren Eingebungen, die am ehesten als „Auditionen“ zu bezeichnen sind, wurden ebenfalls, oft aus ihrem Gedächtnis heraus, mit einer eigenen Numerierung (Audition 1–346) niedergeschrieben. Es ist auffällig, daß nicht wenig unvollendete Sätze (sog. Anakoluthe) vorkommen, wie sie auch für die biblischen „Gelegenheitsschriften“ charakteristisch sind. Da innerhalb der beiden Zählreihen Mehrfachzählungen unter einer Hauptnummer vorkommen, wurden die Offenbarungen in der vorliegenden Gesamtausgabe vom ersten bis zum siebten Band aufsteigend neu durchnumeriert. Wer zu kirchlichen oder wissenschaftlichen Zwecken auf die Urschriften zurückgreifen möchte, findet durch die Tagesangabe der Vision oder Audition eine stets eindeutige Identifizierung der einzelnen Offenbarung.

Einmal hörte die schon hochbetagte Barbara Weigand den Herrn sagen: „Die Schriften sind nicht für deine Zeit bestimmt, sondern für eine spätere.“ Diese Aussage macht manches heute verständlicher, was damals noch rätselhaft und dunkel erscheinen mußte. Sollten die „Schippacher Schriften“, die nun erstmals komplett und unverändert im Druck in sieben Bänden vorgelegt werden, tatsächlich für unsere Zeit bestimmt sein, worauf manches hinweist, verdienen sie große Beachtung. Dann wird sich auch ein Wort des Herrn aus dem Munde Barbaras, die er öfter als „Mein Sprachrohr“ bezeichnete, bewahrheiten: „Die Anziehungskraft meiner Worte und die darin liegende göttliche Kraft erweicht die Herzen“, und zu den Schriften selbst sagt er: „Der Geist ist von Mir, die Form von dir!“

Nachdem ihre Sendung als Mahnerin und Wegbereiterin für die Rückkehr zur urchristlichen Praxis des regelmäßigen, öfteren Kommunionempfangs erfüllt war, wurde sie vom Herrn mit dem Bau einer Sakramentskirche in ihrer Heimatgemeinde Schippach als Denkmal des Dankes für die Gewährung der sogenannten „Oftkommuniondekrete“ vom heiligen Papst Pius X. und mit der Gründung des „Eucharistischen Liebesbunds des göttlichen Herzens Jesu“ beauftragt. Dieser verbreitete sich rasch und erhielt in acht Diözesen das kirchliche Imprimatur.

Die „Barbara-Weigand-Gesellschaft e.V.“ hat in ihrem Archiv eine Fülle von Briefen, Zeitungsartikeln und andere schriftliche Unterlagen aus dem langen Leben der „Seherin von Schippach“ zusammengetragen und nach zeitgeschichtlichen wie auch besonderen Dokumentationskriterien archiviert. Das Hauptverdienst für die Aufbewahrung und den Erhalt der „Schippacher Schriften“ gebührt dem ehemaligen Heimatseelsorger von Barbara Weigand, Prof. DDr. Wilhelm Büttner, der das Leben und Wirken seines Pfarrkindes Barbara Weigand in Büchern und Broschüren gewürdigt und verteidigt hat. Er selbst hat seine ganze priesterliche Autorität in den Dienst der im Ruf großer Frömmigkeit stehenden Barbara Weigand gestellt und dafür viele persönliche Opfer gebracht und die „Schippacher Sache“ ganz zu seiner eigenen gemacht. Von ihm stammt auch ihre von der Barbara Weigand Gesellschaft e.V. veröffentlichte Lebensbeschreibung „Im Dienste des Eucharistischen Königs“.

Papst Johannes Paul II. schreibt in seinem Grußwort zur ‚Salzburger Hochschulwoche’ 1993: ... „es ist notwendig, im kirchlichen und religiösen Leben ein neues Verständnis im Sinne der klassischen Mystik zu entdecken.“ Später beklagte er einmal, daß es „heute einen echten Mangel an Mystik in der Kirche gibt“. Im eingangs erwähnten päpstlichen Lehrschreiben „Novo Millennio ineunte“ (Nr. 33) spricht er voll Hochachtung vom gnadenhaften Weg der Mystiker, die in unsagbarer Freude zur „bräutlichen Vereinigung“ zugelassen wurden.

Von daher bieten sich uns die „Schippacher Schriften“ als ein echtes Geschenk an für die Erneuerung der eucharistischen Frömmigkeit in der Kirche. Lesen wir darin nach der Weisung des heiligen Apostels Paulus: „Prüfet alles, und behaltet das Gute!“ (1 Thess 5, 21). Eine letzte Beurteilung über die Echtheit der mystischen Aussagen ist freilich dem kirchlichen Lehramt vorbehalten.

Nicht zu übersehen ist auch der prophetische Charakter dieser Aussagen, welche die Übel und Mißstände, auch in der Kirche, anprangern und beim Namen nennen. Daß Gott durch Visionen und Privatoffenbarungen so vertraut zu seinen treuesten Freunden spricht und ihnen seine Geheimnisse offenbart, ist weder neu noch ungewöhnlich. Ja, beinahe alle Heiligen, insbesondere die Ordensgründer, sind mit göttlichen Visionen und Offenbarungen ausgezeichnet gewesen, wie wir z. B. in den Lebensbeschreibungen eines heiligen Benedikt, eines heiligen Bernhard, eines heiligen Dominikus, eines heiligen Franziskus und anderer lesen; in diversen Büchern werden unzählige Visionen, Offenbarungen und andere göttliche Gunstbezeigungen berichtet, welche der Herr entweder den Stiftern selbst oder einigen ihrer Schüler erwiesen hat. Es ist darum nicht zu bezweifeln, daß Gott vertraulich mit seinen Freunden spricht und besonders jene mit Gnaden beschenkt, die Er zu großen Werken auserwählt hat. Ja, wunderbar ist Gott in seinen Heiligen.

Barbara hört den Heiland am Vigiltag von Christi Himmelfahrt 1898 sagen:

„Siehe, alles, was Ich in dir wirke, hat nur einen Zweck, und der ist, daß Ich das Leben Meiner Kirche wieder erneuern will. Da so viele abgewichen sind und Mich hinausgeworfen haben aus ihrem Herzen, tut es sehr not, einen lebendigen Glauben zu haben, und diesen Glauben durch gute Werke zu betätigen. Wie geht dies aber anders als nur dann, wenn der Christ sich wieder eng anschließt an das Leben Meiner Kirche, d. h. an Mich selbst, der Ich unter euch wohne im Allerheiligsten Sakrament.“

Ebenso am Feste Pauli Bekehrung 1900: „Es gibt doch noch viele gute Christen, die sich zur Aufgabe gesetzt haben, das Reich Jesu Christi wieder herzustellen, all ihr Sein und Leben einzusetzen, um die Christen wieder zurückzuführen zum guten alten Glauben, indem sie überall das eucharistische Leben anfachen. Durch den öfteren Empfang der heiligen Kommunion wird neues Leben in die Christenheit eingegossen werden. Ein neues Leben wird wieder beginnen. Die ganze Welt muß erneuert werden dadurch, daß zuerst die Kirche erneuert wird, aber das kann nur geschehen auf dem Wege, den Ich, Jesus, selbst gegangen bin.“

Am Gründonnerstag 1898 mahnt der Heiland: „Schließt euch an die Kirche an, und nicht um ein Haarbreit weichet von ihr ab.“ Ebenso am Fronleichnamsfeste 1897: „Niemals kann eine Seele, die sich lostrennt von der Kirche, die nicht unter der Leitung des Priesters wandelt, den rechten Weg wandeln. Sie wandelt den Weg der Eigenliebe und des Hochmutes.“

Oder die Mutter Gottes am 2. Freitag im Oktober 1897: „Der Gehorsam geht über alles bei einer Seele, die mit meinem Sohn verbunden ist. Diese ist dem Gehorsam unterworfen und soll nur gehorsam sein ihren sichtbaren Vorgesetzten. Dies ist das sicherste Zeichen, daß sie nicht irregeht.“

Das ganze Schrifttum der Barbara Weigand hat zum Ziel: Die Verehrung und Verherrlichung des Herrn in der heiligen Eucharistie und die Annahme seines Kreuzes, wozu er uns immer wieder einlädt. Gewiß hat das Gebet und das Leiden der Barbara Weigand viel dazu beigetragen, daß Papst Pius X. das berühmte Kommuniondekret erließ, das die Frühkommunion empfiehlt und den häufigen Kommunionempfang, zum größten Erstaunen vieler damaliger kirchlicher Behörden. Als Zeichen der Dankbarkeit für dieses große kirchengeschichtliche Ereignis soll nach dem Willen Gottes eine vom Herrn selbst gewünschte Eucharistische Kirche in Schippach gebaut werden: Es zeichnet sich ab, daß das kommende Zeitalter ein eucharistisches sein wird, das mit dem Triumph des Unbefleckten Herzens Mariens beginnen wird. Der Eucharistische Liebesbund soll einen Damm bilden gegen die anschwellende Verunehrung des Allerheiligsten Altarsakramentes.

So sagte der Herr zu Barbara Weigand: „Einen Damm will ich bilden. Dieser Damm soll entstehen aus allen Klassen von Menschen, vom Papst angefangen bis herunter zum Hausknecht, bis zur letzten Dienstmagd, von der Ordensfrau bis zur armen Ehefrau im ärmsten Dachstübchen. Diese sollen vereint beten, den Himmel bestürmen um das Wohl der Völker, damit meine Kirche wieder aufblühe, wieder auf den Leuchter gestellt werde, von wo aus alle Völker der Erde sie sehen können.“

Um diesen Liebesbund ins Leben zu rufen, wurden Statuten erstellt, die im Jahr 1914 die kirchliche Anerkennung erhielten. Es sollen daraufhin bis zu 60.000 Mitglieder beigetreten sein.

Die Aufnahme geschieht durch die einmalige und innige Bitte nach der heiligen Kommunion an Jesus, er möge sich würdigen, daß man in diesen Liebesbund aufgenommen werde. Dabei kann man sich eines in den Statuten aufgezeichneten Weihegebetes bedienen. Das Aufopferungsgebet am Morgen richtet sich an Jesus, als den Bräutigam der Seele, mit der Bereitschaft, alle Leiden und Widerwärtigkeiten anzunehmen, auf daß bald eine Herde und ein Hirte werde. Das Aufopferungsgebet am Abend richtet sich zunächst an den heiligen Schutzengel und dann an die Mutter Gottes, daß sie alles, was mangelt, ersetzen und es in dem Kostbaren Blut Jesu reinigen und vervollkommnen möge, mit einem besonderen Gedenken an den Heiligen Vater, und um die Bekehrung der Sünder zu erlangen.

Die „Barbara-Weigand-Gesellschaft e.V.“, Elsenfeld-Schippach, hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Andenken an diese Frau zu bewahren und die „Schippacher Schriften“ der Barbara Weigand zu erhalten und bekannt zu machen. Ermutigt durch die Weisung von Papst Paul VI., der während des II. Vatikanischen Konzils das Recht der Gläubigen, ihre geistlichen Erfahrungen und Erkenntnisse zu veröffentlichen, bestätigt hat, soll nun allen Interessierten dieser „geistliche Schatz“, der lange unbeachtet blieb, geringgeschätzt wurde und fast vergessen war, zugänglich gemacht werden.

In seinem Vortrag anläßlich der Feierstunde des Theresienwerkes in Luzern am 24. September 1983 kommt der Bamberger Erzbischof Dr. Karl Braun zu einer für die Wege der Mystik keineswegs überraschenden Schlußfolgerung, nämlich, – daß „der Weg der Liebe, den uns Christus zutraut, kein bequemer Spaziergang ist. Nicht immer gelingt uns auf Erden dieses Lieben, da die Schwierigkeiten uns oft den Mut nehmen. Im Himmel jedoch, wo wir das ganze Leben überschauen, werden wir entdecken, daß wir manchem schwierigen Menschen dafür zu danken haben, daß er uns ,Schleifstein zur Vollendung’ war“ (aus „Ich habe meinen Platz in der Kirche gefunden“ – Begegnung mit Therese von Lisieux – Johannes-Verlag, Leutesdorf 2. Auflage 1987). Für die Schippacher Mystikerin Barbara Weigand war ihr Lebensweg keineswegs ein leichter Weg, aber erfüllt von der Liebe zu ihrem Herrn und Meister.

Beten wir nun voller Hoffnung, daß die Schriften der Barbara Weigand zur Vertiefung und weiteren Verbreitung des göttlichen Willens beitragen und die Verehrung der heiligen Eucharistie und eucharistischen Anbetung in allen katholischen Kirchen, insbesondere in der Friedens- und Wallfahrtskirche in ihrem Heimatort Schippach, gepflegt werde.

Barbara-Weigand-Gesellschaft e.V. Elsenfeld-Schippach

Der Vorstand

Entstehungsgeschichte der Aufzeichnungen

Von Msgr. Prof. DDr. Wilhelm Büttner wissen wir erfreulicherweise recht genau, welchen Schicksalsweg die „Schippacher Schriften“ genommen haben. Zum besseren Verständnis derselben soll er hier nachgezeichnet werden.

Mit den folgenden Worten beginnt Barbara Weigand im Jahre 1894 ihre inneren Erlebnisse aufzuzeichnen: „Nachdem ich arme und unwürdige Magd des Herrn vom Jahre 1886 bis 1894 in der Stadt Mainz unaussprechlich viele Gnaden vom Herrn empfangen habe, will ich aus Dankbarkeit gegen Ihn wenigstens dieses Jahr 1894 anfangen, einiges aufzuschreiben, daß ich die Danksagung nicht vergesse“. Von da an schrieb sie bis herauf in ihr Greisenalter Notizen über ihr Leben und ihre seelischen Zustände. Im Jahre 1895 hatte sich der Schippacher Jungfrau eine sehr gebildete Mainzer Dame angeschlossen, Fräulein Luise Hannappel, welche nun ihrerseits den Hauptteil der Aufzeichnungen machte, die unter dem Namen „Schippacher Schriften“ bekannt geworden sind.

Urschriften und Abschriften

Leider stehen die meisten ihrer handgeschriebenen Zettel nur in Abschriften zur Verfügung, da die Urschriften anläßlich der behördlichen Untersuchungen an die kirchlichen Vorgesetzten eingeschickt oder von diesen eingefordert wurden und sich daher unter den Ordinariatsakten von Mainz und Köln und beim Heiligen Offizium in Rom befinden. Die Akten des Ordinariats Würzburg wurden am 16. März 1945 ein Raub der Flammen.

Die Abschriften fertigten zumeist Luise Hannappel, also eine Augen- und Ohrenzeugin, Frau Zulauf, Frl. Stahl und ein Herr Schweratt an; sie tragen die eigenhändige Unterschrift von Barbara Weigand und sind damit den Urschriften gleichzustellen.

Einen guten Überblick über ihre Erlebnisse bis zum Jahr 1896 gibt das Heftchen „Leben“ (84 Seiten), das sie im Jahre 1896 auf Veranlassung ihres damaligen Seelenführers Pater Ludwig O.Cap. anfertigte. Diese in Band 1 S. 38-76 übernommenen Aufzeichnungen sind in schlichter Form verfaßt, ohne streng eingehaltene zeitliche Aufeinanderfolge. Inhaltlich bringen sie offen und aufrichtig Gutes und weniger Gutes über die Schreiberin zum Ausdruck und sind damit ein ehrliches Selbstzeugnis. Die Schreiberin schließt mit dem Bekenntnis: „Dieses ist mein Leben und einige der Gnaden, die ich glaube, daß der liebe Gott sie in mir gewirkt hat.“

Die Gnadenerweise seit dem Jahre 1887 schrieb sie auf Befehl ihres Beichtvaters Pater Alphons O.Cap. nieder, dem sie diese Aufzeichnungen regelmäßig zu überbringen hatte. Darin erwähnt sie: „Als ich diesem von meinen übernatürlichen Dingen gesagt hatte, wies er mich anfangs barsch ab. Später aber befahl er mir, alles aufzuschreiben, und ihm zu bringen. Dies tat ich auch mehrere Jahre hindurch, bis kurz vor dem Tode meines Bruders“ († 5. April 1892). An anderer Stelle bemerkt sie, daß sie drei Jahre lang dem Pater ihre Aufzeichnungen gebracht habe.

Wiederum schreibt sie im Jahr 1893: „Sechs Jahre vorher hatte mir derselbe Beichtvater befohlen unter Gehorsam, nichts zu verschweigen von meinen übernatürlichen Gnaden, ihm stets alles aufrichtig zu sagen, und weil ich im Beichtstuhle nicht alles sagen konnte, befahl er mir, es aufzuschreiben und ihm zu bringen, und wenn es noch so schlecht geschrieben war, weil ich meistens bei der Nacht und im kalten Zimmer schreiben mußte und mich deswegen entschuldigte, sagte er jedesmal beruhigend: ‘Kümmere dich nicht, ich kann es lesen.’“ Diese Aufzeichnungen sind im Kapuzinerkloster zu Mainz nicht mehr vorhanden.

Auch später, als die Aufzeichnungen während der Ekstasen bereits von anderen Personen vorgenommen wurden, kam es öfters vor, daß Barbara Weigand nach Rückkehr in den natürlichen Zustand noch eigenhändig ihre Erinnerungen niederschrieb. Ferner stammen von Barbara Weigand die meisten Aufzeichnungen nach 1900 und aus jenen Zeiten, in denen der Freundin das Aufschreiben von der geistlichen Behörde untersagt worden war. Nach 1910 finden sich nur noch gelegentlich Einträge von ihr, ebenfalls aus dem Gedächtnis wiedergegeben. Über die Zeit von 1907 bis 1909 gibt es eine aufschlußreiche Bemerkung in einem Brief Barbara Weigands an den Generalvikar von Mainz vom 5. März 1909, worin sie schreibt:

„Nach dem Tode des P. Ludwig († 12. Juni 1907) richtete ich mich nach dem Willen meines Beichtvaters, den ich aus wichtigen Gründen nicht angebe, so daß ich lange Zeit nicht einmal Briefe beantwortete, bis er mir sagte: ‘Ich erlaube Ihnen, nun einen anderen Seelenführer zu wählen; denn die Freiheit des Geistes ist jedem Christen gestattet.’ Darauf sah ich mich um nach jemand und erhielt die Erlaubnis, die Gnaden aufzuschreiben; aber nur einmal dürften sie aufgeschrieben und ihm zugeschickt werden. So wird es auch gehalten in letzter Zeit.“

Noch in ihrem höchsten Greisenalter schrieb sie innere Erleuchtungen auf und brachte sie ihrem Beichtvater. Dazu glaubte sie sich durch die innere Stimme gedrängt, wie sie z. B. im Jahr 1904 ihrem Beichtvater berichtet: „Am Anfang der Woche sagte der Herr: ‘Diese Woche schreibe auf, was Ich dir sage, und richte dich, es bis Samstag deinem Beichtvater einzuhändigen.’“

Begonnen hatte alles am Dreifaltigkeitssonntag 1880. Da hörte sie die Worte: „Siehe, alle Fehler, die du begangen und beweinst, will Ich dir verzeihen, wenn du oft kommunizierst!“

1901 versichert sie in einem Brief an das Ordinariat Mainz: „Alles, was ich schreibe, tue ich, weil ich innerlich dazu aufgefordert werde.“

Aufzeichnungen der Luise Hannappel

Der weitaus größte Teil der Aufzeichnungen stammt jedoch von Luise Hannappel, die bis zu ihrem Tode am 15. Dezember 1923 in unverbrüchlicher Freundschaft zu Barbara Weigand stand und Freud und Leid mit ihr teilte. Wie sie mit ihr bekannt wurde, mag uns Luise Hannappel mit ihren eigenen Worten erzählen, wie sie in ihrem Bericht an den Bischof von Würzburg niedergelegt sind:

„Da noch nicht lange meine Mutter gestorben war, ließ ich nicht nur viele heilige Messen lesen, sondern bat auch meine Haushälterin, die mit vielen frommen Personen bekannt war, mir einige ihrer Bekannten zuzuführen, um ihnen ein Melcherskreuz zu geben mit der Bitte, für meine liebe Verstorbene einmal den Kreuzweg zu beten. Auf diese Weise lernte ich Barbara Weigand kennen. Denn eines Tages kam meine Haushälterin und sagte: ‘Ich weiß aber noch eine gute Beterin, die ist die frömmste in der ganzen Stadt!’ Sie führte mir dann gleich darauf, meinem Wunsche entsprechend, Barbara zu. Doch blieb das bei einer kurzen Gebetsempfehlung, die aber dann so oft wiederholt wurde, als ich Barbara bei einem Kirchgang traf.

Da es nun vorkam, daß ich sie lange nicht mehr sah und ich, nach dem Grunde fragend, hörte, daß sie krank sei, erkundigte ich mich nach ihrer Adresse, ging hin und fand sie an einem Freitagmorgen acht Uhr zwischen vier Wänden in Ekstase mit himmlischen Wesen laut redend. Meine Seele war davon derart erschüttert, daß ich, noch ehe die Ekstatische zu sich kam, zu meinem und zugleich zu ihrem Beichtvater (P. Alphons O.Cap.) lief, ihm davon Kenntnis zu geben.

,Wenn so etwas sein kann’, sagte er, ,so kann das hier echt sein; denn ich beobachte die Person schon seit acht Jahren und ich habe noch niemals jemand so andächtig den Kreuzweg beten sehen wie diese.’“

Nachdem sie dann auf den Rat des Paters hin noch die Meinung ihres Bruders, Pater Ludwig O. Cap., eingeholt und über Barbara Weigand sorgfältige Erkundigungen eingezogen hatte, worüber abermals „einige Monate“ vergingen, nahm sie zu Barbara fortan eine positive Haltung ein. Auch glaubte sie sich schon damals von Jesus zum Aufschreiben seiner Offenbarungen ermuntert, als Er durch Barbara Weigand zu ihr sprach: „Meine Tochter! Willst du bei Tag und Nacht bereit sein, wann immer Ich dich rufen werde, Meine Stimme zu hören und sie der Menschheit zu übermitteln? Die Kraft dazu werde Ich dir geben.“ Das war im Frühjahr 1895, wie wir von Pater Alphons wissen, dessen Beichtkind Barbara Weigand seit 1887 war. Auch andere Zeugnisse bestätigen dieses Datum. So gibt es ein von Luise Hannappel im Jahr 1907 geschriebenes Blatt, in dem sie den Vorwurf abwehrt, sie „mache“ die Sache. Darin redet sie von einem „Bekanntwerden Barbaras mit mir 1895“, und wiederum: „Als Lieschen (gemeint ist die andere Freundin) 1894 vom Herrn herbeigeführt wurde, um Babett (Barbara Weigand) im Leiden beizustehen, da blieb sie von da an Zeuge, also ein Jahr vor mir.“

Luise Hannappel besaß nach ihrer eigenen Aussage eine besondere Gewandtheit im Schnellschreiben und versuchte, mit dem Redestrom der Ekstatischen gleichen Schritt zu halten, was ihr aber, wie sie später selbst gesteht, nicht immer gelang. So bemerkt sie im Anhang zum „Leben“, sie habe anfangs nicht alles zu Papier bringen können, sondern „fast die Hälfte ausgelassen“, bis sie sich nach und nach hineingeschult habe. Am Schluß der kleinen Selbstbiographie nennt sie „Ende 1895“ als Beginn des regelmäßigen Mitschreibens. Somit sind alle Aufzeichnungen der Jahre 1895–1897 auf diese noch unvollkommene Weise entstanden. Anfang 1897 erlernte sie die Stenographie, wozu ihr Bischof Haffner selbst ein Lehrbuch zur Verfügung stellte, so daß sie seit „Ende 1897 Wort für Wort, wie es aus dem Munde von Barbara fließt, aufzeichnen kann, ohne etwas zu verändern oder auszulassen, indem sie mit dem Diktat gleichen Schritt hält.“

Einige Einträge in den Schriften stammen von der Schwägerin Barbaras und ihren Dienstmädchen, wie eine Bemerkung vom 31. März 1897 besagt: „Das Leiden begann in der Nacht auf den Sonntag, Schlag Mitternacht. Es war niemand dabei wie ihre Schwägerin, die nur wenig aufschreiben konnte, weil sie dem schnellen Redefluß nicht folgen konnte, darum nur Bruchstücke“; ebenso vom 11. April 1897: „Diesmal machten sich Frau Weigand und die beiden Dienstmädchen daran und schrieben um die Wette auf, und dieses stellte dann die Schreiberin zusammen und Babett fügte dann noch, soviel sie behalten hatte, aus ihrem Gedächtnis dazu, doch ist es bei weitem nicht vollständig.“

Auch ist vermerkt, daß „die Schwägerin dem schnellen Redefluß nicht folgen und deshalb nur weniges aufschreiben kann.“ Von einem authentischen Text kann man deshalb hier nur sehr bedingt sprechen.

Kirchliche Hindernisse

Im Jahr 1896, „gleich nachdem einige Bücher der Mitteilungen voll waren“, brachte Luise Hannappel diese Schriften ihrem Beichtvater Pater Bonifaz O. Cap. mit der Bitte, sie dem Bischof vorzulegen, was der Pater jedoch ablehnte. Infolgedessen glaubte Hannappel, „wegen der freundschaftlichen Beziehungen“, diesen Schritt selber tun zu dürfen. Aber der Bischof untersagte ihr das weitere Aufschreiben, was auch befolgt wurde, wie aus den Schriften leicht festzustellen ist, denn vom 6. Juli 1896 bis zum 13. September 1896 fehlen die Einträge, wie auch anderwärts bestätigt wird, so am 2. und 6. August 1896.

Als Luise Hannappel später den Bischof um Aufhebung des Verbots bat, sagte er nach ihrem Bericht: „Tun Sie von jetzt an, was Ihr Beichtvater sagt“, und sie fügt hinzu: „Dieser erlaubte mir, wieder aufzuschreiben.“

„Unterdessen teilte ich immer dem Bischof das Neueste mit und er empfing mich stets mit Wohlwollen. Wir hielten dann eine Novene zur Unbefleckten Empfängnis, damit die liebe Muttergottes bewirke, daß der Bischof sich klar ausspreche. Und siehe da, als ich in dieser Novene wieder zu ihm kam, sagte der Bischof in ganz feierlichem Ton: ‘Von heute an erlaube ich Ihnen aufzuschreiben, und Frau Zulauf darf Ihnen helfen abzuschreiben. An P. Ludwig können Sie es senden, nur hier in der Stadt lassen Sie mir alles ruhig’.“

Das scheint Ende August gewesen zu sein, denn es heißt in einem Eintrag vom 3. September 1896: „Von hier an wurde wieder aufgeschrieben.“ Luise Hannappel ergänzt diese Bemerkung durch eine Notiz in ihrem „Lebenslauf“: „Seit der Zeit brachte ich dem Bischof bis zu seinem Tod alle acht bis vierzehn Tage das Neueste und nahm das Alte mit zurück, um es ihm dann später gebunden von neuem zu überreichen.“

Als Luise Hannappel am 27. Oktober 1899 wegen der Bußwallfahrten nach Gonsenheim (bei Mainz) vor eine bischöfliche Kommission gerufen wurde und sich auf die obige mündliche Erlaubnis des Bischofs berief, konnte sich der Bischof daran nicht mehr erinnern. Schon fünf Tage später starb er.

An der tatsächlich erteilten Genehmigung zweifelte aber auch der Kommissionsvorsitzende Domkapitular Dr. Brück nicht, wie seine Äußerung ersehen läßt: „Der Bischof will nichts mehr von der Erlaubnis wissen; es muß aber wohl so sein, sonst hätte er Ihnen die Bücher nicht abnehmen dürfen, die er mir zur Prüfung übergab.“ Dagegen wurde 1898 ein abermaliges Verbot von dem neuen Beichtvater ausgesprochen, das jedoch schon bald mit der Versetzung des Paters erlosch.

Das Schicksal der Hefte war ein sehr bewegtes. Im Jahr 1900 mußten alle erreichbaren Exemplare an Bischof Brück (Mainz) ausgeliefert werden. 1909 ging eine Ausgabe an das Ordinariat in Köln, im Dezember 1915 wurden die Heften vom Ordinariat Würzburg zur Berichterstattung an die Pästliche Nuntiatur eingefordert und am 5. Januar 1916 dem Ordinariat übergeben.

Schon damals scheinen so gut wie keine Hefte mehr im Umlauf gewesen zu sein; denn als der dem Kirchenbau sehr abgeneigte Vorstand des Bezirksamtes Obernburg durch die Polizei nach den Schriften fahnden ließ, konnte diese trotz eifriger Nachforschungen kein Exemplar mehr auftreiben. Nur Barbara blieb im Besitz einer Ausgabe. Die Schriften enthalten zugleich ihren Lebenslauf und den ihrer weitverzweigten Verwandtschaft. Sie haben damit auch familiengeschichtlichen Wert.

Authentizität der Schriften

Bilden die Schriften die zuverlässige Wiedergabe dessen, was Barbara Weigand in ihren Ekstasen tatsächlich gesprochen und in ihren Visionen geschaut hat? Oder haben sie daran Änderungen vorgenommen, vielleicht Teile des Gesprochenen unterschlagen oder Eigenes hinzugefügt?

Soweit die Aufzeichnungen von Barbara Weigand selbst stammen, wissen wir, daß sie erst nach den Ekstasen entstanden sind. Trotz ihres sehr guten Gedächtnisses kann man nicht davon ausgehen, daß sie alles wortwörtlich wiedergeben konnte, was sie vorher gesehen, gesprochen oder gehört hatte. Sicher aber wird die göttliche Gnade sie bei den Aufzeichnungen unterstützt haben.

Auch wenn während der Visionen noch regelmäßig andere Personen anwesend waren (Lieschen Feile, Maria Weigand, Dienstmädchen und andere), stammen doch die weitaus meisten Aufzeichnungen von Luise Hannappel. Sie war eine äußerst gewissenhafte und auch gebildete Frau, der diese Aufgabe von der göttlichen Vorsehung zugeteilt war. Wir können schwerlich unterstellen, daß sie das Gehörte absichtlich anders aufgeschrieben hat, als es an ihre Ohren drang, oder daß sie das ursprünglich Aufgeschriebene bei der Reinschrift entsprechend „zurechtfrisiert“ hätte.

Gegenüber der geistlichen Behörde in Mainz wie auch 1921 gegenüber dem Ordinariat Würzburg erklärte sich Luise Hannappel bereit, einen Eid abzulegen: „1. daß sie die schöne Form nicht hinzugetan, 2. überhaupt keine Form und nichts Wesentliches, sondern daß die formvollendeten Vorträge ganz das Werk der Barbara Weigand sind, 3. daß sie nichts nach eigenem Ermessen abgeändert, erweitert, verschärft habe, 4. daß sie mit größter Gewissenhaftigkeit alles so aufgeschrieben habe, wie das Diktat an ihr Ohr gedrungen sei.“ Wohl sei es möglich, daß bei dem schnellen Diktat und wegen oftmaligen Straßenlärms hie und da ein Wort, ja halbe und ganze Sätze ausblieben, was sonst jede Zweideutigkeit ausgeschaltet hätte. „Durch einen Tadel des Herrn veranlaßt, habe ich hie und da ein einziges Wort, das einen offenkundigen Fehler enthielt, oder ein Bindewort wie „und“, wo es fehlte, beigefügt oder ein unrichtig placiertes Zeitwort an seine Stelle gesetzt.“ Wenn die Ekstase vorbei war, habe sie mit den Hausgenossen, mit Frau Weigand und den drei Mädchen, mit größter Ehrfurcht die Sache noch eimal durchgegangen, um zu prüfen, ob alles genau mit dem Gesprochenen übereinstimme und ein oder das andere Wort, das sie zusammen noch wußten, beigefügt. Seitdem sie geläufig habe stenographieren können (Ende 1897), habe sie ohnehin alles wörtlich aufnehmen können.

Die Gewissenhaftigkeit der Luise Hannappel beim Aufzeichnen des Gehörten wird „an Eidesstatt“ in einer feierlichen Erklärung auch von Maria Weigand bezeugt, die den Ekstasen ihrer Tante regelmäßig beiwohnte, und auch von Pater Felix Lieber O.F.M. bestätigt, der seit 1909 die Seelenleitung Barbara Weigands innehatte. Pater Felix schrieb wörtlich: „Gleich zu Anfang, als meine Wenigkeit 1909 die Seelenleitung der Barbara Weigand übernahm, forderte ich von der Schreiberin, Fräulein Hannappel, Rechenschaft über die Art und Weise, wie sie niederschrieb. Ich muß hiermit offiziell bezeugen, daß sie das mit der größten Gewissenhaftigkeit und Genauigkeit tat, ohne von dem ihrigen ein Wort beizufügen oder etwas eigenmächtig auszulegen oder zu erklären. In zweifelhaften Fällen fragte sie (selbst in meiner Gegenwart) die Barbara Weigand, wie sich der Herr oder die Mutter Gottes ausgedrückt hatte; und was nicht mehr zu ermitteln war bei späteren Mitteilungen, ließ sie es eben dabei, so daß ich sagen muß: Sie war beim Niederschreiben der Mitteilungen durchaus gewissenhaft, ich möchte fast sagen skrupulös, wie ich das bei verschiedenen Gelegenheiten in der Zeit meiner Seelenleitung feststellen konnte.“

Es liegt also kein Grund vor, die Ehrlichkeit der Schreiberin in Zweifel zu ziehen. Daß Luise Hannappel gewissenhaft handelte, mag man auch daraus ersehen, daß sie Aussprüche, die offenbar nicht übernatürlichen Ursprungs waren, nicht unterschlagen hat, was ihr doch ein Leichtes gewesen wäre. Wo Luise Hannappel stenographisch mitschrieb, dürfte somit der Text den Anspruch auf größtmögliche Authentizität besitzen.

Man darf allerdings nicht übersehen, daß sie bis Ende 1897 nicht stenographierte, sondern die Aufzeichnungen handschriftlich, teilweise auch nur bruchstückhaft vornahm, oder gar nicht schreiben konnte oder daß an ihrer Stelle nur die Schwägerin und die Dienstmädchen in ihrer unbeholfenen Art schrieben. In all diesen Fällen kann man nicht von einer wortgetreuen Wiedergabe ausgehen. Selbst Luise Hannappel gibt wiederholt ausdrücklich zu, wegen des starken Redestroms Barbara Weigands nicht mitgekommen zu sein: „Am Feste Christi Himmelfahrt war der Redefluß so gewaltig, daß nicht mitzukommen war und vieles verlorenging“ oder „Der Redefluß war heute so stark, daß die Schreiberin mehrmals einen Satz fahren lassen mußte, um gleichen Schritt halten zu können.“

Auch von Auslassungen redet sie ausdrücklich, daß sie „oft nicht zu schreiben imstande war“ ob der großen Zärtlichkeit des höchsten Herrn oder „heute hat Schreiberin sehr vieles ausgelassen, so daß sogar der Zusammenhang fehlt.“

Dennoch muß man das allermeiste in den Schippacher Schriften als getreue Wiedergabe des während der Ekstase Gesprochenen anerkennen. Entsprechend hat sich Barbara Weigand auch zeitlebens zu ihren Schriften bekannt.

Betrachten wir andere Offenbarungen, so können wir denen an Barbara Weigand sogar eine besondere Verläßlichkeit zubilligen, weil die göttliche Vorsehung bei ihr den Weg der Laut-Ekstase wählte und damit anderen Anwesenden das Mithören und Mitschreiben ermöglichte, während bei anderen Offenbarungen das innerlich Geschaute und Vernommene erst nach der Vision aus der Erinnerung aufgeschrieben werden konnte.

Von den Offenbarungen der heiligen Gertrud wissen wir z.B., daß das erste Buch und der Schlußteil des fünften Buches nicht von ihr selbst, sondern von einer ihrer Mitschwestern verfaßt wurde; und dem Schreiber der heiligen Brigitta wird vom Heiland ausdrücklich gestattet, „um der Schwachen willen beizufügen, was notwendig und nützlich sei.“ Der heiligen Hildegard wurde in einem Gesichte aufgetragen, ihre Offenbarungen aufzuschreiben, aber die Form von einem anderen feilen zu lassen.

Drucklegung

1990 holten die damaligen Vorstandsmitglieder der Barbara- -Weigand-Gesellschaft e.V. die „verstaubten“ Oktavhefte der „Schippacher Schriften“ aus dem gerade enstehenden Archiv, und Frau Rita Seithel aus Aschaffenburg begann, die in alter deutscher Sütterlin-Schrift verfaßten Handschriften auf einer elektrischen Schreibmaschine abzuschreiben. Sie schrieb in knapp fünf Jahren 4.062 Seiten und einige Anlagen. Bei den letzten Seiten angelangt verstarb sie.

1996 haben die von der Barbara Weigand Gesellschaft e.V. mit der Schriftleitung verantwortlich betrauten Personen damit begonnen, diese Schreibmaschinenseiten einzuscannen, um daraus Textdokumente für den Buchdruck zu erzeugen. Die Schrifterkennung wies jedoch zu viele Fehler auf, so daß der größte Teil der Texte ein weiteres Mal abgeschrieben und Wort für Wort verglichen wurde, was nochmals fünf Jahre in Anspruch nahm. Aus diesen Textdokumenten entstand die vorliegende Gesamtausgabe der „Schippacher Schriften“.

Zunächst erschien jedoch Band 1 der „Schippacher Schriften“ und eine separate „Lebensbeschreibung der Barbara Weigand“, letztere verfaßt vom Msgr. Prof. DDr. Wilhelm Büttner, dem großem Kenner und Förderer der Barbara Weigand. Diese Schriften sind in kürzester Zeit verteilt worden, so daß ein Nachdruck notwendig wäre.

In dieser Situation wurde dank der göttlichen Vorsehung die Schriftleitung auf einen Wohltäter aufmerksam gemacht, der Druck und unentgeltliche Verbreitung der Gesamtausgabe der „Offenbarungen an Barbara Weigand“ ermöglicht.

Zur Druckvorbereitung wurden die Texte von einem Korrektor einer weiteren Kontrolle nach alter deutscher Rechtschreibung unterzogen. Da die Aufzeichnungen zum Teil aus langen, vielfach verschachtelten Sätzen bestehen, sind manche Abschnitte nicht ganz leicht zu lesen. In Einzelfällen ist deshalb der innere Zusammenhang des Satzes durch vorsichtige Änderung von Satzstruktur und Zeichensetzung, auch durch Einfügung oder Verschieben von einzelnen Hilfswörtern, sichtbarer gemacht worden. Inhalt und Sprachstil wurden dabei nicht berührt. Am Fronleichnamsfest 1897 (Bd 2 Nr. 175) sagte der Heiland dazu:

„Es soll alles, wie es ist, wie Ich Mich offenbare, abgeschrieben werden, und wo ein Fehler vorkommt, woran die ungeschickte Sprache Meiner Dienerin schuld ist, oder großen Anstoß erregen könnte, soll er verbessert werden. Aber alles, was die Belehrungen anbelangt, soll geschrieben werden, denn es ist nicht für ein Jahr und nicht für diese Zeit allein, es ist für die Zukunft geschrieben.“

Jede Offenbarung wird mit einer laufenden Nummer und dem Tag gekennzeichnet, an dem sie stattgefunden hat. Daran schließt sich eine Kernaussage an, die wörtlich aus dem nachfolgenden Text entnommen wurde und eines der angesprochenen Themen einprägsam zusammenfaßt. Diese Kernaussagen wurden auch in das Inhaltsverzeichnis übernommen, das seine Funktion dadurch noch besser erfüllen kann. Auf ein Sachwortregister wurde verzichtet.

Allen Freunden, die an der Erstellung und Herausgabe dieses Gesamtwerkes der „Schippacher Schriften“ mitgewirkt oder dazu beigetragen haben, danken wir sehr herzlich. Besonders gilt unser Dank der Stiftung „Fond der Barmherzigen Liebe“ in Weihungszell und dem „KSA Kath. Schriften-Apostolat“ in Ochsenhausen.

Friedrichsdorf, im September 2001

Die Schriftleitung

Zur größeren Ehre Gottes und zur Verherrlichung der unbefleckten Jungfrau und Gottesmutter Maria

153 Erster Freitag im März 1897

„Seht, euch habe Ich gesendet wie Schäflein unter die Wölfe“

Lied: Sei im Jubelschall erhoben ...

Barbara: „Mein Herz hat zu Dir gesprochen, mein Angesicht hat Dich gesucht, und in der Betrachtung ist mir ein Feuer aufgegangen. Ja, mein Jesus, in meiner Betrachtung ist mir ein Feuer aufgegangen! O nimm mich hin, meine Seele mit all ihren Kräften, mein Herz mit all seinen Neigungen, meinen Leib mit all seinen fünf Sinnen. Niemals will ich denen zürnen, die mir widersprechen, die mich tadeln und lästern. Ich danke Dir, o Herr, daß Du Dich gewürdigt hast, in so nahe Verbindung mit mir zu treten. O hätte ich die Sprache eines Seraphs, daß ich redete in Liebesflammen und nicht in Zornesworten.

Mein Jesus, bist Du es, so will ich leiden, solange wie Du willst. Niemand braucht Dir Vorschriften zu machen, am wenigsten ich. Bist Du es nicht, so – nein, ich vermag es nicht auszusprechen. Ja, ja, Du bist es, aber Du bist nur verständlich denjenigen, die sich nicht nach dem Gefühl richten, die nicht ausgegangen sind von Fleisch und Blut, die nicht sinnliche Liebe im Herzen tragen, die Dich suchen auf dem Kreuzweg. O Herr, ich danke Dir, daß Du mich vorbereitet hast auf solche Dinge. Ich danke Dir, daß ich gewürdigt wurde, für einen Narren zu gelten und mich als solchen behandeln zu lassen, und daß, obwohl ich es doch merkte, Du in mir die rechte Zeit eingehalten, ich danke Dir. Jene Zeit ist längst vorüber, wo ich als Narr Dir nachfolgen mußte. Jetzt ist jene Zeit für mich gekommen, wo man mir sagt, daß Satan in mir regiere. Ich danke Dir und stelle mich neben Dich. Die Hohenpriester waren es, die Dir vorwarfen, es wirke der Teufel in Dir. Priester sind es, die auch diese Worte mir entgegenschleudern. Nimm hin die Tränen, die sie mir ausgepreßt, daß ich so verlassen den Weg gehen muß. Wohlan, wenn Du es nicht bist, dann bist Du ein ungerechter Gott, denn Du liebst nur die Gerechtigkeit und haßt das Unrecht.“

Jesus: „Meine Tochter! Weißt du, was Ich dich heute lehren will? Siehe, weil sich niemand deiner annimmt und niemand Zeit hat, um dich zu trösten, darum will Ich Mich würdigen, jede Woche dich zu belehren, du brauchst keine anderen Tröster. Oder bin Ich dir nicht genug?“

Barbara: „Ja, mein Jesus, freilich, aber weil man sagt, es komme so allerlei vor auch in der Frömmigkeit, bin ich ängstlich, weil ich nicht urteilen kann. Ich weiß nur, und das allein tröstet mich, daß ich nichts anderes gesucht als Dich allein, und daß ich mich Dir in allem zu unterwerfen suchte, alles andere habe ich Dir überlassen. Du weißt, weil ich arm bin und wegen meiner Armut nicht Gewalt besitze, daß sich jemand meiner annimmt, und wegen meiner Armut mich anschließen mußte an eine Familie, die verachtet ist von denjenigen, von denen ich es allein erfahren könnte, ob Du es bist. Das Wirtschaftsleben (Gastwirtschaft) ist verachtet von den Priestern. Aber siehe, das ist es nicht, weshalb ich weine. Ich bin glücklich in meiner Armut, ich will keinen Besitz, ich will nur Dich besitzen. Nur um eines bitte ich Dich: Laß mich Dich erkennen in all den Trübsalen, die Du über mich verhängen willst, laß mir immer das Licht leuchten, dann will ich ...“

Jesus: „Beruhige dich, Meine Tochter! Der Geist Gottes ist kein Geist des Aufruhrs, Er ist aber auch kein Geist, Der Seinem Zorn Luft macht. Diejenigen, die dich schmähen und verfolgen, weil du ihnen die Wahrheit verkündigen mußt, sollen sich wohl prüfen, ob sie nicht dem Gefühl nachgeben, ob sie sich nicht leiten lassen von dem Gefühl der Sinnlichkeit. Eine Seele, die sich immer gleich bleibt, auch in den tiefsten Kränkungen, die ihr von allen Seiten zugefügt werden, erfährt dies nur als ein Geschenk aus Meiner Hand.

Denn ihr müßt wissen, daß der Mensch aus Fleisch und Blut ist, wenn er auch arm ist und ungebildet und von niedriger Stellung, er doch dieses Gefühl hat wie auch der, welcher da wähnt, Gelehrsamkeit zu besitzen und hochgestellt zu sein, oder derjenige, den Ich mit zeitlichen Gütern gesegnet; denn das alles ist von Mir, ist Mein Geschenk. Aber siehe, immer und immer gleich bleiben und in allem Meinen Willen sehen, dies sind Tugenden, die nur eine Seele üben kann, die mit Mir verbunden ist, sich gleichbleibt in aller Trübsal, alles über sich ergehen läßt, wie immer Ich sie auch läutern will.

Jene Priester haben kein Recht, weder auf dich, noch auf jene Jungfrau, die sie auf die höchste Stufe der Vollkommenheit stellen wollen. Ich ließ ihnen sagen, um sie zu retten, sie sollen wissen, daß Herumschweifen, da und dort suchen, die sinnlichen Neigungen befriedigen, nicht das Amt ist, das Ich ihnen übergeben habe. Ich habe sie beauftragt hinauszugehen, den Völkern zu predigen und das Wort Gottes zu verkündigen, nicht aber ihre sinnlichen Neigungen zu befriedigen, um etwas Schönes zu sehen und etwas, das in ihren Ohren schön klingt, zu hören. Wenn Ich es einmal fügen werde, eine Seele ihrer Leitung zu unterstellen, in der Ich etwas mehr wirken will als in einer gewöhnlichen Seele, dann sind sie beauftragt und haben das Recht, in der Seele zu schalten und zu walten nach ihrem Gutdünken.

Für jetzt aber habe Ich ihnen gesagt, daß jene Jungfrau in N. sich von der Kirche trennte aus Eigensinn, und sie muß wieder hineingeleitet und eingeführt werden, denn eine andere Kirche besteht nicht, die jeder sich selber machen will nach seinem Gutdünken. Ich sage ihr noch einmal, sie soll sich ihren rechtmäßigen Vorgesetzten unterwerfen, unter deren Leitung Ich sie gestellt habe, ihrem Pfarrer und ihrem Bischof. Ist dies etwas Unrechtes, wenn Ich es durch dich ihnen sage? Sie aber sollen, anstatt herumzulaufen, sich selbst prüfen, was Ich von ihnen verlange. Am allerwenigsten haben sie das Recht, sich da einzumischen, wo eine Seele unter geistlicher Gewalt steht, wo eine Seele lieber das Leben verlieren möchte, als sich dieser Gewalt zu entziehen; denn sie sollen wissen, daß dieses Leiden, das Ich dir gegeben, und das sie so sehr verschmähen und verachten und unter einem Zerrbild hinstellen wollen, Ich dir geben mußte, weil du dich streng deinem Beichtvater unterwarfst und er die Öffentlichkeit scheute. Deinem Beichtvater habe Ich es längst verziehen, weil Ich ihm das Recht einräumte, sein Beichtkind zu beurteilen.

Als er es aber zu weit trieb und sich aus Menschenfurcht nicht bewegen ließ, darauf einzugehen, und du dich nicht bewegen lassen konntest, ihn zu verlassen, mußte Ich ihn zu Mir nehmen, und nur einzig und allein – alle Meine Diener sollen es wissen, damit sie eine Seele hochschätzen lernen, die streng nach Meinem Willen handelt – deinetwegen, weil du dich eingesetzt für ihn, und all den Schmerz und all den Kummer, den er dir ausgepreßt, Mir zum Opfer brachtest für ihn, war er so schnell befördert zu Meiner Anschauung.

Nun habe Ich dir einen Beichtvater gegeben, der zwar noch viel mit Menschenfurcht geplagt ist, denn wenn er entschieden aufgetreten wäre, wäre freilich manches schon anders geworden, doch du bist unterstellt und niemand hat etwas dreinzuschwätzen. Solange eine Seele unter der Leitung des Priesters steht, ist nicht zu befürchten, daß der böse Feind sie täuschen könnte, wenigstens die Seele nicht, die guten Willens ist. Du aber, gehe ruhig weiter! Du brauchst nicht in die Schweiz zu gehen, um dich prüfen zu lassen. Gib Mir deinen guten Willen, mehr verlange Ich nicht von dir! Ihr aber, Meine Diener, fahret fort im Eifer!

Seht, euch habe Ich gesendet wie Schäflein unter die Wölfe, ihr seid die Schäflein der Zeit und sollt sie sein. Wehe demjenigen Priester, der im Schafskleid einhergeht, in seinem Innern aber ein Wolf ist, das heißt, der seine Begierlichkeit nicht besser bezähmen will, als daß er mit jedem Windstoß seinen Gefühlen freien Lauf lassen will. Wie Schäflein habe Ich euch gesandt, ihr Meine Diener, ihr steht als die einzigen in der Welt, auf die Mein Auge schaut, durch die Meine Völker noch gerettet werden können. Wohlan, erlaubt es Mir, wenn Ich euch tadele, wenn Ich strafend mit euch rede.

Seht, wie gut Ich bin, wie Ich euer Bruder geworden bin. Ihr seid die einzigen, von denen das Wohl und Wehe der Welt abhängt. Um Meine Völker zurückzuführen, scheut nicht das Gebrüll der Löwen, nicht das Bellen des Wolfes in den Großen und Mächtigen. Feuersprühend tretet auf die Kanzel, demütig wie ein Lämmlein setzt euch in den Beichtstuhl, und ihr sollt sehen, was euer wartet. Seid unbekümmert, ob auch die Frucht sich zeigen wird. Ja, ja, sie wird sich zeigen. Schaut auf Meine Dienerin!

Ich habe ihr vor zehn Jahren gesagt, als Ich ihr den Auftrag gab, zu ihrem Bischof zu gehen und ihm zu sagen, daß Ich die öftere Kommunion eingeführt haben will in der Welt, daß Ich von ihr nichts anderes verlange, als nur die Beharrlichkeit. Wohlan, schaut euch um, ob es nicht große Willenskraft kostet von einer ungebildeten Person, standhaft zu bleiben, auszuharren in allen Leiden, verschmäht, verachtet und verfolgt zu werden von denjenigen, von denen sie aufgebaut und gepflegt werden sollte. Macht es auch so, denn Ich habe ihr schon einmal gesagt, daß ihr lernen sollt an Meiner kleinen Dienerin, nicht als ob sie sich dieser Worte rühmen wollte, nein, lernen sollt ihr, in eurem Amt es so zu tun, wie sie in ihrem Leben tut. Wenn ihr auch keine Früchte sehet, werdet nicht mutlos! Seht doch, ob es Mir anders erging, als Ich unter euch wandelte. Schaut doch, deswegen führe Ich euch durch Meine Dienerin zum Tabernakel. Schaut doch, wenn ihr es nicht mehr begreift, weil schon neunzehnhundert Jahre verflossen sind, wo Ich nicht mehr wandelte unter den Menschen, die doch immer wieder mit Händen greifen und mit Augen sehen wollen.

Darum seht, Meine Diener, wie Ich immer wieder hie und da eine Seele erwecke, eine Seele, die Ich an Mich ziehe, die dann diesen Weg gehen muß, den Ich gewandelt bin. Ja, Meine Diener, ihr tut recht, wenn ihr eure Augen ob der Torheiten der Menschen verschließt, denn sie werden euch im tollen Treiben doch nicht hören und nicht verstehen. Aber dann, wenn die Völker anfangen nachzudenken, dann bitte Ich euch, eure ganze Kraft aufzubieten, eure Gewalt zu gebrauchen, um einzustehen für Mich, dem Volk sein Unrecht vorzuhalten, diejenigen, die Mir dienen und Mich lieben, aufzumuntern, ein Engel des Trostes zu sein, die Armen, die Schwachen zu unterstützen, wo es gilt in Wort und Tat.

Dies ist der Damm, den ihr bilden sollt, den Ich euch gezeigt habe durch treue Seelen, durch inniges Zusammenhalten unter euch selbst, und daß ihr alles überseht, taub und blind seid für die Welt und ihr Treiben. Dieses soll der Damm sein, der dem Übel der Zeit Einhalt tun wird.

Seht, jetzt, wo die Faschingszeit vorüber ist, wo so mancher Familienvater sein Geld verschwendet hat, wo so manche Mutter einer Familie ihre Kinder vernachlässigt, wo so manches junge Mädchen ihre Unschuld eingebüßt und alles vorüber ist, jetzt kommt Not und Elend und mit ihm das Nachdenken. Seht, da ist die Zeit, wo ihr fischen und Seelen fangen könnt. O benutzt all eure Beredsamkeit und denkt nicht darüber nach am Schluß, ob eure Mühen Frucht tragen werden. Ihr aber, Meine Kinder, freuet euch!

Der eucharistische Kreuzweg ist nun einmal kein anderer als der, den ihr geht, und nicht die Pläne und nicht die Leiden, die ihr gerne ertragen wollt aus Liebe zu Mir, nicht diese sind es, die ihr tragen sollt. Ich schicke euch jene Leiden, die ihr nicht gerne tragt, wie Ich es tue im Allerheiligsten Sakrament des Altares. Dort muß Ich leiden, dort muß Ich Mich opfern für diejenigen, die keine Opfer bringen wollen, und ihr sollt das gleiche tun!“

Barbara: „O Herr, all die anderen Leiden sind mir nichts, wenn ich aber doch nur die schönen Fastenpredigten hören dürfte, wenn Du mir so viele Gesundheit verleihen möchtest?“

Jesus: „Ja freilich, es ist ja ein Hochgenuß für eine Seele, die Mich liebt, die möchte beständig etwas von dem Geliebten erfahren, die will dort sein, wo Ich weile, damit sie Meine Worte in sich aufnehmen und verwerten könnte. Dieser Seele muß Ich dann Hindernisse legen, daß ihr dieser Genuß entzogen werde. Darum freuet euch, und solange ihr nicht alles aus Meiner Hand hinnehmen und euch nicht alles ganz gleich bleiben wird, so lange muß Ich euch prüfen.

Ich tadle dich nicht, Meine Tochter, Ich sage nicht, daß deine Tränen Mir zuwider sind; ja, du darfst dich ausweinen, und weine blutige Tränen mit Mir. Ich habe auch als Menschensohn Tränen geweint, und weine jetzt noch blutige Tränen im Allerheiligsten Sakrament des Altares über die gottlose Welt. Ich meine nur, daß du dich ruhig Mir übergibst und nicht darüber nachdenkst über all die Spottreden und Lästerungen, die über dich ergehen. Laß sie dich verspotten und sei ruhig. Und dann bist du Meine Tochter, Meine Braut! Eine Braut, die ihren Bräutigam zärtlich liebt, liebt ihn immer, sie bleibt ihm immer zugetan, und eine Tochter liebt den Vater, auch wenn er sie straft, eine gute Tochter.“

Barbara: „O Herr, woher kommt es doch, daß ich manchmal gar so schmerzlich von meinen Verstorbenen im Traume denke, die ich doch längst im Himmel glaubte, weil Du es mir versprochen?“

Jesus: „Das liegt in der Natur, in deiner Krankheit, über all das mußt du hinweggehen. So ist es auch mit der Finsternis, Trockenheit und Dürre, wo du glaubst, es seien Strafen. Es liegt viel in der Natur und dann ist es, was Ich euch immer sage, daß ihr leiden sollt, daß ihr den eucharistischen Kreuzweg gehen sollt. Wenn die Natur sie nicht fühlte, wären es ja keine Leiden. Ich will ja, als ein Gott der Liebe und des Trostes, Meine Kinder belehren, Meine Kinder, die in der gottlosen Welt hie und da versteckt und zerstreut sind. O Ich habe noch gute Seelen und deswegen zögert Mein strafender Arm, und läßt sich immer noch zurückhalten durch das Gebet so vieler Seelen, das Tag und Nacht hinaufdrängt zu Meinem Gottesherzen. Seht aber, diese alle will Ich trösten durch dich, Meine Dienerin.

Diejenigen, die Mich suchen, die Tag und Nacht darauf ausgehen, Mir zu gefallen, Mir einen Dienst zu erweisen, sei es nun eine arme Klosterfrau, die sich hinter den Mauern zurückgezogen hat, um sich dem Dienst der leidenden Menschheit zu widmen, oder sei es ein Priester, den Ich hinausgesandt unter die Völker, ihnen Mein Wort zu verkündigen, oder eine arme Ehefrau, oder ein armer Familienvater, dem Ich nichts als Kreuz und Trübsal aufgeladen, und der Tag und Nacht sich abhärmt, um seinen Kindern das nötige Brot zu verschaffen. Seht, dies alles ist ja nur die eine große Gottesfamilie, um derentwillen Ich die Welt, die gottlose Welt, verschonen muß.

O es gibt noch gute Seelen. Diese alle zusammen sollen den Damm bilden, den Ich dir gezeigt, und er wird und muß erstehen. Harret nur aus, Meine Kinder, und die Worte, die Ich zu euch rede, wollte Ich, daß alle diejenigen sie lesen, die an dem Ort stehen, wohin Ich sie hingestellt, und die Ich mit nichts als mit Leiden heimgesucht. Aber welch ein Trost liegt darin, wenn sie sich sagen können, mein Gott will es so, mein Gott, dem ich einstehen muß, um durch meinen Frieden, durch meine Zufriedenheit, die ich in all dem Kreuz, in all dem Unglück meinen Mitmenschen gegenüber an den Tag lege, Seelen zu retten.

Ja, Seelen kannst du retten, du armer Familienvater, du arme Familienmutter, die Ich mit Kindern gesegnet, die Ich zwar arm und verachtet in der Welt, aber groß vor Meinen Augen bestimmt habe, mit euch, Meinen Dienern, mit euch, Meinen liebsten Kindern, die ihr euch zurückgezogen hinter die Mauern, mit euch mitzuwirken in dieser großen Gottesfamilie. Nicht ihr allein seid es, Meine lieben Diener, und nicht ihr allein seid es, Meine lieben Kinder, die ihr euch Mir geweiht!

Auch draußen in der Welt, o seht, diese armen Geschöpfe, ja, arme Geschöpfe sind es, jene armen Jungfrauen, die in den Familien leben, aber nicht mit der Welt, jene Frauen, jener Mann, die Ich dir eben gezeigt, sie alle sind Meine lieben Kinder und sollen den Damm bilden mit euch, mit einem Band umschlungen. Es ist das Band der Liebe, das Ich um euch schlingen will, um Meine liebsten Kinder, durch das hochheiligste Sakrament des Altares.

Geh nur hin und frage die Lehrerin deiner kleinen Nichte, sie möge einmal die Schulzeugnisse vom letzten halben Jahr aufschlagen und nachsehen, in welchem Monat ihre Schülerin am eifrigsten, am besten war, ihr bestes Schulkind, und sie wird dir sagen, es war der Monat Dezember, und sie soll das Kind fragen, warum es so brav gewesen, und die anderen und die vorhergehenden Monate nicht. Und das Kind versteht es nicht, es weiß es nicht, weil es die Kenntnis noch nicht hat, aber frage diejenigen, die es wissen, und sie werden dir keinen anderen Grund angeben können als den: ‚Das Kind hat jeden Sonntag kommuniziert‘, und du mußt sehen, wer das Herz des Kindes in dieser Zeit beherrschte. Ja, Ich war es, dein Gott und Herr, Der die Herzen der Menschen leitet wie Wasserbäche. Und so durchgeht die Christenheit, und ihr werdet finden, warum Ich auf die Einführung der öfteren Kommunion dränge. Ich allein bin es, Der dem Übel der Zeit Einhalt gebieten kann und werde, aber erst dann, wenn die Menschen umgestaltet sind, wenn ein anderes Geschlecht hervorgewachsen sein wird. Dieser Geist aber, der herausgeht aus Meinem Herzen, diesen Geist kann nur der katholische Priester hineinleiten in die Herzen der Völker. Darum, ihr Priester, hört die Sprache und spöttelt und witzelt nicht.“

Lied: Hochpreiset meine Seele ...

Jesus: „Ich werde dein übergroßer Lohn sein. Dies ist der Anfang jener unendlichen Seligkeit, die deiner wartet. Siehe, so sollst du die ganze Ewigkeit hindurch Meiner genießen!“

Barbara: „Ja, ich sehe Ihn mitten in meiner Seele und meine Seele ist ganz in Ihn eingegossen. Eingegossen bist Du mir, eingegossen bin ich Dir. Ich sehe meine Seele in einem goldenen Gewand und nur noch kleine dunkle Schatten und Flecken, die aber von dem Glanz schon bedeckt sind, daß man sie kaum bemerkt. Was mag das sein, mein Jesus?“

Jesus: „Das sind die Sünden, Meine Tochter, die Sünden deines ganzen vergangenen Lebens. Die Flecken hast du zwar noch in deiner Seele, aber sie sind durch Meine Gnade und Liebe von einem solchen Glanz überzogen, daß sie die anderen Bewohner des himmlischen Jerusalems nicht mehr beachten, und nur dir sichtbar sind zu deiner Verdemütigung, und sie sollen dir bleiben, bis du eingegangen bist in Meine Herrlichkeit; dann sollen sie auch verschwinden in deinen Augen. O wie kostbar ist eine Seele im Gewand der heiligmachenden Gnade, mit welcher Freude und mit welchem Frohlocken schaut der Himmel auf eine Seele, die widerstrahlt im Bilde ihres Gottes.“

Barbara: „O welch ein Glück, ich kann es nicht aussprechen! Alles ist verwischt aus meinem Gedächtnis und nur noch eines, und nur noch die Liebe bleibt mir! O Herr, ich umfasse alle diejenigen, die meine Schriften lesen, die glauben, daß Du im Allerheiligsten Sakrament gegenwärtig bist, und bringe sie Dir dar. O mein Jesus! Welch ein Dank! Dies ist der Liebesbund, den Du mit uns geschlossen am heiligen Fronleichnamsfest.“ (Er wurde ihr so gezeigt). Dann kam die heilige Theresia und tröstete sie.

154 Zweiter Freitag im März 1897

„Entweder von Gott oder wider Gott!“

Lied: O Sünder, mach dich auf ...

Barbara: „O mein Jesus! Bräutigam meiner Seele! Nimm hin meine Seele mit all ihren Kräften, mein Herz mit seinen Neigungen, meinen Leib mit seinen Sinnen. O mein Jesus, von Herzen bereue ich alle Sünden meines ganzen Lebens, alle Nachlässigkeiten, die ich in Deinem Dienst begangen habe. Verzeihe mir, und was unrein ist in mir, das reinige Du mit Deiner Gnade! O komm, Geliebkoster meines Herzens. Suche heim Dein armes Kind, arm, verlassen, hilflos stehe ich vor Dir, nicht ein Wort, was ich vorzubringen wüßte, wenn Du es mir nicht eingibst. Ich danke Dir, o Herr, daß Du mich gewürdigt hast, diese Stunde wieder bei Dir zuzubringen.“

Jesus: „Meine Kinder, laßt euch nicht irremachen ob des Gebarens der Menschen, die Meine Diener sind. Ihr müßt wissen, daß sie in einer Welt stehen, die ganz und gar versunken ist in den Unglauben, in den Atheismus, der da Gott verleugnen will, der das ganze Licht der Gottheit verdunkelt, und an diese Stelle die Vernunft setzen will, die Vernunft eines armseligen Menschen. Seht in diese Welt hinein, und sie sollen das Licht erhalten und unterhalten ..., daß es nicht erlösche. Durch sie soll es, ja, es soll, und muß durch sie auf den Leuchter gestellt werden, damit die ganze Welt es sehen kann, und durch dieses Licht sich wieder erleuchten und erwärmen läßt. Ihr dürft es ihnen nicht verargen, wenn ihr hören müßt, daß selbst die besten Meiner Diener witzeln und spötteln; denn ihr sollt wissen, daß in ihrem Herzen sie ganz anders denken, als sie sich ihren Mitbrüdern gegenüber aussprechen. Seht, das ist es eben, weil sie es sich zu Herzen nehmen und die Sache nicht unter den Scheffel stellen und verbergen wollen, aber doch auch sich nicht so darstellen, als ob sie die Sache befürworten und befördern würden. Nur im Kleinen, nur unscheinbar wollen sie es verbreiten. Ich habe dir ja gesagt, daß du dich nie zu verantworten haben wirst, weder vor einem geistlichen noch vor einem weltlichen Gericht. Anders ging es aber nicht, wenn nicht auf diesem Weg. Du mußt wissen, als Ich unter den Menschen wandelte, war Ich nur in einem Gebiet in Palästina tätig und sichtbar, und es gelangte in kurzer Zeit durch die ganze Welt, aber gerade auf demselben Weg, wie hier bei dir durch die Tradition, dadurch, daß es ein guter Freund dem anderen zu wissen tat.

So durchwandelte Meine Gegenwart die ganze Welt, wenn auch nicht persönlich, aber doch durch den Mund anderer. So wird auch, was Ich mit dir rede, von Mund zu Mund gelangen, ohne Aufsehen, ohne daß du dich je vor einem Menschen wirst verantworten müssen. Ein jeder, der da eingeweiht ist in Meine Geheimnisse, der glaubt, daß Ich erschienen war unter den Menschen, daß Ich gekommen war, die Menschheit zu erlösen, der glaubt auch, sage Ich, daß nichts geschieht in der Schöpfung, ohne Meine Zulassung und ohne Mein Zutun.

Nur zwei Dinge gibt es in der Welt, die hereinleuchten von der anderen Welt, und das ist das Hereinleuchten der himmlischen Geisterwelt, die ausgeht aus Meinem Geist, und das Hereinleuchten der unterirdischen Geisterwelt, die ausgeht aus Luzifer, dem Antichrist. Entweder von Gott oder wider Gott! Ist es aber von Gott, so wird es auch bestehen, weil es übereinstimmt mit dem, was Gott geoffenbart hat, was Er in Seiner Kirche niedergelegt durch Seinen Sohn, bekräftigt und bestätigt hat, und durch die Kirche bekräftigt und bestätigt bis zum Ende der Tage. Ist nun das Hereinleuchten in einer Seele aus dem Reich Christi, aus Gottesreich, so wird es nur dann bestehen, wenn es einstimmt in das, was Ich gelehrt habe, als Ich auf Erden erschienen bin und in das, was Ich Tag für Tag in Meiner Kirche lehre.

Ist es aber nicht vom Reiche Christi, ist es vom Reich des Antichrist, dann wird alsbald hie und da (wenn auch eine Zeitlang scheint, als ob von einem guten Geist) sich etwas einmischen, woran man alsbald beim ersten Blick erkennen muß, wessen Geistes das Licht ist, das sich da ausbreitet. Es wird alsbald abweichen von der Lehre Meiner Kirche.

Nun aber habe Ich dir vor vielen Jahren schon gesagt, daß Ich dich als Werkzeug benützen will, weil Ich in der Welt die öftere heilige Kommunion eingeführt haben will. Denn nur so und nur dadurch, daß Meine Kinder mit Mir sich vereinigen, werden sie gerettet vom Unglauben und befreit bleiben von dem Strom der Zeit, der alles mit sich fortreißt. Die Diener Meiner Kirche haben es nicht angenommen in deiner Heimat.

Ohne zu wissen, zu was Ich dich bestimmt, habe Ich dich nun fortgeführt, hierher in diese Stadt, weil es hier besser gelegen scheint, Meine Absichten durchzuführen. Hören sie nun hier Meine Stimme nicht, die Ich durch dich rede, dann sind es andere, die Ich Mir erwähle, die weniger mit Menschenfurcht geplagt sind, die tiefer eingedrungen sind in Meine Geheimnisse, die auch in der Kreuzesschule schon geübter sind; denn nur solche verstehen Meine Geheimnisse.

Nun aber sage Ich euch, Meine Diener, wo ihr euch befinden möget, glaubt ihr denn nicht, was Ich gesagt habe, daß kein Haar vom Haupte fällt wider Meinen Willen? Glaubt ihr denn nicht, daß erstens der gute Wille eines Menschen der Ausfluß Meines göttlichen Willens ist, und daß zweitens der gute Wille eines Menschen von Meinem Geist geleitet wird. Menschen sind es, durch die Ich Meine Geheimnisse der Menschheit erschließen muß, denn anders liegt es in Meiner Gottheit nicht. Wäre es anders, dann hätte Ich nicht den Himmel verlassen und wäre Selbst ein armer Mensch geworden, dann hätte Ich die Menschheit auf andere Weise erlöst. Aber so wenig Ich Meine Geheimnisse der Menschheit erschließen kann, der gefallenen Menschheit, ohne Zutun eines Menschen, so wenig wäre die gefallene Menschheit erlöst worden, ohne daß Ich Mensch geworden.

Die Menschheit ist ja erschaffen von Gott, dem Vater, durch Mich, Seinen Sohn. Die Menschheit ist also ein Geschöpf, das hervorgegangen ist aus Meiner Schöpferhand. Sie hat sich aber empört gegen ihren allmächtigen Schöpfer, sie hat Ihm den Krieg erklärt, sie ist von Ihm abgefallen, die Menschheit hat sich aufgelehnt; dieses armselige Wesen, das da gebildet ist aus Staub und Asche, empört sich gegen Seinen Schöpfer. Wie glaubst du nun, du armseliger Mensch, wäre es anders möglich gewesen, dich zu erlösen, dich einzuführen in die Kindschaft Gottes, die dich gleich machte mit Mir Selbst, du Erdenstaub?

Und du willst Mir bis heute noch, nach neunzehn Jahrhunderten, den Krieg erklären, du, der du wähnst, Mein bestes Kind zu sein, der Ich dich hineingestellt unter dieses Geschlecht, damit du es leiten und führen sollst. Dir habe Ich den Hirtenstab gegeben, damit du Meine Herde auf fette Weide führen sollst. Aus deiner Hand werde Ich die Herde zurückverlangen. Dieser Hirtenstab wird dir zur großen Glorie gereichen im Himmel, er wird dir zur Zierde sein für die ganze Ewigkeit hindurch, unaussprechlich wird der Lohn sein, den dieser Hirtenstab dir einträgt, wenn du ihn trägst, wie Ich Meiner Dienerin gezeigt, wie ihn einer Meiner Diener trägt. Ich habe ihn dir gezeigt und du verstandest es nicht, du armseliges Menschenkind, was das bedeuten sollte und du wähntest, als ob er noch zur Würde eines Prälaten, eines Bischofs, emporsteigen solle.

Aber nein, siehe, Meine Tochter, Meine Kirche soll wissen, daß jeder Meiner Diener, auch wenn es der letzte Kaplan ist im armen Gebirgsdörfchen, daß er vor Meinen Augen den Hirtenstab trägt und ein Bischof und ein Apostel ist, wenn er den Hirtenstab trägt in der Weise, wie Mein Diener N., daß er sich vor niemand scheut, offen und frei einzustehen für das, was Ich von dir verlange. Ich frage euch, Meine Diener, was sagt denn euch Paulus? Niemand kann sagen: ‚Herr Jesu‘, außer im Heiligen Geist.

Nun ja, warum behauptet ihr, die Worte Meiner Dienerin seien erdichtet, seien aus den Schriften genommen, die sie liest? Wenn ihr auf die Kanzel geschickt werdet mitten aus dem Leben heraus, aus den Geschäften heraus, Ich will sagen, von der Tafel, wo es recht lustig zugegangen, dann seid ihr gewiß nicht gestimmt, einen ernsten Vortrag zu halten vor Meinem Volk. Wie könnt ihr sagen, warum wähnt ihr, die Worte Meiner Dienerin rede sie aus sich, sie dichte, oder sie diktiere aus Büchern, wenn euch selbst ein Vortrag unmöglich ist, auf den ihr nicht vorbereitet seid. Nun kommt und seht, ob ein Mensch, den Ich erst solchen Leiden unterwerfe, imstande ist, einen Vortrag über Dinge zu halten, von denen er nichts weiß.

Begeistern will Ich euch, beleben euren Glauben, befestigen euer Vertrauen, daß ihr unerschüttert steht in dem Sturm, der um euer Haupt wirbelt, denn furchtbar wird das Getöse sein, das Geheul, der Sturm, der über Meine Völker ergehen wird, und es wird die ganze Kraft eures Willens kosten, um nicht erschüttert zu werden. Ihr werdet wohl ob der Dinge tief erschüttert sein, aber eben darum sollt ihr die Worte hören, die Ich an euch richte, ihr sollt die einzigen sein, die Meine Kinder aufrichten und erhalten sollen im Glauben, welche die Kinder hinführen zur Quelle, wo sie wieder das Leben finden werden, und durch euch, und nur durch euch, indem ihr unerschüttert steht mitten unter den Schwankenden, mitten unter der gefallenen Menschheit, soll Meine Kirche wieder aufblühen und zu neuer Blüte und zu einer Zierde gelangen, wie sie noch nie gestanden unter den Völkern.

Durch Meine Diener soll sie auf jenen heiligen Berg gestellt werden, von wo aus die ganze Welt sie sehen wird, und alle Völker werden herbeikommen, und sich unter ihren Fittichen verbergen, und alle Oberhäupter werden ihren Nacken beugen und ruhen unter dem Schatten dieses Baumes und sich laben an den Früchten, die er hervorbringen wird, und so und nur dann wird ein Schafstall und eine Herde werden.

Ich sage euch, Jahrhunderte und Jahrtausende habe Ich schon durch Menschen zu euch geredet und gesprochen von der Zeit, die da kommen wird; denn Mein Auge überschaut alle Zeiten und die ganze Ewigkeit. Es weiß und sieht von Geschlecht zu Geschlecht, wie die Dinge sich gestalten, es hat hineingeschaut in die Zeit, in der ihr lebt und euch vorbereitet, und bereitet euch jetzt immer noch vor. Darum, Meine Diener, erhebt euch, bewaffnet euch mit dem Schild des Glaubens, mit dem Panzer des Vertrauens! Setzt ein euer ganzes Gemüt und gebt es hin der Liebesglut Meines göttlichen Herzens, damit in jedem Meiner Diener zur Wahrheit werde, was das Wort ausspricht, das ihr traget: Ihr seid die Gesalbten! Und was ist denn ein Gesalbter? Ein Gesalbter heißt soviel, wie Christus Selbst heißt. Wohlan, Mein Diener, ein anderer Christus bist du.

Stehe jetzt dem Feind gegenüber, was Ich Herodes gegenüber war, als man Mir das Spottkleid umwarf; stehe einem Pilatus gegenüber und sage ihm die Wahrheit, auch dann noch, wenn er fragt: ‚Wahrheit, was ist denn Wahrheit?‘ Stehe einem Volk gegenüber, das heute dich zum Messias ausruft und morgen dich auf den Scheiterhaufen schleppt oder dir das Kreuz auflädt und ruft, ‚kreuzige ihn, er ist des Todes schuldig!‘

Zürne nicht der gefallenen Menschheit, Mein Diener, auch wenn sie dir das Herz zerdrückt, auch wenn sie dir schwarz wie die Nacht entgegenkommt durch ihren Undank. Du bist das Licht der Welt! Du trägst das Licht in deinem Herzen! Wohlan, wandle im Licht, auch mitten im Todesschatten.

Du aber, Meine Kleine, siehe, wie Ich dir all die Worte bewahre, die Ich an dich richte. Siehe, was du nicht verstehst, das warte nur ab, bis du es verstehst. Habe Ich dir nicht gesagt an Weihnachten, daß du mit Mir leiden mußt, bis die tolle Zeit vorüber ist, bis die Zeit kommt, wo Meine Kinder wieder in sich gehen, Meine Kinder hier in Mainz, die sich dem Heiligen Geist ganz und gar entziehen in dieser Zeit durch die vielen Sünden, die gegen den Heiligen Geist begangen werden, weil sie ihren ganzen Verstand dem Geist Gottes verschließen und dem Geist der Finsternis sich hingeben. Siehst du, wie Ich dir Wort gehalten?

Und gräme dich nicht, wenn Meine kleinen Diener, Meine schwachen Diener, Kinder sind sie, ja wahrhaftige Kinder sind sie, so muß Ich sie nennen dir gegenüber, lächeln und spötteln. Aber weil Ich gar so viel Nachsicht haben muß mit allen Meinen Geschöpfen, und weil Ich Mich richten muß nach den Bedürfnissen eines jeden, muß Ich auch so zufrieden sein. Darum, Meine Tochter, sei auch du zufrieden, du brauchst keine Hilfe, leide nur im stillen, und wenn alle dich verlassen, laß sie nur, es kommt die Zeit, wo es anders wird.

Du wirst in der heiligen Fastenzeit an jedem Freitag deinen Leib Mir zum Opfer bringen müssen, damit du an deinem Leib ersetzest, was so viele Glieder Meiner Kirche Mir versagen. Siehe, so viele Glieder Meiner Kirche, auch unter den besten Kindern, die sich wenigstens dazu rechnen, gibt es gar so viele, die nichts mehr wissen wollen von Meinen heiligen Geboten, die Ich durch Mich Selbst oder durch Meine Kirche gegeben habe, und für diese sollst du leiden. Aber freue dich, Meine Tochter, auf einen schmerzlichen Karfreitag folgt ein freudiger Ostertag und du wirst sehen, welche Freude Ich dir mache am heiligen Ostermorgen. Freuet euch alle, die ihr Mich liebt!

O ihr Armen, wo ihr euch auch befindet, seht, durch eure Armut, durch euer beschränktes Leben seid ihr die Einsiedler der Vorzeit, welche die Welt verließen in einer Zeit, wo es noch besser war als jetzt, um durch Handarbeit und Zurückgezogenheit sich Mir zu opfern. Seht, dieses seid ihr, ihr armes, kleines, verlassenes Volk, und das muß euer Trost sein, daß ihr durch die große Not, die ihr zu durchkämpfen habt, um euer kümmerliches Dasein zu fristen, diejenigen seid, durch die Ich die Welt noch retten will. Um euretwillen spreche Ich diese tröstlichen Worte durch Meine Dienerin, um euretwillen spreche Ich so durch Meine Diener zu euch, weil Ich euch trösten will, um euretwillen treibe Ich Meine Diener an, daß sie euch zu Meinem Tische laden.

Denn durch Meinen Leib und Mein kostbares Blut, das Ich euch mitzuteilen wünsche, will Ich euch trösten und unterstützen. Wenn ihr Mir durch euren Glauben, durch euer Vertrauen der Welt entgegentretet und standhaft bleibt in all dem Unglauben, dann seid ihr die Apostel Meines Herzens, dann seid ihr diejenigen, um derentwillen Ich die Welt retten will. O harret aus und steht fest im Kampf, steht fest in allen Bedrängnissen, die Ich euch zuschicke. Und warum schicke Ich sie euch? Weil ihr die liebsten Kinder Meines Herzens seid!“

Lied: Hochpreiset meine Seele ...

Barbara: „Und ich sehe in weiter Ferne einen Lichtstrahl und in diesem Licht meinen Jesus in unendlicher Liebenswürdigkeit auf einem Thron, und Seinen Blick hält Er gerichtet auf uns Arme. O wie danke ich Dir, o Du unendlich Schönster! Tausendfältiger Dank für all die Liebe, womit Du Deine armen Kinder überhäufen willst. Seine heilige Mutter kniet vor Ihm nieder in dem Bußkleid, das ich schon oft gesehen, in einem aschgrauen Kleid, und in einem aschgrauen Schleier eingehüllt, Ihr Haupt tief gesenkt, und bittet für die sündige Welt.

O liebe Mutter, wir vereinigen uns mit Dir, ja, Du bist die Mittlerin unseres Heiles, Du und nur Du allein bist es, welche die Menschheit rettet.“

Maria: „Ja, das bin Ich! Aber die Menschheit muß sich mit Mir verbinden, es muß Seelen geben, die Mein Mittleramt vertreten. Ich bin die Vermittlerin zwischen der Welt und Gott. Ihr aber sollt die Vermittlerinnen sein in der Welt, und Mein Sohn wünscht, daß sich recht viele, viele einfinden, die sich mit Mir vereinigen, die das Mittleramt mit Mir übernehmen in der Menschheit.“

155 Dritter Freitag im März 1897

“Niemand gräme sich ob seiner Fehler; wenn er sie nur einsieht und zu Mir kommt, dann bin Ich bereit, sie ihm alle zu tilgen.“

Lied: Wenn wir ein Lied voll Liebe ...

Barbara: „O heiliger Josef, ich grüße dich durch das allersüßeste Herz Jesu Christi, deines göttlichen Pflegesohnes, und danke dir für die Gnaden, die du mir und meinen beiden Mitschwestern und allen Menschen erfleht hast in diesem Jahr. Steh mir in dieser Stunde bei und sei mein Fürsprecher, daß ich mich dem ewigen Vater aufopfere für meine Sünden und die meiner zwei Mitschwestern und aller, die sich mit mir vereinigen, Ihn zu lieben und Ihm zu dienen, besonders der Jungfrauen, die morgen ihre Standesbeichte und Osterkommunion verrichten.

O heiliger Josef, sei mein Fürsprecher in allen Nöten, die mich noch überfallen werden, besonders in den geistigen Nöten und Finsternis meines Herzens, wegen derer ich manchmal glaube, ich sei von Gott verlassen und getrennt. O bitte für mich, besonders in jener traurigen Stunde, wo mein Geliebter Sich zurückzieht in mir und mir zeigen will, was ich aus mir vermag. Bitte für alle jene, die sich in derselben Not wie ich befinden, die sich dem Herrn geweiht und oft nicht ein noch aus wissen.

Du weißt, wie dies der Seele bitter ankommt, du hast es gefühlt damals, als du nicht wußtest, woher deine jungfräuliche Braut empfangen habe. Um jener großen Not willen erbarme dich über alle, die nicht wissen, wo sie sich Rat und Schutz holen sollen, die sich bedrängt und verlassen von Gott fühlen.“

Josef: „Ja, meine Tochter, du tust gut daran, daß du dich an uns wendest, denn wir alle, die wir eingegangen sind in jenes Reich, das da allen Menschen verheißen und versprochen ist, in jenes glückselige Reich, das kein Auge gesehen, das kein Ohr gehört und in keines Menschenherz hinabgestiegen, daß du dich an solche wendest, denn wir sind nicht wie die armseligen Menschen, obwohl auch wir dereinst denselben Fehlern unterworfen waren wie ihr. Aber jetzt, da wir das Glück genießen, wozu der Mensch erschaffen wurde, sind wir frei von allen Vorurteilen, frei von aller Bosheit, die doch überall dahintersteckt, wenn die Menschen einander so lieblos beurteilen.

Aber seht, das muß euch nicht beeinflussen, ihr treuen Seelen, ihr alle, die ihr diese Worte lesen werdet, an euch alle sind sie gesprochen, nichts muß euch beeinflussen, weder die Vorurteile der Menschen, wenn es gute Menschen sind, noch die Bosheit der übrigen Menschen. Deswegen wollte ja mein göttlicher Pflegesohn dreiunddreißig Jahre unter den Menschen wandeln, um allen Menschen ein Beispiel zu werden. Ich sage nicht, daß ihr auf mein Beispiel sehen sollt, obwohl mich die Heilige Schrift einen Gerechten nennt; nein, auch ich war Armseligkeiten unterworfen wie auch ihr.

Aber ein Beispiel stelle ich euch vor, und das ist mein göttlicher Pflegesohn, auf Ihn sollt ihr schauen, Seine Stimme sollt ihr hören. Seht doch, war es denn anders zu Seiner Zeit, als Er unter den Menschen wandelte, um sie dann durch die allerentsetzlichsten Qualen vom Joch der Sünde und des Satans zu befreien und so mit Sich und Seinem himmlischen Vater wieder zu vereinigen. Ich frage euch, war es denn anders, als es jetzt ist?

Darum wundert euch nicht und schaut nicht, ob man glaubt oder nicht. Ob man glaubt, daß der Herr Sich würdigt, das Leben des Glaubens zu erneuern in Seinen Geschöpfen, daß Er Sich würdigt, den Menschen zu zeigen, wie unendlich gut Er ist, daß Er in jeder Seele, die Ihm nachgibt, die guten Willens ist, Sich erfreuen will; denn an jeder Seele pocht Er an mit Seiner Gnade.

Kein Wunder also, daß Er von so vielen Tausend und Millionen Menschen, bei denen Er anpocht, abgewiesen wird, kein Wunder, wenn Er dann vor Freude, eine Seele gefunden zu haben, die Ihn versteht, die es versteht, in sich hineinzugehen, und Gott in sich zu finden, eine Seele, die da glaubt, was Er durch Seine Kirche lehrt.

Ich sage, wenn Er dann Seine ganze Freude und Wonne in diese Seele ausgießt, mit ihr so wunderbar und herrlich verkehrt, daß andere Menschen, wenn auch noch so gelehrt und begründet in den Geheimnissen der Religion, dennoch zweifeln und es nicht begreifen können, warum aber, weil sie die Güte eines Gottes noch nicht kennen, weil sie in sich selbst noch nicht so tief in sich hinabgestiegen sind, bis in jenen Abgrund der Verdemütigungen; denn nur in dem Maß, wie eine Seele hinabsteigt durch Verdemütigungen aus Liebe zu Gott, in dem Maß läßt sich die göttliche Güte herab, mit ihr zu verkehren.

Nun aber, wundert euch nicht, meine Lieben, daß sie euch so beurteilen. Kommt mit mir in die Gefilde Palästinas, wo mein göttlicher Pflegesohn auf und ab wandelte. Was sagten denn die Menschen von Ihm, besonders die Gelehrten, die allzusehr an sich selbst hingen? Man sagte dort, ja, man konnte es alltäglich hören: Wer ist denn dieser, der da so gelehrt sprechen will, der da so viel Aufsehens macht? Ist es nicht des Zimmermanns Sohn? Darin ist alles enthalten, meine Lieben, das Leben, das Vorbild für euch und das Lehren und das Vorbild für die gelehrte Welt.

Was schaden die niederträchtigen, schadenfrohen Reden meinem göttlichen Pflegesohn und mir? Wohl, solange Er auf Erden wandelte, konnte es Seiner Lehre so viel schaden, daß Sein Anhang freilich größer gewesen und geworden wäre, wenn nicht von Schriftgelehrten und Pharisäern das arme Volk allzusehr aufgewiegelt und verhetzt worden wäre.

Als Er dagegen Seinen Auftrag vollendet hatte und heimgegangen war zu Seinem Vater, war dies ja nur der Ansporn für die Armen und Verblendeten, die sich hatten verhetzen lassen von den Priestern, um so mehr nachzudenken, wer wohl dieser gewesen ist, der da unter ihnen wandelte in so majestätischer Gestalt, und doch so arm, so verachtet und zurückgestoßen.

Und als dann die Jünger und die Apostel auftraten und dieselbe Lehre, die sie von ihrem Meister und Herrn gehört hatten, erneut verbreiteten und wieder ins Gedächtnis aller brachten, ohne Furcht und Zittern hintraten vor die Mächtigen der Erde, dann erst siegte die Gnade, und das Christentum breitete sich aus über die ganze Erde.

Ihr aber, ihr Diener der katholischen Kirche, ihr Priester, die ihr so viel kritisiert und all die Worte, die der Herr in dieser Seiner Dienerin zu euch spricht, auf die Waagschale legt, die ihr so sorgfältig alle Worte abzuwägen sucht, um ja etwas herauszufinden, das euch das Übergewicht gebe und den Ausschlag zu euren Zweifeln, ich bitte euch, verwendet eure Kritik in anderer Beziehung, in euch selbst, geht mit euch selbst zu Rate und erforscht euch, ob in euch nicht gar manches zu kritisieren ist; denn vielfach ist der Glaube schwach, das Vertrauen allzu wenig und die Liebe, was soll ich sagen von der Liebe? O wie klein ist das Flämmchen der Gottes- und Nächstenliebe gar vielfach in so manchem von euch.

Seht, dies ist nun der Zweck, warum der Herr Sich offenbart in Seinen Geschöpfen: Um das Glaubensleben zu erneuern, um die Menschen zum Nachdenken zu bewegen, und es gilt in erster Linie euch, ihr Diener der katholischen Kirche, denn die Welt ist tief gesunken. Satan ist so mächtig geworden, weil er so viele Helfershelfer gefunden, Helfershelfer in allen Schichten der menschlichen Gesellschaft. Wer soll sie retten? Ihr, ihr Diener der katholischen Kirche, ihr allein sollt und müßt die menschliche Gesellschaft retten, ihr sollt und müßt die Herde Christi zurückführen auf jene Weide, von der sie sich verirrt; denn in trockenen Sandwüsten irren sie umher und verschmachten vor Elend, weil der göttliche Gnadentau das Erdreich der Seele nicht mehr befruchten kann.

Lange, lange schon hat mein Pflegesohn euch gesagt und vorbereitet, daß, weil von dieser Klasse aus das Übel in die Welt gedrungen und Jahrhundert um Jahrhundert allmählich es abwärts ging, bis das Übel den ganzen Unglauben, den ihr jetzt vor euch seht, heraufbeschworen, durch euch dieses Übel, so wie es gekommen ist, wieder beseitigt werden muß. Darum kommt, ihr Diener der Kirche, und schaut auf mein Beispiel. Nicht umsonst sage ich euch, hat der Heilige Vater die ganze Kirche unter meinen Schutz gestellt. Ihr müßt aber auch, da ich euch zum Vorbild geworden und hingestellt bin, da ich große Macht über euch ausübe, meiner Stimme folgen, die ich durch diese arme Kleine an euch richte.

Seht doch auf den Inhalt, auf den Kern, auf das Mark, welche die Worte in sich bergen, die euch vorgetragen werden, und nicht auf einzelne Stellen, die euch dunkel vorkommen. Seht, das ist euer Verdienst zu tun, was Gott von euch verlangt, zu tun, auch wenn es euch dunkel vorkommt. Lebendiger Glaube überwindet alle Zweifel, das Vertrauen gibt Flügel dem Eifer, die Liebe überwindet alle Schwierigkeiten, die euch in den Weg sich stellen werden.

Als der Herr mir gezeigt hatte, daß ich mich zum Ehestand entschließen solle, erkannte ich – wohl auf Eingebung des Heiligen Geistes – daß Diejenige, die meine Lebensgefährtin werden sollte, erhaben sei über alle Frauen ihres Geschlechtes, doch konnte ich nicht begreifen, auf welche Art der Messias sollte empfangen werden; denn hätte ich dies begriffen, hätte ich nicht gezweifelt, deswegen meine Zweifel und meine Betrübnis, die ich darüber empfand, als ich sah und bemerkte, daß diese meine jungfräuliche Gemahlin in den Stand der Mutterschaft eingetreten war.

Ich sage, der Herr verzieh mir diese Zweifel und rechnete sie mir nicht zur Sünde an, weil es keine Bosheit war von mir, weil Er es mir nur verborgen hielt und ich nicht wußte, auf welche Art der Messias empfangen wurde. Aber von der Zeit an, als ich darüber Aufklärung erhielt, fragte ich nicht mehr hin und her, meine Traurigkeit verwandelte sich vielmehr in eine himmlische, überirdische Glückseligkeit und Freude. Sie riß mich fort zu fortwährendem Frohlocken, um Gott zu danken, daß Er mich gewürdigt hat, in so nahe Verbindung zu treten mit der Erlösung der Menschen.

Und durchgeht jetzt mein Leben, ihr Diener der Kirche, ob ihr einen Vorzug findet vor anderen Menschen. Seht, ob ihr alle, wo ihr steht, wo euch der Allerhöchste hingestellt, nicht in bessere Lage versetzt seid als die, in welche mich der Allerhöchste hingestellt hatte. Nein, nein, mein ganzes Leben war ein sehr armes, mühevolles, kummervolles und sorgenvolles Leben, und doch gab es, nach meiner Gemahlin, niemanden in der Schöpfung, der eine größere Glückseligkeit in sich geborgen hätte als ich. War nicht mein ganzes Leben in beständiges Dunkel eingehüllt? Aber der Wille Gottes war mein Wille geworden, und ich vollführte den Auftrag, den Er mir gegeben. Und seht, wie es sich gelohnt hatte. Seht, wie ich heute vor euch stehe! Als Schutzpatron der ganzen katholischen Welt!

Derselbe Auftrag und derselbe göttliche Wille ergeht an euch, ihr Diener der Kirche. Auch für euch soll dereinst eine Zeit kommen, wo man euch allen Dienern der Kirche bis auf diese Zeit und bis zum Ende der Welt vorstellen wird als vollkommenes Muster eines katholischen Priesters. Denn ihr, nicht diese Kleine, durch die der Herr zu euch spricht, durch euch soll das Erdenreich erneuert werden. Darum geht Hand in Hand und schaut auf euren Widersacher, dann wird der Mut in euch gestählt werden.

Seht, was die Kinder der Welt nicht alles aufbieten, um alle mit ihren Netzen zu umgarnen und zu umstricken. Dies ist das Reich der Finsternis. Ihr aber steht im Reich des Lichtes, das Licht, das durch den Unglauben der Zeit sehr, sehr verdunkelt ist, und es bedarf vieler Mühe und großer Opfer. Hinein müßt ihr blasen in die glimmende Kohle, um sie wieder aufzufrischen zu einem mächtigen Feuer, das da den Unglauben der Zeit wieder wegbrennen muß und wegbrennen soll. Jene aber, die sich stoßen an mancherlei, was in dir gewirkt wird, sollen wissen, daß erst dann, wenn sie einmal eingegangen sind in das Reich des Lichtes, ihnen alles aufgeklärt wird, was sie hier nicht verstehen. Sie sollen die Steine nicht allzu groß und nicht allzu häufig auf dich werfen. Es wird der Tag kommen, wo sich alles auflösen wird. Niemand hat das Recht, Vorurteile zu hegen gegen seinen Mitmenschen, am allerwenigsten aber seine Vorurteile zu bekräftigen.“

Barbara: „Mein Jesus, ich danke Dir für alle Belehrung, die ich heute erhielt von Deinem heiligen Nährvater, dem heiligen Josef. O wie danke ich dir, daß auch du dich würdigst, mich arme Sünderin heimzusuchen.“

Jesus: „Höre, Meine Tochter! Ich bin der Vater aller Menschen. Durch Meinen Tod am Kreuze habe Ich alle Menschen erlöst und alle Herzen Mir erkauft. Darum ruht Mein Auge auf jedem Meiner Kinder und verlangt, daß alle Menschen gerettet werden, die Guten und die Bösen. Wenn Ich euch nach A. führte durch jenen fremden Priester, den ihr gar nicht kennt und den ihr nicht herbeigerufen, sondern den Ich herbeigeführt, denn man muß immer wissen, daß es keinen Zufall gibt in Meiner Schöpfung, und daß diejenigen, die den Zufall erwähnen, damit nur ihren Unglauben beschwichtigen wollen. Alles liegt in Meiner weisen Absicht, jeder Schritt und Tritt eines Menschen ist geleitet von Meinem Geist, denn jede Seele hat beständig um sich zwei Geister, die da streiten um die Seele, diese Seele zu gewinnen. Es ist der Geist der Finsternis, oder es ist Mein Geist, Der manchmal siegt, und manchmal siegt der Geist der Finsternis über die Seele, und sie geht der Sünde nach und fällt in die Sünde.

Nun aber bedenkt doch, wie Mein Geist, Der doch das Herzblut hingab für die Seele, wetteifert mit dem Widersacher, die Seele wieder für sich zu gewinnen und alle Mittel und Wege erdenkt und ersinnt und der Seele nachgeht. Und so wie Ich die Seele Mir zu sichern trachte, so geht aber auch jener Geist ihr nach. Besonders ist dies zu erkennen bei einer Seele, die ihm entrissen ist, wenigstens ihm entrissen war, in der Mein Geist Sich freute. Doch müßt ihr wissen, daß die ganze Hölle alles aufbietet, um Mir Meine Freude zu verderben, die Ich in den Geschöpfen finde, um Mir die Seele zu entreißen. Satan hat Mir Rache geschworen, und er kann dies nicht anders ausführen, als daß er Mir die Freude verdirbt an den Menschen, an den armen Menschen.

Ich habe gesagt, die Jungfrau, zu der Ich euch hinführte aus weiser Absicht, solle büßen, was gefehlt sei durch die Priester. Nun müßt ihr wissen, daß Ich dieses Geschöpf an Mich gezogen von frühester Jugend auf, daß aber Satan mit der ganzen Macht, die ihm zu Gebote steht, sich bemüht um diese Seele. Ich habe noch nicht gesagt, daß sie durch eine Todsünde sich von Mir getrennt hat, obwohl sie getrennt lebt von der Kirche; denn dazu gehört die ganze Willenskraft eines Menschen, und dies hat gefehlt. Sie wollte, die Jungfrau, sie wollte Mich nicht beleidigen; also muß Ich alles aufbieten, um sie wieder mit der Kirche zu vereinigen, denn nur von dort aus werden ihre Leiden der Kirche nützen können.

Durch ihre Verlassenheit soll sie büßen, was durch die Priester gefehlt ist. Denn sobald sie mit der Kirche vereinigt ist, treten alle ihre Verdienste wieder in Kraft, bleiben aber so lange keine Verdienste, als sie sich außerhalb der Kirche befindet und der Geist der Finsternis in ihr arbeitet. Die Priester aber, die dich so sehr tadeln, sollen wissen und abermals wissen, daß sie nicht beauftragt sind, eine Seele, die nicht unter ihrer Gewalt steht, zurückzuführen. Die haben nicht mehr zu tun, als was Ich ihnen sagen lasse.“

Barbara: „O Herr, was soll N. in N.; um diese Sache zum glücklichen Ausgang zu bringen?“

Jesus: „Sie soll sich an Meinen Nährvater wenden! Ihr aber, Meine Kinder, geht ruhig weiter, kümmert euch nicht darum, bestrebt euch, eure Herzen zu reinigen, damit Mein Geist allein in euch wirke, denn auch ihr müßt wissen, daß das Reich der Finsternis vieles, sehr vieles gegen euch unternimmt! Aber fürchtet euch nicht. Nur müßt ihr vorsichtig sein, euren Mitmenschen gegenüber immer und überall Milde und Güte und Wohlwollen zeigen. Nichts darf euch verdrießen, alles, alle Kränkungen müßt ihr in den Wind schlagen, darüber hinweggehen, damit Ich ungeniert und ungestört in euch wirken kann.“

Barbara: „O mein Jesus, gib mir doch heute am Fest des heiligen Nährvaters eine Gnade: Die heilige Freude, daß ich über alles hinweggehen kann, wie Du es von allen frommen Seelen verlangst.“

Jesus: „Meine Tochter! Der Stand und der Beruf sind kein Hindernis, nur die bösen Neigungen, das ist das Hindernis, das dich bisweilen abwärts zieht. Du mußt aber tun, was Ich dir einmal gesagt habe, du mußt dich auf den heiligen Berg flüchten, die Neigungen, sobald du sie bemerkst, in dir niederkämpfen und den Feind nicht beachten, der sie in dir anstachelt; denn es ist nicht alles Sünde, solange du nicht darin freiwillig nachgibst.“ Luise: „O Herr, verleihe doch auch mir die Gnade, über mich wegzugehen und mehr für Dich tun zu können und nicht so viel Rücksicht auf meine Gesundheit nehmen zu müssen.“

Jesus: „O wie muß Ich Nachsicht mit allen Menschen haben! Ihr seid Menschen, und der Eifer erkaltet in jedem Menschenherzen. Dies ist auch ein Kunstgriff Meiner Güte, um ihm wieder Gelegenheit zu geben, sich zu erkennen, seine Armseligkeit und seine Abhängigkeit von Mir. Du mußt dich immer wieder aufraffen, denn Satan packt jede Seele an der schwachen Seite an, er kennt die schwache Seite eines jeden Menschen.

Sei nicht allzu ängstlich, kümmere dich aber auch nicht, wenn du glaubst, zu wenig zu tun, denn du mußt wissen, daß das Lebensschicksal eines jeden Menschen, wenn es einmal festgelegt ist, doch noch vor Meinen Augen steht und das Verdienst des Menschen ausmacht, und der Mensch ist und bleibt ein Mensch, auch wenn er noch so guten Willens ist. Niemand gräme sich ob seiner Fehler; wenn er sie nur einsieht und zu Mir kommt, dann bin Ich bereit, sie ihm alle zu tilgen, ihm alles zu ersetzen.

O ihr treuen Seelen, ihr Meine liebsten Kinder, mit welcher Liebe sehnt Sich Mein Herz, euch wohlzutun. Darum vergeßt die Kleinigkeiten, die Armseligkeiten, die euch so niederhalten. Schwingt euren Geistesflug empor und bedenkt doch, daß Ich euer Bruder bin. Glückselig, ja tausendmal glückselig, die ihr geglaubt habt, glückselig alle, die Mich mit Liebe umfangen.“

Dann äußerte Jesus den Wunsch, die beiden Dienstmädchen, die am Morgen miteinander kommuniziert hatten, möchten hereinkommen.

Barbara: „Kommt doch herbei, Er will Sich in euch erfreuen, in euch, Seinen Kindern! O wie bist Du so gut! Wie schaut Sein Auge nach jedem Seiner Kinder! O wir wollen Ihn loben, Ihm danken! Sieh Herr, wie sie Dich lieben und danach streben, Dir zu gefallen. Sie haben ihre Heimat verlassen, um Dir zu dienen. O gib Dich ihnen zu erkennen, befestige in ihnen den Glauben und die Hoffnung und die Liebe. O laß sie erkennen, wie gut Du bist.“

Jesus: „Fürchtet euch nicht! Es soll euch alles belohnt werden; denn ihr sollt wissen, daß ihr Mitgehilfinnen sein sollt, daß Meine Liebe in der Menschheit begründet werden soll. Die Menschheit soll wissen und erfahren, wie sehr Mein Herz verlangt, Sich der Menschen zu erbarmen. Ihr sollt aber Meine Güte kennenlernen, Meine Güte. Deswegen sollt ihr wissen, daß jede Handreichung, all euer Beten, eure Opfer, eure Arbeit, jede Stunde der Nacht, die ihr euch versagt, euch in der Ewigkeit einen unendlichen Lohn eintragen soll. Ihr sollt wissen, daß ihr zu den liebsten Kindern Meines Herzens sollt gezählt werden.

Denn seht, Ich will das Glaubensleben in der Menschheit erneuern, die Welt, die so sehr erkaltet ist, erwärmen, und dazu brauche Ich auch die Familien und die Jungfrauen, und alle, die guten Willens sind, sollen am großen Auftrag mithelfen; all eure Familien sollen gesegnet werden. Ich verspreche dir, Anna, daß deine beiden Geschwister sollen gerettet werden. Du sollst wissen, daß deine Schwester, die zwar auf Abwege geraten, doch wieder zurückkommen wird durch dein Gebet, die jetzt zwar nichts von sich hören läßt, weil sie vom rechten Weg abgekommen ist.

Es soll aber eine Zeit kommen, wo du wieder von ihr hören und Mir danken wirst. Dein Bruder soll nicht verlorengehen, und deine Mutter, wenn sie eingehen wird in Meine Herrlichkeit, so werde Ich ihr entgegenkommen und werde sie über viele setzen, über viele Reiche, denn die Armen, o wie liebe Ich sie, werden in der Ewigkeit den Reichen vorausgehen, die glauben, viel getan zu haben, so werden doch gar manche Witwen und gar manche Familienmutter vor sie gestellt werden, vor Meine Engel und Heiligen.

Du aber, du gute Settchen, sei zufrieden. Ich verspreche dir, all die Opfer, die du Mir gebracht, sollen dir überreichlich belohnt werden. Du sollst wissen, daß Ich dich herausgeführt, weil deine Gesundheit für das Kloster nicht hinreichend war, und weil du bestimmt warst, in dieses Haus zu kommen, wo du mithelfen sollst an Meinen Plänen.

Deine arme Schwester, auch sie wird wieder zurückgeführt um deines Gebetes willen. Betrübe dich nicht, daß der Mann, den Ich ihr an die Seite gegeben, weil sie leichtsinnig geworden, sie jetzt büßen läßt. Aber es wird eine Zeit kommen, wenn sie ausharrt, wo er zurückkehrt, und das kannst du bewirken durch dein Gebet. Du kannst jetzt schon die Früchte sehen; denn nicht auf einmal wird der Mensch schlecht und nicht auf einmal wird der Mensch gut. Das kostet viel Gebet und viele Tränen, und durch ihr Leiden, das sie still erduldet, soll sie ihren Mann auf die richtige Bahn einlenken, und Ich sage dir, alle deine Geschwister werden den richtigen Glauben bewahren. Du hast einen guten Vater, du hast eine gute Mutter (Stiefmutter).

Obwohl sie euch manchen Verdruß bereitet, ist es doch nicht so schlimm gemeint. Diesen Fehler müßt ihr übersehen, weil er in ihrer Natur gelegen ist. Ihr müßt Geduld miteinander haben. Es ist immer eure Mutter, der ihr viel zu verdanken habt. Jetzt aber freuet euch und gebt keinem Verdruß nach. Seht, das ist Satan, der will aussäen; denn eure Herzen sind Mir geweiht.“

Barbara: „O welches Glück! Ich danke Dir im Namen aller, die es vergessen, Dir zu danken, für all die Tröstungen, die Du uns heute gegeben, und auch für all die Leiden, die Du uns bereitet, denn der Weg, den wir gehen, ist ein gar leichter, süßer Weg. Wie leicht sind die Leiden zu tragen, wie süß zu denken, das alles hat dir Dein Gott bestimmt. Ich danke Dir! O nimm uns Arme mit Wohlgefallen auf, die wir so sehr verlangen, Dir zu dienen, und alle, die mit uns in Verbindung treten.“

Jesus: „Ja, ihr müßt wissen, daß es eines mächtigen Dammes bedarf, der dem Unglauben soll entgegengestellt werden, und da muß Ich die Familien dabeihaben, nicht die Klosterleute allein, nicht die Priester allein, auch die Jungfrauen in der Welt, die Familienväter und Mütter und alle, die noch an Mich glauben, auf Mich vertrauen, und die Mich noch lieben, sie alle sollen herbeikommen, den Damm zu errichten, der dem Liberalismus der Zeit entgegengestellt werden soll. Meine Kirche soll wieder aufblühen, sie soll verbreitet und verherrlicht werden und zur Blüte gelangen, wo alle sie sehen sollen.

Seht, wie Satan triumphiert! Warum soll Ich nicht alle Macht aufbieten, um Meine Kinder zurückzuführen? Und ihr seid die Bevorzugten, ihr sollt den Damm bilden. Durch das hochheiligste Sakrament will Ich in euch eingehen, will Ich in euch wohnen, und alle eure Bitten erhören. Aber auch die anderen sollen herbeikommen und sollen wissen, wie gut Ich bin, und nur dann, wenn die Menschen sehen, wie gut Ich bin, dann erst werden sie wieder glauben, und es wird eine andere Zeit erstehen.“

156 Zweiter Fastensonntag 1897

Schlag Mitternacht begann der erste Sturm im Leiden von Barbara Beim zweiten Sturm zeigte Sich ihr Jesus so entstellt, daß Barbara Ihn nicht erkannte und dachte, am Ende bin ich jetzt getäuscht. Nach dem dritten Sturm aber zeigte Er Sich sehr liebevoll und sagte, Er habe jetzt in dieser österlichen Zeit viel zu leiden, sie möge Ihm doch den Trost nicht versagen, daß Er Seinen Schmerz mitteilen und ausgießen könne.

Jesus: „Ich komme, um Mich in dir zu erfreuen.“

Barbara: „Ach, verzeih mir, o Herr, daß ich Dich vorhin nicht erkannte, als ich Dich so entstellt sah.“

Jesus: „Du sahst Mich, wie Veronika Mich sah, als sie Mir den Liebesdienst leistete, und wie die weinenden Frauen auf Meinem Kreuzweg. Denn, so wie Ich damals entstellt war, so ist Mein Bild in vielen Frauenherzen entstellt und verzerrt, die Mich gar nicht mehr in sich aufnehmen. O sage doch deinen zwei Mitschwestern, daß sie Mir helfen sollen, denn Ich leide viel. Ich leide viel wegen der vielen leichtfertigen Kommunionempfängen und Osterbeichten, wo man seine Sünden nur gleichgültig dahersagt, ohne Reue zu empfinden. Dies alles bin Ich noch bereit zu ersetzen, ja, wenn sie nur überhaupt noch kommen. Aber wie viele, die Mich nicht mehr kennen, die Mich hinausgestoßen haben, und doch ist das Frauengeschlecht das fromme, und trotzdem wenden sie sich von Mir ab gegen ihre Natur.“

Dann sah Barbara eine lange, unbeschreiblich schöne Prozession von Jungfrauen aus der triumphierenden Kirche vorbeiziehen, und zwar die Mitglieder aus der Pfarrei St. Ignaz, alle blendendweiß und durchsichtig. Barbara bat und flehte, ihre kleine Nichte Anna auch zu sehen. Auf einmal wandte sich eine um und sah Barbara gar freundlich an; es war ihre Nichte. An diese schlossen sich die lebenden Jungfrauen an und Jesus zeigte Barbara Seine Freude, die Er an den Jungfrauen hat, weshalb Er es so sehr beklage, daß es solche gebe, die Ihm den Rücken zukehrten, obwohl Er der Jungfrauen wegen den Himmel verlassen habe, den Er sonst nicht verlassen hätte, wenn Er nicht in einer Jungfrau hätte geboren werden können. Die liebe, heilige Mutter Gottes trat hinzu und setzte Barbara einen Kranz von roten und weißen Rosen auf. Barbara fragte, was das bedeute.

Maria: „Dein Geliebter ist weiß und rot. Rot in Seinem Leiden und weiß in Seiner Glorie. Auch du sollst Ihm in Seinem Leiden nachfolgen, um Seine Glorie zu erreichen. Die roten Rosen sollen dich aber auch belehren, wie du in glühender Liebe verharren sollst. Du sollst besonders die Zweifel und Ängste mit glühender Liebe überwinden und die Reinheit des Herzens erstreben, welche die weißen Rosen dich lehren, damit das Auge des Geliebten, das fortwährend auf dich gerichtet ist, auch Wohlgefallen an dir finde. Und dies sage auch deinen zwei Mitschwestern; was dir gilt, das gilt auch ihnen.“

157 Vierter Freitag im März 1897

„Denn ihr müßt wissen, nur die Sünde ist es, die den Verstand verdunkelt“

Lied: O Sünder, mach dich auf ...

Es ist Finsternis geworden, als die Juden unseren Herrn Jesum Christum gekreuzigt haben, und um die neunte Stunde rief Jesus mit lauter Stimme: „Mein Gott, Mein Gott, warum hast Du Mich verlassen!“

Barbara: „Durch die Bitterkeit Deines Todes erbarme Dich aller armen Sünder, besonders derer, die diese Woche ihre Standesbeichte verrichten wollen. Mein Jesus, in Vereinigung mit der lieben, schmerzhaften Mutter, mit meinen zwei Mitschwestern und allen Gerechten, die noch leben, bitte ich Dich um Barmherzigkeit für die Jünglinge. Mein Jesus, ich empfehle Dir ganz besonders jene, die bei uns verkehren; führe sie auf den rechten Weg. O liebe, schmerzhafte Mutter, lege Du Deine Fürsprache ein für alle die Sünder, die Deinen lieben Sohn nicht mehr empfangen in der heiligen Kommunion.“

Maria: „Meine Tochter, werde nicht mutlos! Harre aus und danke Meinem Sohn für das Glück, das Er dir bereitet, dir und all denjenigen, die mit dir in Berührung kommen; denn in erster Linie sollen sie sehen und erfahren, wie gut der liebe Gott ist. Siehe, was war denn Mein größtes Glück auf Erden? Auch Ich war in diesem Tränental nicht ohne Leiden. Mein ganzes Leben war Mühseligkeiten und Beschwerden unterworfen. In Meiner Jugendzeit hatte Ich kein Lebensglück genossen. Wonach andere Menschen verlangen, verschmähte Ich, schon im ersten Keimansatz, in Meiner Jugend. Ich verließ Mein väterliches Heim, um mir Entsagungen und Entbehrungen aufzuerlegen, obwohl Ich in Hülle und Fülle hatte, um hätte genießen zu können; denn Meine Eltern waren nicht arm, sie hatten nicht mit Not zu kämpfen. Eine glänzende Aussicht stand Mir zu Gebot, aber Ich verstand durch das helle Licht, das Mir schon im Mutterleib aufgegangen war.

Weil Ich ohne Makel der Erbsünde empfangen wurde, war Mein Verstand befreit von aller Dunkelheit und Finsternis, denn ihr müßt wissen, nur die Sünde ist es, die den Verstand verdunkelt, und man kann es von Tag zu Tag sehen, daß es so ist. Je mehr die Menschheit sich der Sünde hingibt, desto mehr weicht das Licht. Weil nun die Sünde keinen Eingang in Mir fand, desto mehr Verstand hatte Ich von oben, vom Vater des Lichtes. Weil Mein Verstand niemals verdunkelt war, erkannte Ich die Nichtigkeit der Dinge, die da die Menschen so hoch achten. Darum beeilte Ich Mich, Meinem Herrn und Gott Freude zu machen, und um dies zu können, war Mein Liebstes das Haus des Herrn.

Doch hatte Ich Meine Natur, die auch das Leichtere gerne gehabt hätte, und mit dieser hatte Ich manchmal zu kämpfen. Aber die Gnade und die Liebe zu Gott siegten von Tag zu Tag immer mehr in Meinem Herzen, so daß Ich ganz und gar in Meinem Gott aufging und Ich wenig Bedürfnisse für Mein sinnliches Leben zu haben brauchte. Ich sage dies nicht vergebens ‚zu haben brauchte.‘ Versteht ihr das, Meine Kinder?

Der Mensch ist aus Fleisch und Blut. Wenn nun der Mensch seine Armseligkeit so sehr fühlt, dann ist es ein Zeichen, daß er noch seine sinnliche Natur befriedigen muß. Ich sage dies zu euch, Meine Kinder, nicht als ob Ich unzufrieden wäre mit euch, aber weil ihr euch so viel beklagt, daß euch die Natur so viel in Anspruch nimmt. Seht, solange die Liebe Gottes und Gott Selbst die Natur nicht so weit abgetötet hat, daß sie keine Ansprüche mehr hat, so lange müßt ihr Geduld haben mit dieser sinnlichen Natur. Deswegen müßt ihr nicht glauben, daß ihr Gott mißfällt, oder daß Gott weniger Wohlgefallen an euch habe.

Seht, die Diener der katholischen Kirche, zu eurem Trost und zu ihrem Trost will Ich euch diese Belehrung geben, die all ihre Kräfte so aufgerieben, daß sie manchmal nicht mehr wissen, woran sie sich noch halten sollen, sie werden unwillig und wissen nicht mehr, woher es kommt, und andere Anstoß an ihrem Gebaren nehmen, wenigstens ihre Umgebung. Ja seht, da heißt es Geduld haben mit sich selbst, auch diese Launen der Natur zu ertragen, denn sie kommen nicht von der Verkehrtheit eurer niedrigen Natur. Durch die Überanstrengung eures Berufes ist euer Fleisch zu abgehärmt, eure sinnliche Natur zu abgespannt, und daher kommt es, daß sie das Geistige nicht mehr fassen kann. Habt Geduld mit euch selbst! Auf diese Zeit kommt eine andere, wo ihr euch wieder freuen könnt.

Für jetzt aber hört dies zu eurer Belehrung, denn Meine Kinder, ihr müßt wissen, obwohl Ich ein Mensch war wie ihr, weil Ich ja bestimmt bin, die Mutter Gottes zu sein, und obwohl Ich die Mittlerin bin, die Vermittlerin des Heiles, sollte Ich aber doch auch die Miterlöserin sein des menschlichen Geschlechtes, somit doch mehr als ein gewöhnliches Geschöpf.

Darum, wenn Ich euch hingestellt bin als Beispiel und Muster, müßt ihr nicht irre werden, wenn ihr Mich nicht so nachahmen könnt; denn ihr seid Geschöpfe, bloße Geschöpfe, aus Adam geboren, und Adamsschuld lastet auf euch. Ich aber wurde durch Gottes Gnade, weil Ich Gott gebären sollte, ausgeschlossen von dieser Adamsschuld. Doch wie Ich dir gesagt habe, war Mein ganzes Leben ein beständiges Leben der Leiden und Mühsale. Von nichts war Ich befreit als nur von der Sünde.

Welch verkehrtes Geschlecht war um Mich her! Wie mußte Ich Tag und Nacht Nachsicht und Geduld haben mit den Schwächen und Fehlern Meiner Umgebung, ausgenommen Meines heiligen Bräutigams, mit dem Ich im Ehestand lebte. Solange Ich aber Klosterjungfrau war, Tempeljungfrau, mußte Ich viele, viele Nachsicht haben mit den anderen Meinesgleichen.

Und als Mein Sohn herangewachsen war und Ich mit Ihm unter vielen Menschen verkehren mußte, mit vielen Menschen leben mußte und zusammenkommen, was mußte Ich da erst alles ertragen. Wie viele Charaktere mußte Ich studieren. Aber das alles überwand Meine Liebe zu Gott, Meine Liebe zu den Menschen. Ich wußte, daß Mein Sohn den Himmel verlassen hatte und hereingetreten war in die Welt, um die armen Seelen zu befreien von dem Joch Satans.

Denn ihr sollt wissen und wißt es, welcher Kampf im Himmel vor sich ging, als Satan hinausgeschleudert wurde aus dem Himmel in die Hölle, wegen einer einzigen Sünde, und in demselben Augenblick, als der Herr Seinen Untergebenen, den heiligen Engeln, den Plan vorlegte, daß Er das Menschengeschlecht erschaffen wolle, daß dies Geschlecht, weil weit unter ihnen stehend, aus der Materie eines Stoffes genommen, also nicht ganz geistig wie sie und infolge dieses Materials, dem es einesteils angehört, fallen werde, mußte Er nun aber, um Seiner Gerechtigkeit genüge zu tun, diesen Geistern ob der furchtbaren Strafe, die Er über sie verhängte, einigermaßen Gerechtigkeit widerfahren lassen, und Er gab ihnen die Erlaubnis, dieses Geschlecht anzufechten, und so sie es besiegten, Gewalt auszuüben über dieses Geschlecht. Dies sollte die Strafe der Sünde sein und bleiben, solange dies Geschlecht, nämlich der Mensch, bestehen würde.

Nun hat aber Mein Sohn, nachdem Satan viertausend Jahre seine Macht ausgeübt über das Menschengeschlecht, die Fesseln gebrochen durch Seinen Tod am Kreuz, und das Menschengeschlecht steht frei. Aber die Macht Satans, die ihm der Herr überlassen hatte, um Seiner Gerechtigkeit Genüge zu tun, bleibt bestehen, daß er fort und fort seine Gewalt ausüben kann über das Menschengeschlecht. Da nun aber in der ganzen Schöpfung, wie das auserwählte Volk im Alten Bund, so die katholische Kirche im Neuen Bund das einzige Geschlecht ist, das Gott versöhnen kann, um derentwillen die Welt erhalten bleibt, so müßt ihr wissen, wieviel Meinem Sohn daran gelegen ist, daß diese heilige Kirche Glieder erzeuge, die mit der ganzen Kraft und Energie ihres Geistes und Willens sich einstellen und streiten für ihre Brüder, für ihre verirrten Brüder. Werdet doch nicht müde, werdet doch nicht irre, wenn ihr hineinschaut in diese Welt.

Seht doch, wie Satans Reich sich ausbreitet, und wenn ihr nicht Gut und Blut einsetzt, ihr Diener der katholischen Kirche, um eure Herde, die Herde Christi, auszuscheiden aus dieser gottlosen Schar, so werdet ihr sehen, wie das Häuflein zusammenschmilzt. Darum wundert euch nicht, wenn Mein Sohn euch zeigen will, daß Er wirklich und wahrhaft bei euch ist, und daß Er es aufzeigen will in einer und durch eine so einfältige Seele, daß Er fort und fort Sein Wort und Seine Klage in ihr wiederholt. Seid ihr doch die Träger des Wortes Gottes! Seid ihr doch diejenigen, die ihr Verwalter seid über die Speisekammer, wo das Getreide aufbewahrt wird, um zu Zeiten großer Hungersnot austeilen zu können unter das schmachtende Volk. Seid ihr doch diejenigen, die jahraus, jahrein dasselbe Wort Gottes immer und immer wieder verkündigen müssen. Vergeßt doch nicht, daß der Herr mit euch ist, daß ihr euch nicht zu fürchten braucht, mag man euch gegenübertreten, mag man euch verfolgen und hinausstoßen, o es kommt eine Zeit, wo ihr euch erinnern werdet.

Aber fürchtet nichts, tretet hin vor die Mächtigen, tretet hin vor das Oberhaupt der Stadt und haltet ihnen vor das Schreckliche, was da kommen wird, wenn die Menschen sich nicht bekehren. Wenn das Oberhaupt der Welt mit dem Oberhaupt der Kirche, mag es sein im Staat, im Land oder in der Stadt, oder im kleinsten Dörfchen, nicht Hand in Hand zusammengeht, um dem Übel der Zeit entgegenzusteuern, wird es noch lange nicht besser werden.

Du aber, Meine Tochter, beklage dich nicht, werde nicht mutlos, wenn Mein Sohn Sich zu dir flüchtet. Dann sollst du wissen, daß es Mein Sohn ist, daß du nur den Schmerz mit Ihm teilen sollst, den Schmerz, daß so viele, viele trotz der großen Mühe, welcher die Kirche sich antut, nicht mehr hören auf ihre Stimme, auch unter denjenigen, die noch zu den Besseren gehören wollen, die sonst auch vor der Welt die Besten sind, auch sie wollen nicht mehr hören auf das Wort, das ihnen durch die Diener der Kirche vorgetragen wird, und für diese sollst du leiden.“

158 Dritter Fastensonntag 1897

Das Leiden begann in der Nacht auf den Sonntag, Schlag Mitternacht. Es war niemand dabei als ihre Schwägerin, die nur wenig aufschreiben konnte, weil sie dem schnellen Redefluß nicht folgen konnte. Darum nur Bruchstücke.

Jesus: „Meine Tochter! Beruhige dich, das ist es eben, weshalb Ich dich ganz allein trösten will. Ich will weder deine zwei Freundinnen noch sonst jemanden, um dich zu überzeugen, daß Ich es bin, daß Ich Mich in dir trösten will in dieser mitternächtlichen Stunde. In dieser Stunde war es, wo die Erlösung der Menschen ihren Anfang genommen, die zwölfte Stunde war es, wo Ich angefangen, wieder einzutreten in Meine ewige Herrlichkeit, und diese heilige Stunde wird es sein, wo auch du eintreten wirst, wo Ich dich erwarten will an der Goldenen Pforte, und wo du in alle Ewigkeit Mich genießen kannst, wo dir alles vergolten werden wird, was du jetzt für Mich gelitten hast. Freue dich, Meine Tochter, auf jene Stunde, welche auch die deine sein wird.

Und weil sich niemand deiner annimmt, so will Ich ganz allein dein Trost sein, du brauchst niemanden. Du sollst wissen, daß dein Leiden der Pfarrei St. Ignaz am meisten nützen könnte; aber weil sie es nicht glauben, deswegen kann es ihnen nicht viel nützen. Du sollst auch wissen, daß es N. nicht viel nützt, aber diejenigen, die es glauben, sollen es fühlen; sie sollen in auffallender Weise wirken. Es wird der Unglaube schmelzen an all jenen Orten, wo ein Priester steht, der glaubt, daß Ich mit dir verkehre, und der die Worte in seiner Tätigkeit verwirklicht, und der Glaube wird wieder aufblühen. Es wird eine Zeit kommen, wo es alle einsehen, aber es wird für viele zu spät sein. Sie werden keinen Trost finden, wo sie sich auch hinwenden werden.“

Barbara: „O mein Jesus! Geliebter meines Herzens! O komm, ich will Dich lieben, ich will Dich sehnlichst empfangen.“

Jesus: „O komm, Meine Tochter, teile du Meinen Schmerz mit Mir, laß Mich zu dir flüchten.“

Und Jesus nahm ihr das Herz aus dem Leibe und goß es über in das Seine und sie kann die Seligkeit nicht beschreiben, die sie empfand, denn sie glaubte sich im Himmel.

Barbara: „Und ich sehe ein Kreuz so groß, daß es mir scheint, es reiche von der Erde bis zum Himmel, und unter dem Kreuz steht eine Frau, die schaut gegen den Himmel und weint bitterlich, die Hände ringend.“

Jesus: „Meine Tochter! Das Kreuz ist die Zeit, weil die Welt sich so ganz und gar von der Kirche trennt und auf die Worte Meiner Diener nicht mehr achtet. Die Jungfrau, die darunter steht, ist Meine jungfräuliche Braut, die heilige Kirche. Sie beklagt ihre Kinder, die nicht mehr auf sie achten, die sie verachten, besonders die Söhne, welche doch den wichtigsten Teil ihrer Zukunft ausmachen, ihr entrissen sind.

Deswegen soll ein Damm errichtet werden. Es sollen sich die Priester mit allen Ständen einigen und darauf hinarbeiten, daß der Liebesbund so schnell wie möglich gegründet werde. O raffe dich 63 auf, du Tochter Sions, und komme Ihm entgegen und schaue Ihn mit der Krone der Vermählung an dem Tag, an dem Er Sich vermählte mit der Dornenkrone.“

159 Herz-Jesu-Freitag im April 1897

„Du aber, o Mensch, den Ich in diese Schöpfung hineingestellt, du bist Mein Ebenbild!“

Lied: Dem Herzen Jesu singe ...

Barbara: „Mein Jesus, ich danke Dir, daß Du gekommen bist, mich heimzusuchen. Den ganzen Tag steht meine Seele schon vor der Tür und wartet auf Dich! Ich danke Dir, daß Du alles vergißt, allen Undank, alle Nachlässigkeiten, die ich mir habe zuschulden kommen lassen. Mein Jesus! Nimm dafür den Eifer, die Liebe, mit der Du alles ertragen, mit der Du die Ehre des himmlischenVaters befördert und genug getan für alle Menschen, auch für mich arme Sünderin. Ich empfehle Dir alle jene Sünder der ganzen Welt, alle, die sich mit mir vereinigen, die lesen, was Du durch mich sprichst, und ich bitte Dich, Du möchtest doch in all jenen Herzen die heilige Freude bewirken.

Ich empfehle Dir auch alle, die nicht glauben, wenn sie es auch lesen, alle, die mir weh tun, ganz besonders diejenigen, die mir weh tun und nicht glauben. O Herr, diese alle mußt Du überführen, indem du Zeichen setzt und alles in Erfüllung gehen läßt, was Du mir gesagt. Ich empfehle Dir auch alle, die nicht mehr glauben, die Dich nicht mehr in der heiligen Kommunion empfangen, besonders die Sünder in der Stadt, in der Pfarrei St. Ignaz und in der Pfarrei meiner beiden Freundinnen. O mache doch Deinen Dienern die Freude, daß sich viele bekehren in diesem Jahr.

O mein Jesus, Du hast ja gesagt, ‚wo zwei oder drei sich versammeln, da will Ich mitten unter ihnen sein’, siehe, wir sind hier alle drei versammelt, und nehmen noch dazu alle die Priester, die glauben, die mit uns verkehren. Um dieser aller willen erbarme Dich über alle Sünder, die Dich nicht mehr empfangen, damit auch diejenigen, die es nicht recht glauben wollen, sehen, daß Du sie zur Überzeugung führest.“

Jesus: „Meine Tochter! Daß Ich mit dir verkehre, werden sie noch glauben. Denn, was Ich mit dir rede, ist nur noch eine Ergänzung der Lehre Meiner heiligen Kirche. Man soll nur die Worte, die Ich in dir spreche, und die Worte, die Ich durch Meine Diener spreche, gegenüberstellen, denn derselbe Geist, Der sie ihnen eingibt, spricht mit dir. Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist sind Eins! Und wenn Mein Geist in dir redet, ist es doch Mein Geist, Der in Meiner Kirche redet. In jeder gläubigen Seele wohne Ich mit Meinem Geist, und um dies zu zeigen und um dies zu bekräftigen, was Ich in dir rede und anstrebe, darum komme Ich zu dir in so auffallender Weise; denn schon eintausendneunhundert Jahre wohne Ich unter euch im Tabernakel, um bei euch zu sein, bei euch, Meinen liebsten Kindern, die ihr allein das Glück habt, Mich so nahe zu besitzen, und doch will Ich euch zeigen durch dich und euch, Meine liebsten Kinder, daß Ich noch viel näher bei euch bin, daß Ich inmitten von euch wohnen will, daß ein jeder Christ der Tabernakel sein soll, in dem Ich wohne.

Seht, wenn Ich in irgend einem Land hätte wohnen wollen, wäre es schon genug, um den Menschen zu zeigen, wie gut Ich bin, wie Ich sie liebe. So aber wollte Ich nicht nur in einem Land, nein, in allen Ländern der ganzen weiten Welt wollte Ich wohnen, und nicht nur in den Ländern, sondern in jeder Stadt, in jedem Dorf, in jeder Kirche, in jeder kleinen Kapelle. Wo nur noch ein Priester ist, da will Ich wohnen, um euch zu trösten, um euch beizustehen, um Mein Leben fortzusetzen, das Ich nun einmal begonnen, als Ich herabstieg auf diese unwirtliche Erde. Dies alles genügt Mir aber nicht, nein, es genügt Meiner Liebe nicht, denn der Tabernakel, in dem Ich wohne, ist nur der Aufenthaltsort, wo ihr Mich besuchen könnt, wo ihr euch hinflüchten sollt, wenn ihr bedrängt und müde seid auf eurem Pilgerweg von der harten Reise, die jeder Mensch durch dies Leben, durch diese Sandwüste zu machen hat.

Nein, dieser Aufenthaltsort genügt Mir nicht! Auch Ich will Mich trösten, und dies kann Ich nur, wenn Ich zu euch herabsteige. Seht also, was Ich verlange, seht, wo ihr Mich suchen und finden sollt; zu jedem Christ ins stille Kämmerlein seines Herzens, da hinein will Ich steigen, da sollt ihr Mich suchen Tag für Tag. Seht, die schöne, weite Welt, den Himmel, das Firmament mit seinen unzähligen Sternen. Seht, wie jeder dieser Körper einen Glanz verbreitet, der euch erfreuen soll. Seht den Mond, der die dunkle Nacht erhellt, und erst die Sonne, die da leuchtet in dem letzten Winkel der Erde. Seht, das alles bezeugt euch von der unendlichen Majestät, Allmacht und Güte Gottes. Und fragt Ihn, wozu Er all dies erschuf. Vor allem freilich zu Seiner Ehre und Verherrlichung, dann aber zu eurer Freude, zu eurem Troste, denn sooft ihr den gestirnten Himmel betrachtet, sollt ihr euch erinnern, zu welcher Glückseligkeit ihr einst gelangen sollt.

Seht, all die Majestät, diese Allmacht, diese Weisheit, die überall euch entgegenleuchten, hat dieses alles nur geschaffen, um den Menschen die Prüfungszeit, die ihnen gesetzt ist, zu erleichtern. Was meint ihr, liegt der Majestät Gottes an dieser ganzen Schöpfung und zu welchem Nutzen erschuf Er sie? Zu nichts anderem, als daß Er sie in ihr Nichts zurückfallen lasse, aus dem Er sie hervorgebracht. Dich aber, o Mensch, der du so winzig klein dastehst in dieser großen Schöpfung, dich hat Er erschaffen, um Sich in dir zu verherrlichen, du sollst die ganze Ewigkeit Seine Freude sein, Seine Krone sein, Seine Liebe. Ist es nun zuviel verlangt, daß Er dir eine Prüfungszeit auferlegt hat, nach der du dann eingehen sollst für alle Ewigkeit in dies Reich, das kein Auge gesehen, kein Ohr gehört, in keines Menschenherz hinabgestiegen, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben? Nun aber seid ihr, ihr Kinder der katholischen Kirche, die einzigen in dieser großen, weiten Schöpfung, die Mich würdig verherrlichen, die Mich würdig ehren können. Und wie viele, wie viele von euch, erkennen dies nicht mehr!

Abgewichen ist Mein Volk vom rechten Weg und hat sich verirrt, es verschmachtet in den Sandwüsten, in den wasserlosen Gegenden. Kein Wunder, wenn Ich eine Seele, die Mir nachgeht, die hört Meine Stimme, die verlangt nach Mir, Ich sage, kein Wunder, wenn Mein Herz, das betrübt und bedrängt ist, auf Mittel sinnt, um die wenigen Guten, die sich noch vorfinden in Meiner Schöpfung, mit Liebkosungen zu überhäufen.

Ja, Meine Diener, es ist schon wahr, ihr steht in einer gottlosen Welt, in einer Welt, die nichts für euch hat als ihren Geifer und ihren Spott, mit dem sie euch Tag für Tag besudelt. Dies alles berührt euch ebensowenig, wie Mich der Spott der Pharisäer und Schriftgelehrten besudelte. Die Göttlichkeit Meiner Person, die Göttlichkeit Meiner Lehre, die Göttlichkeit Meines Wandels und Lebens blieb Sich immer gleich, wenn man Mich auch noch so sehr besudelte mit Schimpf und Spott, mit Verfolgung und Drohung, auch selbst da, als Ich Mein Kreuz hinaufschleppte auf den Berg Kalvaria und Ich Mein Leben in den entsetzlichsten Qualen beenden mußte.

Seht, Meine Diener, ebensowenig schadet euch der Spott der Welt, der Spott eurer Feinde, auch wenn sie ihr Gift und ihren Unflat noch so sehr über alles, über all euer Tun und Lassen, ausgeifern und ausspeien. Kümmert euch nicht, tretet vor sie hin, wie Ich vor Pilatus getreten bin, nehmt euch Mein Beispiel zu Herzen. Denn ihr steht in der Zeit, von der schreckliche Dinge ausgehen, und wenn je Standhaftigkeit und Ausdauer gefordert war von euch, Meinen Dienern, so ist es jetzt aber ganz besonders notwendig, jetzt in dieser Zeit. Aber fürchtet euch nicht; die Göttlichkeit eurer Lehre, die Göttlichkeit eures Wandels, denn ihr alle sollt ja ein anderer Christus sein, die Göttlichkeit der Kraft, mit der ihr euren Feinden Meine Worte hinschleudern sollt, wird alle Meine Feinde zerschmettern, und im Kreuz werdet ihr siegen, wie auch Ich am Kreuz gesiegt habe.“

Dann hielt Jesus einen Augenblick inne und Luise benutzte dies, um nach dem Wunsch einer Seele zu fragen, ob Er mit ihr zufrieden sei.

Jesus: „Wenn Ich euch belehre, dann seid zufrieden mit dem, was Ich sage, denn die Worte, die Ich zu euch spreche, sind zu kostbar, daß es viel zu kleinlich ist, auf einzelne einzugehen. Ist es nicht genug, wenn Ich euch sage, daß alle diejenigen, die glauben, was Ich sage, die teilnehmen an dem, was Ich mit euch rede, zu Meinen liebsten Kindern gehören? Dann, sage Ich euch, prüfe sich der Mensch selbst und tue, was sein Geist ihm eingibt; denn der Christ, der sich einreiht in das Band, das Ich dir gezeigt am heiligen Fronleichnamsfest, soll in ganz enge Verbindung zu Mir treten. Ich habe das schon so oft erklärt, und doch versteht ihr es immer noch nicht. Ich spreche deshalb so viel und so oft zu Meiner Dienerin und zu euch, denn euch alle drei habe Ich zusammengeführt als ein Werkzeug, das Ich benützen will, um Meine Pläne durchzuführen.

Ich sage, was Ich dir schon so oft gesagt, als Ich dir den Damm zeigte, der gebildet werden soll, um die menschliche Gesellschaft zu retten, und wie dieser Damm errichtet werden soll, habe Ich dir auch schon so oft gesagt und muß es immer und immer wieder erklären, daß Ich verlange, einen Liebesbund zu errichten in der ganzen weiten Welt. Und wo kann Ich ihn denn errichten als unter euch, Meinen liebsten Kindern, den Kindern Meines Herzens, die Mein Herzblut in sich aufnehmen, in denen Ich verkehren will. Es müssen die Priester mit aller Energie und Willenskraft vorangehen; denn Ich muß dir bewußt machen, daß nichts ohne Bedeutung ist, was Ich mit dir und durch dich getan habe.

Als du Mich sahst mit dem schweren Kreuz auf dem Rücken, mit dicken Schweißtropfen auf der Stirne, da wollte Ich dir die Weltlage zeigen und die Lage, in der Meine Kirche sich befindet, und das Kreuz, das Ich schleppte, ist das Kreuz, das Meine heilige Braut schleppt, Meine Kirche. Dieses Kreuz, das Ich dir gezeigt, kann niemand Meiner Kirche erleichtern als nur ihre Kinder selbst, ihre eigenen Kinder. Deswegen ließ Ich Mich herab zu dir, am heiligen Fronleichnamsfest, was seine große Bedeutung hat, um Meinen Dienern wieder zu zeigen, warum Ich gerade dieses Fest gewählt.

Und jetzt, da Ich schon so oft und so viel mit und zu euch gesprochen, Meinen Willen euch zu wissen tat, jetzt verlange Ich nur, was Ich damals von Meiner Dienerin verlangte, daß ihr nur eure Zustimmung gebt, eure Willenskraft, eure Entschiedenheit. Tut ihr es, so soll die Welt gerettet sein, tut ihr es nicht, so muß der strafende Arm Meiner göttlichen Gerechtigkeit euch alle mitsamt dem ganzen Menschengeschlecht züchtigen und niederschmettern. Ihr sollt wissen wie gut Ich bin, und was Mir an einer Seele gelegen ist, habt ihr schon genügend erfahren. Die ganze Welt mit allem, was sich in ihr befindet, ist nichts in Meinen Augen, ja, so viel ist sie wert vor Meinen Augen, daß Ich sie vernichten und nie mehr, nie mehr dieser Schöpfung gedenken werde.

Du aber, o Mensch, den Ich in diese Schöpfung hineingestellt, du bist Mein Ebenbild! Die Majestät eines Gottes ist in dir ausgeprägt und nicht anders kann Ich Freude an dem Menschengeschlecht haben, als wenn es Menschen gibt, die Mein Ebenbild in sich verwirklichen, die sich umgestalten. Darum tretet ein in den Liebesbund, macht es, wie es Meine kleine Dienerin tat, als Ich ihren Willen verlangte, gebt Mir eure Zustimmung, gebt Mir eure Willenskraft und stählt sie täglich im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe, und bildet Mir Seelen, Seelen, in denen Ich Meine Freude habe, in denen Ich gerne wohne, in die Ich hinabsteigen will und kann. Keine Menschenseele soll ausgeschlossen sein von Meiner Liebe.

Darum breite sich aus der Liebesbund Meines heiligsten Herzens. Die Priester sollen sich Mühe geben, die öftere Kommunion überall einzuführen. O seht doch auf eure Schäflein, die Ich euch anvertraut habe, das arme, kleine Volk, wie auch es sich abmüht und abhärmt Tag und Nacht, wie es streiten muß um die Krone, und erleichtert ihm sein Schicksal. Ihr seid die Hirten, von denen Ich einstens die Schäflein zurückverlangen werde! Du aber, du gläubiges Volk, schließe dich an, an den Liebesbund, mache es dir zur Regel, zur ganz besonderen Regel, daß du oft und würdig dich Meinem Tisch nahst. Und nun lebt wohl, Meine Kinder, bis Ich wieder zu euch komme. Seid zufrieden mit dem, was Ich zu euch rede.“

Lied: Hochpreiset meine Seele ...

Danach wurde Barbara zu noch innigerer Vereinigung zugelassen und sagte zu Jesus:

Barbara: „Nun noch eine Bitte, gelt, Du willst nicht, daß meine beiden Freundinnen in der Nacht herkommen? Es ist mir ja leid um die goldenen Worte, daß sie sollen verlorengehen, aber wie Du willst, o Herr.“

Jesus: „Ich habe dir gesagt, daß Ich deswegen die Nachtzeit benütze (seit den Standeskommunionen bekommt Barbara nämlich ihr Leiden in der Nacht, Schlag Mitternacht, von Samstag auf Sonntag, und ihre Schwägerin kann dem schnellen Redefluß nicht folgen und deshalb nur weniges aufschreiben), um dich zu trösten, weil du das schwerste Kreuz zu tragen hast, und Ich es dir schulde. Seid zufrieden, wenn ihr diese Stunde auch nicht bei Mir sein könnt, ihr könnt Mir besser dienen die anderen Tage, denn die allzu große Anspannung verhindert euch, dem Gottesdienst beizuwohnen, und Wunder soll man keine verlangen. Es ist nicht notwendig, Wunder zu wirken, wo es auf gewöhnlichem Weg auch gehen kann. Niemand soll Wunder verlangen, wo es nicht nötig ist, auch nicht N. Er soll sich daran erinnern, was Herodes tat, als Ich vor ihm stand und was Ich ihm zur Antwort gab, obwohl Ich ihn nicht neben Herodes stellen will.

Im Gegenteil, Ich muß seinen Eifer loben und bin weit entfernt, ihn zu tadeln, aber eines tadle Ich an ihm, seine allzu große Menschenfurcht und sein allzu geringes Gottvertrauen. Denn in dieser Welt, wie sie jetzt ist, brauche Ich Seelen, die ganz über sich hinausgehen, nicht alles mit Augen sehen und mit Händen greifen wollen; denn nur das ist euer Verdienst, im Glauben wandeln, wie auch Ich unter den Menschen wandelte, wie auch Ich niemals Meine Herrlichkeit den Menschen offenbarte, ausgenommen Meinen drei Jüngern, die es sehen mußten, um die Welt zu belehren, der Welt zum ewigen Gedächtnis.

Gerade durch jene Erscheinung wollte Ich Meine Kirche belehren, daß man nichts Außergewöhnliches verlangen soll, sondern vielmehr, daß es besser sei, im Glauben zu wandeln, im Glauben zu erfassen, und dies soll auch dein einstiges Verdienst sein, daß du im Glauben sein mußt, solange du lebst.

Niemals, niemals wird dir eine solche Überzeugung gegeben, daß dir nicht noch Zweifel und Ängste kommen, denn alles, was Ich Großes gewirkt, muß nur im Glauben gewirkt und erfaßt werden, und nur deswegen wird es groß, weil das Verdienst der Seele, durch die es gewirkt wird, zum Himmel schreit und Mein Wohlgefallen und Mein Auge auf sich herabzieht. Merkt euch das, Meine Kinder!“

Barbara: „O mein Jesus! Also im Glauben müssen wir es erfassen, mit der ganzen Willenskraft uns Dir hingeben, damit Du in uns wirken kannst.“

Jesus: „Sage nur Frau N., daß Ich mit ihr zufrieden bin, sage ihr aber auch, was sie an dem Dienstboten hat, den Ich ihr gegeben, an dieser jungfräulichen Seele, und wie sehnlichst wünsche Ich, daß ihre Töchter sich an dieser Seele ein Beispiel nehmen möchten. Ja, die Frau ist das Herz des Hauses, und wenn das Herz gut ist in der Familie, dann steht es gut.“

Barbara: „O mein Jesus! Wenn ich doch auch wieder besser beten könnte. Ich bin so lau und kalt und gleichgültig, und wie habe ich Dich doch jahrelang mit Eifer gesucht. O laß mich doch nicht zurückfallen, nachdem ich Dich so lange Jahre gesucht.“

Jesus: „Du sollst aber auch verdienen.“

160 Fünfter Fastensonntag 1897

Mitternacht (nach dem Gedächtnis von Barbara und nach einigen Aufzeichnungen ihrer Schwägerin, die leider nicht folgen konnte).

Lied: Großer Gott ...

Barbara: „O mein Jesus! Du Bräutigam meiner Seele! Wie muß ich Dir danken, daß Du Dich in der Mitternachtsstunde zu mir herabläßt; ich will gerne diese Stunde zum Opfer bringen. O ihr neun Chöre der Engel, kommt und betet mit mir an den Herrn, Der da ist von Ewigkeit zu Ewigkeit. Alle Heiligen kommt und fallet mit mir nieder.“

Jesus: „Meine Tochter! Ich habe diese Stunde gewählt, um dir zu zeigen, wie Ich dich liebe. Ich höre den leisesten Seufzer Meiner Kinder. Seht, wie Mich die Liebe fesselt zu den Menschen. Aber du sollst wissen, um des Eifers Meiner Diener willen, die sich so viele Mühe geben, rafft sich das Volk auf. Wo noch ein Fünkchen Glauben sich im Herzen befindet, da folgen sie der Stimme der Kirche, und das Volk merkt gar wohl, wenn Meine Diener mit aller Entschiedenheit eintreten. Seht, wie eure Mühe schon jetzt belohnt wird. Nicht mehr sollst du so leiden wie im vorigen Jahr. Es gibt noch recht viele Fromme hier, auf denen Mein Auge mit Wohlgefallen ruht.“

Barbara: Und ich sehe ein Bächlein fließen, welches über die ganze ...Welt hinfließt.“

Jesus: „Es ist der Gnadenstrom, welcher fließt in dieser Osterkommunion. Es ist der Gnadenstrom, welcher fließt in vier Strömen über die ganze Erde hin. Die Quelle, die im Paradies ehedem gewesen, teilte sich in vier Ströme, welche die vier Himmelsrichtungen bedeuten.

Diese Quelle war nur ein Vorbild vom Allerheiligsten Sakrament, und nach diesen vier Himmelsrichtungen breitete sich Meine Kirche aus und fließt der Gnadenstrom nach Ost, Süd, West und Nord. Und je mehr dies erkannt wird, und je mehr die Menschen schöpfen aus ihm, desto herrlicher erblüht Meine Kirche, und je mehr die Kanäle aufgeräumt sind, das heißt, je lebendiger der Glaube der Priester, desto mehr fließt es hinein und feuchtet alles Trockene an und belebt es wieder. Darum freue dich, Meine Tochter, du sollst noch die Früchte sehen. Freue dich ob des Segens, der ausgeht von dem Liebesbund, den Ich über dich und deine Familie und alle ausgießen werde, die es glauben.“

161 Fest der Sieben Schmerzen Mariä 1897

„Siehe, diese Krone der Schöpfung ist Mir zu einer Dornenkrone geworden.“

Barbara war am Morgen in die Kirche gegangen, um die heilige Kommunion zu empfangen, doch fühlte sie sich so krank, daß sie nicht wagte hinzugehen, weil sie sich kaum erheben konnte. Da auf einmal sah sie die liebe Mutter Gottes, schwarz verschleiert, Die ihr sagte:

Maria: „Meine Tochter! Nicht sollst du die Schmerzen beweinen, die Ich unter dem Kreuz litt, als Ich den Leichnam Meines Sohnes im Schoße hielt, sondern beweine mit Mir die Sünder, die der Kirche kein Gehör mehr schenken, und von heute an wisse, daß du die heilige Kommunion nicht mehr empfangen kannst bis Ostern, denn du sollst mit Mir leiden.“

Barbara: „Ach, ich will ja gerne das Opfer bringen, nur gib mir doch so viel Gnade, daß ich aufstehen kann (denn sie war ganz gefühllos) und ohne Aufsehen aus der Kirche komme.“

Darauf fing ihr Beichtvater die heilige Messe an, und wie sie seine Stimme hörte, verließ sie die Gewalt und sie konnte aufstehen. Ich danke Dir, liebe Mutter Gottes, daß Du gekommen bist, mich heimzusuchen. Vor allem aber bitte ich Dich, lege Fürsprache für mich ein, weil ich diese Woche so böse war, und bitte Ihn um Verzeihung für alle Nachlässigkeiten und allen Undank, den ich gegen Ihn geschleudert habe.

Wohl ist es wahr, liebe Mutter, daß es starke Seelen kostet, in all den Dingen, die da kommen, auszuharren und den Mut nicht zu verlieren. Darum bitte ich Dich, nimm Dich meiner an; deswegen habe ich Dich zu meiner Fürsprecherin und Schutzpatronin in dieser Woche in ganz besonderer Weise erwählt.“

Maria: „Meine Kinder! Solange ihr euch windet, wenn man etwas gegen euch aussagt, wenn man gegen euch Steine schleudert, die euch tief verwunden, solange ihr euch beunruhigt und solange ihr Steine dagegen werfen wollt, so lange seid ihr noch nicht eingedrungen in den Geist Jesu Christi. Seht, und kommt darum mit Mir und lernt. Seht, hat euch nicht Mein Sohn schon vor einem Jahr und auch schon länger gesagt, ihr sollt den eucharistischen Kreuzweg gehen, besonders du, Meine Tochter? Schau empor zu Deiner Gebieterin und lerne von Ihr.

Siehe, drei Jahre sollte dein Leiden verborgen bleiben, wenigstens nicht an die Öffentlichkeit kommen, wenn es auch hie und da eine fromme Seele in das Ohr der anderen raunte und flüsterte, so blieb es doch verborgen. Damit solltest du, Meine Tochter, die drei Jahre versinnbildlichen, wo Er durch die Straßen Palästinas auf und ab wandelte, um Sein Volk zurückzuführen, um Sein Volk einzuführen in das Reich, das Er stiften wollte.

Nun begleite Mich auf diesem Weg, denn obwohl Ich nicht immer und überall zugegen war, wo Er lehrte, obwohl Ich Mich der Öffentlichkeit entzog, so begleiteten doch Meine Füße die Schritte Meines Sohnes, und wenn auch nicht mit Meinen Füßen, so wandelte Ich mit Meinem Geist Meinem Sohn nach, von Stadt zu Stadt, von Flecken zu Flecken, die drei Jahre hindurch. Ich sah, wie die, die guten, einfältigen Herzens waren, sich anschlossen, die Worte Meines Sohnes in sich aufnahmen und der Geist in ihnen erneuert wurde. Ich sah, wie Mein Sohn aufgenommen wurde von Guten und Wohlgesinnten, wie Er beherbergt und bewirtet wurde, um Ihm zu beweisen, wie glücklich man sich schätze, wie willkommen Er überall sei, wo Er Seinen Fuß hinsetzte.

Aber sieh, Meine Tochter, so wie das gläubige Volk die Worte Meines Sohnes in sich aufnahm und überall ein anderer Geist einzog in den Ortschaften, wo Er wirkte und lehrte, und wie Er alles mit ihnen teilte, so gab es auch andere. Ich sah aber auch überall die Feinde, wie sie Seiner lauerten. Und wer waren denn die Feinde Meines lieben Sohnes?

Die Schriftgelehrten, diejenigen, die alles wußten, die es am ersten hätten auffassen sollen, die sich zuallererst hätten anschließen sollen, weil sie ja alle Stellen der Prophetien kannten, die Jahrhunderte und Jahrtausende schon vorher geweissagt worden waren. Sie studierten alle die heiligen Schriften der Propheten, sie sahen, wie der Messias beschaffen sein würde; bis ins Kleinste hinein hatte Mein Sohn Sein Volk vorbereitet, das auserwählte Volk Gottes, und diese, die an der Spitze standen und die, welche die Heerführer jenes Volkes waren, waren diejenigen, die Ihm nachschlichen, nicht, um mit Glauben und Vertrauen Seine Worte in sich aufzunehmen, nein, um Sein Wort zu hören und Ihm dann wieder einen Tadel hinzuschleudern, das arme Volk, das sich Ihm angeschlossen hatte, wieder auf andere Gesinnungen und Wege zu bringen.

Siehe, Meine Tochter, darum muß euch alles nicht beirren, du mußt denselben Weg gehen, den Mein liebes Kind gegangen ist. Siehe, anstatt aus den Worten Nutzen zu ziehen und sie in Einklang zu bringen mit den prophetischen Stellen, ob dies nicht derselbe sei, wie ihn die Propheten geschildert hatten, anstatt einen Vergleich zu ziehen, ob es nicht dieselben Worte wären, wie sie vorausgesagt waren, statt dessen suchten sie nur die Worte aufzufassen, die ihnen in ihrer Bosheit dienen sollten, um alles wieder zu vernichten, was Mein Sohn ausgestreut hatte.

Das waren die Pharisäer, das waren die Schriftgelehrten, und du willst dich wundern, wenn ähnliches über dich kommt? Gehe weiter, Meine Tochter, die drei Jahre des öffentlichen Lehramtes Meines Sohnes gingen vorüber und endeten aber mit dem allerschmerzlichsten Tod, den je ein Mensch erlitten hat. Alle die Wohltaten, die Er der Menschheit gespendet, alle die Liebesworte, die Er zu ihnen gesprochen, alles das sollte nun vernichtet werden, und man gedachte ihrer nicht mehr. Hinweg mit Ihm, hinweg mit Ihm, ans Kreuz mit Ihm, das war die Erwiderung, die man Ihm gab, das war der Dank, den Er ernten sollte von denjenigen, die vorher Seinen Worten gelauscht, die sich an ihnen erbaut und sich an Ihn angeschlossen hatten. Hinweg mit Ihm, ans Kreuz mit Ihm!

Siehe, Meine Tochter, auch dir wurde vor einem Jahr gesagt, daß jetzt die Zeit gekommen ist, wo du sollst ans Kreuz geschlagen werden, am Kreuz sollst du sterben. Darum wundere dich doch nicht, wenn solche Dinge über dich kommen. Vernichtet sollst du werden, dein eigener Wille, deine Eigenwilligkeit, die sich überall vorschieben möchte. Du mußt und sollst ans Kreuz geschlagen werden, und es kann nicht anders geschehen als durch große Leiden, die über dich kommen. Nun aber stelle dich neben Mein liebes Kind und freue dich, daß du gewürdigt werdest, ähnliches zu erfahren wie Er. Haben sie Mich verfolgt, werden sie auch euch verfolgen. Haben sie deinem Bräutigam vorgeworfen, daß Er mit Beelzebub in Verbindung stehe, so nimm es gut auf, wenn man dir diese Worte entgegenschleudern wird. Willst du denn nicht die Braut eines solchen Bräutigams sein, wie Er vor dir steht? So schau Ihn doch an, schau Ihn doch an, wie Er vor dir steht!“

(Lange Zeit bittere Tränen.)

Barbara: „Ja, mein Jesus! O verzeih mir! Gelt, ich habe Dich recht gekränkt, weil ich so unwillige Gedanken hatte, o verzeihe mir. Ja freilich will ich Dich anblicken. O wie ist Dein Blick so sanft und so mild, und so zerrissen bist Du von der Fußsohle bis zum Scheitel, o verzeihe mir!“

Jesus: „Siehe, Meine Tochter, Ich habe dir schon voriges Jahr geklagt, wie traurig es um die Männerwelt steht. Siehe, morgen verlangt Meine Kirche, daß diese Männer hintreten sollen zu Meinem Tisch, diese Männerwelt, die Ich gestellt habe in Meine Schöpfung als König der Schöpfung, die Mich ehren sollten, weil sie das Haupt der ganzen Schöpfung sind, die Krone der Schöpfung. Siehe, diese Krone der Schöpfung ist Mir zu einer Dornenkrone geworden. Siehe, die Menschenfurcht, die Albernheit, der Leichtsinn, womit dieses Geschlecht seine Tage verbringt. Seht nur, diese setzen Mir die Dornenkrone auf; denn durch sie breitet sich Satans Reich aus auf Erden, weil niemand ist, der ihm Einhalt tut. Denn unter diesem Geschlecht geht alles Übel vor sich, das da in die Welt, in Meine Kirche hineindringt. Dieses Geschlecht ist es, das Satan benützt, um seine Pläne durchzuführen durch das Freimaurertum. Ich sage dir, dieses Geschlecht ist es, weil nur ihm allein es zusteht, Satan Einhalt zu gebieten, und die Menschenfurcht läßt es nicht zu.

Sie reden nur, wo sie nicht reden sollen, und schweigen, wo sie reden sollen. Meine Kirche, die sie weidet, haben sie schnöde verlassen, so daß sie dem Einsturz droht. Dagegen aber sieht man sie häufig dort, wo Satan mit ihnen verkehren kann, wo Satan sie beeinflußt. Leichtsinnig verschleudern sie die Güter, die Ich ihnen anvertraut. Ich will dies nicht sagen von den zeitlichen Gütern, Ich sage dies nur von den unsterblichen Seelen, von den Kindern, die Ich ihnen gegeben habe; leichtsinnig verschleudern sie die Kinder an gottlose Hände. Genußsüchtig über alle Maßen ist dies Geschlecht, und in diese Welt soll Ich nun einziehen, in diesen König der Schöpfung. Mit ihm will Ich Abendmahl halten und er soll mit Mir Abendmahl halten.

Ja, es gibt noch Männer, aber gar zu wenig, die noch einstehen für Meine Rechte. Darüber ist Mein Herz sehr betrübt. Von der Fußsohle bis zum Scheitel ist kein heiler Fleck an Mir zu sehen, so zahllos sind die Sünden, die begangen werden, die nicht gebeichtet werden, so zahllos sind die Seelen, die dadurch verlorengehen. Ich habe Mich schon gar oft ausgesprochen, wie Ich doch bereit bin, alles zu ersetzen, was der arme Mensch nicht vermag.

Ich weiß und habe ja Nachsicht mit allen Menschen, wie Ich dir schon so oft gesagt, und Ich will der Welt in ganz besonderer Weise erklären, wie gut Ich bin und durch dich zeigen, wie Ich die Fehler ertragen und ersetzen will, wie Ich Nachsicht habe mit jedem, der zu Mir kommt. Ja, das ist es ja, was Mein Herz so betrübt, was den Schmerz Mir erpreßt, warum Ich Mich dir heute so zerrissen vorstelle.

Siehe, das ist Mein geheimnisvoller Leib der Kirche, den der König der Schöpfung so zerfleischt, nicht mehr will er an Mich glauben dieser König, er ist abgefallen von Mir und hat einen anderen König an Meiner Stelle auf den Thron gesetzt. Ich habe dir voriges Jahr, als Ich dir die Männerwelt zeigte, an eben diesem Sonntag, wo sie ihre Osterkommunion verrichten sollten, überhaupt in der heiligen Fastenzeit, viel darüber gesprochen, wie Ich einen Damm errichtet haben will und warum Ich ihn errichtet wissen will.

Ich habe dir dort gezeigt, wie die Kirche verlassen ist von der Männerwelt, und weshalb Ich deshalb will, daß Meine Diener sich bemühen sollen, alles herbeizuführen, wie Ich will, daß sie arbeiten sollen, um den jungfräulichen Stand zu Ehren zu bringen, um die öftere Kommunion einzuführen in Meiner Kirche, um den Damm zu errichten. Gottlos ist die Welt geworden, gottlos über alle Maßen hinaus.

Und wenn sie auch jetzt noch nicht glauben wollen, daß Ich mit dir verkehre; es kommt die Zeit, wo sie es glauben, daß Ich durch dich sie aneifern und sie aufmerksam machen will auf die kommenden Zeiten. Ich habe dir gesagt, daß es sie nicht verdrießen soll, wenn auch die Stühle leer sind, wenn es scheint, als predigten sie nur leeren Kirchenstühlen. Die Zeit ist so und kommt noch schlimmer. Das Volk rast dem Mammon nach, und je mehr das Reich des Antichrist sich ausbreitet, desto kleiner wird das Häuflein, das sich um die Kanzel scharen will.

Aber werdet nicht mutlos, die Zeit muß einmal durchgekämpft werden. Dies ist die Zeit, wo auch Meine jungfräuliche Braut ans Kreuz geschlagen wird. Wenn sie aber einmal angenagelt ist, alsdann wird sie aufgerichtet, wird das Kreuz aufgerichtet und wird erhöht. Alsdann, wenn sie am Kreuz erhöht sein wird, dann wird sie alles an sich ziehen, da werden die Völker hinaufschauen zu ihr, zu Meiner jungfräulichen Kreuzesbraut und werden herbeikommen, und der Tag des Sieges, des Glanzes und Triumphes wird anbrechen für sie. Darum, ihr Priester des Herrn, ihr Diener des Herrn, glaubet nicht, daß etwas umsonst geschieht, in Meiner Schöpfung geschieht nichts umsonst. Alles habe Ich angeordnet zum Besten Meiner Kirche. Nicht umsonst will Ich hinabsteigen in die Seelen, in die Herzen, nicht umsonst spreche Ich mit ihnen, nicht umsonst geschieht, was hier geschieht.

Dieses Sprachrohr hier, ja stellt es in die Ecke, dieses Sprachrohr, werft es nur fort unter den Schutthaufen, es kommt die Zeit, wo ihr es wieder aufnehmen werdet, um hineinzublasen in das Feuer, in die Kohle, die auszulöschen scheint. Und je unscheinbarer das Werkzeug ist, durch die Ich zu euch rede, um so großartiger und merkwürdiger sind die Worte und der Inhalt, den Ich durch sie zu euch rede.

Der Mensch ist nun einmal so, er will sehen mit Augen und greifen mit Händen. Ich aber bin ein Geist und rede mit dem Geist und zu dem Geist, und ihr alle, die ihr geistig seid und sein wollt, die ihr glaubt an eine Geisterwelt, glaubt doch auch, daß es ein Hereinleuchten gibt aus dieser Geisterwelt.

Ihr alle, ihr Geschöpfe, wie ihr vor Mir steht, lebt beständig in zwei Welten, die Ich geschaffen habe, ihr lebt beständig in der Geisterwelt, die ihr alle in euch herumtragt, und diese Geisterwelt ist nicht vereinzelt, sie lebt nicht allein, sie ist im Verkehr mit vielen Geistern, und so wie Mein Geist Sich diesen mitteilt, so teilt Er Sich auch dem Geiste in euch mit und so soll die Verbindung bestehen in der Geisterwelt. Durch sie will Ich euch Meinen Willen kundtun; denn Ich lebe in jeder Seele, die Mich nicht von sich stößt, aber es kann nicht jede Seele Mich so ausnützen wie diese Seele, weil die Ordnung nicht gestört werden soll in der Welt. Ich kann nicht das Familienband stören und Störungen in einer Genossenschaft hervorrufen. Darum muß Ich eine Seele aussuchen und benützen, durch die wenig Störung in die Familie kommt, von der aus vieles in der menschlichen Gesellschaft bewirkt wird. Nehmt die Schriften in die Hand und lernt, lernt Geduld üben, lernt Nachsicht üben mit allen Kindern, die Ich euch anvertraut habe. Es kommt die Zeit, wo ihr sehen werdet, wie gut Ich bin, wie gut Ich es mit euch gemeint, daß Ich euch so vorbereitet. Darum will Ich auch, daß die Schriften abgedruckt und verbreitet werden. Du aber N., ängstige dich nicht, wenn du hie und da eine fromme Übung unterläßt.

Siehe, was eine Seele wert ist, eine Seele, die du Mir zurückführst, wenn du deine Kräfte für Mich erhältst, und ihr alle, Meine Diener, an euch alle sind diese Worte gerichtet, ihr alle, deren Körperbeschaffenheit zu schwach ist, die ihr eure Kräfte einsetzen müßt im Dienst der Nächstenliebe, da sehet zu, daß ihr euren Leib nicht allzu gering achtet. Ich verlange nicht zuviel; jetzt, da die Menschen immer schwächer geworden und vielen Bedürfnissen unterworfen, weil die Menschheit dem Absterben zueilt. Sie sind nicht mehr dieselben, wie sie es waren im Anfang, als sie dem mittleren Zeitalter entgegengingen.

Darum, ihr alle, ihr Diener des Herrn, ihr Priester des Herrn, darum kümmert euch nicht, wenn es euch der Feind zuflüstert, daß ihr euch zuviel pflegt. Ich meine, Meine eifrigen Diener, diejenigen, die wahrhaftig Mich suchen und aufrichtigen, guten Willens sind. Fürchtet euch nicht, mit euren Kräften zu haushalten, damit ihr länger wirken könnt. Dies ist Mir lieber, als daß sie sich in wenigen Jahren aufreiben und dahinraffen, denn eifrige Diener brauche Ich in Meinem Weinberg, damit sie die Schäflein herbeiführen, die abgeirrt sind vom rechten Weg.

Du aber, Mein Kind, du gutes Lieschen, tue dir nicht zu viel Gewalt an. Bedenke, wie klein die Zahl derjenigen ist, die sich noch einstellen für Meine Rechte, und die Zeit, Wunder zu wirken, ist vorbei. Genug Wunder, daß Ich mit euch verkehre.“

Barbara: „O mein Jesus, was soll ich tun, um Deine Schmerzen zu lindern?“

Jesus: „Meine Kinder, teilet den Schmerz mit Mir. Teilet den Schmerz, den Mein Herz empfindet ob des Undanks so vieler, die Ich als König in die Schöpfung gestellt, die Mein Herz zerfleischen, die Mich hinausstoßen wollen aus der Schöpfung, diese Männerwelt, die dem Ruf Meiner Kirche nicht mehr folgt, die auf ganz anderen Wegen geht.“

Barbara: „Ich danke Dir, o Herr! Nicht wahr, o Herr, wie freut es Dich, wenn doch noch einzelne da sind?“

Und der Herr sah hinüber, wo der Mann ihrer Schwester war, und der Herr segnet den Mann ihrer Schwester und freut Sich, daß noch unter diesem Geschlecht einzelne stehen, die Ihn lieben und suchen.

„O so empfehle ich Dir auch die Männer meiner Familie und meine zwei Freundinnen. O segne auch diese.“

Jesus: „Ja, dieser hat einen lebendigen Glauben.“

Barbara: „Steige herab, Zachäus, denn Ich will in deinem Hause einkehren, so spricht Er zu ihm. Darum freuet euch, o welch glücklicher Tag. Freue dich, du liebe Schwester, und gehe mit Ihm. O welche Freude, welches Glück, wenn Er einzieht in dieses Herz.“

Jesus: „Ja siehe, Meine Tochter! So wollte Ich mit allen Menschen verkehren, wie wollte Ich ihr Schicksal erleichtern, wie wollte Ich das arme, karge Mahl versüßen, womit ihr Tisch gedeckt ist, wie schmeckt das karge Mahl dann so gut. Siehe, wenn Ich einziehe in die Familie der Armen, wie zieht da ein der Reichtum, wie zieht da ein das Glück, womit Könige und Fürsten sich nicht rühmen können. Darum, ihr Priester des Herrn, versteht ihr denn nicht, warum Ich euch so dränge, Mir Mein Volk herbeizuführen? Ich bin es, Ich will die armen Familien segnen. Ich allein bin es, Der sie beglücken will, Der in solchen Familien einkehren will, Ich will in solche Herzen einziehen. Die Armen sind ja die Meinigen, um der Armen willen bin Ich ja herabgestiegen, habe Ich den Himmel verlassen. Ich allein bin es, Der die Kluft ausfüllen will, helft Mir nur dazu. Ich allein bin es und werde es tun!“

Barbara: „Und ich sehe jetzt die Kommunionbank, wie Er da auf und ab geht, um einzugehen in die Herzen dieser Männer. Mein Jesus, ich empfehle sie Dir alle, o gehe doch ein und bleibe in ihnen. Ich bitte Dich in Vereinigung mit meinen zwei Mitschwestern und allen jenen heiligen Seelen, mit denen Du in ganz besonderer Weise verkehren willst. O alle ihre Verdienste, ihr Bitten und Beten, all die Arbeiten und Mühen dieser Männer selbst, und all die Sorgen dieser Familien in Vereinigung mit all der Sorge, die Du hattest um das Heil der unsterblichen Seelen, alle Deine blutigen Schritte und Tritte, alle Leiden der letzten Zeit Deines Lebens, alle heiligen Opfer, die Tag für Tag dargebracht werden bis ans Ende der Welt, alles dies opfere ich durch Dich Deinem himmlischen Vater auf zur Genugtuung für unsere Sünden und für die Sünden dieser Männer, damit sie würdig zur heiligen Kommunion gehen. Mein Jesus, ich empfehle Dir auch all die Kinder, die Dich dieses Jahr zum erstenmal empfangen, denn ich weiß, wie Dein Herz glüht und verlangt danach, denn sie haben noch nicht die Bosheit der Erwachsenen in sich aufgenommen. Ich opfere Dir all die Freude, die Du haben wirst daran, für diese Männer, damit sie Dich würdig empfangen.“

Jesus: „Meine Tochter! Ich verspreche dir um deines Gebetes willen, denn du sollst wissen, daß Mein Herz so gut ist und so mitleidig zu den Menschen, daß es dem gläubigen und vertrauensvollen Gebet einer Seele, die Schmach und Verachtung auf sich nimmt, um Mir Freude zu machen, nicht widerstehen kann, und wenn sie dann absieht von sich, von ihrer Armseligkeit, und eingeht in Mich, in Meine unendlichen Verdienste und diese Mir darbringt, dann mußt du wissen, daß es Demut ist, nicht nur Vertrauen, sondern auch Demut, wenn eine Seele über sich hinweggeht, sich vergißt und glaubt, daß sie Großes leisten kann, nicht durch sich, sondern durch Meine Verdienste, wenn sie in Meine Verdienste eingeht, ihre Armseligkeit vergessend, dann kann Ich nicht widerstehen.

Eine solche Seele besitzt Gewalt über Mein Herz, und Ich muß ihr gewähren, um was sie Mich bittet, wenn es dem Heil der Seele nützlich ist, wenn diejenigen nur einigermaßen guten Willens sind, für welche die Bitten Mir vorgetragen werden, und wenn sie der Kirche wenigstens Gehör geben und dieses schon ein großes Gewicht in die Waagschale, in ihr Sündenregister, hineinlegt, das wiegt alles auf. Mögen die Sünden noch so zahlreich, mag die Reue noch so armselig, der Vorsatz noch so klein, so wenig ergänzt sein, lasse Ich dennoch Mich überbieten durch das Gebet.

Und Ich verspreche dir, daß alle, die der Kirche folgen, daß sie alle gute Beichten verrichten werden und Mich würdig empfangen. Nicht wahr, ein großer Trost für euch! Seht, was ihr durch eure Leiden, eure Opfer erlangt, besonders aber, wenn du über alles hinweggehst, was der Natur zuwider ist. Und ihr alle, auch ihr, Meine Diener, wenn ihr euch vergeßt und in Mich eingeht, dann habt ihr Gewalt über Mein Herz. O dann kann Ich euch nicht widerstehen, denn Ich bin ein gar guter Gott!“

Barbara: „O Herr, ich empfehle dir auch...“

Und ich sehe ein Band, das Er um einen Kreis schließt. Es ist das Liebesband, es geht aus Seinem Herzen aus und umschließt alle diejenigen, die wir Ihm empfehlen.

Jesus: „Seht, wenn sie auch wieder zum Teil durchschlüpfen, aber ihr müßt sie Mir immer wieder empfehlen, und dann kann Ich euch nicht widerstehen.“

Barbara: „O Herr, verleihe doch auch N. die Gnade, sonntags nicht mehr zu arbeiten, statt dessen die heilige Messe zu besuchen. Siehe, er vertraut doch noch auf Deine Mutter, und um Ihretwillen laß ihn doch erkennen, was ihm heilsam ist.“

Jesus: „Ja, wie bereit wäre Mein Herz, sie alle zu umfangen. Deswegen kostet es viele Gewalt, viele Opfer, das ist es ja, was Mich schmerzt. Seht, wie Ich übersehe, drum müßt auch ihr übersehen; wie Ich ertrage, drum müßt auch ihr ertragen. Geduld, Geduld! Dieses Kräutlein steckt an die Brust, schaut auf dies Beispiel, und riecht recht oft an diesem Kräutlein.“

162 Palmsonntag 1897

„Die Kirche muß aber den Weg wandeln, den Mein Sohn gewandelt ist, bis der Tag anbricht, wo Er Seine Feinde zerschmettern wird.“

Barbara: Und ich sehe eine Schar daherkommen, allerlei Menschen, in der Mitte ist mein allerliebster Jesus. Und es zieht eine Schar heraus aus Jerusalem, ihren König in der Mitte. Welch ein Jubel, welch eine Freude. Er aber sitzt feierlich auf einem Eselchen. Er blickt ernst und traurig in die weite Welt.

„Mein Jesus, warum bist Du gar so ernst? Warum freust Du Dich nicht?“

Jesus: „Meine Tochter! Siehe, das ist die Welt, die ruft heute: ‚Hosianna, dem Sohne Davids‘ und morgen: ‚Hinweg mit Ihm, ans Kreuz mit Ihm!‘ Das ist der Wankelmut der Menschen. So ist die Welt: Weltlich gesinnt, durch und durch; irdisch gesinnt, aber eine andere Welt lebt in ihnen. Der armselige Mensch ist zusammengesetzt aus Fleisch und Blut. Diese sinnliche Natur zieht immer abwärts. Aber, ihr Priester des Herrn, wundert euch nicht über das, was ihr da seht in der Welt; so ist der Mensch. Der Mensch lebt beständig in zwei Welten, in der sinnlichen Welt, die ihn umgibt, und in der übernatürlichen Welt, die jeder in sich herumträgt, und weil der Mensch ein Geschöpf ist, genommen aus dieser sinnlichen Natur heraus, so zieht ihn die sinnliche Natur immer wieder dem Sinnlichen zu. Daher die großen Mißstände unter diesem Geschlecht. Das kommt daher, weil viele dieser sinnlichen Natur zuviel nachgeben, da kann der Geist nicht herrschen. Jeder Mensch lebt aber auch in einer übersinnlichen Welt, diese Welt trägt jeder in seinem eigenen Herzen. Darum wundert euch nicht, ihr Priester des Herrn, warum Ich Mich so auffallend zeige. Ich will euch zeigen, daß Ich wirklich und wahrhaft unter euch wohne.

Seht hier, dieses arme Geschöpf, Ich wählte hier die zwölfte Stunde, die Mitternachtsstunde. Der arme Mensch, er ist geneigt, die Natur zu befriedigen, die göttliche nicht, sondern die menschliche Natur. Also erkennt doch, welche Natur hier die Oberhand hat, die hier wirkt und waltet. Wäre dies menschlich, so wäre ihre sinnliche Natur nicht damit einverstanden; denn jetzt, wo die ganze Natur in tiefem Schlaf liegt, ist es dem Menschen nicht erwünscht, sich so den Schlaf zu brechen, und dann nehmt noch dazu das Leiden. Wie mag man da sagen, daß es Einbildung sei. Also müßt ihr sehen, wer sehen will, daß hier in diesem Geschöpf die übersinnliche Welt die Herrschaft hat.

Ich will euch zeigen, so wie Ich damals unter den Menschen sichtbar wandelte, so wandle Ich jetzt noch unter ihnen unsichtbar. Ich komme aber um Mitternacht, weil damit der kommende Festtag anbricht, um euch zu zeigen und zu überführen, daß hier kein Betrug dabei sein kann, also nehmt doch an die göttliche Natur. Ich bin es, Der hier verkehrt, Ich, der Herr, euer Gott, Der die Gebote gegeben hat auf dem Berg Sinai, Der, um euch zu retten, Sein Herzblut nicht verschont hat. Wenn nun Ich es bin, Der sie die Mitternacht überschreiten läßt, so will Ich sie überführen. Ich bin es, euer Herr und Gott, Der zur Zeit Mensch geworden ist, Der dreiunddreißig Jahre unter euch wandelte und lebte und Der Sein Herzblut nicht schonte für euch.

Ich will euch erinnern durch das Leiden Meiner Dienerin an die Schmerzen, die Meinen heiligen Leib zerrissen; Ich will der Welt zeigen, was Ich gelitten, obwohl dies Leiden nur ein kleiner Wink ist von Meinem Eigenen Leiden, es ist nur ein Übergang, ein Überstrahlen von Meinem Seelenschmerz, welcher Sich deiner Seele mitteilt. Die Seelenangst ist es nur, die dir dieses Leiden verursacht, denn ihr seid durch den Geist mit der Geisterwelt verbunden. Durch dieses Leiden rufe Ich euch zu: Gehet ab von euren bösen Wegen, heute, wenn ihr Seine Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht!

Du aber, o christlicher Mann, morgen ist dir der Tag bestimmt, wo du deine Osterkommunion halten sollst. O tretet doch herzu, denn Ich bin bereit, euch aufzunehmen. O ihr Männer, wie viele eures Geschlechtes gibt es, die Mich hinausstoßen aus ihrem Herzen, und die einen anderen auf den Thron ihres Herzens gesetzt.

Du aber, Meine Dienerin, bereite dich vor auf den Tag, wo die Kirche Meinen Todestag feiert, um der Welt die Wunder Meiner Liebe zu zeigen. Wunderbar bin Ich in Meiner Liebe. O wie Ich alles erfinde und erdenke, um der Welt Meine Liebe kundzutun. Wunderbar, großmütig, selbstlos und uneigennützig sollt ihr alle sein und werden, die ihr eintretet in den Liebesbund. Euch habe Ich herbeigeführt.

Seht, euch habe Ich mit ihr verbunden, die Wunder, die Ich in ihr wirke, der Welt zu verkünden. Seht, ihr alle, die ihr euch dem Liebesbund anschließt, ihr alle, Meine liebsten Kinder, seht, Ich habe Mich mit euch verbündet. Viele werden staunen über das, was Ich in einer Seele wirke, und den Kopf schütteln, weil Ich so gut bin; denn es wird eine große Vereinigung werden, Priester und Laien, Reiche und Arme, Ordenspersonen und Weltleute, sie alle sollen herbeikommen und sich vereinigen in dem Liebesbund, um einzustehen für jene Seelen, die verirrt, um die verirrten Brüder zurückzuführen, denn die Welt soll gerettet werden. Ihr alle sollt in ihr eines Herzens werden. Kommt und schaut, zu welch Großem Ich euch bestimmt habe. Ihr sollt herrschen mit Mir, von Ewigkeit zu Ewigkeit.“

Barbara: „Siehe, dein König kommt! O wie glücklich, o wie freue ich mich auf den Palmsonntag, auf den Montag, auf den Dienstag, auf den Mittwoch, auf den lieben Gründonnerstag, und auf den hochheiligen Karfreitag, wo Du, mein Geliebter, Jesus Christus, am Kreuz für uns gestorben bist, wo die Guten mit Dir trauern. O ich grüße und benedeie euch, ihr heiligen fünf Wunden. O kommt doch herbei und seht doch, wie gut der Herr ist, wie Er am Kreuz gestorben. O wie sehne ich mich nach dem Tag, auch ich will mich freuen. Wir beten Dich an und benedeien Dich, denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die ganze Welt erlöst! O wie glücklich! O mein Jesus! O mein Jesus!“

Jesus: „Meine Tochter! Dies ist der Zug, der im Himmel gefeiert wird, wie jetzt der Tag anbricht.“

Barbara: „O welch heilige, welch hochheilige Prozession, mit Palmzweigen in der Hand, der ganze Himmel ist erfüllt, wie ist der ganze Himmel vereinigt.“

Und Barbara sah die Heiligen im Himmel, nicht auf ihren Thronen, sondern aufrecht stehend, wunderbar leuchtend mit großen Palmen in der Hand, die so groß waren wie die ganze Gestalt, ähnlich, wie wenn im Dom alles Kopf an Kopf angefüllt ist. Sie rufen alle: „Hosianna, dem Sohne Davids, hochgelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn.“ So schallt es von einem Ende zum andern. O wie freuen sich die Guten, die Ihm treu geblieben sind.

Jesus: „Alle, die Mein Leiden mit angesehen, die sich nicht daran geärgert, sie haben bei jedem Fest, das von Meinem Leiden gefeiert wird, eine besondere Freude, eine ganz besondere Ehre wird ihnen angetan, am nächsten dürfen sie bei Mir ziehen. Ihnen wird heute die größte Ehre erwiesen, denn alle Feste werden in Meiner triumphierenden Kirche mitgefeiert. So werden auch diejenigen, die sich ausgezeichnet auf der Welt, die Mir treu bleiben, die wegen Meiner Schmach und Verachtung leiden, im Himmel eine um so größere Ehre erlangen. Siehe, das ist die Herrlichkeit in Meinem Reiche.“

Barbara: O wie erhaben, o wie schön ist doch die heilige katholische Kirche! O freut euch mit mir, die ihr zu dieser Kirche gehört. O wie schön, wie wahr ist alles, was sie lehrt! O höret doch die Stimme eurer Hirten. Wie glücklich sind diejenigen, die der Stimme der Kirche Gehör geben, nicht nur ihre Gebote sollt ihr halten, sondern auch ihren leisesten Wink befolgen, denn es ist ja nur zu eurem Besten.“

Jesus: „Die Priester müssen fort und fort Meinem Volk Meinen Willen erklären. Ich habe nichts gescheut, den schönen Himmel habe Ich verlassen, den Schoß Meines Vaters, und bin ein armer Mensch geworden; dreiunddreißig Jahre habe Ich die Pilgerfahrt mit euch geteilt. Tretet nun in Meine Fußstapfen, denn so wie Ich dreiunddreißig Jahre unter den Menschen wandelte und litt und starb, so wollte Ich dem Menschen zeigen, wie auch sein Weg zum Himmel sei. So wie Ich haben will, daß sie das Kreuz mit Mir teilen, so will Ich auch, daß sie auch Mein Reich, jene Glückseligkeit, die du geschaut, mit Mir teilen. Darum freuet euch alle, ihr lieben, treuen Seelen. Der Mensch soll aber Geduld haben mit allem und sich fortwährend für die verirrten Seelen aufopfern und über alles hinweggehen; denn ihr sollt ersetzen, was an Meinem Leiden noch fehlt. Wie traurig, daß noch so viele Seelen verlorengehen.

Du aber, Meine Tochter, sei nicht unzufrieden, sei nicht mutlos, wenn Ich komme, wenn Ich dich rufe, und du aus dem Familienleben herausgerissen wirst. Dann wirst du nicht klagen, nicht murren und nicht dem Kleinmut dich hingeben; denn was ist all das Irdische, dem du nachhaschst, im Vergleich zu Meinem Wort, das Ich mit dir rede, zu einem Augenblick, wo du mit Mir verkehrst? Du aber kannst viel für Mich tun, wenn Ich dich rufe. Darum sei nicht betrübt, wenn Ich anklopfe an deinem Leibe. Dein Leben soll Mein Leben in ganz besonderer Weise versinnbildlichen.“

Barbara: „Und ich sehe die liebe Mutter Gottes in einem hellgrünen Gewand.“

Maria: „Meine Tochter! Das grüne Gewand, das du siehst, bedeutet den Hoffnungsstrahl, der über der heiligen Kirche aufgeht, den aber der Heilige Vater Leo hervorgezaubert hat durch das Rosenkranzgebet. Ein neuer Glanz breitet sich aus über die Kirche durch die Ehre, die Mir der Heilige Vater zukommen läßt. Ich bin der Hoffnungsstern, und das Gewand bedeutet, daß durch Mich allein der Sieg der Kirche erfochten wird, und die Gläubigen sollen deshalb nur das Rosenkranzgebet recht pflegen. Je mehr die Kirche sich an Mich wendet, der Rosenkranz ist es, der diesen Hoffnungsstrahl hervorzaubert, wodurch die Welt soll gerettet werden.

Die Kirche muß aber den Weg wandeln, den Mein Sohn gewandelt ist, bis der Tag anbricht, wo Er Seine Feinde zerschmettern wird. Das Häuflein aber wird sehr zusammenschmelzen. Aber dann, wenn alles durchkämpft ist, dann wird die Welt umgestaltet, man wird Mir in Frieden dienen und niemand wird Meiner Kirche mehr entgegentreten. Freue dich, Meine Tochter, freue dich, beizutragen zu dem herrlichen Sieg. Das Reich Gottes soll siegen über das Reich Satans.

Du aber sollst das Werkzeug sein zu dem Anfang zu diesem Sieg. Und ihr alle, alle, die ihr glaubt an die Gottheit und an die Menschheit Jesu Christi im Heiligsten Sakrament, ihr sollt in Standhaftigkeit Mitgehilfinnen sein zu dem Plan Meines Sohnes.“

163 Gründonnerstag 1897

„Seht, wie Ich euch liebe!“

Lied: Düster sank der Abend nieder ...

Barbara: „Hochgelobt und gebenedeit sei das allerheiligste Altarsakrament!“

Jesus: „Meine Tochter, komme mit Mir in den Speisesaal und habe acht, was du hier siehst, was hier vor sich geht.“

Barbara: „Mein Jesus! O meine süße Liebe! Ich danke Dir für das Wunder, das Du gewirkt, um unsere Speise zu werden. Ich danke Dir im Namen aller Menschen, die nicht an Dich glauben, die Dich nicht erkennen, die in Irrtum und Heidentum sitzen, die nicht wissen, wie gut Du bist. Ich danke Dir auch im Namen aller gläubigen Christen, die Dich zwar aufgenommen haben in der ersten heiligen Kommunion, die aber wieder abgefallen sind und Dich vergessen haben und für die Du wolltest, daß ich leiden sollte in der letzten Zeit. Ich danke Dir, daß Du mich gewürdigt hast, einen kleinen Splitter, einen einzigen Wink Deines Leidens zu verkosten. In Vereinigung mit Deiner lieben Mutter und mit Deinem bitteren Leiden, opfere ich Dir die Leiden auf, die ich meiner Familie dadurch verursachte, daß ich mich der Arbeit entziehen mußte, und ich opfere sie Dir in Vereinigung mit jener heiligsten Stunde auf, in der Du das Heiligste Sakrament eingesetzt, für alle Christen, die Dich nicht mehr empfangen in der heiligen Kommunion.

O ich bitte Dich, gib mir ein Herz so groß und so weit wie die ganze Welt, entflamme es mit der Liebe Deiner heiligsten Mutter, mit der Liebesglut der Seraphim und Cherubim, aller Heiligen und heiligen Engel, die im Himmel vor Dir stehen. Ich vereinige mich mit allen heiligen, gerechten Seelen auf Erden und opfere Dir dies alles auf und mein geringes Leiden und meine geringe Liebe dazu für all die Sünder und Glieder Deines mystischen Leibes, die zwar Deinem heiligen Leib einverleibt sind, in die aber Dein heiliges Blut nicht überströmen kann. Lenke das Wasser der Gnade in diese ausgedorrten Rebzweige, belebe sie mit dem Wasser und Blut, das strömt aus Deinen heiligen Wunden. Ich opfere auch Dein bitteres Leiden und Sterben für alle die Christen, die noch Glieder Deines mystischen Leibes sind, die Dich aber nicht mehr empfangen, und lau und verstrickt in das Irdische, Dich hintansetzen und Dich nur nebenbei als eine Sache betrachten, die nicht viel wert ist, obwohl doch ihr ewiges Heil davon abhängt, daß sie mit lebendigem Glauben sich Dir nahen und Dir anhangen.

O belebe doch das Glaubensleben wieder in ihren Herzen, die abgestorbenen Glieder reihe ein in den mystischen Leib Deiner Kirche, die Ungläubigen, die Irrgläubigen, damit wieder ein Schafstall und eine Herde werde. Ich vereinige mein Gebet mit der ganzen katholischen Kirche, das sie in diesen Tagen verrichtet für alle ihre Kinder und für diejenigen, die noch nicht ihre Kinder sind, damit auch sie herbeikommen. Was willst Du mich denn heute lehren? Ich danke Dir für die Gnade, die Du mir gibst; ich danke Dir für die Gnade des Beistandes, niemals, niemals kann ich so beten wie jetzt in diesen Stunden, auch wenn ich mir alle Mühe geben wollte. Meine liebe Mutter, meine heiligen Patrone, liebe heilige Agnes, Elisabeth, Antonius, heiliger Vater Josef, o bittet für mich!“

Jesus: „Meine Tochter! Ich habe dir schon verschiedene Mal gezeigt, in welcher Gesinnung Mein Herz Sich befand und Meine Seele, als Ich im Freundeskreis Meiner lieben Jünger saß, um das Abendmahl mit ihnen zu feiern, und die Zeit herannahte, da Ich Mich von ihnen trennen sollte, mit welchem Schmerz Ich der Stunde entgegensah, der Stunde der Trennung, denn Ich liebte Meine Freunde; war Ich ja doch vom Himmel herabgestiegen, um ihr Bruder zu werden, war Ich ja doch dreiunddreißig Jahre unter ihnen gewandelt. Ich habe alle Mühseligkeiten mit ihnen geteilt und Ich wußte, was sie an Mir verlieren würden, daß Ich ihre Stütze war, und Ich sollte sie nun verlassen.

Siehe, Meine Tochter, das ist der Schmerz, den du ausgeprägt siehst auf Meinen Zügen. Nicht das Leiden allein, das Mir bevorstand, war es, das Mich so ernst machte, die Liebe ist es, die Liebe, Meine Freunde, Meine Kinder zu verlassen, Meine Kinder zurückzulassen, Meine teuersten Kinder. Ich wußte, daß die Welt an sie herantritt, daß Satan sich alle Mühe gibt, sie Mir zu entreißen. Das alles betrübte Mein Herz und machte Mich tief betrübt, am allermeisten aber war es die Liebe, die preßte den Schmerz auf Meine Züge.

Ja seht, Meine Kinder, seht, so wie Ich unter Meinen Freunden saß, so bin Ich jetzt noch unter euch. Dieselbe Liebe ist es, die Mich antrieb, Mich euch zu unterwerfen, denn Ich setzte das Priestertum euretwegen ein; Ich steige unter den Händen dieser Priester Tag für Tag auf den Altar, um unter euch zu wohnen, um eure Bitten entgegenzunehmen. Seht, Meine Kinder, wie Ich Meine Freunde versammelte, um Abendmahl mit ihnen zu halten, sooft feiere Ich Abendmahl mit euch, sooft als ihr an Meinem Tisch erscheint.

Seht, dieselbe Liebe ist es, die Mich im Tabernakel verschlossen hält, dieselbe Liebe, um euren Lebensberuf zu versüßen, um euer Trost zu sein; denn wahrhaftig, Ich habe euch nicht hineingestellt in diese Welt, um euch zu martern und zu plagen. Nein, die Liebe eines Gottes ist unbeschränkt, sie ist unermeßlich und unbegreiflich! Dreiunddreißig Jahre bin Ich unter euch gewandelt, dreiunddreißig Jahre habe Ich den letzten Platz eingenommen, den noch kein Mensch je einnahm, den keiner einnehmen wird von Adam bis zum Weltende, um euch zuzurufen: Seht, wie Ich euch liebe! Seht, Ich habe euch erschaffen aus reiner Liebe; die Liebe trieb Mich an, Mich in euch zu vervielfältigen; so viele Geschöpfe Ich erschuf, sovielmal sah Ich Mein Bild in ihnen; denn du, Mein Geschöpf, besitzest einen unsterblichen Geist, das ist Meine Schöpfung und diese Schöpfung bin Ich, dein Geist bin Ich, du Mein Geschöpf, und diesen sollst du Mir verähnlichen und sollst ihn umgestalten in Meinen Geist, und dies hängt von dir ab, o Mensch.

Deswegen sollst du wissen, Mein Freund, auch im letzten Winkelchen, wo du stehst, sollst du dein Leben deinem Schöpfer ähnlich machen, du sollst dein Leben als Mein Leben versinnbildlichen. Jedes Leben eines einzelnen Menschen soll Mein Leben sein; eine Prüfungszeit ist jedes Menschen Leben, wie auch Mein Leben eine Prüfungszeit war vor den Augen Meines himmlischen Vaters. Als Ich hereintrat in die Welt, rief Ich Ihm zu: ‚Siehe, Vater, Ich komme, um Deinen Willen zu tun!‘ Und so sollst auch du sagen, Mein lieber Christ, wo immer Ich dich hinstelle: ‚Siehe, mein Jesus, ich komme, um Deinen Willen zu tun, um Dir ähnlich zu werden, denn dieses Tagwerk soll ich ausführen, weil Du es willst. Meine Prüfungszeit soll dies sein. Siehe, ich komme, um Deinen Willen zu tun!‘

Wenn Ich Mich der Welt offenbaren will, dann bediene Ich Mich eines Geschöpfes; denn der Mensch besteht aus Leib und Seele, und da Ich eingegangen bin in Meine Herrlichkeit und Ich Mich nicht mehr als Mensch unter den Menschen befinde, muß Ich Mich jetzt eines Mitteldinges bedienen. So wenig Ich die Welt hätte erlösen können, wenn Ich nicht Selbst wäre Mensch geworden, wenn Ich Mich nicht Selbst den Menschen gleichgestellt, so wenig kann Ich der Welt Meine Geheimnisse erschließen, wenn Ich Mich jetzt nicht eines Geschöpfes bedienen will.

Im Alten Bund tat Ich dies, wie schon mehrmals gesagt; denn der Mensch ist schwach und verliert sich in diesem Materialismus. Darum, um ihn zurückzuführen auf den Ursprung, wo er ausgegangen ist, muß Ich Mich außergewöhnlicher Mittel bedienen, indem Ich Geschöpfe erwecke, durch die Ich die anderen Menschen mahnen, warnen, strafen und trösten will. Dies geschah im Alten Bund durch die Propheten, durch die Patriarchen. Jetzt, seitdem Ich Selbst Mensch gewesen, seitdem Meine Kirche in voller Blüte dasteht, jetzt, da man glauben sollte, es sei unmöglich, daß dieses Geschlecht seinen Schöpfer noch vergessen könnte, und da es nun aber doch möglich ist und leider sehr möglich ist, muß Ich Mich der Geschöpfe bedienen, um Meine Pläne durchzuführen, die Ich mit der Menschheit vorhabe.

Ich liebe die Menschen, ob sie an Mich glauben oder nicht an Mich glauben, Ich habe sie erschaffen, Ich habe sie erlöst, Ich habe ihnen Meinen Geist gesandt und alles getan, was nur ein Gott tun kann und tun wird, um den armen, schwachen Menschen an Mich zu ziehen, um ihn zu erhalten im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe, damit er einstens, wenn die Prüfungszeit vorüber ist, auch ewig mit Mir herrschen könne. Da nun dies alles doch vergessen ist und vergessen wird und das Häuflein mehr und mehr zusammenschwindet, muß Ich immer wieder andere Mittel ersinnen. Denn alles, was geschieht, ist eingezeichnet in Meine Pläne von Ewigkeit, nur muß Ich abwarten, bis die Zeit gekommen ist, wo Ich Meine Pläne durchführen will. Da nun das ganze Menschengeschlecht abgekommen ist vom rechten Weg, und auch die gläubigen Kinder und auch die guten katholischen Christen sich allzusehr vertiefen in dieses Elend, in dieses Erdenleben, in dieses Zeitliche, da ist wieder einmal eine Zeit gekommen, wo es eine Wende gibt. Dieser Zeitpunkt ist jetzt wieder da.

Seht, Meine Kinder, ihr sollt eine neue Epoche vorbereiten, von der die Kirchengeschichte, viele heroische und großartige Dinge aufzeichnen wird. Es soll eine Wende geben in Meiner heiligen katholischen Kirche, in dem Schicksal Meiner Kirche. Geknetet und geknechtet wie sie ist von all ihren Feinden, in ihr selbst gibt es gar viele Glieder, die faul sind, die abgestorben sind an Meinem mystisch-geheimnisvollen Kirchenleib.

Um diese Glieder zurückzuführen, muß Meine Kirche, Meine jungfräuliche Braut, all ihre Kräfte zusammenraffen, um die Lauen aufzurütteln, um die Guten zu bestärken, um die Schwachen zu ermutigen, damit alle einstehen für die Rechte Meiner Kirche, und das Häuflein treuer Christen muß sich zusammenscharen um seinen Hirten, um Meinen Stellvertreter, den Ich in Rom als Statthalter aller Christen hingestellt habe.

Dieser Mein Statthalter hat viele Gehilfen, und das sind eure Seelsorger, eure Priester. Diesen soll jeder Christ folgen, unter seiner Leitung soll er gehen. Der Priester aber, der Meine Stelle vertritt, soll wissen, daß er ein anderer Christus ist, daß er berufen ist, die Herde zurückzuführen, die guten Schäflein zu weiden auf fetter Weide, damit der Wolf, der eingedrungen ist in die Herde, doch wieder ausgeschieden werde, der Wolf, der im Schafspelz überall unter jeder Herde sich befindet, auch im kleinsten Dörfchen.

Seht nun, Meine Diener, deswegen verlangt Mein Herz, daß ein Damm errichtet werde, daß ein Liebesbund gegründet werde, in den alle Völker eintreten sollen. Nicht nur spreche Ich allein für die Priester, für die Ordensleute, für die Frauen und eifrigen Seelen, Ich spreche für alle und jeden, der ist und lebt in Meiner Kirche, im Schifflein Petri.

Sie alle sollen herbeikommen, sie alle sollen wissen den Plan, den Ich vorhabe, daß Meine Kirche soll zum Sieg geführt werden, daß sie soll auf den Berg gestellt werden, von dem aus alle Völker der Erde sie sehen sollen; sie soll siegen und herrschen über alle Völker, auch über die, die Mich nicht als ihren Gott anerkennen. Darum, Meine Diener, fürchtet euch nicht, Ich will mit euch sein!“

Der Heiland wandte sich jetzt an die zwei Brüder von Barbara, die von A. und S. herbeigekommen waren, ohne daß der eine etwas vom anderen wußte.

Jesus: „Seht! Seht, ihr Männer, daß Ich nicht zu viel verlange, seht, wie Ich euch zu den liebsten Kindern Meines Herzens zähle. Man wundert sich, man freut sich, man ist getröstet, ein liebes Wort zu hören von einem recht lieben Freund, den man hochschätzt, der einem auch, so wie man sagt, etwas nützen kann, seinen Beruf erleichtern und einen Vorteil verschaffen kann. Man schätzt sich glücklich, mit einem solchen Freund vertraut umgehen zu können. Nun seht, Ich nenne euch Meine Freunde, nicht nur ihr Priester, nicht nur ihr, Meine Diener, die ihr Meinen Willen dem Volk verkündigen sollt, nicht nur ihr, die ihr euer Leben ganz Mir zum Opfer brachtet, nein, alle, alle will Ich mit Liebe umfangen, mit heiliger Freude will Ich dein Herz erfüllen, magst du auch stehen, wo du willst, wenn du nur ein gläubiges Herz, wenn du nur einen guten Willen Mir entgegenbringst, wenn du nur entschlossen bist, das Kreuz, das dein Beruf, dein Lebensberuf, mit sich bringt, Mir nachzutragen. Sieh, alles andere will Ich dir ersetzen.

Ist es denn nicht tröstlich, mit einem solchen Freund umgehen zu können? Nun sieh doch, mit einem solchen Freund kannst du umgehen. Ich bin dir dieser gute Freund. Gehe hin zu Meinem Stellvertreter und bringe Mir nur ein offenes Herz entgegen, und sage ihm deine Schwächen, und sei unbekümmert, ob du auch alles gesagt. Bringe Mir nur deinen guten Willen. Wenn du nur offen und ehrlich dich hast ausgesprochen vor Meinem Diener, weißt du ja, daß die Worte, die er dir sagt, daß dieses Ich gesprochen, und dann komm und empfange Mich in der heiligen Kommunion, und Ich will dich in Meine Arme schließen, und du sollst wissen, daß du an deinem Freundesherz ruhst. Dann empfiehl Mir deine Anliegen, alles, was dich drückt, und sage nur, daß du Mich liebst, und das genügt Mir.

Siehe, Ich verspreche dir, daß Ich dir dein Schicksal erleichtern will, daß Ich das Kreuz, das dich niederdrückt, und dich ganz wunderlich machte, dir schon verziehen habe, denn Ich weiß, daß du ein schwacher Mensch bist; aber Ich sage dir, dein Kreuz soll dich nicht mehr so schwer drücken wie bisher, du sollst dein Kreuz mit Freuden tragen, das Ich dir auferlegt habe, damit du siegen wirst in Meiner Herrlichkeit.

O Mein Freund, sieh, wie glücklich bist du, und das Glück sollen alle teilen, die eines Herzens und Sinnes sind mit dir. Darum geht hin und bewahret die Worte, die Ich heute zu euch gesprochen, bewahrt sie wie Meine heilige Mutter in Ihrem Herzen, wie die Hirten an Meiner Krippe, wie die drei Weisen an Meiner Krippe. Seht, wenn ihr euch dem Tabernakel nahet, dann tretet an den Tabernakel heran, wenigstens alle Sonntage. Das müßt ihr Mir heute versprechen, und erinnert euch, was Ich gesprochen zu euch in dieser heiligen Stunde; denn ihr sollt ja der Anfang sein, und man wird in späteren Jahrhunderten euch glücklich preisen, die ihr die Werkzeuge sein sollt zu dieser Wendung, zu dieser Epoche in Meiner Kirche, die vorangehen und einführen soll zu einem anderen Leben und Streben unter dem Christentum. Versprecht Mir dieses heute, schämt euch nicht!

Seht, ihr zwei Männer, Ich habe in eurer Familie einen Mann eingeführt, es lag in Meiner Absicht, denn Ich hatte eurer Schwester versprochen, daß es ihrer Schwester noch einmal gut gehen soll; denn die Sünden, die einmal gebeichtet und abgebüßt sind, sind ausgetilgt aus Meinem Herzen in alle Ewigkeit. Diese eure Schwester soll ein Werkzeug sein. Sie war ein gutes Kind, eine fromme Jungfrau, und die Sünden, die sie in ihrem Leichtsinn begangen, mußte sie büßen mit ihrem ersten Mann. Ich hatte Meiner Dienerin aber versprochen, daß eine Zeit komme, wo es anders werde, und Ich mußte diesen Weg einschlagen, denn Ich messe die Schwachheiten Meiner Kinder ab, Ich kenne jedes Herz, Ich weiß den Lebensberuf eines jeden zu adeln und zu schlichten.

Keines Meiner Kinder stelle Ich an die unrechte Stelle, denn wenn es den Platz nicht ausfüllen kann, den Ich ihm angewiesen hatte zu dem Zweck, wo Ich es hingestellt, dann bin Ich ein liebender Gott und stelle es an einen anderen Ort, wo Ich weiß, daß es sein Ziel doch erreicht und Ich zugleich tausendfache Absichten mit einführe und alles lenke zum besten Meiner Kinder.

So tat Ich mit dieser Schwester und Ich stelle euch den Mann vor; er ist wirklich ein braver Ehemann, er ist wirklich ein wahrer Israelit, wie Ich dereinst im Judentum sagte. Geht hin und tut so wie er. Er ist von frühmorgens an besorgt um seine Familie, er weicht keinen Augenblick von seinem Posten, am Abend ruht er im Kreis seiner Familie und freut sich mit seinen Kindern, er verrichtet seine Gebete und kümmert sich nicht um das Treiben, das ihn umgibt, um das Treiben der Männerwelt. Einfach und unscheinbar geht er dahin. Seht, macht es auch so! Scheut euch nicht, tretet ein, wo ihr euren Glauben und eure Liebe bekennen könnt zu Mir, eurem Schöpfer, kümmert euch nicht um das, was andere sagen; denn ihr sollt wissen, daß ihr viel mehr wirken könnt in eurer beruflichen oder hauswirtschaftlichen Stellung, wie er in der seinen. Dieser ist unbekannt in einer Großstadt, man kennt ihn kaum, und darum ist er auch unbeachtet.

Du, den Ich gestellt als König in der Schöpfung, diene Mir wie dieser, weil er der Anfang ist zu der Zeit, zu der Epoche, die sich wenden soll zum Besseren, zum Aufblühen Meiner Kirche. Du, König der Schöpfung, wo du stehst, da steht es gut um deine Familie, wenn du ein Mann des Glaubens bist und Sitte hast, und Ich verspreche dir, deine Kinder und Kindeskinder werden dir nachfolgen, und er wird wachsen, der Baum, und seine Schatten weit verbreiten, und so soll das Glaubensleben erneuert werden. Ihr sollt es, sooft ihr könnt, sooft euer Stand und euer Beruf es erlaubt; und ihr könnt es ja, ihr könnt es, wenn ihr nur guten Willen habt und Energie ... Manneskraft ist Willenskraft.

Willenskraft müßt ihr besitzen. Tretet oft herzu zu Meinem Tisch, zu den heiligen Sakramenten, und gebt ein gutes Beispiel und erbaut so eure Mitmenschen. Legt vor allem alle Menschenfurcht nieder. Versprecht Mir dies! Und so wird der Liebesbund sich ausbreiten. Dies ist der Bund, den Ich geschlossen am hochheiligen Fronleichnamsfest, und heute, wo dieses Fest ist eingesetzt worden, will Ich es erneuern. Ein dreifaches Band habe Ich mit euch geschlossen, das ausgeht aus Meinem Herzen, und alle, die sich anschließen, sollen die Früchte kosten und die Früchte genießen.“

Barbara: „Mein Jesus! Ich danke Dir für all die Gnaden, für all die Worte, die Du durch mich allen Menschen zugesprochen, für die Belehrung, die Du uns gegeben. Ich bitte Dich aber auch um Verzeihung für alle Fehler und Nachlässigkeiten in Deinem heiligen Dienst, für meine begangenen Sünden und die meiner Geschwister und Angehörigen, besonders für meine Schwester in A. Welch ein Schmerz, daß sie Dich nicht reden hört, daß sie so weit von mir entfernt ist. Um eines bitte ich Dich aber, daß Du unseren Lebensweg so einrichtest, daß wir nicht gar so lange voneinander sterben, damit wir uns im Himmel trösten können. O Herr, Schwester N. läßt Dich auch bitten um eine Gnade zu ihrem Jubiläum.“

Jesus: „Ich werde sie an diesem Tage mit einer solchen Freude erquicken, daß all die Freude, die man ihr entgegenbringen wird von allen Seiten und der Jubelruf von all ihren Untergebenen, daß sie dies alles nicht beachten wird vor lauter Glückseligkeit; denn ihr Herz soll aufwallen in Meinem Herzen, denn alle ihre Geschwister sollen wissen, daß sie dereinst glänzen werden in Meinem Reich; ihr aber, Meine lieben Kinder, sollt den Trost nur dazu benützen, um auch andere zu trösten. Ihr sollt nicht müde werden, andere herbeizuführen und zu beglücken mit dem heiligen Tau Meiner Worte, mit dem süßen Tau Meiner Gnade, die Ich ausgießen will über die Herzen der Menschen.

Auch du, Meine Freundin, du gutes Lieschen, sieh, es ist freilich ein großes Unglück für dich und du bist gar tief betrübt, daß der Zweig deiner Familie sich von Mir abgetrennt und sich einer anderen Kirche angeschlossen hat; aber sieh, sei nicht betrübt, Ich habe dir andere Familien gegeben; diesen sollst du Trost bereiten. Sieh, es ist einmal so in Meiner Schöpfung. Hatte Ich ja doch in Meiner Gesellschaft auch einen Judas, es gibt doch immer wieder räudige Schafe.

Und Ich verspreche dir, daß keines verlorengeht um deines Gebetes und das deiner Eltern willen, aber zu der Seligkeit, zu der Ich sie berufen als Christ, werden sie nie und nimmer gelangen; denn sie haben Mich verschmäht, und dein Bruder, er leidet noch und er leidet noch lange, weil er die Ursache zu diesem Unglück gewesen. Ich sage dies nicht, daß du dich betrüben sollst, nein, Mein Kind, raffe die ganze Kraft deiner Liebe zusammen und tröste dich und setze dich über alles hinweg und verderbe dir nicht die besondere Osterfreude.“

Barbara: „O Herr, soll ich N.N. anregen, noch öfters als einmal im Jahr zur heiligen Kommunion zu gehen?“

Jesus: „Du mußt sie nicht gar sooft belästigen, denn solche verweichlichten Weltkinder sind nicht eingeweiht in die Geheimnisse Meines Kreuzes. Du mußt wissen, daß es ein großer Unterschied ist und Ich nicht von allen das gleiche verlange. Es gibt solche, welche die liebsten Kinder Meines Herzens sind. Dies sind solche, die Ich dir gezeigt, die sich an Mich herandrängen, die im Schifflein Petri einhergeschaukelt werden und sich an Mich angeklammert haben, die nie, nie erschüttert werden. Das sind diejenigen, die ihren Glauben bewahren, die mit ihrem Schicksal zufrieden sind im Bewußtsein und in der Liebe zu Mir und in der Hoffnung, daß Ich sie hingestellt, wo sie wirklich sind, das sind die treuen Seelen.

Dazu habe Ich alle berufen, nicht nur die Priester und Klosterleute, nein, sondern alle Menschen, Familienväter und Mütter und alle treuen Seelen, wo sie sich auch befinden. Aber dann gibt es solche, die Ich dir damals gezeigt, als Ich dir die Welt zeigte, daß eine Zeit komme, wo sich die Menschheit teile in zwei Teile, wie die Zeit, die jetzt ist, wo es eine Ausscheidung geben muß, wo die Guten sich ausscheiden und zusammenscharen sollen, und wo Ich in der Mitte bin; das sind die guten, treuen Kinder, die sich leiten lassen von Meinem Geist, deretwegen Ich die öftere Kommunion eingeführt wissen will. Mit diesem Band will Ich all die Christen eng aneinander scharen und diejenigen, die sich so um Mich herumdrängten, wo jedes sich vorschieben wollte, um der Nächste bei Mir zu sein, das sind diejenigen, die eintreten in den Liebesbund, die teilnehmen an Meinem Bund. Diejenigen aber, die du weit von Mir gesehen, die auf dem schmalen Rand gingen, wo sie jeden Augenblick hinabzustürzen drohten, das sind jene Christen, die nur noch das Allernotwendigste mit knapper Not tun. An diese kann ich eine solche Sprache nicht richten.“

Barbara: „O Herr, ich bitte Dich auch für unseren N.N.“

Jesus: „Sei nicht mutlos, Meine Tochter! Er war ein Protestant und war ein großer Sünder, er hat sich schwer verfehlt gegen Mich, jetzt ist er aber Priester und ist recht eifrig, aber die Sündenstrafen hat er noch nicht abgebüßt. Satan ist beständig auf der Lauer, um ihn abwärts zu bringen. Er wird um des Gebetes und der Opfer willen, die du seinetwegen gebracht, diesen Kampf gut bestehen und ein eifriger Diener Meines Herzens werden. Aber solange er immer noch gar wenig leiden will, solange er das Kreuz gar ungern trägt, dringt er nicht ein in Meinen Geist; denn alle müssen das Kreuz tragen, auch du, Mein Freund, mußt dein Kreuz tragen mit deinen Kindern.

Aber sieh, wenn Ich dir verspreche, daß du der Stammbaum sein sollst, dessen Schatten viele, viele erquicken soll, mußt du das Kreuz gerne tragen und nie mutlos werden. Und auch du, Mein Freund, denn du bist berufen zu den liebsten Kindern Meines Herzens, und diese müssen Mir nachfolgen, sie müssen den schmalen Weg gehen. Wenn Ich dir aber entgegenkomme an der Goldenen Pforte, wenn Ich euch zurufe, tretet ein, kommt her, ihr Gebenedeiten, dann ist es Zeit, um auszuruhen, dann, dann kannst du genießen die ganze Ewigkeit.“

164 Karfreitag 1897

„Wie durch Sühneleiden die Welt versöhnt und gerettet werden kann“

Lied: O du hochheilig Kreuze ...

Barbara: „Mein Jesus! Du hast mir versprochen, im Anfang der Fastenzeit, daß Du mir am heutigen Fest eine große Freude bereiten wollest. Du hast zwar gesagt, freue dich auf das Osterfest, aber ich freue mich heute schon so sehr den ganzen Tag. Warum bin ich denn gar so glückselig in der Kirche, wie nicht seit sechs Jahren, wo ich keine so große Gnade empfangen wie heute. Ich danke Dir im Namen aller für die Gnaden, die Du ausgießest, besonders der vielen, braven Christen, ich danke Dir im Namen derer, die Dir nicht danken. Ich bitte Dich um Verzeihung für alles Versäumte. Ich opfere Dir dafür die Bußwerke aller Frommen, ihre Abtötungen, die sie Dir heute aufgeopfert; ich opfere Dir auf alle Gebete und Kommunionen der heiligen Kirche selbst, der Priester und Ordensleute. Ich opfere Dir dies alles durch das jungfräuliche Herz Deiner Mutter, alle Schmerzen und Leiden, die erduldet werden von allen Christen, besonders in der heiligen Fastenzeit; denn Du hast gesagt, daß alle, die Dir mit gläubigem Herzen anhängen, auch mit Dir leiden sollen, um beizutragen zu dem großen Ziel, das Du uns gesteckt hast.

Ich opfere Dir auch auf alle Liebesseufzer Deiner heiligen Mutter, besonders in den letzten Tagen Deines Lebens, die Sie während Deines bitteren Leidens emporgesendet, der heiligen Magdalena, des heiligen Johannes und aller heiligen Personen, die sich an Deinem Leiden beteiligten, zur Genugtuung für alle Sünden der ganzen Welt, besonders aber für die armseligen Christen, die zwar Christen sind, aber abgefallen sind, die nicht mehr glauben, die faule Glieder sind an Deinem mystischen Leibe, für alle, die glauben, aber schwach sind im Glauben, und ich bitte Dich, sie alle möchten herbeikommen, das Kreuz auf sich nehmen und Dir nachfolgen. Ich vereinige mich mit allen frommen Christen, und bitte Dich um die Gnade der Beharrlichkeit für sie, daß sie Dich immer mehr und mehr lieben, vollkommener werden und so sich viele, viele vereinigen in dem Bund, den Du gegründet haben willst.

Mein Jesus! Alles dasselbe opfere ich Dir auf für alle Armen Seelen, denen ich die Verdienste schenke, die ich den armen Sündern nicht schenken kann, weil sie persönliche sind, aber doch den Armen Seelen, indem ich meine Sünden lieber in der Ewigkeit abbüßen will, wenn ich durch den heroischen Liebesakt über mich hinweggehe, um dadurch mehr Seelen zu erlösen. Also, das Verdienst, das mir von Rechts wegen zukommt, opfere ich Dir auf für dieselben, besonders für all die Seelen, die Deine heilige Mutter mir versprochen hat, am Fest der Sieben Schmerzen, alle die in R. und S. in den letzten Jahren gestorben sind; denn Deine heilige Mutter hat mir versprochen, eine Rundreise durch das Fegefeuer zu machen.

Wohlan, mein Erlöser, mein Bräutigam, Du weißt, daß der Bräutigam, der seine Braut liebt, ihr keine Bitte abschlagen kann, wenn sie ihn an der richtigen Seite anzufassen weiß, und ich glaube, daß ich Dich an der richtigen Seite fasse, wenn ich Dir sage, daß dies die liebsten Kinder Deines Herzens sind, die Dich nicht mehr beleidigen können, die verlassensten, die der Hilfe bedürftigen, denen wir Menschen am ehesten helfen können. Und Du, der Du das beste Herz hast, das mitleidigste, kannst mir meine Bitte nicht abschlagen, wenn ich Dich an dieser Seite anpacke, an Deinem liebenden Herzen. Wenn wir Menschen gut sind mit denen, die am meisten bedrängt sind in der Familie, so Du noch viel mehr. Ich packe Dich an dieser Seite an, an Deinem mitleidigen Herzen zu den Menschen, das uns mit warmer Liebe entgegenschlägt. Du wirst mir diese Bitte gewähren, da Du mich als Braut angenommen und eingeführt in die Leidensschule. Wohlan, obwohl es wenig ist, was ich leide, fällt es meiner Natur doch so schwer.

Aber siehe, wie wenig Menschen sich dazu entschließen würden, da so wenige Dich erkennen, weil so viel dagegen gearbeitet wird, und weil solche Menschen verachtet sind. Denn sonst würden Deine Diener sich nicht so sehr fürchten, eine solche Seele zu sehen und an den Gnaden teilzunehmen, um nicht den Verdacht auf sich zu lenken, daß sie einverstanden wären. Das wissen Deine liebsten Bräute, und darum ist es eine außergewöhnliche Gnade, die Verachtung zu verachten und sich ganz Deinem Willen zu überlassen.“

Jesus: „Ja, ja, Meine Tochter, das ist auch ein Kreuz! Du bist schlau. Du weißt schon, deinen Bräutigam anzupacken an der richtigen Seite. Du verstehst es! Wohlan, komm, Meine Tochter! Die Bitte, die du Mir vorträgst, soll dir nicht versagt werden. Komm, Meine Tochter! Vor allem aber will Ich dir zeigen, was du mit deinem Leiden verdienst, das Ich dir auferlege, und mit der Zustimmung, daß du dich deinem Leiden willig ergibst; welche Freude du Mir damit bereitet hast, sollst du wissen. Siehe, die große Gnade, die dir heute früh zuteil geworden, die Freude, die du heute morgen empfunden, ist allen Menschen zuteil geworden, wenn auch unbewußt. Aber um deines Leidens willen und weil du dein Leiden in Vereinigung mit deinen beiden Mitschwestern und allen, die darum wissen, Mir aufgeopfert, sollst du wissen, wie durch Sühneleiden die Welt versöhnt und gerettet werden kann.

Sühneleiden können und sind es auch, die viel, viel beitragen werden zum Sieg Meiner Kirche. Dies muß das Volk anerkennen, auch wenn es die größten Sünder sind, die gar nicht glauben können; und daß ein geheimnisvolles Walten ausgebreitet ist über den Geschöpfen, über der ganzen Schöpfung, wie hier über eurer Wirtschaft. Der Gottlose weiß zwar nicht, woher die Macht kommt, und es schaudert ihn innerlich. Derjenige aber, der noch ein Fünkchen Glauben in sich trägt, wird nachdenklich, er geht in sich und kommt wieder einmal zur Kirche, die er schon lange nicht mehr besucht.

Der fromme, treue, gläubige Christ aber, in diesem will Ich wirken und walten, und so vervielfältigt sich das Licht, das Ich über dich ausgieße, in jeder treuen Seele, in der ganzen katholischen Kirche. Seht, Meine Diener, wie eure Mühe belohnt wird! Seht, Meine Diener, man spricht in der Stadt M. hie und da von einem geheimnisvollen Zauber, man liegt sich gegenseitig in den Ohren, daß das gläubige Volk sich viel eifriger und zahlreicher einfinde als in den früheren Jahren, man spricht und staunt, wie scharenweise, wie ruhig und ernst und in sich gekehrt die Gläubigen teilgenommen an der heiligen Kommunion, wie sie eurer Stimme gefolgt und auch gekommen sind, und Ich sage euch durch diese Meine Dienerin, daß in eurer Stadt ein großer Segen sich ausgegossen. Ihr wißt nicht, woher der Zauber ist, der ausgegossen wurde über die Herzen der gläubigen Katholiken.

Es ist die Liebe Meines Herzens, um eurer Mühe willen, um eurer Opferfreudigkeit willen, vereinigt mit den Sühneleiden, die Tag für Tag, Woche für Woche, mit euch vereinigt dem Himmel aufgeopfert wurden. Dies ist der Damm, den Ich errichten will in Meiner Kirche. Fahret fort, Meine Diener! Glaubt doch, daß Ich wirklich und wahrhaft zu euch rede! Ich habe euch vor Jahren durch diese Meine Dienerin gesagt, daß die Kirche leer steht, weil der König der Schöpfung sie verlassen hat, der katholische Mann, daß der Kirche der Einsturz droht; denn der Mann ist der Baustein, der Glied um Glied eingefügt ist in die Mauer, wodurch Meine Kirche aufgebaut ist.

Der Mann, vereinigt mit dem Priestertum, soll die Kirche halten. Tritt aber der Mann im Glaubensleben zurück, dann zerbröckelt diese Mauer, Stück um Stück löst sich ab und die Kirche droht einzustürzen. Der Zeitpunkt ist gekommen, wo Meine Kirche wieder herrlich und schön erblühen wird, erblühen soll; ausgeschmückt soll sie werden mit vielen Zieraten. Blumen will Ich pflanzen in ihr, die herrlich dastehen, und erfreuen sollen sich die Herzen Meiner Kinder, der Kinder der heiligen Kirche, erfreuen sollen sich alle an den Blumen, die Ich hineinpflanzen will.

Aber ehe Ich die Blumen herrlich kann erblühen lassen, ehe die Blumen gedeihen können, muß der Zaun befestigt sein, damit nicht wieder unartige Buben durch den Zaun schlüpfen und die Blumen Mir stehlen, die Beete verwüsten und verderben und alles zerstört wird. Habt ihr dies Gleichnis verstanden, Meine Kinder?

Der Zaun, den Ich meine, ist Meine heilige katholische Kirche, die aufgebaut ist aus den lebendigen Bausteinen der Glieder dieser Kirche. Die Bausteine sind vor allem das Priestertum. Das Priestertum sind die Pfähle, worauf der ganze Bau ruht, die Säulen, die Ecksteine. Die übrigen Bausteine, die kleineren, die eingefügt und durch den Mörtel, Glied um Glied, zusammengefügt sind, das ist der katholische, der christliche Mann, der Vater der Familie.

Wenn nun der Mann abgewichen ist, die Worte Meiner Kirche nicht mehr hört, nicht mehr beachtet, dann zerbröckelt der Zaun, und Meine Kirche fällt und stürzt. Mauer um Mauer stürzt um, und der Wolf schleicht sich ein. Blume um Blume entreißt er Mir. Sieh, die Blumen, die Ich meine, das sind die jungfräulichen Seelen, die Ich einfügen will in Meine Kirche, die Meine Kirche zieren sollen. Der Vater, der christliche Hausvater hat also die Pflicht, für jedes seiner Kinder, besonders für jenes seiner Kinder, das Ich Mir erwähle, besonders zu sorgen. Da Ich nun einmal, um Meine Kirche zur Blüte zu bringen, zu verschönern und auszuschmücken, besonders den jungfräulichen Stand zu Ehren gebracht wissen will, muß Ich anfangen, das Familienleben zu heiligen.

Deswegen berief Ich Meinen Stellvertreter, mit dem Ich gerade so rede, wie Ich rede durch dieses Sprachrohr, durch Meine Dienerin. Deswegen verlangte Ich von ihm, daß er in der ganzen Kirche den Verein der Heiligen Familie einführe. Es lag damals in Meiner weisen Absicht, durch diesen Verein das Familienleben zu adeln und zu heiligen, weil Ich in der Familie anfangen muß.

Es liegt aber auch jetzt in Meiner weisen Absicht, Mich näher zu erklären, warum Ich erst durch Meinen Statthalter diesen Befehl erteilte. Seht nun, Meine Kinder, wie Ich nun nach und nach ins einzelne eingehen will, wie Meine Diener es tun müssen, daß die Schäden, an denen die Zeit leidet, die Wunden, an der die Zeiten bluten, verbunden und geheilt werden sollen.

Es geht dieses nicht in einem Jahr, aber es geht allmählich, wenn auch unbemerkt vor sich. Ich wollte, indem Ich den Verein der christlichen Familie einführte, dem christlichen Vater ans Herz legen, daß er wohl acht habe auf seine Kinder, seine Kinder anhalten soll, Mir zuführen soll, vor allem aber vorausgehen müsse mit gutem Beispiel; zweitens, seine Kinder gut kennen soll, und wenn er eines findet, das veranlagt ist, den jungfräulichen Stand zu lieben, ihm nicht in den Weg zu treten, zeitlich und ewig für dasselbe zu sorgen; zeitlich, indem er ihm seine Rechte einräumt, die ihm gebührenden Rechte, ewig, indem ja dieses Kind seine Zierde wird durch die ganze Ewigkeit. Du aber, Meine Tochter, freue dich!

Denn siehe die Früchte: Ein geheimnisvolles Walten, wie es ausgebreitet ist in diesem Haus, in dieser Familie; eine geheimnisvolle Macht, die selbst Andersgläubige anerkennen müssen, die da verkehren; ein geheimnisvolles Walten, das Ich ausgießen will über alle Familienmitglieder deiner Familie, wo sie auch stehen. Dies soll Meine Diener im Glauben bestärken, daß Ich es bin. Ein geheimnisvolles Walten liegt ausgebreitet über dieser Stadt, eine geheimnisvolle Macht, die niemand sich erklären kann.

Das kommt von Meiner Liebe. Es ist Mein Geist, der da die Gemüter niederhält. Und seht, wenn Ich um einer einzelnen Seele willen vom Himmel gestiegen wäre, um sie zu erlösen, wenn Ich für jede Seele, um sie zu erlösen, bereit wäre, den Kreuzestod zu leiden, warum wollt ihr Mühe und Sorgfalt scheuen, um diese Seelen wieder zu gewinnen, zu gewinnen für Meine heilige Kirche?

Seht doch, wie die Männer sich in diesem Jahr inniger an euch angeschlossen, wie sie eure Stimme hören, die guten und braven, sie alle werden eure Zierde werden; und der Bau, den Ich euch gezeigt habe, wird wieder hergerichtet, die Schäden ausgebessert, der Wolf abgehalten, er kann nicht mehr eindringen in diese treue Herde. Das sind diejenigen, die du gesehen, wie sie sich ganz eng um Mich scharen, eng an Mich anklammern.“

Barbara: „Soeben kommt meine liebe Mutter, meine Königin. Heute kommt Sie aber gar nicht traurig, sondern wie eine liebende Mutter, die ihren Kindern eine Freude machen will. Sei mir herzlich gegrüßt im Namen aller Menschen und in Vereinigung mit dem heiligen Erzengel Gabriel; denn so hast Du mir befohlen, soll ich Dich begrüßen.“

Maria: „Meine Tochter! Ich habe dir versprochen, daß Ich dir zu dem heutigen Siegestag Meines Sohnes, wo Mein Sohn siegte über die Hölle, über die Sünde und über die Welt, eine große Freude bereiten wolle. Komm nun, mache mit Mir eine Rundreise!“

Barbara: „O mein Jesus, gehe auch Du mit! Komm, geliebter Bräutigam, denn ich bin gar zu armselig, und vergiß all die Sünden, die Armseligkeiten, die ich in der heiligen Fastenzeit begangen. Gedenke, daß ich eine armselige Sünderin bin, doch liebe ich Dich mehr als mich selbst, mehr als alle Geschöpfe...“

Tausende und Abertausende sind an diesem Ort, Tausende und Abertausende strecken die Hände empor: Erbarmt euch meiner, erbarmt euch meiner, wenigstens ihr, meine Freunde!

„O mein Jesus! O mein Jesus! Barmherzigkeit für diese Seelen! O Jesus, durch Deinen Tod und Dein Blut erlöse diese Armen Seelen aus der heißen Glut! O meine liebe Mutter, durch meinen heroischen Liebesakt bringe Du Deinem lieben Sohn alles, was ich gelitten – in Vereinigung mit Deinem Sohn – alles, was alle Menschen in der Welt gelitten, alle heiligen Messen, Gebete und guten Werke, die in der ganzen Christenheit verrichtet worden sind, den ganzen Schatz der heiligen Kirche für diese Seelen.

O wie sind sie doch alle getröstet, und der Schmerz weicht zurück in dieser Stunde. O wie glückselig der Mensch, der eingegangen ist in seinen Gott, der eingegangen ist an den Ort, wo er doch seines Gottes sicher ist, des Schauens seines Gottes, und in solchen Augenblicken, ach wie glückselig, ach wie glückselig!

O ihr alle, ihr Menschenkinder, harret aus, wenn das Kreuz euch drückt! Wie unendlich glückselig! Seht diese Seelen, die da abgestreift sind von diesem armseligen Leib, aus diesem materiellen Leben, und eingegangen sind in das Geistesleben, wie glücklich die Seele, wenn sie um einen Augenblick näher gerückt dieser Pforte, um jenes Glück zu genießen, das wir alle einst genießen werden: Diese heilige Gottesfamilie, diese heilige Kirche.“

Jesus: „Und nun komme weiter, Meine Tochter! Wir haben noch eine weite Reise. Dies war nur der Anfang, diese sind nahe an der Erlösung und viele, viele werden am heutigen Tag Mir folgen, ihren Einzug mit Mir halten, mehr aber noch am Ostermorgen, in der Osternacht. Jetzt aber komme weiter, eine Stufe tiefer. Das sind diejenigen, die im Leben Mich wenig beachtet, die zwar noch an Mich geglaubt, auf Mich gehofft haben, aber sich allzusehr verstrickten in dieses Erdenleben, dann auch diejenigen, die sich schwer versündigten und dann schnell dahinstarben, ohne diese Sündenstrafen auf der Welt abbüßen zu können.

Denn ein großer Unterschied ist zwischen einer Seele, die gesündigt und durch Kreuz und Leiden in diesem Leben viel abgebüßt hat, und einer Seele, die schwer gesündigt und dann schnell dahinstarb. Darum, ihr Menschenkinder, klaget nicht, wenn der Lebensweg dunkel, wenn ihr viel mit Kreuz und Leiden heimgesucht seid. Sieh, dies alles geht vorüber, wenn du es mit Geduld trägst, und du brauchst nicht so hart zu büßen an diesem schrecklichen Ort.

Diese haben länger zu leiden, von diesen kommt nicht so leicht einer schnell heraus, außer dann, es müßte eine Seele sich ganz für sie opfern auf der Welt. Denn ihr sollt wissen, ihr Menschenkinder, daß es auf das Geld und Gut nicht ankommt, das da verwendet werden kann und verwendet wird für die Armen Seelen; denn sonst müßte der Arme darben bis zum Jüngsten Tag, und der Reiche könnte mit seinem Geld alle seine Verwandten in einem Tag loskaufen.

Hier gilt nicht Geld und Gut, hier muß der Reiche, auch wenn seine Verwandten ihr ganzes Vermögen hinschleudern würden für die Seele ihres Kindes, oder das Kind für die Seele des Vaters, alles abbüßen. Hier ist der Reiche dem Armen gleichgestellt. Hier wird nur ausgeteilt die Gerechtigkeit und Liebe.“

Maria: „Mein göttlicher Sohn, Der da aber Gerechtigkeit und Liebe handhabt, hält den Armen nicht zurück, weil er arm ist, befördert aber auch den Reichen nicht, wenn noch so viel für ihn gespendet wird. Hier geht es Hand in Hand. Die Almosen, die heiligen Messen, die Spenden des heiligen Meßopfers werden da gleichmäßig verteilt. Der Arme, der sich in demselben Punkt versündigte wie der Reiche, wird mit den guten Werken, die der Reiche auf Erden übt, ausbezahlt, ausgeliefert und befördert. Darum sage ich dir, daß es eine Ausnahme geben muß; wenn eine Seele hier schnell befreit werden soll, dann muß sich eine Seele absolut in der Welt aufopfern für sie.“

Jesus: „Nun aber komme weiter. Es gibt noch einen Ort, der noch schrecklicher ist und noch ernster. Dieser ist von der Hölle gar nicht verschieden, nur mit dem Unterschied, daß diese Strafe nicht ewig dauert, während die Höllenstrafe ewig dauert. Hier sind diejenigen, die da starben in Meiner heiligen katholischen Kirche, die aber Meine Gebote und die Gebote der heiligen Kirche nicht mehr beachtet, die sich von ihr losgetrennt, den Rücken ihr gekehrt und so auch den Rücken gekehrt ihrem Gott und Herrn, aber doch im letzten Augenblick sich noch bekehrt zu Gott um des Gebetes frommer Seelen willen; da sie aber auf Erden Mir den Rücken gekehrt, sollen sie jetzt büßen, büßen bis es Mir gefällt, sie zu befreien.

An diesem Ort sind auch die Ungläubigen, die noch außerhalb der Kirche stehen, die zwar an einen Gott geglaubt und gelebt nach dem, was in ihrem Gewissen geschrieben steht, aber sich doch keine weiteren Mühen gaben, um zu erkennen, wo der rechte Glaube zu finden sei. Die Ungläubigen, das sind die Heiden und die Irrgläubigen: Juden, Heiden, Irrgläubige und die Sorte Christen, die Ich dir gezeigt.“

Barbara: „Jetzt kommen die heiligen Schutzengel und jeder hat seinen Schützling an der Hand. O meine Königin, o meine Mutter! Vor allem bitte ich Dich um den Priesterfreund von N., denn da das Priestertum vorausgeht auf Erden, muß es auch vorausgehen in der Ewigkeit. Wir alle sind verpflichtet, wir Kinder der heiligen katholischen Kirche, für unsere Hirten zu beten. Du Selbst hast sie ja bevorzugt. Ich bitte Dich für diesen Priester.“

Maria: „Hier, Meine Tochter, hier!“

Barbara: „Ich danke Dir! O ich bitte Dich für noch mehr Priester. Jetzt kommen Klosterfrauen, und ich sehe ganz junge Klosterfrauen. O ich bitte Dich für alle, die mir empfohlen sind und die in N. gestorben sind. Welch ein himmlischer Triumphzug. O mein süßester Jesus!“ Luise: „Ich bitte Dich für die zuletzt verstorbenen Schwestern in N. und N.“

Maria: „Sie alle sind dabei!“

Barbara: „Sie haben alle Kränzchen auf von roten und weißen Rosen. O welch herrliche Schar! O gib mir auch Herrn N. Es kommen noch Jungfrauen, lauter Jungfrauen, und sie singen ein Lied, das niemand singen kann: „Lobpreis und Ruhm sei Dem, Der da kommt im Namen des Herrn. Hochgelobt sei das Lamm, Das da ist geschlachtet worden. Geschlachtet ist der Bräutigam reiner Seelen...

Jetzt aber schließen sich die anderen an, und ich sehe sie alle, begleitet von ihren Schutzengeln, heraustreten aus der Pforte, mit Palmzweigen in der Hand. Das sind alle: Jeden Standes, jeden Alters, jeden Geschlechtes, die da durch große Trübsal eingegangen sind. N. ist auch dabei, und N. und N. und Herr N. ist auch dabei und ...“ Lieschen: „Ist denn mein Vater auch dabei?“

Maria: „Der ist schon im Himmel, er ist schon erhöhter, die anderen sind jetzt erst herausgetreten.“

Barbara: „War denn auch die Generaloberin von N. dabei?“ Und jetzt öffnet sich das Goldene Tor ... und die Schar zieht ein. Lieschen: „O gib mir doch meinen Bruder.“ Luise: „O gib ihr doch ihren Bruder, um der Schmerzen willen, die ich schon ausgestanden. Sieh, mein Jesus, wenn es sein protestantischer Sohn erfährt, gewiß wird er dann übergehen in die heilige katholische Kirche. O meine liebe Mutter, nimm ihn doch mit!“ Lieschen: „Ich setze mich für ihn ein. Diese Uneigennützigkeit muß Dich versöhnen.“ Darauf sagte Jesus feierlich:

Jesus: „Ich muß brechen die Fesseln, die Bande, Ich muß Meine Gerechtigkeit überbrücken durch Meine Barmherzigkeit. Ich muß der Menschheit beweisen, wie gut Ich bin. Seht, mit einem Haar hat sie Mich verwundet, und um der Liebe willen muß Ich ihn herausführen, denn er ist noch gefangen in jener Schar, die da unwiderruflich leiden sollen, weil sie Mir den Rücken gekehrt. Nun aber, da du dich für ihn eingesetzt, geht er mit dir hinüber. Du bist die Brücke, auf der er emporsteigt.“

Und jetzt umarmt ihn die liebe Mutter und führt ihn Ihrem Sohne vor, und Sie zeigt herab auf eine Person. Lieschen: „Gelt, lieber Bruder, jetzt siehst du, welch ein Unglück, daß du uns nicht gefolgt?“ Wie vernichtet steht er da, dieser Mann, wie schämt er sich vor seinem Gott.

Barbara: „Mein Jesus! Das Kleid der Glorie fehlt ihm noch. O mein Jesus, o meine liebe Mutter, o meine heiligen Patrone, o kommt doch, bereitet ihm das Kleid der Glorie. O mein Jesus! Du hast mir gesagt an meinem Vermählungstag, daß ich mich an Deine heilige Mutter wenden solle, weil ich mich gar so sehr schämte, und Sie gab mir einen Blumenstrauß, und das waren alle Ihre Verdienste. Siehe, dies Sträußchen nehme ich wieder und bringe es Dir dar, und um Deiner Tugenden und der Tugenden Deiner heiligen Mutter willen gib ihm doch das Kleid der Glorie. O er schämt sich, er ist wie vernichtet vor seinem Gott. Mein Jesus Barmherzigkeit! O ihr Kinder der katholischen Kirche, welches Glück, ein Christ zu sein. Seht, dieser war ein Christ, und weil er seinen Glauben verschleudert, seht, wie beschämt er dasteht vor seinem Gott.“

Jesus: „O ihr Kinder der katholischen Kirche, seht, seht! Alles ist gutzumachen, alle Sünden, die gebeichtet und gebüßt sind. Aber niemals, niemals kann eine Seele, die ausgetreten ist aus der heiligen katholischen Kirche zu der Glorie gelangen, zu der sie hätte gelangen können. Niemals kann dein Bruder zu der Glorie gelangen, zu der du gelangen kannst und wirst und auch deine Geschwister gelangen können. Niemals wird er schauen alle deine Geschwister, denn deine Geschwister, sie freuen sich in einem Licht, in einer Glorie, das niemals dein Bruder schauen wird, aber er ist glücklich, und das muß dir genügen.

Siehe, Mein Kind, er ist ja nicht ausgeschlossen, aber du mußt wissen, daß es viele große Abstufungen gibt und geben muß. Die Gerechtigkeit verlangt dies, und der Christ, der sich auf Erden begnügte mit wenig, der muß sich auch hier begnügen mit wenig. Er ist ja glücklich und zufrieden, er ist eingegangen in die ewige Ruhe. Er ist glücklich und zufrieden, wie kein Mensch auf Erden glücklich und zufrieden sein kann, aber jene Glorie schaut er nicht, die kann er nicht schauen.“

Barbara: „O stimmt doch jetzt mit ein, o freut euch doch jetzt! Jetzt beginnt im Himmel der Jubel. Die Seelen beginnen zu jubeln; jetzt beglückwünschen sie sich. O welche Freude! Der ganze Himmel steht auf und begrüßt die Neuangekommenen, und jetzt werden die Plätze verteilt.

Die Priester gelangen zu jener Stufe, denn sie sollen ja mit Ihm die Welt richten, die Welt regieren. Die Klosterfrauen sind eingetreten in die Schar der Jungfrauen, die da dem Lamm folgen, wohin es immer geht. Die übrigen werden eingeteilt je nach den Tugenden, die sie geübt, je nach den guten Werken, aber alle sind glücklich.

Ein Glückwünschen, ein Jubeln, eine Freude, die ich nicht schildern kann. Und es beginnt ein Schaffen, eine Tätigkeit. Es bereitet sich da alles vor auf ein großes Fest. Die Freude ist noch gedämpft, sie ist noch getrübt.“

Jesus: „Ja, du verstehst das nicht, Meine Tochter. Die streitende Kirche auf Erden geht mit der triumphierenden Kirche Hand in Hand. Die streitende Kirche auf Erden liegt in tiefer Trauer. Siehe, die Himmelsbewohner nehmen teil an dieser Trauer, weil das Lamm Gottes geschlachtet ist. Darum freue dich auf den Ostermorgen, da sollst du mehr sehen.“

Barbara: „O Herr, gelt, da dürfen wir auch kommen.“

Jesus: „Ihr alle dürft herzukommen. Meine Kinder, bereitet euch vor.“

Barbara: „Wann kommst Du denn, o Herr? Wir wollen Dir entgegenharren; wir wollen Dich mit Sehnsucht erwarten!“

165 Osternacht 1897

„Sooft eine Seele den Sieg errungen und erkämpft hat“

Lied: O Christen jauchzt und triumphiert ...

Barbara: „O hochheilige Nacht! O vereinigt euch mit mir. Kommt herbei und seht! O wie glücklich, o wie unendlich glücklich! Vorüber ist die Trauer, vorüber sind die Tränen, alles Seufzen und Jammern ist vorüber. Hinaus eilt Sie vor die Stadt, nicht mehr armselig wie dort unter dem Kreuz, als Er Ihr begegnete, ächzend und stöhnend unter der Last des Kreuzes. Seht Ihn mit der Siegesfahne in der Hand. Weit spielt Sein Kleid in der Luft, weit hinten nach. So zieht Er einher und eine große Menge begleitet Ihn.“

Jesus: „Meine Tochter, dies sind die Seelen, die Ich abgeholt an dem Ort, wo du gestern von Meiner heiligen Mutter hingeführt wurdest. Sie sollen jetzt mit Mir einziehen in die Goldene Pforte. Komm mit Mir. Schließe dich an und sieh den Jubel, das Festgepränge, womit jetzt die triumphierende Kirche Ostern beginnt.“

Barbara: „O mein Jesus! Auch ich schließe mich an, auch ich wünsche Dir Glück. Freut euch mit mir! O kommt doch, ihr Menschenkinder, dorthin sollen auch wir dereinst gelangen, in jenes glückselige Reich, wo es keine Tränen, keinen Schmerz mehr gibt. O mein Jesus! Ewig herrschend, ewig triumphierend! Heute sehe ich eine unabsehbare Schar auf ihren Thronen sitzend, und sie erheben sich, ihren Herrn und Gott zu begrüßen. Es sind die Seraphim und Cherubim, es sind die neun Chöre der heiligen Engel, die Ihm entgegeneilen. Eine neue Herrlichkeit erfüllt den Himmel, ein neuer Glanz. Unaussprechlich! O mein Gott! O Tod, wo ist dein Stachel? Tod, wo ist dein Sieg?

O mein Gott! O mein Gott! Unaussprechlich glücklich! Ja, die heilige Osternacht ist eine glückselige Nacht. Niemals ist es auszusprechen, was das arme Herz empfindet, wenn es vereint mit Dir, seinem Herrn und Gott, Dinge schauen darf, die es nie begreifen kann, außer wenn Du es ihm erschließt. Aber Osternacht, du bist erst die Morgenröte, jetzt aber ist es Mittag, wo die Sonne steht am höchsten Punkt..., denn eingegangen ist Er in Seine Herrlichkeit, eingegangen für alle Ewigkeit. Du armes Herz, nein, du kannst es nicht aussprechen, was du empfindest. Ich danke Dir, o Jesus! Ich danke Dir, daß Du Dich gewürdigt hast, zu mir zu kommen. O ihr alle, die ihr mir gefolgt seid bei Seinem Einzug, kommt und lobt und preiset jetzt mit mir und saget mit mir Dank.“

Jesus: „Meine Tochter! Siehe, wie Ich vorausgegangen und wie Ich zu Meinem Vater zurückgekehrt bin, aber nur erst durch Leiden und durch den allerbittersten Tod, so sollt auch ihr nach diesem kurzen Erdenleben ewig dereinst mit Mir herrschen und triumphieren. So wie du gesehen hast, wie der ganze Himmel sich freute bei Meinem Einzug, so ist die Freude beim Einzug einer jeden Seele. Sooft eine Seele den Sieg errungen und erkämpft hat, wiederholt sich dieser Einzug, wenn auch nicht in so feierlicher Weise, aber für die Seele auf dieselbe Weise wie für Mich, denn jede Seele trägt Meinen Geist in sich, ist Mir ähnlich; jede Seele hat den Weg durchzulaufen, den Ich gegangen bin. Darum sollen sie auch denselben Triumphzug feiern. Meine Tochter! Verlange eine Gnade von Mir, Ich will sie dir gewähren.“

Barbara: „Mein Jesus! So verlange ich denn von Dir, daß Du bewirken mögest, daß die Kirche recht bald Dein Verlangen erfüllen möge, und die Priester es glauben und annehmen, daß Du die Einführung der oftmaligen heiligen Kommunion befördern willst, und daß alle Menschen gerettet werden. Mein Jesus, wenn es möglich wäre, gleich wie Du Dein Leiden Deinem himmlischen Vater für alle Menschen geopfert hast, für alle Menschen gelitten hast, so möchte ich, wenn es möglich wäre, leiden bis zum Jüngsten Tag, wenn ich damit alle Menschen retten könnte für den schönen Himmel. O könnte ich mein Herz so viele Male teilen, wie es Menschen auf Erden gibt; denn je mehr ich eingeführt werde in die Schönheit der Menschenseele und die Glückseligkeit, die sie dereinst genießen soll, desto mehr wächst mein Durst nach Seelen. O mein Jesus, nimm mich doch hin, o nimm mich hin für die Stadt M.. O ist es möglich, daß noch eine Seele verlorengeht, o ist es möglich, daß eine Seele um so eitler Dinge willen Dich verscherzen und Dich nicht mehr genießen kann und Dich nicht sehen darf die ganze Ewigkeit?

O mein Jesus, ich laß Dich nicht! Du willst, daß ich eine Gnade von Dir begehren soll. Ich will keine andere Gnade, als daß keine Seele verlorengeht. Sieh, mein Jesus, es ist nicht immer Bosheit, wenn die Menschen sündigen. Du hast ihnen einen Leib gegeben, der sie abwärts zieht. Sieh, jeder noch so große Sünder hat immer noch eine gute Seite, und diese opfere ich Dir auf. Viele gibt es auch, die mit Vertrauen und Glauben Dich bitten für jene armen Sünder. Ich opfere Dir alle die Leiden Deines ganzen Lebens, besonders aber der drei letzten Stunden, alle Leiden Deiner heiligen Mutter, denn in Ihrem ganzen Leiden ging nie ein Wort der Klage aus Ihrem Munde. Nie beklagte Sie Sich über Ihre Feinde, alles verzieh Sie, nur um diese Seelen zu retten. Ich schließ mich Ihr an. Du hast gesagt, solange es Menschen gibt, die Sühne leisten für die Sünder, solange es Menschen gibt, die Sühneleiden dem Ewigen Vater aufopfern, solange müsse Er versöhnt werden.

Mein Jesus, rette die Seelen, erbarme Dich ihrer! Sieh, ich will alles leiden und erdulden, alles, was in meinem Geist vorgeht, alle Seelenpeinen in Vereinigung mit den Seelenpeinen, die Du in Deinem Herzen erduldet während der dreiunddreißig Jahre, besonders aber in den letzten drei Stunden, bis Deine heilige Seele aus Deinem gebenedeiten Leibe ausgefahren ist, alle meine Leibespeinen, denn siehe, wie mein Körper abgemattet ist, wenn ich einige Tage nacheinander diese Leiden durchmachte. Niemand glaubt es, weil ich mich fortschleppe, Du aber siehst es. Aber niemals will ich mich beklagen bei einem Menschen, der nichts davon weiß. Ich opfere Dir all diese Schmerzen und Leiden, die in diesem Jahr gelitten wurden in der ganzen Welt, die Gebete aller frommen Christen auf Erden für die armen Sünder, daß sie Dich erkennen, ganz besonders aber für die Seelen, die mit uns verkehren, die bei uns einkehren. Nein, nicht eher laß ich Dich heute, bis Du mir versprichst, daß keine Seele verlorengeht von diesen, denn wo Du eingehst, da darf keine Seele verlorengehen. O meine zwei Mitschwestern, helft mir doch bitten.“

Jesus: „Harret aus, Meine Kinder! Bleibet standhaft in der Liebe, einig in wohlwollender Liebe, in wohlwollender Nächstenliebe für eure Brüder, die abgeirrt sind vom rechten Weg, denn Ich Selber habe dir gezeigt, daß eine Zeit kommt, wo der Baum geschüttelt wird und die faulen Glieder gereinigt und ausgesiebt werden. Wohl denen, die in der Nähe von Seelen leben, die es verstehen, Meinem Herzen Gewalt anzutun. Es werden wohl viele Seelen gerettet um der Sühneleiden treuer Seelen willen und um des Eifers Meiner Diener willen, die Meine Herde leiten, aber doch nicht alle können gerettet werden, weil nicht alle gerettet sein wollen.

Diejenigen, die auch nur noch ein Fünkchen guten Willens sind, die sich nur noch – und wenn es an der äußersten Spitze ist – an Meine Kirche anschließen, sollen gerettet werden, ja selbst diejenigen noch, die im letzten Atemzug in sich gehen und zurückdenken an das Glück, das sie verscherzt, und sich so im Geist noch anschließen an Meine heilige Kirche, sollen alle, alle gerettet werden um des Gebetes so vieler frommer Seelen willen.

Viele werden herbeiströmen und sich laben an den Früchten, die Ich reichlich austeilen werde in Meiner heiligen Kirche, in dem Liebesbund, den Ich gründen will; der bestehen soll unter Reich und Arm, unter Laien und Priestern, unter klösterlichen Genossenschaften, wie in der Welt, in den Familien, wie in jeder einzelnen Seele, wenn sie sich nur anschließen wollen und teilnehmen wollen an den Gnadenschätzen, die Ich ausgießen und ausbreiten werde durch die leitenden Kanäle, die da reichlicher sprudeln als je seit dem ersten Bestehen Meiner Kirche. Denn Ich werde dafür sorgen, daß alle Priester, die diese Schriften lesen, die eingetreten sind in den eucharistischen Verein, daß sie Kanäle werden, durch die das Wasser der Gnade in reichlicher Fülle hineingeleitet wird in die Herzen Meiner Kinder. Und so wird nach einiger Zeit in Meiner Kirche ein gar herrlicher Ostermorgen anbrechen, noch viel herrlicher und glorreicher als derjenige ist, der diese Nacht anbricht.

Meine Diener, ihr müßt wissen, daß ihr in die Karwoche eingetreten seid, die Karwoche hat für euch begonnen, und ihr müßt arbeiten bis zum Karsamstag. Erst kommt ein gar schmerzlicher Karfreitag, dann kommt ein kleiner Ruhetag, darauf folgt ein gar herrlicher Ostermorgen.“

Barbara: „O mein Gott! O mein Gott! Wie glückselig bin ich heute. O ich kann Dich nicht verlassen. O schenke mir alle meine Verwandten bis ins vierte Glied hinein und gib, daß niemand, der mit uns verkehrt, der mit uns in Berührung kommt, verlorengeht. Ferner bitte ich Dich auch, weil Du gesagt, ich möge eine Gnade von Dir verlangen, für alle, die guten Willens sind, die sich vorgenommen haben, Dir treuer zu dienen, bekräftige den guten Willen in ihnen, entflamme das kleine Flämmchen zu einem großen Feuer, daß sie ihr Kreuz gern tragen, denn nur dadurch kann der Christ sich heiligen, wenn er mit Geduld an dem Posten steht, den Du ihm angewiesen hast, wenn er sein Gebet fleißig übt und der Kirche Gehör schenkt, denn Du willst, daß alle Dir dienen, wo Du sie hingesetzt.

Ich bitte dich auch, daß die Glieder, die eintreten, die gleichen Rechte haben wie Deine liebsten Kinder. Darum bitte ich für die Lauen und Schwachen, daß auch sie herbeikommen, um Dich zu lieben mit uns. Ich bitte Dich auch besonders für die vollkommenen Seelen, die Dich lieben und nichts suchen als Dich allein, für die Klosterleute, die Priester, für alle, welche die Schriften lesen und glauben, daß Du mit uns verkehrst. Ich bitte Dich auch für die Armen Seelen, Deine liebsten Kinder, denn Du hast versprochen, daß der Einzug noch größer sein soll als dies am heiligen Karfreitag geschehen.“

Jesus: „Meine Tochter, deine Bitte sei dir gewährt. Komm!“

Barbara: „O ihr lieben, heiligen Schutzengel, begleitet mich. Die liebe Mutter Gottes, Sie hat den Rosenkranz in der Hand, Sie zeigt den Rosenkranz. Es gibt eine Bewegung und ein großer Zug stellt sich auf. O mein Gott, ist es denn möglich, daß noch eine Seele zurückbleibt? Sion, mache auf deine Tore. Ja, heute ist der Einzug viel zahlreicher, viel herrlicher und glorreicher als am heiligen Karfreitag.“

Jesus: „Ja, es ist aber auch der Ostermorgen!“

Barbara: „Gelobt sei Jesus Christus! Gelobt sei Jesus Christus! Gelobt sei Jesus Christus! So schallt es unaufhörlich. Gelobt sei Jesus Christus in Seinen heiligen, glorreichen fünf Wunden. Es ist nicht auszusprechen, nein, ich kann das Glück nicht beschreiben, meine Sprache ist zu elend, zu armselig. Besser ist es, wenn man schweigt, denn kein Auge hat es gesehen, kein Ohr hat es gehört und in keines Menschen Herz ist es hinabgestiegen, was Gott denen bereitet hat, die Ihn lieben. Deswegen, o mein lieber Jesus, nur noch eine Bitte für die armen Sünder. O die Armen Seelen sind glücklich, sie haben Hoffnung. Nicht wahr, o Herr, besser ist es zu beten für die Sünder als für die Armen Seelen?“

Jesus: „Du sollst das eine tun und das andere nicht vernachlässigen, durch jene wird Mein Name verherrlicht, durch diese aber wird Mein Name geschändet.“

Barbara: „O stimmt doch mit mir ein, o stimmt doch mit mir ein. Lobpreiset doch mit mir die Himmelskönigin, denn Er will es ja, daß Seine heilige Mutter geehrt werde, denn Seine heilige Braut, die Kirche, hat es angestimmt heute. Hochpreiset ...

Kniet alle nieder, denn Er will euch segnen mit Seiner gebenedeiten Hand, mit Seiner von Licht überströmten, Licht ausstrahlenden Hand. O segne auch alle unsere Verwandten, Bekannten, Freunde und Feinde. Ich danke Dir für die unaussprechliche Liebe, mit der Du mich heimgesucht. O laß doch die Stadt Mainz es erfahren, daß Du Deine Macht ausgebreitet, indem Du die Gottlosen niederhältst, damit sie nicht ausarten in diesen Tagen, weil Du willst, daß Deine Festtage mehr geschätzt und geehrt werden. Segne die Stadt, daß sie nicht so ausarten kann an dem heiligen Ostermorgen.

Du hast es ja gesagt, daß über der Stadt Mainz ausgebreitet sei ein göttliches Walten. Halte Deine Rechte über sie, und die Herzen werden gedämpft. Ich bitte Dich im Namen unseres Bischofs und aller Priester, ja, in Deinem Namen Selbst, denn Du sagtest: Alles, um was ihr den Vater im Himmel bitten werdet in Meinem Namen, das wird euch gewährt.“

Jesus: „Deine Bitte sei dir gewährt, Meine Tochter!“

166 Freitag vor dem Weißen Sonntag 1897

„Weil Meine Kirche wieder siegen soll über das neue Heidentum“

Lied: Wundersam ...

Barbara: „Gelobt sei Jesus Christus! Hochgelobt und angebetet sei das hochheiligste Sakrament des Altars! Mein Jesus! Wie danke ich Dir für die unendliche Liebe und Herablassung zu uns armseligen Menschen. Ich lobe und preise Dich und danke Dir im Namen aller Menschen, denen Du Gutes erwiesen und Dir nicht danken. Ich danke Dir auch für alle Leiden, die Du über uns kommen läßt. Mein Jesus! Ich hielt es für unmöglich, daß ich mich von Dir trennen könnte, und doch glaubte ich nicht, daß Du mich heute heimsuchen würdest. Unmöglich ist es mir, mich jemals von Dir zu trennen. O wenn es je sein sollte, dann rufe mich ab aus diesem Leben.

Ich weiß wohl, daß es stärkere Seelen gibt, die Dich lieben, ohne Dich zu schauen und zu genießen. Diese sind weit besser als ich. Aber sieh, Du hast mich einmal so verwöhnt, daß ich ohne Dich nicht mehr sein kann. Darum, wenn die Zeit kommt, wo Du mich nicht mehr heimsuchen willst, dann laß auch die Stunde schlagen, wo Du mich aus diesem Leben wegnimmst, denn ich kann nicht mehr leben ohne Dich, denn Du bist mein ein und mein alles. Ich habe nichts anderes gesucht als Dich, darum kann ich auch ohne Dich nicht leben.“

Jesus: „Meine Tochter, wie töricht! Wie kannst du glauben, daß Ich dich verlasse, wenn nicht du Mich verlässest. Was kümmern dich die Menschen, die heute so sprechen und morgen so, denen niemand recht tun kann auf der ganzen weiten Schöpfung. Und je mehr du Mich lieben willst, desto tiefer mußt du eingehen in das Leben deines Geliebten.

Du mußt wissen, daß Meine Kirche zu einem neuen Leben erstehen soll, daß die Guten sollen ausgeschieden werden von den Gottlosen, und wenn es nun wirklich in Erfüllung gehen soll, was jeder mit Augen sieht und mit Händen greifen kann, daß die Zeit gekommen ist, wo es einen Umschwung geben muß, dann müssen freilich die Dinge eintreffen, die da Tag für Tag erscheinen in der Welt.

Du mußt aber auch wissen, wenn die Kirche und die Kinder der katholischen Kirche sollen zurückgeführt werden in ihrenUrsprung, zur ursprünglichen Erneuerung, in der sie waren, dann müssen dieselben Zeiten kommen, wie die waren, die damals über Meine Kirche gekommen sind. Ich, das Haupt der Kirche, Meine Mutter, Meine Apostel und alle die ersten Christen mußten der Same sein zu dem neuen Christentum, das da über die ganze Welt sollte ausgebreitet werden. Und ist es uns denn anders ergangen?

Solange der Mensch, auch wenn er noch so gelehrt ist und in der Wissenschaft gestiegen ist bis zu des Himmels Firmament, wenn er aber noch nicht eingegangen ist in die Leidensschule, die Ich und alle die Meinigen erfahren haben, solange kann er noch nicht sagen, daß er ein wahrer Liebhaber Meines Herzens ist. Derjenige, der dem Leiden entflieht, der sich allzusehr fürchtet vor dem Achselzucken, vor der Verachtung seiner Mitbürger, ist noch kein Kreuzträger. Darum nur mutig voran, nicht abwerfen das Kreuzlein, das Ich dir auf die Schulter gelegt, nicht umschauen, wer da nachfolgt, nur vorwärtsschauen! Nur vorwärtsschauen auf Den, Der an der Spitze steht, Der wohl das schwerste Kreuz getragen, dir voran.

Einen geheimnisvollen eucharistischen Kreuzweg sollst du gehen, und nicht eher wirst du alles verstehen, was Ich mit dir vorhabe, bis du wirst eingegangen sein mit Mir in die ewige Herrlichkeit. Laß da schreien, wer schreien will, laß kritisieren, bleibe du Mir nur eine treue Kreuzesbraut. Liebhaber habe Ich viele in der Welt, aber wenige, welche die Schmach und Verachtung mit Mir teilen wollen; und weil Schmach und Verachtung deinen Weg schmücken sollen dein ganzes Leben hindurch, darum schaue dich nicht um nach den Dingen, die da vorgehen; denn einmal geht es nicht anders, und mögen sie von einer Seite kommen, wie sie wollen, das muß dir gleichgültig sein.

Verstehst du Mich? Ob aus weiter Ferne, oder von deiner nächsten Nähe; die Hauptsache ist, daß Ich bei dir bin, daß Ich neben dir einhergehe, daß Ich dich an der Hand führe in Meiner Kirche. Ihr aber, Meine Diener, ihr sollt wissen, daß das alles Mir wenig Freude macht: Monatelang und jahrelang um etwas herumstreiten, was Meinem Reich wenig nützen kann. Seht, was hat man Mir nicht Fallen gelegt, Fallstricke, um Mich zu fangen? Man führte Mir die Ehebrecherin vor, man zeigte Mir die Zinsmünze, man probierte hin und her, ob nicht etwas zu kritisieren sei.

Weil man die Lehre, die Ich verkündigte, nicht annehmen wollte, deswegen paßte sie nicht, und so ist es mit Meinen Feinden, solange die Welt steht, und ihr möget euch stellen, wie ihr wollt, so wird man euch Fallstricke legen, weil ihr nicht mehr seid und nicht mehr sein könnt als euer Meister und Herr. Es ist nicht wahr, daß es Meiner Kirche mehr schaden kann, wenn ihr ruhig darüber hinweggeht, im Gegenteil, ihr wißt, und Ich habe euch genug darauf vorbereitet auf die Zeit, die da kommen soll, wo eure Feinde an dem Eckstein sich stoßen werden, der Ich für sie war und noch immer bin. Nur die können zu Mir kommen, die selbst zum Eckstein werden all denen, die sich wegen Mir an ihnen stoßen, anstoßen werden. Aber nur sie können dereinst zu Mir kommen, denn ihrer ist das Himmelreich.

Ja, haltet zusammen, denn je mehr die Welt schreit, desto fester und inniger schließt euch an Mein liebendes Vaterherz. Solange es noch Seelen gibt, die mit Mir leiden und dulden, die nach Mir sich sehnen, kann die Welt nicht zugrunde gehen. Denn dazu bin Ich unter ihnen geblieben, um der Tröster derjenigen zu sein, die nach Mir verlangen, die glauben, daß Ich in der Welt gelebt, und daß Ich noch in ihr lebe. Betrübt euch nicht! Wie wird Mein Herz geschmäht, verachtet und zurückgesetzt und doch muß Ich zufrieden sein, und seht, ob es nicht kränkend ist für ein liebendes Herz, wenn es jahrein und jahraus von denjenigen zurückgestoßen wird, denen es nachgeht, die es aufsuchen möchte und es wird hartnäckig zurückgestoßen. Und doch bin Ich bereit, ein solches undankbares Herz, und wenn es Mich sein ganzes Leben hindurch bis zum 80. oder 90. Lebensjahr zurückgestoßen hat, noch aufzunehmen, wenn es im letzten Augenblick doch noch kommen möchte.

Siehe, ob du denn nicht verzeihen kannst, du armer Mensch, auch wenn dein ganzes Leben aufgeht in Verfolgung, wenn du, der du es so gut meinst und so gern den Mitmenschen helfen möchtest und statt dessen dich zurückgestoßen fühlst.

Verstehe doch einmal, was Ich dir sagte, glaube doch, daß Meine Religion, die Ich vom Himmel gebracht, und die Ich niedergelegt in Meiner heiligen Kirche, eine geheimnisvolle ist, die niemals, solange die Welt steht, ganz wird ergründet werden können. Geheimnisvoll ist und soll sie bleiben; denn dann wäre sie nicht mehr göttlich, wenn sie nicht geheimnisvoll wäre; göttlich, wenn die Menschen, die sie ausüben, sich sehnen nach jener Klarheit, von welcher aus sie nicht mehr in Geheimnissen und Bildern schauen werden, sondern unverhüllt von Angesicht zu Angesicht!“

Barbara: „O Herr, freust Du Dich denn auf die Kinderkommunion?“

Jesus: „Ja, Ich freue Mich, Ich sehne Mich nach dieser Stunde, denn dazu bin Ich in die Welt gekommen, dazu habe Ich dieses Liebesmahl erdacht und eingesetzt, um Mich in den Menschen zu erfreuen, zu erquicken; denn es ist Meine Freude und Mein Trost, in den Menschenkindern zu sein, und diese Geschöpfe, die doch noch nicht so boshaft sind, noch den Engeln gleich, o wie sehne Ich Mich nach ihnen!“

Barbara: „Und ich sehe viele, die zurückgehen, die fortgehen.“

Jesus: „Das sind jene Kinder aus gottlosen Familien, die Mich zwar an diesem Tag empfangen, weil Meine Diener sie herbeigeführt, die aber dann nicht mehr zurückkehren, weil die Kinder die Wege der Eltern gehen. Geheiligte Eltern – geheiligte Kinder; gottlose Eltern – gottlose Kinder! O daß doch einmal die Welt begreifen möchte, wie notwendig es ist, daß das innere Leben recht gepflegt und gehoben wird, das innere Leben durch Meine Diener. Keiner braucht zu sorgen für die zeitlichen Verhältnisse, denn dafür sorgen alle Menschen, hoch und nieder, reich und arm, aber die geheimnisvolle Welt in jedem Menschen, die geheimnisvolle Welt, in der Mein Geist wohnt, diese zu fördern, das ist die große Aufgabe, die Ich Meinen Dienern stellen will und auftragen will.

Anstatt hinauszuschaffen aus Meiner Kirche den Glauben an übernatürliche Dinge, sollte man ihn pflegen mehr denn je, denn der Mensch braucht Trost und Hilfe in seinem Glaubensleben, und was kann ihn mehr trösten, als wenn er glauben kann, daß Ich mit ihm zufrieden bin. Ja, nur dann wird er sich bemühen, auch den Weg zu gehen, den Ich ihm vorgezeichnet habe.

Es gab wohl eine Zeit, wo diejenigen nicht verfolgt wurden, die dieses anerkannten, die Mir auf diesem Wege folgten, aber diese Zeit ist dahin. Und je mehr die Welt hinabsinkt in den Unglauben, je weniger Bedürfnis sie hat, ihren Gott zu erkennen, Ihn zu lieben und Ihm zu dienen, desto mehr werden diejenigen, die dazwischen stehen, verfolgt werden, und weil nun Meine Kirche wieder siegen soll über das neue Heidentum, das da herangewachsen ist, so muß auch die Zeit wieder werden wie sie am Anfang war. Ein Martyrium sollen diejenigen durchleben, die der Same zu dem neuen Christentum werden sollen, das da aus dem Heidentum herauswachsen und herangebildet werden soll...

Darum kümmert euch nicht, fahret fort, auf diese Zeit folgt eine andere. Und nun lebet wohl, Meine Kinder!“

Barbara: „O Herr, sag uns doch Deiner Diener wegen, lebt denn die D.V. nicht?“

Jesus: „Das löst sich noch. Es kommt die Zeit, wo Ich ihnen sagen werde: Seht, was ihr alles bezweckt mit eurem Hin- und Herrennen, wo Ich ihnen alles klar darlegen werde, aber für jetzt noch nicht. Es ist einmal die Zeit des Kampfes; sie sind diejenigen, die auf dem Kampfplatz stehen.“

Barbara: „Mein Jesus! Ich bitte Dich auch für diejenigen, welche meinem Gebet empfohlen sind, besonders N. Wenn es Dein heiliger Wille ist, so führe sie in Deine heilige Kirche.“ (Protestantin)

Jesus: „Rede nur der Frau zu, daß sie die Mutter Gottes recht verehrt, Meine heilige Mutter, im Monat Mai. Ja, Meine Kinder, einen Sünder bekehren, zu einem Sünder Mich herablassen in unendlicher Liebe und Barmherzigkeit, wie bereit wäre Mein Herz, aber ihr wißt, daß Ich dem Menschen freien Willen gab, Verstand und Gedächtnis, drei Seelenkräfte, damit er sie verwerte und ausnütze. Wenn nun der Mensch mit seinem ganzen Willen Mir widersteht und Meinem Feind zuhält, seht doch die Kluft, die überbrückt werden muß!“

Barbara: „Ja, mein Jesus! Sieh doch, wir wollen die Brücke sein, aber freilich, ich bin selbst eine armselige Sünderin, die Dich Tag für Tag beleidigt, aber Du hast gesagt, ich soll über mich weggehen, und Du hast auch gesagt, daß deswegen die öftere, heilige Kommunion eingeführt werden soll, damit sich viele Seelen inniger an Dich anschließen und Dich bitten für die Sünder, für die Seelen, und Du willst auch, daß die Familienväter und Mütter auf ihre Kinder, die sich dem jungfräulichen Stand widmen, achten sollen, nur weil Du willst, daß es mehr innigere Seelen gebe, welche für die Sünder beten und für sie leiden und sühnen.

Sieh, wir wollen alle gern die Verachtung annehmen. O verschone Deines Volkes, gedenke, daß Du uns nicht erschaffen, um uns zu verderben, verschone die armen Sünder. Sieh, all die Künste, welche die Menschen entfalten, wer hat sie ihnen gegeben? Niemand anders als Du, und sie lieben Dich nicht! Dich, den Schöpfer alles dessen, kennen sie nicht. Was ist alle Kunst und Wissenschaft wert, wenn sie Dich nicht erkennen?“

Jesus: „Ich verspreche euch: Viele Seelen werden sich bekehren, wenn ihr ruhig über all den Sturm hinweggeht, der da über euch hinweggehen wird, denn vieles müßt ihr noch erdulden; man wird euch verspotten von allen Seiten, aber Ich habe es euch vorausgesagt, so wie Ich es Meinen Aposteln und Jüngern vorausgesagt habe. In jedem Menschenherzen steht es geschrieben, daß es einen Gott gibt, aber das Menschenherz hat es ausgetilgt aus seinem Gedächtnis. Hinein muß es wieder in dieses Gedächtnis, das Andenken Gottes, und dazu brauche Ich großmütige Herzen, großmütige Seelen, starkmütige Seelen, die opferfreudig über alles hinweggehen, was über sie kommen mag.“

Nun wandte Sich der Herr an den Schwager von Barbara, der mit seiner Frau um die Protestantin angehalten hatte, und hinzugekommen war:

Jesus: „Du, Mein Freund, du kannst Mir diese Seele wahrhaftig zuführen. Sie hat ein gutes Herz, diese Frau!“

167 Fünfter Freitag im April 1897

„Darum freuet euch und werdet nicht mutlos“

Lied: Maria Maienkönigin ...

Barbara: „Eine solche Feinheit der Züge ist ausgeprägt auf Ihr. O wie schön bist Du, kein Geschöpf auf der ganzen weiten Welt ist mit Ihr zu vergleichen. Wie lieblich und freundlich ist Ihr Auge, wie himmlisch Ihr Gesicht! O meine Königin! O meine Mutter! Du würdigst Dich, uns Arme heimzusuchen, mit den Deinen zu verkehren, die doch Sünder sind, die Dich aber lieben wollen, die Dir nachfolgen wollen auf dem steilen Pfad, den Du vorausgegangen bist.“

Maria: „Meine Kinder! Ich bin gekommen, um euch zu sagen, wie sehr der Himmel sich freut und Ich mit ihm, mit allen Himmelsbewohnern, auf die schöne Maienzeit, auf den schönen Monat, der so recht passend Mein ganzes Leben versinnbildlicht. Die Kirche schmückt Meine Altäre mit frischen Blumen, den Erstlingsblumen der Natur, und jeder gute Christ richtet in seinem Zimmerchen, wenn es auch sonst noch so arm, noch so ungeschmückt ist, ein Altärchen zu Meiner Ehre.

Siehe, deswegen freut sich der Himmel, und Ich mit ihm, weil Mein lieber Sohn es wünscht, daß die Kirche Mich verehren soll, daß sie in dem Sinnbild der Blumen, welche Meine Altäre schmücken, sich an Meine Tugenden erinnern, Mein Leben nachahmen und in Meine Fußstapfen eintreten soll, mit einem Wort: Daß es viele Seelen gibt, die Mir nachfolgen, viele Jungfrauen, denn wo ein Altärchen aufgerichtet ist, da kniet auch eine Jungfrau davor, um Mich zu verehren, um Mich um Meine Fürbitte anzurufen. Siehe, das ist das große Geheimnis, das die Welt nicht kennt, das Geheimnis des Gebetslebens, das Ich Mein ganzes Leben lang in so reichem Maße geübt habe, und das alle diejenigen, die Mir nachfolgen, desgleichen tun werden. Darum komme Ich heute, um durch dich Meinen Dienern, die Mich ganz besonders zu ihrer Mutter und zu ihrer allerreinsten Braut erwählt haben, eine Freude zu machen, um sie zu trösten.

Ja, Meine Kinder, geht hin und sagt euren Brüdern, den Priestern der katholischen Kirche, daß sie sich freuen möchten, daß sie vergessen möchten all den Schmerz, all den Undank jener Kinder der katholischen Kirche, die ihrer Stimme nicht gefolgt, daß sie aber auch sich freuen sollen und nicht der Traurigkeit sich hingeben; weil die Traurigkeit gar große Übel mit sich bringt, jenes traurige Schicksal, dem alle diejenigen verfallen, die so tief herabgesunken, daß sie ihre Priesterwürde vergessen und sich in den Schlamm hineinstecken, wo sonst nur die armen, eitlen Weltkinder zu suchen sind.

Wäre es möglich, dort Meine Priester zu suchen? Und doch ist es möglich! Seht, Meine Kinder, und besonders ihr, Meine Diener, wie traurig dies ist, aber setzt euch hinweg, Meine Diener, denn Ich verspreche euch, daß sie noch sollen gerettet werden, die so sehr euren Schmerz hervorrufen.

Aber seht, das Unglück kommt von der Traurigkeit, der diese verfallen sind und ihr zu viel Platz eingeräumt haben in ihren Herzen. Sie unterlagen der Prüfung, die Mein Sohn an sie stellte, denn alle, die Mir nachfolgen, und auch Meinem Sohn, müssen auf dem Weg gehen, den Wir gewandelt sind. Trockenheit, Unlust zum Gebet, dazu die Reize der Welt und die Lockungen der verderbten Natur, und der Mensch ist gefangen. Und wenn er dann vergißt, Mich anzurufen, wenn er dann vergißt, daß Ich die Mutter des Guten Rates bin, dann ist es geschehen um solche Diener, sie wälzen sich in einer Leidenschaft, die ihrer Natur gerade am meisten zusagt, und fallen von einer Sünde in die andere.

Ich sage dieses, damit Meine treuen Diener in diesem Monat bei ihrer Freude sich fort und fort an ihre unglücklichen Brüder erinnern und beständig diese Meinem Herzen anempfehlen. Ja, sage es allen Priestern der Diözese M., denn dem gemeinsamen Gebet kann Mein Sohn nicht widerstehen.

Euch aber, Meine Kinder, bitte ich, über all die Kleinigkeiten, die euch so niederhalten, hinwegzugehen, sie zu vergessen und alles Mir in diesem Monat zum Opfer bringen für die Bekehrung der Priester, die auf Abwege geraten sind, denn die Zeit ist einmal so. Herausgewachsen, herausgenommen ist das Priestertum aus den sozialen Familien, aus dem Liberalismus, und hineingestellt in diese gottlose Welt. Wenn dann die Leidenschaft noch hinzukommt und das böse Beispiel, dann ist es geschehen um ein solches Herz.

Aber habt Nachsicht und Geduld, und traget täglich dieses Anliegen Meinem göttlichen Sohn vor, bei all der Freude, die ihr in diesem Monat mit Mir genießen sollt; es soll eurer Freude nicht abträglich sein, wenn ihr Meinem Sohn den Schmerz empfehlet, den Ihm solche Priester verursachen.

Ihr aber, Meine treuen Diener, ihr sollt an Meinem Mutterherzen ausruhen, denn ihr sollt wissen, daß Ich eure Braut bin, eure himmlische Gehilfin, eure himmlische Gemahlin, die alles mit euch teilt, Freud und Leid.

Seht, Mein Sohn ist so sehr beglückt wegen eurer Mühe und Sorgfalt, die ihr darauf verwendet, die verirrten Schäflein zurückzuführen. O wie begleitet Er eure Schritte, wie beflügelt Er euren Eifer, wie tritt Er mit euch auf die Kanzel und in den Beichtstuhl, um immerdar euer Helfer und Tröster zu sein; wenn der Mut sinken will, wenn die Kraft brechen will, dann erquickt und erfrischt Er euch von neuem wieder und ihr eilt darüber hin und wißt nicht, wie euch geschieht. Wohl merkt es euer erschlaffter Körper, eure erschöpften Kräfte; wohl fühlt ihr euch ermattet und abgespannt und wie vernichtet ob all der Last, die eure Schultern niederdrückt, weil ihr Tag und Nacht den verirrten Schäflein nacheilt, um sie in die Herde des himmlischen Schafstalls zurückzuführen, jedoch kein Wort, kein Pulsschlag, kein Schritt und Tritt soll und wird euch unvergolten bleiben.

Dies sage Ich zu eurem Trost, zu eurer Freude, damit ihr euch jetzt, nachdem ihr Wochen und Monate euch abgehärmt, auch erfreuen könnt. An so manchem verstockten Sünder seid ihr abgeprallt, all eure Liebe, mit der ihr ihm nachgegangen, all eure Sorgfalt, all eure Belehrungen, alles ist verloren, alles ist umsonst bei ihm, und dies erfüllt euer Herz mit Wehmut und Traurigkeit, die euch selbst nicht bewußt ist. Ihr seid müde geworden und deshalb bin Ich gekommen, um euch zu trösten, denn vergessen sollt ihr in diesem Monat all den Kummer, wie auch Mein lieber Sohn es vergessen muß.

Seht, hat Er nicht dem Menschen seinen freien Willen gegeben, seine drei Seelenkräfte, womit er wählen und wirken kann? Wählen soll der Mensch solange er lebt, zwischen Gut und Böse, und wirken soll er mit den Seelenkräften, und tut er es nicht, dann vergeßt ihn, den Gottlosen, den Armseligen; lachen wird der Herr zu ihrem Verderben, weil sie die Heimsuchung nicht gewollt, weil sie eure Stimme verschmähten. Ihr aber seid nicht bestimmt, immer zu trauern. Euch hat der Herr gesetzt zu Fürsten Seines Reiches, zu Ecksteinen Seiner Kirche, auf denen das ganze Gebäude ruht. Ihr seid die Säulen und die Grundfeste dieses Gebäudes. Darum steht auf und richtet euch nicht nach den Wegen der Gottlosen, richtet euren Blick nach dem Ziel, das euch gesteckt ist, und das euch niemals entweichen wird. Darum freut euch mit Mir, vorüber ist der Winter, der Frühling ist gekommen, Blumen sind emporgeschossen. Freuen sollt ihr euch, ihr Kinder der katholischen Kirche, an den Blumen.

Ihr aber, Meine Kinder, werdet nicht mutlos. Du warst diese Woche sehr mutlos. Du ließest dich hinreißen von der Natur. Raffe dich auf, Meine Tochter, es ist jetzt nicht die Zeit, sich zu grämen, zu kritisieren, es ist die Zeit der Freude. Auferstanden ist Mein liebes Kind und wandelt unter Seinen Jüngern. Du mußt wissen, daß du ein armseliges Geschöpf bist, und daß du dazu bestimmt bist zum Leiden, und alle, die den Weg des Kreuzes wandeln wollen, sie alle müssen leiden und fühlen die Armseligkeit dieses Lebens. Aber die Seele, die eine Welt für sich ist, braucht deswegen den Mut nicht zu verlieren, wenn dieser arme Körper leidet, der so schlaff dahinschleicht, der genommen ist aus dieser Erde und darum auch die Natur mit sich herumträgt. Dieser arme Körper soll dir ja die ewige Glückseligkeit verdienen, deswegen muß er leiden; nicht die Seele, die geschaffen ist nach Gottes Ebenbild, nicht der Geist kann verdienen, sondern der Körper, der Leib, wenn er sich der Seele unterwirft.

Wenn der Geist, wenn die Seele noch verdienen könnte, dann würden die Heiligen des Himmels am meisten verdienen, und die Armen Seelen des Fegefeuers würden ihre Leiden mit Freuden ertragen, aber sie können nicht verdienen, weil der Leib von ihnen getrennt ist, weil der Leib für sich allein steht und der Geist nicht mit ihm verbunden ist, der zwar verbunden ist mit der Geisterwelt, aber nur verdienen kann, wenn er verbunden ist mit diesem Leib.

Darum freuet euch und werdet nicht mutlos. Wenn es auch nicht mehr gehen will mit dem Körper, so freut euch doch, denn der armselige Leib kann die Freude nicht beeinträchtigen, die der Geist hat, die Freude der Seele, die Freude der Kinder Gottes. Geht nur ganz still und ruhig vorwärts.

O es ist so entzückend schön eingerichtet im Reiche Meines Sohnes, aber nur das Auge schaut diese Schönheit, das abgewandt ist von den Dingen dieser Erde. Nicht vergebens will Mein Sohn die Menschen hinweisen und hinführen, sie hineinführen in die Schönheit der katholischen Kirche. Wie vergänglich ist dieses armselige Erdenleben, es schwindet dahin. Vierzig, sechzig, höchstens achtzig Jahre ist das längste Leben eines Menschen, aber ewig, ewig dann ist die Freude, der Triumph, in der die Seele dereinst herrschen und triumphieren soll, und dieses Herrschen und dieses Triumphieren, dieses ewige Jubeln, diese ewige Freude will Mein Sohn dadurch zeigen, daß Er dich hineinführet in die Feste der heiligen Kirche, von einer Schönheit zur anderen, ewig herrlich, ewig jubilierend, ewig sich erfreuend von einem Fest zum anderen. Kaum ist dieses Fest verrauscht, bereitet man sich schon wieder und freut sich auf das kommende, und so geht es durch die ganze lange, unendliche Ewigkeit.

Dieses nun will Meine Kirche versinnbildlichen durch die erhabene Feier ihrer Gottesdienste an solchen Festen; denn dieses alles ist ja der Anfang zu jener unendlichen Glückseligkeit, die kein Auge geschaut, kein Ohr gehört und in keines Menschenherz gestiegen, was Gott denen bereitet hat, die Ihn lieben. Und nun lebt wohl, Meine Kinder!“

Barbara: „Meine liebe Mutter und Königin! O sage mir doch, hörst Du es denn auch, wenn ich im Grunde des Herzens zu Dir rede, ohne daß ich auch nur die Lippen bewege?“

Die Mutter Gottes antwortete und bewies es zugleich, indem Sie einen Gedanken beantwortete, den Barbara noch gar nicht ausgedrückt, sondern erst nach Beantwortung dieser Frage vorbringen wollte bezüglich der Danksagung nach der heiligen Kommunion. Und Sie lächelte.

Maria: „Einfältiges Kind, glaubst du denn, Ich sähe dein Herz nicht und die leisesten Wünsche deines Herzens? Bin Ich dir doch so nah! Und jene himmlische Ruhe, wer meinst du denn, der sie dir gibt? Es ist das Ausruhen deines Geistes im Geiste Meines Sohnes und in Vereinigung mit all denjenigen, die Meinen Sohn lieben, die Seine Zierde und Glorie ausmachen.

Denn von der Auferstehung Meines Sohnes an gereicht Ihm jede Seele, die da eingeht in dieses himmlische Jerusalem, zur neuen Glorie und Zierde, und die Seele, die mit Ihm verbunden ist, ist vereinigt mit all diesen himmlischen Geistern und wandelt gewissermaßen mit ihnen, wenn auch ihr Fuß noch den Staub der Erde berührt. Deshalb verlangt Mein Sohn eine Gebetsarmee unter allen Ständen, keiner soll ausgeschlossen sein. Ein Damm soll errichtet werden in der ganzen Welt, in der ganzen katholischen Kirche, denn nur in ihr und durch sie allein kann die Welt gerettet werden; alles andere, was getan wird von den verschiedenen Volksstämmen, es hat nur so viel Wert, als es getan wird in Vereinigung mit der katholischen Kirche und mit Rücksicht auf sie und nur um der katholischen Kirche willen und nur um ihrer Verdienste und der Opfer willen, die da gebracht werden in der katholischen Kirche.

Denn das heilige Meßopfer wiegt alle Schätze der Erde auf, die Verdienste der Christen wiegen alle guten Werke aller Volksstämme auf, die auf der ganzen weiten Welt Gott aufgeopfert und dargebracht werden; aber um der Christen willen und um der katholischen Kirche willen und um des Opfers Meines Sohnes willen, um des Priestertums willen, das da fort und fort Meinen Sohn vertritt, wird die Welt verschont.

Darum sollen sie wissen, die Diener der katholischen Kirche, daß das Gebet eines Christen, auch wenn es von dem Ärmsten und Armseligsten ausgeht, doch einen unendlichen Wert hat vor den Augen des himmlischen Vaters, weil es in Vereinigung mit der Kirche, welche die jungfräuliche Braut Meines Sohnes ist, verrichtet wird; denn jeder Christ ist ein Glied des mystischen Leibes Meines Sohnes, also ein anderer Christus. Darum ist das Gebet eines Christen unendlich wertvoll in den Augen Gottes des Vaters.

Ein Damm soll errichtet werden von Männern, Frauen und Jungfrauen, die einstehen für die Rechte Meiner Kirche, die sich auf das innigste vereinigen mit den treuesten Kindern der Kirche, mit den Klosterleuten und Priestern.

Unaufhörlich soll das Gebet emporsteigen, und all die Verdemütigungen, die da kommen, die der Kirche bereitet werden von der ungläubigen, gottlosen Welt, soll sie ruhig hinnehmen, über all die Verachtungen und Verdemütigungen soll sie hinweggehen und tun, als wären sie nicht gewesen. Gerade im Kreuz soll sie siegen.

‚Ans Kreuz mit ihr, ans Kreuz mit ihr‘, so ruft die gottlose Welt! Nun ja, so laß dich doch jetzt ans Kreuz heften, du jungfräuliche Braut Meines Sohnes, ans Kreuz der Schmach und der Erniedrigung, und vom Kreuz herab wirst du alles an dich ziehen.

Und du, Meine Kleine, vom Kreuze herab wirst du alles an dich ziehen, in den Verdemütigungen wirst du herrschen, siegen in den Verachtungen, die du niederkämpfst, siegreich wirst du hervorgehen. Es ist Unrecht von den Kindern der katholischen Kirche, daß sie sich so kleinlich benehmen bei solchen Verdemütigungen, daß sie dann wie ihre Feinde schreien, den Wunderglauben als eine dusselige Frömmigkeit hinstellen wollen, und doch mögen sie sich umsehen, diese Schreier, ob jene Seelen, die da ihre Pflichten vernachlässigen, die da ihre Würde schänden, die da katholische Priester sind und ihren niederen Leidenschaften so frönen, daß sie am Rande des Abgrundes stehen und sich hinabstürzen wollen in die Fluten des Unglaubens, sie mögen schauen, sage Ich, ob bei jenen eine solche dusselige Frömmigkeit zu finden ist.

Gewiß, eine Seele, die innig mit ihrem Gott verkehrt, wird niemals auf solche Abwege geraten; eine Seele aber, die es gar so leicht nimmt, die den Wunderglauben hinwegschaffen möchte, weil sie den Wert des inneren Lebens nicht kennt, diese Seelen geraten dann in solche Fallstricke des Teufels und lassen sich verführen.

Darum bitte ich alle diejenigen, die nahestehen solchen Schreiern, die vorgeben, es gut zu meinen mit der katholischen Kirche, die die gute Presse befördern wollen, sie mögen in sich gehen und schauen, ob nicht vielmehr eine Großtuerei dahinter steckt.“

Barbara: „O mein Gott! Welche Glückseligkeit, daß Du Dich herablässest zu mir armem Würmchen. O wie danke ich Dir für die Herablassung Deiner heiligen Mutter im Namen meiner zwei Mitschwestern und der Priester, die sich im Geist mit mir vereinigen, und all der Klosterleute, die Dich verehren und lieben. Gieße aus die Freude, die Freude Deines Herzens, wie Du sie mir heute gezeigt, die Schönheit der Tugend, die Du im Sinnbild der Blumen mir gezeigt, über uns alle und über alle, die Dich verehren als Mutter. Du willst, daß wir ein Altärchen errichten sollen, und ich will es auch tun. Wir wollen im Sinnbild der Blumen Ihre Tugenden verehren. Gieße Deine Freude aus über jede Familie. Wir wollen alles vergessen, was uns bedrückt, um uns ganz Dir zu weihen und Dir nachfolgen zu können. Ich bitte Dich auch für N., laß ihn auch die Freude fühlen, die sein Herz so lange entbehren mußte in seinen Berufsarbeiten.“

Maria: „Ja, er soll wissen, daß alles abgebüßt ist, alle seine Fehler, die er so sehr bereut, und daß er eingehen wird jetzt in den Weg der Erleuchtung; der Weg der Reinigung ist für ihn vorüber. Er tritt jetzt ein in den Weg der Erleuchtung, und seine Seele wird manchmal kosten, wie süß der Herr ist. Obwohl seine Kräfte aufgerieben sind, soll ihm doch der Geist frisch bleiben, denn von all den Seelen, die er führt und leitet, wird keine verlorengehen. All den Trost, den er hineingeträufelt, all der Balsam, den er auf die Wunden legt, soll wie ein wohlriechendes Wasser beständig seine Seele erfreuen.

Und du, Mein treuer Diener, du Liebling Meines Herzens, du hast Mich verstanden, du weißt, daß Ich deine allerreinste Braut bin. Du wirst einen herrlichen Monat erleben, du wirst dich freuen mit einer heiligen, überirdischen Freude, überall, wo du deinen Fuß hinsetzen wirst, und ihr alle, ihr Priester des Herrn.“

168 Erster Freitag im Mai 1897

„Die ganze Welt ist erfüllt mit satanischer Bosheit“

Lied: Reine Engel ungesehen ... Gleich zu Anfang wurde Barbara die Welt gezeigt, voller schwarzer Tiergestalten in allerlei Formen.

Barbara: „O du glorreicher, heiliger Erzengel Michael! Was bedeutet es, daß ich dich in dieser Rüstung sehe? Welch ein Ungeheuer! O mein Gott! O mein Gott! Wie wimmelt die Erde, die Welt, von so vielem Ungeheuer, und ein furchtbares Ungetüm fährt gegen dich, o heiliger Erzengel Michael, o du Himmelsfürst, als wollte es dich verschlingen. Er hat einen Schild, den er gegen das Ungetüm hält, der einen solchen Hintergrund hat: Er ist ganz blau, himmelblau, und doch wie Silber und glänzt von wunderbarer Schönheit. Er hat in der Hand einen Stab, den er dem Tier in den Rachen stößt.

O meine Mutter! O meine Königin! O Jungfrau Maria, sei mir gegrüßt! Und es tritt herzu der glorreiche, heilige Josef, der liebliche, heilige Josef, und Sie vereinigen Sich, um mit dem heiligen Erzengel Michael den Kampf zu beginnen. Wie wetteifert einer mit dem andern. Wie sehe ich Sie, die Hochgebenedeite, so tätig, so beschäftigt, wie eine besorgte Mutter, und doch wieder wie eine liebende, besorgte Hausfrau und Gemahlin, freudig, als ob sie jede Minute ihren Geliebten erwarte, um ihm etwas beizubringen, um ihm seinen Kummer zu versüßen und ihm seine Tageslast zu verschönern, damit er an ihrer wohlwollenden Liebe sich erbauen und ausruhen könne an ihrer Seite. Und der heilige Josef, wie ernst und doch wie mutig, aufrecht, hocherhoben trägt er das Haupt, als ob er über die ganze Welt zu gebieten hätte, so sehe ich ihn einherschreiten. Mein Jesus, sag mir doch, was das Bild bedeutet? Es ist doch der schöne Maienmonat, und ich erwartete meine geliebte, himmlische Mutter.“

Und mein geliebter Bräutigam tritt herzu.

„Gelobt sei Jesus Christus! Von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Ich bete Dich an, o mein Jesus, Du vielgeliebter Bräutigam meiner Seele. Ich lobe und preise Dich in Vereinigung mit meinen beiden Freundinnen, mit allen Priestern, die glauben, daß Du mit uns verkehrst, mit allen Ordenspersonen, die sich daran beteiligen, besonders N. Vielgeliebter Bräutigam meines Herzens, Du Bräutigam der jungfräulichen Seelen, durch das Herz Deiner jungfräulichen Mutter bitte ich Dich um Verzeihung aller Nachlässigkeiten und Versäumnisse, die ich mir diese Woche habe zuschulden kommen lassen, aber sieh, mein Körper ist so armselig, ich fühle mich heute noch so schwach, daß ich kaum aufbleiben kann. Ich weiß nicht, was das noch werden soll.“

Jesus: „Meine Tochter! Ich bin nicht gekommen, um deine Lamentationen anzuhören. Du sollst wissen, daß du bestimmt bist zum Leiden, und daß das Kreuz dein Anteil sein soll. Diese Kreuzesschule hast du besucht, und jetzt soll das Kreuz der Stab sein, an dem du als Blume, als Efeu, dich emporranken sollst. Du sollst das Efeu sein, das sich am Kreuz emporschlängelt, sich am Kreuz emporwindet, bis hinauf zum höchsten Gipfel, und so sollst du eingehen und übergehen am Kreuz in jenes unendlich schöne Land, das du soeben geschaut hast im Bilde, das Ich dir zeigte.

Ich will dir erschließen das Geheimnis, das du gesehen: Siehe, Meine Kirche feiert heute im Monat Mai den ersten Freitag im Monat, der Meinem Herzen geweiht ist, und die Freude Meines Herzens ist unaussprechlich groß, weil Ich Herzen finde in Meiner Kirche, welche Meiner Stimme Gehör geben, denen Ich Mich erschließen und mit denen Ich – sozusagen – Freud und Leid teilen kann, denn ein geteilter Schmerz ist ein halber Schmerz, eine geteilte Freude ist doppelte Freude.

Sieh, Meine Tochter, die ganze Welt ist erfüllt mit satanischer Bosheit und noch nie, seitdem die Welt steht, noch nie, seit Meine Kirche gestiftet ist, war Satan so üppig wie jetzt, weil er so viele Helfershelfer gefunden unter diesem Geschlecht, das Meine Hand erschuf. Darum glaubt er, die Zeit sei gekommen, wo er sein Reich aufrichten müsse in der Schöpfung und der Zeitpunkt sei da, wo er als Fürst auf den Thron gesetzt werde, von wo aus er dann alles an sich ziehe und mit Meinem Reich sei es nun ein Ende.

Deswegen siehst du so viele schwarze Teufelsgestalten tätig in der Schöpfung, tätig aber auch in Meinem Reich, in der heiligen katholischen Kirche. Alles soll vernichtet werden, alles, was man glaubt und lehrt, soll untergraben werden, hingestellt als Phantasie. Verspottet und verhöhnt wird alles Heilige in Meiner Kirche, und Satan hat Helfershelfer gefunden bis hinauf zur höchsten Stufe. Man tritt heran bis zur innersten Faser dieses heiligen Glaubens. Alles, alles wird da ausgeklügelt und die Menschheit an die Vernunft verwiesen, als lehre das alles die bloße Vernunft des Menschen, um nur ja Meine Kirche in üblen Ruf zu bringen, die Wahrheit des heiligen katholischen Glaubens zu vernichten und zu untergraben. Aber fürchtet euch nicht.

Seht, Meine Diener, ihr Diener des Herrn! Nicht umsonst hat Mein Stellvertreter euch einen Schild in die Hand gegeben, euch an gewiesen an einen Engel, an einen Himmelsfürsten, den heiligen Erzengel Michael. Dieser wird mit euch kämpfen. Nehmt den Stab in die Hand, den er euch zeigt, mit dem er den Drachen besiegt.

Es ist der Stab des Kreuzes, den ihr Tag und Nacht nicht mehr aus der Hand legen sollt. Ich sage Tag und Nacht, denn Ich weiß, die Kraft erlahmt und ermüdet, aber das Kreuz soll euch immer wieder neue Kraft geben. Vom Kreuz aus, und mit dem Kreuz werdet ihr herrschen über eure bösen Neigungen, die eure Kraft erlahmen wollen. Entgegenhalten sollt ihr euren Feinden, euren Spöttern, die mit satanischer List, mit satanischer Wut euch entgegentreten, den Schild des Glaubens, der im Hintergrund die Demut haben muß.

Durch die Demut wird alles abprallen, was man euch vorwirft, was man euch auch für Fallstricke legen will. Durch die Demut werdet ihr ertragen all den Spott, all den Hohn, womit man euch ins Lächerliche ziehen will. Ihr aber, angetan mit einer Würde, die den Silberfarben ähnlich, sollt euren Feinden entgegentreten mit eurer Priesterwürde, mit der euch die Kirche bekleidet hat. Keine Macht der Erde, keine Gewalt kann sich rühmen mit eurer Gewalt, kann sich messen mit eurer Macht, denn eure Gewalt, eure Macht ist ja eine göttliche, sie strahlt im Silbergewand der Kirche, die Ich gestiftet habe.

Ich habe euch zum Schutzpatron den heiligen Josef gestellt. So wie er als Haupt der Heiligen Familie – so jetzt als Haupt Meiner Kirche – der Beschützer, der Beistand in allen Gefahren, die euch bedrohen, mutig, nicht nach rechts und nicht nach links sich umsehend, das Heilige Land durchschritt, eilte er, wenn es nötig war, mit Mir auf flüchtigen Wegen. Ernst und feierlich, hoch erhoben das Haupt, nicht kleinlich wie ein Flüchtling, nein, mit Sicherheit eilt er dahin, seine Aufgabe besorgend, die ihm da gegeben ist von Gott, Meinem himmlischen Vater, die Aufgabe nämlich, Sein Kind, das da zur Zeit geboren ist, in Sicherheit zu bringen.

Ihr aber, Meine Diener, ihr sollt der zweite heilige Josef sein, in Sicherheit sollt ihr bringen dieses göttliche Kind, Meine heilige jungfräuliche Braut, die katholische Kirche. Seht, es ist die Zeit gekommen, wo man ihr nach dem Leben strebt, wo sie flüchtig gehen soll auf Erden, sie soll verschwinden. Von allen Seiten hat man ihr geschworen, sie zu vertilgen. Man hat alle Maßregeln getroffen, um sie recht tief zu beschämen, um sie ins Lächerliche zu ziehen vor allen Völkern der Erde, um sie in ihren eigenen Kindern zu verhöhnen. Man geht heimlich und öffentlich dahin aus, um sie möglichst bald aus der Welt zu schaffen. Seht da, Meine Diener, da ist es an der Zeit, Meine jungfräuliche Braut in Sicherheit zu bringen mit ihrem göttlichen Kind. Meine jungfräuliche Braut, das ist die heilige katholische Kirche, ihr Kind, das ist der mystische Leib ihres Sohnes, der da zusammengesetzt ist aus den treuen Kindern Meiner Kirche. Seht nun, die treuen Kinder Meiner Kirche, das ist der mystische Leib, den Ich eurem Schutze empfehle, mit ihm sollt ihr flüchten durch alle Gefahren des Lebens.

Ihr sollt nichts scheuen, alles sollt ihr aufbieten, um die treuen Kinder der Kirche Mir zu erhalten, denn euch habe Ich hinausgesandt als gute Hirten, um Meine Schäflein zu weiden, Meine Schäflein auf gute Weide zu führen. Ich sage, ihr sollt Mir die treuen Kinder Meiner Kirche erhalten, befestigen im Glauben, bestärken in der Hoffnung, begründen in der Liebe, und ihr sollt sehen, wie wahr es ist, daß Ich nicht vergebens unter euch wohne, wie wahr es ist, daß Ich lebendig mit Fleisch und Blut hier im hochheiligsten Sakrament des Altares euch zu Hilfe komme, so daß die Last und Bürde, womit Ich euch bekleidete, euch nicht mehr zur Bürde sein wird, sondern eine gar süße Bürde euch fortan sein soll. Von hier aus will Ich das Band schließen mit den treuesten Kindern Meines Herzens, und so wahr es ist, daß Ich unter euch wohne, so wahr ist es, daß Ich euch erhören werde, sobald ihr Meiner Stimme folgt.

Ihr sollt wissen, daß es Mir nicht genügt, wenn einzelne die Hände zu Mir emporstrecken und um Gnade und Erbarmen flehen für die sündige Menschheit, für die sündige Welt. Ja, ein Herz, das Mich liebt, das Meine Gebote hält, das Mir nachfolgt auf dem steilen Pfad, kann Mein Herz trösten, kann es erquicken und erfreuen, kann Gnade erflehen für sich und die sündige Menschheit, aber den strafenden Arm Meiner göttlichen Gerechtigkeit aufhalten, die göttlichen Strafgerichte, die da hereinbrechen, die da lasten auf Meinem Volk, die können nur aufgehalten und zurückgehalten werden, wenn viele, viele sich vereinigen im Gebete.

Und Ich sage euch, wenn ihr euch entschließen könnt, die treuen Kinder Meiner Kirche fortwährend aufzumuntern zum Gebet, zur Sühne, zu Opfern, wenn ihr euch entschließen könnt, Hand in Hand zu gehen mit den treuen Kindern der Kirche, dann könnt ihr alles erlangen. Droht einem Land, einer Stadt ein großes Unglück, und ihr streckt die Hände einfach zu Mir empor, ja, dann sollt ihr sehen, wie gut Ich bin. Wenn Regengüsse eure Felder vernichten wollen, wenn Trockenheit und Dürre das Wachstum der Feldfrüchte verhindern, wenn Überschwemmungen und Feuersbrünste all eure Bemühungen zu vernichten scheinen, ja, dann rufet Mich an, aber vereinigt, Mich anhaltend bittend, alle Nöte sollen abgehalten werden, und ihr sollt sehen, wie Ich alles zum Besten lenke. Und so wie Ich in euren Nöten, die doch nur das leibliche Wohl eurer Kinder betreffen, euch zu Hilfe komme, wenn ihr, Priester und Volk, vereinigt Mich bittet, so und noch viel mehr werde Ich die geistige Not lindern durch inniges, gemeinschaftliches, anhaltendes Bitten.

Alles könnt ihr erlangen von Meinem süßen Herzen, ihr treuen Kinder der katholischen Kirche. Erlangen könnt ihr, daß Meine Kirche zur Blüte gelangt, von der aus die ganze Welt sich erquicken und laben wird. Dieses alles, Meine Diener, kostet freilich Opfer, einen opferwilligen Geist. Aber seht, Meine Diener, darum, damit ihr nicht allein stehet in all den Mühen und Opfern, die ihr bringt, habe Ich Meine liebe Mutter euch gegeben als eure jungfräuliche Braut, die euch überall zur Seite steht in all euren Kämpfen und Mühen. In wohlwollender Liebe wird Sie euch entgegenkommen bei allen Mühsalen und Beschwerden, die der Beruf mit sich bringt.

Ihr aber, Meine Kinder, werdet nicht müde, die Worte aufzuschreiben, die Ich zu euch rede durch Meine Dienerin. Derjenige aber, der zweifeln und sagen will, es sei immer dasselbe, der möge doch die Schrift und die Worte gut studieren, ob er nicht darin recht heilsame Lehren für sein praktisches Leben finden wird. Freilich ist es immer dasselbe, weil es nie anders werden wird, solange die Welt steht und solange man das Evangelium verkünden wird. Es ist immer dasselbe Evangelium, aber der Hausvater, der da sucht, findet immer wieder Neues in diesem alten Evangelium. Der Hausvater bist du, du katholischer Priester, suche nur und du wirst zu dem Alten immer wieder Neues finden, und du wirst es hervorbringen und deine Kinder werden sich immer wieder von neuem erfreuen, sooft du es ihnen vorzeigen und vorhalten wirst. Der guten treuen N.N. sage einen herzlichen Gruß von Mir.“

Barbara: „O Herr, wirst Du sie denn jetzt zu Dir nehmen? Es scheint, daß sie ja stirbt.“

Jesus: „Doch noch nicht. Sie wird noch mehr leiden für Mich, und sie wird noch ihre Liebe und ihre Sorgfalt aufwenden und noch vieles für Meine Kinder tun, denn Ich freue Mich an jeder Seele, die da leidet aus Liebe zu Mir. Grüße Mir auch alle deine Schwestern und N. und N.“

Barbara: „O Herr, darf ich denn Herrn N. nicht auch grüßen von Dir?“

Jesus: „Wenn er einmal tiefgläubig geworden ist, denn der Glaube kann seine Wurzeln nicht tief genug anpacken. Und auch ihr, Meine Kinder, tiefgläubig sollt ihr sein, denn je tiefer die Wurzel anschlägt, desto standhafter steht der Baum, auch wenn da die Stürme toben, die Wurzel wird nicht erschüttert, weil sie tief gewurzelt ist, und je tiefer der Glaube im Boden steckt, desto höher steigt die Gottesliebe auf aus solchen Herzen.“

Barbara: „Und jetzt kommt die liebe Mutter Gottes. Darf ich denn N. nichts sagen von Dir?“

Maria: „Sage ihm nur, er soll sich anschließen an euch im Gebet, er soll bedenken, wie notwendig das Gebet ist in dieser Zeit, wo alles sich aufrafft, um der Kirche einen Schabernack zu spielen, daß aber da, wo gläubige Herzen sich finden, die demütigen Herzens nichts suchen, als Meinen lieben Sohn zu verherrlichen, man von allem absehen muß. Sieh, wie scharten sich die Apostel um Mich, um allen Priestern, solange die Welt steht, ein Beispiel zu geben, wie sie sich mit allen treuen Seelen vereinigen sollen; verbinden sollen und müssen sie sich mit treuen Seelen. Sie sollen sich nicht schämen, fortwährend ihre Beichtkinder aufzufordern, und besonders die treuen Seelen, die das Gebet üben.“

Barbara: „O liebe Mutter, was sollen jene machen mit dem armen Studenten, der kein Gedächtnis hat?“

Maria: „Sie sollen den armen Jungen doch nicht verstoßen.“

Barbara: „O liebe Mutter, auch N. fragt, ob der andere Student ein Priester wird?“ Sie schüttelte das Haupt.

„O liebe Mutter, sorge doch, daß die Priester den Willen Deines Sohnes erfüllen. Wir können nichts weiter daran tun.“

Maria: „Sie tun es doch, Ich will sorgen dafür, wenn sie sich euch gegenüber auch stellen, als glaubten sie nicht. In ihrem Herzen spricht etwas ganz anderes. Geht nur hin und hört die schönen, begeisterten Predigten, die in diesem Monat zu Meiner Ehre gehalten werden, und ihr werdet finden, daß Meine Diener gläubige Diener sind, daß Ich sie in Meinen besonderen Schutz nehme, und daß Ich ihre Gehilfin und Gemahlin geworden bin.“

169 Zweiter Freitag im Mai 1897

„Denn die Strafgerichte haben ihren Anfang genommen.“

Lied: O mein Christ, laß Gott nur walten ...

Barbara: „Ich danke Dir, o mein Jesus, Du liebster Bräutigam meiner Seele, für das große Glück, daß Du mich heimsuchst in dieser Stunde und viel inniger mit mir verkehrst als in der heiligen Kommunion. O warum bin ich so abschweifend, so lau und armselig, wo ich doch weiß, daß Du bei mir bist in der heiligen Kommunion, und in dieser Stunde, wo Du mich heimsuchst, gar nicht so.“

Jesus: „Siehe, Meine Tochter, hier komme Ich zu dir gerade so wie nach der heiligen Kommunion, nur mit dem Unterschied, daß Ich dort mittelbar zu dir komme und jetzt unmittelbar. In der heiligen Kommunion werde Ich dir gebracht durch Meinen Stellvertreter, da mußt du dich bemühen, du mußt den Willen haben, dich Mir zu nahen, um Mich zu empfangen, und du mußt eine Mittelsperson haben, die dich mit Mir vereinigt, und das ist der Priester. Hier aber komme Ich unmittelbar, das heißt, Ich brauche keinen Priester und du auch nicht, womit Ich dich hierher berufe, weil du hier das Werkzeug sein sollst, dessen Ich Mich bedienen will und muß, um die arme Menschheit zu belehren. Deswegen komme Ich unmittelbar ohne dein Zutun und das Zutun eines anderen Menschen. Nur deinen Willen brauche Ich, das andere, die anderen Seelenkräfte nehme Ich sofort in Besitz, sobald Ich zu dir komme, aber deinen Willen muß Ich haben, weil Ich niemals den freien Willen eines Menschen so beeinträchtige, daß er anders tut, als er tun will.

Das war nur ein einziges Mal der Fall, und zwar bei Meiner heiligen Mutter. Die Seelenkräfte Meiner heiligen Mutter hatte Ich ganz in Besitz, weil Sie schon vor Ihrer Geburt ohne Makel der Erbsünde empfangen und geboren war. Darum war Ihr Wille und alle Ihre Kräfte allzeit auf Gott gerichtet. Sie hatte nicht den geringsten bösen Keim in Sich stecken, der Ihr irgend die geringste böse Neigung hätte abgewinnen können. Ihr Wille war gereinigt, war vergöttlicht. Dieses ist niemals der Fall bei den anderen Adamskindern; denn sonst hätten sie nicht das Verdienst, sonst hätten die Irrlehrer recht, die behaupten, der Mensch sei ohne sein Zutun bestimmt zur Verdammnis oder zur Seligkeit, weil es auf den Willen nicht ankäme. Nein, Meine Tochter, dem ist nicht so.

Der freie Wille eines Menschen ist nicht beeinträchtigt, Ich habe ihm Verstand gegeben und Seelenvermögen, das Gedächtnis, damit er sich erinnere und überdenke, einen Verstand, damit er nachdenke und alles verstehe und sich auslege, was ihm dienlich oder nicht dienlich sein könne zur Seligkeit, und seinen freien Willen, damit er wähle zwischen Gut und Böse. Dieses ist es, dieses verhält sich auch so, wenn Ich Meine Gnade der Menschheit erschließen will mit jenen Geschöpfen, die Ich dazu benutze. Ich poche nicht vergebens an den Seelen.

Wohl ist es Meine Gnade in allen Herzen der Menschen, die sich beleuchten lassen von der Gnadensonne Meiner göttlichen Liebe, aber eine Seele, die nicht nur sich erwärmen und erleuchten läßt von dieser Gnadensonne, sondern auch bereit ist und sich bereit erklärt, ganz nach Meinem Wohlgefallen sich einzurichten, sich Mir hinzugeben, die Mir ihr Herz so eröffnet und erschließt, daß Ich keinen Widerstand in ihr finde, auch da nicht, wo Ich mit großen Opfern herantrete, das ist die Prüfung der Seele, ob sie Mir ihre Kräfte schenken, ihren Willen Meinem göttlichen Willen unterwerfen will oder nicht.

Diese Seele ist befähigt, daß Ich mit ihr verkehre, um durch sie die Wunder Meiner Liebe der Menschheit zu erschließen. Da Ich nun aber eine Seele erwählte mitten in der Welt, mitten im Getriebe und Treiben dieses Lebens und nicht in der Verborgenheit einer stillen Klosterzelle, so soll man doch erkennen, wie unendlich gut Ich bin, wie notwendig es ist zu glauben, was Meine Kirche lehrt, zu glauben nämlich, daß Ich im Allerheiligsten Sakrament unter euch wohne, und daß Ich von da aus die Menschheit durch Menschen auf die Gefahren der Zeiten aufmerksam machen will.

Seht, Meine Kinder, als die Welt anfing und erkaltete in der Liebe zu Mir, da erweckte Ich Meinen Diener Franziskus. Ihm gab Ich Meinen Geist, ihm schickte Ich, obwohl ungelehrt, wie einen zweiten Apostel hinaus in die Welt. Wer war es, der ihm die Kraft gab, in Städten und Dörfern aufzutreten und Mein Wort und Meinen Willen der Welt entgegenzuschleudern? Wer war es, der ihn hintrieb vor Meinen Statthalter, um ihm zu sagen, was in der Stille seines Herzens vor sich ging? Er war ein Mann des Gebets, und diesem gebe Ich die Kraft, vor Mächtigen und Großen in der Welt hinzutreten, um ihnen Meinen Willen, Meine Worte und Meine Strafgerichte, da wo es nötig ist, vorzuhalten. Damals war die Welt nur erkaltet in der Liebe zu Mir, doch nicht ganz von Mir abgefallen.

Jetzt aber, hört, Meine Diener! Höre, du katholische Kirche! Höre, du katholisches Priestertum! Die Welt ist von Mir abgefallen, sie hat Mir den Rücken gekehrt. Darum muß Ich euch Meine Strafgerichte ankündigen und durch euch der Welt. Höre, du katholischer Priester, es wird nicht lange mehr dauern und man wird schreckliche Dinge erleben. So wie das Kind im Haus, in der Schule, in der Kirche, gegen seine Vorgesetzten, seine Lehrer, seine Eltern sich benimmt, so wird die ganze Welt in kurzer Zeit sich benehmen.

Reich wird gegen Reich aufstehen, der Untertan gegen seinen Herrscher; Familie, Familienleben, Familienrecht wird nicht mehr bestehen, weil das Kind gegen den Vater, die Gattin gegen den Gatten, die Schwester gegen die Schwester gehen wird; nirgends mehr Friede und Ruhe außer da, wo man Mir dienen wird. Wundert euch nicht über die Dinge, die ihr da seht, die unter euren Augen sich vollziehen; denn dieses ist nur der Anfang. Wundert euch nicht, daß diese Spaltung der Herzen, diese Zersplitterung des Glaubenslebens hineindringt bis ins innerste Mark Meines mystischen Leibes, ja, wundert euch nicht, denn die Strafgerichte haben ihren Anfang genommen.

Deswegen, ihr Priester der katholischen Kirche, wendet eure Augen und eure Herzen ab von denjenigen, die euch nur Bildung predigen. Aus ist es mit der Bildung, wo der Glaube fehlt und die Religion. Mit gebildeten, hochgelehrten, ausgekünstelten, feingesprochenen Worten legt ihr keine Salbe mehr auf die Wunden der Menschenherzen. Eure Worte müssen aus tiefgläubigem Herzen herausgehen, mit warmer Gottes- und Nächstenliebe gesprochen sein, wie von Meinem Diener Franziskus, und von dem ihr noch nie werdet gehört haben, daß er zu der gelehrten Welt gehörte. Er war ein ganz einfacher, schlichter Mann, aber er sprach mit Überzeugung, aus tiefgläubigem Herzen, bekleidet mit der Gottes- und Nächstenliebe.

Nun aber ist eure Aufgabe wieder eine ganz andere. Jener sollte die Welt umgestalten, das Feuer der Liebe, das nur noch schwach brannte in den Herzen der Menschen, das Glaubensleben, das zwar erloschen schien, aber doch noch vorhanden war, nur anfachen, nur beleben. Ihr aber, Meine Diener, ihr habt eine ganz andere Aufgabe als Franziskus.

Das Glaubensleben ist nicht nur erkaltet, das Flämmchen der Gottesliebe ist nicht nur zu einem Fünkchen zusammengeschmolzen, sondern es ist erloschen. Wißt ihr denn, wer das Herz der Kirche ist? Es ist das katholische Priestertum. Nicht vergebens rufe Ich euch schon jahrelang durch Meine Dienerin zu: Herausgenommen ist der Priester aus den liberalen und sozialen Familien und hineingestellt wird er in diese gottlose Welt. Darum gibt es kein anderes Mittel, als sein Haupt demütig beugen unter die Zuchtrute und sagen: Meine Schuld, meine Schuld, meine übergroße Schuld, wenn Ich Mich nicht abwende von jenen, die da jahraus, jahrein schreien und noch die treuesten Kinder der Kirche abwendig machen wollen. Du, katholischer Priester, schließe die Augen für die Welt, damit du Auge und Ohr auf Mich richtest, denn Ich will mit dir reden. Ich will dich stark machen, du sollst der Starke sein, der Stärkere, der den Starken überwinden muß.

Siehe, Satan hat sein Reich aufgerichtet in der Welt, weil Meine Kinder sich von Mir abgewandt, weil Meine Kirche üppig ward, die Glieder Meiner Kirche stolz geworden sind, so hat sie sich von Mir abgewandt und Satan benutzt jeden Augenblick, weil er immer noch wähnt, als Gott dereinst zu herrschen. Satan glaubt, daß er jetzt die Hölle zum Eigentum besitzt. Dies sei nur eine Zeitlang und alsdann, wenn er die zweite Schöpfung vernichtet sehe, werde er sein Reich aufrichten in dieser Schöpfung. Satan weiß wohl, er hat großen Verstand, helles Licht, das ihm vom Himmel aus geblieben ist, denn er war erschaffen in jener ersten Schöpfung, die der Himmel selbst ist, denn zuerst erschuf der Herr den Himmel und alle die Bewohner, die ihn ewig besitzen und genießen sollen. Seine zweite Schöpfung war die Welt, die sichtbare Schöpfung, die Er erschuf aus Liebe zu den Menschen, denen Er die Schöpfung weihen wollte. Der König dieser Schöpfung sollte der Mensch werden, er sollte Ihn verherrlichen, er sollte sich mit Ihm erfreuen und ewig, ewig mit Ihm herrschen und glückselig triumphieren durch die ganze Ewigkeit mit all den Bewohnern der ersten Schöpfung im Himmel.

Dies alles weiß Satan, daß diese zweite Schöpfung dereinst wieder vernichtet werden soll. Denn als Ich ihm den Plan vorlegte, den Ich mit der Menschheit vorhabe, nachdem sie einmal gefallen sein werde – denn Satan war einer der nächsten bei Mir, er gehörte zu dem Ministerium, die im Rate mitsprechen, darum war er einer der ersten, der das Menschengeschlecht schauen sollte in seiner Schwachheit – wußte Satan, daß Ich diesen Menschen nehmen werde aus der Schöpfung, in die er gestellt werde, aus der Erde nämlich, und weil dieses Geschöpf aus der Erde genommen, deswegen auch zur Schwachheit, zur Erde hinneigt.

Er sah mit Mir den Fall des Menschen voraus, daß es nicht immer so bleiben werde, wie Ich ihn wohl erschaffen wollte. Er sah mit Mir, daß dieser Mensch, nachdem er gefallen sei, gar leicht sich dem Bösen zuneige, und Satan legte sich den Plan vor, alsdann die andere Schöpfung zu seinem Eigentum zu machen. Er wollte nun einmal herrschen, dieser Satan, er wollte nun einmal nicht mehr jemand sehen, der über ihm stehe, er wollte, weil er so mächtig und so schön sich gestaltet sah, diesem Gott, dessen Geschöpf er doch nur war, gleich sein.

Also schmiedete Satan den Plan mit seinen übrigen Gesellen: Wir überlassen diesem Gott Seine erste Schöpfung und wollen nicht ferner Seine Geschöpfe, Seine Diener sein – dieser Gott, der so unendlich Sich freut, der so unendlich erhaben ist in all den Eigenschaften, die Er besitzt – und bemächtigen uns dieser Schöpfung, die dieser Gott geschaffen als Seine zweite Schöpfung, die Er dem Menschengeschlecht anweisen will. Und wenn auch eine Zeitlang dieses Menschengeschlecht diesem Gott noch angehört, diesem Gott noch die Ihm gebührende Ehre entgegenbringt, Ihn als seinen Schöpfer anbetet und Ihm den Tribut des Dankes darbringt, so würde allmählich durch meine Mitwirkung und Bearbeitung dieses Geschlecht so abgebracht sein von seinem Schöpfer, daß es sich ganz von Ihm abwenden wird und in meine Pläne und Absichten eingeht und sich verwickelt, so daß ich nach und nach den Verstand aller Menschen auf mich gelenkt und mir Anbeter in Hülle und Fülle alsbald zugeeignet haben werde. Und dann, wenn die Fülle der Zeit werde gekommen sein, wo dieser Gott sehen wird, daß der Plan mißglückt, den Er gefaßt mit der Menschheit, und wenn dann der Mensch Ihm statt Ehre nur Schmach, statt Ruhm nur Schande eintragen wird, Er diese Welt, diese Schöpfung wieder in sein Nichts zurückfallen ließe.

Ich sage, dies alles wußte Satan, denn er hatte ein helles Licht, und darum beratschlagte er mit seinen übrigen, daß er sich gegen seinen Gott empören werde, und zwar in dem Augenblick, wo ihm Gott die Jungfrau zeigte, die den Himmel mit der Schöpfung vereinigen sollte. Damals wurde den Himmelsbewohnern schon gezeigt, daß es eine Zeit gibt, in welcher der Himmel – die erste Schöpfung– mit der zweiten Schöpfung in Verbindung treten und diese Verbindung durch ein schwaches Weib sollte vermittelt werden. Diese Vermittlung, wißt ihr, wer sie ist? Es ist Meine heilige Mutter!

Ich sage, nun ist die Zeit gekommen, wo Satan glaubt, sein Reich aufzurichten, seinen Thron aufzuschlagen in dieser Schöpfung; deswegen wütet er mit aller Gewalt in all den abgefallenen Christen, in all den vielen gottlosen Menschen, die da verbreitet leben auf Erden, und weil Meine Kirche im Glaubensleben auch gar so sehr zurückgekommen ist, weil unter den Dienern Meiner Kirche gar vielfach das Weltleben eingedrungen ist, so haben sich die Kanäle verstopft.

Der Gnadenstrom, der da ausfließt aus Meinem Herzen, das Mittleramt Meiner heiligen Mutter reicht nicht mehr hin, solange das katholische Priestertum, das der Kanal ist, nicht ganz geläutert ist von all dem, womit die Welt ganz erfüllt ist, solange das katholische Priestertum nicht wieder zurückgreift zu der Einfachheit, von der es abhanden gekommen, in Lehre und Beispiel, solange wird es nicht besser, und Satan wird fort und fort wüten können, denn Ich bin ein Geist und kann nur zu den Herzen reden durch den Geist.

Satan ist aber auch ein Geist und bearbeitet die Seinigen durch die Geister. Also denkt euch den furchtbaren Kampf, der da besteht in Meiner Schöpfung. Ich kann nicht, gebunden bin Ich an Händen und Füßen, wie du Mich geschaut im Anfang, als Ich dir das Leiden gab, wo du Mich gebunden sahst an Händen und Füßen, und solange die Kanäle noch nicht aufgeräumt sind und Meine Diener sich ganz und gar unterworfen und das Licht des Glaubens durch ihren Lebenswandel, durch Wort und Beispiel überall hinleuchten lassen, solange sie nicht mit Entschiedenheit reden vor den Großen und Mächtigen der Erde – auch wenn diese mit Wucht ihnen entgegentreten –, und sie sich nun ruhig verhalten, im seligen Bewußtsein, daß sie so die Menschheit wieder zurückführen zum Glauben, wird es nicht anders werden.

Ehe dieses aber kommt, ehe die Welt zum Glauben kommt, ehe die Priester, welche die Kanäle sind, ganz geläutert und gesiebt sind, wird noch manches Haarsträubende vor sich gehen in dieser Meiner Schöpfung. Seht, ob es nicht der Mühe wert ist, zu beachten die Worte, die Ich zu euch rede, ob Meine Diener es für zu kleinlich halten, das zu lesen, was Ich durch euch, Meine liebsten Kinder, an sie richte. Satan wähnt, sein Reich aufzurichten, jetzt! Merkt es euch, Meine Diener! Satan arbeitet listig mit all seinen Helfern und Helfershelfern, durch seinen Geist teilt er sich den Menschen mit, die sich von ihm bearbeiten lassen, und er findet sie. Seht, jene, die im Reich der Finsternis arbeiten, finden es nicht zu kleinlich, auf alles zu achten und zu hören, was ihnen von einem Helfershelfer Satans wird zugetragen, wenn es auch noch so gering scheint.

Ihr aber, ihr Kinder des Lichtes, ihr Diener des Lichtes, ihr wollt es zu kleinlich finden zu glauben, daß Mein Geist die Geister bearbeitet, daß er euch aufmerksam machen will, daß ihr nichts verabsäumen und verstreichen lassen sollt, um eure Untergebenen zu erwärmen, einfach mit Liebe zu ihnen zu reden, sie aufzumuntern zur Liebe Meines Herzens, und sie herbeizuführen zu Meinem Tisch. Und weil dieses eine gar große Arbeit ist, die euch viel Schweiß erpreßt, besonders ihr, die Ich euch gesetzt habe in die Städte, wo Satan am meisten wütet, wo das Reich der Finsternis am meisten vertreten ist, weil er dort viele Müßiggänger findet, die ihm da nachgehen, weil sie müßig dastehen auf dem Markt, ja, da erpreßt es euch Schweißtropfen. Ich weiß es wohl, aber werdet nicht mutlos. Das aber sage Ich euch, ihr müßt euch zu denjenigen halten, die noch zu euch stehen, die unter eurer Kanzel stehen, um euren Worten zu lauschen. Das sind nicht die gelehrten Geister, und ihr braucht wahrhaftig nicht zu studieren, was ihr vortragen sollt; denn es sind die Armen, die Kleinen, die gläubigen Seelen, die kommen und euch zuhören, wenn ihr Mein Wort verkündigt.

Dieses Volk ist es, wo noch am meisten zu retten ist, und das Ich noch retten will. Hier sollt ihr mahnen, trösten, warnen, wo man abweichen will, damit dieses Volk sich euch anschließe, und ruhig und heiter sollt ihr einhergehen trotz all der Betrübnisse, die euch entgegengebracht werden von allen Seiten, denn lange noch wird es nicht besser. Ihr aber, die ihr das Glück habt, das arme Landvolk zu belehren, seht, glücklich seid ihr, die ihr von eurem Bischof hinausgeschickt seid in den letzten Winkel der Diözese, wo keiner hin will, im letzten Dörfchen, je weiter von der Stadt, je besser das Volk; denn da hat Satan nicht so viele Helfershelfer gefunden, weil das Reich Satans nur genießen und genießen will, und die Armut ist nicht imstande, so viel zu genießen. Seht, dort ist zu retten.

Glücklich seid ihr, die ihr hinausgeschickt seid unter jenes arme Volk, jenes arme Landvolk, o wenn es diese Worte hörte, die Meine Diener in Städten sprechen, wie manche Jungfrau, wie manche Familienmutter, wie mancher Familienvater würde sich aufraffen und zu den liebsten Kindern Meines Herzens sich stellen und oft an Meinem Tische erscheinen, weil er nichts hat als das tägliche Brot. Aber die Freude, die er in Mir findet, würde ihm alles entschädigen.

Dieses ist es, warum Ich den Damm errichten will, warum Ich das Band schließen will unter den treuesten Kindern durch die oftmalige heilige Kommunion, durch den Liebesbund Meines Herzens, durch die innige Verehrung zum Allerheiligsten Altarsakrament.

Ihr aber, Meine Diener, die ihr das Glück habt, dem Orden Meines Dieners Franziskus anzugehören, ihr sollt die Form, die Ich euch angebe durch Meine Dienerin, noch weiter ausformen, ihr sollt sie hinaustragen über euer Gebiet, doch braucht ihr niemand zu verraten, denn Ich habe Meiner Dienerin versprochen, daß sie nie sich würde zu verantworten haben, und Ich habe euch gezeigt, daß Ich es in Wirklichkeit nicht haben will, sonst hätte Ich euren Bischof anders bearbeitet.

Nichts geschieht ohne Meinen Willen, nicht der leiseste Gedanke steigt auf in dem Herzen eines Menschen ohne Meinen Willen, Ich sage, der gute Gedanke, so wie der böse Gedanke von jenem herkommt, wie Ich euch heute gezeigt, der gerne sein Reich errichten möchte. Ich war es, der den Bischof bearbeitete, weil Ich, was Ich durchführen will, doch durchführe auf eine ganz andere Weise. Euch aber, Meine Diener, habe Ich berufen hinzuarbeiten, daß alles, was Ich verlange von Meiner Dienerin, zum Durchbruch kommt. Mutig, mit Entschlossenheit, wie Mein Diener Franziskus auftrat, soll er überall auftreten, einfach in seinen Reden.

Er braucht nicht zu fürchten, daß er zu weit gehe, denn ein katholischer Priester darf keine Menschenfurcht kennen, denn die Zeiten, die jetzt heraufbeschworen durch die Gottlosigkeit der Welt, werden doch nicht anders, auch wenn sie noch so zurückhaltend wären.

Der Kulturkampf, den sie (die Kirche und die Orden) durchgekämpft haben, hat einen schlimmen Ausgang genommen, er ist in die Masse des Volkes übergegangen. Er wird jetzt geführt nicht nur gegen Meine Kirche, sondern gegen Thron und Herrscher. Darum fürchtet euch nicht, ihr würdet zu weit gehen und diese Herrscher würden euch entgegenarbeiten und entgegentreten. Es wird bald die Zeit kommen, wo man euch nachkriechen wird.“

Und jetzt kommt die liebe Mutter Gottes.

(Lange Bitten für die Sünder...)

Barbara: „Meine liebe Mutter! Hören denn auch die lieben Heiligen alles, was ich im Grunde des Herzens – ohne die Lippen zu bewegen – mit ihnen rede, so wie Du Selbst?“

Maria: „Da ist ein Unterschied. Je näher ein Heiliger bei Gott und je inniger er mit Gott vereinigt, je mehr er sich Mir verähnlicht hat, je mehr nimmt er teil an Seiner Allmacht; desto heller das Licht ist und die Erkenntnis, die er hat, umso mehr nimmt er teil an der Allwissenheit seines Schöpfers. Denn wie es einmal sein wird am letzten Tag, wo die Welt in ihr Nichts zurücksinken wird, wo die Herzen der Menschen allen Blicken offenbar werden, so ist es mit den Himmelsbewohnern, die um so reiner und klarer schauen, je inniger und näher sie mit Ihm vereinigt sind. So schauen diese jetzt schon, sie haben teil an der Regierung des Weltalls und haben einen gewissen Einfluß auf die Geschöpfe, weil ja alle Menschen berufen sind, wenn sie treu ihre Aufgabe vollbracht, dereinst zu herrschen mit Ihm und uns allen durch die ganze Ewigkeit, also herrschen sie auch jetzt schon und nehmen teil an dem Schicksal der Menschen.

Darum, wenn eine Familie heimgesucht wird von allerlei Bedrängnissen, so nehmen ihre Angehörigen, die eingegangen sind in das Reich Meines Sohnes, am Schicksal der ihrigen teil, trauern mit ihnen und trösten sie und schicken Boten, diese zu trösten, wenn es gute sind. Daher kommt es oft vor, daß in Familien, die so arm und unglücklich sind, durch andere Menschen dann Hilfe gebracht wird, und zwar schnell und unerwartet. Sehet, das sind die Einflüsse der Angehörigen, welche die anderen Menschen bearbeiten, daß sie jenen zu Hilfe kommen, und so geht das Reich Christi mit der Kirche Hand in Hand, und dies wird solange bleiben, als die Welt besteht, bis die Welt wird zurückgefallen sein in ihr Nichts und alles wird dann klar sein. Jeder Bewohner wird schauen mit seinem Gott, jeder Bewohner nichts mehr genießen, als was beglückt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Aber solange die Welt steht, ist diese Anordnung so getroffen von Meinem geliebten Sohn, der ja die Welt erlösen wollte, daß die Bewohner des Himmels innigen Anteil nehmen sollen und müssen an den Bewohnern der Erde, weil die streitende, die leidende und die triumphierende Kirche ganz Hand in Hand geht und gehen muß, wie das Räderwerk einer Maschine.“

170 Dritter Freitag im Mai 1897

„Denn du sollst wissen, daß die Trübsale die Freude des Geistes nicht hindern“

Maria: „Meine Tochter! Es hat dir Mein Sohn durch Mich, Seine himmlische Mutter und deine Mutter, am letzten Freitag im April gesagt, daß du im Monat Mai – und all die Christen, die sich anschließen an dich, besonders die Diener der Kirche – mit Mir, die Ich ihre himmlische Mutter und ihre allerreinste Braut sein will, wie Mein Sohn es wünscht, daß Ich es sein soll, eine große Freude haben werden. Siehe, diese Freude ist diejenige, die Ich in Meinem ganzen Leben empfand, es ist die Freude eines echten und wahren Christen und soll die Freude eines echten und wahren Christen sein.

Siehe, die Freude der Weltkinder ist ganz und gar ausgeschlossen von der Freude der Kinder Gottes. Aber ihr versteht es nicht, ja auch die besten Meiner Kinder verstehen es nicht, weil sie noch im Fleisch leben. Du aber sollst durch Mich belehrt werden und durch dich alle Kinder der katholischen Kirche. Sage nur N., die Freuden der Christen, die Freuden der Kinder Gottes seien Meiner Freude ähnlich. Siehe, Mein ganzes Leben war ein beständiges Meer von Trübsalen, denn von der Stunde an, da Simeon Mir vorhersagte, daß ein Schwert des Schmerzes Meine Seele durchbohren werde, wich dieses Schwert nicht mehr aus Meinem Herzen.

Ich wußte von dem Tag Meiner Empfängnis an schon alles, denn Ich war ohne Makel der Erbsünde empfangen und hatte somit das Privileg, daß Ich teilnehmen durfte an den Eigenschaften Meines göttlichen Sohnes. Ich war begabt mit der Vernunft, Ich schaute und wußte damals schon in einem hellen Licht die Beschaffenheit und die Beziehungen des Menschen zu Gott und Gottes zu den Menschen, Ich schaute alle Geheimnisse, wenn auch nicht in so klarem Licht wie nachher, als Ich mit Meinem Sohn wandelte, als Ich Ihn unter Meinem Herzen trug. Von der Zeit an aber, als Ich Mein liebes Kind durch Mitwirkung des Heiligen Geistes empfangen hatte, schaute Ich alles mit Meinem lieben Sohn klar und unverhüllt, nicht mehr in einem Schleier, wie du jetzt siehst in dieser Stunde, wo dein Geist mit dem Geist Meines Sohnes vereinigt ist, und du deshalb vereinigt bist mit den Eigenschaften Gottes, gewissermaßen Meines Sohnes, Der dich hineinschauen läßt in Sein liebendes Herz, und in welchem und durch welches du manches siehst, was ein gewöhnliches Herz nicht sehen kann.

Und so schaute Ich vom Tag Meiner Empfängnis bis zum Tag, wo Ich Meinen lieben Sohn unter Meinem Herzen trug, noch verhüllt, aber von dem Tag der Geburt an schaute Ich klar und unverhüllt. Seit Mir Simeon weissagte, was Mir bevorsteht in der Vereinigung mit Meinem Sohn, war das Schwert Mir eingestoßen und ein unbeschreiblicher Schmerz durchwühlte Meine Seele, und doch hatte Ich die Freude der Kinder Gottes, und doch beseelte Meine Seele eine solche überschwengliche Wonne, daß Mein Geist beständig in Wonne lebte, denn du sollst wissen, daß die Trübsale die Freude des Geistes nicht hindern.

Wenn aber das Licht der heiligen Gnade über die Seele ausgegossen ist, dann besitzt die Seele den Geist Gottes, den Geist Meines geliebten Sohnes, und sie nimmt teil an den Eigenschaften Meines Sohnes, und dies verstehen die Kinder nicht, die Kinder der heiligen katholischen Kirche. Ihr müßt aber wissen, daß mit den Leiden, die Mein Sohn ihnen zuschickt, sie büßen sollen all die kleinen Unvollkommenheiten und Fehler, die auch der Vollkommenste immer noch begeht, ihm immer noch anhaften; in erster Linie sollen sie diese abbüßen, in zweiter Linie sollen aber diese treuen Seelen Sühne und Ersatz leisten für so viele Brüder und Schwestern, welche die Gnade verloren, die abgestorben sind am mystischen Leib Meines Sohnes, am mystischen Leib der heiligen Kirche.

Merkt es euch doch endlich einmal, Meine Kinder! Wie lange schon belehrt dich Mein Sohn? Wie lange schon sage Ich dir, daß du eine ABC-Schülerin bist, und du willst nicht verstehen; und wenn so drückende Kreuze kommen, wenn alles dunkel wird um dich her und du keinen Ausweg mehr siehst, dann verlässest du die Bahn und verwirrst dich und weißt nicht, daß du bist hineingestellt mitten in die Welt.

Nicht vergebens stehst du in der Familie und hat dir Mein Sohn im Anfang gesagt, als alles dagegen war, wo dein Beichtvater dir befahl, dich in ein Kloster zurückzuziehen, und alles schon fertiggestellt war dazu, Mein Sohn es aber doch nicht geschehen ließ, sondern dir sagte, hier zu bleiben, weil du der Welt ein Beispiel geben sollst, weil die Welt, die gottlose, gerettet werden sollte. Merkt es euch, ihr treuen Kinder, merkt es euch, ihr treuen Seelen, wo ihr steht, es steht schlimm um das Reich Meines Sohnes, sehr schlimm, und wenn ihr noch zweifeln wollt und wenn ihr noch zögern wollt – viele, viele Seelen könnten gerettet werden, wenn nur ihr, ihr treuen Kinder der Kirche, zusammenhieltet.

Darum steht zu Meinem Bund, statt kopfschüttelnd zu fragen, ob es auch wahr sein kann, daß Mein Sohn einer Seele mitten in der Welt sich mitteilen könne. Ja, ist es denn anders geworden als zu den Zeiten, wo Mein Sohn unter euch lebte und wandelte? War es denn damals eine andere Welt als jetzt? Lebte Er nicht mitten unter diesem Geschlecht, verborgen und unbekannt, dreiunddreißig Jahre lang und nur denjenigen bekannt, die Ihm ein bereitwilliges Herz, ein offenes Ohr und guten Willen entgegenbrachten? Blieb Er nicht allen verborgen? Und gerade diejenigen, die es am ersten hätten aufnehmen müssen, die dem Volk die Ankunft des Messias predigten, die dem Volk die Schriften der Propheten hätten auslegen sollen, verwarfen Ihn, und nur das kleine Volk erkannte in Ihm seinen Messias, aber durch diese gebildete Welt wurde das arme Volk wieder verführt, weil Mein Sohn leiden wollte, um die Menschheit zu retten.

Seht ihr, Meine Kinder, glaubt ihr, daß jetzt Mein Sohn mitten unter euch lebt wie damals, aber gerade so verborgen und nur denjenigen bekannt, die mit gläubigem Herzen Ihm entgegenkommen. Dort wandelt Er als Mensch und angetan mit einem Schein der Unmöglichkeit, daß in diesem Derjenige, Der das Judenvolk retten sollte, Der die Menschheit erlösen sollte, verborgen sein könne, und doch ist in Ihm der Messias verborgen.

Gerade so will Er jetzt verborgen sein im heiligsten Sakrament, und doch teilt Er Sich euch mit und hat die Macht, wie damals, durch Sein allmächtiges Wort alles an Sich zu ziehen und zu eurem Herzen zu reden und durch eines Seiner Kinder, das Er als Sprachrohr benutzen will, euch Seinen Willen mitzuteilen. Gerade so wie damals will Er die Menschen retten. Nicht eher aber wird man glauben, daß Mein Sohn mit dir verkehrt, wird man glauben die Worte, die Er durch dich spricht, du kleines, armseliges Wesen, du Sprachrohr, als wenn du einmal eingegangen sein wirst in die Herrlichkeit.

Er sagte dir im Anfang, daß du sollst ans Kreuz geschlagen werden. Und als der Oberhirte dieser Diözese die Sache zur Besichtigung genommen hatte, sagte Er dir, daß jetzt die Zeit gekommen sei, wo du am Kreuz sterben sollst. Siehe, Meine Tochter, am Kreuz sollst du sterben, und das Saatkorn, das in die Erde gelegt wird, es soll aufgehen und hundertfältige Früchte bringen. Die Zeit ist nun gekommen, der Oberhirte dieser Diözese hat das Samenkorn in die Erde gelegt, indem er sich scheinbar nicht darum bekümmert und tut, als habe er die Sache nicht beachtet.

Ihr sollt aber wissen, daß nur dann das Saatkorn emporschießen kann, wenn es eine Zeitlang verborgen ist in der Erde, und wenn du am Kreuz erhöht sein wirst, dann werden die Worte, die Mein Sohn durch dich spricht an Seine Diener, Früchte tragen. Darum, ihr treuen Kinder, laßt euch nicht beirren, werdet nicht müde, mag man euch spotten oder nicht; je mehr Spott, je mehr Verachtung, das ist euer Verdienst, und um so mehr könnt ihr der heiligen Kirche, der Braut Meines Sohnes, nützen. Je mehr Spott und Verachtung ihr tragt, desto reichlicher die Ernte, desto größer die Zahl derjenigen, die ihr zurückgewinnen werdet für die heilige Sache.“

Barbara: „Liebe Mutter, ich bitte Dich: Ich glaube, Dich nicht recht verstanden zu haben. Du hast gesagt, daß ich wieder so verwirrt gewesen, weil ich die Worte Deines Sohnes nicht verstehe. Kommt das nicht daher, weil ich ein so armseliger Mensch bin? Wenn dann die Zeit vorüber ist und Dein Sohn Sich zurückzieht, mein geliebter Jesus, o dann bin ich so armselig. O sage Ihm, daß ich mit blutigen Tränen beweine mein Elend. Aber sieh, Du hast mich in eine Familie hineingestellt, wo ich so nötig wäre, und es tut mir so leid, wenn so viele Bedrängnisse auf einmal kommen.

O liebe Mutter, erflehe mir doch die Gnade, daß meine Schwägerin nicht vor mir stirbt, daß ich mich nicht gar so sehr mit der Welt herumärgern muß. Sieh, ich habe für die Welt gar nicht viel Interesse und gar nicht den Verstand dafür, und Marie ist noch gar so jung. (Die Schwägerin ist dem Tode nahe)

Maria: „Siehe, Meine Tochter, dies ist es ja, was Ich dich lehren wollte. Habe Ich dir nicht vorhin gesagt, daß du eine ABC- -Schülerin bist und bleibst. Habe Ich dir nicht gesagt, daß Mein Herz inmitten der Trübsal und des Schwertes, das Meine Seele durchdrang, in einer überschwenglichen Wonne lebte, Meine Seele, Mein Geist nämlich. Du sollst wissen, daß dies auch damals der Fall war, wo Ich unter dem Kreuz stand, wo Mein liebes Kind den letzten Atemzug aushauchte; auch da! Nicht wahr, das scheint dir unmöglich, daß Ich auch da in einer Wonne lebte? Das ist eine Sprache, die ihr Kinder nicht versteht.

Ja, Ich war die Mutter des göttlichen Sohnes. Meine Eltern, Meine Mutter, hatten alles hergerichtet und wollten den Empfang des göttlichen Kindes möglichst herrlich machen, möglichst dem Gotteskind angemessen entgegenkommen, und Ich mußte mit Meinem heiligen Gemahl fort in der letzten Stunde, wo Ich Ihn erwartete, wo Ich Sein himmlisches Angesicht zum ersten Mal sehen wollte. War das nicht ein großer Schmerz für Mich?

Mein heiliger Bräutigam hatte Mir versprochen, daß wir dort in Bethlehem, bei seinen Verwandten, eine gute Herberge finden werden. War Ich nicht eine Tochter aus Davids Stamm? Hatte Ich nicht königliche Ahnherren? Und doch sollte man für Mich ein königliches Plätzchen nicht finden. Mein heiliger Bräutigam mühte sich ab von Tür zu Tür, und die letzte Stunde, wo Er unter Meinem Herzen ruhte, die letzte Stunde mußte Ich in einem armen Stall Ihm entgegenharren. Siehe, sind das nicht Verhältnisse, die alle Kinder Meines Sohnes beherzigen sollten? Nicht wurde Ich verwirrt, obwohl Meine Natur Sich widerstrebte, denn auch Ich war aus Fleisch und Blut, auch Meine Natur war aus der Erde genommen, Mein Leib war auch ein Adamskind.

Der Weg ist nun einmal kein anderer als der königliche Weg des Kreuzes. Merkt es euch doch! Und nur da könnt ihr verdienen, wo das Kreuz um so drückender ist und auf euch lastet. Niemals ist es da gut bestellt in einer Familie, in einer Genossenschaft, wo alles glatt abgeht. Nur dann wohnt der Geist Gottes in einer Familie oder Genossenschaft, nur dann hat Mein Sohn Freude, wenn sie vereinigt ist und geht in enger Verbindung mit Meinem Sohn und Mir. Versteht ihr Mich? Wenn ihr den Kreuzweg geht, Seelen retten! Seelen retten!

Ja, es kommt die Zeit herbei, wo Satan sieben will, Satan will sieben, und viele, viele Kinder der katholischen Kirche wird er zu leicht befinden und wird sie wie die Spreu hinausblasen in die Wogen dieses Lebens, in die Wogen des Unglaubens, und verschlungen werden von dem Abgrund, der sich da auftut. Darum, Meine Kinder, ihr sollt Meine Stellvertreterinnen sein.

Seht, als Mein Sohn hinaufgefahren war zu Seinem himmlischen Vater, da mußte Ich zurückbleiben, da ließ Er Mich zurück. Noch viele Jahre sollte Ich der Mittelpunkt sein in der neuen Kirche, um die sich die neue Kirche scharen sollte. Ich sage der Mittelpunkt, denn obwohl Mein Sohn das Haupt der Kirche gewählt hatte in Petrus, Seinem Jünger, sollte Ich doch der Mittelpunkt sein des Bandes, das Er da geschlossen hatte am Kreuz. Am Vorabend vor Seinem bitteren Leiden, als Er das Allerheiligste Sakrament des Altares einsetzte, begründete Er den Liebesbund, schloß das Band, das Er schlingen wollte um alle treuen Kinder, die da eingehen werden in dies Schifflein Petri, und am Kreuz besiegelte Er dies Band mit Seinem kostbaren Blut.

Diesen Liebesbund sollt ihr als die Jungfrauen, die da Meine Stelle vertreten in sichtbarer Gestalt, unterstützen. Ihr sollt dies Band unterstützen, wie es auch Meine Aufgabe war, wie Ich die Kirche, die Mein göttlicher Sohn gestiftet hatte und in der Er Petrus als das Haupt eingesetzt hatte, unterstützen mußte durch Mein Gebet, durch Meinen guten Rat, den Ich ihm erteilte und allen Aposteln. Und so sollt ihr durch eure Gebete, eure guten Werke, durch euren guten Rat, wenn er auch nicht angenommen wird, die Kirche unterstützen. Und die Gnaden, die da ausgehen, die da sprudeln aus Meinem Herzen und hineingeleitet werden durch die Diener Meiner Kirche, denn diese sind die Kanäle; noch viel verzweigter aber müssen diese werden durch kleine Kanälchen, durch kleine Schleusen, damit die Gnaden hineingeleitet werden können in die einzelnen Teilchen des mystischen Leibes Meines Sohnes. Und diese Kanälchen sind alle jene Seelen und Genossenschaften, welche die Kirche gestiftet hat und durch die Glieder hinausgesandt werden in einzelne Familien, und durch die das Reich Gottes, sei es durch leibliche Werke der Nächstenliebe oder andere, befördert wird.

Noch mehr aber wird das Reich Meines Sohnes aufgerichtet, wenn diese Seelen die geistigen Werke mit den leiblichen verbinden, wenn sie mit gläubigem Herzen und mit Entschiedenheit auftreten, wo es nötig ist; in ungläubigen Familien entschieden vor solche hintreten und ihnen die Strafgerichte Gottes vorhalten, wenn es Familienväter sind, die da nicht glauben; in jenen Familien aber, wo sie gläubige Seelen antreffen, Trost und Linderung hineinträufeln in diese gebrochenen Seelen.

Seht, wieviel Mal könnt ihr Meine Stelle vertreten! Ihr sollt das Reich Christi, Meines Sohnes, unterstützen mit Rat und Tat, auch gegenüber Meinen Dienern. Ich nenne sie so, weil Mein Sohn wünscht, daß Ich in engere Verbindung treten soll zu ihnen und auch getreten bin, wenigstens mit denen, die es glauben. Ich nenne sie Meine Diener, denn sie Meinen Bräutigam zu nennen, wäre für manche anstößig.

Ich sage, wenn sie lächeln wollen über das, was Ich zu ihnen rede und sie nicht verstehen, dann sollen sie abwarten, bis diese ABC- -Schülerin es ihnen auslegen wird. Alles, was Mein Sohn durch dieses Sprachrohr spricht, hat für das Reich Christi eine hohe Bedeutung. Das Reich Christi soll erneuert werden, es muß ein Damm errichtet werden, die klösterlichen Genossenschaften müssen in Verbindung treten mit den guten, gläubigen Christen der Welt.

Deswegen hat Papst Leo XIII. den Verein der Heiligen Familie gegründet, und wißt ihr, ihr klösterlichen Genossenschaften, ihr seid die Berufenen, die das Familienleben heiligen sollen. Ihr seid berufen, Jüngerinnen Gottes zu sein; denn wo das Wort des Priesters nicht mehr hindringt – was der Priester im Beichtstuhl und auf der Kanzel nicht reden kann, weil man sich von der Kirche entfremdet, weil es solche gibt, die viele, viele Jahre keine Kirche mehr betreten – gelangt das Wort Gottes nicht mehr an Seine Kinder. Da seid ihr hingestellt, ihr Jüngerinnen des Herrn, ihr sollt ihnen das Wort Gottes hintragen. Fürchtet nicht die Drohungen der Welt, fürchtet nicht, daß man euch hinausstößt. Geht immer wieder über solche Schwellen und geht solange, bis die Herzen sich nicht ganz abgewendet haben von Meinem Sohn, und Mein Sohn das Maß nicht voll sieht, und die Gerechtigkeit nicht in Kraft tritt. Dann habt ihr eure Schuldigkeit getan, und der Lohn bleibt nicht aus, ob man euch Gehör geschenkt oder nicht. Ihr seid berufen, die Guten aufzurichten, den Verein der Heiligen Familie recht wirksam zu machen, und ihn in den Familien begründen zu helfen, die Schlechten zu warnen und auf die Strafgerichte aufmerksam zu machen, und so die Kirche Gottes zu stützen, durch Rat und Beispiel die Priester zu unterstützen.“

Barbara: „O liebe Mutter! Was sollen jene tun, um ihre protestantische Großmutter doch bald für die heilige Kirche zu gewinnen, da sie es doch erkennt, daß sie im Irrtum ist?

Maria: „Sie soll öfter einmal nach M. kommen. Legt ihr die Schönheiten unserer heiligen Kirche recht ans Herz. Sie soll sich dann mit ihrem Pfarrer ins Benehmen setzen. Wenn sie erkennt, daß die katholische Kirche die wahre ist, dann muß sie auch danach handeln und diese Erkenntnis nützen. Viele, viele haben es schon erkannt und doch keinen Nutzen daraus gezogen. Die Gnade – sie kommt und geht – pocht an jedem Herzen, und kein Gedanke, der da kommt, ist vergebens. Niemand kann sagen: ‚Herr Jesu‘, außer im Heiligen Geist, außer der Heilige Geist gibt den Gedanken ein, wenn etwas Gutes ausgeführt ist; was Gutes in ihm ist, ist ihm gegeben von Gott, und alles Böse wird ihm beigebracht von einem anderen Geist. Sie soll wählen. Jeder hat seinen freien Willen, er benutze diesen. Gott zwingt niemand zum Glauben. Er hat dem Menschen Verstand gegeben und Gedächtnis, damit er wähle.

Seht, Meine Kinder, wie groß das Vorrecht ist, das der himmlische Vater den Menschen gegeben, habt ihr in der vorigen Belehrung gelesen. Die Engel, die zur ersten Schöpfung gehört haben, haben nur einmal gesündigt und wurden auf ewig verdammt und gleich hinausgestoßen. Der Mensch, den Er nur um etwas unter die Engel erniedrigte, sündigt so oft, und doch bietet ihm Gott wieder Seine Gnade an. Wie würde denn die Gerechtigkeit Gottes angebracht sein, wenn sie diesen Menschen keine Prüfung vorlegte.

Die Prüfung ist nun sein ganzes Leben, die Prüfung ist, daß er wählen soll, daß er seinen freien Willen hat, unabhängig wie er ist, soll er wählen zwischen Gut und Böse. Dies hängt vom Menschen ab, sonst würde ja die Gerechtigkeit Gottes nicht ausgeglichen.“

Barbara: „O liebe Mutter! Ich bitte Dich, daß die Schwestern in N. doch an ihrem Gut, das in Gefahr ist, nicht zu Schaden kommen.“

Maria: „Sie sollen sich an den heiligen Nährvater Josef wenden, der ist der Vermittler der zeitlichen Dinge. Ich bin die Vermittlerin der Kirche, der geistigen Güter Meines Sohnes, und wißt ihr, wer die geistigen Güter Meines Sohnes sind? Es sind die unsterblichen Seelen. Die leiblichen Güter, die so tief, tief unter den geistigen stehen, die da so vorübergehend sind, von kurzer Dauer, die zu nichts da sind, als daß sie in ihr Nichts zurückfallen, sind Meinem heiligen Bräutigam zur Verwaltung übergeben.“

Barbara: „O gib doch, daß Frl. N. auch Deine Geheimnisse verstehen lernt und ganz Dir und Deinem Sohn angehöre.“

Maria: „Solange eine Seele nicht ganz ihren Willen dem göttlichen unterworfen, kann sie nicht ganz Gott angehören. Verstehe es doch! Ich sagte dir im Anfang: Den Willen beugen, beugen unter den Willen Gottes. Dann versteht sie die Gnade. Es soll diese Seele nur das Reich Gottes suchen und nicht so viele Bedürfnisse für ihren Leib beanspruchen, dann wird sie nicht mehr fragen. Eine Jungfrau sorgt für das, was des Herrn ist; eine Ehefrau lebt ihrem Mann zu Gefallen. Merkt es euch.“

Barbara: „O gib doch N. die Gnade, ganz Deinem Sohn zu leben.“

Maria: „Ja, das ist sie, sie lebt ja das Leben, das bleibt freilich jedem verborgen.“

171 Letzter Freitag im Mai 1897

„Denn die Familie ist es in der Welt, die Ich heiligen will“

Barbara: „Mein Jesus, wo warst Du denn inmitten aller Leiden und Drangsale diese Woche, inmitten all meiner Untreue, Fehler und Nachlässigkeiten, die ich begangen?“

Jesus: „Bei dir war Ich, Meine Tochter, und du verstandest es nicht. Ich war es, der euch die Leiden verursachte, die ihr zu ertragen hattet, all die Ängste und Kümmernisse, die Ich dir verursachte. Ihr wißt nicht, Meine Kinder, wie gut Ich bin. Ihr wißt nicht, wie Ich da, wo Ich einkehre, die Bewohner des Hauses auffordere, Mir nachzufolgen und den Kreuzweg zu wandeln. Das wißt ihr nicht, weil ihr noch zu sinnlich, zu irdisch gesinnt seid. Deine Schwägerin wird nicht sterben an dieser Krankheit. Ich habe sie ihr nur gegeben, damit Ich verherrlicht werde. Sie soll wieder einmal einsehen, wie gut Ich bin, wie gut Ich es mit ihr meine, daß Ich dich an ihre Seite gestellt.

Ich habe ihren Mann hinweggenommen, Ich habe ihr geliebtes Kind von ihr weggerissen, das liebste ihrer Kinder, um ihr zu zeigen, daß Ich es bin, Der in dir wirken will, und daß du Mir hie und da ein Stündchen gönnen sollst. Sie soll wissen, daß Ich in der Welt gar viele Liebhaber herumlaufen habe, aber gar wenige, die mit Mir auf Kalvaria gehen, den Kreuzweg wandeln wollen, der alles in sich schließt, was den Menschen zuwider sein kann, sei es im Beruf oder in Krankheiten oder in damit verbundener Trostlosigkeit, die Ich zuschicke, oder daß Ich Satan die Gewalt gebe, einige Zeit ihn zu plagen. Das alles gehört zu dem königlichen Weg des Kreuzes.

Diesen Weg wollen aber gar wenige wandeln. Man denkt nur daran, hie und da ein wenig sich abzuschieben von dem Kreuzweg. Und doch brauche Ich starke Seelen zu aller Zeit und besonders jetzt, wo Satan sieben will, damit noch viele gerettet werden können. Von Anfang an, als Ich hinaufstieg zu Meinem Vater, als Ich am Pfingstfest den Heiligen Geist gesandt und die zukünftige Kirche gegründet hatte, da gab es in Meiner Kirche schwache Seelen, die durch das Gebet, durch Opfer und Sühneleiden sollten Stütze haben. Diese Seelen habe Ich immer gefunden zu aller Zeit und finde sie auch heute noch, aber Starkmut braucht eine solche Seele, die sich einsetzt für die schwachen Glieder, damit sie nicht abweichen vom rechten Weg, und weil damit gar viel verbunden ist, Verfolgungen aller Art, Verachtungen, das Belächeln und Bespötteln von allen Seiten, so muß Ich denn auch einer solchen Seele doch irgendwie eine Stütze verschaffen. Diese Stütze sei dir deine Schwägerin, und um des Gebetes so vieler treuen Seelen willen habe Ich sie nicht von deiner Seite weggerissen.“

Barbara: „O Herr, Du hast mir gesagt, daß ich mich freuen sollte diesen Monat. Wo ist aber die Freude? Siehe, ich kann mich nicht freuen in Trübsalen. Du hast mich hineingestellt, die ganze Last des Hauswesens mir übertragen, und die großen Leiden dabei mir geschickt.“

Jesus: „Ja siehe, Meine Tochter, das ist es ja, was Ich dich lehren will. Du bist immer noch viel zu kleinlich, zu armselig, zu mutlos, und bis du alles abschütteln wirst, muß Ich schneiden und dich behauen, dich mit dem Mörser zermalmen. Du glaubst, nur da Mir dienen zu können, wenn es dir im Herzen wohl ist, wenn alles gut bestellt ist in der Familie, wenn du getrost dich fühlst in Meiner Nähe, im heiligen Sakrament mit Mir zu verkehren.

Und weil du aber vielen zum Trost dienen und sie belehren sollst, daß es darauf nicht ankommt, ob man stundenlang in Betrachtung versunken, in süßem Gefühl mit Mir verkehrt, oder ob man im Gewühl des Familienlebens, in Sorgen und Mühen, in Bekümmernissen und Betrübnisse aller Art Mir diene. Sieh, das alles muß einer Seele gleichgültig sein, sie muß wie ein ruhiger See dahinwandeln, auch wenn alles über ihr zusammenzustürzen scheint. Die Natur, die freilich dies hart fühlt, muß so lange behauen und beschnitten werden, bis der Geist die Oberhand gewinnt, bis der Geist keine Widersprüche mehr findet in einer Seele. Merke dir das!“

Barbara: „O liebe himmlische Mutter! Ich grüße Dich durch das süßeste Herz Jesu! Ich danke Dir für alle Gnaden und bitte Dich um Verzeihung, daß ich Dir so wenig gedient. Ich kann Dir nicht sagen, was ich Dir entgegenbringen soll, denn ich habe nichts. Wo sind die Opfer, die ich gebracht, wo sind die heiligen Gebete, die heiligen Kommunionen, die Werke der Nächstenliebe? O wie ist alles so befleckt, so verstellt, so verzerrt durch meine Untreue. Und doch bin ich so glücklich, Dich heute zu sehen. O meine Königin, o meine Mutter, ich danke Dir für Deinen liebsten Sohn, Der mir so vieles an Liebe schenkt.“

Maria: „Habt guten Mut, wenn alles euch in die Quere kommt, wenn alles eurem Willen zuwider ist, wenn alles euch dunkel vorkommt. Siehe, habe Ich euch nicht gesagt am letzten Freitag, daß ihr ruhig hinnehmen sollt und könnt, was Mein Sohn euch schickt, daß ihr die Worte beherzigen möchtet, daß Ich alles recht schaffen werde, was krumm ist gerade? Dies versteht ihr nicht, weil ihr im Fleische seid.

O seht, Meine Kinder, wie Ich Meinen schützenden Mantel über euch ausgebreitet in den Trübsalen, wie Ich alles leitete und lenkte, wie Ich euch unterstützte in all den Trübsalen, und wie Ich auch das, was euch betrübte, euch entzweite, ersetzen will.

Seid nicht betrübt, Ich will euch alles ersetzen, denn seht, ihr seid doch Meine liebsten Kinder, Ich trage euch in Meinem Herzen, in Meinen Armen.

Ich habe euch zusammengeführt, damit ihr teilnehmt an dem großen Werke, das die Kirche auszuführen hat in dieser Zeit, ihr sollt Meine Kirche unterstützen. Die Kirche braucht Stützen, denn sie braucht Glieder, die sich einsetzen mit Gut und Blut für ihre Rechte; denn gar viele schwache Glieder betrüben das Herz Meines Sohnes, sind abgestorben an Seinem mystischen Leib und gereichen Ihm zur Schmach. Diese Glieder sollt ihr beleben und erfrischen durch euer Gebet, Opfer und Sühneleiden. Das alles versteht ihr nicht. Aber sieh, wenn nicht solche Dinge vorkämen, wie Ich sie jetzt wieder geschickt, würden manche Seelen nicht gerettet. Der Geist, der waltet in diesem Haus, geht über auf alle diejenigen, die darin verkehren, wenigstens in gewissen Augenblicken, denn Ich muß dir sagen, daß eine Erschütterung eingekehrt ist in den Herzen, sogar in den Verstockten, die da verkehren, und viele gute Vorsätze wurden gefaßt in diesen Tagen.

Die Tränen sind ein Zeichen dafür, denn Tränen sind ein Beweis, daß das Herz noch nicht ganz verstockt ist. Und darum bereitet Mein Sohn Seine treuen Kinder so sehr auf Leiden vor und macht sie so sehr mit Leiden vertraut, weil der Starkmut, den treue Seelen bekunden und an den Tag legen, die Sünder mehr noch erschüttert als noch so vieles Gebet und andere fromme und gute Übungen, die da Meinem Sohn dargebracht werden. Starke Seelen braucht es, die nicht wanken in der Trübsal, die auch dann zu Ihm halten, wenn alles zu brechen scheint.“

Barbara: „Ich danke Dir, liebe Mutter! Ich danke Dir auch im Namen meiner beiden Mitschwestern, aller Bewohner dieses Hauses, meiner Verwandtschaft und Freundschaft. Segne sie alle bis ins vierte Glied. Laß diesen Geist, der da ausgegossen ist, überall wehen, wo ein Glied dieser Familie hineingestellt ist. Laß sie im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe erstarken, in Leiden nicht trostlos und verzagt sein. Nicht bitte ich Dich, daß Du sie verschonest mit Leiden, noch diejenigen, die bei mir nachsuchen um Gebet in Trübsalen und Leiden, die da Abhilfe verlangen von schwerem Leiden – nein, ich vereinige mich mit Dir für sie, um Starkmut zu erflehen und Kreuzesliebe.

O erflehe mir und allen, die glauben, daß Du mit mir verkehrst und mein lieber, guter, süßer Jesus, Starkmut in allen Leiden, Trübsal und Anfechtungen. O ruhig laß mich dahingehen in all dem, was noch kommt. O gib, daß ich alles ertrage und Geduld habe mit all denen, die mit mir verkehren, und auch sie mit mir; denn ich bin ein armseliger Mensch und habe noch so viele Fehler an mir.“

Maria: „Gut, Meine Tochter, daß du dies einsiehst. Ich habe es dir so oft gesagt und gezeigt, und deswegen führe Ich dich mit anderen zusammen, mit Priestern und Laien, mit Ordenspersonen und Weltleuten, damit du nicht verzagst in deinen Fehlern, sondern damit du großmütig einhergehst. Siehe, alle sind armselige Sünder, alle arme Adamskinder, weil, nicht wie Ich, ohne Makel der Erbsünde empfangen und geboren. Darum bleibt Adams Neigung, Adams Stoff in dir, darum Geduld mit dir selbst und allen Menschen.“

Barbara: „O liebe Mutter Gottes! Frau N. vertraut so sehr auf Dich für die kommende Zeit. Sie bittet Dich, sie zu beschützen.“

Ich sehe Sie, die liebe Mutter Gottes, ihr beistehen, wie Sie tätig ist und der Wärterin beisteht, ihr die rechten Mittel an die Hand gibt wie damals, als der kleine Johannes zur Welt kam. So sehe ich Sie im Haus auf- und abgehen, bedienend und besorgend.

„O wie gut bist Du! Ja, ich danke Dir, daß Du dieser Frau diesen Trost bringen lässest, der sie so aufmuntert in ihren guten Entschlüssen.“

Maria: „Möge sie doch glauben wie damals deine Schwägerin in A., als Mein lieber Sohn ihr sagen ließ, daß sie bald ein gesundes, liebes Knäblein zur Welt bringen werde. Sieh, wie dieses in Erfüllung ging, so wird auch bei dieser Frau alles in Erfüllung gehen, wenn sie sich fest an Mich anschließt. Ich werde sie nicht verlassen, wenn sie auf Mich vertraut, sie wird ein gesundes, liebes Knäblein bekommen.“

Barbara: „O liebe Mutter, erflehe doch allen Kindern dieser Frau die Gnade, treu an der heiligen Kirche zu hangen, gib, daß sie alle wahrhaft christliche Familien seien.“

Maria: „Ich habe Meine Freude an einer frommen Familie, die nachfolgt der Heiligen Familie, wie Ich mit Meinem heiligen Bräutigam zu Nazareth lebte. Denn Familien, christliche Familien, verlangt das Herz Meines Sohnes, verlangt die heilige Kirche, christliche Familien der Heilige Vater in Rom. Er verlangt, die Familie zu heiligen, und weil das Familienleben so zerrüttet ist, ist es diese Zeit, wo es am meisten gute Familien braucht. Mögen sie Mir vertrauen, mögen sie aber auch Opfer bringen, wie du sie gebracht. Siehe, alle deine Geschwister habe Ich versorgt, daß sie an die richtige Stelle kamen, aber mit Opfer verbunden muß eine Seele dazwischenstehen. Dies ist es, warum so vieles fehlschlägt in der Welt, weil wohl viel die Martha vertreten ist, aber so selten die Maria.

Und nun freue dich, Meine Tochter, der Frühling ist gekommen, der Winter ist vorüber. Freue dich, wenn es auch langsam geht, die Knospe treibt empor, bald wirst du dich durch eine aufgeblühte Blume sehr erfreuen können in Meinem Sohn, denn es kommt der Tag, wo die Gottheit, die du ganz besonders anbeten und verehren sollst, in der Christenheit auf ganz besondere Weise verherrlicht wird. Darum freue dich, denn dies ist der gnadenreichste Tag für dein liebendes Herz.“

Barbara: „O liebe Mutter! Du hast uns noch jedesmal auf das hohe Fest Christi Himmelfahrt mehrere Arme Seelen geschenkt, und siehe, gestern habe ich auf den Trost verzichtet, so bitte ich Dich heute für den Priesterfreund von N.“

Ich sehe die liebe Mutter Gottes, wie Sie herabsteigt und wie Sie einen Priester an der Hand nimmt.

Maria: „Ja, er ist noch nicht befreit.“

Barbara: „Ja, himmlischer Vater, dasselbe bitte ich für die Klosterfrau von N. und alle, die in R. und S. und in der Pfarrei I. gestorben sind (lange Bitten). O wie bist Du heute so gut!“

Maria: „Ja, Meine Tochter, weil du heute Himmelfahrt feiern sollst.“

Barbara: „Mein süßer, treuester Bräutigam! Ich grüße Dich durch das jungfräuliche Herz Deiner Mutter, mit meinem lieben, heiligen Schutzengel, im Namen aller Seelen, die sich mit mir vereinigen. O komm doch mit mir!“

Jesus: „Ja, Meine Tochter! Die Bitte ist groß: Alle Seelen, die in R. und S. und I. gestorben sind. Du hast zwar schon viel erfleht durch dein anhaltendes, gläubiges, inständiges Bitten. Du mußt wissen, daß ein Beter Mein Herz verwundet mit einem Haar seines Hauptes. Weißt du, was das Haar bedeutet? Das ist die Treue im Kleinen, die Treue im Beruf, in den Leiden und Widerwärtigkeiten, die Ich Tag für Tag dir zuschicke, die wie die Haare anwachsen, denen Mein Herz nicht widerstehen kann. Ein gläubiges Herz mußt du Mir entgegenbringen, und dann wird die Bitte gewährt werden.“

(Es folgen nun lange Bitten).

Barbara: Und ich sehe eine große Schar. Es ist, wie wenn eine Pforte sich öffnet, und sie treten heraus.

„O Du süßer Bräutigam meiner Seele, o laß mich Dich begleiten! O wie glücklich! O wie glücklich! Vorüber ist der Winter, der Frühling ist gekommen, der ewige Frühling. Sie ziehen mit der Siegespalme ein. O welch ein Austausch von Freude an diesem Ort! Welche Begrüßungen! Ist denn die Schwester N. auch dabei?“

Jesus: „Die Schwester ist die erste nach dem Priester!“

Barbara: „Sind denn Frau N. und die zwei Herren N. auch dabei?“

Jesus: „Nur die Frau.“

Barbara: „O liebe Mutter, was macht denn Herr N.? Wir hören so lange nichts mehr von ihm?“

Maria: „Er hat sich von euch getrennt. Es tut nichts zur Sache, wenn er sich nur nicht auch trennt von Meinem Sohn. Kümmert euch nicht um diejenigen, die sich zurückziehen, wenn sie nur noch im Schifflein Petri sich befinden.“

Jesus: „Je tiefer eine Seele hinabsteigt in den Abgrund der Demut, desto höher hebe Ich sie hinauf und vereinige sie mit dem Band Meiner Liebe, je lebendiger eine Seele im Glaubensleben voranschreitet, desto mehr wird Mein Geist über sie herabsteigen und sie einführen in das Licht, worin diejenigen wandeln, die, gereinigt von der Sünde, den Weg der Erleuchtung wandeln wollen und alle, die sich mit Mir verbinden, die nur glauben, hoffen, lieben können, nachdem sie von der Sünde gereinigt, in den Weg der Erleuchtung eintreten, wenn sie sich mit lebendigem Glauben an Mich anklammern, vertrauen, daß, was Meine heilige Kirche lehrt, auch an ihnen sich erfüllen könne.

Wenn aber eine Seele, die eine Zeitlang vorangeschritten, zurückgeht, kann das Licht sie nicht erreichen, auch wenn sie den Weg der Reinigung bereits verlassen.

Die dritte Stufe, das ist der Weg der Vereinigung. Tief muß eine Seele hinabsteigen in den Abgrund der Verdemütigung, sie muß sich für ein Nichts halten, für ein Nichts, das man mit Füßen tritt.“

Barbara: „O lieber Jesus! Gib doch dieser Schwester noch einen Trost!“

Jesus: „Ja, Ich habe ihn ihr schon am letzten Freitag gegeben. Ich habe dir gezeigt, daß Ich Meine Freude an ihr habe. Sie soll glauben und ihre Zweifel beseitigen. Sie soll wissen, daß Ich nicht vergebens unter euch wohne im Allerheiligsten Sakrament, nicht vergebens in diesem Holzwerk eingeschlossen sein will, daß Ich da bin, um mit Meinen Kindern zu verkehren. Eine Seele, die fest an Mich glaubt, zu ihr will Ich hinabsteigen und mit ihr reden, da Ich nicht wie ein Stummer in ihr wohnen will. Mein Geist, Der da wohnt im Heiligen Sakrament, teilt sich einer jeden Seele mit; denn so wie Ich dort wohne mit Meiner Gottheit und Menschheit, kehre Ich ein in jeder Seele, und ihre Seele soll Mir der Tabernakel sein, in dem Ich immer wohnen will.

Wenn dann die Seele sich bereit erklärt, über all die Hindernisse hinwegzugehen, all die Verdemütigungen, die damit verbunden sind, ruhig zu ertragen, all den Spott, weil alles den Anschein hat, als ob diese Seele aus sich selbst sich so verstrickte und diese Seele trotz all den Ängsten, die auch Ich zur Prüfung über sie selbst kommen lasse, glaubt, daß Ich es bin, der mit ihr verkehrt: willst du dann noch zweifeln, daß Ich, dein Gott und Herr, nicht die Macht habe, Mir eine Seele nach Belieben auszuwählen und durch sie mit dir zu verkehren, eine Seele als ein Sprachrohr zu benützen, um durch sie Meine Liebe zu offenbaren?

Du mußt wissen, daß Ich ein Geist bin und als Geist zu dem Geist des Menschen rede; denn ihr Geist ist mit Meinem Geist vereinigt, und wenn du auch noch so viele Unvollkommenheiten in ihr findest, dann steige in dich hinab und schau, ob du nicht auch solche in dir findest. Siehe, und doch bist du das liebste Kind, gehörst zu den liebsten Kindern Meines Herzens.

So verhält es sich aber auch mit dieser Seele und allen treuen Kindern der Kirche, die glauben, daß Ich im Allerheiligsten Sakrament gegenwärtig bin. Habe Ich nicht das Recht, zu schalten und zu walten in Meiner Kirche, den mystischen Leib Meiner Kirche zu erneuern, die Glieder, die da in ihr sind, zu ermuntern und im Glaubensleben zu erneuern? Steht Mir nicht das Recht zu, allen Meine Liebe zu offenbaren , allen zu sagen, wie gut Ich bin, auch jenen mitten in der Welt, wie auch deine Verwandten mitten in der Welt stehen, sie alle mit dem Tau Meiner Gnade zu übergießen, damit sie sehen, wie gut Ich bin und sich aufraffen, sich im Glaubensleben zu erneuern und andere wieder herbeiführen, denn die Familie ist es in der Welt, die Ich heiligen will. Väter, Kinder, Mütter, Greise und alle sollen sich anschließen an den Liebesbund, sie alle sollen herbeikommen zu Meinem Tisch und sich laben an den Früchten, die da ein jeder schöpfen und pflücken kann an diesem Baum, der da verborgen ist im Allerheiligsten Sakrament.

Die öftere Kommunion will Ich einführen, das Familienleben will Ich erneuert wissen. Darum fordere Ich Meine Diener durch dies Sprachrohr auf, daß sich die klösterlichen Genossenschaften vereinigen sollen mit denen, die in der Welt leben, mit den Familienvätern, Müttern, Jungfrauen in der Welt, durch Gebet, Opfer, Sühne; denn Mein Herz ist betrübt bis in den Tod um der Seelen willen, die verlorengehen. Denn geschüttelt wird der Baum Meiner Kirche, und es fallen viele, viele hinab in den Abgrund und gehen verloren auf ewig, verloren auf ewig.“

172 Erster Freitag im Juni 1897

„Siehe, die Sprache Meiner Liebe ist der heilige Kreuzweg, den ich gewandelt bin“

Barbara: „Mein Jesus! Bräutigam meiner Seele! Ich bete Dich an aus dem Abgrund meines Nichts. Ich danke Dir für alle Gnaden, besonders für diejenigen, die Du mir in der letzten Zeit durch besondere Heimsuchungen, durch alle Trübsal und Angst, die ich an Leib und Seele ausgestanden, erwiesen. Nimm dies alles hin zur Buße für meine Sünden, zur Genugtuung für all meine Untreue; denn gar manchmal bin ich Dir untreu gewesen. O verzeihe mir!“

Jesus: „Meine Tochter! Du hast dich schon manchmal Meiner Gegenwart erfreut, schon gar oft war Ich bei dir, manchmal auch, ohne daß du Mich beachtet hast und wußtest, wer Derjenige sei, Der dich in eine so unaussprechliche Wonne und Glückseligkeit versetzte. Manchmal mußtest du Meine Nähe fühlen, ob du wolltest oder nicht, und so auch heute wieder, obwohl du gar nicht in der Stimmung bist, mit Herz und Gemüt, in der du Mich erwarten könntest, du so niedergedrückt bist in deinem Geist, in deiner Seele, weil er verbunden ist mit deiner niederen Natur. Ich will aber, daß deine niedere Natur deinem Geist unterworfen ist, und daß du dieses nicht beachten sollst. Denn Ich will mit dir verkehren, in der Einsamkeit will Ich reden mit der Braut, in der Stille des Herzens, im Herzenskämmerlein.

Da du nun in deinem Beruf so tätig bist und nur sorgst für die vergänglichen Dinge, mußt du um so mehr dich freuen, wenn Ich dich zurückrufe, da du siehst, wie gut Ich bin. Vergraben willst du dich in die Dinge dieser Welt. Ich bin es aber, Der deinen Geist emporhebt über diese Welt, über alles Irdische. Ich bin es. Noch vieles mußt du lernen! Der Monat Mai ist vorüber. Du verstehst nicht die Sprache Meiner Liebe, obwohl du schon ziemlich geübt wurdest in dieser Sprache. Siehe, die Sprache Meiner Liebe ist der heilige Kreuzweg, den Ich gewandelt bin, und den alle treuen Kinder Meines Herzens wandeln müssen.“

Barbara: „Ich danke Dir, o Herr! Ja, freilich verstehe ich es nicht, aber siehe, ich glaube! Wenige würdest Du finden, die es recht verstehen, welche die Sprache der Liebe recht verstehen; denn wir alle sind armselige Menschen und gar wenig geneigt zum Leiden, und besonders in der Lage, wie ich bin! Du hast mir zwar vieles abgenommen, aber mir auch vieles wieder dazugegeben. Siehe, schon fünfzig Jahre bin ich alt und seit achtundzwanzig Jahren bemüht, Dir zu dienen, und wenn mir etwas in die Quere kommt, dann werde ich gleich so verdrießlich, so kleinmütig. O hilf mir doch! O jetzt ist der schöne Monat, der Deinem Herzen geweiht ist, und so wenig ist in mir, das Dich erfreuen kann. Barmherzigkeit für all die treuen Liebhaber des Kreuzes!“

Jesus: „Da schlüpfe hinein!“

Barbara durfte das hochheiligste Herz Jesu schauen, unermeßlich groß mit winziger Pforte. N: „O laß auch mich hinein!“

Jesus: „Kommt, Meine Kinder!“

Barbara: „O laß auch diese Sünder N.N.N. eine Zuflucht finden in Deinem Herzen!“

Jesus: „Da hinein schlüpfen nur die treuen Kinder Meines Herzens, die es verstehen, das Haupt zu beugen, den Nacken zu beugen, die es verstehen, nicht stolz einherzugehen.“

Barbara: Und ich sehe viele darin, und wir sind dabei und nehmen unsere Plätze ein, und viele sehe ich hineinschlüpfen und setzen sich, auch N. und N. Es sind viele Wohnungen darin, aber weit, himmelweit ist der Raum noch leer, gar so leer, und dies schmerzt Ihn tief.

Jesus: „Werdet nicht müde, Meine Kinder, die Worte, die Ich rede durch Meine kleine Dienerin, zu beherzigen. Alles trägt zur rechten Zeit seine Früchte, wenn ihr es auch nicht ahnt und nicht versteht, die Worte, die Ich zu euch rede, die zwar nicht Menschenworte sind, die Ich aber durch Menschen an die Menschen richte, die von Meinem Herzen ausgegangen sind und wie Liebespfeile eindringen in die Herzen der Menschen, welche die Herzen zu Meiner Liebe hinziehen, sie mit Meinem Geist erfüllen. Die Ungläubigen freilich, an denen alles verloren ist, sie sahen Mich auch nicht, als Ich unter ihnen wandelte.

Doch wird es zur rechten Zeit seine Früchte bringen, denn ihr wißt nicht, wie die Bearbeitung vor sich geht. Mit Entschiedenheit treten Meine Diener hin vor ihre Feinde – dies habt ihr doch erst in den letzten Tagen gesehen – (der Herr spielt an auf den öffentlichen, feierlichen Empfang des hochwürdigsten Herrn Bischofs bei seiner Rückkehr aus Rom seitens des Klerus, der katholischen Beamten und Vereine), wo die Welt staunt und in Verwunderung gesetzt ist über die Freimütigkeit Meiner Diener, der Priester. Es ist Mein Geist, von dem einer hat reden gehört.

Darum fahret fort, werdet nicht mutlos, wenn man euch belächelt. Ich danke all denjenigen, die den Mut fassen, ihren Feinden entgegenzutreten mit der Entschiedenheit, die Ich schon jahrelang verlangte, denn schon jahrelang sagte Ich, daß keine Macht sich messen kann mit der Macht, mit der Ich Meine Diener ausgerüstet habe, denn sie haben eine göttliche Macht. All ihre Feinde werden zerstreut und verwirrt, sobald sie sehen, wie Meine Diener mit Freimut hintreten, wie sie sich nicht fürchten, sondern wie feuersprühende Löwen Meine Worte ihnen hinschleudern...

Dies ist der Anfang zum Sieg Meiner Kirche. Vieles wird freilich noch vor sich gehen, bevor die Zeit kommt, wo man überall nur Mir dienen wird, wo es nur einen Schafstall und eine Herde geben wird auf der ganzen Erde. Aber sicher ist und auch gewiß, daß in den Zeiten, wie sie jetzt sind, der Anfang zum Sieg und zum Triumph muß vorbereitet werden und auch vorbereitet wird. Dazu gab Ich Meiner Kirche den Statthalter, der jetzt an der Spitze steht, dazu habe Ich in die Welt hinein viele eifrige Diener geschickt, Diener, die sich nicht fürchten vor dem Gerede. Zwar ist es zu bedauern, daß auch heute unter diesem Geschlecht viele Judasse sind, die Mir untreu sind und untreu werden, was freilich jetzt noch verborgen; aber um des Gebetes und des Eifers Meiner Diener willen werden viele, viele in die rechte Bahn eingelenkt. Ihr aber, Meine Kinder, freuet euch. Es kommt das heilige Pfingstfest, und Ich habe dir versprochen, daß das Pfingstfest für dich ein Freudenfest sein werde.“

Barbara: „O wie danke ich Dir, o Herr! Verzeihe mir, daß ich Dich gar nicht verstehe, ich verstehe Dich nicht, o Herr.“

Jesus: „Ja, wenn Ich dir Tag für Tag den Weg mit Blumen bestreute, dann verstündest du Mich. So aber, wenn Ich dir den Weg mit Kreuzen belege, willst du Mich nicht verstehen. Damals, als du den blumenreichen Weg gingst, verbarg Ich dir die Dornen, jetzt aber sind die Blumenblätter abgefallen und die Dornen treten hervor. Das willst du freilich nicht recht verstehen. Ich will nicht mehr, daß du dich noch einmal so gebärdest wie diese Woche. Das steht nicht einer Liebhaberin Meines Herzens zu, höchstens einem Weltkind, einem Liebhaber der Welt, der da nur sucht, sich Genüsse zu verschaffen. Du sollst nicht schauen nach oben und nach unten, nicht nach rechts und links, sondern geradeaus sollst du gehen, auf Mich zu. Du sollst immer an den Platz dich erinnern, den Ich dir gezeigt habe, daß da deine Wohnung sein wird. Habe Ich nicht die Macht, für dich zu sorgen? Glaubst du denn, Ich habe Mein Wort nicht gehalten, das Ich dir sagte, als deine Verwandten verarmt, daß Ich ihnen irdisches Gut geben werde im Überfluß? Habe Ich es nicht wahrgemacht?

Und als Ich dir sagte, daß du in der Pfarrei St. Ignaz bleiben werdest und du dich von nun an nicht mehr als ein Schutzkind des heiligen Antonius, sondern des heiligen Ignatius betrachten sollst, habe Ich nicht Wort gehalten? Und habe Ich bis jetzt nicht auch Wort gehalten in Dingen, wo es die Menschen nicht verstehen: als du deinem Beichtvater sagtest, du werdest bei deiner Schwägerin bleiben, als er schon alles vorbereitet, um dich in einem Kloster unterzubringen, da lachte er dich aus, weil er dir sagte, sie werde wieder heiraten. Habe Ich nicht Wort gehalten, indem Ich dir sagte, deine Schwägerin heiratet nie mehr? Das alles siehst du jetzt. Ich sage es dir, Ich halte dir noch einmal eine Strafrede, es soll die letzte sein, aber dann nicht mehr. Wenn du dich dann wieder gebärdest wie ein Kind, dann werde Ich Mich zurückziehen, weil Ich zwar der Liebhaber treuer Seelen bin, aber nicht Liebhaber von Feiglingen.“

Barbara: „O verzeihe mir, ich weiß, daß Du mich nicht verlässest, wenn ich Dich nicht verlasse, und daß Du auch für mich sorgen wirst. O verzeihe mir um Deiner heiligen Mutter willen, Sie ist ja die Hilfe der Verlassenen, die Zuflucht der Sünder. Ich mache es wie damals, als ich mich meiner Armut so sehr schämte und Du mir sagtest, ich möge Dir Ihr Herz darbringen. O nimm hin all die Tugenden Deiner heiligen Mutter, Ihre Geduld, Demut, Sanftmut, Herzensreinheit, und vergiß alle meine Fehler, hat Sie uns ja zu Kindern angenommen und will uns alles ersetzen, wenn wir zu Ihr flüchten.“ Und Sie kommt, die liebe, heilige Mutter Gottes.

Maria: „Meine Tochter! Bereite dich vor auf morgen abend.“

(Eines der Dienstmädchen, die wegen Krankheit ihrer Mutter nach Hause beordert war, ließ fragen, ob sie wirklich heimgehen solle.)

Maria: „Sie soll ganz ruhig bleiben.“

(Am anderen Morgen sandten ihr die Eltern einen Boten, sie möge ruhig bleiben, die Mutter sei in der Genesung.)

Barbara: „O liebe Mutter, stehe auch der Frau N. in London bei, die im Sterben liegt, daß sie sich mit der Kirche aussöhnt.“ Und ich sehe die liebe Mutter Gottes hineilen nach London und ihr beistehen.

173 Pfingstfest Nacht 1897

„Solange der Atem noch ein- und ausgeht, solange sollt ihr die Hoffnung nicht sinken lassen.“

Weil die liebe Mutter Gottes gesagt hatte, wir sollten uns auf den Abend richten, so versammelten wir uns schon um 18 Uhr in der Meinung, Jesus käme in den nächsten drei Stunden, und richteten uns gar nicht für die Nacht, damit uns jemand abhole. Barbara war von der Arbeit des Tages so müde und krank und dazu von Zahnschmerzen geplagt, daß sie gar nicht wußte vor Aufregung der Nerven, wo aus und ein. Als es nun einundzwanzig Uhr war und sie noch gar nichts von dem besonderen Leiden spürte, da drängte sie uns sehr heimzugehen und sagte: „Ach, heute abend kommt Er nicht mehr, ich bin es auch gar nicht wert, gehet doch.“ Wiewohl wir uns sehr vor dem Heimweg fürchteten, so hielten wir doch im Vertrauen auf das Wort der lieben Mutter Gottes aus, bis endlich kurz vor Mitternacht das Leiden begann und der erste Sturm uns die sichere Ankunft des Herrn verkündete und uns von unserem Hangen und Bangen erlöste. Auch sandte uns der Herr den Schwager von Barbara ungerufen zur Heimbegleitung, so daß unsere Angst sich auf einmal in Freude verwandelte. Beim zweiten Sturm sah Barbara schon, wie sich das ganze Haus mit Licht erfüllte. Barbara sang dann mit einer solch starken, lieblichen Stimme, daß solcher Umschwung uns alle sehr erfreute.

Barbara: „Ich danke Dir, o mein Jesus, Bräutigam meiner Seele, daß Du Dich gewürdigt hast, mich arme Sünderin heimzusuchen, trotz all des Widerstrebens meiner Natur. Verzeihe mir, daß ich trotz der Gnaden immer noch so unwürdig bin. Nimm hin alle die heute erduldeten Leiden zur größeren Ehre Deines heiligsten Herzens, zur Ehre des Heiligen Geistes, dessen besondere Verehrung mir aufgetragen worden.“

Jesus: „Meine Kinder! Ich grüße euch im Namen des Vaters und des Heiligen Geistes, und im Namen Meiner lieben, heiligen Mutter! Ich danke euch, daß ihr euch versammelt, diese heilige Stunde (die Mitternachtsstunde) mit Mir zu feiern, diese heilige Stunde, wo Ich in die Welt eintreten wollte, diese heilige Stunde, die zwölfte Stunde um Mitternacht, wo Ich wieder anfing, aus dieser Welt zu scheiden, zu Meinem himmlischen Vater. Ich danke euch, daß ihr euch daran erinnert, und Ich wünsche, daß ihr euch ein ganzes Leben daran erinnert und nicht nur ihr, sondern alle frommen Christen, von denen Ich wünsche, daß sie zu einer Gemeinschaft, zu einem Bund, zusammentreten.

Siehe, die Kirche fängt an, das heilige Fest zu begehen, wo Meiner Kirche der Schlußstein gelegt wurde. Alles ist vollbracht, die Kirche ist begründet, sie steht fest, Meine Kirche steht in voller Blüte. Alles ist geschehen, alles, was Ich tun wollte, um alles zur Vollkommenheit zu bringen. Der Heilige Geist, Er ist gesendet, nicht nur Meiner Kirche – die da ist das Priestertum, der Heilige Vater und alle Bischöfe und alle Priester bis zum Ende der Welt, bis zum letzten Meiner Diener –, sondern auch hinein in alle Herzen, die da guten Willens sind, die da vereinigt sind mit Mir; hinein ist Er gesendet der Heilige Geist, in ihr will Er wohnen, in jeder Seele Seinen Thron aufschlagen, in jeder Seele, die da ausgeht aus Meinem Geist und dem Geist des himmlischen Vaters.

Seht, Meine Kinder, weil gottlos geworden die Welt, weil sie erkaltet in der Liebe, weil die Demut geschwunden, selbst aus Meinen treuen Kindern, und der Geist der Hoffart Platz greifen will, darum ist es an der Zeit, daß Meine Kirche erinnert wird, was Ich ihr getan, daß in jeder Seele nicht nur Mein Herzblut klebt und wohnt, sondern der Geist Meines Herzens, Der da ist der Heilige Geist. Und je mehr der Unglaube alles mit sich fortreißt und je mehr die Fluten anschwellen zu einem Strom, desto deutlicher will Ich Mich zu erkennen geben, wie schlimm die Zeiten sind und werden, wie schlimm die Dinge stehen und wie schrecklich der Ausgang, wenn Mein Volk nicht treu und fest im Kampfe steht.

Darum, ihr Priester, euch habe Ich die Schlüsselgewalt übergeben, euch habe Ich Meinen Geist gegeben, wirkt mit Ihm und durch Ihn. Führet die Schäflein herbei, die guten und treuen, und spart keine Mühe und Sorgfalt, denn es kommt die Zeit, wo der Hirte geschlagen, die Herde zerstiebt und zerstreut wird, wo die Schäflein sich flüchten, ein jedes für sich, und da brauchen sie Kraft und Mut, die armen Kinder Meines Herzens. Nicht lange mehr wird es anstehen und Meine Kirche wird einen Sturm erleben, desgleichen lange, lange, lange nicht mehr gewesen ist, ja der größte, der noch war und je sein wird, solange die Welt steht. Denn es soll die Umwälzung geben, die Wende zu einem neuen, besseren Reich. Und weil in der ganzen Welt keine Stadt, kein Dorf verschont sein wird, weil alles die Folgen dieses Unglaubens, dieses Unglücks tragen muß, das da um sich gegriffen, darum wird das Wehgeschrei ein großes werden, aber die Zeiten werden abgekürzt um des Gebetes derjenigen willen, die in der Trübsal feststehen.

Siehe, Meine Tochter, begreifst du jetzt, warum Ich dich in solche Tage hineinstelle, warum Ich dich in den Wirrwarr des Tages mitten hineinstelle, daß du nahe daran bist zu erliegen und nicht weißt, wo aus und ein, und erschüttert an Mark und Bein, an Leib und Seele niedersinken möchtest? Trotzdem scheue Ich nicht die Verhältnisse deines Körpers und deines Geistes, die gar nicht in der Lage sind, Mich zu empfangen, und komme zu dir, du armer, kleiner Schwachkopf!

Siehe, das alles ist ja nur der Anfang des Jammers. So wie es jetzt bei dir ist am heutigen Tag, so wird es bald von einem Ende der Welt bis zum anderen sein, und jedes einzelne Glied Meiner Kirche wird nicht mehr wissen, wo aus noch ein, weil es zusammenstürzen möchte inmitten des Jammers und der Trübsale. Und siehe, wie Ich inmitten der Nacht komme, um euch aufzuheitern und alle Trübsal zu verscheuchen und in einem Augenblick alle Leiden wegfege, so werde Ich tun, wenn die Not am größten ist, wenn alles erschüttert ist auf dem ganzen Erdkreis, dann werde Ich hineinsteigen ins Schifflein Petri und alle, die ausgeharrt in all den Stürmen, die da über euch gekommen sind, und alle, die Mir treu geblieben sind, werden mit Mir sich vereinigen, und ein Schafstall und eine Herde wird werden in der ganzen Welt.

Meine Kirche wird anfangen zu blühen und wird auf den Gipfel der höchsten Vollkommenheit gestellt werden, wenn alle Glieder der Kirche vollkommen und gereinigt sind, denn sie sind gereinigt worden in dem Schmelzofen der Leiden. Und du, wie lange noch willst du dich fürchten? Weißt du nicht, daß du gestellt bist vielen zur Belehrung und zur Ermunterung, daß du mitten in ein Volk gesetzt bist, mitten in die Welt, mitten hinein in das Treiben eines Wirtschaftslebens (Gastwirtschaft), damit niemand auf der ganzen Welt eine Ausrede hat und sagen kann: ‚Ja, ich konnte das nicht, mein Beruf war dazu nicht angetan.‘

Allen Christen, allen Menschen, mögen sie stehen, wo sie wollen, jedem gebe Ich Meine Gnade, daß sie ausharren können, ein jeder auf seinem Posten, wohin Ich ihn gestellt. Und weil so viele, viele, zum Abfallen kommen, weil viele zugrunde gehen werden, und in all der Trübsal und Angst verzweifeln und untergehen in der Trübsal, darum sollt ihr, Meine treuen Kinder, zusammenstehen und nichts scheuen, um eure Mitschwestern und Mitbrüder anzueifern, ihnen Trost zuzusprechen, die Gefallenen aufzurichten, über all das wegzugehen, und solange der Atem noch aus- und eingeht, solange sollt ihr die Hoffnung nicht sinken lassen. Deswegen sage Ich, was Ich dir am letzten Freitag gesagt: Priester und Laien, Kloster- und Weltleute, Familienväter und Mütter, Kinder und Greise, sollen sich zusammentun zu einem Bund, das ist der Liebesbund Meines göttlichen Herzens. Oft und oft sollt ihr euch vereinigen am heiligen Tisch des Herrn, damit ihr, neu gestärkt, mutig hinaustretet in die gottlose Welt.“

Barbara: Und jetzt sehe ich voll Freude die liebe Mutter Gottes.

Maria: „Komm mit Mir, Meine Tochter! Siehe, da sind sie, die Mein Sohn erwählt zur Gründung Seiner Kirche, welche die zwölf Säule in sollen, auf die Er das Gebäude aufrichten will. Siehe, was Er aber Mir für einen Auftrag gibt! Ich muß hin und wieder eingreifen durch Gebet, durch Sühneleiden, durch ein opferfreudiges Herz. Seht, das seid ihr alle, die ihr euch zusammen vereinigt zu einem Bund. Ihr sollt durch eure Gebete die Säulen der Kirche stützen, das da ist das Priestertum, das Haupt ist der Papst in Rom, die Säulen sind die Bischöfe, auf denen das Gebäude ruht, die Ecksteine sind die Priester, jeder einzelne Priester der ganzen Welt. Die Mauer, die das Gebäude umgibt, das da zusammengefügt ist durch den Kalk oder Mörtel, sind alle katholischen Männer, die treu zur Kirche stehen, und der Kalk seid ihr, ihr Kinder der katholischen Kirche. Zusammenhalten müßt ihr dies Gebäude durch Beten, durch euer Gebet die Kirche unterstützen.

Sühneleiden war Meine Aufgabe, sonst hätte der Schmerz und die Liebe Meines Herzens Mich verzehrt, Ich wäre von der Stunde an Meinem Sohn gefolgt, als Er die Erde verließ, aber Ich sollte, was an den Leiden Meines Sohnes noch abging, an Meinem Leibe ersetzen. Versteht ihr Mich, Meine Kinder? All die Leiden eures Berufes, all eure Trübsale, die über euch kommen, opfert sie Mir, bringt sie Mir: Ich weiß sie anzuwenden, Ich will sie alle der Kirche zuführen, Ich will ersetzen, was so vielen fehlt, die wanken und schwanken hin und her, bis daß der Abgrund sie zu verschlingen droht. Ich will diejenigen, die vom rechten Weg abgekommen, wieder herbeiführen. O seht, Mein lieber Sohn hat Mich in letzter Zeit den Priestern an die Seite gestellt, weil sie unmöglich allein die Kirche aufrechterhalten können in dieser schweren Zeit, in dieser folgenschweren Zeit, denn die Glieder dieser Kirche, die Priester, sie waren erkrankt, und darum hat das Übel so überhand genommen, und dies Übel zu entfernen, kostet großen Schweiß und Mühe.

Vergeßt nicht, was Ich euch gesagt am heutigen Abend, daß ihr Mir Sühneleiden entgegenbringen sollt... denn Pfingsten ist ein Freudenfest, aber noch nicht jetzt, denn die Kirche trauert um so viele ihrer Kinder, die draußen stehen. Opfern sollt ihr, opfern, euch einsetzen, wo es nötig ist. Darum, wenn Ich euch bisweilen prüfe, wenn auch die Zeit euch hart vorkommt, da eure Leiber müde und der Ruhe bedürfen, bringt das Opfer Meinem Sohn! Und seht, ihr sollt das Vorbild werden für viele in der Kirche; viele sollen auf euch schauen und sehen, wie sie es anzustellen haben, wenn Trübsale kommen. Und wenn dies alles kommt, sollt ihr zeigen, wie der Arm Meines Sohnes zurückgehalten werden kann, wie die Zeiten abgekürzt werden können.

O was Ich euch sage, es wird gar manchen unter euch unverständlich vorkommen, es kommt aber auch die Zeit, wo sie sehen werden, wie wahr die Worte, die durch dich gesprochen sind. Nun aber, Meine Kinder, freut euch doch, es ist ja das hochheilige Pfingstfest, es ist ja bereits angebrochen. Ja freut euch doch, wenn ihr auch betrübt seid über das, was euch gesagt worden ist. Tretet hin und empfanget Meinen Sohn, und mit neuem Mut und mit neuer Kraft werdet ihr die Opfer bringen, die an euch herantreten.“ Lieschen: „O meine liebe Mutter, erflehe mir doch auch die heilige Freude wieder!“

Maria: „Meine Tochter! Die heilige Freude ist von dir noch nicht genommen worden, wenn du sie auch nicht fühlst, du mußt auch nicht alles nehmen, so wie es scheint. Weil deine Natur zu abgespannt ist, kannst du die Schönheit Meines Sohnes nicht fassen, aber mitten in deinem Herzen wohnt und thront Er doch und weiß, daß du dein Joch nicht abwerfen wirst. Siehe, solange jemand sein Joch trägt, solange weicht Er nicht von ihm; denn wiewohl Er sagt, daß Sein Joch süß und Seine Bürde leicht sei, so ist es doch immer ein Joch. Das Wort Joch bringt es mit sich, daß es eine Last und eine Bürde ist, und dies Joch fühlen auch die besten Seiner Kinder.

Und nun freuet euch alle, die ihr hier versammelt seid, denn ihr gehört alle zu den liebsten Kindern Meines Herzens.“

Barbara: Und ich sehe die liebe Mutter Gottes. Wie unendlich schön, wie Kristall ist Ihr Gewand, verschleiert wie eine Braut, und doch wie ein Kind, so lieblich und so fein die Züge, wie milde dieser Blick, wie mütterlich Ihre Augen, wie besorgt Sie ist für Ihre Kinder, wie liebend fließen Ihre Worte, wie tröstend, wenn Sie spricht. O freut euch mit mir, o ihr glückseligen Bewohner, alle! Dieses Schatzes werdet ihr nie mehr verlustig in Ewigkeit! „O laß mich mit einziehen in diese Stadt des Friedens und der Ruhe!“

Maria: „Du darfst noch nicht, begnüge dich mit der Freude, die dir zuteil wird, die da gar so vielen nicht zuteil wird. Seid getrost, Meine Kinder, Ich werde morgen mit euch sein, seid getrost, gehet hin, alles wird euch ersetzt werden, ihr werdet eine so überschwengliche Freude empfinden, daß ihr all euer Leid vergessen werdet. Freuet euch, das heilige Pfingstfest hat in eurem Haus bereits angefangen, es hat die heilige Mitternachtsstunde in eurem Haus ihren Anfang genommen. Darum freuet euch mit Mir!“

Barbara: „Liebe Mutter, noch eine Bitte! Diese Armen Seelen rufen und jammern: ,O erbarmt euch unser!’ Tausende und Abertausende strecken die Hände zu mir empor und verlangen Hilfe.

Mein Jesus, durch die Hände Deiner reinsten Mutter opfere ich Dir auf all das Blut, das Du am Stamm des Kreuzes vergossen, alle Tränen und Schmerzen der lieben Mutter Gottes und des heiligen Josef und alles, was Dir heute im Himmel und auf Erden geopfert wird, all die Abtötungen und Leiden, die sich Deine Kinder auferlegen, all die Leiden dieser Seelen in Vereinigung mit den Tränen und Schmerzen der heiligen Mutter Gottes.

O nimm sie hin, o guter lieber Jesus! Erfreue diese Seelen. Ich opfere Dir all die heiligen Opfer, die dargebracht werden. O gib mir für jedes heilige Meßopfer doch nur eine Seele! O wie ist Sie so tätig, die liebe Mutter Gottes. Wie gut ist es, wenn man sich überwunden hat, wie gut ist es, daß ihr euch eingestellt habt und dazu beigetragen habt.

O welche Schar! Seht, wie so manche Seele aufsteigt und teilnimmt an dem Freudenmahl. O wie glücklich diese Seelen, die sich vereinigen mit der triumphierenden Kirche. Seht, wir schließen uns dem Zug an. Eben schließt sich die Pforte! O mein Jesus, nur noch einmal, nur noch einen Blick! O ist es denn möglich, daß Du, der Herr Himmels und der Erde, mit uns armen Würmchen verkehren willst? O nimm hin unser Herz, o teile es in so viele Stücke, wie Menschenherzen schlagen. O laß uns hinein in Dein liebendes Herz! O laß uns darin wohnen unser Leben lang und dann am Schluß einziehen in diese Heilige Stadt. Ich soll zurück und kann nicht. O laß mich doch bei Dir!“

174 Zweiter Freitag im Juni vor Dreifaltigkeit 1897

„Ein einziger Akt vollkommener Liebesreue reicht hin, alle Sünden zu tilgen“

Lied: Gelobt sei Gott, der Vater ...

Barbara: „Hochgelobt und angebetet sei die Allerheiligste Dreifaltigkeit! Gott Vater sei gepriesen, Gott Sohn sei gepriesen, Gott Heiliger Geist sei gepriesen, von mir und allen Kreaturen! Ich danke Dir im Namen aller Geschöpfe des Himmels und der Erde und in Vereinigung mit allen Himmelsbewohnern, die Dich lobpreisend umgeben, und mit allen Menschen, die sich Mühe geben, Dich anzubeten, zu lieben und Dir zu gefallen, im Namen aller, die Dich nicht erkennen, Dich nicht lieben, Dir nicht dienen wollen. Mein Jesus!

Ich bitte Dich um Verzeihung für alle Nachlässigkeit und alle Sünden, die ich diese Woche begangen habe. O ist es möglich, daß Du, der Herr des Himmels und der Erde, der König aller Könige, daß Du Dich würdigst herabzusteigen zu mir, die ich Tag für Tag, ja stündlich, Dich beleidige?

O verzeihe mir, daß ich so aufgeregt, so zornmütig, so kleinmütig, so selbstsüchtig, bin. O mein Jesus! All die Fehler, die in meiner Jugend mit mir aufgewachsen, sie sind noch in mir, nach so vielen Gnaden, die ich doch täglich von Dir empfange! O verzeihe mir!“

Jesus: „Meine Tochter! Beruhige Dich! Wohl ist es wahr, daß du ein gar armseliges Geschöpf bist, ja das Ärmste, das Ich Mir hätte auswählen können. Und doch geruhte Ich, dich zu erwählen, du Armselige, um allen Menschen ein Trost und ein Beispiel zu sein, damit niemand verzagen soll, wenn er auch noch so armselig und schwach sich findet.

Alle die Fehler, die du Mir genannt, sage sie Meinem Diener im Richterstuhl der Buße und Gnade, und Ich will sie dir verzeihen und will dich reinigen mit Meiner Gnade, denn ein jeder Akt einer vollkommenen Liebesreue tilgt alle Sünden, die ein Mensch in seiner Schwachheit begeht, alle läßlichen Sünden. Und weil du vielen zum Vorbild werden sollst, daß sie in ihrer Schwachheit Mut fassen und trotz ihrer Fehler nicht verzagen sollen, darum habe Ich dich erwählt, weil du Anlage hast zu allen Sünden und Neigungen, weil du allen Menschen zum Vorbild dastehen sollst, weil alle Menschen sehen sollen, wie unendlich gut, wie unendlich liebenswürdig, wie unendlich herablassend zu den Geschöpfen Ich bin, wie geneigt zum Verzeihen, wie wenig Ich nachtrage, wenn der Mensch nur seine Fehler einsieht, auch wenn die Menschen Mich noch so sehr beleidigen.

Sobald der Mensch einsieht und erkennt, daß er gefehlt, bin Ich schon überführt und habe Ich ihm die ganze Güte und Liebe Meines Herzens wieder zugewendet!

Versteht ihr Mich, Meine Kinder? Ein einziger Akt vollkommener Liebesreue reicht hin, alle Sünden zu tilgen, Mich mit euch vollkommen zu versöhnen, und wenn ihr euch naht Meinem Tisch, um Mich zu empfangen, wenn ihr hingeht, wo Ich Mich zum Opfer bringe Tag für Tag für die Menschheit, um euch mit Mir zu opfern im Namen eurer Mitmenschen, anstatt derjenigen, die nicht hingehen wollen, wenn ihr euch vereinigt mit Mir und Sühne leistet für die Mitmenschen, die draußen stehen, die sich nicht um Meine Liebe und Güte kümmern, dann wisset, wisset, daß die Verzeihung Meinerseits eine vollkommene ist. Wenn ihr dann Mich in euch aufgenommen im hochheiligsten Sakrament, ja, dann will Ich mit euch Liebesmahl halten.

O ihr Menschen, ihr wißt nicht, ihr kennt nicht die Sehnsucht eines Gottes, ihr fürchtet den Vater als einen gar so strengen und gerechten Mann. Ja, Er ist es, der Vater, aber vergeßt nicht, daß Er die Liebe Selbst ist. Die Liebe hat den Sohn erzeugt von Ewigkeit her. Ihr wisset also, daß die Liebe vom Vater ausgeht, in den Sohn, die durch den Heiligen Geist euch mitgeteilt ist am heiligen Pfingstfest, wo Er mitgeteilt wird jeder Seele, die mit Mir vereinigt ist, welche die heiligmachende Gnade mit sich trägt. Was fürchtet ihr den Vater? Ist Er doch Mein Vater und bin Ich doch der Bräutigam einer jeden Seele, die Mich liebt und sich mit Mir vereinigt.

Ich muß dieses Wort gebrauchen, denn die Menschen kennen nichts Lieberes, nichts Süßeres, nichts Zärtlicheres als einen Bräutigam, der es von Herzen gut meint mit seiner Braut. Also merkt es euch, daß Ich der Bräutigam einer jeden Seele bin. Und der Vater ist ja doch der Vater des Bräutigams. Will ja doch der Vater das Beste seines Sohnes, will er also auch das Beste seiner Schwiegertochter. Die Schwiegertochter ist aber jede Seele, die da mit Mir vereinigt ist, die an Mich glaubt, die Mich lieben will, die Mir gefallen will, die nur Mir zu Gefallen lebt. Seht nun, ihr treuen Kinder Meines Herzens, euch fordere Ich auf, euch mit Mir zu vereinigen und Mir für andere Sühne und Ersatz zu leisten.

Seht, Mein Herz blutet, wenn Ich Mich umsehe unter den Kindern Meiner Kirche, die Ich am Kreuz geboren, wenn Ich Mich umsehe unter den Kindern der heiligen katholischen Kirche. Die Kirche tritt jetzt ein in den Kreis, der Meinem Herzen geweiht ist, Meinem hochheiligen Fronleichnam, wo sie sich ganz besonders Meines heiligen Lebens erinnert, denn das heilige Fronleichnamsfest soll die Christen erinnern an Meinen Leib, den Ich zur Zeit dahingeopfert habe für die sündige Menschheit, soll die Christen erinnern an jenes Herz, das dreiunddreißig Jahre für sie schlug, das Tag und Nacht im Tabernakel noch für sie schlägt, und Tag und Nacht an jedes Christenherz denkt.

Seht, wie viele Christen es gibt jetzt in dieser Zeit, für die dieses Herz umsonst schlägt, wie viele Christen es gibt, die nichts mehr kennen als genießen und verdienen, um zu genießen und wieder zu genießen, die da, von der Habsucht ganz überwuchert, nichts mehr kennen, als Schätze zu sammeln und anzuhäufen, Mich aber, ihren Gott, Der unter ihnen wohnt, kennen sie nicht mehr. Ihr Gott ist der Mammon des Geldes. Und die anderen, die ganz der Fleischeslust leben, was soll Ich erst von ihnen sagen, die ihren Leib der Sünde hingeben, der Sünde, die unter Christen nicht einmal soll genannt werden. Ja, das ist das Übel, das da hineingedrungen ist bis ins Mark der Kirche. O wie sticht der Dorn in Meinem Herzen, der Dorn, der da Mir eingedrückt ist und eingegraben selbst von jenen, die Ich da gestellt habe, um andere zu leiten, um andere zu hüten, andere herbeizuführen in Meinen Schafstall.

Ja, ja, ihr liebsten Kinder Meines Herzens, wie oft bin Ich getäuscht und enttäuscht von euch. Wie oft nährt ihr euch an den Trögen der Schweine. Dies alles tut Mir weh, entsetzlich weh! Und jetzt, da die Zeit herannaht, wo Mir Sühne und Ersatz von den treuen Kindern Meines Herzens geleistet werden soll, will Ich euch auffordern, euch ganz besonders jener zu erinnern, die diesen Dorn in Mich hineinbohren und hineinstoßen. Ihr sollt euch für jene Diener einsetzen, Sühne leisten für jene Priester, die im Begriff sind, ihr heiliges Amt zu schänden. O vergeßt nicht, ihr Diener der Kirche, welche Schmach Meinem Herzen angetan wird durch solche Diener der Kirche, nicht nur durch das Ärgernis, das da gegeben wird Meiner Kirche selbst, sondern auch durch das Ärgernis, das da hinausdringt in alle Schichten der Menschheit, bis zum Heidentum hinein, denn überall deutet man mit dem Finger auf Meine Kirche um solcher Diener willen.

Doch betrübt euch nicht allzu sehr! Seid auch nicht allzu ängstlich ob der Dinge, die da kommen, die da angekündigt werden an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten. Es ist ja dies alles nur, um die Guten zu festigen, um die Schwachen zu ermuntern, die Schwankenden aufzurütteln und die Sünder, wenn es ihnen nicht zu spät noch zu Ohren kommt, zu erschrecken.

Weit entfernt aber, euch mutlos zu machen, ihr, die ihr ja nach besten Kräften euch einsetzt für Meine Rechte, ihr treuen Diener Meiner Kirche, an euch, ja an euch soll zuerst das Wort des Trostes ergehen. Betrübt euch nicht über all diejenigen, die Ich eben genannt, die euch und Meiner Kirche zur Schmach und Schande dastehen. Ich sage euch nur diese Worte, damit ihr mit um so größerem Eifer, mit um so verzeihenderer Liebe ihnen entgegentreten sollt, sie erwartet, sie aufzumuntern sucht, sie an ihre Pflichten zu erinnern sucht. Hören sie eure Stimme, so habt ihr sie gewonnen, hören sie eure Stimme nicht, dann geht weiter und schüttelt den Staub von euren Füßen.

Ihr aber, ihr Kinder Meines Herzens, alle die ihr da eintretet in den Liebesbund, freut euch und seid nicht allzu betrübt, so wie der Sturm, den Ich hie und da über eine Familie hinwegbrausen lasse, sich wieder legt, und nachdem er sich ausgetobt, die liebe Sonne wieder scheint und Freude, Friede und Trost allmählich wieder zurückkehren, sobald der Sturm sich gelegt, so und noch viel tröstender wird, wenn der Sturm in alle vier Himmelsrichtungen dahinbraust und sich dann wieder legt, die liebe Gnadensonne des Trostes, des Friedens hereinleuchten in die Herzen, so daß ihr all die Leiden und Trübsale vergessen werdet. Freuen sollt ihr euch mitten in der Trübsal, wenn auch dieser Leib, dieser schwerfällige, die Freude nicht spürt, wenn er auch gebeugt und gedrückt dahinschleicht.

O das ist ja nur die Schale; die Seele, das kostbare Kleinod Meines Geistes, fühlt freilich, solange sie in dieser Schale wohnt, die Last dieses Körpers, aber in jenem innersten Kämmerlein, wo Mein Geist wohnt, ist und bleibt es Licht, auch inmitten der Trübsal. Seht, dies ist ja der Unterschied zwischen jener Seele, in welcher der Geist der Finsternis Platz genommen, und jener, in welcher der Geist des Lichtes wohnt, der da ausgeht aus Meinem Geist. Jene Seele kommt in der Trübsal zur Verzweiflung, weil dieser Leib die Last zu sehr fühlt, und die Seele, die das Licht nicht in sich birgt, kann die Trübsal nicht ertragen und erliegt, und so werden viele, viele ewig zugrunde gehen, denen Ich noch Zeit und Gelegenheit in Hülle und Fülle anbieten werde, um sich zu retten. Aber weil sie die Tage der Heimsuchung nicht erkennen, die Gelegenheit nicht benützen und sich nicht bessern wollen, müssen sie auf ewig büßen. Seht, diesen Schmerz müßt ihr jetzt schon mitfühlen mit Mir.

Darum liegt in der ganzen Welt, in der ganzen heiligen katholischen Kirche, auf jedem einzelnen Glied derselben, Ich meine, unter den besten Kindern Meines Herzens, die Mir dienen, die Mich noch lieben und Mir Ersatz und Sühne leisten, ein eigenartiger Druck, den niemand sich erklären kann. Man kann sich nirgends mehr so recht freuen, wie das die Christen früherer Zeiten konnten, weil es das Hereinleuchten ist des Schmerzes, den Mein Herz fühlen muß und fühlt über den Untergang so vieler, vieler Kinder, die es geboren unter dem Kreuz. Seht, wenn eine Mutter eines ihrer Kinder verliert, ist sie untröstlich.

Wenn aber eine Mutter ein Kind verliert für Zeit und Ewigkeit, wenn sie weiß, es ist in die Irre gegangen, es hat sich verloren und ist trotz allen Mühens und Suchens nie mehr zurückzubringen in ihre Mutterarme, dann ist sie nicht mehr zu trösten. Seht, Meine Kinder, Ich bin diese Mutter! Seht doch, schon Jahrhunderte gehe Ich Meinen Kindern nach und in den letzten Jahrzehnten, mit welchem Schmerz, mit welchem Verlangen gehe Ich Meinen Kindern nach. Wie habe Ich an verschiedenen Orten Mir Opfer auserwählt, hie und dort, um besser mit ihnen reden zu können, um Meine Kinder zu warnen, sie aufzurütteln, ihnen Meine Pläne vorzulegen, die Ich mit der Menschheit vorhabe, um diese Schäflein aufzusuchen, um ihnen nachgehen zu können bis in den letzten Winkel der Erde hinein, und alles ist umsonst, alles ist vergebens! Darum ist Mein Schmerz ein unendlich großer, und ihr alle, Meine Kinder, müßt ihn mit Mir teilen, müßt diesen Schmerz mit Mir fühlen, mögt ihr euch befinden in den stillen Klostermauern oder an der Spitze einer Herde als Bischof oder als Priester.

Ja, du Statthalter in Rom, du sollst am meisten den Schmerz fühlen, den Schmerz Meines Mutterherzens! Unendlich groß ist Mein Schmerz, daß so viele Kinder von Mir getrennt sind, und Ich muß sie sehen, wie sie im ewigen Pfuhl brennen in dem Feuer, das nie mehr erlischt und wo nicht stirbt der Wurm. Darum wundert euch nicht, daß ein eigenartiger Druck liegt auf der menschlichen Gesellschaft, und es wird auch nicht mehr anders.

Auch die besten Kinder müssen fühlen diesen Druck, der nie mehr wegzuwälzen sein wird, bevor eine andere Zeit eingetreten ist, bevor Meine Diener auf der ganzen Welt werden begriffen haben, was Ich von dir verlangte, daß überall in jeder Kirche, in jeder Kapelle, wo das Allerheiligste Sakrament aufbewahrt ist, Ich auch Tag für Tag hineinsteigen will in die Herzen frommer Christen.

Bevor diese Zeit gekommen ist, wo in jeder Gemeinde es Seelen gibt, die sich nähren Tag für Tag mit dem Brot der Engel, wird dieser Druck nicht wegzuwälzen sein. Dann aber, wenn dies alles gekommen ist, wenn dies alles vorüber ist, wird eine schönere Zeit für Meine Kirche erstehen, wie Ich dir ja schon öfter gesagt. Wer Ohren hat zu hören, der höre! Und wem Ich eine Zunge gegeben habe zum Reden, der rede, und der rede recht. Lebt wohl, Meine Kinder, bis Ich wiederkomme!“

175 Fronleichnamsfest 1897

„Die Liebe Meiner Kinder hat dies Fest erzeugt“

Lied: Christen singt ...

Barbara: „Mein Jesus! Du Bräutigam meiner Seele! O ihr alle, die ihr euch mit mir vereinigt, o kommt und danket mit mir dem Herrn für Seine unendliche Güte und Herablassung. Wer gibt mir Worte, um Dir genug zu danken und Dich zu lobpreisen? O zu armselig und schwach ist meine Sprache, zu sündhaft meine Zunge, die ich so oft mißbrauche zu unnützen Worten und lieblosen Reden. Verzeihe mir! Diese Zunge soll Dein Lob verkünden, die nur da zu sein scheint, um Dir Unehre und Schande zu bereiten. O bittet mit mir den Herrn um Verzeihung!“

Jesus: „Ich danke dir, Meine Tochter! Siehst du, wie gut Ich bin! Ich bin die Güte und die Liebe und die Barmherzigkeit Selbst, die unter den Menschen erschienen ist. Ich bin die Menschenfreundlichkeit! Nicht nur, daß Ich dreiunddreißig Jahre unter euch umherwanderte und umherwandelte, noch sehne Ich Mich, mit euch zu verkehren wie damals, als Ich unter euch weilte. Darum wundere dich nicht, wenn Ich alle die Fehler vergesse. Ich habe dich ausersehen, du armseliges Werkzeug in Meiner Hand, Ich habe dich ausersehen als ein Opfer Meiner Liebe, um durch dich allen Menschen zu zeigen, wie gut Ich bin mit den Menschen, die Mich ganz vergessen.

Siehe, die heilige Nacht ist angebrochen, wo Ich liebe, mit dir zu verkehren, die heilige Nacht, wo der Tag anbricht, der Mir so viel Ehre einträgt; denn ihr sollt wissen, daß dieser Tag Mir mehr Freude macht als die drei anderen Hauptfesttage des ganzen Kirchenjahres, weil dieses Fest nicht ausgeht aus Mir Selbst, wie die Feste Weihnachten, Ostern und Pfingsten. Diese drei Feste habe Ich erzeugt, sie gehen aus Mir Selbst aus. Weihnachten trat Ich herein in diese armselige Welt, Ostern feierte Ich den Siegestag, weil Ich am Kreuze siegte und die Kirche gestiftet habe. Pfingsten habe Ich Meinen Geist der Kirche gesandt, die junge Kirche war gegründet, fest besiegelt durch den Heiligen Geist.

Also gingen diese Feste aus Mir Selbst heraus, sie sind aus Mir Selbst herausgewachsen. Das Fronleichnamsfest aber ist herausgewachsen aus der Liebe Meiner Kinder. Die Liebe Meiner Kinder hat dies Fest erzeugt. Ich hatte Mich einer armen Klosterfrau geoffenbart im stillen Herzenskämmerlein, Ich hatte ihr Meinen Wunsch geäußert, und Meine Kirche hat nicht angestanden, diesem Wunsch entgegenzukommen. Sie hat dies Fest, das hochheilige Fronleichnamsfest mit höchster Feierlichkeit eingesetzt, das die übrigen Feste weit überragt, weil die guten und treuen Kinder Meines Herzens sich mehr freuen als an den drei übrigen Hauptfesten. Darum sollt ihr wissen, daß dieses Fest im Himmel und auf Erden ein großes Freudenfest ist, ja ein Freudenfest, das die übrigen übertrifft. Jung und alt, groß und klein, alles, alles beteiligt sich an der Freude, und manchem schlechten Katholiken, manchem Ungläubigen, geht ein Schauder durch die Seele, wiewohl er nicht weiß warum, auch wenn er ihn übertüncht.

Und du sollst wissen, daß es eine Zeit geben wird, wo Meine Kirche das, was Ich von dir verlange, gerade so aufnehmen wird. Sie wird nicht anstehen, Meinem Wunsch entgegenzukommen, nur mußt du ausharren und am Kreuze sterben, und im Kreuz und durch das Kreuz siegen! Du wirst nach überstandenem Leiden ein großes Freudenfest mit Mir feiern; denn du wirst am hochheiligen Fronleichnamsfest sterben und deinen Einzug halten in den Himmel. Darum freue dich, wenn du auch die Früchte deiner Leiden mit diesen sterblichen Augen nicht schauen wirst. Vieles wirst du doch noch erleben, aber vom Himmel aus, in Vereinigung und in Gesellschaft mit Mir und allen Engeln und Heiligen wirst du die Früchte sehen. Darum werdet nicht mutlos, wenn auch harte Tage kommen, denn ihr sollt beitragen zu dem Sieg, zu dem Meine Kirche gelangen muß, und das muß durch Leiden erkämpft werden.

Sowenig Ich die Seelen retten, die Seelen erkaufen konnte und den Himmel erschließen ohne Leiden, so wenig könnt ihr und kann die Kirche einen Sieg erfechten, wenn die Glieder abgewichen sind vom rechten Weg, ohne große, große Leiden. Darum sollen sich aber auch die Diener der Kirche nicht wundern, sondern fest glauben, was Ich durch dich an sie richte.

Es wird der Kampf noch lange dauern, aber es kommt viel darauf an, wie sie Mir entgegenkommen. Wenn sie mit Löwenmut und Adlersflügen sich emporschwingen zu Mir, wenn sie vor die Völker hintreten, nicht scheuend die Verachtung und die Verspottung, die man allseitig ihnen entgegenbringt, wenn sie retten, was noch zu retten ist, wenn sie die Guten fortwährend ermuntern und aneifern, die Schwachen stärken und aufrichten, die Gottlosen, wo es nötig ist, tadeln, strafen, warnen, wie es vorkommt und ihnen paßt, wenn sie ungeniert mit Löwenmut auftreten vor jedermann, denn nur so, wenn der Feind sieht, daß ihr nicht eingeschüchtert werdet durch seine Bosheit, nur dann wird er entwaffnet, nicht aber, wenn ihr den Feinden nachsprechen wollt.

Darum bitte Ich alle Diener der katholischen Kirche Deutschlands, laßt ab mit solchen Dingen, mit solchen Phrasen, die ihr aus der Zeitung herausnehmt. Die Zeitungsschreiber sind doch nur solche Männer, die ihr Brot damit verdienen, nicht aber die Säulen Meiner Kirche. Ihr aber, die Ich euch gestellt zu Säulen und Ecksteinen, um Meine Kirche zu stützen und aufrechtzuerhalten, ihr habt das Evangelium in der Hand, ihr habt Stoff genug und Beispiele genug.

Ja, tretet ihr nur zurück in die Fußstapfen derer, die an Wunder glaubten und die Wunder wirkten, in jenes Zeitalter, wo ein Franziskus, ein Antonius, ein Dominikus, ein Benediktus lebte, und ihr werdet finden, daß sie alle keine Zeitung lasen, und doch sind dies Säulen und Ecksteine Meiner Kirche. Ihr aber sollt sie jetzt sein. Jene sind bereits eingegangen in die Herrlichkeit.

Jetzt brauche Ich Franziskusse, Dominikusse, Benediktusse. Jetzt brauche Ich solche, die das beschauliche, das tätige und das Büßerleben üben wollen und miteinander verbinden, und ihr braucht wahrhaftig nicht in die Einöde zu flüchten. Erschreckt nicht, wenn Ich euch diese Männer vorhalte, nein, wartet nur ab, was Ich sage und wie Ich es meine.

Seht, wenn ihr den Spott der Welt in Geduld ertraget, dann habt ihr Bußleben genug, dann seid ihr jenen Büßern gleich, die bei Wasser und Brot ihr Leben in der Einöde verbrachten. Und wenn ihr im Beichtstuhl und auf der Kanzel Mein Volk unterrichtet, wenn ihr den Geist der Liebe hineinträufelt in die gebrochenen Herzen, dann übt ihr das beschauliche Leben wie jene Männer, die in der Zurückgezogenheit nichts mehr schauten als den blauen Himmel und sich um die Erde nicht mehr kümmerten. Und wenn ihr mit Löwenmut hinaustretet vor die Völker der Erde und mit Freuden, dann verbindet ihr das tätige und das beschauliche und das Büßerleben alles zugleich miteinander, und Ich bin mit euch zufrieden und ihr werdet den Grad erreichen, den jene erreicht haben und eure Namen werden glänzen an dem Sternenhimmel Meiner Kirche.

Deutschland hat noch viel Gutes, aber auch viel, viel Schlimmes. Wenn Meine Diener alles aufbieten, wenn sie Meine Worte in Anbetracht bringen, wenn sie sich nicht scheuen vor dem Gerede anderer, wenn sie frei und offen den Willen des Herrn verkündigen, wird vieles noch abgehalten werden von Deutschland, um des Gebetes vieler frommer Seelen willen, die Tag und Nacht zum Himmel rufen werden, wenn es allgemein bekannt sein wird. Dann wird das Gebet der treuen Seelen die Wolken durchdringen und die Pläne der Gottlosen durchkreuzen und vernichten. Man ist freilich darauf aus, das ganze Land wegzufegen, den Hirten zu schlagen und die Herde zu zerstreuen, zu zerstieben, aber um des Gebetes treuer Seelen willen werden viele gerettet werden. Hört nur auf Meine Worte und verbreitet sie überall, wo ihr nur könnt!“

Barbara: „O Herr, N. hat sich schon so viele Mühe gegeben mit den zwei Personen, die sich dem Teufel verschrieben. O schenke uns doch diese Seelen.“

Jesus: „Er soll nur nicht verzagen. Um seines Eifers willen und um seiner Leiden willen und um der Leiden Meiner Dienerin willen und um deines Gebetes willen wird er alles erlangen, wenn auch nicht gleich, er muß Geduld haben wie auch Ich.

Solche Seelen, welche Satan ganz in Besitz genommen, da ist es schwer anzukommen, da muß Ich Meine Gerechtigkeit durch Meine Barmherzigkeit überbrücken, und das fällt Mir als Gott entsetzlich schwer. Der Arm Meiner Gerechtigkeit ist ausgestreckt, das Schwert schwebt über den Völkern, die Zuchtrute, ein großes Wehgeschrei wird gehört werden von einem Ende zum anderen.

Ihr aber, wundert euch nicht, ihr Glieder der katholischen Kirche, daß Ich euch alle mit Leiden heimsuche, denn ihr, die ihr die lebendigen Glieder dieses mystischen Leibes seid, müßt fühlen, was die toten Glieder Mir verursachen. Auch wenn sie abgestorben sind, sind sie immer noch Glieder dieses mystischen Leibes. Und wenn du, o armseliger Mensch, ein Glied an deinem Leibe trägst, das abgestorben ist, wie tut es dich doch schmerzen, immer fühlen es die anderen Glieder noch, daß es gestorben ist.

So ist es aber auch, daß die gesunden Glieder Meines mystischen Leibes mitfühlen, was die toten Glieder Mir verursachen, und den Schmerz mit Mir teilen. Denn Mein Schmerz ist unendlich groß, doch groß ist auch die Freude und der Trost, die Mir durch die guten und treuen Seelen, besonders die guten Landleute, an diesem Tag entgegengebracht werden, sie wiederholen es am folgenden Sonntag, und dies macht Mir und dem Himmel Freude. O das gute Landvolk, wie ist es Meinem Herzen so teuer, dieses gute Volk. Darum will Ich ihnen beweisen, wie gut Ich bin und sein hartes Schicksal ihm erleichtern. O das gute, arme, gequälte Landvolk!“

Barbara: „O Herr, gib doch dieser Kranken einen Trost, sie leidet so viel, und nimm sie ohne Fegefeuer zu Dir in den Himmel.“

Jesus: „Habe Ich dir doch gesagt, daß sie noch vieles leiden werde für andere und für Mich. Möge sie sich freuen auf den Tag, wenn sie ihren Einzug in den Himmel hält; denn mit offenen Armen werde Ich ihr entgegenkommen, wenn sie aus ihrem Leib ausgeschieden sein wird. Möge sie nur recht geduldig leiden und nicht mutlos werden. Grüße sie Mir recht herzlich und sage ihr, daß Ich Tag und Nacht an ihrer Seite stehe und ihr Haupt an Meinem Herzen ruhe. Grüße Mir auch N. und alle Bewohner dieses Hauses.“ Luise: „O Herr, da ich eine neue Abschrift beginne, soll ich, was A. betrifft, der Personen wegen, auslassen? Doch ist so viel Lehrreiches für ähnliche Fälle darin enthalten, daß ich nicht weiß, was das Beste ist.“

Jesus: „Es soll alles, wie es ist, wie Ich Mich offenbare, abgeschrieben werden, und wo ein Fehler vorkommt, woran die ungeschickte Sprache Meiner Dienerin schuld ist, oder großen Anstoß erregen könnte, soll er verbessert werden, aber alles, was die Belehrungen anbelangt, soll geschrieben werden, denn es ist nicht für ein Jahr und nicht für diese Zeit allein, es ist für die Zukunft geschrieben.

Niemals kann eine Seele, die sich lostrennt von der Kirche, die nicht unter der Leitung des Priesters wandelt, den rechten Weg wandeln, sie wandelt den Weg der Eigenliebe und des Hochmuts. Luise: „O Herr, Du hast doch versprochen, alle diejenigen zu beschützen, die glauben, daß Du mit Barbara verkehrst, und die nach Kräften Deinen Willen erfüllen. Du wirst es doch tun?“

Jesus: „Ja, ja, ganz sicher! Seid fest überzeugt, ihr treuen Kinder Meiner Kirche, zur rechten Zeit, wenn die Not am größten ist, werde Ich einsteigen in das Schifflein Petri, und ihr werdet sehen, wie gut Ich bin, ihr werdet euch um Mich scharen, wenn auch in Angst und Schrecken, und um so größer wird die Freude sein, je größer die Angst und der Schrecken waren, in die ihr versetzt gewesen. Und nun lebt wohl, Meine Kinder!“ Luise: „O Herr, ich kann Dich nicht ziehen lassen, ohne Dir zu sagen, wie sehr wir wünschten, Dich täglich mehr zu lieben, und daß Dich alle Menschen liebten, doch siehe, wie armselig meine Werke und wie wenig ich zustande bringe.“

Jesus: „Seht nur auf Meine Dienerin, wie armselig und wie menschlich sie ist. Ich habe darum dieses armselige Werkzeug Mir erwählt, damit niemand sich fürchte vor Mir; denn gar leicht bin Ich zufrieden. Nur guter Wille! Nur guter Wille und ein entschiedener guter Wille und Ich bin zufrieden.“

176 Requiem der ehrwürdigen Schwester N.

Als die Messe anfing, da sah Barbara dieselbe über der Totenbahre schwebend, ganz weiß gekleidet. Sie redete Barbara an und sagte:

Schwester N.: „Fürchte dich nicht wegen deines Zustandes, denn es ist noch viel mehr wahr, als du es siehst und dir gezeigt wird, und alles, was der Herr mir durch dich gezeigt hat, ist in Erfüllung gegangen, und ich danke dir für deine Teilnahme. Nicht nur stand mein himmlischer Bräutigam an der Pforte, um mich abzuholen, sondern als meine Seele vom Leibe schied, war Er schon bei mir, aber nicht als Richter, sondern als Seligmacher. Sage nur meinen Schwestern, wie glücklich ich bin, und daß sie nicht mehr für mich zu beten brauchen, und sage der Frau Oberin, daß ich ihr nochmals herzlichst danke für all die Opfer, die sie für mich gebracht, und ihre Liebe und Güte, und sage ihnen, daß sie sich freuen sollen auf ihren Einzug in den Himmel.

Das längste Leben voll Leiden ist nichts gegen den einzigen Augenblick von Glückseligkeit, den die Seele hat, wenn sie mit Ihm vereinigt ist, und sage nur allen Schwestern, wie glücklich sie sind und wie viel Segen durch ihr Gebet über die Stadt von dem Allerheiligsten herabströmt. Besonders soll sich diejenige freuen, die vieles verließ, um in dieses Haus eintreten zu können; denn in der Welt hätte sie große Gefahren gehabt wegen ihres Reichtums, aber hier wird ihr überreich alles belohnt, denn sie ist jetzt sicher, daß sie mit ihrem Gott vereinigt wird.

Du aber, fürchte dich nicht und freue dich wegen der Schriften, woran so viele Menschen sich erbauen. Denn wenn der Trunk kalten Wassers nicht ohne Lohn bleibt, wieviel mehr das, womit der geistige Durst so vieler Seelen gestillt wird, denn das, was du erfährst, sprießt aus der Quelle des Lebendigen Wassers, und sooft eine Seele die Schrift liest, sooft strömt ihr aus der Quelle des Lebendigen Wassers ein Trunk zu, der in der Ewigkeit dir und allen denjenigen zur Belohnung wird, die sich Mühe geben, die Worte zu verbreiten.“

Als der Priester ihren Namen nannte beim letzten Gebet, sah Barbara dieselbe ganz anders als vorher, in blühendem Alter, in jugendlicher Schönheit, nicht mehr in mattweißem Gewand, sondern dasselbe war blütenweiß mit lauter Silberperlen besetzt, die alle glänzten wie Tau im Sonnenglanz.

177 Fest des Heiligen Johannes des Täufers 1897

„Niemand kann sagen, mein Beruf hält mich ab.“

Lied: Singet laut ...

Barbara: „O mein Jesus! Du Bräutigam meiner Seele! Wie muß ich Dir danken, daß Du Dich würdigst, mich heute heimzusuchen, wo ich Dich gar nicht erwartete, wo ich es gar nicht verdiene. O verzeihe mir, daß ich so armselig war diese Woche. Hast Du doch an mir die Allerletzte gefunden auf Gottes weitem Erdboden. O wie schäme ich mich vor Dir! Wie magst Du, o reinster Gott, Dich würdigen, in ein so armseliges Wesen herabzusteigen! Wie bin ich so ungestüm, wenn ich etwas leiden muß. O verzeihe mir, ich war wirklich böse diese Woche, aber sage mir, wann ist es je besser mit mir? Es ist immer so, und doch bist Du so unendlich gut. In einem Augenblick verscheuchst Du die Finsternis in meiner Seele, wo dann alles auf einmal Licht ist.

Ja, wie muß ich Dir danken, daß Du meiner Sünden nicht gedenkst. Preiset mit mir den Herrn! Seht, wie unendlich gut Er ist, wie Er handelt mit uns armen Sündern! Schauet nicht zurück, wenn ihr euch unvollkommen seht, denn unvollkommen sind alle Adamskinder. Lobpreis und Dank sei Jesus im Allerheiligsten Sakrament! Lobpreis und Dank sei Jesus in Seinem kostbaren Blut, das Er für uns vergossen, von allen Kreaturen, und weil so viele Menschen es vergessen, so nimm doch unseren Lobpreis an für sie, denn wir vereinigen uns mit dem ganzen himmlischen Hof, besonders mit der Königin der Engel, Maria, unserer himmlischen Mutter!“

Jesus: „Meine Tochter! Es ist recht, daß du dich verdemütigst; billig und recht ist es, aber fürchte dich nicht vor Mir! Siehe, Ich bin sanftmütig und demütig von Herzen, und wenn die Leidenschaften euch umtoben, wenn es dir schwül wird um das Herz, wenn du niedergedrückt durch all die Umstände, die sich diese Woche um dich gelegt, niedergedrückt bist an Geist und Leib, wie in dieser Woche, so mußt du nicht glauben, daß Ich dich deshalb verlasse, nein, nicht deshalb! Denn alle die Umstände, die um dich vor sich hergingen, die dir diesen Druck bereiteten, mußtest du über dich ergehen lassen, weil es so Mein Wille ist. Du warst in dieser Woche ein Spielball Satans; er spielte mit dir und allen Genossinnen des Hauses. Ich habe dir dies vorher gezeigt am Vorabend der Oktav, indem Ich dich Satan sehen ließ, damit – wenn die Dinge über dich kommen – du weißt, wer es ist, der dir dies verursacht; und obwohl du verwirrt warst, dich nicht daran erinnern konntest, und du dich nicht aufrecht halten konntest, du dich doch jetzt erinnerst, wenn all die Leiden beseitigt sind, damit du siehst, wie gut Ich bin.“

Am Vorabend der Fronleichnamsoktav sah Barbara nämlich in wachem Zustand den bösen Feind, dem Tierkopf eines Pferdes ähnlich, jedoch mit grauen Haaren, mit meterlangem Hals, wie er im ganzen Zimmer herumschweifte, als suche er etwas. Barbara entsetzte sich. Als sie nachher in eine Kirche kam, wo gerade das Allerheiligste Sakrament ausgesetzt wurde, tröstete sie der Herr, indem Er ihr ihre eigene Seele zeigte, die in Gestalt eines kleinen Kindes Ihm entgegeneilte, das der Herr liebreichst umarmte. In dieser Vereinigung verlor sie alles Gefühl und Bewegung und genoß eine große Wonne. Am folgenden Morgen sah Barbara den bösen Feind als Schlange, wie er aus einem mit schlammigem Wasser angefüllten Behälter den Kopf herausstreckte und gegen Barbara zischte und wütende Blicke ihr zuwarf. Es dauerte nicht lange und die Schwägerin fing an, mit alten Erinnerungen Barbara sehr anzufeinden, und die zwei Mädchen stimmten ihr darin sogar bei. So ging es die ganze Oktav durch. Da sagte der Herr eines Tages nach der heiligen Kommunion:

Jesus: „Ich habe dir ja bereits gezeigt in dem trüben Wasser, wie Satan jetzt die Mutlosigkeit deiner Schwägerin – infolge ihrer Krankheit – dazu benützt, um in ihr alle möglichen Erinnerungen aufzufrischen, um sie gegen dich aufzuhetzen, und wie er sich an alle Bewohner des Hauses macht. Niemals lass Ich Satan unvorbereitet über eine Seele kommen, über eine treue Seele. Niemals lass Ich große Leiden unvorbereitet über sie ergehen, aber ganz besonders nicht über Meine treuesten, liebsten Kinder.

Diese will Ich auf außergewöhnliche Leiden vorbereiten, weil sie es ja gerade sind, die Ich außergewöhnliche Leiden erdulden lasse. Sieh, dies alles mußte so kommen, damit du für Meine heilige Kirche recht viel verdienen könntest, damit du ein Vorbild werdest für alle Mitglieder des Liebesbundes, den Ich da einführen werde in Meiner Kirche. Kein Mensch, der eintreten wird, mag er stehen in stiller Zurückgezogenheit in einsamer Zelle, oder mag er ein Priester sein und an der Spitze einer Gemeinde stehen, die ihm viel Unannehmlichkeiten bereitet; mag er viel verfolgt werden wegen seines Amtes, selbst von solchen, denen er am meisten nützte, denen er am meisten Gutes getan; mag er stehen als Familienvater und alles gegen ihn sein und seine Kinder ihn noch so undankbar behandeln, und die Kinder, nachdem er alles getan, doch gegen ihn gehen wie gegen ein Untier.

Oder mag es eine Familienmutter sein, die Tag und Nacht für die Ihrigen sorgt, und deren Ehemann, den Ich ihr an die Seite stellte, sie trotz all ihrer Sorgen und Mühen mit Undank behandelt, Ich sage dir, sie alle, auch jene armen Geschöpfe, die Ich einreihen will in die Kette der Familien, weil Ich will, daß der jungfräuliche Stand neben dem Ehestand bestehen soll, und weil es allen geht wie es dir geht, denn alle werden nur benutzt, wie sich die Welt ausdrückt, um als fünftes Rad am Wagen zu sein, und doch sind sie diejenigen, die die Ehe halten sollen.

Im alten, guten Bayern heißt man diese die Ehehalter. Ja wahrhaftig, es ist so, das sind sie, sie müssen arbeiten für die Ehe, für die im Ehestand Lebenden, und doch treffen sie überall nur den schwärzesten Undank, alle, ja weitaus die meisten. Siehe, für diese alle sollst du als Vorbild stehen. Niemand soll in der ganzen weiten Welt sagen können, das kann ich nicht oder ich konnte nicht, mein Beruf leidet es nicht. Niemand kann sagen, mein Beruf hält mich ab.

In all den Leiden, in all den Drangsalen, die nun einmal den Kindern Adams beschieden sind, könnt ihr aushalten, könnt ihr erdulden und ertragen aus Liebe zu Mir und das Schicksal der Kirche so tragen, das Kreuz, das Meine Kirche schleppt, ihr erleichtern; ihr alle, wie Ich sie eben genannt, niemand ist ausgeschlossen in der heiligen Kirche, niemand!

Ihr alle, ihr treuen Seelen, sollt euch vereinigen in dem Liebesbund: Priester und Laien, Ordens- und Familienmitglieder, Väter, Mütter, Jungfrauen, Kinder, Greise, Jünglinge, ihr alle vereinigt euch zu einem Bund und gebt Mir das Versprechen ab im Beichtstuhl vor eurem Beichtvater oder an der Kommunionbank, für Meine Rechte einzustehen, euch einschreiben zu lassen als treue Mitglieder dieses heiligen Bundes, den Ich geschlossen habe mit diesen drei Seelen; denen Ich den Auftrag gab, die Heiligste Dreifaltigkeit auf besondere Weise zu verehren und anzubeten im Namen aller Menschen, und durch ihre Persönlichkeit diese drei heiligsten Personen vorzustellen; denn so wie der Vater und Ich und der Heilige Geist Eins sind, so müssen diese drei eins sein im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe, und was Ich noch als Beigabe ihnen zugebe, ist Leiden.

Im Leiden müßt ihr eins sein, ihr drei: Du und Lieschen und Luise, ihr alle drei müßt eins sein im Leiden, euch einander aufrichten, wenn eine von euch niedergebeugt ist, wie Meine kleine Dienerin niedergebeugt war diese Woche, Meine kleine armselige Dienerin! Also geschlossen habe Ich den Bund in Eigener Person, merkt es euch, ihr Priester, und nicht durch bloße Erfindung oder Einbildung ist er entstanden. Niemals kann eine Seele so etwas erdichten, was so lange standhält in allen Kämpfen, wie dieses hier sich gehalten hat. Niemals kann etwas eine Erfindung sein, was nicht um ein Haarbreit von Mir abweicht. Also von einem Erdichten müßt ihr absehen. Ihr müßt wissen, daß Ich die Macht habe, mit Meinen Kindern zu verkehren, daß Ich in Meiner Kirche schalten und walten kann, daß Ich das Recht habe, euch zu gebieten und durch eines Meiner schwachen Geschöpfe zu euch zu reden. Oder kann Ich nicht in Meiner Kirche machen, was Ich will?

Also, die Welt liegt im argen, der Glaube schwindet von Tag zu Tag mehr und mehr, und auch die guten Katholiken werden vom Strom der Zeit mit fortgerissen. Hinweggeschwemmt wird alles Heilige und Ehrwürdige durch die allzu große Vergnügungssucht dieser Tage! Denn es reihen sich Feste an Feste, die darauf abzielen, den Glauben und die guten Sitten zu untergraben, alles Religiöse aus den Herzen herauszureißen. Wo bleibe Ich nun, euer Herr und Gott? Ich befehle euch im Namen des Vaters und des Heiligen Geistes, daß die treuen Kinder Meiner Kirche sich anschließen müssen an den Liebesbund, den Ich befohlen habe zu errichten in Meiner Kirche. Und nun hört die Statuten, die Ich euch selbst diktiere in Eigener Person:

Jeder Priester hat in seiner Gemeinde darauf hinzuwirken, jeder hat die Aufgabe, daß er mit Entschiedenheit vor die Vorstände der Gemeinde hintritt, daß die allzu große Vergnügungssucht womöglich aufgehoben, und wenn nicht aufgehoben, so doch möglichst gemindert werde. Jeder Priester hat die Gewalt, die Ich ihm übertragen habe durch die Priesterweihe, die Ich ihm gegeben habe, also eine göttliche Gewalt, die alle Gewalt dieser Erde, die einem Geschöpf gegeben, auch wenn er König oder Kaiser wäre, weit, weit überragt. Jeder Priester hat in seiner Gemeinde dafür mit Entschiedenheit zu sorgen, dieser Vergnügungssucht entgegenzutreten!

Dann soll er die guten und treuen Katholiken anhalten und auffordern, trösten und warnen, trösten und aufrichten, wo es notwendig ist; die Leidenden, ganz besonders jene Familien, die Ich mit Kreuz heimsuche; denn Ich kann unmöglich den guten und treuen Christen die Leiden ersparen. Denn wißt ihr, ein Kennzeichen eines guten Christen sind die Leiden. Daran müßt ihr erkennen, daß ihr gute Kinder der katholischen Kirche seid, wenn ihr viel mit Leiden heimgesucht seid. Denn ihr alle sollt das Kreuz schleppen und sollt Meine Kirche unterstützen. Meine Kirche schleppt das Kreuz, wie Ich dir damals gezeigt, als Ich dir das Leiden geben wollte, wo Ich dir sagte und dich fragte, ob du mit Mir das Kreuz tragen wollest. Damals hast du Mich gesehen, wie Ich ein Kreuz schleppte.

Siehe, es ist das Kreuz, das Ich trage in Meiner Kirche. Viele, viele ihrer Kinder sind abgewichen vom rechten Wege, laufen den Irrlichtern nach und irren in Sandwüsten einher und gehen elend zugrunde, ja, elend zugrunde. Die treuen Kinder Meiner Kirche, sie sollen zusammengeschart, zusammengeführt werden zu Meinem Herzen, Meine treuen Kinder.

Wißt ihr, ihr Priester, ihr habt die Aufgabe, dieses zu tun, denn nicht ihr allein könnt das Kreuz tragen, Meine treuen Kinder sollen euch dabei helfen, sie alle sollen vollzählig werden, sie sollen unter dem Kreuz stehen und Meiner Kirche das Kreuz schleppen helfen. Denn nicht ihr allein könnt es schleppen, auch nicht jene Kinder allein, die sich da zurückgezogen, um sich den Werken der Gottes- und Nächstenliebe zu widmen.

Seht, das alles nützt gar zu wenig; denn im Strom dieser Zeit stehe Ich. O seht, wie Mein Herz blutet! Seht, wie ist Mein Herz so zerrissen. Tausend und abertausend Wunden sind diesem Herzen geschlagen worden. Nicht mehr ist es wie vor einigen Jahrhunderten, wie Ich damals klagte Meiner Dienerin, der seligen Margareta Maria Alacoque, daß diejenigen Mir so weh tun, die Ich Mir erwählt.

Nein, zerrissen ist Mein Herz in tausend und abermaltausend Stücke. Nicht mehr allein eine Dornenkrone ist um Mein Herz gewunden, nein! O höret die klagende Stimme eures Hirten! Seht, wie die Jugend Mir entrissen wird! Die Jugend ist die Zukunft und Meine zukünftige Kirche. Was soll aus ihr werden? Höret die klagende Stimme eures Oberhauptes ihr, Meine treuen Kinder!

Seht, Ich stehe an der Spitze, seht, Ich gehe euch voraus! Schaut auf Mich, folgt Mir nach, erinnert euch, wie Ich unter euch gewandelt bin, wie Ich niemand gescheut. Ahmt Mich nach, studiert Mein Leben, wie Ich die Guten um Mich herum gesammelt und ihnen das Evangelium verkündete, wie Ich vor die Pharisäer und Stolzen hingetreten und sie zurechtwies, obwohl Ich doch wußte, daß Ich dadurch nur Meinen Tod beschleunigte. Wie Ich vor sie hintrat und fortfuhr, Meinen Feinden ihr Unrecht vorzuhalten, so sollt ihr es auch tun ihr, Meine treuen Diener!“

Barbara: „O mein Jesus! Warum bist Du denn gar so traurig? O ich vereinige mich mit Dir und opfere Dir alle Leiden dieser Woche auf für Deine heilige Kirche. Sieh, Du hast mich hineingestellt mitten in die Welt, und ich habe doch so wenig Sinn und Verstand für die Welt, und so kam es bei all den Leiden, daß ich gar nicht aufblicken konnte. O gib mir doch wieder andere Zeiten, wo ich Dir dienen kann; denn siehe, ich komme so abwärts, daß ich gar nicht mehr an Dich denken kann. Ich habe nicht mehr geglaubt, daß es wahr ist, ich habe gedacht, es sei Einbildung, ein leerer Wahn, und habe alles über Bord geworfen. O verzeihe mir!“

Jesus: „Siehe, Meine Tochter, dies alles mußte ja so kommen! Sei doch nur bescheiden, sei doch nur zufrieden. Du sollst geprüft werden und abgehärtet in allen Fächern des menschlichen Lebens, damit du niemals eine Ausrede hast. Siehe, so wie du das Kreuz schlepptest, wenn auch manchmal ungehalten und unfreiwillig, so schlepptest du es immerhin noch. Aber solange der Mensch nicht aus dem Strang springt, wie man sich in der Welt auszudrücken pflegt, so lange bin Ich zufrieden mit ihm, wenn er sein Joch nur nicht abwirft. Du sollst allen Kreuzträgern des Liebesbundes ein Vorbild sein, damit niemand sich zu armselig und zu klein vorkommt. Denn die meisten Seelen fallen nieder aus zu großem Kleinmut, sie kommen sich selbst zu unbescheiden vor, zu armselig und ungeduldig und glauben dann, weil sie selbst mit sich unzufrieden sind, daß auch Ich mit ihnen unzufrieden sei, und so lassen sie das wenige Gute, was sie noch tun, auch beiseite und fallen von einem Fehltritt in den anderen, und schließlich verlassen sie die rechte Bahn ganz.

So armselig wie du bist, sind alle Menschen. Darum will Ich auch, daß deine Armseligkeiten niedergeschrieben werden, damit die Gnade, die Ich an dir wirke, damit zu der großen Gnade auch deine großen Armseligkeiten allen vor Augen stehen und die Menschen sehen, wie man von Stufe zu Stufe steigt, wie sie es anstellen müssen, um fromm zu leben und heilig zu sterben; denn alle sind berufen, heilig zu werden, alle Kinder Meiner Kirche. Die wenigsten aber geben sich Mühe, weil sie glauben, die Heiligen, die müßten von vornherein ganz besonders außergewöhnliche Menschen sein, ganz anders als gewöhnliche Menschen. Nein, nein! Heilig kannst du werden, du armer Familienvater, wenn du deine Pflichten treu erfüllst und alle die Leiden mit Geduld erträgst, den Glauben bewahrst, die Hoffnung nicht sinken läßt, mit Zuversicht auf Mich hoffst. Heilig kannst du werden, du Familienmutter, auch mitten im Gedränge der Geschäfte, denn du mußt wissen, daß Ich dich gestellt habe als Familienmutter, deren Hauptaufgabe es ist, für die Ewigkeit zu sorgen, daß Ich dich gestellt habe, den Himmel zu zieren und mit Heiligen anzufüllen.

Das kannst du nicht, wenn du es nicht selbst mit einem guten Beispiel zeigst, dich nicht bestrebst, deine Kinder anzuhalten, vor allem die religiösen Pflichten zu erfüllen, selbst danach zu leben und zu streben, deine Religionspflichten auszuüben über alle die Deinigen. Tust du dies, dann kannst du heilig werden und mußt heilig werden. Du mußt aber dich stellen, wie Ich es anordne, zu der Zahl der Liebesbundmitglieder; denn alle sind eingeschlossen, hinzutreten zu Meinem Tisch.

Und weil alle Priester darauf hinarbeiten sollen im zweiten Teil, wenn sie ihre Pflicht getan, daß die Jugend soviel wie möglich und soweit es nur geht, von der allzu großen Vergnügungssucht abgehalten werde, darum sollen die Priester das gläubige Volk recht oft herbeiführen zu Meinem heiligen Tisch, anhalten zur Verehrung des Allerheiligsten Sakramentes, dafür sorgen, daß die Kirche überall geöffnet bleibe und die Gläubigen manchmal eine stille Stunde bei Mir zubringen, mit Mir verkehren. O wie will Ich es euch lohnen!

Jetzt aber, Meine Kinder, kommt mit Mir! Seht, in mancher Kirche ist doch schon die nächtliche Anbetung eingeführt und die treuen Seelen Meiner Kirche scharen sich, um Mein Herz zu verehren und anzubeten. Seht, wie diese Männer Mein Herz erfreuen, Mein Herz trösten! Und wißt ihr, daß Ich zufrieden bin, obwohl so mancher da kniet und anstatt zu beten, eingeschlafen ist. Ach ja, verdenkt es ihnen doch nicht! Wer sind sie denn die Männer, die Jünglinge, die da knien? Sind es nicht die armen Fabrikarbeiter, die armen Landleute, die da dann freilich, wenn sie mit gutem Willen vor Mir erscheinen, vor Mir dann schlafen. Aber seht, sie sind doch da, und Ich bin zufrieden mit ihrem guten Willen!“

Barbara: „O Herr, es haben sich ja schon hier die Männer angeboten, aber niemand wollte ihnen eine Kirche überlassen.“

Jesus: „Sagt nur den Priestern dieser Stadt, daß Ich ihre Stadt erwählt und ein besonderes Licht ausgieße über sie, ein besonderes Licht ausgieße über alle die Diener dieser Stadt, dieser Diözese, daß sie berufen sind, Meine Worte hinauszutragen in andere Länder, was Ich freilich erst durch fremde Priester in anderen Ländern tun mußte. Freilich ist es allerdings eine Schande, daß man so viel Menschenfurcht in sich trägt, nicht einmal nachzuschauen, ob denn alles, was in Meiner Kirche Gutes gewirkt wird, durch Schwindel könne gewirkt werden. Seht da den feurigen Geist, den feurigen Eifer, den Ich niederlege in die Priester dieser Stadt, und alle diejenigen, die ihre Worte hören, strömen doch aus von Meinen Worten. Mein Geist ist es, der ausgeht, und ihr wollt noch zögern zu glauben? Habe Ich euch nicht tapfere Männer gegeben, die euch unterstützen in eurem Beruf? Geht in andere Städte und sucht euch Männer, ob ihr überall solche findet, überhaupt solche Katholiken, wie ihr sie findet hier in dieser Stadt.

Ja, das gute, alte Goldene Mainz. Wenn auch das Gold sehr, sehr verblichen ist, lebt das Gold doch noch in Familien; ihr habt noch gute, goldene Familien, ihr habt noch Mitglieder, die wirklich noch das Goldene Mainz ausmachen, die noch einstehen mit Gut und Blut für Meine Kirche, die nicht halbwegs Christen sind, die auch Opfer zu bringen wissen. Verbreitet nur Meine Worte, nehmt sie zu Herzen, gebt eine Kirche dazu, um die Männer, die guten Willens sind, zu sammeln. Niemals wird das Böse ausgehen, wo Gutes gestiftet worden ist, wo man mit gutem Willen Mir dienen will. Schützt nicht vor, daß Unfug zu befürchten sei. Ja seht, das kommt doch vor, nicht aber unter solchen, die sich Mühe geben, Mein Herz zu versöhnen und zu trösten für die treulosen Kinder der Kirche.“

Barbara: „O Herr, welche Kirche wäre denn eigentlich für uns die beste?“

Jesus: „Eine Kirche mitten in der Stadt, wo nur eine Tür geöffnet ist, eine Tür soll geöffnet werden. Besser ist eine nicht allzu große Kirche. Sagt es nur Meinem Diener, er ist Mir doch ein treuer Diener Meines Herzens und hat schon viel gekämpft und gerungen in seinem Beruf. Sage ihm nur, Ich lasse ihn herzlich grüßen; Ich werde Mich an seine Seite stellen und seine Interessen zu den Meinigen machen. Er möge die Sache überlegen und mit seinem Freund beraten und dann tun, wie sie einig werden.

Gute Männer finden sich in dieser Stadt; Ich lobe die Männer dieser Stadt. Es soll den Priestern kein Schaden sein, wenn sie die Männer anhalten, Mich zu trösten; denn eine gar traurige Zeit wird die Zukunft werden, eine gar traurige Zeit wird kommen, wo auch die Besten in Gefahr kommen, in Gefahr geraten, aber fürchtet euch nicht! Mit hocherhobenem Haupt sollt ihr einhergehen, Trotz bieten dem Gespött der Welt, über alle die Verfolgung hinweggehen. Zur rechten Zeit werde Ich euch Hilfe senden. Fürchtet euch nicht! Mit hocherhobenem Haupte, wie feuersprühende Löwen, sollt ihr euren Feinden entgegentreten.“

178 Herz-Jesu-Fest 1897

„Ihr alle könnt eine heilige Theresia werden!“

Jesus: „Meine Tochter! Komm mit Mir, denn es ist der Jahrestag, wo Ich dich Meinem himmlischen Vater vorstellte als Meine Braut! Komm mit Mir, Ich will dir die Schätze zeigen, die du als Meine Braut Mir gesammelt, und zwar durch Mich gesammelt hast, nicht als ob du deren würdig seiest, nicht als ob du durch deine Verdienste etwas zustande gebracht. Nein, nein, du bist ein armes Geschöpf wie alle Adamskinder, und was du bist, das bist du durch Meine Gnade, und was du getan und gewirkt, das tatest du in Meiner Gnade, also nicht dein Verdienst ist es, nicht durch deine Tat und auch nicht das Verdienst Meiner zwei Dienerinnen, durch die es ausgeführt worden ist, Meine Luise und Mein Lieschen. Sie benutzte Ich nur, um Großes zu wirken in Meiner Kirche, in Meinem Reich, und alle, die sich darum bemühen. Behaltet vor allem die Demut im Auge, das muß Ich vorausschicken, ehe Ich euch einführe.

Seht, es ist das dritte Fest vorüber, wo Ich euch zusammenführte und den Bund mit euch geschlossen, wo Ich euch zu dritt einführte in die Geheimnisse Meines Herzens. Und nun seht schon die erfreuliche Früchte an dem Baum, den Ich euch gezeigt und zwischen euch gestellt, an dem Baum, den Ich gepflanzt in eure Mitte, der da ist der Liebesbund Meines heiligen, göttlichen Herzens. Viele Blüten siehst du prangen an diesem Baum, und nun liegt es in eurer Hand und in den Händen Meiner Diener, daß diese Früchte auch zur Reife gelangen und nicht etwa durch einen kalten Hagelschlag oder durch ein Unwetter verdorben und abgeschüttelt werden an diesem Baum.

Seht, all die Worte, die Ich durch dich rede, die Meine Dienerinnen aufschreiben, und die Meine Diener verbreiten überall, wo sie ein gutes Samenkorn finden, ein gutes Erdreich; seht, die Saat ist in diesem Erdreich bereits aufgegangen und steht in vielen, vielen frommen Herzen. Ja, ja, der Vater hat seine Freude an den Blüten, die da diesen Baum schmücken, der Heilige Geist hat Seine Freude daran und ist bemüht, Sein Werk zu vollenden in all den Herzen, welche die Schriften lesen, zu fördern den Geist der Liebe, der Sanftmut und Demut, zu fördern das Glaubensleben, die Zuversicht, und überall entfaltet sich die Liebe in ausgiebigem Maße. Nur schade, daß sich die Äste dieses Baumes nicht weiter ausdehnen, daß sie noch allzu beschränkt sind.

Siehe, Meine Tochter, das Feuer, das du gesehen im vorigen Jahr, das da ist die Liebesglut Meines Herzens, der Feuerherd ist im Allerheiligsten Altarsakrament, es schlägt höhere Flammen, die Flammen schlagen weiter um sich, sie bleiben nicht mehr in dem Kreis, wie du ihn voriges Jahr geschaut, nein, die Flammen wenden sich bald nach rechts, bald nach links, bald nach oben, bald nach unten. Es ist dieses ein Sinnbild, weil viele Meiner Diener hineinblasen in diesen Feuerherd und das Feuer, das da die Eigenschaft hat, nie zu ruhen, das immer unruhiger hin und her weht, wird um so unruhiger, je mehr Meine Diener hineinblasen.

Das Feuer bedeutet die Liebe Meines Herzens, und daß du die Flamme bald nach rechts und bald nach links, bald nach oben und bald nach unten sich bewegen siehst, zeigt dir, daß es sich nicht mehr beschränken will auf den engen Kreis derer, die Mich da schon lieben und Mich zu entschädigen suchen. Nein, es möchte hinausdringen um der Liebe der Liebenden willen, es möchte auch andere mit fortreißen und allmählich zieht es hie und da andere mit hinein, wenn ihr es auch nicht seht, aber es ist so.

Um der Liebe der Liebenden willen schlägt das Feuer umher, greift um sich, verzehrt alles Unheilige, das da vor sich geht. Die lauen Seelen, die bisher mir fremd gegenüberstanden, aber doch noch ein kleines Fünklein des Glaubenslebens in sich bergen, sie lassen sich, da sie von der Liebesglut Meines Herzens hören, berühren und hinreißen, und das Feuer Meiner Liebe, das da ausgeht aus Meinem Herzen, verzehrt allmählich die Schlacken in ihnen und sie sind, ohne es zu wissen, Kinder Meines Herzens.“

Und ich sehe N. um das Feuer herumgehen, zwar verzagt, aber doch dieses Feuer anfachen. Ja, ich sehe ihn, wie auch er von diesem Feuer verzehrt wird, doch nicht so in dem Maße wie N. Seine Gestalt bleibt matt und gebrochen.

Jesus: „Habe nur guten Mut, Mein Sohn, es kommt die Zeit, wo auch du von dem Feuer verzehrt, von der Flamme dieser Liebe verzehrt wirst und hineinbläst in die Flammen, und viele, viele wirst du noch herbeiführen. Siehe, zwar ist noch matt und gebrochen dein Lebensgeist, aber in den Herzen deiner Beichtkinder zündest du die Flamme an. Werde nicht mutlos, Mein Sohn!

Siehe, hier hast du das Gegenbild von dir selbst in diesem deinem Beichtkind. Sie bläst hinein in die Flamme, sie als das Sprachrohr, das Ich benütze, um viele, viele zur Erkenntnis Meiner göttlichen Liebe herbeizuführen. Sie selbst ist so matt und schwach und fühlt so wenig von der Liebesflamme, als ob sie gar nicht vorhanden wäre, daß sie bisweilen glaubt, sie sei auf dem Irrweg und gehe den Weg des Lasters.

Ihr beide seid bestimmt, vieles zu wirken in Meinem Reich, und darum muß Ich so tun, um die Demut zu wahren in Meinem Geschöpf, darum dürft ihr nicht sehen, was Ich durch euch tue in Meiner Kirche. Klein sollt ihr sein in euren Augen. Darum sollt ihr nichts sehen als eure Schwachheiten.

Du aber N., du hast den richtigen Plan gefaßt, fahre nur so fort, führe ihn nur aus. Wo du eine Person findest, eine jungfräuliche Seele, wo du einen Priester findest, der da ein gläubiges Gemüt hat und sich von dir bearbeiten läßt, dem sage nur, daß er in Einverständnis kommen muß mit den Lehrern und den Kindererzieherinnen, weil ja die Welt überflutet ist mit jungfräulichen Seelen, welche die Kinder erziehen sollen; denn dem weiblichen Geschlecht ist die Anlage dazu gegeben, denn weibliche Herzen sind mehr geneigt zur Andacht und Frömmigkeit. Es ist ihnen von Meinem Vater so gegeben, weil es bestimmt ist, die Kinder mehr zu erziehen als der Mann.

Darum arbeite an den Pfarrern, wo sie auch stehen, damit sie sich in Einklang setzen mit den Lehrern und auch mit den Erzieherinnen, und diese durch Frömmigkeit und gute Sitten der Jugend recht zur Seite stehen, überall den Liebesbund empfehlen, die öftere, heilige Kommunion empfehlen, denn nur von dieser Stätte aus kann die Jugend dazu gebracht werden, sich oft an Meinem Tisch einzufinden, am Tisch des Herrn.“

Barbara: „O Herr, wie ist es denn mit der Tochter der Frau N., die in London starb? Ist sie denn gerettet?“

Jesus: „Sie ist nicht für ewig verloren, aber sie soll büßen, was ihre Mutter an ihr gefehlt, sie soll büßen, bis es Meiner Gerechtigkeit gefallen wird, sie zu erlösen ... sie hat Mich verschmäht im Leben, sie hat sich von Mir getrennt im Leben, nun will Ich Mich, solange die Welt steht, von ihr trennen. Sie wird Mein Angesicht nicht sehen, solange die Welt ist, bis dieses Geschlecht wird vergangen sein, allen zum warnenden Beispiel, aber verloren ist sie nicht. Sie ist ihrer Mutter immer gefolgt, aber weil sie so große Menschenfurcht hatte, auch noch auf dem Totenbett, und nicht mit Mut das nach außen verteidigte, was sie in ihrem Innern empfand, darum soll sie jetzt empfinden, was diese Menschenfurcht für Schaden mit sich bringt. O die schnöde Menschenfurcht, wie viel Schaden verursacht sie in Meiner Kirche!

Du aber gehe noch einmal hin zu Frau N. Mein Geist wird dich begleiten, und damit das Werk, das Ich begonnen, in euch vollendet werde, sollt ihr Mir die Beharrlichkeit entgegenbringen; durch eure Beharrlichkeit wird Mein Werk gekrönt werden.“

Barbara: „O Herr, die Schwester der Frau N., die in London ausgesöhnt mit Dir starb, kommt hierher. Soll ich ihr denn sagen, wie es ihrer Schwester in der Ewigkeit geht, damit sie in sich geht?“

Jesus: „Die glauben es nicht. Der tierische, sinnliche Mensch begreift das Übersinnliche, das Übernatürliche nicht. Viele, ja die treuesten und besten Kinder Meiner Kirche glauben ja vielfach nicht, daß es möglich ist, auf übersinnliche Weise etwas zu erfahren oder tun zu können. Und doch ist es so! Ihr müßt euch nur anschließen an das Leben Meiner Kirche. Ihr müßt nur Schritt für Schritt ihr folgen, und ihr werdet sehen, daß es etwas Übernatürliches, etwas Übersinnliches geben muß und gibt; denn so wie Ich in dieser Meiner Dienerin wirke und in jeder Seele, der Ich Meine Gnade zufließen lasse, über die Ich Meine Gnade ausgieße, so lebt und wirkt Meine heilige Kirche. Alles an ihr ist übersinnlich und zugleich überirdisch und trägt das Gepräge einer anderen Welt an sich; darum ist es auch diesen sinnlichen Geschöpfen so undenkbar, so unbegreiflich. Fürchtet nichts, Ich werde mit euch sein und Meine Kirche trotz aller Anfeindungen, trotz aller Schmähungen von seiten Andersgläubiger zum Siege führen.

Die Hölle wütet überall in all den verschiedenen Glaubensgenossenschaften gegen Meine allerreinste Braut. Jene möchte darauf ausgehen, diese ihr verhaßte Kirche zu vernichten, weil sie allein die vier Eigenschaften an sich trägt, die alle jene Glaubensgenossenschaften nicht an sich tragen. Meine Kirche muß aber dies erdulden, weil sie die heilige ist, die jungfräuliche Braut Meines heiligsten Herzens; weil sie die Trägerin der Heiligkeit ist und ihre Kinder zur vollendeten Heiligkeit führen soll und auch führen wird.

Noch nie seit achtzehn Jahrhunderten wird und soll ein anderes Jahrhundert bestehen, in dem so viele Heilige gelebt haben und leben werden als in diesem Jahrhundert: Heilige Priester, heilige Bischöfe, ein heiliger Papst an der Spitze, heilige Ordensleute, heilige Familienväter, heilige Familienmütter, heilige Jungfrauen in den vier Mauern ihrer Zimmer, wie es schon dieses Jahrhundert aufzuweisen haben wird; denn je größer die Verführung, je umfangreicher das Laster, je größer die Gefahren, desto glänzender die Tugend, die da blüht in einzelnen Seelen. Der katholische Priester, der da seines Amtes waltet mit Freimut und Entschlossenheit, der da, ohne auf zeitliche Vorteile zu schauen, nur das Wohl der unsterblichen Seelen zu fördern sucht, ist ein heiliger Priester, auch wenn er noch so verachtet und unbedeutend scheint, noch so großen Undank erntet von seinen Untergebenen oder von seinesgleichen.

Der Ordensmann, dem Ich die Aufgabe gegeben, das beschauliche mit dem tätigen Leben zu verbinden, wenn er es tut, wie Ich gesagt, er ist ein Heiliger, auch wenn man ihn am wenigsten dafür hält. Nur Mut, Meine Söhne! Nur Mut, ihr Diener der katholischen Kirche! Einstens kommt die Zeit, wo alles wird offenbar werden, alle die Kämpfe, die ihr gekämpft, alle die Mutlosigkeit, die ihr besiegt, alle die Sünder, denen ihr zugeredet und nachgegangen seid; wenn sie sich auch nicht bekehren, euer Lohn bleibt euch doch.

Nur Mut, ihr alle, ihr treuen Kinder! Nur zusammenstehen zu einem Bund! Ausgegangen ist das Übel aus Meiner Kirche. Weil sie reich gewesen, ist sie üppig geworden, diese jungfräuliche Braut, und der Reichtum, er schadet überall, am meisten aber an derjenigen, die Meine Braut ist, die Braut des ärmsten Jesus! Aber nur Mut, die Schäden werden beseitigt und ein anderes Reich wird erstehen; Meine Kirche wird erblühen wie noch nie.“

Und jetzt sehe ich die liebe Mutter Gottes, wie Sie tätig, wie Sie beschäftigt ist für den Liebesbund, alle diejenigen zu unterstützen, die das Werk des Liebesbundes fördern. Wie es scheint, vervielfältigt Sie Sich so oftmals, wie eine treue Seele sich vorfindet.

Barbara: „O Herr, wie sollen denn diejenigen, die guten Willens sind, ihren Eintritt in den Liebesbund bewerkstelligen?“

Jesus: „Es ist gut, wenn N. ein Register führt, weil der Mensch gar sinnlich ist und etwas mit den Sinnen Wahrnehmbares in Händen haben möchte. Gut ist es schon, aber es wird noch wenig nützen, solange es noch so im Verborgenen ist, doch kann es ja niemand schaden, auch wenn noch harte Stürme kommen. Streben ja doch diejenigen, die eintreten, nur Gutes an, und das Gute wird gefördert, weil nicht wie bei vielen guten Genossenschaften das Geld mitspielt; denn alles muß, ohne den geringsten Geldverlust zu erleiden, bewerkstelligt werden. Niemand darf eine Münze verlangen, Ich behalte das Mir vor, damit niemand sagt und der heiligen Kirche vorwirft, daß es Geldmacherei sei. Uneigennützig müssen alle Mitglieder des Liebesbundes sein, alle, die teilnehmen an dem Liebesbund, alle, die ihn fördern, alle, die Mitglieder sammeln, alle, die sich bemühen, andere herbeizuführen und den Priestern zuzuschicken. Kein Geld, nichts, nichts darf eine Seele annehmen.

Man soll das Gute an Armen wirken und an armen Priestern, wo ein Armer studieren möchte, wo ein Jüngling ist, der sich zum Priester ausbilden will, oder wo sonst die Not groß ist, wie in den Missionen, und überall gibt es ja Zwecke, wo man seine Beiträge anbringen kann, aber für dieses Werk darf nichts genommen werden, alle die Zettel umsonst, es wird sich schon eine Person finden, die Ich mit zeitlichen Gütern gesegnet, die das Geld dazu hergibt, damit man alles unentgeltlich austeilen kann.“

Barbara: „O Herr, ich bitte Dich, sag uns doch zu unserer Ermutigung, was eine Jungfrau, die guten Willens ist, fertigbringen kann, denn weil wir Jungfrauen in der Welt für nichts tauglich gehalten werden, traut man sich selbst auch gar nichts zu und erschrickt, wenn man von der heiligen Theresia hört, daß sie so viele Seelen durch Gebet gewonnen, wie der heilige Franz Xaver durch sein Wirken.“

Jesus: „Diese kann so viel fertigbringen, daß Ich um einer Jungfrau willen ein ganzes Land verschone. Was eine heilige Theresia konnte und tat, könnt auch ihr, ihr treuen Seelen, ihr jungfräulichen Seelen. Theresia war auch ein Adamskind wie ihr alle. Und lest nur ihr Leben, und wenn es ausführlicher geschrieben wäre, so würdet ihr sehen können, was für ein armseliges Menschenkind sie war, aber die Ausdauer und der feurige Eifer, womit sie sich selbst ertrug, ihre Schwächen erduldete und nicht mutlos ward, ihr feuriger Eifer, womit sie Meine Rechte verteidigte, indem sie überall, wo sie konnte, das Feuer der Gottesliebe anzublasen bemüht war, machte sie zu dem, was sie ist, verlieh ihr die Gnade der Beharrlichkeit bis ans Ende, und allmählich geht eine solche Seele ein in Meine Geheimnisse, wird überirdisch noch in diesem Jammertal. Nur Mut, ihr jungfräulichen Seelen! Ihr alle könnt eine heilige Theresia werden! Auch sie aß und trank und schlief und erholte sich. In allem könnt ihr Mich finden!“

179 Fest Mariä Heimsuchung 1897

„Leiden und Verdemütigungen sind der einzige Weg, der Meine Kirche aufrechterhalten wird.“

Lied: Zu dir, o Maria ... Barbara hatte vom Herrn gehört, daß eine Verwandte ein Knäblein bekommen würde. Jedoch kam es anders. Dadurch entstand Gelächter bei den Verwandten. Aber statt dessen gab Er uns die Bekehrung einer Seele, um die wir schon lange und immer wieder vergeblich den Herrn angefleht hatten.

Barbara: „O Herr, ich habe gar keine Lust mehr, ich klage nicht mehr, aber ich glaub’ es auch nicht mehr, wenn Du auch noch Deinen Spott an mir hast, o Herr. Ja, ich bin gar nicht mehr so leichtgläubig, heute bist Du mir Schuldner. Ich weiß es, daß ich eine armselige Sünderin bin, und daß Du die unendliche Majestät bist. Das habe ich immer geglaubt und deswegen mich ganz ohne Vorbehalt Dir überlassen, und wenn ich falle, so hast Du mich in das Gewühl des Tages hineingeworfen, Du hast es gewollt, indem Du mich hineingestellt.

Siehst Du, seitdem Du mir die Last ein wenig erleichtert hast, wie da mein Herz mit Dir verkehren möchte. Du, die unendliche Majestät Gottes, hast mich durch Dein Blut erlöst; Du hast mir den Heiligen Geist gesendet, Du hast mich geheiligt im Sakrament der Firmung, und dann bist Du in der heiligen Kommunion eine so innige Vereinigung mit mir eingegangen, daß ich Dir recht dankbar sein muß.

Aber siehe, diese Gnade bietest Du allen Menschen an und sogar in Hülle und Fülle, wenn sie nur guten Willen zeigen; aber auf so außergewöhnliche Weise die Menschen zu führen, ist doch eine recht heikle Sache und für mich arme Sünderin eine recht schwierige zudem. Ich habe nichts gescheut, alle die Leiden und Umstände, die diese Aufgabe mit sich brachten, freiwillig hingenommen; denn Du hast ja gesagt, daß Du mich nicht zwingst dazu. Und jetzt, da ich jahrelang für eine Närrin hingehalten worden bin für Dich, spielst Du mir solche Streiche! Verzeihe mir, daß ich glaube, es sei der böse Feind, daß ich zweifle und böse bin und Dir nicht mehr folgen will!

Mein Jesus, Du winkst mir! Du bist heute aber außergewöhnlich liebenswürdig, warum denn? Ja, ich traue Dir nicht mehr! Wenn Du es wirklich bist und nicht ein anderer Geist, dann sage es mir, wie es denn kommt, daß ich manchmal etwas erfahre, und zwar deutlich, und Du es ganz anders lenkst, als ich es erfahre, wo ich doch glaube, daß Du es mir gesagt oder Deine heilige Mutter oder ein Seliger des Himmels.“

Jesus: „Meine Tochter! Du mußt wissen, daß Mein Herz betrübt und bedrückt ist, tief bedrängt und bedrückt, daß Es in einer Zeit steht, die gar so schlimm ist, und doch ruhig bleibt, ruhig auf Seinem Posten. Mein Herz schlägt Tag und Nacht im Heiligsten Sakrament unter euch, ob es Dank erntet oder Undank, ob Menschen da sind, die Ihm ihren guten Willen entgegenbringen oder nicht. Mein Herz bleibt unerschütterlich treu Seinem Beruf, immer wieder treu Seinem Beruf. Versteht ihr Mich, Meine Kinder?

Als Ich von euch schied, als Ich die Welt verlassen und wieder heimgehen wollte zu Meinem himmlischen Vater, da sann Ich ein Mittel aus, um diese Menschheit, um derentwillen Ich den schönen Himmel, den Schoß Meines Vaters verließ, nicht allein zu lassen, da sann Ich ein Mittel aus, um zu Meinem Vater zurückkehren zu können und doch bei Meinen Brüdern, Meinen Schwestern zu bleiben, sie nicht verlassen zu müssen. So lieb bist du Mir, so lieb seid ihr alle Mir, daß Ich Mich zu eurem Genossen machte, daß Ich Mir einen Beruf erwählte, der Mich fesselte mit starken Banden an euch. Dieser Beruf ist es, der Mich im Tabernakel festhält, und die Bande, die Mich halten, das ist die Liebe zu euch, zu den Menschen.

Siehe nun, wie viele da sind, die Mir untreu werden, die nicht mehr zu Mir kommen, die Mich verspotten, die Mich lästern tagein, tagaus, jahrein, jahraus, bis zum letzten Atemzug ihres Lebens, und das Band der Liebe, das Mich an sie fesselt, ist nicht gelöst, solange Meine Gerechtigkeit diese Seele nicht von der Erde hinwegnimmt. Das Band der Liebe umschlingt die Seele bis zum Tod. Nun aber, wer soll diese Gerechtigkeit überbrücken, wer soll diese Barmherzigkeit besänftigen? Meine Barmherzigkeit ist unendlich groß, größer als die gesamte erschaffene Schöpfung, größer als alle Welten zusammen, sie ist unendlich, und dieses Geschöpf, das diese Barmherzigkeit mit Füßen tritt, ist und bleibt aber doch Mein Bruder, Meine Schwester. Wer soll Mir nun Beihilfe leisten, wer soll Mir nun beistehen in Meinem Beruf, da Ich ja doch in der ganzen sichtbaren Schöpfung keinen Beruf allein gestellt? Jedem Beruf habe Ich seine Beihilfe gegeben.

Der Priester, der sich den heiligen Beruf erwählt, Priester zu werden, ihm habe Ich Beihilfe gegeben in seinem priesterlichen Amt. Fromme Seelen, die ihn unterstützen sollen, um das Samenkorn, das er ausstreut, auch hie und da hineinzubringen auf ein unfruchtbares Erdreich. Da muß Ich die Seelen benützen, die den Boden auflockern und ihn aufrütteln, damit das Samenkorn, das da durch Meine Diener hineingestreut wird, nicht überwuchert werde, und hätte Ich dem Priester keine Beihilfe gegeben zu seinem Beruf, er würde allein wenig ausrichten. Dem Vater, der Mutter, die Ich berufen in den Ehestand, ihnen habe Ich Beihilfe gegeben; diejenigen, die Ich für Mich bestimmt, die sich ganz Mir weihten, habe Ich zusammengeführt, in einer Genossenschaft zu leben, und wenn nicht in einer Genossenschaft, dann wie die Jungfrauen in der Welt. Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei, deswegen habe Ich euch zu dritt zusammengeführt, damit auch ihr nicht allein steht, um der Welt zu zeigen, daß Ich jedem Beruf Beihilfe geben will.

Es gibt Stunden, wo der Mensch allein erliegen würde, wenn er nicht hie und da sich halten könnte an einen anderen Menschen. Nun aber, da Ich diesen Beruf erwählt habe, denn als Gott beherrsche und regiere Ich den ganzen himmlischen Hof, bin Ich aber im Allerheiligsten Sakrament nicht nur Gott, sondern auch Mensch, und obwohl Mir der ganze himmlische Hof zu Gebote steht und Tag und Nacht Ich bedient werde von den himmlischen Geistern, obwohl Ich Tag und Nacht angebetet werde von Meiner lieben Mutter und von den Heiligen, je nach den Ständen und dem Unterschied, wie sie Mich auf Erden geliebt und angebetet, denn jene Seelen, die Mich am meisten im Heiligen Sakrament geliebt und geehrt, tun es auch, solange die Welt besteht, mit Vorliebe mehr als andere. Auch sie beten Mich an und umringen euch, wenn ihr vor dem Tabernakel erscheint. Jene Heiligen sind es, die sich mit Vorliebe mit euch vereinigen, die desgleichen auf Erden auch getan.

Ich will hier Seelen, die Mich in Meinem Beruf unterstützen, und diese sollt ihr sein, ihr Geschöpfe, die Ich erschaffen, ihr Kinder der katholischen Kirche. Euch verlange Ich um Meinen Tabernakel, euch will Ich sehen, um euch will Ich das Band der Liebe schlingen, und da nun so viele Meiner Brüder und Schwestern fern bleiben von Mir, Meiner spotten und lästern, so sinne Ich auf Mittel, um Meine Barmherzigkeit ausüben zu können an diesen Geschöpfen. Und wer, meint ihr wohl, wen Ich Mir erwählt habe, um Brücken zu bauen? Euch habe Ich erwählt, euch, Meine liebsten Kinder, ihr alle, die ihr teilnehmen wollt an dem Liebesbund.

Durch euch will Ich Brücken bauen, um Meine Gerechtigkeit zu überbrücken, ihr sollt die Schwestern der Barmherzigkeit sein, und wie anders könnt ihr denn diese Brücken bauen, als wenn Ich euch Spott bereite, das Gelächter eurer Mitmenschen errege, damit ihr jene Geschöpfe, die Meiner spotten, die Mich verlachen und bis zum letzten Atemzug Meiner spotten, wieder gewinnen könnt. Also seid zufrieden, wenn hie und da etwas vorkommt, wodurch ihr das Gerede eurer Mitmenschen erregt, und ein wenig bewitzelt und bespöttelt werdet. Seht, den Beruf, den ich euch gegeben, sollt ihr so wacker und tapfer ausüben wie Ich. Oder ist es euch nicht genug, wenn Ich euch zu Meinen Gehilfinnen Mir erwähle, daß ihr Mich unterstützen sollt? Liebhaber habe Ich viele in der Welt, auch viele, viele eifrige Diener.

Ja, Ich lobe den Eifer Meiner Diener. Aber solche, die um Meinetwillen Spott erleiden und selbst von denen, die Meine Stelle vertreten, selbst von solchen, die gute Christen sind, dazu finde Ich wenige, wenige in der Welt. Versteht ihr Mich, Meine Kinder? Wenn du nun, Meine Kleine – so nenne Ich dich jetzt auch, denn sobald eine Seele über sich weggeht und tut, was Ich ihr sage, so ist sie klein geworden in Meinen Augen -, wenn du, Meine Luise, über dich weggehst, dadurch kannst du Mir und könnt ihr Mir Seelen zuführen, und dieses ist es, was Ich verlange; ob in Erfüllung geht, was euch nun ein wenig Ehre eintragen würde und einem guten Ehepaar Freude machte, ist nicht viel daran gelegen. Jenes Ehepaar ist gut und fromm und treu in Meinen Geboten, und die Kinder, die Ich ihnen schenke, werden sie erziehen nach Meinem Willen, und Mir steht es frei, welches Kind Ich für Mich berufe. Dies alles ist einerlei. Mir ist nur darum zu tun, Seelen zu retten, und durch Verdemütigungen kannst du und könnt ihr Seelen retten.

Also, ihr Priester, versteht ihr Mich? Solange die Welt so abwärtsgeht, solange der Strom der Zeit abwärtsfließt, solange die vielen Seelen, die da verlorengehen, nicht anders können gerettet werden als durch Leiden, durch Sühneleiden, durch Verdemütigungen, durch Spott und Hohngerede, selbst von denen, die euch vorstehen und unterstützen sollen, solange werden noch Dinge vorkommen, so ähnlich wie hier bei diesen Meinen Dienerinnen.

Seht, es ist einmal der Fels Petri Meine heilige Kirche, die Ich gegründet und gestiftet habe, es ist nun einmal dieses der Fels, auf den Ich Meine Kirche gebaut, und doch scheint es jahraus, jahrein, als ob es umgekehrt wäre. Ihr seht alle eure Opfer unbelohnt, ihr seht, wie es immer abwärts geht trotz all eurer Mühe und des Gebetes Meiner Kirche. Schon zwölf, ja dreizehn Jahre ermahnt Mein Statthalter in Rom und fordert seine Diener auf zum Gebet, und in erhöhtem Maße zum Gebet, und doch scheint alles verloren, und mit immer mehr Spottreden und Verdemütigungen werdet ihr überhäuft, ihr Diener.

Also, so ist es hier bei Meiner Dienerin! Sie soll und muß den Kreuzweg gehen, den eucharistischen Kreuzweg; sie soll und muß Mich unterstützen in Meinem Beruf; sie soll und muß euch unterstützen in eurem Beruf. Darum lacht und spottet ihr nicht, wenn Dinge vorkommen, worüber die Welt lächelt und spöttelt. Seht nur, die ganze Geschichte Meiner Kirche, Meiner jungfräulichen Braut, ist in ihr verwirklicht. Ihr sollt euch überzeugen von dem, was Ich zu euch spreche, von den Worten, die Ich durch sie an euch richte. Seht, wenn Ich diese Sprache durch einen Gelehrten, durch einen in der Theologie und Dogmatik Unterrichteten und Gelehrten an euch richtete, dann würdet ihr sagen: Ja, er ist gelehrt und diese Sprache hat er aus seiner Glaubenslehre.

So aber richte Ich diese Sprache durch eine arme, ungebildete Frauensperson an euch, die, wenn sie zwei oder drei Sätze mit euch sprechen soll, ein wenig tiefgehend, ein wenig gelehrt, dann errötet sie, weil sie in ihrer Albernheit, in ihrer Einfachheit als einfaches, dummes Landmädchen nicht mehr gelernt hat und versteht.Den Liebesbund will Ich errichten, und alle, die glauben, daß Ich im Allerheiligsten Sakrament des Altares zugegen bin, müssen zu einem Bund zusammentreten, denn Ich wiederhole euch, daß die Zeit gekommen ist, wo Satan mit aller Wucht, mit aller Entschiedenheit, mit aller Energie auftritt in Meiner sichtbaren Schöpfung.

Ich habe es dir an einer anderen Stelle schon einmal erklärt, daß damals, als Satan noch ein Lichtengel war, er von der Gottheit großen Einfluß auf sich vereinte. Er wohnte in einem unzugänglichen Lichte, und das Licht der Gottheit überschattete, überstrahlte ihn in überreichem Maße.

Deswegen hatte er viel hineingeschaut in die Tiefe, in die Abgründe der Gottheit, er hatte viel geschaut in die Pläne der Gottheit, und weil nun die unendliche Barmherzigkeit Gottes und Seine unendliche Liebe die Welt erschaffen wollte, um Sich in ihr zu verherrlichen, um Sich in der Menschheit zu erfreuen, und der Himmel, der nun erschaffen war mit allen seinen Himmelsbewohnern, und diese Geister, die ihm da so ähnlich waren und von Seiner Gottheit so reichlich überschattet waren, daß sie diese arme Menschheit doch weit überstrahlten, denn der Mensch, die zweite Schöpfung, die Gott ähnlich sein sollte, war doch bei weitem schwächer, also nicht so vollkommen wie die erste Schöpfung, weil Ich in gewissem Sinn eine Abstufung erschaffen wollte. Die erste Stufe jener Gottebenbildlichkeit sollten die Engel, die himmlischen Geister sein. Die zweite Stufe Seiner Gottebenbildlichkeit dagegen der Mensch.

Nun aber sollten beide Abstufungen eine Prüfung bestehen, denn sie waren doch beide, obwohl Gott ähnlich, doch nicht wie Er, also nicht Götter wie Gott Selbst. Und da Er die erste Stufe nur prüfen wollte durch die zweite Stufe Seiner Erschaffung, so mußte der Mensch, den Er mit Fleisch umgeben wollte, das Mittel sein, um diese Prüfung zu verwirklichen.

Der Mensch ging aus der Schöpferhand hervor als ein reines Wesen, wie jene Schöpfung, die Mich umgab, aber er war genommen aus der Materie der Erde. Sein Leib war genommen und gehörte demnach dem Schöpfungsteil an, den Ich dereinst wieder in sein Nichts zurückfallen lassen will. Dieses war ein Plan, der in beiden Fällen Meine Gerechtigkeit und Meine Barmherzigkeit befriedigen sollte. Meine Gerechtigkeit, weil der Engel nur ein reiner Geist war, weil er Mich Tag und Nacht schaute, weil er in einem unzugänglichen Lichte wohnte, weil er nicht genommen war aus einer Materie, die da dereinst wieder in ihr Nichts zurückfallen würde, weil er ein reiner Geist war, ganz nach Meinem Ebenbild erschaffen und eingeweiht in Meine Geheimnisse, erschaffen wurde in ungetrübtem Glück, nur geschaffen war zum Lieben und zum Dienen, und wieder zum Lieben und zum Dienen, denn sein Dienst war ihm kein Joch, er bewirkte in ihm die Liebe, und die Liebe bewog ihn zum Dienen; denn er schaute Meine unendliche Schönheit, Meine unendliche Liebenswürdigkeit.

Meine Barmherzigkeit sollte befriedigt werden, indem Ich den Menschen, die zweite Stufe Meiner Erschaffung, mit Fleisch umgab und deswegen, weil er diesen zerbrechlichen Leib mit sich herumträgt, und der genommen ist aus der dereinst in sich zurückfallenden Erde und deswegen hinneigt zu dieser Erde und bedeutend schwächer ist und nicht so rein erschaffen wie jene Geister, die Ich so rein erschaffen und in unzugänglichem Lichte wohnen hieß. Nun sollt ihr wissen, ihr Völker, und besonders ihr Priester, warum jetzt Satan so wütet.

Seht, als er nun die Prüfung nicht bestand, wandte sein ganzer Haß, seine ganze Bosheit, sich den Menschen zu, um dessentwillen er so schrecklich gestraft wurde. Aus Barmherzigkeit und um Meine Gerechtigkeit zu befriedigen, denn Ich muß dies tun, Ich muß als Gott so handeln, gerecht und heilig und barmherzig und liebevoll, so gab Ich ihm einen Teil des Lichtes mit, das er im Himmel in Meiner Nähe, in Meiner Umgebung, besaß.

Er hat noch Licht, aber dieses Licht beschränkt sich nur auf dieses Weltall, auf diese erschaffene Schöpfung, und vieles durchschaut Satan in der Schöpfung. Manchen Menschen kann er deswegen schaden, weil er in gewissem Sinne und eine Zeitlang teilnimmt an Meiner Allwissenheit. Er weiß viel, und er weiß, wenn die Zeit gekommen ist, wo die Welt abgewichen ist, wo sie gottlos geworden ist, daß da Meine jungfräuliche Braut, die heilige Kirche, wenig Einfluß auf diese Menschheit hat und ausüben kann, weil die Menschheit zu gottlos ist: dann, ja dann wähnt er, sein Reich aufzuschlagen und sich dieser Menschheit zu bemächtigen, und dann, wenn er die ganze Menschheit unter seinem Dienst sieht, wähnt er, sich als Gott aufzuwerfen und zu herrschen die ganze Ewigkeit über diese sichtbare Schöpfung.

Dennoch hat Satan dieses Licht nicht überkommen, daß nämlich die Welt einmal in ihr Nichts zurückfällt, auf ewig verschwindet. Dieses Licht hat ihn nicht überkommen. Er glaubt, es komme eine Zeit, wo er aus dieser schrecklichen Qual, in der er sich jetzt befindet, werde befreit sein, und werde seinen Thron aufschlagen über diese zweite Schöpfung und so herrschen neben Mir durch die ganze Ewigkeit, Mir gleich, denn listig, wie er ist, ist er doch ein Geschöpf und hat etwas Dummes an sich, wie die Menschen sich ausdrücken: Dummheit und Verblendung!

Die Zeit ist nun gekommen, wo Satan schrecklich wütet, wo er alles zu verschlingen droht, und wartet nur noch ein paar Jährchen und ihr sollt sehen, wie Satan sein Reich aufschlägt, welche Triumphe die Hölle feiert. Darum heißt es einstehen mit aller Entschiedenheit, einstehen für Meine Rechte.

Du, Meine jungfräuliche Braut, bist tief betrübt, du dauerst Mich, weil du so traurig einhergehst, Ich habe Mitleid mit dir, Ich möchte dir helfen! Du bist tief betrübt wegen deiner Kinder, die du so sehr beweinst, und die du wieder gewinnen möchtest. Ich möchte sie dir alle wieder zuführen, aber siehe, Ich brauche Stützen, Ich brauche Helfer und Gehilfinnen, und diese Stützen und Gehilfinnen sind die treuen Kinder der katholischen Kirche.

Darum auf, liebe Seele, kein Spott, keinen Hohn, keine Verdemütigung sollst du dir ersparen, mit freier Stirn hintreten vor jene, die sich von Mir gewandt. Du aber, o Priester, sollst mit Freimut, mit Löwenmut, hintreten auf die Kanzel.

Ich bitte dich noch, Meine Kleine, diese Abschrift, die Ich heute an euch gerichtet und durch euch an viele, ja an alle richten möchte, die noch an Mich glauben, vor allem Meinem Freund zum Lesen zu bringen, und auch diesen Spott sollst du noch hinnehmen, er soll es durchlesen, gut durchlesen und studieren, er soll danach handeln als ein echter Weltmann, der frei seinen Glauben bekennen will; denn an der Männerwelt, die Ich zu Meiner Fahne stellen will, ist viel gelegen. Er soll es nur lesen, du sollst es ihm in die Hände geben.“

Barbara: „O Herr, wen meinst Du denn eigentlich, N. oder N.?“ (Worauf der Herr sagte, es seien beide.)

„O Herr, was soll ich denn mit Frau S. anfangen? Denn sieh doch, ich richte gar nichts aus, sie läßt sogar vor mir die Türen verschließen. Soll ich denn wieder hingehen?“

Jesus: „Ich habe dir ja in der ganzen Belehrung gesagt, daß du nichts scheuen sollst, kein Gerede, kein Gespötte, keine Bosheit der Hölle, weil sie diese Seele und alle Bewohner in ihren Klauen hat. Durch den Freimut, womit du vor die Mädchen trittst, will Ich diese Seele retten. Ich habe dir Meinen Schutz versprochen, und Ich werde Mein Wort halten, wenn auch nicht alles gelingt in dem Maße, wie ihr meint. Seht auf Meine jungfräuliche Braut. Seht doch, wie sie wartet und wartet, und alles scheint umsonst. Werdet nicht müde, Verdemütigungen und Leiden auf euch zu nehmen. Leiden und Verdemütigungen sind der einzige Weg, der Meine Kirche aufrechterhalten wird.“

Barbara: „O Herr, soll ich denn trotzdem auch immer noch in dieses andere Haus gehen?“

Jesus: „Tue es nur! Der Spott und die Verdemütigung sind deine Ernte. Klein sollt ihr werden, klein in euren Augen, und darum diese Verdemütigungen. Und nun, Meine Kleine, wirst du jetzt zufrieden sein, oder bist du Mir noch böse, weil Ich dir den Streich gespielt? Warum wolltest du Mir heute entfliehen, du arme Kleine, du wolltest Mir entfliehen?“

Barbara: „Ja, mein Jesus! Es ist halt doch noch der Stolz in mir und demütige mich nur, bis ich über alles gleichgültig hinweggehe. Nun aber sehe ich meine Schwester von A. neben mir. Warum denn?“

Jesus: „Ja, weil sie neben dir steht!“

Barbara: „Also ist sie eingereiht in unseren Liebesbund?“

Jesus: „Ja, ja, sie ist eingereiht und auch deine Schwester, aber diejenige, die auch Spott und Unrecht für Mich leidet, wie deine Schwester in A., ist näher bei Mir. Und grüße sie und grüße Mir alle, die in dem Liebesbund stehen, welche die Worte, die Schriften lesen, alle, die nach Mir verlangen, alle, die guten Willens sind!“

Schon seit Juli 1896 baten wir wiederholt den Herrn um die Bekehrung der Frau N., erhielten aber stets eine abschlägige Antwort, wie etwa: „Empfehlet Mir doch lieber die Armen. Seht doch, diese Frau, die alles in Hülle und Fülle genießt und die, anstatt Mir dankbar zu sein, Meine Wohltaten gebraucht, um Mich zu beleidigen.“ Manchmal gab Er auch gar keine Antwort, sondern schüttelte mit dem Kopf: „Nein, nein, nein!“ Vor einiger Zeit aber ließ der Herr die Bemerkung fallen: „Solange noch der Atem ein- und ausgeht, sollt ihr die Hoffnung nicht aufgeben.“

Da dachte N. bei sich, jetzt will ich Ihm mal den guten Willen entgegenbringen und hingehen, wiewohl ich weiß, daß Frau N. mit ihren Mädchen abgemacht hat unter Strafe der Enterbung, jeden die Treppe hinunterzuwerfen, wie sie sagte, der ihr von Gott spreche, weshalb bisher jeder Priester an der Türe abgewiesen wurde. Vielleicht knüpft Gott Seine Gnade an den Besuch, und dann habe ich doch den Trost, nichts versäumt zu haben.

Das erste Mal fügte es Gott, daß Frau N., nichts ahnend, N. mit ihrer Begleiterin als alte Bekannte mit mehr als herzlicher Freude aufnahm, und während ihre Begleiterin sich mit ihrer Haushälterin in einem anderen Zimmer unterhielt, dachte N., wiewohl es ihr leid tat, alles umzustimmen: Jetzt gilt es, jetzt oder nie! Und ging ihr energisch zu Leibe und redete ihr von der Ewigkeit, von der Hölle, dann von der Barmherzigkeit Gottes bis zum letzten Atemzug; von der liebevollen Fürsprache und Macht der lieben Mutter Gottes während fast zwei Stunden mit so eindringlichen Worten, die ihr Gott eingab, daß Frau N. sich öfters die Tränen aus den Augen wischte, und als N. sie fragte, ob sie denn glaube, daß Gott dem größten Sünder sofort verzeihe, wenn er nur einmal aus Herzensgrund sage: Es reut mich, Dich beleidigt zu haben, da sagte sie: „Ja, das glaube ich.“

Als N. dann sagte: „Gott trägt nichts nach, Er ist die Güte Selber,“ sagte sie: „Ja, Er ist die Liebe und Freundlichkeit Selber.“ Als N. ihr erklärte, welch ein Trost in der heiligen Beichte liege, wie dies N. und N., ihre Bekannten, auch erfahren hätten und sie fragte, ob es ihr denn schwer dünke, sagte sie: „Nein, das ist nicht schwer!“, und sie versprach, sich bald mit Gott auszusöhnen. Als N. aber fragte, ob sie ihr einen Priester besorgen solle, sagte sie: „Das will ich selbst besorgen.“

Als N. aber nach sechs Tagen wieder zu ihr kam, war alles anders. Ihr Dutzfreund, Geheimrat N., ein Freimaurer, war bei ihr und hatte ihr die Ewigkeit und Gott wieder ausgeredet und ihr gesagt, sie wollten lieber miteinander in die Hölle. Die Haushälterin sagte gleich: „Frau N. hat die ganze Nacht nach ihrem Besuch nicht geschlafen, sie hat fortwährend geseufzt.“ N. sagte: „Besser ist es, einmal eine Nacht nicht zu schlafen, als in Ewigkeit in Verzweiflung zu liegen.“

Aber die Haushälterin bat N., morgen wieder zu kommen, sie hoffe, es fertigzubringen, daß sie vorgelassen werde. Am anderen Tag sagte die Haushälterin, sie werde aus ihrem Dienste entlassen, wenn sie N. nochmals zu ihr lasse. Frau N. habe gesagt, sie verzichte auf ihre Besuche, sie möge sie mit Ruhe sterben lassen, sie wolle sich nicht bekehren, sie wolle in die Hölle, wo Musik wäre, und wo überhaupt der Himmel wäre!

Trotzdem schickte der liebe Heiland N. wieder hin, wiewohl Frau N. jedes Mal um diese Stunde die Türe schließen ließ, aus Furcht, sie käme herein. N. ging auf Wunsch des Herrn täglich hin unter großen Ängsten wegen des Freimaurers N., der täglich kam, und ließ ihr sagen: „Wenn Frau N. auch auf ihre Besuche verzichte, so verzichte N. nicht so leicht und schnell auf ihr ewiges Glück, der Himmel sei, wo Gott sei. Die sechzig Millionen Märtyrer der heiligen Kirche seien auch keine Esel gewesen, darunter habe es königliches und fürstliches Blut gegeben und größere Männer als ihr Freund N., wie ein Kanzler Thomas Morus; und noch zu unserer Zeit habe es gescheitere Ärzte gegeben, wie Pasteur und Récamier, die sich anders für die Ewigkeit vorgesehen hätten wie N. und dergleichen.“

Und weil N. mit ihr nicht reden konnte, so sprach sie um so energischer den Mädchen zu und brachte ihnen auch jedesmal kleine Geschenke mit, um mit der sinnlichen Gabe die übersinnliche anzubringen. Als N. darauf wiederkam, bestanden die Mädchen wieder darauf, N. nicht vorlassen zu dürfen, sagten aber, daß Frau N. bereits gestern nach ihrem Besuch, wiewohl sie wieder die Türe verschlossen hatte, angefangen habe, ganz laut, ohne sich zu schämen, das Vaterunser und das Ave Maria zu beten.

Als N. Tags darauf wiederkam, sagten die Mädchen, der Geheimrat habe sie beide hereingerufen und gesagt: „Sagen Sie Frl. N., sie möge die Frau mit Ruhe sterben lassen, und ich käme selbst zu ihr und wolle es ihr sagen.„ Da sagte N.: „Sagen Sie ihm, er solle nur kommen, ich wäre ihm gewachsen, ich werde ihm die Lektionen lesen.“

Er kam aber nicht. So energisch mußte N. auftreten, um den Mädchen Mut zu machen, die aus Angst vor ihm keine Priester rufen ließen, denn, sagten sie, er würde uns bei den Ohren nehmen und die Treppe hinunterwerfen.

Endlich fügte es Gott an einem Freitag, daß der Freimaurer in ein Kurbad reiste, und am Morgen seiner Abreise noch, als Frau N. schwächer wurde, riefen die Mädchen den hochwürdigen Herrn Pfarrer. Sie bekam zunächst die heilige Ölung, weil die Schwäche zu groß war, und als mittags die Schwäche nachließ, konnte sie auch beichten. Nach der Beichte sagte Frau N. selbst zu den Mädchen: „Betet, betet,“ und sie fing selbst an, das „Gegrüßet seist Du Maria„ zu beten, und so mußten es ihr die Mädchen an die neunzig Mal vorbeten, und wenn sie am Ende waren, fing sie selbst wieder an. In der Nacht befiel sie ein Schlaganfall und sie konnte nur noch gebrochen sprechen. Die Mädchen flüsterten ihr von da an von Zeit zu Zeit Akte der Reue zu, und so lebte sie noch vom Freitag bis zum Dienstag und starb im Gebet. Während der heiligen Wandlung am Freitag erschien sie Barbara; sehr, sehr traurig, arm und alt eingeschrumpft aussehend, und es wurde Barbara gesagt, daß dieses Aussehen deren große Armut bedeute.

Jesus: „Weil sie sich nur bekehrt hat aus Furcht vor der Hölle allein, so muß sie Meine Gerechtigkeit fühlen. Wenn sie aus Liebe zu Mir ihre Sünden bereut und den Tod hingenommen hätte zur Buße dafür, so hätte Ich sie begnadigt und all ihrer Sünden nicht gedacht.“

Einige Tage darauf begegnete N. eines der Mädchen und sagte: „Fräulein, wenn Sie nicht immer wieder gekommen wären und hätten uns so aufgeklärt und Mut gemacht, so hätte ich nie und nimmer den Mut gehabt, hinter dem Rücken meiner Schwester den Herrn Pfarrer zu rufen. Denn manche Träne habe ich schon geweint, wenn ich meine Schwester sagen hörte, ich will mit Frau N. in die Hölle gehen.“

Letztere war nämlich sehr ungläubig. Daraus erkannte N., daß der liebe Heiland nicht umsonst gesagt, N. solle hingehen, obwohl sie verschlossene Türen vorfand. Aber auch das andere Mädchen, das sehr gelitten hatte durch die ungläubige Umgebung, so daß es keine Kirche mehr besuchte, sagte mir: „Es gibt doch einen Gott, denn sonst hätte Frau N. nicht fortwährend gerufen, ach Gott, ach Gott, und gebetet. Ich will aber jetzt eine gute Generalbeichte ablegen und Gott wieder dienen, wie es früher war.“

Die beiden Mädchen waren nur so eingeschüchtert, weil Frau N. und der Geheimrat ihnen eingeschärft hatten, sie würden von der Erbschaftsliste gestrichen, wenn sie einen Priester rufen ließen. Frau N. hatte an vierzig bis fünfzig Jahre nicht mehr gebeichtet und keine religiösen Pflichten mehr erfüllt und alle Priester, die zu ihr kommen wollten, fortgeschickt.

180 Großes Gebet in der St.-Ignatius-Kirche 1897

„Die Sünden derjenigen, die ihr Meinem Herzen zuführen sollt, müßt ihr büßen.“

Barbara: „Mein Jesus! Du Bräutigam meiner Seele! Ich bete Dich an aus dem tiefsten Abgrund meines Nichts. Ich danke Dir für alle Gnaden und Wohltaten, besonders aber für die Beschämungen und Verdemütigungen, die Du mir in diesen Tagen zugeschickt. Ich bitte Dich, o Herr, laß nicht zu, daß ich dem bösen Feind nachgebe, der mich zum Kleinmut verleiten will. Nicht wahr, Du bist es und kein anderer Geist? Wo soll ich mich hinwenden, um es zu erfahren? Wenn Du mir nicht beistehst, so muß ich verzagen. O ich arme, kleine und armselige Sünderin, ich hätte doch vielleicht besser getan, Deiner ersten Einsprechung nicht zu folgen, Deiner ersten Stimme kein Gehör zu geben, die mich berief, mich noch inniger an Dich anzuschließen.“

Jesus: „Meine Tochter! Siehe, Ich verzeihe dir alle die verzagten Ausdrücke, die du diese Tage Mir vorbrachtest. Ich weiß ja, wie armselig der Mensch ist, Ich kenne die Menschenseele, Ich kenne auch die deinige. Ich kenne auch deinen guten Willen, und darauf kommt es an. Ich weiß, daß du Mich liebst, und zwar ohne Gefühl, und dies ist eine harte Prüfung für den sinnlichen Menschen. Aber siehe, Meine Tochter, Meine Braut, diese Tage müssen kommen; denn die Ferienzeit ist vorüber, die Brautreise ist durch, du bist jetzt eingetreten in den geistigen Ehestand, du sollst Mir jetzt Kinder gewinnen, geistige Kinder.

Und nicht nur du, sondern alle, die sich im Geist mit Mir vereinigen, Priester und Laien, deine beiden Mitschwestern, und alle deine Bekannten, die darum wissen, alle, die sich an dem Liebesbund beteiligen wollen. Und da kommen gar trübe Tage über eine solche Hausfrau, die da im Tagesgeschäft steht und überall Ordnung halten soll.

Siehe, was nützt es Mir, mit den Menschen Mich zu vereinigen, mit ihnen zu liebkosen, sie an Mich zu ziehen, um nur sie mit Tröstungen zu überhäufen? Was nützt es Mir und was nützt es diesen Seelen? Mein Gewinn ist, wenn diese Seele für Mich leidet, wenn sie die Last und Hitze des Tages auch für Mich trägt, und der Gewinn der Seele ist es, wenn sie Mich auch da liebt, wo Ich zuschlage, wenn sie Mir auch da treu bleibt und Mir nicht den Rücken kehrt, wo es scheint, daß Ich Mich von ihr abgewandt.

Du hast Mir diesen Morgen in der heiligen Kommunion gesagt, du seiest noch keine Sklavin, du seiest nur die Magd einer Sklavin und habest dir zu viel eingebildet und dich vorgedrängt, es sei deine Schuld. Es tat Mir leid, dich so betrübt zu sehen, aber siehe, dieses alles mußte so kommen, um deine Liebe auf die Probe zu stellen, und, obwohl es Mir weh tut, so mit den treuesten Kindern Meines Herzens zu verfahren, so ist es nur die Liebe, die erfinderische Liebe, die so verfährt mit ihren Kindern, mit ihren Bräuten.

Das ist noch nicht das Kreuz, woran du sterben sollst, noch nicht, wie Mein Diener dir sagte. Er hat recht, die am nächsten stehen, können einem tiefere Wunden schlagen als jene, welche weiter entfernt sind.

Aber was ist das Leiden von außen her, gegen das Leiden in sich selbst. So weit der Himmel von der Erde, so tief die Kluft zwischen den Seelenleiden, die im Herzen vor sich gehen, und Leiden, die von außen kommen, als da sind Krankheiten, Verfolgungen, Unterdrückungen, Verachtungen; alles das sind Kleinigkeiten, wenn Ich in der Seele bin und mit ihrem Herzen verkehre.

Wenn aber die Seele Mich sucht und so weit gekommen ist, daß sie Mich nicht einmal mehr suchen kann, weil sie glaubt, daß sie über Abgründe wandle, die sie jeden Augenblick zu verschlingen drohen, das sind Leiden, die Ich nur Meinen treuesten Kindern sende, denn die ganze Welt würde Mich verlassen, würde Mir untreu werden, wenn Ich alle Menschen gleich behandeln wollte.

Seht, Meine Kinder, Ich habe euch zusammengeführt und den Liebesbund gegründet; ihr seid die Fundamente, an euch sollen sich alle anschließen, Priester und Laien, Reiche und Arme.

Darum sollt ihr aber auch nicht wanken, da Ich es doch bin, Der zu euch spricht durch dieses Sprachrohr, und da ihr mehr Gnade habt als andere, darum muß Ich mit euch auf härtere Weise verfahren. So wie ihr angefangen, hier in Mainz, so ganz im stillen vereint mit dem Priestertum und doch so, daß niemand von der Außenwelt ahnt, wie sich die Sachen ereignen und entwickeln, so soll der ganze Liebesbund sich ausbreiten auf diesem Fundament. Entschieden mit Freimut sollt ihr hintreten vor die armen Sünder, die da gerettet werden sollen. Und, wenn ihr dies alles getan, wo bleibt aber dann der Stoff, die Materie, die Meine Gerechtigkeit versöhnen soll?

Dieser Stoff, diese Materie, seid ihr. An euch muß Ich Mich wenden. Und die Sünden derjenigen, die ihr Meinem Herzen zuführen sollt, müßt ihr büßen, denn Ich bin eingegangen zu Meinem Vater, und obwohl Ich Ihm Tag für Tag Sühne leiste auf euren Altären, so bin Ich doch der sinnlichen Welt entrückt. Obwohl Ich mit Gottheit und Menschheit unter euch weile, so bin Ich doch nicht mehr leidensfähig, also kann Ich die menschlichen Leiden, die Ich erdulden wollte, als Ich unter euch weilte, die da sind Ängste, Betrübnisse, Hoffnungslosigkeit, nicht mehr aushalten, und Ich muß Mich an solche wenden, die mit Mir vereinigt den Weg gehen, den Ich gewandelt bin und so Meiner Gerechtigkeit Genugtuung leisten durch euch.

Ihr Priester, zweifelt nicht an der Echtheit des Verkehrs zwischen Mir und diesen Meinen Dienerinnen, denn seht, ihr braucht keine Angst zu haben, daß da noch Übermut vorherrschen kann, wo Ich Selbst Meine Hand im Spiel habe, Ich Selbst werde sorgen für den Übermut. Laßt nur ruhig geschehen, was geschieht, nehmt hin, was Ich durch sie zu euch gelangen lasse. Ich werde dafür sorgen, daß kein stolzer Gedanke da aufkommen kann, wo Ich Selbst sie demütige.

Nun aber wende Ich Mich an euch. Vor allem danke Ich euch, ihr, Meine tapferen Helden, nur mutig in den Kampf! Seht, wenn ihr so tut, wie Ich letzthin schon angegeben, daß ihr euch haltet mit den Lehrern, mit den Erzieherinnen der Kinder, vielmehr, weil doch die Lehrer, weil dem männlichen Geschlecht angehörend, vom Unglauben angesteckt und in den Strudel des Zeitgeistes mehr mit fortgerissen sind, so wendet euch an jene Erzieherinnen, die Ich euch bezeichnet.

Denn die Welt ist ja so überflutet mit Lehrerinnen, und dieses Geschlecht ist eher zu bearbeiten als jenes, dem ihr selbst angehört. Überall, wenn auch nicht immer, haben sie die größte Anlage zur Frömmigkeit und so ist es auch, daß, wenn ein Priester ein wenig nur solchen schmeichelt, er sie leicht nach und nach auf bessere Gesinnungen hinlenken kann. Und seht, was solche Erzieherinnen für eine Macht ausüben können in ihrem Beruf, welch einen Einfluß sie haben über die jugendlichen Herzen. Das habt ihr heute gesehen in der St.-Ignatius-Kirche, wer nur die Augen ein wenig auftun und nachdenken wollte.

Wie war Mein Herz so befriedigt, als Ich dieses kleine Völklein um Mich sah in so großer Ruhe und Gemessenheit, wenn auch das Gebet zerstreut war. Aber die Haltung dieser Kinder selbst ist Gebet, weil es zu Mir um Versöhnung schreit für jene ruchlosen Eltern, die anstatt ihre Kinder Mir zuzuführen, dieselben noch abhalten von Mir.

Nur vorwärts N., tue, wie du gesagt und wie Ich dir zustimme darin, und sage jener Lehrerin in B. einen herzlichen Gruß von Mir. Ich lobe ihren Eifer und ihre Treue, womit das Samenkorn, das Ich in ihr empfängliches Herz gelegt und das sie so gut durch ihre treue Mitwirkung benutzt und Frucht bringen ließ, daß sie so treu arbeitet, sie soll nur fortfahren und bei ihren Brüdern und überall, wo sie guten Willen, gute Kolleginnen findet, desgleichen tun; so wird das Senfkörnlein nach und nach wie ein Sauerteig Meine ganze Kirche durchsäuern und aufwachsen zu einem großen Baum. Kein Hinterpförtchen, nichts in eurem Herzen! Seht zurück auf Mein Leben. Seht, immer und immer wieder gebe Ich euch das Evangelium in die Hand und sage, ihr seid ja ein anderer Christus! Darum folgt Mir nach und höret die Räte, die Ich euch gebe.

Seht, als Ich das Volk belehrte, als Ich persönlich unter euch weilte, wer war wohl am glücklichsten? Jenes Weib, das da offen mit deutlich vernehmbarer Stimme, so daß es weithin schallte, offen mit Glauben bekannte: ‚Selig der Leib, der Dich getragen!‘, oder jene stolzen Pharisäer, die da Meine Weisheit bestaunen mußten, denn das konnten sie sich nicht verhehlen, sie gingen Tag für Tag zusammen und lispelten sich in die Ohren: ‚Eine merkwürdige Erscheinung, dieser da, eine merkwürdige Erscheinung! Wo hat Er wohl die Weisheit her, wo hat Er wohl den Einfluß her, den Er ausübt auf alle Herzen?‘ Ja, das lispelten sie sich in die Ohren. Aber dann war doch ihr Stolz zu groß, als daß sie sich hätten beugen mögen der Macht, die da ausströmte aus Meinem Mund.

Du aber, Meine Tochter, wenn du hinkommst zu dieser Frau, die dich da einladet, und die gar sehr bedrängt und betrübt ist um ihres Mannes willen (Protestant, der bei einem Brand ums Leben kam), sage ihr nur, daß Ich ihrem Mann, obgleich er nicht Meiner Kirche angehörte, doch ein gnädiger Richter war und sein werde, denn er war ein braver Mann, wenn auch nicht ein braver, frommer Christ. Sie aber, diese Frau soll mit ihren Angehörigen sich an Mich anschließen und erfahren, wie gut Ich bin; dann will Ich ihren Mann recht bald an einen glückseligen Ort führen.

Ihr alle aber, Meine Kinder, harrt aus in allen den Dingen, die da über euch ergehen werden. Seht, das sind die Prüfsteine, die Ich hineinsenke, das ist das Senkeisen, womit Ich abwäge, wie tief der Stolz in euch gewurzelt und wie er schon aus eurem Herzen herausgearbeitet. Wenn ihr trotz aller Verdemütigungen, die Ich über euch schicke, ruhig weitergeht, ist es ein Zeichen, daß der Stolz nicht mehr so tief ist. Stolz habt ihr noch alle, und Ich habe dir gestern gesagt, daß Ich sorgen muß, daß du dir nichts aneignest.

Denn alle Ehre, welche die Menschen der ganzen Welt Mir darbringen, wenn sie auch alles aufböten, ist nichts im Vergleich zu der Ehre, die Ich Meinem himmlischen Vater erzeige, wenn Ich Mich so tief demütige und zu einem so armseligen Geschöpf Mich herablasse wie du es bist, wie ihr es seid, ihr alle! Und ein einziger Akt dieser Ehre, den Ich damit Meinem himmlischen Vater erweise durch die Verdemütigungen, denen Ich Mich dadurch unterziehe, wiegt die Ehre der ganzen Welt und aller Menschen auf, weil sie eine unendliche Ehre ist; eine unendliche Ehre, die Ich dadurch Meinem Vater beweise.

Nun aber ist der armselige Mensch doch gar so tief gewurzelt im Stolz, und ihr alle, ihr alle, die ihr es leset, auch wenn ihr euch im letzten Winkel der Erde befindet, wo diese Schriften hindringen, ihr alle steckt im selben Fleische, ihr alle seid Eva-Kinder, aus Evas Schoß hervorgegangen.“

181 Montag des Großen Gebetes in N. 1897

„Nicht wahr, du sagst Mir nicht mehr: ‚Ich kann nicht’“

Jesus: „Du aber, Mein Freund, du armer, gedrückter Freund, du Liebling Meines Herzens, siehe, Ich kann es dir nicht ersparen, du mußt, wie Meine kleine Dienerin, diesen Druck auf dir lasten sehen; denn du gehörst dem Liebesbund an. Du sollst der Begründer sein, ein Fundament, auf dem Ich aufbauen will. Du wirst nicht aus N. kommen, aber du mußt dem Kleinmut nicht gar zu sehr nachgeben, du mußt dem Dämon die Stirne freier bieten und nicht so vor ihm herkriechen.

Wenn du mit den Brüdern hie und da offen sprechen würdest, wenn Ich einmal einen lichten Sonnenstrahl in die Wolke deines Herzens einsenke, dann mußt du diesen Strahl benutzen und deine Brüder aufheitern. Denn es fehlt in diesem Haus an einer Seele, die nach allen Seiten hin einen Spiegel abgibt, einen Spiegel im Leiden und einen Spiegel in der Freude.

Du aber, Mein Freund, wenn es anders geworden ist – merke es dir – du sollst dafür sorgen, daß es unter deinen Brüdern eine Zeit der Freude, eine Zeit der Erholung und eine Zeit des Gebetes und der Trauer, wie überall, geben soll, und dann sollst du nur ruhig, nur ruhig ertragen, was Ich über dich kommen lasse. Mehr verlange Ich nicht von dir, als daß du dich mit gutem Willen Mir hingibst.

Es ist die Zeit, wo noch niemals, seitdem die Welt steht, die Menschheit so gottlos gewesen ist, wie sie jetzt ist. Darum kann Ich Meine liebsten Kinder nicht schonen. Der strafende Arm Meiner Gerechtigkeit ist ausgespannt und schwebt über den Völkern und droht, sie zu vernichten, ja, er lastet schon auf ihnen. Wer soll ihn aufhalten? Wie kann Ich da, wo Ich euch zurufe, Tag für Tag, Woche um Woche: ‚Sühne, Sühne, Sünder sollt ihr Mir zuführen‘, wie kann Ich da anders, als euch mit Leiden heimsuchen? Denn in Freuden kann man nicht sühnen. Freuden genießen und Sühne leisten ist ein Widerspruch.

Ich bitte dich, Mein Freund, sage Mir doch das eine Wort nicht mehr: ‚Ich kann das nicht ertragen!‘ Siehe, du kannst, wenn du willst. Hier hast du eine Mitgenossin; sie wird dich nicht viel belästigen, aber wenn sie zu dir kommt, niedergebeugt, und du kannst sie nicht aufrichten, weil dein Herz zu schwer in sich selbst niedergeschmettert ist, dann geht sie zu Mir und sagt: ‚Ja, ich kann es, ich will dies Leiden tragen‘. Verlange Ich denn zuviel von dir?

Siehe, nie wirst du verhungern, nie nackt gehen. Wie Ich die Lilien des Feldes kleide und die Sperlinge auf dem Dach ernähre, so werde Ich auch dir für Nahrung und Kleidung sorgen. Aber was Ich von dir verlange, wo Ich dich hingestellt, da erfülle nur Meinen Willen. Nicht wahr, du sagst Mir nicht mehr: ‚Ich kann nicht‘, Mein Freund, Mein Bruder, Mein Gleichgesinnter? Ich habe dir so viele Seelen unter deine Leitung gestellt, Ich habe dir einen so starken Arm gegeben, du hast die Besseren in der Stadt, worauf du großen Einfluß ausüben kannst, wenn du deinen Kleinmut niederlegst, wenn du Mir sagst: ‚Ja, Herr, ich kann es, ich will Dir folgen.‘

Aber sieh doch, Mein Freund, wie diese Stadt darniederliegt, wie viele Seelen in der Stadt sind, die Mich nicht mehr kennen, trotz all der Liebe Meinerseits, trotz all Meiner Liebe, die Ich durch gute Priester und Seelen ausübe und an sie ergehen lasse, und doch bleiben sie taub, blind und stumm.

Wie sollen sie gerettet werden, wie soll Ich sie retten, wenn du mit N. ein Fundament im Liebesbund sein sollst und doch so kleinlich dich benimmst? Seelen, Seelen sollst du retten, und du wirst staunen, wenn du ausharrst. Doch das alles siehst du nicht, weil es finster ist in deiner Seele; eben hast du Mitternacht, und du siehst nichts mehr als den Abgrund. Wenn aber einmal die Morgendämmerung angebrochen ist, dann sollst du sehen, wie sie die Mitternacht verscheucht, daß dein Herz erleichtert aufatmet und du wachsen wirst bis zum vollen Tag.

Also, Hand aufs Herz, Mein Freund! Und gehe heute noch vor Meinen Tabernakel hin und versprich Mir, daß du Mir folgen wirst, daß du ausharren wirst in der Trübsal. Siehe, Mein Freund, Ich kann nicht anders.

So weh es Mir auch tut, Meine liebsten Kinder müssen harte Wege gehen, harte Prüfungen durchmachen. Wofür soll Ich sie belohnen, wenn Ich sie nicht erst prüfe, ihre Treue prüfe. Erhält denn der Soldat, der jahrein, jahraus die Tapferkeit preist, die er seinem Herrn und König entgegenbringen soll, erhält er den Siegespreis, wenn er zur Zeit, wo der König ihn in den Kampf hineinschickt, ruhig sitzen bleibt und seinem König Lobsprüche spendet? Gewiss nicht! Er muß sich zuerst den Preis verdienen, indem er zeigt, daß er wirklich ein Soldat ist, daß er für seinen Herrn in den Tod geht. Das bist du, und das seid ihr alle, die ihr Mir treu dienen wollt, zusammenstehen wollt unter der Fahne des Kreuzes. Zuerst müßt ihr in den Kampf hinein. Angekommen bist du in der Mitternacht, dann kommt die Morgendämmerung, es fängt an zu dämmern, und das Licht wächst bis zum vollen Tag, und der Siegeskranz ist euch gewiß!“

182 Großes Gebet am zweiten Freitag im Juli 1897

„Daß die wahre Liebe in geduldigem Ertragen der Leiden besteht“

Lied: Aus Lieb verwundeter Jesu ...

Barbara: „O mein Jesus! Du Bräutigam meiner Seele! Wie jubelt mein Herz, wenn ich an Dich denke, wenn ich so betrachte, wie unendlich gut Du bist. Was soll denn das bedeuten? Und ich sehe ein Feuermeer, einen Glanz, nicht zu beschreiben. Nein, dieses Auge, dieses menschliche Auge ist viel zu schwach, aber das Auge, das da geschaffen ist wie das Deinige, o Herr, das kann ohne Schaden es sehen.

Ein Lichtglanz geht von Ihm aus und in einem Freudenmeer schwimmt Sein Herz, daß Sein Antlitz davon erleuchtet und ganz übergossen ist, die Freude strahlt auf Seinem Angesicht. Seine Züge sind nicht ernst wie sonst, sie atmen nur Freude und Liebe. O Herr, ich danke Dir für dieses Glück. Nicht wahr, es soll mir einigen Ersatz bieten, weil ich so viel opfern mußte diese Woche? O mein Jesus! Wäre auch alles Täuschung, Leiden kann nie Täuschung sein, und siehe, ich leide um Deinetwillen und für Dich, so hätte ich mich selbst betrogen und getäuscht, o Herr. Nein ich kann es nicht glauben, denn dann wäre ja mein ganzes Leben ein Betrug, und von frühester Jugend an hätte ich mich getäuscht, und alle Leiden hätte ich mir selbst gemacht.

Denn ich bin schon seit meinem fünfundzwanzigsten Lebensjahr krank, so daß neun Kapläne in meinem Haus mich versehen und mir die heiligen Sakramente bringen mußten. So hätte ich mich also auch dazu verstellt, nein, gelt, das ist nicht möglich, ein ganzes Menschenalter hindurch sich verstellen und auch noch so dumm verstellen, daß man nichts hat als Leiden?“

Jesus: „Meine Tochter! Du hast das richtige Wort gesprochen diese Woche. Du hast Mir am Dienstag in der Kirche vorgehalten, du seiest die Magd einer Sklavin, und du habest dich doch eigenmächtig vorgedrängt und dich Mir aufdrängen wollen, aber weil du nur die Magd einer Sklavin seiest, habe Ich dich nicht angenommen, und weil du es nicht eher erkannt hättest, bis jetzt, wo Ich dich Selbst überführt, so wollest du zurücktreten und wie eine arme Magd nichts Besseres erwarten. Siehe, etwas hast du erraten, du bist die Magd einer Sklavin, aber die Sklavin, der du dienst, ist die Liebe zu Mir, die Liebe zu Mir ist die Sklavin, bei der du im Dienste stehst, also dein Leib und deine Seele hast du dieser Sklavin verkauft und unterworfen, und diese Sklavin dient Mir.

Wenn Ich dich nun wegschicke, obwohl Ich dir etwas gesagt und es gutgeheißen habe, um das du Mich anhieltest, dann muß es dir gleichgültig sein. Und wenn Ich nun Mein Wort zurücknehme und dir nur das Gegenteil von dem gebe, was Ich dir versprochen, dann bist du ja nur die Magd einer Sklavin, dann ist ja alles gut.

Siehe, das ist die höchste Stufe des Prüfsteines, des Senkeisens, womit Ich Meine treuesten Kinder prüfe. Verstehst du Mich, Meine Tochter? Eine Seele, die mit ihrem ganzen Wesen, mit ihrer Seele und all ihren Kräften, mit ihrem Herzen und all seinen Neigungen, mit ihrem Leib und seinen fünf Sinnen, sich Mir geschenkt, wie du es schon hunderttausendmal getan hast, die liebt Mich, die liebt Mich leidenschaftlich, und diese Liebe ist das Edelste, was ein Mensch Mir hier auf Erden entgegenbringen kann. Wenn nur der Mensch sich in allem dieser Liebe unterwirft in allen Wechselfällen des Lebens, womit Ich nun einmal den Weg eines Menschen besät habe, wenn er nicht abweicht vom rechten Weg, auch wenn Ich ihn mit harten Prüfungen heimsuche in zeitlichen und ewigen Dingen, ja, wenn Ich Mich ihm mitgeteilt und er schon eine gute Weile mit Mir eingegangen ist in die Geheimnisse Meines Herzens, die Ich nur denjenigen erschließe, denen Ich sie erschließen will, und Ich plötzlich dieses wieder umwende dieses Blatt und Mich stelle, als sei Ich in dieser Seele noch nie gewesen. Das sind lauter Kunstgriffe Meines Herzens, womit Ich Meine Auserwählten prüfe.

Wenn die Seele auch dies in Geduld erträgt, wo Ich ihr, anstatt die Seele zu befördern, die sie durch Meine Geheimnisse, die Ich ihr kundgab, befördern wollte und zur Gewißheit und zur Überzeugung Meines Daseins überführen wollte, und die Seele dann selbst in Verwirrung gerät, weil Ich nicht Wort gehalten, ja, sage Ich, wenn sie dann doch ruhig weitergeht und alles über sich ergehen läßt, all die verschiedenen Meinungen der Menschen, an die Meine Botschaften gerichtet sind, oder an die Meine Botschaften dringen, ja dann ist dies ein Zeichen, daß sie die Magd Meiner Sklavin, die Magd Meiner Liebe ist; sie steht im Dienste Meiner Liebe.

Siehe, genießen und sich erfreuen, das wollen alle Menschen, und wenn der Liebesbund, den Ich errichten will, und dem alle treuen Katholiken beitreten sollen, mit lauter Freude und Genießen gegründet und aufgerichtet werden könnte, so daß diejenigen, die sich anschließen, alles in Erfüllung gehen sähen, wenn es auch nur heilige und fromme Wünsche sind, dann würden alle Christen sich beteiligen, dann würden in kurzer Zeit alle kommen, alle glauben, alle sich anschließen. Das ist es aber, was Ich die Menschen lehren will, daß die wahre Liebe in geduldigem Ertragen der Leiden besteht, und das ist es, warum Ich dir manches abschlage, manches nicht erfülle, was Ich dir versprochen habe in einer heiligen Stunde, damit alle Menschen lernen sollen, sich Meinem Willen zu fügen, und auch du nichts mehr begehren, nichts mehr suchen sollst, nicht rechts und nicht links, was diese oder jene davon halten, ob dieser oder jener Geist es dir eingeben könne. Du sollst und mußt von Herzensgrund sagen und bekennen: ‚Herr, Dein Wille geschehe‘ und nichts weiter, so in deinem zeitlichen wie in deinem ewigen Heil.

Solange du leidest und niedergedrückt bist von allen Seiten, ist nichts zu fürchten, daß du könntest irregeleitet werden, und solange du nichts als verfolgt wirst um dessentwillen, was Ich mit dir rede, kannst du sicher sein, daß du nicht betrogen wirst. Denn die Diener Satans haben Freude und Sicherheit in sich, solange sie Satan dienen. Sie denken nicht nach, sie leben in Saus und Braus, sie sind nicht ängstlich, ob dies oder jenes auch vom rechten Geist sein könne, wenn nur ihre Sinnlichkeit befriedigt ist, wenn nur ihr Stolz geschmeichelt ist, dann ist alles gut.“

Barbara: „O Herr, was soll ich tun? Siehe, die heilige Kirche ist die Mutter der Wahrheit. Du hast uns das Priestertum gegeben, damit wir in allen unseren Bedrängnissen Trost bei ihnen holen können. Nun sagt aber N., er könne es nicht beurteilen, er könne mir keinen Trost geben, und doch bin ich angewiesen, dies von Deinen Dienern zu bekommen. Und wenn ich auch noch so oft höre, daß Du es sein sollst, der mit mir diese Sprache spricht, bin ich immer wieder unruhig, weil ich es bei einem Priester nicht weiß, ob es auch wirklich so ist. Wo soll ich mich hinwenden?“

Jesus: „Ruhig sollst du bleiben, Meine Tochter! Geheimnisvoll ist es schon, wenn es aber einmal nicht mehr geheimnisvoll ist, dann ist eine Seele eingegangen in jenes Reich, wo ihr aufhört zu glauben, wo die Seele unverhüllt schaut. Geheimnisvoll ist Meine ganze heilige Kirche, denn sie ist göttlichen Ursprungs, und alles, was göttlich ist, ist den Menschen geheimnisvoll, sonst wäre es nicht mehr göttlich. Darum, ihr Menschen, auch wenn ihr alle Bücher studiert, auch wenn ihr alle Theologie studiert bis hinauf zum Stuhl Petri, so bleibt euch doch noch etwas Geheimnisvolles. Wenn ihr aber Licht haben wollt, dann verschließt nicht eure Herzen und eure Augen und schaut hinein in den Kern, der darin liegt, und schaut nicht auf die Schale, auch nicht auf die Auswüchse, die hie und da entstehen.

Denn als Ich unter den Menschen wandelte und Meine Lehre Selbst den Menschen vortrug, da verstanden sie Mich nicht, weil sie geheimnisvoll dem menschlichen Wissen gegenübersteht, und selbst diejenigen, die es doch verstehen sollten und die Ich einweihen wollte zu Nachfolgern Meiner Lehre, um Meine Lehre den anderen Völkern zu verkündigen, auch sie standen vor Mir, vor Meinen Worten wie vor einem Geheimnis. Sie verstanden Mich nicht, auch wenn Ich es ihnen noch so oft und wieder und wieder sagte.

Denkt nur daran, wie oft Ich gesagt habe, daß Mein Reich nicht von dieser Welt ist, daß Ich gekommen bin, der Welt den Frieden zu bringen, und wie wenig sie es verstanden, das könnt ihr daraus entnehmen, daß sie bei jeder Gelegenheit sich hervortun wollten, sie stritten um die ersten Plätze, sie stritten um die Ämter. Und wie oft findet ihr in Meinem Evangelium etwas Geheimnisvolles, und doch ist alles so klar für diejenigen, die es üben wollen, so leicht erreichbar, daß jeder, der guten Willens ist und mit Meiner Gnade mitwirken will, zur höchsten Stufe der Glückseligkeit schon hier auf Erden emporsteigen kann.

Habe Ich nicht gesagt, suchet vor allem das Reich Gottes und Seine Gerechtigkeit und alles übrige wird euch hinzugegeben werden? Und doch scheint es, als sei nichts weniger wahr als dieses. Könnte man da nicht meinen, Ich habe der Welt vorgepredigt, Arbeiten und Mühseligkeiten ertragen sei weit hinter dem anderen, das Ich zuerst genannt: Suchet vor allem das Reich Gottes! Und doch ist es so. Wer nur beten wollte und denkt, er könne mich so ernähren, hätte Mein Evangelium so wenig verstanden wie diejenigen, die dir jetzt Vorwürfe machen, wenn etwas nicht so ausfällt, wie Ich ihnen sagen ließ. Wenn der Liebesbund, der sich da in der Welt ausbreiten soll, nur beten wollte und die Mitglieder dieses Bundes nur kommunizieren und alles andere unterlassen, so wäre das ebenso wenig echt wie das, wie Ich früher angegeben. Mit dem Gebet, mit der Arbeit, soll ein gutes Wort, ein gutes Herz und eine starke Schulter verbunden sein. Versteht ihr Mich?

Man muß vieles ertragen können, man muß, wie Meine Luise, wo es gilt, mit Energie auftreten und Opfer verbinden mit dem Wort und mit der Tat. Dann, ja dann, o was könnten Meine Diener nicht alles fertig bringen in der Gesellschaft der Menschen, in ihren Gemeinden, in ihren Klöstern, wenn man mit Freimut bekennen würde, wie gut Ich bin und auch fest daran glaubte, daß es möglich sei, und daß es Mir an Macht nicht fehlte, Meiner Kirche zu Hilfe zu kommen in schweren Zeiten. Nun ja, wie soll Ich ihr und wie will Ich ihr zu Hilfe kommen? Bin Ich denn in einem Palast geboren worden? Habe Ich Mich denn von einem Kaiser Augustus ernähren lassen? Habe Ich als Meine Gesellschaft Mir Fürsten auserwählt? Gewiß nicht!

Seht, Meine Diener, wie unscheinbar, wie geräuschlos, obwohl Ich die ganze Welt unter Meinen Füßen hatte und um der ganzen Schöpfung willen vom Himmel herabstieg, wie geräuschlos Ich es tat, um ja niemand auffällig entgegenzukommen, um ja niemand das Verdienst des Glaubens zu rauben.

Selbst Mein Nährvater hatte wenig Licht von Meinem göttlichen Erscheinen. Im Glauben mußte er leben, und im Glauben mußte er sterben. Nie sah er von Mir wie ein Petrus, ein Jakobus, ein Johannes, einen Tabor. Und hätte Ich dieser Drei nicht bedurft zur Bekräftigung Meiner Gottheit, Ich hätte Mich auch diesen nicht gezeigt. So sehr ist es Mein Wille, daß Ich vor der Menschheit als ein geheimnisvoller Gott stehen will, und so sehr ist es aber auch Meinem Vater daran gelegen, den Menschen das Verdienst des Glaubens nicht zu rauben.

Also, wenn Ich euch nun sage, wie geräuschlos Ich vom Himmel stieg, Ich, der Ich doch gekommen war, die Menschheit nicht nur zu erlösen, sondern auch die Menschheit zur höchsten Stufe der Vollkommenheit emporzuführen und diese arme, gefallene Menschheit, die darniederlag, so daß es eher hätte scheinen können, es sei besser, sie ganz zu vernichten, wenn Ich nun, um niemand das Verdienst des Glaubens zu rauben, Mich verbarg und so vorsichtig Mich hineinsenkte in das arme Menschenherz, warum soll Ich jetzt, da die ganze Menschheit weiß und überzeugt ist, daß Ich einmal auf der Welt erschienen bin und sie jetzt wieder erneuern will, zu einem neuen Glaubensleben zurückführen will, anders verfahren, als Ich das erste Mal tat?

Nun aber sollst du wissen, daß Ich schon sehr zufrieden bin, daß dieses Emporsteigen zu einem neuen Glaubensleben unter den Christen überall anfängt. Warum aber? Weil Meine Diener, obwohl sie es nicht glauben, daß Ich mit dir verkehre, oder wenigstens so tun, als ob sie es nicht glaubten, doch es andererseits auch nicht verhehlen können, nur eben sich nicht mehr ganz trauen, und so flüchten sie sich an Mein Herz. Und vom Eifer und um des Gebetes so vieler Seelen willen, entzündet sich ein neues Licht in ihnen.Dieses Licht lassen sie leuchten und gießen es aus, und so allmählich, wenn auch langsam, entwickelt sich ein ganz neues Glaubensleben unter den Christen, wenigstens in vielen Diözesen, wo man schon davon gesprochen, daß Ich Mich Meinen Geschöpfen mitteile, da entwickelt sich ein regeres Leben, und dies ist es auch, was Ich dir im Anfang gezeigt, warum du Mein Angesicht so leuchten sahest, den Ausfluß Meiner Freude und der Befriedigung Meines Herzens.

Siehe, die guten und braven Christen der Stadt Mainz haben Mich wirklich diese Woche sehr getröstet, und Ich danke all denjenigen, die dazu beigetragen haben. Besonders danke Ich den Priestern, die dafür sorgten, daß die lieben Kleinen Mich so umringten. Werdet nicht mutlos, ihr, Meine Freunde! Glaubet, daß Ich es bin, prüft die Geister, und was gut ist, behaltet. Nichts wird es euch schaden und nichts könnte es auch schaden, auch wenn diese Kleine hier, die Ich Mir erwählt, um Meine Worte an euch zu richten, nicht aushalten würde, was Ich aber nur als Anmerkung hinzusetze, denn sie wird aushalten, auch wenn ihr alle sie verlassen würdet. Sie hat ein Herz, worin sie sich flüchtet, und das ist das treue Jesusherz. Dort findet sie Trost für alle Leiden, wenn ihr auch nicht imstande seid, sie zu trösten.

Ich sage, auch wenn sie wirklich nicht ausharren würde, dann sind die Worte, die Ich durch sie spreche, doch nicht unrecht. Und wenn sie euren Eifer und eure Liebe begeistert, was wollt ihr, was verlangt ihr noch? Und wenn Meine Kinder hören, wie gut Ich bin, wie zufrieden Ich bin, wenn auch das arme, schwache Menschenherz nur noch an Mich denkt, Mir nur noch einen Blick zuwirft, bin Ich, ja dann bin Ich schon bereit, ihm entgegenzukommen.

Seht, wenn das arme Volk hört und weiß, was alles das Leiden einträgt, wie viel leichter wird das Kreuz getragen von denjenigen, die auch nur halbwegs Christen sind. Wenn sie aber hören, daß Ich auch mit ihnen zufrieden bin, daß Ich sie einlade, recht oft zu Meinem Tisch zu kommen, daß Ich niemand zurückstoße, daß Ich auch die Ärmsten aus dem allerletzten Winkel des Dorfes bei Mir und um Mich sehen will, ja, muß das nicht die Liebe entzünden und das arme Volk trösten?

Und so, und nur so wißt ihr und weiß das arme Volk, warum Ich unter ihnen weile – nicht für den hölzernen Tabernakel, der Mich umgibt, nicht für die steinerne Mauer, in die Ich eingeschlossen bin – nein, nein, für dich, du armes Menschenkind, für dich, um dich zu trösten, um dich zu begleiten, an der Hand zu führen ins himmlische Vaterland. Und nun grüße Mir alle Meine Diener in der Stadt M., alle Meine Freunde, besonders N. und N.N., dein armes Schwesterlein in Augsburg, Meine gutes Lieschen, (die nicht anwesend war), alle die Geschwister Meiner Luise, die Lehrerin N. in B. und alle Meine Freunde, wo sie stehen. Grüße sie Mir alle herzlich und sage ihnen, daß Ich sie in Meinen Arm schließe und an Mein Herz drücke, denn sie sind die Boten, die Ich hinaussende unter die armen Menschen, wie die armen Fischer, Meine Apostel vor eintausendneunhundert Jahren.“

Barbara: „O Herr, verleihe doch diesem Studenten die Gnade, daß er die Prüfung besteht, und wenn nicht, daß er Dir doch treu bleibt.“

Jesus: „Er soll nicht zurückgehen, wenn er auch diese Prüfung nicht besteht. Er soll sich an die Priester wenden vom hl. Dominikus.“

183 Letzter Tag des Großen Gebetes 1897

„Daß der Liebesbund alle umschlingen soll, Reich und Arm, Groß und Klein,Weltleute und Klosterleute, Priester und Laien“

Lied: Aus Lieb verwundeter Jesus ...

Barbara: „Hochgelobt und angebetet sei Jesus Christus im Allerheiligsten Sakrament des Altares! Mein Jesus! O meine süße Liebe! Ich danke Dir für alle Gnaden, die ich und alle Menschen von Dir empfangen haben in dieser Woche. Ich sage Dir auch Dank im Namen aller gerechten Seelen und im Namen derer, die Dir keinen Dank sagen, die alles gleichgültig dahingehen ließen und es nicht der Mühe wert hielten, sich zu beteiligen. Tausendmal, o Herr, sei Dir Dank gesagt für alle Gnaden in Vereinigung mit Deiner lieben Mutter, dem heiligen Josef, dem heiligen Franziskus und allen Engeln und Heiligen. Mein Jesus, wie mußt Du Dich gefreut haben hier in der Stadt Mainz, daß Deine Kinder sich so zahlreich beteiligen.“

Jesus: „Meine Tochter! Dies ist es, was Mich noch zum Schluß der Feierlichkeit und zum Schluß des Festes zu euch bringt. Ich möchte euch, wie ein liebender Vater es tut, dessen Kinder sich um ihn versammeln, um ihrem alten Vater mit seinen Kindern eine Freude zu machen, die ein Gastmahl geben und alle in der Familie, groß und klein, einladen und alle, die verzweigt sind in die Familie hinein, um dem Vater eine Freude zu machen für all die Liebe, die er ihnen erwiesen, und der Vater, der da hocherfreut ist, daß seine Mühe nicht ganz verloren ist, die er angewendet, und der zum Schluß des Festes in Dankergüssen sich mitteilt und mit Freudentränen Abschied nimmt, so komme Ich heute abend zu euch, Meine Kinder, freudigen Herzens.

Ja, wenn es möglich wäre, möchte Mein Herz weinen vor Freude, da sich doch Meine Kinder in dieser Woche zahlreich zusammenfanden und Mir so den Tribut der Treue und des Dankes entgegenbrachten. Ja, in Meinem Namen sollt ihr allen Menschen in dieser Stadt Meinen Dank aussprechen. Ich danke all den Gläubigen, den treuen Katholiken, die sich so viel Mühe gaben, Mir Ersatz und Sühne zu leisten für so viele Kinder, die Ich mit ebenso vielen Gnaden überhäufen möchte, die aber kopfschüttelnd vorübergingen, wo Ich doch mit ebenso großer Zärtlichkeit und Liebe sie alle gerne an Mein Herz gedrückt und so empfangen hätte.

Dank besonders den Dienern Meines Herzens, den Priestern dieser Stadt! Ihr könnt wohl sehen, wie sie wetteifernd sich Mühe gaben und alles taten, ein jeder in seiner Pfarrei, um Mir Freude zu machen. Um ihre Herde herbeizulocken, boten sie alles auf, was die Augen der sinnlichen Menschen erfreuen kann, um so von der sinnlichen Freude zur übersinnlichen ihre Kinder, ihre Herde, überzuführen. Es ist recht so, Meine Diener, daß ihr es so tut, und Ich werde es euch zu belohnen wissen in der Herzensfreude, die Ich euch bereiten werde. Niemals wird einem von euch der Gedanke kommen, Mir untreu zu werden, Mich zu verlassen, und dies ist eine der ersten Gnaden, die Ich allen denen zuteil werden lasse, die sich Mühe geben, das Volk um Mich zu versammeln, Mir zuzuführen. Die zweite Gnade, die Ich jenen zuteil werden lasse, die ihre Kinder um Mich sammeln ist, daß Ich sie von Stufe zu Stufe emporführe, emporsteigen lasse zur Vollkommenheit.

Denn Ich habe dir gesagt am letzten Freitag, was denn eigentlich das Wort ‚Sklavin‘ bedeutet, dessen du dich bedienst in deiner Einfalt, um Mir womöglich viele, viele derbe Vorwürfe vorzubringen. Aber diese Worte legte Ich dir in den Mund; Ich Selbst war es, Der es dir eingab, obwohl du den Sinn nicht verstandest, denn Sklave der Liebe sind alle diejenigen, die ihre Freude haben an Mir, dem eucharistischen Gott. Bin Ich ja doch Selbst auch Sklave. Bin Ich nicht gebunden an Händen und Füßen in diesem heiligsten Sakrament? So aber sind alle diejenigen, die ganz sich Mir hingeben, die auch Opfer nicht scheuen, um Mich zu gewinnen, wie du tatest.

Ja, Ich sage: eine Seele, die nach Mir verlangt im Allerheiligsten Sakrament, ist Mein Sklave; denn Ich binde sie mit den Banden der Liebe so fest an Mein Herz, daß alle ihre Seelenkräfte und die Sinne ihres Leibes sich dieser Liebe unterwerfen müssen; sie müssen die Magd dieser Sklavin sein. Darum merkt es euch, ihr Diener! In erster Linie habt ihr es dahin gebracht, daß ihr, wenn ihr eure sinnlichen Neigungen einmal überwunden habt, die da immer das Leichtere, das Bequemere suchen wollen, dann werdet ihr von selbst immer zu Mir euch flüchten; denn eine Seele, die Mich wahrhaft liebt in der heiligen Eucharistie, die hat sich schon überwunden und verleugnet, bin Ich ja doch ein unbekannter Gott, ein verborgener Gott, und darum nicht den Sinnen wahrnehmbarer Gott.

Wer Mich also liebt, wer Mir treu dienen will im heiligsten Sakrament, wer sich an Mich anklammern will, muß schon seine Sinne verleugnet haben, somit ist er schon eine gute Weile auf dem Weg der Vollkommenheit vorgeschritten. Wenn er dann Mich gefunden, will Ich ihn mit Meiner Liebe überhäufen und ihn an Mich ziehen, und so wird es ihm leichter werden, wenn es ein Priester ist, sich Gewalt anzutun, die Bequemlichkeit nicht mehr zu suchen, und so wird ihn von selbst sein Eifer und seine Liebe anspornen, auch andere Mir zuzuführen, und dieses geschah in dieser Woche. Es hat Mich sehr gefreut, Meine Kinder!“

Barbara: „Mein Jesus! Du zeigtest Dich mir vorhin in einem so schönen Lichtglanz. Was bedeutet diese blendend weiße Farbe Deines Gewandes und Dein fröhliches, heiteres Angesicht? Bedeutet es denn etwa, daß Du diese Stadt verschonen willst, obgleich so viele da sind, die Dich beleidigen? Ich verstand es nicht, und ich verstehe es jetzt noch nicht, erschließe mir doch diese Erscheinung.“

Jesus: „Meine Tochter! Siehe, der Eifer und die Liebe Meiner Kinder, wenn alt und jung, groß und klein sich um Mich versammelt, so gibt es einen Austausch von Liebe. Mein Herz strahlt in die Herzen aller, die da zugegen sind, und die Liebe, die da ausgeht aus den Herzen, strahlt wieder in Mein göttliches Herz zurück. Dies hast du gesehen, und das ist der Austausch von Liebe. Das blendend weiße Gewand ist die Unschuld. Die unschuldigen Kinderherzen, wenn sie Mir so zugeführt werden, wie erfreut es Mein Herz!

Wenn das unschuldige Kinderherz Mich umgibt, da erneuert sich die Freude, die Ich bekundete vor Meinen Aposteln, als Ich ein Kindlein in ihre Mitte stellte und ihnen zurief: ‚Wenn ihr nicht werdet wie dieses Kind, so könnt ihr nicht eingehen in das Himmelreich!‘ Der blendende Schimmer, den du um Mich sahst, der Glanz, den du so hell leuchtend gesehen und geglaubt, daß er von Mir ausgeht, hat eine ganz andere Bedeutung. Es ist der Glanz jeder Seele, die da widerstrahlt in Meinem Herzen, denn unter denjenigen, die sich am Großen Gebet beteiligen, sind viele Seelen, die Mich mit feuriger, mit opferfreudiger Liebe lieben, die Mir Sühne und Ersatz leisten für jene Brüder und Schwestern, die es nicht tun, und dies erfreut Mein Herz. Den freudigen Blick und die Freude, die du in Meinen Zügen gesehen, ist die Freude, die sich allen mitteilt, der Widerstrahl Meines Geistes, den Ich ausgieße über alle Meine Kinder.

Darum ist es recht, wenn Meine Diener ihren Schäflein das Joch und die Bürde süß und leicht und angenehm machen; denn es ist so in Wirklichkeit. Habt ihr nicht gesehen, wie das Herz des Armen ebenso freudig pocht und Mir entgegenschlägt wie das Herz des Reichen, den Ich mit zeitlichen Gütern gesegnet habe? Habt ihr nicht gesehen, wie hier um Mich sich alles ausgleicht, wie da alles überbrückt wird, wie das arme Herz ebenso wie das Herz des Reichen sich freut? Seht, das ist die große Gebetsarmee, die Ich so sehnlich wünsche errichtet zu sehen in Meiner Kirche. Das ist das Band, das Ich schlingen will, das da ausgeht aus Meinem Herzen.

Und wie Mein Diener N. am Sonntag seinen Zuhörern das Streben nach Vollkommenheit einprägte, wie er ihnen vortrug, so sollen alle Meine Diener tun. Nicht umsonst sage Ich, nicht umsonst wiederhole Ich es immer und immer wieder, ein Band soll alle umschlingen, das Band der Liebe.

Es ist recht so, wer es kann und wen Ich in den Stand gesetzt, der soll es tun, der soll auch für jene, die nicht können, vor Mir erscheinen; wer aber, und wen Ich in den Stand gesetzt, daß er – wie er glaubt – nicht viel beten, nicht viel sühnen und opfern kann, der soll zufrieden sein mit seinem Stand und tun, was er kann, aber sich anschließen an diese Armee. Zusammentreten sollt ihr zu einem Bund! Und ihr, ihr Meine Diener, und ihr Meine treuesten, liebsten Kinder, ihr sollt mit großmütigem Herzen alle umschlingen, alle umfassen; denn alle sind eure Brüder und Schwestern, keine, auch nicht die Geringsten, sollt ihr ausschließen. Auch ihr, Meine liebsten Kinder, die ihr euch von der Welt zurückgezogen habt, mit großmütigem Herzen sollt ihr alle umschlingen, mit wahrhaft mütterlicher Liebe alle umfassen.

O seht, indem ihr die Kinder der Armen erzieht, die unter eurer Obhut stehen, indem ihr die Kinder belehrt, die in eurer Schule stehen, indem ihr die Wunden der Kranken verbindet, indem ihr diejenigen, die auf Irrwege gegangen, zurückführt zu Meinem göttlichen Herzen, ihr, die ihr am Krankenbett steht, und ihr alle, alle sollt ihr zusammenstehen, ihr sollt nicht denken, o da ist ja alles verloren! Nein, nein, nichts ist verloren! Auch nicht ein einziges Wort, auch nicht ein einziger Akt der Liebe, den ihr euren Brüdern erweiset.

In der ganzen Welt bis zum letzten Winkel der Erde soll die Anbetung und Sühne errichtet werden, soll der Liebesbund sich ausbreiten, und so die große Kluft, die große Spaltung, die da entstanden ist, wieder überbrückt werden durch den Eifer und durch die Liebe Meiner treuen Kinder. Fragt doch nicht mehr, warum Ich euch Verdemütigungen zuschicke. O sagt doch allen Meinen Dienern, warum Ich Meiner jungfräulichen Braut, Meiner heiligen Kirche solche Verdemütigungen schicke. O sagt ihnen, wie Ich dir gesagt am letzten Freitag, wenn Meine Kirche, Meine jungfräuliche Braut ihre Kinder wieder gewinnen will, dann muß sie dieselben mit großen Leiden gewinnen, mit großen Leiden und Verdemütigungen von ihren eigenen Kindern. Und durch die Herzensangst und durch Händeringen und Verzweiflung soll sie ihre Kinder wieder für sich gewinnen. Versteht ihr Mich?

Denn gleich wie Ich in jeder Seele wirke, wie Ich dir schon so oft gesagt habe, daß du den eucharistischen Kreuzweg gehen sollst und daß, wie Ich in dir wirke, wenn ihr einen großen Sünder von Mir verlangt, wie du diese Verdemütigungen hinnehmen mußt unter großer Angst und Unruhe und Finsternis, so Meine jungfräuliche Braut, die heilige Kirche, in den Tagen der Trübsal, wenn sie sieht, wie ihre eigenen Kinder ihrer spotten, wenn sie sieht, wie all ihre Sorgfalt und Mühe vergebens ist, wie ihre Kinder sie nur ausnützen, um sie um so mehr zu betrüben und zu verspotten und zu verachten, und sie trotzdem diese verzweifelte Angst hinnimmt aus Liebe zu Mir und mit Geduld erträgt, so und nur so wird Meine Kirche siegen, indem sie all die Verachtung, all die Verspottung hinnimmt, als ob es nicht gewesen wäre, wieder ihnen nachgeht wie vorher, dahingeht, Segen spendend, Wohltaten spendend.

Aber wenn sie es nicht tut, wie Ich sage, wie Ich angebe durch dich und an vielen Stellen, denn nicht nur hier wirke Ich, Ich wirke jetzt in gar mancher Seele überall in der Welt, Ich sage, wenn sie es nicht durchführt, daß ein Band alle Katholiken umschlingt und so Meine Gerechtigkeit überbrückt wird durch stilles Ertragen der Leiden, durch freudiges Hinnehmen aller Verspottungen, aller Verdemütigungen, dann werden die Strafgerichte um so furchtbarer werden, je weniger Meine treuen Kinder daran glauben und sich um diese Strafgerichte kümmern.

Und damit ihr nicht vergeßt, Meine Kinder, nochmals, warum ihr diese Verdemütigungen hinnehmen sollt, da es scheint, als habe Ich Meiner Wahrhaftigkeit widersprochen, ihr sollt wissen, daß der Liebesbund alle umschlingen soll, reich und arm, groß und klein, Weltleute und Klosterleute, Priester und Laien, und die bedrängte Menschheit möchte überall, wo sie angehalten wird, Mir zu dienen, sich nicht auf Wunder verlassen und auf Wunder beschränken. Dies ist nicht Mein Wille, da die Zeit, Wunder zu wirken, nicht mehr am Platze ist. Wunder, Wunder ist es, wie sich Meine heilige Kirche ausbreitet von Jahrhundert zu Jahrhundert.

Das ist ein großes Wunder, daß sie sich immer weiter und schöner entfaltet am Himmel, von jedermann zu sehen. Dieses ist das eine große Wunder, das alle Menschen schauen sollen, und alle Leiden und Unannehmlichkeiten, womit Ich alle Meine Auserwählten heimsuchen will, sollt ihr ertragen, wie ein jeder sie ertragen muß, wenn er Mein Jünger sein will. Also, die Kleinmut so vieler Menschen soll verhindert werden, weil so vielfach überall in der Welt verlautet, daß einer nicht am rechten Platze steht. Der Ehemann, der Kinder gewinnen will, will sie gewinnen nach seiner Laune; die Ehefrau, die die Kinder gewinnen soll, möchte ihrem Mann Freude machen. Das alles ist nicht Meine Absicht. Das Mädchen, das Ich in die Welt gestellt, möchte im Kloster sein; die Frau, die verstrickt ist im Ehestand und mit ihrem Gatten Kreuz hat, möchte wieder frei sein, und darum überall ein Seufzen in der ganzen Welt, weil niemand zufrieden ist mit seinem Stand.

Die Ich bestimmt habe, anderen zu dienen, die möchten herrschen, und die Herrscher möchten ihre Gewalt gebrauchen, um alle zu unterdrücken. Überall werden Wunder verlangt, weil man das auferlegte Joch abschütteln möchte. Ja, wenn die Ehefrau überall die Laune des Mannes befriedigen will, und wenn der Ehemann alles nach seinem Wunsche haben möchte, und wenn das Mädchen, das Ich bestimmt habe, um in der Welt als jungfräuliche Seele zu strahlen, wo viele Gefahren zu überwinden sind, gerne im Kloster wäre, und diejenigen, die im Kloster sind, gern ihr Joch abwerfen möchten, so soll Ich Wunder wirken.

Aber nicht Wunder will Ich wirken, sondern den Frieden bringen und so das alles in Einklang bringen durch den Liebesbund. Seht, nicht Wunder soll man verlangen, nicht Wunder will Ich wirken, aber den Frieden, den Ich verkündet auf den Fluren von Bethlehem, den will Ich der Welt wieder bringen.

Du armes Mädchen, das Ich hineinstelle mitten in die Welt, ist es dir nicht genug, wenn Ich Meinen Dienern sage, daß sie den Born öffnen sollen, der da fließen soll mitten in dein Herz, daß du den Wein trinken sollst, der da Jungfrauen erzeugt, an Meinem Tische dich laben sollst Tag für Tag? Darum will Ich, daß Meine Diener ihr Volk herbeiführen, damit du die Kraft hast, auch Jungfrau zu bleiben. Dich, den Ich in den Ehestand berief und der Ich dir ein Kreuz aufgeladen, weil du den Himmel zieren sollst mit Bewohnern, der Ich dir starke Schultern gegeben, daß du das Kreuz tragest, das Ich dir auferlegt habe, und daß du nichts wünschen und verlangen sollst, als was Ich dir selbst gebe, und daß du die Kinder für Mich erziehen und das Kreuz tragen sollst, das Ich dir gegeben in deinem Gatten.

Und du Gatte sollst zufrieden sein mit deiner Gattin, daß sie dir helfe, die Kinder zu erziehen, du sollst zu Meinem Tisch gehen, damit du neue Kraft schöpfest, um der Heiligen Familie nachfolgen und beitragen zu können zu dem großen Ziele, das Ich Meiner Kirche gesteckt; denn du sollst Priester werden in deinem Haus und Priesterin unter deinen Kindern, du Mutter!

Du armes Mädchen, du Klosterfrau, du Ordensmann, wo du auch stehst, sollst du Hand in Hand arbeiten am Frieden der Menschen. Versteht ihr Mich, Meine Kinder? Dieses ist es, warum Ich euch Verdemütigungen schicke: Erstens, wie Meine jungfräuliche Braut nichts als Verdemütigungen von ihren eigenen Kindern erleben muß und so ihre Kinder zurückführen muß, so sollt ihr alle arbeiten, daß der Liebesbund sich ausbreite, aber nur durch Verdemütigungen und Leiden wird der Liebesbund sich ausbreiten, um Sünder Mir zuzuführen und Mir Seelen zu gewinnen und Meine heilige Kirche zum Sieg zu führen. Und nun lebt wohl! Noch einmal herzlichen Dank allen denjenigen, die sich beteiligten in dieser Woche.“

Barbara: „Ich danke Dir, o Herr!“ Und ich sehe die liebe Mutter Gottes.

Maria: „Ich habe das Seufzen Meines Dieners gehört. Er verlangt, Seine Mutter möchte wieder einmal Ihre Kinder besuchen. Ja, ja, Ich bin die liebende Mutter, aber wo Mein Sohn schaltet und waltet, da tritt die Mutter zurück; denn Er führt das Hauptregiment, und ihr müßt zufrieden sein, wenn Ich euch unterstützen und euch Beihilfe leisten kann, und das tue Ich gerne. Denn wenn ihr vor Meinem Sohn kniet, wenn ihr im Allerheiligsten Sakrament Ihn empfanget, wenn ihr für die Sünder betet und sühnt, so müßt ihr wissen, daß Ich immer mit euch Mich vereinige; denn das alles ist ja Meine Lieblingstat: Sünder retten, Sünder herbeiführen, Meine Kirche unterstützen, das tue Ich ja gerne.“

Barbara: „O liebe Mutter, ich bitte Dich für meinen Nachbarn aus N. O hilf doch, daß er sich bekehrt.“

Maria: „Ich verspreche dir deinen Nachbarn. Wende dich an die Tochter, sie ist wirklich gut und brav.“

Barbara: „O liebe Mutter, soll ich es ihr denn sagen, was Du mir gesagt?“

Maria: „Ich halte es für jetzt noch nicht ratsam, bete du erst recht, halte sie an zum Gebet, fordere alle deine Freundinnen auf zum Gebet, und nach jeder heiligen Kommunion trage Meinem Sohn diese Bitte vor, und wenn du dann hie und da ein Wörtchen beibringen kannst, da tue es.“

Barbara: „O welche Glückseligkeit! O liebe Mutter! O nimm doch dies arme Fräulein, die eines so martervollen Todes gestorben ist, bald mit Dir. Bitte Deinen Sohn, daß Er ihr Gnade und Barmherzigkeit erzeigt, wenn sie noch zu leiden hat.“

Maria: „Für heute noch nicht.“

184 Dritter Freitag im Juli 1897

„Ich bin nicht nur als Gott, sondern auch als Mensch unter euch“

Lied: O Sünder, mach dich auf ...

Jesus: „Meine Tochter! Siehe, es fällt dir schwer, dich in der Familie von der Arbeit zu trennen, deine Arbeit nicht zu tun. Du möchtest, wie die übrigen, deinen Berufsgeschäften obliegen, und es ist recht von dir, daß du immer tätig sein willst, denn Satan hat nichts lieber als eine müßige Seele, die da bereit ist, all seinen Einflüsterungen zu folgen; denn Müßiggang öffnet dem Feind die Türe, die Türe der Augen, der Ohren, des Mundes. Die Türen sind leicht geöffnet für Satan; durch ein Wort, einen Blick findet er schon Eingang. Wo Menschen müßig stehen, da finden sie ihren Zeitvertreib durch lieblose Reden, um sich zu unterhalten, oder zu schauen und sich umzusehen, ob sie nicht etwas für ihre Neugierde fänden, irgendwie ihren Hochmut zu befriedigen, oder eine sinnliche Neigung zu ergötzen, oder auch, daß sie Neuigkeiten hören wollen und anhören wollen die lieblosen Reden der Menschen.

Das alles ist aber bei dir nicht der Fall, wenn du dich losmachst und, wie andere meinen, dich pflegen möchtest. Nein, Ich verlange diese Stunde für Mich. Es ist kein Müßiggang, wenn du Mir diese Stunde widmest, wo deine Augen, deine Ohren, dein Mund auf Mich gerichtet sind. Da sollst du büßen für die Sünden des Müßiggangs so vieler Menschen; denn sieh, wie dein Mund sich auftut, um Meine Worte nachzusprechen, denn du bist ja nur das Sprachrohr, wodurch Ich zu den Menschen rede, dadurch sollst du büßen die vielen unnützen Reden, selbst von denen, die Mir geweiht sind oder die doch sich vorgenommen haben, Mir zu dienen. Mit dem Anhören Meiner Worte sollst du büßen das Anhören aller derer, die da nur Neuigkeiten hören wollen, um das Herz aufzupfropfen und dann, anstatt sich mit Mir zu unterhalten, sich mit dem zerstreuen, was sie gehört. Mit deinem Blick, der so starr auf Mich geheftet ist, sollst du büßen die sündhaften Blicke. Deshalb halte Ich deine Augen, daß sie dir wehe tun sollen.

Daß du deine Augen vor der Zeit verlierst, das kommt daher, weil ich sie so starr halte, daß sie dir wehe tun; denn erspart soll dir nichts bleiben. Du hast deine sinnliche Natur und diese soll dir bleiben, bis du eingegangen sein wirst in Meine ewige Herrlichkeit, aber durch dieses Blicken, durch das Anschauen Meiner Gegenwart, sollst du büßen die frechen Blicke so vieler Menschen und für die unnützen Blicke so vieler Meiner treuen Kinder, die anstatt nach Mir sich umzusehen, ein gutes Buch zu lesen, die Armen aufzusuchen und ihnen einen barmherzigen Blick zuwerfen, die Blicke nur mißbrauchen, um unnütze Lektüre zu lesen, die da sind: Zeitungen, Unterhaltungsblätter und Romane, wenn sie auch nicht gerade sündhaft sind.

Darum werde nicht mutlos, wenn auch deine Umgebung die Geduld verliert, dann verliere du sie nicht, denn dadurch, daß du Mir immer und immer wieder ein bereitwilliges Herz entgegenbringst, büßest du alle Fehler ab, die du von Woche zu Woche, von Tag zu Tag, von Stunde zu Stunde, begehst; denn du bist ein gar armseliges Werkzeug in Meiner Hand. Aber darum, Meine Kinder, ihr alle, die Ich euch zusammengeführt, und die Ich noch zusammenführen will zu diesem armen Wesen, kommt und sehet, wie wenig Ich verlange, kommt und sehet, damit ihr in der Stunde des Kleinmuts und Verzagtheit euch aufrichten könnt.

Denn eine Seele, die da sich ganz Mir geweiht, die an Mich glaubt, auf Mich hofft und Mich lieben will, fällt am meisten noch in die Fehler des Kleinmuts und der Verzagtheit. Sie gibt dann, weil sie glaubt, daß doch alles umsonst sei, die Hoffnung auf und lebt dann den alten Schlendrian fort. Deshalb habe Ich ein so armseliges Geschöpf erwählt, um den Kleinmut und die Verzagtheit all denjenigen zu nehmen, die da noch guten Willens sind. Ihr aber, Meine Diener, seid zufrieden, wenn eure Herde sich um euch sammelt, tragt ihnen die Süßigkeit Meines Geistes vor, die Süßigkeit Meiner Liebe und Meines Dienstes, aber mit Liebe und Sanftmut; macht sie aufmerksam auf ihre Fehler und Gebrechen, aber mit Milde und mit Schonung.

Als Ich auf Erden wandelte, da versammelten sich um Mich Ehebrecher, Zöllner, Sadduzäer, Pharisäer und alle Sorten Menschen, alle Sünder und Verbrecher. Keiner floh Mich, alle wollten Meine Worte hören und seht zu, wie Ich mit Schonung alle behandelte. Das Weib am Brunnen, das sieben Männer hatte, im Ehebruch lebte und allgemein verachtet war und ein gar so wollüstiges Leben übte, so daß es ihr sehr befremdend vorkam, als Ich von ihr zu trinken verlangte, und doch, mit welcher Schonung ging Ich mit ihr um, Ich floh sie nicht ...

Die Ehebrecherin, die man Mir vorführte, um Mein Urteil zu hören über sie, mit welcher Schonung behandelte Ich sie; den Zöllner, der so viele betrogen, der so viel ungerechtes Gut angesammelt hatte, Ich rief ihn in Meinen Dienst. Und erst die Armen. Ja, habt ihr denn einmal gehört, daß Ich nach Sünden fragte, daß Ich deshalb einen ausschloß nur deshalb, weil er ein Sünder war? Habe Ich denn nicht dem achtunddreißigjährigen Kranken geholfen, der da lag wegen seines sündhaften Lebens und der deshalb von niemandem beachtet wurde, weil man glaubte, es sei ein wohlverdientes Leiden und er könne ohne Hilfe abgehen zur Sühne für seine Sünden, und niemand wollte ihm helfen in den Teich, obwohl er für alle da war? Ich aber schloß ihn nicht aus und fragte nicht, wie viel hast du gesündigt? Ich sagte ihm teilnahmsvoll und wohlwollend: ‚Gehe hin und sündige nicht mehr!‘ Ja, Ich sage dies nur, damit ihr nicht verzagt seid, nicht allzu ängstlich. Klopfet doch an die Brust und sprecht mit allen Menschen: Mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa; denn ihr alle seid ohne Ausnahme Adamskinder.

Dort nur, wo der Geist des Hochmuts eine Seele so eingenommen, daß sie euch von sich stößt und lachend und spottend euch den Rücken kehrt, indem sie niemals unter der Kanzel steht oder euren Beichtstuhl aufsucht, ist eine Ausnahme zu machen. Diejenigen aber, die noch eure Worte hören, die noch guten Willens sind, ihre Fehler zu bekennen, die sollt ihr aufnehmen in den Liebesbund, die sollt ihr binden an Mein Herz.

Du aber, Meine Kleine, du bist immer so ängstlich. Es ist keine Stunde, in der Ich dich besuche, wo Ich dir nicht sagen muß, daß du über all die Ängste und Zweifel hinweggehen sollst. Du armseliges Wesen bist doch gar so sinnlich, du möchtest doch alles mit den Händen greifen und mit deinen eigenen Augen sehen, deswegen verlangst du einen Diener Meiner Kirche und die Zuversicht von einem Diener.

Siehe, wo dir aber dieses abgeht, wo Ich dir einen Beichtvater gegeben, der gerade so ängstlich ist wie du, mußt du dich begnügen mit Mir selbst und Meinen Belehrungen. Siehe, solange du durch die Reden, die Ich durch dich führe, niemandem Schaden bringst, weder in zeitlichen noch ewigen Dingen, so lange brauchst du nicht zu fürchten, Rechenschaft ablegen zu müssen, selbst wenn es ein anderer Geist wäre, der dieses wirkte. Nun aber prüfe, halte einmal Rundschau bei denen, die die Schriften lesen, ob du jemand zeitlich oder ewig geschadet oder nachteilig könnest gewesen sein in der Familie in zeitlichen Dingen. Ja, wäre es vielleicht möglich, daß Menschenwerk alles zustande gebracht, daß das, was Ich dir versprochen vor zwölf Jahren, sich verwirklicht hätte? Hättest du das zustande bringen können oder ein anderes Geschöpf, wenn nicht Mein allmächtiger Arm?

Viele sind, die desgleichen wie deine Schwägerin tun, arbeiten und sich abmühen tagein, tagaus, die Gesundheit und Leben zum Opfer bringen, und doch nicht so gesegnet sind wie du. Warum grämst du dich, wenn Ich eine Stunde von dir verlange, um Mich in dir erneut zu erfreuen?“

Barbara: „Ja, Herr, weil man ungehalten ist, wenn ich mich den Geschäften entziehe, weil ich vieles vermissen muß, mein Lieblingsgeschäft, das Gebet. Siehe, ich habe Dich gerade so lieb, ich habe denselben Lieblingszug, mich mit Dir zu vereinigen, Dich aufzusuchen, wo Du wohnst, ich kann aber nicht mehr, weil ich so abgehalten bin und die Verhältnisse es mir nicht gestatten, denn ich will mir keine Vorwürfe machen lassen.“

Jesus: „Ich bin ja auch zufrieden, Meine Tochter, wenn du nicht mehr so oft kommst wie früher, wie du es früher gerne tatest. Das verlange Ich ja auch nicht mehr, weil Ich Selbst durch dich sprechen will, weil Ich Mich in dir erfreuen will, um erstens die Menschen und dich selbst an den Tag zu erinnern, wo Ich für sie litt und starb. Dies ist der Hauptbeweggrund, daß Ich alle Freitage zu dir komme, um die Menschen zu erinnern, daß Ich an diesem Tag für sie litt und starb, daß Ich Blut und Leben in der Blüte der Jahre für sie dahin gab.

Denn wenn auch die Menschheit nicht mehr daran denkt, daß Ich den Schoß Meines Vaters verließ, daß Ich herabstieg, daß Ich Mich ihnen gleichstellte und ein armseliger Mensch wurde gleich wie sie, wenn Ich dies eher ertrage, daß sie nicht mehr beachtet, daß Ich dreiunddreißig Jahre ihr Bruder geworden bin, so will Ich doch nicht vergessen wissen, daß Ich für sie gestorben bin, daß Ich am Kreuz Mein Blut vergoß und verspritzte. Wenn dies die Menschen vergessen, daß also Mein kostbares Blut auch noch aus dem Gedächtnis verwischt werden soll, das geht Mir allzu nahe; denn Ich bin euer Bruder.

Darum sollst du durch die Freitage die ganze Menschheit erinnern, daß Ich für sie gelitten habe. Der Freitag soll für dich ein unvergeßlicher Tag werden und durch dich vielen, vielen Menschen, und diese Menschen sollen Mir dann immer Ersatz und Sühne leisten für ihre Brüder und Schwestern, die nicht mehr an Mich glauben. Und daß du aber durch dieses Leiden, das Ich von dir verlange, vielen zum ewigen Heil nützen wirst, kannst du daraus ersehen, mit welcher Begierde, mit welcher Freude diejenigen die Schriften lesen, die einmal angefangen haben, sie zu lesen; denn ein guter Gedanke bleibt in jedem hängen, auch wenn er sie liest aus Zeitvertreib oder aus Gefälligkeit. Ein guter Gedanke steigt in jedem auf, er denkt nach, Meine Gnade wirkt mit, und es entfaltet sich in ihm ein inniger Hang zur Frömmigkeit.“

Barbara: „O mein Jesus! Soll es denn noch lange dauern, bis die Schrift gedruckt wird? O wenn doch meine Geschwister und diejenigen, die sie bisher nicht gelesen, die Schriften doch in den Händen hätten, sie würden dann noch andere herbeiführen, und die Güte und Liebe Deines Herzens würde dann noch mehr Menschen bekannt werden.“

Jesus: „Laß Mich nur sorgen, es ist noch nicht an der Zeit; habe du guten Mut und gehe ruhig weiter. Genug ist es dir und muß es dir sein, daß du zwar Widersprüche hast, aber doch niemand dir ein Unrecht vorwerfen kann. Niemand kann dir auch sagen, es sei erdichtet, denn wenn es wirklich so wäre, dann müßte dir doch jemand den Verstand dazu geben. Studiert hast du nicht, und wenn du wirklich studiert hättest, so kommen alle Gaben vom Vater allen Lichtes und das Licht, das über dich ausgegossen, über deinen Verstand, kann von niemand anders kommen als vom Vater des Lichtes.

Wenn Ich aber komme, wenn Ich dich rufe zu anderen Zeiten, dann ist es entweder, daß Ich dich einführen will in die Schönheit eines Festes, das die Kirche feiert, oder du sollst Mir Ersatz und Sühne leisten für diejenigen, die sich nicht kümmern um die Feste Meiner Kirche, oder Ich will dir Meine Freude mitteilen an den treuen Kindern Meiner Kirche, da Ich als Mensch doch auch Freude habe und sie auch mitteilen muß; denn geteilte Freude ist doppelte Freude.

Ich bin nicht nur im Himmel, sondern auch auf Erden unter euch mit Fleisch und Blut, wenn auch euren Augen verborgen, und Ich bin nicht nur als Gott, sondern auch als Mensch unter euch, und darum habe Ich auch Meine menschlichen Bedürfnisse und werde sie haben, solange die Welt steht. Der Mensch kann es nicht ertragen, zuviel mit Schmerz heimgesucht zu werden, er muß seinen Schmerz mitteilen.

Deswegen kommt es oft vor, daß eines Menschen Herz berstet, weil der Mensch nicht geschaffen ist, um übergroßes Leid und übergroße Freude tragen zu können. Es beruht dieses auf dem Bedürfnis gegenseitiger Mitteilung. So geht es Mir denn auch. Ich lebe als Mensch unter euch in der hochheiligsten Eucharistie, und habe Ich eine Freude, so will Ich sie Meinen treuen Kindern mitteilen. Darum kommt es vor, daß an Hauptfesten, wo Meine Kirche große Feierlichkeiten entfaltet, sich alle mit Mir freuen, reich und arm, und daß ein gewisser Zauber auf allen liegt. Alle fühlen sich hingezogen, die guten Kinder meines Herzens; Arm und Reich, Alt und Jung fühlen das Hinzugezogen sein, das sie sich nicht erklären können. Dies ist der Ausguß Meiner Liebe, dies ist der Austausch Meiner Freude.

So ist es aber auch zur Zeit großer Feste, wo Ich Meine Gnade austeilen möchte, wo Ich so freigebig bin und dastehe mit vollen Händen, zum Austeilen bereit, und Meine Kinder bleiben ferne; ja, dann ist Mein Gemüt so betrübt, so niedergebeugt, daß Ich vor Schmerz Mich verzehren möchte, weil Meine Brüder, Meine Schwestern, die Ich alle beglücken möchte, ja ewig beglücken möchte, diese Glückseligkeit durch ihr Fernbleiben von sich stoßen; und diesen Schmerz, Ich kann ihn nicht allein tragen, und darum müssen Meine Kinder es mitfühlen, und dies ist das Mitfühlen Meiner treuen Seelen, diese müssen mitfühlen den Schmerz Meines Geistes und Meines Gemütes.

Daher kommt es, daß du die ganze Zeit, wo Meine Kirche einhergeht, um ihre Kinder herbeizuführen, sie einzuladen, zur Bekehrung zu kommen, wie die Osterzeit, von der Faschingszeit angefangen bis hinauf, wo alle die hohen, heiligen Feste, die von Meiner Kirche, die ganz Meinen Geist in sich trägt und die Gefühle Meines Geistes verwirklicht, angelegt sind, bis, sage Ich, all die Feste vorüber sind, du den Schmerz mitfühlen mußt, und ihr alle, ihr Meine Kinder, den Schmerz, den Mein Herz fühlt über all diejenigen, die sich nicht daran beteiligen, mit ertragen müßt. Mit einem Wort: Du mußt Mir sühnen und büßen helfen, sühnen und büßen mit Mir im Heiligsten Sakrament für alle, die Meinem Herzen so viel Schmerz bereiten.

Nun wißt ihr, wenn wieder solche Zeiten kommen, warum ihr leidet? Harret aus, ertragt für Mich im stillen die Leiden. Denkt dann, daß ihr Meine Schwestern, Meine Brüder seid, und Meinen Schmerz teilen müßt.“

185 Vierter Freitag im Juli 1897

„Und wenn ihr gegen den Stachel ausschlagt, werden jene nicht in sich gehen, sondern ihr werdet euch nur selbst verwunden.“

Barbara: „Mein Jesus! Ich danke Dir für die unaussprechlich große Gnade, daß Du Dich würdigst, mich arme Sünderin heimzusuchen, daß Du alle Freitage mich heimsuchst in meinem Elend. O verzeihe mir alle Sünden und Nachlässigkeiten gegen Deine unendliche Liebe und Güte. Es war zwar in dieser Woche etwas besser als sonst; ich danke Dir für all die Gnaden, Einsprechungen und Erleuchtungen, die Du mir nach der heiligen Kommunion zuteil werden ließest. O Herr, warum kann es denn nicht immer so sein? Wäre es denn nicht besser, wenn ich immer so beten könnte wie diese Woche? Wie viel leichter war ich im Gemüt, alles kam mir nicht so schwer an. Ich meine, ich hätte mich auch nicht so versündigt wie früher, wo ich so trostlos und verlassen war?“

Jesus: „So sind die Menschen! Vor allem, Meine Tochter, muß Ich dir sagen, daß Ich dergleichen Reden, wie Ich sie vorhin hören mußte, nicht mehr hören will, wenn Ich anpoche an deinem Leib. Ihr habt nicht das Recht, so zu reden, eure Mitmenschen zu beurteilen, auch wenn sie euch wehe getan. Ihr habt nicht das Recht, über sie zu reden; das müßt ihr Mir überlassen, die Rechtfertigung steht nur Mir allein zu. Ihr habt Geduld mit allen Menschen zu üben, das steht euch zu, und diejenigen, die euch wehe tun, sind eure besten, liebsten Freunde und müssen es euch sein, denn sie verschaffen euch Verdienste, sie vermehren eure Glorie und eure Krone verschönern sie. Merkt es euch!

Für jetzt aber, für heute sollst du mit Mir kommen in die Felsenhöhle, wo diejenige dreiunddreißig Jahre verweilte, die Mich nach Meiner heiligen Mutter am meisten liebte auf der ganzen Welt, die Ich aber auch deswegen bevorzugte unter allen Geschöpfen damaliger Zeit, nach Meiner heiligen Mutter. Ich hatte wohl dem Petrus die Schlüssel des Himmelreiches übergeben, Johannes, Mein Lieblingsjünger, durfte an Meinem Herzen ruhen, sie aber ging in der Liebe beider voraus.

Als sie einmal erkannte, wer Ich bin, und dies sagte ihr der Glaube, als sie mit ihren Tränen dort im Haus des Pharisäers Meine Füße benetzt hatte und Ich einmal das tröstende Wort gesprochen: ‚Geh in Frieden, deine Sünden sind dir vergeben‘, da hatte der Glaube eine solche Wurzel gefaßt in dieser Seele, daß sie an nichts mehr zu zweifeln und zu häkeln hatte. Sie hatte viel und schwer gesündigt, sie hatte Mich tief beleidigt, Mich, ihren Gott, dies stand vor ihrer Seele, aber der Glaube sagte ihr fortwährend, deine Sünden sind dir vergeben. Also hatte sie nichts mehr zu tun, als Mich zu lieben.

Als nun die Zeit gekommen war, wo sie Mich mit leiblichen Augen nicht mehr sehen konnte, wo sie Meine sichtbare Nähe nicht mehr fühlen konnte, da wandte sie sich ganz dem Innern zu. In ihrem Kämmerlein, in ihrem Herzen da hatte sie Mich fortwährend mit fühlbarer Nähe, und mit ihren Geistesauge schaute sie Mich fortwährend Tag und Nacht.

Und als sie nun die Liebe Meines Herzens hinweggeführt hatte aus ihrem Vaterland und aus ihrem Geschlecht und sie unter den Heiden lebte – die aber nicht mehr Heiden waren, denn ihre Liebe besiegte die Herzen all derer, womit sie umging, und viele in ihrer Nähe bekehrten sich zum heiligen katholischen Glauben –, da war die Zeit gekommen, wo sie unter Menschen nicht mehr leben konnte; so sehr hatte die Liebe ihr ganzes Sein, ihr Leben verzehrt. Sie lebte nur noch ein Leben und für ein Leben, und das war die Liebe. Ich wußte dieses und wollte diesem Herzen zuvorkommen. Vergleiche nun dein Leben mit dem ihrigen.

Sieh, was Ich dieser Dienerin getan habe, das habe Ich auch dir getan. Wohl hatte die Liebe auch dein Herz in Besitz genommen, und das sei allen Menschen gesagt, welche die Schriften lesen und die davon hören. Sobald eine Seele Mich wahrhaft liebt, räume Ich ihr die Hindernisse, die sie von der Liebe abhalten könnten, derartig hinweg, daß, wenn es nötig wäre, Ich eine neue Welt erschaffen würde, wo sie diese Liebe zu Mir befördern könnte. Dies tat Ich Meiner Dienerin.

Als es Zeit war, als sie die Sehnsucht so erfaßt hatte, daß sie unter den Menschen nicht mehr leben konnte, führte Ich sie an einen Ort auf gar wunderbare Weise. Dort verkehrte Ich mit ihr, wenn auch nicht immer in sichtbarer Gestalt.

Oft und oft ließ die Liebe Meines Herzens Mich ihr gleichstellen. Ich nahm die Gestalt eines Menschen an, um so nicht nur ihr Herz, sondern all ihre Sinne zu erfreuen. Die Augen, die nichts mehr sehen wollten als ihren Jesus, durften Mich im Fleische schauen; die Ohren, die nichts mehr hören wollten als Meine Worte, als die Stimme ihres Geliebten, sie sollten mit diesen fleischlichen Ohren Meine Worte hören, und Ich verkehrte in so süßer Weise mit ihr, daß es Meine Lust war, Meine Freude, und Ich in Wirklichkeit Mich nach dieser Stunde sehnte, wo Ich sie besuchen wollte.

Außer diesen Besuchen, die Ich manchmal als Mensch wiederholte, wie Ich auch Meinen Jüngern manchmal erschien nach derAuferstehung, verkehrte Ich auf geheimnisvolle Weise mit ihr, so ungefähr, wie Ich in dieser Stunde mit dir verkehre, nur auf viel innigere und vertraulichere Weise. Ich erhob dann das Geschöpf über die Geschöpfe, über die Schöpfung, über alles Sichtbare bis hin zu den Gefilden, wo Ich wohne in Meiner unsichtbaren Schöpfung, und so verflossen ihr die Tage und Jahre, und dieses Geschöpf, obwohl es viel litt, wenigstens im Anfang, ward mehr und mehr vergeistigt, endlich litt sie gar nicht mehr, und sie lebte das Leben eines Engels, ein rein geistiges Leben; denn ihr Leib, der da schon in Verklärung überging, wurde vergeistigt wie Mein Leib auf dem Berg Tabor. Siehe, das ist der Lohn einer wahrhaft liebenden Seele.

Und nun vergleiche dein Leben mit dieser Seele. Wieviel fehlt dir noch, wie wenig liebst du Mich gegen sie, wie bist du vertieft in das Irdische? Obwohl Ich Mich würdige und Mich herablasse, so oft und so vertraut mit dir umzugehen, bist du noch gar zu kleinlich. Ich will nicht reden von den Berufsarbeiten und von der Stimmung, mit der du sie verrichtest; denn Ich will, daß du in deinem Berufe wirken sollst, weil nicht alle in die Einöde fliehen können. Denn es ist keine Einöde mehr, es gibt keine mehr, weil die Welt fast überall bewohnt ist und weil es auch keine Menschen mehr gibt, die sich nach der Einöde sehnen, aber es soll und muß in Meiner Kirche Heilige geben, Mich Liebende, wahrhaft Liebende, wie eine Büßerin Magdalena.

Aber sieh, ob Ich nicht dieselben Wunder der Liebe und Gnade an dir gewirkt wie an ihr, und das sei allen zum Trost gesagt, die Mich in Wahrheit lieben und suchen wollen, daß Ich sie nicht im Stich lasse. Wer mit Meiner Gnade mitwirken will, dem werde Ich zur rechten Zeit die Gelegenheit anbieten. Er soll sie nur benutzen, er soll nur Meiner Gnade sich hingeben, sich von Mir führen lassen wie ein Kind, das laufen lernt an der Hand seiner Mutter.

Als du Mich lieben wolltest und suchtest, da führte Ich dich aus der Heimat hinweg, hier in dieses fremde Land. Hier habe Ich dir alle Schätze der Liebe und Gnade gegeben, mehr noch als Meiner Dienerin Magdalena; denn jene mußte sich begnügen gar oft mit der unsichtbaren Welt, sie mußte sich fortwährend anstrengen, ihren Geist in Betrachtung versenken, um nachzudenken, um sich an Mich zu erinnern und sich mit Mir zu beschäftigen; denn sie hatte um sich nichts als die wilde Einöde.

Dir aber, was habe Ich dir gegeben, wie schöne, herrliche Kirchen, die du Tag für Tag aufsuchen kannst, wo Ich mit dir verkehre wie mit Magdalena, wenn Ich sie besuchte; denn so wie Ich zu ihr kam als schöner Jüngling in Menschengestalt, so komme Ich zu dir Tag für Tag in der heiligen Kommunion. Du mußt nur so innig dich an Mich anschließen und so mit Mir verkehren wie vor einigen Jahren, als du Mich zärtlicher liebtest als jetzt; du bist lauer geworden, du bist erkaltet in der Liebe.

Ich muß dir einen Verweis geben; denn du sollst vielen zum Vorbild werden. Du darfst nichts scheuen, du darfst nicht zurückschrecken, wenn du auch manchmal ein Gesicht bekommst; dieses alles gehört dazu. Siehe, der vertraute Besuch, den du Mir machtest am Mittag, wie lieb war er Mir! Hättest du die Liebe und den Mut wie damals, wie manche angenehme, liebe Stunde könntest du mit Mir mehr haben.“

Barbara: „Verzeih mir, o Herr! Du redest aber gar so ernst heute, Du willst, daß ich mich unterwerfe, und jede Viertelstunde, wo ich nicht da bin, muß ich Rechenschaft dafür ablegen; ich bin eine Dienstmagd.“

Jesus: „Das bist du nicht; du bist die Dienstmagd Meiner Liebe, das bist du! Aber Ich sage dir und durch dich deiner Umgebung, so du nicht tapfer bist und dich wehrst, werde Ich Meine Hand zurückziehen. Du mußt nicht immer nachgeben. Du mußt dich losreißen, damit du wieder in die Liebe hineinkommst, die erkaltet ist in dir!“

Barbara: „O mein Jesus! Verzeihe mir, ich will es ja gerne tun, aber wenn meine Schwägerin wieder krank wird und ich den Vorwurf höre, daß sie sich so plagen muß, dann bin ich nachher schuld an allem. O hilf mir doch aus dieser Verlegenheit, gib ihr eine bessere Gesundheit.“

Jesus: „Höre nun weiter, Meine Tochter! Ich habe dir so gute Priester gegeben, die dich aufmuntern in jeder Predigt, die du anhörst, wo du von neuem aufgemuntert wirst, und jede Predigt ist eine Unterhaltung zwischen dir und Mir; denn so wie du Meine Worte hörst in der Predigt, so sprachen Ich und Meine Dienerin Magdalena zusammen auf der Felsenhöhle. Ich ermunterte sie, Ich redete mit ihr über die Schönheit Gottes, die Schönheit Meines himmlischen Vaters, die Schönheit der Liebe.

Nun ist die Zeit gar schlimm geworden auf Erden und darum mußt du, wie Meine Dienerin, gar oft dich dorthin flüchten auf jenen Berg, der in jeder Seele selbst verborgen ist, den Berg des Herzens. Jeder Mensch trägt den Berg in sich. Das ist seine Seele, sein Herz; dieses ist das Kämmerlein, in dem Ich wohne. Dieses Kämmerlein ist für Mich geschaffen, dahin sollst du dich flüchten, wenn du merkst, daß du allzu zerstreut wirst durch die Geschäfte des Tages, oder wenn der Kummer dich niederbeugen will, oder wenn du glaubst, du seiest von Mir verlassen, flüchte du dich dorthin, und wenn du Mich auch nicht findest oder glaubst Mich nicht zu finden, wenn Ich Mich vor dir verberge, es gefällt Mir doch, wenn du kommst und Ich bin doch bei dir, wenn du es auch nicht siehst.

Siehe, die Zeiten sind schlimmer geworden, als jene Zeiten waren, in der Meine Dienerin lebte. Alles ist überflutet mit Unglauben, und hineingedrungen ist das Gift des Unglaubens in die engsten Kreise, wo man Mir noch dient und dienen will. O möchten doch Meine Diener beherzigen, was zu tun ist, und der Welt predigen und ihr zureden. Man muß in dem Jahrhundert der Aufklärung, die das neunzehnte Jahrhundert ist, das Volk eines anderen belehren, man muß das Volk auf den nackten Glauben zurückführen, auf den soliden Glauben, wie sie vorgeben.

Ja, glaubst du denn, du Diener Meines Herzens, der du vorgibst, der Welt, der heiligen Kirche einen Dienst zu erweisen, wenn du alle Meine Diener aufforderst, desgleichen zu tun wie du: Den Wunderglauben Meinem Volk zu nehmen! Glaubst du denn, du tust ein gutes Werk? Glaubst du, du machtest Mir dadurch Ehre?

Wisse, daß Ich Rechenschaft fordern werde von all jenen, die eines dieser Kleinen, die an Mich glauben, ärgern werden. Ich sagte dies Meinen Aposteln, indem Ich ein Kind in ihre Mitte stellte. Kinder sind aber alle gläubige Seelen, und du, wenn du nicht zurückkehrst zum kindlichen Glauben, gehörst du nicht mehr zu den kindlichen Seelen.

Wohlan, sei zufrieden, wenn nur du gelehrt bist, und bringe deine Wissenschaft, deine gelehrten Phrasen dort an, wo die Gelehrten, die Gebildeten sind, und lasse Meinem Volk seinen lebendigen Glauben und bringe Mein Volk, das nicht zu der gelehrten Welt zählt, nicht um den kindlichen Glauben.

Nimm’ die Legende Meiner Dienerin Magdalena zur Hand, und du wirst Wunderglauben bei ihr finden, Wunder an Wunder an ihr. Und was war es, das diese Wunder vollbrachte? Es war ihr lebendiger Glaube, indem sie sich Mir schenkte ohne Vorbehalt und alles von Mir erwartete, von Mir, ihrem einzigen Gut, das sie über alles liebte. Glaubst du denn, du tust der Kirche einen Dienst, wenn du die ganze Welt über einen Leisten ziehst? Nicht wahr, das Leben dieser Dienerin gehört auch nicht mehr in dieses Jahrhundert? Wenn man jetzt bei der gebildeten Welt davon spricht, wird man ins Lächerliche gezogen, und doch ist es diejenige, die gerühmt werden wird, solange die Welt steht.

Euch aber, ihr treuen Diener Meines Herzens, euch sage Ich, haltet es nicht mit solchen gelehrten Geistern, nehmet keine Zeitung in die Hand und studiert eure Predigt nicht aus der Zeitung; denn mit Zeitungsschreibern und Verfassern von Lektüren, die nur auf Bildung und Aufklärung und auf Wissenschaft versessen sind, gehe Ich nicht. Wohl aber mit gläubigen, kindlichen Seelen gehe Ich Hand in Hand, denen gebe Ich Meinen Geist, und mit Meinem Geist werden sie Wunder wirken, und auch du wirst Wunder wirken, du Priester Meines Herzens, wenn du es hältst mit Meinem gläubigen Volk, und Ich wiederhole es immer und immer wieder:

Solange Meine Kirche, Meine Diener, all die Verdemütigungen, die Ich über sie hingehen lasse, nicht hinnimmt mit Geduld und Sanftmut, solange sie ausschlagen will gegen den Pfeil, der da abgeschossen wird gegen sie, so lange verwundet er die Kirche in ihrem eigenen Herzen, in ihrem Glaubensleben.

Laßt doch jene gelehrten Geister, die darauf ausgehen, Meine Kirche zu verspotten, Meine Diener zu lästern, sie vor der ganzen Welt ins Lächerliche zu ziehen, sie hinzustellen als Dummköpfe, lasset sie doch! Geht doch ruhig eure Wege, eingedenk, daß Ich mächtig und groß und stark genug bin, um all eure Feinde zuschanden zu machen. In ihrem eigenen Netz verstrickt und ihrem Untergang entgegensehend, ihr Haupt, das sie hoch erhoben wider euch, wird zerschellen am Fels Petri! Laßt doch, Ich bitte euch, all die Dinge kommen, die euch so demütigen.

Seht, Demütigungen müssen kommen, und wenn ihr gegen den Stachel ausschlagt, werden jene nicht in sich gehen, sondern ihr werdet euch nur selbst verwunden. Geht ihr aber demütig und still dahin, diejenigen um euch sammelnd, die eure Worte hören, dann kommt die Zeit, wo ihr siegen werdet, wo all eure Feinde gedemütigt vor euch sich beugen werden. Ihr aber, Meine Kinder, kümmert euch nicht darum.

Macht Mir die Freude, wenn Ich euch besuchen will, Mir immer ein recht bereitwilliges, gutmütiges Herz entgegenzubringen und hütet euch, dieses Herz, das Mir geweiht ist, zu verunreinigen, indem ihr über eure Mitmenschen lieblos redet. Nichts mehr derart will Ich hören von euch! Ich habe euch wiederholt gesagt, ihr sollt ein Beispiel geben, und obwohl zwar der Gerechte siebenmal im Tag fällt, so sollt ihr euch bestreben, Geduld und Nachsicht mit allen Menschen zu haben.

Aber ihr, die ihr für viele ein Vorbild werden sollt, ihr sollt nur Liebe haben, nur Mitleid, und sobald ihr eine Regung in euch verspürt, die von dieser Liebe abweicht, so haltet Rundschau in eurem Herzen, flüchtet euch zurück auf den heiligen Berg, wo Meine Dienerin Magdalena wohnte, und nehmt sie euch zum Vorbild und zu eurer Mitschwester.

Und wie der böse Feind sie versuchte und ihr allerlei vorstellte, um sie abwärts zu bringen von ihrem strengen Leben, von ihrer Lebensweise, so bereite Ich euch Versuchungen, das sind: Der Widerwille, die lieblosen Reden und Behandlungsweisen eurer Mitmenschen. Über alles dies sollt ihr hinweggehen wie Magdalena und Mich anrufen, und zur rechten Zeit werde Ich euch zu Hilfe kommen. Und nun grüßt Mir alle Meine Lieben, ihr wißt ja, wo sie zerstreut leben in der Welt, ganz besonders dein liebes Schwesterlein in A., die Schwester von Luise; sie möge bedenken, daß sie noch nicht eingegangen ist in jenes Reich, wo es nichts mehr zu leiden gibt. Wo soll Ich sie prüfen auf ihre Treue, und ihre Verdienste vermehren und ihre Krone verschönern, wenn Ich ihr nichts mehr zu leiden schicke? Gerade dies ist Mir das liebste Leiden, das ihr am härtesten ankommt und von dem sie gern befreit sein möchte. Merkt es euch, ihr alle Meine Kinder! Leiden und sühnen, leiden und sühnen, das ist das Losungswort der Mitglieder des Liebesbundes, nicht, sich freuen und sühnen wollen!

Denn wenn das Herz ausgedorrt dahinschmachtet vor Trockenheit, wißt ihr, daß ihr sühnen könnt. Trachtet, die Trockenheit mit Geduld zu ertragen und geht euren Weg ruhig weiter wie früher, wo Ich euch mit Salbung und Liebe entgegenkam. Sie kann ruhig sein über ihren Seelenzustand, und wenn sie mir ein Opfer bringen will, dann soll es ihr Kleinmut sein, denn wenn Ich zufrieden bin, warum nicht auch sie? Leiden und sühnen ist das Losungswort für alle Mitglieder des Liebesbundes, für Meine treuesten Kinder. Sage es N. und N. in N. und all den Priestern, die es lesen.

Alle, alle will Ich herzlich grüßen und sie bitten, nicht mit jenen Geistern zu halten, die da die Bildung und Wissenschaft voraussetzen. Denn ihr müßt wissen, daß die große Zahl der Menschheit die ungebildete Welt ist, und daß die meisten Heiligen aus der ungebildeten Welt hervorgegangen sind. Die Heiligkeit hat mit Bildung und Wissenschaft nichts gemein. Meine Apostel waren ungebildete Leute, und all die liebsten Kinder Meines Herzens waren meist ungebildete Menschen und hatten keine Zeitung und keine Schriften zum Lesen. Ihre Zeitung, ihre Bildung war die Liebe ihres Herzens, die sie in der Tiefe ihres Herzens durch Betrachtung und Gebet sich aneigneten. Tretet jenen Geistern gegenüber und sagt ihnen offen eure Meinung. Denn das arme Volk nimmt Anstoß an solchen Redensarten; denn der Glaube wankt in mancher Seele, er wird zutiefst erschüttert.“

Barbara: Und ich sehe die liebe, heilige Magdalena. „O würdige dich, ein einziges Wort des Trostes zu sagen. Wie hast du es gemacht, daß du zu so großer Vollkommenheit gelangt bist? Du warst doch auch ein Mensch wie wir?“ Magdalena: „Meine liebe Schwester! Es ist ganz einfach und doch auch schwer. Einfach, weil wir aus uns selbst gar nichts tun können, also wir uns unbedingt an Gott hingeben müssen. Schwer ist es, weil wir gar armselige, gebrechliche Menschen sind und immer von diesem Fleisch zurückgehalten werden, und dieses Fleisch sich nicht beugen will unter den Geist.

Aber siehe, liebe Schwester, großmütig mußt du handeln. Großmut war es, mit der ich mein Fleisch mit Füßen trat. Du mußt dich alle Tage an jenes Wort erinnern, das dir dein und mein lieber, guter Jesus einmal gab am Feste des heiligen Antonius von Padua: ‚Meine Tochter, du mußt ganz über dich hinweggehen und tun, was Ich dir sage!‘ Siehe, darin liegt die ganze Vollkommenheit: Ganz über dich hinweggehen, und so wird dir, was dir so schwerfällt, leicht, und dich ganz deinem Gott hingeben Tag für Tag.

Wenn harte Zeiten kommen, wenn die Menschen um dich kalt sind, dann mußt du dich erinnern an die Felsen, die ich bewohnte. Wenn ich weinte, so weinten sie nicht mit mir; sie fühlten nichts, wenn ich Schmerzen fühlte, und wenn meine Natur erliegen wollte, da mußte ich mich aufraffen und ruhig weitergehen und meinen Trost in mir selber suchen bei meinem Jesus.“

Jesus: „Siehe, Meine Tochter, das sollst auch du tun, wenn es deiner Umgebung lästig ist und wenn sie nicht mehr glauben will und nachläßt im Glauben und alles über Bord werfen möchte, dann fasse dich, erinnere dich an die Felsen, in denen Magdalena lebte und unterhalte dich mit Mir Selbst in deinem Herzen, und so wirst du nach und nach die Welt unter die Füße bekommen. Du wirst darüber hinweggehen, als ob du auf Rosen wandeln würdest. Und alle, die Ich dir zuschicke, sollst du mit Liebe behandeln.

Siehe, ist es nicht ein Zeichen für dich, daß Ich dich gestellt habe zum Troste vieler? Obwohl Meine Diener dich trostlos hingehen lassen, habe Ich dich gestellt, die Betrübten zu trösten, und wo Meine Diener dies nicht vermögen, da sende Ich sie zu dir, und Ich werde dir noch viele Seelen zuführen und du sollst sie trösten, du sollst das geknickte Rohr aufrichten und Mir zuführen.“

Barbara: „O Herr, sage mir doch, wie ich jene zwei Protestanten für Dich gewinnen kann?“

Jesus: „Empfiehl sie dem Gebet des Liebesbundes und anderen Gebetsvereinen und geh ihnen mit guten Worten an die Hand; ein kleines Geschenk hie und da und du wirst noch manche Freude erleben. Und auch du, Meine gutes Lieschen, mußt dich einmal trennen und Opfer bringen, mußt hingehen zu deinen Verwandten und nicht mehr das Haus verlassen, bis die Kinder getauft sind. Gehe hin, bearbeite den Mann, und Ich werde dich begleiten. Es ist Zeit, die Kinder müssen Meiner Religion angehören!“

Barbara: „O Herr, wird diese arme Kranke es noch einmal erleben, daß sie noch einmal ihre Schwestern besuchen kann?“

Jesus: „Sie wird es noch erleben.“

Barbara: „Willst Du N. als Dein Schlachtopfer annehmen?“

Jesus: „Sie ist noch nicht in der Lage!“

Barbara: „N. bittet Dich, sie doch ein Los gewinnen zu lassen, um alle Schulden bezahlen zu können.“

Jesus: „Die reich werden wollen, fallen in viele Versuchungen.“

186 Fünfter Freitag im Juli 1897

„Und das Streben nach Heiligkeit, ... dem Menschen für ein Ding der Unmöglichkeit hingestellt wird von allen Seiten.“

Lied: Wann wird doch endlich mein Jesus kommen ...

Jesus: „Meine Kinder! Ich habe am letzten Freitag dir eine lange Lektion gegeben über das Verhalten gegen deine Mitmenschen. Ich habe dir gesagt, falls du dich nicht besserst, Ich Mich von dir zurückziehen werde. Und doch bist du wieder in diesen Fehler gefallen! Siehe, ein langmütiger Gott bin Ich, ein barmherziger Gott, ein Gott der Güte und Liebe, sonst würde Ich sofort mit dir abbrechen; denn du sollst in erster Linie diejenige sein, die vielen zum Vorbild werden soll im Umgang mit den Menschen. Ich hätte Mir, wenn Ich nicht dich zum Vorbild für alle Menschen hätte wählen wollen, damit niemand eine Ausrede hat, Ich hätte Mir eine deiner Freundinnen erwählen können, die allein steht, die nicht so viel Gelegenheit hat, mit den Menschen umzugehen, und Nachsicht hat mit ihren Schwächen. Aber Ich wollte dich aus der Familie herausnehmen und wieder in die Familie hineinstellen, um der Menschheit zu zeigen, daß Ich die Familie heiligen möchte, und niemand in der ganzen Welt eine Ausrede haben kann, daß er zu tief steckt.

Darum hüte dich, Mein Kind, hüte dich, sonst werde Ich abbrechen und Mich von dir zurückziehen, wenn die Versuchung an dich herantritt zu klagen, irgend jemand etwas nachzutragen oder andere aufmerksam zu machen auf deine Leiden. Das alles mußt du niederkämpfen.

Ich will nicht sagen, denn Ich kenne dich ja, daß du bei gar niemand dein Herz öffnen darfst, darum erlaube Ich dir, hie und da bei einer deiner Freundinnen dich auszusprechen, denn Ich habe sie dir als Schwestern gegeben, und die sollen eines Herzens und eines Sinnes gegen dich sein, und du sollst sie auch als solche betrachten, wenn auch nicht als leibliche Schwestern und darum um so mehr als geistige.

Und darum erlaube Ich es dir, daß du dir dein Herz erleichtern könnest bei ihnen, du armes Menschenkind. Ich weiß, daß Ich sonst nichts fertigbringe mit dir, das Ich es nicht erzwinge, dir ganz den Mund zu stopfen. Du bist viel zu armselig, weil zu verstrickt. Aber niemand soll eine Ausrede haben, er habe sich Mir nicht anschliessen können wegen seiner Umgebung, die ihn abgehalten, oder die ihm zu viel Verdruß und Ärgernis bereitet, als daß er auch noch einen guten Gedanken in sich hätte aufnehmen können.

Deswegen will Ich, daß alles aufgeschrieben werde, alle deine Armseligkeiten und Fehler, die du von Tag zu Tag, von Woche zu Woche begehst, trotz der großen Gnaden und der undenkbaren Nachsicht, die Ich mit dir habe, damit der Kleinmut und das Mißtrauen verschwinden, das so viele Menschen beherrscht; so viele Menschen, die, wenn sie größeres Vertrauen hätten, in kurzer Zeit zur höchsten Stufe der Vollkommenheit gelangen könnten. Nicht nur die Kinder Meines Herzens, die liebsten Kinder, ihr wißt, wen Ich meine, es sind die Ordenspersonen und die Priester, die Ich hinausgesendet unter Mein Volk, sind berufen zur Heiligkeit, sind berufen, nach höherer Vollkommenheit zu streben.

Ich will ein Band schließen um alle Mitglieder, die sich umschließen lassen wollen. Einen Bund will Ich schließen mit der ganzen Menschheit. Dieser Bund soll nicht nur diejenigen umfassen, die Ich eben genannt, sondern auch alle in der Welt lebenden Christen, besonders die christliche Familie. Sie soll durch leichte Mittel zur höchsten Stufe der Vollkommenheit gelangen, so daß Ich in ihr wohne, mitten in ihr, und die Familie nach allen Seiten hin ein Vorbild werde, ein Licht von ihr ausgeht, das von vielen gesehen werden kann und gesehen wird.

Deswegen will Ich vor allem, daß deine Brüder und deine Schwestern, wo sie stehen in ihrer Familie, sich bestreben und befleißigen müssen, ein gutes Beispiel zu geben für die ganze Nachbarschaft, ein gutes Beispiel nicht nur in religiösen Dingen, wo es gilt, ihren Glauben offen und frei zu bekennen vor ihren Mitmenschen, sondern auch im Kreuztragen. Deswegen sage nur deiner älteren Schwester C., daß sie ja nicht irre werde und glaube, sie sei verlassen worden, und Ich habe an ihr kein Wohlgefallen. Im Gegenteil: Ich habe sie geprüft und bewährt gefunden in ihrem religiösen Leben und Streben, in ihrem Glauben und in ihren guten Sitten.

Ich habe sie auch bewährt gefunden im Leiden, im Kreuztragen, denn Ich habe sie schon beim Antritt in den Ehestand im allerersten Anfang hineingeschickt in die Kreuzesschule; aber sie soll ausharren unter dem Kreuz. Sie soll da, wo das Kreuz am härtesten sie drückt, noch erfahren, daß sie bewährt werden muß im Kreuztragen, und so vielen Familien ein Vorbild werden, was eine gute Mutter vermag. Sie soll ihrem Kind nicht zürnen, wenn es fällt, sie soll nur Liebe haben und Güte im Zurechtweisen, und ihre Tränen und ihr Gebet verdoppeln und ruhig weitergehen.

Desgleichen sollen aber auch deine übrigen Geschwister tun, besonders deine beiden Brüder. Ich lobe sie, diese beiden Männer und bin zufrieden mit einem christlichen Mann, wenn er nur so weit gekommen ist, daß er einem Vergnügen entsagen kann und lieber an einen Ort geht, wo er auch etwas für sein Inneres hat, für sein Glaubensleben eine Nahrung. Sage ihnen beiden einen herzlichen Gruß.

Also, Ich fahre fort; denn die Belehrungen, die Ich gebe, gelten allen Menschen, nicht nur euch allein, die ihr Meine Worte hört und aufschreibt. Also deswegen habe Ich dich, du armseliges Werkzeug in Meiner Hand, im Familienleben erzogen und hineingestellt, damit du hier wirkst, solange du lebst. Aber ablegen mußt du alles, was Ich noch an dir tadle. Alle Fehler will Ich übersehen, die du noch an dir hast, aber die Lieblosigkeit werde Ich niemals übersehen und dulden, wenn du Steine werfen willst, weil Steine auf dich gefallen sind. Das Gegenteil verlange Ich von dir: Güte, Liebe, Nachsicht und Schonung. Merkt es euch, ihr Mitglieder des Liebesbundes.

Friede soll einziehen in die Familie, Friede, ja Friede soll kommen in die Welt. Der Friede ist ausgewandert, und wodurch soll er einziehen, wenn nicht durch Meine heilige Kirche und durch ihre Glieder, durch diejenigen, die Ich hineingestellt als Leuchte in die Schöpfung? Ich habe das letzte Mal euch schon gesagt, wie Meine Dienerin Magdalena Mich liebte und wie Ich dafür sorgte, daß sie diese Liebe nähren und erhalten und ausüben konnte, und dadurch schon in diesem Leben vergeistigt wurde wie ein überirdisches Wesen.

Seht doch, noch niemals, solange die Welt besteht, waren Meiner Kirche heilige Seelen so notwendig wie jetzt, und Ich will Heilige bilden zu allen Zeiten, am allermeisten aber in dieser Zeit, wo der Unglaube alles zu verwischen droht und das Streben nach Heiligkeit, nach höherer Vollkommenheit dem Menschen für ein Ding der Unmöglichkeit hingestellt wird von allen Seiten. Seht, daß es aber kein Ding der Unmöglichkeit ist, will Ich euch heute erklären. Die ersten Christen wurden Heilige in ganz kurzer Zeit, weil sie nämlich ihr Gut und Blut und Leben hinopferten für ihren Glauben. Ihre Tyrannen nahmen ihnen das Leben, und größtenteils starben sie unter den größten Qualen.

Seht, ob euch dieses nicht möglich ist. Ja, ja, es ist euch möglich! Was jene Tyrannen den Leibern zusetzten, das soll euch an der Seele zugefügt werden. Wenn damals eine Seele gefunden wurde, die Mir noch treu diente, wurde sie vor den Richter gebracht, vor die Obrigkeit. Dasselbe gilt auch euch und geht euch an. Wer treu zu Mir halten will in dieser Zeit, der muß sich vieles, vieles gefallen lassen, viele harte und bittere Reden; seine Seele wird zerfleischt nicht nur von der Umgebung, sondern hinauf bis zur höchsten Spitze der Obrigkeit; auch von da aus wird er verfolgt. Deswegen ist keine Achtung mehr, weder für die Priester, noch für einen guten, katholischen Mann, noch für eine arme Jungfrau, wo sie auch steht. Man hat keinen Respekt vor solchen, die Mir treu dienen. Alle möglichen Titel hängt man ihnen an.

Siehe, dies ist der Ersatz für die leibliche Marter; es ist dies ein geistiges Martyrium, das die Seele zerschneidet und diejenigen, die alle die Leiden erdulden, und dennoch schnurstracks auf Mich losgehen und auf Mich vertrauen, und der Priester, der nicht schaut auf die hochgebildete Welt und auf diejenigen, die ihm schaden könnten, der jedem offen und frei gegenübertritt und seine Meinung sagt, ob es ihm gefällt oder nicht, er hat ein Martyrium wie jene ersten Christen, wie ein heiliger Ignatius, ein heiliger Polycarp, und wie sie alle heißen. Ein Familienvater, wenn er seine Religion offen und frei bekennt, er ist ein Dummkopf, ein Finsterling, man kann ihn zu keinem Amt gebrauchen, weil er ein guter Katholik ist.

Seht da die Märtyrer Meiner Liebe! Das Menschengeschlecht ist noch dasselbe, aber nicht dasselbe mehr in seiner Gesinnung in seiner Willenskraft. Alles an ihm ist abgeschwächt und verderbt. Wenn nun eine Seele diese Willenskraft veredeln will, dann muß sie mit aller Energie alle ihre Kräfte einsetzen, um diesen Willen, diesen unbändigen Willen zu beugen, der auch mit dem Zeitgeist fort will und tun will, was andere tun: Vergnügen sich verschaffen, Ehre, Ansehen und Reichtum.

Wenn nun eine Seele über all diese Dinge hinweggeht und ihren Willen beugt, ihren Willen ganz Meinem göttlichen Willen unterwirft und zu unterwerfen sucht, so daß sie auf alles gerne verzichtet, auf Ehre, Reichtum, Ansehen und Vergnügen, dann will Ich es so annehmen wie im Mittelalter, wo Meine Diener durch strenges Fasten und wachen und beten sich abhärmten. Ich will zufrieden sein, wenn Meine Kinder in jetziger Zeit auch nur ganz gemäßigt leben, wenn sie, weil ja doch das Menschengeschlecht schwächer geworden ist, die Kraft also nicht in sich fühlen, Mir Nächte zu opfern im Gebet, Mir Fasten entgegenzubringen, wie jene taten bei Wasser und Brot.

Nein, Ich will zufrieden sein, wenn sie Mir nur ihren guten Willen entgegenbringen, die armen, armen Menschen, und tun, wie Ich angebe im Liebesbund, wie Ich jedesmal bei jeder Belehrung wiederhole, und sie sollen zur höchsten Stufe der Vollkommenheit gelangen wie jene, die zwar bei vieler Mühe und Opfern, die sie brachten, doch auch wieder gar manches bequemer hatten als die Kinder jetziger Zeit. Sie hatten zum Beispiel die Widersprüche, die jetzt eine Seele zu erdulden hat, bei weitem nicht. Im Mittelalter war eine Familie glücklich, wenn aus ihrer Familie ein Kind hervorging, das zum frommen Leben hinneigte.

Wenn eine Seele bekannt geworden, die sich hervortat durch Bußübung, Gebet und Fasten, so wurde sie fast angebetet von ihren Mitmenschen, so hatte man Achtung und Ehrfurcht vor den Dienern Gottes. Denket nur an den heiligen Nikolaus von der Flüe, an den heiligen Goar, an all die heiligen Jungfrauen, wie sie geehrt waren und geachtet. Die ganze Umgebung und Umgegend holte sich Rat bei solchen Menschen. Die Familie, wie die eines heiligen Nikolaus, anstatt zu zürnen, sie stimmte noch bei, damit ja dieser Mann sein Leben recht zufrieden, ohne Angst und Skrupel um seine Familie, dahinbringen könne. Ja, eine solche Seele mußte freilich ihren Leib kasteien, um sich vor Stolz zu bewahren.

Das alles ist aber jetzt anders geworden. Eine Seele, die Mir jetzt dienen will, muß sich für einen Narren verspotten, für eine hysterische Person verschreien, für einen Simpel und Dummkopf und Finsterling, für einen Mann, eine Frau, eine Jungfrau hinstellen lassen, die nirgends zu gebrauchen ist als nur zur Verachtung und zur Verspottung und zur Verdemütigung. Sie muß der Fußschemel für alle sein; nur wo sie zur Aushilfe nötig ist, da flüchtet man sich zu ihr.

Seht da, wenn nun diese Seele trotz all der Hindernisse, die ihr gelegt werden, ruhig weitergeht, ihren Willen beugt unter Meinen göttlichen Willen, den sie in der Tiefe ihres Herzens hört und erfährt, wenn sie all das Schreien und Toben um sich her nicht beachtet, ruhig einen Tag um den anderen Mir dient, als ob das alles so sein müsse und dazugehörte, ja glaubet Mir, Meine Kinder, sie wird, wenn sie ausharrt bis ans Ende, unumstößlich zur Heiligkeit gelangen. Deswegen verlange Ich die Einführung der öfteren Kommunion, damit es recht viele solcher Seelen gibt; denn nur durch Meine Kraft, durch die Kraft Gottes, die da ausgeht aus Meinem Herzen, können solche Seelen gebildet werden, solche Familien.

Und wenn Meine Diener es nicht glauben, daß Ich es bin, daß Mein Geist es ist, Der in dir spricht, gut, so lasset sie! Dann kümmere dich nicht weiter darum! Es kommt die Zeit, wo sie es glauben werden. Warte nur ruhig ab, sieh nur ruhig zu. Die Zeiten sind jetzt so, und sie werden einmal auch wieder anders. Meine Kirche aber soll bestehen und wird bestehen, auch wenn die ganze Welt sie zu zertrümmern droht; und noch niemals wird sie so herrlich in Blüte gestanden sein, wie sie stehen wird nach Ablauf dieser Frist. Erst aber muß der Baum geschüttelt werden und die faulen und angesteckten Früchte, die da an diesem Baum gewachsen sind und hängen, abgeschüttelt sein.“

Barbara: „O Herr, was soll ich tun? Soll ich einen Versuch bei dieser Seele machen? Denn siehe, weil eine andere sich Mühe gibt, so ist es vielleicht besser, ich bleibe aus Rücksicht für diese weg.“

Jesus: „Da ist Menschenfurcht nicht am Platz. Es ist immer ein Opfer, das du bringen mußt. Geh du nur, wenn du willst, geh du nur hin, geh auch zu jener Frau. Denn viele, viele sollen durch euch gerettet werden; aber durch Kampf zum Sieg!“

187 Fest Portiuncula 1897

„Ja, Meine Kinder sind bezeichnet, ihre Stirne ist besprengt mit dem Blut des Lammes“

Nachmittags sah Barbara den lieben Heiland in einem Garten lustwandelnd. Er war so freudig, als wenn er gar nichts mehr zu wünschen hätte. Er kam auf Barbara zu und Barbara fragte ihn, warum er doch gar so fröhlich sei. Er sagte:

Jesus: „Deshalb, weil Meine Kinder sich so zahlreich versammeln und einmütig und inständig Mich anflehen für die Bekehrung der Sünder.“

Abends in der Schlußandacht beim Rosenkranzgebet vor dem ausgesetzten höchsten Gut sah Barbara, wie die heiligen Schutzengel das Ave vom Munde des Priesters weg einem anderen Engel überreichten, der mit dem heiligen Franziskus an einem Gefäß stand, das mit Blut gefüllt war, und es war, wie wenn jedes Ave in eine Schnur eingefädelt wäre, und sie tauchten jedes Ave in das Gefäß. Auf der entgegengesetzten Seite stand die liebe Mutter Gottes und zog die Perlen zu sich hin, die ganz mit Blut gerötet waren, wenn sie aus dem Gefäß herauskamen. Wenn die liebe Mutter Gottes eine solche Perle der Allerheiligsten Dreifaltigkeit emporhob, war sie von Gold glänzend, und jedesmal ging ein Pförtchen in einiger Entfernung auf, und eine Seele kam heraus und verschwand.

Beim Te Deum stellten sich die erlösten Seelen in Form eines Rosenkranzes um den Altar, und es wurde Barbara mitgeteilt, daß dieses lauter Ordensmitglieder aus dem ersten, zweiten und dritten Orden seien, weil sie (Barbara) ihr Gebet mit der Kirche vereinigt und der lieben Mutter Gottes übergab zur Verwendung nach Belieben. Somit flossen die Verdienste in den Schatz der Kirche, und die liebe Mutter Gottes teilte es dem dritten Orden aus, weil von diesem der Ablaß verdient wurde. Beim Segen sah Barbara anstatt der Monstranz den lieben Heiland auf dem Altar, und wie der Priester den Segen spendete, machte Jesus mit der Hand dreimal das Kreuz und sagte: „Von all denjenigen, die sich heute beteiligten, wird keines verlorengehen!“ Nach jedem Ablaßgebet fügte Barbara jedesmal hinzu:

Barbara: „Lieber, heiliger Schutzengel und heiliger Vater Franziskus, geht hin und überbringt mein armseliges Gebet der lieben Mutter Gottes, und Du, o liebe Mutter, tauche es in das kostbare Blut Deines vielgeliebten Sohnes und mache es vollzählig aus dem Wert der heiligen fünf Wunden, und so gereinigt und geheiligt, bringe es in Vereinigung mit dem Gebet aller frommen Seelen und der ganzen heiligen Kirche der Heiligsten Dreifaltigkeit dar und verwende es nach Belieben. Vor allem bitte ich Dich für die heilige Kirche, für die Bekehrung der Sünder und meine Anliegen und die Seelen aus meiner Verwandtschaft, die es noch bedürfen.“

Lied: Jesus, Jesus, komm zu mir ...

Jesus: „Meine Kinder! In später Abendstunde würdige Ich Mich noch, euch zu besuchen. Es hat Mich sehr gefreut und Mein Herz ist sehr getröstet, ob all der Mühseligkeiten, die Meine Kinder auf sich genommen, die treuen Kinder Meines Herzens, und Ich komme, um euch im Namen aller Meiner treuen Kinder Meinen Dank auszusprechen, obwohl alle Menschen Mir danken müßten und in Lobpreisungen und Verzückungen fast vergehen müßten, ob der großen Liebe eures Gottes.

Denn seht, was sich in dem kleinen Kirchlein Portiunkula abspielte in jener heiligen Nacht, als Mein Diener Franziskus von Mir den Ablaß erbat, dasselbe wiederholt sich in jedem Jahr, wo Meine Kirche das Fest von neuem feiert. Meine treuen Franziskuskinder sind die Vertreter Meines Dieners Franziskus, sind seine treuen Söhne und tun, was jener tat in der heiligen Nacht, und mithin alle verzweigten Glieder dieses Ordens, der erste, zweite und dritte Orden und die Weltleute, die da sich einfanden in den Kirchen des ersten und zweiten Ordens, sie alle nehmen teil an der Freude, die Ich da ausgieße über Meine treuen Söhne.

Seht, Franziskus, Mein treuer Diener, ist schon längst eingegangen in seine Herrlichkeit, und doch lebt er noch in der Welt, und doch gibt es so viel mehr Franziskusse, wie er Söhne zählt, die alle dasselbe anstreben, was er anstrebte, nämlich die Welt zu versöhnen zwischen Mir und der sündigen Menschheit. Darum wiederholt sich auch dasselbe Schauspiel wie damals. Denn Ich bin ein Gott der Güte und der Liebe, wie vor eintausendachthundert Jahren, so heute noch unter Meinen Kindern und werde es sein, solange die Welt steht. Wenn nun Meine treuen Kinder sich einfinden, um Mich anzuflehen, dann ist Mein Zorn entwaffnet.“

Barbara: „Mein Jesus! Ist denn der Lustgarten, den Du mir heute gezeigt, der Orden des heiligen Franziskus oder der der ganzen heiligen Kirche? Ich habe es nicht recht verstanden. Ich sah Dich gar so fröhlich, als ob Du gar keinen Schmerz mehr fühltest. O erkläre es mir. Ich freue mich jetzt noch, wenn ich an die himmlische Seligkeit denke, die ich dabei genossen.“

Jesus: „Meine Tochter! Der Lustgarten, den Ich durchwandelte, ist Meine heilige katholische Kirche, und wenn ein solches Fest wiederkehrt, und Meine Kinder sich zahlreich um Mich versammeln und Mich anflehen und Meinem Herzen Gewalt antun, dann ist Mein Zorn entwaffnet, dann vergesse Ich den Undank der Welt, der Meinen Zorn herausfordert, und die Sünden, die das Schwert der Gerechtigkeit über die Völker heraufbeschworen haben. Und weil eine Seele, die Mich wahrhaft liebt, eine ganze Legion ersetzen kann, so bin Ich darüber so erfreut, daß Ich alles vergessen möchte, und Ich möchte mit dieser Seele lustwandeln wie im himmlischen Paradies.

Und Ich sage dir, würden Meine Kinder sich versammeln, würden alle Meine Diener darauf hinarbeiten, daß das gläubige Volk recht oft und recht zahlreich sich einfindet und so Meinem Herzen Gewalt antun, es wäre der Zorn Meines Vaters zu besänftigen, so daß die Strafgerichte, die da herausgefordert sind durch die sündige Menschheit, abzuhalten wären. Denn sieh doch, so wie an einem Ort, wo Meine Kinder Mir Gewalt antun, wo sie sich um Mich versammeln, die Gottlosen schweigen müssen, so müßte überall die Gottlosigkeit verstummen; denn die Gewalt, die da ausgegossen ist über Meine Kinder, können sich jene nicht erklären, und obwohl Satan, der all seine Anhänger treibt und jagt und anspornt, zürnt vor Wut, kann er Meinen treuen Kindern doch nichts anhaben; denn sie alle sind gezeichnet mit dem Zeichen, das diejenigen an sich tragen, die zur Hochzeit des Lammes berufen sind.

Ja, Meine Kinder sind bezeichnet, ihre Stirne ist besprengt mit dem Blut des Lammes, und niemand kann es wagen, ihnen Gewalt anzutun. Zurückschrecken muß der Bösewicht; denn das Licht, das da ausgegossen ist über die Meinigen, es verscheucht die Finsternis, und der Gottlose, wenn auch zähneknirschend, er muß zurückweichen und in Schande stehen. Darum freut euch mit Mir, denn der heutige Tag ist ein Tag der Freude und des Triumphes. Viele Ketten sind gesprengt, viele, viele gute Vorsätze sind gefaßt worden, und heiße und innige Gebete sind zu Meinem Herzen emporgestiegen, und sie alle sollen Mich nicht umsonst besucht haben, nicht umsonst gewartet haben auf Meine Ankunft.

Ihr sollt wissen, daß alle, die heute erschienen sind, die es ernst meinen mit ihrer unsterblichen Seele, alle, die mit Entschiedenheit ihren Glauben bekennen, diese alle sollen das tröstliche Wort hören und erfahren, daß ihre Sünden vergessen und vergeben sind, und wären sie auch röter als das Blut und zahlreicher als der Sand, der im Meer liegt. Verschwinden sollen alle ihre Sünden aus Meinem Gedächtnis und eingeschrieben sollen sie sein in die Zahl Meiner liebsten Kinder. Denn eine Zeit wie die jetzige, so furchtbar gottlos, wo die Sünde wie Pflastersteine auf der Straße verübt werden, in den Häusern, in Gottes freier Natur, wo die Welt überschwemmt ist mit Gottlosigkeit, wo man nichts mehr sucht, als sich zu erfreuen und genießen und Geld einzuheimsen, um sich erfreuen und genießen zu können, wenn da eine Seele hindurchgeht, und auch wenn sie im jugendlichen Alter steht, da muß sie schon einen felsenfesten Willen und einen tiefen Glauben haben; diesen allen verspreche Ich, daß keines verlorengehen wird.

Alle ihre Schwachheiten und Armseligkeiten, alles, was euch abgeht, das soll euch ersetzt werden aus Meinem liebenden Gottesherzen, durch Meine liebe Mutter und durch das Fürbittgebet Meines treuen Dieners Franziskus; denn gleich wie damals, wie Ich ihm sagte, er solle eine Gnade erbitten, Ich wolle sie ihm gewähren, und er die Gnade von Mir erbat, daß alle diejenigen, die dieses Kirchlein besuchen, den vollkommenen Ablaß gewinnen, so wiederholt er dasselbe Gebet jahraus, jahrein an demselben Tag für alle Kinder seines Ordens, in erster Linie aber auch für alle Glieder des zweiten und dritten Ordens und für alle, die dieses Kirchlein besuchen, die Kirche seiner Söhne.

Darum ist Mein Herz so freigebig, noch heute wie damals, und die Freude Meines Herzens soll übergehen auf alle, die mit gutem Willen Mich besuchen, die Mich besuchten an diesem Tag. Darum sollt ihr auch verstehen den geheimnisvollen Zauber, der da ausgebreitet ist über alle Herzen. Habt ihr nicht gemerkt, ihr, die ihr die Schriften lest und hört, daß ihr an diesen Tagen außergewöhnlich gut gestimmt wart? Habt ihr nicht gemerkt, wie euer Eifer viel mehr und viel größer war als zu sonstigen Zeiten?

Seht, dies ist die Gewalt der Liebe, die Mein Diener Franziskus euch erfleht, die Gewalt der Liebe, die Ich bereit bin, einem jeden Menschen mitzuteilen wie Meinem Diener Franziskus, der nur mit gutem Willen und mit bereitwilligem Herzen zu Mir kommt. Also, Meine Kinder, habt guten Mut, geht hin, sagt es allen, die sich beteiligen wollen an diesem Feste, euren Brüdern, die dieses Fest noch erwarten. Sagt es ihnen, daß es eine größere Wonne und Freude ist für Mein Herz, als Königreiche und Welten gewinnen und unterjochen, daß diese Freude aber nur zu gewinnen ist in den Kirchen, wo die Söhne Meines Dieners Franziskus oder die Töchter sich befinden. Wo es gar so weit entfernt ist von einer solchen Kirche, kann man den Ablaß auch in der Pfarrkirche gewinnen, aber doch nicht so zahlreich und vollkommen wie in diesen Kirchen.

Denn ihr müßt wissen, daß die Gnade sich an den guten Willen des Beters knüpft, und dort in der Pfarrkirche, wo Ich zwar wohne, aber keine Seelen sind, die so ganz Mir geweiht sind, die alles Mir zum Opfer gebracht, deren Herz Tag und Nacht geöffnet ist wie ein offener Kelch, um Meine Gnaden in Empfang zu nehmen, da strömt Meine Gnade nicht so überfließend aus, weil Meinem Herzen jene Zaubergewalt nicht angetan wird, die ihm zukommt in solchen Kirchen.

Darum, Ich wiederhole es euch, daraus könnt ihr ersehen, wie notwendig es ist, daß viele, viele zusammenstehen zu einem Bund. Wenn in einem Haus ein Feind einbrechen will, ein Dieb, um die Mitglieder dieses Hauses ihrer Schätze zu berauben, und einer wollte sich wehren gegen diesen Feind, gegen diesen Dieb, die anderen aber wollten ruhig weiter schlafen, und sich nicht kümmern um ihn, so würde dem Feind wenig daran gelegen sein; er würde diesen einen schnell zurückgeschlagen haben und einbrechen und alle im Haus ihrer Schätze berauben.

So ist es in Meiner ganzen heiligen Kirche, in einem Dorf, in einer Stadt, in einem Land, in der ganzen Welt. Wenn in einem Dorf, wo ein Priester noch so eifrig ist, wo er Tag und Nacht noch so sehr sich abmüht, um Mich zu besänftigen, um Meinem Zorn Einhalt zu tun, wo er Tag für Tag das Opfer darbringt und entrichtet, das zu entrichten er gestellt ist, sich noch so sehr Gewalt antut, um den Zorn zu entwaffnen über seine Gemeinde, weil so viele Sünden Tag für Tag in diesen Gemeinden begangen werden von seinen Untergebenen, so wird dieses wenig nützen, wenn er betet, während andere ruhig weiter schlafen den alten Sündenschlaf.

Wenn aber viele zusammenstehen in dieser Gemeinde und mit dem Priester vereinigt Tag für Tag das heilige Opfer mit ihm feiern und Meinem Herzen Gewalt antun, so daß die Gnade ausströmt aus Meinem Herzen, die sie dann hineintragen in die Familien, ja, dann wird Mein Zorn entwaffnet, das Dorf wird allmählich durchsäuert, und viele Strafen werden abgehalten um dieser Seelen willen. So ist es an solchen Tagen, wo solche Gnaden ausgegossen werden in Meiner Kirche. Weil in der Pfarrkirche nur einzelne Seelen sind, fließen die Gnaden nicht so reichlich wie in einer Ordenskirche, wo es viele sind, die Mir geweiht sind. Da ist Mein Herz geöffnet und die Gnadenströme fließen überreichlich, so daß alle, die sich da einfinden, mit diesem Strom fortgerissen werden, und die Mängel und Unvollkommenheiten vieler werden ersetzt durch das Gebet, das Opfer und Sühnen vieler treuer Seelen.“

Barbara: „Mein Jesus! War es denn keine Täuschung, daß ich den ganzen Tag das Klösterlein so gefüllt sah mit schönen Gestalten; ihre Angesichte waren so schön, daß ich es mit keines Menschen Angesicht vergleichen kann, überall, wo ein leeres Plätzchen war, da kniete eine Seele, umringt von so schönen Gestalten. Waren das die heiligen Engel oder Arme Seelen? Ich konnte es nicht begreifen. Mein Eifer war so groß, daß ich darüber alles vergessen, Speise und Trank und meine Familie.“

Jesus: „Meine Tochter! Es waren dies die Schutzengel all derjenigen, die da knieten und beteten, und diese beteten mit und vereinigt brachten sie das Gebet ihrer Schützlinge vor Meinen Thron, und die Aufopferung, die du und all die guten Seelen machten, ging dann über auf jene armen, verlassenen Kinder, die noch zurückgehalten werden von Meinem Angesicht, die Meiner Gerechtigkeit anheimgefallen sind, und am Abend, als du gesehen, wie die Engel bei jedem Ave, das der Priester betete und die Gläubigen mitbeteten, so eifrig das Ave Meiner lieben Mutter überbrachten, ging dieses alles dann über auf die Seelen, die diesem Orden angehörten in ihrem Leben.

All die Seelen, die heute der glücklichen Anschauung sich erfreuten, die heute erlöst wurden, waren lauter Ordensleute, Ordensmitglieder des ersten, zweiten und dritten Ordens. Ich lobe deinen Eifer und den Eifer aller derjenigen, die es verstanden, jedesmal ihr armseliges Gebet zu vereinigen mit dem Gebet Meiner Mutter und Meines Dieners Franziskus und aller frommen und gerechten Seelen. Diese haben den rechten Sinn aufgefaßt. So und nur so kann der Mensch all seine Fehler abbüßen, wenn er trotz seiner Armseligkeit und Schwachheit sich Mir zum Opfer bringt und mit Mir opfert. Und sieh, weil du jedesmal Meine liebe Mutter batest, dein Gebet einzutauchen in das kostbare Blut ihres Sohnes und zu verbessern durch den Wert Meiner heiligen fünf Wunden, hast du alle die Strafen abgebüßt und ausgetilgt, die an dir haften.

Seht, Meine Kinder, macht euch eine Form! Merkt es euch, daß ihr nie die Kirche verlaßt an solchen Tagen, ohne diese Aufopferung; dann ist eure Schwachheit und Armseligkeit ersetzt durch das süße Herz Meiner Mutter und durch Meine Verdienste. Dann bin Ich gebunden; denn dann ist Mein Herz verwundet, dann kann Ich nicht anders.“

Barbara: „O Herr, haben ihn (den Ablaß) denn nicht alle gewonnen wie voriges Jahr, wo Deine Mutter alles Fehlende ersetzte?“

Jesus: „Die aufrichtig und gut gebeichtet und mit gutem Willen zu Mir gekommen und noch kommen werden, haben und werden alle den Ablaß gewinnen; nur nicht allzu verzagt! O wenn Meine Kinder doch nicht allzu ängstlich wären! Es ist dies ein großer Fehler, daß sie zu verzagt sind. Die Geschäfte und Berufspflichten sind keineswegs ein Hindernis, den Ablaß gewinnen zu können, und die darin vorkommenden Schwierigkeiten, wo der Mensch gar leicht manchmal hingerissen wird zu einer kleinen Ungeduld, zu einem übereilten Wort, sollen ihm ersetzt werden. Er muß nur mit gutmütigem, bereitwilligem Herzen zu Mir kommen und seine Fehler Mir vortragen. Eben diese Kleinigkeiten sind es, die das Herz verstimmen, weil es meint, es sei doch alles umsonst, und der Mensch gibt sich dann keine Mühe mehr.

Aber seht, allen, allen möchte Ich sagen: O kommt doch, es müssen noch mehr kommen, gar viele bleiben zurück; vereinigt euch mit Mir! Seht, wie gut Ich bin, wie Ich stehe auf der Warte, Tag und Nacht, um euch Meine Gnaden mitzuteilen. Seht doch, wie Ich die Hände voll habe, voll Gnaden, wie Ich sie wie Ströme hineinleite in euer Herz. O kommt doch, seht doch, wie Ich euch segne, nicht nur einmal; denn Ich bin ja euer Oberhirt, nein, mit einem dreifachen Segen will Ich euch entlassen; denn Ich segne euch im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. O kommt doch, seht, wie Ich euch alle aufnehme und in Mein Herz einschließe; denn ihr alle sollt kosten und schauen, wie süß der Herr ist.“

Barbara: „Und ich sehe den heiligen Franziskus.“

Jesus: „Ja, ja, komme nur, du darfst teilnehmen an seiner Herrlichkeit!“

Barbara: „O glorreicher, seliger Augenblick! O diese selige Stunde! O sei hochgelobt und gebenedeit! Ich empfehle dir ganz besonders deine treuen Söhne und Kinder, alle, die diesem Orden angehören und Zweige von ihm sind, daß sie zunehmen an Frömmigkeit und Abtötung und Weltverachtung, besonders N. und N., führe sie auf die höchste Stufe der Vollkommenheit, ersetze du, was ihnen abgeht, erbitte ihnen den Geist der Armut, daß sie ihren Jesus so lieben wie du. Danke du in meinem Namen für die große Gnade, die der Herr mir und allen Menschen erwiesen.

Wie freue ich mich, daß alle meine Angehörigen diesem Orden angehören; aber meinen beiden Brüdern und N. nehme ihnen die Menschenfurcht, daß sie sich einschreiben lassen in den Bund.“ Franziskus: „Du erlangst diese Gnade!“

Barbara: „O lieber, heiliger Vater Franziskus! O erflehe uns doch auch deine Liebe zur Armut und Weltverachtung, deine heilige Einfalt, deinen starken Glauben und Starkmut in allen Trübsalen.“ Franziskus: „Recht so, meine Kinder! Geht ihr nur ruhig weiter, kümmert euch nicht, obwohl es scheint, als sei alles umsonst; denn ihr habt schon oft gehört von eurem Herrn, daß das Samenkorn sterben muß. Wohlan, laß es sterben, es ist gut für euch, wenn es stirbt. Seht, der Mensch ist zum Stolz geneigt, und das neunzehnte Jahrhundert ist das Jahrhundert der Aufklärung. Aufgebläht sind die Geister, und das Gift ist überall verbreitet und steckt in jedem Menschen, weil, je mehr die heilige Einfalt zurückgedrängt wird, desto mehr der Geist der Aufklärung und Aufblähung zunimmt und hineindringt in die treuesten Kinder der Kirche.

Seht, als ich lebte, war die auch Welt gottlos; sie war auch wie in eurem Jahrhundert erkaltet in der Liebe und in der Demut, aber eines hatte sie voraus: Die Einfalt des Herzens! Man glaubte noch einfältig wie ein Kind, wenn man auch Bequemlichkeit suchte und sich Vergnügen verschaffen wollte, aber der kindliche Glaube war nicht gewichen. Als darum mein Vater mich verließ, als mein Bruder mich verlachte und verspottete, als meine Freunde mir auswichen, hatten sie in ihrem Herzen noch einen gewissen Schauder, noch eine Ehrfurcht vor Gott und seinen Dienern. Man glaubte und wußte, daß, wenn eine Seele sich ganz Gott hingibt, diese Seele dann einen vertrauten Umgang mit Ihm eingeht, und daher kam es auch, daß, als es einmal bekannt wurde und ich entschieden auftrat und mich nicht schämte und scheute, die Frömmigkeit und meinen Glauben offen zu bekennen, daß sich dann viele an mich anschlossen.

Man wußte nichts von einer hysterischen Frömmigkeit, und daß man jene fliehen und meiden müsse, die sich da an Gott anschließen wie jetzt. Darum ist es viel schlimmer geworden als in diesem Zeitalter, die Welt und die Herzen sind zu Blei geworden, nicht nur erkaltet sind sie, nein, zu Erz, Eisen und Blei sind sie geworden, so daß nichts mehr in sie eindringen will und kann, als was die Welt liebt, was nach der Welt riecht und dem Urteil der Weltkinder gefällt. Harret aus, meine Kinder, harret ihr nur aus; kümmert euch nicht um all diese Dinge. Ihr müßt, wie meine Dienerin schon lange tun muß, die Verachtung verachten. Habt ihr mich verstanden? Ihr müßt ruhig weitergehen.

Seht, eine Stunde mit Jesus zugebracht, ist mehr wert als tausend Jahre unter den aufgeklärten, großen Philosophen zugebracht, die nur nach Aufklärung trachten, die nur der Welt schmeicheln wollen. Niemals kann die Welt glücklich werden durch solche Geister, die da den Wunderglauben vernichten wollen; niemals wird die Welt gerettet werden, wenn sie nicht zurückkehrt zu dem einfältigen, kindlichen Glauben, von dem sie abgewichen ist. Stellt doch ein Kind vor euch, seht, was ihr ihm vormacht, das macht es euch nach, weil es ein gutes, unverdorbenes Herz hat und weil es glaubt, daß, weil ihr groß und erwachsen seid, großgezogen schon, ihr also verständig sein müßt, also auch wissen müßt, was ihr tut. So ahmt es doch einfach nach!

Wenn du jetzt eingehen willst in das Reich Gottes und diesen kindlichen Glauben nicht nachahmst, daß du das, was du Gutes siehst und hörst, nicht aufnehmen willst und sagst: Ei was, das sind ja Simpel, geh darüber hinweg, diese darfst du nicht nachahmen, du mußt tun wie der große Haufen, damit du nicht ausgelacht wirst, so wirst du niemals zu dem kindlichen Glauben kommen, und die Welt wird niemals gerettet werden, wenn sie nicht zum kindlichen Glauben zurückkehrt. Wehe denen, die das alles aus der Zeitung herausgreifen und die Welt von dem Wunderglauben abbringen wollen!

Weh ihnen, ja, weh ihnen! Sie werden die Welt statt zu beglücken, von Gott entfernen und das Übel, statt es zu heben, von Tag zu Tag sich mehren sehen.“

188 Herz-Jesu-Fest im August 1897

„Solange ihr noch nach rechts und links euch ängstlich umschaut, habt ihr noch nicht das ABC gelernt“

Lied: Dem Herzen Jesu singe ...

Barbara: „O mein Jesus! Du Bräutigam meiner Seele! Ich grüße und verehre Dich durch das Herz Deiner heiligsten Mutter, in Vereinigung mit meinem lieben Schutzengel und meinen lieben Patronen und allen gerechten Seelen auf Erden, besonders den Ordenspersonen. Weil ich in dieser Woche beten soll für die Ordenspersonen, so will ich Dir alles aufopfern für die Lauen, die Schwachen und Kalten ganz besonders. Ich empfehle Dir auch alle Sünder, die uns empfohlen sind; denn Du willst ja, daß in der Welt ein Bund entstehe, an dem alle Menschen sich beteiligen können. Gib uns viele Seelen, damit der Liebesbund sich ausbreite; denn nur durch die Bekehrung der Sünder wird die Welt erkennen, daß Du es bist, Der den Bund geschlossen hat am Fronleichnamsfest, und so der Eifer sich entfalte unter den Priestern.

Wenige sind es, die glauben, und darum bitte ich Dich, daß Du Deine Gnade um so mehr über sie ausgießest, damit sie das Feuer Deiner göttlichen Liebe übertragen können in die Herzen ihrer Kinder. Ich empfehle dir auch alle, die in Gefahr sind, eine Todsünde zu begehen, daß Du sie davor bewahren möchtest. Ich grüße Dich durch alle die Schutzengel dieser armen Sünder. Ich empfehle Dir auch alle, die in Gefahr sind, eines schnellen Todes zu sterben. Mögest Du doch Dein Herz öffnen und alle darin verbergen. Durch Deine Todesangst erbarme Dich der Sterbenden!

Ich empfehle dir auch alle Armen Seelen, die uns empfohlen sind, und alle empfohlenen Priester, mögen sie abgestorben sein oder nicht; ich empfehle sie ganz besonders Deinem süßen, liebenden, göttlichen Herzen. Erbarme Dich ihrer, laß sie kosten, wie süß Du bist, wie unendlich gut, besonders die Priester in Mainz, und N. und N. und N. Mache, daß sie von Deinem Geist erfüllt arbeiten am Heil der Seelen. Ich empfehle Dir auch die Neugeweihten, für die ich Dir mein Leiden aufopfere.

Woher kommt es, daß ich den ganzen Tag von früh an so viel leiden mußte? O Herr, nein, ich will nichts wissen, ich will mich blindlings Deinem Willen unterwerfen, in allem ganz und gar Deinem Willen fügen. Wenn alles anders ausfallen sollte, als Du es mir sagst, so will ich es hinnehmen, wie Du es fügst, und die Leiden, die darauf folgen, Dir zum Opfer bringen, und solange meinen eigenen Willen peinigen, bis er Deinem Willen gänzlich unterworfen ist und nur will, was Du willst und wie Du willst.“

Jesus: „Meine Kinder! Dies ist es, was Ich euch heute lehren will. Die Welt steuert darauf los, alles über Bord zu werfen, den Glauben zu untergraben und aus der Welt hinauszuschaffen, weil sie in ihrem Vorhaben keinen Glauben mehr brauchen kann; denn die Völker sind gottlos geworden, und Meine Hand lastet schwer auf Meinem Volk. Wenn das Volk Gottes abgewichen ist vom rechten Weg, dann überlasse Ich es seinem Schicksal und Willen, und wenn es seinem Willen überlassen ist, dann folgt es seinem Willen, und ich habe ihm, dem Menschen, seinen freien Willen gegeben, damit er wählen kann zwischen Gut und Böse. Dies ist ja seine Prüfung, zu wählen zwischen Gut und Böse. Habe Ich ja diesen Menschen Mir ähnlich gemacht, habe Ich Meinen Geist ihm aufgeprägt, damit er, wenn er die Prüfungszeit vollendet hat, er mit Mir herrsche und nicht mehr unterworfen sei, nicht mehr unterjocht, nein, nach dieser Prüfungszeit soll der Mensch mit Mir herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit!

Nun habe Ich ihm, damit der andere Geist, den Ich gleich von Meinem Angesicht auf ewig vertilgte, Mir nicht ein Unrecht vorwerfen kann, dem Menschen zu seiner Prüfungszeit den freien Willen gegeben. Mißbraucht nun der Mensch seinen freien Willen, um Mir dadurch zu mißfallen, um Mein Gesetz zu verachten, um Mein Gebot mit Füßen zu treten, so überlasse Ich ihm seinen Willen, und der Mensch sinkt von Tag zu Tag tiefer hinein in das Laster, unter das Tier, und weil Meine Barmherzigkeit größer ist als alles, was der Mensch in seiner Bosheit nur ersinnen und erdenken kann, darum muß Ich den Menschen von Zeit zu Zeit schon hienieden auf Erden Meine Gerechtigkeit fühlen lassen, um ihn wieder auf die rechte Bahn einzulenken, um dem Menschen zu zeigen, daß Ich allein Gott bin.

Nun ist die Zeit gekommen, und es ist nicht mehr ferne, ja die Morgenröte ist schon da, wo die Völker einer harten Züchtigung übergeben sind und wo die Guten mit den Bösen leiden müssen. Deswegen habe Ich schon bei meiner letzten Belehrung gesagt, daß diejenigen, die zu Mir in Treue halten, Meinen Geist in sich aufnehmen werden und so in sich aufnehmen, daß sie ihren Feinden wie von einem Lichtstrahl umgeben vorkommen; denn sie werden mit einem Freimut vor sie hintreten und sich nicht fürchten vor den Gottlosen, so daß jene Gottlosen kleinlaut und schüchtern dieser Person gegenüberstehen, weil sie sehen, wie ohnmächtig sie sind in all ihrer Bosheit. Es wird die Zeit kommen, wo jeder auf eigenen Füßen stehen und feststehen muß, wo der Bruder nicht auf den Bruder schauen kann, die Schwester nicht auf die Schwester, weil die Züchtigung eine gar herbe und bittere sein wird.

Und seht, weil der Glaube so erschüttert ist unter den Menschen, auch unter den Besten, und sie alles ins Natürliche hineinziehen, diese Menschen, so fällt es schwer, etwas Gutes anzubringen, wenn diejenigen, die Ich hinaussende unter das Volk Gottes, nicht selbst tief eingewurzelt sind in der Demut, die das Fundament des Glaubens ist, des Glaubenslebens. Ihr müßt also bei all den Erfahrungen und Prüfungen, womit Ich euch hin- und herschwenke, ruhig weitergehen, eingedenk der Worte, die Ich dir vor vielen Jahren aufgetragen: ‚Du mußt über dich weggehen und tun, was Ich dir sage.‘

Dieses muß das Losungswort aller Mitglieder des Liebesbundes sein bei allen den Erscheinungen, die da zutage treten, bei all den Bemühungen und Opfern, die sie gebracht und bei denen dennoch das Gegenteil zum Ausschlag gekommen ist, und ruhig weitergehen und feststehen im Glauben; denn es wird die Zeit kommen, wo sich einer am anderen anstoßen und ärgern wird, weil die Menschen sich selbst überlassen sind. Und doch soll die Welt gerettet werden, und doch ist dies alles nur ein Beweis Meiner göttlichen Liebe. Nicht verderben will Ich den Menschen, nur retten mit der Zuchtrute. Fahret so fort wie seither, im stillen zu arbeiten an den Seelen, die euch zugeführt werden, und ihr werdet noch Wunder der Gnade erleben.

Es wird die Zeit kommen, wo ihr gleichgültiger, so gleichgültig allem gegenübersteht, daß ihr euch wähnt, im Paradies zu leben inmitten der größten Trübsal, ja, Ich verspreche euch dieses und all denjenigen, die mit euch gleichen Schrittes gehen, die arbeiten an der Vorbereitung des Liebesbundes, daß sie mitten in der Trübsal in solchem Trost schwimmen werden, als ob alles lauter Liebkosungen und Tröstungen für sie sein sollten. Um dies aber in euch und all denjenigen zu bewirken, die Ich bestimmt habe, Mein Volk zu retten, das sind die Priester, die Ordensleute, die christlichen Familien, die Ich in den Liebesbund einreihen will, und die sich einreihen lassen, sollen sie wie Felsen stehen im Meeresgetöse, im Brausen des Meeres. Wenn das Wasser der Trübsal über ihren Häuptern zusammenschlägt, sollen sie ruhig stehen. Kein Haar von ihrem Haupt soll fallen, soll gekrümmt werden von denjenigen, die auf Mich vertrauen.

Darum harret aus! Steht fest im Glauben und im Vertrauen und in der Liebe, ob einer glaubt von denjenigen, denen ihr es mitteilt, oder nicht. Denn es ist ein großer Fehler und ein Kunstgriff Satans, daß er es fertiggebracht im neunzehnten Jahrhundert, selbst die besten Kinder Meiner Kirche zu einer solchen Schwarzgläubigkeit zu bringen, daß sie den Wunderglauben untergraben helfen, durch dessen Macht so viele Kinder, so viele Heilige, gebildet wurden in Meiner Kirche.

Der Wunderglaube zieht sich wie ein goldener Faden vom Beginn Meiner Kirche bis zum neunzehnten Jahrhundert, und jetzt, ja jetzt wollen Geister aufstehen und das Übernatürliche, was bis jetzt der Menschenverstand nicht erfunden, wollen sie erfunden haben. Jene Priester, die da halten zu solch gelehrten, in der Wissenschaft fortgeschrittenen Geistern, sollen es probieren, ob sie mit ihrer Wissenschaft die Sünder bekehren, die Seelen im Heilsleben vorwärtsbringen und die Seelen durch solch nackten Glauben auch nur um ein Fünklein in der Gottesliebe weiterbringen; dann will Ich ihnen beipflichten. Ich aber sage euch, es wird die Zeit kommen, wo sie sich umstellen und sagen: ‚O Herr, sei mir armem Sünder gnädig. Trete ein, o Herr, rette mich. Herr, rette mich, sonst gehe ich zugrunde!‘ Ja, dann, alsdann werden sie glauben, daß Ich Wunder wirken muß.

Dies alles ist aber die Zuchtrute, womit Ich die Menschen und Meine Diener geißele; denn da sie abgewichen sind vom kindlichen Glauben, überlasse Ich sie ihrer eigenen Vernunft, und ohne es zu wissen, übergeben sie sich ihrer Vernünftelei. Was ist aber die Wissenschaft und Gelehrsamkeit aller Menschen, auch der ganzen Welt zusammengenommen, gegen den Glauben und die Wissenschaft eines einzigen Kindes der katholischen Kirche, das kindlich fromm noch glaubt? Darum werdet nicht irre, wenn hie und da manches vorkommt, denn ihr müßt geschult werden, ihr müßt noch lernen. Die Demut ist die Mutter des Glaubens, und der Glaube erfordert vor allem zum Fundament eine tief gegründete Demut.

Deswegen, um die Demut zu begründen in euch und allen Mitgliedern des Liebesbundes, werde Ich manches über euch kommen lassen, was ihr nicht versteht, und dennoch müßt und sollt ihr glauben; denn Meine ganze heilige Religion, denn Meine ganze heilige Kirche ist ein Asyl, worin die Mitglieder glauben müssen, ohne zu verstehen. Ich wohne unter euch, und ihr versteht es nicht. Ich wohne in euch, in euren Herzen und rede mit euch eine Sprache, und ihr versteht Mich nicht, weil ihr Geschöpfe, armselige Wesen seid, und Ich, euer Schöpfer und Herr, diesen Vorrang vor euch haben muß. Von euch kann Ich nur verlangen, daß ihr Meinen Fügungen demütig euch unterwerfet und Meine Worte glaubt.

Diejenigen aber, die ihr Mir anbefehlet, wenn ihr fortgewandelt in einem tiefen, einfachen kindlichen Glauben, werden gerettet werden, auch wenn es am Rande des Grabes ist. Dieses soll der Lohn sein, den Ich euch geben will und gebe für felsenfesten, entschiedenen, guten Willen. Ohne zu häkeln, ohne zu zweifeln, sollt ihr nur ruhig weitergehen, wenn es auch noch etwas lichter werden wird, aber der volle Tag, das volle Licht, wird erst hereinleuchten, wenn eure Lebensbahn zu Ende ist.

Dann sollt ihr alles in dem Licht schauen, wie Ich es Selbst schaue; dann sollen alle Pläne, die Ich damit gehabt, daß das Licht Ich euch verbarg, daß ihr manches nicht versteht, offen vor euch stehen, und ihr werdet mit Entzücken und aufjubelnd mit allen Engeln und Heiligen einstimmen in den Lobgesang: ‚Großer Gott, wir loben Dich, Herr, wir preisen Deine Stärke, vor Dir neigt die Erde sich und bewundert Deine Werke; wie Du warst vor aller Zeit, so bleibst Du in Ewigkeit!‘

Seht, Meine Kinder, dieser Lobgesang, den Ich Selbst einer gottliebenden Seele in den Mund legte, geht dann erst ganz in Erfüllung, wenn ihr eintreten werdet in jenes Licht, das euch hier in diesem Leben immer noch dunkel vorkommt, wenn ihr eingegangen seid in die ewige Herrlichkeit. Auch wenn Ich eine Seele einführe und ihr einen Teil Meiner Allwissenheit zugute halte, weil Ich durch diese Seele andere herbeiführen, andere leiten und ihnen zeigen will, wie gut Ich bin, so ist dieses Licht aber doch nur ein Dunkel; denn ihr alle müßt bekennen, daß ihr schwache, armselige Geschöpfe seid vor Mir, die Meine Hand erschuf und die sich Meinem Willen beugen müssen. Aber sooft dieser Lobgesang angestimmt wird, dann erinnert euch, was Ich gesagt heute abend. In der Ewigkeit, an der Goldenen Pforte, werdet ihr erst erfahren, was dieser Lobgesang bedeutet.

Darum häkelt und zweifelt nicht, wenn euch manches dunkel bleibt; denn auch die gelehrten Geister, die in der Theologie oder Weltweisheit und Wissenschaft bewandert und gelehrt sind und sein wollen, sie alle sind nur vor Meinen Augen ein armer bunter Schmetterling, der sich da schön vorkommt, weil er bunte Farben trägt, die Ich ihm gegeben. So ist jeder, der sich an dieser Weisheit und Wissenschaft ausgebildet glaubt und gefällt, die Ich, Sein Gott und Herr, ihm aber gegeben, weil Ich durch ihn andere belehren will und zeigen will, wie groß der Geist sein müsse, der solches in einem armseligen Menschenherzen erschaffen kann.

Siehe, du armer Gelehrter, der du nicht mehr glauben willst an Wunderdinge, ein bunter Schmetterling bist du, der sich in seinen Farben gefällt und sich tummelt, dem die Kinder nachlaufen und Beifall klatschen und den sie fangen wollen, und den Ich vor ihren Augen vernichte und ins Grab stürze, ins Grab der Verwesung. Siehe auch du, du hochgelehrter Geist, ein Schmetterling bist du, dem Ich die Wissenschaft gegeben, und wenn Ich sie von dir nehme am Rande des Grabes, so sinkst du zurück in den Staub der Erde, von der Ich dich genommen habe. Aber den kindlichen Glauben, den einfachen, kindlichen Glauben, den Ich dich lehren will und zu dem Ich sehnlichst wünsche, daß du zurückkehrst, den wird dir niemand nehmen können; er wird mit dir hingehen vor die Goldene Pforte, vor das große Tor, das abschließt mit der Zeit und einführt in die Ewigkeit. Der kindliche Glaube wird übergehen mit dir ins volle Schauen, ins volle Licht, und du wirst alles, was dir dunkel vorkommt, in vollem Licht und Glanz schauen und begreifen, warum Ich so manches dunkel dir ließ hier in dieser Zeit, in dieser Prüfungszeit; denn du mußt wissen, daß Ich allein Gott bin, daß Ich allein Mir vorbehalte, zu wissen die Wissenschaft der Weisen.

Also geht ruhig weiter, und solange ihr noch nach rechts und links euch ängstlich umschaut, habt ihr noch nicht das ABC gelernt. Merkt es euch, nicht nur ihr, auch alle die Priester, denen Ich dieses Blatt in die Hand gebe. Merkt es euch nur! Erstens sollt ihr gebildet werden in der Kreuzesschule, damit ihr tragen lernt das Kreuz, das Ich nun einmal auf jedes Menschen Schulter gelegt in der weisen Absicht, die Ich nur Mir allein vorbehalte; denn daß Ich den einen reich, den anderen arm erschuf, daß Ich diesen bestimmt zum Lehren und jenen zum Arbeiten, diesem ein großes Talent und jenem ein schwaches Talent gab, ist alles ein Geheimnis, das Ich Mir allein vorbehalte, und du armer, schwacher Mensch weißt nicht, warum Ich dies tat und sollst es nicht wissen, weil du Mein Geschöpf bist.

Zum zweiten sollen die Mitglieder, denen Ich das Blatt in die Hand spiele, und die es lesen, Mir einen kindlichen Glauben entgegenbringen, glauben, daß Ich die Macht habe, Meine Geschöpfe zu warnen, und daß Ich auch die Liebe und die Macht habe, Meine Geschöpfe zu überzeugen, daß Ich sie liebe und Mich dazu eines armseligen, unwürdigen Geschöpfes bedienen will, dem niemand belegen kann, daß es die Weisheit, die Ich in ihm wirke und über sie ausgieße, aus den Büchern oder aus dem Studium hat. Zum dritten sollt ihr Mir entgegenbringen, ihr Mitglieder des Liebesbundes, eine recht uneigennützige Nächstenliebe.

Es soll euch gleich sein, wer es ist, den ihr Mir zuführt, ob fremd oder bekannt, ob in der Familie oder fernstehend. Allen, allen Menschen müßt ihr ein warmes Herz entgegenbringen, ein mitleidiges Herz, ein gutmütiges Herz, und wo ihr nicht die leiblichen Werke der Barmherzigkeit ausüben könnt, da um so mehr die geistigen zu Hilfe nehmen. Mit einem Wort, das Schifflein, das steuert im Liebesbund, soll sich von den Wellen, wenn sie auch noch so hoch gehen, nicht umstürzen lassen.

Es soll mit den Wellen gehen, ob bergauf oder bergab, immer den Blick auf den Mastbaum gerichtet halten. Der Mastbaum ist der Aufblick zu Gott, zu Mir, ist mit einem Wort die Liebe zu Mir! Habt ihr Mich verstanden, Meine Kinder? Die Liebe, die Liebe will Ich vermehren in euch!“

Barbara: „O mein Jesus! Wie gering ist noch unsere Liebe und wie wenig alles, was wir tun gegen Deine unendliche Liebe; denn Du bist auch gar zu gut mit uns. Doch sieh in unseren Herzen das feurige Verlangen, Dich so zu lieben wie die liebe, heilige Magdalena und so für Dich zu eifern wie die heilige Theresia. Vervielfältigen möchten wir uns für Dich; denn die Zeit reicht uns nicht aus, denn wir wünschten, den ganzen Tag in Deiner Nähe zu sein vor Deinem Tabernakel, um Dich zu lieben und anzubeten, aber auch den ganzen Tag an den Seelen zu arbeiten, daß auch sie Dich lieben. O hilf uns doch, mit doppelter Kraft für Dich tätig zu sein und ersetze aus Deinem lieben Herzen, was wir nicht vermögen!“

Jesus: „Ich verlange gar nichts von euch, als daß ihr ruhig weitergeht in allen Trübsalen und Verhältnissen, wie sie kommen, mit derselben gleichen Liebe alles behandelt, was euch in den Weg tritt, durch Worte des Trostes und der Ermunterung, wo ihr sie anbringen könnt. Desgleichen bitte Ich Meine treue Dienerin N., saget ihr einen herzlichen Gruß, und daß Ich mit ihrem Wirken sehr zufrieden bin. Möge sie doch überall so wirken, wo sie mit einem Priester zusammenkommt, diesen Geist, den sie in den Schriften findet, hineinsenken in seinen Geist, ihm beibringen, wie notwendig ein kindlicher Glaube in jetziger Zeit ist; denn es ist nicht anders und kann nicht anders mehr abgehalten werden, als daß Ich das Volk züchtige, und es bedarf starker Männer, um nicht zu wanken in solchen großen Wirren, wie sie kommen werden.

Ich habe dir wiederholt gesagt, schon lange, daß, wenn die Schwerter klirren, wenn das Wehgeschrei auf der ganzen Welt ertönt, es einen großen Kampf kosten wird, Ich Meine Diener hinaussenden werde als Friedensboten, und daß die Welt durch sie soll gerettet werden, die Kirche zur Blüte gelangen soll. Seht, da brauche Ich starke Männer, starke Seelen, die Meine Kirche unterstützen durch Gebet und Opfer und Sühne, und da habe Ich sie erwählt, fest zu stehen zu solchen Zeiten. Ich erwähle dazu alle, die Ich in den Liebesbund einführe, und die sich einführen lassen. Sie alle sollen wie Felsen stehen im Sturm der Zeiten, im Glauben nicht wanken!“

Barbara: „O Herr, ist die Tante N. von N., die ohne Sakramente starb, gerettet?“

Jesus: „Verdammt ist sie nicht, aber sie soll fühlen, daß sie unter der Hand eines gerechten Richters sich befindet; Ich habe den Menschen nicht erschaffen zu seinem Verderben. Darum ist Meine Barmherzigkeit eine unendlich große, Meine Langmut eine unendlich große, und nur der Mensch geht verloren, der absolut Mich von sich stößt. Viele, viele werden gerettet um des Gebetes und um der Werke so vieler Heiliger willen.

Ihr müßt wissen, daß das neunzehnte Jahrhundert, obwohl gottlos, daß es viele, viele erfreuliche Zeichen an sich trägt, und Ich habe euch wiederholt gesagt, daß kein Jahrhundert so große Heilige hervorbringen wird wie dieses; heldenmütige Seelen gibt es; Ich lobe ihren Eifer; zahlreich sind sie, wenn auch verborgen der gottlosen Welt. Und merkt es euch, alle, die um Meinetwillen Verfolgung leiden, denen man zuruft: ‚Seht diese, seht jene, seht diesen Betbruder, seht jene Betschwester, seht den Pfaffen da, den Simpel‘, sie alle sind diejenigen, die um der Gerechtigkeit willen Verfolgung leiden, um Meines Namens willen, sie alle gehören zu den Auserwählten. Darum freut euch und frohlockt, daß ihr unter diese Zahl gerechnet seid. Wisset, daß euer Lohn unendlich groß ist im Himmel!“

189 Zweiter Freitag im August 1897

„Die Menschen, die Ich zu großer Gnade erheben will, müssen erst tief beschnitten werden“

Lied: Ihr Kräfte der Seelen ...

Barbara: „O mein Jesus! Süßester Bräutigam meiner Seele! Ich danke Dir für die Liebe und Herablassung, mit der Du mich heimsuchst. Wie soll ich Dich empfangen, wie Dir mein Herz bereiten? O komme, Geliebter meines Herzens, nimm hin meinen Leib mit seinen Sinnen, meine Seele mit all ihren Kräften, mein Herz mit allen Neigungen. O liebe Mutter, nimm Du hin alle Kräfte meines Geistes und meines Herzens, alle Sinne meines Leibes, tauche sie ein in das kostbare Blut Jesu Christi, daß sie, gereinigt und geheiligt, würdig werden, Ihm zu dienen, sich ganz Ihm hinzugeben, in Ihm zu wohnen und Er in mir! Bekleide Du mich mit Deinen Tugenden, schmücke mich mit Deiner Liebe, Deiner Demut, Geduld, Herzensreinheit, daß ich Ihm wohlgefällig sei und würdig, Deinem allerliebsten Sohn entgegenzugehen. Gelobt sei Jesus Christus!“

Jesus: „Meine Tochter, komm mit Mir auf den heiligen Berg, von wo aus du wunderbare Dinge sehen sollst. Meine Tochter, was siehst du hier?“

Barbara: „Eine weitausgedehnte Ebene; eine Ebene... Mein Geist ist zu schwach, um zu beschreiben, was ich hier sehe: Eine unaussprechlich liebliche Gegend, wie ich mich hier ausdrücken will, Friede und Freude herrschen überall, soweit mein Auge reicht!“

Jesus: „Es ist die Wohnung der Seligen, es ist die Wohnung, wo diejenigen sich befinden, die vor euch hingezogen sind in die ewige Herrlichkeit.“

Barbara: „Ich sehe aber doch niemand, mein allerliebster Herr!“

Jesus: „Warte nur ab, du sollst schon noch sehen!“

Barbara: Und jetzt sehe ich die liebe Mutter Gottes, die Königin der Herrlichkeit, die Himmelskönigin, die Königin der ewigen Herrlichkeit, die Königin dieser himmlischen Stadt. Sie ist umgeben mit einer Schar Jungfrauen, unzählbar groß aus allen Nationen und Geschlechtern; Sie trägt ein blendend weißes Gewand, das wie Silber schimmert, ja wie Perlen, wie Glasperlen im Sonnenlicht, so glänzt das Gewand. Sie ist verschleiert rund um das Haupt wie eine Braut. Sie trägt eine Krone über diesem Schleier mit vielen Edelsteinen besetzt. In der Hand hat Sie die Lilie, in der anderen Hand trägt Sie ein Gefäß mit lauter goldenen Ringen angefüllt, ähnlich wie die Ringe der Brautleute, und in der Rückseite dieser Ringe ist überall ein Name eingraviert: Maria. „Mein Jesus! Was bedeutet dieses Gefäß, diese goldene Schale, und was willst Du mir damit sagen mit diesen Ringen, die ich in diesem Gefäß sehe? Sind es die Ringe für jungfräuliche Seelen, die Ihr nachfolgen wollen?“

Jesus: „Nein, Meine Tochter! Du siehst hier Meine Mutter als die königliche Braut der Priester, Meiner Diener! Sie ist jetzt eingegangen in Ihre Herrlichkeit; Sie weilt jetzt nicht mehr unter Meinen Aposteln; Sie kann jetzt nicht mehr dem Auge sichtbar, dem Ohr hörbar, den sinnlichen Gefühlen wahrnehmbar, unter ihnen Sich aufhalten. Und doch will Sie noch unter ihnen weilen, will noch ihre Gefährtin sein wie damals, als Sie noch unter ihnen lebte. Denn Meine Apostel sind noch auf Erden und werden auf Erden weilen, solange die Welt besteht, in Meinen Priestern, im katholischen Priestertum!

Darum wünsche und verlange Ich, daß Meine Diener Sie annehmen als ihre königliche Braut, sich mit Ihr geistigerweise vermählen. Und was ihnen abgeht an natürlichem Gefühl, sollen sie um so inniger in ihrem Herzen, in ihrem Geiste fühlen und umfassen. Sie sollen wissen, daß sie in Ihrer Nähe sich aufhalten, daß sie unsichtbarerweise in Ihrer Nähe sind, vielmehr ihre Braut unsichtbarerweise bei ihnen steht bei Tag und bei Nacht.

Für diejenigen Priester nun, die diese Verlobung eingehen werden, sind diese Ringe bestimmt, und an dem Tage, wo sie sich geistig erweise mit Meiner Mutter vermählen, werde Ich Selbst diesen Ring bei ihrem heiligen Meßopfer, in dem Augenblick, wo Ich in sie eingehe, an ihren Finger stecken. Ich Selbst werde der Hohepriester sein, Der sie mit Ihr vermählt.

Siehe, Meine Tochter, dies ist es, was Ich dir hier zeige. Das schöne Fest naht heran, wo Meine Kirche feiert: Die Aufnahme Meiner Mutter, den Einzug in den Himmel, wo Sie als Königin aller Engel und Heiligen von der Allerheiligsten Dreifaltigkeit gekrönt worden ist.“

Maria: „O seht, Meine Kinder, o kommt und folgt Mir, kommt und seht, wie groß die Schar derer ist, die da Mir folgen in diesen himmlischen Räumen!“

Barbara: Zunächst sind es die Jungfrauen, die Sie begleiten, die Sie umgeben, alle, alle, ohne Ausnahme, jeden Alters, jeden Geschlechtes, mögen sie in stiller Zurückgezogenheit, hinter stillen Klostermauern, oder in der Welt ihre jungfräuliche Krone sich erworben und verdient haben.

Jesus: „Du siehst hier keinen Unterschied. Siehe, was diese Mir durch die Gelübde des Gehorsams und der freiwilligen Armut zum Opfer bringen, das müssen jene durch Geduld Mir ersetzen, durch Geduld und Freigebigkeit in allen Werken der Gottes- und Nächstenliebe. Diese haben freiwillig verzichtet auf alles, was Ich ihnen gegeben und ihnen von Rechts wegen zustand; jene aber besitzen noch, aber sie besitzen nur, um anderen Freude zu machen mit dem, was sie entbehren können; sie genießen nur das Allernotwendigste zum Leben und alles, was sie sich vom Munde absparen, fließt in die Hände der Kirche und der Armen. Darum siehst du hierin, daß Ich gar keine Ausnahme mache.

Eine Jungfrau im ganzen Sinn des Wortes, wenn sie lebt als Jungfrau, mag sie stehen, wo sie will, ist sie Mir gleich lieb; von der Keuschheit nicht zu reden. Denn das Wort Jungfrau bringt dies schon mit sich, weil sie in der Welt gerade so keusch leben muß wie im Kloster. Vom Gehorsam siehst du auch keine Ausnahme; diese sind unterstellt einem Obern oder einer Oberin, und dieser müssen sie gehorchen; jene aber in der Welt müssen sich von allen Seiten so bedrängen und beengen lassen, daß, was an einem Obern ihnen abgeht, Ich ersetzen muß. Sie müssen sich so unbedingt Meinem Willen unterwerfen, Mir gehorsam sein wie der Ordensmann einem Obern; denn sie stehen mitten in der Welt, und diese macht nur Ansprüche an eine jungfräuliche Seele, um sie auszunützen für den Ehestand. Die Jungfrau soll nur Tag und Nacht darauf bedacht sein, das Geld und das Vermögen der Familie zu vermehren, diesem ihrem Oberhaupt, dem Ich sie beigesellt.

Ich aber habe sie in die Familie gestellt, weil Ich durch sie den Eheleuten ein gutes Beispiel geben und zeigen will, was Ich verlange: Daß eine Jungfrau Mir gehört und Ich ihr Herr bin, daß diese Seele Mir dienen soll, Mir unterworfen ist. Und darum muß Ich so unbedingt auftreten und verlangen, daß diese Seele sich unbedingt Meinem Willen unterwirft, Meinem Willen folgen muß, ob es Verdruß gibt oder nicht. Da braucht es viel Geduld für eine solche Seele; denn von allen Seiten wird sie viel beschimpft, gelästert und verfolgt werden. In der Gemeinde gibt es üble Zungen, die ihr Übles nachreden, in der Familie gibt es manche Zwistigkeiten, weil sie geradeaus geht und manchmal nicht paßt in die Familie, weil sie einen anderen Weg geht und auch gehen muß.

Seht, Meine Kinder, darum müßt ihr euch nicht wundern, daß Ich hier keinen Unterschied mache, wenn sie alle Meine Mutter begleiten, wenn all diese jungfräulichen Seelen Hand in Hand gehen, Meiner Mutter folgend. Sie sind die Erstlingsfrüchte Meiner Kirche, sie sind die Blüten, die Blumen im Garten Gottes, die emporsprossen und herrlich sich entfalten sollen; sie sind die Frühlingsblumen Meiner Kirche.

Nun aber siehst du, wo noch eine große Schar folgt und hart sich anschließt an die Jungfrauen, das sind die Witwen, denen nicht mehr nach einem Mann gelüstet, welche die zweite und dritte Ehe ausgeschlagen haben und aus Liebe zu Mir jetzt jungfräulich leben wollen. Diese kommen nach den Jungfrauen und genießen den zweiten Rang nach Meiner Mutter. Jetzt siehst du eine andere Schar aus allen Geschlechtern: Männer, Frauen, ganze Familien, Kinder, wie sie sich anschließen. Das sind jene, in deren Familien der Rosenkranz gepflegt wurde. Siehst du!“

Barbara: „O mein Gott! Ich danke Dir! O lieber Vater, o liebe Mutter, bittet doch Tag und Nacht, daß wir alle zusammen uns auch anschließen. O mein Jesus, Ich danke Dir für diese unaussprechlich große Gnade; es ist das zweite Mal, daß ich sie sehe.“

Jesus: „Meine Tochter! Ich will dir nur vorübergehend zeigen, und an diesem Bilde, das Ich dir zeige, sollen die Menschen erkennen, wie hoch Ich es veranschlage, wenn das Familienleben geheiligt ist durch gemeinsames Rosenkranzgebet. Siehe, die Familie, in welcher der Rosenkranz gebetet wird, ist eine geheiligte Familie in Meinen Augen, wenn auch ein Glied derselben abweichen sollte, wie es ja bereits in allen Familien vorkommt; denn Ich muß Kreuze schicken.

Das Familienleben hat gar viele Annehmlichkeiten; denn auch in den ärmsten Familien lebt man oft recht glücklich und zufrieden, da muß Ich Kreuze schicken, und eines der größten Kreuze ist, wenn ein Familienmitglied hin und her wankt und der Familie Kummer macht, aber Ich muß zuweilen diese Kreuze schicken. Ich verspreche aber allen Familien, daß in denjenigen Familien, wo das Rosenkranzgebet geübt wird, keines verlorengeht. Deswegen wollte Ich dir deine Familie zeigen, wie sie an diesem Tag Meine Mutter begleitet. Ich will dir nur den Triumphzug zeigen, der am Fest Mariä Himmelfahrt in der triumphierenden Kirche gefeiert wird.“

Barbara: „O Herr, ich danke Dir für die glückliche Erscheinung. O mein Gott, der glückliche Vater!“

Jesus: „Ja, der springt dir immer am meisten in die Augen, weil du so viel für ihn getan, weil er dir so viel Kummer gemacht, und deswegen er dir am meisten dankbar ist unter all deinen Geschwistern, weil du am meisten für ihn getan!“

Barbara: „O könnt’ ich doch hinausgehen in die Welt und all Deinen Kindern sagen, daß man aushalten muß im Gebet, daß nichts verlorengeht, daß jedes, auch das geringste Werk belohnt wird, das man für die Eltern tut. O ich danke Dir, daß Du meine Familie so vereinigt, daß ich denke, ich sehe sie im Himmel, wenn ich dereinst dorthin gelange. O liebe Eltern, ich grüße euch durch das süße Herz Jesu Christi und bitte euch, laßt nicht nach zu bitten und zu flehen, bis wir alle vereinigt Gott loben und preisen.“

Und ich sehe die Familie N. Ja, eine außergewöhnliche Glorie genießt diese Familie ob der Erziehung dieser Kinder. Eine Schar ist um sie und ein Glanz geht aus von dieser Familie und vereinigt sich mit einigen Punkten auf Erden. Es ist dieses der Wirkungskreis, wo die Kinder sich befinden; denn die Gnaden strömen über die Kinder, und weil die Kinder dieser Gnaden und dieses fürbittenden Gebetes sich würdig machen, geht ein beständiger Austausch von Liebe und Gnade auf die Erde und von ihr wieder zurück.

Jesus: „Siehe, das ist ein Vorbild von jenen glücklichen Eltern, die Kinder auf Erden zurücklassen, die aber im Himmel leben, die zwar den Staub der Erde noch berühren, aber deren Wandel im Himmel ist, die allem Irdischen losgesagt, nichts mehr mit der Welt gemein haben, nichts mehr besitzen als nur die Liebe Gottes. O glückliche Eltern, o glückliche Kinder. Siehe, was du bei anderen nicht siehst, ist, weil die Kinder, die der Welt dienen, nur sorgen für die Güter und Freuden dieser Welt, die nur ihre Kinder in der Welt zurücklassen, um wieder für die Welt zu sorgen und die Welt zu zieren, jene aber sorgen für den Himmel, um den Himmel zu zieren, Gottes Ehre zu vermehren, Gott zu verherrlichen.

Darum dieser Austausch von beständiger Gnade und beständiger Liebe hin und her. Dasselbe kannst du auch sehen in deiner Familie; es sind noch mehrere um sie, und das sind die, die eingegangen sind in die Herrlichkeit.

Du mußt wissen, daß dieser Austausch von solchen Seelen, in deren Familie eine solche sich befindet oder mehrere, große Gnaden über die ganze Familie herabzieht, über jedes einzelne Glied bis ins vierte Glied heraus; so lange noch in einem Glied das Blut der Familie strömt, solange strömt dieser Austausch von Gnade und Liebe. So viel ist eine Seele wert, eine Mir geweihte Seele!

Dieser Schatz ist nicht zu ergründen; denn du mußt wissen, jede Seele ist Mir ähnlich, aber eine Seele, die sich ganz Mir geweiht, die Ich ganz in Besitz genommen, die Mir kein Hindernis setzt, hat eine große Ähnlichkeit mit Mir, und hat darum auch große Gütergemeinschaft mit Mir und alle diese Güter, die Ich besitze, teile Ich aus dieser Seele, und diese teilt sie aus zuerst ihren Angehörigen, allen, die ihr nahestehen, allen, die ihr Wohltaten zufließen lassen und durch deren Güter sie lebt.“

Barbara: „Ist der Bruder von der Familie N., der Bruder der Frau, auch dabei?“

Jesus: „Diese stehen für sich, die lebten nicht in dieser Familie bis zu ihrem Tode. Meine Kinder, noch muß Ich euch sagen: Seht, Ich habe euch einen Blick tun lassen in die unendliche Herrlichkeit, die all diejenigen dereinst besitzen werden, die Meiner Mutter nachfolgen, Meine Mutter treu und kindlich verehren und in allen Nöten sich zu Ihr flüchten, und weil deine Mutter ihre Familie so sehr ermunterte und ihre Kinder an Meine Mutter angewiesen, so habe Ich sie euch gezeigt. Es ist aber nicht der ganze Plan, den Ich heute abend mit dir vorhabe.

Ich habe dir im Anfang gezeigt, wie Meine Mutter verschleiert als Priesterbraut in der einen Hand die Lilie, in der anderen, in der linken Hand ein Gefäß trägt, ein goldenes Gefäß, ganz mit Ringen angefüllt. Damit der Hauptgedanke nicht verlorengeht, muß Ich dir beibringen, daß es Mir leid und sehr wehe tut, daß so wenige Priester glauben, und die Worte, die Ich durch dich an sie richte, nicht mehr beherzigen. Würden sie dieselben beherzigen und darüber nachdenken, o wie vieles könnte besser gemacht werden, wie vieles würde anders sein, wie würde die Liebe einziehen in so manches Priesterherz. Der Trauring, den die Eheleute sich einander geben, soll sie fortwährend an die Liebe und Treue erinnern, die sie sich gegenseitig versprochen und gelobt haben. Diese Liebe und Treue soll sie aufrecht halten in all den Schwierigkeiten des Berufes, und wenn sie ein Leid auf vier Schultern tragen, ist es gewiß leichter als auf zwei Schultern.

Siehe, das wollte Ich heute abend mit dir besprechen. Wenn mehr Priester sich anschließen würden und die Worte in sich aufnähmen, die Liebe müßte in den Herzen der Priester sich mehren, die Liebe zu Mir, die Liebe zu ihrem heiligen Beruf; denn sie alle sind ein anderer Christus. Wie viele aber gibt es, die ihre Würde tragen und ansehen als ein Joch, die sie nicht mit Liebe tragen. O wenn doch alle Priester die Schriften nähmen und sie gut studierten, die Liebe müßte einziehen in ihr Herz, die Liebe zu ihrem heiligen Beruf, und diese Liebe, die da in sie eingeht, müßte ihren Beruf erleichtern, daß sie mit Freuden die Last tragen, die Ich ihnen auferlegt, und diese Liebe würde übergehen in so viele Untergebene, und wie manches würde dadurch gebessert!

Mit Honig fängt man mehr Mücken als mit Essig, sagt ein altes Sprichwort. Wenn Ich aber sage, daß sie sich vermählen sollen mit Meiner jungfräulichen Mutter, und sie sich dann bei der Last und Mühe ihres Tagwerkes abgemüht, erschöpft an Geist und Leib, am Abend Ihr sagen: ‚Sieh, meine geliebte Braut, wie ich mich heute abgemüht, komme und ersetze mir, laß mich ausruhen an Deinem Herzen.‘ Wie ganz anders würde es ausschauen auf dieser Erde in Meiner Kirche. Vieles, vieles könnte gerettet werden. Ihr müßt nicht glauben, daß Ich euch Bürden auferlege, die ihr nicht tragen könnt, die ihr zu tragen nicht imstande seid. Aber die Liebe versüßt jedes Leiden. Es steht zwar schlimm in der Welt, die allgemeine Menschenfurcht, die Verzagtheit und der Kleinmut Meiner Diener und Meiner Kinder macht sie aber noch viel schlimmer, diese Zeit.

Mit gutem Willen, mit Liebe, mit Geduld kann der Mensch alles. Er kann Menschenherzen umwandeln, Wölfe in Lämmer verwandeln. Wenn ihr nicht glauben wollt, dann seht auf jene, die es bereits tun. Ist es nicht besser zu glauben, daß Ich die Macht habe, in einer Seele zu wirken, als alles über Bord zu werfen und der Welt nachzusagen, nachzusprechen, wie die Welt den Gelehrten spielen will und nichts annehmen, weil es jenen nicht mehr in dies Fach hineinpaßt. Ihr aber, Meine Kinder, freuet euch und fahret so fort!“

Barbara: „O Herr, N. läßt fragen, ob sie diese Person behalten oder entlassen soll?“

Jesus: „Sie soll sie nur nicht fortschicken, Geduld und Liebe überwindet alles; fehlerhafte Menschen seid ihr alle!“

Barbara: „O Herr, ist N., der 1862 starb, gerettet?“

Jesus: „Verloren ist er nicht, er hat aber noch zu leiden.“

Barbara: „O Herr, soll N. denn den Prozeß weiterführen?“

Jesus: „Sie soll sich nur nicht zu viel in solche Dinge verwickeln; sie soll ihren Geist frei machen, so bald als möglich soll sie diese Dinge beenden und sich nicht unnütze Sorgen machen. Ich habe ihren Lebensweg so zurechtgelegt, damit sie Mir besser dienen kann. Sie soll nicht zu ängstlich sein und sich in das fügen; denn ohne Schmerz, ohne Wunden geht es nicht ab. Die Menschen, die Ich zu großer Gnade erheben will, müssen erst tief beschnitten werden, ausgegraben die unnützen Auswüchse des menschlichen Herzens! Sie ist gut veranlagt und hat ein gutes Herz, aber so in diesem weichlichen Leben hätte sie Mir wenig Freude gemacht, und ihr Kind, das ganz verwöhnt und verzogen worden wäre durch die Liebkosungen ihres Mannes, wäre Mir noch ganz entrissen worden. So aber halte Ich beide gefangen.“

Barbara: „O Herr, soll denn die Tochter heiraten oder ins Kloster gehen?“

Jesus: „Die hat ihren freien Willen, die soll nur wählen. Ich zwinge niemand und lege niemand ein Joch auf, außer Ich verlange seine Einwilligung. Ein freiwilliger Dienst gefällt Mir. Sie kann Mir auch dienen im Ehestand. Besser ist eine brave, fromme Mutter als eine leichtsinnige Klosterfrau.“

Als Barbara vor einigen Tagen für einen verstorbenen Protestanten den Rosenkranz gebetet hatte, erschien ihr dieser und sagte:

„Danke doch meiner Frau für alles, was sie für mich getan hat. Es geht mir schon viel besser. Glückselig der Mann, dem der liebe Gott ein christliches Weib an die Seite gestellt hat. Sie ist der größte Schatz, den er nur besitzen kann; denn als ich meinen Tod nahen fühlte, nahm ich meine Zuflucht zur katholischen Kirche und machte das Versprechen, falls ich gerettet werden sollte, wollte ich zur katholischen Kirche übertreten. Somit starb ich in der Begierde, ein katholischer Christ zu werden, und weil mein gutes Weib schon so viel für mich geweint und getan, und weil ich gestorben bin in der Begierde nach dem katholischen Glauben, so werde ich gar nicht wie ein Andersgläubiger behandelt. Der liebe Gott hat mich sehr befördert. Ich bin zwar noch nicht im Himmel, aber es geht mir viel besser; ich bin sehr zufrieden.“

190 Mariä Himmelfahrt 1897

„Kein Wort soll vergebens gesprochen sein, es ist begleitet mit einer übernatürlichen Kraft, ... die bis jetzt euch verborgen ist.“

Lied: Himmelsfürstin ...

Barbara: „O hochgebenedeite, o unbefleckte, süßeste Himmelskönigin, o Jungfrau Maria! Ich danke Dir für das unaussprechliche Glück, daß wir Dich begrüßen können. Ich danke Dir im Namen meiner beiden Mitschwestern, im Namen meiner Angehörigen, aber auch im Namen aller, die Dich lieben, und derer, die Dich nicht lieben. Ich grüße Dich im Namen der Heiligsten Dreifaltigkeit, Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist.

Gewähre uns die Gnaden, um die wir Dich anflehen in dieser heiligen Stunde, erflehe allen Menschen ein Quentlein jener Gnade, die Dir am heutigen Tag zugeflossen ist, das erste Mal, als Du Deinen Sohn in der Herrlichkeit erblicktest, als sich alle Engel und Heiligen um den Thron Gottes versammelt hatten. O gib all denjenigen, die Dich lieben wollen, die Gnade der Bekehrung, daß wir alle einstimmig, mit Dir vereinigt, Deinen Sohn und Dich, unsere liebe, gute Mutter, lieben, loben und preisen.

Ich empfehle Dir auch alle Sterbenden, die in dieser Nacht vor den strengen Richterstuhl Gottes geführt werden, alle schweren Sünder, die in Gefahr sind, eine Todsünde zu begehen. O verhüte sie! O könnte ich erflehen, daß alle Menschen gerettet werden! In Vereinigung mit allen Mitgliedern des Liebesbundes bitte ich Dich, laß Gnade widerfahren. O erflehe, daß der Kanal noch immer mehr sprudele durch das Priestertum, daß sie einsehen, wie sehr Dein Sohn wünscht, daß die Priester sich geistigerweise mit Dir vermählen. Stehe ihnen bei, wenn sie in den Beichtstuhl gehen und auf der Kanzel stehen, wenn sie zu Kranken gehen. Lenke und leite ihre Schritte, daß sie keinen sündhaften Gang tun. Ich empfehle sie alle Deinem mütterlichen Herzen, ganz besonders den Heiligen Vater, alle Bischöfe der ganzen Welt, und ganz besonders den Bischof von N. und N., alle Priester, die uns leiten, ganz besonders N., der mir geholfen, daß ich den Weg der Sünde verließ und den guten Pfad betrat, soviel in meinen schwachen Kräften stand.

Und was mir fehlt, wollest Du ersetzen und alle meine Fehler bedecken. Bekleide mich mit Deinem Schutzmantel, erflehe mir eine große Liebe zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit, zu Dir und allen Menschen, Geduld in Trübsalen und Leiden, eine tief gegründete Demut, Nächstenliebe, Stillschweigen und alle Tugenden, die mir noch fehlen.“

Maria: „Erhebe dich, Meine Tochter, schau und folge mit dem Auge deines Geistes, was dir alles gezeigt werden wird. Glückselig seid ihr, ihr Kinder Meines lieben Sohnes, ja glückselig seid ihr, denn Er ist es, Der euch zusammengeführt und den Liebesbund mit euch geschlossen hat, glückselig seid ihr, weil ihr geglaubt habt; denn alles, was der Herr euch sagen wird, wird in Erfüllung gehen. Folget nur Seiner Lehre, tut nur Seinen Willen, und glückselig werdet ihr eingehen, so wie ihr seht, daß Ich aufgenommen wurde heute in die Gemeinschaft Meines lieben Sohnes.

Denselben Weg werdet ihr finden wie Ich, denselben überglücklichen Gang werdet auch ihr machen, wenn eure Laufbahn auf Erden zu Ende geht.“

Und höher und immer höher schwebt Sie hinauf über diese Gefilde, und der ganze Himmel ist weit geöffnet. Und ich sehe eine Schar, die ich nicht zu beschreiben imstande bin, Ihr entgegeneilen, ihre Königin zu begrüßen; und Sie wird umschlossen von einer lichten Schar, und steigt immer weiter empor, empor... Barbara sang das

Lied: O Du heiligste, Du jungfräulichste, süße Jungfrau Maria, Trost im Leiden, reichster Quell der Freuden, bitte für uns, Maria ...

Maria: „Meine Kinder! Seht, wie glückselig der Augenblick ist, wo unsere Seele hinübergeht über die Gefilde dieser Erde und einzieht in jene Herrlichkeit, die kein Auge gesehen, kein Ohr gehört und in keines Menschenherz gedrungen ist. Seht, der Augenblick ist gekommen, wo Ich, allem Leiden enthoben, eingehe, um nichts mehr zu tun, als nur zu genießen und immer und ewig zu genießen und immer und ewig auszuruhen von aller Mühsal, die kurz und schnell vorüber ist. Obwohl Ich lange Zeit auf Erden weilte, so ist es doch nur ein Augenblick gegenüber der nie endenden Ewigkeit.

Seht, Meine Kinder, auch für euch schlägt die glückliche Stunde, wo ihr eingehen werdet in die Stadt Gottes, um nie mehr zurückzukehren. Noch eine kleine Weile, und die Prüfung ist überstanden und der glückliche Augenblick ist da. Seht, euer kleines Leben, wie schnell geht es dahin, und schaut euch um, ob Mein Lebensweg minder gedrückt und leidend war als der eurige. Jedem Erdenkind ist das Ziel gesteckt, es hat seine Aufgabe, und solange die Welt ist, wird niemand ergründen, wie weise und wie lieblich der Herr diese Harmonie eingerichtet, diese Harmonie, die da zusammenwirkend in den Augen Gottes so übereinstimmend ist, so wunderbar geordnet ist, daß Er Sich freut, wenn Er Seine Schöpfung übersieht. Die Sünde ausgenommen, ist alles so wunderbar geordnet in dieser Schöpfung, daß ihr, wenn einmal der Schleier fällt und ihr eingegangen seid, um mit Ihm zu schauen, mit Ihm zu genießen, ihr des Staunens nicht mehr müde werdet und werden könnt durch die ganze Ewigkeit.

Die Sünde allein stört diese Harmonie in der Schöpfung, und diese Harmonie muß doch zusammenfinden und darum überbrückt, überdeckt werden. Es muß Menschen geben in dieser Schöpfung, die das, was die Sünde verdirbt, wiedergutmachen, und das geschieht ganz besonders an höheren Festen. Ja, da wird vieles gutgemacht. Es gibt, Gott sei Dank, doch noch Menschen, die es verstehen, Meinem Sohn Freude zu machen, und herrlich soll der Lohn sein; Ich will es dir zeigen.

Seht, Meine Kinder, alle, die davon Kunde erhalten, welche die Schriften lesen, die Worte, die ihr niederschreibt, sollen in ein neues Licht erhoben werden, in ein neues Glaubenslicht. Das Licht des Glaubens soll in ihrem Herzen heller auflodern als seither. Die unendliche Barmherzigkeit Gottes wird ihnen deutlicher als je zuvor vor ihren Geist treten, und viele, viele gute Vorsätze werden gefaßt, und weil die Menschen, wenn sie hören und sehen, wie Mein Sohn so zufrieden ist mit dem wenigen Guten, das getan wird, wenn sie guten Willen zeigten, dann macht die Seele Fortschritte, dann legt sie die Ängstlichkeit ab, sie probiert es, sie betet mehr, sie ruft Mich an in der Not, sie nimmt zur Barmherzigkeit Gottes ihre Zuflucht, und ein einziges Ave Maria erhebt die Seele im Gnadenleben eine Stufe höher.

Den Armen wird ihr Schicksal erleichtert, wenn sie sehen und hören, wie der Herr die Armut liebt, wie er die Armen den Reichen vorzieht, die da nur genießen und besitzen wollen hier auf Erden und doch wünschten, droben im Himmel obenan zu sein, hier aber Mein Sohn so deutlich Sich ausspricht, die Reichen ermahnt, die Armen tröstet, da geht dem armen Familienvater ein anderes Licht auf in seinem Glaubensleben und der armen Mutter, die da Tag und Nacht sich abmüht und abhärmt in der Sorge um die Familie. Wie ist sie getröstet, wie freut sie sich, wenn sie hört, daß auch sie Mitapostel sein kann, arbeiten kann am Reich Christi. Die Furcht verschwindet, wenn sie die Worte hört, die Mein Sohn spricht, die Menschenfurcht wird abgelegt, und Trost zieht überall ein, und durch dieses Glaubenslicht, das da in den Herzen sich vermehrt, fühlt diese die Kraft in sich aufzutreten und ihren Mitmenschen ein entschiedenes Wort entgegnen zu können.

Ja, sie fürchtet sich nicht mehr und, merkt es euch nur, kein Wort, auch nicht das kleinste, was geschrieben, ist umsonst, auch wenn es noch so unbedeutend ist und euch so vorkommt. Es hat eine übernatürliche Kraft, die ihr erst jenseits versteht. Kein Wort soll vergebens gesprochen sein, es ist begleitet mit einer übernatürlichen Kraft, die ihr nicht kennt, die bis jetzt euch verborgen ist. Und so soll auf Erden durch das Senfkörnlein, das da so unscheinbar gelegt wird, manchem ein Licht aufgehen, das ihm zum ewigen Leben hinüberleuchtet.

Und Ich verspreche euch, alle, die ihr Mir empfehlet, alle, die ihr wünscht, gerettet zu sehen, sie sollen gerettet werden! Erweitert euer Herz, verlangt viel! Große, ja großmütige Seelen will der Herr! Breitet euer Netz weit aus, um viele Seelen einzufangen. Ferner sollen durch die uneigennützige Nächstenliebe, die ausgeübt wird von all denjenigen, die Meinem Sohn treu dienen wollen, viele, viele Seelen gerettet werden. Ihr habt gewünscht, Meine Kinder, daß der Himmel geziert werde, daß Ich recht viele mit aufnehme in die ewige Herrlichkeit. Die Bitte soll euch gewährt werden. So viele Augenblicke ihr in dieser Nacht euch versammelt und Meinem Sohn zum Opfer bringt, so viele Seelen sollen eingehen in die ewige Herrlichkeit.“

Barbara: „O ewiger Vater, durch die reinsten Hände der allerseligsten Jungfrau Maria opfern wir Dir auf alle Gebete, Handlungen und Leiden des heutigen Tages, besonders für die heilige Kirche, für unseren Heiligen Vater, für die Mitglieder des Gebetsapostolats, für jene, die uns ins Gebet empfohlen sind, für diejenigen, die in dieser Nacht sterben, für die Armen Seelen. O Herr, gib ihnen die ewige Ruhe!“ Dann betete Barbara langsam und feierlich das Ave Maria.

Barbara: „O schenke uns N. und N. und N.“

Maria: „Sie alle, sie alle sollt ihr haben um der Freude willen, die Ich am heutigen Tag genossen, als Ich Meinen Einzug feierte in den Himmel, um der Glorie und Herrlichkeit willen, die Mir bei Meinem Sohn zuteil geworden ist in der Gemeinschaft Meines Sohnes, und um des kostbaren Blutes willen, das Mein Sohn am Kreuz für alle Menschen vergossen hat, um der heiligen Meßopfer willen, die Tag für Tag, ja, jede Stunde, in der heiligen Kirche gefeiert werden, die dasselbe Opfer erneuern, wo dasselbe kostbare Blut fließt, wie es am Kreuzesstamme geflossen ist.

Alles dieses will Ich aus dem Schatz der heiligen Kirche diesen Seelen zuwenden. Freigebig darf Ich heute sein wie eine königliche Braut, wie eine königliche Mutter, die hineingreift in die Schatzkammer, wie eine königliche Braut!“

Barbara: „O schenke uns alle Schwestern, die gestorben sind in N. N. N; und schenke uns besonders N. N. und N.“

Maria: „Treibt es nicht allzu bunt! Ihr spannt freilich das Netz weit aus, Meine Kinder!“

Barbara: „Ja, Du bist aber die Königin und die Mutter aller Armen Seelen, und heute an Deinem Ehrentag schlägt Dir Dein lieber Sohn nichts ab! O bitte nur, Du erlangst alles, Du bringst alles fertig.“ Es folgen noch lange Bitten.

Maria: „Ja, Meine Kinder, das ist alles recht, aber seht hinein in die Welt. Ja, freilich hat Mir Mein Sohn heute das Herz geöffnet und zur Verfügung gestellt den ganzen Schatz der Kirche. Aber seht! Zugedeckt und mit vielen Sünden beladen ist er. Wer soll ihn öffnen? Die Sünden der Menschen? Sie schreien um Rache zum Himmel!“

Barbara: „Meine liebe Mutter! Du, Du sollst ihn öffnen! Du, Du bist der Kanal, aus dem uns alle Gnaden zufließen. Ja, himmlischer Vater, als Dein lieber Sohn mich zu Seiner Braut annahm, da hab’ ich mich so geschämt, daß ich nicht mit Ihm gehen wollte, weil ich mich so armselig, so winzig sah, und als ich die unendliche Majestät meines Gottes schaute, da wäre ich lieber in die Erde versunken als mit Ihm zu gehen. Als mein süßer Jesus meine Verlegenheit sah, da deutete Er auf Seine liebe Mutter und sagte in etwa: ,Diese wird dir alles ersetzen!’ Die liebe Mutter Gottes aber näherte Sich mir und sagte: ,Nimm hin diesen Strauß, die Tugenden Meines liebenden Herzens, und bringe ihn dem himmlischen Vater und sage Ihm, daß du mit diesen Tugenden, mit diesen Blumen, dich bedecken wollest und Er ihn hinnehmen soll zur Genugtuung für deine Sünden und Mich annehmen möge für dich.’

Siehe, meine Mutter, und das hat der himmlische Vater getan, und das sag ich Dir heute abend. Mutter, Du bist allmächtig durch Deine Fürsprache. Wenn Du vor den himmlischen Vater trittst, vor Deinen göttlichen Sohn, da deckst Du alles zu, da sind die Sünden keines Menschen größer als die meinigen. Siehe, so stelle ich Dich vor Deinen göttlichen Sohn. O guter Jesus, sieh nicht auf diese Menschen, sondern auf Diejenige, die vor Dir steht. Durch die Verdienste dieser Deiner Tochter bitte ich Dich, o verzeihe allen Menschen; sie reichen hin, diese Verdienste; o verzeihe nun auch und tilge alle die Sünden, die an diesen Seelen noch haften. Du hast keine Ausrede mehr, Du mußt sie alle mitnehmen. Ich opfere Dir auf alle Ave Maria, die morgen gebetet werden in Lourdes, auf dem Engelsberg und an allen Orten, wo die liebe Mutter Gottes verehrt wird...

Für jedes Ave schenke uns eine Seele. O liebe Mutter, ich laß Dich nicht, Du darfst heute Abend nicht von mir gehen, bis Du mich gesegnet hast. Du weißt, was ich will: Ich will den Segen, den Jakob begehrte und erlangte, als er mit dem Herrn rang, und das war seine Nachkommenschaft, und ich verlange eine große Nachkommenschaft, nicht für mich, sondern für Dich, für alle Ewigkeit. Schenke uns die Seelen von N.N.N. Ich laß Dich nicht vorher gehen!“

Maria: „Recht so, Meine Kinder! Seht, was eine Seele alles fertigbringt !“

Barbara: Und nun gibt es einen Jubel, eine Freude! Und ich sehe eine Schar, o eine so große, unzählige Schar; o ihr Glückseligen! Und wie dankbar sind sie, o wie blicken sie herab auf uns! Lebt wohl, liebe Schwestern, so rufen sie uns zu, auf ewiges Wiedersehen! Eben wird ein Lobgesang angestimmt und voraus zieht Sie.

„O liebe Mutter, so gerne ich Dich noch behalten will, so will ich die Freude nicht länger hinhalten. O vergeßt uns nicht, o ihr lieben Brüder und Schwestern! Wie gerne möchte ich mit euch ziehen, doch nein, ich will noch leben, noch mehr verdienen. Hochpreiset...

„O unendliche Liebe, o unendliche Schönheit, o unendliches Glück, o welch ein Glück! Wann wird sich für uns das Tor öffnen, um nie mehr zu scheiden? O diese Goldene Pforte! O zu klein ist mein Verstand, zu dunkel mein Auge, sie zu beschreiben. O glückselige Stunde, o heilige Nacht! O liebe Mutter, o nimm doch noch N. mit Dir, ich habe ihn ganz vergessen.“

Maria: „Nein, nein, Meine Kinder, jetzt ist das Meinige getan, jetzt seid zufrieden und merkt euch dieses: Geht zurück und tragt ein jedes das Kreuz, das ihm der Herr auf die Schultern gelegt und erinnert euch an diese heilige Nacht und an diese glückliche Stunde, wo ihr einziehen werdet in die heilige Stadt; denn ihr müßt wissen, für euch schlägt diese glückliche Stunde wie für Mich, wo alles Leid vorüber ist und ihr einziehen werdet in diese heilige Stadt, um ewig zu jubeln, ewig zu frohlocken. O sagt es allen Erdenpilgern: Ewig jubeln, ewig frohlocken!“

Lied: Großer Gott ...

Am Fest des heiligen Rochus sah Barbara den Heiligen in großer Herrlichkeit und Jesus sagte ungefähr so:

Jesus: „Der heilige Rochus wurde von allen Menschen verstoßen, so daß er sich in einem Wald aufhalten mußte und sich selbst überlassen war. Jeder Seele, die Mir dient, ist es möglich, denselben Weg zu gehen, dieselbe Herrlichkeit zu erlangen; denn da die Menschen von Gott nichts mehr wissen, so findet die Seele dieselben ihr gegenüber wie leblose Pflanzen und Bäume, ohne Gefühl und ohne Mitleid. Anstatt der wilden Tiere, womit Rochus umgeben war, ist sie umgeben von den wilden Leidenschaften der Menschen, und wenn sie da aushalten will, kostet es einen großen Kampf. Darum glaubt nur, daß ihr dieselbe Herrlichkeit erlangen könnt!“

191 Dritter Freitag im August 1897

„Deshalb laß Ich dir auch so viele Fehler, damit du ja nicht wie ein Pfau dich erhebst“

Lied: Ihr Kräfte der Seelen ...

Jesus: „Meine Tochter! Vor allem muß Ich dir einen kurzen Verweis geben! Du, der Ich dir so große Geheimnisse anvertraue, mit der Ich umgehe wie ein vertrauter Freund mit seinem Freunde, wie ein Vater mit seinem Kind, wie ein guter, alle guten Eigenschaften besitzender Lehrer mit seinem Schüler, ja noch mehr, wie ein Bräutigam mit seiner Braut, und doch ist bei dir alles wie vom Wind hinweggeblasen, wenn Ich dich verlasse. Es ist wahr, und deswegen habe Ich auch Nachsicht mit dir, der Zustand deiner Nerven ist zerrüttet, und Ich weiß wohl, das rechte Maß einzuhalten. Wenn etwas über dich kommt, dann bist du weg, weil deine Kraft dir fehlt, obwohl es niemand an dir wahrnimmt. Aber, aber merke es dir, du sollst besser kämpfen gegen deine bösen Neigungen, nicht den Zügel frei schießen lassen, wenn die Ungeduld dich überwältigt, dein hitziges Temperament mäßigen. Verstehst du Mich?“

Barbara: „Mein Jesus! Habe Nachsicht mit mir und Geduld. Verzeihe mir, o ich bitte Dich darum! Siehe, ich habe es gar nicht bereut, obwohl ich mich gleich an Dich wende, aber ich glaubte, das volle Recht zu besitzen, das müßte so sein. O wie armselig sind wir Menschen. Siehe, das ist es ja, was mich immer so kleinmütig macht, daß ich mich so unvollkommen sehe. In alle Fehler falle ich, in den Kleinmut, in die Ungeduld, in die Lieblosigkeit, in den Zorn, und wie sie nacheinander heißen; Du weißt sie ja noch viel besser als ich. O verzeihe mir! Mein Jesus, Barmherzigkeit mit uns armen Menschen!“

Jesus: „Ja, das ist es, was Mich hält an dir, Meine Barmherzigkeit und Meine Liebe. Siehe, du mußt nicht so verzagt sein und alles zerschneiden wollen, du mußt darüber hinweggehen über die Dinge, die du nicht ergründen kannst. Du sollst nur andere belehren, in dir selbst aber immer im unklaren bleiben. Deswegen laß Ich dir auch so viele Fehler, damit du ja nicht wie ein Pfau dich erhebst, wenn du Tugenden an dir siehst, die du gar nicht hast; denn Ich gab sie dir, du hast sie nicht aus dir. Darum, wenn du dich erheben willst, mußt du wie der stolze Pfau nur unter dich sehen, auf deine Füße, das heißt auf deinen Leib, der von der Erde genommen ist, und der Stolz vergeht dir.

Du wirst diese Fehler, die Ich immer und immer wieder rügen muß, beibehalten bis zum letzten Augenblick deines Lebens, denn du sollst ein Werkzeug sein in Meiner Hand, wodurch Ich zu anderen rede, nicht zu dir, wenigstens nicht zu dir allein. Du bist erschrocken und kleinmütig geworden, weil du siehst und liest, wie Meine Diener Mir dienten in früheren Zeiten. (Jemand hatte Barbara die „7 Felsen des seligen, heiligen Suso“ zum Lesen gegeben.) Du sollst aber wissen, daß Meine Gerechtigkeit und Meine Barmherzigkeit noch dieselbe ist wie damals. Nur die Zeiten sind verschieden und die Menschen, die in den Zeiten leben, und so muß Ich Mich nach den Verhältnissen der Zeiten richten und nach den Menschen, die in diesen Zeitverhältnissen leben.

Damals, als Mein Diener lebte, war freilich eine andere Zeit, und doch habe Ich Mich bei ihm beklagt gerade so wie bei dir über die Menschen jeden Geschlechtes und jeden Standes. Ich habe dort über Meine Diener mehr Ursache gehabt zu klagen als jetzt; denn es war dies die Zeit, wo durch Meine Diener das Übel ausgesät wurde, das Übel in die Erde gelegt wurde, das keimte und sproßte und emporwuchs, das Übel nämlich der Gottlosigkeit, der Sittenlosigkeit und Leichtfertigkeit. Meine Kirche war zur Zeit, als dieser Diener lebte, üppig, denn sie war sehr reich.

Das war in jener Zeit, wo man sich noch eine Ehre daraus machte, ein Kind in der Familie dem geistlichen Stand zu weihen unter den Großen und Mächtigen der Erde, und diese wählten diesen Stand nur, weil sie wußten, daß sie doch auch zu hohen Ehren und Ämtern gelangen würden, Ehre in Hülle und Fülle genießen sollten, und so geschah es in dieser unglücklichen Zeit, daß mancher Priester wurde, weil er Bischof und Fürst zugleich war, und dieses aber nur, weil er mehr auf die Ehre und Besitz rechnete als auf Gottes Ehre und den Besitz der unsterblichen Seelen.

Darum beklagte Ich Mich damals sehr, sehr über all diese Diener Meiner Kirche. Nun aber in dieser Zeit, in der du jetzt bist, ist es ganz anders geworden. Diejenigen, die jetzt den geistlichen Stand wählen, tun es nicht mehr zeitlicher Absichten wegen. Diese haben fast alle, ja, Ich kann bereits sagen, alle ohne Ausnahme, wenn sie eintreten in das Studium, um die Theologie zu studieren, Ich sage, wenn sie so weit gekommen sind, wo sie nur noch Theologie studieren im Seminar, haben alle nur das Beste im Auge und bereiten sich vor in der besten Absicht, nur treue Diener zu werden.

Aber siehe, wegen der unglücklichen Zeiten, wo der Reiche nicht mehr Geld hergeben will, um sein Kind zum Priester durch seine Mittel heranzubilden, muß größtenteils nur noch der arme Stand das Priestertum vertreten, der arme Arbeiterstand; und ein gut talentiertes Kind, wenn es brav und gut erzogen ist, durch die Mittel anderer zu einem Priester herangebildet wird, da kommt nun freilich auch manches Kind hinein in die Schule, dessen Vater oder Mutter nicht weniger fromm sind.

Herausgenommen aus so vielen Familien werden sie dann, wenn ihre Zeit vorüber ist, wieder hineingestellt in dieses Leben, und so nimmt dann mancher, wenn er auch guten Willens war, vieles wieder an, atmet wieder ein die leichtfertige, glaubenslose Luft, wird leichtsinnig und vergißt sein heiliges Amt, seine Würde. Wenn auch nicht immer, so ist es doch überall gut, wenn Ich Meine Diener von Zeit zu Zeit daran erinnere, daß Ich es bin, Der sie hinaussendet wie Lämmer unter die Wölfe, daß Ich es bin, Der sie hineinstellt in diese Herde als den guten Hirten.

Damals war die Zeit leichtfertig, stolz und genußsüchtig, jedoch war es im Mittelalter eine bessere Zeit als jetzt, sie war nicht gottlos diese Welt, es bedurfte nur der Anregung des Gebetes und des guten Beispiels, und viele von denen, die vom rechten Weg abgewichen waren unter den Christen, kehrten wieder um, und es war doch noch ein allgemeiner Glaube, eine Herde, ein Zusammenhalten, mehr als jetzt.

Jetzt aber haben Meine Diener eine ganz andere Aufgabe; denn gottlos ist die Welt geworden, nicht mehr ungläubig und abergläubisch, sondern gottlos, das heißt, sie wollen sich ganz und gar von ihrem Gott trennen. Ja, viele, viele haben sich ganz getrennt und wollen, weil sie sich getrennt haben, Mein Leben, Mein Dasein ganz und gar verleugnen; Christus ist nicht mehr, hinweg mit Ihm! Er war auch ein Sozialist, wie wir es sind, Er war der erste Sozialist; Er war nur ein gescheiter Mann, weil man sich es nicht ganz und gar verhehlen kann, weil es denn doch zu sehr verbürgt ist, und weil ein denkender Mensch es nicht ganz wegleugnen kann. Aber Meine Gottheit wird geleugnet. Heraus muß Ich aus den Menschenherzen, und man frönt seiner Leidenschaft. Man will nur noch genießen und besitzen, und besitzen, um zu genießen.

Da muß unbedingt eine Schranke gesetzt werden dieser zügellosen Welt, eine Armee gebildet werden, die sich dem wie ein Damm entgegenstellt. Deswegen, wie jammerschade, daß es nicht alle Priester lesen, was Ich mit dir rede. Siehe, wenn die Priester in der Stadt Mainz ihre Augen auftun und nachsehen wollten, ob es denn nicht gut wäre, recht darauf hinzuarbeiten, daß es überall recht viele gläubige Seelen gibt, Seelen, welche sie unterstützen in ihrem Werk, in ihrem Beruf, ob es nicht besser sei, dafür zu arbeiten, als solche Seelen zu verwerfen, zu beschimpfen und vor dem Volk ins Lächerliche zu ziehen.

Möchten sie doch nachsehen, wo ihr Wort nicht mehr hindringen kann, wo eine Seele unter der Eisdecke des Unglaubens steckt, wo sie nichts mehr ausrichten können durch Worte und Belehrungen, durch Nachgehen, wie dort eine gläubige Seele solche ganz unscheinbar noch bearbeiten kann. Wer ist es nun, der dieses fertigbringt in dieser Seele?

Es ist Mein Geist, weil Ich will, daß Hand in Hand mit dem Priestertum der jungfräuliche Stand gehen muß und gehen soll, weil Ich will, daß eine Gebetsarmee gegründet werden soll, wo niemand ausgeschlossen sein soll, der nur will, der sich nur anschließen will.

Seht, in dieser Zeit, wo überall in der Welt die Wasser der Gottlosigkeit und des Unglaubens hineingedrungen sind in alle Schichten des Volkes, da tut es der Zeit sehr not zu glauben, daß Ich noch unter euch wohne, daß Ich noch mit Menschen verkehre, zu den Menschen rede. Du aber, harre aus, bringe Mir nur einen guten Willen entgegen, gebe nicht dem Kleinmut, der Mutlosigkeit nach, unterwirf Mir deinen Willen; mehr verlange Ich nicht von dir. Sei zufrieden, wenn etwas auch nicht nach deinem Wunsch verläuft, sei zufrieden mit weniger. Siehe, Ich verlange ja auch nicht mehr, was Ich verlangte von jenen Dienern, die vor vier- oder fünfhundert Jahren lebten. Ich verlange nicht, daß du dich abhärmst bei Wasser und Brot, daß du ganze Nächte beten sollst. Ich verlange nur von dir deinen guten Willen, ein gläubiges Herz, und daß du die Gebote der Kirche hältst und die Gebote Gottes, und mitwirkst mit Meiner Gnade und Meine Stimme hörst.

Siehe, Meine Stimme hören und verstehen, ist freilich nicht deine Sache, ist freilich nur Meine Gnade. Aber Ich lade niemand eine Last auf, die er nicht tragen kann und nicht tragen will, wenn es so etwas ist, was nicht absolut zur Heiligung der einzelnen Seelen ist; denn Ich muß dem Menschen gar manchmal ein Kreuz aufladen, was er nicht gerne trägt, und Ich lade es doch auf, weil es zur Heiligung des Menschen nötig ist, wenigstens sein soll, und es hängt von dem Menschen ab, wie er sein Kreuz trägt. Wenn er sich nicht damit heiligt, dann ist es seine Schuld.

Aber ein Leiden, wodurch Ich vielen anderen nützen will, wodurch Ich viele andere retten will, kann Ich keinem Menschen aufbürden ohne seine Zustimmung.

Alle die Menschen, die gelebt haben, die Ich berufen, mit Mir zu verkehren, mit denen Ich in Berührung kam und durch deren Mund Ich zu anderen reden wollte, mußten erst eine Prüfung bestehen, Mir ihren Willen zum Opfer bringen, mit anderen Worten, sie mußten Mir ihre Zustimmung geben. So ist es bei dir. Ich verlange nichts von dir als deine Zustimmung, alles andere werde Ich tun. Und solange Seelen dadurch auf bessere Wege kommen, solange Seelen gerettet werden, Seelen in der Liebe zu Mir befördert werden, wie du das von Tag zu Tag merken und sehen kannst, solange hast du nichts zu fürchten, wenn auch niemand sich deiner annehmen würde. Ich habe dir aber einen Führer gegeben, der sich um dein Wohl und Wehe bekümmert; habe keine Angst, auf ihn sollst du hören, er wird dir nicht mehr entrissen werden. Es ist dies Mein treuer Diener N., und wenn du zweifelst, dann frage ihn und gehe ruhig weiter.“

Am Donnerstag nach der heiligen Kommunion sagte der liebe Heiland zu Barbara, weil sie sich wegen ihrer Nichte ängstigte:

Jesus: „Sei nicht so ängstlich und ängstige dich nicht unnötig. Ich bin zufrieden mit dem Kind, es ist nicht so schlimm, wie du meinst, es ist nicht so schlimm. Beunruhige dich auch nicht; Ich fechte schon Meine Sache aus. Glaube nur nicht, daß du getäuscht bist.“

192 Vierter Freitag im August 1897

„Hineinsenden muß Ich die Missionare in dieses heidnische Christentum“

Lied: Soll‘s sein, so sei‘s, wie Gott will ...

Barbara: „Ich danke Dir, mein Jesus, für Deine unendliche Liebe, Güte und Herablassung zu uns armseligen Geschöpfen! O mein Jesus! Du unendliche Liebe, Güte und Barmherzigkeit, o gib mir doch die Sprache eines Seraphs und die Liebe Deiner heiligen Mutter, um Dich zu lieben, deine Sprache nachzuahmen; denn ich bin nicht würdig, Deine Dienerin zu sein, die Allergeringste Deiner Geschöpfe. Wie wage ich es, Deiner Majestät nachzureden. Gedenke nicht meines Elendes und meiner Sünden, richte mich nicht nach Deiner Gerechtigkeit. Verzeihe mir alle Fehler, Nachlässigkeiten und Sünden, die ich in dieser Woche begangen, die ich in meinem Beruf begehe.

Sieh, ich bin immer gar zu kurzsichtig, ich habe gar zu wenig Verstand im Geschäft, wie oft werde ich darüber belehrt. Darum ist es unmöglich zu denken, etwas aus mir fertigzubringen in dieser heiligen Stunde; denn alle Leute sehen mir an, wenn ich in der Wirtschaft bin, daß ich dumm bin.“

Jesus: „Ja, Meine Tochter, dies ist für dich der sichere Beweis, daß du aus dir nichts hast und nichts kannst und daß alles, was du hast, du von Mir hast und nicht aus dir ist. Du bist freilich ein armseliges Wesen und wer mit dir spricht, der muß herausfinden, daß du keine hohe Schule genossen, daß du ein armes, unwissendes Dorfmädchen bist, noch aus einer Gegend, wo man noch sehr zurück ist und wo die Leute nicht allzu gescheit und aufgeklärt sind. Darum höre, was Ich dir sage: daß du mit all deinem Grübeln, mit all deiner Wissenschaft, wie es der Priester in Bayern meint, wenn du herausgrübeln solltst, was ich mit dir rede, es nicht fertigbrächtest, auch wenn du alle Bücher der ganzen Welt gelesen, ja nicht einmal zwei Sätze nacheinander zu ordnen, um einen Aufsatz verständlich zu machen

. Jetzt aber, da du keine Bücher gelesen, da du keine hohe Schule genossen, da Ich dich mit Absicht aus einer Familie herausgenommen, die in ihrer ganzen Verwandtschaft keine Seele aufzuweisen hat, die zu den Gebildeten gehört, die alle miteinander ihr Stücklein Brot im Schweiße ihres Angesichts verdienen müssen, muß es die Welt doch erkennen und sehen, besonders Meine Diener. Wisse aber, daß alles so kommen muß, daß du geprüft werden mußt und all diejenigen, die um dich sind.

Ich sage, daß da an Schwindel nicht zu denken ist und ein nachdenkender Mensch das aus sich selbst einsehen muß. Ihr sollt aber wissen, daß es Meine weise Absicht ist und dir zu deiner Verdemütigung gereichen soll, daß die Worte, die Ich zu euch spreche, hie und da abgewiesen werden, besonders in deiner Heimat. Es kommt aber die Zeit, wo sie angenommen werden, wo man mit Wißbegierde die Worte einschlürfen wird, die Ich zu euch rede durch dieses unscheinbare Wesen.

Wisset, daß der Arm der göttlichen Gerechtigkeit aufgehalten werden kann durch solche Seelen, die Ich Mir erwählt, die Ich an Mich gezogen, die Meiner Stimme Gehör gegeben, die sich behandeln lassen wie eine närrische Person, wie eine Verrückte. Dies sind die Werkzeuge, wodurch der Zorn Meines himmlischen Vaters besänftigt wird, nicht durch jene Gelehrsamkeit der Gebildeten, nicht durch die Geister, die sich da abmühen, die soziale Frage zu lösen, nein, durch solche Seelen, die sich von der Welt für Verrückte halten lassen, für den Auswurf der Menschheit, die man nur noch mit einem spöttischen Lächeln, mit einem mitleidigen Achselzucken ansehen mag und ansieht, die aber, vertrauend auf Meine Worte, Meine Wege wandeln, die Mich aufsuchen in stiller Zurückgezogenheit. Es ist wahr, Ich habe in der Welt viele Liebhaber und viele Seelen, die Mir Opfer bringen, großmütige Seelen, daß kein Jahrhundert solche aufzuzeigen hat wie dieses Jahrhundert.

Geht hinaus in die Welt und sehet euch an den Opfermut der Missionare, den Opfermut der Frauen, des Frauengeschlechtes, das da hinzieht, um die Missionare zu unterstützen. Sie alle sind Heilige und Diener Gottes, wie sie in allen Jahrhunderten hervortraten, und trotzdem will es noch nicht besser werden, trotzdem scheint das Übel immer mehr zuzunehmen in der menschlichen Gesellschaft. Aber, Meine Kinder, das geht nicht in einem Augenblick, das geht nicht in einem Jahr, das geht nicht in zehn, zwanzig, ja dreißig Jahren, das geht nicht in Hunderten von Jahren. Das Übel muß wieder behoben werden, wie es gekommen ist, und es wird wieder behoben werden.

Seht, was die Missionare und die Missionsschwestern im Heidenland sind, wie Ich durch sie das Licht hineinsende in dieses unwissende Volk, so soll und muß im eigenen Vaterland, im Vaterland der Christenheit das Übel behoben werden; denn heidnisch ist die Welt geworden, heidnisch sind die Christen geworden, die Christen aller Länder, in der Wiege des Christentums, im heiligen Rom, in Frankreich, in Deutschland, überall, wirklich überall, sind die Christen zu Heiden geworden, und es muß, wenn die Welt gerettet werden soll, eine Wende geben. Hineinsenden muß Ich die Missionare in dieses heidnische Christentum.

Wer sind denn die Missionare? Missionare sind alle Priester im eigenen Land, in der eigenen Pfarrei, in den Klöstern. Überall, wo ein Priester steht, muß er ein Missionar werden. Hineintragen muß er das Licht wieder in das heidnische Christentum. Das Christentum ist abgewichen vom rechten Weg. Es kennt nur noch besitzen und genießen, und besitzen, um zu genießen. Da brauche Ich nun Seelen, die diese Missionare unterstützen durch Gebet, durch Arbeiten, durch Opferleben, und weil Ich weiß, wie schwach der Mensch ist, wie armselig, wieviel Trost er braucht in der Hitze und Last des Tages, darum muß Ich Mich enger mit denjenigen verbinden, die Ich zu diesem hohen Beruf erwähle.

Es muß und muß überall die öftere Kommunion eingeführt werden. Hinaus bis zum letzten Dörfchen in der ganzen Welt, wo ein Priester steht, wo das Heiligste Sakrament eingesetzt ist, da verlange Ich Seelen, die vom Licht des Glaubens erleuchtet, dieses Licht hinaustragen unter die Christen, unter die heidnisch gewordenen Christen. Das will man freilich nicht glauben, man schützt vor, der Priester habe Mühe genug, Last genug! Du hast eine schwere Bürde! Aber siehe, dein Eigendünkel macht deine Bürde noch schwerer. Würdest du doch nur, Mein Freund, hören und befolgen die Worte, die Ich an dich richte und nicht allzu ängstlich mit einer Nadel alles aufsuchen und in einen Faden einfädeln und eine Kette bilden und diese Kette um den Hals hängen als trügst du Sklavenketten!

Du weißt nicht, daß du ein anderer Christus bist, daß Ich dich hinausgesandt, Meine Schäflein zu weiden, auf gute Weide zu führen. Du weißt nicht, daß Ich im Tabernakel wohne und alle deine Fehler ertrage. Warum willst nicht auch du die Fehler deiner Untergebenen ertragen? Glaubst du denn, Ich könne die Fehler einer Seele, die Ich dir zuführe, die Ich unter deine Leitung stelle, wenn du merkst, daß sie aufrichtigen Willens ist, guten Willens ist und ein aufrichtiges Herz dir entgegenbringt, nicht übersehen, wenn es auch noch so viele wären? Muß Ich ja doch auch deine Fehler übersehen, und du willst so haarscharf kritisieren und urteilen? Warum aber? Weil es deiner Bequemlichkeit nicht zusagt.

Aber, Mein Freund, wisse doch, daß du an dem Ehrenposten stehst, daß du derjenige bist, den Ich an den Wendepunkt gestellt, wo es nicht abwärts gehen soll, sondern wieder aufwärts zur Blüte. Zur Zierde habe Ich dich hingestellt. Du sollst sehen, wie Mein Reich wieder aufblüht, wie das Kreuz siegen soll auf der Zinne der Kirche. Wenn aber das Kreuz siegen muß, Mein Freund, warum willst du das Kreuz fliehen?

Ihr aber, Meine Kinder, fürchtet euch nicht! Fürchtet nicht die Verdemütigungen, die euch von allen Seiten zukommen. Ihr müßt wissen, daß nur durch die Verdemütigungen Meine Gerechtigkeit überbrückt werden kann. Lieben, leiden und versöhnen, das geht Hand in Hand. Lieben, leiden und versöhnen, das ist die große Aufgabe, die Ich euch zugedacht. Darum freut euch und frohlockt, denn groß wird euer Lohn sein, wenn alles überstanden ist. Nur standhaft! Nur vorwärts! Nur mutig dem Ziel entgegen, das Ich euch gesteckt!“

Barbara: „O Herr, N. läßt Dich doch sehr bitten, doch einmal dabei sein zu dürfen. Willst Du es nicht erlauben? Denn siehe, sie will Dir auch dankbar sein und zu jenem Priester gehen, um ihm sodann davon zu berichten.“

Jesus: „Es kann euch nur Leiden herbeiführen, es ist noch nicht an der Zeit. Habt noch Geduld mit eurem allzu großen Eifer, ertragt erst recht geduldig und freudig die Leiden und Verdemütigungen, die Ich euch zuschicke!“

193 Erster Freitag im September 1897

„Damit sie ihren Reichtum benutzen, um Mir Seelen zu gewinnen“

Lied: Sei im Jubelschall erhoben ...

Barbara: „Ich bete Dich an, o Jesus, verborgen im Heiligsten Sakrament des Altars und jetzt hier gegenwärtig in dieser Stunde. Ich lobe und preise Dich! O hätte ich die Stimme eines Seraphs und die Liebe Deiner heiligsten Mutter, damit ich Dich würdig loben und preisen könnte! Ich vereinige mich mit dem ganzen himmlischen Hof, mit Deiner heiligsten Mutter, mit dem heiligen Josef, meinen lieben, heiligen Patronen, mit euch, ihr heiligen Jungfrauen Barbara, Katharina, Elisabeth und Agnes, mit allen frommen Christen auf Erden, den heiligen Ordensleuten, besonders den Missionaren, mit allen frommen Christen in unserer Stadt und in der Diözese N. und N., besonders den Mitgliedern des Liebesbundes und bringe Dir Huldigung dar, o süßes Herz meines Jesus, o allerliebster Jesus, Bräutigam meiner Seele! O wie freue ich mich, daß Du Dich gewürdigt, mich heimzusuchen! O wie fließt meine Seele über vor Jubel, wenn ich Dich so betrachte, o süßer, guter, lieber Jesus!“

Jesus: „Meine Kinder! Es ist wahr, daß Ich Mich sehne, zu euch zu kommen; denn es ist Meine Freude, bei den Menschenkindern zu sein, und Meine Lust, unter ihnen zu wohnen. Meine Freude aber ist um so größer, wenn Ich eine Seele gefunden habe, die sich ganz Meinem Willen hingibt, die Mir nicht nur ihre Seele mit all ihren Kräften geschenkt, sondern auch ihren Leib Mir zum Opfer bringt, und das hast du getan. Wundere dich nicht, wenn Ich Mich deiner bewältige, wenn Ich Mich plötzlich deines Leibes bemächtige, so daß dir, die du vorher noch in voller Kraft dastehst, auf einmal die Kraft versagt ist und du dich ganz ohnmächtig fühlst. Wisse, von jenem Augenblick an ist deine Seele in Meinem Besitz, und dein Leib, der doch die Magd deiner Seele ist, muß der Seele dienen, muß ihr gehorchen. Du mußt wissen, daß du nichts Besseres tun kannst, als dich Meinem Willen überlassen. Du beklagst dich, daß du nichts beten könnest zu dieser Zeit. Ja, wenn Ich bei dir bin, so ist dies das beste Gebet, wenn du ruhig Meiner Liebe dich hingibst. Die Liebe ist die beste Sprache, und liebende Herzen verstehen sich auch, ohne zu sprechen, weißt du?

Du brauchst Mir keine Worte zu machen, du kannst an Meinem Herzen ruhen, sobald Ich Mich deines Leibes bemächtigt habe. Dann betest du am besten, wenn du Mich liebst, das heißt, wenn du weißt, daß Ich bei dir bin. Und kümmere dich dann nicht um weltliche Dinge, wer wohl auf den Markt gehen wird an deiner Statt, wer das Essen austeilen wird. Dies alles sind Kleinigkeiten, die dich nichts mehr angehen, und wenn du sie Mir zum Opfer bringst, ist dies das beste Gebet, daß du deinen Willen Mir zum Opfer bringst.

Seht, Meine Kinder, der Sommer neigt sich zum Ende. Vieles habe Ich mit euch gesprochen, und nicht umsonst. Wisset, daß das kleine Samenkörnlein, das da ausgestreut wird, überall guten Boden gefunden, und der Liebesbund, wenn er auch bekämpft wird, macht ruhig die Runde, geht ruhig von Ort zu Ort, von Stadt zu Stadt, von Land zu Land hier im Deutschen Reiche. Einer sagt es dem andern, einer übergibt die Schrift dem anderen, und wer es liest, wenn auch ungläubig, er nimmt sich das Beste heraus. Ihr müßt euch nicht wundern, wenn man die Schrift zurück gibt mit dem Bemerken, sie nicht weiter lesen zu wollen. Dies geschieht nur euretwegen, um euch zu demütigen. Der Keim, der aber ins Herz gelegt wurde durch das Lesen der Schriften, sproßt doch empor.

Und so wird überall der Eifer erneuert, die Liebe zu Mir wird von Tag zu Tag mehr entfacht, der Kleinmut schwindet, und das Gottvertrauen tritt an deren Stelle. Man glaubt, daß Ich noch Derjenige bin, Der Sich kümmert um Seine Geschöpfe, Der die Schicksale eines jeden Menschen in Seiner Hand hat, Der die Herzen lenkt und leitet wie die Wasserbäche. Und dieses Gottvertrauen ist es, was Mich am meisten hinzieht zu Meinen Geschöpfen.

Ja, Ich sage euch, wenn die guten und eifrigen Katholiken sich zusammentun und einmütig ihre Stimme erheben zum Gebet, einmütig mit großem Vertrauen zu Mir rufen werden, der Arm der Gerechtigkeit Meines Vaters, er muß alsdann besänftigt werden. Siehe, zur rechten Zeit bin Ich noch gekommen, zur rechten Zeit hast du Mir noch Gehör geschenkt. Und da du Mich immer und immer wieder erinnerst an die Gerechten, die in der Welt leben, so verlängert sich die Strafrute, der Arm Meiner Gerechtigkeit, es wird ihm immer wieder Einhalt getan durch die vielen Seelen, die noch in der Welt leben, die noch an Mich glauben, auf Mich hoffen und die Mich lieben.

Seht, das heilige Opfer auf euren Altären ist das einzige Bindemittel zwischen Meinem himmlischen Vater und euch; aber um den strafenden Arm der göttlichen Gerechtigkeit aufzuhalten, genügt dieses Opfer allein nicht. Es müssen sich Seelen verbinden mit Mir, die diesen Arm aufhalten. Darum verzagt nicht, Meine Kinder, und sagt immer und immer wieder, was Ich mit euch rede. Verbreitet die Schriften, wo ihr nur könnt! Es fällt überall auf gutes Erdreich, wenn man euch auch Spott entgegenbringt.

Seht, diesen Spott müßt ihr hinnehmen, diese Worte, die euch entgegengeschleudert werden von allen Seiten, als Genugtuung für eure Sünden; denn ihr müßt wissen, daß auch ihr armselige Geschöpfe seid wie alle Menschen. Dann aber, wenn ihr die Verdemütigungen hinnehmt im Geiste der Buße, dann sind die Sünden, die ihr tagtäglich begeht, wieder ausgetilgt, weil ihr in Vereinigung mit Mir Tag für Tag euch einfindet bei jenem heiligen Opfer, das Ich durch Meine Priester Meinem himmlischen Vater darbringe. Somit wird das Herz von Tag zu Tag immer wieder gereinigt, geheiligt und versöhnt mit Mir, und das Wohlgefallen Meines himmlischen Vaters ruht wieder auf euch.

Dieses Wohlgefallen ruht aber auf jeder Seele, welche die Schriften liest, und so tut wie ihr, mag sie sein, wessen Standes, wessen Berufes sie immer will; denn die Gleichgültigkeit und der Kleinmut gehen bei allen Christen immer Hand in Hand. Wenn der Mensch gleichgültig wird, dann überfällt ihn der Kleinmut, sobald Ich ihm ein Leiden schicke, weil er sich dann so unvollkommen sieht, weil er weiß, daß er aus sich nichts hat und in sich nichts hat als Elend und Sünde, und wegen dieser Unvollkommenheit getraut er sich nicht, Mir zu nahen, und so verfällt er in Kleinmut.

Er hat den Mut nicht mehr, Mir sich hinzugeben, von Mir zu erwarten, daß Ich ihm noch helfen werde, und daß das Kreuz, das Ich ihm geschickt, zu seinem Besten dienen soll. Und so läßt er den Mut sinken und fällt tiefer und immer tiefer. Dieses ist das große Kreuz, warum so viele abfallen, so viele Christen, die anfangs gut waren, dann aber in die Lauheit gefallen sind. Und wenn Ich sie heimsuche, um sie wieder an Mich zu ziehen, dann sehen sie sich so unvollkommen und wagen es nicht mehr, Mir diese Unvollkommenheiten einzugestehen, weil ihnen der Mut fehlt, und so stürzen sie sich von einem Laster ins andere. Dies ist es, warum Ich dich herausgezogen aus dieser Klasse von Menschen, und du hast nichts voraus vor allen Menschen als nur, daß du Mir immer Gehör gabst und diese Stimme immer befolgtest.

Siehe, weil Ich nun gerade zu einer unvollkommenen Person komme und diese inmitten ihrer Unvollkommenheit so an Mich zog, daß Ich mit ihr verkehrte wie dereinst mit Meiner heiligen Mutter, als Sie auf Erden weilte, so will Ich die Welt lehren, wie gut Ich bin, um so den Kleinmut der großen Masse von Christen zu zerstören; denn alle Menschen, alle Christen, auch die Besten, sie haben einen allzu kleinen Mut. Großmütige Herzen verlange Ich, großmütige Seelen, die sich blindlings Mir in die Arme werfen, die nach Mir schauen, die Hilfe erwarten von Meinem Herzen in aller Betrübnis, in allem Kreuz und Widerwärtigkeit, die Ich nun einmal über jeden Menschen ergehen lassen muß, die dennoch darüber hinweggehen, die wissen, daß Ich ein guter Vater bin, der das Kind züchtigt, um es um so inniger zu lieben, um das Kind um so inniger an sich zu ziehen und dann um so reichlicher zu belohnen.

Denn wisset, die Herrlichkeit, die Freude, der Sieg, den ihr einstens erlangen werdet, ist so unendlich groß, so unendlich erhaben, daß alle Leiden der Erde zusammengenommen nicht ein einziges Quentlein sind von dem Übermaß der Glückseligkeit, die dereinst eine Seele besitzen und genießen soll, wenn sie alles mit Geduld ertragene Erdenleid einmal überschauen kann.

Du armer Erdenpilger, du sollst ja Mein Tischgenosse sein, du sollst ja am großen ewigen Gastmahl dich erfreuen bei Mir! Darum, Mein Freund N., Ich schicke dir durch Meine Dienerin einen freundlichen Gruß und lasse dir sagen, ob es nicht der Mühe wert sei, ein wenig Prüfungszeit auszuhalten. Siehe, Ich habe dich erwählt mit Meinem Diener N., gleichen Ruhm, gleiche Herrlichkeit dereinst zu ernten; dein Name soll noch oft genannt werden in Meiner Kirche. Darum mußt du aber auch zugeben, daß Ich dich erst verdemütige, daß Ich dich erst stutze und beschneide, die wilden Schößlinge, die da noch aufkommen in dir, damit du ein Baum wirst, unter dessen Schatten viele, viele Kühlung und Labung erhalten sollen. Ich sage, Kühlung und Labung, denn du bist es, den Ich gesetzt habe, unter dessen Leitung viele sich flüchten werden, die da nach dem ewigen Heil streben.

Da sind die Reichen, die du mäßigen sollst, damit sie ihren Reichtum benutzen, um Mir Seelen zu gewinnen. Und der kühle Schatten deiner Leitung soll überallhin sich erstrecken, über alle deine Beichtkinder. Der Arme, den Ich dir unterstellt, er soll Trost und Schutz bei dir finden, daß er seine Armut im rechten Sinne, im rechten Geist erträgt. Labung sollst du sein vielen, vielen Seelen; denn sie alle sollst du hinführen zur rechten Quelle, zu Meinem heiligen Tisch. Ich Selbst will ihre Labung sein. All deine Beichtkinder sollst du einreihen in den Liebesbund, indem du sie lehrest, ihr Kreuz mit jener Geduld zu tragen, wie Ich es getragen wissen will, indem du sie lehrest, dort Kraft zu schöpfen, neuen Mut zu neuen Kämpfen.

Freut euch, Meine Kinder, es kommt das schöne Fest, wo Meine Kirche die Geburt Meiner heiligsten Mutter begeht. Freut euch, denn Ich werde dafür sorgen, daß ihr einen glücklichen Abend genießen werdet.“

Barbara: „O Herr, ist der Vetter von Frl. N. denn gerettet?“

Jesus: „Verloren ist er nicht, aber er streckt die Arme empor, er ist tief, tief im Elend. Sie soll sich dem Liebesbund anschließen, öfter kommunizieren und nicht dem Kleinmut nachgeben. Diese Seele ist viel zu kleinlich. Großmütig soll sie sich anschließen an den Liebesbund, unter dem Schatten dieses Baumes wird sie vorwärts schreiten. Alles, alles will Ich ihr ersetzen, was sie gelitten hat in der Jugendzeit; denn Ich habe es nicht vergessen, wenn auch die Welt es vergessen hat. Ihr Leiden soll ihr überreichlichen Lohn bringen. Sie soll nur von jetzt an ihren Kleinmut ablegen, weil sie meint, Ich werde nicht für sie sorgen, sie brauche gar viel zum Leben; denn wenn Ich sorge für alle Menschen, die da leben in der Schöpfung, warum nicht für Jungfrauen? Du aber, Mein Kind Luise, geh hin zur Frau N. und kümmere dich nicht, wenn du Spottreden erntest, geh aber hin dieser Frau halber.“ Luise: O Herr, ich gehe ja so gerne Deinetwegen überall hin, wo Du mich hinsendest, nur begleite mich doch mit Deinem Geist, daß ich auch das rechte Wort finde, um die Seelen für Dich zu gewinnen, und führe uns nur recht viele Seelen in den Weg.

Jesus: „Meine Liebe wird dich überall begleiten. Sei zufrieden mit dem, was du bereits fertiggebracht hast. Das soll dir ein Beweis sein, daß du noch vieles wirst fertigbringen mit Meiner Gnade; denn du sollst es zur Ausführung bringen. Deswegen habe Ich euch zusammengeführt; denn wie die Welt ist, die nur das braucht, was glänzt und scheint, so brauche Ich dich, weil Du herausgenommen bist aus besseren Familien und darum zu Hohen und Niederen Zugang finden wirst. Wenn man dich auch belächelt und bespöttelt in deiner Abwesenheit, das sind deine Verdienste, die du ernten wirst die ganze Ewigkeit. Der Keim, den du legst in die Herzen, das sind Meine Verdienste. Diese ernte Ich ein für alle Ewigkeit. Sie alle werden dir entgegenkommen und dir zujubeln durch die ganze Ewigkeit!“

Barbara: „O Herr, ich bitte Dich auch für die Verstorbene N.“ (lange Fürbitte).

Ich sehe sie hinter Ihm stehen. Sie steht hinter Ihm. „O mein Jesus! Erbarme Dich ihrer! Ich opfere Dir alle die Schritte und Tritte in den dreiunddreißig Jahren Deines heiligsten Lebens auf, alle Ängste und Nöten, die Du ausgestanden für diese Klosterfrau!“

Jesus: „Meine Kinder! Habt noch Geduld bis zum Fest Mariä Geburt, und diese Nachtruhe, die ihr Mir opfert, soll vielen, vielen Seelen zugute kommen.“

Barbara: „O Herr, darf denn Frau N. auch herzukommen?“

Jesus: „Ich habe nichts dagegen, aber sie müssen sich erst recht üben in der Frömmigkeit; sie müssen Mir das Versprechen geben, täglich der heiligen Messe beizuwohnen und öfter Mich zu empfangen in der heiligen Kommunion. Denn nur dann erst können sie Mitglieder vom Liebesbund werden, die zwei Fräulein nämlich meine Ich, und dann noch sollen sie ihre Zunge mäßigen und bei niemandem etwas davon reden.“

194 Vigil von Mariä Geburt 1897

„Denn viele gibt es, die noch gerne arbeiten, aber wenige, die gerne beten“

Lied: Maria sei gegrüßt ...

Barbara: „Ich grüße Dich, o holdseliges Kind Maria, bei Deinem Eintritt in die Welt. O wie schön! Sag mir doch, was der himmelblaue Hintergrund bedeutet. In seinem Glanz ist das ganze Zimmer umgewandelt. So etwas habe ich noch nie gesehen. Wie silberfarbig, weißlich schimmert es, und der Grund ist himmelblau. Und auf dieser Fläche liegt das Kind Maria. Ich grüße Dich, o Jungfrau Maria, bei Deinem Eintritt in die Welt. O lehre mich, o liebes Kindlein, Dich würdig zu loben! Gelobt sei Jesus Christus!“

Maria: „Meine Kinder! Ich bin gekommen am Fest Meiner heiligen Geburt; denn die Vigil ist eingetreten. Die Kirche beginnt das Fest Meiner Geburt zu feiern, und der Herr wollte euch überraschen, um euch jetzt schon zu belehren, wie ihr dieses Fest feiern sollt. Siehe, du hast geschaut die Morgenröte, die glückselige Morgenröte, denn der Tag ist angebrochen, wo das Licht erscheinen sollte auf dieser finsteren Erde.

So wie du geschaut, so war es an dem Tag, als Ich Meinen Einzug feierte in diese Welt. So umfloß Mich das Licht der ewigen Gottheit; denn obwohl die Gottheit damals bei Meinem Eintritt noch nicht so in Mir wohnte wie damals, als Ich das göttliche Kind empfangen hatte, so wohnte doch schon in Mir die ganze Heiligste Dreifaltigkeit, als Ich das Licht der Welt erblickte; denn Ich war geheiligt schon vor Meiner Geburt, geheiligt schon vor Meiner Empfängnis. Somit hatte Ich die heiligmachende Gnade in Mir und der Mensch, der die heiligmachende Gnade besitzt, ist Gott ähnlich, und Gott der Vater, Gott der Sohn und Gott der Heilige Geist wohnen in ihm. Als Ich eintrat in diese Schöpfung, da wohnte die Heiligste Dreifaltigkeit in Mir, und weil Ich bestimmt war, den Erlöser der Welt dereinst zu gebären, darum bin Ich die Morgenröte des vollen Tages, der da anbrechen sollte mit der Geburt Meines Sohnes. Der blaue Hintergrund, den du siehst mit dem silberfarbenen Glanz, bedeutet die tiefe Demut, mit der Ich durch dieses Tränental hindurchwandelte. Der Glanz, den dieser blaue Grund verbreitete, bedeutet das Licht, das die Demut verbreitet. Der Mensch, der wahrhaft demütig ist, hat auch die Grundlagen zu allen Tugenden in sich. Das Gebäude der Vollkommenheit hat einen guten Grund, und darum verbreitet dieser Mensch ein Licht, das jedem wohlgefällt und bei jedem Menschen geliebt ist.

Dieses war auch bei Mir der Fall, weil die Demut die Haupttugend und die Hauptgrundlage Meines ganzen christlichen Lebens war und sein mußte; denn allen Menschen sollte Ich ein Vorbild sein, ein Muster, das da nicht nur wie bei Meinem göttlichen Kind den Menschen zum Beispiel dienen sollte, nein, das da nachgeahmt werden sollte. Mein göttlicher Sohn war ja Gott und Mensch, Ich aber bin kein Gottmensch, Ich bin nur ein Mensch. Darum bin Ich der Menschheit als Muster vorgestellt zur Nachahmung. Merkt es euch! Wollt ihr Meine Diener werden, Meine Nachahmer?“

Barbara: „Ja, liebe Mutter, wir wollen es; wir schätzen uns glücklicher, Deine Dienerinnen zu sein, als Königin oder Kaiserin der ganzen Welt sein zu können.“

Maria: „Dann müßt ihr durch das Tal der Demut gehen, durch das tiefe Tal der Demut, durch die Wasser der Trübsal; denn in den Tälern sammelt sich das Wasser, das von den Bergen herabfließt. In den Tälern bleibt es stehen und lange, nachdem die Regengüsse aufgehört, sind noch in den Tälern Spuren der Gewässer zu finden. Seht, das alles muß euch trösten in der Trübsal, die Mein Sohn über euch wird ergehen lassen. Haltet euch an die Belehrungen, die Ich euch heute abend geben will. Werdet nicht müde, zu wandern durch dieses Tränental. Trübsal und Elend ist der Kreuzweg, und der Kreuzweg, der da durch dieses Tal hindurchzieht, führt nie irre, ihr werdet niemals hinabstürzen über Felsenblöcke und über die Abhänge, weil ihr im Tale wandelt, das heißt in der Demut wandelt.

Seht, jetzt wo man euch einschüchtert von allen Seiten und einengt, habt ihr gut gehen, wenn ihr in der Demut wandelt. Denn seht, ihr geht ja im Tale und ihr wandelt so sicher, denn ihr geht durch das Tal der Demut, da ist keine Gefahr, auf Abwege zu kommen; denn seht, wie herrliche Blumen in diesem Tale blühen: Da blühen die Gottesliebe, die heroische Nächstenliebe.

Seht, wenn ihr dennoch weiterschreitet, ohne euch beirren zu lassen, ohne euch in Furcht und Schrecken versetzen zu lassen, dann ist euer Gebet um so wirksamer, weil um so uneigennütziger. Solange ihr wißt, daß viele eure Schriften lesen und sich daran erbauen und erfreuen, solange habt ihr noch ein wenig Trost und Eigennutz bei den Bemühungen, die ihr Meinem Sohn direkt entgegenbringt.

Denn seht, alles tut ihr unter der Leitung Meines Sohnes. Mein Sohn hat euch zusammengeführt und verlangt von euch, was ihr tut. Aber seht, solange ihr wißt, daß andere sich mit euch freuen, habt ihr noch ein wenig Trost und Eigenliebe. Dies alles wird aber abgeschnitten, der Trost und die Eigenliebe und somit der Stolz, der in euch steckt, und statt dessen müßt ihr euch denken, ihr werdet verspottet und belächelt, wenn auch nicht ins Angesicht, doch ist es so gemeint. Man denkt, weg mit euch Simpel, man behandelt euch wie Simpel, wie einen Narren, der nur seinen Zeitvertreib sucht in seiner Narrheit, der wie ein Narr sich unterhält, ob lachend oder weinend oder singend. Man denkt, der ist ein Narr, laßt ihn nur seine Zeit vertreiben.

Seht, so will man auch euch behandeln, man will euch zusammentreiben. Man sagt, laßt ihnen ruhig ihr Spiel, wenn es ihnen so gefällt. Man kann ihnen nichts nachsagen, sie sind ruhige Leute, sie gehen bescheiden einher, laßt sie nur daran ihre Freude haben, laßt dies gut sein. Aber damit ist es abgetan. Solche Dinge passen nicht in die Welt. Man muß es halten mit der Welt, daß man auch mit ihr durchkommt. Seht, das sind die Spottreden, die allenthalben geführt werden. Aber ihr müßt wissen, daß dies alles so kommen muß, denn die Worte Meines Sohnes sind Worte des ewigen Lebens, Worte der Wahrheit, und Er hat es dir versprochen, und Sein Wort ist wahr. Er hat es dir versprochen, daß du dich nie vor einem weltlichen und geistlichen Gericht wirst zu verantworten haben.

Siehe, wie man es beim Tode Meines Sohnes darauf abgesehen hatte, alles zu vernichten durch alle möglichen Pläne, die man schmiedete, und gerade dadurch ward Er erhöht am Kreuze. So wie dann der Rat zusammentrat und einer aus ihnen das Wort nahm und sagte, es ist besser, Einer sterbe für alle, als daß das ganze Volk zugrunde gehe, so ist es mit euch. Man beratschlagte sich und wurde einig damit, am besten ist es, man löscht den Funken aus, daß er unter der Asche verglimmt, man schließt sie in sich zusammen. Wißt aber, daß die Zeit kommt, wo das Fünklein, das unter der Asche ausgehen sollte, neu auflodern wird zu einer großen Flamme, an dessen Feuerherd viele sich erwärmen werden und die Gottesliebe sich von neuem anfachen und befestigen wird.

Darum, Meine Kinder, seht die herrlichen Blumen, die da blühen und sich verbreiten sollen auf eurem Lebenspfad. Durch diese Art und Weise der Behandlung eurer Vorgesetzten sollen Blumen erblühen, die sonst in eurem Herzen nicht geblüht hätten: Eine heroische Feindesliebe, eine Nächstenliebe, die keinen Unterschied der Person kennt. Ihr sollt und müßt diejenigen, die euch zurücksetzend behandeln, entgegentreten mit Freimut, mit Offenherzigkeit, gerade als wenn sie euch mit Liebe erwarteten, gerade so. Dadurch gewinnt ihr an Tugend, dadurch könnt ihr beweisen, daß ihr die Verachtung verachtet.

Seht, etwas, das nicht von Gott stammt, muß von einem anderen Geiste stammen; denn keine drei Geister gibt es, die auf den Menschen einwirken können. Es gibt nur einen Geist Gottes und einen Geist der Finsternis, die um den Menschen streiten, und dieser Geist muß unbedingt mit dem menschlichen Geist Schritt halten. Also, wenn eure Vorgesetzten euch sagen, diese Person, Meine Dienerin, erdichtet die Dinge, die sie aussagt in dieser Stunde, dann fragt sie, welcher Geist sie beeinflußt und sagt ihnen, daß der Geist unbedingt an einem Geist festhalten müsse, von dem er seine Eingebungen herleite; denn es gibt keine drei Geister. Leite er seine Willenskraft, seine Eingebung, seinen Verstand, vom bösen Geiste her, so müsse er unbedingt auch Früchte zeitigen, die diesem Geiste ähnlich sind, die dieses Geistes würdig sind. Sind aber die Früchte und der Wille dem göttlichen Willen unterworfen, ist das, was der Mensch tut und sagt und danach handelt, vom göttlichen Geiste, so müßt ihr ihn doch an den Früchten erkennen. Einen Zwischengeist gibt es nicht.

Also, was wollt ihr noch wissen, ihr hochgelehrten, gebildeten Geister? Ein Zwischending gibt es nicht. Entweder ist der Mensch, der von Gott mit einem hellen Licht ausgerüstet ist, mit einem hellen Verstand, abgefallen von Gott und benutzt dieses Licht, diesen Verstand, den ihm Gott gegeben, um Ihn zu beleidigen, und so ist er vom bösen Geist beeinflußt, weil er sich in seinen Dienst gestellt durch die Sünde, und Satan weiß wohl, daß er in einem solchen Menschen, der von Gott großes Licht bekommen, mit einem solchen mehr anfangen könne. Darum beeinflußt er die ganze Willenskraft dieses Menschen, um ihn zu allen möglichen Diensten zu verwenden. Durch diesen führt er ein die Irrlehren, die so viel Unheil wirken in Meiner Kirche, die Spaltungen. Durch diesen bewirkt er dann, wenn er dem weiblichen Geschlechte angehört, daß er sich einer solchen Sinneslust hingibt, daß er viele, viele ins ewige Verderben stürzt. Ist es aber Gottes Geist, der durch eine Seele spricht und arbeitet, dann sind die Worte, die sie spricht, göttliche Worte, weil das, was sie redet, sich nur auf Gott bezieht, nicht wie man die Welt verschönern könne, nicht wie man zu Gold und Gut gelangen könne, nein, nein, sondern wie man Seelen gewinnen, wie die unsterblichen Seelen gerettet werden können. Dieses ist es, was eine solche Seele spricht.

Nun wollt ihr, Meine Diener, euch nicht beeinflussen lassen durch diesen Geist? Dann seid unbekümmert, ihr Meine Dienerinnen, seid nur unbekümmert! Der Herr wird Sich Bahn brechen und diejenigen, die Ihn beiseite geschoben, ruhig umgehen, wie Er es ja immer und überall tut bei allen Seinen Werken. Geht ihr nur ruhig durchs Tal der Demut hindurch und zertretet ja nicht die Blümelein, die neben eurem Lebenspfad aufsprossen, zertretet sie nur ja nicht, das heißt, wenn sich eine Gelegenheit darbietet, einen Tugendakt zu üben, dann umgeht sie nur ja nicht, und wo euch eine Verdemütigung winkt, da nehmt sie nur mit gutem Herzen auf, werdet nicht böse, wenn vom Stellvertreter Gottes euch gesagt wird, was ihr nicht gerne hört.

Vor allem sage Ich euch, wahret unter euch die Einheit, nehmt euch in acht, daß nichts das Band der Liebe und des Friedens und der Eintracht unter euch stören könnte, unter euch und allen, die sich mit euch vereinigen. Diejenigen aber, die es wissen wollen, worauf es abgesehen ist, die sollen nur bedenken, daß die Führung Gottes in der Leitung der Seelen wunderbar ist. Wunderbar sind die Wege Gottes, wunderbar sind die Führungen der Menschen. Hört weder auf die Schmeichelworte noch auf die Drohungen. Alles ist einerlei, wenn ihr nur standhaft und ruhig den Weg weitergeht, der euch gezeigt worden ist. Meinem treuen Diener N. aber einen freundlichen Gruß.

Meine Kinder! Noch eine Bitte hätte Ich an euch! Geht hin und fragt noch euren Beichtvater, daß ihr alle diejenigen grüßen dürft von ihrer Mutter, die darum wissen, und in denen das Flämmchen der Gottesliebe nie mehr erloschen ist, seitdem sie Kunde erhalten von der Liebe Meines Sohnes. Denn seht, wie bedrängt die Menschheit überall ist, und alle die mit Leiden Heimgesuchten, die fühlen sich so angeeifert, so getröstet, wenn sie wissen, wie Mein Sohn mit jeder kleinen Gabe so zufrieden ist, wie Ihm jedes kleine aufgeopferte Leiden so angenehm ist, wenn sie es mit Geduld tragen, wie freuen sie sich, ein liebes Wörtchen zu hören von Meinem lieben Sohn; denn nur Er ist imstande, das menschliche Herz zu trösten. Bittet ihn, er möge euch doch erlauben, an all jene, die darum wissen, einen herzlichen, himmlischen Gruß zu senden am heutigen Fest; das soll ihr Feststrauß sein von Ihrer himmlischen Mutter.

Also deine arme Schwester in B., deine anderen Geschwister, deine Schwester hier, die Einwohner dieses Hauses, die Mädchen; herzlichen Gruß durch das allersüßeste Herz Meines göttlichen Sohnes, und Ich lasse ihnen noch sagen, daß Er, falls sie alle ihre bösen Neigungen mit Füßen treten, mit ihnen zufrieden ist, daß sie es nicht zu bereuen haben, in dieses Haus eingetreten zu sein.

Ja, an die Schwestern in N.; an alle, die Mir so viel Freude machen, möchte Ich auch eine Freude überbringen, an die lieben Priester und Pater, die so gläubig sind, auch die Lehrerinnen in Bayern, sie alle sollen einen Strauß von Meiner Mutterliebe haben, einen recht herzlichen Gruß von Mir, der ihnen in all ihren Leiden einen süßen Trost spenden soll, indem sie sich durch diesen Gruß erinnern, mit welchem Leid Mein Lebenspfad getränkt war, wie Ich aber durch das Tal der Demut hindurchschritt, unberührt und unentwegt, so auch sie unentwegt sich immer und immer wieder erinnern, daß Mein Sohn ihnen will zu Hilfe kommen, daß Er sie gerade durch dieses Leiden an Sich ziehen möchte und ihnen an der Goldenen Pforte entgegeneilen wird, um sie einzuführen in den Hochzeitssaal, wo keine Widersprüche mehr sind, wo das gute Werk nicht mehr verleumdet wird, wo kein Spott mehr sein wird, wo die Guten abgesondert von den Bösen sind, wo sie all den Spott, all die Verdemütigungen preisen werden mit Mir durch die ganze Ewigkeit.“

Ich glaube nicht, daß die liebe Mutter Gottes heute nacht nochmals kommt, weil sie jetzt da war. – Auf einmal kam ihr heiliger Schutzengel, stellte sich dicht vor sie hin und sagte: „Ich muß dir melden, daß dein lieber Jesus heute nochmals kommt.“ Als wir um neun Uhr abends zurückkehrten, um nach Barbara zu sehen, fanden wir sie so im Gebet vertieft und unter Tränen zum Herrn laut rufend für die Sünder, daß wir mit ihr kein Wort reden konnten, weil sie einen wahrhaft himmlischen Gebetseifer entfaltete und alle mit sich fortriß, die von den Ihrigen dazukamen, bis der Herr Selbst Sich würdigte, sie gegen 23 Uhr heimzusuchen. Unter anderem sagte der Herr:

Jesus: „Am eigentlichen Schutzengelfest, konnte Ich Mich dir nicht so offenbaren, wie Ich es heute tue; denn Mein Schmerz ist zu groß an solchen Tagen. Sooft die Kirche ein Fest begeht, erneuert sich die Freude, aber auch der Schmerz in Meinem Herzen. Die Freude, weil Ich da immer wieder die wunderbare Ordnung erneuert sehe, die Mein Vater in Seiner ganzen Schöpfung hervorrief; und der Schmerz, weil so viele Menschen – obwohl Gott, der Herr, alles für sie getan – dennoch verloren gehen.“

Um acht Uhr ging Barbara in die Pfarrkirche, um dort einer heiligen Messe beizuwohnen, und nach der Wandlung schaute sie die Kirche bis zum letzten Platz überfüllt mit Engeln in den Bänken kniend. Einzelne anwesende Personen hatten überdies einen Engel neben sich knien, bei einigen war er etwas entfernt.

Der Herr sagte, dies seien die Engel dieser Schützlinge und diejenigen, die so eng mit ihnen verbunden seien, das seien diejenigen, die in der heiligmachenden Gnade leben, die beten in Vereinigung mit ihren Engeln. Die Engel, die in einiger Entfernung stehen, dies bedeutet, daß ihre Schützlinge in der Sünde leben. Aber Ich sage dir, keines von denen, die täglich in die heilige Messe gehen, wird verlorengehen. Die übrigen Engel waren traurig; es waren diejenigen, die den Herrn trauernd anbeten, anstatt ihrer Schützlinge, weil sie gar nichts an ihnen anbringen können. Der Herr sagte:

Jesus: „Wie traurig, daß niemand annehmen will, was Ich aus so guter Absicht durch dich der Menschheit offenbare. Noch nie habe Ich Mich so klar ausgesprochen, wie leicht der Weg zum Himmel ist und wie glücklich diejenigen sind, die ihn gehen, als Ich es jetzt tun will durch dich. Das tue Ich deswegen, weil die Welt so gottlos ist, so abgewichen, damit doch die Guten zusammenstehen und Mir helfen, daß Seelen gerettet werden.“

Barbara fragte, was sie denn tun solle.

Barbara: „Soll ich mir den ganzen Monat Bier, Wein und Fleisch versagen?“

Jesus: „Nein! Bemühe dich, recht oft Mich anzubeten und vor Mir zu knien, zum Ersatz für diejenigen, die es nicht mehr tun, denn viele gibt es, die noch gerne arbeiten, aber wenige, die gerne beten!“

195 Fest Mariä Geburt 1897

„Bitte und halte an, zehn, zwanzig Jahre, denn einen Sünder zu retten, der nichts mehr von Mir wissen will, ist eine große Gewalttat.“

Lied: O du heiligste ...

Barbara: „O mein süßer, lieber, allerliebster Jesus, wie danke ich Dir für Deine unaussprechliche Liebe und Güte. O hätte ich die Sprache eines Seraphs und die Liebe Deiner heiligen Mutter, daß ich Dir danken und Dich lobpreisen könnte. Tausendmal hast Du all meine Erwartungen übertroffen. Ich glaube, daß alles, was Du zu mir sprichst und in meinem Herzen, in Erfüllung gehen wird, und ich sehe von Tag zu Tag mehr ein, wie Du meine geringe Treue belohnst, obwohl ich mich so undankbar sehe, und obwohl ich mir Mühe gebe, Dir zu folgen. Deswegen habe ich auch Vertrauen zu allen Menschen; denn alle sind nicht geringer als ich, denn, wenn Du Dich zurückziehst, bin ich die schändlichste Sünderin. Darum, nein, Du darfst keinen Sünder verstoßen, Du mußt sie alle retten; denn Dein Herzblut klebt an ihnen!“

Jesus: „Meine Kinder! Es freut Mich, euch so zahlreich versammelt zu sehen. (Es waren dabei die Schwägerin, die Schwester von Barbara mit ihrem Mann, die zwei Mädchen und die kleine Nichte.) Mit Freuden beeile Ich Mich, in eure Mitte zu kommen. Habe Ich euch nicht versprochen, diesen Abend euch eine große Freude zu bereiten?

Ich habe dir gesagt am letzten Freitag – Ich bitte um etwas Ernst – (wegen einer Kleinigkeit fing das kleine Mariechen zu lachen an und reizte auch die Mädchen dazu), Ich habe euch gesagt am letzten Freitag, daß Ich euch eine Freude zu bereiten wissen werde. Habe Ich nicht Wort gehalten? Siehe, es war die Freude Meiner Mutter, die Vorbereitung auf das Fest der Geburt Meiner heiligsten Mutter, die euch auch diesen Abend eine Freude bereiten wollte und zu euch kam.

Jetzt aber müßt ihr wissen, daß Ich zu euch komme, daß auch Ich Mein Herz euch ausgießen will, Meine Freuden und Meine Leiden. Meine Freuden: Denn ihr müßt wissen, daß um derjenigen willen, die ihren Schlaf abbrechen, die hineilen dort, wo Ich wohne, wo Ich mit Gottheit und Menschheit zugegen bin und angebetet werden will, wie das der Fall ist heute nacht in Dieburg, und auf dem Engelsberg und in Lourdes, wo Meine heilige Mutter reichlicher Ihren Gnadenstrom ausgießen will über Ihre Kinder, was Ich Ihr mit Freuden gewähre, weil Sie Meine Mutter ist...

Seht, an all den heiligen Orten, wo Ich in dieser Nacht von vielen angebetet werde, wo Sühne und Abbitte Mir geleistet wird von den treuen Kindern Meiner Kirche, wird Mir viel Freude gemacht. Wer sind sie, die ihr dort findet? Ach, es sind Meine Lieblinge, die Lieblinge Meines Herzens, die Armen, um derentwillen Ich den Himmel verließ, Ich herabstieg in den Schoß einer armen Jungfrau.

Ja, Ich sagte euch, daß an diesen vielen Orten Mir viel Sühne und Abbitte geleistet wird, weil es die liebsten Kinder Meines Herzens sind, besonders die armen Landleute, die sich das ganze Jahr hindurch abmühen und abhärmen, die im Schweiß ihres Angesichtes ihr Brot verdienen, die dann noch hinziehen in die Wallfahrtskirche, wo Meine Mutter mit Ihrer Gnade ihnen reichlicher zu Hilfe kommt, wo Sie ihre Gnade reichlicher austeilen will als anderswo. Und um deren Gebete willen und um des Gebetes willen, das ihr Mir entgegengebracht heute abend, will auch Ich euch große Gnaden spenden, nicht um eurer Verdienste willen, sondern um der Treue willen, womit ihr eure Fehler überseht, weil auch Ich sie übersehe, und keine Mutlosigkeit zeigt, obwohl ihr wißt, daß ihr armselige Sünder seid wie alle Menschen.

Seht, wenn eine Seele sich vorfindet, die es versteht, das Gebet hineinzuleiten in Mein Herz durch den Kanal, der da Meine heilige Mutter ist..., und wenn ihr sie so Meinem Vater aufopfert, dann muß Ich vergessen, muß Ich all eure Fehler vergessen, dann ist die Zeit der Gnade gekommen, wo Mein Herz austeilt, wo die Gnaden ausfließen, wo Ich die Gnaden ausströmen lasse über die ganze Erde. Und dieses versteht Meine Dienerin gar wohl, aber nur dann, wenn Ich ihr Meine Gnade gebe, wenn Ich ihr Meinen Geist dazu gebe. Darum soll sich niemand rühmen heute abend, außer im Kreuz. Ihr müßt aber wissen, Ich habe euch versprochen an diesem Abend eine große Gnade, damit ihr seht, wie gut Ich bin, wie wahr es ist, daß Ich Meine heilige Mutter ehren will und geehrt wissen will, und daß Ich Sie wirklich ehre im Himmel und auf Erden und deshalb an ihren Festen freigebiger bin als an allen Festen des ganzen Kirchenjahres.

Ich habe euch am Feste Portiunkula – weil auch Meiner Mutter geweiht, obwohl von einem anderen Heiligen erfleht und ihm zu Ehren eingesetzt, ist es doch der Königin der Engel, Meiner Mutter geweiht – eine große Gnade verliehen; ihr wißt es. Ich habe euch am Fest Mariä Himmelfahrt, wo Meine Mutter aufgenommen wurde in den Schoß Gottes, eine große Gnade verliehen.

Ich will für diese Nacht, wo für Meine Kirche der erfreuliche Tag angebrochen ist, wo die Morgenröte des ewigen Heiles für das menschliche Geschlecht angefangen, euch auch eine große Gnade verleihen; du Meine Kleine, was willst du nun von Mir?“

Barbara: „Mein Jesus, ich bitte Dich um so viele Sünder, als sich Wallfahrer in den Kirchen befinden, wo Du heute nacht angebetet wirst, besonders alle Sünder in der Pfarrei I. und zum zweiten alle Sünder, die in unsere Wirtschaft kommen, alle Sünder aus unserer Verwandtschaft bis ins vierte Glied, wo nur eine Seele auf Abwege geraten ist. Du mußt sie uns geben, wenn es auch noch am Rand des Grabes ist. Um Deiner heiligen Mutter willen hast Du es uns versprochen. Du hast mir meinen heiligen Schutzengel gesendet, daß Du heute nacht kommen werdest.“

Jesus: „Wo bleibt aber Meine Gerechtigkeit?“

Barbara: „Deine Gerechtigkeit, sie soll überbrückt werden; denn sieh, allen Spott und alle Verachtung wollen wir ruhig über uns ergehen lassen, es ist auch keine Kleinigkeit, dies in einem Welthaus, in einer Wirtschaft, auf sich zu nehmen. Meine Schwägerin, sie läßt mir freien Lauf, wenn Du Dich anmeldest. Alles hilft dazu, daß Du Dich ausgießen kannst. Um dieser Treue willen mußt Du uns belohnen; keine von all denen, die hier zugegen sind, die wir Dir anempfohlen, darf verlorengehen.“

Jesus: „Meine Kinder, Ich habe dir es ja versprochen!“

Weil nun alle Anwesenden noch fort und fort Namen von Sündern nannten und eine die andere überbot, sagte der Herr:

Jesus: „Nicht gar zu hitzig! Nur Geduld, Meine Kinder! Denn seht, jedes Haar eures Hauptes habe Ich gezählt. Keine Träne ist umsonst; denn alle eure Schritte und Tritte in dem Beruf, den Ich euch nun einmal angewiesen, all eure Mühen, alles, alles soll beitragen zu dem hohen Ziel, das Ich mit euch allen vorhabe. Darum will Ich euch alle Bitten erfüllen, soll keine umsonst sein, keine, wenn ihr nur die Zeit abwartet, bis es Mir gefällt, und Ich werde euch in diesem Leben, weil dies eure Prüfungszeit ist, obwohl Ich euch Leiden schicke, doch auch viele Freuden machen und all jenen, die sich mit euch vereinigen. Denn jedes von euch schaue in sich, ob ihr nicht den himmlischen Frieden und die Freude fühlt.

Seht, das ist Mein Geist, den Ich über euch ausgieße, den ihr alle fühlen und teilen sollt mit Mir. Deswegen sollt ihr überzeugt sein, daß ihr keine eurer Bitten umsonst tun werdet. Denn so wie Ich in dieser Stunde euch teilnehmen lasse an Meiner Freude, ebenso will Ich eure Bitten gewähren. Und dann erst, wenn der Schleier vor euren Augen fällt, werdet ihr sehen, wie treu Ich Wort gehalten, also du, deine Schwägerin, deine Schwester und ihr Mann, die Mädchen, du und ihr beide selbstverständlich; denn ihr seid ja eins. Und das will Ich noch bemerken, daß, wenn Ich einer ein Lob oder einen Tadel spende, dann muß es euch sein, als lobe oder tadle Ich jeden von euch; denn ihr sollt eins sein, eins in der Gesinnung, denn ihr müßt eingegangen sein in Meinem Herzen. Ihr sollt, obwohl verschieden in eurem Stand, eins sein in eurer Gesinnung und eurem Wandel und Wesen.

Darum muß Ich nicht, wenn Ich eine meine, auch die anderen zwei benennen; denn wenn Ich die eine tröste, will Ich selbstverständlich auch die andere trösten, und die Gesinnung Meines Herzens kennt ihr. Ihr müßt euch selbst vergessen, um andere zu trösten, anderen den Frieden zu bringen, und was Meine Aufgabe im Heiligsten Sakrament ist, das ist auch eure Aufgabe, solange ihr auf Erden weilt, solange Ich euch das Leben schenke, daß ihr ganz in Meine Absichten eingeht. Also, ihr lieben Kinder, die Ich erwählt habe, dieses Schauspiel zu sehen, wie gut Gott ist, daß Er Sich einem Geschöpf schenkt, Seinen Geist über dessen Geist ausgießt, wenn sein Geist in Meinen Geist eingegangen ist, ihr sollt wissen und nie zweifeln, daß ihr je eine Bitte Mir vortragen werdet, die euch nicht gewährt wird. Nein, nein!“

Barbara: „Also, o Herr, ist es sicher, daß keine Seele verlorengeht, die unserem Gebet empfohlen ist, also auch die nicht, die scheinbar nicht mehr zu retten sind, weil sie Dich von sich stoßen?“

Jesus: „Auch diese nicht; denn Ich sage euch, solange sich Seelen vorfinden, die Meine Gerechtigkeit überbrücken und diese Gerechtigkeit mit Mir ertragen und Meine Barmherzigkeit erflehen, gehen sie nicht verloren, wird ihr keine Seele verlorengehen, für die sie sich einsetzt. Denn als Abraham mit Mir rang und flehte für Sodom und Gomorrha, habe Ich ihm das Versprechen gegeben, wenn auch nur fünf Gerechte da wären, die Meine Barmherzigkeit anflehen wollten, solle die Stadt gerettet sein. Darum könnt ihr annehmen, wie groß die Barmherzigkeit Gottes ist, und solange es Seelen gibt, die sich dem Arm Meiner Gerechtigkeit entgegenwerfen, solange kann Ich die Welt nicht strafen, solange kann die Seele nicht verlorengehen, für die du bittest. Merk dir es nur, wenn du eine Seele hast in deiner Familie, an der du verzweifeln willst. Bitte und halte an, zehn, zwanzig Jahre, denn einen Sünder zu retten, der nichts mehr von Mir wissen will, ist eine große Gewalttat.

Eine Gewalt muß Ich Mir antun, welche die Menschen nicht begreifen können, und doch tue Ich sie Mir an. Also habt Vertrauen; denn viele, viele sollen gerettet werden. Und wenn ihr auch eingeschüchtert seid, der Kanal sprudelt doch. Ein Rohr laß Ich Mir nicht verstopfen, und durch dieses kleine Rohr und durch dieses kleine Werkzeug wird Meine Liebe und Meine Barmherzigkeit hinausgetragen werden in die Welt.“

Barbara: „Mein Jesus! Du hast mir viele Arme Seelen versprochen, du hast gesagt, daß Du uns so viele schenken wollest, als wir Augenblicke gewacht. So bitte ich Dich für alle, die unserem Gebet empfohlen sind. O liebe Mutter, Du mußt sie herausziehen, Du mußt sie retten.“ (lange Bitten und Aufopferungen.) Luise: „Mein Jesus! Ich bitte Dich in Vereinigung mit jener Liebe, mit der Du am Kreuz für Deine Feinde gebetet hast, für die Schwester N.“

Jesus: „Sie ist noch nicht befreit!“

Barbara: „O ich bitte Dich für diesen Priester. Barmherzigkeit! Barmherzigkeit für ihn. Ich opfere Dir auf all Dein kostbares Blut. Tauche ihn ein in das kostbare Blut (noch lange Bitten). Und ich sehe einen Abgrund geöffnet. O welches Leid, o welche Qual, ja, welche Sehnsucht! Jetzt begreift man, was all das Irdische nützt; was es nützt, noch so viel gesorgt zu haben für das Zeitliche. O wie verlassen! O Herr, gib ihm das ewige Licht. Mein Jesus, Barmherzigkeit! Ich opfere dir alle Verdemütigungen, die ich unter seiner Leitung gelitten, indem ich ganz über mich wegging und doch bei ihm beichten ging, all den Widerwillen, den es mich gekostet, für diese Seele. O gib mir ihn! Gib mir auch Herrn N.“

Jesus: „Er muß noch warten, weil er kein Kind der heiligen, katholischen Kirche war. Ich kann ihn noch nicht freigeben. Und seht jetzt, o seht, wie viele ihr gepackt!“

Barbara: „O gib uns auch die Klosterfrau.“

Jesus: „Die nach höherer Vollkommenheit streben sollten und haben es nicht getan, die verdienen es auch nicht.“

Barbara: „Aber Du, mein Jesus, bist unendlich gut. Du hast gesagt: solange noch eine Seele sich vorfindet, die sich zwischen Mich und den Sünder stellt, so lange wollest Du Barmherzigkeit üben. Beziehe das jetzt auf die übernatürliche Welt und befreie diese Arme Seele; gib sie uns. Mein Jesus, Barmherzigkeit! Barmherzigkeit! O mein Jesus! Wie dank ich Dir!“ Und jetzt öffnet sich das Tor und viele, viele treten heraus. Hochpreiset ...

„O mein Gott, wie danke ich Dir für all die Gnaden, die Du uns in dieser Nacht gespendet. O bleib nicht zurück, wenn wir auch manchmal uns verfehlen. Mein Jesus Barmherzigkeit! Ich bitte für N., daß er nicht zu den Soldaten muß.“

Jesus: „Er wird nicht Soldat! Jetzt geht hin, ruht euch aus, freut euch morgen mit Meiner heiligen Mutter und bedenket, welche Freude Ich euch heute gemacht.“

Barbara: „Mein Jesus! Ich bitte Dich auch für Frau N. Ich meine fast, der Teufel spricht aus ihr.“

Jesus: „Das ist auch so. Du mußt dich nicht fürchten vor ihr und vor niemand. Nun sagt aber Meinem Diener P.N., er möge einmal bedenken, ob ein anderer Geist als der Meinige eine solche Freude bewirken könne, wie sie in dieser Nacht unter euch ist, unter euch, Meinen Kindern, stattgefunden hat. Er möge einmal die ganze Geschichte durchgehen, ob etwas imstande ist, eine solche Freude hervorzubringen, wie Ich euch bereitet habe, wenn es nicht Mein Geist sein soll, und warum man diesen Geist einengen will? Könnten viele sich beteiligen, nach und nach würden viele sich bekehren und die Welt würde umgestaltet werden.“

Lied: Großer Gott ...

In derselben Nacht erschien der Schwägerin von Barbara eine Frau im Traum, weinte bitterlich und sagte: „Für alle Seelen habt ihr heute nacht gebetet in der Pfarrei N., nur für mich nicht.“

Die Schwägerin fragte: „Wer bist du denn?“

„Ich bin die Frau.“ Sie war im Hauskleid mit blauer Schürze mit Träger, wie die Kinder tragen, und die Schwägerin forschte nach und hörte anderntags, daß sie so gekleidet war in ihrem Laden. Sie stand deshalb früh auf und ging beichten und kommunizierte für selbige. Als Lieschen mehrere Ablässe ihr aufgeopfert hatte und noch fortfahren wollte, sah sie auf einmal jene wunderschöne Fläche vor sich, unter welcher Form der Herr unsere Seelen früher schon Barbara gezeigt hatte. Als sie dann wieder den Ablaß gewann, sah sie eine Papstmitra und erkannte, daß diese Frau es nicht mehr nötig habe und ihr Ablaß der Kirche gelten solle.

Am Montag nach dem Schutzengelfest war Barbara morgens in der Kirche und wollte von dort in eine andere gehen, um den Segen des Priesters am Schluß der heiligen Messe zu empfangen. Da sagte der Herr in etwa:

Jesus: „Bleib du hier, Ich will dafür sorgen, daß du den Segen des Priesters gerade so erhältst, als wenn du dabei wärest.“

Und Er unterhielt sich in zutraulicher Weise mit ihr, so daß sie vor Freude nicht wußte, ob sie noch auf Erden oder im Himmel sei.

196 Fest Kreuzerhöhung 1897

„Je mehr man dem Kreuz ausweichen will, desto schwerer und drückender wird es.“

Lied: O du hochheilig Kreuze ...

Barbara: „Ich grüße Dich, o mein allerliebster Jesus, durch Deine jungfräuliche Mutter Maria. Ich bete Dich an aus dem Abgrund meines Nichts. Ich danke Dir, daß Du Dich gewürdigt hast, mich heimzusuchen. O verzeihe mir alle Sünden und Nachlässigkeiten, die ich in dieser Woche, besonders gestern, begangen habe. Verzeihe mir alle Ungeduld und Aufregung, weil ich so viel zu tun hatte. Warum sehe ich Dich das Kreuz schleppen auf einer so schönen Ebene, auf einer so herrlichen Aue? Und Du schleppst das Kreuz daher, triefend vor Schweiß, Du schaust Dich um, ob recht viele nachkommen. Wirklich, es kommt ein Häuflein. Jedes schleppt aber ein Kreuz, wie ich sehe – o welche lange Reihe! Ich kann keinen Unterschied erkennen; sie alle schleppen ein Kreuz aus allen Schichten der Menschheit. Was willst Du mich damit lehren?“

Jesus: „Die Aue, Meine Tochter, die du siehst, ist die heilige katholische Kirche. Ja, noch nie, seitdem die Welt steht, noch nie, seitdem Ich das Kreuz geheiligt habe, ist das Kreuz so geflohen worden und so zum Nachteil in Meiner Kirche wie jetzt, und doch häuft sich das Kreuz um so mehr, je mehr man dasselbe flieht, und je mehr man dem Kreuz ausweichen will, desto schwerer und drückender wird es. Darum siehst du viele, die ächzen und stöhnen, du siehst aber auch solche, die ein Kreuz schleppen, als schleppten sie gar keines. Du siehst ihnen nichts an, daß ihre Gesichtszüge verzerrt sind. Heiteren Antlitzes gehen sie einher. Ihr Kreuz drückt sie wie diese, und doch tragen sie dasselbe leicht und fröhlich.

Sieh, das ist der ganze Unterschied unter Meinen Kindern. Ich meine damit nicht jene Christen, die nur noch halbwegs Christen sind, die zwar noch nicht ganz abgefallen, aber doch so leben, daß Ich gar wenig mit ihnen zufrieden sein kann, die den Mantel nach allen Winden hängen. Kommt der Wind von Osten, so hängen sie ihn nach Osten; kommt er von Süden, so hängen sie ihn nach Süden; kommt er von einer anderen Seite, so hängen sie ihn, wohin der Wind bläst, das heißt, sie sprechen heute so und glauben heute so und morgen wieder so. Sind sie bei Gläubigen, so sprechen sie gläubig, sind sie bei Ungläubigen, so sprechen sie ungläubig, und so kann Ich aus ihnen nichts machen, und Meine Barmherzigkeit muß Ich ihnen angedeihen lassen. Ich muß mit ihnen Nachsicht haben wie mit jenen, die von Mir abgefallen sind.

Nein, diese meine Ich nicht! Ich rede heute von denen, die Mir nachfolgen auf dem harten, steinigen Weg, den Ich ihnen vorgezeichnet habe, den Ich ihnen vorausgegangen bin. Ich meine damit jene Ordensleute, die Ich an Mich gezogen, die Ich Mir auserwählt, damit sie Mir Schritt für Schritt nachfolgen auf dem harten Weg des Kreuzes und so fortwährend Mich vertreten auf Erden; denn es muß Menschen geben, die Mich fortwährend in sich nachbilden zu allen Zeiten, wie in den ersten Zeiten der Christenheit es Menschen gab, die an ihrem Leibe ersetzten, was an Meinem Leiden noch fehlte, das heißt, die sich Gewalt antun.

Nun aber gibt es viele in der Welt, die Mir nachfolgen, ja, Ich muß es sagen, es hat noch nie so viele gegeben wie jetzt in diesem Jahrhundert, die den schmalen Weg des Kreuzes wandeln; denn es gab noch nicht so viele Klöster, so viele Priester, weil ja die Welt noch nicht so bevölkert war wie jetzt, und weil ja Meine Kirche in der ganzen Welt verbreitet ist, somit das Kreuz in aller Welt steht, in allen Ländern. Und wo das Kreuz steht, da sind auch solche, die den Kreuzweg wandeln. Von diesen will Ich mit dir reden, von den Kreuzträgern. Jetzt zähle diejenigen, die das Kreuz so tragen, als trügen sie es nicht. Ihre Gesichtszüge sind himmlisch und verklärt, als hätten sie nur lauter Süßigkeiten im Leben.“

Barbara: „Sind es denn zehn unter hundert?“

Jesus: „Nein, Mein Kind, es sind nicht mal zehn von hundert!“

Barbara: „Wie viele sind es denn, o Herr? Ja, ich darf Dich ja nichts fragen, aber Du darfst mir doch sagen, wie viele Dir nachwandeln. Nein, Herr, ich will es nicht wissen, ich brauche es nicht zu wissen!“

Jesus: „Aber siehe, Mein Kind! Dies sind diejenigen, die starke Schultern haben, die mit starker Schulter das tägliche Kreuz tragen, die nicht murren und nicht klagen ob der Bürde und der Last; die Tag für Tag an das Tagewerk gehen, das Ich ihnen vorgesetzt, und die Fehler, die sie dabei machen, schnell wieder gutmachen, weil sie in dem Augenblick, wo sie die Fehler begangen, wieder auf Mich schauen, und wenn sie Mich so bluttriefend, in Schweiß gebadet, sehen, dann tun sie noch einmal einen Blick auf sich selbst, auf ihre Schwachheit. Dann ist es geschehen, dann sind sie einig mit sich; denn sie haben gesehen, wie Ich ihnen zuliebe das Kreuz trage, wie Ich das Kreuz schleppte auf Golgatha, mit Blut und Schweiß bedeckt, und so sagen sie sich dann: Du hast alles mir verziehen, denn ich bin zu Dir gekommen. Ich habe meine Armut, meine Blöße gesehen und habe erkannt, daß ich aus mir nichts bin als Elend und Sünde, und daß Du alles für mich ersetzen willst; denn Du hast für mich gebüßt!

Und so nehmen sie ihr Kreuz und vergessen all ihren Undank, ihre Schwäche und ihre Treulosigkeit, die sie ihrem Erlöser entgegengebracht und gehen heiter und ruhig ihre Wege. Siehe, das sind jene demütigen Seelen, die nicht mehr Ketten tragen, Sklavenketten, nein, die beflügelt sind mit seraphischen Flügeln; denn die Liebe schwingt sie empor über sich selbst, über ihre Schwachheit, über ihr Unvermögen, weil sie wissen, daß Ich ein gar guter Gott bin, der gleich wieder vergißt, sobald Sein Kind einsieht, daß es gefehlt hat. Und vorwärts geht es und vorwärts, und bald haben sie Mich eingeholt, und nun wandeln sie mit Mir, diese lieben, guten Kinder, diese Kreuzträger, sie gehen nicht mehr allein. Ich sagte dir vorhin, Ich hätte viele Christen, die Mir das Kreuz nachtragen, die auf dem schmalen Weg des Kreuzes wandeln, ja, Ich nannte dir die Ordensleute, deren es so viele gibt in jetziger Zeit. In zweiter Linie sind es die Priester, die Mir das Kreuz nachtragen. Siehst du?“

Barbara: „Ja, o Herr, ich sehe, wie hie und da mancher so ausschlägt, so umschaut, als wäre er zornig. Ein anderer, ja viele sehe ich, die zwar ruhig sind, die nicht ausschlagen gegen das Kreuz, aber sie machen noch keine einzige freundliche Miene. Sie tragen das Kreuz nicht gern, gelt? O mein Jesus, Barmherzigkeit! Siehe, die Priester haben auch eine gar schwere Bürde in jetziger Zeit. Ich kann es ihnen nicht verdenken, wenn sie mißmutig dreinschauen, wenn sie nur einen Blick tun auf ihre Untergebenen und die unter ihre Leitung gestellten Kinder und ihre Verhältnisse betrachten, daß niemand ist, der ihnen Gehör schenkt, daß sie keinen Einfluß ausüben auf diejenigen, wo es am allermeisten nützen könnte, bei denen, die ihnen behilflich sein könnten, wie die Staatsbeamten, die Vorsteher der Gemeinde; ja, da muß der Priester den Mut verlieren.“

Jesus: „Das alles hätte nichts zu sagen, das alles ist sehr zu bedauern, und es ist einmal so. Ich habe dir lange genug gesagt, wie die Zeitverhältnisse stehen in der Welt; das sieht jeder selbst ein. Aber wie die Zustände gebessert werden können und wie das Kreuz zum Sieg gelangen soll, davon will Ich reden, darüber will Ich Mich beklagen. Wenn alle Priester der katholischen Kirche einheitlich streben und auf Mich schauen, eingedenk der Würde, die Ich ihnen übertragen, eingedenk dessen, wer sie sind und welche Aufgabe Ich ihnen gegeben, dann müßten sie das Kreuz, das sie so schwer drückt, das sie griesgrämig und kleinmütig tragen, mit Freuden tragen. O wollten doch alle Priester hören auf Meine Stimme! Wie glücklich der Priester, der mit Freuden seines heiligen Amtes waltet. Ich habe noch solche, ja, aber gar zu klein ist die Zahl derjenigen Priester, die Mir das Kreuz nachtragen, wie Ich es getragen wissen will. Du sollst, du darfst es fühlen, Mein Christ, denn sonst könntest du ja Meine Gerechtigkeit nicht überbrücken, sonst könntest du ja für deine Gemeinde, für deine Untergebenen nicht wirken; denn du bist es, Mein Freund, um dessentwillen Ich Meine Schäflein retten will.

Wenn nun aber die Worte und die Beispiele, die du ausübst und sprichst an deine Pfarrkinder oder an deine Ordensbrüder, nicht beachtet werden, weil sie dir dann immer und immer wieder entgegenschleudern: Ja, der soll bei sich anfangen, der ist so und so, und dir alle deine Fehler, die du hast, und die du auch selbst siehst, ins Gesicht schleudern, dann verdemütige dich und wirf einen Blick auf dich, auf dein Elend und sage: ja, es ist so, wie sie von mir sagen; dann aber wirf trotzdem einen Blick auf Mich, Der Ich dir das Kreuz vortrage und gehe darüber hinweg und freue dich in dir, als ob du die Sonne der Gerechtigkeit tragen würdest.

Und wenn deine Untergebenen sehen, daß du dich nicht beirren lässest von ihren Reden, von ihren manchmal ungerechten Vorwürfen, dann und nur dann schreitest du weiter auf dem Weg der Vollkommenheit, dann steigst du empor von Felsen zu Felsen, und deine Untergebenen, wenn sie sehen, wie du ungeniert heiteren Angesichtes weitergehst, ihnen die Worte Gottes vorträgst nach wie vor, dann werden sie dir folgen, und du wirst zum Ziel gelangen, Mir zur Freude, dir zum Trost und deiner ganzen Gemeinde zur Erbauung, und was du durch dein gutes Beispiel fertigbringst, wirst du zwar in diesem Leben nicht ergründen, aber die Freude deines Herzens wird dir die Zuversicht geben, daß du ein Mann bist nach Meinem Herzen. Siehe, so will Ich die Kreuzträger wissen, so will Ich diejenigen sehen, die Mir auf dem schmalen Weg des Kreuzes nachgehen, nachwandeln.“

Barbara: „O mein Jesus! Voriges Jahr hast Du mir am gleichen Fest ein goldenes Kreuz gezeigt, das von der Erde bis zur Spitze der Wolken anstieß, so herrlich und so schön, und dieses Jahr zeigst Du mir eine Schar von Kreuzträgern. Ich verstehe nicht recht, was Du mir damit sagen willst. Voriges Jahr zeigtest du mir, daß durch das Kreuz die Kirche zum Siege gelangen werde, das Kreuz, das ich geschaut, solle bedeuten, daß die Kirche siegen werde und bald eine andere Zeit erstehen werde und es eine Wende geben muß, und dieses Jahr nur Kreuzträger und Du voraus mit dem Kreuz, mit Blut und Schweiß bedeckt.“

Jesus: „Meine Kinder! Ihr versteht Mich nicht! Darum brauchst du nicht ängstlich und unruhig zu sein, wenn Satan dich ängstigt, als habest du die Dinge erdichtet, die Sache zusammengedichtet. In diesem Augenblick, wo Ich bei dir bin und mit dir rede, da kannst du dichten, ja freilich, dichte du! Aber wenn Ich Mich zurückziehe, nicht wahr, dann hört deine Dichtkunst schon auf. Nun ja, du sollst wissen, warum Ich voriges Jahr am Fest Kreuzerhöhung dir ein so schönes Kreuz zeigte. Weil Ich dich und deine Freundinnen und alle, welche die Schriften lesen, daran erinnern und ihnen zeigen wollte, daß Meine Kirche zum Sieg gelangen werde, siegen werde über alle ihre Feinde, siegen werde über alle Völker der Erde, über alle diejenigen, die sie bedrücken und unterdrücken wollen; daß das Kreuz reichen wird von der Erde bis zum Himmel ist das Zeichen, daß die ganze Welt diesen Sieg sehen wird, diesen herrlichen Sieg Meiner Kirche, Meiner einzig geliebten Braut, der heiligen katholischen Kirche, und wenn auch noch Jahre vergehen, bis diese Zeit kommt, aber sie kommt, und der Wendepunkt ist schon da, wo es allgemein aufwärtsgehen soll.

Da brauche Ich nun aber viele Kreuzträger, die dieses Kreuz, bevor es zum Sieg gelangt, zum glänzenden Sieg, Mir nachtragen. Jetzt noch trägt Meine Braut dieses Kreuz, mit Blut und Schweiß bedeckt, ächzend und stöhnend, weil sie es gar zu schwer fühlt, die Last dieses Kreuzes, weil sie beweint und betrauert ihre verirrten Kinder, und solange die Verhältnisse nicht anders werden, solange ihre Kinder nicht hören auf ihre Stimme, so lange muß sie es noch stöhnend und ächzend tragen, dieses Kreuz.

Darum habe Ich dir gezeigt denjenigen, den du vorausgehen siehst: Dieser ist Meine heiligen Kirche, Mein mystischer Leib, der mystische Leib Meiner Kirche, und die Kreuzträger, die ihr folgen, das sind die braven, guten Christen, alle, alle auf der ganzen Welt. Da gehen voraus die Ordensleute, die Priester und Laien, alle, die sich durch die dreifachen Gelübde mit Mir enger verbunden haben. Du hast gesehen, wie so viele es gar griesgrämig Mir nachtragen und nur so wenige mit heiterem Angesicht. Und doch will Ich, daß die Zahl sich mehre von Tag zu Tag, die das Kreuz nicht mehr als eine Bürde ansehen, die Ich ihnen auferlegt, die es nicht mehr tragen als ein schweres Joch. Siehe, Ich habe dir doch gezeigt im vorigen Jahr, daß das Kreuz so herrlich glänzt.

Dieses ist es, was Ich dir dieses Jahr zeigen will, durch was das Kreuz glänzen soll und wie man es anstellen muß, um dem Kreuz den Siegeskranz aufzusetzen, um mit dem Kreuz zu siegen, wodurch das Kreuz zum Ehrenkranz gelangen soll. Das ist die Liebe, die Liebe Meiner Kinder.

Ich will, daß viele Kinder der heiligen katholischen Kirche mit Liebe das Kreuz umfassen, das Ich ihnen auf die Schultern gelegt. Und solange die Ordensleute und die Priester das tägliche Kreuz noch zu schwer finden, solange sie es nicht mit Freuden tragen, was sollen dann die anderen tun, die Ich nicht so eng mit Mir verbunden habe?

Also, solange die Priester nicht allem entsagen, solange sie nicht bei sich anfangen, sich zu bessern, den Weltsinn abzulegen, den Spott und das Unrecht, das man ihnen nachsagt, nicht mit Freuden tragen, sich anschließen an das kleine Häuflein, das da die Verachtung und die Verspottung mit Freuden über sich ergehen läßt, und die es nicht mit der Welt halten wollen, so lange wird es nicht anders, wird die Welt nicht umgestaltet werden.

Die Christen, die da auf jene schauen, die Ich zu Meinen treuesten Kindern erwählt habe, werden ruhig weitergehen und sich ihre Freude suchen im Getriebe der Welt. Also merkt es euch, Meine Kinder! Geht ruhig weiter, laßt euch verspotten und verhöhnen, und freut euch darüber! Freut euch, daß ihr gewürdigt seid, um Meines Namens willen etwas zu leiden. Noch lange nicht, wie Mein Diener Paulus, habt ihr Schläge zu erdulden und Kerkerhaft. Was soll Ich weniger verlangen als ein demütiges, gläubiges Herz, du Ordensmann, du Ordensfrau, du Familienvater, du Familienmutter, du Jungfrau! Ein gläubiges Herz, daß Ich die Macht habe, zu euch zu reden, daß Ich nicht zugeben kann, wie so viele zugrunde gehen, ohne ihnen zu Hilfe zu kommen.

O seht doch, Meine Kinder, Mein Herzblut klebt ja an diesen Seelen, die Ich da verdammen soll. Und wundert euch nicht, daß Ich euch immer und immer wieder auffordere zu glauben, daß Ich mit euch verkehren will. Seht, Mein Herzblut klebt an diesen Seelen, und durch wen soll Ich an sie gelangen, wenn nicht durch euch, durch euch, Meine Diener? Euch habe Ich die Macht gegeben über die Herzen der Menschen. Also, wenn Ich Mir eine Seele erwähle und Mich ihr mitteile, muß Ich sie zuerst zu Meinen Dienern schicken, sie anweisen; muß Ich diesen Meinen Willen kundtun, Meine Wege, Meine Erbarmungen ihnen erschließen. Ihr sagt Mir, wir tun es ja doch. Recht, Mein Freund, du tust es, wenn du es aber mit einem gläubigen, warmen Herzen tätest, wenn du ergriffen wärest von dem Geist der Wirklichkeit, dann würdest du ganz anders reden zu Meinen Kindern, zu Meinen verirrten Schäflein.“

Barbara: „O heiliges Kreuz, sei uns gegrüßt, das uns die einzi